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15.3.

2020

Liebe Nachbarn

Das neue Coronavirus (Sars-Cov-2) ist sehr gefährlich. Bitte nehmt die Pandemie ernst. Jene, die immer noch
von „Panikmache“ oder „Hysterie“ sprechen, haben die Lage leider nicht verstanden.

15-20% der Infizierten müssen ins Spital, manche tragen möglicherweise auch nach Genesung eine
permanente Lungenschädigung davon. Ca. 10% der Erkrankten benötigen einen Platz auf der Intensivstation.

Auf allen Intensivstationen der Schweiz zusammen gibt es aber


nur knapp 1‘000 Betten. Das heisst, schon bei 10‘000 Infizierten
in der Schweiz ist jedes Bett auf jeder Intensivstation in der
ganzen Schweiz mit einem COVID19-Patienten belegt. Pro
Patient für bis zu 2 Wochen. Wegen der langen Inkubationszeit,
der Dunkelziffer und des exponentiellen Wachstums der
Ansteckungen haben sich wohl schon heute mindestens so viele
Menschen in der Schweiz angesteckt (positiv getestet in der
Schweiz am 15.3.2020: 2‘200).

Wenn die Spitäler überlastet sind, werden sehr viele Menschen sterben. Nicht nur an COVID19, sondern auch
an anderen Unfällen und Erkrankungen, die intensivmedizinische Betreuung erfordern. Es geht nicht nur um
Solidarität mit den besonders gefährdeten Personen, sondern um Leben und Tod für uns alle. Wenn die
Intensivstationen voll sind, ist dort auch kein Platz für einen 18-Jährigen, der mit dem Elektroscooter hinfällt;
eine Familie, die einen Autounfall erleidet; oder einen 40-Jährigen mit Herzinfarkt.

In Italien müssen die Ärzte bereits darüber entscheiden, wer leben darf und wer sterben soll. Wenn wir die
steile Ansteckungskurve nicht sofort bremsen, ist es bei uns in wenigen Tagen auch so weit.

Bitte haltet euch unbedingt an alle Anordnungen und Empfehlungen der Behörden und Fachleute. Aktuell:

 Nutzt den öffentlichen Verkehr nicht, ausser es ist zwingend nötig - z.B. für Arztbesuch oder Arbeitsweg.
Nutzt den öffentlichen Verkehr keinesfalls für Freizeitaktivitäten.
 Haltet zu allen Personen, die nicht eurem eigenen Haushalt angehören, jederzeit 2 Meter Abstand. Auch
beim Einkaufen, beim Anstehen an der Kasse, in der Bank, der Post, beim Plaudern, im Park und auf
dem Spielplatz. Meidet jede Art von Gruppen oder Menschenansammlungen.
 Wenn ihr es irgendwie einrichten könnt, arbeitet von zuhause aus (Home-Office). Gebt den öffentlichen
Raum und ÖV jenen frei, bei deren Berufen das nicht möglich ist.
 Besucht keine Cafés, Restaurants, Bars, Clubs, Konzerte, Feiern etc. Die Hygienemassnahmen sind dort
nicht effektiv umsetzbar.
 Schützt Grosseltern durch striktes Einhalten der Generationentrennung.
 Hygiene beim Niesen und Husten (Ellbogen oder Papiertaschentuch!) und regelmässiges Händewaschen
sind selbstverständlich.
 Wenn ihr Grippe- oder Erkältungssymptome habt, bleibt unbedingt zuhause. Und auch sonst, so viel es
geht.
 Denkt daran, dass ihr auch ohne Symptome infiziert und ansteckend sein könntet.
 Respektiert die Schulschliessungen. Wer nur irgendwie kann, muss seine Kinder zuhause betreuen.
 Erklärt die Lage euren Kindern und Jugendlichen und bittet sie, die Empfehlungen und Anordnungen auch
einzuhalten. Es geht jetzt darum, mit allen Mitteln (insbesondere Social Distancing) die Pandemie zu
verlangsamen und unser Gesundheitswesen vor dem Kollaps zu retten, nicht um „Coronaferien“.
 Verfolgt die Nachrichten und beachtet weitergehende Empfehlungen/Anordnungen. Wenn ein
flächendeckender „Lockdown“ angeordnet wird – haltet euch daran.

Nur wenn jeder von uns seine Eigenverantwortung wahrnimmt, können wir diese Krise gemeinsam meistern.
Bleibt gesund, passt auf euch auf, und passt auf einander auf!

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