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Ricardo Mendoza Phillips

Perestroika auf dem Schachbrett: Karpow vs Kasparow


(1984-1990)

Auseinandersetzung zwischen Perestroika (liberale Reformen) und der


Offizialismus ( konservative Kräfte) in der UdSSR im Kalten Krieg

In welcher Weise kann die Schachrivalitat zwischen Anatoli Karpow und Garri
Kasparow als symbolischer Staatskonflikt in der UdSSR zwischen 1984 und
1990 betrachtet werden?

Facharbeit Geschichte

Tutor: Tim Schulte

Vorgelegt von : Ricardo Mendoza Phillips

Kennnummer: 3479-009

Schule: Deutsche Schule Santa Cruz

Kennnummer der Schule: 003479

Wörter:

Santa Cruz de la Sierra, 12. Juli 2013


Ricardo Mendoza Phillips
Ricardo Mendoza Phillips

Zusammenfassung

In dieser Monographie geht es um die Sportrivalität zwischen den sowjetischen


Schachgrossmeistern Anatoli Karpow und Garri Kasparow in einer bestimmenten Phase der
Geschichte der Sowjetunion (1984-1990). Die Untersuchung konzentriert sich auf die folgende
Frage: In welcher Weise kann die Schachrivalitat zwischen Anatoli Karpow und Garri Kasparow
als symbolischer Staatskonflikt in der UdSSR zwischen 1984 und 1991 betrachtet werden?

Der Umfang dieser Arbeit ist nur auf diese Rivalität begrenzt. Andere Rivalitäten werden auch
im Laufe der Arbeit erwähnt aber nicht umfangreich untersucht. Die Wirkung dieser Rivalität ist
auch auf ein bestimmtes Land begrenzt: Die erloschene UdSSR.

Um zu verstehen, wie es zur ...

Die Monografie ist zum Ergebnis gekommen, dass die Rivalitat eigentlich der Konflikft von zwei
antagonistischen Kräften thematisierte: Die konservative Kräfte und die neue und junge
Perestroika. Die folgende Arbeit stellt dar, dass die K-K-Rivalität großen Einfluss in staatlichen
Angelegenheiten hatte, wie zum Beispiel auf die Politik der Sowjetunion, ihre Wirtschaft und
ihre Bevölkerung.
Ricardo Mendoza Phillips

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
2.1. Von slavischen Ländern bis zur UdSSR
2.2. Schach als Ideologie – Kalter Krieg
2.3. Konkurrenz der sowjetischen Spieler – Die großen Meister
3. Die zwei Richtungen – Wer steht für was?
3.1. Anatoly Karpov – Biographie
3.2. Garry Kasparov - Biographie
4. Die Rivalität im maximalen Punkt
4.1. Schachweltmeister (1984, 1985, 1986, 1987, 1990) und Skandal
5. Die Wirkung der Rivalität auf der UdSSR
5.1. Politische Folgen
5.2. Wirtschaftliche Folgen
5.3. Gesellsachftliche Folgen
6. Schlussfolgerung
7. Quellenverzeichnis
8. Anhang

1. Einleitung
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Die Geschichte des Schachs ist voll von den heftigen Duellen, die die Bretter
überschreiten und die die beiden Spieler nicht nur als „gewöhnliche“
Schachspieler zeigen. Wie es immer in diesen Fällen geschehen ist, stehen
sich nicht nur zwei Verständnisse des Spiels gegenüber oder zwei
Persönlichkeiten, sondern auch zwei völlig verschiedene Auffassungen über
Modelle der Gesellschaft.

Erinnern wir uns an das Duell zwischen La Bourdonnais und McDonnell,


zwischen dem revolutionären Großmeister Frankreich und dem von England 1;
oder von Capablanca und von Aljechine, zwischen einem Amerika im
Wirtschaftswachstum und dem kommunistischen Europa 2; oder Fischer gegen
Spassky, inmitten des kalten Krieges3. Aber keines dieser Zusammentreffen war
so bitter, noch so fruchtbar, noch so hart, wie die Rivalität zwischen Garry
Kasparov und Anatoly Karpov; die grösste und dauerhafteste Rivalität, nicht nur
des Schachs, sondern des Sports allgemein.

Für 6 Jahre (1985-1990) und dank 144 Spielen 4, waren diese GM um Welten
besser als der Rest der Spieler, so dass niemand sich dem Niveau der beiden
nähern konnte. Aber die Rivalität zwischen Kasparov und Karpov spiegelte sich
nicht nur auf dem Schachbrett, sondern auch im politischen Leben, in der
Wirtschaft und auch in der Gesellschaft. Beide symbolisierten zwei
verschiedene Weltanschauung in der UdSSR. Beide Schachspieler
representierten auch die verschiedenen Generationen der UdSRR. Daher ergibt
sich also folgende Fragestellung: In welcher Weise kann die Schachrivalitat
zwischen Anatoly Karpov und Garry Kasparov als symbolischer Staatskonflikt in
der UdSSR zwischen 1984 und 1991 betrachtet werden?

Um eine relevante Antwort auf die Forschungsfrage zu geben, werden wir uns
in die Welt des Schachs begeben. Anhand von Dokumenten, Bildern und
Sekundarliteratur, wie Geschichtsbüchern werden wir die Rivalität
thematisieren: Die Vorgeschichte, die Höhepunkte der damaligen Jahren (1984-

1
Buchbesprechung von Paul Keane des Buches "De la Bourdonnais versus McDonnell, 1834" von
Cary Utterberg ( Aufgerufen in The Compulsive Reader am 06. Juli 2013 -
http://www.compulsivereader.com/?p=1933)
2
"Capablanca vs Alekhine: Die Mozarts und die Salieris von Schach" von E.J. Rodriguez ( Aufgerufen in Jot
Down am 06 Juli 2013- http://www.jotdown.es/2011/11/capablanca-vs-alekhine-los-mozart-y-salieri-del-
ajedrez-i/)
3
Auch Grosse Rivalitat zwischen zwei Supermächten: USA vs UdSSR. "Bobby Fischer - Boris
Spasski:Nukleares Duell auf dem Schachbrett" von Teresa Molina( Aufgerufen in La Vanguardia,
spanisches Magazine am 05 Juli 2013 -
http://www.lavanguardia.com/hemeroteca/20120901/54322257960/ajedrez-campeonato-mundial-
1972.html )
4
Schachpartien von Kasparow und Karpow in den Schachweltmeisterschaften (Aufgerufen in:
Chessgames am 05 Juli 2013 - http://www.chessgames.com/index.html)
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1990) und die Auswirkungen auf das Schachspiel selbst und natürlich auf die
Sowjetunion.

2. Historischer Hintergrund

2.1. Von slavischen Länder bis zur UdSSR

Aus dem rein asiatischen Hintergrund und Herkunft, bestimmten zwei Leitlinien
das Schachspiel der Sowjetunion5: Bei einer Seite lassen sich die mongolische
Variante finden, die aus dem 12 Jahrhundert durch die Invasionen der
orientalischen Völker unter Genghis Khan mitgebracht wurden. Die Mongolen
hatten das Spiel Chaturanga aus Indien modifiziert. Die klassischen Symbolen,
der Schachfiguren, waren damals die Tiere, die eigentlich die nomadische
Völker repräsentierten. Beispiel dafür war der Hund, der "klassische Freund der
Steppe", den wir heute nicht mehr als Figur haben. Von diesem Spiel waren die
nordischen Stämme in Sibirien fasziniert: Nicht nur in Tungusnka, sondern auch
in Samoyeda und in Yakut. Die Bevölkerung war begeistert und Schach wurde
immer populärer und später auch als intellektuelle Bewegung gesehen.

Bei der anderen Seite, konnte man auch eine arabische Modifikation des Spiels
finden. Diese Version kam ursprünglich aus dem 8. Jahrhundert und sie hatte
einen persischen Hintergrunde: Die konstante Kommunikation zwischen den
arabischen Ländern und den orientalischen Länder war vorhanden. Plötzlich
dominierte das Schach den Fluss Volga, das Kaspische Meer, Asserbeidschan,
die Ukraine und Südostrussland.

Die Historiker sind sich einig, dass das "orthodoxe" Schach eine Revolution mit
den Regierungen der Zaren und der Staatschefs erlebte. Ivan der Schreckliche
vereinigte die zwei Varianten und begann mit den westlichen Regelen zu
spielen. Sowohl Peter der Grosse, als auch Katalin, hatten die gleiche
Leidenschaft für das Schachspiel. Das 19. Jahrhundert war das Resultat einer
glorreichen und majestätischen Schachkultur: Leon Tolstoi (Schrifsteller),
Turgueniev, Dimitrovich ( Erster Grosser Meister), Tchigorin sind gute Beispiele.
Aber das Weltpanorama des Schachs veränderte sich mit dem 20. Jahrhundert:
erstens durch die Kontrovers des Falls von Alexander Alekhine 6 und zweitens
durch die Oktoberrevolution7.

2.2. Schach als Ideologischer Element – Kalter Krieg

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Ab 1923, während des 3. Kongress der neuen UdSSR, entschied die


Bolschewistische Partei KPdSU, Schach zu einer Staatangelegenheit zu
machen8. Die Versessenheit des Staatschefst Wladmimir Iljtisch Lenin war so
groß, dass er in vielen Schulen und Akademien für den Sport investierte.
Schach wurde in von Anfang an, als eine Strategie benutzt, um nicht nur die
Passion für das Spiel zu wecken, sondern auch um das intellektuelle Niveau
der Bevölkerung zu erhöhen. Lenin versuchte dabei immer das Schachspiel mit
ideologischen Elemente des Marxismus zu verbinden. Alexander Kotow
definierte die bestimmten Assoziationen des Schachsspiels als "Dialektisch" 9,
denn eine Einheit war unmöglich, wenn man so viele verschiedenen Interessen
in der Bevölkerung hatte. Der ewige Klassenkampf und der Marxistische
Materialismus waren die Realität des Spiels des Proletaritat 10. Das Engagement
der Sowjets war kein Phänomen.Die Motive, um sich für das Schach als
Lebensform zu entschieden, waren die Amte, in denen man auch gut bezahlt
wurde. Turniere waren verfügbar für alle in der UdSSR, aber die Konkurrenz
war so gross, so dass die SU nur die besten Schachspieler in den Westen
sendete.

Mitte der 30er Jahre erschien Mikhail Botvinnik auf der Schachbühne; er war
ein Resultat der Sowjetischen Schachschule. Botvinnik gilt heute als der
wichtigste Exponent des Systems und man kann einige Argumente dafür
anführen: Wahrend des Stalinismus hat Botvinnik als erster Sowjet 1948 die
Schachweltmeister gewonnen11. Und von 1948 bis 1963, mit ein paar
Unterbrechungen, zeigte Botvinnik die Sicherheit eines Meisters. Demzufolge
wurde eine Umgebung von Fanatismus geschaffen. In Publikationen, in der
Offentlichkeit, im gesamten Territorium des Ost- Blockes und auch in der Welt:
Die UdSSR benutzte die Erfolge der zukünftigen Meister als Propagandamittel,
um den Kommunismus als beste Ideologie und Regierungsform darzustellen 12,
insbesondere weil die SU in einer konstanten Kompetenz mit der anderen
Supermacht USA war13. Aus diesem Grund ergeben sich noch mehr Namen
mancher Schachspieler, die relevante Bedeutung, aber nicht eine so große
Resonanz hatten: Keres, Kotow, Boleslawski, Stein, Geller Taimanov, Korchnoi
und Polugajewski.

Max Euwe, niederlandischer Schachweltmeister, schrieb in seinen Memorien 14


über die Sowjetische Schachschule: "Das gesamte Ausbildungssytem des
Schachsspielers fusst also auf skrupuloser Vorbereitung und täglicher
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hartnäckiger Arbeit an der Theorie des Schachspiels". So systematisierte man


die Weltanschauung des Schachs.

2.3. Konkurrenz der sowjetischen Spieler – Die grossen Meister

Geschützt durch eine feste, kräftige und staatliche Struktur, hatte die
Sowjetische Sphäre des Schachs keinen Präzedenzfall. In der Nachkriegszeit
gab es nur sowjetischen Meister, die die Schachweltmeister gewonnen haben:
Zuerst , wie früher schon erwähnt, kam Botwinnik, dann Smyslow, nun Tal,
Petrosian und Spassky. Die Heterogenität der Stile, die Komposition, die Taktik,
die Aggresivität, die Eleganz und alles, was man sich vorstellen konnte,
dominierte die Sowjetische Schachschule. Bemerkenswert ist auch, dass diese
Unterschiedlichkeit den Spielweisen, Produkt der Mosaikgesellschaft 15 war, in
der die UdSSR ganz versinkt war. Jeder Meister reprasentierte ein bestimmtes
Volk. Dies zeigt sich anhand der Multikulturalität der Sowjetischen Länder:
Petrosian aus Armenien, ganz deffensiv. Tal, als Litauner, eher aktiver und
dominant, usw.

Doch trotz dieser Überlegenheit ist ein "Held" in der USA entstanden: Ein
junger, armer Mann aus Brooklyn, NY, Namens James Fischer, zerstörte die
Dominanz des kommunistischen Schach. Mit dem Verlust von Spasky, 1972,
schien es, dass die Hegemonie der Sowjetischen Schule zu Ende war. Fischer,
und die neue amerikanische Propaganda, ängstigte die UdSSR- Bürokratie. 16
Und illustriert wird diese Aussage mit den neuen drastischen Methoden, die die
SU einführte: Exil für Verlierer17, Verbot der Remis18, sozialer und kultureler Tod
für die Versager und mehr. Ziel dieser Massnahmen war nur, den Titel des
Schachweltmeisters wieder zu bekommen. Dafur produzierte die UdSSR das
Profil und der Prototyp eines Siegers und eines Retter der verlorenen Ehre:
Anatoly Karpov, derjenige, der Bobby Fischer besiegen konnte und musste.

3. Die zwei Richtungen – Wer steht fur was?


3.1. Anatoli Karpow – Der rote Stern
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Wie schon oben erläutert, passte Anatoli Evguenevitch Karpow genau zu dem
Profil eines Champions. Karpov wurde in der Nahe des Urals in Slatous in
1951 geboren. Er war authentischer Russe, Blond und Slave 19, Sohn eines
Ingenieurs und von traditioneller kommunitischer Erziehung im Konsomol.
Anatoly lernte Schach zu spielen mit nur 4 Jahren. Mit 10 Jahren war er schon
der Meister von Slatoust und aufgrund der Suche nach besseren Bedingungen
für das Kind, zog sich die Familie Karpov nach Moskau um. Dort wurde er in der
Botvinnik Schule akzeptiert, so hatte er die Gelegenheit, in allen olympischen
Wettbewerbe zu spielen und letzendlich ein "Match" gegen Bobby Fischer um
den Titel des Schachweltmeisters zu haben. Interessant ist es hier zu klären,
dass die Partie zwischen Fischer und Karpov nie stattfand: Der Amerikaner
verzichte auf die Verteidigung und Karpov wurde 1975 der Schachweltmeister
ohne ein Spiel zu gewinnen. Die Freude herrschte vor allem in der Kuppel des
Kreml und die Sowjetunion hatte wieder was sie wollte: Einen sowjetischer
Weltmeister. Für eine globale Einschatzung der Figur Karpovs lassen sich ein
Paar wesentliche Eigenschaften seines Stil und seiner Epoche analysiert. Von
hoher Technik20 wie Petrosian und reservierte Haltbarkeit wie Botvinnik, eher
passiv, die Positionelle Umsetzung von Capablanca, perfekte Struktur und
gereignite Taktik symbolysierte die "zusammenschnurende Boa" 21 die UdSSR
von Breschnew, die für die Regierung der möglichen Überlegenheit und Macht
bedeutete, trotz der Zeit der wirtschaftlichen Stagnation.

1976 kam es trotzdem zu einem der grossen unerwarteten Ereignisse des


Schachs: Viktor Korchnoi, Veteran der sowjetischen Schule, verliess seine
Heimat und suchte Zuflucht in die Schweiz. Vom Asyl aus machte Korchnoi
harte Anschhuldigungen an der UdSSR und an Karpov, in denen er nicht nur
die politische Intervention des Staats in sportlichen Bereichen kritisierte,
sondern auch die übertriebenen Privilegien, die Karpov erhaltet hat. Korchnoi
konnte in zwei Zusammenkünften Karpov als Schachweltmeister herausfordern,
aber sowohl in 1978( in Baguio) als auch in 1981(in Meran), wurde er von dem
"reinen Russer" geschlagt.

In den nächsten Jahren ist Karpov im Olymp des Schachs eingetreten und eng
damit verknupft ist die Macht und Prestige, die Anatoly Karpov erlangte. Mit der
Lenin-Medaille ausgezeichnet und in enger Beziehung mit dem Sowjetischen

19

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Leontxo Garcia, spanischer Schachjournalist, machte auch eine schone Beschreibung des Karpows Stils
- "Wasser schopfen aus einem Stein". Mit minimalen Gelegenheiten, grosse Siege zu erreichen.
( Entnommen aus "Karpov vs Kasparov" Video in Youtube am 05 Juli 2013 . -
http://www.youtube.com/watch?v=U3mMFUhpLSg 9:20)
21
Ubersetzung von "Boa constrictor": Metapher fuer die starke Leistungsfahigkeit Karpows, um die
Gegner langsam zu klaustrophobischen Positionen spielen zuzwingen. - Ronan Bennett and Daniel King
on chess "Karpov the Boa contrisctor"( Aufgerufen in The Guardian am 07 Juli 2013.
http://www.theguardian.com/sport/2010/sep/09/ronan-bennett-daniel-king-chess )
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Staatschef Leonid Breschnew, war Anatoly Inspiration für Millionen Menschen


und als Elemente der Indoktrination der Jugendlichen angesehen 22. Solange er
an der Spitze der Schachswelt war, gab es keine Angst vor einer Bedrohung
des Titels. Die Befriedigung war vor allem, aller westlichen Initiative
abzuwehren: Weder Timman noch Short noch Benjamin waren eine
ernstzunehmende Konkurrenz.23 Inklusiv hatte er auch andere Belohnung
bekommen und verschiedene personliche Erfolge errericht, die keine Grenzen
hatten: die Wirtschaftsdoktorwürde der Universitat von Leningrad 24, Prasident
des Welfriedensrat, Mitglied des Parlamentes und des Politbüros, 9 mal
gewann er den Schach - Oscar und er war die eindeutige Nummer Eins der
Welt von 1975 bis 1985. Aber die gebieterische Notwendigkeit eines Rivals war
vor der Tür. Es musste jemandem geben, der die Perfektion Karpovs
überwinden konnte.

3.2. Garry Kasparov – Der Sohn des Wechsels

Wahrend des Gipfels des "Konigs Karpovs", die Prasenz eines Checkmate des
Schachs war eine Einschuterung fur dir Krone. Nach dem Tod des Diktators
Breschnew, 1984 , war die Phase der wirtschaftlichen Stagnation ganz deutlich
und die UdSSR suchte mit allen Mitteln die neue Wege zur Reformation in
verschiedenen Ebenen. Unter Konstantin Chernenko und Yuri Andropov konnte
man nichtsdestotrotz nicht von einer Umwandlung sprechen, da sie zu der
Intimsphäre von Breschnew gehörten 25. Karpov, obwohl er Einfluss durch das
Tods seines Mentors verloren hatte, reagierte die Schachwelt absolut und
spielte eine grosse Rolle sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft.
Aber ein Blick auf diese Phase zeigt, dass ein junger Großmeister aus
multikulturelle Hintergrunde hervorging. Garri Kimowitsch Kasparov, "der Oger
aus Baku", wurde in Aserbaidschan 1963 geboren. Genau wie im Fall von
Karpov, wurde Kasparov, aufgrund seiner jungen Jahre an dem Schachbrett,
früh als ein Schachwunder bezeichnet. Aber die realen Unterschiede findet
man, wenn man die Kultur der beiden vergleicht. Kasparov hatte jüdische,
armenischen und aserbaidschanische Wurzeln: Völker, die negativ vom Staat
gesehen wurden26. Bei diesem Punkt entwickelte Kasparov ein latentes
Ressentment gegen die Regierung der UdSSR, die gegen seine Ethnien und
Idealen stand.

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Man muss unbedingt bedenken, dass Kasparov der jüngste Großmeister seiner
Epoche war. Und mit klarer Darstellung seines Potenzials, konnte er Karpov
zum ersten Mal 1984 zum Schachkampf herausfordern. Mit großen Umfange
werden wir uns danach mit den Duellen beschäftigen. Mit einer kreativen
Dynamik wie Tal, ein kämpferischer Stil wie Fischer, imposant, hohe
Agressivitat und immer mit grossen Initiativen wie sein Held Aljechin; Garri
Kasparov hielt die grosse Stürze der Perestroika fest. Der zentrale Punkt des
Konfliktes begann in der ersten Linen, in der die beiden Genie sich befanden .
Anders als Karpovs Erhabenheit und Geduld, zeigte Kasparov mit seiner
Arroganz und Impulsivität zeigte die dunkelne Seite des Mondes. Erst 1985, als
Gorbatschow an die Macht kam, konnte der noch jungere Kasparov eine
politische Aura bilden und mit Hilfe der Glasnot, die Transparenz, hat er fur das
gleiche Jahr, der Schachweltmeister 1985 aus den Handen von Karpow
gerissen. Die Position des Interventionismus, die Kasparov adoptierte, um
Macht in der Regierung zu behalten, wurde stark von allen Schachspieler der
Welt kritisierte. In seinen Worten: "Das [russische Rechtswesen] arbeitet nach
der Stalinschen Formel: Wer festgenommen wurde, hat auch schuldig zu sein.
Wer sich in die Politik einmischt ist a priori schuldig." 27 nahm er an, dass er zu
viele persönliche Profite hatte. Zusatzlich zur politischen Einmischung von
Kasparow, gründete er mit Boris Yeltsin die Demokratische Partei Russland
kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion 1991. Kasparow, vor allem, hatte, anders
als Karpow, der eine normale Transformation erlebte, einen kometenhaften
Aufstieg. Die" 2 Ks" waren eine Bipolaritat von Systemen: Der Elitismus und die
konservative Kräfte der UdSSR gegen die liberalen Tendenzen und
Bewegungen der gleichen Sowjetunion. Dieser Kampf hatte eine Art
Progression, die von 1984 bis 1990 ihren hochste Spannungpunkte hatte.

4. Die Rivalitat im maximalen Punkt

4.1. Schachweltmeisterschaften (1984, 1985, 1986, 1987, 1990) und


Skandal

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- 1984 : "Die unvollendete Sinfonie"28 - Moskau

Der Schauplatz des Matches29 war kein geringerer als das Haus der
Gewerkschaften in der Haupstadt der UdSSR: Symbol des Siegs des
Kommunismus über die Monarchie 30. Die Regularien der FIDE sahen vor, dass
derjenige das Match gewinnt, der als erstes sechs Siege auf seiner Habenseite
verbuchen konnte. Die Remis wurden nicht gezählt.

Karpov sicherte sich schnell die Führung im Spiel, Spiele gewinnen 3, 6, 7 und
9, um eine dominierende Score von 4:0 herzustellen. Doch aufgrund eine
unglaubliche Serie von Unentschieden, dauerte es bis Spiel 27, bis Karpov
seinen fünften Punkt machte. Beim Stand von 5:0, erschien Karpov Sieg
bevorzustehen, aber der Marathon-Kampf übertraf alle Erwartungen.
Schließlich, im 32. Spiel, schlug Kasparow Karpov das erste mal. Nach einer
weiteren langen Reihe von Unentschieden, gewann Kasparov Spiel 47 und
Spiel 48, so dass der Spielstand 5:3 war.

Zu diesem Zeitpunkt machte FIDE Präsident Florencio Campomanes eine


höchst unerwartete und umstrittene Entscheidung: er beendete das Spiel 31. Das
Match dauerte vom 10. September 1984 bis zum 8. Februar 1985. Es wurde
nach 48 Spielen abgebrochen, so dass de facto Karpov der Gewinner war . Ein
neues Spiel wurde geplant, es sollte später im Jahr 1985 erfolgen. Zur
Kontrovers kam es, als Kasparav aggressive Aussagen gegen das System
machte, in denen er die Hilfe, die Karpow von der FIDE nutzte, kritisierte.
Karpow jedoch sagte nichts und profitierte von der Entscheidung.

-1985: " Der Gipfel des Olymps"

Nachdem Campomanes das erste Match beendet hatte, wurde ein Rückkampf
zwischen Garry Kasparov und Karpov im September 1985 vereinbart. Wie
bereits bei mehreren Schachweltmeisterschaften in den 1950er Jahren wurde
im Tschaikowski-Konzertsaal in Moskau gespielt.

Es war eine hart umkämpften Schlacht, bei der Kasparov im 16. Spiel mit einem
Positions-Meisterwerk in Führung ging. Im letzten Spiel, versuchte Kasparov die
sizilianischen Verteidigung und opferte einen Bauern im 26. Zug und dann eine
andere bei 31. Zug, um die Aktivität in einer komplizierten Lage zu erhalten.
Nach einem Patzer von Karpov, brachte eine einfache taktische Sequenz das
Haus nieder.

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Der Herausforderer Garri Kasparow besiegte den Weltmeister Anatoli Karpow


nach 24 Partien und wurde so zum 13. Schachweltmeister, der mit 22 Jahren
zugleich auch der jüngste war.

-1986: " Das Schisma des Wechsels"

1986 wurde ein Termin im Juli gewählt und es wurde in London und Leningrad
gespielt, so dass dies die erste Weltmeisterschaft zwischen sowjetischen
Spieler außerhalb der UdSSR wurde. Die Briten nutzten die Gelegenheit, um
den 100. Jahrestag der ersten Schach-WM, Zukertort vs Steinitz, 1886 zu
feiern.

In dieser Situation verlor Kasparov die Nerven. Er fing an, Gespenster und
Spione überall zu sehen. Auferlegt durch Militärregime seine Analysten. Er warf
einer von ihnen, Vladimirov, um ihre Analyse Karpov verkaufen, so fuhren wir.
Kasparow hatte schwere psychische Probleme, aber genau in dieser Situation,
forderte Karpov unverständlicher Weise die Verschiebung des zwanzigsten
Spiel. Diese Zeit war eine wertvolle Zeit für Kasparow, da er sich erholen
konnte. Vielleicht hatte Karpov gedacht dass die Inaktivität Kasparov Angst
ansteigen lassen würde und er so noch leichter gewinnen würde.

Am 8. Oktober 1986 behielt Kasparow den WM-Titel.

-1987: " Der Erbe von Caissa32"

Die Bühne für die vierte Konfrontation zwischen Karpov und Kasparov war
diesmal in Sevilla, Spanien.

Das Spiel fand vom 12. Oktober bis 18. Dezember 1987. Das Spiel wurde
gebunden gehen ins 23. Spiel, wenn Karpov erreicht einen feinen Sieg aus dem
Englischen Eröffnung, so dass das Spiel der Gäste 12-11 in Karpov Gunsten.
Kasparov benötigte einen Sieg in der letzten Runde, um seinen Titel zu
behalten, gelang es, genau das zu tun, dass in der 24. Spiel, ein Kunststück,
das nicht seit Lasker vs Schlechter waren im Jahr 1910 erreicht.

Bei Gleichstand Punktzahl von 12-12, behielt Garry Kasparov den


Weltmeistertitel.

-1990: " Der Beginn des Endes"

Zwischen 1987 und 1990 entwickelten sich Kasparov und Karpov völlig
gegensätzlich. Während Kasparov alle Spiele mit Leichtigkeit gewann und
beleidigend übertroffen hatte den legendären Rekord von Robert Fischer, mit
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einem Elo von 2800, war Karpov viel sehr verunsichert. Allerdings waren sie
noch die beiden besten Spieler der Welt und die nächste Welt nicht anders sein,
als einen neuen Showdown zwischen Kasparov und Karpov. Kasparov war
wieder der klare Favorit. Beziehungen, die beide FIDE und für sein Land hatte
bis zu dem Punkt, dass er mit der Flagge der UdSSR (wollte mit der Flagge der
Russischen Föderation zu spielen) spielen weigerte abgekühlt war, wurde die
letzte ohne Fahnen gespielt.

Das fünfte Treffen fand in zwei Städten statt, inmitten der weltweiten Erwartung:
New York und Lyon. Es wurde Best-of-24 gespielt, und wer sechs Siege
verbuchen konnte wäre der neue Champion. Es begann am 8. Oktober 1990 im
Hudson Theater mit den ersten 12 Spiele und dann wurde die 12 nächsten
Partien in Lyon gespielt.

Aber im Spiel 2033, 4 Spiele vor dem Ende der maximalen Spielzahl, fand
Karpov letzendlich sein Schicksal. Ein Fehler mit der Dame beendete alles.
Dame statt Springer und Karpov konnte musste sich geschlagen geben. Der
Meister der Verteidigung fiel gegen der Sohn der
atemberaubenden Geschwindigkeit: Kasparow bekam 10 Minuten Ovationen.

Mit dem Endstand von 12 ½ zu 11 ½, behielt Garry Kasparov den Titel des
Schach-Weltmeister. Die Atmosphäre war anders. Vielleicht hatte er Karpow
besiegt und den Titel behaltet, aber die Zahlen sind ziemlich klar. In 144 Spiele
gewann Kasparow nur 21 Spiele und Karpow gewann 19 . Die Unterschied ist
fein, jedoch sind die Folgen riesig. Und jetzt kümmern wir uns auf der Einfluss
der Rivalitat in 3 bestimmten Bereichen und Ebenen der Sowjetunion: In der
Politik, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft und schauen auf die drei
Säulen der Nation.

5. Die Wirkung der Rivalität auf die UdSSR


5.1. Politische Folgen

Betrachtet man die Situation d


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5.2. Wirtschaftliche Folgen

Anatoli Karpov, der Titelverteidiger und Favorit für die herrschende kam jeden
Tag in einem nagelneuen Mercedes Benz, einer der wenigen, die dann auf den
Straßen von Moskau zu sehen war. Bald erschien der junge Herausforderer
Garri Kasparow in seinem BMW, beiläufig trotz der richtige Zeitpunkt
gekommen. Die Szene war fast täglich für 6 Monate in der zentralen Haus der
Gewerkschaften wiederholt.

5.3. Gesellsachftliche Folgen

6. Schlussfolgerung

Nach einer ausführlichen Untersuchung der grössten Rivalität aller Sportler,


zwischen zwei Kolossen des Schachs bin ich damit einverstanden, dass die
zwei Ks des Schachs nicht nur als zwei der größten Spieler aller Zeiten gelten,
sondern auch zwei der antagonistischen Persönlichkeiten, die jemals auf einem
Brett kollidierten. Beide Spieler repräsentierten die Pause und die Bewegung,
die Phase der Stagnation und des Wechsels. Mit Karpow finden wir tatsächlich
die konservativen Krafte der UdSSR, die feste Strukturen gegen die Idealen des
Westens. Eine Doktrin, die keine Rivalen toleriert. Kasparow unter der
Perestroika ist die rassante Konsequenz der Umstrukturierung und die
Offenheit mit Hilfe der Glasnot. Grundsätzlich lassen sich zwei kolossale Kräfte
finden, die einander aufheben.

Dadurch verfügten zwei Männer über das Monopol des Schachs und sie haben
erreicht, dass die Augen der Welt sich auf ein Schachbrett konzentrierten. Zwei
Systemen eines Spiel. Demzufolge zeigt die Rivalitat zu der Zeit des Endes der
Supermacht Sowjetunion und die Interpretation der Fakten, dass ein
symbolischer Konflikt auch eine klare Darstellung der Realitat sein kann.
Auf dieser Weise konnen wir bejahen, dass die Sowjetunion immer an der
Spitze des Schachs im 20. Jahrhundert war. ???

Im Laufe dieser Monografie haben wir uns auch mit einer weiteren und
interessanten Frage beschaftigen. Philosophen, die Logik studieren und
analysieren, beschreiben oft das folgende Paradoxon: "Was würde passieren,
wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein unbewegliches Objekt trifft?"
Von dem ersten Treffen des Matches zwischen dem statischen Karpov und dem
unhaltbaren Kasparow,1984, und bis zu den letzten Spiele um die
Schachweltmeisterschaft in 1990 habe ich eine mögliche Theorie entwickelt:
Es gibt einen latenten und ewigen Zustand von Zusammenprall und wir,
Ricardo Mendoza Phillips

Menschen, sind die Betroffener der Kollision. Bestimmte Gebiete wurden auch
betroffen: Nicht zu vergessen sind: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Niemals
vorher oder nachher wurde die Welt so von Holzstücken fasziniert.

7. Quellenverzeichnis

8. Anhang

ANREGUNGEN:

In wie weit wurde die Schachrivalität von Politik und/oder


Medien thematisiert? Im Westen? Im Osten?