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Berliner Zeitung 77 000 wollen den "King of Pop" am Freitag im Olympiastadion sehen /

Berliner Zeitung

77 000 wollen den "King of Pop" am Freitag im Olympiastadion sehen / Noch gibt es Karten

30.07.97, 00:00 Uhr

Am Freitag kommt der "King of Pop" Michael Jackson zum dritten Mal nach Berlin: 77 000 Besucher wollen seine "History Tour" im Olympiastadion sehen. Noch gibt es tausend Karten: Der Video-Verleih "Blockbuster" hat sich das Rest-Kontingent gesichert.Eine Karte kostet 89,50 Mark. Gutbetuchte können sich bei Concert Concept für 1 000,50 Mark ein "VIP-Paket" inklusive Regenjacke sichern. Sie unterstützen damit Jacksons Kinder-Hilfsdienst "Heal The World". Allerdings gibt·s nur noch 20 der extrateuren Karten.Eislauf-Königin Katharina Witt und Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski haben sich zum Konzert angekündigt. Michalczewskis beide Kinder dürfen im Chor von Michael Jackson mitsingen. "Jacko" wird nach Angaben des Veranstalters der Deutschland-Tour, Mama Concerts und Rau, am Freitag in Tegel mit einem privaten Charter-Jet landen. Wann, das weiß außer dem scheuen Super-Star kaum einer. Zur Zeit hält er sich in Paris auf. Frank Splettstößer von Mama Concerts versichert: "Gesundheitlich ist er gut drauf, und er freut sich auf Berlin." In den Zoologischen Garten, den Jackson 1992 besichtigt hatte, geht er dieses Mal nicht. Splettstößer: "Er wird sofort nach dem Konzert seine Suite aufsuchen und sie danach nicht mehr verlassen." Am Sonntag tritt er in Leipzig auf. Bescheiden sind Jacksons Extra-Wünsche: Außer Unmengen stillen Mineralwassers und Obst hat er bislang nichts geordert.Logieren wird er voraussichtlich im "Four Seasons" am Gendarmenmarkt. Dort hat der Star für Freitag und Sonnabend 35 Zimmer buchen lassen. Ob das ein Ablenkungs-Manöver für die Fans ist und der "King of Pop" in letzter Minute unter falschem Namen in einem anderen Hotel absteigt? Im "Adlon" hat keiner der Jackson-Crew vorgesprochen. Meldungen, wonach "Jacko" im "Schloßhotel Vier Jahreszeiten" 60 Zimmer umsonst haben wollte, dementierte eine Sprecherin des Zehlendorfer Hotels.Im Olympiastadion wird seit Sonntag die Bühne aufgebaut. 43 Sattelschlepper sind nötig, um die 1 200 Tonnen schwere Produktionsausstattung zu transportieren. 200 Techniker verlegen 35 Kilometer Kabel und schrauben für die Light-Show 700 computergesteuerte Lampen ans Gerüst. Die 400 000-Watt-Anlage dröhnt aus 250 Lautsprechern. Viel Lärm für die marode Bausubstanz. Aber Jürgen Kießling, Leiter der Abteilung Sport im Senat, gibt Entwarnung: "Bei den Rolling Stones waren die Vibrationen durch die Schallwellen geringer als bei einem Pokal-Endspiel." Der Rasen wird mit einer Spezialfolie geschützt. Dem Erstliga-Auftakt von Hertha BSC am Sonntag steht also nichts im Wege. Der Senat, der das Stadion vermietet, kann sich auf einen warmen Geldregen freuen: Zehn Prozent der Bruttoeinnahmen fließen in die Landeskasse. Schätzungsweise mehr als 600 000 Mark.Die zweieinhalbstündige Show beginnt um 19 Uhr, Einlaß ist schon um 16 Uhr. Spielen wird Jackson altbekannte Hits wie "Thriller" oder "Billy Jean". Clemens Pohl, Einkäufer beim CD-Laden World of Music, reizen allerdings selbst die akrobatischen Tanz-Einlagen von Jackson nicht: "Sein Stern sinkt. Er hat seit Jahren nur alte Songs zusammengemixt." Jacksons aktuelle Single "History II" rangiert in den Charts auf Platz 35.Thorkit Treichel