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Mykosen in Erkennung und Behandlung

Das Entstehen der Krankheit, Symptome und erprobte Therapien

von Karl-Heinz Rudat

veröffentlicht in SANUM-Post Nr. 30/1995, Seite 9 - 16

Immer häufiger treten Mykosen im Drüsen im Dünndarm konstant ge- Haut- und Nagelmykosen ungehin-
Organismus des oft ohnehin abwehr- halten wird, damit die Fett- und Ei- dert ausbreiten und manifestieren.
geschwächten Patienten auf. Myko- weißverdauung gewährleistet ist. Auch die Magen-, Darm- und Atem-
sen sind nicht immer eindeutig zu Wenn die basische Reaktion im traktschleimhäute sind aus diesem
erkennen; sie können sich über lan- Darm aufgrund einer Übersäuerung Grunde sehr anfällig für Mykosebe-
ge Zeit hinter imponierenden Aus- zu niedrig ist, bleibt die Verdauung fall. Es lassen sich aus dem Un-
weichsymptomen des Körpers tar- von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß gleichgewicht von sauren und basi-
nen. unvollständig, so daß die nicht abge- schen Reaktionen neben den Myko-
Der Zusammenhang von chronisch- sättigten Säuren (überwiegend Phos- sen noch eine Vielzahl anderer Er-
rezidivierenden Mykosen und einer phor-, Schwefel- und Harnsäure aus krankungen ableiten.
Übersäuerung des Organismus ist in der Eiweißverdauung) vom Blut auf- Physiologie der Pilze
vielen Fällen zu auffällig, als daß man genommen werden.
ihn außer acht lassen könnte. Eine Pilze wurden nach ihren imposantes-
Für das Blut hat der eigene pH-Wert ten Vertretern, den Hutpilzen, benan-
zu saure Reaktion bestimmter Orga- (7,3-7,5) funktionell Vorrang. Um die- nt (griech. Mykes; latein. Fungus).
ne und Organsysteme schafft ein sen Wert zu halten, transportiert das Sie haben wie die Pflanzen eine Zell-
Haut- und Schleimhautmilieu, in dem Blut diese ungesättigten Säuren in wand, zellsaftgefüllte Vakuolen und
die meisten Pilzarten günstigste Le- das Gewebe ab. Daher ist die reine eine mikroskopisch gut sichtbare
bensbedingungen finden und sich Blut-pH-Messung ein relativ unge- Plasmaströmung. Mit den Pflanzen
hartnäckig einnisten können. nauer Diagnoseparameter für ein ge- haben sie die weitgehende Be-
Da die Kontrolle und Regulierung des störtes Säure-Basen-Gleichgewicht wegungsunfähigkeit gemeinsam. Pil-
Säure-Basen-Gleichgewichts im des Organismus. Werden diese ein- ze enthalten jedoch keine photosyn-
Körper ein Thema für sich ist, soll gelagerten Säuren nicht wieder ge- thetischen Pigmente, wachsen aber
hier nur in gekürzter Form auf die Zu- löst und über die Nieren ausgeschie- wie Pflanzen unter aeroben Bedin-
sammenhänge von Azidosen und den, nimmt ihre Konzentration im gungen und gewinnen ihre Energie
Mykosen eingegangen werden. Laufe der Zeit extrem zu. durch die Oxydation organischer
Werden dem Organismus zuviel Symptome der Übersäuerung Substanzen.
„Säurelocker“ zugeführt, ist er ge- Viele dieser Säuren wirken aggres- Der Vegetationskörper des Pilzes ist
zwungen, die zum basischen Aus- siv und verursachen Gewebeirritati- ein Thallus und besteht aus Fäden,
gleich notwendigen Mineralstoffe onen im Organismus, die sich häu- die sich vielfach verzweigen. Die Fä-
dem Gewebe zu entnehmen. Diese fig durch schmerzhafte Entzündun- den, Hyphen genannt, bestehen aus
intensive Aushöhlung der im Körper gen der Schleimhäute zu erkennen der Zellwand und dem Cytoplasma
angelegten Mineraldepots führt zu geben. Die Ausscheidungsorgane mit dessen Einschlüssen. Die Hyph-
einer allgemeinen Demineralisation können davon bevorzugt betroffen en können bei den niederen Pilzen
des Organismus. Ein Mineralverlust sein. Die Haut (pH-Wert 5,2) mit dem aus einem zusammenhängenden
kann das gesamte Organsystem größten Ausscheidungsvolumen des Fadenstrang ohne Zellquerwände
schwächen und wichtige enzymati- Körpers wird durch den säurehalti- bestehen oder aber wie bei höheren
sche Funktionen behindern. gen Schweiß ausgetrocknet und in Pilzen in einzelne Zellen zergliedert
Im Darm muß eine alkalische Reak- ihren Funktionen gestört. Sie reagiert sein. Unter dem Myzel versteht man
tion vorliegen (pH-Wert 8,0), die von sehr sensibel mit verändertem pH- die gesamte Hyphenmasse eines
den stark basischen Sekreten der Wert, Rötungen, Rissen und ekze- Pilzthallus’.
Leber, des Pankreas sowie der matösen Erscheinungen. Durch den
Brunnerschen und Lieberkühnschen gestörten pH-Wert können sich

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Vermehrung und Fortpflanzung Mikrobielle Transformation te es sich um Erdnußschrot mit
der Pilze Viele Pilzarten besitzen die Fähigkeit, reichlichen „Schimmelansätzen“. Bei
Die Pilzhyphen wachsen immer nur vorgegebene Substanzen umzubau- Laboruntersuchungen wurden viele
an ihrer Spitze, und bei fast allen Pil- en. Die biotechnische Ausnutzung Aspergillusarten als Besiedler des
zen ist jedes Teil des Myzels wachs- dieser Eigenschaft bezeichnet man Futters entdeckt. Die häufigste Pilz-
tumsfähig. Ein kleines Myzelstück als „mikrobielle Transformation“. Vor art war Aspergillus flavus. Nach ihm
genügt bereits zur Überimpfung und allem bei der Steroidumwandlung benannte man die Mykotoxine-Afla-
Entstehung eines neuen Pilzthallus. setzt man diese Methode ein und ge- toxine. Aflatoxine sind die stärksten
Die Formen und Mechanismen der winnt dadurch Steroidhormone wie Kanzerogene pflanzlichen Ursprungs.
Pilzfortpflanzung sind sehr vielfältig Cortison und Hydrocortison (Corti- Die geringe Menge von 10 mcg/Tag
und werden zur Klassifikation der ein- sol). reicht aus, um im Tiertest bei Ratten
zelnen Gattungen eingesetzt. Lebertumoren auszulösen.
Die Herstellung dieser Hormone auf
Pilze vermehren sich durch sexuelle rein chemischem Weg erfordert ei- Die Wirkung der Aflatoxine auf
(geschlechtliche) und asexuelle (un- nen hohen finanziellen Aufwand, da- den Menschen
geschlechtliche) Fortpflanzung. Die rum ist die Pharmaindustrie längst Für den Menschen stellen Aflatoxine
asexuelle Vermehrung geschieht im auf die mikrobielle Transformation eine eindeutige, direkte Gefahr dar,
allgemeinen durch Sporenbildung durch Pilze übergegangen. Ein rela- denn die Lebensbedingungen dieser
und Knospung. Bei der Sporenbil- tiv preiswertes Ausgangsmaterial für Pilzarten sind primitiv und angepaßt,
dung werden an den Hyphenenden die Herstellung von Steroidpräpara- so daß mit ihnen im Grunde überall
Sporen abgeschnürt, die sich zu neu- ten sind das Stigmasterol aus Soja- und immer zu rechnen ist. Aflatoxi-
en Pilzen entwickeln. Die asexuelle bohnen, das Diosgenin aus der ne sind extrem hitzestabil, so daß sie
Vermehrung der Hefen (Sproßpilze) Yamswurzel (Dioscorea batatas, nicht einmal im Getreide oder Mehl
ist die Sprossung oder Knospung. An chin. Kartoffel) und das Ergosterin während des Backvorgangs zerstört
der Mutterzelle bildet sich ein Aus- aus Hefen. Durch eine Kette von werden. Sie verbreiten sich in Nah-
wuchs, in den ein Kern einwandert. Transformationen (Hydroxylierung, rungsmitteln aller Art: Gewürze,
Dieser Kern wird als Knospe abge- Hydrogenierung, Seitenkettenab- Milch, Fleischprodukte, Obst, Gemü-
schnürt und wächst selbständig zu spaltung, oxydative Ringspaltung) se und verschiedene Nußarten.
einem Pilz. werden insbesondere die chemisch Mittlerweile sind etwa 120 toxinbil-
Bei der sexuellen Fortpflanzung der aufwendigen Reaktionen den Pilzen dende Pilzarten bekannt, von denen
Pilze vereinigen sich zwei Kerne mit- (Fusarium, Aspergillus- und Penicilli- fast 100 Mykotoxine chemisch iden-
einander. Diese Kernverschmelzung umarten u.ä.) anvertraut. tifiziert sind. Der Nachweis von My-
läuft bei den Pilzen in verschieden Mykotoxine und ihre Wirkung kotoxinen ist aufwendig und kompli-
langen Intervallen und nicht perio- Unter Mykotoxinen versteht man die ziert. Am besten untersucht wurden
disch oder regelmäßig ab. Die sexu- Stoffwechselprodukte von Sproß- bisher die Aflatoxine, von denen heu-
elle Fortpflanzung läuft in drei Pha- oder Schlauchpilzen (Ascomycetes), te sechs verschiedene Stoffe unter-
sen ab: also in erster Linie die der Gattun- schieden werden (siehe Tabelle 1).
- In der ersten Phase vereinigen gen Penicillium, Aspergillus und Fu- Als Toxinbildner konnten Schimmel-
sich die beiden Kerne (Proto- sarium. Mykotoxine und ihre schäd- pilze, Aspergillus flavus und Asper-
plasmen) zu einer Zelle mit zwei lichen Wirkungen wurden erst 1960 gillus parasiticus isoliert werden. Die
Kernen (Plasmogamie). entdeckt. Damals traten in engli- akut-toxischen Dosen schwanken
- In der Folgephase kommt es zur schen Geflügelfarmen verbreitet Tier- zwischen 0,3 und 3,5 mg/kg Körper-
Verschmelzung der beiden Ker- seuchen auf, deren Verursacher völ- gewicht. Aflatoxine lösen keine
ne (Karyogamie). lig unbekannt waren. Innerhalb kür- Immunreaktion im Organismus aus,
zester Zeit verendeten etwa 100000 so daß der befallene Körper zu Be-
- Die Meiose als letzte Phase löst Puten und fast 20000 Enten und ginn keine Signalsymptome entwi-
die Reduktion der doppelten Wachteln. ckelt. Dazu kommt, daß sie gegenü-
Chromosomensätze auf die ur- ber allen üblichen Verfahren, die zur
sprüngliche Anzahl aus. Man stellte fest, daß die Tiere durch
Vergiftungen zu Tode kamen. Es Haltbarmachung von Nahrungsmit-
Diese drei Vorgänge, Plasmogamie, zeigte sich, daß diese massenhaften teln angewendet werden, resistent
Karyogamie und Meiose, laufen bei Vergiftungen auf das bisher beden- sind (Hitze, Säuren, Bestrahlungen).
den meisten Pilzen geordnet nach- kenlos angewendete Futter zurück- Der Schutz des Menschen vor ihnen
einander ab. Bei einigen Arten jedoch zuführen war. Bei dem Futter handel- ist vorerst nur mit prophylaktischen
in sehr verschiedenen Stadien.

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Pilzarten, die Mykoallergosen verur-
sachen, sind keine infektiösen Erre-
ger im Organismus des Menschen,
sondern weit verbreitete Pflanzenbe-
siedler und Schimmelpilze, die sich
durch eine Massenproduktion an
Sporen auszeichnen. Geringste Luft-
bewegung reicht aus, um die Spo-
ren von ihren Trägern zu lösen und
infolge ihres geringen Gewichtes in
die Umgebung zu tragen. Ihr Ver-
breitungsgrad ist dementsprechend
hoch. Man findet sie in Häusern, an
feuchten Mauern und Tapeten, eben-
so auf angeschimmelten Nahrungs-
mittelresten.
Das ganze Erscheinungsbild der Pilz-
sporen ähnelt dem Blütenpollenflug,
denn auch Mykosporen unterliegen
einem jahreszeitlichen Wechsel.
Während der Vegetationsperioden
höherer Pflanzen (Mai bis Septem-
ber) nimmt die Sporenkonzentration
zu und in den Wintermonaten wieder
ab. Entsprechend parallel häufen
sich allergische Pilzerkrankungen. In
Maßnahmen aufzubauen (Fungizi- u.a.) Delirien, Muskelspasmen mit Tabelle 2 sind die Namen der Pilz-
den). Erstickungsanfällen, Überregung des arten aufgeführt, die am häufigsten
In der Tabelle 1 sind die bekanntes- ZNS mit euphorischem Rausch und Mykoseallergosen auslösen.
ten Aflatoxinbildnerpilze mit Benen- Visionen, ähnlich der Wirkung der Die äußeren Mykosen
nung ihres speziellen Mykotoxins und Mutterkornalkaloide (Ergotamine, Er- Unter dem Begriff „Äußere Mykosen“
der Wirkung auf den menschlichen gotoxine, Ergobasine). werden Erreger gefaßt, die oberfläch-
Organismus aufgeführt. Giftpilzarten wie der Täubling, der liche Mykosen verursachen, also My-
Es muß erwähnt werden, daß die so- Tigerritterling u.a. wirken dagegen kosen der Haut und ihrer Anhangsge-
genannten Pilzvergiftungen durch spezifisch auf den Gastrointestinal- bilde, Haare und Nägel sowie der
verschiedene Makromyzeten nicht zu trakt mit Erbrechen, Darmkrämpfen Schleimhäute.
den erläuterten Mykotoxinen gehö- und Durchfällen. Dermatophyten (Fadenpilze) wer-
ren. Bei den Vergiftungen durch Pil- Auslöser der Mykoallergosen den als primäre Mykoseerreger be-
ze spricht man von Myzetismus. Un- Immungeschwächte Patienten mit zeichnet. Etwa 40 Arten beinhalten
ter diesen Begriff fallen die akut und allergischer Veranlagung können auf die drei Gattungen Trichophyton, Mi-
oft tödlich verlaufenden Folgen nach Pilzsporen sehr empfindlich reagie- krosporum und Epidermophyton.
Verzehr von Giftpilzen. So enthalten ren. Die allergische Potenz der In- Dermatophyten verursachen Läsio-
mehrere Knollenblätterpilzarten Phal- haltsstoffe und Zellwandsubstanzen nen unter vielen verschiedenen Er-
lotoxine und Amatoxine. Bereits 50 der Sporen ist hoch, und ähnlich wie scheinungsformen. Der einzelne Der-
Gramm stellen für den menschlichen Blütenpollen lösen sie als sensibilisie- matophytenbefall trägt nicht den Na-
Organismus eine tödliche Dosis dar. rende Allergene verschiedenste Sym- men des Pilzes, sondern wird nach
Diese Toxine verursachen akute Le- ptome aus. Affektionen des Respira- dem klinischen Bild der Mykose und
bernekrosen. tionstraktes stehen an erster Stelle ihrer Lokalisation benannt. Beispiele
Andere Giftpilze können eine neuro- der Körperreaktionen, mit wäßrigem sind Tinea pedis (Fußpilz), Tinea un-
toxische Wirkung haben. Sie verur- Fließschnupfen bis zu asthmatischen guium als Nagelmykose oder Tinea
sachen durch Muskarine (einem Al- Erscheinungen. capitis als Mykose von Kopfhaut und
kaloid aus Fliegenpilz, Pantherpilz Haar.

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Hefen: Hefepilze galten lange Zeit als
harmlose Schmarotzer auf der Haut
und Schleimhaut, die ausschließlich
bei Vorliegen einer schweren Grund-
krankheit als sekundäre Mykoseerre-
ger auftreten. Im Laufe der Zeit zeig-
ten sich jedoch sehr eindeutig die pa-
thogenen Eigenschaften der Hefen.
Sie sind fähig, viele Krankheiten aus-
zulösen, wenn auch erst unter be-
günstigenden Bedingungen (z.B.
Haut- und Schleimhautirritationen
mit gestörtem pH-Wert).
Heute sind mindestens fünf Gattun-
gen der Hefepilze als humanpatho-
gene Erreger anerkannt:
- Candida: Gattungsbegriff für sehr
verbreitete parasitäre Sproßpilze;
- Torulopsis: sproßpilzige Blasto-
mykosen mit aggressiver Ver-
laufsform;
- Trichosporon: Gattungsbegriff für
Haarpilze;
- Sporobolomyces: Gruppe der bezeichnet. Aus vorgeschädigten (span.: Stein) mit zwei
Hefesporenpilze; Hautbezirken werden vereinzelt Ar- Erscheinungsvarianten. Die weiße
- Cryptococcus: spezielle Gruppe ten von Aspergillus, Penicillium, Pae- Piedra wird durch Trichosporon
von Hefepilzen (Nagelbettentzün- cilomyces, Verticillium, Fusarium beiglii (Synonym Trichosporon
dungen, Fingerzwischenräume). und Cladosporium isoliert. Bei der na- cutanaeum), die schwarze Piedra
türlichen Besiedelung des äußeren durch Piedraia hor-tae verursacht.
Die zunehmende Bedeutung dieser Gehörganges werden vorwiegend Trichosporon ist ein hefeähnlicher
Hefepilzgattungen basiert auf der Aspergillus niger und Aspergillus ni- Schimmelpilz, dessen Verwandt-
Ausbreitung begünstigender Fakto- dulans nachgewiesen. schaft mit Basidiomycetes durch
ren. Die immer häufigere Verwen- elektronenmikroskopische Aufde-
dung von Antibiotika, Zytostatika, Weitere Verursacher von Oberflä- ckung diskutiert wird. Beide Pilze for-
Kortikosteroiden, Immunsuppressiva chenmykosen: Einige Pilze neh- men am Haarschaft unregelmäßige,
und oralen Kontrazeptiva, aber auch men als Auslöser oberflächlicher My- unterschiedlich große, steinharte
Änderungen in der Ernährung (Azi- kosen eine Sonderstellung ein. Die schwarze oder weiße Knötchen. Sie
dose) und im Sozialverhalten verur- Kleieflechte „Pityriasis versicolor“ sind systematisch nicht näher ver-
sachen eine steigende Verbreitung (auch Tinea visicolor) wird durch Pi- wandt. Nur durch Abrasieren der be-
der Hefemykosen. tyrosporum furfur, einem hefeähn-
lichen Pilz, hervorgerufen. Er ist in fallenen Haare ist diesem Pilz bei-
Hefepilze besiedeln bevorzugt die feuchtwarmen Gebieten weltweit ver- zukommen.
Schleimhäute des Respirations- breitet und setzt in der obersten Die inneren Mykosen
traktes, des Verdauungs- und Uroge- Hornschicht der Haut an. Auch die
nitaltraktes. Die Haut ist weniger häu- Pilzentwicklung bei der Tinea nigra Mykosen der Körperoberfläche wir-
fig befallen. ken nur unter besonderen Umstän-
(tropische Mykose) mit schwarzen, den lebensbedrohlich auf den befal-
Schimmelpilze: Schimmelpilze sind schuppenden Herden am Stamm lenen Organismus. Ganz anders die
wegen ihrer großen Verbreitung re- spielt sich in der obersten Horn- inneren Mykosen, die auch als En-
gelmäßige Anflugskeime auf der schicht ab. Die Erreger der Tinea ni- domykosen, Organ- und Systemmy-
Körperoberfläche. Trotzdem ist ihre gra sind Cladosporium wernecki und kosen bezeichnet werden und ein
Bedeutung als Erreger oberflächli- Cladosporium mansonii. schweres Erkrankungsbild zeigen
cher Mykosen sehr gering. Sie wer- Eine Pilzerkrankung, die ausschließ- können. Ihre Erreger sind fakultativ
den deshalb als „Langzeitparasiten“ lich das Haar erfaßt, ist die Piedra pathogene Pilze. Das bedeutet, daß

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diese Pilzträger sogenannte Oppor- nen Hohlräumen der Lunge (Kaver- läßt. Wegen der enormen Ausbrei-
tunisten sind, deren Gefährlichkeit er- nen, Cysten, Bronchiektasen) zu ei- tung dieses Pilzes soll hier sein ge-
st beim Zusammentreffen mit einem nem Pilzball. Das Symptomenbild samtes Erscheinungsbild genauer
geschwächten Schleimhautmilieu entwickelt sich rasch und auffällig; erläutert werden.
zum Tragen kommt. subfebrile Temperaturen, Schweiße, Candida albicans liegt im Organis-
Die häufigsten Erreger innerer Myko- Atemnot, Bluthusten und blutiges mus in Hefeform als Einzelzelle vor,
sen sind die Hefe Candida albicans Sputum (D.D. Tuberkulose). In fort- die sich durch Knospung oder Spros-
und der Schimmelpilz Aspergillus geschrittenem Stadium besteht bei sung fortpflanzt. Auch Abwandlun-
fumigatus. Bei Endomykosen durch dem Aspergillum die absolute Indika- gen als Mikrokolonien oder Pseudo-
Hefen sind die bereits erwähnten prä- tion zur chirurgischen Behandlung myzelen mit einfachem Längen-
disponierenden Faktoren von großer mit Lungensegment- oder Lappenre- wachstum und unterschiedlichsten
Bedeutung. Umgekehrt ist eine stän- sektion. Verzweigungen sind vereinzelt mög-
dig rezidivierende Hefemykose ein oft Die Cryptococcose ist eine Inhala- lich, die sich jedoch serologisch
eindeutiger Hinweis für das Vorliegen tionsmykose, die durch die Hefe durch ihre biochemische Ausstattung
chronischer Organstörungen. Cryptococcus neoformans ausgelöst von den Wachstumsphasen der ech-
Gelingt die konsequente Beseitigung wird. Ausgehend von Einzelherden ten Candidamyzelen abgrenzen. Die-
dieser sekundären Mykoseerreger oder diffusem Wachstum in der Lun- se Abwandlungen zeigen auch kei-
nicht, kann es zu deren ungehinder- ge werden innere Organe und die ne Zeltquerwände wie der echte Pilz.
ter Massenvermehrung kommen mit Haut auf hämatogenem Wege befal- Die verbreitetste Vegetationsform der
Manifestation als Lungenmykose len. Die besondere Gefährlichkeit die- Candidahefen ist die Oberflächen-
(Candidasepsis). Besonders diese ses Erregers beruht auf seiner Affini- besiedlung der Schleimhäute. Die
Tatsache sollte in der Naturheilpraxis tät zum Zentralnervensystem. Hefezellen überleben zu großen An-
große Beachtung finden, denn der Die schnellwüchsigen und wärmelie- teilen intrazellulär in den Epithelzel-
kausale Denk- und Therapieansatz benden Zygomycetes Mucor, Absidia len und überdauern sogar die Phago-
des Behandlers, der die Vernetzung und Rhizopus (Gruppe der Phyko- zytose durch Granulozyten. Bereits
von krankheitsauslösenden Faktoren myceten, die sich aus zwei gleichen nach etwa 24 Stunden und 37 Grad
und daraus entstehenden Primärer- Geschlechtszellen zu Zygophoren Temperatur bilden die phagozytierten
krankungen aufzeigt, ist ein sicheres vereinigen), sind Erreger einer der Candidahefezellen Hyphen, die
Behandlungsschema. am schnellstablaufenden und gefähr- durch ihr schnelles Längenwachs-
Auf den Hefepilzerreger Candida al- lichsten Mykosen, besonders bei Pa- tum die Granulozytenzellmembran
bicans, seine Eigenschaften und kör- tienten mit Diabetesentgleisung oder zerstören.
perliche Symptomatik soll im weite- hämatologischen Erkrankungen. Virulente Pilzsporen: In Labortest-
ren Verlauf dieses Beitrages genauer Meist beginnt diese Mykose mit ei- verfahren zur cytopathischen Wir-
eingegangen werden. ner Pilzsinusitis und entwickelt sich kung der unterschiedlichen Candida-
bald zu Nekrosen im Gesicht oder arten stellte sich heraus, daß die vi-
Bei den Aspergillosen (Schimmelpil- auch des Gehirns. Früher führte die-
zen) sind als Erreger hauptsächlich rulentesten Spezies Candida albi-
se Rhinocerebralmykose fast immer cans (über 90 Prozent der Fälle von
diejenigen Arten vertreten, die sich zum Tod. Sie ist eine relativ seltene
durch eine ausgeprägte Temperatur- Candidiasis), Candida tropicalis und
Erkrankung. Candida stellatoidea das stärkste My-
toleranz bei einem Wachstumsopti-
mum über 30 Grad Celsius auszeich- Die Candidamykosen zelwachstum zeigen. Die weniger vi-
nen. Dazu gehören die Schimmelpil- Unter die Sammelbezeichnung Can- rulenten Arten Candida krusei, Candi-
ze Aspergillus fumigatus, -flavus, - didamykosen (Candidose, Candidia- da pseudotropicalis und Candida pa-
nidulans, -niger und -terreus, deren sis) fallen sproßpilzbedingte Krank- rapsilosis produzieren überwiegend
Spuren über die Atemwege ihre Ein- heitserscheinungen, überwiegend Pseudomyzelwachstum (Abwand-
trittspforte finden. des Erregers Candida albicans. Der lungsform).
Insbesondere Aspergillus fumigatus parasitäre Hefeorganismus Candida Man kann Candidahefen nicht grund-
kann unterschiedliche Lungenaffek- albicans (auch als Soorpilz bezeich- sätzlich als pathogen bezeichnen,
tionen auslösen, deren auffallendste net) breitet sich unter allen Pilzarten denn heute steht fest, daß eine Can-
das Aspergillum ist. Bei dieser Pilz- am auffälligsten und schnellsten aus. didainfektion nicht ausschließlich
erkrankung siedeln die Aspergillus Er ist in der Lage, praktisch alle Orga- durch Erreger aus der Umwelt aus-
fumigatus-Sporen (rauchgrauer Kol- ne zu besiedeln, wenn ein ge- gelöst wird, sondern daß der befal-
benschimmel) in bereits vorhande- schwächter Wirtsorganismus das zu- lene Organismus durch die akute
Vermehrung eines bereits im Körper

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bestehenden Erregerstammes er- - Intestinaltrakt: Gastritis, Enteritis, die Mycelenvermehrung noch mehr
krankt (Ausnahme: Neugeborene Ösophagitis, Pruritus ani; beschleunigt und das Terrain des
und Säuglinge). - Befall der Geschlechtsorgane: Pilzes verbessert. Wird dieser Vor-
Jeder Mensch hat symbiotische Can- Vaginitis, Balanitis; gang durch entsprechende Therapie
didabesiedlungen, die für eine intak- - chronische Formen der Candida- nicht gestoppt, kann sich der Myko-
te Haut- und Schleimhautabwehr be- mykosen. senbefall relativ schnell zu einer le-
nötigt werden, in seinem Körper. Ei- Hautbefall: bensbedrohlichen Situation steigern.
ne permanente inaktive Hefebesied- Candidainfektion und Körper-
lung des Verdauungstraktes wird als - Großflächige oder generalisierte milieu
notwendig und normal angesehen. Candidiasis;
Eine akute Candida albicans-Ver-
Ein hoher Prozentteil von Frauen in - Nagelmykosen;
mehrung im Organismus geschieht
der Schwangerschaft weist eine - Candidagranulome; nicht zufällig. Die geschwächte Kör-
symptomlose vaginale Candidabe- - Windelsoor bei Säuglingen und perabwehr, die dem Pilzerreger ei-
siedlung auf (Erstkontakt des Neuge- Kleinkindern. nen für ihn idealen Nährboden über-
borenen). Auch Hautbereiche des läßt, ist nicht von heute auf morgen
Systemischer Candidabefall:
Körpers weisen Candida albicans- nachlässig geworden, sondern sie ist
Keime auf. - Urogenitalbereich: Harnwege,
ein Folgegeschehen oft zurückliegen-
Geschlechtsorgane;
Daraus läßt sich ableiten, daß erst der Faktoren. Diesen Zusammen-
eine Störung der Immunabwehr den - Endocarditis; hang sollte der Behandler grundsätz-
Pilz pathogen werden läßt. Eine grö- - Meningitis. lich in sein Therapiekonzept mitein-
ßere Rolle spielt ein gestörtes Säu- Allergische Erscheinungsformen beziehen. Die Berücksichtigung der
re-Basen-Gleichgewicht des befalle- bei einer Candidose: kausalen Vernetzung von Verursa-
nen Organismus’ bei der Infektan- cher und Folgen sollte auch ein
- Allergische Gastritis;
bahnung (siehe Einleitung dieses Schwerpunkt im Patientengespräch
Beitrages), vermutlich aber bewirken - Asthma, allergische Bronchiti- sein.
viele Faktoren gemeinsam den Aus- den;
Das Milieu des Körpers wird zu ei-
bruch einer Candidamykose. Eine - ekzematöse Hauterscheinungen. nem hohen Anteil von seinem Säure-
Veränderung der „Ökologie“ des Kör- Mykosen können sich tarnen und nur wert bestimmt. Da alle Pilze in ei-
pers muß also stattgefunden haben, ein einzelnes Symptom auslösen. So nem sauren Milieu leben, muß die
bevor das Pilzwachstum in Gang ge- kann sich hinter einer Endokarditis Regulierung der Azidität des Blutes
setzt wird. oder meningualen Reizsymptomen, und Gewebes gleichzeitig mit der an-
Manifestation der Hefepilzerreger einer eitrigen Sinusitis oder chroni- timykotischen Therapie einsetzen.
schem Reizhusten durchaus eine Eine sorgfältige anamnestische Be-
Der Candidapilzbefall zeichnet sich
lokalisierte Candida albicans-Infekti- fragung des Patienten über seine
durch seine Vielgestaltigkeit aus.
on verbergen. Zu bemerken ist hier Ernährungsgewohnheiten, Medika-
Sein besonderes Merkmal ist der Be-
noch, daß ein akuter Pilzerreger- menteneinnahme und vorausgegan-
fall verschiedenster Haut- und Organ-
stamm, gleichgültig in welcher Regi- gene Beschwerden unterstützt den
bereiche. Eine Tatsache, die ihn ge-
on des Körpers er virulent ist, immer Behandler sehr in seinen Bemühun-
fährlich und unberechenbar machen
als Verursacher weiterer Pilzinfektio- gen, ein komplexes Bild über den kör-
kann. Die Pilzerkrankung kann dem-
nen in Betracht kommt. perlichen Istzustand des Patienten zu
nach cutan, mucocutan, subcutan
oder systemisch verbreitet sein. Sie Organbefall: Bei schweren Pilzinfek- erhalten.
kann sich akut oder subakut, chro- tionen schnürt der Erreger durch sei- Candidaerkrankungen der Schleim-
nisch oder periodisch zeigen und sich ne starke Myzelvermehrung das be- häute, die erst nach der Einnahme
überall im Körper lokalisieren: Im fallene Organ ein und behindert auf von Breitbandantibiotika entstanden
Mund und Rachen, auf der Haut und diese Weise mechanisch mehr und sind, lassen sich schwer behandeln.
Kopfhaut, auf den Fingern und in den mehr wichtige organspezifische Vi- Denn der Pilz kann sich nach einer
Fingerzwischenräumen, in den Fuß- talfunktionen. Die zunehmende An- antibiotischen Therapie in einem oft
und Fingernägeln, im gesamten Res- zahl von Hyphen (Zeltfäden) infiltriert hochgradig immungeschwächten
pirations- und Gastrointestinaltrakt. das Gewebe und beginnt, es von in- Terrain ungestört einnisten und ver-
nen her zu zerstören. Durch diesen mehren. Die gebräuchlichen Antibio-
Schleimhautmykosen:
Prozeß setzen die befallenen Gewe- tikapräparate sind nicht imstande, die
- oral: Stomatitis, Glossitis, Soor; bezellen vermehrt ihre Proteasen- Pilzkulturen abzutöten. Sie dämmen
und Phospholipaseenzyme frei, was

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in erster Linie ihre Fortpflanzungs- - retikulohistiozytäre Abwehr. Die durch Mykosen verursachten
funktion ein, so daß nach ihrem Ab- Diese Abwehrstaffel wird in erster Krankheitsbilder sind so vielfältig,
setzen oft eine extrem hohe Vermeh- Linie von zahlenmäßig geringen An- daß es nicht immer leicht ist, eine
rung der Erreger in Gang gesetzt teilen invasiver Keime, wie den treffende Diagnose zu erstellen.
werden kann. Escherichia coli und anderen En- Auch mikroskopische und
Ernährung und Mykosen terobakterien, gewährleistet. Durch Kulturuntersu-chungen von Mykosen
die oberflächlichen Abwehrzonen sind längst nicht immer eindeutig und
Insbesondere süße Nahrungsmittel sicher. Sehr häufig sind
(raffinierte Zucker, Glucosesirup u.ä. dringen bei einem intakten basischen
Darmmilieu (pH-Wert 8,0) kontinu- Laboruntersu-chungsergebnisse
und Weißmehle mit niedrigem Aus- auch für den fachkompetenten The-
mahlungsgrad, Typ 405, 505) bau- ierlich geringe Mengen invasiver bak-
terieller Keime in die tiefer gelege- rapeuten problematisch. Ein wertvol-
en den Pilzen ihren idealen Nährbo- ler diagnostischer Parameter ist und
den auf. Der isolierte Industriezucker, nen Bezirke des Abwehrsystems
(Persorption). Diese Einschleusung bleibt die gezielte anamnestische
der all seinen natürlichen Bestand- Befragung und die gründliche körper-
teilen beraubt ist, überfordert den der Antigene aktiviert die ständige
Abwehrbereitschaft der lymphoreti- liche Inspektion unter Einbeziehung
Stoffwechsel, so daß der Organis- labortechnischer Untersuchungen.
mus zu seiner Aufspaltung auf kör- kulären und retikulohistiozyten Ab-
pereigene Enzyme und Mineralstoffe wehrbezirke. Hautmykosen: Bei Hautmykosen
angewiesen ist. So wird der Zucker Daher führen denaturierte Nahrungs- sind einige typische Auffälligkeiten zu
zum „Räuber“, der den Hormon-, En- mittel zu Entzündungen der Darm- bemerken:
zym- und Mineralhaushalt permanent schleimhäute und verursachen eine - Rhagaden und Rötung in den
entkräftet und den Körper unter an- sich steigernde Dysfunktion des Im- Finger- und Zehenzwischenräu-
derem auch zunehmend unfähiger munsystems. Die Folgen sind ver- men;
macht, aufgenommene Säuren schiedenste Allergien und nicht zu- - kreisförmige oder ovale rote
durch Enzym- und Mineralstoffe zu letzt vermehrtes Auftreten von Can- Hautläsionen, die am Rand ab-
neutralisieren. dida albicans-Kulturen. schuppen;
Die genannten Weißmehlarten ha- Die Regulierung der Säure- - gerötete, juckende Pusteln, die
ben einen hohen Glutenanteil (Kle- aufnahme: Nur eine Einschränkung fast ineinander übergehen;
berstoff), der sich im Dünndarm so- der Säureaufnahme durch die Nah- - rote, nässende Ekzeme der Ge-
wie im Colon auf die Darmzotten legt rung hat einen wirklich nachhaltigen nitalien und des Afters mit jucken-
und oft sehr lange verweilt, weil demEffekt auf die Milieuumstellung. Eine dem, brennendem Schmerz;
zu geringe Einschränkung oder kurz-
Mehl die natürlichen Ballaststoffe und - weißlicher, festhaftender
Rohfasern (Eiweiß, Natrium, Kalium, zeitige Gabe von basischen Carbona- Schleimhautbelag.
Kalzium, Phosphor, Eisen, Vitamin ten mildern die Säuresymptome nur
B1, Vitamin B12 u.a.) fehlen. kurzzeitig ab, ohne die Ursachen an- Intertriginöse Hautbereiche sind be-
vorzugte Befallstellen der Mykosen.
Die notwendige regulative Resorpti- zugehen. Günstige Eintrittspforten für Candida-
on durch die Lymphkapillaren auf den Im Laufe der Zeit entwickelt der Pa- erreger sind rote, nässende, jucken-
Zotten ist unter diesen Umständen tient ein feines Gespür für die Men- de und brennende Herde in den Kör-
nur schwer möglich. Das verursacht gen an hasenbildenden Nahrungs- perfalten (bei Frauen unter den Brüs-
eine Schwächung der Immunität, mitteln, die er benötigt, um sich wohl ten), in der Analfalte oder zwischen
denn die intestinalen Mikroorganis- und gesund zu fühlen. Das allgemei- den Oberschenkeln (sogenannter
men (Lactobazillen, geringe Anteile ne Wohlbefinden und die Stärke der „Wolf“) durch den örtlich veränder-
von Streptokokken, Staphylokokken) lokalen Symptome sind als „Säure- ten Säureschutzmantel der Haut.
werden durch diesen Zustand einge- barometer“ gut zu gebrauchen. Dem
dämmt und in ihrer Funktion behin- Behandler sollten alle Faktoren, die Bei vorhandenen Hautmykosen soll-
dert. ein Säure- und Basengleichgewicht te auch der Stuhl auf Darmpilze un-
schaffen, bekannt sein, und er sollte tersucht werden, denn der pilzbefal-
Das Immunsystem des Darmes: lene Darm kann ein Pilzstreuherd für
dem Patienten säurebildende und
- bakterielle Abwehrzone (Mikro- saure bzw. basenbildende und basi- den gesamten Körper sein. Bei hart-
floren), sche Nahrungsmittel empfehlen. näckigen Hautmykosen sollte die
- Abwehrfläche auf den Darm- Säure- und Blasenreaktion des be-
Mykosetherapie in der Naturheil- troffenen Patienten vorrangig beach-
epithelien,
praxis tet werden, denn in den meisten Fäl-
- lymphoretikuläre Abwehrzone,

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len liegt eine Milieuverschiebung in ven Pilzphase. Angeboten wird die- Nystatin-Salbe (Antimykotikum) lokal
den sauren Bereich vor. ses Medikament als flüssige Verdün- zum Einsatz kommen.
Ein hervorragendes und natürliches nung (Cand. albic. D5 dil.) zum Ein- Darmmykosen: Läßt sich durch La-
Behandlungskonzept bei nehmen und Einreiben; in Ampullen- boruntersuchungen des Stuhls eine
Candidosen bieten isopathische Prä- form zur Injektion, in Kapseln, als Darmcandidose feststellen, muß
parate. Das Wirkungsprinzip dieser Suppositorien und in Salbenform, so konsequent und schnell therapiert
Mittel basiert auf der exogenen Zu- daß jede Art des Pilzbefalls optimal werden. Je nach Ausdehnung des
fuhr von Chon-dritinen. Nach dem behandelt werden kann. Pilzbefalls auf den Darmschleim-
Mikrobiologen Enderlein (1872-1968) Der Behandler muß im Einzelfall häuten kann das akute Symptomen-
sind Chondri-tine „apathogene, nie- entscheiden, ob er die isopathische bild vielschichtig sein. Durch den Pa-
dere Entwicklungsstufen verschiede- Therapie für angebracht oder die kon- rasitenbefall ist die Resorptionsfä-
ner Pilze, die entweder spezifischer servative antimykotische Behand- higkeit der Darmzotten behindert.
oder unspezi-fischer Natur sein kön- lungsart mit einem Nystatin-Präpa- Der betroffene Patient kann unter Vi-
nen. Die spezi-fischen Chondritine rat für zweckmäßiger hält. Bei einem tamin- und Mineralienmangel leiden.
bauen die virulenten, parasitären Mi- akuten Darmpilzbefall zum Beispiel Oft besteht starke Müdigkeit, Appe-
kroorganismen ab, indem sie mit ih- ist das antimykotische Wirkprinzip titlosigkeit, körperliche Schwäche
nen kopulieren und damit ihren Ab- von Nystatin-Tabletten effektiver und und Anfälligkeit für grippale Infekte.
bau einleiten. Die unspezifischen schneller. Bei allen Candidosen chro- Der Darm selbst kann mit Diarrhoen,
Chondritine wirken als Reizstoffe, nischer, subakuter Form erscheint Meteorismus und Krämpfen reagie-
indem sie durch Absorption der Fer- dagegen die isopathische Gesamt- ren. Das für den Pilz förderliche sau-
mente fremder Mikroben die Abwehr- umstimmung des Organismus’ sinn- re Darmmilieu muß durch eine sofor-
tätigkeit des menschlichen Organis- voller. Präparate von SANUM-Kehl- tige erhöhte Basenzufuhr (z.B. AL-
mus’ unterstützen“. beck gibt es noch für viele andere KALA N) neutralisiert werden. We-
SANUM-Kehlbeck bietet Präparate Pilzarten. gen der oft starken Beschwerden bei
an, in denen Chondritine verschiede- Ohrmykosen: Ohrmykosen sind auf Darmmykose und der Gefahr einer
ner Schimmelpilze und Hefen zur An- den äußeren Gehörgang begrenzte weiteren Ausbreitung des Pilzes soll-
wendung kommen. Diese Heilmittel Pilzinfektionen mit einem weichen, ten bereits zu Beginn der Behand-
wirken isopathisch, das heißt sie un- weißgelben bis grünlich-schwarzen lung Nystatin-Tabletten verordnet
terstützen den Körper in seiner eige- abwischbaren Belag. Der Patient em- werden. Nach Abtötung der Parasi-
nen Regenerationsfähigkeit und sind pfindet zunehmend starken Juckreiz ten (Laboruntersuchung) sollte pro-
nicht gegen die Krankheit und ihre und ein für Mykosen typisches Bren- phylaktisch mit PEFRAKEHL immu-
Symptome gerichtet. Auf diese Wei- nen der befallenen Hautbezirke. nitätstärkend therapiert werden.
se können echte Heilungsvorgänge Ohrmykosen sind ebenso wie Ohrek-
eingeleitet werden. zeme häufig ein Hinweis auf beste- Literatur
Das Präparat ALBICANSAN ist bei hende Ausscheidungsstörungen des
allen Candida albicans-Infektionen Körpers. Deshalb sollte die Auslei- E. Müller, W. Löffler: Mykologie, 2.
anwendbar. Es stärkt die zelluläre tung über die Nieren und die Leber Auflage. Thieme, Stuttgart 1971.
Immunabwehr durch eine Aktivie- angeregt werden. Auch für die Ohr- Hans G. Schlegel: Allgemeine Mikro-
rung der T-Lymphozyten. Die isopa- mykosen, insbesondere bei chroni- biologie. Thieme, Stuttgart 1981.
thische Wirkung des Mittels beruht schen Fällen, sollte das Säure-Ba-
auf der Kombination der saprophy- sen-Verhältnis Beachtung finden.
tären, apathogenen Hefephase der Medikamentös bietet sich das Mittel Dieser Beitrag erschien in Erstfas-
Pilzerreger mit der parasitären, akti- PEFRAKEHL an, das ebenfalls iso- sung in der Zeitschrift„ Volksheilkun-
pathisch wirkt. Konservativ kann eine de“, Ausgabe 10/1994.