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Von Tracy Cabot ist als

Heyne-Taschenbuch erschienen.

Wie bringe ich einen Mann dazu, sich in mich zu verheben ?


Band 01/6741
TRACY CABOT

WIE BRINGE ICH

EINE FRAU DAZU, SICH IN

MICH ZU VERLIEBEN?

Liebesstrategien für den Mann

Deutsche Erstausgabe

WILHELM HEYNE VERLAG


MÜNCHEN
HEYNE ALLGEMEINE REIHE
Nr 01/8036

Meinem Mann Marshall und allen Männern


gewidmet, die Frauen lieben. .

Titel der Originalausgabe


MAN POWER
Aus dem Amerikanischen übersetzt
von Gudrun Theusner-Stampa

Copyright © 1988 by Tracy Cabot

Copyright © der deutschen Ausgabe 1990

by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG, München

Pnnted in Germany 1990

Umschlagfoto Blldagentur Mauntius/Hubatka, Dlttenwald

Umschlaggestaltung Atelier Ingrid Schutz, München

Gesamtherstellung Ebner Ulm

ISBN 3-453-04163-1

Inhalt

Persönliche Anmerkungen der Autorin ......... 11

Einführung ...................................... 13

1 Hexen, Biester und Verrückte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Warum nette Männer an Hexen, Biester und

Verrückte geraten ............................. 16

Warum soll man nicht einfach einsteigen und

mitfahren? .................................... 17

Zwölf klassische Biester, Hexen und Verrückte,

die man um jeden Preis meiden sollte ........ 18

Wie man Biester meidet ......................... 30

Was sich normale Frauen wünschen ............ 30

Was Hexen, Biester und Verrückte brauchen .... 31

Erste Hilfe für Männer, die chronisch unter

Hexen, Biestern und Verrückten zu leiden

haben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

Strategien, um ein Biest zu überleben ........... 33

2 Verrückte Liebe und die zwölf Regeln für

vernünftige Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Dekadenz zu zweit .............................. 38

Finanzielle Hilfe ................................. 39

Eifersucht ........................................ 40

Ich, Tarzan ....................................... 41

Der Unentbehrliche ............................. 42

Der Liebesbeweis ................................ 44

Professor Higgins ............................... 44

Selbstmorddrohungen ........................... 45

Liebeswahn ...................................... 46

Die Sofortheirat ................................. 47

Leiden für die Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

Wer zuviel tut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

3 Wie man die Richtige wählt ..................... 51

Wählerisch sein .................................. 53

Ihr Bedarf ........................................ 54

Sie stellen sich Ihre Wunschfrau vor ............ 55

Formular für den persönlichen >Partnerschafts­

plan< . . ....................................... 58

Beispiel eines >Partnerschaftsplans< ............. 60

Bevor Sie Ernst machen ......................... 62

4 Ihr Suchplan ..................................... 71

Die Hingabe an die ernsthafte Suche ........... 72

Das Auslöschen seelischer Blockierungen, die

Sie davon abhalten, Liebe zu finden . . . . . . . . . . 73

Eine Menge Frauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75

Die Frau finden, die Sie haben wollen .......... 76

Das offene Suchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77

Die Suche im großen Stil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

Primäre Suchtätigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85

Was sagen Sie? Die Annäherung ................ 86

5 Warum Frauen lieben ............................ 91

Warum Frauen Trottel lieben .................... 91

Warum Frauen anständige Kerle lieben ......... 92

Die Chemie der Liebe in Gang setzen ........... 95

Die Liebessprache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95

Die erste ernsthafte Verabredung ............... 97

Narrensichere Intimität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98

Mißglückter Anschluß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99

Wie man ihre Liebessprache entdeckt ............ 100

6 Die visuelle Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

Die visuelle Persönlichkeit....................... 107

Visuelle Augen .................................. 108

Visuelle Tests . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111

Wie man mit visuellen Frauen spricht .......... 113

Was die visuelle Frau wahrscheinlich zu Ihnen

sagt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115

Was Sie zu der visuellen Frau sagen sollten .... 115

Wie die visuelle Frau ihre Zeit zubringt ......... 117

Berufe der visuellen Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118

Wie man die visuelle Frau liebt ................. 118

Was Sie sind ..................................... 123

7 Die akustische Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125

Die akustische Persönlichkeit .................... 126

Die Augen des akustischen Typs ................ 128

Akustische Tests ................................. 130

Wie man mit der akustischen Frau spricht ...... 131

Was die akustische Frau wahrscheinlich zu

Ihnen sagen wird ............................. 132

Was Sie zu einer akustisch orientierten Frau

sagen sollten .................................. 133

Wie die akustisch orientierte Frau ihre Zeit

verbringt ...................................... 135

Berufe der akustischen Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135

Wie man die akustische Frau liebt ............. 136

Was Sie sind ..................................... 139

8 Die gefühlsbestimmte Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141

Die gefühlsbestimmte Persönlichkeit ............ 142

Die Augen des gefühlsbetonten Typs ........... 144

Fühl-Tests ....................................... 146

Wie man mit der Gefühlsfrau spricht ........... 147

Was die Gefühlsfrau wahrscheinlich zu Ihnen

sagen wird .................................... 147

Was Sie zu einer gefühlsorientierten Frau


sagen sollten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148

Wie die Gefühlsfrau ihre Zeit verbringt ......... 150

Berufe der gefühlsorientierten Frau . . . . . . . . . . . . . 150

Wie man die gefühlsorientierte Frau liebt ....... 151

Was Sie sind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154

9 Das Spiegelspiel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157

Vertrauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157

Ähnlichkeit und Nähe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158

Physische Spiegelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159

Was soll ich anziehen? .......................... 164

10 Spiegelspiel für Fortgeschrittene . . . . . . . . . . . . . . . . 169

Das Widerspiegeln von Rhythmen .............. 169

Die Spiegelung des Atemrhythmus . . . . . . . . . . . . . 170

Das Widerspiegeln von Lebensrhythmen ....... 172

Das Widerspiegeln der Lautstärke . . . . . . . . . . . . . . 175

Das Widerspiegeln von Vorlieben . . . . . . . . . . . . . . . 177

11 Die Verankerung Ihrer Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 181

Das Verankern glücklicher Gefühle .............. 181

Die Verankerung erotischer Gefühle ............ 184

Verankerung hilft Probleme lösen ............... 184

Das Benützen alter Verankerungen ............. 189

12 Wie Sie Ihre Freundin bewegen können,

im Bett das zu tun, was Sie wollen . . . . . . . . . . . . . . 190

Kennzeichen einer Frau, die sexy ist ............ 191

Wie Sie im voraus herausbekommen, ob ihr

dasselbe gefällt wie Ihnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192

Wie Sie sich vergewissern können, daß sie

bereit ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193

Verführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194

Wie Sie um das bitten, was Sie sich wünschen,

und es bekommen ............................ 194

Wenn das, was Sie sich wünschen, >anders< ist. 197

Sexuelle Neckerei ................................ 200

Wie Sie sie mit >methodischem< Sex anregen ... 202

13 Wieviel schenken und wie bald? . . . . . . . . . . . . . . . . . 206

Zehn verhängnisvolle Fehler in Beziehungen ... 207

Wo fängt das übertriebene Schenken an? ....... 216

Warum Sie zuviel geben ......................... 216

Wann man sagen soll: »Ich liebe dich.« ......... 217

Erste Hilfe für Männer, die zuviel geben ........ 218

Wie man sie zurückbekommt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218

Die Wichtigkeit des Fantasierens ................ 219

Wann Sie Ihre Verluste stoppen müssen ........ 220

Warum Gleichgültigkeit ihren Zweck erfüllt .... 221

Wann Sie alles geben dürfen .................... 223

14 Wie man sich >Gegenleistungen< sichert . . . . . . . . . 224

Verabredungen in letzter Minute ................ 224

Subtile Liebesauslöser ........................... 227

Bildung einer gemeinsamen Vergangenheit ..... 229

Der Podiumseffekt ............................... 234

Wiederholung ................................... 236

Der Samstagabend macht >süchtig< ............. 237

>Unsere Melodie' ................................ 239

Die Wichtigkeit des L-Wortes ................... 239

Die wahre Macht des Lobes ..................... 241

15 Der Umgang mit den Problemen der Liebe . . . . . 243

Die >Reue nach dem Kauf < ....................... 243

Unausgesprochene Sorgen ...................... 245

Verlustangst und Eifersucht ..................... 249

16 Streiten Sie nicht! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 262

Frauen, die den Streit brauchen ................. 264

Wann man nachgeben und wann man fest

bleiben sollte .................................. 265

Wie man mit dem Streiten aufhört .............. 265

Nachdenken ..................................... 267

Luft schaffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 268

Selbstoffenbarung ............................... 270

Gewinnen mit Humor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271

Die Schallplatte mit dem Sprung ................ 273

Der Kompromiß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 274

17 Zaubern .......................................... 276

Der Zauber der Liebe ............................ 277

Wie Sie den Boden bereiten ..................... 278

Die richtige Musik ............................... 279

Wie Sie sie dazu bewegen, ja zu sagen ......... 280

Die Zauberformel . .............................. 281

Verführerische Geschichten ..................... 283

Kleine >Zaubertricks<, um Probleme zu lösen ... 284

Geheime Botschaften ............................ 287

Verborgene Fragen .............................. 289

Gleichnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 290

Alles miteinander verflechten ................... 291

18 Wenn die Liebe da ist ............................ 292

Der entscheidende Schritt ....................... 293

Die Schritte zur festen Bindung ................. 294

Die große Frage .................................. 294

Die Überwindung von Widerstand .............. 296

Rat von Freunden ............................... 298

Verderben Sie's nicht ............................ 299

Wie man die Liebe lebendig erhält .............. 299

Danksagung ..................................... 301

Persönliche Anmerkungen
der Autorin

In meinem Leben hat es eine Reihe von Beziehungen ge­


geben, die entweder im Sand verlaufen sind oder mit ei­
ner Katastrophe geendet haben. Ich hatte mehr Chancen,
von einem Terroristen umgebracht zu werden, als zu hei­
raten, bis ich entdeckte, daß es eine Methode gibt, die
Chemie der Liebe in Gang zu setzen. Diese Methode ha­
be ich bei mir selbst angewendet, und sie hat wunderbar
funktioniert. Ich bin seit einigen Jahren glücklich verhei­
ratet. Auch meine Freundinnen haben diese Techniken
mit Erfolg angewendet. In meinem Buch How to Make a
Man Fall in Love With You (Wie bringe ich einen Mann da­
zu, sich in mich zu verlieben?) habe ich über unsere Er­
folge berichtet, und Tausende von Frauen haben sich
meiner Methoden bedient, um den Mann, den sie haben
wollten, dazu zu bringen, sich in sie zu verlieben.
Als ich vorhatte, in einem Buch für Männer über diese
wirkungsvollen Techniken zu schreiben, zweifelten viele
Frauen zuerst, ob das gut wäre. »Haben die Männer nicht
schon genug Macht? Wir brauchen Hilfe. Warum sollen
wir diese Dinge nicht für uns behalten? Außerdem liegt
den Männern nichts an der Liebe.«
Mein oben erwähntes Buch habe ich nur für Frauen
geschrieben, weil ich wie die anderen glaubte, Männer
wollten nur wissen, >wie man eine Frau herumkriegt<
oder >wie man Frauen anmacht<. Auf meinen Reisen in
den USA und in Europa, bei meinen Auftritten in Talk-
Shows und bei den Seminaren, die ich durchgeführt ha­
be, konnte ich jedoch feststellen, daß sehr vielen Män­
nern durchaus etwas an der Liebe liegt.
Oft kam nach einer Show ein Kameramann oder ein
Techniker zu mir und stellte mir eine Frage, die seine Lie­
besbeziehung betraf. Bei Autogrammstunden in Buch­
handlungen kamen ebenso viele Männer wie Frauen mit
Beziehungsproblemen zu mir, die sie lösen wollten. Mei­
ne Seminare und Workshops zogen gleich viele Männer
wie Frauen an, und in meiner Beratungspraxis sind beide
Geschlechter etwa gleich stark vertreten. Die Männer fin­
gen an, sich bei mir zu beklagen, weil niemand für sie
Bücher darüber schreibe, wie sie sich Liebesglück ver­
schaffen könnten. Sie kauften deshalb mein Buch für die
Frauen und versuchten, die Techniken >umzukehren<,
was ihnen häufig von ihren Psychologen oder Therapeu­
ten geraten wurde.
Männern liegt durchaus etwas an der Liebe, und es
gibt mehr gute Männer, als die moderne Welle von Bü­
chern vermuten läßt, in denen auf die Männer einge­
schlagen wird. Es gibt nette Männer, Männer, die liebens­
würdig sind und die Liebe verdienen, Männer, die
Frauen lieben. Dieses Buch ist für sie bestimmt.
In einer Welt, in der so viele suchen und unsicher sind,
wo Krisen der Lebensmitte, Einrichtungen für Singles,
Bekanntschaftsvermittlungen und Therapiegruppen an
der Tagesordnung sind, herrscht ein verzweifelter Man­
gel an reifer, gegenseitiger Liebe. Millionen Männer, die
zu einer festen Liebesbeziehung bereit sind, können die
Liebe, nach der sie sich sehnen, nicht finden.
Das vorliegende Buch ist für alle Männer da, die nicht
die Art von Liebe finden können, die sie gerade jetzt
brauchen. Wenn sie sich genau nach der >Manpower-
Methode< richten, garantiere ich ihnen, daß sie die Frau
für sich gewinnen können, die sie wirklich haben wollen.
Einführung

Menschen, die sich lieben, verständigen sich auf einer


tieferen Ebene als andere. Liebende scheinen intuitiv die
Gedanken und Gefühle des anderen zu erfassen. Sie sind
in besonderer Weise miteinander im Einklang. Sie haben
Zugang zum innersten Wesen des anderen gewonnen.
Wenn man sie sieht, weiß man sofort, daß sie zusam­
mengehören. Sie besitzen den Zauber.
Jetzt können Sie zum ersten Mal den Zauber der Liebe
herstellen, wann immer Sie wollen. Sie brauchen nicht
zu warten, bis der chemische Prozeß zufällig in Gang
kommt. Sie können Ihr Privatleben in die Hand nehmen
und es ein für allemal in den Griff bekommen.
Wenn Sie sich je gefragt haben: »Warum weiß sie mich
nicht zu schätzen? Kann sie nicht sehen, wie sehr ich sie
liebe?«, und wenn die Liebe Sie links liegen läßt, können
Sie lernen, Gleichgültigkeit in Interesse, Teilnahmslosig­
keit in Anteilnahme und Freundschaft in Liebe umzu­
wandeln, indem Sie die >Manpower-Methode< anwen­
den.
Aus der modernen Psychologie wissen wir, daß wir al­
le von dem beherrscht werden, was wir sehen, hören
oder fühlen. Wenn Sie unterscheiden lernen, ob die Frau
Ihrer Träume in erster Linie durch das beeinflußt wird,
was sie sieht, hört oder spürt, werden Sie begreifen, wie
Sie sie dazu bringen können, Liebe zu empfinden. Sie
werden genau wissen, welche Worte Sie gebrauchen und
wie Sie vorgehen müssen, um Nähe und Vertrauen zu
schaffen, die Grundlagen einer beständigen Liebesbezie­
hung.
Sie wird sich unwiderstehlich von Ihnen angezogen
fühlen. Sie wird ihre Aufmerksamkeit auf Sie konzen­
trieren. Sie wird das Gefühl haben, Sie wären ihr wahrer
Vertrauter; Sie allein könnten sie verstehen. Sie werden
genau wissen, was Sie tun müssen, um ihr zu gefallen.
Sie werden immer den richtigen Zeitpunkt wählen. Sie
werden nie die Worte mein, danke< hören, denn Sie wer­
den wissen, wie Sie sie veranlassen können, zu allem >ja<
zu sagen, was Sie von ihr wollen. Indem Sie die >Manpo­
wer-Methode< befolgen, wird es Ihnen gelingen, Ihre
Wunschfrau für immer zu erobern.
Hexen, Biester und Verrückte

Manche Frauen verdienen Ihre Liebe einfach nicht. Es


sind die, die einen verrückt machen, einem auf dem Kopf
herumtanzen und einem alle Seelenkräfte rauben. Wenn
Sie die >Manpower-Methode< lernen, wie man(n) Macht
über Frauen bekommt, können Sie sich die >Richtige<
aussuchen, die Frauen links liegen lassen, die Männern
Schmerz und Schaden zufügen, und diejenigen finden,
die lieben wpllen. Sie werden lernen, mit der Frau Ihrer
Wahl ein sinnvolles, beständiges und erfülltes Leben zu
führen und eine Beziehung so zu steuern, daß sie nicht in
einer Katastrophe endet.
Wenn Ihre Beziehungen Ihnen immer nur Schmerz
und Kummer bringen, wenn »das Bumsen, zu dem man
kommt, das Bumsen nicht wert ist, zu dem man kommt«,
wenn Sie das Gefühl haben, alle Frauen wären Biester,
wird es Zeit, daß Sie herausfinden, warum Sie immer an
die Biester geraten. Vielleicht wirken Sie auf die falsche
Art von Vamp tödlich faszinierend.
Daß die Frauen Sie in aussichtslosen, verrückten Lie­
besbeziehungen schlecht behandelt haben, heißt ja noch
nicht, daß Sie zu vernünftiger Liebe unfähig sind. Es be­
deutet vielleicht nur, daß Sie sich Hexen, Biester und Ver­
rückte aussuchen, und davon gibt es wirklich eine Men­
ge-
Warum nette Männer an Hexen, Biester und
Verrückte geraten
Ich habe festgestellt, daß es fünf Hauptgründe gibt, war­
um völlig normale Männer bei völlig verdorbenen Frauen
landen.
1. Man muß schon ein sehr guter Mann sein, um einige
dieser Frauen ertragen zu können. Hexen, Biester und
Verrückte sind nicht dumm. Sie suchen sich immer
anständige Männer aus; Männer, die nicht beim er­
sten Anzeichen von Verrücktheit abhauen, Männer,
die helfen möchten, Männer, die abwarten, bis die
Partnerin wieder zur Vernunft kommt.
2. Gewisse Männer bringen es fertig, eine feste Bezie­
hung zu vermeiden, indem sie sich Frauen aussuchen,
die sie schlecht behandeln. Je schlechter sich die Frau
benimmt, desto mehr Recht hat der Mann, sich nicht
auf eine feste Bindung einzulassen. Manchmal treibt
der Mann die Frau sogar dahin, verrückt zu spielen,
und sagt dann: »Siehst du, ich hab' ja gewußt, daß ich
mich nicht zu sehr binden sollte.«
3. Manchmal lernt ein netter Mann eine Frau kennen
und bringt ihr, indem er ihr schlechtes Benehmen to­
leriert, unbeabsichtigt erst bei, sich wie ein Biest zu
benehmen und auf ihm herumzutrampeln — und er
merkt gar nicht, was er tut.
4. Hin und wieder braucht der Mann die Aufregung, die
eine echte Verrückte in sein Leben bringt. Sie kann je­
den Moment einen Selbstmordversuch unternehmen,
den Wagen zu Schrott fahren, das Haus in Brand set­
zen, weglaufen oder ein katastrophales Verhältnis an­
fangen. Welche Sensation könnte sich mit dem leben­
digen Melodrama vergleichen, das eine Verrückte aus
seinem langweiligen Alltag macht?
5. Es hat noch andere >Vorteile<, eine Verrückte an seiner
Seite zu haben. Wenn Sie ein Typ sind, der jemanden
braucht, um den er sich kümmern kann, haben Sie in
dieser Situation ein eingebautes Ventil für Ihren Be­
schützertrieb. Wenn Sie unsicher sind und wenig von
sich halten, haben Sie immer jemanden, dem Sie sich
überlegen fühlen. Wenn Sie ein Opfer brauchen, das
Sie körperlich oder mit Worten mißhandeln können,
wird es Ihren Ansprüchen wahrscheinlich gerecht. Sie
können diese Frau quälen, als seien Sie ein kleiner
Junge, der ein kleines Mädchen an den Haaren zieht
— und sie läuft nicht weg, sie wird nur verrückter.

Warum soll man nicht einfach einsteigen und


mitfahren?
Warum soll man sich nicht eine Verrückte aussuchen,
wenn sie die eigenen Bedürfnisse erfüllt? Weil es keine
gesunden Bedürfnisse sind. In der Beziehung mit einer
Verrückten verlieren beide. Sie wird nur verrückter —
und der Partner auch. Dann sind Sie festgefahren. Sie
haben Angst vor dem, was sie tun könnte, wenn Sie
weggehen, aber wenn Sie bei ihr bleiben, werden Sie nie
ein vernünftiges Leben führen.
Es ist schwer, eine Hexe, ein Biest oder eine Verrückte
zu verlassen, weil sie sexy und verschlagen ist. Darum
sieht man ihr auch ihr unerhörtes Benehmen nach. Sie
sieht so hübsch aus oder ist so gut im Bett, daß die Män­
ner ihre Verrücktheit übersehen. Häufig ist sie nicht ab­
sichtlich biestig oder sich dessen auch nur bewußt. Sie ist
einfach nur von Männern und Frauen verwöhnt worden,
seit sie >das hübscheste kleine Mädchen auf dem Fest<
war.
Sind Sie jemals auf eine schöne Frau hereingefallen
und haben sich von ihr alles gefallen lassen? Natürlich,
und damit haben Sie sie für den nächsten Mann noch
verwöhnter und biestiger gemacht.
Hexen, Biester und Verrückte sind schwierig, rück­
sichtslos und egoistisch, aber sie laufen nicht mit einem
Schild auf der Brust herum, auf dem steht: »Ich bin ein
Biest«, »Ich bin eine Hexe« oder »Ich bin verrückt«. Es
kann schwierig sein, sie vorher zu erkennen. Wenn Sie
einem dieser klassischen Fälle begegnen, gehen Sie wei­
ter.

Zwölf klassische Biester, Hexen und


Verrückte, die man um jeden Preis meiden
sollte
1. DIE ASOZIALE

Zunächst hat man mit der Asozialen viel Spaß; sie ist das
schlechte kleine Mädchen von der Straßenecke, vor dem
Mammi Sie immer gewarnt hat. Am Anfang meinen Sie,
es sei aufregend, mit ihr zusammenzusein. Sie tut immer
etwas Unerwartetes. Wenn die Ampel auf >rot< steht,
rauscht sie durch. Wenn in der Flugzeugtoilette die
Leuchtschrift auffordert: »Stellen Sie das Rauchen ein«,
steckt sie sich einen Joint an. Wenn eine neue verbotene
Droge auftaucht, probiert sie sie als erste aus. Wenn et­
was Verbotenes oder Amoralisches in Mode kommt, wird
sie ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten, sich dar­
an zu beteiligen.
Die Asoziale ist im Bett unwiderstehlich — hier kommt
ihr von der Norm abweichendes Verhalten wirklich zur
Geltung. Ganz gleich, was für einen Geschlechtsakt Sie
sich vorgestellt haben, sie ist bereit, ihn auszuprobieren.
Und wenn er Ihnen noch nicht einmal eingefallen ist,
bringt sie Sie darauf. Ihre Fantasie ist grenzenlos. Darum
fällt es Ihnen so schwer, sie zu verlassen, selbst nachdem
Sie ein paarmal die Kaution bezahlt haben, damit sie
nach verschiedenen Anklagen wieder aus dem Knast
herauskommt, und nachdem sie es fast fertiggebracht
hat, daß Sie auch verhaftet werden. Tief im Herzen wis­
sen Sie, daß es nie wieder solchen Sex für Sie geben
wird. Sie wissen, daß Ihre Asoziale eine einmalige Gele­
genheit ist, echte Dekadenz zu erleben.
Das größte Problem mit der Asozialen ist, daß sie Sie
in Schwierigkeiten bringt. Sie bekommen Ärger mit der
Polizei, dem Jugendamt, der Steuerbehörde, Ihren Eltern,
Ihrem Chef, Ihrem Vermieter, Ihren Freunden und allen
anderen ordentlichen Bürgern.
Außerdem ist die Asoziale, ganz gleich, wieviel Spaß
sie mit Ihnen hat, in Wirklichkeit eine Sensationshure —
sie macht zwar bei zweihundertfünfzig Stundenkilome­
tern in einem Ferrari bei Ihnen Fellatio, aber wenn irgend­
ein Kerl ihr vorschlägt, sie während eines Fallschirmab­
sprungs zu bumsen, verschwindet sie wie der Blitz.

2. DIE KARRIEREFRAU

Die Karrierefrau verdient schon mehr Geld als Sie, und


es ist ihr ganz recht. Es gibt ihr die Stärke, die sie wegen
ihrer Unsicherheit zum Leben braucht.
Oberflächlich betrachtet mag die Karrierefrau wie die
Traumfrau der achtziger Jahre aussehen. Sie ist gescheit,
geistreich und attraktiv. Wenn Sie einer von den Män­
nern sind, die sich von starken Frauen nicht abschrecken
lassen, finden Sie es vielleicht schmeichelhaft, daß sie Sie
all den starken Typen vorgezogen hat, denen sie bei der
Arbeit begegnet.
Am Anfang entwickelt sich Ihre Affäre mit der Karrie­
refrau in raschem Tempo. Das genießen Sie, diesen Le­
bensstil, bei dem Zeit wichtiger ist als Geld. Gelegentlich
fantasieren Sie sogar, wie es wäre, sich aushaken zu las­
sen, mit ihrem Supergehalt ein Leben der Muße zu füh­
ren.
Dann ruft Ihre Sekretärin an und sagt Ihnen, die Che­
fin sei zum Flughafen gefahren, sie habe außerhalb eine
Besprechung und könne die Reise nach Hawaii nicht mit­
machen, die Sie seit einem halben Jahr geplant hatten.
Oder die Karrierefrau schlägt Ihnen eine geschäftliche
Partnerschaft vor. Sie hat schon alles durchgerechnet,
und das Geld kann sie auch zusammenbringen. Bald dar­
auf bekommen Sie Magengeschwüre. Wenn die Unter­
nehmung fehlschlägt, zerbricht die Beziehung. Wahr­
scheinlicher ist, daß die Sache ein Bombenerfolg wird,
und Sie bekommen sie nur noch zu sehen, wenn Sie sich
von ihrer Privatsekretärin einen Termin geben lassen.
Ein Leben mit der Karrierefrau bedeutet, daß Sie hinter
der Karriere zurückstehen müssen. Was auch immer in
Ihrer Beziehung vor sich geht, es ist nebensächlich im
Vergleich zu ihrer nächsten Präsentation, ihrem nächsten
Firmenzusammenschluß, ihrem nächsten Verkaufsab­
schluß oder ihrer nächsten Werbekampagne. Ein Fami­
lienleben können Sie vergessen. Für sie ist es schon ein
tolles Zusammensein, wenn Sie beide mal mit Geschäfts­
freunden von außerhalb eine Runde Golf spielen. Ge­
schlechtsverkehr ist für sie nur möglich, wenn sie das Te­
lefon am Bett hat, falls mal ein wichtiger Anruf kommt.
Es ist die Hölle, mit einer Karrierefrau zu leben, aber
niemand hat Mitleid mit Ihnen. Sie behauptet: »Das tu
ich doch alles für uns.« Ihre Eltern werden sie mit Ehr­
furcht betrachten und glauben, Sie seien ein Jammerlap­
pen, und Ihre Freunde werden sagen, Sie hätten genau
das bekommen, was Sie verdienen.
Mit der Karrierefrau sind Sie vielleicht einsam, aber
verhungern werden Sie nicht.

3. LOLITA
Lolita ist so anbetungswürdig, so zärtlich, so formbar, so
sexy und so jung! Sie schaut zu Ihnen auf wie zu ihrem
weisen Lehrer, und Sie lieben diese Rolle. Sie stellen sich
vor, wie Sie sie zu der erwachsenen Frau Ihrer Träume
formen. Sie werden sie einfach um sich haben, bis sie zu
Ihrer >Mustergattin< herangereift ist; Sie zeigen ihr, wo's
langgeht, und erhalten sie rein und behütet. Wenn Sie
das wirklich glauben, sollten Sie mal den Psychiater auf­
suchen.
In Wirklichkeit hat sie gerade erst ihre sexuelle Macht
entdeckt und probiert sie an Ihnen aus. Sie ist wahr­
scheinlich auch minderjährig, aber das ist Ihnen gleich­
gültig. Sie fühlen sich geschmeichelt, weil Sie auf eine so
viel jüngere Frau anziehend wirken, und es ist Ihnen völ­
lig schnuppe, was geredet wird.
In Wirklichkeit will sie sich an ihrem Papi rächen, in­
dem sie mit Ihnen schläft, und sobald ein zwanzigjähri­
ger Adonis auftaucht, verläßt sie Sie und überschüttet
ihn mit all den wundervollen Genüssen, die sie bei Ihnen
gelernt hat. Unerfahren, wie er ist, weiß er sie nicht zu
schätzen — was sie veranlaßt, ihn nur um so mehr zu lie­
ben.
Vielleicht ist sie in etwa fünfzehn Jahren so weit, daß
sie eine ernsthafte Beziehung haben kann, aber bis dahin
sind Sie zu alt, um das zu genießen.

4. DIE ZEITBOMBE

Die Zeitbombe ist eine emotional todbringende Waffe,


die gerade dann ohne Vorwarnung losgeht, wenn Sie
glauben, Ihre Beziehung sei endlich in ruhige Bahnen ge­
kommen.
Das Erschreckendste an der Zeitbombe ist, daß sie von
außen so normal aussieht; Sie merken erst, daß sie eine
Zeitbombe ist, wenn Sie Ihnen ein paarmal ins Gesicht
explodiert ist. Sie ist die Art von Frau, die erst mitten in
der Hochzeitszeremonie >Nein< sagt. Oder sie hat ein
Verhältnis mit Ihrem besten Freund und wird schwanger,
und Sie wissen nicht, von wem das Kind nun ist. Oder
sie verschwindet eines Tages und läßt Sie mit dem Zwei­
jährigen allein.
Es gibt ein paar Hinweise, aber sie ist so putzig und
scheint so vollkommen zu sein, daß Sie es vorziehen, die
Anzeichen zu übersehen. Der deutlichste Hinweis ist:
Wenn sie so fabelhaft aussieht und genau aus dem Stoff
gemacht ist, der die perfekten Ehefrauen ergibt — warum
hat sie nicht schon jemand gepackt und behalten? Wie
kommt es, daß sie frei herumläuft?
Ein weiteres Anzeichen für eine Persönlichkeit vom
Typ der Zeitbombe ist, daß sie keine alten Freunde zu ha­
ben scheint. Ihre Eltern haben sie aufgegeben, weil sie
ihre Explosionsnummer schon so oft an ihnen auspro­
biert hat. Gewöhnlich wohnt sie in einiger Entfernung
vom Elternhaus, denn sie braucht neue Territorien, einen
Ort, wo man sie noch nicht kennt. Zeitbomben wirken
immer zu gut, um wahr zu sein — und so sind sie auch.
Bei einer Zeitbombe können Sie sich nie entspannen,
denn Sie wissen, daß die Explosion schließlich stattfin­
den wird. Wenn die Bombe platzt und die Frau wegläuft,
werden Sie jedoch fast alles tun, um sie wiederzukriegen,
weil sie zwischen den Ausbrüchen eine so angenehme
Gesellschaft ist. Gleichgültig, wie oft sie verspricht, sie
werde sich nun vernünftig benehmen, glauben Sie ihr
nicht. Sie können sich darauf verlassen, daß sich ein neu­
er Ausbruch vorbereitet. Es ist nur eine Frage der Zeit.

5. DIE GLÄUBIGE

Die Gläubige ist immer an vorderster Front jeder neuen


Weltanschauung, Psychologie oder Richtung der New
Wave, die in Mode kommt. Sie hat ihre Droge, ihren
Astrologen, einen Wahrsager, einen Heiler, einen Yogi,
einen spirituellen Meister (oder ist selber etwas derglei­
chen) — und sie weiß eine Antwort auf alle Probleme der
Welt. Sie hat auch einen Kristall (oder ein ganzes Zimmer
voll), ein Ouija-Brett, einen Tai-Chi-Kurs, Yoga- und Me­
ditationstonbänder, heilende Musik, Tarotkarten und
I-Ging-Münzen. Sie ist offen für alles, auch für Sie — so­
lange Sie glauben.
Sie folgen ihr also mitten in der Nacht hinaus in die
Wüste und warten dort, daß das Raumschiff Mondstrahl
landet und Sie in die andere Welt entführt, und was
macht es schon, wenn es nicht kommt? Sie haben schon
viel mehr für Frauen getan und viel weniger Spaß ge­
habt.
Ich habe einen Mann gekannt, der seine gutgehende
Anwaltspraxis aufgab und sich mit einer Gläubigen zu
einem Treck durch Indien aufmachte. Sie hätten beide als
Götter zurückkommen sollen. Tatsächlich trennten sie
sich aber. Ein Fußmarsch durch Indien kann einem auf
die Nerven gehen, wenn man nicht gläubig genug ist. Ein
anderer Mann ging mit seiner Liebsten zum >Feuerlau­
fen<, sie gingen beide barfuß über eine vier Meter lange
Strecke, die mit glühenden Kohlen bedeckt war. Er
scherzte danach: »Na ja, ich habe mir ein paar Blasen ge­
holt. Ich habe wenigstens bewiesen, daß man nicht abso­
lut gläubig sein muß, um nicht zum Kartoffelchip gerö­
stet zu werden.« Ich bin immer wieder verblüfft, wie
Männer einer Gläubigen nachfolgen.
Die Gläubige hat aber ihre Vorteile. Sie ißt kein Fleisch
und sie trinkt nicht; es ist also billig, sie einzuladen. Sie
hat immer eine feste Gruppe von Freunden und Freun­
dinnen, und die Regeln stehen bei ihr von vornherein fest.
Sie brauchen nie Entscheidungen zu treffen, Sie brau­
chen nur zu tun, was die Gruppe tut, und Sie müssen
glauben, glauben, glauben. Natürlich ist die Affäre vor­
bei, sobald ein häßlicher Zweifel sein Haupt erhebt.

6. DIE MÄNNERHASSERIN

Akzeptieren Sie's. Manche Frauen mögen einfach keine


Männer, oft mit gutem Grund. Die Männerhasserin ist
glücklich, wenn sie einen netten Kerl wie Sie findet, der
dasteht, während sie ihre Feindseligkeit auspackt, die auf
das zurückgeht, was andere Männer ihr angetan haben.
Sie bezahlen schließlich für die Vergehen aller männli­
chen Wesen, angefangen von dem Jungen, der sie im
Kindergarten gequält hat, bis hin zu ihrem kleinen Bru­
der, ihrem Vater, Onkel Harry und sogar ihrem ersten
Mann.
Männerhasserinnen wirken beim Kennenlernen wie
gewöhnliche Frauen, aber es gibt Anzeichen für begin­
nenden Männerhaß. Diese Frauen setzen Männer konse­
quent herab und loben Frauen. Am Anfang behauptet
die Männerhasserin, Sie seien anders als all die Männer,
die sie schlecht behandelt haben, aber bald entdeckt sie
Beweise dafür, daß es doch nicht so ist. Mittlerweile ha­
ben Sie sich in sie verliebt; Sie versuchen also, sie durch
die Stärke Ihrer Liebe zu überzeugen, daß Sie einer von
den guten Kerlen sind.
Das Schlimme an einer Männerhasserin ist, daß sie ei­
nen guten Mann nicht erkennt, wenn ihr einer über den
Weg läuft. Selbst das kleinste Vergehen, zum Beispiel,
wenn Sie die Klobrille nicht wieder herunterklappen
oder etwas nicht finden können, das direkt vor Ihrer Na­
se liegt, offenbart ihr den bleibenden, unverzeihlichen
faulen Kern, den sie in allen Männern lauern sieht.
Die Männerhasserin verbirgt ihre grundsätzliche Ab­
neigung und ihr Mißtrauen gegen alle Männer oft hinter
feministischen Klagen. Sie setzt gar nicht die Männer
herab; sie verteidigt die Frauen.
Ganz gleich, wie sehr Sie eine Männerhasserin lieben,
es wird Ihnen nicht gelingen, all das von ihr und allen
anderen Frauen auf der Welt erlittene Unrecht wieder­
gutzumachen — was sie aber von Ihnen erwartet. Sie
sollten nicht einmal daran denken, der gute Kerl sein zu
können, der ihre Meinung über die Männer ändert.
7. DIE UNENTSCHLOSSENE

Die Unentschlossene kann sich einfach nicht entschei­


den. Sie kann sich nicht entschließen, ob sie Sie oder ei­
nen anderen will. Sie weiß nicht, ob sie eine Beziehung
haben oder nur herumspielen will. In der einen Woche
gehört sie zu denen, die >nur ihrem Vergnügen nachge­
hen wollen<; in der nächsten redet sie davon, daß sie ein
Kind möchte.
Die Unentschlossene haßt es, sich im voraus auf eine
Verabredung festzulegen. »Ruf mich am Freitag an, dann
reden wir über den Samstagabend.« Oder: »Ich weiß es
nicht; ich muß erst mit dem Tierarzt darüber reden, wie
es meiner kranken Katze geht.« Die Unentschlossene
wird durch Gier davon abgehalten, unwiderrufliche Ent­
scheidungen zu treffen. Wenn sie zu früh fest zusagt, mit
Ihnen auszugehen, könnte es ja sein, daß sich was Besse­
res ergibt — und was soll sie dann tun?
Die Unentschlossene hält ihre Verabredungen mei­
stens nicht ein; entweder, weil sich tatsächlich was Bes­
seres ergeben hat, oder einfach, weil sie sich's anders
überlegt hat. Die Unentschlossene strebt einen Märchen­
prinzen und eine Fantasiebeziehung an. Da niemand im
wirklichen Leben ihren Fantasien gleichkommt, wird ei­
ner Unentschlossenen, die sich im voraus verabredet hat,
um so banger vor dem Rendezvous, je mehr es heran­
rückt. Sie weiß, Sie können gar nicht so umwerfend sein,
wie sie es sich erhofft.
Ein Grund, warum es keinen Spaß macht, mit der Un­
entschlossenen zusammenzusein, liegt darin, daß sie
sich immer nach jemand anderem sehnt, der größer, stär­
ker, reicher, im Bett besser ist — nach jemandem, den sie
nie finden wird. Das Gute an der Unentschlossenen ist,
daß sie wegen ihrer ständigen Suche nach etwas Besse­
rem nie allzu lange bei ein und demselben bleibt.
8. DIE JUNGFRAU
... oder Beinah-Jungfrau. Sie hat noch nie einen Orgas­
mus gehabt, und es wird auch — ohne Ihre beständige
Aufmerksamkeit — vielleicht nie wieder vorkommen.
Und es wird Schuldgefühle geben. Wenn Sie ihr eine
Sportart beibringen und sie verletzt sich, ist es Ihre
Schuld. Wenn Sie mit ihr zum Essen gehen und sie eine
Lebensmittelvergiftung bekommt, sind Sie der Schuldi­
ge. Und natürlich ist es eindeutig Ihre Schuld, wenn die
Beziehung nicht klappt, denn sie war Jungfrau (oder
beinah), bevor sie sich mit Ihnen eingelassen hat.
Eine Zeitlang ist es ganz nett, mit der Jungfrau herum­
zuspielen, aber es ist mit ihr wie mit der Elektrizitätsge­
sellschaft. Sobald Sie den Strom anstellen, müssen Sie
dauernd Rechnungen bezahlen — und immer so weiter.
Die meisten Jungfrauen haben noch nie etwas von Ver­
hütung gehört; oft glauben sie auch nicht daran. Sie wer­
den also oft schwanger, und Abtreibung lehnen sie ent­
schieden ab. Sie sind also in der Falle, lebenslänglich. Mit
der Jungfrau, ihren Eltern, dem Kirchenchor und einem
sehr konservativen Lebensstil.
Die Jungfrau liebt Sie, solange alles, was Sie tun, vor
dem Obersten Gericht oder dem Pfarrer bestehen könn­
te. Es ist eine gewaltige Selbstüberschätzung, wenn Sie
glauben, Sie seien derjenige, der endlich ihre Zurückhal­
tung durchbrochen hat, und daß nur Sie Madame Frigide
dazu bringen können, sich im Bett wie eine sexuell Ver­
rückte zu benehmen. Aber die Selbstüberschätzung dau­
ert nur eine gewisse Zeit; dann begreifen Sie, daß es
nicht der Mühe wert ist, sie zum Orgasmus zu bringen.

9. DIE VERLETZTE
Die Verletzte braucht, weil sie gerade eine Scheidung
oder das Ende einer langen Beziehung hinter sich hat, ei­
ne Übergangsbeziehung, während sie sich klarmacht,
was passiert ist, wer sie eigentlich ist, wo ihr Selbstbe­
wußtsein geblieben ist und was sie nun mit ihrem Leben
anfangen will.
Falls Sie den Fehler machen, diesen Job anzunehmen,
werden Sie auf unbegrenzte Zeit die Klagemauer spielen
müssen. Die Verletzte wird Ihnen stundenlang erzählen,
wie unrecht ihr dieses Monstrum getan hat. Sie spielt ih­
re vorige Beziehung bis zum Überdruß immer wieder
durch, und Ihr Leben wird voll von Geschichten sein,
was ihr Verflossener gestern und heute wieder getan hat,
und was er morgen wieder tun wird.
Die meiste Zeit verbringt sie damit, über ihn zu reden,
sich über ihn Gedanken und Sorgen zu machen anstatt
über Sie. Sie werden immer das Gefühl haben, sie liebe
ihn mehr als Sie, obwohl er sie so schlecht behandelt hat,
also versuchen Sie alles, um sie besser zu behandeln. Sie
bringen ihr Blumen mit, Sie sagen ihr vierzigmal am Tag,
daß Sie sie lieben, Sie machen ihr Geschenke. Aber was
Sie auch tun — der Schatten ihres gebrochenen Herzens
hängt über Ihrer Beziehung.
Sie ist einfach nicht bereit für eine primäre Beziehung
mit Ihnen, bevor sie aufhört, die ganze Zeit von ihm zu
reden, bevor sie aufhört, darüber nachzudenken, was sie
bei der Scheidung gewonnen oder verloren hat, bevor sie
aufhört, sich zu überlegen, was er wohl tut oder nicht tut
— kurzum, bevor sie sich vor allem um Sie kümmert.

10. DIE AUFSEHERIN

Die Aufseherin ist eine Perfektionistin, die ständig her­


umgeht, die Leistungen der ganzen Welt beurteilt und
feststellt, ob sie ihren hohen Ansprüchen genügen. Da
nie etwas vollkommen ist, sagt sie Ihnen fortwährend,
was alles nicht in Ordnung ist.
Zuerst macht es Spaß. Sie fühlen sich geschmeichelt,
weil ein Mensch mit so hohen Erwartungen und einem
so guten Geschmack Sie auserwählt hat. Sie beide, die
Vollkommenen, stehen nun also zusammen gegen eine
unvollkommene Welt. Bald erkennen Sie jedoch beide
die Unvollkommenheiten am anderen und geraten sich
in die Haare.
Sie bemerkt, daß Ihr Revers drei Millimeter zu breit
und daß Ihre Manschetten seit einem Jahr aus der Mode
sind. Kaum hat sie all Ihre Kleidungsstücke modernisiert,
da merkt sie, daß mit Ihrem Job etwas nicht stimmt oder
mit Ihrem Auto oder mit Ihrer Wohnung. Fehler an der
Welt zu entdecken, ist ihre Lebensart, das alltägliche Zu­
sammenleben mit ihr kann also recht schwierig werden.
Es dämmert Ihnen, daß alles, was Sie tun, ganz gleich,
wie sehr Sie sie über Ihr Leben bestimmen lassen, immer
noch nicht vollkommen genug ist. Wenn sie erkennt, daß
Sie gar nichts richtig machen können, übernimmt sie es,
für Sie zu leben. Am Ende werden Sie entweder unterlie­
gen, sich das Großhirn operieren lassen und ihr für den
Rest Ihres Lebens wie ein Hündchen nachlaufen — oder
Sie lassen sich einen Bart wachsen und tragen Kleidung
vom Roten Kreuz, um sie aus Ihrem Leben zu entfernen.

11. DAS STARLET

Das Starlet mit seiner atemberaubenden Erscheinung ist


das Höchste, was man auf einer Cocktailparty am Arm
haben kann. Sobald man aber ein Gespräch mit ihr be­
ginnt, bricht der schöne Schein zusammen. Nichts bringt
Sie mehr aus der Fassung, als wenn Sie entdecken, daß
die Frau Ihrer Träume kein höheres Ziel hat, als im Play­
boy als Nackedei in der Mitte des Heftes veröffentlicht zu
werden. »Natürlich möchte ich das! Sie verstehen schon,
einfach nur, um bekannt zu werden!«
Sie werden sich wahrscheinlich zweimal mit ihr treffen
können, wenn Sie versprechen, ihr Ihren Schwager vor­
zustellen, der beim Fernsehen arbeitet. Sie schaut stän-
dig nach größerer Beute aus; also behalten Sie sie im Au­
ge. Kissinger hatte recht: »Macht ist ein Aphrodisia­
kum.« Sollte sie einen Schauspieler, einen Ex-Astronau­
ten oder sogar einen bekannten Politiker kennenlernen,
werden Sie sie an diesem Abend nicht mehr sehen. Am
Morgen kommt sie aber wieder.
Männer, die Starlets heiraten, finden sich später oft
vor dem Scheidungsrichter, weil nur sehr wenige Starlets
zum Star werden. Wenn sie kein Star werden, geben sie
ohne Ausnahme den Männern die Schuld, mit denen sie
zusammen sind; sie machen die Männer entweder un­
glücklich oder lassen sie fallen.
Ein Starlet von Zeit zu Zeit ist entschuldbar, aber wenn
Sie an einem kleben bleiben, sind Sie unterbelichteter als
ein Starlet.

12. DIE VERRÜCKTE

Es gibt eine Menge von Verrückten. Der Versuch, ihnen


auszuweichen, ist ein heikles Unterfangen, denn Ver­
rücktheit kann charmant sein, kann einen verzaubern
und verhexen. Außerdem gibt es so viele Grade von Ver­
rücktheit. Im Gegensatz zur Volksmeinung sind die ver­
rücktesten Damen nie in Therapie gewesen.
Die wirklich Verrückten halten sich weit, weit entfernt
von jeder Hilfe. Aber es gibt Anzeichen dafür, daß eine
Frau zu sehr gestört ist, als daß Sie eine ernsthafte Bezie­
hung zu ihr haben könnten. Suchtverhalten, ständige
Depression, unbeherrschbare Aggressivität, Stimmenhö­
ren und die Unfähigkeit, glücklich zu sein, sind Signale
der Verrücktheit.
Versuchen Sie niemals, eine Verrückte zu retten. Es ist
ja sowieso unmöglich, jemanden zu retten. Jeder muß
sich selbst retten. Wenn Sie eine Frau finden, die eine
jahrelange Therapie braucht, um gesund zu werden,
glauben Sie nicht, Sie könnten sie retten, indem Sie sie
zum Therapeuten schicken. Wenn Menschen gesund
werden, verändern sie sich gewöhnlich. Sie wird also ge­
sund, verändert sich und will nichts mehr von Ihnen wis­
sen. Die Rettung Verrückter ist aussichtslos.

Wie man Biester meidet


Biester wissen intuitiv, wenn Sie ihren Köder geschluckt
haben. Sobald Sie sagen: »Ich liebe dich« oder einmal zu
oft anrufen, fangen sie an, Ihnen auf dem Kopf herumzu­
tanzen und versuchen, Sie durch brennende Reifen
springen zu lassen. Wie ein geschickt eingestellter Spiel­
automat in Las Vegas wissen sie genau, wieviel sie Ihnen
zurückgeben müssen, damit Sie nicht abspringen, und
doch geben sie Ihnen nie so viel zurück, daß Sie glücklich
sein können.
Aus einer Beziehung herauszukommen, wenn Sie erst­
mal am Haken hängen, ist viel schwerer, als die Bezie­
hung von vornherein zu vermeiden. Die beste Art und
Weise, Hexen, Biester und Verrückte aller Art zu meiden
besteht darin, zu begreifen, daß sie neurotische Bedürf­
nisse haben, während normale Frauen normale Wünsche
haben.

Was sich normale Frauen wünschen


Heirat Einkaufen
Kinder Geschenke
Freundinnen Aufmerksamkeit
Familienbindungen Zärtlichkeit
Lachen Freundlichkeit
Mitgefühl Sex
Romantische Liebe Einverständnis
Was Hexen, Biester und Verrückte brauchen
• Die Benutzung Ihrer Person für ihre eigenen Zwecke,
ohne Rücksichtnahme auf Ihre Interessen
• Einen Mann, der ihr Leben in Ordnung bringt
• Alles auf einmal
• Bedingungslose Liebe
• Eine nie endende Party

Wenn Sie sich von einer Frau angezogen fühlen, die nach
einer klassischen Hexe, einem klassischen Biest oder ei­
ner klassischen Verrückten aussieht oder ein neuroti­
sches Bedürfnis zu haben scheint, halten Sie sich fern.
Wenn sie wirklich sexy und anziehend ist, fällt es schwer,
Abstand zu halten, aber Sie können Ihre erste Reaktion
berichtigen. Anstatt zu denken: »Ich wüßte gern, wie die
im Bett ist«, versuchen Sie's mit: »Hoppla, mit der wird
jemand Schwierigkeiten kriegen — aber nicht ich!«
Bedenken Sie, es ist nicht verkehrt, sich in eine norma­
le, gut angepaßte Frau zu verlieben.

Erste Hilfe für Männer, die chronisch unter


Hexen, Biestern und Verrückten zu leiden
haben
1. Fangen Sie an, sich in anständige Frauen zu verlie­
ben. Gut erzogene Frauen lügen nicht, betrügen
nicht, sind weder gewalttätig noch gemein, zerstören
weder Menschen noch Sachen, bringen Sie nicht in
Schwierigkeiten und erobern Sie nicht. Nette Frauen
sind so, daß Sie sie mit nach Hause nehmen und sie
Ihren Angehörigen vorstellen könnten, ohne daß Ih­
re Eltern einen Herzanfall bekommen.
2. Verlieben Sie sich niemals rasch oder blindlings (ge­
wöhnlich passiert beides gleichzeitig). Wenn Sie mit
einer Frau ausgehen, rechen Sie damit, daß sie nicht
vollkommen ist (wie wir alle). Wenn sie vollkommen
zu sein scheint und wenn Sie vorhaben, die Bekannt­
schaft fortzusetzen, fangen Sie sofort an, sie zu über­
prüfen. Es gibt nichts Schlimmeres als böse Überra­
schungen mit der Liebsten, wenn man sich bereits
verliebt hat.
3. Stellen Sie fest, ob die Frau, mit der Sie sich verabre­
den, ehrlich ist. Finden Sie heraus, ob sie andere
Leute belügt. Wenn das der Fall ist, wird sie wahr­
scheinlich auch Sie belügen. Wenn Sie eine gute Be­
ziehung haben wollen, müssen Sie dem Menschen,
den Sie lieben, vertrauen können.
4. Bemühen Sie sich immer, herauszubekommen, ob ei­
ne neue Bekannte verantwortungsbewußt und ver­
trauenswürdig ist. Heiraten Sie nie jemanden, bei
dem Sie nicht sicher sein können, daß er in Ihrer Ab­
wesenheit Ihre Zierfische füttert und Ihre Blumen
gießt.
5. Lernen Sie ihre Freunde kennen. Hat sie welche?
Frauen ohne Freunde beiderlei Geschlechts sind ein­
deutig verdächtig. Versuchen Sie, allein mit ihren
Freunden zu sprechen. Was sagen sie über sie? Hö­
ren Sie ihnen gut zu. Glauben Sie ihnen.
6. Ist sie mit ihren ehemaligen Partnern weiterhin be­
freundet? Oder hat sie etwas Unverzeihliches getan?
Was?
7. Hören Sie ihr genau zu. Das ist nicht nur gut für Ihre
Beziehung, sondern Sie können dabei auch sehr
wichtige Dinge erfahren. Wenn sie sagt: »Es ist un­
klug, sich in mich zu verlieben«, dann tun Sie's nicht.
Warum sollte sie Sie anlügen?
8. Prüfen Sie ihre Zuverlässigkeit. In welchen Zeiträu­
men pflegt sie die Wohnung zu wechseln? Bezahlt
sie ihre Rechnungen? Leiht sie sich ständig Geld?
Trinkt sie, nimmt sie Drogen, wirft sie Geld zum
Fenster hinaus oder leidet sie an Spielsucht?
9. Ist sie gefährlich? Könnte sie der Grund sein, daß Sie
verhaftet, verletzt, verprügelt oder ermordet wer­
den?
10. Kommt sie zum verabredeten Zeitpunkt oder ruft sie
an, wenn sie sich verspätet? Plant sie im voraus?
11. Können Sie sich darauf verlassen, daß sie für Sie da
ist, wenn Sie sie brauchen? Oder ist sie zu sehr damit
beschäftigt, Sie zu brauchen?

Wenn Sie zu viele der obigen Fragen im negativen Sinn


beantworten müssen, lassen Sie die Dame so rasch wie
möglich fallen — selbst wenn Sie sich so einsam fühlen,
daß Sie es nicht aushallen können, und wenn sie die ein­
zige Frau ist, die Sie kennen. Tun Sie's sofort, bevor Sie
wirklich Schaden nehmen. Wenn Sie meinen, die Aufre­
gungen zu brauchen, die Hexen, Biester und Verrückte in
Ihr Leben bringen, lernen Sie Fallschirmspringen.
Aber was dann, wenn Sie sich nicht sicher sind? Was
sollen Sie machen, wenn Sie vermuten, daß sie vielleicht
ein Biest ist, aber nicht sicher sind, und wenn sie außer­
dem eine Menge ausgleichender Qualitäten hat? Dann
brauchen Sie ein paar Überlebensstrategien.

Strategien, um ein Biest zu überleben


Eine leichte Neigung zur Biestigkeit bei einer Frau kön­
nen Sie überwinden, aber nur, wenn Sie von Anfang an
sehr stark sind, und nur, wenn sie keine Verrückte ist.
Fast jede Frau ist fähig, ein Biest zu sein. Die Fähigkeit
dazu steckt in ihr, dicht unter der Oberfläche und zeigt
ihr häßliches Haupt, wann immer Sie das zulassen.
Wenn Sie es nie herauskommen lassen, verschwindet es.
Aber wenn Sie es auch nur einmal gestatten, daß sie sich
Ihnen gegenüber biestig benimmt, werden Sie von da an
mit einem Biest leben müssen.
Eine Frau beschließt oft, wie sie sich einem Mann ge­
genüber verhalten will, nachdem sie seinen Mut auf die
Probe gestellt hat. Sie stellt Sie von Anfang an auf die
Probe. Sie nehmen sie mit auf eine Party, und sie flirtet
schamlos mit jemand anderem. Als perfekter Kavalier sa­
gen Sie kein Wort. Sie nehmen sie nicht beiseite und ste­
hen für sich ein, indem Sie sagen: »He, du bist mit mir
gekommen! Wenn du mit ihm etwas anfangen willst,
dann tu's, aber nicht, solange wir zusammen sind.«
Sie flirtet also weiter, und Sie wehren sich immer noch
nicht, weil Sie meinen, Sie hätten noch eine Chance,
heute nacht mit ihr zu schlafen, wenn Sie nur keinen
Streit anfangen. Aber selbst wenn es dazu kommt, wird
es nicht der Mühe wert sein.
Eine Frau will einen Mann, der mutig und potent ge­
nug ist, für sich selbst einzutreten, sicherzustellen, daß er
gut behandelt wird, und dafür zu sorgen, daß sie nicht
auf ihm herumtrampelt. Keine Frau will einen Fußab­
streifer. Sie will einen Mann, der soviel Selbstachtung
hat, daß er sich von ihr nicht schlecht behandeln läßt.
In einem meiner Seminare kam ein Mann ganz plötz­
lich darauf, wann seine perfekte Beziehung in die Binsen
gegangen war. »Sie sagte, sie würde um acht rüberkom­
men und mir bei meinem Garagenflohmarkt helfen, und
sie kam erst nach zwölf. Wie ein Blödmann sagte ich:
>Oh, das macht nichts. Null Probleme. < Von dem Mo­
ment an hat sie auf mir herumgetrampelt, und jetzt be­
greife ich, warum ich selber dran schuld bin. Sie hat ge­
merkt, daß sie mich so behandeln konnte, weil ich mich
nicht gewehrt habe.«
Selbst wenn es Ihnen nichts ausmacht, daß sie zu spät
kommt, daß sie mit anderen flirtet oder Sie herunter­
macht — lassen Sie's ihr nicht durchgehen. Sie können
einer im Grunde netten Frau, indem Sie zulassen, daß sie
Sie schlecht behandelt, geradezu beibringen, ein Biest zu
werden. Wenn die Frau schon ein Biest ist, brauchen Sie
ihr nur einmal etwas nachzusehen — dann wird sie Sie
ebenso behandeln wie all die anderen armen Kerle in ih­
rem Leben.
Wenn Sie sie bei der ersten Taktlosigkeit ruhig, aber
bestimmt zur Ordnung rufen, werden Sie zufriedener
mit sich sein. Und sie wird zufriedener mit Ihnen sein,
weil sie nun weiß, daß Sie zuviel Selbstachtung haben,
um sich als Fußabstreifer herzugeben. Wenn sie an der
Grenze zum Biest ist oder nur mal ihre Biestigkeit aus­
probieren wollte, wird sie sich entschuldigen und viel­
leicht sogar zu schätzen wissen, daß es Ihnen der Mühe
wert war, etwas zu sagen. Sie wird es wahrscheinlich nie
mehr versuchen; allerdings probiert sie vielleicht was an­
deres aus, und Sie müssen sie auch deswegen zur Rede
stellen.
Wenn Sie eine Frau lieben, heißt das nicht, daß Sie sich
von ihr wie ein Stück Dreck behandeln lassen müssen.
Dies ist wirklich eine Situation, in der Sie sich selber lie­
ben müssen, damit sie Sie liebt.
Wenn Sie eine Frau wegen ihres biestigen Benehmens
sofort zur Rede stellen, ersparen Sie sich auch späteren
Kummer. Ein Mann läßt sich oft schlechtes Benehmen
gefallen, bis es unerträglich wird, und dann leidet er, weil
es zum Bruch kommt. Wenn Sie also sofort auf den Tisch
schlagen, kann sie schlimmstenfalls weg sein, bevor Sie
sich in sie verliebt haben. Wenn sie kein in der Wolle ge­
färbtes Biest ist, besteht die Möglichkeit, daß sie zurück­
kommt, ganz verzaubert von Ihnen, dem ersten Mann,
der nicht vor ihr zu Kreuz gekrochen ist.
Wenn Sie schon eine Reihe von Hexen, Biestern und
Verrückten erlebt haben und nicht recht wissen, was Sie
wollen, wird die >Manpower-Methode< Ihnen helfen, die
richtige Frau zu finden.
Verrückte Liebe und die zwölf
Regeln für vernünftige Liebe

Es ist verrückte Liebe, wenn Sie etwas Verrücktes tun,


damit eine Frau sich in Sie verliebt. Gewöhnlich funktio­
niert es nicht, weil sich jede vernünftige Frau sagt: »Ich
muß diesen Irren so schnell wie möglich aus meinem Le­
ben entfernen.« Oder sie denkt, was noch schlimmer ist:
»Er ist verrückt, und ich will mich bestimmt nicht zu sehr
mit ihm einlassen, aber vielleicht kann er mir nützlich
sein.«
Bei verrückter Liebe fragen Sie sich, ob sie Sie wirklich
liebt, und Sie machen verrückte Sachen, um sicherzuge­
hen, daß sie Sie liebt. Sie meinen, solange sie Ihnen nicht
sagt, Sie sollten verduften, hätten Sie eine Chance. Aber
so plump wird sie wahrscheinlich nie sein — entweder,
weil sie nicht den Mut dazu findet, weil sie keine Szene
machen will oder weil sie Ihre Aufmerksamkeiten
schätzt, aber nicht die Absicht hat, Sie wirklich nah an
sich herankommen zu lassen.
Statt dessen sagt sie zum Beispiel: »Ich weiß noch
nicht recht, was ich will. Ich brauche Zeit, um nachzu­
denken.« Oder: »Ich hab dich wirklich gern (mir liegt
wirklich was an dir).« Oder: »Du bist ein guter Freund
(ein netter Mensch).«
Sie kommt oft zu spät oder versetzt Sie oft und hat nur
ganz wenig Zeit, um sich mit Ihnen zu treffen. Wenn Sie
zusammen sind, dauert es nie lange genug, und sie
scheint nie ganz auf Sie konzentriert zu sein. Sie ist
gleichgültig, während Sie an jedem ihrer Worte, an jeder
Begrüßung und jeder Verabschiedung hängen, als könn-
ten Sie daraus ersehen, ob sie beschließt, Sie zu lieben,
oder schon damit anfängt.
Sie unterdrücken jede Überlegung, Sie könnten viel­
leicht Ihre Zeit verschwenden, indem Sie sich an jeden
Hoffnungsschimmer erinnern, den sie je in Ihnen er­
weckt hat. Sie fantasieren, welch vollkommenes Leben
Sie miteinander führen könnten. Sie malen sich ganze
Drehbücher über das aus, was sie sagt und was Sie dann
sagen. Wenn Sie zusammenkommen, sagt sie natürlich
nie solche Sachen wie in Ihrer Fantasie. Deshalb ist die
Beziehung oft für Sie befriedigender, wenn Sie getrennt
sind, als wenn Sie zusammen sind.
Aber haben Sie tatsächlich eine Chance? Können sie
diesen schönen, aber stets ausweichenden Schmetter­
ling erobern? Sind Sie sicher, daß Sie es überhaupt wol­
len?
Verrückte Liebe ist nie im Gleichgewicht. Einer der
Partner — also Sie — ist immer bereit und fähig, mehr
Liebe zu geben, während der andere vielleicht nicht ein­
mal der Liebe würdig ist, die Sie zu geben haben.
Das Schreckliche an der verrückten Liebe ist, daß sie
immer weniger zurückgibt, je mehr Sie von sich einbrin­
gen. Wenn Sie auf ihre Gleichgültigkeit mit Liebe reagie­
ren, erfährt sie, wie wenig sie zu tun braucht, um Ihre
Liebe zu bekommen. Allein schon, um auszuprobieren,
ob sie auch noch weniger geben kann, tut sie es. Sie wer­
den immer verzweifelter, und Sie reagieren mit mehr Lie­
be, mehr Geschenken, mehr Angeboten. Also gibt sie
immer weniger zurück. Wie eine geschäftliche Transak­
tion, die platzt, ein Ballspiel, das verlorengeht, ist auch
diese Abwärtsspirale, wenn sie erst einmal in Gang ge­
kommen ist, nur schwer anzuhalten.
Falls Sie nicht sicher sind, wo die Grenze zwischen
Verliebtheit und verrückter Verliebtheit ist, gebe ich Ih­
nen ein paar Beispiele für das, was man nicht tun soll.
Dies sind wahre Geschichten von verliebten Männern
und den unfruchtbaren Plänen, die sie ausgebrütet ha-
ben; danach kommen immer die Regeln der vernünftigen
Liebe, gegen die sie verstoßen haben.
Wenn Sie sich hier erkennen, wenn Sie in irgendeiner
Art von verrückter Liebe stecken, wie sie im folgenden
beschrieben wird, oder wenn Ihre Liebe ganz allgemein
unerwidert bleibt — hören Sie auf. Flüchten Sie nicht in
den Einwand, daß Ihr besonderes Liebesproblem nicht
ganz genau einer der folgenden Beschreibungen ent­
spricht. Hören Sie einfach auf mit dem, was Sie gerade
tun. Verrückte Liebe kann dazu führen, daß Sie den Ein­
druck erwecken, Sie wären verzweifelt, bedürftig oder
richtig verrückt. Auf diese Weise wirkt man auf keine
Frau anziehend.
Verrückte Liebe bewirkt unweigerlich, daß Sie eine der
wichtigsten Regeln für vernünftige Liebe verletzen. Hier
sind die zwölf Regeln und die Geschichten von Männern,
die gegen sie verstoßen haben.

Dekadenz zu zweit
Ein reicher Junggeselle, der gerade an einem Rehabilita­
tionsprogramm teilnahm, erzählte mir, während er sich
über sein Leben Rechenschaft zu geben versuchte: »Als
ich merkte, wie gern sie trank, dachte ich mir, das könnte
etwas für uns sein, wo wir uns gemeinsam hineinstürzen
können. Ich wurde ihr Barmann und mixte ihr jeden
Drink, den man je erfunden hatte. Die Zeit unseres Zu­
sammenseins wurde zu einer Eß-, Trink- und Drogenor­
gie, gefolgt von Sexualakten aller Arten, auf die wir nur
kommen konnten.
Ich war sicher, sie würde nie wieder jemanden wie
mich finden, der ihren Drang nach Genüssen so mitma­
chen würde, einen nach dem anderen. Sie können sich
nicht vorstellen, wie schockiert ich war, als sie ankündig­
te, sie wolle mit dem Trinken aufhören und könne nicht
mehr mit mir zusammenkommen, denn das sei Teil ihrer
Therapie.
Ich habe ihr Liebe, Sex, Alkohol und Drogen gegeben
— mehr Drogen, als ich mir leisten konnte. Und doch hat
sie mich verlassen. Ich habe gehört, sie hat ein Mitglied
der >Wiedergeborenen< geheiratet, und die beiden sind
aktiv in der Kirche. Wie soll ein Mann wissen, was eine
Frau will und was sie nicht will?«

Liebesregel Nr. 1:
Wenn zwei Menschen eine Beziehung eingehen, sollte je­
der sein Leben verbessern. Wenn sie schlechter leben
oder einander herunterziehen, wird schließlich einer von
ihnen klug und bricht die Beziehung ab.

Finanzielle Hilfe
Ein sehr einsamer und frustrierter Wertpapierspezialist
erzählte mir, wie seine Versuche, sich Liebe zu erkaufen,
fehlschlugen: »Beim ersten Rendezvous kam ich mit mei­
nem neuen Auto an, brachte ihr einen Blumenstrauß mit
und entführte sie ins beste Restaurant der Stadt. Beim
zweiten Treffen kam ich wieder mit Blumen an, mit Sü­
ßigkeiten und einer Goldkette — nur um zu zeigen, wie­
viel mir an ihr lag. Beim drittenmal ging ich mit ihr auf
dem Rodeo Drive zum Einkaufen und stattete sie neu
aus. Ich brachte ihr bei, die höheren Genüsse des Lebens
zu schätzen.
Ich habe ihre Rechnungen bezahlt, ihr Geld geliehen
und für sie gesorgt. Daher dachte ich, sie würde nur von
mir weggehen, wenn sie einen Reicheren fände, der bes­
ser für sie sorgen könnte — das hielt ich für unwahr­
scheinlich. Ich machte fantastische Reisen mit ihr, über­
schüttete sie bei jeder Gelegenheit mit Geld und wußte
genau, daß sie sich diesen Lebensstil ohne mich unmög­
lich leisten konnte. Allmählich dämmerte mir aber die
Einseitigkeit dieser Beziehung, und die mißfiel mir. Eines
Tages komme ich ohne Blumen, Geschenke und große
Pläne für den Abend an, einfach um zu sehen, was pas­
sieren würde. Sie fragt, ob was nicht in Ordnung sei, ob
ich sie nicht mehr liebe. Nun frage ich mich, was da nicht
stimmt. Wie kommt es, daß Frauen immer versuchen,
mich auszunehmen?«

Liebesregel Nr. 2:
Liebe kann man nicht kaufen, und wer es versucht, be­
kommt keinen Gegenwert für sein Geld.

Eifersucht
Ein Zahnarzt aus Beverly Hills bekannte: »Ich meinte,
wenn sie fürchten müßte, mich an eine andere Frau zu
verlieren, würde sie das in meine Arme treiben. Also gab
ich vor, ich hätte ein Verhältnis mit einer sehr reichen,
sehr bekannten Frau in unserer Stadt. Ich sagte meiner
Freundin, diese Frau rufe mich dauernd an, mache mir
sexuelle Anträge und wolle mich heiraten. Ich kaufte mir
sogar Geschenke — Hemden, Golfschläger und Sitzbe­
züge für mein Auto — und behauptete, diese Frau habe
sie mir spendiert.
Zunächst funktionierte es. Meine Freundin schien
wirklich eifrig bedacht zu sein, mir zu gefallen, mehr als
zuvor. Und sie rief mich sehr oft an. Sie versuchte sogar,
im Geschenke-Wettstreit mitzuhalten. Und dann, als
mein Urlaub fällig wurde, erzählte ich meiner Freundin,
die andere Frau werde mich auf eine Woche in die Kari­
bik einladen. Da sagte sie plötzlich zu mir, es sei ja ganz
klar, daß die andere mich viel glücklicher mache, also sol­
le ich ruhig mit ihr gehen. Ich war wie vom Donner ge­
rührt, besonders, weil die andere Frau nicht einmal etwas
von meiner Existenz wußte. Aber ich konnte keinen
Rückzieher machen und gestehen, daß alles erlogen war.
Statt dessen schlug ich ihr vor, wir sollten eine offene
Beziehung haben und uns beide auch mit anderen Leu­
ten verabreden Ich sagte, ich würde nicht eifersüchtig
sein; sie könne sich mit jedem treffen, den sie gern habe;
mir mache das nichts aus. Natürlich funktionierte das
auch nicht. Sie war gekränkt, weil ich nicht eifersüchtig
war und suchte sich jemand anderen — der eine exklusi­
ve Zweierbeziehung wollte.«

Liebesregel Nr. 3:
Das Spiel mit der Eifersucht ist ein Spiel mit dem Feuer.
Einer verbrennt sich dabei immer. Frauen sind eifersüch­
tig und unsicher genug, auch ohne daß man ins Feuer
bläst.

Ich, Tarzan
Bei mehr als einem Mann in meiner Bekanntschaft folgt
auf das Gefühl, sich verliebt zu haben, sofort der unbe­
herrschbare Drang zu beweisen, wie ungeheuer männ­
lich er ist. Was für ein Glück hat sie, jemanden zu haben,
der ganz Mann ist, eine Kombination aus John Wayne,
Rambo und Mario Andretti. Einer meiner Klienten, ein
Berufssportler, konnte mit dem Wettstreit nicht aufhören,
selbst als das Spiel vorbei war.
»Dieser Kerl in der Bar machte einen Annäherungsver­
such, wissen Sie, er musterte sie von oben bis unten und
machte obszöne kleine Kußgeräusche in ihre Richtung.
Ich wollte ihr zeigen, daß sie sich wegen solcher Typen
nie wieder Sorgen zu machen brauchte, also schlug ich
ihn nieder. Man sollte meinen, sie hätte das zu schätzen
gewußt, aber sie war außer sich. Ich sagte, ich sei dazu
erzogen, die Frau, die ich liebe, zu beschützen — und
was sagt sie? Ich sei ein Raufbold, und die Art, wie ich
Auto fahre, gefalle ihr auch nicht!
Nun will ich Ihnen sagen, ich hab früher Rennwagen
gefahren. Ich hab den Wagen immer völlig unter Kontrol­
le, auch wenn wir schnell durch eine Kurve schlittern. Sie
ist bei mir wirklich sicher, aber weiß sie es zu würdigen?
Nein. Schließlich sagt sie zu mir, sie wolle ihr weiteres
Leben nicht in Angst und Schrecken zubringen, und läßt
mich stehen. Und ich hab doch bloß versucht, das Richti­
ge zu tun.«

Liebesregel Nr. 4:
Frauen stellen sich gern vor, Sie würden Ihr Leben für sie
hingeben oder sie in einer Notlage rasend schnell ins
Krankenhaus bringen, aber nur in der Fantasie. Sie wol­
len es nicht wirklich erleben. Eine liebende Frau hat gern
das Gefühl, das wilde Tier gezähmt zu haben — sie will
nicht lebenslang an ein wildes Tier gebunden sein.

Der Unentbehrliche
»Ich würde alles tun, um ihr zu zeigen, wie sehr ich sie
liebe. Ich würde jemanden töten, um sie zu beschützen.
Ich würde für sie sterben, wenn sie mich nur ließe«, sagte
mir ein leitender Angestellter einer Computerfirma, als
von der Frau die Rede war, die er — traurigerweise nur
platonisch — drei Jahre lang geliebt hatte. Er hoffte, sie
zu veranlassen, ihn zu lieben, aber er tat genau das Fal­
sche.
»Ich bin immer da, wenn sie mich braucht. Wenn sie
ihr Konto überzogen hat, helfe ich ihr. Wenn ihr Auto
nicht funktioniert, bin ich ihr Mechaniker. Wenn ihre
Katze einen toten Vogel mitbringt, schaffe ich ihn fort.
Wenn ihre Putzfrau nicht kommt, spiele ich den Haus­
meister.
Wenn sie in irgendeiner Angelegenheit Rat braucht,
ruft sie mich an. Wenn sie im letzten Augenblick einen
Begleiter braucht, stehe ich immer zur Verfügung. Wenn
andere Männer sie schlecht behandeln, kann sie sich im­
mer bei mir ausweinen. Sie verläßt sich auf mich. Ich
weiß, daß sie mich braucht, aber ich weiß nicht, ob sie
mich liebt.«
Abhängigkeit kann eine Art Liebe sein, aber es ist kei­
ne gesunde Liebe. Früher oder später wird die abhängige
Frau wütend auf den Mann, von dem sie abhängig ist. Er
hat ihr die Fähigkeit genommen, auf eigenen Beinen zu
stehen, und irgendwann rächt sie sich an ihm. Natürlich
kann sie das tun, indem sie ihm das vorenthält, was er,
wie sie weiß, am liebsten hätte — Liebe und Sex. Wenn
dies wie etwas klingt, das Sie gern hätten, wenn Sie es
verlockend finden, eine Frau zu haben, die in jeder Hin­
sicht von Ihnen abhängig ist — schaffen Sie sich ein
Haustier an, und versuchen Sie Ihre Sexualität durch an­
dere karitative Tätigkeiten zu sublimieren.
Wenn Sie versuchen, eine Frau total von sich abhängig
zu machen, um sie an sich zu binden, werden Sie immer
verlieren, selbst wenn es Ihnen gelingt. Der Erfolg be­
deutet nur, daß Sie an einer Frau kleben bleiben, die nie
selbständig etwas tun kann. Verlieren bedeutet, daß sie
Sie für alles in Anspruch nimmt, was Sie für sie tun kön­
nen, und daß sie sich in jemand anderen verliebt, der
nicht so leicht zu haben ist, der sich mehr entzieht, der
schwerer zu erobern ist und wahrscheinlich nicht halb so
nett wie Sie.

Liebesregel Nr. 5:
In einer gesunden Liebesbeziehung sind beide Partner im
gleichen Maß voneinander abhängig.
Der Liebesbeweis
»Wenn sie mich wirklich liebte, würde sie es beweisen,
indem sie die Art von Frau wäre, die ich brauche«, sagte
ein Klient zu mir über seine neue Beziehung. »Sie sagt,
wenn ich sie liebte, würde ich nicht nach anderen Frauen
schauen oder mit ihnen anbändeln, wenn ich geschäftlich
unterwegs bin. Sie will geheiratet werden. Ich verstehe
nicht, warum wir nicht einfach so wie Mann und Frau
zusammenleben können.«
Wenn Sie die Frau, die Sie lieben, zum Beweis ihrer
Liebe um etwas Außergewöhnliches bitten, verläßt sie
Sie möglicherweise. Nicht, weil sie Sie nicht liebt, son­
dern weil sie denkt, Sie seien verrückt, so etwas zu for­
dern.

Liebesregel Nr. 6:
Liebe fordert vom geliebten Menschen keine Beweise.
Sie gibt dem Geliebten Beweise.

Professor Higgins
Ein Finanzexperte einer großen PR-Firma sagte zu mir:
»Ich muß immer geben, ich kann nicht anders. Ich lerne
eine Frau kennen, und sie tut mir leid; ich erkenne, daß
in Wirklichkeit ein sehr gescheiter, sehr sympathischer
Mensch in ihr steckt, den ich herauslocken könnte. Also
mache ich aus einer im Grunde netten, aber nicht beson­
ders weltläufigen Frau eine differenzierte, gut angezoge­
ne, gebildete und weitgereiste Person — und plötzlich
braucht sie mich nicht mehr. Es ist, als habe sie eine Aus­
bildung abgeschlossen. Sie nimmt ihr Diplom und verab­
schiedet sich, gewöhnlich, indem sie mit einem anderen
durchgeht.« Diese Geschichte habe ich tatsächlich immer
wieder in verschiedenen Versionen zu hören bekommen.
Wer könnte je vergessen, wie Professor Higgins in >My
Fair Lady< Eliza Doolittle lehrt, >The Rain in Spain< richtig
auszusprechen, wie er sie kleidet und aus dem Blumen­
mädchen die englische Lady seiner Fantasie macht. Das
ist zwar eine gute Geschichte, aber mühsam und selten
von Dauer.
Liebesregel Nr. 7:
Wenn Sie eine Frau in einen anderen Menschen verwan­
deln, müssen Sie damit rechnen, daß die neue Frau
nichts mehr von Ihnen wissen will.

Selbstmorddrohungen
Ein Finanzmakler, der schon vorher unglücklich gewesen
war, kam wegen seiner verheerenden Liebesaffäre zu
mir. »Ich dachte immer, die Liebe würde mich glücklich
machen. Eine Zeitlang war es auch so, aber dann wurde
ich wieder depressiv. Ich machte mir die ganze Zeit Sor­
gen, ob mit uns alles in Ordnung wäre, ob sie mich wirk­
lich liebte oder nicht, ob ich genug Geld verdienen wür­
de, um sie bei Laune zu halten.
Ich machte sie allmählich verrückt durch meine andau­
ernden Fragen, ob sie mich liebe. Ich mußte es immer
wieder von ihr hören. Wir machten weiter, und alles war
okay, und dann verfiel ich wieder in eine schreckliche,
tiefe Verzweiflung. Sie versuchte wie gewöhnlich, mich
aufzuheitern, aber dann gab sie es auf. Schließlich sagte
sie eines Tages, sie glaube, ich würde mit einer anderen
glücklicher sein.
Ich war so deprimiert, daß ich zu ihr sagte, ich würde
mich umbringen, wenn sie nicht bei mir bleibe. Sie blieb
eine Weile, aber nur, bis sie begriff, daß ich mich nicht
wirklich umbringen würde. Dann zog sie aus und hinter­
ließ mir den Namen ihres Therapeuten. >Für den Not­
falls«
Liebesregel Nr. 8:
Depressive Menschen sind nicht leicht zu lieben. Die Lie­
be sollte einem Wohlbefinden schenken, aber der Um­
stand, daß man einen Menschen neben sich hat, ist keine
Garantie fürs Glück. Man kann sich nur selber glücklich
oder traurig machen.

Liebeswahn
»Ich habe mich selber total in Verlegenheit gebracht, weil
ich einem Liebeswahn verfallen bin. Tag und Nacht den­
ke ich an diese Frau. Wenn ich im Auto das Radio anma­
che, handeln alle Songs von ihr. Wenn mein Telefon läu­
tet, bete ich, sie möge anrufen. Sie kennt mich aber
kaum. Ich glaube, ich werde verrückt«, sagte ein Lehrer
zu mir, als er von der Frau sprach, die er liebte.
»Ich weiß, daß ich mich merkwürdig benehme, aber
ich kann nicht damit aufhören. Überall sehe ich sie. Ich
verfolge fremde Frauen, die durch die Straße fahren oder
in einen Fahrstuhl gehen. Ich spioniere ihr nach und fah­
re immer wieder an ihrem Haus vorbei. Ich rufe sie sogar
an, nur um ihre Stimme oder sogar ihren Anrufbeant­
worter zu hören, und lege dann schnell wieder auf. Mei­
ne ganze Freizeit verbringe ich mit Versuchen, in ihre
Nähe zu kommen, und frage Leute aus, die sie kennen.
Ich weiß, daß sie sich über mich ärgert, anstatt mich wie­
derzulieben.«
Wahrhafte Liebe wird für gewöhnlich nicht erwidert.
Der geliebte Mensch fürchtet sich, Sie zu lieben, weil Sie
dann wirklich verrückt würden.
Liebesregel Nr. 9:
Eine Frau will glauben, sie werde von einem schwer er­
reichbaren Prinzen geliebt, nicht von einem verzweifelten
Narren.
Die Sofortheirat
»Es war Liebe auf den ersten Blick. In der Minute, in der
ich sie sah, wußte ich, daß ich sie heiraten würde. Am
Ende unserer ersten Verabredung bat ich sie, mich zu
heiraten. Sie sagte, sie würde darüber nachdenken, und
ich konnte sehen, daß sie beeindruckt war«, sagte mir ein
Verkaufsleiter für Auto-Ersatzteile, als er mir erklären
wollte, wie er versuchte, eine geliebte Frau rasch zur
Trauung zu bewegen.
»Ich fing an, sie mit Verabredungen so einzudecken, so
daß ich sicher sein konnte, sie würde sich nicht mehr mit
jemand anderem treffen. Wir machten Pläne für alle Fei­
ertage und Urlaube auf mehrere Jahre hinaus, und sie er­
klärte sich einverstanden. Aber dann bekam ich das Ge­
fühl, sie wäre nicht ebenso engagiert wie ich. Ich bestand
also darauf, daß wir zusammenzogen und mehr Zeit mit­
einander verbrachten. Innerhalb von drei Wochen waren
wir offiziell verlobt, aber ich merkte allmählich, daß sie
kalte Füße bekam.
Sie fing an, Überstunden zu machen, und fand Ausre­
den, um sich meiner Gesellschaft zu entziehen; entweder
mußte sie mit ihrer Mutter einkaufen, oder sie ging mit
einer Freundin zum Essen oder sie hatte einen Termin
beim Zahnarzt.
Um sie stärker an mich zu binden, kaufte ich ihr einen
sehr teuren Verlobungsring mit Diamanten und glaubte,
das würde meinen Zwecken genügen. Sie nahm den
Ring an, verbrachte aber nicht mehr Zeit mit mir als vor­
her und schien sich unserer Beziehung weniger denn je
verpflichtet zu fühlen.
Um klare Verhältnisse zu schaffen, schickte ich sie zu
meinem Therapeuten, und nach zwei Sitzungen gab sie
mir meinen Ring zurück und sagte mir, sie fühle sich von
mir erstickt.«
Da Beziehungen ebenso wie geschäftliche Unterneh­
mungen entweder besser oder schlechter werden, sollten
Sie mit der Romantik immer ganz unten anfangen. Dann
haben Sie ein Ziel, auf das Sie sich zubewegen können.
Fangen Sie immer damit an, nur ein bißchen zu geben,
dann haben Sie später um so mehr zu geben. Wenn Sie
langsam anfangen, haben Sie auch Zeit, herauszufinden,
ob die Frau, die Sie gefunden haben, der Liebe würdig
ist, die Sie geben können.
Vielen Männern fällt es schwer, am Anfang langsam
vorzugehen. Sie sagen mir: »Hören Sie, ich weiß, daß das
gute Ratschläge für den Durchschnittsmann sind, aber
ich bin gerade dabei, mir ein Geschäft aufzubauen. Ich
arbeite achtzig Stunden die Woche. Ich hab einfach keine
Zeit für langsame Werbung « Die Antwort darauf ist die­
selbe wie im Geschäftsleben: Sie müssen sich die Zeit
einfach nehmen. Wir leben im Zeitalter der Sofortbefrie­
digung. Sie können ein Feinschmeckeressen aus der Mi­
krowelle sofort bekommen, aber >Sofortliebe< gibt es
nicht. Wenn Sie meinen, Sie hätten sie gefunden, ist es
gewöhnlich >Sofortlust<, oder Ihre Fantasie geht mit Ih­
nen durch Wenn Sie im Ernst eine Lebenspartnerin fin­
den wollen, müssen Sie etwas Zeit aufwenden. Dieses
Buch soll Ihnen helfen, sicherzustellen, daß diese Zeit
klug und wirksam investiert wird.

Liebesregel Nr. 10:


Wenn man sich in die Liebe hineinstürzt, kann man noch
schneller wieder herausfallen.

Leiden für die Liebe


»Am Anfang war es so schön, ich wollte nicht als erster
Streit anfangen. Ich habe also nie was gesagt, wenn sie
etwas getan hat, was mir nicht paßte«, berichtete ein jun­
ger Medizinstudent über die Beziehung, die er gerade
ruiniert hatte. »Zuerst waren es nur Kleinigkeiten. Sie
versetzte mich oder kam zu spät. Und ich sagte immer:
>Ach, mach dir keine Sorgen. Es ist ja nichts passiert. Es
ist schon in Ordnung.< Ich dachte, sie würde merken, wie
locker und flexibel ich sein kann.
Dann sah sie mich immer mehr als selbstverständlich
an. Ich nahm sie mit auf eine Party in dem Krankenhaus,
wo ich arbeitete, und sie flirtete mit mehreren von mei­
nen Arbeitskollegen. Ich versuchte mich zu beruhigen,
indem ich mir einredete, sie sei eben kontaktfreudig, aber
innerlich kochte ich vor Wut. Dann hörte ich, daß sie sich
mit jemandem traf, mit dem ich sehr befreundet bin. Ich
war wütend. Als ich ihr das sagte, meinte sie: >Oh, ich
dachte, es macht dir nichts aus.<
Drei Monate später kam sie zurück, und ich nahm sie
wieder auf. Und jetzt fängt das ganze wieder von vorn an
— mit denselben Problemen.«

Liebesregel Nr. 11:


Hat eine Frau erst mal gelernt, daß es in Ordnung ist,
wenn sie Sie schlecht behandelt, ist sie nur schwer vom
Gegenteil zu überzeugen.

Wer zuviel tut


Charles, ein Unternehmer des Malerhandwerks, erzähl­
te: »Ich konnte mich nicht bremsen Ständig dachte ich
darüber nach, was ich tun könnte, um sie an mich zu bin­
den. Aus beruflichen Gründen war sie dauernd auf Rei­
sen, aber ich wollte, daß sie die ganze Zeit an mich den­
ken sollte. Also dachte ich mir immer etwas für sie aus
oder überraschte sie mit Dingen, die ihr zeigen sollten,
wie sehr ich sie liebe.
Zuerst schickte ich ihr Blumen an jeden Ort, in den sie
kam, aber sie sagte, das bringe sie ihrem Chef gegenüber
in Verlegenheit. Also heuerte ich eine ganze Mariachi-
Band an, die ihr eines Abends, als sie von einer Reise zu­
rückkehrte, vor ihrem Haus ein Ständchen brachte. Aber
das brachte sie in große Schwierigkeiten mit den Nach­
barn. Sie sagte, die Band habe sowieso nichts getaugt.
Ich nahm mir also vor, bei Sachen zu bleiben, mit denen
ich mich auskenne. Und so bezahlte ich einem Freund,
der eine Werkstatt für dekorative Autobemalung hatte,
den Neuanstrich seines Hauses. Dafür bemalte er ihren
Wagen — das sollte eine Geburtstagsüberraschung sein.
Er machte es großartig, aber es gefiel ihr überhaupt nicht.
Sie sagte, es sei die falsche Farbe. Während ich ihr Auto
neu lackieren ließ, streikte der Mietwagen, den ich ihr be­
sorgt hatte, zweimal. Nun versuchte ich, all meine Fehler
wiedergutzumachen. Ich fragte ihre Mutter, was ihre
Lieblingsfarben seien, und während ihrer nächsten lan­
gen Reise ließ ich meine besten Leute ihre ganze Woh­
nung neu streichen. Sie war nicht etwa froh darüber,
sondern wütend, und sagte, ich sei in ihre Privatsphäre
eingedrungen.
Sie beschimpfte mich richtig und sagte, es sei verrückt,
daß ich all das tue, und selbst wenn sie mich liebte, was
nicht der Fall sei, würde sie nicht bei mir bleiben, weil ich
sie nie selbst etwas tun ließe. Können Sie sich das vor­
stellen?«

Liebesregel Nr. 12:


Wenn Sie im Zweifel sind, was Sie in einer Beziehung
tun sollen, tun Sie gar nichts. Warten Sie einfach, bis Ih­
nen klar wird, was Sie am besten tun. Sie können sich
nichts verscherzen, wenn Sie nichts tun, besonders,
wenn Ihr Vorhaben viel Mühe und/oder Kosten macht
und/oder Sie übereifrig erscheinen lassen könnte.
3_______________
Wie man die Richtige wählt

Die >Manpower-Methode<, um Ihre Traumfrau zu finden


und zu halten, ist narrensicher. Frauen auf der ganzen
Welt haben sich dieser Methode bedient, um ihren
Traummann zu bekommen. Auch Männer haben sie
schon mit Erfolg angewandt.
Wenn Sie sich für diese Methode entscheiden, bekom­
men Sie die Frau, die Sie wollen, aber Sie müssen auf­
passen, wen Sie zum Ziel dieser Techniken machen. Sie
könnten die falsche Frau erwischen, die Sie zu sehr liebt.
Ihr persönlicher >Partnerschaftsplan< wird Ihnen helfen,
die richtige Frau zu finden.
Sobald Sie die Techniken beherrschen, werden sie Ih­
nen Erfolg bringen, ganz gleich, wie Sie aussehen oder
wie schlecht Ihre bisherigen Erfahrungen sind, solange
Sie nicht Ihre früheren Fehler mit denselben ungeeigne­
ten Frauen wiederholen. Vergessen Sie alles, was Sie ver­
sucht haben. Sie werden in Versuchung sein, dasselbe zu
tun, was Sie früher getan haben — zu viele verrückte
Anrufe, ohne vorher nachzudenken, etwas hinausposau­
nen; Ihr Herz auf einem Tablett präsentieren, damit sie es
verschlingen kann, bevor Sie wissen, ob sie es verdient
oder nicht, sich in eine verlieben, von der Sie wissen, daß
sie eine klassische Hexe, ein klassisches Biest oder eine
klassische Verrückte ist — in der Hoffnung, die >Manpo­
wer-Methode< werde Sie aus dem Schlamassel ziehen.
Tun Sie's nicht. Finden Sie diesmal die richtige Frau.
Selbst wenn Sie glauben, genau die Frau zu kennen,
die Sie sich wünschen, nehmen Sie sich ein paar Minuten
Zeit, um Ihren persönlichen >Partnerschaftsplan< aufzu­
stellen, auch wenn Sie es nur im Kopf tun. Wenn Sie
schon die richtige Frau haben, werden Sie es sofort wis­
sen. Wenn nicht, wollen Sie vielleicht einiges ändern, be­
vor Sie große Mühe aufwenden, um die falsche Frau da­
zu zu bringen, daß sie sich in Sie verliebt. Vielleicht ha­
ben Sie noch keine Frau kennengelernt, die Ihren Erwar­
tungen entspricht, weil Sie nicht wissen, was Sie wollen
oder was Sie brauchen.
Sie würden nicht losgehen, um einen neuen Anzug,
ein neues Paar Schuhe oder einen neuen Computer zu
kaufen, ohne zu wissen, was Sie wollen. Sie wüßten,
welche Farbe, welchen Stil und was für ein Material Ihr
neuer Anzug haben sollte und wieviel Sie ausgeben
möchten. Auch wenn Sie Schuhe kaufen wollten, waren
Sie sich über die Art, die Farbe und den Preis im klaren,
und ebenso darüber, zu welchen Gelegenheiten Sie sie
tragen wollen. Bevor Sie sich einen Computer kaufen,
würden Sie sich wahrscheinlich noch besser informieren,
besonders, da er soviel kostet. Sie würden auch wissen,
was Sie nicht wollen.
Warum bereiten Sie sich nicht ebenso vor, und warum
informieren Sie sich nicht ebensogut, wenn es um die
nächste Frau in Ihrem Leben geht? Packen Sie nicht ein­
fach die nächstbeste, die Ihnen begegnet. Bereiten Sie
sich vor, machen Sie einen >Partnerschaftsplan<.
Frauen, die einen >Partnerschaftsplan< gemacht hatten,
bevor sie auf die Suche nach dem richtigen Mann gingen,
haben mir gesagt, daß sie genau den Mann finden konn­
ten, den sie sich wünschten und den sie brauchten, sogar
bis zu der Tatsache, daß er ein kariertes Hemd und kha­
kifarbene Hosen trug. Wenn Sie genau aufschreiben, was
Sie sich bei einer Frau wünschen, sind Sie schon auf dem
richtigen Weg, um diese Frau zu finden.
Um irgendein Ziel im Leben zu erreichen, müssen Sie
das Ziel kennen: Sie müssen es deutlich vor Ihrem inne­
ren Auge sehen. Betrachten Sie Ihren >Partnerschafts-
plan< als Planung mit dem Ziel der Beziehung. Wenn Sie
erstmal ein klares Bild von der Frau haben, die Sie brau­
chen und sie Sie sich wünschen, von der Frau, die am be­
sten für Sie ist, können Sie sie auch finden. Wenn Sie ei­
nen >Partnerschaftsplan< haben, brauchen Sie sich nie
mehr zu fragen, ob eine Frau für Sie die richtige ist. Sie
werden es sofort wissen.
Wie viele Männer glauben Sie vielleicht, Sie könnten
unter allen Frauen der Welt wählen, die zu haben sind.
Leider haben wahrscheinlich mindestens achtzig bis
neunzig Prozent der Frauen, die Sie kennenlernen, etwas
an sich, das Ihnen nicht gefällt. Wir haben es also nur mit
den restlichen zehn bis zwanzig Prozent der verfügbaren
Frauen zu tun, die vielleicht Ihren Ansprüchen genügen.
Ein Liebesplan wird Ihnen Zeit sparen. Sie brauchen
nicht alle Frauen der Welt zu überprüfen, um die zwan­
zig Prozent zu finden, die Sie interessieren könnten.
Deshalb sollten Sie Ihre Anstrengungen konzentrieren,
anstatt hinter leidenschaftlichen Weibern mit kurzer
Zündschnur herzujagen.

Wählerisch sein
Meine Freundin Margo riet mir, dieses Buch Gescheite
Männer, dumme Penisse zu nennen. In manchen Fällen hat
sie gar nicht so unrecht. Ich habe schon viele Männer be­
raten, die bei der Beschreibung ihrer chronischen Proble­
me mit Frauen den Ausdruck gebrauchten: »... immer
nur meinem Fimmel hinterhergelaufen.«
Als die Promiskuität noch nicht so gefährlich war wie
heute, kam der Sex oft zuerst; dann entwickelte sich ent­
weder eine Beziehung oder auch nicht. Bei der Suche
nach der wahren Liebe hat sich die Methode >erst mal
bumsen< nie als sehr brauchbar erwiesen, aber zumin­
dest eine Zeitlang war es ein Vergnügen und relativ un­
gefährlich.
Die Zeiten haben sich geändert, und Sie wahrschein­
lich auch. Heute gibt es schwerwiegende Gründe, wähle­
risch zu sein. Jedem knapp sitzenden Rock nachzulaufen,
ist nicht nur keine feine Lebensart. Indem Sie auf diese
Weise Zeit, Geld und Kraft vergeuden, geraten Sie ge­
genüber denen weit ins Hintertreffen, die sich darauf
konzentrieren, in der heutigen Wettbewerbsgesellschaft
voranzukommen.
Wenn Sie eine Partnerin fürs Leben suchen, fangen
Sie's schlau an. Der Körperteil, den Sie zuerst benützen
sollten, ist der Kopf. Benützen Sie die >Manpower-
Methode<, und die >Liebeschemie< wird sich ganz be­
stimmt einstellen.

Ihr Bedarf
Im Moment wissen Sie vielleicht noch nicht viel über Ih­
ren Bedarf. Sie denken vielleicht: »Ich brauche eine Frau,
irgendeine Frau, die einigermaßen gut aussieht, eine, die
mich liebt und die ich liebe.« So einfach ist es aber nicht.
Sie werden bald merken, wie viele Ansprüche Sie in
Wirklichkeit stellen.
Wenn Sie schon eine Frau haben, mit der Sie Ihr weite­
res Leben zubringen wollen, und wenn Sie sich ganz si­
cher sind, daß sie die Richtige für Sie ist, blättern Sie die­
ses Kapitel nur durch und lesen Sie beim fünften Kapitel,
»Warum Frauen lieben«, weiter. Wenn Sie nicht absolut
sicher sind, die Frau gefunden zu haben, die für Sie am
besten ist, lesen Sie weiter.
Wenn Sie wirklich mit einer Frau glücklich sein und sie
lieben wollen, mit einer Frau, die Sie wiederliebt, müssen
Sie wissen, welcher Typ für Sie richtig ist. Die >Manpo­
wer-Methode< hilft Ihnen, das herauszufinden. Der erste
Schritt dieser Methode ist es, einen >Partnerschaftsplan<
aufzustellen. Dieses systematische Vorgehen hat sich bei
allen bewährt, die es ausprobiert haben. Bei Ihnen wird
es auch so sein.
Einen >Partnerschaftsplan< erarbeitet man in drei
Schritten: Zunächst sammeln Sie all Ihre Fantasievorstel­
lungen, zweitens wägen Sie ab, welche Sie verwirklicht
sehen und auf welche Sie verzichten wollen, und drittens
prüfen und verfeinern Sie den Plan, indem Sie Ihre Be­
kanntschaften ganz bewußt wählen.

Sie stellen sich Ihre Wunschfrau vor


Wenn Sie sich vorstellen können, etwas zu tun, haben
Sie gute Chancen, diese Aufgabe zu lösen. Tatsächlich
hat man in der Medizin neuerdings entdeckt, daß Vorstel­
lung eine Möglichkeit ist, seinen Gesundheitszustand zu
verbessern und sogar Krankheiten zu heilen.
Sich die gewünschte Beziehung vorzustellen, ist nichts
anderes, als sich seine Berufslaufbahn oder die Tennis­
oder Golfpartie vorzustellen, zu der man fähig sein
möchte. Vorstellungen sind ein wirksames Werkzeug.
Wenn Sie sich Ihre Idealfrau ausmalen und diese Vorstel­
lungen aufschreiben, wird es Ihnen helfen, sie am Ende
auch zu finden.
Kaufen Sie sich ein besonderes Notizbuch für Ihren
>Partnerschaftsplan<. Das Aufschreiben erleichtert nicht
nur den Vorstellungsprozeß, sondern es macht das, was
im Moment noch Fantasie ist, wirklicher. Je spezifischer
Sie Ihren >Partnerschaftsplan< machen, desto besser.
Sie können entweder spontan über Ihre Traumfrau
schreiben, oder, wenn Ihnen das schwerfällt, füllen Sie
einfach die leeren Stellen in dem Formular für den Part­
nerschaftsplan aus, der auf Seite 58 anfängt.
Ihr Plan beginnt mit einer Fantasiedarstellung Ihrer
Traumfrau. Fangen Sie damit an, alles aufzuschreiben,
was Ihnen spontan einfällt. Kümmern Sie sich nicht dar­
um, wenn es übertrieben oder widersprüchlich, albern
oder sexistisch klingt. Schreiben Sie's einfach auf. Nie­
mand außer Ihnen selbst braucht jemals zu sehen, was
Sie geschrieben haben. Machen Sie sich keine Sorgen um
Widersprüche. Klar, Sie wollen eine selbständige Frau,
die nähen, kochen und putzen kann und viele Kinder ha­
ben möchte. Wir wollen alle widersprüchliche Eigen­
schaften. Darum ist es ja so schwer, eine passende Part­
nerin zu finden.
Es ist wichtig, all Ihre Fantasien von der Traumfrau zu
Papier zu bringen. Verfeinern können Sie Ihren >Partner­
schaftsplan< später.
Um Ihren Plan zu machen, brauchen Sie Ruhe. Ent­
spannen Sie sich. Legen Sie Ihre Lieblingsplatte auf, stel­
len Sie den Anrufbeantworter an, gießen Sie sich einen
Drink ein, und machen Sie sich klar, daß Sie die größte
Investition Ihres Lebens planen — eine Frau, mit der Sie
den Rest Ihrer Tage verbringen wollen.
Fangen Sie mit Ihren ersten ehrlichen Einfällen an.
Hier sind ein paar Fragen, damit Sie in Gang kommen:
Soll sie aussehen wie Marilyn Monroe oder wie Jac­
queline Bisset? Wie das Mädchen von nebenan?
Wenn Sie sich keine deutliche Vorstellung machen
können, denken Sie an die Frauen, auf die Sie früher
wirklich scharf waren. (Darin spiegeln sich eher Ihre rea­
len Vorlieben als Ihre Fantasien, aber das darf auch sein.)
Was hatten sie für gemeinsame Züge? Hatten sie meist
blaue Augen? Waren sie alle groß gewachsen? Waren sie
klein? Schlank oder üppig? Eher natürlich oder sorgfältig
frisiert und geschminkt? Lässig gekleidet oder elegant?
Trugen sie Schmuck? Eine Brille? Haben Sie sich am mei­
sten von langbeinigen Blonden< oder von >kleinen Brü­
nettem angezogen gefühlt? Denken Sie darüber nach.
Fast jeder Mann hat entschiedene Vorlieben. Schwelgen
Sie jetzt mal richtig in Ihren Vorlieben. Schreiben Sie sie
auf.
Achten Sie nur darauf, daß Ihre Vorlieben für körperli­
che Eigenschaften Ihre Suche nicht total unmöglich ma­
chen. Sie sind vielleicht ein Mann, der nur wirklich große
Frauen mag, aber wenn Sie unter eins siebzig sind, müs-
sen Sie begreifen, daß Ihre Suche nach der Frau Ihres Le­
bens schwieriger wird, falls Sie auf einer Partnerin beste­
hen, die größer ist als Sie.
Ist Ihre Traumfrau häuslich, oder geht sie gern tanzen?
Probiert sie gern neue Restaurants aus? Geht sie gern ins
Theater oder ins Konzert? Liebt sie Rockmusik, klassi­
sche oder Countrymusic? Sieht sie fern? Spielt sie Kar­
ten? Gehört sie Bürgerinitiativen an, oder engagiert sie
sich sozial? Trinkt sie, raucht sie, nimmt sie Drogen?
Ist sie eine heiße Nummer, eine glückliche Nurhaus­
frau? Ist sie leitende Angestellte, Anwältin, Ärztin oder
Unternehmerin? Worüber redet sie gern? Was für Hob­
bies hat sie? Was tut sie gern in der Freizeit?
Was ist ihr am wichtigsten? Ihre Karriere? Ihr Heim?
Ihr Liebesleben? In welcher Reihenfolge?
Hat sie >rein weibliche Interessent Kochen, Putzen,
Kindererziehung, Kleider usw. — oder geht sie jeden Tag
aus dem Haus, um einen regulären Beruf auszuüben. Ar­
beitet sie selbständig, oder ist sie angestellt? Macht sie
berufliche Reisen? Wie zieht sie sich für die Arbeit an —
Flanellkostüm oder legere Kleidung? Hat sie eine Arbeit,
die sie zu Hause erledigt? Hat sie künstlerische Neigun­
gen? Ist sie kreativ?
Ist sie schon einmal verheiratet gewesen? Hat sie Kin­
der? Wünscht sie sich Kinder von Ihnen? Mag sie Tiere?
Macht sie die Hausarbeit allein, teilen Sie sich die Haus­
arbeit, oder haben Sie jemanden, der putzt?
Wie gescheit muß sie sein? Muß sie die mittlere Reife
haben? Abitur? Liest sie viel? Welche Bücher liest sie am
liebsten?
Ist sie religiös? Gehört sie einer Kirche an? Ist sie spiri­
tuell? Glaubt sie an New-Age-Philosophien oder an eine
Religion aus alter Zeit? Was für politische Überzeugun­
gen hat sie?
Stellen Sie sich Ihr Zusammenleben vor. Wo werden
Sie wohnen? In ihrer Wohnung, in Ihrer oder in einer
neuen, die Sie zusammen aussuchen? Werden Sie mit-
einander Kinder haben? Gehen Sie mit Ihren Gedanken
spazieren, und wenn Sie sich der Antwort auf einige Fra­
gen nicht sicher sind, probieren Sie verschiedene Ant­
worten in der Fantasie aus, um zu erleben, wie sie sich
anfühlen. Stellen Sie sich vor, Sie lebten in der Stadt,
dann auf dem Land. Wobei fühlen Sie sich wohler?
Bei diesem ersten Mal geht es darum, Ihre Vorstellun­
gen rasch zu Papier zu bringen, auf Grund Ihrer ersten
Reaktionen und Ihrer unreflektierten Gefühle. Benützen
Sie das Formular auf der folgenden Seite oder auch nicht,
wie Sie wollen, aber sorgen Sie dafür, daß Sie all Ihre
Lieblingsfantasien in diesen ersten Entwurf Ihres >Part­
nerschaftsplans< einbringen.

Formular für den persönlichen


»Partnerschaftsplan
Aussehen, Finanzen und Beruf

Meine Traumfrau ist ______ groß. Sie hat ______


Augen, ______ Haar. Sie ist ______ Jahre alt. Sie
hat eine ______ Figur.
Ihre Arbeit ist ihr (sehr) (nicht sehr) wichtig. Sie ist im
______ Geschäft. Sie ist (etwas), (sehr), (nicht sehr)
kreativ. Es liegt ihr (viel), (nicht sehr viel) an ihrer Arbeit.
Sie verdient im Jahr ______. Ihre Einstellung zum
Geld ist (konservativ), (entspannt). Sie muß beruflich
(oft), (niemals), (manchmal) verreisen.

Politik

Politisch ist sie (liberal), (konservativ), ein wenig (links)


oder (rechts) vom Zentrum. Sie wählt (manchmal), (ge-
wissenhaft), (CDU/CSU), (SPD), (FDP), (Grüne), (Reps).
Sie ist politisch (aktiv), (uninteressiert).

Religion

Sie ist (praktizierende) (nicht praktizierende) _______.


Sie geht in die (Kirche), (Synagoge), (andere Andachts­
stätten). Sie geht (manchmal), (regelmäßig), (oft) zu ei­
nem Gottesdienst.

Personenstand

Sie (war), (war nicht) schon einmal verheiratet. Sie hat


______ Ex-Ehemänner und wir (sind), (sind nicht)
befreundet.

Kinder

Sie (hat), (hat keine) Kinder aus einer früheren Ehe. Sie
(wohnen), (wohnen nicht) bei ihr. Sie möchte ______
Kinder mit mir haben. Sie glaubt, sie (muß) Kinder (ha­
ben), (könnte ohne Kinder leben).

Persönliche Gewohnheiten

Im Haus trägt sie (alte Sweatshirts), (Jeans), (hübsche


Kleider). Sie zieht sich sehr (sportlich), (formell) an. Sie
(bleibt gern zu Hause), (geht gern zum Tanzen). Sie
trinkt (oft), (gelegentlich), (fast nie), (niemals). Sie
(raucht), (raucht nicht). Sie (nimmt) (nimmt keine) bele­
benden Drogen. Sie ist (viel), (selten) allein. Sie hat (vie­
le), (einige) Freunde. Sie verbringt (viel) (ganz wenig)
Zeit mit ihren Freundinnen. Sie hat (ein paar) (keine)
platonische Freundschaften mit Männern.
Hobbies

Sie (ist), (ist nicht) sportlich und betreibt (selten), (oft)


Sport. Ihr Lieblingssport ist ______. Am Sonntag­
nachmittag (legt sie sich gern hin und liest), (geht sie
gern joggen), (arbeitet sie gern im Garten), (sieht sie sich
gern Sportveranstaltungen an).
Sie (ist), (ist keine) Intellektuelle und hat am liebsten
(klassische), (populäre) Musik. Sie hat Haustiere (gern),
(nicht gern).

Persönlichkeit

Sie ist (empfindsam und fürsorglich), (eine handfeste In­


dividualistin), (ein Gemeinschaftstyp). Sie (denkt),
(denkt nicht) zuerst an die anderen. Sie berücksichtigt
mich (immer), (fast immer) zuerst.

Beispiel eines >Partnerschaftsplans<


Das Folgende ist der erste Entwurf eines >Partnerschafts­
plans<, den ich mir von einem Mann aus einem meiner
Seminare ausgeborgt habe; er wurde ohne die Hilfe des
obigen Formulars aufgestellt.
»Meine Traumfrau ist sehr groß, einen Meter achtzig
oder mehr, hat milchweiße Haut und langes rotes Haar.
Sie ist sehr schlank, muskulös und sportlich; sie hat ei­
nen festen, runden Hintern und wundervolle Brüste,
klein, aber fest. Auf einer Skala von eins bis zehn ist sie
acht oder neun. Im Bett ist sie sehr vital und fantasievoll,
immer bereit, alles zu tun, was ich will, wenn ich es will,
und fast unersättlich, aber sie kommt leicht und oft zum
Orgasmus. Sie genießt oralen Sex und ist bereit, neue Po­
sitionen und überhaupt Neues auszuprobieren, aber sie
ist treu und monogam.
Sie ist meine beste Freundin; sie ist bereit, mir zuzuhö­
ren und mich zu ermutigen, wenn ich niedergeschlagen
bin. Sie war vielleicht schon mal verheiratet, hat aber kei­
ne Kinder aus der früheren Ehe. Sie möchte mit mir min­
destens ein Kind haben, vielleicht auch zwei.
Sie ist berufstätig und hat einen guten Posten bei einer
großen Firma. Sie geht jeden Tag zur Arbeit und verdient
mindestens sechzigtausend Dollar im Jahr. Unser ge­
meinsames Einkommen ermöglicht uns einen sehr kom­
fortablen Lebensstil — neue Autos, Reisen, Klubmit­
gliedschaften und ein schönes Heim.
Wir gehen regelmäßig zur Kirche und gehören zu den
richtigen Gruppen. Sie ist stolz auf ihr Aussehen, aber
sie ist nicht die Art von Frau, die jede Woche zur Kosme­
tikerin läuft, und ihr Make-up ist nicht übertrieben. Sie
ist eine natürliche Schönheit, und es fällt ihr leicht, gut
auszusehen. Sie hat einen großartigen Humor und lacht
gern. Sie nimmt das Leben nicht tierisch ernst, aber sie
ist sensibel, warmherzig und fürsorglich, wenn es nötig
ist.
Im Sommer spielen wir Tennis und Golf und gehen an
den Strand. Im Winter laufen wir Ski. Sie geht aus sich
heraus und schließt überall leicht Freundschaften, wo wir
auch hinkommen. Sie trinkt nur wenig. Wir singen gern
miteinander und spielen Backgammon und Bridge. Sie ist
eine gute Seglerin, und wir gehören einem Yachtklub an.
Sie ist ein guter Kamerad, sehr zuverlässig, ehrlich, nie
mürrisch und niedergeschlagen. Sie hat kein Interesse
am Ansammeln von teurem Schmuck oder am Aufent­
halt im Kurhotel.
Über Investitionen und Urlaub entscheiden wir ge­
meinsam, aber sie bestimmt im allgemeinen über Haus­
haltsdinge, und ich kümmere mich um die technischen
Geräte wie die Autos.
Wenn wir uns kennenlernen, merke ich sofort, daß sie
sich für mich interessiert, aber sie tut ganz cool. Wir ver­
abreden uns mehrmals, bevor wir miteinander ins Bett
gehen, aber dann ist es toll, und von da an bleiben wir
zusammen. Sie findet mich sehr anziehend und kann
nicht die Finger von mir lassen. Wir feiern eine große
Hochzeit, und unsere Flitterwochen verbringen wir auf
den Jungferninseln.«
Ist das nicht ein sehr anspruchsvoller >Partnerschafts­
plan?< Inkonsequent? Ganz und gar nicht, was Sie sich
wünschen? Natürlich nicht. Jeder Plan ist ganz individu­
ell; auch der Plan dieses Mannes veränderte sich, als er
auf Brautschau ging. Er fand, daß bestimmte Züge zu
schwer zu finden und nicht so wichtig waren, wie er ur­
sprünglich gemeint hatte. Ihm wurde klar, daß er sich
auch in eine Frau verlieben konnte, die weniger als eins
achtzig groß war; also beschloß er seinen Plan zu revidie­
ren und sein Blickfeld zu erweitern. In der Praxis wurde
sein Plan flexibler, realistischer und offener für viel mehr
Frauen.
Er sagte mir: »Zum ersten Mal in meinem Leben hab
ich nicht nur ziellos herumgesucht und nicht gewußt,
was ich suchte. Meine Verabredungen waren zielstrebi­
ger. Ich wußte, was ich bei einer Frau suchte, und es war
eindeutig mehr als das Amüsement, mit dem ich mich
früher immer zufriedengab.«
Sein Plan funktionierte, und die Frau, die er geheiratet
hat, gleicht fast genau der, die er in seinem ursprüngli­
chen Plan beschrieben hat, außer daß sie einen Meter sie­
benundsechzig groß ist und lange braune Haare hat, statt
langer roter. Sie werden erstaunt sein, wie nah man sei­
nen Träumen kommen kann.

Bevor Sie Ernst machen


Es gibt ein paar wichtige Fragen, die Sie sich bezüglich
jeder Frau stellen sollten, bevor Sie sich mit ihr einlassen.
Sie könnten diese Fragen benützen, um Ihren ersten Ent-
wurf eines >Partnerschaftsplans< zu verfeinern, bevor Sie
anfangen, ihn ins Werk zu setzen.

Ist sie wirklich bereit, sich zu engagieren, oder ver­


schwende ich meine Zeit?
Wenn Sie die vollkommene Frau< finden und sich Hals
über Kopf in sie verlieben, nur um dann herauszufinden,
daß eine feste Bindung in den nächsten zehn Jahren kei­
nen Platz in ihrem Leben hat, werden Sie sehr unglück­
lich sein. Bevor Sie sich auf sie einlassen, gibt es immer
Anzeichen dafür, ob sie bereit für eine feste Bindung ist.
Zunächst müssen Sie herausbekommen, ob sie fähig
ist, eine Langzeitbeziehung oder -bindung durchzuhal­
ten. Hat sie sich früher schon zu etwas verpflichtet und
ist dabeigeblieben? War sie schon einmal verheiratet?
Hatte sie einen festen Freund, lebte sie mit einem Mann
zusammen, oder war sie verlobt? Wie lange? Hat sie
Wurzeln? Ein Heim? Einen Langzeit-Mietvertrag? Haus­
tiere? Zimmerpflanzen? Langjährige Freundschaften? Ei­
ne lebenslange Mitgliedschaft in einem Sportverein?
Frauen ohne Wurzeln bieten im allgemeinen keine gu­
ten Chancen für eine ernsthafte Beziehung. Manche sind
wirklich neurotisch, unstet, andere einfach jung, wild
und verrückt. Viele warten einfach mit dem Möbelkauf,
bis sie den richtigen Mann gefunden haben. Oft sind es
Karrierefrauen, und obwohl sie stabil und reif sind und
eine feste Beziehung aufrechterhalten können, haben sie
sich vorgenommen, zuerst an ihre Karriere zu denken,
zumindest für eine Weile.
Wie kann man also abschätzen, ob eine Frau, die bin­
dungs/ähig ist, auch dazu bereit ist? Frauen, die heiraten
wollen, sprechen über Hochzeiten, sie laden Sie zur
Hochzeit von Freunden ein, sie veranstalten >Geschenk­
parties<, sie gehen als Brautjungfern, und sie schauen in
jeden Kinderwagen, an dem sie vorbeikommen. Das Al­
ter hat eindeutig einen Einfluß darauf, ob eine Frau zu ei-
ner Heirat und einer festen Bindung bereit ist. Eine Drei­
ßig- oder Fünfunddreißigjährige ist viel eher bereit zum
Heiraten als eine zehn Jahre jüngere Frau.

Warum soll man die Kuh kaufen, wenn die Milch doch so
billig ist?
Die letzten dreißig Jahre waren verwirrend. In den fünf­
ziger Jahren konnte ein Mann davon ausgehen, daß sich
eine Frau Ehe, Heim und Kinder wünschte. Dann kam
die freie Liebe, danach der Feminismus, und heute ist Ihr
Chef im Büro eine Frau. Was wollen die Frauen denn
wirklich?
Hören Sie nicht auf das, was man Ihnen erzählt, vor
allem nicht auf die Frauen, mit denen Sie ausgehen.
Wenn eine Frau bereit, willens und fähig ist, sich an ei­
nen Mann zu binden, will sie auch heiraten. Auch die
vielbeschäftigte selbständige leitende Angestellte findet
schließlich die Zeit, einen Ehemann in ihr Leben zu inte­
grieren. Sogar weibliche Rockstars heiraten am Ende.
Wenn Ihr >Partnerschaftsplan< also eine moderne, coo­
le Frau verlangt, die ganz wild auf Sie ist und gern mit
Ihnen zusammenleben möchte, aber keinen Wert aufs
Heiraten legt, muß Ihnen jemand sagen: Sie haben zwar
gute Chancen, dieses Ziel zu erreichen, aber so gut wie
keine Chance, daß die Beziehung von Dauer sein wird.
Paare, die zusammenleben, ohne zu heiraten, kapitu­
lieren am Ende doch und treten vor den Altar, oder sie
trennen sich. Das hat verschiedene Gründe. Gehört eine
>Lebensgefährtin< im Fall einer Familienkatastrophe zum
Familienrat, oder ist sie nur eine >Freundin<? Wenn Ihnen
ein Unfall zustößt, hat sie kein offizielles Recht, für Sie
zu sprechen; man erlaubt ihr vielleicht nicht einmal, Sie
im Krankenhaus zu besuchen. Tief im Inneren sehnt sie
sich — ganz gleich, was sie Ihnen erzählt — nach der
Verpflichtung »... bis der Tod uns scheidet«, besonders,
wenn sie sich Kinder wünscht.
Inzwischen verbrauchen Sie einige Kraft, indem Sie
sich gegen die ganze Gesellschaft stellen und sich um Ih­
re Beziehung Sorgen machen. Warum? Gewöhnlich las­
sen sich alle angeführten Gründe für den Verzicht auf die
Ehe auf eins reduzieren: Sie wollen sich alle Möglichkei­
ten offenhalten. Sie sind in Wirklichkeit nicht bereit, sich
zu binden. Denken Sie daran: Schließlich müssen Sie
doch heiraten oder sich trennen und mit einer anderen
von vorn anfangen, die Sie entweder heiraten oder auf­
geben müssen.

Was ist, wenn einer von uns keine Kinder will?


Viele Frauen sagen mir: »Oh, ich will keine Kinder. Ich
könnte ihnen nicht die Zuwendung geben, die sie brau­
chen, und zugleich meinem Beruf nachgehen.« In dem
Moment, in dem sie das sagen, glauben sie es wirklich.
Dann, nach fünf oder zehn Jahren, kaufen sie hektisch
Schwangerschafts-Tests, messen jeden Morgen ihre Tem­
peratur und versuchen verzweifelt, schwanger zu werden.
In jeder Frau tickt unerbittlich eine biologische Uhr.
Sie hat nichts mit ihren Plänen oder ihrer Vorliebe für ei­
nen bestimmten Lebensstil zu tun. Sie ist genetisch. Un­
merklich beginnt sie lauter zu ticken, wenn sie zwischen
zwanzig und dreißig ist, und noch lauter zwischen drei­
ßig und vierzig. Entweder, sie bekommt ein Kind, oder
die Uhr dröhnt immer weiter und erinnert sie daran, daß
sie sich den Wechseljahren nähert, ohne sich fortge­
pflanzt zu haben.
Wenn Ihr >Partnerschaftsplan< eine Frau verlangt, die
keine Kinder will, sollten Sie sich nach einer Frau umse­
hen, die in den Fünfzigern ist oder älter.

Kann ich sie ändern?


Der Leopard ändert seine Flecken nicht, und es ist un­
wahrscheinlich, daß eine Frau sich dramatisch verändert,
weil Sie in ihr Leben treten. Das ist einer der wichtigen
Gründe, warum Sie einen >Partnerschaftsplan< machen.
Es lohnt sich, wenn Sie sich die Zeit nehmen, herauszu­
finden, was Ihnen wichtig ist, weil Sie nicht eine attrakti­
ve Frau finden und sie dann einfach so formen können,
daß sie all Ihren Ansprüchen gerecht wird. Frauen ha­
ben, genau wie Sie selbst, Überzeugungen, Vorlieben
und Gewohnheiten, wenn Sie sie kennenlernen.
Wenn Sie eine neue Frau kennenlernen, betrachten Sie
sich selber als Reporter, der alles über sie erfahren muß,
wie ein Forscher über seine Versuchsperson Sobald man
die Vergangenheit einer Frau kennt, hat man den Schlüs­
sel zu ihrer Zukunft in der Hand. Menschen machen sel­
ten große Veränderungen durch, ohne daß sie sich jahre­
lang einer Therapie unterziehen; es ist also in gewissem
Maß möglich, ihr zukünftiges Verhalten vorherzusehen,
wenn man ihre Vergangenheit kennt.
Um zum Beispiel herauszufinden, wie eine Frau zu ei­
ner festen Bindung steht, fragen Sie sie: »Haben Sie
schon mal jemanden geliebt? Haben Sie schon mal mit
jemanden zusammengelebt? Wie lange waren Sie zu­
sammen? Treffen Sie sich noch?«
Wenn eine Frau noch mit einem Expartner befreundet
ist, machen Sie sich nichts daraus. Tatsächlich ist es ein
gutes Zeichen. Sie wissen nun wenigstens, daß sie ihm
nichts so Schlimmes angetan hat, daß er nie wieder et­
was von ihr sehen oder hören will. Eine Frau, die andere
Männer schlecht behandelt hat, wird mit Sicherheit auch
Sie schlecht behandeln.
Wenn es sich machen läßt, sprechen Sie mit anderen
Männern, die mit der Frau liiert waren, für die Sie sich
interessieren. Bringen Sie sie dazu, Ihnen als Kameraden
reinen Wein einzuschenken. Die besten Empfehlungen
kommen von Exehemännern oder Ex-Freunden. Außer­
dem können Sie erwachsene Kinder der Frau befragen —
oder sogar kleine. Sie wissen, wie Mami mit Männern
umgeht, und oft sind sie taktlos genug, darüber zu spre­
chen.
Verschaffen Sie sich Aufschluß über ihre Eltern. Liebt
sie beide? Und, am wichtigsten, wie behandelt ihre Mut­
ter den Vater? Kleine Mädchen lernen, wie man Männer
behandelt, indem sie beobachten, wie Mami mit Papi
umgeht.
Was mache ich, wenn mir nur Schönheitsköniginnen ge­
fallen?
Wenn ich Männern helfe, einen >Partnerschaftsplan< auf­
zustellen, merke ich immer wieder, daß ihr größter, häu­
figster Fehler in der ausschließlichen Konzentration auf
körperliche Eigenschaften besteht. »Ich stelle mir einen
Marilyn-Monroe-Typ vor, mit langen blonden Haaren,
großen Titten, einem süßen kleinen Baby-doll-Hintern,
langen braunen Beinen, sonnengebräunt, mit großen
blauen Augen, einem Schmollmund — und ganz wild
auf mich.« Sonst nichts. Eine Frau könnte eine überführ­
te Verbrecherin mit einem Intelligenzquotienten von sie­
benundsechzig sein, aber wenn sie wie Marilyn Monroe
aussieht, entspricht sie hundertprozentig dem >Partner­
schaftsplan< dieses Mannes.
Natürlich hat jeder ein Recht auf seine physischen Vor­
lieben. Vielleicht sind Sie einer von den Männern, die
nur sehr kleine Frauen, sportliche Frauen oder sehr gut
aussehende Frauen mögen. Wenn Ihnen das wirklich
wichtig ist, behalten Sie es in Ihrem >Partnerschaftsplan<.
Wenn Ihre körperlichen Vorlieben aber mit blonden Haa­
ren oder sogar mit großen Brüsten zu tun haben, sollten
Sie bedenken, daß beim heutigen Stand der Wissen­
schaft jede blond oder großbusig oder blauäugig sein
kann.
Im übrigen sind schöne Frauen sehr empfindlich dage­
gen, nur nach ihrem Aussehen beurteilt zu werden. Eine
schöne Frau merkt es, wenn ein Mann sich nur von ih­
rem Gesicht oder ihrer Figur angezogen fühlt und wenn
es ihm ganz gleich ist, was sie im Hirn oder in der Seele
hat.
Eine sehr schöne Schauspielerin sagte einmal zu mir:
»Es macht mich richtig wütend: Ich führe ein ernsthaftes
Gespräch mit einem Mann über ein Thema, das mir
wirklich wichtig ist. Und er starrt auf meinen Busen, so
daß ich genau weiß, er hat nicht ein Wort von dem ge­
hört, was ich gesagt habe. Das finde ich ziemlich beleidi­
gend.«
Auch andere, nicht ganz so attraktive Frauen sind sau­
er, wenn sie nur nach ihrem Aussehen beurteilt werden.
Eine Frau mit durchschnittlichem Aussehen sagte: »Ich
bemerke, daß Männer manchmal richtig durch mich hin­
durchschauen, als sei ich gar nicht vorhanden.«
Eine andere, nicht unattraktive Frau erklärte mir: »Ich
kann die Einstellung nicht leiden, daß eine Frau nur et­
was gilt, wenn sie schön ist. Wenn man eine Frau ist und
nicht aussieht wie Cher in der Fernsehwerbung, wird ei­
nem zu verstehen gegeben, daß man nichts wert ist. Und
ich hab die Kerle satt, die den Erfolg eines anderen da­
nach beurteilen, wie schön seine Frau ist. Ich kenne ein
paar wirklich schöne Frauen, die den ganzen Tag schla­
fen und aus den Männern alles herausholen, was sie nur
kriegen können.«
Wenn Sie Ihre Traumfrau beschreiben, denken Sie dar­
an, daß sie — ganz gleich, wie gut sie bei der Hochzeit
aussieht — irgendwann einmal alt wird. Ihr gutes Ausse­
hen läßt nach, und ihre Persönlichkeitsqualitäten werden
wichtiger denn je.
Vielleicht fragen Sie sich, wie es ein vitaler Mann fer­
tigbringen kann, seine Frau immer noch zu lieben, wenn
sie alt und runzlig wird und dem schönen Mädchen, das
er geheiratet hat, gar nicht mehr ähnlich sieht? Die Ant­
wort lautet: Wenn Sie eine Frau wirklich lieben und
wenn sie Sie auch liebt, werden Sie in ihr immer das
schöne Mädchen sehen können, das Sie geheiratet ha­
ben, und sie wird in Ihnen immer den gut aussehenden
jungen Mann sehen können, den sie geheiratet hat. Sie
werden sich in ihren Augen immer als der flotte junge
Mann widerspiegeln, ganz gleich, wie alt, grau, schrullig
und hinfällig Sie geworden sind — das ist eins der wah­
ren Geheimnisse beständiger Liebe.
Schrauben Sie also Ihre Ansprüche an körperliche
Schönheit herunter, und denken Sie intensiv darüber
nach, was an Ihrer Idealfrau sonst noch ein wirklich har­
monisches Zusammenleben sichern kann. Das ist indivi­
duell verschieden, aber die Forschung hat einen Hinweis
erbracht: Die meisten Menschen fühlen sich mit solchen
am wohlsten, die ihnen soziologisch gleichgestellt und
psychisch gegensätzlich sind, oder, anders ausgedrückt,
mit Leuten, die ihnen in Bildung und Herkunft gleichen.
Nicht unbedingt erforderlich ist dieselbe religiöse Über­
zeugung, aber wohl gleiche Lebenswerte und Maßstäbe.
Das heißt, wenn Sie eine höhere Schule besucht haben,
sollten Sie nach einer Partnerin Ausschau halten, die
auch auf der höheren Schule war. Der psychische Gegen­
satz bedeutet eine Frau, die Ihnen ein Gegengewicht bie­
tet — eine introvertierte, wenn Sie extrovertiert sind, ei­
ne Optimistin, wenn Sie Pessimist sind.

Warum fällt es mir leicht, eine Frau zu lieben, und


schwer, mit einer zusammenzuleben?
Je länger Sie Single waren, je länger Sie allein gelebt ha­
ben, je länger alles genau so abgelaufen ist, wie Sie es
wollten, desto schwerer werden Sie die Frau Ihrer Träu­
me finden, weil Sie in Ihren Gewohnheiten festgefahren
und wählerisch sind. Sie haben eine genaue Vorstellung
von dem, was Sie wollen und was Sie nicht wollen. Es
fällt Ihnen vielleicht sogar leichter, die Eigenschaften ei­
ner zukünftigen Partnerin aufzuzählen, die Sie nicht
wollen, als die, die Sie sich wünschen.
In Ihrem Plan sollte es tatsächlich auch eine kurze Liste
von Eigenschaften geben, die für Sie ein harmonisches
Zusammenleben absolut ausschließen. Hier ist das Bei­
spiel einer solchen Liste: »Keine Drogenkonsumentin,
keine Raucherin, keine Frau mit Kindern, keine Femini­
stin, keine Republikanerin.« Eine Liste der abgelehnten
Eigenschaften erspart Ihnen eine Menge Zeit und Mühe.
Wenn Sie Frauen kennenlernen, die anfangs attraktiv
sind, die aber eine der von Ihnen abgelehnten Eigen­
schaften haben, sind Sie vorgewarnt.
Wenn eine solche Frau dauernd in Ihrer Nähe ist, viel­
leicht als Mitarbeiterin oder Nachbarin, ist es schon
schwieriger, die Hände von ihr zu lassen, besonders,
wenn sie sexy ist und Sie anziehend findet. Sie können
freundlich zu ihr sein — aber absolut kein Flirt, nichts,
was einer Verabredung auch nur ähnlich sieht, und na­
türlich keine Herumbumserei! Denken Sie daran: Sie
könnten es versäumen, der Liebe Ihres Lebens zu begeg­
nen, weil Sie mit einer Frau einen Flirt haben, von der Sie
schon wissen, daß sie sicher die verkehrte ist.
Überprüfen und verfeinern Sie Ihren >Partnerschafts­
plan<, indem Sie ihn mit den Frauen vergleichen, mit de­
nen Sie ausgehen. Die Suchstrategie im nächsten Kapitel
wird Ihnen helfen, viele Frauen zu finden und kennenzu­
lernen, so daß Sie sich die aussuchen können, die für Sie
die richtige ist.
4______
Ihr Suchplan

Ein vierundsechzigjähriger Junggeselle sagte neulich in


einem Workshop: »Meine Mutter hat mir immer gesagt,
Gott würde mir die richtige Frau schicken. Sie sagte, ei­
nes Tages, wenn ich es am wenigsten erwartete, würde
das Mädchen meiner Träume auftauchen, und alles wür­
de perfekt funktionieren. Na ja, ich hab gewartet, und bis
jetzt ist sie nicht aufgetaucht. Was meinen Sie — was
mache ich verkehrt?«
Nachdem ich ihm erklärt hatte, daß Gott denen hilft,
die sich selber helfen, half ich ihm, einen Suchplan auf­
zustellen, so daß er eine Reihe von Frauen finden konnte,
die in Frage kamen und unter denen er wählen konnte.
Zuerst mußte er die Ammenmärchen hinter sich lassen.
Fast ebenso viele Männer warten darauf, daß ihnen
Aschenputtels Schuh vor die Füße fällt, wie >Prinzessin­
nen< auf den Märchenprinzen warten. Rapunzel wird
wahrscheinlich nicht vom nächsten Firmenhochhaus ihr
Haar für Sie herunterlassen. Wenn Sie sich eine Prinzes­
sin wünschen, müssen Sie zuerst selber ein Prinz sein.
Selbst wenn Sie ein Prinz sind, wird Ihre heutige Prin­
zessin kaum einen Schuh zurücklassen, damit Sie sie fin­
den können. Sie befindet sich mit größerer Wahrschein­
lichkeit auf dem Tennisplatz und trägt >Reeboks<, die
man kaum verliert, oder sie kauft ihre modischen Pumps
im italienischen Nobelladen.
Damit Ihr Suchplan funktioniert, müssen Sie sich der
Suche wirklich hingeben. Seien Sie bereit, Zeit, Geld und
Energie aufzuwenden und eine Menge Frauen kennen-
zulernen. Es gibt da draußen gute Frauen, aber die guten
Frauen (wie die guten Jobs) bleiben den Männern vorbe­
halten, die sich wirklich Mühe geben.

Die Hingabe an die ernsthafte Suche


Die Suche nach einer Frau, mit der Sie Ihr weiteres Leben
verbringen wollen, sollte eine bewußte, organisierte Un­
ternehmung mit hoher Priorität sein. Ihren Computer
oder Ihr Auto können Sie alle paar Jahre in Zahlung ge­
ben, aber nicht Ihre Partnerin. Wir sprechen hier von ei­
ner Partnerin fürs Leben. Dies ist keine beiläufige Unter­
nehmung. Nach der Sorge für Ihr eigenes Wohl und der
Erledigung Ihrer Arbeit sollte diese Suche das Wichtigste
in Ihrem Leben sein.
Sollten Sie feststellen, daß Ihnen Tennis, Fußball oder
Kartenspielen wichtiger ist als die Suche nach der richti­
gen Frau, sind Sie vielleicht noch nicht bereit, sich auf ei­
ne Bindung fürs Leben einzulassen. Falls Sie bereit sind,
stellen Sie Ihre Suche an die Spitze Ihrer Prioritätenliste.
Wenn Sie sich ernsthaft für das Eheleben entscheiden
wollen, beschließen Sie, nicht mehr jeder Fremden nach­
zulaufen, die gut aussieht. Dies soll das Jahr sein, in dem
Sie eine fabelhafte Frau heiraten. Sagen Sie sich vor, daß
Sie wissen, es gibt sie dort draußen, sie wartet nur dar­
auf, Ihnen zu begegnen, und daß Sie sie suchen werden,
als wäre sie ein Millionengewinn im Lotto, denn eine gu­
te Lebenspartnerin ist noch viel mehr wert.
Wenden Sie für Ihre Suche ebenso viel Zeit auf wie für
jede andere wirklich ernsthafte Unternehmung, dann ist
Ihnen der Erfolg sicher. Ohne wirkliche Hingabe werden
Sie in hoffnungsvoller Passivität versinken und von der
Prinzessin träumen, die von der Vorsehung auf Ihre
Schwelle geweht wird, oder von dem Traummädchen,
das Sie über ein goldenes Kornfeld hinweg entdecken
(worauf Sie einander in die Arme laufen wie im Werbe-
fernsehen). Nicht nur den gutaussehenden oder reichen
Männern gelingt es, die Frauen zu finden, die sie sich
wünschen, sondern auch denen, die sich der Suche wirk­
lich widmen, denen, die sich wirklich anstrengen und auf
organisierte, geregelte Weise suchen.
Die Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit, mit der Sie Ih­
re Aufgabe anpacken, wird auch von den Frauen be­
merkt, mit denen Sie zusammenkommen. Sie bilden sich
ein Urteil darüber, wie ernst Sie es meinen, wie reell Sie
sind oder ob Sie nur herumspielen möchten. Eine Frau,
die bereit ist, eine Familie zu gründen, neigt natürlich
eher zu einem Mann, der wirklich auf der Suche nach ei­
ner Partnerin ist. Das ist ein Teil der natürlichen Arter­
haltung.
Versuchen Sie nicht, cool zu sein, indem Sie keinen
Wert auf eine feste Bindung legen. Sie bekommen es nur
mit Frauen zu tun, die herumspielen wollen, und wäh­
rend Sie mit dem Herumspielen beschäftigt sind, geht Ihr
Traummädchen vielleicht an Ihnen vorbei. Jeder kann ei­
ne Frau finden, in die er sich für ein Wochenende ver­
liebt, aber wir reden hier von einer Partnerschaft fürs Le­
ben.

Das Auslöschen seelischer Blockierungen, die


Sie davon abhalten, Liebe zu finden
Meine Seminare für Männer und Frauen beginne ich oft
mit einer Übung, bei der ich die Teilnehmer auffordere,
die Augen zu schließen und sich einer Fantasie hinzuge­
ben, auch wenn sie sich dabei nicht wohl fühlen. Dann
gebe ich ihnen die Aufgabe, sich vorzustellen, sie wären
auf ihrer eigenen Hochzeit. Um das ganze so real wie
möglich zu machen, bitte ich sie, sich auszumalen, wo
die Hochzeit stattfindet, welche Angehörigen dabei sind,
wer zur Hochzeitsgesellschaft gehört, was sie anhaben.
Sie sollen sich vorstellen, sie hören den Hochzeits-
marsch. Die Männer sehen dann im Geist, wie ihre Braut
am Arm des Vaters durch den Mittelgang hereinkommt.
Wenn sie ihr den Ring anstecken, hören sie sich selber
versprechen, die Braut für immer zu lieben, zu ehren und
zu achten.
In jeder Gruppe gibt es immer mindestens drei Leute,
die sich so unbehaglich fühlen, daß sie die Augen sofort
wieder aufmachen, weil sie gar nicht erst anfangen kön­
nen. Dann gibt es ein paar andere, die entweder in un­
kontrolliertes Gelächter ausbrechen oder entsetzt auf­
schreien über das, was sie im Geist vor sich sehen —
Heirat und lebenslange Bindung.
Wenn Sie durch eine böse Erfahrung allergisch gegen
die Ehe geworden sind, wenn Sie sich vor dem Scheitern
furchten, oder wenn Sie sich aus irgendeinem Grund
nicht vorstellen können, eine Ehe durchzustehen, geht es
Ihnen nicht anders als vielen Männern und Frauen, die
ich kennenlerne. Heilung ist möglich durch Bejahung.
Welche Gründe Sie unbewußt auch gehabt haben mö­
gen, Liebe oder feste Bindung zu vermeiden, die tägliche
Wiederholung von positiven Aussagen über die Liebe
wird dazu beitragen, die alte Programmierung zu
löschen, die Sie vielleicht daran hindert. Hier ist ein Bei­
spiel für positive Allzweck-Aussagen über die Liebe:

Ich, (Ihr Name) ______________, liebe und


bin liebenswert.
Ich, (Ihr Name) ______________, verdiene
eine großartige Frau.
Ich, (Ihr Name) ______________, bin bereit
zu einer dauerhaften, verpflichtenden Beziehung.
Ich, (Ihr Name) ______________, bin bereit,
zu lieben und glücklich zu sein.

Die positiven Aussagen sollten einfach sein, so daß man


sie leicht aussprechen und behalten kann. Sie müßten
mit der Gegenwart zu tun haben und Ihren Namen oder
das persönliche Fürwort >ich< beinhalten oder auch bei­
de.
Am besten ist es, wenn Sie Ihre Bejahung laut ausspre­
chen, aber es funktioniert auch, wenn Sie sie nur sich sel­
ber sagen. Am wichtigsten sind Konsequenz und Wie­
derholung. Jeden Tag zu einer bestimmten Tageszeit,
vielleicht beim Joggen oder bei der Morgengymnastik,
oder während Sie von der U-Bahn zum Büro gehen, soll­
ten Sie sich Ihre Bejahung immer wieder rhythmisch
wiederholen, wie einen Refrain, bis sie Teil Ihres Unter­
bewußtseins wird.
Mit Ihrem >Partnerschaftsplan< in der Hand und Ihrer
neuen positiven Einstellung sind Sie so weit, das Mäd­
chen Ihrer Träume zu finden. '

Eine Menge Frauen


Ihr >Partnerschaftsplan< gibt Ihnen eine klare Vorstellung
von der >Richtigen<, aber das bedeutet nicht, daß sie
gleich die erste Frau ist, der Sie begegnen.
Überprüfen Sie am Anfang Ihren >Partnerschaftsplan<
anhand all der Frauen, die wenigstens einen Teil Ihrer
Ansprüche zu erfüllen scheinen. Gehen Sie nicht mit al­
len extravagant oder teuer zum Essen/ins Kino/zum
Tanzen. Es ist keine gute Idee, beim ersten Rendezvous
zuviel Geld auszugeben. Die Frau bekommt nur eine fal­
sche Vorstellung von Ihnen und macht sich unrealistische
Hoffnungen; wenn Sie viel Geld ausgeben, machen Sie
es ihr vielleicht auch schwer, sich zu revanchieren. Ein
erstes Rendezvous in bescheidenem Rahmen ist eine gu­
te Methode, herauszufinden, ob einer Frau etwas an Ih­
nen liegt oder nur daran, wohin Sie mit ihr gehen und
was Sie ihr kaufen können. Versuchen Sie zunächst, jede
neue Frau so gut kennenzulernen, daß Sie entscheiden
können, ob sie einigen wichtigen Anforderungen Ihres
>Partnerschaftsplans< entspricht. Wenn das der Fall ist,
gehen Sie mindestens einmal mit ihr aus.
Es hebt Ihr Selbstbewußtsein, wenn Sie sich mit meh­
reren Frauen verabreden. Sie können so auch Ihren >Part­
nerschaftsplan< ausfeilen. Indem Sie verschiedene
Frauen miteinander vergleichen, lernen Sie auch besser
unterscheiden, was Sie sich in einer Beziehung wün­
schen und was Sie brauchen.
Wenn Sie die in diesem Buch dargestellten >Manpo­
wer-Techniken< praktizieren, werden Sie bei mehreren
Frauen Erfolg haben. Dann sind Sie in der Lage, sich die
Frau auszusuchen, die Sie haben wollen, anstatt diejeni­
ge zu nehmen, die zufällig >ja< sagt. Falls Sie mehr als ei­
ne Frau haben, werden Sie, wenigstens ins den ersten
Stadien der Verabredungen, allen Frauen begehrenswer­
ter erscheinen. Niemand will in einem Restaurant essen,
vor dem keine Autos parken, und keine Frau will einen
Mann, den keine andere haben will.

Die Frau finden, die Sie haben wollen

»Wie kriege ich denn nun all diese Frauen?« fragen Sie.
Indem Sie die alten Einschränkungen vergessen, die Sie
zurückgehalten haben. Vergessen Sie den stolzen Grund­
satz: »Ich würde mir nicht von jemandem eine Freundin
besorgen lassen.« Oder: »Ich würde nie eine Partnerver­
mittlung in Anspruch nehmen.« Oder: »Ich würde nie
mit einer ausgehen, die ich bei der Arbeit kennengelernt
habe.«
Wenn Sie eine neue Arbeitsstelle suchen, sagen Sie
auch nicht: »Ich werde keine Arbeitsvermittlung akzep­
tieren.« Oder: »Ich will meine Freunde nicht wissen las­
sen, daß ich Arbeit suche.« Oder: »Ich werde keinen Zei­
tungsanzeigen nachlaufen.« Da Sie wissen, daß ein neu­
er Job nicht vom Himmel fällt, würden Sie alle verfügba-
ren Mittel einsetzen, um sich so viele Aussichten wie
möglich zu verschaffen.
Die Suche nach Ihrer Wunschfrau umfaßt drei Katego­
rien:
1. Das offene Suchen, wozu auch die Hilfe von Freunden
gehört, ebenso das Offensein für Zufallsbegegnungen.
2. Die Suche im großen Stil, ein professioneller Weg zur
Begegnung mit vielen Frauen.
3. Primäre Suchtätigkeit, die Sie automatisch mit der Art
von Frauen in Kontakt bringt, die Sie kennenlernen
wollen.

Wenn Sie diese Suchkategorien kombinieren, haben Sie


eine erprobte Strategie zur Verfügung, um sich einen stän­
dig fließenden Nachschub an neuen und interessanten
Frauen zu verschaffen. Es geht darum, daß Sie nicht von
einer oder auch nur zweien dieser Kategorien abhängig
sind. Es bleibt Ihnen überlassen, sich bei jeder dieser Kate­
gorien eine spezifische Art auszusuchen, Frauen kennen­
zulernen. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, füh­
re ich nun viele häufig verwendete Methoden an, nach
Suchkategorien geordnet.

Das offene Suchen


zu
Offenes Suchen heißt mehr, als einfach nur offen
sein für Zufallsbegegnungen. Um Gelegenheiten zu nut­
zen, Frauen kennenzulernen, müssen Sie gut vorbereitet
sein, und Sie müssen die Initiative ergreifen.
Im folgenden werden einige Arten des offenen Su­
chens beschrieben. Versuchen Sie, so viele davon zu be­
nützen, wie Sie können.
DIE ZUFALLSBEKANNTSCHAFT

Diese Begegnung findet im Film statt, wenn sie ihm rück­


wärts mit ihrem Jeep in seinen Porsche fährt. Oder sie
bleiben miteinander im Skilift stecken. Oder ihre Ein­
kaufswagen verhaken sich im Supermarkt.
Sie können wirklich überall Frauen kennenlernen, und
brauchen nicht einmal eine Beule an Ihrem Porsche in
Kauf zu nehmen. Buchhandlungen sind großartige Stät­
ten, um sich zu begegnen und ins Gespräch zu kommen.
Warenhäuser sind voll von Frauen. Es ist auch nichts ge­
gen Ihren Supermarkt zu sagen, selbst wenn sich die
Einkaufswagen nicht verhaken. Alle Alleinstehenden ge­
hen einkaufen. Die >Richtige< könnte die Dame sein, die
bei Rot an der Ampel neben Ihnen oder in der Schlange
vor Ihnen steht, während Sie am Bankschalter warten.
Welche Situation es auch sein mag, seien Sie immer
freundlich und offen für Begegnungen. Ihre eigene Ver­
sion der >Knalleffekt-Begegnung< Hollywoods ist das of­
fene Suchen, so offen und unvorhersehbar es nur sein
kann. Geben Sie den Versuch nie auf, aber versprechen
Sie sich nichts von den Ergebnissen.

BEI DER ARBEIT

Falls Sie in der Firma Macht oder Einfluß haben, fühlen


sich ledige Frauen im Büro natürlich von Ihnen angezo­
gen. Die Wirkung Ihrer italienischen Aktentasche, Ihrer
Gucci-Schuhe, Ihres BMW und Ihrer >guten< Adresse
macht natürlich auf die Frau Eindruck, die in der An­
waltskanzlei arbeitet, wo Sie einer der Partner sind. An­
dererseits wollen Sie ja nicht, daß sie nur deswegen ein
Auge auf Sie wirft, weil Sie reich und mächtig sind.
Es ist nicht verkehrt, im Büro für die wahre Liebe auf­
geschlossen zu sein, aber übersehen Sie nicht die Gefah­
ren. Eine Büro-Umwelt ist übervoll von Berechnung und
geheimen Plänen. Vielleicht sind Sie ganz sicher, daß die
neue Verkaufsleiterin verrückt nach Ihnen ist, handeln sich
aber eine Anklage wegen sexueller Belästigung ein. Oder
eine heiße Liebesaffäre könnte plötzlich in einer emotio­
nalen Szene in der Eingangshalle explodieren. Sie könn­
ten Ihre Stellung los sein — und das Mädchen auch.
Eine ungefährlichere Art, die weibliche Belegschaft ei­
ner großen Firma anzuzapfen, besteht darin, sich an Frei­
zeitunternehmungen der Firmenangehörigen zu beteili­
gen, wie zum Beispiel einem Skiklub beizutreten. Sie ler­
nen Frauen kennen, die nicht Ihre Untergebenen sind, ja,
nicht einmal Ihrer Abteilung angehören — was wichtig
ist. Die Firma toleriert Liebesbeziehungen leichter, wenn
sie auf eine Freizeit-Unternehmung zurückgehen.
Ein Wort an die Klugen: Hoffen Sie nicht, eine Bezie­
hung geheimhalten zu können. Wenn Sie mit jemandem
aus der Firma anbandeln, kommen Sie dem Karussell der
Gerüchte zuvor, indem Sie Ihrem Chef mitteilen, daß Sie
>ernste Absichten< haben.

LOKALE FÜR SINGLES

Gewiß gibt es am Freitagabend eine Menge Frauen, die


allein ausgehen, aber die meisten wollen sich nur amü­
sieren. Eine Frau hockt sich nicht in eine Bar, um ihren
Traummann kennenzulernen. Sie geht in eine Bar, um zu
flirten, um zu sehen, wen sie auf sich aufmerksam ma­
chen kann, vielleicht sogar, um jemanden mit nach Hau­
se zu nehmen, um einen einsamen Abend auszufüllen,
aber sie will ihn nicht behalten.
In Bars für Singles geht es nur um beiläufigen Sex.
Darum waren sie früher mal amüsant, und darum sind
sie es heute nicht mehr. Vergeuden Sie dort nicht Ihre
Zeit, es sei denn, keine der anderen hier angeführten
Möglichkeiten stünde Ihnen zur Verfügung.
FITNESS-ZENTREN

Die meisten Frauen suchen keinen Arnold Schwarzeneg­


ger, aber fast alle wissen einen Mann zu schätzen, der
sich fit hält. Außerdem tut Ihnen das Körpertraining gut.
Heutzutage findet man alle Arten von Frauen in ver­
schwitzter Sportkleidung. Sie werden einige derselben
aufstiegsgeilen Typen vorfinden, die früher die Bars für
Singles bevölkert haben, aber vielleicht finden Sie auch
die besondere Klassefrau, die Sie in Ihrem >Partner­
schaftsplan< skizziert haben. Seien Sie offen für eine Zu­
fallsbegegnung am Fahrradtrainer. Die meisten Fitneß­
klubs haben eine Saftbar, die Ihnen Gelegenheit zu ei­
nem kleinen Schwatz gibt — der gewöhnlich bei jeder
Frau der beste erste Schritt ist.

KIRCHEN

In vielen Kirchengemeinden gibt es Veranstaltungen für


Alleinstehende. Wenn Sie schon einer Gemeinde ange­
hören, machen Sie mit. Wenn nicht, ist es wahrscheinlich
falsch, sich religiös zu geben, nur um eine Frau kennen­
zulernen.
In Kirchengemeinden gibt es wenig Geheimnisse, und
jeder weiß alles vom anderen. Wenn Sie also in der Kir­
che eine Frau sehen, die Sie gern kennenlernen möchten,
ist es leicht, sich ihr vorzustellen oder sich vorstellen zu
lassen. Wenn Sie einander sympathisch sind, haben Sie
für Ihre Beziehung von vornherein eine unterstützende
Gruppe.

VERMITTLUNG DURCH FREUNDE

Dies ist wahrscheinlich die allerbeste Möglichkeit, eine


Frau kennenzulernen, die zu Ihnen paßt. Sie haben
schon einen gemeinsamen Bekanntenkreis,und Ihre
Wertvorstellungen sind wahrscheinlich ähnlich.
Das Problem mit dem >Tip von Freunden< liegt darin,
daß Sie auf Leute angewiesen sind, die nicht viel Zeit ha­
ben und noch nichts von Ihrer Brautschau gemerkt ha­
ben. Ergreifen Sie die Initiative.
Es gibt keinen Grund zur Verlegenheit, wenn Sie Ihre
Freunde bitten, Ihnen bei der Partner suche zu helfen.
Gehen Sie Ihr Adreßbuch durch, und rufen Sie alle Leute
an, die Sie kennen. Sagen Sie ihnen gleich zu Anfang des
Gesprächs, daß Sie Ihr Leben ändern wollen, daß Sie
ernst vorhaben, mit der richtigen Frau eine Familie zu
gründen. Sagen Sie ihnen, Sie hätten zum Herumspielen
keine Lust mehr. Wenn es sein muß, erwecken Sie den
Eindruck, Sie hätten alles Einschlägige ausprobiert. So
bekommen Sie nicht das Gefühl, Sie gäben zu, keine
Frau wolle mit Ihnen ausgehen.
Menschen, die Sie gut kennen, können Ihnen am ehe­
sten jemanden empfehlen. Versuchen Sie, offen für eine
Begegnung mit fast allen Frauen zu sein. Seien Sie flexi­
bel, nicht pedantisch und wählerisch; sagen Sie nicht:
»Ich verabrede mich nur mit Mädchen, die für das Dop­
pelblatt im Playboy in Frage kommen.« Oder: »Meine
letzte Freundin war ein Starmannequin, eine Hobbykö­
chin von hohen Graden, eine bekannte Tennisspielerin,
die abends Informatik studierte.« Wenn Ihre Freunde Sie
fragen, was für eine Frau Sie suchen, sagen Sie ihnen:
»Einfach eine, von der ihr meint, daß sie mir gefällt.«

Die Suche im großen Stil


Ihnen liegt wahrscheinlich wenig daran, in einer Bar für
Singles herumzuhocken und zu warten, bis die Traum­
frau hereinkommt, und auf Zufallsbegegnungen können
Sie sich nicht verlassen. Durch Empfehlungen von
Freunden können zwar ein paar tolle Verabredungen zu-
Stande kommen, aber nicht so zahlreich, wie Sie sie brau­
chen. Um an die große Zahl heranzukommen, bedienen
Sie sich der Zeitungsanzeigen und der Bekanntschafts­
agenturen.
In fast jeder größeren Stadt gibt es Bekanntschaftsver­
mittlungen. Sie sind für vielbeschäftigte Leute oft die
beste Möglichkeit, sich kennenzulernen. Wenn Sie das
Vorurteil haben, solche Agenturen wären nur eine Art
Fleischmarkt, werden Sie es erstaunlich finden, wie diffe­
renziert manche heute schon sind, und Sie werden von
der Qualität der Leute, die Sie kennenlernen, angenehm
überrascht sein. Sie können sich tatsächlich auf dem Pa­
pier oder auf der Videokassette Frauen ins Haus liefern
lassen, ohne daß jemand etwas davon merkt. Denken Sie
daran: Sie können nicht auswählen, ohne zu wissen, was
vorhanden ist.
Wenn Sie in einem besonders begehrten Alter sind (in
den USA wurden in den Kriegsjahren von 1941 bis 1945
kaum Männer geboren, also sind Männer dieser Jahrgän­
ge besonders gesucht), probieren Sie es unter allen Um­
ständen mit den Zeitungsanzeigen und den Vermitt­
lungsagenturen. Sie werden von Angeboten über­
schwemmt werden. Wenn Sie zu den Überschuß-Män­
nern unter Dreißig gehören, werden Sie vielleicht Ver­
mittlungsdienste in Anspruch nehmen müssen, um auch
nur genug Frauen zu finden, unter denen Sie wählen
können.
Ganz gleich, welche Vorbehalte Sie gegenüber den fol­
genden Arten haben, Frauen kennenzulernen, nehmen
Sie auf alle Fälle eine dieser Möglichkeiten in Ihre allge­
meine Suchplan-Strategie auf. Probieren Sie's aus, viel­
leicht gefällt's Ihnen.
HEIRATSANZEIGEN

Heiratsanzeigen sind eine Möglichkeit, auf dem Papier


Ihre besten Eigenschaften herauszustellen und alles übri­
ge zu verstecken. Und genau das sollte Ihre Anzeige auch
tun. Sie würden schließlich einer Stellensuchenden in Ih­
rer Anzeige auch nichts von der langen Arbeitszeit er­
zählen, wenn Sie eine Hilfe suchen. Warum sollten Sie
also etwas über Ihre negativen Eigenschaften schreiben?
Inserieren Sie immer in einer Zeitschrift/Zeitung der
Art, die Ihre Wunschfrau lesen würde. Je länger Ihre An­
zeige ist, je offener Sie Ihre Erwartungen aussprechen
und je mehr Sie über das sagen, was Sie einer Frau zu
bieten haben, desto mehr Antworten werden Sie bekom­
men. Ich kenne einen Mann, der in seiner Anzeige
schrieb, er sei ein romantischer grauhaariger Fuchs, der
immer Blumen kaufe und den Damen die Tür aufmache.
Er wurde mit Antworten überschwemmt.
Nehmen Sie sich vor, sofort zu reagieren, wenn Sie ei­
nen Brief bekommen, der Ihnen gefällt. Schicken Sie ein
Foto, nehmen Sie Kontakt auf. Wenn Sie Ihnen geschrie­
ben hat, mag sie auch auf andere Anzeigen reagiert ha­
ben.
Das Problem bei Anzeigen ist, daß man nie wirklich
weiß, wie der andere ist. Die Menschen lügen und schik­
ken alte Fotos. Das erste Treffen kann ein Schock sein, al­
so machen Sie es kurz und informell.

KLUBS ZUM KENNENLERNEN

Solche Klubs gibt es in fast jeder Großstadt. In manchen


veranstaltet man Parties und läßt die Heiratswilligen ein­
fach aufeinander los. Bei anderen bekommt man jeden
Monat Informationen über eine bestimmte Anzahl von
Anwärterinnen, die per Computer ausgewählt worden
sind, bis man seine Traumfrau gefunden hat.
Wenn Sie in einen Klub zum Kennenlernen eintreten,
suchen Sie sich den teuersten aus, den Sie sich leisten
können. Auf diese Weise wissen Sie wenigstens, daß es
den Frauen, die Sie kennenlernen, ernst genug war, um
das viele Geld auszugeben. Sie werden Sie auch mehr
schätzen, wenn sie Ihnen an einem teuren Ort begegnen.
Andererseits beschränken Sie sich damit automatisch auf
die Frauen, die es sich leisten können, in einen solchen
Klub zu gehen.
Es genügt nicht, sich nur in den Klub aufnehmen zu
lassen. Sie müssen etwas dafür tun; Sie müssen die Per­
sönlichkeitsprofile der Mitglieder durchlesen, die Ihnen
zugeschickt werden, und Sie dürfen nicht zu blasiert
werden, weil so viele Frauen zur Verfügung stehen; Sie
dürfen nicht das Interesse verlieren, wenn Sie hinterein­
ander drei Frauen kennenlernen, die Sie abscheulich
finden.

DAS KENNENLERNEN PER VIDEOKASSETTE

Wenn Sie keine Zeit zu verlieren haben, probieren Sie ei­


nen der modernen Klubs aus, die sich der Video-Technik
bedienen. Manche schicken Ihnen jeden Monat Video­
kassetten von neuen Frauen — ohne daß Sie sich jemals
einer Videoaufnahme unterziehen müssen. In andere
Klubs werden Sie nur aufgenommen, wenn Sie einen Vi­
deofilm von sich machen lassen. Fast alle gestatten Ihnen
den Beitritt, ohne daß Sie den anderen Klubmitgliedern
offenbaren müssen, wer Sie sind.
Der Vorteil besteht hier darin, daß Sie sich nie eine
persönliche Abfuhr zu holen brauchen. Ihr hat also die
Videoaufnahme von Ihnen nicht gefallen? Was soll's?
Wenigstens haben Sie sie nicht anschauen müssen, wäh­
rend sie nein gesagt hat.
Primäre Suchtätigkeit
Da Sie mit Ihrer primären Suchtätigkeit den größten Teil
Ihrer für die Suche eingeplanten Zeit zubringen werden,
sollte sie Ihnen Bildung oder Vergnügen bringen. Zusätz­
lich zu spontanen Verabredungen sollten Sie sich fest
vornehmen, an fortlaufenden Aktivitäten teilzunehmen,
die Ihnen Spaß machen und an denen Frauen von der
Art beteiligt sind, die Sie kennenlernen möchten.
Sehen Sie Ihren >Partnerschaftsplan< noch einmal
durch, und denken Sie nach, bei welchen Vereinen oder
Betätigungen Ihre Idealfrau wohl mitmachen würde. Für
einige davon sollten Sie sich auch interessieren, und die
müßten Ihre erste Wahl für eine primäre Suchtätigkeit
sein. Sie werden mit dieser Tätigkeit einen Großteil Ihrer
Freizeit verbringen, also suchen Sie sich etwas aus, das
Ihnen wirklich Freude macht und Sie interessiert. Sie
würden zum Beispiel im Alpenverein sicher interessante
Frauen kennenlernen, aber wenn Sie gegen den Bergtou­
rismus sind oder wenn Sie einfach nicht gern im Freien
sind, suchen Sie sich einen anderen Verein, dem Sie bei­
treten können.
Sie müssen sich etwas aussuchen, wo immer eine
Menge Frauen zu finden sind. Und ich meine keinen
Fanklub. Suchen Sie sich eine Betätigung, bei der mehr
Frauen als Männer mitmachen — die Art von Frauen, die
Ihrem >Partnerschaftsplan< entspricht.

BERUFSORIENTIERTE VEREINIGUNGEN

In den meisten Bereichen gibt es auf Frauen ausgerichte­


te Vereinigungen, die auch Männer aufnehmen; Sie wer­
den dort viele attraktive, interessante weibliche Mitglie­
der finden. Bieten Sie Ihre Mithilfe an, und stellen Sie Ih­
re Zeit zur Verfügung.
BILDUNG - FORTBILDUNG

Die meisten Universitäten und Volkshochschulen bieten


Abendkurse an; schauen Sie sich die Vorlesungsverzeich­
nisse an, vielleicht finden Sie etwas, das Sie interessiert.
Wenn Sie in einem Bereich besonders viel Erfahrung
oder Fachkenntnisse haben, überlegen Sie, ob Sie nicht
eine Lehrtätigkeit ausüben sollten. Sie würden einen
ständigen Strom neuer Frauen kennenlernen, und alle
Augen wären auf Sie gerichtet, so daß eine perfekte >Po- ,
diumswirkung< entstünde.

VEREINE, GESELLSCHAFTEN UND MUSEEN

In politischen Parteien und Bürgerinitiativen finden Sie


eine Menge Frauen. Wenn Sie Kinder haben, stellen Sie
fest, ob es bei Ihnen eine Vereinigung alleinerziehender
Eltern gibt. Rufen Sie bei einem Museum in Ihrer Nähe
an und fragen Sie, was für Vereine ihm angeschlossen
sind. Wenn Sie schon immer Ihre freie Rede verbessern
wollten, besuchen Sie einen Rhetorikkus. Andere Unter­
nehmungen mit einem hohen Frauenanteil sind Ferien
auf Kreuzfahrtschiffen, Feinschmecker-Kochkurse, Semi­
nare für Selbstverwirklichung und Sportkurse für Anfän­
ger.

Was sagen Sie? Die Annäherung


Leiden Sie Qualen, wenn Sie sich einer fremden Frau
zum ersten Mal nähern? Den meisten Männern geht es
so. Der Schlüssel zum Selbstvertrauen beim ersten Zu­
sammentreffen mit einer Frau liegt darin, daß Sie sich
klarmachen: Sie fühlt sich auch unbehaglich, selbst
wenn sie sehr selbstsicher aussieht und handelt.
Wie Sie sich einer Frau nähern, hängt weitgehend von
den nonverbalen Signalen ab, die ausgetauscht werden.
Die beste erste Reaktion bei der Begegnung mit einer
Frau, die Sie interessiert, ist ein freundliches Lächeln. Als
Einladung kommt von den meisten Frauen_nicht mehr
als ein flüchtiges Lächeln. Manchmal ist ein_Blick, der et-_
was länger ist als nötig, Ihr einziger _Hinweis,_daß sie
nicht uninteressiert ist. Es liegt an Ihnen, etwas daraus
zu machen.
Ganz gleich, wer mit dem Augenkontakt und mit dem
Lächeln anfängt — bei der Zufallsbegegnung ist es wich­
tig, daß Sie sofort reagieren, sonst ist die Gelegenheit
vielleicht für immer versäumt. Selbst wenn Sie in einer
Gruppe sind, die mehrere Stunden zusammenbleibt, rea­
gieren Sie am besten gleich. Die meisten Frauen flirten^
oder lächeln nicht weiter, weil sie Angst haben, abge­
lehnt zu werden Wenn Sie sofort_reagieren, wirken Sie
spontan (auch wenn Sie es nicht sind). Tun Sie es nicht,
wird sie Sie als uninteressiert und/oder als Dummkopf
abschreiben.
Wenn man vorbereitet ist, kann man leichter sofort
reagieren. Wenn Sie so sind wie die meisten von uns,
können Sie sich nicht darauf verlassen, ohne Überlegung
originell zu sein. Aber Sie wollen ja nicht nur steif daste­
hen, während Sie überlegen, was Sie tun sollen, oder
lahm etwas murmeln wie: »Ehern, könnten Sie mir sa­
gen, wie spät es ist?« Sie sollten sich eine Standardfrage
oder einen Satz ausdenken, der jeweils zu dem Rahmen
paßt, in dem Sie sich befinden — etwas anderes als:
»Kennen wir uns nicht?« Denken Sie sich etwas Derarti­
ges aus, bevor Sie die Dame entdecken. Haben Sie's auf
der Pfanne. Hier ein paar Beispiele.
Wenn Sie gerade Lebensmittel einkaufen und eine
Frau sehen, die Sie anziehend finden, lächeln Sie sie an.
Wenn sie Ihr Lächeln erwidert, stellen Sie ihr eine Frage,
die mit dem Einkaufen zu tun hat, zum Beispiel: »Kön­
nen Sie mir helfen — tut man Basilikum oder Estragon
an die Artischocken, bevor man sie kocht?« Denken Sie
vor der ersten Frage darüber nach. Sie wollen ja nicht,
daß sie einfach >Basilikum< sagt und dann weggeht. Sie
müssen auch noch ein paar weitere Sätze bereit haben,
etwa: «Ich weiß eigentlich gar nicht, wie lange man die
verdammten Dinger kochen muß. Was meinen Sie?«
Wenn sie die Antworten weiß, könnten Sie sagen: »Ich
würde gern noch mehr über die feine Küche lernen. Ich
heiße Peter Stein und wohne nicht weit von hier. Könn­
ten wir nicht mal zusammen Kaffee trinken?« Wenn sie
die Antworten nicht weiß, setzen Sie das Gespräch an­
ders fort.
Wenn beim Autofahren eine attraktive Frau Ihr Lä­
cheln erwidert, drehen Sie an der nächsten roten Ampel
Ihr Fenster herunter, und sprechen Sie sie an. Vergeuden
Sie keine kostbaren Sekunden mit dem Nachdenken über
etwas, das mit dem Auto oder dem Verkehr zu tun hat,
um eine Einleitung zu haben. Benützen Sie einfach einen
Standardsatz wie: »Hey, ich würde gern anhalten und
mit Ihnen reden, aber ich komme schon zu spät zu einem
Termin. Darf ich Sie anrufen, damit wir zusammen Kaf­
fee trinken können?« (Legen Sie sich etwas zum Schrei­
ben zurecht, bevor Sie an die Ampel kommen.)
Wenn Sie auf einer Party sind und eine Frau sehen, die
Sie kennenlernen möchten, sehen Sie zu, ob Sie ihren
Blick auf sich lenken können. Wenn Ihre Blicke sich kreu­
zen, lächeln Sie gewinnend. Wenn sie zurücklächelt,
brauchen Sie keine originelle Anmache. Gehen Sie ein­
fach hin, und stellen Sie sich vor: »Hallo, ich bin Max
Müller. Sind Sie mit jemandem hier?«
Wenn allerdings eine Frau_auf der Party intensiven Au­
genkontakt mit Ihnen gesucht hat, ist die Lage anders.
Sie will Sie offensichtlich kennenlernen, also können Sie
viel rascher zur Sache kommen. »Wo haben Sie so toll
flirten gelernt?« ist eine spaßhafte Einleitung, die Sie
gleich auf ein spielerisches Gleis bringt.
Frauen und Situationen in der Großstadt sind eine
harte Nuß. Wenn Ihnen plötzlich eine Frau den Kopf ver-
dreht, die in New York die Fifth Avenue entlanghetzt,
kenne ich keine elegante Art, sich ihr zu nähern, ohne
daß sie denkt, es handle sich um einen raffinierten Raub­
überfall. Sie können aber durchaus einen Versuch ma­
chen, wenn Sie in einem Warenhaus sind. Vergewissern
Sie sich, daß sie Ihr Lächeln erwidert (und seien Sie be­
reit, irgendwas Hübsches zu kaufen — für die Schwester,
die Nichte oder die Tochter), dann sagen Sie einfach:
»Entschuldigen Sie, ich suche (einen Pullover, eine
Handtasche, was auch immer) für meine Nichte, und ich
bin einfach überfordert. Was würde einer Zwölfjährigen
gefallen? Ich fürchte, diese Verkäuferin würde mir alles
mögliche andrehen.«
Wenn Ihre Großstadtfrau auf ein Taxi wartet, bieten
Sie ihr an, das Taxi mit ihr zu teilen. Wenn sie auf einen
Tisch wartet, bieten Sie ihr an, einen Tisch mit ihr zu tei­
len (auch wenn sie mit einer Freundin zusammen ist).
Wenn sie das Angebot ablehnt, Sie aber strahlend anlä­
chelt, machen Sie sich den Augenblick zunutze. »Ich ar­
beite nebenan. Mein Name ist Willi Weiß.« Strecken Sie
die Hand aus. »Wie heißen Sie?« Schauen Sie nicht zur
Seite. Sehen Sie ihr direkt in die Augen, und starren Sie
nicht_auf ihre Brust. Ein einfaches Sich-Vorstellen kann
zusammen mit einem netten Lächeln auch die raffinierte­
ste Dame entwaffnen.
Wenn sie Ihren Blick meidet oder Sie wütend anstarrt,
sollten Sie's im allgemeinen vergessen. Haben Sie die si­
chere Abfuhr nötig? Aber wenn Sie mit einem Blick und
einem Lächeln Kontakt herstellen können, gehen Sie
aufs Ganze. Nähern Sie sich ihr. Das schlimmste, was
passieren kann, ist gar nichts — dasselbe, als wenn Sie
keinen Versuch gemacht hätten, außer daß Sie jetzt et­
was Übung haben.
Bei einer Zufallsbegegnung schlagen Sie immer eine
Zusammenkunft beim Kaffee vor, nicht Alkohol. Kaffee
ist nicht so offenkundig verführerisch und klingt für die
Frau weniger gefährlich. Treffen Sie keine endgültige
Verabredung an Ort und Stelle; wenn Sie das tun, brau­
chen Sie doch ihre Telefonnummer nicht! Ich wünschte,
ich hätte einen Groschen für jeden Mann, der zum verab­
redeten Zeitpunkt in einem Cafe gesessen hat, um auf ei­
ne Frau zu warten, die für ihn nur ein Gesicht und ein
Vorname war und ihn versetzt hat. Denken Sie daran:
Frauen drücken sich oft vor solchen Sachen — auch
wenn sie Sie eigentlich gerne wiedersehen möchten. Al­
so schmieden Sie das Eisen, solange es heiß ist; lassen
Sie sich ihren Vor- und Zunamen und ihre Telefonnum­
mer sagen. »Gehen wir zusammen Kaffee trinken — ich
rufe Sie an.«
Wenn Ihnen nach dem ersten Hin und Her der Ge­
sprächsstoff ausgeht, probieren Sie's mit ein paar Aussa­
gen über sich selbst, kombiniert mit Schmeichelei. »Wis­
sen Sie, ich habe immer große Schwierigkeiten, wenn ich
mich das erste Mal mit jemandem unterhalte — und Sie
sind so reizend — für Sie muß es doch ganz leicht
sein ...«
Mehr brauchen Sie nicht zu tun — stellen Sie einen
Kontakt her. Die >Manpower-Methode< wird das übrige
leicht machen.
5___________
Warum Frauen lieben

Ich muß zugeben, Frauen lieben Männer aus den ver­


rücktesten Gründen. Männer sind immer wieder ver­
blüfft, warum eine bestimmte Frau einen bestimmten
Mann wählt.

Warum Frauen Trottel lieben


Viele Frauen werfen sich einem reichen Mann an den
Hals, selbst wenn er ein Trottel ist, und nicht nur wegen
des Geldes. Der Liebestrank des reichen Mannes ist die
Macht. Frauen fühlen sich von mächtigen Männern aller
Art angezogen (reichen Männern, Politikern, selbst Ver­
brechern), weil sie ein genetisches Programm in sich ha­
ben, das auf Zeiten zurückgeht, in denen das Überleben
einer Frau und ihrer Kinder davon abhing, daß sie einen
kräftigen Partner hatte. Wenn eine Frau unsicher ist oder
keine eigene Identität hat, gerät sie in die Versuchung,
um ihrer Sicherheit willen Frau Senator, Frau Doktor
oder einfach Frau Neureich zu werden, wenn auch nicht
aus Liebe.
Es gibt viele Gründe, warum Frauen Trottel lieben.
Frauen fühlen sich manchmal von Exzentrikern oder
Gangstertypen angezogen, weil sie ein langweiliges Le­
ben führen und Aufregung brauchen, oder weil sie sich
von jemandem mehr geschätzt fühlen, der ihnen gesell­
schaftlich oder intellektuell deutlich unterlegen ist. Ein
andermal bleibt eine Frau bei einem total unmöglichen
Mann, weil sie meint, irgendein Typ sei besser als gar
kein Mann, oder weil der Typ sexy ist — aus denselben
Gründen also, warum Männer bei Hexen, Biestern und
Verrückten bleiben.
Glücklicherweise haben die meisten Frauen auch et­
was für anständige Kerle übrig, besonders für solche, die
ein intuitives Gespür dafür haben, was eine Frau veran­
laßt, sich zu verlieben.

Warum Frauen anständige Kerle lieben


Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß manche Männer
immer eine Frau zu haben scheinen, die in sie verliebt
ist? Keine Hexe, kein Biest, keine Verrückte, sondern eine
prima Frau, für die viele Männer alles tun würden, um
sie zu kriegen. Was ist an diesem Kerl denn so großartig?
Nichts. Er sieht nicht besonders gut aus, ist auch nicht
groß, reich oder mächtig; er behandelt sie viel schlechter,
als Sie es tun würden, aber sie betet ihn an.
Die Männer, von denen ich weiß, daß sie Frauen am
besten um den Finger wickeln konnten, waren weder
reich noch mächtig, keine Verbrecher oder Schurken.
Brillant und intuitiv verstanden sie sich darauf, die Wel­
lenlänge einer Frau aufzunehmen, mit ihr auf eine Art zu
kommunizieren, die ihre Seele anrührte, und ihr beson­
dere Aufmerksamkeit zu schenken, so daß sie sich besser
verstanden und geschätzt fühlte als jemals vorher. Was
diese paar glücklichen Männer intuitiv taten, können Sie
auch lernen, leicht und natürlich zu tun.
Ich habe fasziniert zugesehen, wie mein Freund Eric
— ein attraktiver, aber keineswegs fantastisch ausse­
hender Mann, praktisch ohne Geld, mit so gut wie keiner
Macht-Ausstrahlung — immer wieder bei den distingu­
iertesten und begehrenswertesten Frauen ankommt. Er
ist nicht der Mittelpunkt der Party, steckt nicht voller
Witze und schlagfertiger Antworten. Er ist kein Muskel-
mann, hat kein tolles Auto, und im Bett ist er einfach nur
okay, aber immer wieder bekommt er schließlich das
Mädchen.
Er bekommt die Frauen nicht nur; er besitzt sie.
Frauen rufen ihn an und kochen für ihn, überschütten
ihn mit Geschenken und Einladungen. Es ist offensicht­
lich, daß er jede Frau, die er sich aussucht, jederzeit ha­
ben kann. Frauen sehnen sich nach ihm, wenn er fort ist.
Sie schicken ihm Briefe und Geschenke an die Adresse
seiner Mutter, während er natürlich in den Alpen zum
Skilaufen ist, eingeladen von einer Frau, die sich im Ver­
gnügen seiner Gesellschaft sonnt. Frauen verlieren um
seinetwillen den Verstand, sie machen sich zum Gespött,
um an ihn heranzukommen, und sie fühlen sich immer
gerechtfertigt in dem, was sie tun mußten, um seine Auf­
merksamkeit auf sich zu lenken.
Eric verspricht ihnen weder die Ehe noch Treue. Für
die Zukunft kann man sich nicht viel von ihm verspre­
chen, aber »wenn er bei mir ist, fühle ich mich, als wäre
ich der Mittelpunkt seiner Welt«, sagte mir eine Frau. »Er
wendet nie die Augen von mir ab, um einer anderen Frau
nachzuschauen, ganz gleich, wie umwerfend sie ist. Er
benimmt sich so, als wäre ich der wichtigste Mensch in
seinem Leben.« Wahr ist, daß er sich allen Frauen gegen­
über so verhält, und deswegen lieben sie ihn alle.
Leo, ein sechsundsiebzigjähriger Hollywood-Schrift­
steller, hatte immer mindestens eine schöne Frau, die mit
ihm zusammenlebte oder es gern wollte, so lange sich ir­
gend jemand in der Stadt erinnern kann. Er ist kein Sex­
protz, und er ist nicht reich. »Ich mache Frauen keine Ge­
schenke und gebe nicht viel Geld für sie aus. Ich schenke
ihnen Zeit und tue ihnen Gefallen. Ich sorge dafür, daß
ihre Namen in den Zeitungen stehen, und bringe ihnen
Dinge bei, zum Beispiel, wie man Tips für Pferdewetten
liest. Außerdem schenke ich ihnen eine Menge Aufmerk­
samkeit. Und ich gebe ihnen immer Rückhalt. Wenn eine
Frau mich fragt, wie sie aussieht, sage ich immer, sie sei
schön. Wenn sie sagt, sie habe etwas falsch gemacht, sa­
ge ich, jeder macht Fehler.«
Zur Zeit lebt Leo mit einer ehemaligen Miss Texas zu­
sammen.
Als ich Männer analysierte, die immer liebende Frauen
um sich haben, suchte ich normale Männer aus, kei­
ne übermäßig attraktiven, reichen oder mächtigen. Ich
wählte Männer, die im Umgang mit Frauen intuitiv die
richtigen Saiten anschlagen, Männer wie Henry, der eine
große Affäre mit Liz Taylor hatte.
Zugegeben, ich war gespannt, als ich eine Chance be­
kam, ihn etwas gründlicher zu interviewen. Schließlich
konnte Liz jeden haben; warum hatte sie sich wohl für
ihn entschieden? Sah er gut aus? Nicht unbedingt wie
Robert Redford. War er reich? Kaum. War er mächtig?
Überhaupt nicht. War er großartig im Bett? Nicht außer­
gewöhnlich. Aber er war sanft und zart, nicht gleich zum
Verurteilen bereit und tolerant. Er hatte außerdem ein
verführerisches Hobby: Er war Fotograf. Nichts, was ein
Mann tun kann, ist für eine Frau schmeichelhafter, als
wenn er sie fotografiert. Es ist fast die höchste Stufe, ihr
seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es appelliert an den
bedauerlichen Teil der Programmierung einer Frau, der
besagt, daß sie kaum einen Wert hat, wenn nicht irgend­
ein Mann sie schön findet.
Eric, Leo und Henry gehören zur Kategorie der befrei­
ten Männer. Sie unterstützen die Fähigkeiten einer Frau,
setzen sie niemals herab und sind dennoch bereit, sie wie
eine Königin zu behandeln — Türen aufzumachen, Ziga­
retten anzuzünden, den Stuhl für sie bereitzustellen.
Aber ihr wahres Geheimnis liegt darin, daß sie es irgend­
wie intuitiv verstehen, die Chemie der Liebe in Gang zu
setzen. Aufmerksamkeit schenken< ist eine bloß ober­
flächliche Beschreibung dessen, was sie tun. Die Art, wie
sie einer Frau ihre vollle Aufmerksamkeit zuwenden, ist
der wahre Schlüssel.
Die Chemie der Liebe in Gang setzen
Echte Liebe baut auf tiefer Kommunikation auf, einem
Gefühl des Einsseins, in dem man sich total in Überein­
stimmung miteinander fühlt. Man hat das Gefühl, einan­
der ganz und gar zu verstehen und zu vertrauen und auf
eine übernormale Weise verbunden zu sein, die tiefer
geht, die fast parapsychologisch und aus einer anderen
Welt ist, als könnte man die Gedanken des anderen so le­
sen, wie man es noch nie erlebt hat. Man vertraut einan­
der mehr, als man jemals jemandem vertraut hat, und
man fühlt sich wohler miteinander als mit irgend jemand
anderem.
Wenn Sie jemals mit einer Frau tiefe gegenseitige Lie­
be erlebt haben, kennen Sie wahrscheinlich diese beson­
dere, tiefgehende Form der Kommunikation. Es ist ein
wunderhaftes Gefühl, und es ist großartig, wenn es sich
wie durch Zauberei einstellt. Aber wenn es in Ihrem Le­
ben nicht vorkommt, können Sie es herbeiführen.
Was geschieht, wenn sich zwei Menschen verlieben?
Sie sind allein miteinander. Sie schauen sich in die Au­
gen. Sie handeln, als wären sie in völliger Übereinstim­
mung und als existierte die restliche Welt gar nicht. Sie
sind in diese spezielle Kommunikation Liebender hinein­
geglitten, wo sie ohne Worte zu sprechen scheinen. Auf­
regend ist, daß neuere Entdeckungen der Psychologie be­
sagen, es sei möglich, den Vorgang umzukehren. Sie
können diese spezielle Kommunikation mit einer Frau
erzeugen, indem Sie sich auf ihre Liebessprache einstim­
men, und sie wird Liebe empfinden.

Die Liebessprache
Jeder Mensch hat eine ursprüngliche Art, die Informatio­
nen zu verarbeiten, die er empfängt. Genau wie ein Kind
am besten durch Hören, Sehen oder Berühren lernt, fühlt
sich jeder von uns mit einer besonderen Art der Wahr-
nehmung — Sehen, Hören oder Fühlen — am wohlsten.
Natürlich ist es auch bei der von Ihnen geliebten Frau so.
Die Frau, die Sie lieben, wird entscheiden, ob sie Sie
liebt, je nachdem, was sie sieht, hört oder fühlt. Wenn
Sie herausfinden, ob Ihre Angebetete in erster Linie
durch das bewegt wird, was sie sieht, was sie hört oder
was sie fühlt, haben Sie den Schlüssel, mit dessen Hilfe
Sie ihre Liebe erringen können.
Wenn Eric, Leo und Henry einer Frau ihre ganze Auf­
merksamkeit widmen, gleiten sie unbewußt auch in ihre
>Liebessprache< hinein. Sie stimmen sich intuitiv auf sie
ein. Geschmeichelt von der Aufmerksamkeit, bekommt
die Frau das Gefühl, mit dem Anbeter auf derselben Wel­
lenlänge zu sein — ein ganz besonderes Gefühl; die Bin­
dung beginnt, und die Chemie der Liebe ist erzeugt.
Eric, Leo und Henry tun dies allerdings automatisch,
aber wenn Sie bereit sind, für eine Frau Zeit aufzuwen­
den, wenn Sie ihr Ihre ganze Aufmerksamkeit widmen,
während Sie mit ihr zusammen sind, und wenn Sie ge­
nau das tun, was ich Ihnen sage, können Sie ebenso wie
die drei eine Frau veranlassen, sich in Sie zu verlieben.
Die Schritte dazu sind einfach. Wenn Sie sich auf eine
Frau einstimmen und mit ihr in ihrer Liebessprache kom­
munizieren, bekommt sie das Gefühl, Sie verstünden sie
besser und tiefer als jeder andere Mann. Sie wird das Be­
dürfnis haben, Sie immer öfter und länger zu sehen. Bald
hängt sie am Haken — rettungslos und glücklich in Sie
verliebt. Und Sie werden sich wundern, wie leicht alles
war.
Nachdem Sie sich vergewissert haben, daß sie die Frau
ist, die Sie sich wünschen, besteht der erste Schritt darin,
ihre Liebessprache kennenzulernen. Wenn Sie ihr in die
Augen schauen und an jedem Wort von ihr hängen,
schenken Sie ihr Aufmerksamkeit, aber insgeheim ent­
decken Sie auch ihre spezielle Liebessprache.
Sobald Sie entdeckt haben, ob Ihre Wunschfrau mehr
von optischen, akustischen oder Gefühlsreizen ange-
sprechen wird, kennen Sie ihre Liebessprache. Das Spre­
chen dieser Sprache und das entsprechende Handeln ist
der sichere Weg zu ihrer Wellenlänge, zur Erzeugung der
besonderen Kommunikation, des speziellen Verstehens
und der besonderen Bindung, die wir alle als Liebe er­
kennen. Liebe ist immer noch Magie, wenn sie eintritt,
aber jetzt können Sie sich die Macht aneignen, diese Ma­
gie zu erzeugen.

Die erste ernsthafte Verabredung


Sie haben eine Frau kennengelernt, die den meisten Ihrer
Anforderungen zu entsprechen scheint. Sie ist weder ei­
ne Hexe noch ein Biest oder eine Verrückte. Sie meinen,
Sie könnten sich für sie entscheiden. Sie wollen sie gern
beeindrucken, die richtigen Schritte tun und die richtigen
Worte sagen.
Sie können nicht anders, als sich zu fragen, wie sexy
sie wohl ist. In Ihrer Vorstellung sehen Sie sich schon mit
ihr gleich nach dem Essen in ein Motel mit Pornofilm
und Wasserbett oder in Ihre Wohnung gehen. Aber las­
sen Sie Ihre Fantasien nicht Ihrer Aufgabe in die Quere
kommen — nämlich, ihre Liebessprache zu entdecken.
Um gleich den richtigen Ton anzuschlagen: Denken
Sie daran, daß es nicht klug ist, ihr von einer anderen
Frau zu erzählen, die Ihnen etwas angetan hat, oder aus­
führlich über Ihre früheren Beziehungen zu sprechen,
selbst wenn sie danach fragt. Ganz falsch wäre es, Ihre
Exfrau oder -freundin zu kritisieren, in der Meinung, es
sei klar, wieviel mehr Sie Ihre augenblickliche Begleiterin
schätzen. Es gefällt Frauen nicht, wenn Sie Ihre Verflos­
senen kritisieren, weil sie dann meinen, Sie hätten nicht
nur schlechte Manieren, sondern auch einen schlechten
Geschmack, was Frauen betrifft.
Machen Sie sich keine Sorgen, wie Sie sie mit Ihrem
Charme, Ihrer Brillanz und Ihrem Urteilsvermögen be-
eindrucken werden. Sie werden eine narrensichere Me­
thode lernen, Intimität herzustellen.

Narrensichere Intimität
Das allerwichtigste für Sie ist jetzt, herauszufinden, ob
Ihre Zukünftige in erster Linie durch das motiviert wird,
was sie sieht, was sie hört oder was sie fühlt. Dann kön­
nen Sie sich auf ihre Wellenlänge begeben und Nähe,
Wärme und sogar Vertrauen schaffen. Unbewußt haben
wir alle Vertrauen zu Menschen, die uns gleichen. Indem
Sie die Liebessprache Ihrer Angebeteten benützen, brin­
gen Sie sie automatisch dazu, Ihnen auf einer tief unbe­
wußten Ebene zu vertrauen. Vertrauen ist ein wesentli­
cher Bestandteil jeder guten, dauerhaften Beziehung.
Wenn Sie anfangen, einer Frau gegenüber ihre speziel­
le Liebessprache zu gebrauchen, wird sie auf Ihre Fragen
mit neuer Offenheit und dem Gefühl antworten, von Ih­
nen wirklich verstanden zu werden.
Sie werden ihr Fragen über sie selbst stellen wollen,
um etwas über ihre früheren Beziehungen zu erfahren,
und um zu hören, ob sie wirklich zu haben ist. Wenn ihr
diese Fragen in ihrer Liebessprache gestellt werden, wird
sie sich behaglicher fühlen, und sie wird mehr dazu nei­
gen, Sie von vornherein zu mögen, Ihnen zu vertrauen
und Ihnen die Wahrheit zu sagen.
Die ersten ungemütlichen Augenblicke, wenn Sie mit
einer Frau allein sind und wirklich versuchen, das erste
Mal mit ihr zu kommunizieren, werden Ihnen erleichtert
durch den Gebrauch ihrer Liebessprache. Sie werden er­
kennen, was für eine Kraft Sie da entdeckt haben. Denn
das Gespräch wird reibungslos und natürlich dahinflie­
ßen und nicht vorsichtig und angespannt verlaufen. Sie
wird sich Ihnen öffnen, weil sie sich behaglich, verstan­
den, angenommen und vertrauensvoll fühlt — nur we­
gen Ihrer Wortwahl.
Mißglückter Anschluß
Da jeder Mensch — Sie ebenso wie die Frau, mit der Sie
gerade ausgehen — das Leben visuell, akustisch oder
emotinal betrachtet, haben Sie eine Zufallschance, daß
Sie und Ihre Begleiterin dieselbe Liebessprache sprechen
und daß Sie sofort >miteinander können<. Andererseits
ist die Wahrscheinlichkeit, daß Sie nicht dieselbe Erleb­
nisweise haben, doppelt so groß. Sie könnten also mit ei­
ner Frau sprechen, die gar nicht zuhört. Das passiert
dann, wenn Sie beide verschiedene Sprachen spre­
chen.
Es gibt nichts Schlimmeres als einen Abend mit einer
neuen Frau, bei dem Sie merken, daß Sie einfach keinen
Zugang zu ihr finden. Sie fängt an, ihre Serviette zu zer­
fetzen, rückt auf dem Stuhl hin und her, kramt in ihrer
Handtasche und schaut im Lokal herum.
Jack, ein Architekt, erlebte einen totalen Mißerfolg bei
seiner Verabredung mit Beth, einer Therapeutin. Er
nahm seine Erlebnisse mit den Augen auf; er verarbeitete
Informationen und Ideen ganz und gar visuell. Beth an­
dererseits spürte ihre Welt durch Emotionen. Sie erfaßte
intuitiv, was sie mochte und was sie nicht mochte, indem
sie sich auf ihr inneres Gefühl verließ. Das Paar entschloß
sich zu einem gemeinsamen Mittagessen am Strand beim
ersten Rendezvous. Aber bevor sie dorthin kamen, be­
stand Jack darauf, Beth in der ganzen Innenstadt herum­
zufahren; sie sollte die von ihm entworfenen Gebäude
sehen. Als sie endlich zum Mittagessen kamen, wollte
sich Beth gern an einen ruhigen Platz setzen und Jack
besser kennenlernen.
»Laß uns hier sitzen, wo wir das Treiben am Strand
besser sehen können«, schlug er vor.
»Warum setzen wir uns nicht in den Schatten, wo es
gemütlicher ist?« fragte sie.
»Nein, ich möchte lieber die Aussicht genießen«, be­
harrte Jack, so daß sie nun in einem überfüllten, nicht be-
sonders intimen oder romantischen Teil der Restaurant­
terrasse saßen.
»Sie sagt also okay und läßt mich da sitzen, während
sie sich Sonnenöl besorgt«, berichtete er später. »Dann
verbringt sie die ganze Zeit, anstatt mich zu beachten
oder mir zuzuhören, damit, sich einzureihen, einen däm­
lichen Hut auf dem Kopf. Ich wollte ihr eine schöne Zeit
in einem netten Restaurant mit einer fabelhaften Aus­
sicht bieten, und sie war nur die ganze Zeit um die Sonne
auf ihrem Gesicht besorgt. Was für eine Prinzessin! Und
ich mochte sie wirklich. Ich sagte ihr, wie hübsch ich sie
fand.«
Wenn Jack empfänglich für die Unterschiede zwischen
sich selbst und Beth gewesen wäre, hätte er gemerkt, daß
sie ein warmer Gefühlstyp war, genau das, was er angeb­
lich wolte. Leider begriff er nicht, daß sie in seiner Ge­
sellschaft unglücklich sein mußte, wenn sie sich physisch
ungemütlich fühlte. Wäre er klüger gewesen, hätte er
Beth eher Komplimente wegen ihres menschenfreundli­
chen Berufs gemacht als wegen ihres Aussehens. Er hätte
das rein visuelle >Besichtigungsprogramm< einge­
schränkt, und ihr vor dem Restaurantbesuch gesagt, was
für eine angenehme, verständnisvolle Begleiterin sie sei
und welchen Spaß es mache, mit ihr zusammenzusein.
Er hätte den Arm, um ihre Schultern gelegt und wäre mit
ihr an einen Ort gegangen, wo sie glücklich gewesen wä­
re, wo sie sich ungestört und intim hätten unterhalten
und einander näherkommen können.

Wie man ihre Liebessprache entdeckt


Wenn Sie als erstes die Liebessprache Ihrer Angebeteten
lernen, geraten Sie nie in eine solche Situation wie Jack,
wo man lauter falsche Dinge sagt, in der Hoffnung, die
Frau dazu zu bringen, daß sie einen mag. Sie werden ge­
nau wissen, durch welche Komplimente sie sich richtig
eingeschätzt fühlen wird. Und sie wird merken, daß Sie
mehr in ihr sehen, als nur ein weiteres Sexualobjekt. Sie
wird sofort Zuneigung für Sie empfinden, weil Sie die
richtigen Verbindungen herstellen.
Sie können ihre Liebessprache entdecken, indem Sie
einfache, alltägliche Fragen stellen und wirklich zuhören
und den Antworten Ihre volle Aufmerksamkeit widmen.
Sagen wir, sie ist gerade von einer Geschäftsreise zurück­
gekommen. Es liegt nahe, sie zu fragen: »Wie war Ihre
Reise?«
Wenn sie ein visueller Typ ist, sagt sie vielleicht: »Ich
hatte ein schönes Zimmer mit einer guten Aussicht, aber
es wurde nie so klar, daß ich was sehen konnte. Kein ein­
ziges Mal ließ sich die Sonne blicken. Der Himmel war
die ganze Zeit grau.« Die Frau, die ihre Welt visuell er­
lebt, wird Ihnen erzählen, wie alles aussah.
Wenn sie ein akustischer Typ ist, antwortet sie viel­
leicht: »Das Geschäftliche lief gut, aber mein Hotelzim­
mer war so laut, daß ich nicht schlafen konnte. Auch im
Flugzeug hatte ich einen furchtbaren Platz, ganz nah bei
den Triebwerken. Es war so laut, daß ich Kopfschmerzen
bekam.«
Wenn sie ein emotionaler Typ ist, wird sie schildern,
was sie auf der Reise empfand. »Ich hatte wirklich ein
gutes Gefühl bei meiner Präsentation, erreichte meine
Ziele und war wirklich in Hochstimmung. Aber später
fühlte ich mich einsam, weil niemand da war, der sich
mit mir über meinen Erfolg gefreut hätte.«
Die beste Art von Fragen ist neutral; so gibt man keine
Stichworte und übt keinen Einfluß aus. Sie sagen also
nicht: »Was für Gefühle hat Ihre Reise in Ihnen ge­
weckt?«, denn damit würden Sie eine Gefühlsantwort
provozieren. Sie sagen auch nicht: »Was haben Sie auf
Ihrer Reise gehört?«
Sie müssen vielleicht mehrere neutrale Fragen stellen,
bevor Sie wirklich etwas über die Frau herausfinden,
aber Sie werden rasch erkennen, wie sich ein Schema
entwickelt. Sie werden merken, daß sie eine Menge visu­
eller Wörter gebraucht, und beschreibt, wie alles für sie
ausgesehen hat oder daß sie über das spricht, was andere
zu ihr gesagt haben oder was sie gehört hat — oder daß
sie Ihnen nur erzählt, was sie empfunden hat.
Zusätzlich werden Sie noch etwas anderes merken.
Ein Großteil Ihrer eigenen Nervosität beim ersten Ren­
dezvous wird verschwinden. Sie haben eine eindeutige
Aufgabe zu erledigen. Sie achten beim Zuhören auf be­
stimmte Dinge. Sie machen sich keine so großen Sorgen
darum, ob ihr Ihre Krawatte gefällt, ob Ihr Atem frisch
genug ist oder ob Sie sie langweilen. Indem Sie der Frau
Fragen stellen, die sie selbst betreffen, überwinden Sie
den größten Einwand der meisten Frauen gegen eine er­
ste Verabredung. »Die Männer reden immer nur über
sich selbst. Sie fragen nie nach mir. Immer nur er, er, er.
Sein Job, seine Kinder, sein Hund, sein Tennisspiel, seine
Investitionen, sein Auto, sein Team, sein Boot, sein Haus.«
Gute neutrale Fragen sind gewöhnliche Alltagsfragen,
die Art, die jeder gern beantwortet. Nicht: »Lieben Sie
Ihre Eltern?«, sondern eine leichte, neutrale Frage wie
zum Beispiel: »Wie ist Ihre Familie?« Stellen Sie Fragen,
die Ihrer Gesprächspartnerin die Möglichkeit geben, auf
visuelle, akustische oder gefühlsbestimmte Weise zu ant­
worten und so wenig oder so viel zu sagen, wie sie
möchte. Hier folgen einige Beispiele.

Frage: Wie ist Ihre Familie?


Visuelle Antwort: Sie sind alle blond wie ich. Mein Bruder
ist immer toll angezogen, aber meine Schwester liebt den
Hippie-Look, obwohl sie sehr hübsch ist.
Akustische Antwort: Das Interessante ist, daß wir uns alle
gleich anhören. Am Telefon kann niemand unsere Stim­
men unterscheiden. Früher haben wir den Leuten Strei­
che gespielt, indem wir so taten, als wären wir jemand
anderer.
Gefühlsantwort: M'eine Eltern sind wirklich warmherzig
und glücklich, und sie lieben sich sehr. Wir sind sehr
zärtlich und fallen uns alle dauernd um den Hals.

Frage: Wie war die Stadt, aus der Sie kommen?


Visuelle Antwort: Ich bin in einer häßlichen Industriestadt
geboren, wo der Himmel immer voll Rauch war; alles
war dreckig und rußbedeckt. Ich war so froh, daß ich an
einen hübscheren Ort kam.
Akustische Antwort: Es war so still, wo ich aufgewachsen
bin, daß man nach zehn Uhr abends überall in der Stadt
eine Nadel fallen hören konnte. Keine laute Musik, keine
lauten Autos, gar nichts. Nur Stille.
Gefühlsantwort: Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen,
wo jeder jeden kannte. Wir waren uns alle sehr nah und
hatten ein Gefühl der Gemeinschaft. Das fehlt mir
manchmal.

Frage: Erzählen Sie mir, was Sie in Ihrer Freizeit am lieb­


sten tun.
Visuelle Antwort: Ich arbeite so gern im Garten. Es ist so
schön, wenn man sieht, daß eine neue Blüte aufgeblüht
ist. Den ganzen Tag könnte ich meine Blumen an­
schauen.
Akustische Antwort: Ich arbeite so gern im Garten, weil es
so still ist; man hört nur die Vögel singen, kein Telefon
klingelt, kein Fernseher röhrt.
Gefühlsantwort: Ich arbeite so gern im Garten, weil ich es
liebe, kühle Erde an den Fingern zu spüren, und weil mir
der Duft von Gras und Blumen so gut gefällt.
Wenn Sie fragen, achten Sie darauf, daß sich in Ihrer
Stimme echtes Interessse ausdrückt. Seien Sie nicht zu
lässig. Schenken Sie der Frau Ihre ganze Aufmerksam-
keit. Beugen Sie sich vor. Lassen Sie sie an Ihrer Körper­
sprache erkennen, daß Ihnen die Antwort wichtig ist.
Sie wird in Ihnen einen großartigen Gesprächspartner
sehen und sich von Ihrem Interesse geschmeichelt füh­
len. Haken Sie immer mit Fragen nach, bei denen es um
das Wie, Warum und Wo geht. Nehmen wir an, Sie stel­
len eine Frage, und bekommen eine knappe Antwort.

Frage: Wo würden Sie leben wollen, wenn Sie sich's aus­


suchen könnten?
Antwort: Am Meer.

Frage: Was gefällt Ihnen daran?


Visuelle Antwort: Ich könnte am Strand sitzen und den
ganzen Tag der Brandung zuschauen. Was mir auch ge­
fällt, sind die Sonnenuntergänge am Meer, sie sind so
wunderschön.
Akustische Antwort: Ich liebe das Geräusch der Brandung
und der Wellen und das Geschrei der Möwen.
Gefühlsantwort: Ich liebe einfach das Gefühl, der Natur so
nah zu sein, den Sand zwischen den Zehen, Wasser und
Sonne auf der Haut — das alles tut mir so gut. Mir gefällt
sogar der Geruch von Sonnenöl.

Vielleicht antwortet sie sogar: »Oh, ich weiß nicht, was


mir daran gefällt, es gefällt mir einfach.« Dann sollten Sie
mit Fragen weiterforschen, die in visueller, akustischer
oder gefühlsbestimmter Sprache formuliert sind.
Visuelles Stichwort: Wie sind die Sonnenuntergänge?
Können Sie sie oft anschauen?
Akustisches Stichwort: Ich liebe das Brandungsgeräusch.
Wie klingt es, wenn es stürmisch ist?
Gefühlsstichwort: Wie beeinflußt das Leben so nah am
Meer Ihre Stimmung?
Beobachten Sie sorgfältig ihren Gesichtsausdruck. Fin­
den Sie heraus, ob sie mehr Interesse zeigt, wenn Sie vi­
suelle, akustische oder gefühlsbestimmte Ausdrücke ver­
wenden. Verändert sich ihre Hautfarbe? Bekommt sie
leuchtende Augen? Beugt sie sich vor und wirkt sie er­
regter?
Wenn sie nur murmelt: »Ach, es ist einfach so in Ord­
nung«, und sich umschaut und auf dem Stuhl herum­
rutscht, haben Sie ihre Liebessprache nicht getroffen.
Wenn sie andererseits auflebt und anfängt, eifrig zu re­
den, haben Sie vielleicht den Schlüssel zu ihren inneren
Reaktionen gefunden.
Wenn Sie erst einmal eine Ahnung haben, ob Ihre An­
gebetete ein visueller, akustischer oder gefühlsbestimm­
ter Typ ist, gehen Sie der Frage nach, um sich Gewißheit
zu verschaffen. Überprüfen Sie ihre Reaktionen mehr­
mals. Versuchen Sie es mit anderen Fragen. Stellen Sie
sicher, daß Sie ihr inneres System erfaßt haben.
Machen Sie sich nichts daraus, wenn Ihnen bei den
vielen Fragen nicht ganz wohl ist, wenn Sie nicht über
sich reden, sondern nur zuhören können. Es ist in Ord­
nung, und ihr wird es gefallen. Je mehr Sie sie zum Re­
den bringen, desto wohler wird sie sich mit Ihnen fühlen.
Wenn sie fragt, warum Sie soviel fragen, sagen Sie ein­
fach: »Na ja, ich interessiere mich eben wirklich für Sie.«
Nach dem ersten Rendezvous werden Sie eine gute
Vorstellung davon haben, zu welchem Typus Ihre Freun­
din gehört und wie Sie in ihrer Liebessprache mit ihr
sprechen müssen. Sie werden wissen, daß sie, wenn Sie
sie wiedersehen wollen, auch Sie wiedersehen will. Ein
Mann, der wirklich zuhört, der es versteht, in der Liebes­
sprache einer Frau zu kommunizieren, ist ein Alchimist,
der die Chemie der Liebe erzeugen kann, wann immer er
will. In den nächsten drei Kapiteln werden die drei
Frauentypen erklärt, und Sie erfahren genau, was Sie tun
müssen, um die Frau des jeweiligen Typs für sich zu ge­
winnen.
6_______
Die visuelle Frau

Die visuelle Frau lebt in einer Bilderwelt. Es ist ihr wich­


tig, wie etwas aussieht. Obwohl sie ein feines Gehör hat
und Gefühle wie jeder andere Mensch, ist ihre Wellen­
länge die visuelle. Wenn Sie mit ihr in ein großartiges
Konzert gehen, wird sie sich vielleicht der schönen Mu­
sik entsinnen, aber sie hat ganz bestimmt eine bildhafte
Erinnerung an die Bühne, an das Orchester und daran,
was Sie beide an dem Abend angehabt haben.
Man kann eine visuelle Frau sofort an ihrem Sinn für
Mode erkennen. Sie ist immer gut angezogen, ganz
gleich, in welcher Situation. Sie kleidet sich vielleicht
nach dem jeweiligen Trend, oder sie hat ihren eigenen
Stil. Was sie auch trägt, an ihr sieht es richtig aus. Ihre
Schuhe sind geputzt, und auf keinen Fall würde sie mit
abgesprungenem Nagellack herumlaufen.
Sie krempelt Ihnen die Ärmel auf, schlägt Ihren Kra­
gen hoch, bringt Ihre Kleidung in Ordnung und hilft Ih­
nen, für jede Gelegenheit richtig angezogen zu sein.
Wenn Sie es zulassen, geht sie gern mit Ihnen einkaufen
und sucht Ihre gesamte Kleidung für Sie aus. Tatsächlich
ist es das erste Zeichen der Verliebtheit bei einer visuel­
len Frau, daß sie anfängt, Sie, ihr Liebesobjekt, in seiner
äußeren Erscheinung umzugestalten.
Die Wohnung Ihrer visuellen Freundin sieht aus, als
wäre sie von einem Innenarchitekten eingerichtet wor­
den. Sie hat ein sicheres Empfinden für Farbe und Stil.
Aus fast allem kann sie ein Dekorationselement machen,
auch ohne viel Geld auszugeben. In ihren Händen wer-
den ein paar chinesische Fächer zum fabelhaften Wand­
schmuck; einige alte Fotos, die sie auf einem Tisch arran­
giert hat, sehen aus wie etwas aus >Schöner wohnen«. Da
sie gern frische Blumen um sich hat, ist es nie verkehrt,
ihr einen Strauß mitzubringen.
Wo sie geht und steht, schaut man sich nach ihr um,
nicht unbedingt, weil sie so blendend aussieht, sondern
weil sie das Beste aus dem macht, was sie hat. Sie wirkt
immer toll. Wenn sie Hausputz macht, bindet sie sich ein
Tuch um den Kopf, so daß sie aussieht wie Carmen Mi­
randa mit einem Besen in der Hand. Beim Wandern sieht
sie aus, als wäre sie einem Modejournal für die Lady
vom Land entsprungen. Immer sieht sie gut aus, ob sie
den Boden schrubbt, im Garten gräbt oder morgens auf­
steht.
Den Weg zum Herzen einer visuellen Frau findet man,
indem man sich so kleidet, wie sie es mag, indem man sie
bewundernd und liebevoll anschaut und sie merken läßt,
daß man sie liebt. Die Gefahr liegt darin, daß Sie sich von
ihrem guten Aussehen völlig überwältigen lassen und
sich gar nicht die Zeit nehmen, herauszufinden, was für
ein Mensch hinter diesem Äußeren steckt.

Die visuelle Persönlichkeit

Die visuelle Frau gehört gewöhnlich dem Typus A an —


sie bewegt sich rasch, sitzt nie lange still, tut immer ir­
gendwas. Das liegt daran, daß sie Informationen vor al­
lem mit den Augen aufnimmt und in Bewegung sein will,
um möglichst viel zu sehen.
Die visuelle Frau ist sehr gut organisiert. Wenn Sie ihr
auch nur die kleinste Chance geben, organisiert sie Ihr
Leben wie ihr eigenes, so daß es klar und sauber einge­
teilt ist. Sie gerät sichtlich aus der Fassung, wenn die
Dinge nicht an ihrem Platz sind und wenn Unordnung
herrscht. Manche halten sie für starr und unflexibel, nur
weil sie gern alles in perfekter Ordnung hat.
Sie redet lieber von Angesicht zu Angesicht mit je­
mandem als am Telefon, aber ihre beliebteste Form der
Mitteilung ist ein Bild oder ein Brief — oder auch ein be­
deutungsvoller Blick oder Gesichtsausdruck.
Sie analysiert lieber, wie etwas für sie aussieht, als zu
prüfen, wie es klingt oder sich anfühlt. Eine visuelle Frau
wirkt manchmal weniger warm als andere Frauen, weil
es ihr schwerfällt, alles emotional zur Schau zu stellen.
Sie ist beherrschter, paßt sich gefühlsmäßig mehr an.
Manchmal müssen Sie einer visuellen Frau vielleicht hei»
fen, ihre Gefühle auszudrücken, entweder indem sie die
Ihren äußern, Andeutungen machen oder Fragen stellen.
Über Liebe zu reden, kann bei der visuellen Frau ver­
gebens sein; sie muß sehen, wie sehr Sie sie lieben. Sie
können es zeigen, indem Sie ihr ein Briefchen schreiben,
ihr eine kleine Aufmerksamkeit hinlegen, ihr Blumen
schenken oder ein Foto, das Sie beide zusammen zeigt.

Visuelle Augen
Auf der ganzen Welt, in jeder Sprache oder Gesellschaft,
spiegeln die Augenbewegungen von Mann und Frau sei­
ne und ihre inneren Gedanken. Alter oder Lebenserfah­
rung des oder der Betreffenden spielen keine Rolle. Die
Augenbewegungen sagen Ihnen mehr als Worte.
Wenn Sie einer Frau in die Augen schauen, ist es für
sie sexy, romantisch und erregend. Tatsächlich weiß sie
es nicht, aber ihre Augen verraten sie. Indem Sie lernen,
ihre kleinen, aber leicht zu beobachtenden Augenbewe­
gungen zu lesen, werden Sie etwas über sie erfahren,
was sie selbst nicht weiß — ihre Liebessprache.
Ganz gleich, was sie zu Ihnen sagt, ihre Augen verra­
ten immer die Wahrheit. Wenn Sie lernen, in ihren Au­
gen zu lesen, können Sie in ihre Gedanken schauen und
sie schließlich >lesen<. Sie können bei ihren Überlegun­
gen >zusehen<, und Sie können sie veranlassen, zu Ihren
Gunsten zu entscheiden. Sie können in einer Weise an
ihre Seele herankommen, wie niemand anderer es ver­
mag.
Natürlich schaut jeder Mensch von Zeit zu Zeit einmal
auf. Die meisten Menschen haben die Tendenz, auch
wenn sie nicht zum visuellen Typus gehören, aufzu­
schauen, wenn man sie auffordert, sich etwas vorzustel­
len. Visuelle Menschen andererseits schauen sehr oft auf
— immer, wenn sie sich an etwas erinnern oder sich et­
was vorstellen.
Wenn Sie fragen: »Wie war Ihre Schule?« wird die vi­
suell orientierte Frau mit einer bildhaften Beschreibung
antworten. »Es war eine altmodische Schule mit Ziegel­
mauern voll mit grünem, Efeu — wie auf einer Ansichts­
karte.« Während sie sich erinnert, schauen ihre Augen
nach oben und nach der einen oder anderen Seite.
Zuerst können Sie vielleicht die Augenbewegungen
Ihrer Freundin nicht sicher beurteilen. Ihr Fähigkeit, sie
abzulesen, wird sich mit der Übung verbessern. Stellen
Sie immer weiter Fragen, bis Sie sicher sind, ein eindeu­
tiges Schema entdeckt zu haben. Wenn ihre Augen sich
nach oben bewegen und wenn sie mit bildhaften
Besdhreibungen antwortet, können Sie sicher sein, daß
ihre Liebessprache visueller Art ist.
Halten Sie die Fragen neutral. Fragen Sie nie: »Wie hat
Ihre Schule ausgesehen?«, denn sie könnte nur deshalb
visuell antworten, weil Sie ihr ein visuelles Stichwort ge­
geben haben.
Visuelle Typen neigen dazu, nach oben und nach einer
Seite zu schauen, wenn sie sich an etwas erinnern, das
sie früher gesehen haben, und aufwärts und nach der an­
deren Seite, wenn sie sich etwas vorstellen, das sie noch
nie gesehen haben. Wenn Sie dieses Muster erkannt ha­
ben, sind Sie wirklich in der Lage, die Gedanken Ihrer
Freundin zu lesen.
Ein Firmenanwalt suchte bei mir Hilfe, weil er mit der
Frau, die er liebte, Probleme hatte. Er war sehr beunru­
higt, denn er fühlte sich von ihr distanziert. »Wir können
uns anscheinend nicht verständigen. Immer, wenn ich
mit ihr reden möchte, glaube ich, sie ist auf einem ande­
ren Stern. Ich sage ihr, daß ich sie liebe, aber das scheint
keinen Eindruck auf sie zu machen. Ich habe ihr sogar
gesagt, ich meinte, wir könnten eine ernsthafte Bezie­
hung miteinander haben, und sie hat überhaupt nicht
reagiert. Ich traute meinen Ohren nicht. Da mache ich ihr
praktisch einen Heiratsantrag, und sie fragt: >Siehst du
irgendwas auf der Speisekarte, das dich interessiert?<«
Es war sofort klar, daß mein akustisch orientierter
Klient es mit einer visuell orientierten Frau zu tun hatte.
Sobald ich ihm erklärt hatte, warum er erfolglos blieb,
konnte er seine Strategie ändern. Als Rechtsanwalt hatte
er immer angenommen, eine richtig formulierte Aussage
sichere eine effektive Kommunikation. Er lernte, daß die
Frau, die er liebte, einfach auf einer anderen Wellenlänge
funktionierte. Sobald sie visuell abgelenkt war, schloß sie
akustische Botschaften total aus. Er fing also an, sich im­
mer zu vergewissern, daß sie ihn auch ansah, bevor er ir­
gendein ernsthaftes Gespräch mit ihr begann. Immer,
wenn er ihr etwas wirklich Wichtiges mitzuteilen hatte,
bediente er sich visueller Ausdrücke und bekräftigte das,
was er gesagt hatte, indem er ihr kleine Zettel hinlegte,
die er mit einem albernen, aber glücklich lächelnden
Mondgesicht »unterzeichnete«. Sie freute sich sehr,
wenn sie seine Zettel fand, und schätzte jedes Wort. Sein
nächster Heiratsantrag wurde sofort angenommen.
Visuelle Tests
Fragen, mit denen Sie herausfinden können,
ob sie eine visuelle Frau ist
(Achten Sie auf ihre Augenbewegungen und hören Sie
ihren Antworten aufmerksam zu. Kontrollieren Sie visu­
elle Wörter und Aufwärtsbewegungen der Augen.)
• Wie war Ihre Kindheit?
• Was hat Ihnen an Ihrem ersten Freund gefallen?
• Was ist das Beste an Ihrer Arbeit?
• Was ist das Schlimmste an Ihrer Arbeit?
Fragen, um eine visuelle Erinnerung an früher wachzu­
rufen
• Wie war Ihre Heimatstadt?
• Erinnern Sie sich an Ihre Großmutter?
• Wer war Ihr Lieblingskanzler?
• Wie war Ihre erste Arbeit?
Fragen, um ein Vorstellungsbild zu wecken
• Würden Sie gern mit einem Raumschiff fahren?
• Was möchten Sie in fünf Jahren tun?
• Wie wäre es, ein Rockstar zu sein?
• Was würden Sie tun, wenn Sie sechs Richtige im Lotto
hätten?

Zwar zeigt sich bei den meisten visuellen Frauen ein


konsequentes Schema der Augenbewegungen nach
rechts oben oder links oben, aber bei einigen kann es
auch fehlen. Gelegentlich starrt eine visuell orientierte
Frau auch mit glasigem Blick und erweiterten Pupillen
unverwandt geradeaus. Wenn Sie Ihrer Freundin genü­
gend Fragen stellen und ihr Ihre Aufmerksamkeit ganz
und gar zuwenden, wird Ihnen das besondere System,
das ihr eigen ist, nicht entgehen.
Ein weiterer Test, mit dem Sie feststellen können, ob
Sie eine visuelle Frau vor sich haben, ist die Beobachtung
ihrer Atmung. Visuelle Frauen atmen meist rasch und
flach (Brustatmung), im Gegensatz zur langsamen, tiefen
Atmung.
Um herauszubekommen, was die visuelle Frau denkt,
verfolgen Sie ihre Augenbewegungen, auch wenn sie
kein Wort sagt. Fragen Sie: »Wie stellen Sie sich das bild*
lieh vor?« Oder: »Was sehen Sie?« Oder: »Können Sie se*
hen, was ich meine?«
Fragen Sie zum Beispiel: »Würden Sie heute abend
gern ins Kino gehen?« Wenn sie nach der Seite aufwärts
schaut, die bei ihr die Vergangenheit betrifft, können Sie
erraten, daß sie an einen Film denkt, den sie gesehen hat)
oder daß sie sich an die Anzeige eines Films erinnert, den
sie gern sehen würde. Sie können dann nachhaken mit
der Frage: »Haben Sie die Anzeigen irgendwelcher guten
Filme gesehen?« Wenn sie aufblickt (und nach der Seite,
die bei ihr die Zukunft betrifft), könnten Sie fragen:
»Welchen Film würden Sie denn gern sehen?«
Sie wird sich so tief verstanden fühlen, daß sie genau
das antworten wird, was sie gedacht hat. Vielleicht: »Das
ist ja verblüffend, daß Sie von einer Anzeige sprechen.
Ich habe an eine gedacht, die in der Zeitung steht.« Sie
wird das Gefühl haben, zwischen Ihnen beiden gebe es
eine ganz besondere Verbindung, als könnten Sie ihre
Gedanken lesen.
Wenn Sie entdecken, welche Augenbewegungen Ihre
Freundin macht, während sie sich etwas aus ihrer Ver­
gangenheit vorstellt oder etwas in der Vorstellung sieht,
das sie nie vorher gesehen hat, schreiben Sie es auf. Be­
nützen Sie die Tabelle auf der nächsten Seite. Sie brau­
chen nur die Augen zu ergänzen.
Wie man mit visuellen Frauen spricht
Wenn Sie mit der visuellen Frau reden, denken Sie daran,
daß Sie nicht auf ihrer bevorzugten Wellenlänge sind. Sie
denken vielleicht, sie hört zu, während sie in Wirklich­
keit mit dem Vorstellungsbild von irgendwas beschäftigt
ist — einem Urlaubsort, einem neuen Kleid oder einem
Problem aus dem Arbeitsbereich.
Sie wirkt vielleicht manchmal etwas abwesend, aber
Sie können sie recht gut erreichen, indem Sie Ihre Gedan­
ken in visuelle Ausdrücke kleiden. Sie wird sofort im Bil­
de sein.
»Die drei Rs«: Eine Rechtshänderin erinnert sich an ein
Vorstellungsbild mit den Augen rechts oben, von Ihnen
aus gesehen.

Eine Rechtshänderin läßt ein Vorstellungsbild in sich ent­


stehen, indem sie nach links oben blickt (von Ihnen aus
gesehen).
Eine Linkshänderin erinnert sich an ein Vorstellungsbild,
indem sie, von Ihnen aus gesehen, nach links oben blickt.

Eine Linkshänderin läßt ein Vorstellungsbild in sich ent­


stehen, indem sie, von Ihnen ausgesehen, nach rechts
oben blickt.

Ihre Freundin (ergänzen Sie).


Was die visuelle Frau wahrscheinlich zu
Ihnen sagt
(Die visuellen Stichworte sind kursiv gesetzt.)
• Sie sehen heute abend großartig aus.
• Ich sehe unsere Beziehung unter einem neuen Blick­
winkel.
• Sehen Sie, was ich meine?
• Sehen Sie, was ich empfinde?
• Sehen Sie, worüber ich rede?
• Ich kann sehen, was Sie sagen, und ich finde es ver­
nünftig.
• Ich habe jetzt mehr Klarheit.
• Ich sehe so gern Menschen zu.
• An diesem Argument sehe ich zwei Seiten.
• Bei meinem Exfreund konnte ich ein destruktives
Schema sehen.
• Ich kann mir vorstellen, wie Sie einen hellroten Lastwa­
gen fahren.
• Als ich meine früheren Beziehungen betrachtete, wur­
den mir meine Fehler klar.
• Ich habe eine Niete gezogen.
• Aus meinem Blickwinkel gesehen, ist das sehr gut.

Wenn Sie Ihrer visuellen Freundin antworten, sollten Sie


sich bildhaft ausdrücken. Ich gebe Ihnen einige Wörter
an, mit denen Sie bei Ihrer visuellen Freundin ankom­
men.

Was Sie zu der visuellen Frau sagen sollten


(Die visuellen Stich Wörter sind kursiv gesetzt.)
• Endlich geht mir ein Licht auf.
• Jetzt ist es mir klar.
• Ich schaue Sie so gern an.
• Ich kann mir uns beide gut zusammen vorstellen.
• Wenn ich Sie sehe, geht die Sonne auf.
• Im Mondhcht sehen Sie wunderschön aus.
• Ich möchte ein Bild von Ihnen.
• Ihre Augen leuchten wie helle Sterne.
• Wir sehen gut aus zusammen.
• Diese Farbe verleiht Ihnen einen strahlenden Teint.
• Es ist mir klar, daß wir uns das noch mal ansehen soll­
ten.
• Ich bin in der Sache noch etwas verwirrt. Vielleicht
können Sie's aufklären.
• Lassen Sie uns das klarstellen.
• Ich werde nie eine andere Frau ansehen.

Wenn es Ihnen selber wichtig ist, wie etwas klingt oder


sich anfühlt, ist es Ihnen vielleicht am Anfang unbe­
quem, visuelle Wörter zu benützen. Es mag Ihnen um­
ständlich vorkommen, ungewohnte Ausdrücke zu ge­
brauchen, aber Ihre Freundin wird diese visuelle Aus­
drucksweise als ganz natürlich empfinden. Sie ist die Zu­
hörerin, sie hört die Worte, die ihr ein klares Bild vermit­
teln. Und sie wird entzückt sein, jemanden gefunden zu
haben, mit dem sie sich wirklich verständigen kann.
Vergessen Sie nicht, daß es sich um deutliche, gültige,
allgemein gebräuchliche Wörter handelt. Sie können mit
visuellen Wörtern ebenso ehrlich ausdrücken, was Sie
denken, wie mit allen anderen Worten. Und die Mühe,
die damit verbunden ist, daß Sie lernen, sich visuell aus­
zudrücken, ist nicht vergebens, auch wenn Ihnen die
Frau schließlich doch nicht gefällt. Sie können diese
Technik bei jedem anderen visuellen Menschen einset­
zen, zu dem Sie Kontakt suchen. Die Fähigkeit, sprach­
lich auf ein anderes System umzuschalten, macht Sie ein­
flußreicher.
Wenn Ihre Wunschfrau visuell orientiert ist, tun Sie
den ersten Schritt zu ihrer Eroberung, indem Sie einfach
andere Wörter gebrauchen als bisher. Bald wird es Ihnen
ganz selbstverständlich sein, bei ihr eine visuelle Aus­
drucksweise zu benützen. Je mehr Sie selbst visuell den­
ken, desto mehr werden Sie die visuelle Frau überzeu­
gen, daß Sie sie wirklich verstehen und schätzen. Weil
Sie ihre Sprache sprechen, wird sie unbewußt dem zu­
stimmen wollen, was Sie sagen.
Also, wenn Sie gewöhnlich sagen: »Ich verstehe, wie
Sie sich fühlen« oder »Ich höre, was Sie sagen«, versu­
chen Sie zu sagen: »Ich kann sehen, wie Sie sich fühlen.«
Für Sie klingt es vielleicht merkwürdig, aber für die Frau
klingt es ganz natürlich. Wenn Sie gewöhnlich sagen:
»Das klingt für mich nicht richtig«, versuchen Sie zu sa­
gen: »Das sieht für mich nicht richtig aus.«
Visuelle Wörter sind ihre Liebessprache. Ihre Verwen­
dung wird Sie vor Mißverständnissen bewahren und da­
zu führen, daß sie sich verstanden fühlt. Sie wird Ihnen
näherkommen, vertrauter mit Ihnen sein und besser mit
Ihnen übereinstimmen. Sie werden sie immer besser
überzeugen können.

Wie die visuelle Frau ihre Zeit zubringt


Schaufensterbummel

Fernsehen oder Kinobesuche

Beobachten anderer Leute

Gestalten ihrer Wohnung

Besuche von Kunstausstellungen und Museen

Lange Ausflugsfahrten durch schöne Landschaften

Lesen

Theaterbesuche

Betrachten des Partners

In den Spiegel schauen, die Haare kämmen und das

Make-up kontrollieren

Make-up auftragen

Zusammenstellung passender Kleidung

Beim Sonnenuntergang zuschauen

Berufe der visuellen Frau


Filmproduzentin

Augenärztin

Visagistin

Fotografin

Innendekorateurin

Malerin

Designerin

Graphikerin

Herstellerin von Computergraphik

Verkäuferin von Bekleidung

Medienberaterin

Museumsangestellte

Wie man die visuelle Frau liebt


Vor allem: Wenn Sie schlampig sind, müssen Sie für die­
se Frau Ihr Haus saubermachen. Wenn Sie es selber nicht
können, engagieren Sie eine Putzfrau, bevor sie kommt.
Nichts ist für eine visuelle Frau abstoßender als Unord­
nung. Wenn es bei Ihnen hoffnungslos ist, versuchen Sie,
in ihre Wohnung zu gehen, bis Sie Ihre eigene in Ord­
nung gebracht haben. Versuchen Sie nicht, sich der visu­
ellen Frau sexuell zu nähern, wenn alles mit Ihrer
schmutzigen Unterwäsche und leeren Bierflaschen über­
sät ist.
Ziehen Sie sich für die visuelle Frau sorgfältig an. Kei­
ne alten, zerrissenen Klamotten, kein Socken mit Lö­
chern, keine Schuhe mit schiefgetretenen Absätzen und
keine Hemden mit ausgefransten Manschetten oder Kra­
gen. Ihre visuelle Freundin sieht alles, und Sie verlieren
bei ihr an Ansehen, wenn Sie ungepflegt erscheinen.
Wenn Sie nicht wissen, was Sie anziehen sollen, gehen
Sie zu einem schicken Herrenausstatter und lassen Sie
sich dort für diesen Anlaß einkleiden. Oder fragen Sie
sie. Sie liebt es, anderen zu sagen, was sie tragen sollen.
Wenn Sie Ihre Wohnung in Ordnung bringen, könnten
Sie sie sogar kommen lassen, damit sie Ihre Kleidung
auswählt. Oder gehen Sie mit ihr zum Einkaufen. Sie ist
gern visuell kreativ und hat nichts dagegen, Ihnen zu
helfen, schick auszusehen.
Ziehen Sie unbedingt an, was nach ihrer Ansicht sexy
ist. Wenn sie sagt, sie möge gern rote Tanga-Unterhosen,
und wenn Ihnen Boxershorts besser gefallen, ist dies eine
gute Gelegenheit, Ihre Flexibilität zu beweisen und auf
einfache Art bei ihr Punkte zu sammeln. Wenn Sie Ihnen
etwas kauft oder mit Ihnen einkaufen geht und Ihnen
beim Aussuchen hilft, tragen Sie es, benützen Sie es,
stellen Sie's zur Schau. Sie merkt es ganz bestimmt,
wenn Sie es nicht tun.
Lächeln Sie sie oft an. Es ist eine visuelle Methode, ihr
zu zeigen, daß Sie mit ihr glücklich sind. Machen Sie Fo­
tos von ihr oder von Ihnen beiden und schenken Sie sie
ihr.
Die visuelle Frau ist noch empfänglicher dafür, optisch
geschätzt zu werden, als andere Frauen. Sie hat es gern,
wenn Sie bemerken, wie sie aussieht, und ihr dafür
Komplimente machen. Lassen Sie sie wissen, daß Sie sie
schön finden. Und sagen Sie ihr niemals, daß irgendwas
an ihr nicht ganz vollkommen aussieht.
Die visuelle Frau möchte, daß dem Liebesakt viel visu­
elle Werbung vorausgeht. Werbung ist altmodische Ro­
mantik. Werbung bedeutet, daß die Liebenden Zeit mit­
einander verbringen, in der sie Dinge tun, die Lust und
Erwartung, Nähe und Intimität steigern. Für die visuelle
Frau bedeutet dies, daß man mit ihr an einen Ort fährt,
wo man eine schöne Aussicht hat, einen Strandspazier­
gang macht, eine Kunstausstellung, ein Restaurant am
Wasser oder auf einer Anhöhe besucht. Um die visuelle
Frau zu werben, bedeutet, daß man sie viel und lange an­
schaut und sich von ihr anschauen läßt.
Wenn Sie zuviel und zu früh von Ihren Gefühlen re-
den, kann es auf eine visuelle Frau abkühlend wirken.
Sie drückt ihre Gefühle erst allmählich aus und möchte
sehen, daß alles richtig aussieht, bevor sie sich auf etwas
einläßt. Teilen Sie ihr Ihre Empfindungen nach und nach
mit, nicht in einem Gefühlserguß — damit erreichen Sie
sicher, daß sie sich zurückzieht.
Sie weiß es zu schätzen, wenn Sie sich Zeit nehmen,
um ihr alles in schönem Licht erscheinen zu lassen. Sie
wird tatsächlich durch das erregt, was sie sieht. Ja, wenn
ihr etwas optisch gefällt, wird sie sexuell erregt. Ge­
nauso, wie manche Frauen beim Anhören von Ravels
>Bolero< oder beim Berühren eines Nerzpelzes erregt
werden, wird sie angeregt durch den Anblick von etwas,
das optisch ansprechend ist.
Um herauszubekommen, welche Art von visueller Sti­
mulierung sie mag, schauen Sie sie und ihre Wohnung
an. Prüfen Sie den Stil und die Farben. Sie spiegeln das
wider, was ihr gefällt.
Sorgen Sie dafür, daß Ihr Schlafzimmer attraktiv ein­
gerichtet ist, und machen Sie es zusätzlich optisch anre­
gend. Stellen Sie Ihre (geschmackvollen!) erotischen
Kunstwerke zur Schau. Wenn Sie ein Bild von Ihrer Ex­
partnerin haben, lassen Sie es verschwinden. Sorgen Sie
für schmeichelnde, sanfte Beleuchtung, hängen Sie schö­
ne Bilder an die Wände, legen Sie farblich abgestimmte
Handtücher ins Bad. Beziehen Sie das Bett mit modischer
Bettwäsche. Decken Sie den Metallrahmen zu, wenn er
zu sehen ist. Nichts schreckt sie mehr ab als ein häßliches
Bett.
Fragen Sie sie, ob ihr die Einrichtung gefällt. Wenn sie
Einwände gegen irgendwas hat — sagen wir, ein Foto,
das Sie immer für sehr sexy gehalten haben —, tun Sie es
weg. Visuelles Vergnügen regt sie an. Visuelle Störungen
wecken in ihr den Wunsch, wegzugehen. Lassen Sie ihr
deshalb die Freude am Visuellen; Sie können die Musik
aussuchen.
Legen Sie ein frisch gewaschenes und sauber gebügel-
tes Leinenhandtuch ans Bett für danach. Nehmen Sie ei­
ne nagelneue Tube Gleitmittel aus Ihrem Vorrat. Tun Sie
ein neues Seifenstück ins Bad. Sie merkt es bestimmmt.
Alles Ungepflegte stößt sie ab.
Eine visuelle Frau, die an einem meiner Workshops
teilnahm, hatte große Schwierigkeiten, den richtigen
Mann zu finden. Es sah so aus, als wären die Männer, die
sie wirklich mochte, Gefühlstypen. Aber sie konnte der
Versuchung nicht widerstehen, sie so umzumodeln, daß
sie ihren visuellen Vorstellungen von dem Mann ihrer
Träume entsprachen. Wenn sie ihre Freunde zu Hause
besuchten, pusselte sie ständig herum, kochte und räum­
te auf — ein kleiner Wirbelwind, der es den gefühlsbe­
stimmten Männern ungemütlich machte und sie fort­
trieb.
Sie erzählte der Gruppe: »Ich fürchte mich fast davor,
mit dem neuen Mann in meinem Leben auszugehen, so
schlecht ist er angezogen. Ich meine, ich weiß nie, mit
was für Klamotten er auftauchen wird, und ich habe
wirklich Angst, daß er mich in Verlegenheit bringt.« Na­
türlich wurde nichts aus dieser Beziehung.
Dann lernte sie einen Mann kennen, der bei ihr einen
Volltreffer landete. Er wußte genau, wie er ihr seine Lie­
be zeigen mußte, so daß sie schon nach einem Abend bis
über beide Ohren in ihn verliebt war. Später erzählte sie
mir, wie es war.
»Er lud mich in seine Wohnung ein, ganz oben in den
Hügeln über dem Sunset Boulevard. Als ich ankam, tat
er nicht, was viele Männer tun. Es gab kein Anfassen
und Betatschen. Er küßte mich nur flüchtig auf die Wan­
ge und lud mich eiij, mich zu ihm auf den Balkon zu set­
zen. Wir saßen uns an einem kleinen Tisch gegenüber, so
daß wir uns anschauen konten; wir tranken Champagner
und sahen die Sonne untergehen und dann die Lichter
im Dunkeln blinken. Drinnen hatte er die allerschönste
Stimmungsbeleuchtung, die alles ein wenig zum Glühen
brachte. Bis dahin hatte er mich kaum angerührt, aber
seine Augen blickten schon tief in meine Seele. So war es
bei keinem anderen Mann gewesen.
Es gab ein Dinner bei Kerzenschein, dabei sahen wir
der Lichterparade der Autos zu, die unten vorbeifuhren,
und wenn wir redeten, sahen wir einander in die Augen.
Nach dem Essen zeigte er mir seine Kunstsammlung, un­
ter der auch ein paar sehr erotische, aber geschmackvolle
Drucke waren. Mir wurde ganz warm bei der Art, wie er
die Kunstwerke zärtlich und liebevoll betrachtete.
Aus der Art, wie er mich ansah, konnte ich schließen,
daß er mich für sehr sexy und attraktiv hielt. Er brauchte
kein Wort zu sagen. Langsam begann er mich zu berüh­
ren, wie ein Künstler, der eine Statue bewundert; erst
studierte er meine Schultern, dann, als er meine Bluse
aufgeknöpft hatte, jeden Teil meines Körpers, fast Zenti­
meter für Zentimeter; er berührte und bewunderte mich
fast ohne Worte. Allein schon die Art, wie er meine Brust
anschaute, weckte mein Verlangen nach ihm.
Anstatt meine gute Seidenbluse achtlos wegzuwerfen,
hängte er sie sorgfältig auf und strich sie glatt. Als ich
ihm zusah, wie er die Seidenbluse so sanft und sinnlich
berührte, sehnte ich mich danach, von ihm ebenso ange­
faßt zu werden. Schon bevor wir ins Schlafzimmer ka­
men, war ich so erregt, wie noch nie in meinem Leben —
nur dadurch, daß ich ihm zusah, wie er mich betrachtete.
Er sagte mir, wie schön ich für ihn sei; er bewunderte
jeden Teil meines Körpers — mein Haar, meine Lippen,
meine Augen — und küßte mich überall; dabei sah er
sich aber alles erst einmal an, als prüfe er ein schönes
Kunstwerk.
Wir haben uns mehrmals getroffen, und jedesmal war
es ein visuelles Fest. Manchmal leihen wir uns Sexfilme
aus und bleiben zu Hause. Ich bin noch nie so verliebt
gewesen.«
Denken Sie daran, Ihre visuelle Freundin will sich ge­
nau ansehen, was ihr bevorsteht, bevor sie es bekommt.
Sie mag es nicht, wenn man sie packt und niederwirft.
Reißen Sie sie nicht an sich, um sie zu umarmen, und
drängen Sie sie nicht zu großer körperlicher Nähe, bevor
sie die Möglichkeit gehabt hat, Sie eine Weile zu betrach­
ten. Schauen läßt ihr Verlangen aufflammen.

Was Sie sind


Ein visueller Mann. Wenn Sie sehr ordentlich sind, wenn
die Sachen in Ihren Schränken und auf dem Toiletten­
tisch sauber aufgereiht sind, wenn Sie mehr zum Persön­
lichkeitstyp A gehören — angespannt, ein Arbeitstier,
das mit den Füßen zappelt und ständig in Bewegung
ist —, sind Sie wahrscheinlich ein visueller Mann. Sie
schauen lieber auf den Stadtplan, als daß Sie sich Wegbe­
schreibungen anhören. Sie wollen etwas zuerst sehen,
und ob es Ihnen gefällt, entscheiden Sie nach dem opti­
schen Eindruck, den es auf Sie macht.

Visueller Mann/visuelle Frau. Sie glauben vielleicht, Sie


paßten perfekt zusammen, aber leider kann es auch an­
ders sein. Vielleicht sehen Sie die Dinge verschieden,
oder Sie haben beide visuell sehr festgelegte Gewohnhei­
ten und sind nicht bereit, sie zu ändern. Sie liebt Ländli­
ches, und Sie sind auf Modernes festgelegt. Für zwei vi­
suelle Menschen kann es schwierig sein, die visuellen
Kompromisse zu machen, die zum Zusammenleben nö­
tig sind. Außerdem haben Sie einander vielleicht allein
nach der äußeren Erscheinung gewählt, was nicht die be­
ste Grundlage für eine Dauerbeziehung ist.

Akustischer Mann. Sie könnten Ingenieur sein oder Sie


haben mit High-Tech zu tun. Ihr Verstand ist gut organi­
siert und Sie sind ein logischer Denker. Sie sind nicht un­
bedingt modebewußt und bevorzugen lässige Kleidung.
Für Ihre Ordentlichkeit und Ihr Stilgefühl sind Sie nicht
gerade berühmt. Sie sind ein guter Redner und ein guter
Zuhörer; Ihre Urteile fällen Sie danach, wie sich etwas
anhört.

Akustischer Mann/visuelle Frau. Für die visuelle Frau


müssen Sie sich in Schale werfen und Sie müssen sich
daran erinnern, zu bemerken, wie sie aussieht. Da es Ih­
nen nicht so wichtig ist wie ihr, wie etwas aussieht, müs­
sen Sie bereit sein, ihr die Art Ihrer Inneneinrichtung zu
überlassen. Sie werden vielleicht manchmal von ihr ent­
täuscht sein, weil sie die Worte nicht sagt, die Sie hören
wollen. Sie müssen ihr sagen, was sie sagen soll, genau
wie sie Ihnen sagen muß, was sie anziehen sollen. Positiv
ist, daß sie visuelle Freuden und Anregungen in Ihr Le­
ben bringt und daß Sie ihr Leben akustisch bereichern.

Der gefühlsbestimmte Mann. Sie sind der sensibelste von


allen Männern und haben den besten Kontakt zu Ihren
Gefühlen. Sie sind sanfter, bewegen sich langsamer und
lieben Bequemlichkeit über alles. Sie lieben es sehr, die
Dinge zu berühren, und Sie entscheiden sich auf Grund
dessen, wie sich etwas anfühlt. Ihre Gefühle sind leicht
zugänglich, nahe der Oberfläche. Sie essen und schlafen
gern, Sie lieben weiche Haut und Ihren Lieblingssessel.

Gefühlsbestimmter Mann/visuelle Frau. Da die visuelle


Frau so von dem angezogen oder abgestoßen wird, was
sie sieht, müssen Sie mit Ihrem sehr geringen Sinn für
Mode und Wohnatmosphäre wirklich sehr aufpassen.
Essen ist für Sie wichtiger als für Ihre Freundin. Sie gibt
sich eher mit weniger zufrieden, das nicht so gut
schmeckt, aber in netter Umgebung schön serviert wird.
Achten Sie darauf, ihr Komplimente wegen ihres guten
Aussehens zu machen, und schrecken Sie sie nicht mit zu
vielen Gefühlen ab, die Sie zu früh äußern.
7___________
Die akustische Frau

Die akustische Frau achtet am meisten auf Klänge. Wie


Sie sich anhören, wie Ihre Stimmlage und Ihr Stimmton
ist und welche Wörter Sie gebrauchen, ist ihr am wich­
tigsten. Sie hat zwar keinen Sehschaden, aber sie be­
merkt vielleicht nicht, was für Sie offensichtlich ist. Auch
ihre Gefühle sind intakt, aber sie sind ihr nicht das wich­
tigste Bezugssystem. Die akustische Frau hat immer ein
besseres Verhältnis zu Musik als zu Bildern, zur inneren
Logik von Wörtern als zu Gefühlen.
Die Verständigung mit der akustischen Frau ist leicht,
weil sie Gespräche genießt. Sie redet mit Ihnen und sie
redet mit sich. Manchmal wirkt sie vielleicht nur distan­
ziert, weil sie gerade ein Selbstgespräch führt.
Der Weg zum Herzen einer akustischen Frau besteht
darin, daß man ein guter Zuhörer ist, wirklich hört, was
sie zu sagen hat, und soviel wie möglich verbal mit ihr
kommuniziert. Sie findet nonverbale Kommunikation
langweilig und verwirrend.
Ihre akustische Freundin ist extrem logisch, und sie be­
hält das, was sie hört, besser als andere Menschen. Also
achten Sie sorgfältig darauf, was Sie zu ihr sagen; sie
wird es nicht vergessen. Sie hört aufmerksam zu; sie hört
nicht nur, was Sie sagen, sondern auch, was Sie nicht sa­
gen. Begrüßen Sie sie anders als gewöhnlich, wird sie
mißtrauisch. Sie bemerkt Unstimmigkeiten in Ihren Ge­
schichten sofort. Versuchen Sie nie, am Telefon etwas vor
ihr zu verbergen. Sie braucht nur zu hören, wie Sie »Hal­
lo« sagen, und sie weiß, ob Sie froh oder traurig sind,
entspannt oder ängstlich, ob Sie offen sind oder etwas
verbergen.

Die akustische Persönlichkeit


Eine akustisch orientierte Frau ist meist lässiger und ent­
spannter als eine visuell orientierte. Sie muß etwas nicht
sehen, um es zu verstehen, also sitzt sie einfach still und
hört zu.
Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind passiv: Lesen,
kreative Pläne schmieden, Musik hören und Reden. Sie
ist ein Kopftyp und lebt in ihrem Geist. Zwar tut sie im­
mer etwas, aber gewöhnlich nicht, indem sie herumrennt
und herumwerkelt. Oft genügt es ihr ebenso, von etwas
zu hören, wie hinzugehen und es mit eigenen Augen zu
sehen.
Persönliche Gespräche oder Telefonate sind ihr lieber
als Briefe und schriftliche Berichte. Kaum ist sie ins Auto
eingestiegen, dreht sie schon das Radio an. Kommt sie
nach Hause, schaltet sie den Plattenspieler oder den
Fernseher ein. Sie liebt den Klang von Stimmen.
Sie läßt rasch hören, ob sie wütend oder aufgeregt ist,
drückt sich deutlich und gut aus, diskutiert gern über
Probleme, weiß viel und genießt es, anderen etwas davon
zu erzählen. Wenn Sie ihr von einem Problem erzählen,
wirkt sie manchmal so, als hätte sie kein Mitgefühl, weil
sie anfängt, das Problem zu analysieren, anstatt Sie in
den Arm zu nehmen, was Sie eigentlich möchten. Wenn
Sie Mitleid brauchen, müssen Sie es ihr vielleicht einfach
sagen. Danken Sie ihr für ihren Rat, aber sagen Sie: »Ich
höre, was du sagst; es klingt alles sehr plausibel, aber im
Moment wäre mir eine Umarmung lieber.«
Es gibt zwei Arten von akustischen Frauen. Die eine
Sorte füllt die stillen Pausen immer auf irgendeine Weise
aus. Die andere ist sehr empfindlich für jedes Geräusch
und zieht völlige Stille vor. Jeder Laut ist eine Unterbre­
chung ihres Selbstgesprächs, besonders, wenn es ein Ge-
rausch ist, das sie sich nicht ausgesucht hat. Bei beiden
Sorten akustischer Frauen können Sie Liebesgefühle
durch die Worte erzeugen, die Sie sagen, und durch den
Klang, den Sie Ihrer Stimme geben.
Wenn sie etwas nicht vergessen soll, sagen Sie es ihr
einfach. Sie brauchen es ihr nicht zu zeigen, ihr keinen
Zettel zu hinterlassen oder eine Karte zu zeichnen. Sie
will es viel lieber hören.
Sie führt gern Telefongespräche, aber meist paßt es ihr
nicht, wenn Sie lange, intime Gespräche mit anderen
führen. Es ist fast so, als gäben Sie denen etwas, das ihr
gehört. Weil sie so gesprächsbegabt ist, kann sie der Mit­
telpunkt der Gesellschaft sein, wenn sie in Gang kommt.
Sie ist flexibler als die visuelle Frau, weil es ihr nicht so
wichtig ist, wie etwas aussieht.
Obwohl sie ihre Gedanken sehr gut in eine logische
Ordnung bringen kann, scheinen ihre Habseligkeiten oft
durcheinander zu geraten. Sie kann ziemlich schlampig
sein, denn wenn sie anfängt, ihre Sachen zu ordnen, ge­
rät sie in lange Selbstgespräche darüber, wo sie etwas
verwahren soll und was das für Folgen haben kann.
Wenn Sie also eine perfekte Haushaltsführung erwarten,
werden Sie sie von der akustischen Frau nicht bekom­
men.
Die beste Methode, einer akustischen Frau mitzutei­
len, daß Sie sie lieben, besteht darin, es ihr immer und
immer wieder zu sagen, so oft Sie nur können. Wenn Sie
keinen Kosenamen für sie haben, denken Sie sich einen
aus.
Manchmal regt sie sich grundlos auf. Alles scheint
okay zu sein, und plötzlich will sie Streit anfangen. Das
liegt daran, daß in ihrem Geist — vielleicht tagelang —
eine Diskussion abgelaufen ist, bevor sie Ihnen etwas da­
von sagt.
Sie haßt Geschrei und Gebrüll, besonders, wenn es
von Ihnen kommt. Sie können fast alles zu ihr sagen,
vorausgesetzt, Ihr Tonfall bleibt freundlich.
Die Augen des akustischen Typs
Beobachten Sie die Augen Ihrer Freundin, um festzustel­
len, ob sie akustisch orientiert ist oder nicht. Durch auf­
merksame Beobachtung können Sie ihre Gedanken le­
sen. Die Augen einer akustischen Frau gehen fast immer
rasch nach einer Seite, wenn sie nachdenkt, wenn sie mit
sich selber redet oder wenn sie beurteilt, was Sie gerade
gesagt haben. Von Zeit zu Zeit schaut sie auf, denn sie
kann sich auch Dinge visuell vorstellen, aber meistens
schaut sie in die Richtung ihrer Ohren.
Es ist wichtig, die visuelle und die akustische Frau
nicht zu verwechseln. Die Vorlieben und Bedürfnisse der
akustischen Frau sind ganz anders als die der visuellen.
Wenn Sie mit einer Frau ausgehen wollen, ist es ganz
wichtig zu wissen, ob sie eine visuell, akustisch oder von
Gefühlen bestimmte Frau ist. Wenn Sie ein visueller Typ
sind — wozu viele Männer neigen —, sind Sie vielleicht
versucht, Ihren Plan für das Zusammensein ganz nach
visuellen Gesichtspunkten auszurichten — und dann
kann es passieren, daß die Frau es nicht zu schätzen
weiß.
Ein Mann, der zur Partnerschaftsberatung zu mir kam,
hatte Schwierigkeiten mit der Frau, die er liebte. »Ich
weiß, daß sie mich mag, aber es gelingt mir anscheinend
nicht, das Richtige zu treffen, wenn wir zusammen etwas
tun oder ausgehen. Ich habe sie zur Vernissage eines
Freundes mitgenommen, und sie wirkte gelangweilt. Ich
wollte ihr ein bestimmtes Ausstellungsstück zeigen — sie
sah es an, und das war alles. Es bedeutete ihr nichts. Ich
bin am Wochenende mit ihr in die Weingegend gefahren.
Im Herbst, wenn sich das Laub färbt, ist es dort sehr
schön. Wir waren bei einer Weinprobe, und am Nachmit­
tag saßen wir bei einem Picknick, aber ich merkte, daß sie
unruhig war. Sie beklagte sich, weil das Stereoradio im
Auto nicht funktionierte, und langweilte sich. Meinen
Sie, daß wir einfach nicht zusammenpassen? Ich meine,
im Bett kommen wir toll miteinander aus, und ich mag
sie wirklich, aber ich fürchte, wir werden nie etwas fin­
den, was wir gern zusammen unternehmen.«
Da er es schon mit visuellen Erlebnissen (schöner
Landschaft) und Fühl-Erlebnissen (Picknicks und Wein­
probe) versucht hatte, ohne die erhofften Reaktionen
hervorzurufen, mußte er es nun mit einem akustischen
Erlebnis probieren, zum Beispiel einem Konzert oder ei­
nem Vortrag. Er berichtete, bei ihrer nächsten Verabre­
dung, einem Konzert, sei sie viel begeisterter gewesen.
Er hatte sich offenbar eine akustisch orientierte Frau
ausgesucht und ihr visuelle Erlebnisse geboten. Als er
lernte, in akustischer Richtung zu denken, konnte er mit
der Frau, an der ihm etwas lag, eine ganz neue Bezie­
hung beginnen.
»Jetzt verbringen wir viel Zeit mit Reden. Sie sagt, ich
sei ein seltener Glücksfall, weil ich wirklich zuhöre und
auch zu verstehen scheine, was sie sagt.«
Er bemerkte auch, sie würde auf seine Fragen antwor­
ten, indem sie erzählte, wie sich etwas anhörte. Zum Bei­
spiel fragte er sie, wo sie aufgewachsen sei. Sie sagte: »In
einer geräuschvollen Industriestadt, wo man kaum seine
eigenen Gedanken hören konnte.« Außerdem blickten
ihre Augen zur Seite, ein deutliches Zeichen für den aku­
stischen Typ.
Wenn Sie viele Fragen stellen und die Augenbewegun­
gen Ihrer akustischen Freundin beobachten, werden Sie
feststellen können, wohin sie schaut, während sie sich an
ein Geräusch von früher erinnert, und wohin sie schaut,
während sie sich ein Geräusch vorstellt, das sie noch nie
gehört hat.
Als Brett und Darlene zu mir kamen, waren sie schon
eine Weile zusammen, aber Brett hatte das Gefühl, Dar­
lene wäre nicht zärtlich genug. Er war ein Gefühls­
mensch und mußte oft berühren und berührt werden.
Nach seiner Ansicht schaute Darlene zu häufig weg, und
es machte ihn unsicher, daß sie ihn nicht ansah, wenn er
sie berührte. Darlene, eine akustische Frau, konnte mit
seinem nonverbalen Kommunikationsstil, der mit Berüh­
rungen arbeitete, nichts anfangen; ihr mußte man sagen,
daß man sie liebte.
Brett lernte, Darlene nicht gleich nach dem Betreten
des Zimmers zu packen, ohne vorher etwas zu sagen.
Solange er redete, hatte sie gar nichts dagegen, von ihm
berührt zu werden. Sie verstand, was jede Berührung be­
deutete.
»Ich liebe deinen Nacken«, sagte er, wobei er ihr sanft
über den Nacken strich. »Ich mag es so gern, wie du
schmeckst«, sagte er und küßte sie. Allmählich, während
er immerzu redete, stellte er fest, daß er das Liebesspiel
viel erregender gestalten konnte und daß sie mehr darauf
einging als je zuvor. Bald fing auch Darlene an, ihm zu
sagen, daß sie gewisse Teile seines Körpers mochte, und
nun berührte sie ihn auch. Sie sind immer noch zusam­
men.
Ob Sie es mit einer akustischen Frau zu tun haben,
wissen Sie, wenn Sie Ihre Sinne benutzen. Beobachten
Sie ihre Augen. Hören Sie auf die Wörter, die sie ge­
braucht. Testen Sie ihre Reaktion auf Bilder, Klänge, Tast­
empfindungen. Die akustisch orientierte Frau reagiert
immer am besten auf Klänge.

Akustische Tests
Fragen, mit denen Sie herausfinden können, ob Sie mit
einer akustischen Frau zu tun haben
(Beobachten Sie ihre Augenbewegungen und achten Sie
auf die Antworten. Kontrollieren Sie akustische Wörter
und Seitwärtsbewegungen der Augen.)
• Wie war Ihre Kindheit?
• Was hat Ihnen an Ihrem ersten Freund gefallen?
• Was ist das Beste an Ihrer Arbeit?
• Was ist das Schlimmste an Ihrer Arbeit?
Fragen, um eine akustische Erinnerung an früher wach­
zurufen
(Beobachten Sie, nach welcher Seite sie schaut, wenn sie
antwortet. Dahin wird sie immer schauen, wenn sie sich
an etwas erinnert, das sie früher schon einmal gehört
hat.)
• Was ist Ihre Lieblingsmusik?
• Glauben Sie manchmal, die Stimme Ihrer Mutter zu
hören?
• Sind Sie an einem ruhigen Ort aufgewachsen?
• Was haben Sie über heute abend zu sich selber ge­
sagt?

Fragen, um eine akustische Reaktion in der Fantasie her­


vorzurufen
(Wenn sie antwortet, schaut sie nach der Seite, die der
ihrer Erinnerungen an früher entgegengesetzt ist. Dort­
hin wird sie immer schauen, wenn sie sich vorstellt, et­
was zu hören.)
• Wie würde Ihre Stimme klingen, wenn Sie ein Mann
wären?
• Wie würden Sie sich als Opernsängerin anhören?
• Wenn Sie taubstumm wären, würden Sie sprechen
oder die Zeichensprache lernen?

Wie man mit der akustischen Frau spricht


Machen Sie den Mund auf, wenn Sie mit Ihrer akusti­
schen Freundin sprechen. Ein wissendes Nicken beein­
druckt sie nicht. Verlassen Sie sich nicht auf einen liebe­
vollen Blick, um Ihre Gefühle mitzuteilen; sagen Sie ihr,
Sie nicht einfach nur zu,
wenn sie redet; werfen Sie von Zeit zu Zeit ein Wort ein,
damit sie weiß, daß Sie zuhören.
Üben Sie den Gebrauch von akustischen Ausdrücken,
damit sie Sie wirklich beachtet. Akustische Wörter sind
für sie etwa so, als hörte sie ihren eigenen Namen in ei­
nem überfüllten Raum.

Was die akustische Frau wahrscheinlich zu


Ihnen sagen wird
(Die akustischen Wörter sind kursiv gesetzt.)
Wenn ich dir zuhöre, geht es mir gleich besser.

Das hört sich wie eine gute Idee an.

Setzen wir uns ruhig hin und reden wir darüber.

Ein kleines Vögelchen flüstert mir, daß du nicht die

Wahrheit sagst.

Hast du gehört, was ich gesagt habe?

Wenn ich will, kann ich zuhören oder abschalten.

Deine Stimme klingt für mich immer sexy.

Harmonie ist mir wichtig.

Ich habe es glasklar gehört.

Bei meinem Exfreund gab es immer eine Menge Stör­

geräusche.

Das klingt negativ in meinen Ohren.

Warum hören wir nicht ein bißchen Musik?

Es klingt, als hättest du nicht gehört, was ich sagte.

Wenn Sie Ihrer akustisch orientierten Freundin antwor­


ten, sollten Sie akustische Wörter benützen. Ich nenne
Ihnen ein paar Wörter, die sie sicher beachten wird.
Was Sie zu einer akustisch orientierten Frau
sagen sollten
(Die akustischen Wörter sind kursiv gesetzt.)
• Ich höre dich ganz deutlich.
• Laß uns darüber reden, wie wir uns besser auf einan­
der einstimmen können.
• Der Klang deiner Stimme ist Musik in meinen Ohren.
• Irgendwas sagt mir, daß wir füreinander bestimmt
sind.
• Dieser Gedanke an uns beide klappert in meinem Kopf
wie ein Mühlenrad.
• Was du gesagt hast, hat bei mir eine Saite zum Schwin­
gen gebracht.
• Ich höre den Klang deiner Stimme so gern.
• Das klingt nach einer guten Idee.
• Du hörst dich an, als wolltest du mit mir reden.
• Ich möchte das in aller Ruhe besprechen, ohne laut zu
werden.
• Wenn du dich selber hören könntest, würdest du das
nicht sagen.
• Ich möchte, daß wir uns in derselben Tonart äußern.
• Wenn du mir sagst, was dir im Kopf herumgeht, will
ich dein Schalltrichter sein.
• Nicht was du gesagt hast, beunruhigt mich, sondern
der Ton, in dem du gesprochen hast.

Wenn es Ihnen selbst wichtiger ist, wie etwas aussieht


oder sich anfühlt, mag es Ihnen anfangs unbequem sein,
akustische Ausdrücke zu gebrauchen. Das Ungewohnte
kommt Ihnen vielleicht ungeschickt vor, aber Ihre Freun­
din findet diese akustische Ausdrucksweise ganz natür­
lich. Sie ist es, die lauscht und die Wörter hört, die Musik
in ihren Ohren sind. Sie wird entzückt sein, jemand ge­
funden zu haben, mit dem sie sich wirklich verständigen
kann.
Denken Sie daran, daß es sich um deutliche, gültige,
allgemein gebräuchliche Wörter handelt. Sie können mit
akustischen Wörtern ebenso ehrlich ausdrücken, was Sie
denken, wie mit allen anderen Wörtern. Und die Mühe,
die Sie sich damit machen, ist nicht umsonst, selbst wenn
Ihnen die Frau schließlich doch nicht gefällt. Sie können
diese Technik bei jedem anderen akustisch orientierten
Menschen einsetzen, mit dem Sie sich verständigen müs­
sen. Die Fähigkeit, sprachlich einen anderen Gang einzu­
legen, macht Sie einflußreicher.
Wenn Ihre Wunschfrau ein akustischer Typ ist, tun Sie
den ersten Schritt zu ihrer Eroberung, indem Sie einfach
andere Wörter gebrauchen als bisher. Bald wird es Ihnen
ganz selbstverständlich sein, bei ihr eine akustische Aus­
drucksweise zu benützen. Je mehr Sie selbst akustisch
denken, desto mehr werden Sie die akustische Frau da­
von überzeugen, daß Sie sie wirklich verstehen und
schätzen. Weil Sie ihre Sprache sprechen, wird sie unbe­
wußt dem zustimmen wollen, was Sie sagen.
Wenn Sie also gewohnheitsmäßig sagen: »Ich verste­
he, was du empfindest« oder »Ich sehe, was du meinst«,
versuchen Sie zu sagen: »Ich höre, was du sagst.« Es mag
Ihnen seltsam vorkommen, aber für sie klingt es ganz
normal. Wenn Sie normalerweise sagen: »Das sieht für
mich nicht richtig aus«, versuchen Sie zu sagen: »Das
klingt für mich nicht richtig.«
Akustische Wörter sind ihre Liebessprache. Ihre Ver­
wendung hilft Ihnen, Mißverständnisse zu vermeiden
und ihr das Gefühl zu geben, verstanden zu werden. Sie
wird sich Ihnen näher fühlen, vertrauter und mehr im
Einklang mit Ihnen. Sie werden ihr gegenüber immer
mehr Überzeugungskraft gewinnen.
Wie die akustisch orientierte Frau ihre Zeit
verbringt
• Plattenhören und Konzertbesuch
• Telefongespräche
• Musizieren
• Tanzen
• Anhören von Tonbandaufnahmen von Vorträgen oder
Büchern
• Tätigkeiten bei laufendem Fernseher, ohne unbedingt
hinzuschauen
• Entwerfen von zukünftigen Gesprächen im Geist
• Wiederholung früherer Gespräch im Geist; dabei fragt
sie sich, ob sie das Richtige gesagt hat, was jemand
gemeint haben könnte oder was sie hätte sagen kön­
nen (statt dessen, was sie gesagt hat).
• Belauschen der Gespräche anderer
• Lange vertraute Gespräche mit Freundinnen/Freun­
den
• Radiohören
• Freude an Naturgeräuschen, an Meeresrauschen und
Vogellauten

Berufe der akustischen Frau


Telefonverkauf

Lehrerin

Tätigkeit beim Rundfunk

Tätigkeit im Musikgeschäft

Therapeutin oder Beraterin

Sängerin

Musikerin

Anwältin

PR-Fachfrau

Schriftstellerin

Redakteurin

Verlegerin

Wie man die akustische Frau liebt


Wenn Ihre akustische Freundin zu Ihnen kommt, um die
Nacht mit Ihnen zu verbringen, legen Sie die Platten bei
der Anlage bereit und stellen Sie die Musik an, bevor Sie
sich darum kümmern, Ihre Wohnung aufzuräumen. Sie
läßt sich mehr davon beeindrucken, ob die Musik ihr ge­
fällt, als von einer ordentlichen Umgebung. Sie kauft die
besten CD-Aufnahmen; guter Klang ist ihr ziemlich
wichtig.
Sie liebt die Geräusche des Geschlechtsverkehrs.
Wenn Sie einen geräuschvollen Orgasmus zustande brin­
gen, wird sie wirklich beeindruckt sein. Wenn es dabei
ganz ruhig zugeht, glaubt sie, Sie hätten keinen Spaß.
Lassen Sie sie wissen, daß Sie das Zusammensein mit ihr
genießen.
Das bedeutet viele Worte: vorher, während und da­
nach. Um die akustische Frau wirbt man nicht mit Küs­
sen, sondern mit Reden. Nehmen Sie sich viel Zeit, ihr
zu sagen, wie sehr Sie sie schätzen. Sagen Sie ihr, Sie
seien ihr größter Verehrer und Sie fänden sie umwer­
fend.
Greifen Sie nie einfach nach ihr, um sie gleich nieder­
zuwerfen; ja, rennen Sie nicht einmal auf sie zu, um sie
zu berühren. Sie muß erst reden. Reden erregt sie. Reden
bringt sie in Stimmung für die Liebe. Wenn Sie ein
schweigsamer Typ sind, werden Sie nicht lange bei einer
akustischen Frau bleiben.
Als Vorspiel braucht die akustische Frau das Gespräch.
Gespräche sind der Liebeszauber, der sie am meisten an­
regt. Ein langes, intimes, vertrautes Gespräch bedeutet
ihr mehr als die größte sexuelle Hochleistung, und selbst
eine mittelmäßige Leistung ist für sie eine Sinfonie, wenn
sie von den richtigen Worten begleitet ist.
Das Tempo der akustischen Frau ist sanft, nicht hek­
tisch. Sie mag keine eilige Liebe. Bei ihr müssen Sie sich
Zeit lassen; ganz allmählich bewegen Sie sich miteinan-
der in Richtung Schlafzimmer — ganz natürlich, als wür­
den Sie dorthin gezogen.
Achten Sie darauf, wie sie atmet, langsam, tief, aus
dem Zwerchfell, nicht oben aus der Brust. Achten Sie auf
ihren regulierten Stimmklang, nicht zu hoch, nicht zu
tief. Nehmen Sie wahr, wie sie ihr Sprechen rhythmi­
siert, fast, als ob sie sich nach einem stummen Metronom
richten würde, das nur sie hören kann. Dies ist das Tem­
po, das Sie versuchen sollten nachzuahmen, wenn Sie
mit der akustischen Frau verkehren.
Sie bemerkt die Blumen in der Vase oder die neuen Bil­
der an der Wand vielleicht nicht, aber Sie können sicher
sein, daß sie merkt, ob Sie im Einklang mit ihr sind oder
nicht.
Zwar liebt die akustische Frau ein gutes Streitge­
spräch, aber erheben Sie niemals die Stimme. Lieben Sie
sie mit der Musik Ihrer Stimme und mit den Worten, die
Sie sagen. Sie liebt Lyrik und erotische Geschichten. Su­
chen Sie sich eine großartige Sex-Geschichte und lesen
Sie sie ihr vor — es wird ihr sehr gefallen.
Dann, während Sie die ganze Zeit lesen oder reden,
berühren Sie sie allmählich und erkunden ihren Körper.
Sie ist relativ leicht glücklich zu machen — Sie brauchen
nur die richtigen Worte zu sagen. Wenn Sie gut obszön
reden können, können Sie Ihrer akustische Freundin al­
lein schon mit erotischer Sprache >einheizen<. Bevor Sie
ins Schlafzimmer kommen, erzählen Sie ihr, was Sie tun
und wie Sie sie lieben werden. Das wird sie in sexuelle
Erregung versetzen. Wenn das verbale Vorspiel richtig
ist, wird sie dadurch schon bereit für die Umarmung.
Spielen Sie dieselbe Musik, die sie zu Hause hört.
Dann fühlt sie sich entspannt. Passen Sie Ihren Stimm­
klang dem Ihrer Freundin an. Reden Sie mit ihr über die
Laute der Liebe. Sagen Sie ihr: »Deine Stimme erregt
mich.« Oder: »Unsere Körper scheinen perfekt aufeinan­
der eingestimmt zu sein.«
Nennen Sie sie oft beim Namen, besonders während
der Liebe. Es bestätigt ihr, daß Sie wissen, mit wem Sie
zusammen sind und daß sie für Sie etwas Besonderes ist.
Sie können sie mit Cunnilingus traktieren, bis Ihnen die
Zunge abfällt, Sie können der beste Liebhaber der Welt
sein, aber wenn Sie mit Ihrer akustischen Freundin nicht
reden, werden Sie sie an jemanden verlieren, der es tut.
Ein Mann, der sich nicht verbal äußert, interessiert sie
nicht. Sie denkt, Sie halten etwas zurück, selbst wenn Sie
meinen, Sie hätten nichts zu sagen.
Eine akustisch orientierte Frau erzählte mir, sie sei ver­
rückt nach einem Mann, seit sie das erste Mal miteinan­
der geschlafen hätten. Er hatte ihr das höchste akustische
Erlebnis verschafft. »Es war die aufregendste Nacht mei­
nes Lebens. Zuerst gingen wir essen, und wir redeten
und redeten. Dann gingen wir zu ihm und redeten bis
morgens um drei, danach fielen wir ins Bett. Im Bett un­
terhielten wir uns noch mal ungefähr eine Stunde lang,
und währenddessen fing er an, mich überall zu berühren.
Bis es zum Liebesakt kam, war ich erregter als zuvor, so­
weit ich mich erinnern kann.
Und er redete weiter, während wir uns liebten; er sagte
mir, wie schön ich sei und wie angenehm ich mich anfüh­
le, und wie sehr er es genieße, mit mir zusammenzusein.
Dann, als ich ihn berührte, stöhnte er vor Lust. Dieser
Laut machte mich zum Tier. Ich konnte meine Hände
nicht von seinem Körper fernhalten. Und als ich ihn mit
dem Mund berührte, sagte er fortwährend: >O Gott, o
Gott, so hab ich mich noch nie gefühlt<, und das spornte
mich zum Weitermachen an.
Dann klangen unsere Stimmen wie ein Duett wettei­
fernder Gitarren — ich spornte ihn an und er mich.
Schließlich gaben wir beide diese unglaublichen, primi­
tiven animalischen Laute von uns, die uns auf eine ande­
re Bewußtseinsstufe brachten. Ich hörte mich selber vor
Lust schreien, und er schrie: >Komm mit mir zugleich,
komm mit mir zugleich; o Gott, ich bin soweit, ich bin
soweit!< Und dann waren da nur noch die Geräusche un-
serer Orgasmen. Ich glaube, ich kann nicht mehr leben,
ohne ihn wieder zu lieben. Wir waren ein Konzert männ­
licher und weiblicher Orgasmen. Diese Töne werde ich
nie vergessen.«

Was Sie sind


Visueller Mann. Wenn Sie sehr ordentlich sind, wenn die
Sachen in Ihren Schränken und auf dem Toilettentisch
sauber aufgereiht sind, wenn Sie mehr zum Persönlich­
keitstyp A gehören — angespannt, ein Arbeitstier, das
mit den Füßen zappelt und ständig in Bewegung ist —,
sind Sie wahrscheinlich ein visueller Mann. Sie schauen
lieber auf den Stadtplan, als daß Sie sich Wegbeschrei­
bungen anhören. Sie wollen etwas zuerst sehen, und Sie
entscheiden, ob es Ihnen gefällt, nach dem optischen
Eindruck, den es auf Sie macht.

Visueller Mann/akustische Frau. Wenn Sie ein visueller


Mann sind, werden Sie vielleicht frustriert durch das
mangelnde Interesse Ihrer akustischen Freundin, ihre
Umgebung optisch ansprechend zu gestalten. Sie regen
sich vielleicht auf, weil sie nicht merkt, daß Sie sich den
Schnurrbart abrasiert haben. Aber machen Sie sich keine
Sorgen. Es ist vorteilhaft, eine Frau zu haben, die mehr
an Ihren inneren Werten interessiert ist, die es zwar zu
schätzen weiß, daß Sie gut aussehen, für die aber gutes
Aussehen nicht das Wichtigste im Leben ist. Hören Sie
ihr zu. Sie stellen vielleicht fest, daß Ihnen das, was Sie
zu hören bekommen, genug Ausgleich für das gibt, was
sie nicht bemerkt.

Akustischer Mann. Sie könnten Ingenieur sein oder je­


mand, der mit High-Tech zu tun hat. Sie haben einen gut
organisierten Verstand und sind ein logischer Denker. Sie
sind nicht unbedingt modebewußt und bevorzugen lässi-
ge Kleidung. Sie sind nicht gerade berühmt für Ihre Or­
dentlichkeit und Ihr Stilgefühl. Sie sind ein guter Redner
und ein guter Zuhörer; Ihre Urteile fällen Sie danach, wie
sich etwas anhört.
Akustischer Mann/akustische Frau. Wenn Sie als akusti­
scher Mann sich für eine akustische Frau interessieren,
sollten Sie keinerlei Probleme haben. Sie werden einan­
der laut und deutlich hören, und mit sehr wenig Mühe
werden Sie bei ihr den richtigen Ton treffen. Sie können
mit ihr stundenlange Telefongespräche über Philosophie
und das Universum genießen oder sich gemeinsam an
Musik und Konzerten erfreuen.
Der gefühlsbestimmte Mann. Sie sind der sensibelste von
allen Männern und haben den besten Kontakt zu Ihren
Gefühlen. Sie sind sanfter, bewegen sich langsamer und
lieben Bequemlichkeit über alles. Sie lieben es sehr zu
berühren und Sie entscheiden sich auf Grund dessen,
wie sich etwas anfühlt. Ihre Gefühle sind leicht zugäng­
lich, nahe der Oberfläche. Sie essen und schlafen gern,
Sie lieben weiche Haut und Ihren Lieblingssessel.

Gefühlsbestimmter Mann/akustische Frau. Wenn Sie ein


gefühlsbestimmter Mann sind, achten Sie darauf, daß Sie
mit der akustischen Frau reden, während Sie sie berüh­
ren. Versuchen Sie nicht, ohne Worte mit ihr zu kommu­
nizieren, und gehen Sie niemals davon aus, daß sie ver­
steht, wie Sie sich fühlen. Sie ist eine Frau, der Sie Ihre
Gefühle mit Worten mitteilen müssen. Ob Sie glücklich
oder verletzt sind — sie muß es hören, um es zu glauben.
8______________
Die gefühlsbestimmte Frau

Ihre gefühlsbestimmte Freundin ist die sensibelste und


verletzlichste Frau von allen. Sie ist auch am leichtesten
zufriedenzustellen. Außerdem ist sie die intuitivste, ver­
ständnisvollste und einfühlsamste aller Frauen. Sie geht
davon aus, wie sie sich fühlt, wenn sie mit Ihnen zusam­
men ist und achtet nicht darauf, wie toll Sie sind, ob Sie
richtig angezogen sind, das richtige Auto fahren oder die
richtigen Worte sagen.
Es ist einfach, einer gefühlsbestimmten Frau nahezu­
kommen, weil sie so offen und emotional ist. Sie vertraut
schnell ihrem Instinkt, und sie weiß, wann sich eine Be­
ziehung für sie richtig anfühlt.
Mit Ihrer gefühlsbestimmten Freundin ist die Verstän­
digung einfach, denn sie braucht weder Worte noch Bil­
der; sie versteht die Botschaft, indem sie sie spürt. Sie
hat weder den stählernen Computergeist der akustischen
Frau noch das wachsame Auge der visuellen Frau, des­
halb bemerkt sie vielleicht nicht gleich, daß Sie sie anlü­
gen, aber sie spürt, daß etwas nicht stimmt.
Den Weg zum Herzen Ihrer gefühlsbestimmten Freun­
din finden Sie, indem Sie Ihre eigenen Gefühle frei und
ungezwungen zeigen. Sagen Sie ihr, was Sie empfinden,
berühren Sie sie oft, äußern Sie Ihre Verletzlichkeit, wei­
nen Sie im Kino, zeigen Sie Mitleid und Mitgefühl für
andere.
Die gefühlsbestimmte Persönlichkeit
Die Gefühlsfrau ist diejenige, die am meisten gibt. Sie
gibt jedem — manchmal bis zum Äußersten. Sie ist so
geartet, daß sie verirrte Menschen aufnimmt, damit sie
ihnen helfen kann. Sie nimmt auch verirrte oder verletzte
Tiere bei sich auf und fällt prompt auf jeden Hausierer
herein, der eine herzzerreißende Geschichte erzählt.
In ihren Gefühlen kennt sie kein Maß; wenn sie glück­
lich ist, ist sie ekstatisch, wenn sie traurig ist, ist sie am
Boden zerstört. Wenn sie wütend ist, ist sie außer sich.
Sie platzt leicht, wirft die Türen zu, schreit und/oder
weint. Glücklicherweise versöhnt sie sich rasch wieder,
nachdem sie sich abgekühlt hat. Wenn sie glücklich ist,
strahlt es auf alle aus, die in ihrer Nähe sind, und wenn
sie unglücklich ist, senkt sich ihre schwarze Wolke eben­
so rasch auf ihre Mitmenschen herab.
Bei ihr brauchen Sie sich nie zu sorgen, ob sie Sie liebt
oder nicht. Die Gefühlsfrau kann ihre Gefühle nicht ver­
bergen. Sie schaut Sie an, und die Liebe leuchtet ihr aus
den Augen. Sie spricht mit Ihnen, und die Liebe klingt in
ihrer Stimme mit. Sie berührt Sie, und die Liebe vibriert
in ihrer Berührung.
Sie ist besorgt um Ihre Gefühle; sie möchte wissen, ob
Sie glücklich sind oder nicht. Sie hat einen sehr realen
Bezug zu Ihren Gefühlen. Wenn Sie traurig sind, ist sie
es mit Ihnen. Wenn Sie glücklich sind, freut sie sich für
Sie.
Die Gefühlsfrau sehnt sich nach Liebe und Zuwen­
dung und ist in höchster Übereinstimmung mit ihrem
Körper. Küsse, Umarmungen oder andere physische Ge­
fühlsäußerungen kommen bei ihr rasch zustande und sie
strahlt, wenn sie berühren kann oder berührt wird. Bei
ihr ist es wichtig, wie, wo und wann man sie berührt.
Wenn Sie bei ihr Punkte sammeln wollen, berühren Sie
sie oft.
Bequemlichkeit ist ihr wichtiger als Stil, und sie reißt
sich kein Bein aus, um sich aufzuputzen. Man wird sie
eher im Jogginganzug oder in alten Jeans antreffen als im
Cocktailkleid und in Schuhen mit hohen Absätzen.
Lange Zusammenkünfte und Diskussionen machen sie
ungeduldig. Sie entspannt sich lieber und ist einfach nur
da, anstatt etwas zu tun. Die Gefühlsfrau ist spontaner
als die akustische oder die visuelle Frau, die gern zuerst
über etwas nachdenkt oder schaut, wie etwas aussieht.
Die Gefühlsfrau tut etwas einfach nur, weil es sich im
Moment gut anfühlt, ohne zu analysieren oder sich allzu
viele Sorgen zu machen, ob es eine gute Idee ist oder
nicht. Für sie ist alles eine gute Idee, was sich gut anfühlt.
Ihre Spontaneität kann jedoch Ihre Pläne zunichte ma­
chen, denn ihre Gefühle wechseln, und Sie müssen dar­
auf gefaßt sein, daß sie zum Beispiel sagt: »Mir ist heute
einfach nicht danach, ins Kino zu gehen. Warum bleiben
wir nicht zu Hause und lassen uns eine Pizza kommen?«
Sie tun gut daran, bei der Pizza mitzumachen. Tun Sie es
nicht, wird sie sich den ganzen Abend ungemütlich füh­
len.
Sie ist ganz verstört, wenn sie das Gefühl hat, Sie be­
achteten ihre Gefühle zu wenig. Wenn sie unglücklich ist,
will sie, daß Sie ebenfalls unglücklich sind, aber auch
Mitgefühl zeigen. Sie sollen so handeln, als wären ihre
Gefühle Ihnen wichtig. Wenn Sie ihre Gefühle nicht mit­
kriegen, kann das für Ihre Beziehung das Ende bedeuten.
Zu ihrem Glück braucht sie physische Nähe. Alle Wör­
ter der Welt können sie nicht rühren, wenn sie Ihre phy­
sische Gegenwart nicht hat. Die beste Art, einer Gefühls­
frau das Gefühl zu geben, daß sie geliebt wird, ist es, bei
ihr zu sein, wirklich an ihrer Seite, mit Körperkontakt, so
viel wie möglich. Sie wird rasch süchtig nach Ihrer kör­
perlichen Anwesenheit und ohne sie nie zufrieden sein.
Ihre Gefühlsfrau genießt sinnliche Erlebnisse. Sie liebt
Essen und Trinken, läßt sich gern massieren, liegt gern
lange in der Badewanne oder in der Sonne und läßt
sich gern physisch verwöhnen.
Die Gefühlsfrau kann meist gut kochen — aber erwar­
ten Sie nicht, daß sie eine perfekte Hausfrau oder auch
nur normal ordentlich ist. Ihre Wohnungseinrichtung
wird von der Bequemlichkeit bestimmt, nicht vom Stil.
Sie sieht das Leben entspannt, ist im allgemeinen lie­
benswürdig und flexibel. Sie ist leicht zu lieben und sie
liebt leicht.
Die beste Art, eine Gefühlsfrau wissen zu lassen, daß
Sie sie lieben, besteht in Berührungen und Küssen und in
der Sorge um ihren Komfort und ihre Gefühle. Es ist
ganz nett, wenn Sie ihr immerzu sagen, daß Sie sie lie­
ben, aber sie muß auf eine bestimmte Art berührt wer­
den, um sich geliebt zu fühlen. Wie sie berührt werden
will, finden Sie heraus, indem Sie ihre Reaktionen beob­
achten. Die richtige Berührung erwärmt sie ganz und gar.

Die Augen des gefühlsbetonten Typs


Ihre gefühlsorientierte Freundin senkt oft den Blick; nicht
weil sie schüchtern ist, sondern weil sie prüft, was sie in
dieser oder jener Situation empfindet. Ob sie über etwas
ernsthaft nachdenkt, können Sie daran erkennen, daß sie
die Augen niederschlägt.
Sie spürt, ob Sie sie beachten, auch wenn sie Sie nicht
anschaut. Es kann so aussehen, als hörte sie Ihnen nicht
zu, weil sie Sie nicht ansieht, aber das stimmt nicht. Sie
überprüft alles mit ihrem inneren Barometer, bevor sie
Sie wissen läßt, was sie denkt.
Die meisten Menschen neigen dazu, den Blick zu sen­
ken, wenn man sie fragt, was sie bei irgend etwas emp­
finden. Aber die Gefühlfrau schaut immer nach unten
rechts, wenn man ihr eine neutrale Frage stellt, die sie
zwingt, sich zu prüfen.
Es ist sehr wichtig, die gefühlsorientierte Frau nicht
mit der visuell oder akustisch orientierten zu verwech­
seln. Einer meiner Klienten hätte beinahe seine Geliebte
verloren, weil er nicht erkannte, daß sie eine Gefühlsfrau
war. Frank und Elaine waren schon fast ein Jahr mitein­
ander ausgegangen, als er bei mir Rat suchte. Er erklärte:
»Ich weiß nicht, was ich verkehrt mache, aber sie sagt,
ich gebe ihr nicht genug. Ich gebe ihr alles. Ich sage ihr
immer, wie sehr ich sie liebe, und doch scheint sie mir
nicht wirklich zu glauben. Ich gebe ihr mein Alles, und
sie sagt, es ist einfach nicht genug.«
Als ich die beiden zusammen sah, wurde sofort deut­
lich, wo das Problem ihrer Beziehung lag. Als sie in mei­
ne Praxis kamen, begrüßte Elaine mich mit einer herzli­
chen Berührung, und Frank hielt sich zurück. Als sie sich
auf meine Couch setzten, nahm er in der Ecke Platz, und
sie rutschte hinüber, um ihm nah zu sein. Sie streckte die
Hand nach ihm aus, und er zog sich noch weiter zurück.
Als sie ihre Hand auf sein Knie legte, behielt er die Hän­
de im Schoß.
Elaine war eine ausgeprägte Gefühlsfrau. Sie wollte
Frank immerzu anfassen, aber er war physisch sehr di­
stanziert. Frank war stark akustisch orientiert; er redete
dauernd über seine Gefühle, aber er zeigte sie nie wirk­
lich. Kein Wunder, daß Elaine sich Sorgen machte.
Als wir allein waren, sagte sie: »Er sagt, er liebt mich,
aber manchmal wirkt er wie ein kalter Fisch. Ich brauche
mehr Zärtlichkeit. Die einzige Gelegenheit, bei der er
mich anrührt, ist, wenn wir miteinander schlafen. Außer
im Bett zeigt er seine Liebe nie, er sagt mir nur, daß sie
vorhanden ist und daß ich ihm glauben soll, wenn er
sagt, er würde mich lieben. Aber ich glaube es nicht. Ich
brauche mehr. Ich will nicht den Rest meines Lebens mit
einem kalten, lieblosen Mann verbringen, egal, wie sehr
er beteuert, daß er mich liebt.«
Franks verbale Beteuerungen waren für Elaine einfach
nicht genug. Sobald Frank gelernt hatte, Elaine liebevoll
zu berühren (auch wenn er nicht mit ihr schlafen wollte),
einfach nur, um sie wissen zu lassen, daß ihm an ihr lag,
gab es eine Wendung in ihrer Beziehung. Er mußte ler-
nen, sie ohne Grund zärtlich zu berühren, sie beim
Heimkommen und beim Fortgehen zu küssen, morgens
und abends.
Das machte Frank zunächst verlegen, denn er war in
einer sehr zurückhaltenden Familie aufgewachsen, aber
Elaine reagierte so positiv, daß er sich ermutigt fühlte.
Bald berührte er sie viel öfter und lernte, auch auf andere
zuzugehen und sie anzufassen. Frank war verblüfft, wie
gut er Barrieren durchbrechen konnte, selbst im Beruf,
einfach, indem er Leute berührte.
Simple Beobachtungen geben Ihnen Aufschluß dar­
über, ob Ihre Freundin gefühlsorientiert ist. Beobachten
Sie ihre Augen, stellen Sie fest, ob sie nach unten schaut.
Achten Sie darauf, welche Wörter sie gebraucht. Testen
Sie ihre Reaktionen auf Bilder, Klänge und Empfindun­
gen. Die Gefühlsfrau reagiert immer am besten auf Emo­
tionen und Sinneseindrücke.

Fühl-Tests
Fragen, mit denen Sie herausfinden können, ob sie eine
Gefühlsfrau ist
(Beobachten Sie ihre Augenbewegungen und achten Sie
auf die Antworten. Kontrollieren Sie Gefühlswörter und
Abwärtsbewegungen der Augen.)
• Wie war Ihre Kindheit?
• Was hat Ihnen an Ihrem ersten Freund gefallen?
• Was ist das Beste an Ihrer Arbeit?
• Was ist das Schlimmste an Ihrer Arbeit?

Fragen, um eine Gefühlsreaktion hervorzurufen


(Da Gefühle in der Gegenwart empfunden werden,
selbst wenn man sich von früher an sie erinnert, drücken
sich alle Gefühle, ob aktuell oder vergangen, durch Ab­
wärtsbewegungen der Augen aus.)
Haben Sie schon einmal jemanden geliebt?

Was für Erinnerungen haben Sie an Ihre Großmutter?

Was halten Sie davon, Kinder zu haben?

Haben Sie sich mal verirrt, als Sie klein waren?

Was war Ihr peinlichstes Erlebnis bei einer Verabre­

dung?

Wie man mit der Gefühlsfrau spricht


Die Gefühlsfrau spricht man mit dem Herzen an. Sie
zieht emotionale Wörter den akustischen oder visuellen
vor. Versuchen Sie sie zu berühren, während Sie mit ihr
reden. Auch wenn Sie ihr durch Berührung mehr mittei­
len können als durch Worte, gibt es doch bestimmte
Wörter und Ausdrücke, die sie beachtet.
Wenn Sie Gefühlswörter gebrauchen, wird sie sich
entspannen und Ihnen vertrauen. Sie schalten Streß und
Streit aus, weil sie wirklich begreift, was Sie sagen.

Was die Gefühlsfrau wahrscheinlich zu Ihnen


sagen wird
(Die Gefühlswörter sind kursiv gesetzt.)
• Das Kontafcfhalten mit nahen Freunden gibt mir ein
gutes, warmes Gefühl.
• Ich hasse es, jemand zu verletzen.
• Das hat mich gekränkt.
• Ich habe keine Lust, zu einem Fußballspiel zu gehen
und zu frieren.
• In einer kleinen, intimen Wohnung würde ich mich be­
haglicherfühlen.
• Mein Exfreund war kalt und teilnahmslos.
• Sind dir meine Gefühle gleichgültig?
• Dieses Erlebnis hat bei mir einen bitteren Nachge­
schmack hinterlassen.
Ich magihn nicht, weil er so kalt und verschlossen wirkt.

Ich habe das Gefühl, du wirst es nicht verstehen.

Wenn du mich berührst, werde ich erregt,

Wenn du mich liebtest, wärst du sensibler.

Wenn du glücklich bist, bin ich es auch.

Wenn du unglücklich bist, wirst du dich nicht amüsie­

ren.

• Ich will dich nicht zwingen, etwas zu tun, das dir nicht
gefällt.

Wenn Sie Ihrer Gefühlsfrau antworten, sollten Sie Ge­


fühlswörter benützen, außerdem vielleicht eine Berüh­
rung. Hier einige Wörter, die Ihre Gefühlsfrau beachten
wird.

Was Sie zu einer gefühlsorientierten Frau


sagen sollten
(Die Gefühlswörter sind kursiv gesetzt.)

Ich kann verstehen, wie du dich fühlst.

Ich liebe es, wie dein Körper sich anfühlt.

Ich möchte dich immerzu anfassen.

Laß uns zu Hause bleiben und uns entspannen.

Laß uns die Sorgen vergessen und fröhlich sein.

Es besteht kein Grund, sich aufzuregen.

Es ist beruhigend, dich im Arm zu halten.

Ich fühle mich geborgen, wenn wir zusammen sind.

Ich liebe es, wie du meine Gefühle spüren kannst.

In einem kalten Klima fühle ich mich nicht wohl.

Ich mag warmherzige und offene Menschen.

Meine Idealfrau ist warm und erregend.

Es ist mir wichtig, den Kontakt zu alten Freunden auf­

rechtzuerhalten .

• Wir wollen uns nicht zu sehr gegenseitig antreiben.


Wenn es Ihnen wichtiger ist, wie etwas aussieht oder
klingt, wird Ihnen vielleicht der Gebrauch von Gefühls­
wörtern am Anfang unbequem sein. Es mag Ihnen um­
ständlich vorkommen, ungewohnte Ausdrücke zu benüt­
zen, aber diese emotionale Ausdrucksweise wird sie als
ganz natürlich empfinden. Sie ist die Zuhörerin; sie hört
die Worte, die auf sie Eindruck machen. Sie wird ent­
zückt sein, jemand gefunden zu haben, mit dem sie sich
wirklich verständigen kann.
Halten Sie sich vor Augen, daß es sich um klare, gülti­
ge, allgemein gebräuchliche Wörter handelt. Sie können
mit Gefühlswörtern ebenso ehrlich ausdrücken, was Sie
denken, wie mit allen anderen Wörtern. Und die Mühe,
die damit verbunden ist, daß Sie lernen, Ihre Gefühle
mitzuteilen, ist nicht vergebens, auch wenn Ihnen die
Frau am Ende doch nicht gefällt. Sie können diese Tech­
nik bei jedem anderen Gefühlsmenschen einsetzen, mit
dem die Kommunikation für Sie wichtig ist. Die Fähig­
keit, sprachlich auf ein anderes System umzuschalten,
macht Sie einflußreicher.
Wenn Ihre Wunschfrau gefühlsorientiert ist, tun Sie
den ersten Schritt zu ihrer Eroberung, indem Sie einfach
andere Wörter gebrauchen als bisher. Bald wird es Ihnen
ganz selbstverständlich sein, bei ihr Gefühlsausdrücke
zu benutzen. Je mehr Sie selbst emotional denken, desto
mehr werden Sie die Gefühlsfrau überzeugen, daß Sie
sie wirklich verstehen und schätzen. Weil Sie ihre Spra­
che sprechen, wird sie unbewußt dem zustimmen wol­
len, was Sie sagen.
Also, wenn Sie für gewöhnlich sagen: »Ich sehe, was
du meinst« oder »Ich höre, was du sagst«, versuchen Sie
zu sagen: »Ich verstehe, was du empfindest.« Es mag für
Sie fremd klingen, aber für die Gefühlsfrau klingt es ganz
normal. Wenn sie normalerweise sagen: »Das klingt für
mich nicht richtig«, versuchen Sie zu sagen: »Ich habe
nicht den Eindruck, daß das richtig ist.«
Gefühlswörter sind ihre Liebessprache. Ihre Verwen-
düng hilft Ihnen, Mißverständnisse zu vermeiden, und
gibt ihr das Gefühl, verstanden zu werden. Sie wird sich
Ihnen näher fühlen, mehr Intimität empfinden und mehr
mit Ihnen übereinstimmen. Sie werden sie immer besser
überzeugen können.

Wie die Gefühlsfrau ihre Zeit verbringt


Mit Sonnenbaden

Spielerisch und kindlich

Weint bei traurigen Filmen

Läßt sich massieren oder massiert

Betreibt Sport

Hat Mitleid mit anderen

Gartenarbeit

Segeln

Tanzen

Kochen und Essen

Gibt sich sinnlichen Freuden hin

Lachen

Genießen von Spannung und Sensationen

Reden über Gefühle

Lebensgenuß

Berufe der gefühlsorientierten Frau


Psychologin

Ärztin

Pädagogin

Pastorin

Krankenschwester

Küchenchefin

Masseuse oder Krankengymnastin

Akupunkturistin

Anwältin

Friseurin

Töpferin

Zahnärztin

PR-Fachfrau

Barfrau

Tierzüchterin oder -trainerin

Wie man die gefühlsorientierte Frau liebt


Im Bett ist Ihre Gefühlsfrau ein geheimer Schatz; sie rea­
giert auf jede Berührung, ist völlig im Einklang mit Ih­
nen, weiß genau, wann sie Lust geben und wann sie Lust
empfangen soll.
Ihre Gefühlsfrau liebt vielleicht sanfte, anschmiegsame
Situationen ebenso wie stark gesteigerte sexuelle Höhe­
punkte. Sie genießt sanften oder kraftvollen Sex. Ge­
wöhnlich läßt sie sich von ungefähr allem anregen, was
sich gut anfühlt. Ebenso genießt sie es, Ihnen Lust zu
verschaffen, also tut sie es gern und eifrig. Sie liebt das
Experiment und genießt neue Erlebnisse.
Die Gefühlsfrau wird rascher sexuell süchtig nach Ih­
nen als andere Frauen, weil ihr jede sinnliche Empfin­
dung mehr bedeutet. Bekommt sie guten Sex, will sie im­
mer mehr davon. Bei ihr brauchen Sie keine Scheu zu ha­
ben, sich physisch auszudrücken. Sie liebt viele Umar­
mungen und Küsse und Liebkosungen. Bei ihr kommt
erst der Körperkontakt, dann das Reden. Nehmen Sie sie
in den Arm. Drücken Sie sich an sie, reiben Sie sich an
ihr. Sagen Sie ihr oft, wie gut sie sich für Sie anfühlt.
Da die Gefühlsfrau mehr in Kontakt mit all ihren Sin­
nen ist — sowohl Geschmacks- und Geruchssinn als
auch Tastsinn —, müssen Sie auch diese ansprechen.
Finden Sie heraus, welches Aftershave sie am liebsten
hat, und gebrauchen Sie es. Kochen Sie für sie und füt­
tern Sie sie mit den Fingern.
Tragen Sie Ihren weichen Kaschmirpullover, und sie
wird die Hände nicht von Ihnen lassen können. Ihre Ge­
fühlsfrau kann nicht widerstehen, etwas anzufassen, be­
sonders, wenn es sich gut anfühlt. Rasieren Sie sich be­
sonders gründlich, wenn sie zu Ihnen kommt. Stoppeln
mag sie noch weniger als andere Frauen. Sie hat es gern,
wenn Ihre Haut weich und Ihr Bart gezähmt ist.
Sie wird vielleicht nicht bemerken, wie gut Sie angezo­
gen sind oder wie gut Ihre Stereo-Anlage ist, aber wenn
Sie eine klumpige Matratze oder kratzige Laken haben,
verlieren Sie Punkte bei ihr. Holen Sie also Ihre Satin­
bettwäsche hervor, Räucherstäbchen, Parfüm, Massage-
Öl, Vibrationsgeräte, Samt, Federn und Pelz. Ihre Ge­
fühlsfrau liebt das alles.
Bei der Liebe sollten Sie Gefühlswörter benützen. Sa­
gen Sie: »Ich liebe es, die weiche Haut an der Innenseite
deiner Oberschenkel zu streicheln« oder »Ich liebe das
Gefühl deiner warmen Lippen auf meinen.«
Bei Ihrer Gefühlsfrau können Sie sich im Schlafzim­
mer hinreißen lassen. Begießen Sie sie mit Schokolade
und lecken Sie sie ab. Reiben Sie sie ganz und gar mit Ba­
byöl ein. Küssen Sie sie überall. Experimentieren Sie mit
neuen Arten, einander zu berühren. Sagen Sie ihr, daß
Sie sie lieben, während Sie sich berühren.
Ihre Gefühlsfrau liebt alles ganz, ganz langsam. Lang­
samen Geschlechtsverkehr, langes, langsames Streicheln
und lange, tiefe Atemzüge. Sich Zeit zu lassen, bedeutet
der Gefühlsfrau viel. Wenn sie sich gehetzt fühlt, kühlt
sie ab. Kein >Schnellschuß< ist hier erlaubt. Auch psycho­
logisch mag sie alles tief und langsam. Sie verschenkt
zwar rasch ihr Herz, aber sie legt Wert darauf, daß Sie
sich mit ihr Zeit lassen.
Eine Gefühlsfrau in meiner Beratungsgruppe erzählte
mir, nach der ersten Liebesnacht habe sie sich Hals über
Kopf in einen Mann verliebt. Sie versicherte, kein Mann
auf der Welt habe sie jemals so berührt wie er.
»Es war ein warmer, schwüler Abend. Wir waren drei­
mal miteinander ausgegangen, aber wir spürten beide,
daß dies die entscheidende Nacht sein würde. Alles war
perfekt.
Er sagte, er würde mir gern seine Feinschmecker-
Kochkünste vorführen, und später würde er mir, wenn
ich es wollte, eine Ganzkörpermassage machen. Er hatte
gerade einen Massagekurs beendet und mir schon mehr­
mals einen kleinen Vorgeschmack von dem gegeben, was
er gelernt hatte. Einmal bekamm ich eine herrliche Fuß­
massage, ein andermal eine Handmassage, und bei unse­
rem letzten Treffen hatte er mir Kopf und Gesicht mas­
siert. Ich war also schon gut auf die Ganzkörperbehand­
lung vorbereitet.
Als ich in seiner Wohnung ankam, hatte er die Kli­
maanlage voll aufgedreht, und im Kamin brannte ein
Feuer — mitten in einer Hitzewelle. Er sagte: >Ich dachte,
es wäre ein Spaß, so zu tun, als sei es kalt draußen, ein­
fach, damit wir uns erinnern, wie gut sich ein Feuer an­
fühlte Da es wirklich kalt war, lieh er mir einen Kasch­
mirpulli, und wir kuschelten uns aneinander, wäh­
rend wir vor dem Kamin Wein tranken. Er hatte meine
Lieblingsräucherstäbchen mit dem Duft wilder Garde­
nien angezündet und mein Lieblings-Eau de Toilette für
Männer benützt, Vetiver von Guerlain.
All diese Sinneseindrücke warfen mich fast um. Dann
servierte er ein köstliches Mahl. Als Vorspeise gefüllte
Pilze, als Hauptgang Hummer und Mousse au Chocolat
zum Nachtisch. Ich war schon ganz hingerissen, bevor
wir zu der Massage kamen.
Zwischen den einzelnen Gängen küßte er mich auf
höchst erstaunlich zärtliche Art; er berührte mein Ge­
sicht und meine Lippen bewundernd mit den Fingern,
fast als vergöttere er mich. Ich fühlte mich wie eine Mär­
chenprinzessin, die von ihrem lange vermißten Prinzen
angebetet wird.
Dann, nachdem er mich überall geküßt hatte, brachte
er deinen Massagetisch her, legte eine seltsame Medita­
tionsmusik auf und zündete im ganzen Zimmer nach
Zimft duftende Kerzen an. Bei den Zehen fing er an und
massierte jeden Zoll meines Körpers vorn und hinten mit
angewärmtem Massageöl. Ich habe noch nie eine solche
Flut von Empfindungen erlebt.
Danach fingen wir an, unsere Körper gegenseitig zu
erforschen, um zu spüren, wie die verschiedenen Körper­
teile sich zusammen anfühlten. Er strich mit seinem Ge­
sicht an meinem Oberschenkel entlang, und ich spürte
seine sanften Lippen, seinen weichen Bart, sogar seine
Wimpern. Mit den Wangen fuhr ich über die Haare auf
seiner Brust; meine Zunge fühlte sich auf seiner Weich­
heit ganz rauh an.
Dann wurden wir langsam jeder in den Körper des an­
deren hineingezogen, Zunge an Zunge, Mund an Mund,
und wir wurden eins.
Seitdem kann ich an nichts anderes mehr denken; ich
will ihm nur wieder nah sein, seinen Körper an meinem
spüren, seine süße Berührung, seine sanften Lippen. Es
kribbelt mich am ganzen Körper, wenn ich nur an ihn
denke.«
Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Gefühlsfrau >anwär­
men< wollen, berühren Sie sie erst und reden Sie später.
Wenn Sie wollen, daß sie zuhört — sie hört besser
zu, wenn Sie dafür sorgen, daß sie sich gut fühlt. Falls Sie
wollen, daß sie etwas bemerkt, zeigen Sie es ihr, wäh­
rend Sie sie berühren. Fangen Sie an, indem Sie sich auf
ihre Wellenlänge begeben, dann können Sie Ihre eigene
hinzufügen.

Was Sie sind


Visueller Mann. Wenn Sie sehr ordentlich sind, wenn die
Sachen in Ihren Schränken und auf dem Toilettentisch
sauber aufgereiht sind, wenn Sie mehr zum Persönlich­
keitstyp A gehören — angespannt, ein Arbeitstier, das
mit den Füßen zappelt und ständig in Bewegung ist —,
sind Sie wahrscheinlich ein visueller Mann. Sie schauen
lieber auf den Stadtplan, als daß Sie sich Wegbeschrei­
bungen anhören. Sie wollen etwas zuerst sehen und ent­
scheiden, ob es Ihnen gefällt, nach dem optischen Ein­
druck, den es auf Sie macht.

Visueller Mann/Gefühlsfrau. Wenn Sie ein visueller Mann


sind, könnten Sie vielleicht durch den Mangel an Ord­
nung und Sauberkeit der Gefühlsfrau frustriert werden.
Andererseits könnten Sie es sehr viel länger mit einer ge­
fühlsorientierten Frau aushalten, wenn Sie sich auf ihren
entspannten Zustand einstimmen würden. Anstatt sich
von ihrem Mangel an optischer Wahrnehmung frustrie­
ren zu lassen, können Sie von ihrer intuitiven prakti­
schen Vernunft profitieren. Sie wird auch nie einem hüb­
schen Gesicht nachlaufen, denn wenn die Gefühlsfrau
erst einmal liebt, liebt sie Ihre Seele.

Akustischer Mann. Sie könnten Ingenieur sein oder je­


mand, der mit High-Tech zu tun hat. Sie haben einen gut
organisierten Verstand und sind ein logischer Denker. Sie
sind nicht unbedingt modebewußt und bevorzugen lässi­
ge Kleidung. Sie sind nicht gerade berühmt für Ihre Or­
dentlichkeit und Ihr Stilgefühl. Sie sind ein guter Redner
und ein guter Zuhörer; Ihre Urteile fällen Sie danach, wie
sich etwas anhört.

Akustischer Mann/Gefühlsfrau. Wenn Sie ein akustischer


Mann sind, werden Sie es genießen, mit der Gefühlsfrau
zusammen zu sein, denn sie ist eine sehr mitfühlende
und reaktionsbereite Zuhörerin. Sie können an sie heran­
kommen, indem Sie über Ihre Gefühle sprechen. Versu­
chen Sie, auch nonverbal mit ihr zu kommunizieren, und
berühren Sie sie immer, wenn Sie mit ihr reden, um si­
cherzustellen, daß sie auch zuhört.
Der gefühlsbestimmte Mann. Sie sind der sensibelste von
allen Männern und haben den besten Kontakt zu Ihren
Gefühlen. Sie sind sanfter, bewegen sich langsamer und
lieben Bequemlichkeit über alles. Sie lieben es sehr zu
berühren und entscheiden sich auf Grund dessen, wie
sich etwas anfühlt. Ihre Gefühle sind leicht zugänglich,
nahe der Oberfläche. Sie essen und schlafen gern, Sie lie­
ben weiche Haut und Ihren Lieblingssessel.

Gefühlsbestimmter Mann/Gefühlsfrau.Wenn Sie ein gefühls­


orientierter Mann sind, haben Sie Glück, wenn Sie eine
Frau Ihres Typs finden. Jeder spürt die Bedürfnisse des
anderen, und Sie verständigen sich leicht mit einer Be­
rührung. Sie brauchen weder Worte noch Bilder, um ein­
ander nahezukommen. Die Gefühlsfrau ist ebenso sensi­
bel wie Sie und wird Ihre Freuden und Leiden teilen. Sie
empfindet Schmerz, wenn Sie Schmerz empfinden, und
ist glücklich, wenn Sie es sind.
9________
Das Spiegelspiel

Vertrauen ist einer der wichtigsten Bestandteile der Lie­


be. Das Spiegelspiel ist eine einfache, aber wirkungsvolle
Technik, die Sie bei jeder Frau anwenden können, um sie
dazu zu bringen, Ihnen zu vertrauen.

Vertrauen
Die Menschen neigen dazu, ihresgleichen zu vertrauen
und anderen, die anders zu sein scheinen, zu mißtrauen.
Das ist leider einer der Gründe, warum es auf der Welt so
viel Mißtrauen gibt. Wir sind oft argwöhnisch gegenüber
Menschen, weil sie eine andere Hautfarbe oder einen an­
deren Akzent haben. Stellen Sie sich vor, wie schwer es
für eine Frau ist, einem Mann zu vertrauen — dem ande­
ren Geschlecht. Männer wirken auf Frauen einschüch­
ternd, sie sind ein Geheimnis. Viele Frauen haben Angst
vor Männern, weil sie schon schlechte Erfahrungen mit
ihnen gemacht haben. Es gibt Techniken, die Sie anwen­
den können, um viele der weiblichen Ängste zu überwin­
den. Das Spiegelspiel ist eine der wirksamsten. Es wirkt
auf das Unterbewußtsein der Frau, und sie wird nie mer­
ken, daß Sie etwas getan haben.
Ähnlichkeit und Nähe
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß Liebende die
Tendenz haben, sich ähnlich zu sehen? Paare, die wirk­
lich gut zusammenpassen, sehen einander auffallend
ähnlich. Es liegt nicht einfach daran, daß sie anfangen,
Kleidung im selben Stil und in denselben Farben zu tra­
gen. Ihre Haltung beim Sitzen ist die gleiche. Einer redet
wie der andere. Sie haben ähnliche Gesten und Körper­
sprachen. Selbst ihre nervösen Angewohnheiten, wie
das Zappeln mit den Füßen oder das Zupfen an der Na­
gelhaut, sind dieselben. Sie marschieren eindeutig im
gleichen Takt.
Wenn ich Vorträge halte oder bei TV-Talkshows auftre­
te, sind alle immer verblüfft, wenn ich die Paare aus den
Zuschauern herauspicke, die schon lange zusammen
sind. Ohne es zu wissen, sitzen sie in derselben Körper­
haltung da. Sie tragen denselben Gesichtsausdruck. Und
natürlich ist ihre Kleidung in Farbe und Stil ähnlich.
Es liegt nicht daran, daß sie seine Kleidung kauft oder
seine Lieblingsfarbe trägt. Es liegt daran, daß sie wirklich
im Einklang miteinander sind. Liebende handeln gleich,
ohne auch nur bewußt daran zu denken. Liebende be­
wundern immer den anderen. Sie wollen ihm gefallen,
also ahmen sie ihn (oder sie) unbewußt nach. Oft kann
man, indem man ein Paar zusammen beobachtet, den ge­
nauen Zustand ihrer Beziehung ablesen. Nehmen sie
beim Sitzen die gleiche Haltung ein? Sehen sie sich ähn­
lich? Klingen ihre Stimmen ähnlich?
Man kann sogar erkennen, wann Paare kurz vor der
Trennung stehen, bevor sie es selber wissen. Paare, die
nicht wirklich zusammen sind, neigen dazu, sich phy­
sisch voneinander zu distanzieren. Sie sitzen verschieden
da, ziehen sich verschieden an und berühren sich kaum.
Selbst wenn Sie nicht verliebt sind, werden Sie bemer­
ken, daß Ihre Freunde Ihnen in vielem ähnlich sind. Sie
haben dieselben intellektuellen Fähigkeiten, dieselbe Bil-
düng, dieselben Interessen, und sie arbeiten oft im sel­
ben Bereich. Man fühlt sich am wohlsten mit seinesglei­
chen, das geht uns allen so. Wir neigen dazu, uns andere
Menschen auszusuchen, deren Geschmack und deren
Werte den unseren gleichen.
Sowohl Männer als auch Frauen mögen das, was sie
kennen, und dem vertrauen sie auch. Am besten kennen
sie sich selber; darum fühlt man sich von seinesgleichen
angezogen.
Wenn Sie eine Frau finden, von der Sie geliebt werden
wollen, suchen Sie nach Ähnlichkeiten, die es zwischen
Ihnen beiden gibt, und betonen Sie sie. Sprechen Sie
darüber, wie ähnlich Sie sich sind, über Ihre gemeinsa­
men Interessen zum Beispiel — daß Sie beide gern Jeans
tragen oder daß Sie beide alte Filme mögen. Spielen Sie
die Unterschiede herunter. Dann wird sie Ihnen automa­
tisch vertrauen und sich Ihnen nahe fühlen.
Viele Männer erheben dagegen Einwände und sagen:
»Moment mal, das ist unehrlich. Außerdem will ich mich
nicht ihr anpassen müssen, damit sie sich in mich ver­
liebt; ich will, daß sie mich liebt, wie ich wirklich bin.«
Zunächst mal: das Spiegelspiel ist nicht unehrlich — es
ist nur ein Zeichen von Anpassungsfähigkeit. Zweitens
passen Sie sich durch diese Flexibilität nicht so sehr ei­
nem anderen Menschen an — Sie gewinnen vielmehr
Macht über ihn. (Diese Technik funktioniert übrigens
auch im Geschäftsleben ganz vorzüglich.) Drittens müs­
sen Sie der Frau erst mal nahekommen und so mit ihr
kommunizieren, daß sie Sie verstehen kann, damit sie
Sie erleben kann, wie Sie >wirklich< sind.

Physische Spiegelung
Das Widerspiegeln der physischen Erscheinung einer
Frau ist eine der wirksamsten Techniken, um ihr nahezu­
kommen, und Sie können es sofort lernen, ohne Übung.
Wenn Sie außer der physischen Spiegelung nichts von
dem anwenden, was in diesem Buch steht, wird es allein
schon die Reaktionsweise der Frauen verändern, wenn
Sie sich ihnen nähern. Wenn Sie gegen die Techniken in
diesem Buch auch nur ein klein wenig skeptisch sind,
probieren Sie diese zuerst aus. Sie werden verblüfft sein
über die Ergebnisse. Sie brauchen nichts weiter zu tun
als beim Sitzen oder Stehen die gleiche Position einzu­
nehmen wie die Frau, der Sie näherkommen möchten.
Das nächste Mal, wenn Sie auf einer Party eine Frau
sehen, die Sie kennenlernen wollen, probieren Sie das
Spiegelspiel aus. Fangen Sie damit an, sich wirklich mit
ihr zu synchronisieren. Hören Sie auf, an sich und an die
kahle Stelle an Ihrem Hinterkopf zu denken. Denken Sie
nicht mehr darüber nach, ob sie Sie zu mögen scheint
oder nicht, ob Sie das Richtige tun oder nicht. Beginnen
Sie, über sie nachzudenken, sie zu beobachten, sich mit
ihr zu synchronisieren. Da Frauen sich traditionell so
große Mühe geben, sich mit einen Mann zu synchroni­
sieren, wird sie nie auf die Idee kommen, daß Sie es sind,
der die Verbindung anknüpft.
Sagen wir, sie sitzt in einem Sessel und hält in einer
Hand einen Drink. Wenn sie sich anlehnt, lehnen Sie sich
in Ihrem Sessel auch an und halten Sie Ihr Glas mehr
oder weniger so wie sie. Wenn sie sich vorbeugt, beugen
Sie sich auch vor. Auch wenn sie die Arme vor dem Kör­
per kreuzt, in der Haltung >komm mir nicht nahe<, lassen
Sie sich nicht entmutigen. Verschränken Sie ebenfalls die
Arme. Aber machen Sie es subtil; es geht bei diesem
Spiel nicht ums Nachäffen. Nehmen wir an, sie schlägt
ein Bein über das andere und bewegt den Fuß im Takt der
Musik. Ganz lässig, als wäre es Ihnen gerade eingefallen,
schlagen Sie ein paar Sekunden nach ihr ebenfalls die
Beine übereinander und klopfen den Takt mit dem Fin­
ger.
Wenn sie irgend jemanden im Raum wahrnimmt, wer­
den Sie es sein. Sie wird nicht wissen, warum, aber sie
wird sich zu Ihnen hingezogen fühlen, als wollte sie Sie
kennenlernen, als wäre sie sich unbewußt sicher, daß sie
beide füreinander bestimmt sind. Der Grund ist, daß ihr
Unbewußtes die Harmonie spürt, die Sie zwischen der
Frau und sich geschaffen haben.
Sie brauchen nicht der kontaktfreudigste Mensch der
Welt und der geborene Alleinunterhalter zu sein, voller
Witze und Sprüche. Und Sie brauchen ganz gewiß nicht
reich zu sein und gut auszusehen, damit das Spiegelspiel
Ihnen Erfolg bringt.
Wenn Sie die Spiegeltechnik richtig anwenden, müs­
sen Sie sich keine Sorgen machen, ob Sie bei einer Frau
ankommen. Sie wird bereit sein, mit Ihnen zu sprechen,
bevor Sie auch nur ein Wort der Begrüßung zu ihr gesagt
haben. Sie wird darauf vorbereitet sein, Sie zu mögen,
bereit, Ihnen zu vertrauen und begierig, Sie besser ken­
nenzulernen. Die Spiegeltechnik ist so wirksam, daß
Frauen oft die Männer ansprechen, die sie >spiegeln<.
Der Mann, der eine Frau widerspiegelt, fällt auf, weil
er sich so stark von den anderen Männern im Raum un­
terscheidet. Die meisten Männer sind auf sich selbst be­
zogen — wie sie stehen, sitzen, reden; sie denken an ihre
>Eröffnung<, daran, was sie als nächstes sagen werden,
und schließlich daran, was die Frau von ihnen hält. Tat­
sächlich denken die meisten Frauen, die meisten Männer
seien ja ganz nett, aber wenig flexibel, eigensinnig und
festgefahren in ihrer eigenen Auffassung davon, wie alles
zu sein hat. Um aus dieser Schablone auszubrechen:
Spielen Sie das Spiegelspiel!
Denken Sie daran: Das Spiegelspiel darf, damit es gut
funktioniert, nicht mechanisch oder schnell erfolgen. Es
sollte subtil, geschmeidig und fast unmerklich ablaufen.
Lassen Sie ein oder zwei Sekunden verstreichen, bevor
Sie Ihre Haltung ändern und die der Frau einnehmen.
Dann gleiten Sie in eine entsprechende Haltung, als sä­
hen Sie sich unbewußt dazu gedrängt. Natürlich sollten
Sie keine Behinderung spiegeln (wie ein Zucken oder ein
Hinken), aber die Spiegelung ist bei jeder normalen Kör­
perhaltung erlaubt.
Das Spiegelspiel wirkt bei jedem Menschen, mit dem
Sie einen besseren Rapport herstellen möchten. Also
üben Sie es bei Freunden und Angehörigen, bis Sie die
Körperbewegungen eines anderen leicht und geschmei­
dig widerspiegeln können. Einige Ihrer Freunde werden
sich Ihnen sofort näher fühlen. Andere werden Sie wi­
derspiegeln. Bei manchen werden Sie merken, daß sie
Sie schon spiegeln. Bei denen bekommen Sie kaum eine
Chance, sie zu spiegeln. Das sind Menschen, die auto­
matisch jeden widerspiegeln. Oft können Sie ihnen ver­
trauen und sich ihnen anvertrauen.
Manche Menschen, die von Natur aus andere wider­
spiegeln, sind äußerst erfolgreich im Verkaufen. Erinnern
Sie sich, wann Sie zum letzten Mal zuviel für Stereozu­
behör oder Kleidung ausgegeben haben? Ich wette, der
Verkäufer schien Ihre Bedürfnisse zu verstehen, und Sie
fanden ihn wirklich nett. Er hat Sie wahrscheinlich wi­
dergespiegelt, Ihre Stimme, Ihre Bewegungen, Ihre unbe­
wußten Körperrhythmen. Das hat Ihnen Vertrauen ein­
geflößt und Sie wahrscheinlich ermutigt, leichter Geld
auszugeben, als Sie es sonst getan hätten.
Untersuchungen haben gezeigt, daß man über einen
Mann oder eine Frau mehr erfährt, wenn man ihre Kör­
persprache studiert, als wenn man auf das hört, was er
oder sie sagt. Beim ersten Kennenlernen hat eine Frau ei­
ne Liste von Dingen im Kopf, von denen sie möchte, daß
Sie sie erfahren, und andere, die Sie nicht wissen sollen.
Wenn Sie ihre Körpersprache studieren, können Sie er­
kennen, ob sie Sie mag, ob sie bereit ist, Ihnen näherzu­
kommen, oder ob sie Sie los sein will. Sie können sogar
erkennen, ob sie lügt.
Die meisten Männer kennen das klassische und deut­
lichste Beispiel dafür. Sie liegt neben Ihnen auf der
Couch. Ihre Augen sind geweitet, und sie atmet schwer.
Sie sagt: »Wir sollten jetzt lieber aufhören.« Und natür-
lieh sagt Ihnen ihre Körpersprache, daß Sie nicht aufhö­
ren sollen.
Ein anderes wohlbekanntes Beispiel: Sie haben gerade
einen sehr netten ersten Abend mit einer Frau verbracht,
die Sie gern wiedersehen möchten. Sie sagt, sie habe sich
wirklich gut amüsiert und werde Sie bald wiedersehen.
Aber sie hat die Arme vor dem Körper verschränkt und
nimmt kaum Augenkontakt zu Ihnen auf. Sie wissen,
daß Sie nicht damit rechnen können, sie wiederzusehen.
Eine Frau kann das, was sie sagt, viel besser steuern
als ihre Körpersprache. Wenn ihre Körpersprache dem
widerspricht, was sie sagt, sollten Sie immer der Körper­
sprache glauben. Sie ist der Schlüssel zu ihren wahren
Gefühlen.
Erweitern Sie Ihr Spiegelspiel, wenn Sie eine Frau nä­
her kennenlernen. Beschränken Sie sich nicht auf die
Körperhaltung: Spiegeln Sie auch Gewohnheiten, sogar
Redeweisen. Sie werden sich fragen, ob sie nicht ahnt,
was Sie tun. Sie ahnt nichts, wenn Sie es subtil anfan­
gen. Wenn sie leise spricht, Sie aber nicht, bemerkt sie
vielleicht, daß Sie leiser sprechen, wenn Sie mit ihr zu­
sammen sind, aber sie nimmt an, daß sie einen starken
Einfluß auf Sie hat. Was könnte Sie liebenswürdiger ma­
chen?
Sie wird durch die unbewußte Harmonie, die Sie ge­
schaffen haben, indem Sie sich ihr subtil angepaßt ha­
ben, fasziniert und erregt sein. Sie zeigen ihr auf subtile
Art, daß Sie mit ihr einverstanden sind. Aus demselben
Grund übermitteln Sie ihr, wenn Sie im Handeln und im
Aussehen das genaue Gegenteil von ihr sind, die Bot­
schaft (die sie unbewußt aufnimmt), daß Sie mit ihrem
Aussehen und ihrem Handeln nicht einverstanden sind.
Daß Sie ihr ähnlich sind, bestätigt sie in ihren Wertvor­
stellungen und Idealen, wenn wir davon ausgehen, daß
sie sich selber mag.
Wenn sie sich nicht mag, wird es Ihnen schwerfallen,
sie davon zu überzeugen, daß Sie sie mögen, ganz gleich,
was Sie tun. Am besten fangen Sie gleich mit einer Frau
an, die eine gute Meinung von sich hat. Die wird Sie mö­
gen, wenn Sie sie mögen.
Der nächste Schritt ist die Überprüfung Ihres Rapports
zu der Frau, die Sie widergespiegelt haben. Sehen Sie zu,
ob Sie sie führen können. Wenn Sie mit ihr synchroni­
siert sind, verändern Sie, nachdem Sie ihr ein paar Minu­
ten ihre Körperhaltungen widergespiegelt haben, Ihre
Stellung, und beobachten Sie, ob sie nun Ihnen folgt und
ihre Haltung entsprechend verändert. Wenn sie es tut,
heißt das, Sie machen gute Fortschritte in der Annähe­
rung, sie ist Ihnen gegenüber aufgeschlossen. Dies ist ein
guter Zeitpunkt, um das zu bitten, was Sie sich wün­
schen. Andererseits, wenn sie Ihnen nicht nachfolgt,
kehren Sie wieder zu Ihrem Spiegelspiel zurück. Wenn
Sie sicher sind, daß Sie beide synchronisiert sind, versu­
chen Sie noch einmal, sie dazu zu bewegen, ihrerseits Ih­
nen zu folgen.
Wenn Sie ihre Bewegungen studieren, werden Sie ih­
ren eigenen Spezialrhythmus kennenlernen, ihre Art zu
atmen, wenn sie bereit ist, Ihnen zu folgen, gleichgültig,
wohin. Sie haben dann das Mittel zr Verfügung, mit dem
Sie bewußte Harmonie mit ihr schaffen können, sollte
Ihre Beziehung einmal aus dem Gleis geraten. Das befä­
higt Sie, Sie und Ihre Freundin wieder zu einer lieben­
den, synchronisierten Gemeinsamkeit zurückzubringen,
wann immer Sie wollen

Was soll ich anziehen?


Die körperliche Spiegelung hat viel mit der Art zu tun,
wie Sie sich kleiden, ebenso mit der Art, wie Sie sich be­
nehmen. Sie sollten sich so anziehen, daß es zu der Klei­
dung der Frau paßt, die Sie erobern wollen. Nein, das be­
deutet nicht, daß Sie Strumpfhosen tragen sollen. Es be­
deutet, daß Sie beide so aussehen, als seien Sie miteinan­
der auf die Party gekommen. Mit anderen Worten: Wenn
sie gerade Leinen bevorzugt, tragen Sie auch Leinen.
Wenn es italienische Mode ist, tragen Sie auch italienische
Mode. Kleiden Sie sich in vernünftigen Grenzen wie sie.
Beispiel: Sie haben sich mit ihr für eine Party verabre­
det. Sie wissen schon, daß sie sehr »angezogene« Sei­
densachen, Fantasiegewebe und Glänzendes mag. Rufen
Sie sie ein paar Tage vorher an und fragen Sie sie: »Sol­
len wir uns aufsehenerregend anziehen?« Und lassen Sie
sie dann nicht im Stich. Tragen Sie Ihren besten Anzug,
eine Seidenkrawatte und Lackschuhe. Wenn Sie wissen,
daß ihr Jogginganzüge am allerliebsten sind; fragen Sie
sie: »Wie weit können wir bei dieser Gelegenheit mit der
Bequemlichkeit gehen, damit man uns noch reinläßt?«
Sie wird Sie dafür lieben.
Allein schon der Umstand, daß Sie in bezug auf die
Kleidung zur Zusammenarbeit bereit sind, führt zu meh­
reren Zielen. Erstens weiß sie es zu schätzen. Frauen ha­
ben sich damit abgefunden, daß Männer im allgemeinen
der Kleiderfrage gegenüber blind sind. Wenn Sie also an­
rufen, um eine Übereinstimmung herzustellen, wird sie
denken, Sie seien aufmerksam und sensibel. Sie kann
aufhören, sich Sorgen zu machen, in was für einem Auf­
zug Sie wohl aufkreuzen werden, und anfangen, sich auf
das Zusammensein zu freuen. Zweitens macht es Spaß,
unter einer Decke zu stecken. Wenn Sie in abgestimmter
Kleidung zusammen auf einer Party erscheinen, was Sie
schon lange vorher geplant haben, bekommt die Verabre­
dung eine subtile zusätzliche Dimension. Das ist der er­
ste Anfang des Gefühls >wir beide gegen die Welt<.
Dasselbe Prinzip gilt sogar bei der ersten oder zweiten
Verabredung, bevor Sie sie gut genug kennen, um mit ihr
zu kollaborieren. Wenn sie zum Punk neigt, seien Sie ein
wenig >punkig<; Sie werden es überstehen. Es ist schwer
genug, einer neuen Frau nahezukommen und sich mit
ihr wohlzufühlen, ohne etwas anzuhaben, das ihrem
Selbstbild widerspricht und ihr sagt, daß Ihnen die Art,
wie sie sich kleidet, nicht gefällt.
Was ist, wenn Sie sie nur im Büro gesehen haben und
nicht wissen, was sie sonst zu tragen pflegt? Das ist ein­
fach. Wenn Sie sich beim ersten Mal zum Kinobesuch
treffen, tragen Sie einfach etwas ziemlich Normales, was
dafür paßt. Das ist nicht der beste Zeitpunkt, um sie mit
Ihrem >anderen Ich< zu überraschen, das sich außerhalb
des Büros immer wie Elton John anzieht.
Alles oben Gesagte gilt sogar dann, wenn Ihnen Ihre
Traumfrau noch gar nicht begegnet ist und Sie einfach
nur vorbereitet sein wollen. Ziehen Sie Ihren >Partner­
schaftsplan< zu Rate. Wenn Sie eine Power-Frau vom Ty­
pus >immer zusammen< wollen, machen Sie es sich zur
Gewohnheit, Einkäufe und Besorgungen auf dem Heim­
weg vom Büro zu machen — und behalten Sie Jackett
und Krawatte an. Wenn Ihr Einkaufswagen mit dem von
Frau Richtig kollidiert, fängt sie mit größerer Wahr­
scheinlichkeit ein Gespräch mit Ihnen an, als wenn Sie
wie ein Jogger daherkommen. Sie wird sich von Ihnen
angezogen fühlen, weil Sie ihr ähnlich sind.
Einmal, als ich noch nicht mit meinem Mann verheira­
tet war, lud er mich zu einer Party ein, auf der auch ande­
re weibliche Bekannte von ihm sein sollten. Ich hatte
nicht die leiseste Ahnung, was ich anziehen sollte —
mein erotischstes, mein gewagtestes, mein feinstes oder
mein neutralstes Kleid, als läge mir eigentlich gar nicht
so viel an ihm. Ich rief ihn also an und fragte, was er an­
ziehen werde. Er sagte: »Ich weiß nicht, wahrscheinlich
einfach ein Seidenhemd und Jeans.« Genau das zog ich
auch an.
Den ganzen Abend konnte er den Blick nicht von mir
abwenden. Er hatte vergessen, daß ich ihn gefragt hatte,
was er anziehen würde, und er kam gar nicht auf die
Idee, daß ich absichtlich dasselbe angezogen hatte. Er
dachte nur, ich wäre so schick wie er, genau richtig ange­
zogen für die Gelegenheit. Eine meiner Nebenbuhlerin­
nen trug ein sinnliches Haute-couture-Kleid, die andere
ein erotisches Zigeunerkostüm mit nackter Taille, aber
das beeindruckte ihn kaum. Was ihm am besten gefiel,
war, daß ich genau zu ihm paßte. Er erfuhr erst sehr viel
später, daß ich an diesem Abend das Spiegelspiel mit
ihm gespielt hatte.
Sobald Sie aufhören, an sich selbst zu denken, und an­
fangen, an die Frau zu denken, die Sie erobern möchten,
werden Sie viele Möglichkeiten entdecken, sie zu spie­
geln. Sie können es ihr zum Beispiel in Ihrer Wohnung
gemütlicher machen, wenn Sie ihre Seifen- und Zahnpa­
stamarke kaufen.
Viele Männer sind dazu allerdings nicht bereit. Sie
sind unerschütterlich in ihrer Entschlossenheit, über­
haupt nichts für eine Frau zu ändern. »Entweder, sie
nimmt mich so, wie ich bin, oder sie hat Pech gehabt.«
Oft heißt es: »Pech gehabt, Charlie.«
Dies ist im richtigen Verhältnis zu betrachten. Ist Ihr
eigener Kleidungsstil wichtiger als die Verträglichkeit mit
einer Frau, für die Sie sich entschieden haben? Wahr­
scheinlich nicht. Wir reden hier nicht von einer Verände­
rung Ihrer Grundwerte. Wir sprechen davon, was Sie bei
bestimmten Gelegenheiten anziehen, von Seife und
Zahnpasta. Jemanden widerzuspiegeln heißt nicht, ein
anderer Mensch zu werden. Ihr wahres Wesen schim­
mert auf alle Fälle durch.
Schließlich passen sich die meisten Männer in gewis­
sem Maß ihrer Umgebung an, selbst wenn sie es nicht
merken. Wenn Sie ein leitender Angestellter sind, tragen
Sie wahrscheinlich jeden Tag Anzug und Krawatte, wenn
Sie zur Arbeit gehen, und vielleicht nach der Arbeit ei­
nen Jogginganzug. Aber wenn Sie in ein Tanzcafe gehen,
ziehen Sie natürlich etwas anderes an, mit dem Sie sich
in dieser Umgebung wohl fühlen. In gewissem Maß ist
das Spiegelspiel etwas, das wir alle unbewußt mitspie­
len, um >dazuzupassen<. Es zu verstehen und es bei der
Frau Ihrer Wahl anzuwenden, ist wichtig. Wenn Sie wol­
len, daß sie Sie wählt, muß sie den Eindruck haben, daß
Sie zu ihrem Lebensstil passen.
Wenn Sie sehr an Ihrem persönlichen Stil hängen —
Ihrer Art, sich zu kleiden, sogar Ihrer Zahnpasta —, ver­
ändern Sie sich nicht. Falls Sie sich nicht >angezogen<
fühlen ohne einen Anzug mit Weste und dennoch für ei­
ne Frau schwärmen, deren Lieblingskleidung aus Jeans
und einem alten Hemd besteht, kann es sein, daß Sie für
die falsche Frau schwärmen. Überprüfen Sie Ihren >Part­
nerschaftsplan< noch einmal. Schauen Sie sich nach einer
Frau um, die Ihnen ähnlicher ist. Denken Sie auch daran,
daß Sie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit brauchen,
um eine Frau in Ihr Leben einzufügen Männer, die in
keiner Hinsicht (nicht nur in ihrer Kleidung) Kompro­
misse schließen können, bleiben schließlich unverheira­
tet und einsam zurück.
Andererseits werden Sie, wenn Sie flexibel sein kön­
nen, wenn Sie bereit sind, Neues auszuprobieren, fest­
stellen, daß das Spiegeln Ihnen Macht einbringt. Sie ge­
winnen neue Einsichten über andere Menschen. Sie wer­
den fähig, in allen Bereichen Ihres Lebens effektiver zu
kommunizieren und Menschen zu beeinflussen. Und nir­
gends funktioniert das Spiegelspiel besser als in einer
neuen Beziehung zu einer Frau.
Es ist eine Möglichkeit, die Ähnlichkeiten zwischen Ih­
nen und Ihrer Wunschfrau zu betonen. Sie wird anfan­
gen, sich mit Ihnen zu identifizieren; sie bekommt das
Gefühl, Sie beide gehörten einem ganz besonderen Ver­
ein Auserwählter an und Sie wären auf einer tiefen Ebe­
ne seelisch verbunden. Sie wird dann eher auf Ihre Vor­
schläge eingehen, sie ist leichter zu überzeugen, und es
ist wahrscheinlicher, daß sie Ihre Liebe erwidert.
Das Spiegelspiel sollte Ihr Selbstgefühl nicht bedro­
hen. Veränderungen in Ihrem Stil, sich zu kleiden, der
Art, wie Sie sitzen oder sich mitteilen, bedeuten nicht,
daß Sie Ihr Wesen verändern Sie geben Ihnen einfach
mehr Macht, besonders über Frauen. Probieren Sie's aus.
Es ist leicht. Es macht Spaß. Es funktioniert.
10_________________
Spiegelspiel für Fortgeschrittene

An einer Frau ist noch mehr dran als ihr Aussehen oder
ihre Ausdrucksweise. Es gibt bei ihr einen Rhythmus —
rasch und munter oder langsam und sinnlich. Manchmal
ändert sich der Rhythmus, aber es gibt einen bestimm­
ten, der für sie normal ist und bei dem ihr meist am
wohlsten ist. Es ist das Tempo, mit dem sie meistens ihr
Leben lebt. Der Rhythmus mag wahnsinnig hektisch
oder träge sein, aber er ist da, und wahrscheinlich für im­
mer.

Das Widerspiegeln von Rhythmen


Eine neue Erfindung, die Babies Behagen schaffen soll,
ahmt den Herzschlag der Mutter nach. Neugeborene
Kätzchen beruhigt man mit einem tickenden Wecker in
ihrem Lager. Alle Tiere sind auf einen unbewußten
Rhythmus eingestimmt. Finden Sie den Rhyhthmus ei­
ner Frau heraus — dann haben Sie die Möglichkeit, auf
einer sehr subtilen, unterbewußten Ebene an sie heran­
zukommen.
Die visuelle Frau neigt dazu, sich rasch zu bewegen
und schnell zu reden. Die akustische Frau bewegt sich
ein wenig langsamer. Und die Gefühlsfrau ist die sanfte­
ste, am wenigsten »überspannte« von den dreien. Wenn
Sie als gefühlsorientierter Mann sich für eine visuelle,
schnell sprechende Frau interessieren, brauchen Sie nicht
das Tempo Ihres ganzen Lebens zu beschleunigen, aber
Sie können versuchen, etwas schneller zu sprechen,
wenn Sie mit ihr zusammen sind. Wenn Sie das tun,
fühlt sie sich in Ihrer Gegenwart behaglicher und glückli­
cher, ohne eigentlich zu wissen, warum.
Ist sie eine Gefühlsfrau, die langsamer spricht, verrin­
gern Sie einfach Ihr Tempo ein wenig, wenn Sie zusam­
men sind. Das ist die einfachste Art, den Rhythmus einer
Frau widerzuspiegeln.
Indem Sie das Sprechtempo und den Bewegungs­
rhythmus Ihrer Freundin spiegeln, stimmen Sie sich auf
sie ein. Diese Art der Spiegelung ist subtiler als die kör­
perliche. Was gespiegelt wird, ist nicht unbedingt die Be­
wegung, sondern der Bewegungsrhythmus.
Beobachten Sie ihre weniger offenkundigen, unbe­
wußteren Rhythmen. Zappelt sie mit den Füßen? Trom­
melt sie mit den Fingern? Dann passen Sie unaufdring­
lich und subtil einen Ihrer eigenen Rhythmen ihrem
Rhythmus an. Sie brauchen ihre Körperbewegung nicht
zu kopieren. Machen Sie selber eine Bewegung, die einen
ähnlichen Rhythmus hat. Wenn sie zum Beispiel mit den
Fingern trommelt, lassen Sie Ihren Fuß im gleichen
Rhythmus hüpfen Sie wird es nicht merken.
Während Sie ihren Rhythmus widerspiegeln, fangen
Sie an, ihren Atem zu beobachten.

Die Spiegelung des Atemrhythmus


Haben Sie einmal bemerkt, daß es nach dem Liebesakt,
wenn einer in den Armen des anderen liegt — halb be­
wußt und halb dahintreibend, noch ganz heiß, aber mit
verausgabter Leidenschaft —, ein wunderbares Gefühl
der Einheit, der Zusammengehörigkeit gibt? Sie fühlen
sich einander ganz nah, vielleicht näher als während des
Liebesakts. Die Intimität dieses Augenblicks wird ver­
stärkt durch die natürliche, unbewußte Tendenz, gemein­
sam im selben Rhythmus zu atmen.
Manche Weisheitslehren des Ostens glauben, der
Atem sei die Lebenskraft, und dadurch, daß man wie ein
anderer Mensch atme, werde man zum Teil des Lebens
dieses anderen. Tantrische Yogis üben, während des Ge­
schlechtsakts in völliger Übereinstimmung ein- und aus­
zuatmen, um das Gefühl des Einsseins zu steigern.
Während intensiver gemeinsamer Tätigkeiten kommt
oft eine Atmung im selben Rhythmus zustande — öfter,
als wir merken. Beobachten Sie einmal Männer beim He­
ben schwerer Lasten. Einer hebt die Last, und der andere
hilft ihm und drängt ihn, noch mehr anzuheben. Achten
Sie darauf, wie der Helfer den Atemrhythmus des ersten
übernimmt.
Wenn Sie lernen, die Atmung widerzuspiegeln, kön­
nen Sie ein subtiles Gefühl der Intimität zwischen sich
und einem anderen Menschen erzeugen — jederzeit und
überall.
Sie können das Geheimnis des Atmens im gleichen
Rhythmus benützen, um nach Bedarf ein Gefühl der Nä­
he zu erzeugen. Sie brauchen nicht bis nach dem Liebes­
akt zu warten, um Ihrer Partnerin nahe zu sein. Eigent­
lich ist es besser, wenn Sie beide einander nahekommen,
bevor Sie ins Bett gehen. Sie können schon beim ersten
Treffen damit anfangen, indem Sie atmen wie Ihre
Wunschfrau.
Um ihren Atemrhythmus zu erkennen, beobachten Sie
ihre Schultern. Wenn Sie keine Bewegung wahrnehmen
können, versuchen Sie, einen Punkt hinter ihren Schul­
tern ins Auge zu fassen. Beobachten Sie die leichte Ver­
änderung, während ihre Schultern sich mit der Atmung
bewegen. Achten Sie auf den Unterschied zwischen Ihrer
Atmung und jener der Frau. Atmet sie schneller oder
langsamer als Sie? Atmet sie flach oder tief? Wenn Sie ihr
ganz schnell nahekommen wollen, ist das Atmen im glei­
chen Rhythmus die beste Methode. Eine Frau empfindet
Geborgenheit und Vertrauen bei einem Mann, der atmet
wie sie.
Sie können das Atmen im Rhythmus Ihrer Freundin
auch zur Wiederherstellung der Harmonie benützen,
wenn Sie sich gestritten haben. Wie das körperliche Wi­
derspiegeln schafft auch das Spiegeln von Rhythmen
und Atmung eine unbewußte Harmonie, deren Fortset­
zung der andere Mensch wünscht.

Das Widerspiegeln von Lebensrhythmen


Es ist wirklich großartig, und Sie haben großes Glück,
wenn die Frau, in die Sie sich verlieben, dieselben Le­
bensrhythmen hat wie Sie. Leider ist das nicht immer der
Fall. Sie bleiben gern lange auf — sie geht gern früh ins
Bett. Sie sind ein Langschläfer — sie wacht mit den Vö­
geln auf. Selbst die Paare, die sich sehr lieben, haben
Probleme mit unterschiedlichen Lebensrhythmen. Der
eine ist ein Stubenhocker, und der andere besteht darauf,
täglich zehn Kilometer zu laufen. Der eine liebt Parties,
und der andere haßt alle Zusammenkünfte von mehr als
zwei guten Freunden.
Wenn zwei sich ineinander verliebt haben, können sie
diese Probleme bearbeiten oder lernen, mit ihnen zu le­
ben, weil sie sich so sehr lieben. Aber am Anfang einer
Beziehung, bevor sie sich wirklich ineinander verliebt ha­
ben, kann ein Unterschied im Lebensrhythmus wie ein
unüberwindliches Hindernis erscheinen.
Vor kurzem kam ein Paar zu mir, das Schwierigkeiten
mit unterschiedlichen Lebensrhythmen hatte. Sie be­
haupteten zwar, einander wirklich zu lieben, aber sie wa­
ren beide sehr wütend. Judy behauptete, sie werde stän­
dig in Sams Tagesplan hineingezwungen. »Ich möchte
mich morgens entspannen. Ich habe es gern, wenn der
Tag langsam beginnt, sonst werde ich nervös. Aber Sam
läßt mich nicht. Er springt aus dem Bett und macht Lie­
gestütze. Dann will er joggen gehen. Am Anfang unserer
Beziehung ist er einfach losgegangen und hat mich wei-
terschlafen lassen. Aber in letzter Zeit weckt er mich und
will, daß ich mitkomme.«
»Es ist doch nur zu ihrem eigenen Vorteil«, beharrte
Sam. »Außerdem will ich, daß wir mehr Zeit zusammen
verbringen. Ich versuche ja nur, den besten Teil des Tages
mit ihr zu teilen.«
Judy entgegnete: »Das ist der beste Teil des Tages für
ihn, aber nicht für mich. Ich möchte gern, daß wir uns
abends ein bißchen amüsieren, aber er steht so früh auf,
daß er abends um zehn bettreif ist. Immer, wenn wir zu
einer Party eingeladen sind, kommen und gehen wir als
erste, weil Sam früh aufstehen und Sport treiben muß.«
Man könnte denken, Sam und Judy hätten eben ein­
fach nicht zusammengepaßt, aber beide schworen, sie
liebten einander und fühlten sich einander zutiefst ver­
pflichtet. Sie wollten beide keinen anderen Partner, son­
dern zusammenbleiben.
Sam war älter als Judy und sorgte sich mehr um seine
Gesundheit und seinen Streß. Er begriff bald, daß er,
wenn er Judy drängte, mit ihm Frühsport zu betreiben,
mehr Streß erzeugte als durch eine Veränderung seines
Tagesplans. Sam erklärte sich bereit, am frühen Abend
Sport zu treiben, und Judy war zum Mitmachen bereit,
wenn es nur nicht am Morgen stattfand.
Jetzt haben sie behagliche, entspannte Tagesanfänge;
manchmal gehen sie abends aus. Indem sie lernten, ihre
Lebensrhythmen miteinander zu synchronisieren, brach­
ten Sam und Judy Harmonie in ihre Beziehung. Bald dar­
auf heirateten sie.
Wenn Sie eine Frau dazu bringen wollen, sich zu än­
dern und etwas zu tun, das Sie wollen, zum Beispiel ih­
ren Rhythmus so zu ändern, daß er zu dem Ihren paßt,
müssen Sie erst ein Einverständnis mit ihr herstellen, in­
dem Sie Ihren Rhythmus dem der Frau anpassen. Den­
ken Sie an einen Rennfahrer, der herunterschalten will,
um seinen Wagen zu verlangsamen; zuerst muß der Mo­
tor auf die Drehzahl gebracht werden, die der Geschwin-
digkeit des Wagens entspricht, erst dann kann geschaltet
werden, so daß der Motor bremsen kann.
Sobald Sie sich dem Rhythmus Ihrer Freundin ange­
paßt haben, sind Sie mit ihr synchronisiert. Sie haben ein
Einverständnis erreicht, das für sie angenehm ist. Wenn
Sie nun ganz allmählich Ihren Rhythmus verändern,
wird sie mitgezogen, weil sie unbewußt versucht, dieses
angenehme Einverständnis aufrechtzuerhalten. Sie wird
sich überhaupt nicht gezwungen fühlen.
Es ist sehr wichtig für Sie, sich auf die Lebensrhyth­
men Ihrer Freundin einzustimmen, besonders am An­
fang, wenn sie Sie anschaut und sich überlegt, ob es ihr
möglich wäre, den Rest ihres Lebens mit Ihnen zu ver­
bringen. Sie möchte, daß Sie flexibel sind, bereit, um ih­
retwillen Dinge zu verändern, und es soll schließlich ein
starkes Gefühl der Übereinstimmung zwischen Ihnen
herrschen.
Wenn Ihre Wunschfrau also ein häuslicher Typ ist und
ihre Ruhe liebt, versuchen Sie nicht, sie gleich in die Dis­
co zu schleppen. Verbringen Sie erst einmal ruhige
Abende mit ihr, bevor Sie sie ganz allmählich in die Dis­
co-Szene einführen. Wenn sie ein Party-Freak ist, versu­
chen Sie es zunächst auch zu sein; dann zeigen Sie ihr,
wie schön ein ruhiger Abend zu zweit sein kann.
Wenn Ihnen dies alles aber zuviel ist, wenn Sie einfach
nicht mit einer ruhigen Frau ruhig sein oder mit einem
Mädchen Parties genießen können, das sich >einfach
amüsieren< will, können Sie natürlich Ihren >Partner­
schaftsplan< überdenken und ändern und sich überlegen,
wie es gekommen ist, daß Sie sich an eine Frau gehängt
haben, die so gar nicht zu Ihnen paßt.
Denken Sie daran: Wenn Sie sich standhaft weigern,
Kompromisse zu schließen, und darauf bestehen, immer
alles nur so zu machen, wie Sie wollen, wird sie vielleicht
ihr Leben um Ihretwillen ändern — vorübergehend. Am
Ende wird sie es jedoch leid, immer nachgeben zu müs­
sen, und schließlich grollt sie Ihnen doch. Außerdem ver-
sagen Sie sich das Vergnügen, dem Leben neue Perspek­
tiven abzugewinnen.

Das Widerspiegeln der Lautstärke


Wenn Sie sich in eine Frau verliebt haben, die ein ruhiger
Typ ist, die nur im Flüsterton spricht und nie im Zorn die
Stimme erhebt, sollten Sie auch ruhig sein. Sie wird am
besten auf Sie reagieren, wenn Sie Ihre Lautststärke und
Ihre Intensität der ihren anpassen. Ein lautes oder inten­
sives Vorgehen könnte sie verlegen machen oder ärgern
und veranlassen, sich von Ihnen zurückzuziehen.
Wenn Sie also ein Mann mit einer dröhnenden Stimme
sind, versuchen Sie, Ihre Lautstärke zu vermindern,
wenn Sie mit einer Frau zusammen sind, die leise
spricht. Ein Mann, der viel lauter spricht als die Frau,
sieht leicht aus wie einer, der durch Lautstärke ein­
schüchtern will — wie jemand, der sich immer durch­
setzt, indem er sein Gegenüber übertönt.
Wenn Sie ein ruhiger Mann sind, der leise und melodi­
ös spricht, und sich von einer rauhbeinigen laut spre­
chenden Frau angezogen fühlen, die auf jeder Party im
Mittelpunkt steht, versuchen Sie, lauter zu sprechen,
wenn Sie sich ihr nähern. Bedenken Sie, daß Sie, wenn
Sie zu still sind, auf eine laute, emotionale Frau ebenso
abstoßend wirken können wie ein »Schreihals« für eine
stille Frau.
Warren und Jill kamen zu mir, um sich in ihrer Bezie­
hung helfen zu lassen. Sie mochten sich wirklich sehr,
aber sie hatten große Verständigungsprobleme. Als ich
sie kennenlernte, merkte ich sofort, was ihr Problem war.
Jill war laut; ihre Stimme war hoch und emotionsgela­
den. Man konnte leicht hören, wie aufgeregt sie war.
Warren andererseits war ebenso aufgeregt, nur kam
das in seiner Stimme überhaupt nicht zum Ausdruck. Er
weigerte sich meist, mit Jill zu streiten oder auch nur et-
was zu diskutieren, weil sie hysterisch wurde und zu
schreien anfing. Er erhob nie die Stimme. Er sprach lang­
sam und ruhig.
Jill hatte schon alles Erdenkliche getan, um Warren da­
zu zu bringen, sich mit ihr zu streiten oder wütend zu
werden — also emotional zu reagieren —, damit sie sich
überzeugen konnte, daß ihm etwas an ihr lag. »Er ist so
wenig mitteilsam, und nichts macht ihm etwas aus, ich
habe das Gefühl, ihm liegt überhaupt nichts an mir«,
sagte sie zu mir. »Er sagt nicht einmal: >Ich liebe
dich.<«
Warren sagte ganz ruhig zu ihr: »Ich bin hier, oder
nicht? Du weißt doch, was ich empfinde — sonst wäre
ich nicht hier in der Therapie und würde nicht versuchen,
mit dir zurechtzukommen.«
Aber Jill fühlte sich nicht geliebt, weil Warrens Gefühle
sich nicht in seiner Stimme äußerten. Ihre Versuche, ihn
aus der Reserve zu locken, indem sie Streit anfing und
schrie und kreischte, brachten ihn nur dazu, sich noch
mehr zurückzuziehen. Die beiden waren in einem Teu­
felskreis gefangen, in dem Jill immer unsicherer und for­
dernder und Warren immer verschlossener wurde. Ihre
ganze Beziehung war in Gefahr.
Als Jill sich stimmlich beruhigen konnte und Warren
lernte, »Ich liebe dich« zu sagen (die Worte, die sie so
dringend hören wollte) und etwas lauter zu sprechen,
waren ihre Probleme leichter zu lösen. Solange jeder in
einer anderen Lautstärke sprach, fühlte sich der andere
immer bedroht. Als Warren lernte, ab und zu einmal zu­
rückzubrüllen, hatte Jill das Gefühl, es läge ihm wirklich
etwas an ihr. Sie kam aber bald darauf, daß sie keinen
Wert auf Geschrei und Gebrüll legte, wenn sie gegen sie
gerichtet waren, und allmählich wurde sie ruhiger.
Sie können das Verhalten einer Frau so ändern, wie
Warren Jills Verhalten geändert hat, aber zuerst müssen
Sie bereit sein, Ihr eigenes Verhalten zu ändern und sich
auf sie einzustimmen. Dann, sobald sie sich mit Ihnen
wohl fühlt und Ihnen vertraut, weil Sie ihr so ähnlich
sind, wird sie bereit sein, Sie führen zu lassen und ihr
Verhalten dem Ihren anzupassen.

Das Widerspiegeln von Vorlieben


Einverständnis ist der Schlüssel zur Annäherung. Wenn
Sie eine Frau dazu bringen wollen, etwas zu tun oder zu
glauben, fangen Sie immer mit einem Bereich an, in dem
Sie sich einig sind. Begeben Sie sich zuerst auf ihre Seite.
Ihr werden die Harmonie und das Gefühl der Zusam­
mengehörigkeit gefallen, die Sie geschaffen haben. Sie
will dieses Gefühl der Harmonie aufrechterhalten; daher
wird sie mit größerer Wahrscheinlichkeit den Wunsch
haben, Ihnen zuzustimmen.
Denken Sie daran: Konflikte erzeugen immer mehr
Konflikte — Einverständnis erzeugt mehr Einverständ­
nis. Schlagen Sie in Ihrer Beziehung eine Tonart des
Streitens an, so werden Sie von Streit heimgesucht wer­
den, bis Sie sich trennen. Schlagen Sie eine Tonart des
Einvernehmens an, und Sie werden Streitigkeiten beile­
gen können, wenn sie einmal auftauchen.
Das heißt nicht, daß Sie lügen oder eine Menge Dinge
sagen sollen, die Sie gar nicht meinen. Lügen können
sich gegen Sie selbst wenden und das Vertrauen in einer
Beziehung zerstören. In Übereinstimmung zu sein, be­
deutet, die Bereiche zu betonen, in denen Sie sich einig
sind, und die Bereiche herunterzuspielen, in denen Sie
sich nicht einig sind.
Es gibt doch sicher etwas, über das Sie sich einig sind.
Warum sind Sie sonst zusammen? Wenn Sie an die Be­
reiche des Einverständnisses denken, pflegen Sie die po­
sitive Einstellung zu Ihrer Beziehung. Wenn Sie über die
Bereiche nachgrübeln, wo Sie sich nicht einig sind, bringt
Ihnen das eher negative Gefühle bezüglich Ihrer Bezie­
hung ein. Dasselbe gilt für Ihre Freundin. Wenn Sie also
wollen, daß eine Frau sich in der Beziehung mit Ihnen
wohl fühlt, bieten Sie ihr so viele Bereiche des Einver­
ständnisses, wie Sie können.
Es kann auch schwierig sein, immer die Wahrheit zu
sagen. Manchmal wissen Sie, daß Ihre Freundin die
Wahrheit eigentlich nicht hören will oder daß sie sehr
wütend wird, wenn Sie ihr doch etwas sagen. Es mag
sein, daß in der Liebe und im Krieg alles fair ist, aber das
Problem ist, daß sie sehr wütend wird, wenn sie heraus­
bekommt, daß Sie etwas getan haben, das unfair ist.
Nehmen wir zum Beispiel an, daß Sie mit einer Frau
ausgehen, die die Musik, das Essen und die Kleidung an­
derer Völker liebt. Nichts gefällt ihr besser, als sich in ei­
nen Sari zu hüllen und in ein indisches Restaurant zu ge­
hen oder ein arabisches Cafe zu besuchen und den
Bauchtänzerinnen Beifall zu klatschen.
Am Beginn der Beziehung tun Sie so, als genössen Sie
die ganze Völkerschau etwas mehr, als Sie es wirklich
tun, weil Sie ihr gefällig sein wollen und weil es sie so
glücklich und Ihnen gegenüber aufgeschlossen macht.
Jetzt stellen Sie fest, daß Sie jedes Wochenende ausländi­
sche Küche und Trommeln der einen oder anderen Art
über sich ergehen lassen müssen. Sie plant sogar Ihren
nächsten Urlaub bei einem internationalen Folklorefesti­
val.
Wie bringen Sie ihr bei, daß Sie schon an Sodbrennen
leiden, daß Ihnen der Kopf schwirrt und daß Ihre Ohren,
keinen Abend mit Tamburingeräusch mehr aushalten
können? Sie wollen nicht, daß sie denkt, all die Abende,
die Sie mit Klatschen, Singen und Tanzen zugebracht ha­
ben, hätten Ihnen überhaupt nicht gefallen — aber Sie
haben genug davon. Sie sehnen sich nach einer gemütli­
chen Wirtschaft mit gutbürgerlicher Küche.
Platzen Sie nicht plötzlich heraus: »Ich hasse Bauch­
tanz, ich hasse stark gewürzte Speisen, und Trommeln
haben mir noch nie gefallen. Schon beim Gedanken an
noch einen Abend in einem verräucherten Raum mit tan-
zenden Derwischen wird mir schlecht. Können wir nicht
einmal etwas unternehmen, das mir Spaß macht?«
Bremsen Sie statt dessen Ihr Bedürfnis, die Schischke­
bap-Welle ein für allemal zu beenden. Ob es um Sex oder
chinesisches Essen geht — Unzufriedenheit mit dem zu
äußern, was Sie eine Zeitlang unternommen haben,
bringt ganz sicher Verdruß. Sie wird denken, Sie hätten
nur so getan, als gefiele Ihnen der Bauchtanz und wer
weiß, was noch. Wie kann sie Ihnen jemals wieder glau­
ben?
Fangen Sie an, indem Sie sich auf ein Gebiet des Ein­
verständnisses begeben. Sagen Sie etwas wie: »Unsere
Abende mit Musik, Bauchtänzerinnen und stark gewürz­
tem Essen gefallen mir wirklich.« Jetzt stimmt Ihre
Freundin Ihnen zu. Dann sagen Sie: »Aber in letzter Zeit
bekomme ich unstillbare Lust auf ein schlichtes Steak.«
Weil Sie am Anfang ihre Vorliebe für fremdartige
Kochkunst widergespiegelt haben, steht sie Ihrer Idee
aufgeschlossen gegenüber. Ohne zu lügen oder sich
bloßzustellen, haben Sie das Gespräch auf angenehme
Weise eröffnet. Nachdem Sie so ein Einverständnis her­
gestellt haben, können Sie von dem sprechen, was Sie
anders haben möchten.
Nehmen wir an, Sie möchten, daß Ihre Freundin im
Bett irgend etwas Besonderes tut, an dem sie bisher kein
spezielles Interesse gezeigt hat — sagen wir, anale oder
orale Stimulierung. Erstens: Beklagen Sie sich nie über
die Art von Sex, die Sie bei ihr bekommen. Sagen Sie im­
mer, es sei schön. Lassen Sie sie wissen, wie sehr Sie die
Liebe mit ihr genießen; sagen Sie ihr, wie sehr sie Sie er­
regt und wie begehrenswert Sie sie finden. Auf diese
Weise gehen Sie von einem Einverständnis aus — daß Ih­
nen beiden der Sex miteinander gefällt. Danach ist es viel
einfacher, sie zu bewegen, es einmal anders zu machen.
Das Spiegeln von Vorlieben und das Herstellen von
Einverständnis mit einer Frau ist keine große Sache.
Wenn Sie zu Ihrem Arzt gehen, stellt er als erstes ein
Einverständnis mit Ihnen her. »Schauen wir mal«, sagt
er. »Sie haben Schmerzen im Ellbogen.« Sie nicken zu­
stimmend. »Und die haben Sie seit zwei Monaten?« Wie­
der bestätigen sie, was er sagt. »Na dann«, sagt er, »das
werden wir gleich haben.« Was nicht unbedingt stimmt,
aber Sie neigen dazu, ihm zuzustimmen, weil er zuerst
ein Einverständnis mit Ihnen hergestellt hat.
Das Einverständnis mit einer Frau kann man durch al­
les mögliche herstellen, von »Dieses Wochenende mußt
du dich mal entspannen« bis zu »Du hast wirklich einen
Einkaufsbummel verdient« oder »Du brauchst mal einen
romantischen Ausflug«. Sie können sich mit einer Frau
über fast alles einig sein; wichtig ist, die Bereiche des Ein­
verständnisses zu betonen. Dann fängt sie an, Ihnen so
zu vertrauen wie der Patient dem Arzt.
Fürs Spiegeln gibt es unbegrenzte Möglichkeiten.
Spiegeln Sie den Sprechrhythmus Ihrer Freundin wider,
ihren Lidschlag, die Art, wie sie sich über die Lippen
leckt, ihre Atmung, ihre Wertvorstellungen, ihre Vorlie­
ben und die Art, wie sie sich mitteilt — und bald ziehen
Sie sie an sich. Sie wird Ihnen überallhin folgen.
11_______________
Die Verankerung Ihrer Liebe

Es ist erstaunlich. Im einen Moment ist sie anbetungs­


würdig, süß und liebevoll, Ihr kleiner Engel, das Mäd­
chen Ihrer Träume. Und dann verwandelt sie sich plötz­
lich in ein Ungeheuer von einem anderen Stern. Wenn
Sie nur einen Knopf drücken und den Teufel wieder in ei­
nen Engel verwandeln könnten! Also — Sie können es.
Mit einer Technik, die man >Verankern< nennt.
Seien wir ehrlich — jede Beziehung hat ihr Auf und
Ab. Das Verankern ist eine Möglichkeit, warme, liebevol­
le Gefühle nach Bedarf verfügbar zu machen, die guten
Gefühle wieder zurückzuholen, wenn sie anfangen, sich
zu verflüchtigen, die Romantik am Leben zu erhalten
und Ihre Freundin zu erinnern, wieviel ihr an Ihnen liegt
und wie wunderbar Sie sind, wenn sie es gerade zu ver­
gessen scheint.

Das Verankern glücklicher Gefühle


Schenken Sie Ihrer Geliebten eine besondere Berührung
— streicheln Sie ihr die Wange, streichen Sie ihr übers
Haar, drücken Sie ihr auf besondere Art die Hand, und
Sie können ein gutes Gefühl, das sie gerade empfindet,
verankern. Das bedeutet: Sie können dieses spezielle Ge­
fühl jederzeit wiederbeleben, indem Sie dieselbe Berüh­
rung wiederholen.
Das funktioniert folgendermaßen. Jedesmal, wenn sie
sich wirklich großartig fühlt — sie hat gerade einen fabel-
haften Orgasmus gehabt oder vielleicht ein köstliches
und romantisches Festmahl eingenommen —, berühren
sie eine bestimmte Stelle ihres Körpers auf besondere
Weise. Ein warmer Druck, ein sanftes Streicheln, ein lie­
besvolles Tätscheln — was immer Ihnen gefällt. Wenn
Sie diese besondere Berührung konsequent anwenden,
verankern Sie die positiven Gefühle der Frau.
Jedesmal, wenn Sie beide einander besonders nah sind
und sie wirklich glücklich mit Ihnen ist, können Sie den
Augenblick bewahren, indem Sie ihn verankern. Manch­
mal hält ein Anker gleich, aber am besten wiederholt
man die Verankerung mehrmals. Wenn sie dann einmal
gar nicht so entzückt ist von Ihnen oder vom Leben im
allgemeinen, können Sie ganz leicht ihre guten Gefühle
wieder wachrufen und sie wieder froh machen. Sie brau­
chen nur dieselbe Stelle in derselben Weise zu berühren,
und sie wird sich unbewußt wieder ins Gedächtnis rufen,
wie es ist, glücklich zu sein und sich wohl zu fühlen. Mit
Ihrem Anker können Sie die guten Zeiten wachrufen und
die schlechten löschen. Es ist wie ein bedingter Reflex
nach Pavlov, aber es funktioniert wirklich.
Genau wie bestimmte Gesten und Berührungen eine
bestimmte Bedeutung bekommen haben (eine Berührung
am Oberarm zum Trost bei schmerzlichem Verlust, eine
Umarmung bei herzlicher Begrüßung oder nach einem
Fußballtor), wird Ihre Berührung für Sie und die Frau,
die Sie lieben, eine besondere Bedeutung haben. Wählen
Sie eine andere Stelle als den Oberarm, denn der ist
schon besetzt. Wählen Sie eine Stelle, an die Sie in jeder
Situation leicht und ohne Probleme herankommen. Sie
können nicht wissen, wann sie einen Anfall von schlech­
ter Laune erleidet und Sie braucht, damit Sie sie durch ei­
ne Verankerung wieder ins Gleichgewicht bringen.
Die Verankerung mittels einer Berührung sollte mit ei­
ner stimmlichen Verankerung kombiniert werden. Sagen
Sie ihren Namen oder einen Kosenamen in einem beson­
deren Tonfall, während Sie die Spezialsteile berühren.
Sorgen Sie dafür, daß Ihr Gesichtsausdruck freundlich ist
— falls sie Sie anschaut. Bald brauchen Sie, um ihre Lau­
ne zu bessern und sie mehr Zuneigung empfinden zu
lassen, nur noch ein freundliches Gesicht zu machen, ih­
ren Namen in einem bestimmten Tonfall auszusprechen
und die geheime Stelle zu berühren.
Wenn Sie die Verankerung erst einmal hergestellt ha­
ben, können Sie sie jederzeit benützen, um die liebevol­
len Gefühle wieder zurückzuholen, wenn sie sich davon­
machen wollen. Nehmen wir an, Sie kommen zu ihr, um
sie abzuholen, und Sie sehen gleich, daß sie schlechte
Laune hat. Sie sind gar nicht daran schuld, aber es wird
Ihnen den ganzen Abend verderben, wenn sie nicht auf­
hört, sich so miserabel zu fühlen.
Ihr zu sagen, es sei ja schon alles gut, wäre das
Schlimmste, was Sie machen können. Es ist nicht so, und
sie weiß es. Außerdem sollten Sie, wenn sie sich mies
fühlt, zunächst ihre Stimmung spiegeln und sich darauf
einstimmen.
Zur visuellen Frau könnten Sie sagen: »Ich kann se­
hen, warum du dich schlecht fühlst.« Zur akustischen sa­
gen Sie: »Ich kann hören, daß es dir nicht gut geht.« Und
zur Gefühlsfrau sagen Sie: »Ich verstehe ja, wie du dich
fühlst.« Dann, wenn Sie sich auf ihre schlechte Laune
eingestimmt haben, wird Ihnen die Verankerung helfen,
ihr Elend in ein Glücksgefühl zu verwandeln.
Dazu könnten Sie sagen: »Ach, Schatz, das ist schreck­
lich, es tut mir so leid für dich. Es ist wirklich schlimm,
daß es dir so schlecht geht.« (Jetzt berühren Sie die An­
kerstelle) »Denn es wird ein wunderschöner Abend wer­
den; wir gehen aus, essen was Gutes und vergessen erst
mal die Arbeit.«
Wenn Sie sich manchmal in einer Beziehung hilflos
fühlen, kann die Verankerung Sie sicherer machen, selbst
in der Sexualität.
Die Verankerung erotischer Gefühle
Man kann für verschiedene Gefühle verschiedene Veran­
kerungen haben. Sie haben zum Beispiel eine Veranke­
rung, die Sie benützen, wenn Sie wollen, daß sie sich
glücklich fühlt. Sie können eine andere Verankerung ha­
ben, um bei ihr erotische Gefühle aufsteigen zu lassen.
Die sexuelle Verankerung ist eine der wirkungsvoll­
sten, die Sie benützen können. Sobald Sie sie hergestellt
haben, werden Sie verblüfft sein, wie gut sie funktio­
niert. Die Verankerung erotischer Gefühle ist der Veran­
kerung von Glücksgefühlen sehr ähnlich, abgesehen da­
von, daß sie am besten wirkt, wenn Sie sie an den Au­
genblick ihres Orgasmus binden.
Sie sind zum Beispiel im Bett mit Ihrer Geliebten, und
sie explodiert vor Leidenschaft. Sie stöhnt ekstatisch und
bebt vor Lust. Genau in diesem Augenblick küssen Sie
ihren Hals. Zugleich sagen sie etwas zu ihr, das ihr etwas
bedeutet — ihren Namen oder einen Kosenamen, und
wie sexy und großartig sie ist. »Meine Süße, du bist fa­
belhaft.« Oder: »Ach, mein Schneckchen, niemand regt
mich so auf wie du.« Sie müssen sich natürlich Ihren ei­
genen Spezialausdruck ausdenken. (Vielleicht wollen Sie
auch nur knurren; ein Mann hat mir berichtet, das funk­
tioniere prima.) Nachdem Sie miteinander zum Essen ge­
gangen sind und wenn Sie sicherstellen wollen, daß es
ein heißer und aufregender Abend wird, wenn Sie nach
Hause kommen, können Sie sich über sie beugen, sie auf
den Hals küssen und sagen: »Meine Süße, du bist fabel­
haft.«
Die Verankerung funktioniert auch, wenn Sie sie sofort
nach ihrem Orgasmus vornehmen. Sie können dem gan­
zen auch Ihre eigene, persönliche Note geben. Vielleicht
lecken Sie immer ihre Brustwarzen, nachdem sie ihren
Orgasmus gehabt hat, Sie streicheln ihr mit den Fingern
den Rücken auf und ab, oder Sie bleiben in ihr, während
Sie all das tun. Fast alle Frauen beklagen sich, daß es kein
Nachspiel gibt. Die Männer ziehen sich schnell zurück.
Die Frauen brauchen mehr Zeit, um nach dem Orgasmus
wieder zur Normalität zurückzukehren. Man kann die
Verankerung als >Nachspiel-Versicherung< betrachten.
Sie stellt sicher, daß Sie eine erneute Spielchance bekom­
men.

Verankerung hilft Probleme lösen


Problem: Sie bekommt aus irgendwelchen unbekannten
Gründen mitten am Abend schlechte Laune
Wenn Ihnen jemals eine Verabredung mitten am Abend
entgleist, können Sie die Verankerung benützen, um sie
wieder ins rechte Gleis zu bringen. Selbst wenn Sie noch
keine Chance gehabt haben, bei ihr eine glückliche oder
erotische Verankerung zu schaffen, können Sie sie fra­
gen, wie es war, als sie einmal so richtig glücklich war,
zum Beispiel: »Was war der schönste Urlaub deines Le­
bens?« Oder »Was war dein schönstes romantisches Er­
lebnis?« oder »Was ist deine wirkliche Lieblingsbeschäf­
tigung?« oder »Was erregt dich am meisten?« Das sind
einfache Fragen für einen Mann. Und was passiert, wenn
sie antwortet? Sie denkt an all das, was sie glücklich ge­
macht hat, und dabei schaut sie Sie an. Unbewußt identi­
fiziert sie deshalb Sie mit all diesen Glückserlebnissen.

Problem: Sie sieht Ihre Beziehung plötzlich negativ, gera­


de wenn Sie sich darin wohl fühlen — und das nur wegen
irgendeines schlechten Kerls in ihrer Vergangenheit
Nehmen wir an, Sie genießen eine fabelhafte Beziehung
mit einer wunderbaren Frau, und Sie möchten gern mit
ihr über eine feste Bindung reden. Es fällt Ihnen auf, daß
sie sich, sobald Sie dieses Thema ansprechen, zurück­
zieht und merkwürdig benimmt. Nach einiger Zeit be­
kommen Sie heraus, daß sie in früheren Beziehungen oft
verletzt worden ist und es einfach nicht aushalten kann,
eine enge Bindung einzugehen und wieder enttäuscht zu
werden.
Meistens ist sie fabelhaft, und Sie sind verrückt nach
ihr. Aber immer, wenn Sie versuchen, näher an sie her­
anzukommen, wird sie an den alten Schmerz erinnert
und weicht zurück. Sie werden ganz unsicher und gera­
ten aus dem Gleichgewicht, weil Sie befürchten, sie
könnte Sie verlassen. Es ärgert Sie maßlos, daß irgendein
Schuft aus ihrer Vergangenheit sich in Ihre Beziehung
hineindrängt, sei es auch nur auf der Gedankenebene. Es
ist, als hielte der Mistkerl Sie und Ihre Freundin absicht­
lich auf Distanz. Am liebsten würden sie ihn hinausprü­
geln, aber er ist natürlich nicht da. Benützen Sie die Ver­
ankerung, um seine Übeltaten aus ihrer Erinnerung zu
löschen.
Ich habe einmal einem Mann beigebracht, die Technik
der >negativen Verankerung< zu benützen, um die Frau,
die er liebte, dazu zu bringen, ihn zu heiraten. Stephanie
und Alex waren zwei Jahre miteinander gegangen und
lebten dann drei Jahre zusammen. Sie hatten eine
zweieinhalbjährige Tochter, aber Stephanie weigerte sich
standhaft, Alex zu heiraten, weil ihre vorherigen Ehen so
schlecht funktioniert hatten. Immer, wenn er sie bat, ihn
zu heiraten, sagte sie: »Ich liebe dich, und ich bin voll­
kommen zufrieden damit, wie es jetzt ist. Bitte laß uns
nichts ändern.« Er wußte, daß sie daran dachte, wie die
anderen Männer sie behandelt hatten. Ganz gleich, wie
nachdrücklich Alex ihr versicherte, er werde sie nicht
verlassen oder so schlecht behandeln wie seine Vorgän­
ger, sie wollte ihn nicht heiraten.
Er tat natürlich genau das Falsche. Während sie ihn
ansah, sprach er darüber, wie schlecht diese anderen
Männer sie behandelt hatten, so daß sie diese schlechten
Erfahrungen mit ihm verband. Ich brachte ihm bei, das
schlechte Benehmen der anderen Männer woanders als
bei sich zu verankern. Das ging etwa folgendermaßen.
Während er ihr den Nacken rieb (die Verankerung von
Glücksgefühlen, die er schon bei ihr vorgenommen hat­
te), sagte er: »Weißt du, mein Liebes, ich kann mir gut
vorstellen, wie wir zusammen alt werden. Ich habe das
Gefühl, wir werden immer zusammenbleiben. Ich weiß,
daß es für uns richtig wäre zu heiraten.« Da fühlte er, wie
sie erstarrte, dann folgte die übliche Behauptung, die Ehe
sei schlecht für die Liebe.
Er ließ sie ausreden und erhob keine Einwände. Tat­
sächlich stimmte er ihr sogar zu (und spiegelte damit ihre
Überzeugung wider). »In bezug auf diese Männer hast
du absolut recht«, sagte er. »Manche Männer sind wirk­
lich schlecht für Frauen und sollten nie heiraten.« In die­
sem Moment ging Alex hinüber zu seinem selten benütz­
ten Stuhl in der Zimmerecke und legte seine Hand auf
die Stuhllehne. »Das sind die Männer, die Frauen
Schmerz zufügen.«
Dann entfernte er sich von dem Stuhl (wo er ihre nega­
tiven Gefühle verankert hatte) und erklärte: »Es gibt aber
auch Männer wie mich, nette, freundliche Männer.« Als
er dies sagte, legte er dieselbe Hand, die er auf die Stuhl­
lehne gelegt hatte, auf seine Brust, zum Zeichen, daß er
einer von den netten Männern war. »Manche Männer
meinen es ernst, wenn sie sagen: >Ich liebe dich.< Solche
Männer sind treu und glauben wirklich daran, daß man
mit seiner Frau auf immer zusammenbleibt.«
Indem er Stephanies negative Gefühle an dem Stuhl
verankerte und sich dann von dem Stuhl entfernte, wäh­
rend er dieselbe Hand benützte, um zu zeigen, daß er
nicht zu diesen Männern gehörte, trennte er sich auf sehr
wirkungsvolle nonverbale Weise von den schlechten Ker­
len. Immer, wenn Stephanies Problem des alten Schmer­
zes aus einer früheren Beziehung auftauchte, rückte er
von dem alten Schmerz ab, indem er ihn mit etwas ver­
band, das von ihm getrennt war. Nun konnte er negative
und positive Verankerungen benützen, um seine Bezie­
hung immer wieder auszubügeln. Bald sah Stephanie ihn
in einem neuen Licht, als einen einzelnen, selbständigen
Mann, und nicht mehr als einen aus der Masse der Män­
ner, die sie schlecht behandelt hatten.
Ein anderer Klient von mir benützte die »negative Ver­
kankerung«, um seiner Geliebten über ihre Angst vor ei­
ner festen Bindung hinwegzuhelfen. Sie war vorher mit
einem Mann verheiratet gewesen, bei dem sie entdeckt
hatte, daß er ein Kinderverführer war. Sie wartete bei
meinem Klienten immer auf Anzeichen dafür, daß er sich
für ihre sechzehnjährige Tochter interesssierte. Mein
Klient war empört. Er sagte: »Sie hat tatsächlich gesagt,
ich sehe ihre Tocher >so< an.«
Sobald sich die Möglichkeit ergab, nahm er eine »ne­
gative Verankerung« vor, indem er sagte: »Manche Män­
ner mögen kleine Mädchen.« Dabei auf eine Zimmerecke
zeigte. »Aber die meisten Mämmer haben reife Frauen
gern, mit denen sie reden können. Einen erwachsenen
Menschen, wie sie selbst es sind«, fuhr er fort und wies
dabei auf sich selbst.
Es ist wichtig, daß Sie sich in den Augen Ihrer Freun­
din von allen anderen Männern unterscheiden, die sie je­
mals gekannt hat, besonders von dem einen Mann, des­
sen schlechtes Benehmen von früher sie verfolgt und ver­
hindert, daß zwischen Ihnen die Nähe entsteht, die Sie
sich wünschen. Jeder hat eine Vergangenheit und
manchmal ist es schwer, über die alten Kränkungen hin­
wegzukommen. Wenn Sie negative und positive Veran­
kerungen benützen, können Sie der Frau, die Sie lieben,
helfen, Ihre guten Eigenschaften richtig zu schätzen,
während Sie sich von den negativen Gefühlen absetzen,
die für Ihre Freundin mit anderen Beziehungen verbun­
den sind.
Das Benützen alter Verankerungen
Ihre Freundin hat schon positive und negative Veranke­
rungen; wir haben sie alle. Stellen Sie sicher, daß Sie sich
mit ihren positiven Verankerungen verbinden. Zum Bei­
spiel: Sie liebt vielleicht ihre Katze. Wenn Sie sich herun­
terbeugen und die Katze streicheln, wird ein Teil der Lie­
be, die sie für ihre Katze empfindet, sich auf Sie übertra­
gen. Wenn sie ihre Mutter liebt, setzen Sie sich beim
nächsten Essen im Familienkreis neben die Mutter, damit
diese Liebesgefühle Sie mit einbeziehen.
Nehmen wir andererseits an, sie haßt ihren Schwager.
Das ist der Mann, von dem Sie sich fernhalten müssen.
Wenn Sie auf dem nächsten Schnappschuß vom Fami­
lientreffen neben ihm stehen, wird sich vielleicht jedes­
mal, wenn sie das Foto anschaut, unbewußt etwas von
ihrem Haß auf Sie übertragen. Wenn Sie sich ganz nah
bei Menschen, Haustieren und selbst leblosen Gegen­
ständen aufhalten, die sie liebt (bei ihrem Klavier zum
Beispiel), können Sie sich der automatischen Übertra­
gung ihrer schon bestehenden Liebesverankerungen er­
freuen.
Ganz gleich, wie schwer es Ihnen am Anfang fallen
mag — versuchen Sie, ihre Freunde und Freundinnen zu
mögen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, wird sie mißtrau­
isch werden. Sie sind sich dann nicht mit ihr einig; aber
das schlimmste ist, daß Sie keine Chance haben, die Lie­
bes-, Vertrauens- und Freundschaftsverankerungen mit­
zugenießen, die schon vorhanden sind.
12___________________
Wie Sie Ihre Freundin dazu bewegen
können, im Bett das zu tun, was Sie
wollen

Heute ist der große Tag. Endlich haben Sie sie so weit,
daß sie mit Ihnen ins Bett geht. Sie sind heiß und sex-be­
sessen, bereit für einen Sex mit allem Drum und Dran. Es
soll eine denkwürdige Nacht werden. Aber was passiert?
Sie weicht vor Ihrem beliebtesten Vorspiel zurück, zieht
Sie in die >Missionarsstellung< und benimmt sich, als tue
sie Ihnen einen Gefallen.
Sie sind entsetzt und denken: »Wie bin ich bloß so
weit gekommen, ohne zu merken, daß sie prüde ist? Ich
meine, sie sieht so sexy aus ...«
Es war einmal, in den Zeiten sorgloser, unverbindli­
cher Sexualität, da probierte man, ob man sexuell zusam­
menpaßte, bevor man auch nur wußte, wie der andere
mit Nachnamen hieß. Wenn ein Mann von einer Bettge­
nossin enttäuscht war, blieb es bei dem einen Mal, und er
suchte sich eine neue. Heutzutage kann er zu einer Ent­
täuschung im Bett kommen, nachdem der Mann viel Zeit
und Mühe aufgewendet hat, um eine Frau wirklich ken­
nenzulernen. Vielleicht liebt er sie sogar schon.
Selbst unter den heutigen Umständen können Sie eine
Enttäuschung im Bett vermeiden. Dazu ist zweierlei er­
forderlich:

1. Sie müssen herausbekommen, wie sexy sie wirklich


ist — lange bevor Sie mit ihr ins Bett gehen.
2. Sie müssen sich vergewissern, ob sie wirklich bereit
ist, mit Ihnen ins Bett zu gehen.
Die Prüfung der Frau und das Sichern einer großartigen
Sexualität beginnen damit, daß Sie sich sofort eine Ant­
wort auf ein paar Fragen verschaffen. Ist sie überhaupt
an Sex interessiert? Ist sie sexuell ansprechbar? Wie kön­
nen Sie das so schnell wie möglich herausfinden, damit
Sie nicht eine Menge Zeit mit einer Frau verschwenden,
die sexuell nicht zu Ihnen paßt? Wenn sie verschlossen
wirkt, können Sie sie lockern — oder ist sie einfach ein
hoffnungsloser Fall?
Wie können Sie also wissen, ob sie sexuell ansprech­
bar ist oder nicht? Hier sind einige einfache Hinweise.

Kennzeichen einer Frau, die sexy ist


Sie berührt Sie oft. Sie mag es, wenn Sie sie anfassen.

Sie will Ihnen nah sein. Sie mag gern küssen.

Sie ist nicht >körperscheu<. Wenn sie küßt, drückt sie

sich mit dem ganzen Körper an Sie, Becken an Becken.

Ihre ehemaligen Liebhaber sind oft in ihrer Nähe.

Manchmal trägt sie keine Unterwäsche.

Sie bewundert männliche und weibliche Körper.

Sie liebt Massagen sinnlicher und therapeutischer Art.

Sie ist entspannt, warm und nachgiebig.

Sie macht weit ausholende Gesten.

Sie denkt sich Möglichkeiten aus, Ihnen Wohlgefühl

zu verschaffen.

• Sie ist bereit, über Sex zu reden.

Wenn Sie eine neue Frau kennenlernen wollen, reden Sie


mit ihr über die allgemeinen Themen Moral und Sexuali­
tät. Ihre Bereitschaft über diese Themen zu sprechen,
und ihre Einstellung zu ihnen gibt Ihnen gute Aufschlüs­
se über ihre Sexualität. Fragen Sie sie, was sie vom Sexu­
alkundeunterricht in der Schule hält, ob man Teenagern
Verhütung oder Abtreibung erlauben sollte, ob Homose­
xualität unmoralisch ist und ob man Pornographie ver-
bieten sollte. Was hält sie von FKK? Sollten Eltern mit ih­
ren Kindern offen über Sex reden? Sollte man die Prosti­
tution gesetzlich erlauben? Wenn es eine Vorrichtung gä­
be, mit der man per Knopfdruck jederzeit einen Orgas­
mus hervorrufen könnte — würde sie bei sich zu Hause
eine solche Vorrichtung haben?
Wenn sie alle Fragen eher konservativ beantwortet,
können Sie ziemlich sicher sein, daß sie auch sexuell
konservativ ist. Hier gibt es bestimmt keine flammende
Leidenschaft. Wenn sie eher liberal antwortet, ist die
Wahrscheinlichkeit größer, daß sie sexuell aufgeschlos­
sen ist. Außerdem bereiten Sie sich durch Gespräche
über allgemeine Fragen, die mit Sex zu tun haben, auf
den nächsten Schritt vor.

Wie Sie im voraus herausbekommen, ob ihr


dasselbe gefällt wie Ihnen
Hier ist ein verblüffend wirksamer Geheimtip, wie Sie
erfahren können, was sie wahrscheinlich im Bett tun wird,
bevor Sie sie soweit haben. Sorgen Sie dafür, daß Sie in
einer guten Gesprächsatmosphäre sind, daß die Wahl
des Zeitpunkts bei ihr keine Gefühle der Bedrohung aus­
löst und daß sie sich nicht in die Ecke gedrängt fühlt.
Dann fragen Sie sie beiläufig, was sich nach ihrer Mei­
nung die meisten Frauen von einem Liebhaber wün­
schen. Fragen Sie niemals, was sie sich im Bett wünscht,
und seien Sie bereit, über das zu sprechen, was >die mei­
sten Männer sich von einer Geliebten wünschen<.
Das Wesentliche an diesem Vorgehen ist, daß es den
persönlichen Druck wegnimmt. Sie fühlt sich nicht ver­
hört. Indem sie über andere Leute redet, spricht sie in
Wirklichkeit über sich selbst, aber ohne Verlegenheit.
Man spricht leichter über Sex, wenn man über andere
Menschen redet. Sie können sicher sein, daß das, was sie
über >die meisten Frauen< sagt, genau das ist, was sie sei-
ber mag. Wir glauben alle, wir seien repräsentativ für un­
ser Geschlecht.

Wie Sie sich vergewissern können, daß sie


bereit ist
Sie tun gut daran, sie nicht hastig ins Bett zu zerren, be­
vor sie wirklich bereit ist. Ein Mann sagte mir einmal:
»Ich pflücke die Frucht nie, bevor sie mir vom Baum in
die Hand fällt. Wenn sie reif ist, ist sie saftig und duftet,
fleischig und süß und platzt vor Aroma. Es gibt keinen
Vergleich.«
Bevor Sie mit den Verführungsschritten anfangen, die
ich weiter unten skizziere, werden Sie wissen wollen, ob
sie grundsätzlich bereit ist. Damit meine ich, daß sie ent­
schieden hat, Sie zu wollen; es ist nur noch die Frage,
wann und wie. Hier ein paar Anzeichen, die Ihnen zei­
gen, daß >die Frucht heranreift<.
• Sie fängt an, in >etwas Bequemes< (und Enthüllendes)
zu schlüpfen, wenn sie Sie zu einem >Schlummer­
trunk< zu sich einlädt.
• Sie sind beide sehr entspannt, wenn Sie über Sex re­
den, die Diskussionen sind freimütig und ohne Um­
schweife, und in den Fragen der Monogamie und des
>safe sex< sind Sie vom Allgemeinen zum Persönlichen
übergegangen.

Aber selbst wenn es eine ausgemachte Sache< ist, daß


Sie miteinander ins Bett gehen werden, wollen Sie sich
doch die Verführung nicht entgehen lassen.
Verführung
Die Verführung beginnt, wenn Sie gar nicht da sind; sie
fängt mit der Erwartung an. Sie können das Niveau der
Vorfreude anheben, indem Sie sie am Telefon oder in ei­
nem Briefchen erregen. Sagen Sie ihr, wie schön Sie sie
finden, wie sehr Sie sich darauf freuen, mit ihr zusam­
men zu sein.
Verführung findet fortwährend statt, wenn Sie zusam­
men sind, angefangen von Ihrer Ankunft, sobald Sie sie
widerspiegeln. Die Herstellung von Einverständnis ist
verführerisch. Also streiten Sie nicht, widersprechen Sie
nicht, bringen Sie keine Probleme zur Sprache. Sagen Sie
ihr, wie sexy sie ist.
Wenn Sie mit ihr essen gehen und damit Ihre Fähigkeit
zeigen, zu geben und für sie zu sorgen, sind Sie schon '
(auf subtile Weise) verführerisch. Sagen Sie ihr immer
wieder, wie süß sie ist und wie verrückt Sie nach ihr sind.
Machen Sie den Abend total romantisch, so daß er stetig
auf den Höhepunkt des Miteinanderschlafens zugeht.
Wenn Sie wieder zu Hause sind (bei ihr oder bei Ih­
nen), läßt sich der Rat für das >erste Mal< in vier Worten
zusammenfassen: Lassen Sie sich Zeit.

Wie Sie um das bitten, was Sie sich


wünschen, und es bekommen
• Fordern Sie nie etwas im Zorn.
• Sagen Sie immer zuerst drei Nettigkeiten.
• Erbitten Sie es nicht, wenn Sie gerade ins Bett gehen
oder kurz davor sind.
• Bitten Sie in einer nicht sexuellen, friedlichen, ent­
spannten Situation. Spielen Sie zuerst das Spiegel­
spiel. Stellen Sie sicher, daß zwischen Ihnen Einklang
herrscht.
• Kritisieren Sie nicht. Anstatt zu sagen: »Ich mag es
nicht, wenn du ...«, sagen Sie: »Es würde mir sehr ge­
fallen, wenn du ...« Halten Sie ihre Hand, legen Sie
ihr den Arm um die Schultern, achten Sie darauf, daß
Sie sie berühren, wenn Sie Ihre Bitte äußern.
• Machen Sie ihr klar, daß es in ihrem eigenen Interesse
ist, das zu tun, was Sie möchten.
• Sie könnten sagen: »Es würde mich so sehr anregen,
wenn du ...« Oder: »Ich habe keiner Frau widerstehen
können, die ...« Oder: »Wenn eine Frau das für mich
täte, wäre ich mein Leben lang ihr Sklave.«

Sie müssen jedoch realistisch sein. Sie machen aus einer


gezierten Prinzessin keine wollüstige Frau, indem Sie sie
schön bitten. Es geht darum, von Anfang an keine
grundsätzlichen Fehler zu machen.
Aber auch mit der besten Vorarbeit kann es passieren,
daß Sie doch eine Frau lieben, die nicht ganz zu Ihnen zu
passen scheint. Jack war in dieser Lage, als er zusammen
mit Sally bei mir Hilfe suchte. Sie waren erst ein Jahr zu­
sammen, aber ihr Sexualleben wurde immer unbefriedi­
gender. Jack sagte, er liebe Sally, aber im Bett sei er mit
ihr nicht glücklich. Er liebte ihre Sanftmut und ihre
freundliche, zarte Art, aber er sehnte sich nach heißerem,
befriedigenderem Sex.
Sally war beunruhigt. Sie verstand nicht, warum er so
unzufrieden mit ihr war. »Ich tu doch alles, was er will«,
sagte sie.
Jack wiederum hatte Schuldgefühle. Er verbrachte
mittlerweile viel Zeit mit Tagträumen, in denen es um
Frauen ging, die er früher gekannt hatte. Von der Persön­
lichkeit her hatten sie ihm weniger gut gefallen als Sally,
aber er hatte sehr lustvollen Sex mit ihnen genossen.
Er wünschte sich, Sally wäre im Bett aggressiver, wür­
de manchmal von sich aus Sex anfangen, aber er wollte
ihr nicht sagen, was er sich wünschte. Er redete um den
heißen Brei herum und sagte, sie solle mehr aus sich her-
ausgehen oder ihr mache der Sex mit ihm gar kein wirk­
liches Vergnügen, was sie heftig leugnete.
Jack blieb dabei: »Wenn sie mich wirklich liebte, würde
sie es einfach wollen. Ich müßte sie nicht erst dazu auf­
fordern.« Er meinte, Sex sollte ganz natürlich Zustande­
kommen. Außerdem hatte er das Gefühl, wenn er sie
aufforderte, würde das bedeuteten, sie wäre nur aggres­
siv, weil er sie dazu zwänge. »Dann macht es keinen
Spaß«, beklagte er sich. »Ich möchte, daß sie von sich aus
darauf kommt.«
Sally wurde depressiv und unglücklich, was Jack noch
mehr aufbrachte. Sie fühlte sich in ihrer Weiblichkeit und
in ihrer Sexualität in Frage gestellt, und sie fürchtete, er
werde sie verlassen. In dieser Verfassung hatte sie natür­
lich keine Lust, aggressiver zu sein; tatsächlich fühlte sie
sich unzulänglich und wurde noch verschlossener. Die
beiden waren in eine schlimme Sackgasse geraten.
Um Sally zu bewegen, das zu tun, was er sich wünsch­
te, mußte Jack die Vorstellung aufgeben, sie würde es
spontan tun: Es ging ganz allgemein gegen ihre sanfte
passive Natur, im Bett aggressiv zu sein. Im übrigen ge­
fiel ihm ja eigentlich ihre zurückhaltende Art. Er lernte,
daß er aufhören mußte, Sally zu kritisieren, wenn er
wollte, daß sie im Bett glücklich und reaktionsbereit war.
Statt dessen fing er an, sie für das, was sie tat, zu loben,
und sie zu ermutigen.
Er erkannte auch allmählich, daß seine unvernünftige
Forderung nach einer sanften, passiven, gefälligen Frau,
die sexuell sehr aggressiv sein sollte, für ihn eine Mög­
lichkeit schuf, eine feste Bindung zu vermeiden, denn
das Unmögliche konnte er niemals finden.
Wenn eine Frau außerhalb des Bettes gefügig und pas­
siv ist, kann man vernünftigerweise nicht von ihr erwar­
ten, daß sie im Schlafzimmer zur Tigerin wird. Umge­
kehrt ist es, wenn eine Frau im Bett aggressiv ist, unver­
nünftig, von ihr zu erwarten, sie solle außerhalb des
Schlafzimmers ein süßes, passives Blümchen werden.
Wenn das, was Sie sich wünschen,
>anders< ist
Sie lieben Ihre Freundin, aber Sie haben den unbe­
herrschbaren Wunsch, eine sexuelle Fantasie auszuleben,
die Ihnen arg zu schaffen macht. Ihre Exfreundin hatte es
gern, wenn Sie sie fesselten und wenn Sie beide sexuelle
Fantasien ausführten, bei denen Fesselung und Schlagen
eine Rolle spielten. Nur — Sie haben Angst, der neuen
Frau in Ihrem Leben von dieser geheimen sexuellen Fan­
tasie zu erzählen. Andererseits wissen Sie, daß Sie nie
wirklich zufrieden sein werden, wenn Sie Ihre besonde­
ren Wünsche nicht einbeziehen können.
Von so etwas spricht man natürlich nicht bei der ersten
oder zweiten Verabredung. Esoterische Sexpraktiken
können eine Frau abschrecken, wenn sie nicht die Mög­
lichkeit hat, Sie erst mal kennenzulernen und Vertrauen
zu Ihnen zu fassen. Wenn Sie schon eine Zeitlang mit ihr
zusammen sind, das Spiegelspiel mit ihr gespielt und
Vertrauen entwickelt haben, werden Sie eine bessere
Chance haben, daß sie Ihre eigenartigen Sexpraktiken
akzeptiert und sich an ihnen beteiligt.
Fordern Sie niemals, eine Frau solle bei einem Ge­
schlechtsakt mitmachen. Sie wird nur entschlossener, es
nicht zu tun, oder sie wird, falls sie sich genötigt fühlt
und es doch tut, von vornherein dazu neigen, es nicht zu
mögen.
Wenn Sie einen neuen und >anderen< Geschlechtsakt
ins Spiel bringen wollen, gehen Sie am besten tangential
an die Sache heran und nicht direkt. Am besten fangen
Sie damit an, daß Sie Ihre frühen Erprobungsgespäche
über Sex (siehe oben) in die Richtung des allgemeinen
Themas >Fantasien< treiben lassen. Dann sorgen Sie da­
für, daß Sie beide ein oder zwei Bücher zu diesem Thema
lesen, über die Sie dann miteinander sprechen können.
Zu diesem Zweck empfehle ich für den Anfang My Se­
cret Garden oder Pleasures, die sich mit einer großen Viel-
falt von Fantasien beschäftigen. (Vorsicht mit The Story of
O. Sie haben vielleicht gehört, daß das ein Klassiker ist.
Das stimmt, aber darin kommen krasse sado-masochisti­
sche Praktiken vor — das ist zur Einführung nicht ideal.)
Aus ihren ersten Reaktionen auf ein Buch wie My Secret
Garden können Sie eine Menge schließen. Führen Sie sie
sanft in die Diskussion ein, mit einer leicht positiven Be­
merkung wie: »Ganz schön aufregendes Zeug. Ich neh­
me an, die meisten Männer haben eine Menge solcher
Fantasien. Was meinst du, ob das bei den meisten Frauen
auch so ist?« (Aus dem Buch weiß sie, daß es so ist.) Be­
obachten Sie aufmerksam ihre Körpersprache. Etwas
Nervosität ist normal. Aber verengen sich ihre Augen,
runzelt sie die Stirn, zieht sie sich vor Ihnen zurück?
Wenn ja, werden Sie wohl echte Schwierigkeiten haben,
diese Dame für irgendeinen exotischen Sex zu gewinnen.
Hoffen wir, daß sie sich allmählich dabei wohl fühlt,
mit Ihnen über anderer Leute Fantasien zu sprechen. Das
sagt Ihnen, daß sie gegen das Thema >desensibilisiert< ist.
Dann können Sie sie nach ihrer Reaktion auf etwas fra­
gen, das sie gelesen hat und das Ihre besonderen sexuel­
len Wünsche betrifft — aber fragen Sie indirekt und
drängen Sie sie niemals, etwas über sich selbst auszusa­
gen. »Diese Vergewaltigungsfantasie — man sagt, sogar
Feministinnen hätten sie oft. Glaubst du, daß das wahr
ist?« Reden Sie immer lieber über andere als über sich
selbst, bis sie Ihnen mitgeteilt hat, daß die eine oder an­
dere Fantasie sie wirklich erregt hat.
Wenn Sie die anfängliche Barriere erst einmal über­
wunden haben und frei über exotische Geschlechtsakte
sprechen können, wird sie sich vor dem Thema weniger
fürchten. Während Sie miteinander reden, kommen Sie
einander allmählich immer näher, und sie fühlt sich si­
cherer. Bald werden Sie ganz unbefangen über Ihre ge­
heimsten Sexfantasien sprechen können.
Wenn Sie schließlich Ihre geheimen Wünsche einge­
stehen, tun Sie es verschwörerisch, nicht fordernd. Je
mehr Sie der Frau, die Sie lieben, über Ihre Sexualität er­
zählen (wobei Sie mit kleinen Dosen anfangen, die Sie
später steigern, wenn Sie sich nähergekommen sind), de­
sto mehr wird sie Ihnen von ihrer Sexualität verraten. Sie
werden erstaunt sein, wie leicht Sie Geheimnisse mit je­
mandem teilen können, die Sie nie vorher ausgesprochen
haben.
Eine Möglichkeit, Ihrer neuen Partnerin von einer Ihrer
Sexualfantasien (besonders, wenn sie ungewöhnlich ist)
zu berichten, bieten Ihnen Sex-Magazine. Ganz gleich,
was Ihnen gefällt: Es gibt ein Magazin darüber. Vom Sex
mit Amputierten bis hin zu Fesselung und Züchtigung
gibt es in Ihrem Sex-Shop alles Einschlägige. Wenn Sie
sich einen Geschlechtsakt ausmalen, den Sie nicht in ir­
gendeiner Publikation finden können, ist er wahrschein­
lich so verboten, daß Sie ihn sowieso nicht ausführen
sollten.
Dann, wenn Sie beide sich entspannen, zu einer Zeit
ohne sexuellen Druck (das heißt, Sie erwarten nicht von
ihr, daß sie gleich mit Ihnen ins Bett geht und ihre Rolle
spielt), zeigen Sie ihr die Magazine. Besprechen Sie die
Fotos mit ihr, als machten Sie eine Rezension oder eine
Studie, nicht, als wollten Sie sie niederwerfen und das
Dargestellte selbst ausführen. Sagen Sie ihr, welche Fo­
tos für Sie anregend sind und welche Sie nicht für sehr
erotisch halten. Fragen Sie sie, welche sie sexy findet.
Wenn Sie ein paar Hefte oder Bücher zur Hand haben,
in denen Ihre Fantasie dargestellt ist, bekommt diese in
ihren Augen Glaubwürdigkeit, und Sie werden von der
Aura des Seltsamen befreit. Wenigstens erfährt sie so,
daß Sie nicht der einzige Mann auf der Welt sind, der
gern weibliche Unterwäsche trägt oder seine Geliebte
fesselt.
Indem Sie in einer Situation ohne Druck über Sex
sprechen, werden Sie auch offener bezüglich anderer Sei­
ten Ihres Lebens. Wenn der eine aufrichtig ist, wird auch
der andere zur Offenheit ermutigt. Der Zeitpunkt, um sie
zu bewegen, etwas zu tun, das Sie sich wünschen, ist
nicht der Moment, in dem Sie das Schlafzimmer betreten
— er ist viel früher. Das Schlafzimmer ist kein Ort, um
Probleme zu debattieren. Wenn Sie im Bett sind, machen
Sie Liebe, nicht Krieg.
Beim nächsten Mal, wenn Sie wollen, daß Ihre Gelieb­
te etwas Spezielles tut, führen Sie ihr nicht einfach die
Hand oder bringen sie in die richtige Lage. Benützen Sie
Bücher, Filme oder Magazine, um Gespräche und Dis­
kussionen anzuregen, und fangen Sie ganz allgemein mit
dem an, was anderen Leuten gefällt. Besprechen Sie Sex
außerhalb des Bettes, dann ist es leichter, im Bett das zu
tun, was Sie wollen. Die Tatsache, daß Sie Ihre intimen
Geheimnisse mit einer Ffau teilen, ist für sie ein Zeichen
dafür, daß Sie ihr vertrauen. Falls sie ungehalten ist über
das, was Sie ihr sagen, können Sie sie daran erinnern,
Sie hätten es ihr nur gesagt, weil Sie ihr vertrauen und
weil Sie überzeugt sind, daß Ihre Beziehung auf Ver­
trauen beruht. Achten Sie nur darauf, nicht zu früh zu­
viel preiszugeben.

Sexuelle Neckerei
Nehmen wir an, Ihre Freundin hat Ihnen gestanden, daß
sie sich vorstellt, wie es wäre, von zwei Männern auf ein­
mal geliebt zu werden. Anstatt sich über diese Fantasie
zu ärgern, können Sie sie in eine leichte sexuelle Necke­
rei einbeziehen.
Sexuelles Necken ist eine Möglichkeit, eine Frau schon
vor dem Betreten des Schlafzimmers zu erregen, und da­
bei kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie die sexuellen
Fantasien Ihrer Partnerin kennen.
Sie stehen mit Ihrer Freundin vor dem Kino oder am
Büffet in der Schlange, und sie hat Ihnen gestanden, daß
sie es gern hat, beim Geschlechtsverkehr auf den Po ge­
schlagen zu werden. Sie flüstern ihr ins Ohr: »Du bist
heute abend ein ganz böses Mädchen gewesen, und
wenn wir zu Hause sind, versohle ich dir den Hintern.«
Sie schaut überrascht, denn die Sex-Anspielung hat kei­
nen Zusammenhang und ist unerwartet — aber Sie ha­
ben sie dazu angeregt, an spätere Aktionen im Bett zu
denken. Sie haben sie mit Ihren Reden von unerlaubtem
Sex in der Öffentlichkeit erregt, was fast Sexspielen im
Aufzug oder Liebe auf dem Küchentisch gleichkommt. Es
ist aufregend, weil es wie ein unanständiges Geheimnis
zwischen Ihnen beiden ist.
Eine Frau fühlt sich freier mit einer Fantasie, wenn
nicht von ihr erwartet wird, daß sie sie sofort verwirk­
licht. Sie hat weniger Angst vor einer Sexfantasie, die ihr
in der Schlange vor dem Kino zugeflüstert wird, weil
kein unmittelbarer Druck herrscht, sie auszuführen. Sie
kann ihre Vorstellungen laufen lassen, und ihre Erregung
wird sich später im Schlafzimmer auswirken.
Sprechen Sie im Supermarkt zu ihr von Ihren Fanta­
sien oder auf dem Weg ins Theater, oder wenn Sie zum
Essen ausgehen. Bringen Sie das Thema aufs Tapet, und
sie kann sich ausmalen, daß Sie beide es später tun wer­
den.
Bleiben Sie locker, tragen Sie nicht zu dick auf. Geben
Sie ihr nicht das Gefühl, sie sei zu etwas verpflichtet.
Schlagen Sie einen neckenden Ton an. Und tun Sie es
nicht immer. Von Zeit zu Zeit genügt. Setzen Sie ihr den
Floh ins Ohr und geben Sie ihr Zeit. Geben Sie ihr eine
Chance, sich die Ausführung vorzustellen — und wie es
sich anfühlen würde. Wenn es dann soweit ist, wird sie
viel weniger zögern, sich auf einen ungewöhnlichen Se­
xualakt einzulassen. Er wird ihr nicht mehr seltsam oder
ungewöhnlich vorkommen, weil sie ihn im Geist schon
durchgespielt hat.
Wie Sie sie mit »methodischem Sex« anregen
Sie sind heiß, und sie ist es nicht. Das kommt selbst bei
den besten Paaren vor. Sie haben sie zum Essen ausge­
führt, haben sie gelobt und ihr Komplimente gemacht,
das Spiegelspiel gespielt und die Verankerungen ausge­
spielt, und Sie wissen, daß sie Sie liebt. Aber sie hat ein­
fach keine Lust auf Sex. Sie ist nicht in Stimmung.
Es ist nicht Ihre Schuld, aber irgendwie haben Sie das
Gefühl, versagt zu haben, als wäre etwas mit Ihnen nicht
in Ordnung. Sie fühlen sich abgelehnt. Aber nicht Sie
werden abgelehnt; Sex wird abgelehnt. Wenn sie keine
Lust hat, mit Ihnen zu schlafen, bedeutet das nicht, daß
sie Sie nicht begehrt oder nicht liebt; es bedeutet einfach,
daß sie nicht dazu aufgelegt ist.
Sie fragen sich, ob Sie etwas Falsches gesagt oder sie
versehentlich abgekühlt haben, ohne es zu merken. Aber
nicht Sie haben sie abgekühlt; sie hat es selber getan. Der
Schalter ist in ihrem Inneren, nicht in Ihrem. Vielleicht
war sie in Gedanken bei einem großen Projekt, mit dem
sie noch nicht fertig ist, vielleicht war jemand nicht mit
ihrer Arbeit zufrieden, oder vielleicht hat sie eine
schlechte Nachricht bekommen.
Bevor Sie versuchen, sie herumzukriegen, vergewis­
sern Sie sich, daß nichts Schlimmes geschehen ist, wie
zum Beispiel ein Todesfall in der Familie. Spielen Sie das
Spiegel spiel und benützen Sie ihre Liebessprache, um
herauszufinden, wo das Problem steckt. Wenn es nichts
Ernsthaftes ist, wenn es etwas ist, das sie sowieso lieber
verdrängen möchte, gibt es eine einfache Technik, um sie
wieder anzuwärmen — eine besondere Verankerungs­
technik, die ich >methodischen Sex< nenne.
Beim >methodischen Sex< regen Sie Ihre Freundin auf
dieselbe Weise an, wie methodisch arbeitende Schau­
spieler sich in Stimmung bringen, um eine Szene zu
spielen — indem sie sich an ähnliche Gefühle aus ihrer
eigenen Vergangenheit erinnern. Wenn diese Schauspie-
ler mit den Gefühlen oder der Gedächtnis-Verankerung
aus der Vergangenheit in Kontakt kommen, spielen sie
etwas nicht nur, sondern sie durchleben ihre eigenen Er­
lebnisse tatsächlich noch einmal. Dann zehren sie von
diesem Gefühl und legen es in die Szene hinein, die sie
gerade spielen.
Wenn Sie Ihre Freundin dazu bringen, sich an ein frü­
heres sexuelles Erlebnis zu erinnern, werden ihre sexuel­
len Empfindungen stimuliert, gleichgültig, was sie sonst
noch empfindet. Fragen Sie sie, ob sie sich an ihr roman­
tischstes oder erotischstes Erlebnis erinnern kann.
Sie wird sich wahrscheinlich nicht gleich darauf stür­
zen und Ihnen alles darüber erzählen wollen. Wenn sie
sehr schlechter Laune ist, ärgert sie sich viellicht sogar,
daß Sie sie gefragt haben. Das ist in Ordnung. Beruhigen
Sie sie. Seien Sie nur auf sanfte Weise hartnäckig; for­
dern Sie sie auf zu beschreiben, wo sie und ihr Freund
sich geliebt haben, wann es war, was sie vorher getan
hatten.
Stellen Sie Fragen aus dem Umfeld des Geschlechts­
akts, aber nicht direkt über den Akt selbst. Auf diese
Weise machen Sie sie nicht verlegen, aber während sie
Ihnen von den wesentlichen nicht-sexuellen Einzelheiten
erzählt, gehen ihr auch die sexuellen durch den Kopf. Sie
erinnert sich genau an alles, was geschehen ist — und
auch an ihre Empfindungen.
Beobachten Sie ihren Gesichtsausdruck, während sie
sich die Verangenheit ins Gedächtnis ruft. Läßt die Span­
nung um Mund und Augen nach? Vielleicht ein leichtes
Lächeln? Falls ja, ist dies der ideale Zeitpunkt, den >Lust­
ausdruck< Ihrer Freundin zu registrieren. Merken Sie ihn
sich, so daß Sie immer wissen, wann sie erregt ist, auch
wenn es keine anderen Anzeichen gibt als ihren Ge­
sichtsausdruck.
Außerdem müssen Sie in derselben Minute, in der Sie
Anzeichen wahrnehmen, daß sie sich an ein erregendes
sexuelles Erlebnis von früher erinnert, ihr erotisches Ge-
fühl und die Erinnerung an diese Erregung verankern.
Befühlen Sie ihre Hand oder ihren Nacken oder benützen
Sie irgendeine der anderen Verankerungstechniken. Auf
diese Weise wird sie einige ihrer erotischen Empfindun­
gen von früher auf Sie übertragen, und Sie können eine
>Lustverankerung< schaffen, die Ihnen zur Verfügung
steht, wann immer Sie wollen. Bald können Sie sie ver­
anlassen, sich an die sexuelle Empfindung zu erinnern,
ohne daß sie sich überhaupt an das frühere Erlebnis erin­
nert. Sie wird sich nur an die Empfindung erinnern.
Verstärken Sie diese sexuelle Verankerung, indem Sie
sie ergänzen. Sagen Sie etwas in ihrer Liebessprache zu
ihr, das Sie in Übereinstimmung mit ihr bringt. Wenn sie
eine visuelle Frau ist, berühren Sie sie und sagen: »Ich
sehe, warum das für dich aufregend war.« Wenn sie eine
akustische Frau ist, sagen Sie: »Ich höre, wie spannend
das für dich war.« Wenn sie eine gefühlsorientierte Frau
ist, sagen Sie: »Ich begreife, wie dich das erregt hat.«
Wenn sie Ihnen von ihrer Vergangenheit erzählt, ha­
ben Sie noch einen weiteren Vorteil. Sie wissen nicht nur
genau, was sie früher erregt hat, sondern Sie können den
Kern dieser Erfahrung wieder erschaffen, wenn Sie mit
ihr Liebe machen. Wenn sie Ihnen erzählt, für sie sei es
am aufregendsten gewesen, sich an einem ungewöhnli­
chen Ort oder unter ungewöhnlichen Bedingungen zu
lieben, können Sie es damit versuchen. Wenn es eine be­
sondere Art von Sexualakt war, probieren Sie das aus.
Bringen Sie sie dazu, sich so genau wie möglich zu äu­
ßern, damit Sie dieses Höhepunkterlebnis kopieren kön­
nen. Machen Sie sich keine Sorgen darum, daß Sie die
Technik eines anderen nachahmen. Verwenden Sie sie
einfach als Anregung; dann sollten Sie von da aus wei­
termachen.
Sie können verschiedene Stimmungen erzeugen, in­
dem Sie ihre verschiedenen früheren Verankerungen her­
ausfinden und sie auf sich übertragen. Ebenso, wie die
Erinnerung an frühere sexuelle Erlebnisse sie für Sex in
Stimmung bringt, kann die Erinnerung an frühere Liebe
sie für Liebe in Stimmung bringen — Liebe zu Ihnen,
jetzt.
Fragen Sie sie, wie es war, als sie sich das erste Mal
verliebt hat. Beobachten Sie, wie ihre Züge weicher wer­
den, während sie Sie ansieht und sich erinnert, wie Liebe
sich anfühlt. Sehen Sie, wie rasch und leicht Sie ihre Bar­
rieren gegen Intimität niederreißen können, indem Sie
ihre bereits bestehenden Liebesverankerungen benützen.
13______________
Wieviel schenken und wie bald?

»Ich würde ihr alles geben, was sie will, aber es scheint
gar nichts zu nützen. Sie nimmt meine Geschenke an,
bedankt sich und sagt, ich sei ein lieber Kerl, aber sie
liebt mich nicht.« Diese Geschichte habe ich von Män­
nern immer wieder gehört. Er schenkt und schenkt und
schenkt. Sie nimmt und nimmt und nimmt. Und der an­
dere bekommt das Mädchen.
Oft verliebt sich ein Mann unsterblich in eine Frau und
fühlt sich genötigt, ihr alles zu geben — sein Herz, seine
Seele, seine Liebe, sein Geld. Manchmal versuchen Män­
ner ganz bewußt, sich Liebe zu erkaufen, während sie
echte Nähe vermeiden, in der Vorstellung, Geschenke
könnten eine Unfähigkeit oder mangelnde Bereitschaft
zur Nähe ausgleichen.
Meistens beruht jedoch das verfrühte, übertriebene
Schenken auf irregeleiteten Hoffnungen. »Wenn ich ge­
nug gebe, muß sie mir auch etwas geben. Das ist nur
fair.« Nur funktioniert es nicht so. Liebe ist nicht fair.
Dies ist keine Situation, in der Gleiches mit Gleichem
vergolten wird.
Es ist zu simpel, wenn man meint, jemand müsse ei­
nen lieben, weil man ihm alles gibt. Die Art des Schen­
kens, die zählt, ist das Geben ausgewählter Gaben, nicht
einfach das Schenken, um etwas wiederzubekommen.
Zehn verhängnisvolle Fehler in Beziehungen
Fehler Nr. 1: Verfrühtes, übertriebenes Schenken
Das größte Problem, das durch verfrühtes, übertriebenes
Schenken erzeugt wird, liegt darin, daß nichts zu entdek­
ken übrig bleibt. Eine Frau verliert das Interesse, wenn
Sie ihr gleich alles geben. Eine Frau bleibt interessiert,
wenn sie weiß, daß es einen geheimnisvollen Teil von Ih­
nen gibt, den Sie noch nicht enthüllt haben.
Das nächste Problem des verfrühten, übertriebenen
Schenkens besteht darin, daß Sie zu unkompliziert, zu
hoffnungslos wirken. Sie haben sie gerade erst kennen­
gelernt, und schon haben Sie ihr alles gegeben oder an­
geboten. Sie halten das für schmeichelhaft, aber was hält
sie davon?
Sie denkt sich, wenn Sie so leicht zu haben sind, könn­
te jede Frau Sie kriegen. Sie hat nicht mehr das Gefühl,
etwas Besonderes zu sein, daß sie die einzige Frau auf
der Welt ist, der Sie so viel von sich schenken, daß nie­
mand außer ihr dessen würdig ist.
Denken Sie daran, daß alle Frauen sich als etwas Be­
sonderes fühlen wollen. Darum ist es so schwer für einen
Mann, gleichzeitig zwei Frauen in seinem Leben zu ha­
ben. Selbst wenn er fähig wäre, jeder der beiden genug
Liebe, Beachtung und Geld zu geben, wären sie nicht zu­
frieden. Keine würde sich einzigartig fühlen.
Schieben Sie kostspielige Geschenke so lange wie
möglich auf. Kaufen Sie ihr zum Geburtstag etwas, das
ein wenig aus dem Rahmen fällt, aber keinen offenkundi­
gen finanziellen Wert hat. Wenn Sie zu früh teure Ge­
schenke machen, sieht es so aus, als seien Sie ein >min­
derwertiger< Mann, der versucht, Eindruck zu machen,
der versucht, Liebe zu kaufen.
Wenn Sie das Element des Geldes in eine Beziehung
bringen, setzen Sie die Frau unter Druck. Vielleicht fühlt
sie sich verpflichtet, sich mit ebenso teuren Geschenken
zu revanchieren. Oder sie mißversteht Ihre Absichten
und glaubt, Sie sähen die Beziehung als einen Tausch­
handel, Geschenke für Sex. Oder sie läßt sich von den
Geschenken nicht beunruhigen, erwartet mit der Zeit ei­
nen ständigen Strom von Gaben und ist sehr enttäuscht,
wenn sie nicht eintreffen.
Einige der besten, anständigsten, gescheitesten und lie­
bevollsten Männer sind verlassen worden, weil sie zu
früh zuviel geschenkt haben. Sie geben zuviel von sich
selbst her, bevor die rechte Zeit dafür gekommen ist. Sie
verbringen zuviel Zeit mit einer Frau, sie geben zuviel
Geld für sie aus — und sie weiß, daß es unangemessen
ist.
Dann tut die Frau, nur um zu sehen, ob er immer noch
so freigiebig bleibt, etwas leicht Unfeines. Sie schneidet
ihm am Telefon das Wort ab oder bricht eine Verabre­
dung. Und was tut er? Sagt er ihr die Meinung, schreit er
sie an, schränkt er seine Einladungen, seine Geschenke
und Wohltaten ein? O nein. Er gibt nur noch mehr, um
ihre Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Natürlich
denkt sie: »Der muß ja eine Art Narr sein«, und läßt ihn
entweder fallen oder nützt ihn aus, was ihn natürlich un­
glücklich macht.
Fehler Nr. 2: Sich als Opfer darstellen
Eine Art, wie Männer und Frauen ihre Beziehungen er­
schweren, ist die, zu früh zuviel von sich zu erzählen.
Wenn Sie jemanden kennenlernen, der Ihnen gefällt, er­
zählen Sie nichts Schlechtes über sich selbst. Zeigen Sie
sich von Ihrer besten Seite. Schließlich konkurrieren Sie
mit Leuten, die nur ihr Bestes zeigen.
Sprechen Sie nie darüber, was für ein Unrecht Ihnen
eine andere Frau angetan hat. Warum wollen Sie der
Neuen etwas Falsches suggerieren?
Erzählen Sie niemals, wie Ihre Ex-Partnerin Sie be­
kämpft hat. Die Neue wird sich nur fragen, warum sie
Sie so gehaßt hat.
Erzählen Sie einer neuen Freundin niemals, wie
schlecht Ihre Mutter oder Ihr Vater Sie behandelt haben
oder daß Sie mit Ihren Angehörigen nicht gut auskom­
men. Sie wird nur denken: »Er muß wirklich ein seltsa­
mer Mensch sein, wenn seine eigenen Leute nichts mit
ihm zu tun haben wollen.«
Die beste Politik besteht darin, so wenig wie möglich
von sich zu erzählen, besonders, wenn es nachteilig ist.
Sogar schmeichelhafte Dinge sollte man nur in kleinen
Dosen preisgeben. Eine Frau möchte immer wieder neue
und aufregende Dinge über den Mann herausfinden, mit
dem sie sich gerade einläßt. Es ist wichtig, daß Sie sich
kleine Leckerbissen für sie aufheben, wie zum Beispiel:
»Ja, damals war ich Landesmeister im Weitsprung.«
Oder: »Ich war in den letzten drei Jahren im Vorstand
meiner Firma.« Sie muß sich gerechtfertigt fühlen, daß
sie Sie gewählt hat. Das Preisgeben großartiger kleiner
Errungenschaften von Zeit zu Zeit gibt ihr ein beruhi­
gendes Gefühl.
Wenn Sie am Beginn einer Beziehung alles über sich
erzählen, wird ein Teil des Geheimnisvoll-Romantischen
zerstört. Denken Sie an Brenda Starr — wie sehr sie den
Mann mit der schwarzen Augenklappe liebte. Das lag
daran, daß er ein Geheimnis war, daß sie sich Fantasien
über ihn hingeben konnte und daß sie im Lauf der Bezie­
hung wunderbare, rührende Kleinigkeiten über ihn her­
ausfand. Aber sie bekam nie alles heraus, und das hielt
im Grunde ihr Interesse wach. Neugier und Geheimnis
hielten ihre romantische Fantasie am Leben.
Wenn Sie sich mit einer neuen Bekannten unterhalten,
reden Sie nicht endlos über sich selbst. Ungebremstes
Reden kann dazu führen, daß Sie gerade das verraten,
was Ihre Chancen bei ihr ruiniert. Manche Dinge behal­
ten Sie am besten für sich.
Erzählen Sie niemals einer Frau, wie Sie eine andere
übervorteilt haben. Sie wird sofort mißtrauisch und fragt
sich, wie Sie wohl versuchen werden, sie zu übervorteilen.
Versuchen Sie, mit einer neuen Bekannten über Dinge
zu sprechen, die sie interessieren — ihre Arbeit, ihr Le­
ben, ihre Familie, ihren Urlaub, ihre Hobbies. Wenn sie
sich für Mineralien oder Computer, Reinkarnations-The­
rapie oder Archäologie, sogar fürs Einkaufen und Hand­
arbeiten interessiert, sprechen Sie mit ihr darüber. Beste­
hen Sie nicht darauf, nur über die männlichen Betätigun­
gen zu reden, die Sie interessieren.
Indem Sie sich aufgeschlossen und interessiert für das
zeigen, was ihr am Herzen liegt, heben Sie sich von all
den anderen Männern ab, die sich nur für Autos, Sport
und Geschäft interessieren. Sie wird folgern, daß Sie
sensibel, flexibel und aufgeschlossen für viele neue Ideen
sind, und sie wird Ihnen immer mehr von sich mitteilen.

Fehler Nr. 3: Zu sehr den >guten Kerl< herauskehren

Manche Männer machen den verhängnisvollen Fehler,


zu versuchen, der vollkommene >gute Kerl< zu sein — al­
les zu tun, um so nett zu sein, daß sie unwiderstehlich
wirken. Leider wissen manche Frauen den >guten Kerl<
nicht zu schätzen.
Ein Mann, der nicht leicht zu behandeln ist, ein wenig
eigensinnig, schwer zu erobern, nicht zu freigiebig mit
seinen Geschenken und seiner Liebe, hat erotischen
Reiz. Er ist das >große Los<, der Mann, den alle Frauen
begehren, der Mann, der nicht leicht zu haben ist, den
nicht jede haben kann.
Der perfekte >gute Kerl< bekommt das Mädchen nie.
Oft bekommt er nicht einmal Sex, aber er bleibt immer
noch da, denn er ist schließlich so gutherzig, daß er
nichts fordert. Er praktiziert die reine Liebe, ohne etwas
zurückzubekommen. Seine Art von Liebe ist zum Leiden
verdammt.
Der >gute Kerl< macht nicht unbedingt Geschenke oder
gibt Geld aus, aber er verschenkt immer so viel von sei-
ner Zeit, so viel von sich selbst, daß er die Frauen ab­
schreckt.
Am Anfang einer Beziehung wird nicht von Ihnen er­
wartet, daß Sie ihr Auto richten lassen, bei ihren Kindern
den Babysitter spielen, für sie einkaufen und ganz allge­
mein >für sie da< sind.

Fehler Nr. 4: Immer da sein


Um sich verliebt zu fühlen, braucht eine Frau die Mög­
lichkeit, über Sie zu fantasieren. Wenn Sie immer >da<
sind, wenn sie schon alles über Sie weiß, bleibt ihr nichts
zu fantasieren übrig. Sie kann sich nicht ausmalen, wie
Sie Ihre Zeit zubringen — sie weiß es schon. Sie kann
nicht über Sie tagträumen, auch nicht über das, was Sie
vielleicht tun. Sie sind schon da und tun es.
Der Beginn einer Beziehung sollte langsam vor sich
gehen.

Fehler Nr. 5: Auf einem zu hohen romantischen Niveau


anfangen
Fast jeder hatte schon einmal eine Beziehung, die in den
höchsten Höhen begann — und dann geschah irgend et­
was (Sie wissen nicht recht, was), und es war vorbei. Sel­
ten bekommt jemand heraus, warum.
Manchmal können Sie nicht anders. Sie sagen zu früh:
»Ich liebe dich.« Es ist Ihnen entschlüpft, bevor Sie wuß­
ten, was Sie taten. Diese drei kleinen Worte sind ausge­
sprochen. Wenn Sie Glück haben, antwortet sie Ihnen
mit denselben Worten, dann sagen Sie sie wieder, und
sie sagt sie noch einmal. Bald rufen Sie einander dreimal
täglich an und sagen: »Ich liebe dich.« Sie schicken sich
putzige Karten und Zettel, und bald verbringen Sie jeden
Abend miteinander.
Dann bleiben Sie, nur einmal, irgendwo hängen und
vergessen anzurufen, und sie denkt: »Hoppla, das war es
also. Es ist aus. Er hat vergessen anzurufen.« Sie ruft also
auch nicht an, und Sie denken: »Holla, das war's wohl.«
Wenn Sie dann schließlich miteinander reden, wartet je­
der darauf, daß der andere sagt: »Ich liebe dich.« Wenn
Sie es endlich sagen, antwortet sie halbherzig, und die
Beziehung ist fast so schnell vorbei, wie sie angefangen
hat.

Fehler Nr. 6: Bedürftig wirken

Da eine Frau oft einen Mann sucht, der ein guter Ernäh­
rer ist, läßt nichts sie rascher zurückweichen als ein be­
dürftiger Mann. Die Suche nach einem guten Ernährer
mag nicht ihr wichtigstes Anliegen sein, aber Sie können
sicher sein, irgendwo spielt sie eine Rolle, entweder be­
wußt oder unbewußt.
Bedürftig zu sein, bedeutet nicht einfach, daß Sie in fi­
nanzieller Hinsicht so erscheinen, als könnten Sie kaum
eine Familie versorgen. Es bedeutet auch, daß Sie so wir­
ken, als hätten Sie emotional, spirituell und psychisch
wenig Unterstützung zu bieten — die wünscht sich eine
Frau aber auf all diesen Gebieten.
Männer und Frauen fragen mich oft, ob sie bei jeman­
dem den Eindruck erwecken sollen, daß sie sich auch mit
anderen verabreden. Die Antwort: Ja, natürlich. Wenn
Sie ein neues Geschäft hätten und nur einen Kunden —
würden Sie ihn wissen lassen, daß er der einzige ist? Na­
türlich nicht. Ebensowenig sollten Sie eine Frau wissen
lassen, daß sie die einzige ist, mit der Sie sich treffen —
und sie sollte auch nicht die einzige sein.
Wenn eine Frau denkt, sie sei die einzige, mit der Sie
ausgehen, denkt sie sofort, keine andere wollte Sie ha­
ben. Als nächstes denkt sie dann: »Wenn niemand ande­
rer ihn will, ist er vielleicht kein so toller Fang.« Frauen
sind auf Wettbewerb aus. Gewinnen heißt für eine Frau
oft, den besten Mann zu bekommen; es ist also wichtig,
daß auch andere Frauen Sie haben wollen. Dann hat sie,
wenn sie Sie bekommt, das Gefühl, vielen anderen
Frauen einen guten Fang weggeschnappt zu haben. Es ist
fast wie bei einer Schönheitskonkurrenz.
Am besten vermeidet man es, bedürftig zu erscheinen,
wenn man nicht zu haben ist und einen Mann spielt, den
man nur schwer zu fassen kriegt. Aber anstatt es zu spie­
len, müssen Sie schwer zu erobern sein. Je mehr Sie sich
ohne sie amüsieren, desto öfter will sie mit Ihnen Zusam­
mensein.

Fehler Nr. 7: Zu oft anrufen


Wenn Sie eine Frau zu oft anrufen, besonders am Beginn
einer Beziehung, glaubt sie, Sie seien leicht zu haben und
eifrig. Sie werden lästig, und sie hat kein Vergnügen an
Ihnen. Sie meint, sie könne Sie schon um den Finger wik­
keln, also brauche sie sich keine Mühe mehr zu geben.
Schließlich bekommt sie schon mehr von Ihnen, als sie
haben will.
Probieren Sie aus, sie ein oder zwei Tage nicht anzuru­
fen. Rufen Sie sporadisch an, nicht nach einem festen
Plan. Es sind die Anrufe in unregelmäßigen Abständen,
die eine Frau dazu veranlassen, sich nach Ihrer Stimme
zu sehnen.

Fehler Nr. 8: Nachsicht gegenüber schlechtem Benehmen


am Anfang der Beziehung (sie lernt nur daraus, Sie
schlecht zu behandeln)
Wenn eine Frau sich ungestraft verspäten, mit anderen
Männern flirten, Sie herabsetzen, Sie versetzen, lügen
oder etwas anderes tun kann, das sie nicht tun soll, ver­
liert sie die Achtung vor Ihnen. Was für ein Mann kann
das schon sein, der sich ein solches Benehmen gefallen
läßt?
Stellung beziehen muß man am Anfang, bevor man
sich verliebt und zuviel in die Beziehung investiert hat.
Wenn Sie solchem Benehmen nicht von Anfang an Ein­
halt gebieten, wird sie Sie nicht nur für einen Schwäch-
ling halten, sondern sich auch fragen, was sie ihr noch al­
les durchgehen lassen werden. Indem Sie nichts sagen,
bringen Sie ihr bei, Sie schlecht zu behandeln.
Ein weiteres Problem: Sie findet es spannend, unge­
straft mit etwas davongekommen zu sein. Dann genießt
sie allmählich die Spannung und wünscht sie sich öfter.
Suchen Sie andere Wege, ihr spannende Erlebnisse zu
verschaffen und nicht, indem Sie sie auf sich herumtram­
peln lassen.

Fehler Nr. 9: Freunde und Angehörige zu früh mit Ihrer


Freundin bekanntmachen.

In den Zeiten der Höhlenmenschen war es die Frau, die


ihren Stamm verlassen und zum Stamm des Mannes ge­
hen mußte, wo sie sich einzufügen hatte. Die Verwand­
ten und Freunde des Mannes waren immer ein wenig ab­
weisend und mißtrauisch. Sie wollten erst einmal Taten
sehen.
Manches ändert sich nie. Wenn Sie eine Frau in Ihren
Freundes- und Verwandtenkreis einführen, wird es eini­
ge geben, die füchten, keinen Zugang mehr zu Ihnen zu
haben, die Sie ganz für sich haben und mit niemandem
teilen wollen. Andere werden versuchen, herauszufin­
den, ob Sie einen Irrtum begehen und eine Xanthippe
mit nach Hause bringen. Sie werden sich Ihre Freundin
sehr genau anschauen und auf ihren ersten Fehler war­
ten — und sie weiß es.
Die Einführung einer Frau in den Familien- und
Freundeskreis ist eine höchst diffizile Situation. Schieben
Sie sie so lange wie möglich auf. So haben Sie Zeit, eine
feste Grundlage zu schaffen, bevor Ihre Freunde und
Verwandten sich einmischen und Ihnen sagen, daß Sie
etwas Besseres verdienen, daß sie nicht gut genug für Sie
ist, daß Sie eigentlich eine Filmdiva haben müßten, die
wie Bocuse kocht und einen Musterhaushalt führt. Den-
ken Sie daran: Sie müssen mit ihr leben, nicht Ihre Mut­
ter oder Ihre Freunde.

Fehler Nr. 10: Es noch einmal versuchen


Wenn eine Beziehung erst einmal auf dem Weg nach un­
ten ist, ist es fast unmöglich, sie wieder umzudrehen. Die
Ratschläge in diesem Buch funktionieren am besten in
neuen Beziehungen, wo Sie noch keine schlechten Präze­
denzfälle geschaffen haben. Anders ausgedrückt: Sie ha­
ben sich noch nicht auf sich herumtrampeln lassen oder
irgend etwas Verrücktes getan oder gesagt.
Obwohl es fast unmöglich ist, eine alte Beziehung wie­
der ins rechte Gleis zu bringen, gebe ich Ihnen hier einen
Rat, wenn Sie auf dem Versuch bestehen. Halten Sie sich
eine Weile von der Frau fern. Keine Kommunikation,
kein Wiedersehen. Benehmen Sie sich etwa sechs Wo­
chen lang so, als hätten Sie sich in jemand anderen ver­
liebt. Wenn Sie dann wieder zusammenkommen, versu­
chen Sie, die Beziehung so zu behandeln, als sei sie ganz
neu.
Es ist schwer, eine alte Beziehung wieder in Ordnung
zu bringen — zu vermeiden, alten Ärger und alte Indis­
kretionen wieder zur Sprache zu bringen, zu vergessen,
wie Sie einander verletzt haben, neue Methoden zu ler­
nen, wie Sie sich zueinander in Beziehung setzen kön­
nen. Ein weiteres Problem beim erneuten Versuch: Wenn
Sie damit beschäftigt sind, Probleme in der alten Bezie­
hung zu beheben, übersehen Sie vielleicht Gelegenhei­
ten mit neuen Menschen. Sie sind nicht wirklich frei ver­
fügbar, und Frauen spüren das. Wenn Sie an einer alten
Liebe hängen, die sich wahrscheinlich nicht retten läßt,
werden Sie die neue versäumen. Es ist immer leichter,
mit einem neuen Menschen neu anzufangen.
Wo fängt das übertriebene Schenken an?
Wie merkt man, daß man zu früh zuviel gegeben hat?
Das ist einfach. Sie fühlen sich schlecht und betrogen.
Wenn Sie zu früh zuviel gegeben haben, erwarten Sie
große Gegengaben. Wenn nichts kommt, fühlen Sie sich
allmählich wie ein Trottel. Sie versuchen also, sich selbst
zu übertreffen, und geben noch mehr — und wieso
kommt nichts zurück? Vielleicht meinen Sie, nicht genug
gegeben zu haben. Sie sind die ganze Zeit ängstlich und
besorgt. All Ihre Gaben sind ihr unbehaglich; sie weiß,
daß sie damit nicht Schritt halten kann, und sie fängt an,
sich zu distanzieren. Wieder geben Sie noch mehr, und
wieder erwidert sie es nicht. Warum sollte sie auch? Sie
hat ja schon gelernt, daß sie gar nichts wiederzugeben
braucht, damit Sie weiterhin geben.

Warum Sie zuviel geben


Übertriebenes Schenken rührt von Unsicherheit her. Sie
meinen, eine Frau werde Sie nicht mögen, nur weil Sie so
sind, wie Sie sind. Also denken Sie sich Möglichkeiten
aus, sich bei ihr beliebt zu machen. Nur übertreiben Sie
es. Am Ende wirken Sie genau so, wie Sie sind, nämlich
unsicher.
Ein selbstsicherer Mann braucht nicht alle fünf Minu­
ten anzurufen oder mit einer Frau für die nächsten zwei
Jahre jeden Samstag eine Verabredung zu treffen. Er
braucht ihr nicht dauernd Grüße oder Blumen zu schik­
ken, um sie an seine Existenz zu erinnern. Er braucht sie
nicht mit Geschenken zu überschütten. Er ist sich sicher,
daß sie an ihn denkt. Er fühlt, daß er wertvoll und einzig­
artig ist, daß es keinen zweiten Mann auf der Welt gibt,
der genauso ist. Er fühlt sich fähig, genügend dauerhafte
menschliche Qualitäten zu geben — Anteilnahme, Zu­
neigung, Unterstützung und Mitgefühl —, so daß sie ihn
um seiner selbst lieben wird.
Das übertriebene Geben ist auch ein Symptom gerin­
ger Selbstachtung. Das Heilmittel dagegen ist die Steige­
rung des Selbstwerts. Das ist auch eine Möglichkeit, ei­
nem anderen Menschen zu zeigen, daß Sie liebenswert
sind. Wer würde jemanden lieben, der sich selber nicht
schätzt? Niemand, den Sie begehrenswert finden wür­
den.
Wenn Ihr Problem eine geringe Selbstachtung ist, ver­
suchen Sie, Ihr Gehirn mit positiven Aussagen neu zu
programmieren: »Ich bin liebenswert«, »Ich bin großar­
tig«, usw. Sie könnten auch negative Konditionierung
einsetzen, um die Gedanken zu bekämpfen, die Ihre See­
le vergiften und zu einem geringen Selbstwertgefühl
führen. Wenn Sie anfangen, sich vorzusagen, Sie sähen
nicht gut genug aus, seien nicht reich genug, liebenswert
genug oder was auch immer, kneifen Sie sich oder zwik­
ken Sie sich mit einem Gummiband. Bestrafen Sie sich
für Ihr negatives Denken; belohnen Sie Ihr positives
Denken.
Wenn Sie sich selbst nicht mögen, fällt es auch ande­
ren schwer. Alle Frauen berichten, daß sie Männer mö­
gen, die sich mit sich selber wohl fühlen, die ein gutes
Selbstwertgefühl haben.

Wann man sagen soll: »Ich liebe dich.«


Eine wichtige, im Labortest bewiesene Liebestheorie: Ei­
ne Frau muß, damit sie das Gefühl hat zu lieben, ein we­
nig wiedergeliebt werden, aber nicht im selben Maß.
Aber sie muß hoffen, daß ihre Liebe eines Tages voll er­
widert werden wird.
Die beste Art, einer Frau das Gefühl zu verschaffen,
sie liebe einen, besteht darin, ihr zeitweise volle Auf­
merksamkeit zu schenken, aber weniger, als sie möchte,
und mit Unterbrechungen, so daß sie sich immer nach
mehr sehnt.
Gewöhnlich ist es am besten, wenn man die Frau
zuerst »Ich liebe dich« sagen läßt. Auf diese Weise haben
Sie den Liebesvorteil. Aber Sie sollten es immer sagen,
wenn sie es gesagt hat. Am Anfang einer Beziehung soll­
ten Sie niemals öfter »Ich liebe dich« sagen als Ihre Part­
nerin. Wenn sie sich fest gebunden haben, ist es etwas
anderes. Es ist auch vertretbar, wenn Sie sich verplap­
pern und in einem Moment unbeherrschbarer Leiden­
schaft einmal sagen »Ich liebe dich«, aber ernsthafte Lie­
beserklärungen sollten Sie am Anfang niemals übertrei­
ben, sonst verlieren sie ihre Bedeutung.

Erste Hilfe für Männer, die zuviel geben


Jeder macht Fehler. Vielleicht haben Sie schon den Fehler
begangen, zuviel zu geben. Vielleicht ist Ihnen zu früh
und zu oft ein »Ich liebe dich« entschlüpft. Vielleicht ha­
ben Sie zu oft angerufen oder sind mit etwas wirklich
Dummen herausgeplatzt wie: »Ich schaue keine andere
mehr an«, bevor sie Entsprechendes gesagt hat, oder sie
haben ihr ein übermäßig teures Geschenk gemacht. Sie
wissen, daß Sie zu früh zuviel gegeben haben, denn Sie
fühlen sich schlecht belohnt und benachteiligt, und Ihre
Traumfrau zieht sich allmählich von Ihnen zurück. Sie
spürt Ihre Mißgriffe.

Wie man sie zurückbekommt


Wenn Sie schon >über Bord gegangen< sind, ist die Ret­
tung nicht einfach. Wie ich schon gesagt habe, ist es ge­
wöhnlich einfacher, eine neue Beziehung auf die richtige
Art zu beginnen, als zu versuchen, eine Beziehung wie­
der in Ordnung zu bringen, die verkehrt angefangen hat.
Aber wenn Sie zu einem Rettungsversuch entschlossen
sind, können Sie nur eins tun: sich sofort zurückziehen.
Distanzieren Sie sich stärker, als Ihre Freundin es
schon getan hat. Es ist bittere Medizin, aber die einzige
Chance. Machen Sie sich rar. Gehen Sie mit Freunden
zum Angeln. Besuchen Sie Ihre Eltern oder alte Freunde.
Stürzen Sie sich in die Arbeit und gehen Sie nicht mehr
ans Telefon. Stellen Sie den Anrufbeantworter an. Zwin­
gen Sie sie, immer wieder anzurufen, wenn sie wissen
will, was mit Ihnen los ist.
Sie müssen ihr eine Chance geben, Sie zu vermissen
und über Sie zu fantasieren. Sie müssen erreichen, daß
sie sich Sorgen macht, sie könnte Sie an eine andere ver­
lieren. Wie kann sie besorgt sein, Sie zu verlieren, wenn
Sie entweder immer da sind oder wenn sie weiß, daß Sie
nach ihr schmachten?

Die Wichtigkeit des Fantasierens


Bewiesene Liebestheorie: Einer der wichtigsten Bestand­
teile der Liebe ist das Fantasieren über das Liebesobjekt.
Wenn ein Mann oder eine Frau verliebt ist, neigen bei­
de dazu, über den geliebten Menschen zu fantasieren. Ei­
ne Frau fantasiert darüber, wie toll der Mann ist. Sie sieht
ihn in Tagträumen und in ihrer Vorstellung wird er zum
Ritter in glänzender Rüstung — der besser aussieht, klü­
ger, tapferer, interessanter und aufregender ist als alle
Männer der Welt. Dann beschließt sie, auf immer mit
ihm zusammen zu sein, weil er so großartig ist.
Wenn man sagt, die Liebe sei blind, ist damit eigentlich
diese Neigung zum Fantasieren gemeint, diese Tendenz,
das Liebesobjekt zu verherrlichen. Sie haben sicher
schon einmal eine Frau über den Mann reden hören, den
sie liebt. Wenn Sie ihn kennen, klingt ihre Beschreibung
wie die eines anderen Menschen. Auch der ärgste Schuft,
der größte Dummkopf wird zum tollen Hecht, wenn eine
Frau über ihn spricht, die ihn liebt. Sie denkt natürlich, er
sei ein Prinz. Sie erzählt Ihnen, wie brillant er ist (und
Sie wissen, daß er gar nicht so gescheit ist), oder wie
freundlich und zärtlich und großzügig er ist (und Sie wis­
sen, daß er ein Egoist ist).
Das gehört zur Verliebtheit dazu. Man muß überzeugt
sein, daß der andere der großartigste Mensch der Welt
ist. Wenn Sie wollen, daß sich eine Frau in Sie verliebt,
geben Sie ihr Zeit, sich in der Fantasie auszumalen, wie
toll Sie sind.
Wenn Sie also übermäßig viel gegeben haben, gehen
Sie weg. Sie mag sich mit anderen Männern treffen,
während Sie weg sind, aber sie wird diese realen Männer
mit ihrer Fantasie von Ihnen vergleichen. Sie haben eine
gute Chance, dabei besser abzuschneiden, denn Fanta­
sien übertreffen immer die Realität.
Die Rückzugstechnik ist riskant, aber Sie haben wirk­
lich keine andere Wahl. Wenn Ihre Beziehung sich ver­
schlechtert, weil Sie zu früh zuviel gegeben haben, ha­
ben Sie sie vielleicht schon ruiniert. Wenn der Rückzug
seinen Zweck erfüllt und wenn sie wiederkommt, haben
Sie eine Chance, eine Beziehung aufzubauen, ohne zu­
viel zu geben. Wenn es auch dann nicht funktioniert, ha­
ben Sie sich wenigstens nicht verausgabt.

Wann Sie Ihre Verluste stoppen müssen

Wenn sie zu Ihnen zurückkommt, nachdem Sie sich rar


gemacht haben, ihre >Nehmerhaltung< aber nicht geän­
dert hat, ist eindeutig die Zeit gekommen, Ihren Verlu­
sten ein Ende zu machen. Sie haben die Freundin sowie­
so verloren, aber deswegen fühlen Sie sich noch nicht
wohler.
Tatsächlich werden Sie sich wahrscheinlich schlechter
fühlen, weil Sie jetzt sicher wissen, daß sie gar nicht Sie
gewollt hat, sondern all Ihre Gaben. Deshalb fühlen Sie
sich jetzt miserabel; Sie haben keine Freundin, und Sie
können auch keine finden, weil niemand einen Partner
will, der nichts von sich hält.
Solange Sie in diesem Tief stecken, werden Sie nur ei­
ne Frau finden, die ebenso wenig Selbstgefühl hat wie
Sie. Das Problem dabei ist nur, daß es Ihnen, ganz gleich,
wie sehr Sie einander lieben, sehr schwerfallen wird, den
jeweils anderen davon zu überzeugen. Das liegt daran,
daß Menschen mit geringer Selbstachtung nicht wirklich
glauben, sie seien liebenswert; also fällt es ihnen schwer,
Liebe zu akzeptieren. Das ist die wirkliche Kehrseite des
verfrühten, übertriebenen Gebens.
Lassen Sie es nicht so weit kommen. Wenn Sie mer­
ken, daß Sie es mit einer gleichgültigen Frau zu tun ha­
ben, und wenn Sie vermuten, zu früh zuviel gegeben zu
haben, brechen Sie die Beziehung sofort ab. Keine Tele­
fonate mehr, kein Wiederbringen oder Wiederholen von
Habseligkeiten. Verschwenden Sie Ihre kostbare Zeit
nicht mit einer Frau, die Sie gar nicht will, besonders
jetzt, da Sie die Fähigkeit haben, von Anfang an eine
echte Liebesbeziehung herzustellen. Fangen Sie also
gleich an, sich mit anderen Frauen zu treffen.
Geben Sie diesmal nicht zu früh zuviel. Keine Ge­
schenke. Kein Geld. Kein Protzen damit, wieviel Sie zu
bieten haben. Kein »Ich liebe dich«, bevor sie es sagt, ein­
fach nur, damit sie die Karten auf den Tisch legt. Kein
freiwilliges Angebot, alle anderen fahren zu lassen, bevor
sie bereit ist, dasselbe zu tun.
Aber es gibt Möglichkeiten, eine Atmosphäre zu schaf­
fen, in der sie Ihnen und nur Ihnen allein gehören will.

Warum Gleichgültigkeit ihren Zweck erfüllt


Ist Ihnen jemals ein Mann aufgefallen, der die Frauen ein
bißchen gleichgültig behandelt und dem sie trotzdem
nachlaufen? Sein Telefon läutet ununterbrochen. Er muß
sie sich mit Gewalt vom Leib halten. Der Grund ist, daß
der gleichgültige Mann von Zeit zu Zeit aus Langeweile
oder Mitleid einer Frau, an der ihm gar nicht soviel liegt,
ein wenig Aufmerksamkeit schenkt. Diese kleinen Licht­
blicke fesseln sie an ihn. Nur gerade soviel ist nötig. Zu
viel ist ebenso, als wenn man eine Pflanze zu sehr gießt.
Sie ertrinkt.
Die Miniportionen von Nettigkeit, die Sie an jemanden
austeilen, für den Sie sich nicht interessieren, können
diesen Menschen verrückt vor Liebe zu Ihnen machen.
Sich gleichgültig zu verhalten, ist leicht, wenn einem
nichts an dem anderen liegt. Schwer ist es, sich ein biß­
chen gleichgültig zu stellen, wenn man sehr engagiert ist.
Wenn ein Mann eine Frau sieht, die er begehrt, ist es
sein natürlicher Drang, sie mit sich nach Hause zu
schleppen, ihr seine Liebe zu erklären, vollkommen ehr­
lich zu sein, all seine Gefühle zu zeigen und sich total zu
offenbaren. Tun Sie es nicht. Sie schrecken sie nur ab.
Natürlich hat Gleichgültigkeit ihre Wirkung auch auf
Sie. Haben Sie sich jemals gefragt, warum die Frauen, an
denen Ihnen eigentlich nichts liegt, so leicht zu haben
sind, während die, die Sie so sehr begehren, sich rar ma­
chen? Wenn sich eine Frau Ihnen gegenüber gleichgültig
verhält, mag Ihre natürliche Tendenz dahin gehen, sich
mehr Mühe zu geben, um zu sehen, ob Sie ihr nicht doch
gefallen können. Vielleicht neigen Sie dazu, mehr zu ge­
ben. Aber Sie bringen sie nur dazu, ihre Gleichgültigkeit
aufzugeben, wenn Sie noch gleichgültiger tun als sie.
Es ist schwer, sich in Beziehungen an einen Plan zu
halten, denn wir wollen alle jede Vorsicht fahren lassen,
wenn wir uns verlieben, und uns von unseren Gefühlen
leiten lassen. Leider ist das genau das Falsche. Wenn Sie
Schwierigkeiten mit Beziehungen gehabt haben, kann es
den Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg bedeu­
ten, daß Sie lernen, wieviel Sie wie bald geben dürfen.
Wann Sie alles geben dürfen
Wenn Sie das Gefühl haben, sie überantwortet sich Ih­
nen ganz und gar, dann tun Sie dasselbe. Wenn Sie sich
gegenseitig ganz auf einander eingelassen haben, kön­
nen Sie fast alles hingeben.
Aber geben Sie niemals alles. Ganz gleich, wieviel Sie
geben, Sie haben immer ein Recht auf einen Teil Ihrer
Persönlichkeit, der nur Ihnen gehört — Ihren Kern. Die­
sen Teil sollten Sie nie hergeben. Vieleicht sind es nur
zehn Prozent, die Sie für sich behalten, aber sie gehören
Ihnen ganz allein. Hüten Sie sie gut.
14_________________
Wie man sich »Gegenleistungen
sichert

Um eine Frau zu veranlassen, sich in Sie zu verlieben,


müssen Sie in ihr den Wunsch erzeugen, Sie immer wie­
der zu sehen. Sie mag sich in ihrer Fantasie wünschen,
daß Sie immer derjenige sind, der ihr nachläuft, der sie
um etwas bittet, der plant, macht und tut, aber das ist
nicht gut für Sie. Sie sollten nicht immer der sein, der an­
ruft und um ein Zusammensein bittet, der ganz und gar
dafür verantwortlich ist, daß Sie beide zusammenkom­
men. Sie wollen, daß sie Sie anruft. Sie wollen, daß sie
Sie begehrt, immerzu, besonders, wenn Sie nicht da
sind. Sie wollen, daß sie sich nach Ihnen sehnt, nach Ih­
nen verlangt, Sie braucht.
Mittlerweile haben Sie natürlich bemerkt, daß die
Frau, die Sie begehren, nie anruft, während die Frauen,
auf die Sie leicht verzichten könnten, die ganze Zeit an­
rufen. Manche Frauen sind einfach auf das altmodische
Denkschema festgelegt: »Er muß anrufen.« Andere rufen
nicht an, weil sie fürchten, Sie könnten denken, sie hät­
ten es nötig. In diesem Kapitel lernen Sie, wie Sie die
richtige Frau veranlassen, Sie zu begehren, Sie anzuru­
fen, mit Ihnen Zusammensein zu wollen.

Verabredungen in letzter Minute


Das Warten bis zur letzten Minute, um sich mit einer
Frau zu verabreden, ist der falsche Weg, wenn Sie sie
veranlassen wollen, sich nach Ihnen zu sehnen. Gele-
gentlich ist ein spontaner Anruf im letzten Moment er­
laubt. »Ich bin gerade befördert worden, und ich möchte
das gern mit Ihnen feiern« kann für ein Treffen am Nach­
mittag ausreichen, aber gehen Sie nicht davon aus, daß
sie den ganzen Abend Zeit hat. »Ich habe gerade meinen
neuen Wagen bekommen und möchte Sie gern zu einer
kleinen Ausfahrt einladen« ist etwas verdächtiger — ich
meine, haben Sie nicht im voraus gewußt, daß Sie den
Wagen abholen würden? Das könnte nur am Samstag­
nachmittag plausibel klingen.
Obgleich Beförderungen und neue Autos nicht jede
Woche vorkommen, rufen Männer immer wieder Frauen
ohne lange Überlegung an und hoffen, sie könnten gleich
mal vorbeischauen und bumsen. Einige der Phrasen sind
leicht durchschaubar, einschließlich der verbreiteten: »Ich
habe gerade eine ausgesuchte Flasche Champagner da
und möchte sie gern heute abend mit Ihnen teilen.«
Oder: »Ich habe den ganzen Tag daran gedacht, wie sexy
du bist. Hast du heute abend was vor?«
Alles oben Zitierte kann aus verschiedenen Gründen
funktionieren oder auch nicht. Vielleicht sagt sie aus
Prinzip nein, weil Sie so spät angerufen haben. Vielleicht
hält sie Sie für geizig und denkt, Sie wollten zu Ihrem
Ziel kommen, ohne vorher richtig mit ihr auszugehen.
Vielleicht meint sie, Sie suchten nur flüchtige Abenteuer
und keine richtige Beziehung mit ihr. Vielleicht hat sie et­
was anderes vor. Oder vielleicht ist sie einfach auf Sex
aus und beschließt: »Was soll's? Warum nicht?«
Wie auch immer, ein Anruf >fünf vor zwölf< ist beleidi­
gend für sie. Wenn sie ein offensichtlich in letzter Minute
gemachtes Angebot annimmt, hat sie später kein gutes
Gefühl in bezug auf sich selbst oder Sie. Wenn sie nicht
annimmt, denkt sie sich, Sie würden einfach weitere
Frauen anrufen, bis Sie eine finden, die bedürftig genug
ist, um ja zu sagen. Das hinterläßt bei ihr kein sehr
schmeichelhaftes Bild, weder von Ihnen noch von den
Frauen, mit denen Sie ins Bett gehen möchten.
Sie wollen jedenfalls nicht, daß sie es sich zur Ge­
wohnheit macht, Sie abzuweisen. Sie wollen, daß sie es
sich zur Gewohnheit macht, ja zu Ihnen zu sagen, also
handeln Sie sich keinen Korb ein, indem Sie in letzter
Minute anrufen, um sich zu verabreden. Erstens klingt
das ein bißchen verzweifelt und wenn sie Sie abweist,
wird es nur noch schlimmer. Es ist schwer, abends um
sechs verbindlich zu wirken, wenn man gerade für die­
sen Abend einen Korb bekommen hat.
Manchmal unternimmt ein Mann alles mögliche, um
eine Frau zu sehen, ob sie ihn nun sehen will oder nicht.
Ein sehr altes Verfahren ist, sich anzubieten, etwas für sie
zu richten und dann >aus Versehen< die Bohrmaschine
liegenzulassen, die man dann zwei Tage später unbe­
dingt braucht. Gewiß wäre keine Frau so kaltherzig, Ih­
nen die Rückkehr Ihrer benötigten Bohrmaschine zu ver­
weigern, besonders, wenn Sie sie liegengelassen haben,
als Sie etwas für sie gerichtet haben. Das Problem ist,
daß die Frau häufig ganz genau weiß, was da vor sich
geht, und Ihr Image verwandelt sich plötzlich von dem
eines netten >Mann für alles< in das eines bedürftigen
Plagegeists.
Schlimmer noch: Die ganze List kann nach hinten los­
gehen, und Sie sind beides los, Ihr Werkzeug und die
Frau. Einer meiner Klienten lieh einer Frau eine teure Ni­
kon-Kamera mit automatischem Zoom für ihre Aus­
landsreise. Sie kam mit einem Verlobten zurück, den sie
in Europa kennengelernt hatte, und erzählte meinem
Klienten, sie habe die Kamera verloren. Er hatte auch
immer den Verdacht, sie habe sie ihrem Verlobten ge­
schenkt.
Manche Männer schenken Frauen Blumen oder Süßig­
keiten oder Parfüm, in der Hoffnung, daß sie an sie den­
ken, wenn sie die Blumen anschauen, die Pralinen essen
oder sich das Parfüm hinters Ohr tupfen. Die Frau wird
an Sie denken, aber es gibt keine Gewißheit, daß sie die
Pralinen nicht mit einem anderen teilt oder das Parfüm
für ihn trägt. Sie könnte sogar Ihre Blumen benützen, um
ihn eifersüchtig zu machen.
Es ist nicht verkehrt, einer Frau Geschenke zu machen,
wenn sie Ihnen etwas wiedergibt. Aber wenn es von Ih­
nen zu ihr eine Einbahnstraße der Geschenke gibt, auf
der nichts zurückkommt, sind Sie dabei, sich in Schwie­
rigkeiten zu bringen.
Geschenke können einer Frau viel bedeuten. Selbst ein
kleines Schmuckstück kann besagen, daß Ihnen etwas an
ihr liegt. Tatsächlich sind die besten Geschenke gut ge­
wählt, aber nicht kostspielig, denn Sie wollen ja der Be­
ziehung keinen finanziellen Wert verleihen.
Manche Geschenke sind einfach nur Geschenke; ande­
re erfüllen noch einen weiteren Zweck und dienen als
>Erinnerungs-Auslösen. Ein wirksamer Auslöser läßt Ih­
re Freundin an Sie denken und weckt die Sehnsucht, mit
Ihnen zusammenzusein. Ein Geschenk, das Erinnerun­
gen heraufbeschwört, kann sie sogar bewegen, Sie anzu­
rufen, sich mit Ihnen zum Ausgehen zu verabreden und
auch für Sie Geschenke zu kaufen.
Eins der ersten Geschenke, die ich von meinem Mann
bekam, als wir anfingen, miteinander auszugehen, war
ein persönlich gestaltetes Nummernschild für mein Auto,
auf dem zu lesen stand: GR8 WRTR (- Great Writer).
Was für ein gescheiter Mann. Jeden Tag, jedesmal, wenn
ich mit dem Auto irgendwohin fuhr, wirkte sein >Liebes­
auslöser< auf mich ein.

Subtile Liebesauslöser
Sie brauchen ihr gar nichts zu schenken, um in ihr eine
romantische Erinnerung an Sie auszulösen. Denken Sie
an Ihr Rasierwasser. Erfahrene Frauen sprühen seit lan­
gem Spuren ihres Parfüms aufs Kopfkissen des Mannes,
um ihn subtil an sich zu erinnern, wenn sie fort sind. Ihr
Rasierwasser erfüllt den Zweck genau so gut. Sie riecht
es und denkt an Sie. Oder Sie lassen Ihre Zahnpasta im
Bad liegen, eine besondere Seife oder ein Shampoo in der
Dusche. Sie wäscht sich damit und denkt an Sie.
Wenn Sie erst einmal die Liebessprache Ihrer Freundin
kennen, können die subtilen Liebesauslöser, die Sie wäh­
len, um sie an sich zu erinnern, einen direkten Bezug zu
ihrer Liebessprache haben. Dann ist die Wirkung noch
größer.
Wenn Ihre Geliebte eine visuelle Frau ist, lassen Sie
am besten etwas in ihrer Nähe, das ihre Augen anspricht
— zum Beispiel ein wunderschönes Kunstbuch über ein
Thema, das sie interessiert. Jedesmal, wenn es ihr ins
Auge fällt, wird sie an Sie denken. Ein anderer visuell sti­
mulierender Liebesauslöser könnte ein Foto von Ihnen
beiden sein, das zu einer Zeit aufgenommen wurde, als
Sie eine besonders romantische Phase miteinander hat­
ten oder als sie besonders glücklich war. Sie denkt nicht
nur an Sie, sondern sie erinnert sich auch, wieviel Spaß
Sie beide miteinander haben können. Ein weiterer visu­
eller Auslöser könnte eine Zimmerpflanze oder ein Ge­
steck aus Trockenblumen sein.
Schenken Sie nie etwas zu Großes oder zu Prunkhaf­
tes. Achten Sie darauf, daß jedes Geschenk zur Einrich­
tung Ihrer Freundin paßt und ihr gefällt. Wenn Sie Zwei­
fel haben, schenken Sie lieber nichts. Etwas anzu­
schauen, das ihr nicht gefällt, vermehrt ihre Liebesgefüh­
le für Sie nicht; es würde sie nur daran erinnern, daß Sie
sie eigentlich nicht verstehen.
Wenn Sie eine akustische Frau lieben, schenken Sie ihr
etwas, das schön klingt — eine Windharfe oder ein Glok­
kenspiel, einen musikalischen Telefonwecker, eine Lieb­
lingsplatte oder CD-Aufnahme. Denken Sie sich etwas
aus, das sie jeden Tag hört und das sie an Sie erinnern
wird. Schenken Sie ihr niemals etwas, das Lärm macht.
Liebesauslöser für gefühlsorientierte Frauen sind
leicht zu finden. Versuchen Sie's mit einem besonderen
Schaumbad, das Sie miteinander genießen, einem wun-
derbar parfümierten Massageöl, mit dem Sie sie einrei­
ben, oder mit einem seidigen Schal — alles, was sich gut
anfühlt und eine sexuelle Erinnerung auslösen kann,
kommt in Frage. Süßes ist gut, aber es ist schnell weg.
Außerdem machen viele Frauen heute eine Diät, so daß
sie es Ihnen vielleicht sogar übelnimmt, wenn Sie ihr Sü­
ßigkeiten schenken.
Falls Ihnen ein großartig passender Liebesauslöser
einfällt, der nicht die Liebessprache Ihrer Freundin
spricht, benützen Sie ihn trotzdem. Jede Frau hat eine
primäre Liebessprache, aber machen Sie sich klar, daß sie
auch durch andere Liebessprachen angeregt werden
kann. Je mehr Auslöser Sie bei ihr zurücklassen können,
desto mehr wird Ihre Freundin nach Ihnen verlangen,
wenn Sie nicht da sind. Da Erwartung ein so wichtiger
Teil von Liebe, Romantik und Sex ist, wird Ihre Freundin
williger und eifriger darauf bedacht sein, Ihnen zu gefal­
len, als je zuvor.

Bildung einer gemeinsamen Vergangenheit


Wenn Sie eine gemeinsame Vergangenheit haben, ergibt
sich für Ihre Freundin eine weitere Möglichkeit, in Ihrer
Abwesenheit an Sie zu denken und über Sie beide zu
fantasieren. Wenn sie sich an Ihre gemeinsamen Erleb­
nisse erinnert, wird sie das Gefühl haben, Sie seien ein
Teil ihres Lebens geworden.
Am Anfang Ihrer Beziehung haben Sie noch keine ge­
meinsame Vergangenheit. Wie könnten Sie auch? Sie ha­
ben gar keine Chance gehabt, eine zu gestalten, und viel­
leicht kämpfen Sie um eine Frau mit einem anderen, mit
dem sie schon eine gemeinsame Vergangenheit hat. Dar­
um sollten Sie so bald wie möglich anfangen, eine ge­
meinsame Geschichte aus Liebeserinnerungen aufzu­
bauen.
Ihre gemeinsame Vergangenheit setzt sich zusammen
aus den wunderbaren Momenten, die Sie miteinander
erlebt, in denen Sie sich einander nahe gefühlt haben, so
daß einer Teil des anderen gewesen ist. Die Momente, in
denen Sie sich geliebt, in denen Sie gelacht oder sogar
zusammen geweint haben — das sind die Dinge, an die
sie denken wird, wenn Sie nicht bei ihr sind. Gute Erin­
nerungen bilden die Grundlage für die Zukunft Ihrer Be­
ziehung.
Es lohnt sich doppelt, gute Erinnerungen schon in den
Beginn Ihrer Beziehung einzubauen. Sie kommen auf
diese Weise nicht nur jetzt dazu, schöne Zeiten miteinan­
der zu genießen, sondern Sie werden eines Tages, wenn
etwas schiefgeht (und es geht immer etwas schief), Ihre
guten Erinnerungen haben, auf die' Sie zurückgreifen
können.
Warten Sie nicht ab, bis sich Jahre gemeinsamer Vor­
lieben und zufälliger Vorkommnisse angesammelt ha­
ben. Fangen Sie gleich an, Ihre gemeinsame Geschichte
zu schaffen. Selbst wenn Sie kein Musikfan sind, suchen
Sie sich einen Lieblingssänger oder -Sängerin aus, der/
die Ihnen beiden gefällt, und eine Lieblingsmelodie, die
>Ihre< Melodie wird. Unternehmen Sie etwas mit ihr, das
sie noch nie erlebt hat — einen Aufstieg im Freiballon,
Gleitschirmfliegen oder Tief seetauchen. Wenn Sie an et­
was beteiligt sind, das sie zum ersten Mal im Leben er­
lebt, wird sie sich immer an Sie erinnern, wie an ihren er­
sten Liebhaber.
Besuchen Sie mit ihr eine besondere Theater-, Opern­
oder Ballettaufführung. Machen Sie den Abend zu einem
denkwürdigen Ereignis. Wenn Sie es sich leisten können,
machen Sie zuerst etwas Extravagantes; mieten Sie zum
Beispiel ein Luxusauto mit Chauffeur und laden Sie sie
zu einem besonderen Essen an einem ungewöhnlichen
Ort ein. Sie werden am Ende vielleicht mehr ausgeben
als bei einem normalen Rendezvous, aber es lohnt sich,
wenn Sie bei dieser Gelegenheit >Geschichte< schreiben.
Sie wird sich an ein aufregendes, ungewöhnliches Erleb-
nis länger erinnern und es mehr schätzen als viele ge­

wöhnliche Samstagabend-Verabredungen mit Essen im

Restaurant und anschließendem Kino.

Sie brauchen nicht einmal viel Geld auszugeben. Sie

können mit ihr auch eine Freilichtaufführung besuchen,

aber auf besondere Weise. Bringen Sie ihr Blumen mit,

wenn Sie sie abholen, nehmen Sie ein Kissen mit, auf

dem sie sitzen kann, und eine Decke, um sie warmzuhal­

ten. Packen Sie einen Picknickkorb, in dem auch ihre

Lieblingsspeise ist, eine besondere Flasche Wein und für

später eine Thermosflasche mit heißer Schokolade mit

ihrem Lieblingscognac. Sorgen Sie dafür, daß sie zur Er­

innerung ein Programm bekommt. Wenn Sie die Nacht

mit ihr verbringen, planen Sie etwas Besonderes für das

Frühstück am nächsten Morgen; gehen Sie nicht einfach

davon aus, daß sie Kaffee und Eier kochen wird.

Eine gemeinsame Vergangenheit zu schaffen, kann

einfach sein, sogar ohne Geld. Sie brauchen nur ein we­

nig Fantasie, und Sie können sich denkwürdige, aber

nicht kostspielige Sachen einfallen lassen, die Sie mit der

geliebten Frau unternehmen. Arrangieren sie eine beson­

ders erotische Verführung, in deren Mittelpunkt ihre

Lieblingsfantasie steht; beziehen Sie ihre Lieblingsmas­

sage ein, aromatische Düfte und Musik — und natürlich

bedeutungsvolle Worte. Veranstalten Sie eine Überra­

schungsparty zu ihrem Geburtstag, zu der all ihre Freun­

de kommen und jeder etwas mitbringt.

Jedes besondere Ereignis in ihrem Leben ist eine Gele­

genheit, an Ihrer gemeinsamen Vergangenheit weiterzu­

bauen. Wenn sie zum Beispiel umzieht, helfen Sie ihr

beim Eingewöhnen im neuen Haus und machen Sie et­

was mit ihr zusammen: Pflanzen Sie Rosen oder Obst­

bäume oder tapezieren Sie miteinander, so daß sie immer

an Sie denkt, wenn sie die Früchte Ihrer Zusammenarbeit

genießt.

Wenn es Ihnen schwerfällt, sich besondere Ereignisse

und Überraschungen auszudenken, erinnern Sie sich an

die einzigartigen Dinge, die vielleicht einmal eine Frau


früher für Sie getan hat. An den Tag, an dem sie ein
Schlemmerpicknick vorbereitet hat, das Sie ins Stadion
mitgenommen haben. An den Frühling, in dem sie bei
Ihnen zu Hause die Blumenzwiebeln eingesetzt hat, die
immer noch jedes Jahr Blüten hervorbringen und Sie ver­
anlassen, an sie zu denken. An den Tag, an dem sie mit
Ihnen in den Sex-Shop gegangen ist, wo Sie ihr einen
neuen Vibrator gekauft haben. Oder an den Tag, an dem
Sie zusammen den Welpen gekauft haben. Dies sind die
Momente, aus denen sich die gemeinsame Vergangen­
heit eines Paares zusammensetzt.
Eine meiner Klientinnen ist eine von mehreren
Freundinnen eines sehr reichen Verlegers. »Ich bin Num­
mer drei«, scherzt sie fröhlich. »Ich gebe mir überhaupt
keine Mühe.« Aber in Wahrheit bemüht sie sich doch,
und zwar auf sehr schlaue Weise. Sie ist die >Fotografin
vom Dienst< und dokumentiert alle Geburtstagsparties
des Magnaten, jedes Geschenk, jede neue Eroberung, die
er macht; sie sucht die Fotos aus und führt das Fotoar­
chiv. Das gibt ihr unter den Freundinnen viel Macht, da
sie nicht sehr schmeichelhafte Fotos entweder zeigen
oder zerstören kann, je nachdem, was sie den anderen
Frauen gegenüber empfindet.
Die Enststehung einer gemeinsamen Vergangenheit ist
so wirkungsvoll, daß sie fast jeden beeinflußt, also soll­
ten Sie sicherstellen, daß Sie die richtige Frau haben, be­
vor Sie diese Technik ausprobieren. Kaum jemand kann
ihr widerstehen, wie ich persönlich bezeugen kann. Ich
hatte gerade einen Mann kennengelernt, den ich ganz
nett fand, aber er war nicht sehr aufregend. Er war ziem­
lich dick, überhaupt nicht hübsch, und am Anfang mein­
te ich, er sehe albern aus, wenn er mich so anschaute.
Dann fing er an, eine gemeinsame Vergangenheit zu
schaffen.
Fast sofort lud er mich zu einem Wochenende in San
Francisco ein, wo er einen Vortrag halten mußte (eine
Kombination aus gemeinsamer Vergangenheit und >Po­
diumseffekt<, der weiter unten erklärt wird). Ich sollte
dort wichtige Leute kennenlernen, die ihn für großartig
hielten. Bald danach flogen wir im Wasserflugzeug nach
Catalina, wo wir in der Gischt des Stillen Ozeans nieder­
gingen — und er hielt alles auf Fotos fest, die er mir hin­
terher schenkte, so daß ich sehen konnte, welchen Spaß
wir miteinander gehabt hatten. Dann kam die Fahrt nach
Big Sur, worauf weitere Fotos folgten.
Er umwarb fröhlich meine Verwandten und kam zu
Familienfesten, machte Fotos und schickte später jedem
ein kleines Album. Bald dachte die ganze Familie, er ge­
höre dazu — und wir kannten uns doch erst einen Mo­
nat!
Leider ging er nicht nach einem >Partnerschaftsplan<
vor. Er hatte die richtigen Ideen, nur einfach die falsche
Frau. Ich wußte von Anfang an, daß er nicht der richtige
Mann für mich war, aber selbst ich konnte der gemeinsa­
men Vergangenheit nicht widerstehen.
Wie meine eigene Geschichte zeigt, ist es einfach, die
gemeinsame Vergangenheit zu verstärken, indem man
sie durch Fotos dokumentiert. Jede Frau liebt es, wenn
man Fotos von ihr macht. Es ist eine großartige Form der
Schmeichelei. Es beweist, daß Sie denken, sie sei es wert,
verewigt zu werden.
Wenn sie Kinder hat, achten Sie darauf, daß es Auf­
nahmen von Ihnen mit den Kindern gibt. Wenn sie Bilder
von Ihnen und den Kindern sieht, entsteht in ihr eine
Gefühlsbindung durch Assoziation. Achten Sie auch dar­
auf, daß es Fotos gibt, auf denen Sie mit Ihrer Freundin
zu sehen sind.
Wenn sich Ihre Beziehung weiterentwickelt, sammeln
Sie die Fotos in einem Album, so daß Ihre Freundin sie
anschauen kann, wenn Sie nicht zusammen sind. Es ist
eine Gedächtnisstütze, die sie daran erinnert, wie wichtig
Sie ihr sind und welche gemeinsame Vergangenheit Sie
schon haben. Denken Sie in Form von Erinnerungen; sie
lösen immer liebevolle Gedanken aus. Wir denken alle
liebevoll an unsere Vergangenheit, auch wenn sie gar
nicht so toll war.

Der Podiumseffekt
Bewunderung für das Liebesobjekt ist sehr wichtig für
das Gefühl der Liebe. Wir neigen dazu, jene zu lieben,
die wir bewundern; wenn Sie also eine Frau veranlassen,
Sie zu bewundern, bahnen Sie der Liebe den Weg. Da
wir alle eine Tendenz haben, diejenigen zu bewundern,
die andere bewundern, kann man die Bewunderung ei­
ner Frau dadurch gewinnen, daß man ihr zeigt, wie sehr
einen andere Leute lieben und bewundern.
Der Podiumseffekt entsteht immer dann, wenn die
Frau, die Sie lieben, mit ansieht, wie andere Sie bewun­
dern. Er ist subtil und wirkungsvoll. Sie wird mitgerissen
und bezaubert von der Art, wie andere zu Ihnen auf­
schauen und Ihnen zuhören. Sie denkt: »Wenn all diese
Leute ihn für so großartig halten, bleibe ich ihm besser
auf den Fersen. Er muß wirklich was wert sein.«
Keine Frau möchte mit einem Mann zusammen sein,
den andere für einen Trottel halten. Sie will einen Mann
haben, auf den sie stolz sein kann. Obwohl eine Frau
vielleicht nicht mehr danach strebt, Frau Doktor oder
Frau Hofrat zu werden, will sie einen Mann an ihrer Seite
haben, der etwas darstellt, einen Mann, der die Botschaft
aussendet, daß er ihrer Liebe und Bewunderung würdig
ist. Ihrer Freundin zu zeigen, wie andere Sie bewundern,
ist viel, viel besser, als ihr selbst zu erzählen, wie großar­
tig Sie sind. Andere sollen Ihnen diesen Dienst erweisen.
Sie wird dem Gruppendruck unterliegen und Sie auch
bewundern.
Als ich noch unverheiratet war, fand ich es peinlich, ei­
nem neuen Verehrer zu erklären, ich sei eine angesehene
Autorin und Rednerin. Also lud ich ihn ein, mir bei ei-
nem Interview zuzusehen, das ich im Fernsehen gab,
oder sich einen Vortrag von mir anzuhören. Hinterher
konnte ich fast sofort sehen, daß der Podiumseffekt ein­
getreten war. Jeder Mann bewunderte mich, nachdem er
mich hinter einem Vortragspult gesehen hatte, oder
wenn die Fernsehkameras auf mich gerichtet waren.
Selbst wenn Sie nicht im Fernsehen auftreten oder ei­
nen Vortrag halten, können Sie den Podiumseffekt erzeu­
gen. Laden Sie die Frau, die Sie lieben, zusammen mit all
Ihren engsten und liebevollsten Freunden zu einer Party
ein. Führen Sie ihr vor, wie sehr Sie bewundert werden.
Geben Sie der Bewunderung eine Chance, auf Ihre
Freundin abzufärben. Vergessen Sie nicht, etwas
Schmeichelhaftes über sie zu Ihren Freunden zu sagen.
Sorgen Sie dafür, daß Ihre Freunde ihr sagen, wie groß­
artig Sie sind. Teilen Sie ihnen im voraus mit, daß Sie
dankbar wären, wenn sie ihr nur gute Dinge aus der letz­
ten Zeit erzählen würden — keine alten Kriegsgeschich­
ten aus der guten alten Zeit.
Laden Sie Ihre Freundin ein, Ihnen bei dem zuzuse­
hen, was Sie gut können, ob es nun Segelfliegen oder
Schach ist. Lassen Sie Ihre Tüchtigkeit von ihr bewun­
dern. Achten Sie sorgfältig darauf, sie nicht durch Über­
fütterung mit Ihren Heldentaten zu langweilen. Nehmen
Sie sie im Segelflugzeug mit, aber passen Sie auf, daß sie
nicht luftkrank wird. Nehmen Sie sie mit auf Ihr Boot,
aber nicht bei Sturm. Finden Sie auch heraus, ob sie sich
für Ihre Tätigkeit überhaupt interessiert — wenn nicht,
machen Sie das gut, was Sie tun, aber drängen Sie sie
nicht, sich aktiv zu beteiligen. Vertiefen Sie sich auch
selbst nicht so sehr in das, was Sie ihr zeigen, daß Sie sie
ganz vergessen und sich nur noch Ihrem Hobby hinge­
ben.
Wenn Sie Ihrer Freundin etwas beibringen, gewinnen
Sie einen Podiumseffekt, genau wie der Lehrer, der vor
der Klasse steht. Es gibt immer Schülerinnen, die für den
Lehrer schwärmen, einfach, weil er der Fachmann ist, der
da vorn steht. Politiker tun dies die ganze Zeit, um Stim­
men zu gewinnen.
Um den Einfluß des Podiumseffekts zu steigern, kom­
binieren Sie ihn mit Auslösern, Verankerungen, gemein­
samer Vergangenheit und Wiederholung.

Wiederholung
Jede erfolgreiche Liebesbeziehung hat notwendigerweise
ein Element der Gewohnheit. Über die Gewohnheitsqua­
lität der Liebe hat man schon Bücher und Lieder ge­
schrieben; ebenso darüber, wie leicht wir einander zur
Gewohnheit werden. Wenn Sie wissen, wie Gewohnhei­
ten entstehen, können Sie leicht zu einer Gewohnheit Ih­
rer Geliebten werden — zu einer Gewohnheit, die
schwere Entzugserscheinungen mit sich bringt, sollte sie
Sie eines Tages nicht mehr sehen wollen.
Ein Grundbestandteil der Gewohnheitsbildung ist die
Wiederholung. Jede Handlung, die auf dieselbe Art stän­
dig wiederholt wird, entwickelt sich zur Gewohnheit, be­
kommt leichter Suchtcharakter. Die kleinen Rituale des
Lebens und die Sicherheit, die wir aus ihnen beziehen,
können sehr beruhigend sein, eine Trostquelle, wenn al­
les andere auseinanderbricht.
Sie denken vielleicht, eine Frau will immerzu Neues
und Aufregendes, aber das ist nicht so. Wenn sie sich ei­
nen Mann für ihr ganzes weiteres Leben aussucht, möch­
te sie einen, der ihr ein Gefühl der Sicherheit und der
Dauer gibt.
Sobald sich eine Frau in Sie verliebt hat, können Sie
diese Liebe vertiefen und sie an sich gewöhnen. Sie kann
süchtig werden nach Ihrem spezifischen Geruch, nach
dem Klang Ihrer Stimme, nach Ihrem Gesichtsausdruck,
nach Ihren Worten, nach Ihrer Zärtlichkeit und beson­
ders nach dem Sex, den Sie beide miteinander genießen.
Sie brauchen nicht der beste Liebhaber der Welt zu
sein. Wenn Sie nur wissen, wie Sie die Prinzipien der
Gewöhnung einsetzen müssen, wird sie glauben, Sie
seien der beste. Beginnen Sie mit Wiederholung; das
wird ihr ein Gefühl der Sicherheit geben und den Ein­
druck erwecken, Sie seien zuverlässig und glaubwürdig.

Der Samstagabend macht >süchtig<


Zu den wichtigsten Dingen, die Frauen von einer >richti­
gen< Beziehung erwarten, ist das Zusammensein an
Samstagabenden und an Feiertagen. Nicht nur an einem,
sondern an allen Samstagabenden; nicht nur an einem
Feiertag, sondern an allen. Sie können ihr geben, was sie
sich wünscht, und sie zugleich an sich gewöhnen.
Unterschätzen Sie nie die Bedeutung des Samstag­
abends. Sie weiß, daß es Ihr bester Abend ist, weil Sie
nicht von der Arbeit ermüdet sind und am nächsten Mor­
gen nicht früh aufstehen müssen. Wenn Sie sich ihr also
an einem Samstagabend nicht widmen, vermutet sie, daß
Sie ihn mit einer anderen verbringen.
Der Samstagabend kann für eine alleinstehende Frau
tatsächlich die einsamste Zeit der ganzen Woche sein; als
nächstes kommt der Sonntagmorgen. Aber nichts ist är­
ger, als am Samstagabend allein zu sein, es sei denn, das
Alleinsein an Silvester, wo man nicht einmal nach Hause
zu seinen Eltern gehen kann, was an Ostern und Weih­
nachten möglich ist. Wenn Sie einer Frau nicht die Si­
cherheit des Samstagabends und der Feiertage geben,
wird sie ausgesprochen unglücklich mit Ihnen sein — das
ist auch einer der Gründe, die für Frauen gegen ein Ver­
hältnis mit einem verheirateten Mann sprechen.
Schon nach einigen regelmäßigen Verabredungen am
Samstagabend beginnt sie zu erwarten, jede Woche mit
Ihnen zusammen zu sein. Und sie freut sich auf die klei­
nen Rituale, die sich bei Paaren entwickeln, wie das Le­
sen der Sonntagszeitung, das Ausgehen zum Essen am
Sonntagmittag, das Frühstück im Bett oder das Joggen
im Park. Bald wird es ihr zur Gewohnheit, den Samstag­
abend und den Sonntagmorgen mit Ihnen zu verbringen.
Wenn Sie geschäftlich außerhalb sein müssen, sogar
wenn Sie krank sind oder einen anderen legitimen
Grund haben, den gemeinsamen Samstagabend zu ver­
säumen, wird die Gewohnheit Ihrer Freundin unterbro­
chen. Weil Sie nicht da sind, was sie doch erwartet hat,
erkennt sie plötzlich, wieviel Sie ihr bedeuten. Sie hat
sich an Ihre Anwesenheit gewöhnt und vermißt Sie dop­
pelt so sehr, als wenn sie Sie nur ab und zu sehen würde.
Sie hat sich an dieses allwöchentliche Zusammensein mit
Ihnen gewöhnt.
Wenn Sie regelmäßig jeden Samstagabend mit ihr
zusammen sind, will sie allmählich auch noch den
Sonntag, dann den Mittwoch und bald jeden Abend.
Sie braucht Sie immer mehr. Natürlich leisten Sie ein we­
nig Widerstand, so daß sie nicht >auf andere Gedanken
kommt<, wenn Sie nachgeben.
Die Wiederholung Ihrer Anwesenheit hat einen star­
ken Einfluß, und sie funktioniert auch bei Verankerun­
gen. Wiederholen Sie Ihre sexuellen Verankerungen und
die Verankerungen positiver Gefühle, wo immer es mög­
lich ist. Je öfter Sie sie wiederholen, desto besser wirken
sie.
Am Anfang Ihrer Beziehung kommt die Wiederholung
noch nicht ins Spiel, erst wenn Sie bereit sind, sich fest zu
binden. Tatsächlich können Sie den Stand Ihrer Bezie­
hung danach beurteilen, wie die Regelmäßigkeit in ver­
schiedenen Bereichen zunimmt. Will sie Sie zwei-, drei-,
viermal die Woche, ja, sogar jeden Abend sehen? Frauen
heiraten selten einen Mann, den sie nicht dauernd sehen.
Die besten Beziehungen sind die, bei denen die gegensei­
tige Bindung aus einer stetig zunehmenden Regelmäßig­
keit des Zusammenseins entsteht.
>Unsere Melodie«
>Unsere Melodie< läßt sich gut mit der Wiederholung
kombinieren. Je öfter Sie sie hören, desto mehr wird sie
zu >Ihrer Melodie<. Verliebte Paare spielen oft dieselbe
wichtige Musik immer wieder, denn sie ist für sie ein
persönlicher Liebesauslöser; sie weckt bei jedem Wieder­
hören romantische und liebevolle Gefühle. Je öfter sie er­
klingt, desto lieber mag man sie hören. >Unsere Melodie<
ist Teil der Gewöhnung, die Liebesgefühle aufbaut.
Sie können zu Ihrer Beziehung beitragen, indem Sie
gemeinsame Liebesauslöser hineinbringen, die zur Ge­
wohnheitsbildung führen. Sie können eine Melodie ha­
ben, eine dumme Redensart, die nur für Sie beide einen
Sinn hat, Lieblingswitze, die für niemand anderen witzig
sind als für Sie, oder Kosenamen. Diese akustischen
Auslöser werden zum Symbol für Ihre Liebe. Die Wie­
derholung erhöht ihre Wirksamkeit. Für manche Paare
wird das Aussprechen des Satzes >Ich liebe dich< zu einer
sich selbst verewigenden Gewohnheit.

Die Wichtigkeit des L-Wortes


Das L-Wort (Liebe, für die Menschen, denen es schwer­
fällt, es zu sagen) ist noch wichtiger als das B-Wort (Bin­
dung) oder das H-Wort (Heirat). Sie gehen vielleicht eine
feste Bindung ein und Sie heiraten vielleicht, aber wenn
Sie mit dem L-Wort geizig sind, werden Sie in Ihrer Be­
ziehung Schwierigkeiten bekommen.
Immer wieder kommen Paare zu mir — die manchmal
schon zehn Jahre oder länger zusammen sind —, bei de­
nen die Frau sich bitter beklagt und sich unsicher fühlt,
weil der Mann sich weigert, das L-Wort zu sagen. Wenn
Sie das L-Wort nicht leicht, flüssig und oft (mindestens
einmal am Tag, wenn nötig öfter) sagen können, werden
Sie Probleme haben.
Um eine gute Beziehung aufzubauen, müssen Sie be­
reit sein, einer Frau so oft zu sagen, daß Sie sie lieben,
wie sie es hören muß. »Ich liebe dich« zu sagen, ist ein
geringes Opfer für häusliche Ruhe, Frieden, Liebe und
Glück. Wenn Sie es aus irgendeinem Grund nicht sagen
können, lassen Sie sich helfen. Suchen Sie einen Thera­
peuten auf. Reden Sie mit Ihrem Pfarrer. Üben Sie unter
der Dusche oder während sie morgens zur Arbeit fahren.
Sagen Sie es immer wieder, bis Sie es leicht und ohne
Stocken herausbringen.
»Ich liebe dich« zu sagen, ist auch für Sie gut. Es hilft,
den Zweifeldämon zu verjagen, der jeden heimsucht, der
sich auf eine Beziehung einläßt. Wenn Sie es nicht sagen,
versäumen Sie es, sich selbst wie auch die Frau, die Sie
begehren, ganz zu überzeugen.
Glauben Sie ja nicht, Sie könnten sich mit einem ähnli­
chen Satz aus der Affäre ziehen. Nur genau die Worte
»Ich liebe dich« erfüllen ihren Zweck. Nicht »Ich bin doch
hier, oder nicht?« Oder: »Na klar tu ich's!« Oder: »Du
weißt doch, daß ich verrückt nach dir bin.« Oder: »Ich ge­
höre nur dir, Schätzchen.«
Nichts, nicht einmal »Du bist mir wichtiger als alles
andere auf der Welt« kann an die Stelle von »Ich liebe
dich« treten. Wenn Sie nicht genau diese Worte sagen,
wird sie Ihnen niemals glauben, daß Sie sie lieben, ganz
gleich, auf wie viele andere Arten Sie es versuchen, es ihr
zu zeigen und zu sagen. Sie müssen diese Worte sagen,
oder sie sucht sich jemand, der sie ihr sagt.
Um ganz sicher zu gehen, können Sie ein paar von den
Zauberworten ihrer Liebessprache hinzufügen. Wenn sie
ein visueller Typ ist, können Sie sagen: »Du siehst doch,
wie sehr ich dich liebe.« Wenn sie akustisch orientiert ist:
»Du hörst doch, wie sehr ich dich liebe.« Und wenn sie
gefühlsorientiert ist: »Du spürst doch, wie sehr ich dich
liebe.«
Die wahre Macht des Lobes
Das Nächstbeste nach »Ich liebe dich«, was Sie einer Frau
sagen können, ist etwas Schmeichelhaftes. Wenn Ihnen
nichts anderes einfällt, sagen Sie: »Du bist so schön.«
Oder: »Ich finde dich großartig.« Ich kenne keine Frau,
die es nicht gern hört, wenn man ihr sagt, sie sei schön.
Frauen können nicht anders. Wir sind von klein auf so
programmiert, daß wir Bestätigung für unser gutes Aus­
sehen brauchen. Und wir nehmen jede Bestätigung an,
die wir kriegen können.
Wenn Sie die Wahl haben, etwas Kritisches oder etwas
Lobendes zu sagen, wählen Sie das Lob, wenn Sie einen
schönen Abend erleben wollen. Hinter der lobenden
Aussage steckt noch eine weitere, die besagt, daß Sie ihre
Fehler akzeptieren und ihre wunderbaren Eigenschaften,
die natürlich ihre Fehler überstrahlen, zu schätzen wis­
sen — das ist ja auch der Grund, warum Sie die Vorzüge
und nicht die Fehler erwähnen.
Tatsächlich gefällt jeder Frau die Schmeichelei, aber
was sie am liebsten mag, ist die ständige Wiederholung
der warmen, liebevollen, positiven Gefühle, die eine
Schmeichelei in ihr weckt. Diese Gefühle machen süch­
tig, indem Sie ihr schmeicheln, werden Sie zum Spender
der positiven Gefühle, und sie wird süchtig nach Ihnen.
Einfach, aber sehr wirkungsvoll.
Schmeichelei braucht nicht kriecherisch zu sein oder
dumm zu klingen. Sie kann, liebevoll und gut überlegt,
ganz unbefangen und natürlich herauskommen. Es muß
doch etwas Nettes geben, das Sie über sie sagen können!
Wenn nicht — warum sind Sie dann zusammen?
Sie sind zum Beispiel bei ihr unter der Dusche und be­
nützen ihre Seife. Später könnten Sie dann sagen: »Das
ist eine tolle Seife, die du da hast. Sie gefällt mir besser
als meine eigene. Was ist das für eine Marke?« Oder:
»Das Zimmer hast du aber geschickt eingerichtet. Ich wä­
re nie drauf gekommen, das so zu machen.« Oder: »Ich
denke immer noch über das nach, was du gestern gesagt
hast« und dann zitieren Sie sie. Jeder Mensch hat es
gern, wenn man sich an etwas erinnert, das er gesagt
hat, und wenn man zeigt, daß es einem etwas bedeutet.
Wenn Sie wirklich den Vogel abschießen wollen, sagen
sie: »Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß du völlig
recht hast damit.« Jeder will recht haben. Nach einer
Meinungsverschiedenheit ist es besonders wirkungsvoll,
wenn Sie ihr später sagen, daß sie doch recht gehabt hat.
Das zeigt Ihre Flexibilität.
Viele Frauen haben Bedenken, sich auf eine Liebe ein­
zulassen, weil sie fürchten, in dieselbe Lage wie ihre
Mütter zu geraten, wo der Vater das Sagen hatte und im­
mer recht behielt. Alles, was Sie tun können, um sie in
dieser Hinsicht zu beruhigen — daß Sie nicht darauf be­
stehen, sich in allen Dingen durchzusetzen, und flexibel
sein werden —, wird es ihr erleichtem, sich fest an Sie zu
binden.
Im großen und ganzen wird eine Frau nach Ihnen, dem
>Richtigen< süchtig durch die Wiederholung all der klei­
nen angenehmen Gewohnheiten und Gefühle, die sie im
Lauf der Beziehung mit Ihnen assoziiert. Dies gibt ihr ein
Gefühl der Stabilität und der emotionalen Geborgenheit,
das sie sonst nirgends auf der Welt findet.
15___________________
Der Umgang mit den Problemen der
Liebe

Sie haben Ihre Traumfrau gefunden, und sie scheint voll­


kommen in Ihr Leben zu passen. Sie lieben sich gegen­
seitig, und doch bekommen Sie allmählich Probleme. Sie
stehen den Belastungen und Mühen gegenüber, die da­
mit verbunden sind, ein Paar zu werden, zwei getrennte
Egos zu einer Einheit zu verschmelzen.
Die Probleme gehen von der >Reue nach dem Kauf<
über Verlustangst und Eifersucht bis zu der Frage, wer
welches Bord im Medizinschränkchen bekommt. Ver­
schiedene Paare haben verschiedene Probleme, aber fast
jedes Paar hat welche. Es muß einmal gesagt werden:
Sich-Verlieben ist eine Sache; eine ernsthafte, verpflich­
tende Beziehung ist eine andere. Wenn die Beziehung
ernsthaft wird, sind Sie gezwungen, sich einigen ernst­
haften Fragen zu stellen. Für viele Männer ist die feste
Bindung selbst ein Problem.

Die >Reue nach dem Kauf<


Noch vor sechs Monaten war sie eine Fata morgana, ein
unerreichbares Fantasiebild. Sie konnten nur davon träu­
men, sie zu besitzen — jeden Tag, jede Nacht. Jetzt, da
sie gesagt hat, sie liebe sie, sind Sie natürlich begeistert.
Aber Sie fürchten auch, das sei nun das Ende Ihrer >Frei­
heit<.
VERLUST DER FREIHEIT

Sie sind sich nicht ganz sicher, was Sie mit Ihrer Freiheit
anfangen würden, das Sie im Moment nicht tun, aber Sie
hassen es, sie aufzugeben. Das ist eine normale Reak­
tion. Alle Männer reagieren so. Manche Männer relati­
vieren diese Reaktion; andere lassen sich durch sie von
einer Welt des Glücks abschneiden.
Die Angst vor dem Verlust der Freiheit kann einen ge­
nauso verrückt machen wie Eifersucht. Ich hatte Klien­
ten, die sagten: »Ich liebe sie, aber wenn ich ihr dieses
Versprechen gebe, verzichte ich für den Rest meines Le­
bens auf meine Freiheit.« Wenn sie an Ihre Freiheit als an
etwas Abstraktes denken, kann die Vorstellung, sie auf­
zugeben, eine gewaltige Affäre werden. Also machen Sie
sich nicht verrückt; denken Sie an die Freiheit im Hier
und Jetzt, an die konkrete, realistische Freiheit.
Wünschen Sie sich die Freiheit, wieder allein und ein­
sam zu sein? Nein, natürlich nicht. Also gut, wollen Sie
die Freiheit, mit jeder beliebigen Frau zu schlafen? (Wenn
Sie das wollen, werden Sie Ihre Freundin nicht behalten.)
Nein? Wirklich nicht? Welche spezifischen Freiheiten
wollen Sie denn? Von Zeit zu Zeit mit Ihren Freunden
Karten spielen? Sich den Samstagnachmittag für den
Sportverein reservieren? Das sind Fragen, über die Sie
mit ihr reden sollten. Sie möchte wahrscheinlich auch
Zeit für sich haben.
Erfolg in der Liebe bedeutet, daß in Ihrem privaten Le­
bensstil unvermeidliche Änderungen eintreten müssen.
Wenn eine Ihrer wichtigen Freiheiten darin besteht, daß
Sie immer derselbe bleiben, sich nicht ändern und keine
Kompromisse schließen wollen, werden Sie Ihre Bezie­
hung zweifellos sabotieren. Wenn dies der Fall ist, wis­
sen Sie so gut wie ich, daß wir nicht wirklich über Frei­
heit sprechen; wir reden über einfache Sturheit. Im Le­
ben geht es um Wachstum und Veränderung. Wenn Sie
zu einem Teil eines Paares werden, treffen Sie eine Wahl.
Sie entscheiden sich, Ihr Playboy-Image hinter sich zu
lassen und in eine neue Lebensphase einzutreten.

SCHRECKLICHE VERGLEICHE'
Die >Reue nach dem Kauf < kann auch einsetzen, wenn die
Eroberung vorbei ist und wenn Sie herausfinden, daß Ih­
re Partnerin nicht vollkommen ist. Sie fangen an, sie mit
Ihrer Mutter oder einer früheren Freundin zu verglei­
chen. Vergleiche sind sehr heikel, denn die Frauen sind
so verschieden, daß Sie niemals alles Gewünschte bei ei­
ner einzigen finden können. Sie fangen also an, Mary mit
Jane zu vergleichen, die eine fabelhafte Skiläuferin war.
Mary fällt hin, bevor sie noch die Skier angeschnallt hat,
aber sie ist eine tolle Köchin. Überlegen Sie rasch — was
ist wichtiger, perfektes Skilaufen oder tolles Essen? Sie
sehen, es ist schwer, Frauen zu vergleichen.
Vergleichen Sie lieber, wie Sie sich in jeder der Bezie­
hungen gefühlt haben. Sind Sie mit Ihrer neuen Liebe im
allgemeinen glücklicher, zufriedener? Wenn ja, vergessen
Sie die Vergleiche. Sie sind nur eine Methode, sich selber
mit >Reue nach dem Kauf< verrückt zu machen.

Unausgesprochene Sorgen
Wenn aus der Romanze eine Beziehung wird, gibt es im­
mer kleine Reibungen, die man glätten, Grundregeln,
über die man verhandeln, und andere Besorgnisse, die
man ansprechen muß. Solange sie nicht erörtert worden
sind, fühlen sich beide Partner unsicher. Aber viele Paare
warten zu lange, bis sie über diese Themen reden. Sie
meinen, über ernste oder potentiell negative Dinge zu
sprechen, könnte die romantischen Gefühle zerstören.
WAS SIE NICHT SAGT

Eine Möglichkeit, in dieser Übergangszeit die Kommuni­


kation zu verbessern und die Unsicherheit auf ein Mini­
mum zu reduzieren, besteht darin, herauszuhören, was
sie nicht sagt. Vermeiden Sie Überreaktionen auf vage
Wörter wie >es<, >das<, >alles<, >nichts<, >sie<, >die< und
>Dinge<. Es besteht die Gefahr, daß Sie, der Zuhörer, das
jeweilige vage Wort interpretieren. Tun Sie es nicht. Ma­
chen sie sich die Mühe zu fragen, was sie genau meint,
und finden Sie heraus, worauf sich das vage Wort eigent­
lich bezieht.
Nehmen wir an, Ihre geliebte Freundin hat einen
schlechten Tag gehabt. »Es funktioniert aber auch gar
nichts«, behauptet sie; Sie stehen da und hören zu und
nehmen an, sie rede ebenso von Ihrer Beziehung wie von
allem anderen. Bevor Sie das, was sie sagt, wörtlich neh­
men und meinen, Sie seien Teil des Problems, fragen Sie:
»Was genau funktioniert nicht? Erzähl mir davon.«
Wenn sie zu Ihnen sagt: »Ich bin ganz sauer«, nehmen
Sie nicht gleich an, sie sei sauer auf Sie. Fragen Sie: »Was
macht dich denn so sauer?«
Und wenn sie sagt: »Die Dinge laufen einfach nicht
richtig«? Das ist ja wirklich eine Aussage, die schlimmste
Befürchtungen wecken kann. Lassen Sie sich nicht davon
umwerfen. Fragen Sie einfach: »Was läuft nicht richtig?«
Diese Strategie ist doppelt nützlich. Sie erfahren ge­
nau, was ihr zusetzt, und höchstwahrscheinlich hat es
gar nichts mit Ihnen zu tun. Wenn es Sie doch betrifft,
haben Sie die Chance, für sich selbst einzutreten und die
Atmosphäre zu klären. Selbst wenn Sie nicht betroffen
sind, wird der Abend für Sie beide schöner, wenn sie sa­
gen kann, was ihr zu schaffen macht, anstatt sich mit ei­
ner unausgesprochenen allgemeinen Feindseligkeit her­
umzuplagen.
Wenn das Problem mit Ihnen zu tun hat, weichen Sie
ihm nicht aus und lassen Sie sie nicht darüber hinwegge-
hen, weil Sie Auseinandersetzungen vermeiden oder sich
nicht dem Streß aussetzen wollen, das Problem zu verar­
beiten. Bringen Sie Probleme ans Licht, sobald Sie spü­
ren, daß welche vorhanden sind. Auf diese Weise haben
Sie spezifische Fragen zu bewältigen, bevor sie sich auf
alles ausbreiten und Ihre ganze Beziehung in Mitleiden­
schaft ziehen.

DAS WIDERSPIEGELN IHRER IDEEN

Gerade wenn Sie meinen, alles gehe glatt, und wenn Sie
sich schon vorstellen können, daß Sie beide ganz lange
zusammenbleiben, kommt sie mit irgendeinem unausge­
gorenen, seltsam klingenden Plan daher, so daß Sie den­
ken, einer von Ihnen müsse verrückt sein. »Weißt du, ich
habe schon immer alles verkaufen und mir einen Cam­
pingbus anschaffen wollen, um im ganzen Land herum­
zureisen«, verkündet sie. Oder: »Ich denke schon lange,
ich könnte eine große Künstlerin sein. Ich werde auf die
Kunstakademie gehen.« Oder: »Wir könnten doch mal
ein Jahr lang irgendwo am Strand als Hippies leben.«
Oder etwas Ähnliches, das ebenso makaber klingt, ganz
und gar nicht so, wie Ihre Traumfrau sprechen sollte. In
einem solchen Fall ist es angebracht, ihre Ideen widerzu­
spiegeln.
Dabei geht es nicht einfach darum, die Worte zu wie­
derholen, die sie gerade gesagt hat. Sie müssen ihre Ab­
sicht nachprüfen und sicherstellen, daß Sie verstanden
haben, was sie wirklich meint. Das Widerspiegeln ihrer
Ideen hilft Ihnen, voreilige Schlüsse zu vermeiden. Bei
jedem der oben angeführten Beispiele zum Beispiel
könnte es sein, daß sie Tagträume gehabt hat, wie das
Rentnerdasein für Sie beide aussehen könnte, und daß
sie ihre Vorstellung nur so herausgesprudelt hat, ohne
ihr einen zeitlichen Rahmen zu geben.
Susie und Jon kamen zur Beratung zu mir, weil sie
Schwierigkeiten mit der Kommunikation hatten. Susie
sagte immer wieder Dinge, die Jon erschreckten, ihn ver­
letzten oder in ihm den Eindruck erweckten, ihr liege gar
nicht so viel an ihm, wie er gedacht hatte. Anstatt Susie
zu sagen, was er empfand, zog Jon sich zurück und
schmollte, was sie wiederum unsicher machte.
Als sie zu mir kamen, hatte Jon eine seitenlange Liste
von Susies Taktlosigkeiten aufgestellt. Er hatte Vorfälle
aufgeschrieben, die schon vor drei Jahren, am Anfang ih­
rer Bekanntschaft, stattgefunden hatten — Momente, in
denen sie zur falschen Zeit das Falsche gesagt hatte. Es
schienen ihre beiläufigen Bemerkungen zu sein, die ihm
das Herz brachen und ihn am Boden zerstörten. Wenn
sie »wünschte, wir hätten ein neues Auto«, hörte er: »Ich
wünschte, Jon würde genug Geld verdienen, um ein neu­
es Auto zu kaufen.« Dann bekam er Schuldgefühle, wur­
de wütend und schließlich depressiv (in dieser Reihenfol­
ge), aber er sagte es Susie nur selten.
Während sie in meiner Praxis waren, gingen wir Jons
Liste durch. Er sagte Susie, warum jeder einzelne Vorfall
ihn gekränkt oder erzürnt hatte. Sie war wirklich über­
rascht, und es tat ihr leid. »Oh, das hab ich doch gar nicht
gemeint! Hast du das nicht gewußt? Warum hast du mich
nicht gefragt?« wollte sie wissen.
Susies Bemerkung, sie wolle auf die Kunstakademie
gehen, war der Anstoß für das Paar, zu mir zu kommen.
Jon war ganz durcheinander und bildete sich ein, sie ver­
suche ihm zu sagen, sie plane, nach Paris durchzubren­
nen, dort auf die Kunstakademie zu gehen-, mit irgendei­
nem unappetitlichen Künstlertypen in einem Dachstüb­
chen zu leben und ihn nie wiederzusehen. Susie versi­
cherte ihm, das sei nicht so.
Er begriff, daß ihre Kommunikationsprobleme zum
Teil auf seiner Unsicherheit bezüglich der Beziehung be­
ruhten, und sie versprach, mehr Rücksicht auf Jons Ge­
fühle zu nehmen. Am wichtigsten war, daß er lernte, Su­
sie zu spiegeln und zum Beispiel zu fragen: »Willst du
sagen, daß du deinen Beruf aufgeben, zum Studieren
nach Paris gehen und mich hier zurücklassen willst?«
Die einfache Technik des Widerspiegeins befähigte
Jon, mit Susies häufigen makabren Bemerkungen fertig
zu werden und verschaffte ihm mehr Kontrolle über die
Beziehung. Er fing an, sich mehr mitzuteilen, und ließ
nicht mehr Probleme tage- und wochenlang weiter­
schwelen. Als er aufhörte, sich zurückzuziehen, und all­
mählich laut sagte, was ihn beunruhigte, fühlte sich auch
Susie sicherer.

Verlustangst und Eifersucht


Wenn Sie verliebt sind und glücklicher als je zuvor, hat
ein Teil von Ihnen auch Angst, denn jetzt haben Sie viel
zu verlieren. Sie wissen, daß Sie seelisch verletzt werden
können, wenn diese Beziehung nicht klappt. Sie sind be­
sorgt, Sie könnten zuviel investieren und dann verlieren.
Sie wollen sich der einen wunderbaren Beziehung hinge­
ben, Sie wollen vertrauen und glauben, aber Sie werden
von Zweifeln bedrängt. Sobald sie anfangen, sich Sorgen
zu machen, werden die Sorgen immer größer, denn
Zweifel erzeugen Zweifel.
Sie leiden an Verlustangst.
Sie fürchten, die Liebe zu verlieren, die Sie gerade zu
genießen beginnen. Es scheint Ihnen zu schön, um wahr
zu sein, daß Sie eine gute Beziehung haben, besonders,
wenn Sie vorher schlechte Erfahrungen mit Frauen ge­
macht haben.
Wenn sie kaum glauben können, daß Sie eine glückli­
che Liebesbeziehung mit einer Frau, die Sie anbetet, ver­
dient haben, kann das Scheitern einer Beziehung eine
sich selbst erfüllende Prophezeiung sein. Darum ist es
wichtig, sich klarzumachen, daß eine gewisse Verlust­
angst normal ist, daß sie aber Ihre Gedanken über Ihre
Beziehung nicht beherrschen sollte.
Manche Männer quälen sich mit dem Gedanken, sie
seien »nicht gut genug für sie«. Erinnern Sie sich, daß Sie
einzigartig sind und großartige Qualitäten haben. Ganz
gleich, was nach Ihrer Meinung mit Ihnen nicht in Ord­
nung ist — Frauen haben schon schlimmere Männer ge­
liebt. Sie haben Vogelfreie und Missetäter, Abartige und
echte Schurken, schwachsinnige Machos und faule Land­
streicher geliebt. Ganz gewiß verdienen auch Sie Liebe.
Wenn etwas aus Ihrer Vergangenheit, das Sie absolut
nicht ausradieren können, Ihnen die Freude an Ihrer ge­
genwärtigen Beziehung verdirbt, gehen Sie so bald wie
möglich zu einem Therapeuten. Schauen Sie sich um.
Fragen Sie Ihre Freunde, bei welchen Therapeuten ihnen
geholfen worden ist. Bereinigen Sie Ihre Probleme von
früher, so daß Sie die Gegenwart genießen können.
Auch wenn sie nicht von Selbstzweifeln geplagt wer­
den, sollten Sie sich darüber klar sein, daß eine gewisse
Angst vor Verlust fast unvermeidlich mit dem Gefühl der
Liebe verbunden ist. Eine gewisse Angst vor Verlust ist
normal, aber sie kann Sie zu Handlungsweisen veranlas­
sen, die Ihrer Beziehung schaden.
Psychologisch ausgedrückt: Jeder möchte die Quelle
seiner Lust unter Kontrolle haben, Sie haben also ein ein­
gefleischtes Verlangen, die Frau, die Sie lieben, zu be­
herrschen. Sie können sie nicht ganz und gar beherr­
schen, also empfinden Sie Streß und eine vage Unsicher­
heit bezüglich Ihrer Beziehung. Selbst ein Mann, der nor­
malerweise vertrauensvoll ist, kann unvernünftig eifer­
süchtig auf andere Männer werden, wenn Verlustangst
aufkommt.

ANDERE MÄNNER

Es ist fast unmöglich, eine Frau kennenzulernen, die


nicht irgendwann einmal mit anderen Männern zu tun
gehabt hat. Bei jeder Frau, die Ihnen begegnet, können
Sie sicher sein, daß sie andere Männer in ihrem Leben
gehabt hat, die vielleicht auch noch in der Nähe sind. Es
gibt ihren Yogalehrer, ihren Chef, ihren Tennispartner,
den Mann, mit dem sie gegangen ist oder mit dem sie
verheiratet war, bevor sie Sie getroffen hat, und den da­
vor und den davor — bis hin zu ihrem Schulfreund, der
sie immer noch von Zeit zu Zeit anruft.
Schon der Gedanke an all diese anderen Männer kann
Sie nervös machen. Sie sind wie Geier, die auf ihre Beute
warten — zumindest sieht es in Ihren Augen so aus.
Dieselbe Gewöhnung, die uns einander näherbringt
und Beziehungen zu festen Bindungen macht, kann zur
Quelle von Eifersucht werden. Schließlich haben Sie, je
mehr Sie an Ihre geliebte Freundin gewöhnt sind, auch
um so mehr Angst, sie zu verlieren, und um so mehr das
Bedürfnis, sie zu kontrollieren. Eifersucht ist die
schlimmste Verlustangst.
Niemand ist gegen Eifersucht gefeit. Ich habe unzähli­
ge weinende Frauen getröstet, deren Freunde mit irgend­
einer >Schlampe< abgehauen waren. (Die andere Frau ist
immer eine >Schlampe<, genauso, wie der andere Mann
immer ein >Schuft< ist.) Ich habe mit angesehen, wie
Männer eine Beziehung ruiniert haben, die völlig in Ord­
nung war, weil sie glaubten, ihre Freundin >treibe es< mit
jemand anderem. Ich habe sogar selber schon Anfälle
von Eifersucht gehabt.
In den sechziger Jahren haben wir wirklich geglaubt,
wir könnten alles haben. Verpflichtung und die Freiheit,
andere Beziehungen auszuprobieren, Sicherheit und Lie­
be, Spontaneität und Wahrhaftigkeit. In Wirklichkeit war
die Eifersucht immer da, selbst in den experimentellen
Gesellschaften mit >freier Liebe<, und immer schmerz­
haft. Sie wurde nur nicht zugegeben.
Heute kann Sex mit einem ändern Partner wegen Aids
schreckliche Folgen haben. Monogamie ist nicht nur eine
Entscheidung moralischer Art oder eine Frage des Le­
bensstils; die Untreue eines Partners kann für beide le-
bensbedrohend sein. Eifersucht bedeutet heute mehr als
verletzten Stolz, und sie ist emotionsgeladener als je zu­
vor.

IHRE EIFERSUCHT
Es gibt zwei Versionen des grünäugigen Monsters: Eifer­
sucht und Neid. Eifersucht bedeutet, daß Sie wünschen,
sie solle aufhören, etwas zu tun, zum Beispiel, sich mit
jemand anderem abzugeben oder zuviel Zeit mit Unter­
nehmungen zu verbringen, an denen nicht Sie beide be­
teiligt sind. Neid bedeutet, daß Sie wünschen, Sie täten
dasselbe, was sie tut, was immer es sein mag. Neid steigt
auf, wenn Sie sich wünschen, Sie könnten ebenso gut
tanzen wie sie. Eifersucht entsteht, wenn sie mit einem
guten Tänzer ausgeht und Sie sich Sorgen machen, Sie
könnten sie an ihn verlieren.
Die Eifersucht trifft Sie genau an der Stelle in Ihrem
Inneren, wo Sie sich an die geliebte Frau gebunden füh­
len, und schlägt plötzlich zu, wenn sie erwähnt, daß sie
von einer alten Liebe gehört hat, wenn sie eine Verabre­
dung platzen läßt, wenn die Visitenkarte eines Mannes
mit einer daraufgekritzelten Telefonnummer aus ihrer
Handtasche fällt oder wenn sie einfach nicht sehr begei­
stert von der Vorstellung ist, mit Ihnen zusammen zu
sein. Daß sie zum Friseur muß, oder irgendeine andere
lahme Ausrede, werden Sie ihr niemals abnehmen. Tief
im Herzen wissen Sie, daß sie mit einem anderen zusam­
men ist, und das bringt Sie um.
Sie werden eifersüchtig, wenn Sie an Ihrer Fähigkeit
zweifeln, Ihre Geliebte zu halten — wenn Sie an sich
selbst zweifeln. In diesem Moment sind Sie am anfällig­
sten, jetzt vermuten Sie bereitwillig eine Lüge oder einen
Treuebruch.
Frauen erwarten, daß ein Mann, der sie wirklich liebt,
eine gewisse Eifersucht zeigt. Aber wie eifersüchtig er
sein soll, ist für einen Mann schwer zu entscheiden.
Wenn Sie den Eindruck machen, rasend eifersüchtig zu
sein, hält sie Sie vielleicht wirklich für verrückt und gibt
Ihnen den Laufpaß, weil Sie ihr so lästig sind. Wenn Sie
überhaupt keine Eifersucht zeigen, macht sie vielleicht
Schluß mit Ihnen, weil sie glaubt, Sie liebten sie nicht ge­
nug.
»Aber was soll ich machen, wenn ich kein eifersüchti­
ger Typ bin?« Überhaupt keine Eifersucht heißt, Schwie­
rigkeiten herausfordern. Die Frau in Ihrem Leben wird
niemals glauben, daß Ihnen genug an ihr liegt, und es
kann passieren, daß sie sich einem anderen zuwendet,
von dem sie annimmt, er mache sich mehr aus ihr. Zei­
gen Sie ein wenig Eifersucht; es ist gut für Ihre Bezie­
hung. Außerdem sollten Sie wirklich ein bißchen eifer­
süchtig sein.
»Aber was ist, wenn meine Eifersucht mich auffrißt?
Was ist, wenn ich sie nicht beherrschen kann? Was ist,
wenn ich sie umbringen will — und jeden, der mit ihr zu­
sammen ist, sofern ich es nicht bin? Was ist, wenn ich
will, daß sie die ganze Zeit nur mit mir zusammen ist
und nie einen anderen ansieht?« Na ja, auch das zerstört
eine Beziehung. Es ist schön für Ihre Freundin, sich ge­
liebt zu fühlen und zu wissen, wieviel Ihnen an ihr liegt,
aber genug ist genug. Keine Frau will einen Mann, der
immer zornig und eifersüchtig und mißtrauisch ist.
Unbeherrschte Eifersucht verändert Ihre Persönlich­
keit, Sie sind nicht mehr liebevoll, sondern fordernd,
nicht mehr vernünftig, sondern paranoid. Sie rufen zu
den unmöglichsten Zeiten an, um zu kontrollieren, ob sie
wirklich dort ist, wo sie nach ihren Worten sein sollte. Sie
stellen sich vor, sie vollziehe seltsame und wunderbare
Geschlechtsakte mit anderen Männern. Sie fragen sich,
ob sie beim Orgasmus für die anderen lauter stöhnt. Sie
fragen sich, ob Sie ein mildes Urteil zu erwarten hätten,
wenn Sie ihren Liebhaber in eifersüchtiger Wut umbrin­
gen würden. Sie fühlen sich schäbig, blöd und sind auf
Ihre Freundin ebenso wütend wie auf sich selber.
WARUM WIR EIFERSÜCHTIG WERDEN

Nach Freud ist die Eifersucht, die durch den Verlust der
Mutter hervorgerufen wird, unvermeidlich. Freud sagte:
»Die Eifersucht gehört zu den Affektzuständen, die man,
ähnlich wie die Trauer, als normal bezeichnen darf. Wo
sie im Charakter und Benehmen eines Menschen zu feh­
len scheint, ist der Schluß gerechtfertigt, daß sie einer
starken Verdrängung erlegen ist und darum im unbe­
wußten Seelenleben eine um so größere Rolle spielt.«
Wenn also einer von Ihnen von Zeit zu Zeit feststellt,
daß sich ein wenig Eifersucht in sein Leben einschleicht,
ist das nur eine normale menschliche Reaktion.

ERSTE HILFE BEI EIFERSUCHT

1. Ziehen Sie sich nicht einfach auf Grund von Indi­


zienbeweisen aus einer Beziehung zurück.
2. Geben Sie Ihre Eifersucht zu. Man braucht sich nicht
zu schämen, wenn man eifersüchtig ist, besonders
dann nicht, wenn man monogames Verhalten ausge­
macht hat. Mit Gefühlen zu spielen, ist nicht zum
Lachen. Äußern Sie sich; sagen Sie der Frau, die Sie
lieben, daß Sie wütend, verletzt und/oder eifersüch­
tig sind. Klagen Sie niemals an; sagen Sie nur, wie
Sie sich fühlen.
3. Brüllen Sie nicht, bekommen Sie keinen Wutanfall,
aber nehmen Sie auch kein Blatt vor den Mund. Sa­
gen Sie ihr, Sie seien eifersüchtig, nicht, Sie hätten
>ein ungutes Gefühk
4. Vergewissern Sie sich, ob Sie überhaupt Grund zur
Eifersucht haben. Fragen Sie sie in aller Ruhe: »Muß
ich eifersüchtig sein?« Und wenn sie »Nein« sagt,
versuchen Sie, ihr zu glauben.
5. Unter gar keinen Umständen dürfen Sie dem Drang
nachgeben, nach dem anderen Mann zu fragen,
selbst wenn Sie herausbekommen haben, daß es einen
anderen gibt. Fragen Sie niemals: »Hat er mehr Geld
als ich?« Oder: »Ist er besser im Bett? Was habt ihr
gemacht? Wo seid ihr hingegangen?«
6. Treten Sie dem anderen Mann nie entgegen, um ihn
loszuwerden. Das kann bei manchen Männern ein­
mal funktionieren, besonders, wenn Sie groß und
stark sind, aber am Ende entscheidet sich die Frau
für jemanden, der noch größer und stärker ist; es
wird also nicht immer funktionieren.
7. Bitten Sie, aber fordern Sie nicht. Wenn Sie aus eige­
ner Unsicherheit an eine Frau unvernünftige Treue­
forderungen stellen, bevor sie bereit ist, nur Sie al­
lein zu lieben, könnten Sie sie abschrecken. Sexuelle
Treue entsteht durch wechselseitiges Einverständnis,
nicht auf Befehl.
8. Starke Selbstachtung ist die beste Verteidigung ge­
gen Eifersucht. Sie müssen wirklich glauben, Sie
seien so unvergleichlich, daß sie dumm wäre, wenn
sie mit irgendeinem anderen Zusammensein möchte.
Außerdem wollen Sie ja keine Frau haben, die sonst
niemand begehrt. Also wird es außer Ihnen natürlich
noch andere Männer geben, die diese großartige Frau
entdeckt haben. Aber natürlich will sie nur Sie, weil
Sie so etwas Besonderes sind und weil Sie so viele
besondere Dinge zu bieten haben — und sie ist
schlau genug, das zu erkennen. Falls Sie von einem
anderen Mann in ihrem Leben hören, der mehr Geld
hat, einflußreicher ist und besser aussieht, machen
Sie sich keine Sorgen. Schließlich ist sie mit Ihnen
zusammen und nicht mit ihm; Sie müssen wirklich
großartig sein.
9. Bei der Eifersucht geht es nur darum, jemanden zu
verlieren. Wenn Sie daran denken, daß man einen
anderen Menschen gar nicht wirklich besitzen kann,
haben Sie weniger Angst, diesen Menschen zu ver­
lieren.
10. Eifersucht kann auch eine entgegengesetzte Wirkung
haben. Sie kann Sie veranlassen, eine Frau zu begeh­
ren, die überhaupt nicht die Richtige für Sie ist. Sie
interessieren sich vielleicht kaum für sie, bis Sie er­
fahren, daß sie mit einem anderen ausgeht — nun
flammt Ihr Interesse auf. Plötzlich können Sie nicht
mehr ohne sie leben, und Sie sind noch eifersüchti­
ger.
11. Manchmal ist Eifersucht gerechtfertigt. Wenn es dau­
ernd Hinweise auf Untreue gibt, wenn Sie in Zeiten
der Trennung jedesmal übertrieben mißtrauisch sind,
kann es sein, daß Ihre Partnerin Sie wirklich betrügt.
In diesem Fall sollten Sie rasch reinen Tisch machen.
Erlauben Sie ihr keine Heimlichkeiten. Kriegen Sie
heraus, was vor sich geht. Machen Sie ihrer Affäre
ein Ende, mit Festigkeit und ohne Hysterie, bevor
aus einem beiläufigen Flirt eine echte Liebesge­
schichte wird.
12. Wenn sie sich mit jemand anderem eingelassen hat
und nicht sofort ganz mit ihm Schluß machen will,
geben Sie die Beziehung auf. Wenn Sie ihr eine Un­
treue durchgehen lassen, während sie weiterhin Ihre
Gesellschaft genießt, fordern Sie sie auf, Ihnen das
Herz zu brechen, auf Ihnen herumzutrampeln und
Sie wie Dreck zu behandeln. Sie sagen gleichsam zu
ihr: »Mir ist es gleich, wie sehr du mich mißhandelst,
ich liebe dich immer noch.« Wenn Sie sich in dieser
Lage befinden und keinen Ausweg herausfinden, su­
chen Sie sofort Hilfe bei einem Therapeuten.
DIE EIFERSUCHT IHRER FREUNDIN

Sie wollen, daß die Frau, die Sie lieben, ein klein wenig
besitzergreifend ist, vielleicht auch ein bißchen eifersüch­
tig. Wieviel ist okay? Wenn Sie sich von ihrer Eifersucht
geschmeichelt fühlen, ihr aber leicht versichern können,
daß sie unangebracht ist, ist es nicht zuviel.
Wenn ihre Eifersucht zum Problem wird und wenn es
Ihnen nicht gelingen will, sie von Ihrer Treue zu überzeu­
gen, haben Sie eine Frau, die unbeherrscht ist; sie ist
nicht vernünftig; sie ist gefährlich. Sie ruiniert jede Un­
ternehmung mit ihrer Eifersucht, Sie sagt und tut
schreckliche Dinge und beschuldigt Sie der Untreue auch
dort, wo Sie noch nicht einmal daran gedacht hatten.
Die Frauen, die mit Eifersuchtsproblemen zu mir kom­
men, sind unweigerlich auf ihre Eifersucht fixiert. Sie ha­
ben ihre Eifersucht nicht im Griff und können an nichts
anderes mehr denken. Manchmal gibt es jedoch mil­
dernde Umständen
Evelyn und Stanley kamen zu mir, weil sie so chro­
nisch eifersüchtig war, daß das Zusammensein schwierig
wurde. Es schien, als habe Stanley eine Schwäche für
Frauen mit großem Busen. Evelyn hatte ihm sogar ange­
boten, sich die Brüste vergrößern zu lassen, aber er sagte,
das würde es nicht bringen. Er konnte seine Vorliebe
nicht in Schach halten, und jedesmal, wenn er auf der
Straße eine großbusige Frau sah, schaute er ihr nach, bis
sie aus seinem Blickfeld verschwand. Das beunruhigte
Evelyn natürlich sehr.
Verschlimmert wurde die Sache noch dadurch, daß er
vor zwei Jahren eine Affäre mit einer vollbusigen Frau
gehabt und dies Evelyn gestanden hatte. Das gab ihrem
Mißtrauen Nahrung und fachte es an. Sie beobachtete
ihn ständig und wartete nur darauf, daß er ihr mit einer
vollbusigen Frau davonlaufen würde. Obwohl sie schon
fast zwölf Jahre zusammen waren, glaubte Evelyn an ein
baldiges Ende ihrer Beziehung.
Stanley versuchte, sie zu beruhigen, indem er sagte:
»Ich bin doch hier, oder? Ich bin fast zwölf Jahre hier ge­
wesen. Ich gehe nicht weg. Es ist nicht verboten, wenn
einer große Titten mag. Es gibt sogar Magazine mit gro­
ßen Busen, genau für Kerle wie mich. Ich habe sie dir ge­
zeigt. Begreifst du denn nicht — ich will sie nur sehen.
Ich verlasse dich nicht.« Seine Beruhigungen nützten
nichts
Evelyn handelte, nur weil sie wußte, daß es eine
andere Art von Frauen gab, mit denen er lieber zusam­
men sein wollte, ständig auf der Basis von Verlustangst.
Stanley andererseits hatte sich so an Evelyns fortwähren­
de Kriecherei und Bettelei gewöhnt, daß sie ihm gefielen.
Das Wissen, wie sehr sie fürchtete, ihn zu verlieren, gab
ihm ein Gefühl der Überlegenheit und Macht. Seine Be­
ruhigungsversuche waren daher immer ziemlich halb­
herzig, und zwischendurch warf er sehnsüchtige Blicke
auf große Busen. Die beiden hatten ein Verhaltensmuster
von Eifersucht und Feindseligkeit entwickelt, das nicht
leicht aufzubrechen war. Evelyn mußte lernen, ihre unsi­
cheren, eifersüchtigen Gedanken durch positive zu erset­
zen. Sie mußte auch aufhören, Stanleys Macht gelüste zu
nähren, indem sie jedesmal reagierte, sobald sie in die
Nähe einer vollbusigen Frau kamen. Als er merkte, daß
sie sich durch ihn nicht mehr wütend machen ließ, wurde
sein Interesse an großen Brüsten in ihrem gemeinsamen
Leben als Antriebskraft weniger wichtig.
Man kann eine eifersüchtige Frau nicht beruhigen,
denn wenn man sagt: »Ach, was denkst du denn, du
brauchst dir doch keine Sorgen zu machen«, hört sie:
»Du mußt dir Sorgen machen.« Wenn man sagt: »Ich bin
dir treu, das weißt du doch«, denkt sie: »Wie soll ich das
wissen?« Je mehr Sie ihr versichern, sie brauche nicht ei­
fersüchtig zu sein, desto mehr denkt sie darüber nach,
wie eifersüchtig sie ist. Je länger Sie darüber reden, ob sie
eifersüchtig sein sollte oder nicht, desto länger hält ihre
Eifersucht an. Wenn Sie versuchen, ihr die Eifersucht
auszureden, sie durch Verwöhnung oder romantische
Schmeichelei von der Eifersucht abzubringen, wird sie
nur schlimmer.
Wenn Sie mit einer eifersüchtigen Frau zusammen
sind, vergessen Sie den Versuch, ihre Eifersucht in den
Griff zu kriegen. Es ist unmöglich, und je mehr Sie sich
bemühen, desto schlimmer wird die Eifersucht. Sie wis­
sen, daß ihre geringe Selbstachtung sie unsicher und ei­
fersüchtig macht, also versuchen Sie, ihre Selbstachtung
aufzubauen. Das funktioniert auch nicht. Ihr mangelndes
Selbstgefühl und die Ursachen ihrer Eifersucht sind viel­
leicht zu einer Zeit entstanden, als Sie sich noch nicht
kannten, und vielleicht braucht sie eine jahrelange The­
rapie, um diese Probleme zu überwinden. Nichts, was
Sie sagen, kann sie beheben.
Machen Sie sich klar, daß sie einfach eine eifersüchtige
Person ist. Erkennen Sie auch, daß Eifersucht normal ist
und daß manche Menschen eifersüchtiger sind als ande­
re. Akzeptieren sie, daß Sie aus der Beziehung einiges
Schöne gewinnen, das Sie veranlaßt, sie aufrechtzuerhal­
ten. Wenn Sie wollen, daß diese Gewinne weitergehen,
werden Sie lernen müssen, mit ihrer Eifersucht fertig zu
werden. Hier folgen einige Regeln:

MIT IHRER EIFERSUCHT FERTIG WERDEN

1. Lügen Sie nicht. Sie wird es spüren und wirklich aus


dem Gleichgewicht geraten. Geben Sie zu, daß Sie je­
manden angeschaut oder an jemanden gedacht ha­
ben, aber fügen Sie hinzu: »Keine große Sache.« Und
machen Sie keine große Sache daraus. Fangen Sie kei­
nen Streit an, indem Sie Ihre Unschuld beteuern. Ein
Streit gibt der Eifersucht nur größere Bedeutung.
2. Behandeln Sie sie nicht extra liebevoll und freundlich,
wenn sie eifersüchtig ist. Sie würde nur lernen, sich
eifersüchtig zu benehmen, um Liebe zu bekommen.
3. Werten Sie ihre Gefühle nicht ab. Reden Sie respekt­
voll über ihre Gefühle, aber machen Sie ihr klar, daß
Sie ihre Handlungsweise nicht mögen.
4. Versichern Sie ihr ruhig, daß Sie sie lieben und keine
andere wollen.
5. Wenn es nichts hilft, daß Sie sie Ihrer Treue versi­
chern, sorgen Sie dafür, daß sie zu einem Therapeuten
geht. Sie braucht Beratung, keine Treueschwüre.

VORBEUGUNG GEGEN EIFERSUCHT —


AUFBAU VON VERTRAUEN

Gleichgültig, ob Eifersucht rational oder irrational ist, der


Schmerz fühlt sich immer schlimm an. Der/die Eifer­
süchtige leidet viel mehr als der/die andere. Der Eifer­
süchtige wird Tag und Nacht geplagt und leidet, ob es
wirklich einen Grund für Eifersucht gibt oder nicht. Nur
absolute Aufrichtigkeit zwischen den Menschen verhin­
dert Eifersucht.
Wenn Sie einander über längere Zeit die Wahrheit sa­
gen, sind Vertrauen und unerschütterliche Glaubwürdig­
keit die Folge. Wenn eine Frau Sie bei einer kleinen Lüge
ertappt, überträgt sich das Mißtrauen wahrscheinlich auf
andere Gebiete.

MONOGAMIE

Wenn Sie glauben, Ihre Beziehung habe eine echte Zu­


kunft, sprechen Sie sehr ernsthaft und offen mit Ihrer
Partnerin über Aufrichtigkeit, Ausschließlichkeit und Ei­
fersucht. Sagen Sie ihr, was Sie vom Ausgehen mit ande­
ren Frauen halten, und wie Sie es finden, wenn sie mit
anderen Männern ausgeht. Vielleicht beschließen Sie
beide, alle anderen aufzugeben, Sie treffen eine Verein-
barung, oder Sie legen Grundregeln fest, wie monogam

Sie sein wollen. Seit die Aidsgefahr besteht, kann sich

die Frage der Monogamie ebenso schnell stellen wie die

Frage, ob Sie miteinander schlafen wollen.

Hier einige Vorschläge für Grundregeln:

1. Bis Sie beide bereit sind, sich monogam zu verhalten,


praktizieren Sie nur geschützten Sex<. Oder
2. Sie verzichten so lange auf Sex, bis Sie eine feste, mo­
nogame Beziehung miteinander eingehen. Zu diesem
Zeitpunkt unterziehen Sie sich beide einem Aidstest,
bevor Sie sich sexuell miteinander einlassen.
3. Wenn Sie in einer monogamen Beziehung sind, unter­
ziehen Sie sich nach einer angemessenen Frist noch
einmal einem Test, bevor Sie etwas anderes als ge­
schützten Sex< miteinander anfangen.
4. Sie erklären sich beide bereit, sofort alles offen zu sa­
gen, falls Sie sich zu einer sexuellen Unbesonnenheit
haben hinreißen lassen. Für einen solchen Fall verein­
baren Sie, zur Grundregel 3 zurückzukehren.
5. Wenn Sie etwas tun wollen, worauf sich die Grundre­
geln nicht beziehen und das Eifersucht erzeugen
könnte (zum Beispiel, wenn Sie eine ehemalige Freun­
din zum Mittagessen einladen wollen, um die Freund­
schaft zu ihr aufrechtzuerhalten), reden Sie vorher
darüber mit Ihrer Partnerin, nicht hinterher.
6. Machen Sie bei der Entwicklung einer guten Bezie­
hung Ehrlichkeit und Vertrauen zu Ihrem höchsten
Ziel.
16_________
Streiten Sie nicht!

In jeder Beziehung, mag sie auch noch so gut sein, gibt es


von Zeit zu Zeit Konflikte. Zur Entwicklung einer guten
Beziehung gehört, daß man einiges ausprobiert. Sie
müssen beide wissen, wie die Beziehung Problemen
standhält. Der Trick ist, diese Probleme ohne Streit zu lö­
sen.
Da Männer und Frauen so unterschiedlich streiten,
gibt es für Sie praktisch keine Möglichkeit, nach einem
Streit mit einer Frau gut dazustehen. Weil Sie größer und
lauter sind als sie und weil sie weint, werden Sie am En­
de wie ein Grobian aussehen, ganz gleich, ob Sie gewin­
nen oder verlieren. Gewiß, Sie können sie stimmlich
(oder sogar körperlich) überwältigen, aber sie wird es Ih­
nen übelnehmen und schließlich einen Weg finden, es Ih­
nen heimzuzahlen.
Auch wenn es in der Beziehung um Leben und Tod,
um alles oder nichts geht und keine andere Art der Pro­
blemlösung möglich scheint — vermeiden Sie Streit.
Streit fügt einer sowieso schwierigen Lage nur noch Wut
und Ressentiments hinzu. Wenn Sie streiten, riskieren
Sie, daß sie Ihnen böse ist, weil Sie sie angeschrien und
eingeschüchtert haben, gar nicht zu reden von dem, wor­
über sie zunächst wütend war. Streiten zum Zweck der
Problemlösung ist kontraproduktiv.
Das bedeutet nicht, daß Sie keine lebhafte Auseinan­
dersetzung haben können. Wir kennen alle den Unter­
schied zwischen einer Auseinandersetzung und einem
Streit. Bei einem Streit weint sie, und Sie schreien, Sie
stürmen beide herum, stampfen mit den Füßen auf und
schlagen auf den Tisch oder sonstwohin, mit zusammen­
gebissenen Zähnen und geschwellten Adern am Hals. Ei­
ne Auseinandersetzung kann Stil haben, ein gehobenes
Niveau, kann kultiviert sein, sogar Spaß machen (wie in
einem Stück von Noel Coward). Ein Streit ist vulgär und
erniedrigend.
Wenn Sie so sind wie die meisten Männer, reicht eine
Dauerkost von Szenen und Streitereien aus, um Ihnen ei­
ne Beziehung zu verleiden. Und warum auch nicht? Wir
haben immer gemeint, Streit reinige die Atmosphäre, das
beste, was man mit seiner Wut machen könne, sei, sie
herauszulassen. Jetzt zeigen neue Untersuchungen, daß
ausgedrückte Wut oft noch mehr Wut erzeugt.
Wir haben alle schon Paare kennengelernt, für die das
Streiten zur lieben Gewohnheit geworden ist, aber sie
wirken nicht besonders glücklich, und es macht keinen
Spaß, mit ihnen zusammen zu sein. Für sie reinigt Streit
die Atmosphäre, und sie fühlen sich nach einer Versöh­
nung viel besser. Aber ein Leben wie in dem Stück >Wer
hat Angst vor Virginia Woolf< ist eigentlich abscheu­
lich.
Es sind nicht nur Männer, die durch ständige Kabbe­
leien die Lust verlieren; auch Frauen geht es so. Sie wird
also wissen wollen, auf welche Weise Sie Meinungsver­
schiedenheiten aus der Welt schaffen wollen. Werden Sie
sie einschüchtern und anschreien und immer auf Ihrem
Standpunkt beharren, steht ihr ein Leben mit dauernden
Streitigkeiten bevor? Sind Sie vernünftig oder unver­
nünftig? Können Sie leben, ohne sich ihr gegenüber
durchzusetzen?
Wenn sie mit ihr über jedes Problem streiten, wird sie
denken: »Ich werde nicht mein ganzes Leben damit zu­
bringen, mich mit diesem Mann zu zanken, sondern ihn
aus meinem Leben entfernen und mir einen netteren su­
chen.« Sie wird vielleicht in einem Punkt nachgeben, nur
um Sie zum Schweigen zu bringen oder um dem Streit
ein Ende zu machen, aber sie wird nicht vergessen, daß
sie nachgegeben hat, und es wird ihr nicht gefallen.
Wenn Sie streiten, schaffen Sie negative Verankerun­
gen für den Menschen, den Sie lieben. Sie fängt an, Sie
mit unerfreulichen Szenen in Verbindung zu bringen, mit
Schelten und Verunglimpfungen, mit Gebrüll und Ein­
schüchterung, anstatt mit Liebe und Fürsorge.
Selbst wenn Sie mit dem, was Sie behaupten, recht ha­
ben, und den Kampf gewinnen, wird Ihre Freundin sich
an jede böse Bemerkung erinnern, die Sie in der Wut ge­
macht haben. Der Steit mag vorbei sein, aber die Erinne­
rung bleibt, beeinträchtigt Ihre Beziehung und befleckt
Ihre Liebe.

Frauen, die den Streit brauchen

Manche Frauen versuchen, Sie zum Reagieren, zur Eifer­


sucht, zum Streit, zur Wut zu reizen. Wenn eine Frau Sie
dauernd herausfordert und verzweifelt eine Reaktion zu
provozieren versucht, liegt es daran, daß sie nicht genug
Liebe und Beachtung von Ihnen bekommt. Wie ein
schwieriges Kind hat sie es nötig, Sie wütend zu machen,
damit sie sich überzeugen kann, daß Ihnen etwas an ihr
liegt.
Wenn Sie eine Beziehung zu einer Frau haben, die das
Bedürfnis hat zu streiten, versuchen Sie lieber, ihr mehr
Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, als Ihrem
Wunsch nachzugeben, sie im Streit zu besiegen oder sie
zu ignorieren. Wenn Sie jedoch mit einer Frau zu tun ha­
ben, die körperliche Gewalt braucht, um sich Ihrer An­
teilnahme zu versichern, bringen Sie sie so bald wie
möglich zu einem Therapeuten, bevor sie Sie zu einem
Verhalten reizt, das Sie bereuen würden.
Wann man nachgeben und wann man fest
bleiben sollte
Daß Sie sich nicht auf Streit einlassen, heißt nicht, daß
Sie immer nachgeben und ihr ihren Willen lassen müs­
sen. Die Gewaltenteilung in einer Beziehung ist sehr hei­
kel. Wenn Sie vielleicht glauben, Sie sollten mindestens
in der halben Zeit das Sagen haben, werden Sie merken,
daß das Leben nicht so funktioniert. Im wirklichen Leben
hat jeder von Ihnen Glück, wenn auch nur in einem Vier­
tel der Zeit alles nach seinen Vorstellungen geht und
wenn Sie beide in der übrigen Zeit Kompromisse ma­
chen.
Wie können Sie also wissen, wann Sie zu viele Kom­
promisse schließen oder wann Sie der geliebten Frau zu
oft ihren Willen lassen? Sie können es wissen, weil dann
Ihre Selbstachtung auf ein niedriges Niveau abfällt und
Sie sich in Ihrer Haut nicht mehr wohl fühlen. Sie fangen
an, ihr übelzunehmen, daß sie Sie veranlaßt, sich stärker
zu ändern, als Sie es selbst wollen. Und Sie nehmen es
sich selber übel, daß Sie sie auf sich herumtrampeln las­
sen.

Wie man mit dem Streiten aufhört


Es gibt Verhaltensweisen, die zwischen dem Dauerstreit
und dem fortwährenden Nachgeben liegen, Möglichkei­
ten, zu bekommen, was Sie wollen, ohne in den Kampf
zu ziehen.
Wir lassen uns so oft in einen Streit mit denen hinein­
ziehen, die wir lieben, weil hinter der Streitfrage oft die
geheime Botschaft steckt: »Wem\ wir dieses Problem
nicht lösen können, ist alles vorbei.«
Die wichtigste Regel bei jeder Meinungsverschieden­
heit lautet: die Frage entschärfen. Versichern Sie Ihrer
Freundin, daß Ihre Unfähigkeit, ihr zuzustimmen, nicht
bedeutet, daß die Beziehung in Gefahr ist. Es bedeutet
vielmehr, daß Sie das Problem ruhig und vernünftig an­
gehen und nicht verletzen wollen, was für Sie beide am
wichtigsten ist, Ihre Liebe. Es kann bedeuten, daß Sie am
Ende einfach in dieser einen Frage verschiedener Mei­
nung sind und bleiben.
Um aus einem Streitzyklus auszubrechen und einen
liebevollen Zyklus zu beginnen, legen Sie eine Pause ein
und erinnern Sie einander an eine Zeit, in der sie mitein­
ander glücklich waren.
Beth und Jerry waren seit zwei Jahren zusammen, als
sie zu mir kamen. Mittlerweile waren sie in einem Zyklus
von Streit und Geschrei ä la Virginia Woolf gefangen. Sie
hatten fast vergessen, wie groß ihre Liebe früher einmal
gewesen war. Indem ich mit ihnen bis zum Anfang ihrer
Beziehung zurückging, konnte ich eine Zeit finden, in der
die beiden wirklich glücklich miteinander gewesen waren
— auf einem Campingurlaub allein in der Wildnis.
Als sie daran dachten, wie glücklich sie auf dieser
Campingreise gewesen waren, forderte ich sie auf, sich
wieder ins Gedächtnis zu rufen, was sie an einander ge­
liebt hatten. Bei der Erinnerung an diese Zeit der Liebe
wurden ihre Gesichter ganz weich. Dann berührten sie
einander und verankerten ihre Glücksgefühle. Jerry stell­
te fest, daß er mit dieser Technik Beth beruhigen und sie
mit sich in Übereinstimmung bringen konnte, was we­
nigstens ein erster Schritt zur Beendigung des Streits
war.
Nach einigen Sitzungen hatten Jerry und Beth eine
ganze Reihe von Alternativen, die sie einsetzen konnten,
wenn sich ein Streit ankündigte.
Nachdenken

Nachdenken ist eine besondere Art, das Verhalten Ihrer


Freundin verbal wiederzuspiegeln. Es ermöglicht ihr,
sich zu mäßigen und die Dinge von Ihrem Standpunkt
aus zu betrachten. Setzen Sie das Reflektieren ein, um
Einverständnis zwischen sich und Ihrer Freundin herzu­
stellen.
Sie beklagt sich zum Beispiel, daß Sie nicht genug mit
ihr ausgegangen sind oder nicht genug Zeit mit ihr ver­
bracht haben. Anstatt darüber zu streiten, wer recht und
wer unrecht hat, oder sich zu verteidigen, indem Sie Bei­
spiele für all die Zeit anführen, die Sie mit ihr verbracht
haben, versuchen Sie zunächst einmal zu überdenken,
was sie eigentlich sagt. Lassen Sie sie wissen, daß Sie es
verstehen.
Wenn sie ein visueller Typ ist, sagen Sie: »Es sieht so
aus, als fühltest du dich ungeliebt, weil ich dir in letzter
Zeit nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt habe.«
Wenn sie ein akustischer Typ ist, sagen Sie: »Es klingt,
als fühltest du dich ungeliebt, weil ich nicht genug Zeit
mit dir verbringe.« Wenn sie eine gefühlsorientierte Frau
ist, sagen Sie: »Ich spürte, daß du dich ungeliebt fühlst,
weil ich nicht genug Zeit mit dir verbracht habe.«
Sobald Sie sich auf ihre Gefühle eingestimmt haben
(was nicht unbedingt heißt, daß Sie meinen, ihre Wut sei
gerechtfertigt, oder sie habe recht, sondern nur, daß Sie
verstehen, warum sie aufgebracht ist), wird sie Ihnen
besser zuhören können. Sie werden übereinstimmen, an­
statt sich zu streiten.
Wenn Sie die Gefühle Ihrer Freundin überdenken,
auch mitten in einem Streit, kann es sie einander wieder
annähern. Plötzlich sind Sie, anstatt verschiedener Mei­
nung zu sein, auf derselben Seite. Da es wirklich schwer
ist, mit jemandem weiterzustreiten, der mit einem über­
einstimmt, kann der Kampf vorbei sein, sobald Sie es
wollen.
Luft schaffen
Wenn nicht alles so geht, wie es soll, wenn die gemeinsa­
men Atende mit Enttäuschungen enden, wenn Ihre
Freundin über unwichtige Dinge Streit anfängt, wenn Sie
spüren, daß ihr irgendwas zu schaffen macht und sie
nicht darüber redet, dann kann >Luft schaffen< Wunder
wirken.
>Luft schaffen< bedeutet, daß Sie ihre Beschwerden
nicht überdenken, sondern sie provozieren. Anstatt zu
sagen: »Ich verstehe, warum du wütend bist«, und es da­
mit gut sein zu lassen, fügen Sie hinzu: »Und was macht
dir sonst noch zu schaffen?« oder »Gibt es sonst noch
was, was dir an meinem Benehmen nicht gefällt?«
Viele Frauen fürchten sich davor, mit Männern Streit
anzufangen, also sagen sie nichts über das, was ihnen
mißfällt, außer im Fall von größter Empörung, wie zum
Beispiel: »Mit meiner besten Freundin hättest du ja nicht
unbedingt schlafen müssen, du Lump.« Meistens hat die
Frau das Gefühl, ihre belanglosen Beschwerden seien zu
unerheblich, nicht wichtig genug, um ihretwegen einen
Streit mit dem Partner zu riskieren. Das Schlimme ist,
daß sich die kleinen Probleme summieren und zu großen
Problemen werden. >Luft schaffen< bringt sie ans Licht.
Wenn sie nicht mehr geheim sind, verlieren sie ihre Be­
deutung.
Indern Sie es Ihrer Freundin ermöglichen, die lange
(oder auch nur kurze) Liste ihrer Klagen über Sie, die sie
mit sich herumträgt, loszuwerden, können Sie Ihre Be­
ziehung wieder dahin bringen, wo Sie sie haben wollen
— aber .zunächst müssen Sie zulassen, daß sie sich Luft
macht.
Der Trick dabei ist, ruhig zu bleiben und ihre Klagen
nicht persönlich zu nehmen. Dies ist der richtige Zeit­
punkt, um über jede einzelne Beschwerde zu diskutieren
oder darauf hinzuweisen, daß Ihre Freundin sich irrt.
Wenn Sie dies tun, unterbrechen Sie die Kommunika-
tion, und sie redet nicht mehr über das, was nicht in Ord­
nung ist, weil sie keinen Streit anfangen will.
Ihre Freundin beklagt sich zum Beispiel, daß Sie nicht
genug Zeit mit ihr verbringen. Sie sagt, sie stehe bei Ih­
nen nicht an erster Stelle. Sie wissen, daß es doch so ist,
aber anstatt sich mit ihr zu streiten, sagen Sie: »Vielleicht
habe ich nicht genug Zeit für dich gehabt. Überlegen wir
doch mal gemeinsam, wie wir mehr Zeit zusammen ver­
bringen können.« Dann fragen Sie: »Ist da noch was an­
deres, was dir zu schaffen macht? Ich spüre doch, daß du
noch was auf dem Herzen hast.«
Was ist, wenn sie sagt: »Du rufst mich zu selten an«?
Oder: »Du triffst Verabredungen nicht lange genug im
voraus«? Oder: »Du sagst nicht oft genug >Ich liebe
dich<«? Hier liegt der Trick darin, nichts zu leugnen, son­
dern ihr das Gefühl zu geben, daß Sie jede ihrer Be­
schwerden ernst nehmen und versuchen werden, die
Mißstände zu ändern.
Bei einem kurzen >Dampfablassen< können Sie genau
herausfinden, was ihr zu schaffen macht. Wenn sie erst
einmal angefangen hat, werden Sie erstaunt sein, wie
das Übrige herausgeschossen kommt. Der Vorteil für Sie
ist, daß Sie eine vollständige Aufzählung aller echten
oder eingebildeten Kümmernisse bekommen, die viel­
leicht schon wochen-, monate- oder sogar jahrelang Ihre
Beziehung beeinträchtigt haben.
Obwohl Sie sich vielleicht zu Unrecht beschuldigt
fühlen, hören Sie zu und überdenken Sie ihre Klagen. Sie
wird sich besser fühlen, einfach, weil sie einmal alles
ausgesprochen hat, was sie ärgert, und sie wird in viel
versöhnlicherer Stimmung sein. In dem Sie ihr zuhören
und sie wissen lassen, Sie könnten ihr zustimmen, wird
sie noch mehr davon überzeugt, daß Sie sich gut verste­
hen.
Wenn sie keine weiteren Klagen mehr vorbringen
kann, gehen Sie die Aufzählung noch einmal durch und
beschäftigen Sie sich mit jedem Problembereich. Stellen
Sie genau fest, wie problematisch jeder einzelne Bereich
für sie ist. Wenn sie erst einmal all diese aufgestaute Wut
herausgelassen hat, werden Sie überrascht sein, daß den
meisten ihrer Klagen der Wind aus den Segeln genom­
men ist. Wenn einige von ihnen potentiell ernsthafte Be­
ziehungsprobleme betreffen — sie will fünf Kinder, und
Sie können Kinder nicht ausstehen —, haben Sie sie we­
nigstens ans Licht gebracht.
Wenn Sie feststellen, daß es in Ihrer Beziehung ernst­
hafte Probleme zu bewältigen gibt, kann die eine oder
andere der folgenden Techniken Ihnen den Weg dazu eb­
nen.

Selbstoffenbarung
Selbstoffenbarung ist eine neue Methode, einander na­
hezukommen und Streitfragen zu klären. Selbstoffenba­
rung bedeutet, daß Sie etwas von sich offenbaren, das
dem, was sie eingestanden hat, ähnlich ist. Sie geben zu,
ähnlich zu empfinden, also vertraut sie Ihnen mehr.
Charles liebte eine Frau, die seinen Hund Blue nicht
leiden konnte. Blue war seit sieben Jahren sein Kamerad.
Charles hatte Blue als Welpen bekommen und selbst auf­
gezogen. Er hatte ihn in seinem Schlafzimmer schlafen
lassen. Alice, Charles' Verlobte, die auf einem Bauernhof
aufgewachsen war, sagte, Blue sei ein Hund; er gehöre
hinaus in den Hof und nicht ins Schlafzimmer. Und Blue
war nicht nur im Schlafzimmer; er war auf dem Sofa und
fraß von den Küchen-Arbeitsflächen, und immer, wenn
Alice über Nacht blieb, stahl Blue ihre Kleider und zer­
fetzte sie.
Charles schrie Blue an, aber er meinte es nicht wirklich
ernst. Er hatte immer die Vorstellung, wer ihn liebe,
müsse auch seinen Hund lieben. Ständig stritt er sich mit
Alice über den Hund, und bald weigerte sie sich, auch
nur in der Nähe des Hundes zu sein.
Schließlich begann Charles Alice zuzustimmen. Am
Ende gab er zu: »In Wirklichkeit ist mir seit langem klar,
daß Blue außer Rand und Band ist (eine Selbstoffenba­
rung, die Einvernehmen zwischen ihm und Alice her­
stellte). Ich habe schon Angst, was er wohl als nächstes
anstellt. Es wird allmählich teuer, wenn er die ganze Zeit
Sachen zerfetzt. Ich habe mir schon überlegt, ihn in eine
Hundeschule zu geben.« Das hatte Alice von Anfang an
gewollt. Als sie wußte, daß sie sich mit Charles einig war,
was Blue betraf, faßte sie sogar Zuneigung zu dem Hund.

Gewinnen mit Humor


Humor ist eine der besten Möglichkeiten, einen Streit zu
entschärfen. Ein Grund, warum wir so wütend aufeinan­
der werden, ist der, daß wir vergessen, es >leicht zu neh­
men^ Man kann oft dasselbe mit Humor beweisen und
ein besseres Ergebnis erreichen als mit Streiten.
David und Penny waren zwei Jahre befreundet, als sie
zu mir kamen. Er war Ingenieur und Manager eines gro­
ßen Betriebes, sie war Textilkünstlerin, die zu Hause ar­
beitete. David war sehr ordentlich und gepflegt. Bei Pen­
ny herrschte ein mehr als künstlerisches Chaos. Er wei­
gerte sich, ihre Wohnung jemals wieder zu betreten, aber
sogar das half nichts. »Bei ihr gibt es keinen Platz, wo
man sich hinsetzen könnte«, beklagte er sich, »und
wenn sie zu mir kommt, ist es in zwei Minuten ein
Durcheinander. Ich kann ihre Spur überall verfolgen.
Sie läßt ihre Kleider und Sachen in der ganzen Wohnung
einfach fallen.«
Penny fühlte sich allmählich von David tyrannisiert
und reagierte verärgert. »Ich will mich entspannen kön­
nen«, sagte sie, »und ich will mir nicht die ganze Zeit
Sorgen machen, was David wohl denken wird. Ich will
meine Arbeit offen liegenlassen, wenn ich etwas tue, das
sollte doch wohl möglich sein. Mir ist es gleich, wie er
mit seinen Sachen umgeht, und meine Sachen gehen ihn
nichts an.«
Zwar schienen sich David und Penny sehr zu lieben,
aber ihre Meinungsverschiedenheiten nahmen immer
mehr von ihrer gemeinsamen Zeit in Anspruch. Bald
zankten sie sich fast immerzu wegen Pennys Unord­
nung.
Erstaunlicherweise wurde Penny ordentlicher, sobald
David lernte, es nicht mehr so schwer zu nehmen und
über ihr Chaos Witze zu machen. Er lernte, Humor ein­
zusetzen, um ohne Streit das zu bekommen, was er woll­
te. Anstatt sie anzuklagen und zu sagen: »Hier ist ein
Saustall. Warum räumst du nie auf?«, lernte er, sich mit
Humor zu äußern. Er witzelte: »Es scheint, als hätte ich
dich schon wieder beim Frühjahrsputz erwischt.« Oder
er sagte: »Ich setz mich einfach mal auf diesen Papier­
haufen.«
Als David über Pennys Unordnung sprach, bekam sie
sofort Schuldgefühle und bereitete sich auf einen Kampf
vor. »Es tut mir leid. Ich hätte aufräumen sollen.«
Aber anstatt den üblichen Streit anzufangen, sagte Da­
vid leichthin: »Oh, kein Problem. Es ist wie eine neue Art
von Innenarchitektur. Mach dir keine Sorgen darum.«
Durch seine neue Gangart wurde sie völlig aus dem
Konzept gebracht. Da ihr Verhalten zum Teil nur eine
Möglichkeit war, David zu trotzen und ihm zu zeigen,
daß sie so unordentlich sein konnte, wie sie wollte,
machte ihr das Unordentlichsein keinen rechten Spaß
mehr. Sie begann aufzuräumen, nicht total, nicht für im­
mer, nicht perfekt, aber die Besserung war deutlich zu se­
hen.
David und Penny kamen sich näher und sprachen mit­
einander über viel intimere Themen als je zuvor. Als sie
ihre regelmäßige Streiterei über Pennys Unordnung aus
ihrer Beziehung eliminiert hatten, konnte jeder von ih­
nen die wirklich wichtigen Eigenschaften des anderen
erst richtig schätzen lernen.
Oft verschwindet eine Streitfrage einfach, wenn einer
der Partner sagt, sie sei nicht mehr wichtig.

Die Schallplatte mit dem Sprung


Obwohl Sie sich die größte Mühe geben, bricht ein Streit
aus. Sie können sich nicht beherrschen, Ihrer Freundin
können Sie auch nicht Einhalt gebieten. Was tun Sie?
Wenn Sie weiterstreiten, steigern Sie etwas, das wahr­
scheinlich klein angefangen hat, zu einer großen Sache
Die Technik der >Schallplatte mit dem Sprung< ist eine
der besten Methoden, zu streiten, ohne den Kampf zu
verschlimmern.
Bei dieser Technik erkennt man das Recht des anderen
an, eine Meinung zu haben, die von der eigenen ab­
weicht, und man bekräftigt auch sein Recht, die eigene
Meinung beizubehalten. Howard, ein Klient von mir,
stritt sich mit Carol, seiner Freundin, über ein Problem,
das er für wichtig hielt. Sein Hobby war das Fliegen, aber
nach einem besonders stürmischen Flug hatte Carol be­
schlossen, nie mehr in ein kleines Flugzeug zu steigen.
Howard liebte seine Fliegerei und hielt sich für einen
sehr sicheren Piloten. Jedesmal, wenn die beiden einen
Ausflug planten, gerieten sie in den Flugzeugstreit.
Carol sagte, sie wünsche sich, Howard würde nie wie­
der ein kleines Flugzeug steuern. Wenn er es doch tat,
fürchtete sie einen Absturz, bis sie wußte, daß er wieder
sicher gelandet war. Sie behauptete, er riskiere sein Le­
ben, und sie wolle das ihre nicht auch gefährden.
Er pflegte dann zu schreien: »Ich bin ein guter Pilot.
Ich habe sechshundert Flugstunden, und das Fliegen in
einem kleinen Flugzeug ist ungefährlicher als das Fahren
auf der Autobahn.«
Sie schrie zurück: »Das ist mir egal! Du wirst einfach
dabei umkommen. Ich fühle mich sehr viel sicherer,
wenn ich in einem Verkehrsflugzeug mit Toiletten und
Stewardessen und Klimaanlage fliege. Außerdem sind
kleine Flugzeuge zu teuer.«
Keiner von ihnen war bereit, in dieser Frage nachzuge­
ben. Es sah so aus, als würde ihr Zusammenleben zu ei­
ner einzigen Kette von Flugzeugstreitereien werden —
bis Howard lernte, die Technik der >Schallplatte mit dem
Sprung< anzuwenden, wenn Carol das Thema anschnitt.
»Ich hasse es!« pflegte sie zu schreien. »Es ist gefähr­
lich. Und wenn du mich wirklich liebtest, würdest du
nicht fliegen.«
»Ich verstehe deine Gefühle, aber das Fliegen ist mir
wichtig«, antwortete Howard gelassen, wodurch er sich
zunächst mit ihren Gefühlen in Übereinstimmung brach­
te, dann einfach seine Meinung noch einmal aussprach,
ohne wütend zu werden.
Als er ruhig seinen Standpunkt bekräftigte, wurde sie
zuerst noch wütender, aber dann ging ihr einfach der
Dampf aus. Gleichgültig, was sie sagte, Howard weigerte
sich zu streiten. Ohne die Stimme zu erheben oder sich
aufzuregen, stimmte er ihr einfach zu und brachte dann
seinen Standpunkt noch einmal zum Ausdruck.
Er hatte bald ein besseres Gefühl in seiner Beziehung,
weil er nicht mehr wütend und aufgebracht wurde. Carol
gab auf, weil ihr klar wurde, daß er nicht mehr mit ihr
streiten wollte, daß er aber auch seine Meinung nicht
ändern würde. Bald fing sie an, das Flugzeug zu akzep­
tieren, wenn sie auch eisern dabei blieb, es nicht zu mö­
gen. Wenn Erwachsene zusammenkommen, müssen sie
die Tatsache akzeptieren, daß sie nicht immer dasselbe
mögen werden, und es auch nicht müssen.

Der Kompromiß
Die meisten dieser Techniken zur Vermeidung vernich­
tender, zermürbender Streitereien sind keine hinterlistigen
Methoden, sich durchzusetzen, sondern vielmehr wirk-
same Arten, einen wechselseitig akzeptablen Kompro­
miß zu erreichen (oder eine respektvolle Vereinbarung,
nicht einer Meinung zu sein<). Zu jeder reifen Beziehung
gehören fortwährende Kompromisse.
Ihre eigene Kompromißbereitschaft ist ein Maßstab da­
für, wie wichtig Ihnen die Beziehung ist. Wenn Sie sich
fragen, ob Sie Ihre Partnerin lieben oder nicht, prüfen Sie
Ihre Kompromißbereitschaft. Je größer sie ist, desto grö­
ßer ist Ihre Liebe.
17___
Zaubern

»Meine Exfrau heiratet wieder.« Patrick, ein neunund­


dreißigjähriger Versicherungsfachmann, war sichtlich
aus dem Gleichgewicht, weil die Frau, mit der er vor vier
Jahren noch verheiratet gewesen war, eine neue Ehe ein­
gehen wollte. Er war gerade auf einer Weihnachtsfeier
gewesen, wo das glückliche Paar seine Verlobung be­
kanntgegeben hatte.
»Es war mir widerlich, mitanzusehen, wie sie den Bur­
schen angehimmelt hat. Bei mir hat sie sich nie so be­
nommen. Sie hing dauernd an ihm und lachte über jeden
dummen Witz, den er machte, und sie prahlte ständig,
wie toll er sei. Es war absolut ekelhaft.
Und dann tut er so, als sei sie wer weiß wie sexy.
Macht Bemerkungen, was für eine wilde Frau sie sei. So
sexy war sie nie, als wir zusammen waren. Ich habe ver­
sucht, freundlich zu sein, aber innerlich hat es an mir ge­
nagt. Vermutlich wollte ich nicht, daß sie ohne mich
glücklich ist.
Aber ihr waren meine Gefühle natürlich völlig gleich­
gültig. Sie bemerkte kaum, daß ich existierte, wirkte wie
unter Drogen oder betäubt oder so was. Dieser Kerl hatte
sie anscheinend so hypnotisiert, daß sie in einem ande­
ren Bewußtseinszustand war.
Als ich zu Hause war, verfolgte mich ihr Gesichtsaus­
druck. Mich hat sie nie so angesehen. Keine Frau hat
mich jemals so angeschaut.
Das verstehe ich nicht. Ich sehe doch gar nicht schlecht
aus, ich bin nett zu den Frauen, ich versuche, sensibel zu
sein, aber die Frauen verlieren mir gegenüber niemals
den Verstand, so wie meine Exfrau bei diesem Burschen.
Wie macht er das?«
Die Antwort ist leicht.

Der Zauber der Liebe


Wenn man verliebt ist, scheint man wie auf einer Wolke
durchs Leben zu schweben, und die ganze Welt ist wun­
derschön. Die Farben leuchten wie nie zuvor, die Musik
klingt schöner, und jedes Liebeslied wird anscheinend
für einen selbst gesungen. Man wird von seinen Gefüh­
len geblendet; man ist tatsächlich in einem veränderten
Bewußtseinszustand.
Was veranlaßt eine Frau, sich total, verrückt, unerträg­
lich in einen Mann zu verlieben, so daß sie meint, sie
müsse mit ihm die ganze Zeit zusammen sein? Vielleicht
sagt sie: »Er gibt mir das Gefühl, glücklich zu sein.«
Oder: »Bei ihm fühle ich mich vollkommen.« Oder: »Er
gibt mir das Gefühl, ich sei schön.«
Wenn sie bei dem Mann ist, den sie liebt, gehen die
Empfindungen über eine enge Kommunikation hinaus
und werden zu einem fast außer sinnlichen Erleben. Daß
sie nicht genau definieren kann, was er tut, um ihr ein so
wunderbares Gefühl zu verschaffen, wird oft als >Zauber
die Liebe< oder >Chemie der Liebe< bezeichnet.
Der Mann, den sie liebt, hat ihr ein geheimnisvolles
psychisches Netz übergeworfen, und sie kann nicht ent­
kommen. Sie ist seinem Zauber verfallen und seine Lie­
bessklavin — bereit, fast alles zu tun, um bei ihm zu sein
und ihn glücklich zu machen. Er ist ihr Märchenprinz, ihr
weißer Ritter, ihr Yuppie-Superman, intelligent, aber in­
tuitiv, kraftvoll, aber sensibel.
Wie behext ein Mann eine Frau dermaßen? Was ist das
Geheimnis? Das Geheimnis ist, daß manche Männer in­
tuitiv die Liebessprache einer Frau auf besondere Weise
sprechen können — indem sie Geschichten erzählen, die
verzaubern.
Sie können jetzt lernen, diesen wirkungsvollen Zauber
auszuüben. Lernen Sie, welche Geschichten Sie genau
wie erzählen müssen. Sie werden außerdem den Vorteil
haben, genau zu verstehen, warum die Geschichte bei
der Frau, die Sie lieben, Vertrauen und Entspannung,
Akzeptanz und Einverständnis herbeiführt.
Indem Sie einfach kleine Geschichten erzählen, indem
Sie gegenüber Ihrer Freundin Ihren Standpunkt mit be­
stimmten Worten in einer bestimmten Abfolge darlegen,
können Sie sie veranlassen, Ihnen zuzustimmen, sich
oder die Beziehung zu ändern und das gern zu tun. Sie
werden gleich lernen, wie Sie genau das von Ihrer Freun­
din bekommen können, was Sie wollen.

Wie Sie den Boden bereiten


Nehmen Sie sich vor, sie zum Essen auszuführen. Falls v
sie selber kochen, planen Sie ein besonderes Essen für
sie bei sich zu Hause. Wenn ein Mann für eine Frau ein
Essen zubereitet, ist es ein Symbol für seinen Wunsch
und seine Fähigkeit, sie zu versorgen. Eine Frau zu >füt­
tern< und eine Mahlzeit mit ihr zu teilen, hat auch einen
sinnlichen Unterton. Der Duft entstehender Köstlichkei­
ten und das Gefüttertwerden vermitteln allen Menschen
ein Gefühl von Liebe und Geborgenheit. Von Kindheit an
haben wir den Menschen geliebt, der uns gefüttert hat,
angefangen bei der Mutter. Nahrung zu geben, ist eine
der besten Möglichkeiten, eine warme und angenehme
Atmosphäre herzustellen.
Ziehen Sie sich bequem an. Wenn möglich, spiegeln
Sie wider, was sie tragen wird. Lassen Sie sie im voraus ­
wissen: »Wir wollen's uns bequem machen. Du könntest
im Jogginganzug kommen. Ich werde jedenfalls meinen |
anziehen.« Geben Sie ihr die Chance, sich auf Sie einzu-
stimmen. Menschen, die gleich gekleidet sind, fühlen
sich wohler miteinander. Benützen Sie ihr Lieblings-Ra­
sierwasser — mittlerweile kennen Sie es bestimmt! Wenn
nicht, kriegen Sie es heraus. Versprühen Sie ihren Lieb­
lingsduft oder zünden Sie ihre Lieblingsräucherstäbchen
an.
Wenn Sie einen Kamin haben, zünden Sie bei kühlem
Wetter ein Feuer an. Verbrennen sie wohlriechendes
Holz — auch das ist ein Ritual, das ein Urgefühl des Be­
hagens erzeugt und ihr Vertrauen zu Ihnen als Versorger
steigert. Sie wollen ja, daß sie sich so entspannt und auf­
nahmebereit fühlt wie möglich. Sorgen Sie also dafür,
daß Ihre Wohnung in ihrer Wärme, Behaglichkeit und Si­
cherheit fast wie ein Mutterleib wirkt. Sorgen Sie auch
im voraus dafür, daß der Fluß des Abends nicht unter­
brochen wird.

Die richtige Musik


Damit Ihre Freundin in aufnahmebereiteste Stimmung
kommt, wählen Sie ein Musikstück mit etwa sechzig
Taktteilen pro Minute — dieses Tempo wirkt am ent­
spannendsten, weil es dem menschlichen Herzschlag na­
hekommt; es erzeugt Vertrauen, Entspannung und Auf­
nahmebereitschaft.
Superlearning-Experten, die erforscht haben, wie man
diesen Zustand am besten erreicht, schlagen die langsa­
men Sätze der Barockkomponisten Bach, Händel, Vival­
di, Corelli, Telemann und Pachebel vor. Einfach zu be­
kommen sind die Vier Jahreszeiten von Vivaldi, die Was­
sermusik von Händel, die Concerti grossi Nr. 3, 5, 8 und 9
von Corelli und der Kanon in D von Pachebel. Moderne
Möglichkeiten sind New-Age-Stücke von SteVen Hal­
pern, Georgia Kelly, Paul Hörn oder George Winston.
Machen Sie sie nicht mißtrauisch durch zu viele unge­
wohnte romantische Gesten. Wenn Männer neue und
ungewöhnliche Dinge tun, beginnen sich Frauen zu fra­
gen, was da vor sich geht. Hoffentlich sind Sie vorher in
Ihrer Beziehung schon romantisch gewesen — mit Blu­
men, Mahlzeiten bei Kerzenlicht, Musik und erlesenem
Wein — so daß all diese empfohlenen hübschen Zutaten
Ihre Freundin nicht schockieren.
Heute abend, wenn Sie endlich soweit sind, Ihren Zau­
ber wirken zu lassen, kombinieren Sie einfach die ro­
mantischen Gesten, die Sie früher einzeln verwendet ha­
ben. Machen Sie den Abend zu einem verführerischen
Himmel, wo Ihre Freundin bereit ist, auf jeden Ihrer Vor­
schläge einzugehen.

Wie Sie sie dazu bewegen, ja zu sagen


Wenn Sie beim Essen mit Ihrer Freundin sprechen, seien
Sie aufmerksam — und achten Sie darauf, genug Auslö­
ser für Liebeserinnerungen und Verankerungen zu ver­
wenden, damit die romantische Stimmung erhalten
bleibt. Erinnern Sie sich an den großartigen gemeinsa­
men Urlaub oder an den schönen Silvesterabend.
Nach dem Essen entspannen Sie sich gemeinsam. Se­
hen Sie sich Fotos aus neuerer Zeit an, von einer gemein­
samen Feier oder ähnlichem, wo Sie sich beide >gut amü­
siert< haben. Setzen Sie sich nah zu ihr, so daß Sie sie be­
rühren und gleichzeitig beobachten können.
Bevor Sie Ihre Verzauberung beginnen, vergewissern
Sie sich, daß sie ganz entspannt ist. Sie können es daran
sehen, daß die Spannungsfalten nahe den Mund- oder
Augenwinkeln fast verschwinden. Achten Sie auf ihre
Atmung. Ist sie rhythmisch und gleichmäßig?
Wenn Sie sicher sind, daß sie ganz entspannt und auf­
nahmebereit ist, nehmen Sie eine Ihrer Verankerungen
für positive Gefühle zu Hilfe, während Sie sprechen.
Gleichzeitig nehmen Sie dieselbe Sitzhaltung ein wie sie,
atmen Sie wie sie. Richten Sie sich mit Ihrem Sprechen
nach ihrem Atemrhythmus; unterbrechen Sie den Fluß
Ihrer Rede, wenn sie einatmet, und holen Sie zugleich
Luft.

Die Zauberformel
Die Verzauberung findet mit Hilfe von vier einfachen
Aussagen statt. Die ersten drei sind offensichtlich wahr
— Aussagen, von denen Sie wissen, daß Ihre Freundin
mit Ihnen sofort und ohne Unbehagen einig ist. Die vier­
te Aussage muß nicht unbedingt wahr sein, aber Sie wol­
len, daß sie ihr trotzdem zustimmt — und sie wird zu­
stimmen.
Wechseln Sie die Tonart und sprechen Sie langsam.
Sehen Sie sich als einen modernen Hypnotiseur an, der
eine ahnungslose junge Frau verzaubert. Machen Sie Ih­
re Aussagen in leisem, besänftigendem Ton; legen Sie
nach jeder eine kurze Pause ein und geben Sie ihr Zeit,
den Wahrheitsgehalt Ihrer Worte zu prüfen und zu ak­
zeptieren, indem sie die Aussage mit ihrer eigenen Er­
fahrung vergleicht.
Die ersten beiden Aussagen formulieren Sie in ihrer
Liebessprache. Bei der dritten Aussage schalten Sie auf
eine andere Liebessprache um, und bei der vierten (nicht
unbedingt wahrheitsgemäßen) Aussage kehren Sie zur
Liebessprache Ihrer Freundin zurück.
Ein wichtiger Grund, warum sie die vierte (nicht unbe­
dingt wahre) Aussage glauben und akzeptieren wird,
liegt darin, daß ihr Unbewußtes sich danach sehnt, zu ih­
rer eigenen Liebessprache zurückzukehren. Indem Sie
bei der dritten Aussage auf eine fremde Liebessprache
umschalten, bereiten Sie Ihrer Freundin ein unterschwel­
liges Unbehagen, und sie sehnt sich, zu dem Gipfel des
Behagens zurückzukehren, den Sie so geschickt erzeugt
haben. Sie wird allem zustimmen, weil ihr der Zustand
des Wohlbehagens so sehr gefällt.
Hier ist ein Beispiel dafür, wie eine Verzauberung
wirkt. Nehmen wir an, Sie wollen, daß sie eine feste Ver­
pflichtung eingeht — sich zum Zusammenleben und zur
Festsetzung eines Hochzeitstermins bereit erklärt. Sie
haben genug vom Herumspielen und von den ewigen
Verabredungen. Bisher hat sie sich gesträubt, definitiven
Plänen für eine gemeinsame Zukunft zuzustimmen.
Sie berühren ihre Verankerung positiver Gefühle und
sagen: »Angesichts dessen, wie schön du heute abend
aussiehst (erste Aussage in ihrer visuellen Liebesspra­
che), beim Zusehen, wie dieser große Klotz im Kamin
verbrennt (zweite Aussage in ihrer visuellen Liebesspra­
che), beim Zuhören, wie das Feuer knistert (dritte Aussa­
ge, nicht in ihrer Liebessprache), kannst du dir bestimmt
ausmalen, wie wir beide miteinander alt werden« (vierte
Aussage, wieder in ihrer visuellen Liebessprache). Die
letze Aussage trifft nicht unbedingt zu, aber sie wird zu­
stimmen, weil die Verzauberung sie hypnotisiert hat.
Das Verzaubern ist täuschend einfach. Oberflächlich
betrachtet, machen Sie scheinbar einfache Aussagen über
Sie beide und Ihren gemeinsamen Abend. Auf einer tie­
feren Ebene haben Sie eine sehr sorgfältig angelegte Rei­
he von Aussagen gemacht, die in ihr das psychische Be­
dürfnis geweckt haben, Ihnen zuzustimmen.
Ihre ersten drei Bemerkungen sind so unbestreitbar
wahr — und meist angenehm —, daß sie verführt wird,
mit der letzten Bemerkung mitzugehen. Ihr Spiegelspiel
und Ihre Verankerungen früher am Abend haben sie in
die richtige Stimmung versetzt. Ihre beiden ersten Be­
merkungen in ihrer Liebessprache kristallisieren ihre
Stimmung nun zur bereitwilligen Zustimmung.
Ihre dritte Bemerkung ist auch wahr, aber in einer an­
deren Liebessprache. Unbewußt verliert sie vorüberge­
hend die Orientierung und wünscht sich sehnlich, daß
Sie zu der ihr angenehmeren Liebessprache zurückkeh­
ren. Wenn Sie es in Ihrer vierten Aussage tatsächlich tun,
macht sie sich automatisch zu eigen, was Sie sagen. Ob-
wohl sie die Verschiebung in der Sprache nicht bewußt
bemerkt, registriert ihr Unbewußtes sie und reagiert.
Das >Zaubern< verstößt nicht gegen die guten Sitten,
wenn Sie es nicht aus unmoralischen Gründen tun. Das
obige Beispiel ist gewiß nicht >unsittlich<, weil Sie die
Frau kennen und lieben und aufrichtig eine Dauerbezie­
hung wünschen. Außerdem versuchen Sie ja nicht, sie zu
etwas Ungesetzlichem oder zu etwas zu veranlassen, das
gegen ihre tiefsten moralischen Überzeugungen verstößt.
Indem Sie einen >Zauber< anwenden, können Sie von ihr
bekommen, was Sie wollen, zum Teil, weil Sie die psy­
chologischen Techniken kennen, und zum Teil, weil das,
was Sie wollen, wahrscheinlich dem sehr nahekommt,
was sie will — nur weiß sie es noch nicht.
Auf vielerlei Weise spiegeln Sie ihre unausgesproche­
nen, vielleicht noch uneingestandenen Gefühle wider.
Ein Teil von ihr will, was Sie wollen, und wenn Sie sie
>verzaubern<, bringen Sie diesen Teil ans Licht. Je gebor­
gener sich eine Frau bei Ihnen fühlt, desto sicherer ist Ih­
re Beziehung, und desto mehr wird sie sich von Ihnen
durch >Magie< leiten lassen.
Wenn Sie sich aufs >Zaubern< vorbereiten, denken Sie
sich genau aus, was Sie sagen wollen, und üben Sie vor­
her. Sie können alle Arten von >Magie< ausüben — Lie­
beszauber, Sexzauber, Zauber um sie >in Stimmung zu
bringen<.

Verführerische Geschichten
Verführerische Geschichten sind ein >Zauber<, der Ihre
Freundin motiviert, Ihnen nicht nur zuzustimmen, son­
dern auch zu handeln, etwas zu tun, das Sie sich wün­
schen. Nehmen wir an, Sie möchten, daß sie sexuell ag­
gressiver ist. Sie wollen, daß sie auf Sie zukommt, und so
viele Andeutungen Sie auch machen — sie scheint nicht
zu reagieren. Wenn Sie aber etwas über mehr Aggressivi-
tat zu ihr sagen, wehrt sie ab, wird wütend und zieht sich
zurück. Erzählen Sie ihr eine verführerische Geschichte
und überzeugen Sie sie ganz leicht. Beginnen Sie Ihre
verführerische Geschichte immer in ihrer Liebessprache.
Wenn sie ein visueller Typ ist, fangen sie visuell an. Sa­
gen Sie: »Ich kann mir uns beide allein auf einer schönen
tropischen Insel vorstellen. Wir beobachten träge die
Sonnenreflexe auf der unbewegten Lagune.« Dann schal­
ten Sie auf Empfindungen um. »Dann reibe ich dich ganz
und gar mit Sonnenöl ein, bis deine Brustwarzen und
deine Klitoris erigiert sind.« Schließlich kehren Sie zum
Visuellen zurück: »Wenn du meine Erektion siehst,
springst du auf mich und läßt mich in dich eindringen.«
Wenn sie zum akustischen Typ gehört, könnten Sie so
anfangen: »Letzte Nacht, als du schliefst, habe ich dem
Geräusch deines Atems zugehört, und ich konnte das
Rascheln des Lakens hören, als du dich umdrehtest. Ich
habe zu dir hinübergeschaut und an die wilden, aufre­
genden Laute gedacht, die du beim Orgasmus von dir
gibst.«
Wenn sie eine gefühlsbestimmte Frau ist, könnten Sie
so beginnen: »Selbst wenn du nicht hier bist, spüre ich
dich neben mir. Ich kann fühlen, wie dein Körper meinen
berührt. Ich höre deine Stimme, deinen Atem, und dann
spüre ich, wie du meinen Fimmel in den Mund nimmst.«
Oder Sie benützen irgendeine andere Sprache, bei der
Sie sich wohlfühlen.
Verführerische Geschichten können sie zum Handeln
veranlassen. Sie können das >Zaubern< auch einsetzen,
um Probleme in Ihrer Beziehung zu lösen.

Kleine >Zanbertricks<, um Probleme zu lösen


Wenn Sie zum Zweck der Problemlösung einen >Zauber<
anwenden, sprechen Sie einfach über das Problem und
benützen Sie dabei die >Zauber<-Techniken.
Sie möchten zum Beispiel so bald wie möglich eine
große Familie haben. Sie will ihre Berufslaufbahn fortset­
zen und das Kinderkriegen aufschieben. Sie fürchtet, von
der Karriereleiter abzustürzen und nicht wieder aufstei­
gen zu können. Anstatt mit ihr zu streiten und wegen
dieses wichtigen Problems einen Keil zwischen sie und
sich zu treiben, stimmen Sie ihren Einwänden zu.
Wenn sie ein visueller Typ ist, sagen Sie: »Ich sehe ein,
daß es deine Karriere unterbrechen würde, wenn wir
jetzt gleich Kinder hätten.« (Erste Zustimmung in ihrer
visuellen Liebessprache.) »Es sieht so aus, als seist du auf
der Überholspur, und ich kann mir vorstellen, wie du
ganz nach oben kommst.« (Zweite Zustimmung in ihrer
Liebessprache.) »Für mich klingt es so, als wolltest du
keine Kinder haben, bis du dich in deiner beruflichen
Stellung etwas sicherer fühlst.« (Dritte Zustimmung, aber
in der akustischen und der gefühlsorientierten Liebes­
sprache.) »Aber so, wie du heute abend aussiehst, könn­
te ich mir dich sehr gut mit einem Baby vorstellen, das
genauso aussieht wie du.« (Vierte Bemerkung — mit der
sie nicht unbedingt einverstanden ist, aber sie wird ge­
neigt sein, zuzustimmen, weil Sie einen >Zauber< ange­
wendet haben.)
Sie haben ihre Einwände mit zwei zustimmenden Be­
merkungen in ihrer visuellen Liebessprache widergespie­
gelt, dann haben Sie sie mit einer Zustimmung in akusti­
scher und gefühlsorientierter Ausdrucksweise aus dem
Gleichgewicht gebracht; mit einer Bemerkung in ihrer vi­
suellen Liebessprache haben Sie geendet. Sie wird auto­
matisch dazu neigen, der letzten Bemerkung zuzustim­
men, weil sie zu der Liebessprache ihres größten Wohl­
behagens zurückkehren möchte.
Wenn Ihre Partnerin akustisch orientiert ist, könnten
Sie sagen: »Ich habe gehört, was du darüber gesagt hast,
daß du vorerst keine Kinder bekommen willst. Für mich
klingt es so, als dächtest du, jetzt ein Kind zu bekommen,
wäre das Totenglöckchen für deine Karriere.« (Zwei Zu-
Stimmungen in ihrer Liebessprache.) »Ich verstehe, was
für Gefühle du bezüglich der Mutterschaft hast.« (Eine
dritte Zutimmung, aber in der gefühlsorientierten Lie­
bessprache.) »Aber ich sage dir, du würdest gleich mit
der Mutterschaft im Einklang sein. Ich höre dich schon
Schlafliedchen singen.« (Eine vierte Bemerkung, wieder
in ihrer Liebessprache, der sie gern zustimmen möchte.)
Bei einer gefühlsorientierten Frau könnten Sie sagen:
»Ich spüre, daß du das Gefühl hast, jetzt Kinder zu be­
kommen, würde deine Karrierepläne zu Fall bringen. Ich
verstehe, wie schwer es für dich wäre, dich zwischen dei­
ner Karriere und einem Kind hin- und hergerissen zu
fühlen.« (Zwei Zustimmungen in ihrer gefühlsorientier­
ten Liebessprache.) »Für mich hat es den Anschein, als
sähst du dich noch eine Weile nicht in der Lage, Kinder
zu bekommen.« (Wieder eine Zustimmung, aber in visu­
eller Liebessprache.) »Aber ich habe einfach das Gefühl,
du wärst eine liebevolle Mutter.« (Eine vierte Bemer­
kung, wieder in ihrer Liebessprache, der sie gern zustim­
men möchte.)
Mit wachsender Übung werden Ihnen drei zustim­
mende Bemerkungen einfallen, die Sie machen können,
bevor Sie auf das kommen, was Sie wollen. Am besten
planen Sie alles gründlich im voraus, denn jede neue Si­
tuation braucht ihr eigenes Drehbuch. Aber Sie brauchen
nur ein oder zwei Minuten, um sich auszudenken, was
Sie sagen wollen.
Versuchen Sie, sich spontan von einem Augenblick
zum anderen kleine >Zaubertricks< für verschiedene Ge­
legenheiten auszudenken. Sie sind zum Beispiel gerade
zu einem Klassentreffen eingeladen worden. Ihre aku­
stisch orientierte Partnerin hat das Gespräch mitange­
hört, und Sie hören schon an ihrer Stimme, wie wenig
begeistert sie ist. Sie will nicht mitkommen, aber Sie wol­
len sie dabeihaben.
Sie sagen: »Ich höre schon an deiner Stimme, daß du
befürchtest, mein Klassentreffen könnte furchtbar lang-
weilig werden. Du hast keine Lust, einem Haufen frem­
der Männer zuzuhören, die von der guten alten Zeit re­
den.« (Zwei Zustimmungen in akustischer Ausdrucks­
weise.) »Du hast Angst, du müßtest dir alte Fotoalben
anschauen.« (Dritte Zustimmung, aber in visueller Spra­
che.) »Aber da werden ein paar interessante Leute sein,
mit denen du dich sicher gern unterhalten wirst, und da­
nach könnten wir in ein besonderes Restaurant gehen, in
das ich schon immer mit dir gehen wollte — ein stilles
Landgasthaus an einem plätschernden Bach.« (Die vierte
Bemerkung in ihrer akustischen Liebessprache ist nicht
nur überzeugend; sie ist auch eine subtile Art von Ver­
handlung, in der sie auf die Vorteile Ihrer Pläne hinge­
wiesen wird.)
Wenn Sie ein Gespräch mit einer Zustimmung begin­
nen, wird Ihnen eine Frau immer zuhören. Wenn Sie mit
Widerspruch anfangen, wendet sich ein Teil von ihr ab
und geht in Abwehrstellung. Sie ist so damit beschäftigt,
darüber nachzudenken, wie sie sich verteidigen soll, daß
ein Teil von ihr Ihnen nicht mehr zuhört. Hört eine Frau,
daß ihr Standpunkt von Ihnen bekräftigt wird, schwin­
den ihre unbewußten Widerstände und werden durch
den Wunsch ersetzt, liebenswürdig zu sein und zuzu­
stimmen.

Geheime Botschaften
Geheime Botschaften (oder >verborgene Befehlen wie
manche sie nennen) — sind eine Möglichkeit, wie Sie Ih­
re Freundin dazu bewegen können, zu tun, was Sie wol­
len, ohne sie direkt zu bitten. Eine geheime Botschaft
kann durch Betonung oder Wechsel des Stimmklangs
ausgedrückt und in eine Aussage eingebaut werden, die
wie das Gegenteil dessen klingt, was Sie wollen.
Ein älterer, aber noch sexuell munterer Herr, den ich
kenne, hatte eine interessante Geheimbotschaft. Er nä-
herte sich jungen Mädchen und sagte: »Sie würden mit
einem alten Mann wie mir wohl nicht ausgehen wollen?«
Er wußte intuitiv, daß die Menschen eine negative Bot­
schaft oft nicht hören, oder, wenn sie sie hören, gewöhn­
lich ignorieren. Bei seinem speziellen Wechsel des Ton­
falls hörte das junge Mädchen die Geheimbotschaft: »Sie
wollen mit einem alten Mann wie mir ausgehen«, ob­
wohl er das gar nicht sagte.
Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, daß Ihre Freun­
din manchmal genau das vergißt, was sie, wie Sie ihr ge­
sagt haben, nicht vergessen sollte. Auf Ihrem Weg zum
Ausgang sagen Sie ihr: »Vergiß nicht, das Videoband zu­
rückzugeben.« Und natürlich vergißt sie es, weil ihre be­
wußte Wahrnehmung das >nicht< überhört hat, das in Ih­
rer Botschaft enthalten war. Was angekommen ist, war
lediglich: »Vergiß, das Videoband zurückzugeben.«
Das Prinzip ist dasselbe, als wenn jemand zu Ihnen sa­
gen würde: »Denk nicht an rosa Elefanten.« Ihr Bewußt­
sein hat es schwer, nicht an rosa Elefanten zu denken. In
der Kommunikation sind alle Formen unzuverlässig, die
zum >Nichttun< auffordern. Wenn ich zu Ihnen sagen
würde: »Denken Sie nicht an Flugzeuge«, würde Ihnen
wahrscheinlich als erstes irgendeine Art von Flugzeug
oder eine Erinnerung an eine Flugreise in den Sinn kom­
men.
Da die positive Botschaft siegt, machen Sie aus Ihren
negativen Botschaften positive. Anstatt zu sagen: »Ver­
giß nicht, das Band zurückzugeben«, sagen Sie: »Denk
daran, das Band zurückzugeben.« Anstatt zu sagen:
»Vergiß nicht, die Sachen aus der Reinigung abzuholen«,
sagen Sie: »Ich verlaß mich darauf, daß du die Sachen
aus der Reinigung abholst.« Wenn Sie sich angewöhnen,
immer Ihre Bitten in positiver statt in negativer Form zu
äußern, wird Ihre Botschaft effektiver sein. Sie werden
sich mit Ihrer Freundin besser verständigen können.
Werbefachleute kennen die entgegengesetzte Wirkung
des Gebrauchs negativer Botschaften. Wenn sie sagen:
»Kaufen Sie nicht zuerst bei uns«, wissen sie, daß es bei
Ihnen als: »Kaufen Sie zuerst bei uns« ankommt. Wenn
sie sagen: »Kaufen sie unsere Marke nicht, bevor Sie die
anderen probiert haben«, wissen sie, daß Sie hören wer­
den: »Kaufen Sie unsere Marke, bevor Sie die anderen
probiert haben.«
Geheime Botschaften sind in vielen Situationen nütz­
lich. Beispiel: Sie sind zu einer festen Bindung bereit,
und Ihre Freundin sagt, sie fühle sich ausschließlich an
Sie gebunden, aber sie kommt häufiger mit ihrem Ex­
mann zusammen, als Ihnen lieb ist. Sie wollen ihr nicht
sagen, daß sie sich gar nicht mehr mit ihm treffen soll,
aber Sie hätten es gern, wenn es seltener würde. Sie sa­
gen (zu Ihrer visuell orientierten Freundin): »Ich sehe ja,
warum du Jacks Freundschaft nicht verlieren willst. Ich
spüre, wie gern du ihn hast, und ich sehe, warum du
nicht aufhören willst, dich mit ihm zu treffen.«
Die Geheimbotschaft heißt: »Du willst aufhören, dich
mit ihm zu treffen.«

Verborgene Fragen
Eine andere Art der Geheimbotschaft ist die verborgene
Frage. Anstatt Ihre Freundin direkt etwas zu fragen, was
sie in Abwehrstellung bringen könnte, machen Sie eine
Aussage. Sie sind zum Beispiel neugierig in bezug auf ih­
ren Exmann. Anstatt zu fragen: »Wie ist eigentlich deine
vorige Ehe gescheitert?«, täten Sie besser daran, eine ge­
heime Frage zu benützen, die in einer Aussage versteckt
ist. »Ich kann mir gar nicht vorstellen, warum deine vorige
Ehe gescheitert ist«, bringt sie nicht in Abwehrstellung.
Oder Sie bleiben über Nacht in ihrer Wohnung und
wollen wissen, ob sie für's Frühstück etwas im Haus hat
(weil sie gewöhnlich nichts da hat). Da ihr leerer Kühl­
schrank ein wunder Punkt ist, über den es schon Streit
gegeben hat, ist dies ein guter Zeitpunkt für eine verbor-
gene Frage. Anstatt zu fragen: »Gibt's in diesem Haus et­
was zu essen, das noch nicht verdorben ist?« sagen Sie:
»Wir haben noch nicht besprochen, was wir morgen zum
Frühstück machen wollen.« Mit dieser Aussage geben Sie
ihr eine Chance, sich an der Entscheidung zu beteiligen,
anstatt sie in eine Abwehrhaltung zu bringen. Nicht nur
das, sondern Sie geben noch eine verborgene Botschaft:
»Wir machen Frühstück.«

Gleichnisse
Ein Gleichnis ist eine Geschichte, die Sie einer Frau er­
zählen, um sie zu veranlassen, ihre Meinung zu ändern,
ohne daß Sie Streit miteinander bekommen.
Ein Klient von mir hatte ernste Absichten bei einer
Frau, die für eine große Firma arbeitete. Diese schickte
seine Freundin immer mit männlichen Kollegen auf weite
Reisen in den Fernen Osten. Es machte ihm Sorgen, und
er war etwas nervös, weil sie immer so lange von ihm
fort war; er war aber gescheit genug, nicht zu verlangen,
sie solle ihre Arbeit oder auch nur einen Teil davon auf­
geben. Er fühlte sich wirklich zum Heiraten bereit. Sie
andererseits wollte sich nicht festlegen. Sie wandte ein,
er sei schon dreimal verheiratet gewesen; sie sei nicht be­
reit, Ehefrau Nummer vier zu werden.
Anstatt zu fordern, sie solle ihn sofort heiraten, be­
nützte er geschickt ein Gleichnis, um in ihr den Wunsch
zu wecken, trotz ihrer Bedenken mit ihm zu leben. Er
fragte sie: »Wenn du eine lange Flugreise unternehmen
wolltest, sagen wir, rund um die Welt, und du hättest die
Wahl, ein neues, blankes Flugzeug zu nehmen, das
schön aussieht, das aber noch niemand ausprobiert oder
geflogen hat, oder eine zuverlässige Maschine wie eine
747, die schon einige Flüge hinter sich hat — in welchem
Flugzeug würdest du dich sicherer fühlen?« Sie begriff
die Botschaft bald, ohne daß es zum Streit kam. Er hatte
laut und deutlich seinen Standpunkt vertreten, und sie
konnte nicht umhin, beeindruckt zu sein.
Wenn Sie mit Ihrer Partnerin über etwas reden müs­
sen, denken Sie an das Ergebnis, bevor Sie einfach mit
dem herausplatzen, was Sie wollen. Streiten Sie nicht,
fordern Sie nicht, jammern Sie nicht. Erzählen Sie ihr
statt dessen eine kleine Geschichte voller geheimer Bot­
schaften. Sie werden bekommen, was Sie wollen, und
der häusliche Friede bleibt gewahrt.

Alles miteinander verflechten


Wenn Sie die Technik üben, verführerische Geschichten
und Gleichnisse mit verborgenen Botschaften zu erzäh­
len, wird es Ihnen bald leicht fallen. Nach einiger Zeit
kommt es Ihnen ganz natürlich vor, Ihre Freundin ein
wenig zu verzaubern. Es wird Ihnen Spaß machen, und
sie wird es bezaubernd finden.
Ihre kleinen Zaubertricks werden zu einem ständig
wachsenden romantischen Gewebe, in das sie bereitwil­
lig eintritt, wenn sie mit Ihnen zusammen ist. Wenn sie
von Ihnen getrennt ist, wird sie sich danach sehnen, wie­
der bei Ihnen zu sein, weil Sie ihre Sprache sprechen. Sie
will alles tun, was Sie glücklich macht, weil Sie es auf so
subtile Weise erbeten haben.
Am Anfang fürchten sie vielleicht, sie könnte es Ihnen
übelnehmen, daß Sie ihre Gedanken lesen, ihre innersten
Empfindungen kennen und sie verführerisch dazu brin­
gen, Dinge zu tun, die sie vielleicht noch nie getan hat.
Machen Sie sich aber keine Sorgen. Ist Ihnen je eine ver­
liebte Frau begegnet, die nicht wahnsinnig glücklich aus­
gesehen hätte?
Sie sind ihr Märchenprinz, der den Zauber der Liebe
ausübt und Sie können sie dazu bringen, daß sie auf im­
mer mit Ihnen Zusammensein will.
18________
Wenn die Liebe da ist

Endlich lieben Sie, und Ihre Freundin liebt Sie auch. Sie
wissen, daß Sie sie lieben, weil Sie zwanghaft die ganze
Zeit an sie denken müssen. Sie können es gar nicht er­
warten, sie wiederzusehen, zu hören oder anzufassen.
Auf nirhts können Sie sich konzentrieren, und es ist Ih­
nen egal. Sie ist wichtiger als Ihre Arbeit, Ihre Freunde
oder Ihre Angehörigen. Wenn sie niedergeschlagen oder
abweisend ist, machen Sie sich Sorgen und fürchten, sie
liebe Sie nicht mehr. Wenn es ihr gutgeht, geht es Ihnen
auch gut. Ihnen wird klar, daß Sie sie heiraten müssen,
einfach, um Ihr Leben wieder in normale Bahnen zu len­
ken.
Sie stellen sich vor, immer mit ihr zusammenzusein,
denken daran, Kinder mit ihr zu haben, und machen sich
Gedanken um die Zukunft wie noch nie. Sie sind besorgt
um Ihr Vorwärtskommen, Sie möchten mehr Geld ver­
dienen und ein Haus kaufen. Und Sie malen sich aus,
wie Sie sie fragen wollen, ob sie Ihre Frau werden will.
Sie stellen sich Ihre Hochzeit vor und machen sich Sor­
gen, ob Sie sich einen genügend großen Ring leisten
können.
Wenn Sie nicht bei ihr sind, bringen Sie den größten
Teil Ihrer Zeit damit zu, jedem der es hören will, zu er­
zählen, wie großartig sie ist. Sie wissen, daß sie die
schönste, intelligenteste, sexuell attraktivste, freundlich­
ste, einfach die tollste Frau ist, die es je gegeben hat.
Wenn sie eine Eigenschaft hat, die jemand anders als
negativ ansehen könnte, ist sie für Sie drollig und be-
wundernswert. Wenn sie stur ist, sehen Sie es als >Bei­
der-Sache-Bleiben<. Wenn sie unordentlich ist, schreiben
Sie es ihrer künstlerischen Ader zu. Wenn sie leicht
weint, sehen Sie Sensibilität darin.
Sie wissen, daß Sie verliebt sind, denn Ihre Freunde
setzen eine gelangweilte Miene auf, wenn Sie wieder
einmal Ihre Erzählungen mit lauter drolligen und klugen
Dingen ausschmücken, die sie getan und gesagt hat. Ihre
Freunde machen aber auch Bemerkungen darüber, wie­
viel glücklicher Sie wirken und wie gut Sie aussehen.
Natürlich achten Sie auf Ihr Gewicht, gehen ins Fitneß-
Studio, joggen mit endloser Energie, aber sie bringen
nicht viel zustande, außer verliebt zu sein.
Sie wissen, daß Sie lieben, weil andere Frauen, sogar
die sympatischeh neuen, die Sie kennenlernen, neben Ih­
rer Freundin verblassen. Nur sie hat die zauberhafte
Ausstrahlung, die Ihre Liebe ihr verleiht. Endlich sehen
Sie, warum all die anderen Frauen, die Sie gekannt ha­
ben, nicht die Richtigen für Sie waren. Sie haben Ihre
einzig wahre Liebe gefunden, die Frau, die Ihnen schon
immer bestimmt war.
Sie wissen, daß Sie lieben, weil Sie fest entschlossen
sind, die Probleme zu lösen, die von Zeit zu Zeit auftre­
ten. Sie sind bereit, die Prüfungszeit durchzustehen, die
Paare normalerweise erleben, bevor sie lernen, einander
ganz zu vertrauen.

Der entscheidende Schritt


Wenn Sie die >Manpower-Methode< genau befolgt und
Fehler vermieden haben, wie zu früh zuviel zu geben,
wenn Sie ihr nicht beigebracht haben, Sie schlecht zu be­
handeln, wenn Sie nicht zu früh zu romantisch waren,
werden Sie keine Enttäuschung erleben, wenn der Zeit­
punkt gekommen ist, wo sie auf immer Ihnen angehören
soll. Sie wird es wollen.
Sie sollten natürlich schon seit einer Weile zunehmen­
de Anzeichen der wachsenden Bindung bei ihr bemerkt
haben. Wenn zu wenige vorhanden waren, stürzen Sie
sich vielleicht zu früh in eine verpflichtende Beziehung.

Die Schritte zur festen Bindung


• Sie verabreden sich jedes Wochenende.
• Sie nehmen an, daß Sie zusammen Urlaub machen.
• Sie sind während des ganzen Wochenendes zusam­
men und sehen sich auch während der Woche.
• Sie haben einen regelmäßigen Plan für Ihr Zusam­
mensein.
• Sie sind zu neunzig Prozent mit Ihrer Beziehung zu­
frieden.
• Immer, wenn Sie getrennt sind, vermissen Sie einan­
der.
• Sie beschenken sich gegenseitig.
• Sie machen zusammen Ferien.
• Sie schlafen fast jede Nacht miteinander.
• Sie lernen ihre Angehörigen kennen und umgekehrt.
• Sie machen ihr einen Heiratsantrag, oder sie macht Ih­
nen einen — oder Sie ziehen zusammen.
• Sie sprechen darüber, ob Sie Kinder haben wollen.
• Sie erwerben zusammen Dinge (Haus, Auto, Fernse­
her), die als gemeinsamer Besitz angesehen werden.
• Ihre Finanzen vermischen sich.
• Sie beschließen zu heiraten und sich lebenslang anein­
ander zu binden.

Die große Frage


Sie und Ihre Freundin sind ein >festes Paar< geworden;
Sie gehen überall zusammen hin, und Sie haben das Ge­
fühl, es sei an der Zeit, zusammenzuleben. Sie wissen,
daß Ihre Freundin Sie liebt, aber Sie wollen sich schließ­
lich vergewissern, ob sie auch bereit ist, bevor Sie sie fra­
gen.
Was tun Sie?
Treffen Sie Ihre Vorbereitungen wie für einen >Zauber<.
Benützen Sie Liebesauslöser und Erinnerungsveranke­
rungen, um Ihre Freundin in Aufnahmebereitschaft zu
versetzen. Stimmen Sie sich auf- sie ein. Spielen Sie das
Spiegelspiel. Sprechen Sie in ihrer Liebessprache mit ihr.
Übernehmen Sie ihren Atemrhythmus.
Dann, wenn Sie ihr ein paar Minuten gefolgt sind,
nehmen Sie eine neue Haltung ein. Sie können sich im
Sitzen gerader aufrichten, sich nach vorn beugen, die
Beine übereinanderschlagen oder nebeneinanderstellen.
Sehen Sie zu, ob sie Ihrem Vorbild folgt. Wenn ja, dann
wissen Sie, daß der richtige Zeitpunkt für Ihre Frage ge­
kommen ist. Wenn nicht, fangen Sie wieder von vorn an,
bis sie Ihrem körperlichen Vorbild folgt.
Als nächstes beginnen Sie, sie auf die Entscheidung
zuzuführen, die Sie wollen. Bewegen Sie sie dazu, verbal
und physisch mit Ihnen übereinzustimmen. Zum Bei­
spiel: Sie haben sie gespiegelt, jetzt spiegelt sie Sie wi­
der. Da Sie beide angelehnt gesessen haben, beugen Sie
sich nun vor und sagen: »Wenn wir näher beieinander
wohnen würden, wäre es bestimmt einfacher. Wir müß­
ten unsere Sachen nicht die ganze Zeit durch die Stadt
schleppen.«
Sie beugt sich vor und sagt: »Dieses ständige Pendeln
hängt mir auch zum Hals heraus. Was ich brauche, ist
immer woanders.« Sie stimmt nicht nur zu, sie folgt Ih­
rem Beispiel auch körperlich. Sie wissen also, daß sie sich
nicht unter Druck fühlt und daß ihr die Richtung, die das
Gespräch nimmt, durchaus paßt.
Sie lehnen sich zurück und sagen: »Wir sollten versu­
chen, eine Möglichkeit zu finden, mehr zusammenzusein
und weniger hin und her zu fahren.«
Sie lehnt sich zurück und sagt: »Das finde ich auch.
Auf diese Weise hätten wir mehr Zeit, wirklich zusam­
menzusein.«
Sie folgt Ihnen noch, also wissen Sie, daß Sie nun oh­
ne Risiko mit der Frage herausrücken können. »Okay,
warum suchen wir uns dann nicht eine gemeinsame
Wohnung, die gleich weit von deiner und meiner Ar­
beitsstelle entfernt ist? Wir würden eine Menge Zeit spa­
ren, und wahrscheinlich war's auch billiger.«
Sie findet auch, daß Sie beide anfangen sollten zu su­
chen, und Sie wissen, daß es keine halbherzige Zustim­
mung ist oder eine, an der sie noch zweifelt. Sie haben
sie Schritt für Schritt dazu gebracht, sich festzulegen.
Wenn sie irgendwann aufgehört hätte, Ihnen zu fol­
gen, oder wenn sie eine andere Ansicht geäußert hätte,
wie zum Beispiel: »Vielleicht könnte ich ein paar Sachen
im Büro lassen«, hätten Sie sofort den Rückzug antreten
müssen. So etwas bedeutet, daß sie noch nicht bereit ist.
Drängen Sie nie eine Frau zu einer Festlegung, bevor sie
dazu bereit ist. Vergewissern Sie sich immer, bevor Sie
fragen. Es ist unentschuldbar, wenn Sie einen Moment
tödlicher Verlegenheit herbeiführen oder sich abweisen
lassen. Sie müssen immer im voraus wissen, wann eine
Frau bereit ist, ja zu sagen.

Die Überwindung von Widerstand


Sie hat Sie die ganze Zeit ermutigt, und jetzt, wo Sie zu
einer festeren Bindung bereit sind, scheint sie zurückzu­
scheuen. Sie wissen, daß sie Sie liebt, und doch bremst
sie. Potentiell ist sie in der Lage, sich auf eine engere Bin­
dung einzulassen — wie sollen Sie also herausfinden,
was nicht in Ordnung ist, und wie können Sie ihren Wi­
derstand besiegen?
Was nicht in Ordnung ist, können Sie herausbekom­
men, indem Sie sich hilfsbereit und ruhig verhalten.
Streiten Sie nicht und fordern Sie nicht; regen Sie sich
nicht auf. Wenn sie spürt, daß Sie aufgebracht sind, zieht
sie sich möglicherweise noch weiter zurück, anstatt sich
Ihnen anzuvertrauen.
Zu der visuellen Frau sagen Sie: »Es sieht so aus, als
hättest du Bedenken, und ich möchte mir die Probleme
mit dir zusammen anschauen. Was siehst du in der Zu­
kunft, das sie so umwölkt erscheinen läßt?«
Wenn sie zum akustischen Typ gehört, sagen Sie: »Es
klingt, als sei zwischen uns nicht alles so harmonisch,
wie ich dachte, und ich möchte mit dir völlig im Einklang
sein. Sag mir, was du denkst.«
Wenn sie gefühlsorientiert ist, sagen Sie: »Ich spüre,
daß dich etwas bedrückt, wenn du an uns beide denkst.
Du weißt, deine Gefühle sind bei mir gut aufgehoben, al­
so entspanne dich und sag mir, was los ist.«
Gleichgültig, was das Problem ist, Sie müssen es her­
ausfinden, um erfolgreich damit fertig zu werden. Solan­
ge sie es Ihnen nicht sagt, wird das was ihr zu schaffen
macht, immer wichtiger.
Wenn Sie ihre Einwände kennen, können Sie sie zum
Guten wenden. Sie sagt zum Beispiel, sie könne Sie jetzt
nicht heiraten, weil ihre Karriere sich gerade so gut ent­
wickle und weil sie sich fürs Heiraten keine Zeit nehmen
könne. Sie sagen, das sei gut, denn dann könnten sie ja
durchbrennen.
Sie sagt, sie könne Sie jetzt nicht heiraten, weil Sie bei­
de kein Geld hätten. Sie sagen, wenn sie Sie heirate,
würden Sie angespornt, mehr Geld zu verdienen.
Sie sagt, sie sei jetzt noch nicht bereit, sich häuslich
einzurichten und Kinder in die Welt zu setzen. Sie sagen,
sie könne ja jetzt heiraten und später Kinder bekommen.
Wenn Sie ein Problem ans Licht bringen, bekommen
Sie die Chance, Ihre Meinung dazu zu sagen. Sie stellen
vielleicht fest, daß es leicht zu lösen oder daß es über­
haupt kein echtes Problem ist. Oder vielleicht ändert sie
ihre Meinung und heiratet Sie trotz des Problems. Zu­
mindest verliert das Problem, sobald es offenbar ist, die
Macht eines geheimnisvollen, unbekannten Hindernis­
ses.

Rat von Freunden


Ratschläge von Freunden sind fast unmöglich zu vermei­
den. Sie halten sich alle für Experten in Liebesdingen
und glauben zu wissen, was für Sie am besten ist. Bedau­
erlich ist nur, daß ihre Ratschläge von ihren eigenen Er­
fahrungen geprägt sind, nicht von Ihren.
Selbst wenn Ihre Freunde so klug sind, von sich aus
keinen Rat zu erteilen, können Sie versucht sein, sie um
Rat zu bitten. Auch wenn Sie nicht direkt um Rat fragen,
erzählen Sie den Freunden doch alles über Ihre Freundin.
Leider entspricht nicht jede drollige Eigenheit, die Ihnen
Spaß macht, unbedingt der Vorstellung Ihres Kumpels
von einer liebenden Frau. Er sagt also: »He, Mann, das
würde ich mir nicht gefallen lassen. Die tickt ja nicht
richtig. Du meinst es doch nicht etwa ernst mit diesem
Mädchen?«
Oder Sie vertrauen Ihrem Kumpel an: »So habe ich
mich im Leben noch nicht gefühlt. Sie ist so unglaublich
schön, und sie ist so leidenschaftlichlich, daß ich mein
Glück gar nicht glauben kann. Sie kriegt nie genug von
mir.«
»Diese Art Frau macht mir Sorgen«, erwidert er. »Sie
ist zuviel herumgekommen. Außerdem gefällt es mir
nicht, wenn eine Frau zuviel will. Erst will sie Sex, Sex,
Sex, und dann will sie Geld, Geld und noch mal Geld.
Diese Weiber wollen immer noch mehr. Außerdem —
wenn sie auf dich so heiß ist, war sie's bei anderen auch
schon. Macht dir das nichts aus?«
Plötzlich sind Sie gar nicht mehr so glücklich. Die Rose
hat ihren Duft verloren, und Sie fangen an zu zweifeln,
ob Sie sie wirklich lieben und wiedergeliebt werden.
Hören Sie nie auf Ihren Kumpel, wenn er Ihnen er-
zählt, was er sich gefallen lassen würde und was nicht.
Sie wissen nicht, auf was er sich wirklich einlassen wür­
de, wenn er die Möglichkeit dazu hätte. Wahrscheinlich
auf Dinge, die Sie sich gar nicht vorstellen können.

Verderben Sie's nicht


Natürlich kommen Ihnen manchmal Zweifel, und Sie
werden unsicher in bezug auf Ihre gemeinsame Zukunft.
In solchen Augenblicken, wenn Ihnen der Gedanke
kommt, ob Sie wirklich das richtige tun, stellen Sie ihn
einfach ab. Wichtig ist vor allem: Behalten Sie Ihre Be­
fürchtungen und Zweifel für sich. Sie hat wahrscheinlich
auch welche, und wenn sie von Ihren hört, wird sie sich
nicht wohler fühlen.
Was die Liebe angeht — halten Sie sich an die Lebens­
freude. Sie wissen, was eine Frau abschreckt: Kritik und
Kälte. Sie wissen, was eine Frau veranlaßt, immer wie­
derzukommen: Liebe, Zärtlichkeit und emotionale Ge­
borgenheit. Sie haben die Wahl. Überschütten Sie eine
Frau mit echtem Verständnis, mit Einfühlsamkeit und
Hochschätzung, und sie wird Sie nie verlassen.

Wie man die Liebe lebendig erhält


Wenn Sie die Liebe gefunden haben, die Sie sich wün­
schen, wenden Sie die >Manpower-Methode< ständig an.
Wenn Sie die Signale beachten, die Ihnen Ihre Partnerin
gibt, können Sie immer ihre Gedanken lesen. Sie können
sie immer glücklich machen, weil Sie mit ihrem inneren
Selbst im Einklang bleiben.
Beginnen Sie Diskussionen immer mit Zustimmung.
Sprechen Sie in ihrer Liebessprache mit ihr. Verankern
Sie ihre Liebe zu Ihnen. Benützen Sie die >Manpower-
Techniken<, um Probleme zu lösen und Streit zu vermei-
den. Schenken Sie ihr Beachtung. Spielen Sie das Spie­
gelspiel, um bewußt Harmonie herzustellen, und üben
Sie immer wieder Ihren >Liebeszauber<.
Wenn Sie die >Manpower-Methode< fortwährend ein­
setzen, wird Ihre Partnerin immer nur bei Ihnen bleiben
wollen. Es gibt keine Frau auf der Welt, die einem Mann
mit Ihren Kenntnissen und Fertigkeiten widerstehen
kann. Sie kennen den Zauber. Sie können die Chemie
der Liebe in Gang setzen. Nur bei Ihnen findet sie Liebe
und Geborgenheit. Sie wird Ihnen auf immer angehören.
Danksagung

Ich danke Marshall, meinem Mann, für seine liebevolle


Unterstützung und seinen unbeirrbaren >männlichen
Standpunkte
Meinem Verleger Toni Lopopolo danke ich dafür, daß er
als erster erkannt hat: Man prügelt nicht mehr auf die
Männer ein — man liebt sie.
Meinem Agenten Robert Gottlieb danke ich für seine
beständige Ermutigung und seine scharfsinnigen An­
merkungen und Orientierungshilfen.