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Gibt es heute noch eine religiöse Diskriminierung?

von Andreea Musat

Religiöse Diskriminierung bedeutet die Ungleichbehandlung und Unterdrückung von einzelnen


Gläubigen oder ganzer Glaubensgemeinschaften. Nationale, politische und religiöse Gründe waren
maßgebend für Verfolgungen aufgrund von religiöser Zugehörigkeit und haben schon seit langer Zeit
die menschlichen Geschichter geprägt. Unsere Gesellschaft ist heute vielfältig und es treffen
unterschiedliche Weltanschauungen sowie Religionen aufeinander. Geschieht dies im Alltag immer
reibungslos oder führt es noch zur Diskriminierung von religiösen Gruppen?

Das Hauptargument, das dafür spricht, dass es noch religiöse Verfolgung gibt, bezieht sich auf die
Tatsache, dass Christen, sowie andere Religionen, in Ländern und Gebieten, in denen zum Beispiel
islamisch orientierte extremistische Gruppierungen ihre Ziele verfolgen oder eine nicht-
demokratische Regierung ihre Macht ausübt, besonders bedroht sind. Christen und Muslime, die
zum Christentum konvertieren, müssen mit schlimmsten Konsequenzen rechnen., Diese reichen von
der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und Zerstörung von Kirchen über Inhaftierungen bis hin zu
grausamen Gewalttaten wie Hinrichtung und Folter. Ein Beweis dafür ist, dass in der
kommunistischen Diktatur Nordkorea, rund 70000 Christen laut dem neuen Weltverfolgungsindex
des Hilfswerks ‘‘Open Doors‘‘ im Jahre 2014 ins Arbeitslager eingesperrt wurden.

Ein anderer wichtiger Aspekt, der genannt werden kann, ist die schlechte Behandlung von Muslimen
wegen ihrer Religion in Europäischen Ländern und das Missbrauch als Folge hat,da Islam von vielen
mit Terrorismus verbunden wird. Sie werden oft von der Polizei kontrolliert und sie müssen mit
körperlichen Angriffen rechnen. Als Beispiel kann man hier die Studie der Agentur der Europäischen
Union für Grundrechte nennen, in Folge deren im Jahr 2016 mehr als die Hälfte der 10500 befragten
Muslime gemeint haben, dass sie sich in den vergangenen fünf Jahren wegen ihrer Religion
diskriminiert fühlten.

Andererseits kann man behaupten, dass die religiöse Diskriminierung nicht mehr der Aktualität
entspricht. Ein Punkt, der dagegen spricht, ist die Tatsache, dass der Anteil nicht-christlicher
Religionsgemeinschaften in der westlichen Welt im letzten Jahrhundert deutlich zugenommen hat.
Die Einstellung der Menschen in Deutschland gegenüber Angehöriger verschiedener
Glaubensrichtungen ist überwiegend positiv. Aus der Grafik kann man erkennen, dass, nach einer
Umfrage über die Diskriminierungserfahrungen aufgrund der Religionsangehörigkeit in den
vergangenen 5 Jahren, Deutschland sich gut situiert. Nur 3 Prozent der Befragten stimmten zu in
letzter Zeit Diskriminierung ausgesetzt zu sein.

Ein weiteres Gegenargument wäre, dass die Mehrheit der Jugend, die den zukünftigen
Hauptbestandteil der Gesellschaft bilden wird, keinen großen Wert auf religiöse Angehörigkeit legt.
Heutzutage uben wenige junge Menschen ihre Religion aus.Deswegen nimmt die Anzahl deren, die
dies noch tun, immer mehr ab. Als Beispiel hierfür dient die Studie der Religionspädagogen der
Universität Tübingen zur Haltung der Jugend zur Religion. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als 95
Prozent der 7000 Jugendlichen zumal an etwas glauben, aber nicht religiös sind.
Würde man mich nach meiner Meinung zum Thema religiöse Diskriminierung fragen, so würde ich
sagen,dass es sie noch gibt. Viele sehen ihren Glauben als absolute Wahrheit, die für alle gelten soll,
und daher entstehen auch Reibungen wenn zwei solcher absoluten Wahrheiten aufeinander treffen.
Hoffentlich werden die Menschen in der Zukunft respektvoller miteinander und mit der Welt
umgehen.