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Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg

Auch Arbeitskreis Informationsvermittlung protestiert gegen mögliche Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Steinbeck, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rosar,

wir vom „Arbeitskreis Informationsvermittlung“ führen in enger Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse die jährliche Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ für die Information Professionals in der Industrie und in privaten Dienstleistungsbereichen mit Success Stories und Best- Practice-Beispielen durch. Diese mittlerweile zum dritten Mal durchgeführte Veranstaltung hat sich vom Start weg als eine der erfolgreichsten Branchenveranstaltungen durchgesetzt. Sie ist universal in der Branche bekannt und sehr weitgehend anerkannt. Über sie wird ausführlich in der gesamten Fachpresse berichtet.

Die Nachricht, dass die Düsseldorfer Informationswissenschaften vielleicht vor der Schließung stehen, erfüllt uns mit großer Sorge. Dies gilt umso mehr, als zwischen den Düsseldorfer Informationswissenschaften und unserem Arbeitskreis und seinen Mitgliedern enge Bindungen bestehen. Unter den Teilnehmern der Branche befanden sich immer zahlreiche Studierende aus den Düsseldorfer Informationswissenschaften, um „Praxisluft“ zu schnuppern und Kontakte zu den führenden Informationszentren im deutschen Sprachraum zu knüpfen. Prof. Stock und mehrere seiner ehemaligen Mitarbeiter hatten und haben bedeutende Teile der Berichterstattung in „Password“, der Zeitschrift für die deutsche Informationsbranche, übernommen und so die Branchenöffentlichkeit über neue technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Trends in Kenntnis gesetzt. (Der Chefredakteur und Inhaber von Password, Dr. Willi Bredemeier, ist Mitglied unseres Arbeitskreises und einer der Initiatoren der „Steilvorlagen“-Veranstaltung.)

Wir bitten Sie, die folgenden Tatbestände und Zusammenhänge bei Ihrer Entscheidung mit zu bedenken:

• Es besteht eine bedeutende Nachfrage in den Informationszentren der Industrie

und des privaten Dienstleistungsleistungssektors nach Absolventen mit einer qualitativ hochwertigen systematischen und gleichwohl praxisorientierten Ausbildung, die zudem mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgestattet sind, die in den Informationszentren dringend benötigt werden.

• Die Qualität der informationswissenschaftlichen Ausbildung in Düsseldorf zeigt

sich auch daran, dass eine ganze Reihe von Absolventen an zentralen Positionen in Wissenschaft, Praxis und den Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis (beispielsweise in den wissenschaftlichen Bibliotheken) untergekommen ist. Mehrere von ihnen sind in ihren Spezialisierungsbereichen zu führenden, wenn nicht zu den führenden Experten in Deutschland geworden. Das trifft beispielsweise für die Bereiche „Suchmaschinen“ zu (nachweisbar an internationalen Veröffentlichungen

und Positionen) und „Social Web“ (nachweisbar an der inhaltlich mit erfolgreichsten Tagung zu Sozialen Medien im deutschsprachigen Raum in Düsseldorf).

• Prof. Dr. Dirk Lewandowski, Absolvent von Düsseldorf und Professor an der HAW

Hamburg, hat die Abteilung für Informationswissenschaft als „eines der forschungsstärksten informationswissenschaftlichen Institute in Europa“ bezeichnet,

„was sich unter anderem durch 20-30 referierte wissenschaftliche Publikationen pro Jahr zeigt“.

• Die Meinung, die wir hier vertreten, ist nicht eine unter vielen anderen. Vielmehr

herrscht dazu in der deutschsprachigen Informationswissenschaft und in der Informationsbranche Konsens. Davon zeugen die vielen Stellungnahmen, die per Schneckenpost oder E-Mail versendet wurden oder auf Twitter, Facebook und Xing veröffentlicht worden und zum Teil auch bei Ihnen eingegangen sind. Diese lesen sich unter anderem wie ein Who´s Who der deutschsprachigen Informationswissenschaften. Nicht zu vergessen die internationalen Stellungnahmen, nicht zuletzt von führenden Wissenschaftlern der angelsächsischen Information Science. Dazu kommen viele Stellungnahmen aus der Informationspraxis.

• Arbeitsplätze und Wachstum werden in Mitteleuropa vor allem in der

Informationswirtschaft geschaffen. Auch wird unsere zur Informations- und Wissensgesellschaft gewordene Gesellschaft fortlaufend und radikal durch diese neuen Technologien verändert. Um hier mithalten und die laufenden Entwicklungen verstehen zu können, bedarf es der Forschung und Lehre. Die Informationswissenschaften haben hier mit ihrem eher an Inhalten orientierten Ansatz eine zentrale Position neben der mehr technologieorientierten Informations- und Kommunikationstechnik inne.

• Bundesregierung, Landesregierung Nordrhein-Westfalen,

Wissenschaftsministerium NW und Hochschulen der Region sind sich der besonderen Bedeutung der digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft und der notwendigen Qualifizierung für sie und ihrer geistigen Durchdringung bewusst. Das sollte aus unserer Sicht auch in Ihrer Entscheidung über die Informationswissenschaften in Düsseldorf deutlich werden.

Mit freundlichen Grüßen Arbeitskreis Informationsvermittlung

Für den Arbeitskreis

Susanne Funk Eveline Pipp Dr. Willi Bredemeier Michael Klems Stephan Holländer