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Transponder -Elektrodynamik

Dr. Richard Dengler


September 28, 2010

Contents
1 Allgemeines zur Transponder-Technologie 1

2 Antennen-Charakteristiken 2

3 Eine Formel für die Berechnung von Selbstinduktivitäten 4

4 Selbst-Induktivität eines Drahtrings 5

5 Selbst-Induktivität der Rechteck-Antenne (Gate-Antenne) 6

6 Selbstinduktivität beliebiger rechtwinkliger Leiterschleifen 7

7 Dämpfung und Skine¤ekt 8

8 Anhang 9
8.1 Formelsammlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
8.2 Herleitung der Ausgangsgleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
8.3 Induktivität einer Zweidrahtleitung bei Skin-E¤ekt . . . . . . . . . . . . . 11
8.4 Induktivität einer Spule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
8.5 Kinetische Energie der Elektronen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

1 Allgemeines zur Transponder-Technologie


Transponder sind kleine elektronische Bauteile für die automatische Objekt-Identi…kation.
Diese Bauteile sind wenige mm oder cm großund werden einfach an den zu identi…zieren-
den Objekten angebracht. Es gibt sie in verschiedenen Bauformen, etwa im Scheckkarten-
format oder in kleine Glasröhrchen verpackt.
Ein Transponder entspricht damit in etwa einem Barcode, im Unterschied zum Barcode
aber erfolgt der Datenaustausch zwischen Transponder und Lesegerät nicht durch Licht
sondern durch ein Magnetfeld oder durch Mikrowellen. Somit entfällt die Notwendigkeit
einer Sichtverbindung und darüber hinaus lassen sich auf einen Transponder auch Daten
zurückschreiben.
Eine besonders einfache Variante von Transpondern enthält als wesentliche Kompo-
nenten eine kleine Spule und einen Mikrochip. Zum Lesegerät gehört ebenfalls eine Spule,

1
Figure 1: Niveaulinien des Betrages der z-Komponente des Magnetfeldes einer rechteckigen
Antenne (in der Bildmitte schematisch dargestellt) in einer Ebene senkrecht zur Antenne.

gewöhnlich als ”Antenne”bezeichnet. Der Transponder wird per Induktion vom Lesegerät
vermittels eines ”Ladeimpulses” mit Energie versorgt und schickt dann über die Spule
binär kodierte Daten zum Lesegerät zurück bzw. empfängt von diesem Daten. Ein Lese-
oder Schreibvorgang bestehend aus Ladeimpuls und Datenübertragungsphase dauert typ-
ischerweise ca. 150ms. Eine typische maximale Lesereichweite liegt bei ca. 1; 5m, mit
kleinen Lesegeräten (und Antennen) erreicht man oft nur Reichweiten von wenigen Dezime-
tern.
Die entsprechenden Magnetfelder sind bei diesem Transpondertyp (im Gegensatz zu
den Mikrowellen-Transpondern) quasistatisch, d.h. es handelt sich um das (elektro-) mag-
netische Nahfeld (bei einer typischen Frequenz von 100kHz würde es sich um Strahlung
mit einer Wellenlänge im km-Bereich handeln).
Die Elektrodynamik dieser Transponder gehört somit in den Bereich der Magnetostatik.
Reichweiten, Antennencharakteristiken, und optimale Antennenformen und dergleichen
sollten sich somit auch mit Hilfe der Theorie …nden lassen. Dieser Artikel behandelt
einige Aspekte dieser Transponder-Elektrodynamik.

2 Antennen-Charakteristiken
Zu den Antennencharakteristiken gibt es nicht viel zu sagen, denn das Magnetfeld einer
Antenne ergibt sich im Prinzip einfach mit Hilfe des Biot-Savart’schen Gesetzes. Für eine
gegebene Kon…guration bestimmt die wechselseitige Induktivität L1:2 = L2;1 zwischen
Lesegerät- und Transponder-Spule die durch eine vorgegebene Stromänderung in einer
Komponente in der anderen Komponente induzierte Spannung.

2
Figure 2: Niveaulinien der z-Komponente des Magnetfeldes einer Rechteckantenne (24cm
69cm), montiert 10cm über einer Metallwand (die Antenne ist schematisch eingezeichnet).

Da Transponder im Verhältnis zur Lesegerät-Antenne klein sind, ist die wechselseitige


Induktivität auch einfach proportional zum Betrag der von der Antenne erzeugten Mag-
netfeldkomponente in Richtung der Achse der Transponder-Spule an der Transponder-
Position.
Für die verbreiteten Rechteck-Antennen (auch als Gate-Antennen bezeichnet) kann
das erzeugte Magnetfeld ohne weiteres mit Hilfe des Biot-Savart’schen Gesetzes analytisch
berechnet werden - es setzt sich zusammen aus den Beiträgen (Wurzelausdrücke) der vier
Kanten.
Die Abbildung (1) zeigt die Niveaulinien des Betrages der z-Komponente des Mag-
netfeldes einer typischen Rechteck-Antenne (Kantenlängen 24cm und 69cm). Die z-
Komponente des Magnetfeldes ist maß geblich für das Lesen eines in z-Richtung orien-
tierten Transponders.
Bei größ erem Abstand liegt ein mit dem Abstand jxj wie jxj 3 rasch abfallendes
Dipolfeld vor. Dies erklärt die relativ begrenzte Transponder-Lese- und -Schreibreichweite
(maximal ca. ein Meter).
Wenn sich ausgedehnte metallische Körper in der Nähe der Antenne be…nden ist zu
beachten, dass Magnetfelder aufgrund des Skine¤ekts kaum in das Metall eindringen. Das
Magnetfeld verläuft deshalb überall parallel zur Metallober‡äche. Im Fall einer metalli-
schen Wand lässt sich das resultierende Magnetfeld sogar wieder analytisch angeben. Um
die Randbedingungen zu erfüllen ist lediglich jenseits der Wand eine geeignete …ktive
Spiegelantenne anzubringen.
Die Abbildung (2) zeigt die Charakteristik einer in 10cm Abstand parallel zu einer
(ideal leitenden) metallischen Wand angeordneten Rechteck-Antenne. Zur Illustration
seien hier auch die Mathematica-Ausdrücke angegeben, mit denen der Plot erhalten wurde.
R1 = 24 0:5
R2 = 69 0:5
h[l_; t_; z_; p_; a_] := ((a l)=Sqrt[z z + (t p) (t p) + (a l) (a l)]
+(a + l)=Sqrt[z z + (t p) (t p) + (a + l) (a + l)])=(z z + (t p) (t p))
m[x_; y_; z_] :=
(R1 y) h[x; y; z; R1; R2] + (R1 + y) h[x; y; z; R1; R2]+
(R2 x) h[y; x; z; R2; R1] + (R2 + x) h[y; x; z; R2; R1]
g[x_; y_] := Evaluate[Abs[m[x; 0; y 10] m[x; 0; y + 10]]=0:3532]

3
ContourP lot[g[x; y]; fx; 80; 80g; fy; 80; 80g]

Hier ist m [x; y; z] das Magnetfeld einer Rechteck-Antenne, bestehend aus den vier
Biot-Savart-Beiträgen h [] der vier Antennenkanten. Die Niveaufunktion g [x; y] setzt sich
aus zwei solchen Beiträgen zusammen (Antenne und Spiegel-Antenne).

3 Eine Formel für die Berechnung von Selbstinduk-


tivitäten
Um die Signale e¤ektiv senden bzw. empfangen zu können enthalten Lesegeräte einen
Schwingkreis bestehend aus der Antennenspule und einem Kondensator. Damit sich der
Schwingkreis abstimmen lässt, muss die Induktivität der Antennenspule in einem gewissen
Bereich liegen, z.B. zwischen 26 und 28 H.
In den Elektrodynamik-Lehrbüchern wird die Berechnung von Selbstinduktivitäten oft
recht stiefmütterlich abgehandelt ([1][2] [3][4]), und dies obwohl sich die wichtigsten Fälle
elementar und analytisch auswerten lassen. Auß erdem ist die Berechnung von Selbstin-
duktivitäten - anders als vielfach behauptet ([1][2][3][4]) - nicht komplizierter als die von
wechselseitigen Induktivitäten. Im ”Jackson”…ndet man z.B. nur die einfachste Näherung
für eine lange Spule, in Ref.([2]) wird mit Hilfe von elliptischen Funktionen die Selbstin-
duktivität eines Drahtrings berechnet.
Die Berechnung von Selbstinduktivitäten soll deshalb hier skizziert werden. Aus-
gangspunkt dafür ist die Formel ([1][2][3][4], Herleitung siehe Anhang)
Z 3 3 0
0 2 1 d xd x J (x) J (x0 )
L Lc = 2 (1)
I jx x0 j

für die Selbstinduktivität L einer Leiterschleife. J (x) bezeichnet die elektrische Stromdichte,
I den durch die Schleife ‡ieß enden Strom, c ist die Lichtgeschwindigkeit. Um nicht den
2
Faktor c mitschleppen zu müssen soll im Folgenden die Größ e L0 = Lc2 betrachtet werden.
Wenn die Leiterschleife aus einem im Vergleich zu ihrer Ausdehnung dünnen Draht
besteht, entsteht aus dem doppelten Volumenintegral in Gl.(1) ”beinahe” ein viel ein-
facheres doppeltes Kurvenintegral. Problematisch ist der Übergang zum Kurvenintegral
allerdings bei jx x0 j < , wobei eine Länge bezeichnet, die einerseits viel größ er als der
Drahtradius a, andererseits noch wesentlich kleiner als die Ausdehnung der Leiterschleife
ist. Das Integral (1) lässt sich folglich auch als Kurvenintegral plus Rest L schreiben,
Z
0 dx (s) dx (s0 )
L = jjs s0 j> + L : (2)
jx (s) x (s0 )j

Als Kurvenparameter s wird hier der Abstand s entlang der Kurve verwendet. Der einem
zylindrischen Drahtsegment der Länge entsprechende Restterm L kann nun aber für
die interessanten Fälle allgemein ausgewertet werden. Es sei ez der Einheitsvektor in
Richtung der Zylinderachse, J (x) = Iez f (r) die Stromdichte im Zylinder, A die Gesamt-
Drahtlänge. Dann entsteht zunächst
Z
d dzdrdr0 rf (r) r0 f (r0 )
L =2 A : (3)
jx x0 j

4
Der Faktor vor dem Integral stammt dabei von den wegen der Symmetrie trivialen Inte-
grationen über s0 (bzw. z 0 ) und 0 . Mit jx x0 j2 = N 2 + z 2 ; N 2 = r2 + r02 2rr0 cos ( )
folgt aus Gl.(3) nach Integration über z (von bis ) dann
0 s 1
Z 2
L = 4 A d drdr0 rf (r) r0 f (r0 ) ln @ + 1 + A: (4)
N N

Wegen N = O (a) vereinfacht sich der Logarithmus zu

p 2 2 1 2 02 0
ln + = ln = ln ln + 2 cos ( ) ;
N N a 2

wobei für =a und 0 für r0 =a steht.


Für die Speziallfälle einer gleichmäß
ig über den Drahtquerschnitt verteilten Stromdichte
und einer auf die Drahtober‡äche beschränkten Stromdichte ist der Restterm L jetzt
unter Zuhilfenahme einer Formelsammlung ([5]) einfach zu erhalten, das Ergebnis lautet

2
L = 2A ln +Y : (5)
a

Die Konstante Y hängt von der Verteilung der Stromdichte auf den Querschnitt ab. Die
interessanten Grenzfälle sind
Y =0 Falls der Strom in der Drahtober‡äche ‡ieß
t (Skine¤ekt)
Y = 1=4 Bei homogener Verteilung des Stroms auf den Querschnitt

Da die Induktivität von der (in gewissen Grenzen) willkürlichen Länge unabhängig sein
muss, lässt sich jetzt auch = a=2 setzen, womit aus Gl.(2) schließ lich die handliche
Formel Z
0 dx (s) dx (s0 )
L = jjs s0 j> a2 + 2AY: (6)
jx (s) x (s0 )j
entsteht. D.h., es verbleibt ähnlich wie bei wechselseitigen Induktivitäten nur mehr ein
Kurvenintegral zu berechnen.

4 Selbst-Induktivität eines Drahtrings


Als erste Anwendung kann jetzt recht einfach die Induktivität eines Drahtrings mit Radius
r und Drahtdurchmesser a berechnet werden. Wegen Rotationssymmetrie ist in Gl.(6) nur
eine Integration erforderlich. Mit jx (s) x (s0 )j = 2r sin ( =2) folgt
Z 2 a=2r
0 cos ( ) d 8r
L =2 r + 2AY = 4 r ln 2+Y : (7)
a=2r 2 sin ( =2) a

Dies ist entsprechend der Herleitung natürlich nur eine Näherung, gültig im Grenzfall
r a. Das Ergebnis (7) stimmt im Fall Y = 0 mit der in ([2]) angegebenen Formel
überein, hergeleitet mit Hilfe von elliptischen Funktionen. Für den Fall Y = 1=4 enthält
Ref. ([2]) allerdings einen kleinen Rechenfehler.

5
s‘=0 s‘=b
b

d d
f

b
s=b s=0

Figure 3: Zwei parallele Leitersegmente der Länge b, um eine Distanz f versetzt.

5 Selbst-Induktivität der Rechteck-Antenne (Gate-


Antenne)
Mit ein wenig mehr Mühe kann man mit Hilfe von Gl.(6) auch die Selbstinduktivitäten be-
liebiger rechtwinkliger Leiterschleifen erhalten. Ein Spezialfall davon sind die rechteckigen
Gate-Antennen.Zunächst tragen wegen des Skalarprodukts in Gl.(6) jeweils nur parallele
Linienelemente bei, und man kann unterscheiden zwischen den Beiträgen

2b
L1 (b) = 2b ln 1 + O (a) (8)
a

einzelner Segmente für sich und den Wechselwirkungsbeiträgen L3 zweier verschiedener


Segmente, Z b Z b
ds0
L3 (b; d; f ) = 2 ds q : (9)
0 0 d2 + (s + s0 b f )2
Das Symbol b steht dabei für die Länge der Segmente, d ist der Abstand, f der Versatz
der Segmente, siehe Abb.(3). Dabei ist angenommen, dass beide Segmente die Länge b
haben und der Strom in ihnen in entgegengesetzter Richtung ‡ieß
t. Es werde hier nur den
Fall f = 0 betrachtet. Aus Gl.(9) entsteht dann
p b
L2 (b; d) L3 (b; d; 0) = 4 b2 + d2 4d 4b arsinh : (10)
d

Für eine Rechteck-Antenne mit Kantenlängen b und d folgt jetzt sofort

L0rect (b; d) = 2L1 (b) + 2L1 (d) + L2 (b; d) + L2 (d; b) + 4 (b + d) Y: (11)

Dies lässt sich auch auf die Form


! !
2bd 2bd
L0rect = 4b ln p + 4d ln p (12)
a b + b2 + d2 a d + b2 + d2
p
+8 b2 + d2 4 (b + d) (2 Y)

bringen. Die Formel (12) für die Induktivität einer Rechteck-Antenne …ndet man auch in
Ref.([6]).

6
Wand

Spiegel- Antenne
Antenne

b b
e e

d d

Figure 4: Rechteck-Antenne in der Nähe einer leitenden Wand. Die Randbedingung lassen
sich mit Hilfe einer …ktiven Spiegel-Antenne erfüllen.

6 Selbstinduktivität beliebiger rechtwinkliger Leiter-


schleifen
Es kann jetzt auch die Induktivität eines Systems bestehend aus beliebigen rechtwinkli-
gen Leiterschleifen und einer Metallwand in geschlossener Form angegeben werden. Die
Eindringtiefe des Magnetfeldes in das Metall ist bei 100 kHz vernachlässigbar klein und
der Forderung, dass das Magnetfeld überall parallel zur Metallwand verlaufen muss, lässt
sich durch eine geeignete …ktive Leiterschleife jenseits der Metallwand Rechnung tragen.
Die Abb.(4) zeigt die Verhältnisse im Fall einer zur Metallwand senkrecht angeordneten
Gate-Antenne.
Die magnetische Energie des realen Systems mit einer Antenne im Halbraum ist halb
so großwie die Energie des …ktiven Systems, die Induktivität ist demnach ebenfalls halb
so groß. Aus Abb.(4) lässt sich somit ablesen
1
L0 (e) = L0Re chteck (b; d) + [L2 (b; 2d + 2e) L2 (b; d + 2e)]
2
1
+ [L2 (b; 2e) L2 (b; d + 2e)] + L3 (d; b; 2e + d) L3 (d; 0; d + 2e) :
2
Die Induktivität L des Systems ist in Abbildung (5) als Funktion des Abstandes e Antenne-
Wand graphisch dargestellt (mittlere Kurve). Als Kantenlängen sind dabei – für eine
typische Gate-Antenne - die Werte 24cm und 69cm verwendet. Die Antenne enthält
N = 4 Windungen, diese 4 Windungen lassen sich näherungsweise als eine Leiterschleife
mit dem 4-fachen Strom und gleichmäß iger Verteilung der Stromdichte auf den Querschnitt
au¤assen. Dies führt auf einen Faktor N 2 für die Induktivität. Die Verkleinerung der
Induktivität bei Anwesenheit von metallischen Körpern muss –sofern noch möglich –durch
eine Abstimmung des Lesegerät-Schwingkreises korrigiert werden. Generell sollten aber
wegen der damit auch einhergehenden Schwingkreis-Dämpfung Transponder-Antennen am
besten nicht in der Nähe größerer metallischer Körper angeordnet werden.

7
Figure 5: Induktivität einer rechteckigen Antenne in der Nähe einer leitenden Wand, für
verschiedene Antennen-Orientierungen.

7 Dämpfung und Skine¤ekt


Bei einer Frequenz von = 134kHz (Tiris-System von Texas-Instruments) dringen Mag-
netfelder kaum mehr in metallische Leiter ein (Skin-E¤ekt). Die charakteristische Ein-
dringtiefe ist gegeben durch r
c
= : (13)
2
Das Symbol bezeichnet dabei den spezi…schen elektrischen Widerstand. Für Kupfer
ergibt sich mit = 0:018 m der Wert = 0:184mm (siehe auch Tabelle (2)). Der in
der Metallober‡äche ‡ieß ende Abschirmstrom hat eine Schwingkreisdämpfung zur Folge.
Die Verlustleistung P bestimmt sich aus der Tangentialkomponente Bk des Magnetfeldes
([1]), Z
c p
PV errlust = dxdyBk2 : (14)
16
Im Fall einer senkrecht zu einer leitenden Wand orientierten Rechteckantenne ist es in
erster Näherung ausreichend, nur die der Wand benachbarte Antennenkante (Länge b,
Abstand von der Wand e) zu berücksichtigen, siehe auch Abbildung(4). Das Integral (14)
ist dann unter der Bedingung b e elementar auswertbar, und die Schwingkreis-Güte Q
wird r
W Lce
Q= = 2 : (15)
PV erlust N b
Das Symbol W steht hierbei für die Spulenenergie L2 I 2 . Für Windungszahl N = 4,
Kantenlänge b = 69cm, Induktivität L = 29 H und Abstand e = 1cm ergibt sich Q =
227. Da wegen interner Dämpfung und zum Zweck der Spannungsbegrenzung maximal
sowieso nur eine Schwingkreis-Güte von etwa Q = 150 erreicht wird, kann die zusätzliche
Dämpfung aufgrund der Wand also in der Regel vernachlässigt werden (im Übrigen ist jetzt
auch klar, weshalb kleinere Frequenzen für die Transponder-Technologie nicht geeignet
sind).
Die Situation ist jedoch anders in den Antennen-Zuleitungen und in den Windungen
der Antenne selber. Durch die Verdrängung des elektrischen Stromes an die Drahto-

8
ber‡äche vergröß ert sich der elektrische Widerstand des Drahtes. Um die erforderliche
Schwingkreis-Güte zu erreichen wird deshalb anstelle eines einfachen Kupferdrahtes soge-
nannte „Antennenlitze“ oder „Hochfrequenzlitze“, bestehend aus z.B. 240 Einzeldrähten
vom Durchmesser 0:01mm eingesetzt. Die Einzeldrähe der Antennenlitze sind gegeneinan-
der isoliert und so ver‡ochten, dass sich jeder Draht mal innen und mal auß en be…ndet.
Eine Stromverdrängung kann dann nicht mehr statt…nden, und mit Antennenlitze lassen
sich auch Antennenzuleitungen von mehreren Metern Länge realisieren.

8 Anhang
8.1 Formelsammlung
Die Tabelle (1) enthält Formeln für die Berechnung von Selbstinduktivitäten. Dabei ist
jeweils angenommen, dass alle anderen Abmessungen der Antenne wesentlich größ er als
der Drahtradius sind. Zu beachten ist noch, dass das Magnetfeld im Hochfrequenzfall
nicht in den Draht eindringen kann. Wenn sich Drahtstücke nahe kommen ‡ieß en daher
Abschirmströme, und ein gleichmäß ig über die Ober‡äche verteilte Stromdichte ist nur
eine Näherung.

Antennentyp Selbstinduktivität c2 (d.h. c2 L)


Ring 4 r [ln (8r=a) 2 + Y ] N 2
4 2 r2 8w w2
Spule b
1 3
+ 2
+ O (w4 ) N 2
Rechteck [4b ln (2b=a)
p + 4d ln (2d=a) (4b + 4d) (2 Y )
+8 b2 + d2 4b arsinh (b=d) 4d arsinh (d=b)]N 2
Doppelleitung 4b [ln (d=a) + Y ] (gute Näherung)
2 2
Doppelleitung 2b arcosh (d =2a 1) (exakt bei Skine¤ekt)
Tabelle 1:Formeln für die Induktivität verschiedener Antennentypen:

Die in der Tabelle (1) verwendeten Symbole haben folgende Bedeutung:

Symbol Bedeutung
a Drahtradius
r Ring- oder Spulenradius
Y Konstante mit Wert 0 bei Skine¤ekt, Wert 1=4 andernfalls
N Windungszahl
b Kantenlänge (im Fall eines Rechtecks) oder Leitungslänge oder Spulenlänge
d Kantenlänge (Rechteck) oder Abstand zwischen den beiden Drähten (Leitung)
c Lichtgeschwindigkeit
Relative magnetische Permeabilität des Spulenkerns
w r=b, Verhältnis von Spulenradius zu Spulenlänge

Die in Tabelle (1) angegebene Größ e c2 L hat die Dimension einer Länge, die Induktivität
L erhält man daraus mit Hilfe der Identität 1m = 0:1c2 H, siehe auch Tabelle (2).

9
Größ e / Symbol Einheit / Symbol Wert
Kraft / F Newton / N p
Strom / I Ampere / A c p10 7 N
1 7
Spannung / U Volt / V p 10 N
30
Ladung / Q Coulomb / C c 10 7 N sec
sec 1
Widerstand / R Ohm / 9:109 m
= 30c
Kapazität / c Farad / F 9 109 m = sec
Induktivität / L Henry / H sec = 107 m=c2
Tabelle 2: Gauß en, in der Näherung c=3:108 m= sec :
’sche Einheiten ausgedrückt durch MKS-Größ

8.2 Herleitung der Ausgangsgleichung


Der Vollständigkeit wegen soll hier noch eine Herleitung der Ausgangsgleichung (1) skizziert
werden. Die Maxwellgleichung für das Magnetfeld B (x) lautet im Vakuum, im statischen
Fall, in Gauß‘schen Einheiten:
4
r B (x) = J (x) : (16)
c
Daraus ergibt sich das Magnetfeld als Funktional der Stromdichte J (x),
Z 3 0 Z 3 0
d x J (x0 ) d x J (x0 ) (x x0 )
B (x) = r = r A (x) : (17)
c jx x0 j c jx x0 j3

Dies ist übrigens analog zur Gleichung


Z 3 0
d x (x0 )
E (x) = r r (x) ;
jx x0 j
für das elektrische Feld E, ausgedrückt durch Ladungsdichte und Potential . Zur Veri-
…kation ist nützlich r (r A) = r (r A) r2 A, und r2 (1= jx x0 j) = 4 (x x0 ).
letztlich handelt es sich bei Gl.(17) um die Lösung der Poissongleichung. Das Feld
Z 3 0
d x J (x0 )
A (x) = (18)
c jx x0 j
R
ist das sogenannte Vektorpotential. Einsetzen in den Ausdruck W = 81 d3 xB2 für die
Energie des magnetischen Feldes ergibt
Z Z
1 3 1
W = d xB (x) (r A (x)) = d3 x (r B (x)) A (x) =
8 8
Z Z
1 1 J (x) J (x0 )
= d xJ (x) A (x) = 2 d3 xd3 x0
3
:
2c 2c jx x0 j

Hier wurde für einen Faktor B =r A (x) eingesetzt, sodann partiell integriert, sodann die
Maxwellgleichung (16) verwendet, und schließ
lich Gl.(18) eingesetzt. Aus dem Vergleich
mit W = 21 LI 2 resultiert Gl.(1).

10
R
r1 r2
a

Figure 6: Zwei Drähte mit Radius a und Abstand d. In der Ober‡äche der beiden
Drähte ‡ieß en entgegengesetzte elektrische Ströme, die das Magnetfeld vollständig aus
dem Drahtinnern abschirmen (Skin-E¤ekt). Das Magnetfeld auß erhalb der Drähte ist
identisch mit dem Magnetfeld zweier …ktiver Linienströme im Abstand R.

8.3 Induktivität einer Zweidrahtleitung bei Skin-E¤ekt


Die Induktivität einer Zweidrahtleitung bei vollem Skine¤ekt lässt sich in geschlossener
Form angeben, siehe Tabelle. In der Literatur …ndet man dafür mehr falsche als richtige
Ausdrücke. Dabei gibt es ein einfaches Kriterium: Die Induktivität muss bis auf einen
konstanten Faktor reziprok zur Kapazität sein, damit sich als Ausbreitungsgeschwindigkeit
elektromagnetischer Signale die Lichtgeschwindigkeit ergibt ([1]). Eine Herleitung der
Induktivität ist möglich mit Hilfe von …ktiven Linienströmen.
Betrachte zunächst zwei antiparallele …ktive Linienströme mit Abstand R und Vek-
torpotential Az = 2Ic ln (r), siehe Abb.(6). Das Magnetfeld ist B = 2I
cr
. Im Folgenden
wird c = 1 gesetzt (Anmerkung: Es besteht eine Analogie zu einer Linienladung bei
Ersetzen von durch das elektrische Potential und I durch die Ladung per Länge).
Generell ist r senkrecht zu den Niveau‡ächen von , das Magnetfeld ist parallel
dazu. Die Niveau‡ächen des Potentials = 2I ln (r2 =r1 ) der beiden Linienströme ergeben
sich aus ur12 = r22 , d.h.
u x2 + y 2 = (R x)2 + y 2 ;
2
R 1 R2 u
(u 1) x + + (u 1) y 2 = R2 1 + = ;
u 1 u 1 u 1
2
R R2 u
x+ + y2 = :
u 1 (u 1)2
Dies sind Kreise mit in x-Richtung um R= (u 1) nach außen versetztem Mittelpunkt
(u > 1 angenommen). Der Abstand d der Kreismittelpunkte und der entsprechende
Kreisradius a sind
2R u+1
d = R+ =R .
p u 1 p u 1
R u d u
a = = :
u 1 u+1
Aus der
p ersten Gleichung
p folgt auch u = (d + R) = (d R), und damit aus der zweiten
a = 21 d2 R2 , R = d2 4a2 . Aus der letzten Gleichung folgt
p d2
u1=2 = D D2 1; D = 1.
2a2

11
p q
Bei sich berührenden Kreisen (Drähten) (d = 2a+ ) wird R = 4a + 2 = 2a =a + 2 =4a2 ,
d.h.
q die …ktiven Linienströme rücken gegen die Drahtober‡äche. Bei d a wird R =
d 1 (2a=d)2 = d 2a2 =d + :::, die Linienströme rücken gegen die Drahtmittelpunkte.
Strom und Magnetfeld an den Ober‡ächen sind proportional. Sei r12 = (x p)2 + y 2 ,
r22 = (x q)2 + y 2 . Mit r ln (r1 ) = (x p; y) =r12 x1 =r12 und analog für r2 folgt

x1 x2
2
1 1 2x1 x1 (x1 x1 )2 r12 r22 (p q)2 R2
(r ln (r1 =r2 ))2 = = + 2+ = :
r12 r22 2
r1 r 2 r12 r22 r12 r22

Somit ist Bk = 2IR= (r1 r2 ). . R R


Die Energieppro Länge b im System ist W= (2b) = Az jz d3 x = jz d3 x = I. Dabei
ist = 2I ln ( u) = I ln (u) konstant. Fiktiver und realer Strom sind gleich, denn die
Zirkulation vom B hängt nur vom Gesamtstrom ab.
Die Induktivität ist daher
p d2
L = 2b ln (u) = 2b ln D + D2 1 = 2b arcosh 1 :
2a2
Dies ist ist bis auf konstante Faktoren die reziproke Kapazität, so dass die Ausbreitungs-
geschwindigkeit elektromagnetischer Signale mit der Lichtgeschwindigkeit übereinstimmt p
([1]). Paradox kann erscheinen, dass die Induktivität bei Abstand d = 2a + wie
verschwindet. Die Verhältnisse lassen sich jedoch mit Hilfe einer Abschätzung der Mag-
netfeldenergie verstehen. Im Spalt lässt sich approximieren B 2 s I 2 R2 =y 4 , und daher
Z Z 1 Z y 2 =2a Z 1
B2 R2 R2 dy R
L=b s dxdy s dy dx 4 s s .
I2 R 0 y a R y2 a
Die untere Integrationsgrenze R berücksichtigt dabei auf einfache Weise, dass sich der …k-
tive Linienstrom in einem p
Abstand O (R) unter der Ober‡äche be…ndet. Dies verschwindet
in der Tat bei R ! 0 wie . Die den Strom I umschließ ende Zirkulation bleibt dagegen,
auch wenn das Magnetfeld (auß er im Zwischenraum) immer kleiner wird, konsistenterweise
endlich: Z 1 Z 1
IR
dyB s dy 2 s I.
R R y
Letztlich rücken die beiden Linienströme bei d ! 2a immer näher zusammen, es entsteht
ein Dipolfeld.
Für den Vergleich mit der Näherung L = 4b [ln (d=a) + Y ] von Tabelle (1) ist die
Entwicklung
p 1
arcosh (D) = ln D + D 1 1=D2 = ln 2D + :::
2D
1 2 3 20
= ln w2 2 + ::: = 2 ln w + :::
w2 2 w 2 w4 3w6

relevant, w = d=a. Für Y = 0 (Skin-E¤ekt) und groß


e w liefert der Tabellen-Ausdruck
eine gute Näherung.

12
8.4 Induktivität einer Spule
Der Vollständigkeit wegen - auch die Induktivität einer Ein-Lagen-Spule lässt sich in
geschlossener Form angeben. Der Strom lässt sich durch einen in einer Zylinder-Ober‡äche
‡ießenden Flächenstrom approximieren, j (x) = (N I=b) (r r (x)), wobei r der Radius
und b die Länge ist. Aus Gl.(1) folgt
Z
0 2 r2 N 2 d dzdz 0 cos ( )
L = q ; M = 2r sin ( =2) :
b2 2 0 2
M + (z z)

Die von b=2 bis = b=2 laufenden Integrale über z und z 0 sind ausführbar,
Z Z
dzdz 0 z+ z
q = dz arsinh arsinh
M M
M 2 + (z 0 z)2
q
b M
= 2b arsinh + 1 + (M=b)2 :
M b
Somit wird
Z 2 q
4 2 r2 N 2 b M
L =0
d cos ( ) arsinh + 1 + (M=b)2 :
b 0 M b
R
Einfach zu erhalten ist der Beitrag J2 = d cos ( ) M=b = 8w=3, wobei w = r=b
gesetzt ist. Der Beitrag J1 lässt sich mit einer partiellen Integration, mit sin ( ) =
2 sin ( =2) cos ( =2) und dem elliptischen Integral (b) umformen zu (siehe weiter unten)
Z 2 Z 2
b (b=M 2 ) r cos ( =2)
J1 = d cos ( ) arsinh = d sin ( ) q
M
0 0 1 + (b=M )2
Z 2 Z p
d sin ( ) cos ( =2) d cos2 ( ) e
m
= q =2 p =4 (K E) :
0 2 sin ( =2) 2 0 1 + 4w 2
2 sin ( ) m
1 + (M=b)

Hierbei ist m = 4w2 . Der Beitrag J3 wird mit den elliptischen Integralen (a) und (c)
Z 2 q Z q
2 2
J3 = 2
d cos ( ) 1 + 4w sin ( =2) = 2 d 1 2 cos ( ) 1 + 4w2 sin2 ( )
0 0
p
p me
= 4 mE e 8 ((m 1) E + K) :
3m
Zusammengefasst:
( p p )
4 2 r2 N 2 w me p e
m
0
L = 8 +4 (K E) + 4 mEe 8 ((m 1) E + K)
b 3 m 3m
p
4 2 r2 N 2 1+m m m
= 8w + 4 K (1 m) E
b 3 m 1+m 1+m
4 2 r2 N 2 8w w 2
= 1 + + ::: :
b 3 2

13
Dieser Ausdruck für die Induktivität einer Spule …ndet sich (in äquivalenter Form) schon
in ([7]).

Näherung für eine kurze Spule


Um eine Näherung für den Fall w 1 (d.h. r b und m 1) zu erhalten wird
2
benötigt K (m= (1 + m)) K (1 x) = K (1 k ), wobei mit der Schreibweise von ([8])
und ([9])
2
mGood = kGR ; k 02 = 1 k 2 = m 1=q:

1=m
x = =q q 2 + q 3 + :::
1 + 1=m
p 1 16 1 q q2 q3
L ln (4=k) = ln 4= x = ln = ln (16m (1 + q)) = ln (8w) + + :::
2 x 2 2 4 6
Die Reihenentwicklungen der elliptischen Integrale sind ([9], S.296)

x 9 25 3 x 21 2 185 3
K (1 x) = 1+ + x2 + x + :: L x x + :::
4 64 256 4 128 1536
q 7 2 q 11 2
= 1+ q + ::: L q + :::;
4 64 4 128
x 3 15 3 x 13 2 9 3
E (1 x) = + x2 + x + ::: L + 1 x x + :::
2 16 128 4 64 64
q 5 2 q 3
= q + ::: L + 1 + q 2 :::
2 16 4 64
Auszuwerten ist
p p
fg = 8w + 4R; R = m 1 + q [(1 q) E (1 x) + qK (1 x)].

Zwischenschritte
q 5 2 q 9 2 3 29 2
1 q E = q + ::: L + 1 q q + :::;
2 8 2 16 4 64
q 3 q2
1 + + ::: qK = q + q 2 + ::: L + ::::
2 4 4
Somit
p 3 3 2 3 45 2
R = m q+ q + ::: L + 1 q q + :::
2 16 4 64
p 3 3 2 3 3
= m q+ q + ::: ln (8w) + 1 q + q 2 + :::
2 16 4 64
3 q 2 1 1
= p 1 + + ::: ln (8w) + + q + ::: :
2 m 8 3q 2 32
Für die Induktivität ergibt sich
1 1 1 1 1
L0 = 4 r ln (8w) 1 + +O + +O :
32w2 w4 2 128w2 w4

14
Für groß
e w ist das in etwa die Induktivität eines Rings, siehe Tabelle (1)..

Verwendete elliptische Integrale ([8])


e = 1 + m, E = E (m=m),
Sei m e K = K (m=m).
e

Z =2 q p Z =2 q p
2
d 1 + m sin ( ) = e
m d 1 e sin2 ( ) =
(m=m) e
mE: (a)
0 0

Z =2 Z =2
p
d cos2 ( ) 1 d sin2 ( ) me
p =p p = (K E) : (b)
0
2
1 + m sin ( ) e
m 0 1 e sin ( )
(m=m) 2 m

Z =2 q p Z =2 q
2
d cos ( ) 2
1 + m sin ( ) = e
m d sin2 ( ) 1 e sin2 ( ) (c)
(m=m)
0 0
p
2m m e e m
m
= me E+ K
3m 3m
p
e
m
= ((m 1) E + K) :
3m

8.5 Kinetische Energie der Elektronen


Ein elektrischer Strom bedingt ein Magnetfeld und damit eine magnetische Feldenergie
(L=2) I 2 . Es stellt sich die Frage, wie großdie kinetische Energie der driftenden Elektronen
im Vergleich dazu ist.
Es sei n rB 3 die Dichte der Valenzelektronen, rB = }2 =mq 2 = 0:5 10 10 m ist der
Bohr’sche Radius, q das Ladungsquantum.
Das klassische Drude-Modell liefert für den Strom in einem Draht mit Radius a den
Ausdruck I nqva2 . Die Induktivität pro Länge zweier paralleler Drähte ist (bis auf
einen logarithmischen Faktor) L0 1=c2 , für die Magnetfeldenergie pro Länge gilt somit
"M n2 q 2 v 2 a4 =c2 . Dies ist zu vergleichen mit der kinetischen Energie pro Länge "K
nmv 2 a2 :
2
nq 2 a2 2 2 a
"M ="K = na r E (a=rB ) r E =rB :
mc2 137rB
2
Hierbei ist rE = q 2 =mc2 der klassische Elektronenradius und rE =rB = (q 2 =c}) = 2
das Quadrat der Feinstrukturkonstanten. Bei einem Drahtradius von 10 8 m (100 Atome)
ist die kinetische Energie also nicht mehr vernachlässigbar. Der Faktor a2 in "M ="K ist
übrigens leicht nachzuvollziehen, er beruht auf "M I 2 a4 und "K a2 .
In der quantenmechanischen Sommerfeld-Theorie ist der elektrische Strom beschreib-
bar durch eine Verschiebung der Fermi-Kugel um einen Wellenvektor k ([10]). In die
Berechnung der kinetischen Energie geht ein
Z Z
3
d k (kF jk kj) k = d3 k (kF jkj) (k + k)2 :
2

15
Die Energieänderung kommt somit vom ( k)2 -Term, genau wie beim Drude-Modell. Die
Stromdichte ist wie beim Drude-Modell gegeben durch j = nq v ([10]). Die obige Ab-
schätzung bleibt daher gültig.
Numerisch liegt n rB 3 etwas daneben, die tatsächliche Leitungselektronendichte
ist etwa rB 3 =100 ([11]). Hinzu kommt aber noch ein Faktor 4 von Induktivität und
Querschnitts‡äche. Bei einem Drahtradius von 2 10 8 m sind dann Magnetfeldenergie
und kinetische Energie der Elektronen in etwa gleich.

___________

References
[1] J.D. Jackson, ”Classical Electrodynamics”, Wiley 1975.

[2] R.S. Elliott, ”Electromagnetics”, IEEE Press 1993.

[3] G. Lehner, “Elektromagnetische Feldtheorie für Ingenieure und Physiker“, Springer


1996.

[4] W. Nolting, “Grundkurs Theoretische Physik, 3 Elektrodynamik“, Vieweg 1997.

[5] I.N. Bronstein und K.A. Semendjajew, “Taschenbuch der Mathematik“, Harri
Deutsch 1979.

[6] R.W.P. King in „Handbuch der Physik“, Band XVI, „Elektrische Felder und Wellen“,
herausgegeben von S. Flügge, Springer 1958.

[7] L. Lorenz, "Über die Fortp‡anzung der Electricität", Annalen der Physik, VII, 1879,
S. 161-193.

[8] R.H. Good, Eur. J. Phys. 22 (2001) 119-126.

[9] Gradstein Ryshik, "Summen- Produkt und Integraltafeln", Band 2, S. 294¤, Harri
Deutsch 1981

[10] J.M. Ziman, "Prinzipien der Festkörpertheorie", S.206¤, Harri Deutsch 1975

[11] N.W. Ashcroft, N.D. Mermin, "Solid State Physics", S.5, Butler & Tanner.

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