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Vorlesung Titel

Fehlertolerante Systeme
Sommersemester 2005
(Liste I, LV 7349)
freitags, 11:15 bis 12:45

Prof. Dr. Bernhard Geib

Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-1
Übersicht und Gliederung Grundthesen

• alle technische Systeme nur begrenzte Lebensdauer


• nur unbedingt notwendige Anzahl von Systemkomponenten
• eine regelmäßige Wartung scheidet in vielen Fällen aus
• eine Reparatur bedingt Zeitverzögerungen und Kosten

⇒ bei fehlender Redundanz kommt es zwangsläufig zum


Systemausfall

Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-2
Übersicht und Gliederung Zielsetzung

Zusammengefasst ergibt sich für die Vorlesung folgende Grund-Zielsetzung:


• Kennenlernen von Fehlertoleranzmaßnahmen (Code- und HW-Redundanz, Struk-
turierung und Vernetzung, Mehrheitsprinzip und -entscheidung, Diversität und kalte
Reserve etc.), die ein System weniger fehleranfällig machen gegenüber äußeren
Einflüssen.
• Beurteilung und Bewertung der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Systemen
(Kenngrößen, Berechnungsverfahren, Anwendungen).
Ferner ergibt sich folgende weiterführende Zielsetzung:
• Methoden und Vorgehen beim Entwurf von fehlertoleranten Systemen.
- Rechnerarchitekturen - Industrielle Fertigungsanlagen
- Telekommunikationsanlagen - Hochsicherheitsbereiche
- Rechnernetze

Fehlertolerante Systeme

 B. Geib 0-3
Übersicht und Gliederung Fehlertoleranz

Fehlertoleranz
• Fähigkeit eines Systems, mit einer begrenzten Zahl fehlerhafter Teile
bzw. Komponenten "leben" zu können.
• Erfordert im allgemeinen zusätzliche funktionale, strukturelle
und/oder logische Mittel, d. h. den Einsatz von Redundanz.

tolerant lat. (duldsam, nachsichtig, versöhnlich)

Fehlertolerante Systeme

 B. Geib 0-4
Übersicht und Gliederung Aspekte

Im Zusammenhang mit Fehlertoleranz stehende Aspekte


• Korrektheit der Komponenten
• Fehlererkennung und Fehlerkorrektur
• Begrenzte Lebensdauer der Komponenten
• Überlebenswahrscheinlichkeit (0 <= P <= 1)
• Fehlerhäufigkeit als stochastischer Zustandsprozess
• Reparatur und kontinuierliche Wartung
• Unterscheidung zwischen Fehler und Ausfall

Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-5
Übersicht und Gliederung Beispiele

Beispiele für Fehlertoleranz


• Biologische Organismen (Organe paarweise vorhanden)
• Technische Systeme (Zweikreisbremssystem im Auto)
• Ökonomische Systeme (Mischkalkulation bei Angeboten)

Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-6
Übersicht und Gliederung Modellbildung

Modellbildung für ein reparierbares System:

λ = Ausfallrate
Real i t ät
1 2
(intakt) (defekt)
Maß nahmen

µ = Reparaturrate

Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-7
Übersicht und Gliederung Probleme

Probleme:
• Fehlende Reparaturmöglichkeiten (z. B. AKW, Satelliten)
• Kosten und Zeitgründen (Fertigung)
• Begrenzte Lebensdauer („Materialermüdung“)

Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-8
Übersicht und Gliederung Zielsetzung

• Darstellung der grundlegenden Methoden zur Beurteilung von


Redundanzeigenschaften und Fehlertoleranz
• Einführung in die Zuverlässigkeits- und Sicherheitstechnik (Militär-
und Hochsicherheitsbereich, Luft- und Raumfahrt, Flugsicherung, Telefonvermittlungs-
systeme etc.)
• Beurteilung, welche Kombinationen von Einzelkomponentenfehlern
zum Systemfehler führen
• Verstehen, Klassifizieren, Darstellen und Analysieren von
sicherheitskritischen Problemstellungen
⇒ Vorlesung + Übung ⇒ Leistungsnachweis: Klausur
Fehlertolerante Systeme
 B. Geib 0-9
Übersicht und Gliederung Kap. 1 und 2

1. Einführung in die Thematik


1.1 Aufgabe und Zweck fehlertoleranter Rechensysteme
1.2 Begriffe und Benennungen
1.3 Anwendungsbereiche und Anwendungsbeispiele
1.4 Anforderungen an fehlertolerante Systeme
2. Grundlagen fehlertoleranter Rechensysteme
2.1 Begriffsgliederung zur Fehlertoleranz
2.2 Fehlerursachen und Fehlerauswirkungen im System
2.3 Einteilung der Fehlerarten
2.4 Maßnahmen zur Erzielung von Fehlertoleranz
2.5 Risikostufen und Kritikalität

Fehlertolerante Systeme

 B. Geib 0-10
Übersicht und Gliederung Kap. 3 und 4

3. Verfügbarkeit einfacher und vermaschter Systemstrukturen


3.1 Grundaxiome der Wahrscheinlichkeitsrechnung
3.2 Seriensysteme ohne Redundanz
3.3 Parallelsysteme mit Redundanz
3.4 m-von-n-Systeme mit identischen Komponenten
3.5 2-von-3-System aus unterschiedlichen Komponenten
3.6 Serien-Parallel- und Parallel-Serien-Systeme
4. Konzeption und Implementierung von Fehlertoleranzverfahren
4.1 Codierung zur Fehlererkennung und Fehlerkorrektur
4.2 Mehrheitsentscheidung zur Fehlermaskierung
4.3 Doppelsysteme mit Ergebnisvergleich

Fehlertolerante Systeme

 B. Geib 0-11
Übersicht und Gliederung Kap. 5

5. Kommerzieller Einsatz von fehlertoleranten Rechensystemen


5.1 Industrielle Prozeßsteuerung
5.2 Telefonvermittlung
5.3 Systeme mit Sicherheitsbezug
5.4 Transaktionssysteme

Fehlertolerante Systeme

 B. Geib 0-12
Übersicht und Gliederung Literaturhinweis

[1] Görke, W.: Fehlertolerante Rechensysteme, Oldenbourg


Verlag, München Wien 1989
[2] Schneeweiss, W. G.: Zuverlässigkeitstechnik − von den
Komponenten zum System, Datakontext-Verlag, Köln 1992
[3] Birolini, A: Qualität und Zuverlässigkeit technischer
Systeme, Springer-Verlag, Berlin 1985
[4] Störmer, H.: Mathematische Theorie der Zuverlässigkeit
elektronischer Systeme, R. Oldenbourg Verlag, 1970

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