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Das Merkblatt enthält Empfehlungen zur mengen- und gütemäßigen Behandlung von Regenwasser in modifizierten

Entwässerungssystemen oder in Trennsystemen. Es analysiert und strukturiert folgende komplexe Zusammenhänge: DWA-
• Verschmutzung und Menge des Regenwassers je nach Nutzung und Belag der Herkunftsfläche,
• Schutzbedürfnis des Grundwassers,
• Schutzbedürfnis der oberirdischen Gewässer,
• daraus abgeleitet die gegebenenfalls erforderliche Regenwasserbehandlung vor einer Versickerung oder vor einer
Regelwerk
Einleitung in oberirdische Gewässer.

Während ATV-A 128 die Behandlung von Mischwasser regelt, macht das vorliegende Merkblatt Vorschläge für die
Behandlung von Regenwasser ohne Vermischung mit Schmutzwasser. Es beinhaltet ein vereinfachtes Bewertungsver-
fahren, das es ermöglicht, die Belastung von unter- und oberirdischem Wasser durch Regenwasser von Dachflächen und
von Verkehrsflächen für Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge qualitativ und quantitativ zu berücksichtigen.

Das Merkblatt richtet sich an Kommunen, Abwasserbeseitigungspflichtige und Planer, die grundsätzliche Überlegungen
Merkblatt DWA-M 153
im Rahmen von Bauleitplanung oder Generalentwässerungsplanung treffen wollen.
Handlungsempfehlungen zum Umgang
mit Regenwasser

August 2007

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.


Theodor-Heuss-Allee 17 · 53773 Hennef · Deutschland
Tel.: +49 2242 872-333 · Fax: +49 2242 872-100
E-Mail: kundenzentrum@dwa.de · Internet: www.dwa.de Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
DWA-M 153

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) ist in Deutschland Spre-
cher für alle übergreifenden Wasserfragen und setzt sich intensiv für die Entwicklung einer sicheren und
nachhaltigen Wasserwirtschaft ein. Als politisch und wirtschaftlich unabhängige Organisation arbeitet sie
fachlich auf den Gebieten Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall und Bodenschutz.

In Europa ist die DWA die mitgliederstärkste Vereinigung auf diesem Gebiet und nimmt durch ihre fachliche
Kompetenz bezüglich Normung, beruflicher Bildung und Information der Öffentlichkeit eine besondere Stel-
lung ein. Die rund 14.000 Mitglieder repräsentieren die Fachleute und Führungskräfte aus Kommunen,
Hochschulen, Ingenieurbüros, Behörden und Unternehmen.

Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt auf der Erarbeitung und Aktualisierung eines einheitlichen techni-
schen Regelwerkes sowie der Mitarbeit bei der Aufstellung fachspezifischer Normen auf nationaler und in-
ternationaler Ebene. Hierzu gehören nicht nur die technisch-wissenschaftlichen Themen, sondern auch die
wirtschaftlichen und rechtlichen Belange des Umwelt- und Gewässerschutzes.

Impressum
Herausgeber und Vertrieb: Satz:
DWA Deutsche Vereinigung für DWA
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. Druck:
Theodor-Heuss-Allee 17 DCM • Druckcenter Meckenheim
53773 Hennef, Deutschland
Tel.: +49 2242 872-333 ISBN-13: 978-3-939057-98-7
Fax: +49 2242 872-100
E-Mail: kundenzentrum@dwa.de
Internet: www.dwa.de Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier.

© DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V., Hennef 2007

Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieses Merkblattes darf ohne schrift-
liche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder irgendein anderes Verfahren – reprodu-
ziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen, verwendbare Sprache übertragen werden.

2 August 2007
DWA-M 153

Vorwort
Siedlungsentwässerung bedeutete bisher, Regenwasser so schnell und vollständig wie möglich aus Sied-
lungsgebieten entweder in einem Mischwasser- oder in einem Regenwasserkanalnetz abzuleiten. Dieses
traditionelle Entwässerungskonzept befindet sich im Umbruch. Seit einigen Jahren wird versucht, mit neuen
Ansätzen unter Beachtung ökologischer Erfordernisse die bisherigen Systeme zu verändern. Hauptkritik-
punkte an den konventionellen Entwässerungskonzepten sind:

• starker Rückgang der Verdunstung und Bodenspeicherung durch Versiegelung ursprünglich bewachse-
ner Flächen von rund zwei Dritteln auf ein Drittel der Jahresniederschlagshöhe,
• erhöhter und beschleunigter Regenabfluss von versiegelten Flächen gegenüber Grünflächen,
• Verschiebung des natürlichen Gleichgewichts im Wasserkreislauf mit Auswirkungen auf das Kleinklima
und die örtliche Grundwasserneubildung,
• hydraulische Belastung von Kläranlagen und Regenwasserbehandlungsanlagen durch gering ver-
schmutztes Regenwasser in großer Menge,
• hydraulische und qualitative Beeinträchtigung der Gewässer durch hohe Abflüsse an punktuellen Einlei-
tungen.
Als eine Alternative zur konventionellen Ableitung wird in den letzten Jahren immer häufiger die Rückhal-
tung und Versickerung von Regenwasser diskutiert und als Regenwasserbewirtschaftung propagiert (VSA
2002, Arbeitsblatt ATV-A 105, SIEKER 2003). Sie entschärfen die wesentlichen Nachteile des Ableitungs-
prinzips und unterstützen das Gleichgewicht des natürlichen Wasserkreislaufs. Grundsätzliche Überlegun-
gen zur Regenwasserbewirtschaftung müssen bereits im Rahmen der Bauleitplanung beginnen.

Das Merkblatt liefert Handlungsempfehlungen für Kommunen, Abwasserbeseitigungspflichtige und Planer,


die grundsätzliche Überlegungen im Rahmen von Bauleitplanung oder Generalentwässerungsplanung tref-
fen wollen.

Das im April 2003 erschienene Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 198 „Vereinheitlichung und Herleitung von Be-
messungswerten für Abwasseranlagen“ machte eine Anpassung der verwendeten Kurzzeichen notwendig,
so dass das Merkblatt in der vorliegenden Fassung redaktionell überarbeitet ist, die Inhalte aber denen der
Version Februar 2000 entsprechen.

August 2007 3
DWA-M 153

Verfasser
Dieses Merkblatt wurde von der Arbeitsgruppe 1.4.3 „Regenwasserbehandlung“ erarbeitet; nach Umstruk-
turierung der Fachausschüsse gehört diese Arbeitsgruppe nun zum Fachausschuss ES-3 „Anlagenbezo-
gene Planung“. Folgende Personen haben an der Erstellung des Merkblattes mitgearbeitet:

BRUNNER, Paul Georg Prof. Dr.-Ing., Karlsruhe


DREISEITL, Herbert Überlingen
GEIGER, Wolfgang F. Prof. Dr.-Ing., Essen
GROTTKER, Matthias Prof. Dr.-Ing., Lübeck
JACOBI, Dieter Dipl.-Ing., Berlin
JONASSON-SCHMIDT, Anja Dipl.-Ing., Kamen
KAUL, Gerhard Dipl.-Ing., Erkrath
LANGE, Gerd Prof. Dr.-Ing., Oyten
MEIßNER, Erhard Dr.-Ing., München (Sprecher)
MICHELBACH, Steven Dipl.-Geogr., Bad Mergentheim
RICHTER, Jürgen Dipl.-Ing., Münster
ROTH, Hartmut Dipl.-Ing., Karlsruhe
SCHMITT, Theo G. Prof. Dr.-Ing., Kaiserslautern
SOPPERT, Hubertus Dipl.-Ing., Berlin
UHL, Mathias Prof. Dr.-Ing., Münster

Als Gäste haben mitgewirkt:


HÜBNER, Martin Dr.-Ing., Essen
KUTZNER, Ralf Dipl.-Ing., Essen
PFEIFER, Rüdiger Dr.-Ing., Ludwigshafen
WELKER, Anja Dr.-Ing., Kaiserslautern

Projektbetreuer in der DWA-Bundesgeschäftsstelle:


BERGER, Christian Dipl.-Ing., Hennef
Abteilung Abwasser und Gewässerschutz

4 August 2007
DWA-M 153

Inhalt
Vorwort .................................................................................................................................................. 3

Verfasser .................................................................................................................................................. 4

Bilderverzeichnis..................................................................................................................................... 6

Tabellenverzeichnis ................................................................................................................................ 6

Benutzerhinweis ...................................................................................................................................... 7

1 Anwendungsbereich............................................................................................................... 7

2 Definitionen ............................................................................................................................. 8

3 Grundsätze der Regenwasserbewirtschaftung in Siedlungen........................................... 9


3.1 Wasserbilanz in Siedlungen...................................................................................................... 9
3.2 Naturnaher Umgang mit Regenwasser..................................................................................... 10
3.3 Maßnahmen für eine ökologisch orientierte Siedlungsentwässerung ...................................... 10

4 Flächenermittlung ................................................................................................................... 11
4.1 Pauschale Flächenermittlung.................................................................................................... 11
4.2 Differenzierte Flächenermittlung ............................................................................................... 12

5 Bewertung des Regenabflusses............................................................................................ 13


5.1 Einstufung der Gewässer.......................................................................................................... 13
5.2 Einflüsse aus der Luft................................................................................................................ 13
5.3 Verschmutzung der Oberflächen .............................................................................................. 13
5.3.1 Allgemeines............................................................................................................................... 13
5.3.2 Kupfer-, zink- oder bleigedeckte Dachflächen .......................................................................... 14
5.3.3 Gewerbe- und Industriegebietsflächen ..................................................................................... 14
5.3.4 Mischflächen ............................................................................................................................. 14

6 Notwendigkeit einer Regenwasserbehandlung ................................................................... 15


6.1 Bagatellgrenzen ........................................................................................................................ 15
6.2 Qualitative Gewässerbelastung ................................................................................................ 15
6.2.1 Bewertungsverfahren ................................................................................................................ 15
6.2.2 Hintereinanderschaltung von Behandlungsanlagen ................................................................. 16
6.3 Hydraulische Gewässerbelastung ............................................................................................ 16
6.3.1 Drosselabfluss........................................................................................................................... 17
6.3.2 Maximalabfluss ......................................................................................................................... 18
6.3.3 Mittelwasserabfluss................................................................................................................... 18
6.3.4 Speichervolumen ...................................................................................................................... 19

7 Maßnahmen ............................................................................................................................. 19
7.1 Wirkung der Maßnahmen ......................................................................................................... 19
7.2 Bodenpassagen ........................................................................................................................ 19
7.3 Filteranlagen ............................................................................................................................. 20
7.4 Sedimentationsanlagen............................................................................................................. 20
7.5 Chemisch-physikalische Verfahren........................................................................................... 21

August 2007 5
DWA-M 153

8 Planung der Regenentwässerung in Siedlungen ........................................................... 21


8.1 Ausweisung von Bauflächen ................................................................................................ 21
8.2 Hinweise zum Planungsablauf ............................................................................................ 22
8.2.1 Aufstellung des Bebauungs- und Generalentwässerungsplanes ....................................... 22
8.2.2 Planung der Gebietsentwässerung..................................................................................... 23

9 Bemessung von Regenwasserbehandlungsanlagen.................................................... 23

10 Kostenauswirkungen........................................................................................................ 24

Literatur .................................................................................................................................................. 25
Technische Regeln ................................................................................................................................... 25
Weiterführende Literatur ........................................................................................................................... 25

Anhang A Tabellen zum Bewertungsverfahren ............................................................................... 27

Anhang B Bewertungsverfahren nach Merkblatt DWA-M 153........................................................ 32

Anhang C Beispiele ............................................................................................................................ 33


C.1 Beispiel 1: Einleitung in die Gräfte des Schlosses der Stadt Münster ................................ 33
C.2 Beispiel 2: Neubaugebiet mit zentraler Versickerungsanlage ............................................ 34
C.3 Beispiel 3: Neubaugebiet mit Einleitung in einen kleinen Bach .......................................... 36

Bilderverzeichnis
Bild 1: Qualitative Änderung der Wasserbilanz einer Siedlung bei zunehmender Bebauung ....... 9

Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Definition wesentlicher Begriffe.......................................................................................... 8
Tabelle 2: Empfohlene mittlere Abflussbeiwerte ψm von Einzugsgebietsflächen
für Berechnungen im Rahmen dieses Merkblattes ............................................................ 12
Tabelle 3: Zulässige Regenabflussspenden von undurchlässigen Flächen....................................... 17
Tabelle 4: Einleitungswert ew in Abhängigkeit von der Korngröße ..................................................... 18
Tabelle 5: Literatur zur Bemessung von Regenwasserbehandlungsanlagen .................................... 24
Tabelle A.1a: Bewertungspunkte für Gewässer (G) mit normalen Schutzbedürfnissen.......................... 27
Tabelle A.1b: Bewertungspunkte für Gewässer (G) mit besonderen Schutzbedürfnissen...................... 28
Tabelle A.2: Bewertungspunkte für Einflüsse aus der Luft (L) ............................................................... 28
Tabelle A.3: Bewertungspunkte des Regenabflusses in Abhängigkeit von der Herkunftsfläche (F) ..... 29
Tabelle A.4a: Durchgangswerte (D) bei flächenhafter Versickerung ....................................................... 30
Tabelle A.4b: Durchgangswerte (D) von Filteranlagen ............................................................................ 31
Tabelle A.4c: Durchgangswerte (D) von Sedimentationsanlagen ........................................................... 31

6 August 2007
DWA-M 153

Benutzerhinweis
Dieses Merkblatt ist das Ergebnis ehrenamtlicher, technisch-wissenschaftlicher/wirtschaftlicher Ge-
meinschaftsarbeit, das nach den hierfür geltenden Grundsätzen (Satzung, Geschäftsordnung der
DWA und dem ATV-DVWK-A 400) zustande gekommen ist. Für dieses besteht nach der Rechtspre-
chung eine tatsächliche Vermutung, dass es inhaltlich und fachlich richtig ist.

Jedermann steht die Anwendung des Merkblattes frei. Eine Pflicht zur Anwendung kann sich aber aus
Rechts- oder Verwaltungsvorschriften, Vertrag oder sonstigem Rechtsgrund ergeben.

Dieses Merkblatt ist eine wichtige, jedoch nicht die einzige Erkenntnisquelle für fachgerechte Lösun-
gen. Durch seine Anwendung entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln oder für
die richtige Anwendung im konkreten Fall; dies gilt insbesondere für den sachgerechten Umgang mit
den im Merkblatt aufgezeigten Spielräumen.

1 Anwendungsbereich Das Verfahren kann auch auf Flugplätze übertra-


gen werden, wenn das Verkehrsaufkommen der
Das Merkblatt richtet sich an Kommunen, Ab- unterschiedlich genutzten Flächen sinngemäß
wasserbeseitigungspflichtige und Planer, die einem Flächentyp des Merkblattes zugeordnet
grundsätzliche Überlegungen im Rahmen von wird. Im Winterbetrieb sind bei Einsatz von Entei-
Bauleitplanung oder Generalentwässerungspla- sungsmitteln zusätzliche Überlegungen erforder-
nung treffen wollen. lich (FGSV-912 1998, BMU 1999). Nicht enthalten
sind Kriterien für Flächen, auf denen mit wasser-
Das Merkblatt enthält Empfehlungen zur mengen- gefährdenden Stoffen umgegangen wird, sowie
und gütemäßigen Behandlung von Regenwasser für Bahnanlagen.
in modifizierten Entwässerungssystemen oder in
Trennsystemen. Es analysiert und strukturiert Ein wirkungsvoller Schutz der Gewässer vor
folgende komplexe Zusammenhänge: übermäßigen Belastungen ist zu erwarten, wenn
die notwendige Regenwasserbehandlung nach
Maßgabe dieses Merkblattes erfolgt. Werden de-
• Verschmutzung und Menge des Regenwassers
tailliertere Untersuchungen zur Beurteilung des
je nach Nutzung und Belag der Herkunftsfläche,
notwendigen Gewässerschutzes erforderlich, so
• Schutzbedürfnis des Grundwassers, müssen über den Rahmen dieses Merkblattes
hinausgehende Nachweise mit Niederschlag-
• Schutzbedürfnis der oberirdischen Gewässer, Abfluss-Modellen, Schmutzfracht- oder Gewäs-
sergütemodellen erbracht werden.
• daraus abgeleitet die gegebenenfalls erforderli-
che Regenwasserbehandlung vor einer Versi-
Die Koordinierung der Einzelthemen im Bereich
ckerung oder vor einer Einleitung in oberirdi- der Siedlungsentwässerung erfolgt im Arbeitsblatt
sche Gewässer. DWA-A 100 „Leitlinien der integralen Siedlungs-
Während das Arbeitsblatt ATV-A 128 die Behand- entwässerung (ISiE)“. Weiterführende Vorgaben
lung von Mischwasser regelt, macht das vorlie- zu Niederschlags-Abfluss-Berechnungen sind im
gende Merkblatt Vorschläge für die Behandlung Merkblatt ATV-DVWK-M 165, zu Planung, Bau
von Regenwasser ohne Vermischung mit und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von
Schmutzwasser. Niederschlagswasser im Arbeitsblatt DWA-A 138
und zu Bauwerken der zentralen Regenwasserbe-
Es beinhaltet ein vereinfachtes Bewertungsverfah- handlung und -rückhaltung im Arbeitsblatt ATV-
ren, das es ermöglicht, die Belastung von unter- A 166 zu finden.
und oberirdischem Wasser durch Regenwasser
von Dachflächen und von Verkehrsflächen für
Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge qualita-
tiv und quantitativ zu berücksichtigen.

August 2007 7
DWA-M 153

2 Definitionen
Für die Anwendung dieses Merkblattes gelten die folgenden Definitionen.
Tabelle 1: Definition wesentlicher Begriffe

Zeichen Einheit Begriff Definition


AE ha Einzugsgebiet Fläche des Einzugsgebietes; z. B. Fläche
eines Abwasserentsorgungsgebietes
AE,b ha Befestigte Summe aller befestigten Flächen eines
Fläche Einzugsgebietes
AE,k ha Kanalisiertes Einzugsge- Fläche des kanalisierten bzw. durch ein
biet Entwässerungssystem erfassten Einzugsgebietes
AS ha Versickerungsfläche die für die Versickerung notwendige Fläche
Au ha Rechenwert undurchlässi- Anwendungsbezogener Rechenwert zur Quantifizierung des
ge Fläche Anteils einer Einzugsgebietsfläche, von der Niederschlagsab-
fluss nach Abzug aller Verluste vollständig in das Entwässe-
rungssystem gelangt
B - Abflussbelastung Flächengewichtete Stoffbelastung des
Niederschlagsabflusses
bSp m Wasserspiegelbreite Mittlere Wasserspiegelbreite bei MQ
D - Durchgangswert Kenngröße zur vergleichenden Wertung
einzelner Behandlungsmaßnahmen
E - Emissionswert Emissionswert der abflusswirksamen Flächen
ew - Einleitungswert Dimensionsloser Einleitungswert in Abhängigkeit von der
Korngröße der Sedimente
F - Herkunftsflächentyp Typisierung abflusswirksamer Flächen nach
ihrer stofflichen Belastung
f - Flächenanteil Flächenanteil einer undurchlässigen Teilfläche
an der undurchlässigen Gesamtfläche
G - Gewässertyp Typisierung von Gewässern nach ihrem Schutzbedürfnis
3
HQ1 m /s Einjährlicher Hochwasser- Höchster Wert der Abflüsse in einem Jahr
abfluss (DIN 4049-3)
h m Wassertiefe Mittlere Wassertiefe bei MQ
kf- Wert m/s Durchlässigkeitsbeiwert Fließgeschwindigkeit einer Flüssigkeit durch einen Einheits-
querschnitt eines porösen Stoffes bei einem Einheitsgrund-
wassergefälle und einer festgelegten Temperatur
(DIN EN ISO 772)
L - Luftverschmutzungstyp Typisierung der Luft nach ihrer stofflichen Belastung
MNQ m3/s Niedrigwasserabfluss Arithmetischer Mittelwert der niedrigsten Abflüsse
(DIN 4049-3)
MQ m3/s Mittelwasserabfluss Arithmetischer Mittelwert der Abflüsse in einer
(Mittlerer Abfluss) Zeitspanne (DIN 4049-3)
Mq l/(s·ha) mittlere Abflussspende Abflussspende: Quotient aus Abfluss und Fläche des zugehö-
rigen Einzugsgebietes (DIN 4045)
QDr l/s Drosselabfluss Begrenzung des Abflusses aus einem Rückhalteraum auf
einen vorgegebenen Höchstwert
qA m3/(m2⋅h); Oberflächenbeschickung Volumen, das pro Zeiteinheit und bezogen auf
m/h die Oberfläche die Anlage passiert
qR l/(s⋅ha) Regenabflussspende Regenabfluss eines Gebietes bezogen auf eine
zugehörige Fläche
r(D,n) l/(s⋅ha) Regenspende Regenspende für die Dauer D und die Häufigkeit n
v m/s Fließgeschwindigkeit Mittlere Fließgeschwindigkeit bei MQ
ψm - mittlerer Abflussbeiwert Quotient aus Abflussvolumen und Niederschlagsvolumen für
einen definierten Zeitraum

8 August 2007
DWA-M 153

3 Grundsätze der Bebauung deutlich über 24 % ansteigt. Mit zuneh-


mender Versiegelung geht die erhöhte Grundwas-
Regenwasser- serneubildung wieder zurück, da auf versiegelten
bewirtschaftung Flächen kein Niederschlagswasser versickern
in Siedlungen kann. Gleichzeitig nimmt mit der Umwandlung von
Wald-, Wiesen und Feldflächen in befestigte Flä-
chen die Verdunstung deutlich ab.
3.1 Wasserbilanz in Siedlungen
Der mittlere Versiegelungsgrad innerhalb der
Die Verteilung des mittleren Jahresniederschlags Siedlungen liegt in der Regel bei etwa einem Drit-
auf die Anteile Verdunstung, oberirdischer Abfluss tel bis zur Hälfte der erschlossenen Flächen. Für
und Grundwasserneubildung wird in Bild 1 bei- diesen Bereich können aus Bild 1 folgende Aus-
spielhaft an der Wasserbilanz eines Ortes nord- sagen entnommen werden:
westlich von München mit einem mittleren Jah-
resniederschlag von etwa 840 mm gezeigt. Durch • die Verdunstung geht deutlich zurück,
die Bebauung des ursprünglich bewachsenen • der Oberflächenabfluss aus dem gesamten
Gebietes (linker Balken in Bild 1) wird der Ober-
Siedlungsgebiet steigt gegenüber dem ur-
flächenabfluss von den privaten und oft auch von
sprünglichen Wert an,
den öffentlichen Grünflächen durch Auffüllung,
Abtrag, Zäune, Mauern, Wege, Bordsteine u. a. • die Grundwasserneubildungsrate ist bei Ver-
von den oberirdischen Gewässern abgeschnitten. siegelungsgraden in dieser Größenordnung
Die Garten- und Grünflächen sind dann nicht noch recht hoch.
mehr an Wasserläufe angeschlossen, in der Re-
gel aber auch nicht an die Kanalisation. Der ur-
Die Wasserbilanz kann an jedem einzelnen Ort
sprüngliche Abfluss von bewachsenen Flächen
mehr oder weniger stark von Bild 1 abweichen.
wird aufgrund der Siedlungsbildung zurückgehal-
Dennoch treffen die Grundaussagen zu, wie zum
ten und kann insbesondere in flachen Einzugsge-
Beispiel eine Untersuchung in Berlin bestätigt, wo
bieten nur noch versickern.
die Grundwasserneubildungsrate in etwa dem
natürlichen Wert entspricht (GLUGLA 1999). Un-
Der ursprüngliche Abfluss von den bewachsenen
ter Berücksichtigung dieser Zusammenhänge
Flächen (in diesem Beispiel 13 % des mittleren
lassen sich wesentliche Grobziele einer erstre-
Jahresniederschlages) wird durch die Siedlungs-
benswerten Regenwasserbewirtschaftung in Sied-
bildung behindert, so dass die ursprüngliche
lungen ableiten.
Grundwasserneubildungsrate mit beginnender

0% Versiegelungsgrad
100 %
Verdunstung 30 %
63 %
natürliches Gelände

vollständig versiegelt

Oberflächenabfluss 70 %
13 %

24 % GW-Neubildung

Beginn der Bebauung:


Abfluss von unbefestigten Flächen geht zurück

Bild 1: Qualitative Änderung der Wasserbilanz einer Siedlung bei zunehmender Bebauung

August 2007 9
DWA-M 153

3.2 Naturnaher Umgang mit Versickern und Rückhalten von Niederschlägen in


und auf der Fläche können einer „hausgemachten“
Regenwasser
Abflussverschärfung in kleinen Gewässern wirksam
Die Kunst der naturnahen Planung besteht darin, begegnen. Auch der Einzelne hat die Möglichkeit,
sich dem Gleichgewicht des natürlichen Wasser- Wasser auf seinem Grundstück zurückzuhalten.
kreislaufes und der Größe und Häufigkeit von Ab- Jeder Kubikmeter Wasser, der zurückgehalten
flussspitzen aus unbebauten Gebieten möglichst wird, ist ein Gewinn für die Natur und entschärft
weitgehend anzunähern und zugleich den Erstel- die ortsnahe Hochwassersituation.
lungs- und Pflegeaufwand für Anlagen der Sied-
lungsentwässerung so gering wie möglich zu halten. Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versi-
Die wirksamste Maßnahme der Regenwasserbe- ckerung von Niederschlagswasser sind im Arbeits-
wirtschaftung besteht darin, Siedlungsflächen so blatt DWA-A 138 beschrieben. Die Bemessung
wenig wie möglich zu versiegeln und so durchläs- von Regenrückhalteräumen regelt das Arbeitsblatt
sig wie möglich zu gestalten. Dadurch kann Re- DWA-A 117.
genwasser auch weiterhin am Ort des Anfalls flä-
chenhaft versickern. 3.3 Maßnahmen für eine
ökologisch orientierte
Ist eine Versiegelung unumgänglich, z. B. bei Siedlungsentwässerung
Straßen- oder Dachflächen, sollte versucht wer-
den, das Wasser von dem Ort, an dem es konzent- Ein naturnaher Umgang mit Regenwasser wird
riert anfällt, wieder auf einer größeren Fläche zu beispielhaft mit folgenden Maßnahmen erreicht:
verteilen. Oft steht allerdings für eine solche Ver-
teilung und flächenförmige Versickerung nur noch • gering verschmutztes Wasser von Dächern an
eine kleinere als die ursprüngliche Fläche zur Ver- Ort und Stelle möglichst über bewachsenen
fügung. In solchen Fällen muss durch geeignete Oberboden versickern,
Rückhaltemaßnahmen bewirkt werden, dass der
• den Bau von Erschließungsstraßen in Wohnge-
Ablauf dosiert und damit auch auf einer kleineren
Fläche versickert werden kann. bieten auf Mindestmaße beschränken,
• Grünstreifen, Vegetationsflächen und Gehölz-
Auf einem Grundstück kann die flächenhafte Ver- pflanzungen neben den Fahrbahnen zur Erhö-
sickerung über bewachsenen Oberboden durch hung der Verdunstung und zur Versickerung
geeignete Gestaltung der Gartenfläche erreicht
anlegen,
werden, zum Beispiel durch Rasenmulden. Das
Regenwasser von Wegen, Straßen und Plätzen • Entwässerungseinrichtungen möglichst naturnah
solllte möglichst weitgehend ohne Sammlung am ausbilden und lebende Baustoffe verwenden,
Rande der versiegelten Fläche versickern. Lassen
die örtlichen Gegebenheiten, die Beschaffenheit • gering verschmutzte Verkehrsflächen durch Ver-
des Untergrundes oder die Menge des anfallenden wendung teildurchlässiger Oberflächenbefesti-
Wassers eine flächenhafte Versickerung nicht zu, gungen wie zum Beispiel Pflaster ohne Fugen-
ist in Abhängigkeit von den hydrogeologischen verguss, Rasengittersteine, Rasenpflaster usw.
Verhältnissen die Versickerung über andere Versi- durchlässig gestalten (Beispiele: Spiel- und An-
ckerungsanlagen in Betracht zu ziehen. liegerstraßen, Innenhöfe, wenig benutzte Park-
und Stellplätze, Grundstückszufahrten),
Neben der wünschenswerten, möglichst großflä-
chigen Versickerung ist auch das Einleiten von • breitflächiges Versickern über bewachsene Sei-
Regenwasser in ein ausreichend leistungsfähiges tenstreifen an Straßen, Wegen oder Plätzen,
Oberflächengewässer möglich. Eine besondere
Bedeutung kommt dabei dem Rückhalten und • Überleiten des Regenwassers durch einfache
gedrosselten Einleiten zu. Dies gilt auch für den Rinnen und Gräben auf nicht unmittelbar be-
Abfluss von unbefestigten Flächen, wenn dieser nachbarte Bodenbereiche zur Rückhaltung und
bei intensiven Regenereignissen in das Entwässe- Verdunstung in Teichen und Pflanzenbeeten
rungssystem gelangen kann. Abflüsse von befes- oder zur Versickerung in Grünanlagen,
tigten, verdichteten oder gesättigten Siedlungsflä-
• zentrale Versickerungsanlagen einrichten, wenn
chen wirken sich auf Hochwasserspitzen umso
stärker aus, je kleiner das Einzugsgebiet des Ge- ein dezentrales Versickern nicht möglich ist,
wässers ist; bei großen Flüssen ist der Einfluss
versiegelter Flächen geringer.

10 August 2007
DWA-M 153

• ist das Sammeln von Regenwasser unvermeid- 4 Flächenermittlung


lich, dann geschieht dies am besten oberirdisch
in bewachsenen Rinnen, Mulden und Gräben, Als Grundlage für die Berechnung des Abflusses
um Rückhalt, Verdunstung und Versickerung zu von befestigten Flächen dient der Abflussbeiwert
fördern, ψm. Mit steigender Rauheit des Belages nimmt der
Abflussbeiwert ab und die Verdunstungsmenge zu.
• Regenwasser durch Gründächer, Einstaudä- Bei Plätzen, Wegen, Gärten, Wiesen und Kultur-
cher, Teiche, Pflanzenbeete, Mulden, Gräben land hat die spezifische Versickerleistung des an-
mit Querriegeln usw. zurückhalten, stehenden Untergrundes einen entscheidenden
Einfluss auf den Abflussbeiwert.
• nicht versickertes Regenwasser in Teichen,
Mulden, Gräben oder Zisternen speichern und Die maßgebende undurchlässige Fläche ergibt
gedrosselt in oberirdische Gewässer einleiten, sich aus der Summe aller angeschlossenen Teil-
flächen, multipliziert mit dem zugehörigen mittleren
• Regenwasser speichern, um es für vielfältige Abflussbeiwert:
Zwecke zu nutzen (Beispiele: Bewässerung in
Gärten, öffentlichen Parkanlagen, Gärtnereien, Au,i = AE,i ⋅ ψm,i (4.1)
Baumschulen, Friedhöfen, Befeuchtung von
Tennisplätzen, Reitanlagen, Besprengen von Der Flächenanteil fi der undurchlässigen Teilflä-
Fußballfeldern, Golf- und Eislaufplätzen, Re- chen an der Gesamtfläche beträgt:
genwassernutzung in Haus und Gewerbe).
Au,i
Die gestalterischen Möglichkeiten zur Förderung fi = n
(4.2)
der flächenhaften Versickerung sind mannigfaltig.
Sie sollten durch Bauherren, Architekten, Ingenieu-
∑A
i =1
u,i

re und Planer mit Fantasie und Ideenreichtum in


die Praxis umgesetzt werden.
4.1 Pauschale Flächenermittlung
Speicher zur Regenwassernutzung können in der Im Allgemeinen genügt für die wasserwirtschaftli-
Jahresbilanz den Regenabfluss und entsprechend che Beurteilung einer Einleitung von Regenwasser
den Verbrauch von Trinkwasser vermindern (BUL- in das Grundwasser oder in oberirdische Gewäs-
LERMANN 1996). Hierzu zählen die Regentonne ser eine pauschale Erhebung der an der Einlei-
und die Zisterne. Eine offene Wasserfläche z. B. tungsstelle angeschlossenen befestigten Flächen
ein Teich, kann einen Teil des eingeleiteten Re- in der Horizontalprojektion (z. B. aus der maximal
genwassers verdunsten und damit die Wasser- zulässigen Befestigung gemäß Bebauungsplan). In
mengenbilanz positiv beeinflussen. Alle Speicher hohem Maße durchlässig gestaltete Flächen (z. B.
benötigen einen Überlauf in eine Versickerungsan- Pkw-Stellplätze mit Rasengittersteinen) können
lage oder ein Ableitungssystem. Der Einfluss auf unberücksichtigt bleiben
die Abflussspitze im Ableitungssystem ist von der
spezifischen Größe des Speichers und seiner Nut- Die Summe aller übrigen angeschlossenen Teilflä-
zung abhängig. Speicher im Hauptschluss können chen AE,i ergibt die gesuchte Größe der undurch-
eine mechanische Reinigung wie in einem Regen- lässigen Fläche Au. Hierbei wird stillschweigend
rückhaltebecken bewirken. ein Abflussbeiwert von ψm = 1 angenommen. Dies
ist insofern hinnehmbar, als bei sehr großen Nie-
derschlagshöhen auch von Grünflächen oder an-
deren durchlässig gestalteten Flächen Abflussan-
teile der Einleitungsstelle zufließen, die in der
pauschalen Ermittlung nicht berücksichtigt werden.

August 2007 11
DWA-M 153

4.2 Differenzierte Flächenermittlung Hinweis:


Die mittleren Abflussbeiwerte ψm nach Tabelle 2
Besteht bei Einzelbauvorhaben oder in anderen
sind niedriger als die Spitzenabflussbeiwerte ψS.
besonderen Fällen Bedarf nach einer genaueren
Sie sind nicht für die Dimensionierung von
Bestimmung der undurchlässigen Flächen, so
Kanälen oder größeren Rückhalteräumen ge-
muss die Art der Befestigung aller Teilflächen be-
kannt sein (siehe Tabelle 2 und VSA 2002). Die eignet, die für seltene Überlastungshäufigkeiten
Größe der undurchlässigen Teilflächen ergibt sich ausgelegt werden.
aus Gleichung (4.1).

Tabelle 2: Empfohlene mittlere Abflussbeiwerte ψm von Einzugsgebietsflächen für Berechnungen


im Rahmen dieses Merkblattes

Flächentyp Art der Befestigung ψm


Schrägdach Metall, Glas, Schiefer, Faserzement 0,9 - 1,0
Ziegel, Dachpappe 0,8 - 1,0
Flachdach (Neigung Metall, Glas, Faserzement 0,9 - 1,0
bis 3° oder ca. 5 % ) Dachpappe 0,9
Kies 0,7
Gründach (Neigung humusiert < 10 cm Aufbau 0,5
bis 15° oder ca. 25 % ) humusiert > 10 cm Aufbau 0,3
Straßen, Wege und Plätze (flach) Asphalt, fugenloser Beton 0,9
Pflaster mit dichten Fugen 0,75
fester Kiesbelag 0,6
Pflaster mit offenen Fugen 0,5
lockerer Kiesbelag, Schotterrasen 0,3
Verbundsteine mit Fugen, Sickersteine 0,25
Rasengittersteine 0,15
Böschungen, Bankette und Gräben toniger Boden 0,5
mit Regenabfluss in das Entwäs- lehmiger Sandboden 0,4
serungssystem Kies- und Sandboden 0,3
Gärten, Wiesen und Kulturland mit flaches Gelände 0,0 - 0,1
möglichem Regenabfluss in das steiles Gelände 0,1 - 0,3
Entwässerungssystem

12 August 2007
DWA-M 153

5 Bewertung des Zur Unterscheidung werden die Einstufungen in


den Tabellen A.1a und A.1b unter allgemeinen
Regenabflusses Gesichtspunkten, wie zum Beispiel Wasserspie-
gelbreite, Fließgeschwindigkeit, Mittelwasserab-
Die Beschaffenheit des Regenabflusses von be- fluss oder besondere Schutzbedürfnisse vorge-
festigten Flächen ist je nach Staubbelastung aus nommen. Nicht aufgeführte Gewässertypen sind
der Luft, Flächennutzung und Niederschlagsdy- sinngemäß einzuordnen. Trockenfallende Gewäs-
namik sehr unterschiedlich. Wollte man den örtli- ser sind mit den Punkten für Grundwasser aus
chen und zeitlichen Verlauf der Abflussbelastung den Tabellen A.1a und A.1b zu versehen. Wird in
genau erfassen, um rechnerisch eine möglichst ein Gewässer eingeleitet, das in ein anderes Ge-
wirklichkeitsnahe Gewässerbelastung vorherzu- wässer mündet, bevor die Belastungen weitge-
sagen, stünde der damit verbundene Aufwand in hend abgebaut wurden, ist auch dieses Gewässer
keinem vertretbaren Verhältnis zur erreichbaren zu betrachten.
Genauigkeit solcher Prognosen.
Quellregion
Dennoch ist es wünschenswert, bereits im Pla-
nungsstadium eines Entwässerungskonzeptes die Unter Quellregion wird die Quelle und deren un-
Verschmutzung des zu erwartenden Regenab- mittelbare Umgebung verstanden. Es handelt sich
flusses und die Belastbarkeit des betroffenen um besonders schützenswerte Bereiche, deren
Gewässers grob einstufen zu können. Hierzu wird Abgrenzung im Einzelfall mit der Wasserbehörde
ein Bewertungsverfahren eingeführt, mit dessen abzustimmen ist.
Hilfe die Notwendigkeit und der Umfang einer
sinnvollen Regenwasserbehandlung hergeleitet 5.2 Einflüsse aus der Luft
werden können. Dadurch wird es möglich, örtliche
Gegebenheiten zumindest pauschal zu berück- Je nach örtlicher Situation ist der fallende Nieder-
sichtigen. Bewertungskriterien sind dabei: schlag mehr oder weniger stark verunreinigt. Die
stoffliche Belastung kann in gelöster Form, z. B.
• Einstufung der Gewässer, als „saurer Regen“, oder in partikulärer Form, z. B.
als Ruß, enthalten sein. Im Bereich von Gewerbe
• Einflüsse aus der Luft, und Industrie kommt die Staubentwicklung durch
Produktion, Bearbeitung, Lagerung und Transport
• Verschmutzung der Oberflächen,
hinzu. Eine differenzierte Bewertung ist zur Ge-
• Wirkung der Regenwasserbehandlung. samtbeurteilung des abfließenden Regenwassers
aus Siedlungsgebieten im Allgemeinen nicht not-
5.1 Einstufung der Gewässer wendig. Es genügt die pauschale Zuordnung von
Bewertungspunkten entsprechend Tabelle A.2. In
Nach § 1a WHG sind die Gewässer als Bestand- begründeten Fällen sind Zwischenwerte möglich.
teil des Naturhaushaltes so zu bewirtschaften,
dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Ein- 5.3 Verschmutzung der
klang mit ihm dem Nutzen Einzelner dienen. Wie Oberflächen
verschiedene Untersuchungen gezeigt haben
(BORCHARDT, FISCHER, MAUCH 1998), wirken
sich die stofflichen und hydraulischen Belastun- 5.3.1 Allgemeines
gen der Regenwassereinleitungen aus Siedlungen
Die Verschmutzung von Oberflächen wird in
in Gewässer abhängig von der Gewässertypologie
unterschiedlich aus. Im Hinblick auf ihre qualitati- Abhängigkeit von ihrer Nutzung und bei Dach-
ve und hydraulische Empfindlichkeit ist es daher deckungen nach dem Werkstoff pauschal bewer-
erforderlich, zumindest eine grobe Einstufung der tet. Zur Begrenzung der Voruntersuchungen im
verschiedenen Gewässertypen vorzunehmen. Sie Rahmen eines Entwässerungsplanes wird eine
entspricht nicht der Typisierung nach EG-WRRL einfache Zuordnung von Bewertungspunkten
sondern gilt nur im Rahmen dieses Merkblattes vorgenommen. Bei besonderen örtlichen Gege-
und ersetzt andere naturwissenschaftliche Typi- benheiten müssen die Bewertungspunkte ent-
sierungen nicht. Weitergehende Erläuterungen zur sprechend modifiziert werden. Für inhomogene,
Gewässertypisierung nach EG-WRRL sind bei- größere Gebiete kann über den Flächenanteil
spielsweise zu finden in FELD, RÖDIGER, SOM- der jeweiligen Oberfläche ein gemittelter Ver-
MERHÄUSER, FRIEDRICH (2005). schmutzungsgrad bestimmt werden.

August 2007 13
DWA-M 153

In Tabelle A.3 sind für die einzelnen Oberflächen Für die Einleitung des Regenabflusses von kupfer-,
Nutzungen und Beschaffenheiten aufgelistet, die zink- oder bleigedeckten Dachflächen größer
im Allgemeinen einen bestimmten Verschmut- 500 m2 bedarf es einer ausreichenden Vorbe-
zungsgrad zur Folge haben. Grundlage für die handlung entsprechend dem vorliegenden Bewer-
Zuordnung sind die tatsächlichen und die geplan- tungsverfahren nach Anhang A.
ten Nutzungen der Flächen, ggf. auch die Merk-
male des Einzugsgebietes anhand der Bauleitpla- 5.3.3 Gewerbe- und
nung. Begründete abweichende Zuordnungen
sind zulässig. Zur groben qualitativen Bewertung
Industriegebietsflächen
können drei Bereiche unterschieden werden:
Gewerbe- und Industriegebietsflächen können
• geringe Belastung = 1 bis 15 Punkte entsprechend ihrer Nutzung in Tabelle 3 einge-
• mittlere Belastung = 16 bis 30 Punkte ordnet werden, solange nicht zu besorgen ist,
• starke Belastung = 31 bis 45 Punkte dass dort mit wassergefährdenden Stoffen umge-
gangen wird. Bei allen anderen Flächen wird eine
Ableitung des Regenwassers zu einer Kläranlage
5.3.2 Kupfer-, zink- oder bleigedeckte empfohlen, sofern mit der Wasserbehörde für den
Dachflächen Einzelfall keine besondere Behandlungsmaßnah-
me vor dem Versickern oder vor dem Einleiten in
Dachflächen in Wohngebieten sind im Allgemei- ein oberirdisches Gewässer festgelegt wird.
nen gering belastet. Eine Ausnahme bilden unbe-
schichtete kupfer-, zink- und bleigedeckte Dach-
flächen, die besonders bei saurem Regen hohe 5.3.4 Mischflächen
Metallkonzentrationen im ersten Regenabfluss
aufweisen können. Bis zum Vorliegen anerkannter Ein Ziel der modifizierten Entwässerungsverfahren
Behandlungsmaßnahmen zur ausreichenden Re- ist es, Regenwasser von stark unterschiedlich
duzierung dieser Metalle im einzuleitenden Re- verschmutzten Flächen nicht zu mischen, sondern
genwasser wird auch für diese Dachdeckungen gering verschmutztes Wasser ohne weitere Be-
das Bewertungsverfahren nach Anhang A ange- handlung dezentral in den Wasserkreislauf zu-
wandt. Kupfer-, zink- und bleigedeckte Dachflä- rückzuführen und stärker verschmutztes Wasser
chen werden dem Flächentyp F6 mit 35 Punkten je nach Bedarf vor einer Einleitung zu behandeln.
zugeordnet.
Das Bewertungsverfahren könnte dazu verleiten,
Versickern den Abfluss von stark belasteten Flächen mit dem
Soll das Regenwasser versickert werden, so ist es Abfluss von weniger stark belasteten Flächen zu
für einen ausreichenden Grundwasserschutz er- verdünnen. Die Verdünnung oder Vermischung von
forderlich, eine Behandlungsmaßnahme entspre- Abwasser mit deutlich unterschiedlicher Ver-
chend dem Bewertungsverfahren nach Anhang A schmutzung ist unerwünscht und ersetzt nicht eine
Tabelle A.4a oder A.4b vorzusehen. Sind von eventuell notwendige Vorbehandlung. Bei der
einem Gebäude nur kleinere Dachflächenanteile Ermittlung der Behandlungsbedürftigkeit darf sie
bis zu maximal 50 m² der Gesamtdachfläche kup- nur eingeschränkt berücksichtigt werden. Im Be-
fer-, zink- oder bleigedeckt, wie z. B. Eingangs- wertungsverfahren dürfen daher grundsätzlich nur
überdachungen, Gauben oder Erker, so können vier benachbarte Flächentypen, z. B. F2, F3, F4
diese Anteile bei der qualitativen Bewertung wie und F5 miteinander kombiniert werden, wenn das
die übrige Dachfläche eingestuft werden. Das Wasser derselben Regenwasserbehandlungsan-
Gleiche gilt für Dachrinnen und Fallrohre. lage zugeführt werden soll (siehe Tabelle A.3). Bei
der Feststellung der maßgebenden Abflussbelas-
Einleiten in oberirdische Gewässer tung einer Mischfläche, in der auch „stark“ ver-
Bei einer Einleitung des Regenwassers in oberirdi- schmutzte Flächen F6 enthalten sind, müssen die
sche Gewässer ist es tolerierbar, innerhalb eines „gering“ belasteten Flächen F1 und F2 außer Acht
Gewässer- oder Uferabschnittes von 1000 m Län- bleiben. Dies gilt auch bei der Ermittlung der Ein-
ge den Abfluss von kupfer-, zink- oder bleigedeck- zelflächenanteile und der Summenbildung nach
ten Dachflächen bis zu einer Größe von 500 m
2 Gleichung (4.2).
nichtmetallischen Dachflächen gleichzusetzen. Die
mittlere Abflussspende von Dachflächen liegt im
Jahresmittel bei wenigen Litern pro Sekunde und
Hektar. Damit ist auch bei kleinen Gewässern eine
ausreichende Verdünnung gegeben, um ökologi-
sche Schädigungen zu vermeiden (WACHS 1998).

14 August 2007
DWA-M 153

6 Notwendigkeit 6.2 Qualitative


einer Regenwasser- Gewässerbelastung
behandlung 6.2.1 Bewertungsverfahren
6.1 Bagatellgrenzen Grundgedanke des Bewertungsverfahrens ist,
dass die Emission aus Trenngebieten dem
Bagatellgrenzen für kupfer-, zink- oder bleigedeckte Schutzbedürfnis des Grundwassers oder des ober-
Dachflächen werden in Abschnitt 5.3.2 behandelt. irdischen Gewässers angepasst wird. Ist der Re-
Darüber hinaus gelten folgende Bedingungen. genabfluss aus der Summe der Einleitungen eines
Siedlungsgebietes stärker belastet, als dem
Versickern Schutzbedürfnis des aufnehmenden Gewässers
angemessen ist, so muss er vor der Einleitung
Qualitativ ausreichend gereinigt werden. Auch beim Versi-
Unabhängig von der Größe der angeschlossenen ckern wird von einer Behandlungsmaßnahme
undurchlässigen Fläche ist bei jeder Versickerungs- gesprochen, wenn das Niederschlagswasser aus-
anlage zu prüfen, ob eine Regenwasserbehandlung reichend mächtige Bodenschichten passiert.
entsprechend Abschnitt 6.2 erforderlich ist.
Ein Verfahren zur immissionsorientierten Bewer-
Quantitativ tung von Regenwassereinleitungen aus Trenn-
Die Vorgaben des Arbeitsblattes DWA-A 138 sind und insbesondere Mischsystemen enthält bei-
zu beachten. spielsweise das BWK-Merkblatt M3.

Bei jeder Behandlungsmaßnahme wird nur ein


Einleiten in oberirdische Gewässer Teil der stofflichen Belastung zurückgehalten.
Außerdem treten bei der Passage durch einen
Qualitativ
bewachsenen Oberboden andere Reinigungsvor-
Bei der Einleitung in oberirdische Gewässer kann gänge auf als bei einem Regenklärbecken oder
von einer Regenwasserbehandlung abgesehen bei einem mechanischen Filter. Je nach Art des
werden, wenn gleichzeitig folgende drei Bedin-
betrachteten Stoffes und der gewählten Behand-
gungen eingehalten sind:
lung ist die verbleibende Restbelastung unter-
A: das zur Verfügung stehende Gewässer ent- schiedlich hoch.
spricht den Gewässertypen G1 bis G8 (siehe
Anhang A Tabelle A.1a), Aus diesem Grunde wurden im vorliegenden Be-
B: die undurchlässigen Flächen entsprechen den wertungsverfahren in pauschaler Vereinfachung
Flächentypen F1 bis F4 (siehe Anhang A Ta- so genannte Durchgangswerte für die einzelnen
belle A.3), Behandlungsmaßnahmen festgelegt. Die Durch-
gangswerte sind Kenngrößen, mit deren Hilfe eine
C: innerhalb eines Gewässer- oder Uferabschnit- vergleichende Wertung einzelner Behandlungs-
tes von 1000 m Länge wird das Regenwasser maßnahmen möglich wird. Sie haben keine physi-
von insgesamt nicht mehr als 0,2 ha (2.000 m2) kalische oder chemisch-biologische Grundlage,
undurchlässiger Fläche eingeleitet. mit der auf eine messbare Reinigungsleistung
einer Behandlungsanlage geschlossen werden
Quantitativ könnte. Dazu ist die Wirkung beim Rückhalt ein-
Auf die Schaffung von Rückhalteräumen kann ver- zelner Stoffe zu unterschiedlich (GOLWER 1991).
zichtet werden, wenn mindestens eine der drei fol- Ein ausreichender Gewässerschutz kann mit die-
genden Bedingungen eingehalten ist: sem Bewertungsverfahren nicht nachgewiesen,
D: es wird in einen Teich oder einen See mit einer sondern nur angenommen werden. Sofern beson-
Oberfläche von mindestens 20 % der undurch- dere stoffliche Belastungen zu erwarten sind, die
lässigen Fläche oder in einen Fluss entspre- durch dieses pauschale Verfahren nicht erfasst
chend Abschnitt 5.1 eingeleitet, werden können, sind weiter gehende Untersu-
chungen vorzunehmen oder das Wasser ist einer
E: die undurchlässigen Flächen betragen innerhalb Kläranlage zuzuführen.
eines Gewässerabschnittes von 1000 m Länge
insgesamt nicht mehr als 0,5 ha (5.000 m2),
Im Anhang B ist ein Formblatt beigefügt, mit dem
F: das erforderliche Gesamtspeichervolumen nach die Notwendigkeit und der Umfang einer Behand-
Abschnitt 6.3.4 ist kleiner als 10 m3. lungsmaßnahme abgeschätzt werden kann. Ziel

August 2007 15
DWA-M 153

des Bewertungsverfahrens ist es, die erforderliche 6.2.2 Hintereinanderschaltung


Regenwasserbehandlungsmaßnahme zu finden, von Behandlungsanlagen
um verunreinigtes Regenwasser vor der Einlei-
tung in das Grundwasser oder in ein oberirdisches Die Durchgangswerte Di hintereinander geschalte-
Gewässer so weit zu reinigen, dass dem ange- ter Behandlungsanlagen werden bei folgenden
nommenen Schutzbedürfnis des Gewässers nä- Kombinationen miteinander multipliziert:
herungsweise Rechnung getragen wird:
• Filteranlage (Tabelle A.4b) und nachgeschalte-
Emissionswert E ≤ Gewässerpunktezahl G. te Bodenpassage (Tabelle A.4a),

Der Emissionswert E von abflusswirksamen Flä- • Sedimentationsanlage (Tabelle A.4c) und nach-
chen ergibt sich aus der Verschmutzung des ab- geschaltete Bodenpassage (Tabelle A.4a),
fließenden Regenwassers (Abflussbelastung B)
multipliziert mit dem Durchgangswert D der Be- • Versickerung durch mehrere Deckschichten
handlungsmaßnahme. Findet keine Regenwas- (Tabelle A.4a).
serbehandlung statt, wird der Durchgangs-
wert D = 1: Bei der Kombination mehrerer Sedimentationsan-
lagen zählt nur der niedrigste Durchgangswert Di
E=B⋅D der besten Einzelanlage.
mit:
Hinweise:
E Emissionswert
In begründeten Fällen sind Abweichungen von
B Abflussbelastung den vorgegebenen Durchgangswerten möglich.
D Durchgangswert Für nicht aufgeführte Anlagen und Verfahrens-
techniken sind Durchgangswerte mit der Wasser-
Die Abflussbelastung B setzt sich aus Einflüssen behörde abzustimmen.
aus der Luft Li und der Verschmutzung der befes-
tigten Flächen Fi zusammen. Unterschiedlich ge- Eine Versickerung in Schächten, Rohren oder
nutzte Flächen Au,i werden entsprechend ihrem Rigolen ohne vorherige Reinigung durch bewach-
Anteil fi an der Gesamteinzugsfläche Au einer sene Oberbodenpassagen oder Filteranlagen ist
Behandlungsanlage gewichtet: nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig,
auch wenn in der Kombination mit einer vorge-
B = Σ fi (Li + Fi ) (6.1) schalteten Sedimentationsanlage ein ausreichend
niedriger Durchgangswert errechnet werden kann.
mit Solche Ausnahmefälle wären z. B. bei nachge-
fi = Au,i / Σ Au,i wiesener geringer Stoffbelastung der Nieder-
schlagsabflüsse oder bei besonders hohem Stoff-
Die so ermittelte Abflussbelastung B des Regen- rückhaltevermögen gegeben (DWA-A 138).
wassers wird mit den Gewässerpunkten G vergli-
chen. Ist B größer als G, so ist die Notwendigkeit 6.3 Hydraulische
einer Regenwasserbehandlung i. d. R. gegeben: Gewässerbelastung
B>G in der Regel ist eine Behandlung erfor-
Der rasche Regenwasserabfluss von befestigten,
derlich,
verdichteten oder gesättigten Oberflächen kann
B≤G keine Behandlung erforderlich. die Hochwasserspitzen in Oberflächengewässern
vergrößern. Mit geeigneten Maßnahmen zum
Die Durchgangswerte D von Behandlungsmaß- Zurückhalten, Speichern und gedrosselten Weiter-
nahmen sind unterschiedlich hoch (siehe Anhang A, leiten des Wassers können diese unerwünschten
Tabellen A.4a, A.4b und A.4c). Auswirkungen verringert werden.

Wird die maximal zulässige Restverschmutzung Der eingeleitete Abfluss darf nicht zum Ausufern
nach einer Behandlung auf das angenommene des Gewässers führen. Im Zweifelsfall ist die zu
Schutzbedürfnis des Grundwassers oder oberirdi- wählende Regenabflussspende qR zu verringern
schen Gewässers abgestimmt, so ergibt sich für und der zu erwartende Wasserspiegel sowohl in
den größten zulässigen Durchgangswert: stehenden als auch in fließenden Gewässern
rechnerisch zu überprüfen. Ein angemessenes
Dmax = Gewässerpunkte G / Abflussbelastung B. Freibordmaß von 20 cm bis 100 cm je nach Ge-

16 August 2007
DWA-M 153

wässergröße ist zu berücksichtigen. Bei Einleitung 6.3.1 Drosselabfluss


in Teiche ist außerdem eine ausreichende Entlas-
tungsmöglichkeit vorzusehen. Zur Vermeidung von Spitzenabflüssen kann für
jede einzelne Einleitung in ein oberirdisches Ge-
Werden Regen- oder Mischwasserabflüsse aus wässer die Drosselung des Regenabflusses erfor-
Siedlungen in größeren Rückhalteräumen zwi- derlich werden. Drosseleinrichtungen haben die
schengespeichert, so kann es vorkommen, dass Aufgabe, aus Staueinrichtungen eine vorgegebe-
bis zur Entleerung des Speicherraums der ge- ne Wassermenge pro Zeit abfließen zu lassen.
drosselte Abfluss deutlich länger als 30 Minuten in Stauräume wie Flachdächer, Teiche, Gräben,
einen Bach eingeleitet wird. In diesem Fall muss Regenbecken, Staukanäle usw. werden dadurch
der erforderliche Abstand von aufeinander folgen- verzögert entwässert und die Abflussspitze aus
den Einleitungen oder der maximal zulässige einem Einzugsgebiet wird begrenzt. Der maximal
Drosselabfluss jeder einzelnen Einleitung geson- zulässige Drosselabfluss muss auf die Erodier-
dert untersucht werden. Dies gilt insbesondere barkeit der Gewässersedimente abgestimmt sein.
dann, wenn mehr als 5 % des natürlichen Ein-
zugsgebietes des Gewässers an dieser Stelle Nach dem Emissionsprinzip ist bei Überschreiten
bereits versiegelt sind. In diesen Fällen ist das der quantitativen Bagatellgrenze (Abschnitt 6.1)
Prüfverfahren der ATV-Arbeitsgruppe 2.1.1 zu an jeder einzelnen Einleitungsstelle die Regenab-
beachten (ATV 1993, ATV 1997). flussspende von den undurchlässigen Flächen je
nach Typ des Vorflutgewässers zu begrenzen
Der Nachweis des maximal zulässigen Drossel- (siehe Tabelle 3). Für kleine Fließgewässer be-
abflusses und des erforderlichen Speichervolu- deutet dies, dass die „natürliche“ Abflussspende
mens an einer Einleitungsstelle kann nach den des ursprünglich unbebauten Gebietes in der Re-
folgenden Vorgaben erbracht werden. Genauere gel nicht überschritten wird. Bei größeren Fließ-
Aussagen zur hydraulischen Gewässerbelastung gewässern werden deren hydraulische Belastbar-
können durch weiter gehende Erhebungen am keit und die Verhältnismäßigkeit von kostspieligen
und im Gewässer und Niederschlag-Abfluss- Rückhaltemaßnahmen berücksichtigt.
Simulationen ermittelt werden. Dies ist insbe-
sondere dann erforderlich, wenn die im Folgen- Der Drosselabfluss QDr zur Begrenzung der einge-
den vorgegebenen Werte nicht eingehalten wer- leiteten Abflussspitzen an jeder Einleitungsstelle
den können. wird aus der zulässigen Regenabflussspende qR
und der undurchlässigen Gesamtfläche Au ermittelt:

QDr = qR ⋅ Au in l/s (6.2)


mit
qR in l/(s⋅ha)
Au in ha

Tabelle 3: Zulässige Regenabflussspenden von undurchlässigen Flächen

Regenabflussspende
Typ des Vorflutgewässers
qR in l/(s y ha)
kleiner Flachlandbach bSp < 1 m, v < 0,3 m/s 15
kleiner Hügel- und Berglandbach bSp < 1 m, v > 0,3 m/s 30
großer Flachlandbach bSp = 1 - 5 m, v < 0,5 m/s 120
großer Hügel- und Berglandbach bSp = 1 - 5 m, v > 0,5 m/s 240
Flüsse bSp > 5 m nicht begrenzt
kleine Teiche Oberfläche < 20 % von Au Einzelfallbetrachtung
Teiche und Seen Oberfläche > 20 % von Au nicht begrenzt

August 2007 17
DWA-M 153

6.3.2 Maximalabfluss fluss trotz erosionswiderstandsfähiger Sohle ent-


sprechend verringert werden. In Einzelfällen kann
An Bächen entsprechend Abschnitt 5.1 soll weder es auch notwendig werden, den maximal zulässi-
an einer Einzeleinleitungsstelle noch als Summe gen Drosselabfluss am Niedrigwasserabfluss
von mehreren Einzeleinleitungen ein maximaler (MNQ) eines Gewässers zu orientieren. Hierfür
Abfluss QDr,max wesentlich überschritten werden. sind Berechnungen mit Modellen erforderlich.
Dies lässt sich annähernd erreichen, wenn inner-
halb einer Fließstrecke von etwa der 1.000fachen 6.3.3 Mittelwasserabfluss
mittleren Wasserspiegelbreite bsp insgesamt nicht
mehr als QDr,max eingeleitet wird. Die Laufzeit von Ist der örtlich maßgebende Mittelwasserabfluss
einzelnen Abflussspitzen bei Gewitterregen von MQ für die Bestimmung des maximal zulässigen
10 bis 30 Minuten Dauer ist bei dieser Entfernung Drosselabflusses QDr,max nicht bekannt, so kann
in den Bächen so groß, dass eine Überlagerung MQ geschätzt werden. Ein einfaches und oft an-
mit den Abflussspitzen aus weiter unterstrom fol- gewendetes Verfahren ist die Ermittlung der mitt-
genden Einleitungen unwahrscheinlich wird. leren Abflussspende Mq aus hydrologischen Kar-
ten und die Berechnung des mittleren Abflusses
Bei Bauvorhaben an diesen Bächen, die über die MQ durch Multiplikation der Spende mit der Flä-
Bagatellgrenzen nach Abschnitt 6.1 hinausgehen, che des Einzugsgebietes des Vorflutgewässers
ist daher der maximal zulässige Abfluss QDr,max von bis zur Einleitungsstelle.
versiegelten Flächen zu beachten. Er wird über den
Einleitungswert ew (Tabelle 4) in Abhängigkeit von Liegen Angaben zu mittleren Abflussspitzen oder
der Korngröße der Gewässersedimente und dem zur Größe des Einzugsgebietes nicht vor, wird der
Mittelwasserabfluss MQ mit folgender Formel be- Abfluss messtechnisch ermittelt. Dazu ist zu-
rechnet (MICHELBACH, MEIßNER 1999): nächst nach mehreren regenfreien Tagen der
Abfluss Q des Baches an der Einleitungsstelle zu
QDr,max = ew ⋅ MQ ⋅ 1000 in l/s (6.3) bestimmen:
3
Q = v ⋅ h ⋅ bSp in m /s (6.4)
mit
mit
ew dimensionsloser Einleitungswert in Fließ-
v mittlere Fließgeschwindigkeit in m/s,
gewässern in Abhängigkeit von der Korn-
größe der Sedimente, h mittlere Wassertiefe in m,
bSp mittlere Wasserspiegelbreite in m.
MQ Mittelwasserabfluss an der Einleitungs-
stelle in m3/s.
Anschließend wird noch am selben Tag an dem
nächsten bachabwärts gelegenen Abflusspegel
Tabelle 4: Einleitungswert ew in Abhängigkeit
ebenfalls der Abfluss QPegel gemessen oder er wird
von der Korngröße
für diesen Tag nachträglich den Pegelaufzeichnun-
gen entnommen. Bildet man nun den Quotienten
Gewässersediment Einleitungswert ew aus dem langjährigen Mittelwasserabfluss MQPegel
überwiegend am Pegel und dem Abfluss QPegel am Tag der Mes-
lehmig-sandig 2-3 sung und multipliziert den Abfluss Q an der Einlei-
kiesig (< faustgroß) 4-5 tungsstelle mit diesem Verhältnis, so erhält man für
die Einleitungsstelle annähernd den Mittelwasser-
steinig (> faustgroß) 6-7 abfluss MQ.

Bei nachgewiesenermaßen sehr leistungsfähigen Fehlt in sinnvoller Entfernung von der Messstelle
Gewässern mit stabiler Sohle, intaktem Interstitial ein Abflusspegel, so wird der mit Gleichung (6.4)
und hohem Wiederbesiedelungspotenzial sind berechnete Abfluss Q näherungsweise als maß-
Einleitungsabflüsse auch über dem 7fachen MQ gebender Mittelwasserabfluss MQ angenommen.
zulässig. Der einjährliche Hochwasserabfluss
(HQ1) sollte in der Regel jedoch nicht überschrit-
ten werden.

In begründeten Fällen, wenn zum Beispiel seltene


oder empfindliche Arten im Gewässer dies erfor-
dern, muss der maximal zulässige Einleitungsab-

18 August 2007
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6.3.4 Speichervolumen und die Homogenität der wirksamen Bodenschicht


sowie die biologische Aktivität. Bleiben die hydrauli-
In Abhängigkeit vom zulässigen Drosselabfluss ist sche und frachtmäßige Belastung gering, so kön-
ein mehr oder weniger großes Speichervolumen nen ein Verschlammen, Staunässe und eine Über-
zur Verfügung zu stellen, um hohe Nieder- forderung der Abbaukapazität vermieden werden.
schlagsabflüsse zwischenspeichern zu können. Eine Rückspülung und damit gezielte Regeneration
Das erforderliche Volumen hängt von vier Fakto- ist bei Bodenpassagen nicht möglich.
ren ab:
Eine Passage durch bewachsenen Oberboden ist
• örtliche Niederschlagsverhältnisse, wesentlich wirksamer als durch eine unbewach-
• Größe der undurchlässigen Fläche, sene Bodenzone. Bewachsener Oberboden wird
im Wurzelbereich natürlich aufgelockert. Dort fin-
• zulässiger Drosselabfluss des Speichers, det ein erhöhter Abbau und eine Adsorption ver-
schiedener Schmutzstoffe statt. Ein unbewachse-
• gewünschte Sicherheit gegen Überstau.
ner oder mit Mulch abgedeckter Boden allein
genügt nicht für einen ausreichenden Schutz des
Es kann nach den Vorgaben des Arbeitsblattes Grundwassers vor belastetem Regenabfluss.
DWA-A 117 errechnet werden.
Für die dezentrale Versickerung wird allgemein ein
-6
kf-Wert > 1⋅10 m/s, für die Versickerung in den
7 Maßnahmen Seitenräumen befestigter Flächen kf > 2⋅10-5 m/s
benötigt. Für zentrale Versickerungsanlagen sollte
7.1 Wirkung der Maßnahmen ein kf-Wert > 1⋅10-5 m/s nicht unterschritten werden.

Unter Regenwasserbehandlung wird jeder natürli- Der Boden, durch den versickert wird, darf nicht
che oder künstlich herbeigeführte Vorgang ver- vorbelastet sein (z. B. durch Altlasten). Eine aus-
standen, der eine Verminderung der stofflichen reichende Reinigung wird erreicht, wenn der na-
Belastung bewirkt. So ist zum Beispiel auch das türliche Oberboden folgende Werte aufweist:
breitflächige Versickern über die Schultern einer
Landstraße eine Behandlung, da das Regenwasser • pH-Wert 6-8,
nach dem Durchsickern der bewachsenen Deck- • Humusgehalt 1 % bis 3 % und
schicht mehr oder weniger stark gereinigt wird.
• Tongehalt unter 10 %.
In den Tabellen A.4a, A.4b und A.4c wurden Ver-
sickerungs-, Filter- und Sedimentationsanlagen so Alle geforderten Eigenschaften des Oberbodens
genannte Durchgangswerte zugeordnet. Sie be- sollten vor der Lieferung gutachterlich bestätigt
werten relativ den Anteil der nicht zurückgehalte- werden.
nen Abflussbelastung, die sowohl in gelöster als
auch in partikulärer Form vorliegen kann. Ein Die Versickerung über bewachsenen Oberboden
messbarer Wirkungsgrad für einen beliebigen ist die bevorzugte Lösung. Einer hydraulischen
Stoff kann daraus nicht abgeleitet werden, da Überlastung kann durch konstruktive Maßnahmen
Stoffe unterschiedlicher Erscheinungsform un- begegnet werden. Bewachsener Oberboden kann
gleich zurückgehalten werden, z. B. gelöste Salze, u. a. bei der breitflächigen Versickerung in Grün-
organische Verbindungen oder mineralische Se- flächen, bei der Muldenversickerung und bei Ver-
dimente. Die Durchgangswerte dienen lediglich sickerungsbecken ohne Dauerstau eingebaut
einer qualitativen Reihung der Behandlungsanla- werden. Die Mächtigkeit der ungesättigten Boden-
gen, um eine angemessene Reinigung zu erzie- schicht zwischen Oberkante des Oberbodens und
len, bevor das Regenwasser versickert oder ein- dem mittleren Grundwasserstand soll bei der Flä-
geleitet wird. chen- und Muldenversickerung in der Regel min-
destens 1 m betragen. Die Forderung nach einem
7.2 Bodenpassagen Mindestabstand von 1 m des Grundwassers von
der Fläche, durch die versickert wird, sichert die
Bei der Passage von Bodenschichten werden durch Nutzung des Bodens als Filter zur Regenwasser-
physikalische, chemische und ggf. auch biologische behandlung.
Vorgänge Schmutzstoffe aus dem durchströmen-
den Regenwasser zurückgehalten und gespeichert Unterirdische Versickerungsanlagen (Rigolen-,
oder abgebaut (DWA-A 138). Entscheidend für die Rohr- oder Schachtversickerung) können nur in
Reinigungsleistung sind die Adsorptionskapazität stark eingeschränkten Einsatzbereichen, z. B. für

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DWA-M 153

unproblematische Dachflächen in Wohngebieten 7.4 Sedimentationsanlagen


mit geringer Luftverschmutzung, toleriert werden.
Vorgaben für den Mindestabstand der Sohle un- Anlagen mit einem Absetzraum, in dem die Strö-
terirdischer Versickerungsanlagen bis zum Grund- mungsverhältnisse es zulassen, dass spezifisch
wasser sind in DWA-A 138 zu finden. schwerere Stoffe als Wasser nach unten sinken
und spezifisch leichtere Stoffe aufschwimmen,
Die Mächtigkeit einer Deckschicht über dem werden hier als Sedimentationsanlagen bezeich-
Grundwasser bestimmt die Betriebssicherheit net. Konstruktive Hinweise sind im Arbeitsblatt
einer Versickerungsanlage und die Dauer bis ATV-A 166 zu finden, Beispiele enthält das Merk-
zum Durchbruch nennenswerter Schmutzanteile. blatt ATV-DVWK-M 176.
Mit zunehmender Durchlässigkeit nimmt die
erforderliche Mächtigkeit der Bodenschicht zu, Zurückgehaltene Feststoffe sollten nach Möglich-
um die Funktion über eine ausreichende Dauer keit nicht wieder mit einem anderen Abwasser-
strom (z. B. mit kommunalem Schmutzwasser)
zu erfüllen.
vermischt werden, um die Ausbreitung der in der
Sedimentationsanlage aufkonzentrierten Feststof-
Hinweis: fe und damit auch Schadstoffe zu vermeiden. Als
Durch den Bau von Versickerungsanlagen dürfen spezifische Behandlung geeignet ist zum Beispiel
keine stauenden, das Grundwasser schützende die Entwässerung und Klassierung sowie die an-
Deckschichten (z. B. ausgeprägte Lehmschichten) schließende Ablagerung oder Verwertung der
durchstoßen werden. Feststoffe (vgl. Entsorgung von Feststoffen der
Gullyreinigung oder von Straßenkehricht). Die
wasserwirtschaftlich und wirtschaftlich optimale
7.3 Filteranlagen
Lösung muss im Einzelfall unter Berücksichtigung
Filteranlagen dienen der Vorbehandlung und der örtlichen Gegebenheiten gefunden werden.
Filtration von Regenwasser (Kombination von
Regenklärbecken sind für den Gewässerschutz
Regenklär- und Filterbecken). Zwingend erforder-
besonders wirksam, wenn auch möglichst feine
lich ist die Entfernung von absetzbaren Stoffen Fraktionen weitgehend abgeschieden werden,
und Leichtstoffen in der vorgeschalteten Sedi- bevor das so mechanisch behandelte Regenwas-
mentationsanlage. Eine Filteranlage entfernt im ser über den Klärüberlauf abfließt. Das abgesetzte
einfachsten Fall partikuläre Stoffe. Durch das Sediment sollte auch bei hohen hydraulischen
Filtermaterial, die Filterstärke und durch Beein- Belastungen nicht wieder aufgewirbelt und mit
flussung der Durchflusszeit können neben den dem Durchfluss vermischt werden. Nur so wird ein
partikulären Stoffen mittels biologischer Prozes- Austrag über den Klärüberlauf vermieden.
se und Adsorption zusätzlich gelöste Stoffe ent-
fernt werden (Bodenfilter). Außerdem wird durch Regenklärbecken ohne Dauerstau (ATV-A 166)
die Retentionswirkung der Filteranlage ein Ge- werden nach jedem Einstauereignis entleert und
wässer hydraulisch entlastet, hydrobiologischer gereinigt. Hierzu ist eine vorübergehend geöffnete
Stress gemindert und infolge des langen Nach- Verbindung zu einem Schmutz- bzw. Mischwas-
laufs der Niedrigwasserabfluss erhöht. serkanal erforderlich.

Filteranlagen werden in der Regel in Erdbauweise Regenklärbecken mit Dauerstau (ATV 1995a,
ausgeführt. Die Sohle wird gegen den Untergrund ATV-A 166) werden nur in großen Zeitabständen
für die Reinigung und Inspektion entleert.
abgedichtet und erhält eine Dränung. Der Abfluss
wird gedrosselt zum Gewässer geführt. Über der Teiche (GEIGER, DREISEITL 2001) sind eine
Dränung liegt eine Filterschicht, die in der Regel naturnah als Erdbecken gestaltete Ausführungsart
bepflanzt wird. Zusätzlich ist ein Retentionsraum von Regenklärbecken mit Dauerstau. Sie bewirken
vorzusehen (BRUNNER 1998). Hinweise zu Pla- auch eine biologische Reinigung. Ein vorgeschalte-
nung, Bau und Betrieb von Retentionsbodenfilter- ter Schlammfang ist für den Betrieb zweckmäßig.
anlagen enthält das Merkblatt DWA-M 178.
Hydrodynamische Abscheider (BROMBACH,
WEIß 1997; HÜBNER 1997) sind eine besondere
Ausführungsform von als Massivbecken ausge-
führten Regenklärbecken ohne Dauerstau. Es
handelt sich um runde Becken mit tangentialem
Zulauf. Dadurch wird eine stabile Drehströmung
erzeugt, die zu einer Reinigung der Beckensohle
und einer Sammlung der Sedimente in einem in
Beckenmitte angeordneten Schlammspeicher

20 August 2007
DWA-M 153

führt. Hydrodynamische Abscheider sind damit Untersuchungen in Berlin (HEINZMANN 1995)


weniger empfindlich für eine Resuspendierung und Karlsruhe (PFEIFER 1998) belegen die Ein-
abgesetzter Feststoffe als andere Ausführungs- setzbarkeit auch zur Behandlung von Regenwas-
formen von Regenklärbecken ohne Dauerstau. ser. Der gegenüber anderen Verfahren erhöhte
Sie sind besonders gut geeignet für kleine Ein- finanzielle und betriebstechnische Aufwand recht-
zugsgebiete (WEIß, BROMBACH 2000). fertigt den Einsatz dann, wenn besondere Gewäs-
sergüteanforderungen einen hohen Stoffrückhalt
Regenrückhalteanlagen (DWA-A 117) können in aus Trenngebieten erforderlich machen. Durch-
Beckenform bei günstiger Gestaltung der Zu- und gangswerte müssen im Einzelfall mit der Wasser-
Abläufe bei meist großem spezifischen Volumen behörde abgestimmt werden.
eine gute Reinigungsleistung erbringen, wenn ein
Austrag mit der Entleerung verhindert wird. Ver-
bleibt nach Regenende ein Dauerstau in einem
Teil des Beckens, dann können Schwimmstoffe
8 Planung der
und Leichtflüssigkeiten mit einer Tauchwand zu- Regenentwässerung
rückgehalten werden. Bei Regenrückhaltebecken,
die nach Regenende vollständig entleeren, kann
in Siedlungen
ein nachgeschalteter Abscheider mit dem gedros-
Die Planung der Regenentwässerung von Sied-
selten Beckenablauf beschickt werden.
lungsgebieten ist von der reinen Entsorgungsauf-
Absetzanlagen (FGSV-539) werden zweckmäßi- gabe zur Bewirtschaftungsaufgabe geworden, die
gerweise vor Versickerungsmulden und -becken in frühzeitiger, enger Abstimmung mit anderen
errichtet, um den Schlammanfall auf den Sicker- planungsbeteiligten Fachdisziplinen sorgsam zu
flächen zu reduzieren und so die Betriebsfähigkeit lösen ist. Für eine erfolgreiche Integration in die
der Sickeranlagen möglichst lange aufrecht zu Bauleitplanung hat sich die folgende Vorgehens-
erhalten. Absetzanlagen dienen der Sedimentati- weise bewährt.
on von absetzbaren Stoffen über etwa 0,1 mm
Korndurchmesser. 8.1 Ausweisung von Bauflächen
Leichtstoffabscheider (FGSV-514) dienen über- Die Festlegung von Erweiterungsflächen (Flä-
wiegend dem Rückhalt von wassergefährdenden chennutzungsplanung) sollte unter besonderer
Stoffen. Leichtstoffabscheider nach RiStWag Beachtung des notwendigen technischen Er-
(FGSV-514) können in der Regenwasserbehand- schließungsaufwandes und der vorhandenen Ge-
lung in Kombination mit Regenrückhalteanlagen wässersituation erfolgen. Die Flächen für Bebau-
eingesetzt werden. ung, Regenwasserbehandlung oder andere
Zwecke müssen zuvor mit den Belangen der
7.5 Chemisch-physikalische Stadt-, Umwelt-, Landschafts- und Verkehrspla-
Verfahren nung sowie der Siedlungswasserwirtschaft und
Wasserwirtschaft abgestimmt sein. Insbesondere
Der Rückhalt an gelösten und feinpartikulären eine der Topographie gerechte oberflächennahe
Stoffen wird durch den Einsatz von Fällungs- und Wasserführung und Anordnung von Versicke-
Flockungschemikalien verbessert. Während es rungsanlagen ist sorgsam mit den anderen Pla-
sich bei der Fällung um einen Phasenübergangs- nungsinteressen abzustimmen. Bei größeren
prozess handelt, werden bei der Flockung Fest- Baugebieten kann es eher sinnvoll sein, muster-
stoffe mit kleinem Korndurchmesser in größere hafte Lösungen zu erarbeiten, die Erschließungs-
Feststoffverbände überführt. Die Fällung und Flo- trägern, Bauherren und Architekten als Arbeitshil-
ckung erfordert definierte Prozessbedingungen, fe oder Rahmenvorgabe in einer Baufibel zur
die in vielen Anwendungen mit relativ geringem Verfügung gestellt werden.
Aufwand einzuhalten sind.
Folgende Aspekte sind u. a. zur Eignungsbewer-
Die durch Fällung und Flockung entstandenen tung und Auswahl der Flächen mit heranzuziehen:
Feststoffaggregate können durch Sedimentation,
• Topografie,
Flotation oder Filtration abgeschieden werden. In
bestehenden Regenklärbecken ermöglicht die • Grund- und Oberflächengewässer,
Fällung und Flockung eine deutliche Erhöhung
des Schmutzstoffrückhalts. Der Vorteil der che- • hydrogeologische Situation,
misch-physikalischen Anlagen liegt im hohen • Schutzgebiete,
Stoffrückhalt und in der kontrollierten, hohen Ab-
laufstabilität. • Altlastenpotenzial,

August 2007 21
DWA-M 153

• Verschmutzung der Oberflächenabflüsse, • Verkehr,


• vorhandene Entwässerungseinrichtungen, • Energie,
• mögliche Entwässerungskonzeptionen, • Immissionsschutz/Lärmschutz,
• mögliche Regenwasserbehandlung, • Grünflächenplanung.
• Erschließungskosten.
Dies gewährleistet, dass die verschiedenen Be-
lange frühzeitig argumentativ in die Planung Ein-
8.2 Hinweise zum Planungsablauf gang finden. Der städtebauliche Entwurf wird so-
dann mit den kommunalen Dienststellen und
Nach dem Aufstellungsbeschluss gemäß § 2 Trägern öffentlicher Belange abgestimmt und ggf.
Abs. 1 BauGB ist ein Startgespräch mit Beteili- modifiziert.
gung aller betroffenen Behörden, z. B. Liegen-
schaftsamt, Stadtplanungsamt, Amt für Woh-
8.2.1 Aufstellung des Bebauungs- und
nungswesen, Amt für Wirtschaftsförderung,
Umweltamt, Hochbauamt, Tiefbauamt, Stadtent- Generalentwässerungsplanes
wässerungsamt, Grünflächenamt und den Trägern
Parallel zum Bebauungsplan ist ein Generalent-
öffentlicher Belange unabdingbar.
wässerungsplan (GEP) auf der Grundlage der
siedlungswasserwirtschaftlichen Studie aufzustel-
Die Rahmenbedingungen für Gebietsentwässe- len. Gegenstand des Generalentwässerungspla-
rung und Gewässerschutz sollten in einer sied- nes sind:
lungswasserwirtschaftlichen Studie in Anlehnung
an das Merkblatt ATV-M 101 dargelegt werden. • Konzept der Gebietsentwässerung,
Teil der Studie muss eine hydrogeologische Be-
• Nachweis der Umsetzbarkeit im städtebauli-
wertung über die Boden- und Grundwasserver-
chen Kontext,
hältnisse im Bereich der geplanten Bebauung
sein. Sorgfältig zu klären sind unter anderem die • Ausweisung von Lage und Größe erforderlicher
Möglichkeiten der Umsetzung des Retentionsprin- Flächen für Versickerung, Rückhalt oder ver-
zips durch zögernde Ableitung sowie Behandlung des Re-
• dezentrale oder zentrale Versickerung, genabflusses,

• verzögernde, naturähnliche Ableitung. • Vorschläge für erforderliche Festsetzungen,


Hinweise und Erläuterungen im Bebauungsplan,
Die Ergebnisse der siedlungswasserwirtschaftli- • Variantenvergleich und Kosten.
chen Studie sind Teil der Vorgaben für den städ-
tebaulichen Entwurf. Die Vorgaben können bei- Die Konformität des Generalentwässerungsplanes
spielsweise umfassen: zum kommunalen Satzungsrecht, Wasserrecht
• Aussagen zu wasserwirtschaftlich empfindli- und ggf. Privatrecht ist abzusichern. Sind detail-
chen Bereichen (Oberflächengewässer, Grund- lierte Regelungen zur Niederschlagsentwässerung
wasser), im Bebauungsplan nicht erwünscht, so können die
für die Versickerung oder verzögernde Ableitung
• Entwässerungskonzeption, erforderlichen Flächen und/oder Verfahren abge-
sichert werden durch:
• siedlungswasserwirtschaftliche Fixpunkte,
• Ausweisung der Flächen als Gemeinschaftsei-
• bevorzugte Lage für Bebauungsstruktur und gentum,
Erschließung,
• Zusatzvereinbarungen in Grundstückskaufver-
• Aussagen zu Baukörperform und Gruppierung trägen,
im Hinblick auf eine günstige oberflächige
Wasserführung im Gebiet. • Eintragung von Grunddienstbarkeiten im Grund-
buch,
Bei städtebaulichen Wettbewerben und Vorent-
• Nachweis im Rahmen der Baugenehmigung.
würfen hat es sich als günstig erwiesen, Fachleute
folgender Bereiche hinzuzuziehen:
In jedem Fall sollte im Bebauungsplan auf die
• Siedlungswasserwirtschaft, beabsichtigte Regelungsart hingewiesen werden.

22 August 2007
DWA-M 153

8.2.2 Planung der 9 Bemessung von


Gebietsentwässerung Regenwasserbe-
Nach Abschluss des B-Plan-Verfahrens wird die handlungsanlagen
Entwurfs- und Ausführungsplanung für die Ge-
bietsentwässerung (Schmutzwasser und Regen- Aus wirtschaftlichen Gründen werden Regenwas-
wasser) erarbeitet. Die Planungen sind in allen serbehandlungsanlagen nicht für den maximalen
Fällen abzustimmen mit Zufluss aus der Regenwasserkanalisation oder
der Entwässerungsfläche dimensioniert. Die Diffe-
• Aufsichtsbehörde (z. B. untere Wasserbehörde,
renz zwischen dem maximalen Zufluss und der
staatliches Umweltamt, untere Landschaftsbe-
zulässigen Belastung muss in einem Regenrück-
hörde), haltespeicher ausgeglichen oder in einem Umlauf
• Liegenschaftsamt (Erwerb oder Verkauf von ohne weitere Behandlung an der Anlage vorbei
Grundstücken, ggf. erforderliche Zusatzverein- zum Gewässer abgeleitet werden.
barungen in Grundstückskaufverträgen),
Dabei können, z. B. in einer Versickerungsanlage,
• Amt für kommunale Abgaben (Gebühren, Er- Speicher und Filter in einem Bauwerk vereint sein.
schließungsbeiträge), Die Regenwasserbehandlungsanlage wird durch
einen vorgeschalteten Regenrückhaltespeicher
• Versorgungsträgern (Trassierungen, Bauabläufe). bei wirtschaftlicher Auslegung besser genutzt als
bei einer Anlage ohne Speicher. Der Abflussweg
Für die erfolgreiche Umsetzung von Versickerung bei Überlastung der gesamten Anlage muss ge-
oder verzögernder Ableitung empfiehlt es sich, die prüft werden, um mögliche Überflutungsgefahren
Planungen in enger Zusammenarbeit abzustim- abschätzen zu können.
men mit
• Freiraumplanern, Absetzbecken und Filteranlagen werden für kriti-
sche Regenspenden von mindestens 15 l/s je
• Verkehrsplanern, Hektar undurchlässiger Fläche dimensioniert. Der
Durchfluss liegt im Jahresmittel mit 3 (l/s⋅ha) bis
• Architekten, 5 (l/s⋅ha) deutlich unter diesem Wert. Eine Dimen-
• Erschließungsträgern/Bauherren. sionierung mit dem Ziel, vorgegebene stoffliche
Grenzwerte einzuhalten, ist für die beschriebenen
Regenwasser kann als belebendes Element in Maßnahmen bisher kaum möglich. Ersatzweise
interessante Freiraumgestaltung einbezogen wer- werden Bemessungswerte vorgegeben, wie Auf-
den. Planerisch und konstruktiv ist dabei darauf zu enthaltszeit, Oberflächenbeschickung, Schicht-
achten, dass die Grundstücks- bzw. Gebietsent- stärken und Durchlässigkeiten. Dabei sollten die
wässerung mit üblichem Komfort langfristig funkti- Randbedingungen der Versuchsanlagen und groß-
onstüchtig ist. Der für die Gebietsentwässerung technischen Untersuchungen, aus denen die
verantwortliche Planer hat dafür zu sorgen, dass Bemessungswerte abgeleitet wurden, bei der
die Beiträge anderer Planungsbeteiligter der Übertragung auf geplante Baumaßnahmen be-
Umsetzung wasserwirtschaftlicher Zielsetzungen rücksichtigt werden.
dienlich sind.
So bezieht sich die Oberflächenbeschickung auf
den gleichmäßig horizontal durchströmten Bau-
werksteil mit mehr oder weniger konstantem
Fließquerschnitt, die bewachsene Bodenzone auf
eine aktive Schicht, die sich in kurzer Zeit rege-
neriert ohne zu verstopfen oder größere anaero-
be Zonen zu bilden und die Dicke einer Filter-
schicht auf den homogenen, störungsfreien
Filterkörper. Hinsichtlich der Bemessung einzel-
ner Behandlungsanlagen wird auf die Literatur in
Tabelle 5 verwiesen.

August 2007 23
DWA-M 153

Tabelle 5: Literatur zur Bemessung von Re-


genwasserbehandlungsanlagen
10 Kostenauswirkungen
Im Vergleich zu den bestehenden Regeln der
Behandlungsanlage Bemessung nach einzelnen Bundesländer sind durch diese Hand-
Literatur lungsempfehlungen keine zusätzlichen Kosten zu
breitflächige DWA-A 138, erwarten. Die Vielfalt der vorgeschlagenen Be-
Versickerung GEIGER/DREISEITL handlungsmöglichkeiten eröffnet vielmehr die
(1995) Möglichkeit einer wirtschaftlich günstigen Planung.
Muldenversickerung DWA-A 138,
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass modifi-
GEIGER/DREISEITL
zierte Verfahren den Kostenvergleich mit konven-
(1995)
tionellen Lösungen nicht zu scheuen brauchen.
Versickerungsbecken DWA-A 138, Modifizierte Entwässerungssysteme weisen zu-
RAS-Ew, LANGE/ sätzliche Vorteile auf, die monetär schwer bewert-
SCHEUFELE (1987) bar sind. Hierzu zählen zum Beispiel:
Retentionsbodenfilter- DWA-M 178, • Minderung siedlungsbedingter Abflussspitzen
anlagen BRUNNER (1998) in Gewässern,
Vegetationspassage, BUWAL (1996)
Gräben • gegebenenfalls weitere Reduzierung von
Schmutzfrachten im Gewässer,
Straßenablauf FGSV-539
(RAS-Ew) • Verbesserung des Kleinklimas in Siedlungs-
Leichtflüssigkeitsab- FGSV-514 räumen,
scheider (RiStWag) • Erhöhung der Lebensqualität, wenn Regen-
Hydrodynamische BROMBACH/WEIß wasser in Rinnen, Mulden und Teichen wieder
Abscheider (1997), GEIGER/ sichtbar und erlebbar wird.
USTOHAL (1998)
Absetzanlagen ATV (1995b), Die Baukosten für einen umweltgerechten Um-
FGSV-539 gang mit Regenwasser schwanken in einem gro-
(RAS-Ew) ßen Bereich, je nachdem, was im Einzelnen zu
tun ist. Einflussfaktoren sind zum Beispiel:
Regenklärbecken ATV-A 166,
ATV (1995a)
preisgünstiger kostspieliger
Regenrückhalteanlagen DWA-A 117
Mehrfachnutzung vor- zusätzlicher
handener Grünflächen Grunderwerb
Einzelanlage für jedes vernetzte Anlage für ein
Grundstück ganzes Baugebiet
Erschließung von nachträglicher Umbau
Neubaugebieten in altem Baubestand
Ausführung mit Ausführung nur
Eigenleistungen durch Fachfirmen
Regenwasser nur vom Regenwasser auch als
Kanalnetz abkoppeln Brauchwasser nutzen
usw. usw.

Um die Kosten für einen umweltgerechten Umgang


mit Regenwasser mit den Kosten für herkömmliche
Ableitungssysteme vergleichbar zu machen, ist
aufgrund der örtlichen Gegebenheiten für jeden
Einzelfall eine Kostenermittlung notwendig.

24 August 2007
DWA-M 153

Literatur DWA-M 178 (Oktober 2005): Empfehlungen für


Planung, Bau und Betrieb von Retentionsboden-
filtern zur weitergehenden Regenwasserbe-
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nahmen der Gemeinschaft im Bereich der Was- Weitere technische Regeln
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BWK M 3 (Juli 2004): Ableitung von immissions-
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orientierten Anforderungen an Misch- und Nie-
des Wasserhaushalts (WHG) in der Fassung
derschlagswassereinleitungen unter Berücksich-
der Bekanntmachung vom 19. August 2002.
tigung örtlicher Verhältnisse. Pfullingen: Bund
BGBl. I S. 3245
der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirt-
schaft und Kulturbau (BWK) e. V.
Technische Regeln
DIN 4049-3 (Oktober 1994): Hydrologie – Teil 3:
DWA-Regelwerk Begriffe zur quantitative Hydrologie

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DWA-A 105 (Dezember 1997): Wahl des Entwäs-
serungssystems FGSV-539 (2005): RAS-Ew-Richtlinien für die
DWA-A 117 (April 2006): Bemessung von Regen- Anlage von Straßen – Teil: Entwässerung mit
rückhalteräumen RAS-Ew-Bemessungshilfen auf CD-ROM

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wasser- und Gewässerschutzfachleute
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– Konstruktive Gestaltung und Ausrüstung Weiterführende Literatur
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zerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. und Zoobenthon-Arten. In: Münchener Beiträge
Obermiller) zur Abwasser-, Fischerei- und Flussbiologie
(1998), Band 51, S. 534–585
GEIGER, W. F.; DREISEITL, H. (2001): Neue
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Rückhalt und zur Versickerung von Regenwas- lung mit Wirbelabscheidern. In: KA – Wasser-
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26 August 2007
DWA-M 153

Anhang A Tabellen zum Bewertungsverfahren


Tabelle A.1a: Bewertungspunkte für Gewässer (G) mit normalen Schutzbedürfnissen

Gewässerpunkte
Gewässertyp Beispiele Typ Punkte
Meer offene Küstenregion G1 33
3
großer Fluss (MQ > 50 m /s) G2 27
kleiner Fluss (bSp > 5 m) G3 24
großer Hügel- und Berglandbach (bSp = 1-5 m; v > 0,5 m/s) G4 21
Fließgewässer
großer Flachlandbach (bSp= 1-5 m; v < 0,5 m/s)
G5 18
kleiner Hügel- und Berglandbach (bSp < 1m; v > 0,3 m/s)
kleiner Flachlandbach (bSp < 1 m; v < 0,3 m/s) G6 15
abgeschlossene Meeresbucht
großer See (über 1 km2 Oberfläche) G7 18
gestauter großer Fluss (MQ > 50 m3/s)
gestauter kleiner Fluss1)
stehende und G8 16
gestaute Marschgewässer
Gewässer gestauter großer Hügel- und Berglandbach1) G9 14
1)
gestauter großer Flachlandbach (siehe auch G24) G10 12
2
kleiner See, Weiher (unter 500 m Oberfläche)
G11 10
gestaute kleine Bäche1)
außerhalb von Trinkwassereinzugsgebieten G12 10
Grundwasser Karstgebiete ohne Verbindung zu Trinkwassergewinnungsgebieten
G13 8
(Nachweis erforderlich)
1) Die Einstufung gestauter Gewässer erfolgt i. d. R. oberhalb der Stauwurzel

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DWA-M 153

Tabelle A.1b: Bewertungspunkte für Gewässer (G) mit besonderen Schutzbedürfnissen

Gewässerpunkte
Gewässertyp Beispiele Typ Punkte
weniger als 2 h Fließzeit bei MQ bis zum nächsten
Wasserschutzgebiet mit Uferfiltratgewinnung
G21 14
weniger als 2 h Fließzeit bei MQ bis zum nächsten
Fließgewässer kleinen See
Einleitung innerhalb eines Wasserschutzgebietes mit
Uferfiltratgewinnung G22 11
Badegewässer
Einleitung in Seen in unmittelbarer Nähe von
stehende und sehr G23 11
Erholungsgebieten
langsam fließende
Gewässer Fließgeschwindigkeit bei MQ unter 0,10 m/s,
G24 10
ausgenommen Marschgewässer (siehe G8)
Wasserschutzzone III B G25 < 8 1)
Wasserschutzzone III A G26 < 5 1)
Grundwasser
Karstgebiete (siehe auch G13)
G27 < 3 1)
Wasserschutzzone II 2)
Wasserschutzzone I
besonders empfind-
in Gewässer mit Güteklasse I und in Quellregionen soll G28 0
liche Gewässer
grundsätzlich nicht eingeleitet werden
1) Einzelfallregelung erforderlich (siehe auch FGSV-514: RiStWag)
2) Versickerung in der Wasserschutzzone II ist in der Regel nicht tragbar

Tabelle A.2: Bewertungspunkte für Einflüsse aus der Luft (L)

Einfluss aus der Luft


Luftverschmutzung Beispiele Typ Punkte
Siedlungsbereiche mit geringem Verkehrsaufkommen
gering (durchschnittlicher täglicher Verkehr unter 5000 Kfz/24h) L1 1
Straßen außerhalb von Siedlungen
Siedlungsbereiche mit mittlerem Verkehrsaufkommen
mittel L2 2
(durchschnittlicher täglicher Verkehr 5000 bis 15000 Kfz/24h)
Siedlungsbereiche mit starkem Verkehrsaufkommen
(durchschnittlicher täglicher Verkehr über 15000 Kfz/24h)
L3 4
stark Siedlungsbereiche mit regelmäßigem Hausbrand
(z. B. Holz, Kohle)
im Einflussbereich von Gewerbe und Industrie mit Staubemis-
L4 8
sion durch Produktion, Bearbeitung, Lagerung und Transport

28 August 2007
DWA-M 153

Tabelle A.3: Bewertungspunkte des Regenabflusses in Abhängigkeit von der Herkunftsfläche (F)

Belastung aus der Fläche


Flächen-
verschmutzung Beispiele Typ Punkte
Gründächer, Gärten, Wiesen und Kulturland mit möglichem
F1 5
Regenabfluss in das Entwässerungssystem
Dachflächen1) und Terrassenflächen in Wohn- und
F2 8
vergleichbaren Gewerbegebieten
Rad- und Gehwege außerhalb des Spritz- und Sprühfahnenbe-
gering reichs von Straßen (Abstand über 3 m)
Hofflächen und Pkw-Parkplätze ohne häufigen Fahrzeug-
wechsel in Wohn- und vergleichbaren Gewerbegebieten F3 12
wenig befahrene Verkehrsflächen (bis zu 300 Kfz/24h) in
Wohn- und vergleichbaren Gewerbegebieten,
z. B. Wohnstraßen
Straßen mit 300 bis 5000 Kfz/24h,
F4 19
z. B. Anlieger-, Erschließungs-, Kreisstraßen
Hofflächen und Pkw-Parkplätze ohne häufigen Fahrzeug-
mittel
wechsel in Misch-, Gewerbe- und Industriegebieten2)
F5 27
Straßen mit 5000 - 15000 Kfz/24h,
z. B. Hauptverkehrsstraßen
Pkw-Parkplätze mit häufigem Fahrzeugwechsel,
z. B. von Einkaufszentren
Straßen und Plätze mit starker Verschmutzung,
z. B. durch Landwirtschaft, Fuhrunternehmen, Reiterhöfe,
F6 35
Märkte
Straßen über 15000 Kfz/24h,
stark
z. B. Hauptverkehrsstraßen mit überregionaler Bedeutung,
Autobahnen
stark befahrene Lkw-Zufahrten in Gewerbe-, Industrie oder
3)
ähnlichen Gebieten
z. B. Deponien F7
45
Lkw-Park- und Stellplätze
1) kupfer-, zink- oder bleigedeckte Dachflächen sind nach Abschnitt 5.3.2 zu regeln
2) Umschlagflächen in Gewerbe- und Industriegebieten sind im Einzelfall zu regeln
3) Versickerung nur mit Kontrollmöglichkeit nach der Reinigung zulässig

August 2007 29
DWA-M 153

Tabelle A.4a: Durchgangswerte (D) bei flächenhafter Versickerung

Durchgangswerte bei Bodenpassagen


Flächenbelastung1)
Beispiele Typ Au : AS
a b c d
2)
Versickerung durch 30 cm bewachsenen Oberboden D1 0,10 0,20 0,45
2)
Versickerung durch 20 cm bewachsenen Oberboden D2 0,20 0,35 0,60
Versickerung durch 10 cm bewachsenen Oberboden 2)
3)
D3 0,45 0,60 0,80
Pflaster und Rasengittersteine mit bewachsenem Oberboden
Bodenpassage unter Mulden, Rigolen, Schächten o. Ä. durch
flächenhaft durchgehende Deckschichten von mindestens
• 3 m Mächtigkeit, Durchlässigkeit kf = 10-4 bis 10-6 m/s
(z. B. Feinsand, schluffiger Sand, sandiger Schluff) D4 0,35 0,45 0,60 0,80

• 5 m Mächtigkeit, Durchlässigkeit kf = 10-3 bis 10-4 m/s


(z. B. sandiger Kies, Grobsand, Mittelsand)

Flächenversickerung über durchlässige Beläge auf einem


mindestens 30 cm dicken frostsicheren Oberbau, wie z. B.
• Pflaster mit nicht bewachsenen, durchlässigen Fugen
D5 0,80 1,00
• poröse Deckbeläge (z. B. Dränbetonsteine)
• mit Brechsand gefüllte Gittersteine oder Waben

Flächenversickerung ohne Berücksichtigung weiterer Boden-


passagen über
• geringere Deckschichten als in der Gruppe D4 genannt D6 1,00

• Rigolen, Versickerungsschächte, Schotterpackungen o. Ä.


1) Erläuterungen zur Flächenbelastung Au : AS in den Spalten a bis d
(Verhältnis der undurchlässigen Fläche Au zur Sickerfläche As)
a: < 5:1 in der Regel breitflächige Versickerung
b: > 5:1 bis < 15:1 in der Regel dezentrale Flächen- und Muldenversickerung
c: > 15:1 bis < 50:1 in der Regel zentrale Mulden- und Beckenversickerung
d: > 50:1
Bei Pflaster- und Gittersteinen zählt als Versickerungsfläche der durchlässige Anteil,
bei Rohr- und Rigolenversickerung ist die Flächenbelastung im Einzelfall zu ermitteln.
2) bewachsener Oberboden dieser Mächtigkeit ist ohne unzulässig hohe Sandbeimischung für die vorgesehene hydraulische Belas-
tung nicht ausreichend durchlässig. Eine Reduzierung der hydraulischen Belastung und damit eine Einstufung in die Spalte c ist
durch ausreichende Regenrückhaltung möglich.

30 August 2007
DWA-M 153

Tabelle A.4b: Durchgangswerte (D) von Filteranlagen

Durchgangswerte von bewachsenen Filterbecken mit Vorreinigung und Retentionsraum


Beispiele Typ Wert
Retentionsbodenfilteranlagen zur weitergehenden Regenwasserbehandlung
D11 0,15
im Trennsystem nach Merkblatt DWA-M 178
Sedimentationsanlage1) mit nachgeschaltetem Filterbecken2) aus 60 cm
D12 0,25
Sand der Körnung 0/2
Sedimentationsanlage1) mit nachgeschaltetem Filterbecken2) aus 60 cm
D13 0,30
Kiessand der Körnung 0/4
1) Filteranlagen erfordern zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit zusätzlich zum Stauraum im Filterbecken die Vorschaltung
einer Sedimentationsanlage. Diese ist mindestens für eine Oberflächenbeschickung qA= 10 m³/(m²⋅h) bei einer Regenspende
rkrit = 15 l/(s⋅ha) zu bemessen. Ihre Wirkung ist in den Durchgangswerten bereits enthalten.
2) Filterbecken werden hydraulisch auf folgende Werte je m² Filterfläche bemessen:
3 2
hydraulische Flächenbelastung < 40 m /(m ⋅a),
Regenabfluss der Drossel < 0,015 l/(s⋅m²) = 0,015 mm/s = 0,054 m/h

Tabelle A.4c: Durchgangswerte (D) von Sedimentationsanlagen

Durchgangswerte von Sedimentationsanlagen


kritische Regenabfluss-
spende rkrit1)
Beispiele Typ a b c d
Anlagen mit maximal 9 m³/(m²⋅h) Oberflächenbeschickung
2) 2) 2)
beim Bemessungsregen mit der Regenspende r(15,1), D21 0,20
z. B. Abscheider für Leichtflüssigkeiten nach RiStWag (FGSV-514)
Anlagen mit Leerung und Reinigung nach Regenende und
maximal 10 m³/(m²⋅h) Oberflächenbeschickung bei rkrit, 2)
D22 0,50 0,40 0,35
z. B. Regenklärbecken ohne Dauerstau, hydrodynamische
Abscheider
Anlagen mit maximal 10 m³/(m²⋅h) Oberflächenbeschickung
und maximal 0,05 m/s Horizontalgeschwindigkeit bei rkrit,
D23 0,60 0,50 0,45 0,25
z. B. trockenfallende, bewachsene Seitengräben oder
Vegetationspassagen (Länge > 50 m)
Anlagen mit Dauerstau oder ständiger Wasserführung und
2)
maximal 10 m³/(m²⋅h) Oberflächenbeschickung bei rkrit, D24 0,65 0,55 0,50
z. B. Regenklärbecken, Teiche
Anlagen mit Dauerstau und maximal 18 m³/(m²⋅h) Oberflächen-
beschickung bei rkrit,
D25 0,80 0,70 0,65 0,35
z. B. Absetzanlagen vor Versickerungsbecken oder Regen-
rückhalteanlagen (siehe Abschnitt 7.4)
2) 2) 2)
Straßenabläufe für Nass-Schlamm D26 0,9
2) 2) 2)
Standardstraßenabläufe D27 1,0
1) Erläuterungen zur kritischen Regenabflussspende rkrit in den Spalten a bis d
a: 15 l/(s⋅ha)
b: 30 l/(s⋅ha)
c: 45 l/(s⋅ha)
d: r (15,1) (Regenspende mit 15 min Regendauer und jährlicher Wiederkehr)
2) Die Bemessung dieser Anlagen ist für die angegebenen Regenabflussspenden unüblich

August 2007 31
DWA-M 153

Anhang B Bewertungsverfahren nach


Merkblatt DWA-M 153
Projekt:

Gewässer
Typ Gewässerpunkte G
(Tabellen A.1a und A.1b)

G__ G=

Flächenanteil fi Luft Li Flächen Fi


Abflussbelastung Bi
(Abschnitt 4) (Tabelle A.2) (TabelleA.3)

Au,i fi Typ Punkte Typ Punkte Bi = f i ⋅ ( Li + Fi )


L__ F__
L__ F__
L__ F__
L__ F__

Σ= Σ = 1,0 Abflussbelastung B = Σ Bi : B=

keine Regenwasserbehandlung erforderlich, wenn B < G

maximal zulässiger Durchgangswert Dmax = G / B: Dmax =

vorgesehene Behandlungsmaßnahmen
(Tabellen A.4a, A.4b und A.4c) Typ Durchgangswerte Di
D___
D___
D___
Durchgangswert D = Produkt aller Di (Abschnitt 6.2.2): D=

Emissionswert E = B · D: E=

E = ............... ; G = ................ ; Anzustreben: E <G


Behandlungsbedürftigkeit genauer prüfen, wenn: E >G

32 August 2007
DWA-M 153

Anhang C Beispiele
C.1 Beispiel 1: Vorflut: Schlossgräfte, Stillgewässer ohne natürli-
chen Zufluss;
Einleitung in die Gräfte des
Schlosses der Stadt Münster Regenwasservorbehandlung: wenig Platz,

Wohnbebauung mit Kliniken: eine Variante: Öl- und Sandfang im Neben-


AE = 52,85 ha, Au = 32,4 ha; schluss für rkrit = 5 l/(s⋅ha).
48 % Dachflächen (Ziegel), 44 % Anliegerstraßen,
8 % Hauptstraßen;

Gewässer
Typ Gewässerpunkte G
(Tabellen A.1a und A.1b)

Gräfte, stehendes Gewässer G11 G= 10

Flächenanteil fi Luft Li Flächen Fi


Abflussbelastung Bi
(Abschnitt 4) (Tabelle A.2) (Tabelle A.3)

Au,i fi Typ Punkte Typ Punkte Bi = f i ⋅ ( Li + Fi )


15,6 0,48 L2 2 F2 8 4,8
14,2 0,44 L2 2 F3 12 6,16
2,6 0,08 L3 4 F5 27 2,48

Σ = 32,4 Σ = 1,0 Abflussbelastung B = Σ Bi : B= 13,4

maximal zulässiger Durchgangswert Dmax = G / B: Dmax = 10/13,4 = 0,74

vorgesehene Behandlungsmaßnahmen
Typ Durchgangswerte Di
(Tabellen A.4a, A.4b und A.4c)

Öl- und Sandfang mit rkrit = 5 l/(s⋅ha)


(Bemerkung: Absetzanlagen für den Bemessungsab- D24 0,85 (geschätzt)
fluss 5 l/(s⋅ha) reinigen schlechter als für 15 l/(s⋅ha)
entsprechend D24a )

Durchgangswert D = Produkt aller Di (Abschnitt 6.2.2) D= 0,85

Emissionswert E = B · D: E = 13,4 · 0,85 = 11,4

Ergebnis: Die Platzverhältnisse sind äußerst schwierig, so


Der Emissionswert E = 11,4 liegt über der Gewäs- dass höchstens ein Öl- und Sandfang ausführbar
serpunktezahl G = 10. Das Bewertungsverfahren wäre. In den Sommermonaten und auch im Winter
zeigt, dass ein Öl- und Sandfang nicht ausreichend bei Eis kam es bereits zu erheblichen Problemen
ist. Es handelt sich hier um einen kritischen Be- (z. T. Fischsterben) durch starke Sauerstoffzeh-
reich, der näher überprüft werden muss. rung. Diese wurden ausgelöst durch organische

August 2007 33
DWA-M 153

Stoffe in den Abflüssen von versiegelten Flächen, Es ist beabsichtigt, folgende Flächen an die Versi-
durch Laub und Totholz der alten angrenzenden ckerungsanlage anzuschließen:
Bäume und durch Entenfütterung. Es fanden über
diese Einleitung Gespräche zwischen der Stadt Art der AE,k
Münster, dem Staatlichen Umweltamt und der Flächen
Befestigung
Bezirksregierung statt.
Steildächer der Ziegel 0,40 ha
Folgende Lösungen sollten weiter untersucht und Wohngebäude
geplant werden: kaum befahrene Verbundsteine 0,24 ha
Verkehrsflächen mit Fugen
• Bau eines Trennbauwerkes in Form eines Re- Anliegerstraßen Verbundsteine 0,16 ha
genüberlaufes oberhalb der Einleitungsstelle. mit Fugen
Ein Teilstrom von Qkrit = 15 l/(s⋅ha)⋅Au soll in ei- Pkw-Stellplatz- Rasengittersteine 0,05 ha
ner eigenen Leitung durch die Gräfte in das flie- flächen
ßende Gewässer Aa abgeleitet werden. Die Summe 0,85 ha
Gräfte würde dann nur bei größeren Abflüssen
beaufschlagt. Eine Behandlung vor Einleitung in
die Aa ist nicht erforderlich.
Flächenermittlung
• Entschlammung der Gräfte.
a) Pauschale Flächenermittlung
• Verringerung des Eintrags von Laub und
Die pauschale Flächenermittlung kann auch an-
Totholz durch Baumpflege.
gewendet werden, wenn die Art der Befestigung
einzelner Teilflächen bereits feststeht. Nach der
C. 2 Beispiel 2: pauschalen Ermittlung mit ψm = 1,0 ergeben
Neubaugebiet mit zentraler sich 0,85 ha undurchlässige Fläche.
Versickerungsanlage
b) Differenzierte Flächenermittlung
In einem Neubaugebiet für Wohnhäuser soll das
Regenwasser aus verschiedenen Gründen ge- Eine differenzierte Flächenermittlung mit Hilfe von
sammelt und zentral versickert werden. Der Ort Abflussbeiwerten nach Tabelle 2 ist nur möglich,
liegt im Karstgebiet. Nach Absprache mit der Was- wenn die Befestigungsart bereits festliegt.
serbehörde ist das Regenwasser so zu reinigen,
dass eine Gewässerpunktezahl G = 2 erreicht wird.
Es ist zu prüfen, welche Behandlungsmaßnahme
für den Regenabfluss von Dachflächen und Er-
schließungsstraßen vor der Einleitung in das
Grundwasser erforderlich ist.

Flächen Art der Befestigung AE,k ψm Au fi


Steildächer der Wohngebäude Ziegel 0,40 ha 0,90 0,36 ha 0,77
kaum befahrene Verkehrsflächen Verbundsteine mit Fugen 0,24 ha 0,25 0,06 ha 0,13
Anliegerstraßen Verbundsteine mit Fugen 0,16 ha 0,25 0,04 ha 0,08
Pkw-Stellplatzflächen Rasengitter (durchlässig) 0,05 ha 0,15 0,0075 ha 0,02
Summe 0,85 ha 0,4675 ha 1,00

Nach der differenzierten Ermittlung ergeben sich 0,47 ha undurchlässige Fläche.

34 August 2007
DWA-M 153

Qualitative Gewässerbelastung

Gewässer
(Tabellen A.1a und A.1b) Typ Gewässerpunkte G

Grundwasser im Karstgebiet (lt. Wasserbehörde) G27 G= 2

Flächenanteil fi Luft Li Flächen Fi


Abflussbelastung Bi
(Abschnitt 4) (Tabelle A.2) (Tabelle A.3)

Au,i fi Typ Punkte Typ Punkte Bi = fi⋅( Li + Fi )


0,36 0,77 L1 1 F2 8 6,93
0,06 0,13 L1 1 F3 12 1,69
0,04 0,08 L1 1 F4 19 1,6
0,0075 0,02 L1 1 F3 12 0,26

Σ = 0,47 Σ = 1,0 Abflussbelastung B = Σ Bi : B= 10,5

Zwischenergebnis: werden. Für die vorgesehene Einleitung in das


Karstgrundwasser mit 2 Punkten werden die quali-
Das gesammelte Niederschlagswasser darf in tativen Anforderungen somit nicht erfüllt. Eine Re-
Gewässer mit mindestens 11 Punkten eingeleitet genwasserbehandlung ist erforderlich.

maximal zulässiger Durchgangswert Dmax = G / B: Dmax = 2/10,5 = 0,19

vorgesehene Behandlungsmaßnahmen
Typ Durchgangswerte Di
(Tabellen A.4a , A.4b und A.4c)

Filteranlage mit Vorreinigung und Retentionsraum D11 0,15

Emissionswert E = B⋅D: E = 10,5⋅0,15 = 1,6

Ergebnis:
Die geplante Filteranlage reicht als Behandlungs-
maßnahme aus, da E = 1,6 den Wert G = 2 nicht
überschreitet.

August 2007 35
DWA-M 153

C.3 Beispiel 3: Prüfung der Bagatellgrenzen


Neubaugebiet mit Einleitung
in einen kleinen Bach Qualitativ
Eine Regenwasserbehandlung kann entfallen,
In einem Neubaugebiet für Wohnhäuser soll das wenn die drei Bedingungen A, B und C nach Ab-
Regenwasser aus verschiedenen Gründen wei- schnitt 6.1 gleichzeitig eingehalten werden:
testgehend gesammelt und nicht versickert wer-
den. Als Gewässer steht ein kleiner Wiesenbach A: eingehalten: der Wiesenbach entspricht dem
zur Verfügung. Etwa 500 m unterhalb der geplan- Typ G5.
ten Einleitung mündet der Regenwasserkanal aus
B: eingehalten: die befestigten Flächen entspre-
einem anderen Ortsteil in den Bach. Dort werden
chen den Flächentypen F2 bis F4.
maximal 220 l/s eingeleitet. Es ist zu prüfen, unter
welchen Bedingungen der Regenabfluss von den C: nicht eingehalten: innerhalb eines Gewässer-
Dachflächen und Erschließungsstraßen des Neu- abschnittes von 1000 m Länge wird das Re-
baugebietes in den Bach eingeleitet werden darf. genwasser von mehr als 0,2 ha undurchlässi-
ger Fläche eingeleitet.
Der Bach hat auf einer Länge von einigen hundert
Metern ober- und unterhalb der vorgesehenen Ergebnis:
Einleitungsstelle eine mittlere Wasserspiegelbreite Es ist zu prüfen, in welchem Umfang eine Behand-
von etwa 80 cm und eine Fließgeschwindigkeit von lung des Regenwassers erforderlich ist.
0,3 m/s bis 0,4 m/s. Seine Wassertiefe beträgt
etwa 30 cm. Nach Abschnitt 5.1 handelt es sich Quantitativ
damit um einen kleinen Hügel- und Berglandbach. Auf die Schaffung von Rückhalteraum kann nur
Das Sediment im Bach hat Korndurchmesser bis verzichtet werden, wenn mindestens eine der drei
etwa 15 mm und kann als sandig bis mittelkiesig Bedingungen D, E oder F nach Abschnitt 6.1 ein-
eingestuft werden. gehalten wird:

In diesem Beispiel werden die gleichen Flächen an D: nicht eingehalten: die Einleitung erfolgt in
die Einleitungsstelle angeschlossen wie im Bei- einen kleinen Bach.
spiel 2. Nach der pauschalen Flächenermittlung E: nicht eingehalten: die undurchlässigen Flä-
sind dies 0,85 ha und nach der differenzierten chen betragen innerhalb eines Gewässerab-
Ermittlung 0,47 ha undurchlässige Gesamtfläche. schnittes von 1000 m Länge mehr als 0,5 ha.
F: um F prüfen zu können, muss das erforderli-
che Speichervolumen errechnet werden.

Qualitative Gewässerbelastung

Gewässer
Typ Gewässerpunkte G
(Tabelle A.1a und A.1b)

kleiner Hügel- und Berglandbach G5 G= 18

Flächenanteil fi Luft Li Flächen Fi


Abflussbelastung Bi
(Abschnitt 4) (Tabelle A.2) (Tabelle A.3)

Au,i fi Typ Punkte Typ Punkte Bi = f i⋅( Li + Fi )


0,36 0,77 L1 1 F2 8 6,93
0,06 0,13 L1 1 F3 12 1,69
0,04 0,08 L1 1 F4 19 1,6
0,0075 0,02 L1 1 F3 12 0,26

Σ = 0,47 Σ = 1,0 Abflussbelastung B = Σ Bi : B= 10,5

36 August 2007
DWA-M 153

Ergebnis: Nach Abschnitt 6.3.2 soll innerhalb einer Fließstre-


cke von etwa der 1.000fachen mittleren Wasser-
Das gesammelte Niederschlagswasser darf in Ge-
spiegelbreite bsp insgesamt nicht wesentlich mehr
wässer mit mindestens 11 Punkten eingeleitet wer-
als QDr,max eingeleitet werden. In diesem Fall würden
den. Für den vorgesehene Wiesenbach mit 18
auf einer Bachstrecke von 1000 ⋅ 0,80 m = 800 m
Punkten werden die Anforderungen somit erfüllt.
insgesamt an der geplanten Stelle 14 l/s und etwa
Eine Regenwasserbehandlung ist nicht erforderlich.
500 m weiter bachabwärts 220 l/s, zusammen also
234 l/s eingeleitet werden. Das Neubaugebiet mit
Hydraulische Gewässerbelastung einem errechneten Drosselabfluss von QDr = 14 l/s
kann somit schadlos angeschlossen werden. Die
Drosselabfluss gewählte Regenabflussspende muss nicht herab-
Aus Tabelle 3 folgt als zulässige Abflussspende für gesetzt werden.
den Wiesenbach qR = 30 l/(s⋅ha). Wird ein Rück-
halteraum erforderlich, so ist sein gedrosselter Speichervolumen
Abfluss bei einer undurchlässigen Fläche von Das erforderliche Volumen wird nach DWA-A 117
0,47 ha entsprechend Gleichung (6.2) auf errechnet. Das dort aufgezeigte Schätzverfahren
ergibt zum Beispiel für München bei einem Drossel-
QDr = 30 ⋅ 0,47 = 14 l/s abfluss von 14 l/s ein Volumen von rund 125 m3,
wenn man eine Überlaufhäufigkeit von einmal in 5
zu begrenzen. Zu prüfen ist, ob dieser geplante Jahren zugrunde legt. Nach dem KOSTRA-Atlas
Einleitungsabfluss in den Bach zu einer Schädi- 1997 des Deutschen Wetterdienstes Offenbach ist
gung der Biozönose führen könnte. von der Station München-Riem mit der Stations-
nummer 92095 der 60-Minutenregen mit 33 mm
Maximalabfluss Niederschlagshöhe maßgebend.
Als Einleitungswert wird nach Tabelle 4 der Wert
ew = 3 gewählt. Nach Gleichung (6.3) darf insge- Ergebnis:
samt das ew-fache, in diesem Fall also das 3fache Das erforderliche Volumen ist größer als die Baga-
des Mittelwasserabflusses MQ eingeleitet werden. tellgrenze von 10 m3 nach Abschnitt 6.1 Buchstabe
F, bis zu der auf den Bau der Rückhaltemaßnah-
Der maßgebende mittlere Abfluss MQ im Bach me verzichtet werden könnte. Der Rückhalteraum
kann im vorliegenden Fall nicht aus Pegelauf- mit insgesamt 125 m3 mit einem gedrosselten Ab-
zeichnungen abgeleitet werden. Auch Angaben fluss von 14 l/s ist zu errichten. Das Volumen kann
über die mittlere Abflussspende Mq im Einzugsge- auch auf dezentrale Speicherräume aufgeteilt wer-
biet des Baches fehlen. Der mittlere Abfluss MQ den, wenn das Entwässerungssystem dies zulässt.
wird daher mit Hilfe der Gleichung (6.4) auf

MQ = (0,30 bis 0,40) ⋅ 0,30 ⋅ 0,80


= 0,072 m3/s bis 0,096 m3/s

geschätzt. Der zulässige Maximalabfluss beträgt


somit nach Gleichung (6.3)

QDr,max = 3 ⋅ (0,072 bis 0,096) ⋅ 1000


= 215 l/s bis 290 l/s

August 2007 37
Das Merkblatt enthält Empfehlungen zur mengen- und gütemäßigen Behandlung von Regenwasser in modifizierten
Entwässerungssystemen oder in Trennsystemen. Es analysiert und strukturiert folgende komplexe Zusammenhänge: DWA-
• Verschmutzung und Menge des Regenwassers je nach Nutzung und Belag der Herkunftsfläche,
• Schutzbedürfnis des Grundwassers,
• Schutzbedürfnis der oberirdischen Gewässer,
• daraus abgeleitet die gegebenenfalls erforderliche Regenwasserbehandlung vor einer Versickerung oder vor einer
Regelwerk
Einleitung in oberirdische Gewässer.

Während ATV-A 128 die Behandlung von Mischwasser regelt, macht das vorliegende Merkblatt Vorschläge für die
Behandlung von Regenwasser ohne Vermischung mit Schmutzwasser. Es beinhaltet ein vereinfachtes Bewertungsver-
fahren, das es ermöglicht, die Belastung von unter- und oberirdischem Wasser durch Regenwasser von Dachflächen und
von Verkehrsflächen für Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge qualitativ und quantitativ zu berücksichtigen.

Das Merkblatt richtet sich an Kommunen, Abwasserbeseitigungspflichtige und Planer, die grundsätzliche Überlegungen
Merkblatt DWA-M 153
im Rahmen von Bauleitplanung oder Generalentwässerungsplanung treffen wollen.
Handlungsempfehlungen zum Umgang
mit Regenwasser

August 2007

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.


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