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Quelle: BFE

Fakten zur Energie Nr. 2

erneuerbare Energien

Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft.


wie können wir Sie nutzen?

Unter erneuerbaren Energien versteht Wasserkraft


man Energieträger, die durch ihre Nut- Der Mensch nutzt die Energie des Was-
zung nicht aufgebraucht werden oder sers schon sehr lange. Sie ist eine der
sich so schnell erneuern, dass sie – in für wichtigsten Energien für die Schweiz,
Menschen fassbaren Zeiträumen gemes- über 55 Prozent des elektrischen Stroms Im Generator wird ki-
sen – langfristig nutzbar sind. Zu den ein- werden mit Wasserkraft produziert. netische Energie des
heimischen erneuerbaren Energieträgern Wassers und der Tur-
zählen Sonnenstrahlung, Wasserkraft, Die Nutzung der Wasserkraft funktioniert bine in elektrischen

Windkraft, Umgebungswärme und Bio- folgendermassen: Das fliessende Wasser Strom umgewandelt.
Quelle: Verbund / 
masse. Der Ursprung aller erneuerbaren treibt eine Turbine an; ihre Drehbewegung
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Energien liegt in der Sonne oder in der
Wärme im Erdinneren.
Generator
Neben dem Vorteil der langfristigen Nut- Stator mit
zung gibt es noch weitere positive Aspek- Wicklungen
te: Erneuerbare Energieträger kommen eines Strom-
Magnet leiters
dezentral vor und bei ihrer Nutzung wird
kein CO2 freigesetzt. Die Nutzung von Welle
erneuerbaren Energien ist jedoch nicht
Turbine
gänzlich problemlos, da bauliche Eingriffe
nötig sind, mit (meist moderaten) Folgen
für die Umwelt. Die Sonnenenergie und Wasserzulauf
die Windkraft sind zudem witterungsab-
hängig.

Turbinen-
schaufeln
lässt im Generator Magnete rotieren, Sonnenstrahlung
die im Stator (enthält Wicklungen eines Jedes Jahr strahlt die Sonne rund 200-
Stromleiters) einen elektrischen Strom er- mal mehr Energie auf die Schweiz, als die
zeugen. Bevölkerung verbraucht, weltweit ist das
Strahlungsangebot sogar 2800-mal grö-
In einem traditionellen Laufwasserkraft- sser als der Bedarf. Strahlung der Sonne
werk regulieren Wehre das Flusswasser kann mittels transparenter Bauteile wie
und leiten es auf Turbinen. Bei einem Fenster direkt genutzt werden. Die einfal-
Speicherkraftwerk fasst der Stausee das lende Solarstrahlung passiert die Fenster
zuflies­s ende Wasser, das – je nach Ange- ungehindert und wird von den Wänden
bot und Nachfrage am Strommarkt – auf und Gegenständen absorbiert. Diese er-
die Turbinen strömt. Ein Pumpspeicher- wärmen sich und geben gleichzeitig Wär-
kraftwerk ist zusätzlich mit leistungsstar- mestrahlung ab. Diese Wärmestrahlung
ken Pumpen ausgerüstet, um Wasser zu- kann hingegen nicht durch die Fenster
Die drei Wasser- rück in einen höher gelegenen Stausee zu nach draussen dringen. Sonnenlicht wird
kraftwerkstypen: pumpen und dort zu speichern. Laufwas- aber vor allem auch mittels technischer Wärme und Strom
Laufwasser-, Spei- serkraftwerke liefern fortlaufend Energie, Anlagen genutzt. Es gibt zwei Typen von von der Sonne: Son-
cher- und Pump­ während Speicher- und Pumpspeicher- Solaranlagen: photovoltaische Systeme nenkollektoren
speicherkraftwerk. (oben) und Photovol-
kraftwerke gezielt produzieren, um bei- und thermische Sonnenkollektoren.
Quelle: Pixelio (oben, taikmodule (unten).
spielsweise Bedarfsspitzen abzudecken.
Mitte), Voith GmbH Quelle: Fotolia

Sonnenkollektoren

Wärme-
speicher

Heizkörper

Heizkessel Wärmetauscher

Photovoltaikzellen

Freischalter,
Sicherungen
Wechselrichter
Zähler Produktion Zähler Eigenverbrauch

2 Faktenblatt Nr. 2: Erneuerbare Energien


Im Sonnenkollektor spielt der Solarab­ ein Sägewerk anzutreiben. Heutige Wind-
sorber die wichtigste Rolle. Er besteht in kraftanlagen produzieren Strom; ihre bis
der Regel aus schwarzbeschichtetem Alu- zu 60 m langen «Windflügel» (Rotorblät-
minium oder Kupfer, das Sonnenstrah- ter) drehen sich um die Rotornabe, wel-
lung aufnimmt und sich dabei erwärmt. che mit einem Generator gekoppelt ist.
Im Absorber zirkuliert in Röhren ein Was-
ser-Glykol-Gemisch, das sich dadurch er- Das Potenzial von Windenergie ist welt-
hitzt (Wärmeübertragung) und die Wärme weit 200-mal grösser als der Weltenergie-
zum Wasserspeicher im Haustechnikraum verbrauch. Auch die Schweiz hat ertrag-
transportiert. Dort wird die solare Wärme reiche Windstandorte. Zwei Drittel des
im Wärmetauscher auf den Wasserkreis- Jahresertrages werden in den Wintermo-
lauf des Gebäudes übertragen. naten produziert, wenn der Stromver-
brauch besonders hoch ist. Windenergie
In einer Photovoltaikzelle, die meist aus ist somit eine ideale Ergänzung zu Was-
Silizium besteht, wird Solarstrahlung in serkraft und Sonnenenergie, welche in
einem photoelektrischen Prozess in Strom den Sommermonaten am meisten produ-
umgewandelt. Dabei lösen kurzwelli- zieren.
ge Solarstrahlen in Halbleiterschichten
­(Metalle) eine Trennung von Ladungsträ- Biomasse
gern aus, wodurch eine Spannung ent- Biomasse wird in zunehmendem Mas-
steht. Bei geschlossenem Stromkreislauf se energetisch genutzt. Biomasse be-
fliesst elektrischer Strom. Dieser kann zeichnet sämtliches organisches Material
entweder direkt im Gebäude verbraucht (Holz, Grünabfälle, Gülle), das nicht durch
oder ins öffentliche Stromnetz einge- geologische Prozesse verändert wurde.
speist werden. In diesen Materialien sind grosse Mengen
chemischer Energie gespeichert.
Windkraft
Die Nutzung von Windenergie hat eben- Holz dient meist der Wärmegewinnung
falls eine lange Tradition: Erste Windmüh- (Schnitzelheizungen, Holzöfen, Holzheiz-
Die Komponen- len gab es vermutlich schon vor 3700 Jah- kraftwerke). Holzheizkraftwerke können
­ten einer Wind­- ren. Diese wurden allerdings nicht zur neben Wärme auch Strom erzeugen, in-
kraft­anlage. Quelle:
Stromerzeugung genutzt, sondern um dem zusätzlich eine Dampfturbine ange-
Quelle: Verbund / 
Getreide zu mahlen, Öl zu pressen oder trieben wird, womit der Energiegehalt von
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Holz am effizientesten genutzt wird.

Rotorblatt Biogasanlagen verwerten Gülle, Mist,


Grünabfälle oder Nahrungsmittelabfälle.
In Fermentern wandeln Bakterien (Gärung)
Rotornabe Generator die Biomasse in Gas (Methan) um. Die-
ses Biogas kann aufbereitet ins Erdgasnetz
eingespeist und somit zum Heizen oder
als Treibstoff verwendet werden. Es kann

Aufstieg auch als Brennstoff in Wärme-Kraft-Kopp-


lungsanlagen (WKK) genutzt und in Strom
Bis zu 120 m und Wärme umgewandelt werden.

Auch im Abfall steckt Biomasse. Rund


50 Prozent des Gesamtabfalls ist Biomas-
Netzanschluss se (Rüstabfälle, Essensabfälle und Holz).
Die in der Kehrichtverwertungsanlage er-
zeugte Elektrizität und Wärme wird des-
Fundament halb zu diesem Teil als erneuerbar be-
zeichnet.

Faktenblatt Nr. 2: Erneuerbare Energien 3


Die Nutzung von Biomasse gilt als CO2- das gasförmige Kältemittel an und kom-
neutral, da gleich viel CO2 frei wird, wie primiert es, wodurch die Temperatur des
die Pflanzen während ihres Wachstums Kältemittels ansteigt. Im nachfolgenden
aufgenommen haben. Das Einsammeln Kondensator wird diese Wärme an den
und der Transport der Biomasse zur An- Wasserkreislauf des Hauses übertragen,
lage generiert hingegen CO2. Der Anbau das Kältemittel wird dabei wieder flüssig.
von Nahrungsmitteln wie Mais und Ge- Mit diesem geschlossenen Kreislauf kann
treide für die Energiegewinnung (Vergä- eine Wärmepumpe mit 1 kWh Elektrizität
ren zu Biogas) ist in der Schweiz nicht er- zwischen 2,5 kWh und 4 kWh Heizwär-
wünscht. Es werden nur Reststoffe und me produzieren (abhängig von der Luft-
Abfälle verwendet, damit die Nahrungs- temperatur und der benötigten Heiztem-
mittelproduktion und die Baustoffindust- peratur).
rie nicht konkurrenziert werden. Geothermische Energie, auch als Erdwär-
me bezeichnet, nennt man die in Form
Umgebungswärme von Wärme gespeicherte Energie im Erd-
Luft, Böden und Gewässer speichern Son- reich oder im Grundwasser. Sie stammt
nenenergie respektive Energie aus dem hauptsächlich aus dem glühend-heissen
Erdinneren, die mittels Wärmepumpen Erdinneren. Schon ab rund 15 Metern Tie-
zum Heizen und zur Wassererwärmung fe ist die Bodentemperatur das ganze Jahr
eingesetzt wird. Diese Umgebungswär- über konstant. Erdwärme ist mit untiefer
me wird im Gebäudebereich zunehmend (oberflächennaher) und tiefer Geother-
eingesetzt, weil deren Nutzung technisch mie nutzbar.
einfach ist.
Untiefe Bohrungen sind in der Regel
Die Wärmepumpe saugt Luft an und lei- 100 bis 300 Meter tief. Darin wird eine
tet sie zu einem Wärmetauscher (Ver- Erdwärmesonde abgesenkt, in der eine
dampfer). In diesem wird die Wärme- Träger­flüssigkeit zirkuliert (meist ein Was-
energie an das zirkulierende Kältemittel ser-Glykol-Gemisch). Die entlang der Erd-
übertragen. Das Kältemittel ist eine Flüs- sonde aufgenommene Wärme wird in
sigkeit mit einem sehr niedrigen Sie- der Wärmepumpe zu Heizwärme. Wär-
depunkt, sodass es schon bei winterli- me aus Grund- oder Seewasser lässt sich
chen Aussentemperaturen verdampft. ebenfalls mit Wärmepumpen nutzen.
Funktionsschema
Der nachgeschaltete Verdichter saugt Derartige Anlagen brauchen rund 1 kWh
einer Wärmepumpe.
Elektrizität, um 4 kWh bis 5 kWh Hei-
zungswärme zu erzeugen.
Radiatoren
Bodenheizung
Aus Erdwärme kann auch Strom gewon-
nen werden. Dazu müsste in der Schweiz
Kältemittel
flüssig aber bis in Tiefen von 3000 bis 5000 Me-
ter gebohrt werden (tiefe Geothermie),
um die notwendigen Temperaturen von
Kondensator
deutlich über 100 °C zu erreichen. Mit
Druck- Kompressor dem Dampf kann mittels einer Dampftur-
reduzier-
ventil bine Strom erzeugt werden. Zwei grös­
sere Projekte (Basel und St. Gallen) zur
Verdampfer Stromerzeugung mussten wegen Erd­
Motor
Kältemittel beben gestoppt werden.
gasförmig

mechanischer Verdichter
Herausgeber: EnergieSchweiz,
Bundesamt für Energie BFE
Dienst Aus-und Weiterbildung, Juli 2015
Wärmequelle: Erdwärme, Umweltwärme, Abwärme energieschweiz@bfe.admin.ch,
www.energieschweiz.ch

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