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Stadler Rail legt wegen Trumps Sanktionen Iran-Pläne auf Eis -

Rail legt wegen Trumps Sanktionen Iran-Pläne auf Eis -

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Stadler Rail legt wegen Trumps Sanktionen Iran-Pläne auf Eis

Peter Spuhlers Firma entgeht ein Grossauftrag im Wert von mehr als einer Milliarde Franken.

Grossauftrag im Wert von mehr als einer Milliarde Franken. «Mich stört, dass jetzt die chinesischen Bahnbauer

«Mich stört, dass jetzt die chinesischen Bahnbauer die Lücke füllen»: Peter Spuhler an der Jahresmedienkonferenz von Stadler Rail in Bussnang. (15. Juni 2018) Bild: Walter Bieri/Keystone

Der Thurgauer Unternehmer und frühere SVP-Nationalrat Peter Spuhler geniesst zurzeit im Engadin seine Ferien. Doch gleichzeitig hat er mächtig Ärger. Seine Firma Stadler Rail gab am Dienstagabend bekannt, er gebe das angepeilte Iran-Geschäft auf. Nur wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Unternehmen weltweit vor Verstössen gegen die von ihm verhängten neuen Iran-Sanktionen gewarnt. «Wer mit dem Iran Geschäfte macht, wird keine Geschäfte mit den USA machen», schrieb Trump kurz nach Inkrafttreten der Strafmassnahmen auf Twitter.

The Iran sanctions have officially been cast. These are the most biting sanctions ever imposed, and in November they ratchet up to yet another level. Anyone doing business with Iran will NOT be doing business with the United States. I am asking for WORLD PEACE, nothing less!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 7. August 2018

Spuhler reagierte umgehend und zog seine Bewerbung für einen Auftrag über 960 U-Bahn-Waggons zurück. Erst im Februar hatte sein Unternehmen dafür eine Absichtserklärung unterschrieben. Die Verhandlungen seien jedoch mittlerweile ausgesetzt und das Projekt eingefroren, sagte Spuhler. «Wir haben das Ganze auf Eis gelegt. Selbstverständlich hält sich Stadler an alle nationalen Sanktionen und Handelsembargos.»

«Der Auftrag wäre der Einstieg in einen noch viel grösseren Markt gewesen.»

Peter Spuhler

Peter Burkhardt

Wirtschafschef

@PeterBurkhardt

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Damit entgeht Stadler Rail nach Spuhlers Angaben ein Auftrag im Wert von mehr als einer Milliarde Franken. Doch nicht nur das: «Der Auftrag wäre der Einstieg in einen noch viel grösseren Markt gewesen», so Spuhler. Der Iran habe aufgrund der jahrzehntelangen Sanktionen einen riesigen Nachholbedarf bei der Bahninfrastruktur. Spuhler hoffte deshalb, bei weiteren Aufträgen zum Zug zu

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kommen. «Der iranische Markt ist grundsätzlich sehr interessant.»

Spuhler wollte sich nicht dazu äussern, ob er Trumps Sanktionen gegen den Iran für gerechtfertigt hält. «Mich stört jedoch, dass jetzt die chinesischen Bahnbauer die Lücke füllen, welche die westeuropäischen Anbieter unter Druck der USA hinterlassen. Trump bestraft eigentlich die Falschen. Seine Sanktionen nützen den Chinesen, die er ebenfalls mit Sanktionen überzieht.»

Für Spuhler ist das Aus im Iran ein Déjà-vu: Kürzlich hat dort bereits der Schweizer Autozulieferer Autoneum wegen der Sanktionen seine Zelte abgebrochen. Spuhler ist zweitgrösster Aktionär von Autoneum.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.08.2018, 21:59 Uhr

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von Autoneum. (Tages-Anzeiger) Erstellt: 07.08.2018, 21:59 Uhr Ist dieser Artikel lesenswert? 2 von 2 07.08.18, 23:19
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