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Mungo Park

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Mungo Park

Mungo Park (* 11. September 1771 in Foulshiels bei Selkirk, Schottland; †


Januar/Februar 1806 bei Bussa, Nigeria) war ein britischer Afrikareisender. Seine beiden
Reisen (1795–1797 und 1805–1806) führten ihn über den Fluss Gambia an den Lauf
des Nigers. Bei seiner ersten Reise im Auftrag der African Association geriet er in
Gefangenschaft, konnte jedoch mittellos fliehen. Er überlebte nur durch die Hilfe eines
Afrikaners. Sein daraufhin veröffentlichter Reisebericht Travels in the Interior of Africa war
damals schon ein Bestseller und gilt noch heute als Klassiker. Bei seiner zweiten Reise an
den Niger, die durch die britische Regierung finanziert wurde, kam er 1806 ums Leben.

Inhaltsverzeichnis

• 1Kindheit, Jugend und Ausbildung


• 2Politischer und geographischer Rahmen
• 3Die erste Reise: Die Ein-Mann-Expedition
o 3.1Im Auftrag der African Association
o 3.2Von der Küste bis Kaarta
o 3.3In Gefangenschaft der Mauren
o 3.4Erreichen des Nigers
o 3.5Sieben Monate Aufenthalt in Kamalia
o 3.6Rückkehr nach Großbritannien
• 4Zwischen den Reisen: Park als Arzt, Vater und Ehemann
• 5Die zweite Reise: Die Regierungsexpedition
o 5.1Verhandlungen mit der Regierung
o 5.2Beginn der Regenzeit
o 5.3Auf dem Boot den Niger entlang
o 5.4Die Suche nach Mungo Park
• 6Rückblick und Nachleben
• 7Literatur
o 7.1Mungo Parks Reiseberichte
o 7.2Sekundärliteratur
o 7.3Originalzitate und Einzelnachweise
• 8Weblinks

Kindheit, Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Mungo Park wurde höchstwahrscheinlich am 11. September 1771 auf einem Bauernhof in
Foulshiels am Fluss Yarrow Water bei Selkirk, Scottish Borders, geboren. Das ist das
Datum, wie es im Taufbuch angegeben ist, wenngleich etliche ältere Biographien und
Schriften den 10. September als Geburtsdatum nennen (Lit.: Sattin, 2003, S. 1). Er war das
siebte von insgesamt 13 Kindern. Während seiner Kindheit beschrieben seine
Mitmenschen ihn vorwiegend als „zurückhaltend“ (Lit.: Müller, 1980, S. 22) – eine
Einschätzung, die ihm auch später oft zuteilwurde.
Parks Eltern waren als Farmer nicht wohlhabend, hatten jedoch genug Geld, um ihren
Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Mungo wurde
„strenggläubig“ calvinistisch erzogen und seine Eltern drängten ihn, Geistlicher zu werden.
Dennoch ging er 1785 mit 14 Jahren beim Landarzt Thomas Anderson in Selkirk in die
Lehre. Während dieser dreijährigen Ausbildung lernte er dessen Kinder Allison und
Alexander kennen. Allison wurde später seine Frau. Alexander wiederum nahm als Parks
engster Vertrauter an der zweiten Expedition teil und kam dabei ums Leben.
Im Herbst 1788 zog Park nach Edinburgh, um an der dortigen Universität bis zum Sommer
1792 die Fächer Anatomie und Chirurgie zu studieren. Jedoch faszinierte ihn
die Botanik mehr als sein medizinisches Studiengebiet.
Nach Beendigung seines Studiums unternahm Park zusammen mit seinem
Schwager James Dickson botanische Wanderungen durch die Schottischen Highlands.
Dickson, Autodidakt und anerkannter Fachmann der Botanik, hatte sich als Samenhändler
am Covent Garden in London einen Namen gemacht. Er war Mitglied der Linnean Society
of London, in welcher auch Sir Joseph Banks, der Präsident der Royal Society und selbst
begeisterter Botaniker, verkehrte. Es muss noch 1792 gewesen sein, als Park während
eines Besuchs bei seiner Schwester Margaret und seinem Schwager James Dickson mit
dem einflussreichen Joseph Banks bekannt wurde.
Auf die Empfehlung von Joseph Banks hin wurde Mungo Park Assistenzarzt an Bord
des Ostindienfahrers Worcester, welcher am 5. April 1793 in Portsmouth mit militärischem
Geleit für ein Jahr nach Benkulen, Sumatra, aufbrach. Das militärische Geleit war durch
den Krieg zwischen Großbritannien und Frankreich notwendig. Nach seiner Rückkehr 1794
präsentierte Park für die Linnean Society einen Vortrag über Acht kleine Fische von der
Küste Sumatras,[1] darunter auch unbekannte Arten. Bis zu seinem Tode blieb Park
außerordentliches Mitglied dieser Gelehrtengesellschaft (Lit.: Müller, 1980, S. 27).
An Bord der Worcester lernte er auch astronomische Grundkenntnisse und Methoden,
um geographische Breite und Länge bestimmen zu können (Lit.: Müller, 1980, S. 30).
Dadurch empfahl er sich der African Association als zukünftiger Reisender. Zudem war er
Arzt, konnte also notfalls sich selbst und auch andere behandeln, was ihm aus Sicht
der Association eventuell den Respekt der Afrikaner einbringen könnte. Als erfahrener
Amateur-Botaniker war er in der Lage, Beschreibungen und Skizzen unbekannter Spezies
anzufertigen. Darüber hinaus hatte er während der Reise nach Sumatra bewiesen, dass er
dem feuchtwarmen Tropenklima gewachsen war.
Seine Beziehungen zu Joseph Banks erwiesen sich nun als Sprungbrett, um über
die African Association seinen Hunger nach Ruhm und Abenteuerlust zu stillen. Denn, so
Park in einem Brief an seinen Schwager Alexander vor der ersten Reise: „wenn ich Erfolg
habe, werde ich mir einen größeren Namen als [ein Mann?] jemals zuvor erwerben!“[2]

Politischer und geographischer Rahmen[Bearbeiten | Quelltext


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Mungo Parks Unternehmungen werden von den Koalitionskriegen eingerahmt. In diesen
kämpfte Großbritannien an der Seite unterschiedlicher Bündnispartner vom 1. Februar
1793 mit kleinen Unterbrechungen für 22 Jahre gegen das republikanische Frankreich.
Obwohl Park aus Schottland stammt, verhielt er sich stets loyal zum britischen Königreich.
So waren auch seine Briefe nach Selkirk, Nord-Britannien, und nicht Schottland adressiert
(Lit.: Müller, 1980, S. 16).
Eine weitere Klammer bildete die Unabhängigkeit der USA von Großbritannien.
Großbritannien suchte nun nach neuen Kolonien und Märkten. Der weitestgehend noch
unbekannte afrikanische Kontinent wurde bislang nur für das
lukrative Sklavengeschäft genutzt und weckte Hoffnungen auf ein zweites Amerika.

Von Rennell erstellte Karte der Meeresströmungen der Ozeane um Afrika (1799), aus seinem
Buch The Geographical System of Herodotus. Der Niger fließt hier ostwärts, um im Gebiet
der Wangara in einen See zu münden, südlich davon sind die Mountains of the Moon zu sehen.

Allerdings war „die Landkarte seines Innern noch immer nur ein weit ausgedehnter weißer
Fleck“, was aus Sicht der African Association „als große Schande für das gegenwärtige
Zeitalter betrachtet werden muss.“[3] Insbesondere was den Niger betraf, waren zu Ende
des 18. Jahrhunderts in Europa weder Quelle, noch Lauf oder Mündung bekannt. Es gab
nur einige vage Theorien, welche sich noch an die Überlieferungen von frühzeitlichen
Geographen wie Herodot, Al-Idrisi oder Leo Africanus anlehnten: Man vermutete
beispielsweise, beim Niger könnte es sich um keinen eigenständigen Fluss, sondern
lediglich um einen anderen Namen für den westwärts
fließenden Gambia oder Senegal handeln. Oder, sofern das unzutreffend wäre, dass er
ostwärts in den Nil oder Kongo übergehe. Eine weitere beliebte Theorie wurde auch
von James Rennell vertreten, dem Kartographen der African Association, wonach der Niger
östlich von Timbuktu in einen großen Sumpf oder Binnensee münde (Lit.: Sattin, 2003, S.
120; Müller, 1980, S. 235).

Zum Vergleich: Der Niger in seinem tatsächlichen Verlauf.

Die Bestimmung der Lage des Nigers wurde durch dessen ungewöhnliche Sichelform
erschwert: Nur 300 km vom atlantischen Ozean entspringend fließt er in nordöstlicher
Richtung landeinwärts, um dann hinter Timbuktu um 90 Grad nach Südosten zu drehen
und schließlich in den Golf von Guinea zu münden. Man vermutete zudem, dass sich
südlich des Nigers durch ganz Afrika eine Gebirgskette namens Mountains of the
Moon bzw. Berge von Kong zöge, welche der Niger unmöglich passieren könne.

Die erste Reise: Die Ein-Mann-Expedition[Bearbeiten | Quelltext


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Im Auftrag der African Association[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nachdem Park Anfang 1794 aus Sumatra zurückgekehrt war, bot er seinen Dienst
der African Association an, die nach einem Nachfolger für Major Daniel Houghton suchte.
Houghton war 1790 ausgesandt worden, um ebenfalls den Verlauf des Niger zu erkunden,
aber nach einem Überfall mittellos in der Sahelzone verhungert[4].
Am 17. April 1794 erhielt Park mit Unterstützung von Joseph Banks die feste Zusage
der African Association. Er war nach Simon Lucas, John Ledyard und Daniel
Houghton somit der vierte Afrika-Reisende, der von ihrem fünfköpfigen Komitee
ausgewählt wurde. Vom 1. August 1794 an sollte er 7½ Schilling pro Tag erhalten, ab
seinem Aufbruch vom Gambia ins Landesinnere Afrikas für 2 Jahre das Doppelte.
Außerdem wurden 200 Pfund für seine Ausrüstung gewährt. Das ist deutlich mehr als die
50 Schilling pro Monat, die er als Hilfsarzt an Bord der Worcester erhalten hatte, allerdings
auch nicht übermäßig viel für solch eine gefährliche Reise. Der Grund hierfür war, dass
die African Association seine Reise nur über Subskriptionen ihrer Mitglieder finanzieren
konnte.
Am 21. April 1794 bekam er die förmlichen Anweisungen seines Auftraggebers, über die er
später in seinem Reisebericht sagte:
„Meine Instruktionen waren klar und knapp. Ich wurde beauftragt, nach meiner
Ankunft in Afrika zum Niger vorzudringen, entweder über Bambouk oder auf jedem
anderen Weg, der sich als der geeignetste erweisen würde. Dass ich die Richtung
und wenn möglich Ursprung und Ende dieses Flusses in Erfahrung bringen sollte.
Dass ich mir die größte Mühe geben sollte, die wichtigsten Dörfer und Städte in
seiner Nachbarschaft, besonders Tombuctoo und Houssa, zu besuchen; und dass
es mir danach freistehen sollte, entweder über den Gambia oder auf dem Weg, der
mir unter den dann bestehenden Umständen meiner Lage und meiner Aussichten
ratsam erscheinen würde, nach Europa zurückzukehren.‘“[5]
Seine Angehörigen waren alles andere als begeistert, „denn sie waren sicher, er werde
nie zurückkommen“, so sein Schwager James Dickson.[6] Auch Park wusste um die
Gefahr seiner Reise:
„Sollte ich auf meiner Reise zugrunde gehen, war ich bereit, meine Hoffnungen und
Erwartungen mit mir untergehen zu lassen; und sollte es mir gelingen, meinen
Landsleuten die Geographie Afrikas vertrauter zu machen und ihrem Ehrgeiz und
Fleiß neue Quellen des Wohlstands und neue Handelswege aufzutun, wusste ich,
dass ich in den Händen von Ehrenmännern war, die nicht versäumen würden, die
Belohnung zu geben, die meine erfolgreichen Dienste in ihren Augen verdienten.“[7]
Zudem hatte Park „den brennenden Wunsch, die Erzeugnisse eines so wenig
bekannten Landes zu untersuchen und durch eigene Erfahrung die Lebensweise
und das Wesen der Eingeborenen kennenzulernen“.[8] Vor allem aber war er
fasziniert von der Idee, als Entdecker des Niger zu gelten. Neben Kleidung,
Mantel, Decke und einem Schirm hatte er einen Taschensextanten, zwei
Kompasse, ein Thermometer und zwei Schrotflinten bei sich. Er ging genauso
gekleidet wie in Großbritannien. Anders als spätere Reisende wie Friedrich Konrad
Hornemann oder Jean Louis Burckhardt versuchte er also nicht, seine Herkunft zu
verheimlichen.
Von der Küste bis Kaarta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kartenskizze von Mungo Parks Reisen in Westafrika

Am 22. Mai 1795 legte er an Bord des Handelsschiffes Endeavour von Portsmouth
ab. Einen Monat später ging Park in Jillifree am Gambia, heute Juffure, an Land.
Nach einigen Tagen Reise landeinwärts kam er am 5. Juli 1795 in Pisania, nahe
dem heutigen Karantaba Tenda, an. Hier verbrachte er fünf Monate in einer
englischen Faktorei beim Sklavenhändler Dr. Laidley, um
die Regenzeit abzuwarten, sich zu akklimatisieren und Mandingo zu lernen. Ende
Juli erkrankte er an Fieber, wobei es sich wahrscheinlich um die zu jener Zeit noch
unbekannte Malaria handelte. Vermutlich wurde er hierbei teilimmunisiert und ging
somit, ohne es zu wissen, gestärkt aus der Krankheit heraus. Heute steht in
Karantaba Tenda das Mungo Park Memorial und markiert den Ausgangspunkt der
Reise.
Ende November 1795 brach Park von Pisania landeinwärts auf. Am 3. Dezember
verabschiedete er sich von Dr. Laidley, welcher ihn noch ein Stück des Weges
begleitet hatte:
„Ich hatte nun unbegrenzten Wald und ein Land vor mir, dessen Einwohnern das
zivilisierte Leben ganz fremd war; und wovon die meisten einen weißen Mann wie
einen Gegenstand der Neugierde oder der Plünderung betrachteten. Ich bedachte,
dass ich mich vom letzten Europäer getrennt hätte, den ich vielleicht sehen würde,
und vielleicht auf immer die Annehmlichkeiten der christlichen Gesellschaft
verlassen hatte.“[9]
Selbst die emanzipiertesten Köpfe der damaligen Zeit hielten die europäische
Kultur gegenüber der afrikanischen für überlegen, auch Mungo Park war hier
keine Ausnahme.
„Wie sehr ist zu wünschen, dass die Gemüter eines Volks von solchen
Gesinnungen und solcher Treue durch die wohltätigen Wirkungen des
Christentums möchten gemildert und zivilisiert werden!“[10]
Dennoch empfand er keinen rassistischen Hass gegenüber den Menschen
Afrikas, deren Kultur und Sitten er für unterlegen und nicht nur anders
hielt, sondern er war
„völlig überzeugt, dass welche Verschiedenheit auch immer zwischen einem Neger
und Europäer in Hinblick auf die Gestalt der Nase oder der Farbe der Haut sein
möchte, so gibt es doch keine im Hinblick auf die echten Sympathien und
charakteristischen Gefühle unserer gemeinsamen Natur.“[11]
Sklaven im östlichen Afrika, aus H. B. Scammel, Stanley and the White
Heroes in Africa, 1890

Mit ihm waren zwei Diener: Demba, der Haussklave Laidleys, der bei
gutem Benehmen nach der Reise die Freiheit erhalten sollte, und
Johnson, welcher für seine Dienste bezahlt wurde. Johnson
sprach Mandingo, während Demba zusätzlich auch
noch Serahuli beherrschte, wodurch beide Park bei der Verständigung
mit den Menschen Westafrikas helfen konnten.
Die Gruppe führte lediglich ein Pferd, zwei Packesel und Nahrung für
zwei Tage mit sich. Anfangs waren sie in Begleitung von zwei
Sklavenhändlern, einem muslimischen Reisenden und einem
Schmied, welche auch ostwärts gingen.
Ohne große Probleme durchquerten sie das Reich Wuli, dessen
König Mansa Jatta sie in Medina vier Stangen Tabak als Zoll
„schenken“ mussten. Sich den Weg „freizuschenken“, war im
Gegensatz zur blutigen zweiten Reise typisch für Parks erste
Expedition. Da weiße Menschen in der Nähe der Küste nicht
unbekannt waren, wurden Park und seine Begleiter von den
Einwohnern Wulis freundlich aufgenommen.
Am 13. Dezember erreichten sie die Stadt Tallika in Bondu. Park
stellte fest, dass Bondus Einwohner stärker unter dem Einfluss der
„mohammedanischen Gesetze“ stehen. Am 21. Dezember traf er in
Fatteconda, der Hauptstadt Bondus, ein. Da es dort im Landesinneren
keine Hotels oder ähnliches gab, war es gebräuchlich, dass Fremde
im Ortszentrum warteten, bis sie von Ortsansässigen zur
Übernachtung eingeladen wurden, was Park selten verweigert wurde
(Lit.: Müller, 1980, S. 71). Insbesondere von Seiten der Obrigkeit
entgegnete ihm allerdings auch häufig Misstrauen gegenüber den
friedlichen Absichten seines Reisezweckes. Der Herrscher Bondus,
der Almami Amadi Isati, meinte:
„Es ist unmöglich, sagte er, dass irgendein Mensch mit seinen fünf Sinnen eine so
gefährliche Reise unternehmen würde, bloß um Land und Leute zu betrachten.“[12]
Laut Park war es „offensichtlich, dass sein Argwohn aus der
Überzeugung entstand, jeder Weiße müsse notwendig ein
Kaufmann sein.“[13]
Zu jener Zeit herrschte Krieg zwischen Kaarta und Bambara, und
Mungo Park begegnete etlichen Flüchtlingen. Um nicht zwischen
die Fronten zu geraten, wählte er den nordöstlichen Weg
über Ludamar, um nach Bambara zu gelangen, was sich im
Nachhinein jedoch als Fehler herausstellte.
In Gefangenschaft der Mauren[Bearbeiten | Quelltext
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Ein Tuareg-Krieger, aus H. B. Scammel, Stanley and the White
Heroes in Africa, 1890

Es war nicht leicht, seine Diener Demba und Johnson zur


Weiterreise nach Ludamar zu bewegen, denn:
„Das wilde und trotzige Benehmen der Mauren hatte meine Leute so abgeschreckt,
dass sie erklärten, sie wollten lieber jedem Anspruch auf Belohnung entsagen, als
auch nur einen Schritt weiter gegen Osten zu reisen. In der Tat wurde die Gefahr,
welche sie schilderten, von den Mauren ergriffen und in die Sklaverei verkauft zu
werden, mit jedem Tagen offensichtlicher; und ich konnte ihre Besorgnisse nicht
verurteilen.“[14]
Diese Angst war nicht unbegründet, denn laut Park waren
Schwarze aus Sicht der
arabischen Mauren und Tuareg minderwertig:
„Diese gastfreundlichen Leute [die Schwarzen] werden von den Mauren als eine
nichtswürdige Sklavenbrut betrachtet, und dementsprechend behandelt.“[15]
Dennoch verließen sie am 27. Februar 1796 Jarra, eine
Stadt an der Grenze zu Ludamar, und gelangten am 1.
März nach Deena. Die Begrüßung durch die Mauren war
laut Park äußerst hasserfüllt:
„Sie zischten, schrien und beschimpften mich; sie spuckten mir sogar ins Gesicht,
in der Absicht, mich zu reizen, damit ich ihnen einen Vorwand lieferte, mein Gepäck
zu beschlagnahmen. Aber als sie merkten, dass derartige Beleidigungen nicht die
gewünschte Wirkung hatten, nahmen sie zu dem letzten und ausschlaggebenden
Argument Zuflucht, dass ich ein Christ sei und mein Besitz selbstverständlich eine
rechtmäßige Beute für die Anhänger Mohammeds sei. Sie öffneten folglich meine
Bündel und nahmen mir alles, was ihnen gefiel.“[16]
Eine Gruppe arabischer Handelsreisender, aus H. B.
Scammel, Stanley and the White Heroes in Africa, 1890

Park geriet am 7. März in Gefangenschaft, aber nicht


nur wegen seiner Fremdartigkeit, sondern auch, weil
er für einen Spion gehalten wurde. Wahrscheinlich
vermutete der maurische Herrscher Ali, nicht ganz zu
Unrecht, dass Parks Hintermänner den Mauren
den Transsaharahandel streitig machen wollen:
„Ich war ein Fremder, ich war unbeschützt und ich war ein Christ. Jeder dieser
Umstände einzeln genommen ist ausreichend, um aus dem Herzen eines Mauren
jeden Funken von Menschenliebe zu verbannen. Wenn sie aber wie bei mir in einer
Person vereinigt anzutreffen waren, wenn noch über dem der Argwohn allgemein
herrschte, dass ich als ein Spion in das Land gekommen sei, so wird sich jeder
Leser leicht vorstellen können, dass ich in einer solchen Lage alles zu fürchten
hatte.“[17]