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E Glossar

Das mit Stäben und Kugeln aufgebaute Rechenbrett ist die älteste be- Abakus
kannte mechanische Rechenhilfe der Menschheitsgeschichte. Aus dem ! Seite 13
chinesischen Ur-Abakus, dem Suan pan, gingen der russische Stschoty
sowie der japanische Soroban hervor. In einigen asiatischen Ländern
ist der Abakus noch heute im praktischen Gebrauch.

Spezielles !Schaltwerk zur Durchführung der binären Addition und Addierer


eine Grundkomponente des !Rechenwerks eines jeden !Mikroprozes- ! Abschnitt 6.5
sors. !Halb- und !Volladdierer dienen der Addition zweier Binärzif-
fern und lassen sich auf unterschiedliche Weise zu einem vollständigen
Addierwerk für mehrziffrige Binärzahlen zusammenschalten. Wich-
tige Implementierungsvarianten sind der !Carry-ripple-Addierer,
der !Carry-look-ahead-Addierer, der !Präfix-Addierer und der
!Carry-save-Addierer.

Spezielles !Zahlensystem, in dem sich der Wert einer Zahl ausschließ- Additionssystem
lich aus der Summe der jeweiligen Ziffernwerte berechnet. Anders als ! Abschnitt 2.1
in !Stellenwertsystemen hängt der Wert einer Ziffer nicht von deren
Position innerhalb der Ziffernfolge ab. Additionssystemen sind z.B.
das !Kerbensystem sowie die !römischen Zahlen.

Spezieller !Bus, der in einem !Von-Neumann-Rechner den !Mi- Adressbus


kroprozessor mit dem Hauptspeicher (!Speicher) verbindet. Während ! Abschnitt 10.1.1
eines Speicherzugriffs wird die Adresse der zu lesenden oder zu
schreibenden Speicherzelle auf diesem Bus übertragen.

Regel zur Berechnung des Speicherbereichs oder des Datenwerts, auf Adressierungsart
den ein Maschinenbefehl zugreift. Zu den elementaren Adressierungs- ! Abschnitt 11.2.1
arten gehören

" die unmittelbare Adressierung,


" die absolute Adressierung,
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" die relative Adressierung und

" die indirekte Adressierung.

Darüber hinaus unterstützen moderne !CISC-Architekturen weite-


re Adressierungsarten, die ein oder mehrere !Displacements in die
Adressberechnung mit einbeziehen und den Speicherzugriff mit dem
impliziten Inkrementieren oder Dekrementieren der Registerinhalte
kombinieren.

Akkumulator Register des !Rechenwerks eines !Mikroprozessors zur Durchfüh-


! Abschnitt 8.1.4 rung arithmetischer Operationen.

Akzeptor Spezieller !endlicher Automat, der in der theoretischen Informatik im


! Abschnitt 7.2.1 Bereich der formalen Sprachen eine große Rolle spielt. Akzeptoren be-
stehen aus einer Menge von Zuständen, einem Eingabealphabet sowie
einer Reihe von Akzeptanzzuständen. In jedem Verarbeitungsschritt
nimmt der Automat ein einzelnes Eingabezeichen entgegen und geht
in einen neuen Zustand über. Die Eingabesequenz wird genau dann
akzeptiert, wenn die Verarbeitung in einem der Akzeptanzzustände
endet.

Allzweckregister Bezeichnung für ein !Register eines !Mikroprozessors, das zur Zwi-
! Abschnitt 10.1.2 schenspeicherung beliebiger Werte eingesetzt werden kann. Obwohl
jedes Programm mit Hilfe eines einzigen Allzweckregisters formuliert
werden kann, halten moderne Prozessoren zur Steigerung der Effizienz
eine Vielzahl solcher Register vor.

Arithmetisch-logische Einheit Spezielles !Schaltnetz oder !Schaltwerk, das mehrere arithmetische


! Abschnitt 6.10 (!Addierer, !Multiplizierer etc.) und logische Verarbeitungseinheiten
(UND- bzw. ODER-Maskierung, !Schieberegister etc.) in einer
einzigen Hardware-Komponente integriert. Die von der arithmetisch-
logischen Einheit – kurz ALU – tatsächlich ausgeführte Operation
wird über die Werte der Steuerleitungen bestimmt, die neben den
Datensignalen als zusätzliche Eingänge zur Verfügung stehen.

ASCII-Code Im Jahre 1963 eingeführter 7-Bit-Code zur Darstellung von Zeichen


! Abschnitt 2.4.1 und Texten. Der ASCII-Code ist auch heute noch von großer
Bedeutung, da nahezu alle modernen Zeichencodierungen rück-
wärtskompatibel ausgelegt sind. So sind die ersten 128 Zeichen des
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!Unicodes und der !ISO-8859-Zeichensätze mit dem ASCII-Code


identisch.

Bezeichnung für eine Software-Applikation, die ein in !Assembler- Assembler


Sprache verfasstes Programm in die für den Mikroprozessor verständli- ! Abschnitt 10.1.1
che Binärform übersetzt. Im gängigen Sprachgebrauch wird der Begriff
auch synonym für die Assembler-Sprache verwendet.

Bezeichnung für eine symbolische Programmiersprache, deren Instruk- Assembler-Sprache


tionswörter eins zu eins auf die !Maschinenbefehle des zu Grunde ! Abschnitt 10.1.1
liegenden !Mikroprozessors abgebildet werden können.

Spezielles !Register, das parallel beschrieben und ausgelesen werden Auffangregister


kann. Auffangregister dienen damit ausschließlich der Zwischenspei- ! Abschnitt 8.1.1
cherung von Datenwörtern und besitzen im Gegensatz zu !Schiebere-
gistern oder !Zählern keinerlei arithmetischen Eigenschaften.

!Schaltnetz zum schnellen Verschieben der Bits innerhalb eines Da- Barrel-Shifter
tenworts und typischer Bestandteil einer !arithmetisch-logischen ! Abschnitt 6.9
Einheit. Im Gegensatz zu dem klassischen !Schieberegister, das ein
Datenwort in einem Schritt jeweils nur um ein Bit nach links oder rechts
verschiebt, erlaubt der Barrel-Shifter die gleichzeitige Verschiebung
um eine beliebige Anzahl in konstanter Zeit.

In einem !Stellenwertsystem zur Basis b geht die Ziffer an der i-ten Basis
Position mit der Wertigkeit bi in den dargestellten Zahlenwert ein. Dar- ! Abschnitt 2.1
über hinaus legt die Basis die Größe des Ziffernvorrats fest. So ist das
!Binärsystem ein !Zahlensystem zur Basis 2 mit dem Ziffernvorrat
0 und 1 und das uns vertraute !Dezimalsystem ein Zahlensystem zur
Basis 10 mit dem Ziffernvorrat 0, . . . , 9.

Bezeichnung für die Gesamtheit aller !Maschinenbefehle, die ein Befehlssatz


!Mikroprozessor verarbeiten kann. ! Abschnitt 10.1.1

Spezieller !Code, der eine Dezimalzahl ziffernweise repräsentiert, BCD-Code


indem jede Dezimalziffer mit vier !Bit dargestellt wird. BCD ist die ! Abschnitt 2.3
Abkürzung für Binary Coded Decimal.
386 E Glossar

Bevorrechtigte Eingänge Bezeichnung für eine Reihe von zusätzlichen Eingangssignalen, die
! Abschnitt 7.1.4 das Verhalten eines !Schaltnetzes oder !Schaltwerks mit hoher
Priorität beeinflussen. Die meisten Standardschaltungen besitzen mit
dem !Reset-Signal einen typischen bevorrechtigten Eingang. Wird
die Reset-Leitung aktiviert, so werden alle !Speicherelemente in
ihren Initialzustand zurückgesetzt – unabhängig vom Wert der anderen
Signale.

Benchmark Fest definiertes Referenzprogramm, das der Leistungsmessung eines


! Abschnitt 11.4.2 Rechnersystems dient. Wird nicht nur ein einziges, sondern mehrere
solcher Programme zur Leistungsmessung eingesetzt, so sprechen wir
auch von einer Benchmark-Kollektion.

Binärcode !Code, dessen Codewörter c1 , . . . , cn ausschließlich aus Bitvektoren


! Abschnitt 2.3 bestehen (c1 , . . . , cn ∈ {0, 1}∗ ). Ein Code der festen Länke k liegt vor,
wenn alle Codewörter aus derselben Anzahl von Bits gebildet werden
(c1 , . . . , cn ∈ {0, 1}k ). Der !BCD-Code ist ein Binärcode fester Länge.

Big-Endian Spezielle !Speicherordnung, in der das höchstwertige Byte zuerst und


! Abschnitt 2.2.1 das niedrigstwertige Byte zuletzt im !Speicher abgelegt wird.

Binärsystem !Stellenwertsystem zur Basis 2 mit dem Ziffernvorrat 0 und 1. Das


! Abschnitt 2.1 Binärsystem ist das wichtigste !Zahlensystem der technischen Infor-
matik, da heute nahezu alle modernen Computerarchitekturen intern
mit dem Binärsystem arbeiten.

Binäres Spezielles !Entscheidungsdiagramm auf Basis des !Shannon’schen


Entscheidungsdiagramm Entwicklungssatzes.
! Abschnitt 3.4.3

Bit Ein Bit ist die kleinstmögliche Informationseinheit und kann die Werte
! Abschnitt 2.1 0 (falsch) und 1 (wahr) annehmen. Bits sind die Ziffern des !Binär-
systems. Je acht Bit werden zu einem !Byte zusammengefasst. Bit ist
die Abkürzung für Binary Digit.

Blockmultiplikation Verfahren zur Multiplikation zweier Binärzahlen, das auf der block-
! Abschnitt 9.1.1 weisen Zerlegung der Operanden beruht. Die Laufzeit und der
Flächenbedarf eines Blockmultiplikationswerks stellen einen Kompro-
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miss zwischen dem flächenintensiven !Parallelmultiplizierer und dem


langsamen seriellen Multiplizierer dar.

Eine Menge V zusammen mit zwei Funktionen Boolesche Algebra


! Abschnitt 3.1

+ : V ×V → V
• : V ×V → V

heißt boolesche Algebra, wenn die vier !Huntington’schen Axiome er-


füllt sind. Eine spezielle boolesche Algebra, die für die technische In-
formatik eine bedeutende Rolle spielt, ist die !Schaltalgebra.

Aus booleschen Konstanten, Variablen und Operatoren rekursiv auf- Boolescher Ausdruck
gebaute Zeichenkette zur Beschreibung !boolescher Funktionen. ! Abschnitt 3.2
Jeder boolesche Ausdruck lässt sich eins zu eins in ein !Schaltnetz
überführen.

Abbildung der Form {0, 1}n → {0, 1} und die mathematische Grund- Boolesche Funktion
lage zur Beschreibung von Hardware-Schaltungen. Neben der ! Abschnitt 3.1.2
Darstellung als !boolescher Ausdruck lässt sich eine boolesche
Funktion mit Hilfe einer !Wahrheitstabelle oder in Form eines
!Entscheidungsdiagramms repräsentieren.

Bezeichnung für die beiden Wahrheitswerte 0 (falsch) und 1 (wahr). Boolesche Konstanten
! Abschnitt 3.1.2

Gemeinsam genutzter Transportweg zwischen verschiedenen Funkti- Bus


onseinheiten. In einem klassischen !Von-Neumann-Rechner kommu- ! Abschnitt 10.1.1
niziert der !Mikroprozessor über den !Adressbus, den !Datenbus
und den !Steuerbus mit den restlichen Funktionseinheiten.

Bezeichnung für die Zusammenfassung von 8 Bit. Nahezu alle mo- Byte
dernen Computerarchitekturen legen Daten im !Speicher byteweise ! Abschnitt 2.1
ab. In anderen Worten: Jedes Byte besitzt eine eigene !Adresse im
Speicher und kann somit direkt angesprochen werden.

Kleiner, aber sehr schneller Speicher, der zwischen den !Mikroprozes- Cache-Speicher
sor und den Hauptspeicher (!Speicher) geschaltet wird. Transferierte ! Abschnitt 11.3.2
Daten werden im Cache zwischengespeichert und bei einem erneuten
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Zugriff direkt von dort übertragen. Der Einsatz von Caches führt in der
Praxis zu einer drastischen Erhöhung der Datentransferrate zwischen
Prozessor und Hauptspeicher.

Carry-look-ahead-Addierer Spezieller !Addierer für die besonders schnelle Addition zweier Bi-
! Abschnitt 6.5.3 närzahlen. Das Addierwerk besteht aus einer Reihe von !Volladdierern
sowie spezieller Logik zur parallelen Berechnung der Übertragsbits.
Die Übertragslogik ist als !zweistufiges Schaltnetz ausgelegt und die
Addition zweier Zahlen hierdurch in konstanter Zeit möglich.

Carry-ripple-Addierer Einfacher !Addierer, der durch die serielle Zusammenschaltung


! Abschnitt 6.5.2 mehrerer !Volladdierer entsteht. Fläche und Laufzeit des Carry-
ripple-Addierers steigen linear mit der Bitbreite der Operanden.

Carry-save-Addierer Spezieller !Addierer, der immer dann eingesetzt wird, wenn mehrere
! Abschnitt 6.5.5 Binärzahlen auf einen Schlag addiert werden müssen. Hierzu werden
die Zwischenergebnisse im !Carry-save-Format gespeichert, das eine
besonders effiziente Addition ermöglicht. Im letzten Schritt wird die
Summe mit Hilfe eines gewöhnlichen Addierers in das !Binärsystem
zurückkonvertiert.

Carry-save-Format Jedes Tupel (x, y) ist eine Carry-save-Darstellung von z = x + y. Zahlen


! Abschnitt 6.5.5 im Carry-save-Format lassen sich besonders schnell addieren, da
die zeitraubende Propagierung des Übertragsbits entfällt. Eingesetzt
wird diese Art der Darstellung im !Carry-save-Addierer und dem
!Carry-save-Multiplizierer.

Carry-save-Multiplizierer Spezieller !Parallelmultiplizierer, der zwei n-Bit-Zahlen in logarith-


! Abschnitt 6.5.5 mischer Zeit multipliziert. Den Kern der Schaltung bildet ein
!Carry-save-Addierer zur Addition der n Partialprodukte.

Charakteristik Spezielles Format zur Speicherung des !Exponenten einer !Gleit-


! Abschnitt 2.2.2 kommazahl. Die Charakteristik C entsteht aus dem Exponenten E durch
die Addition einer Konstanten k. Hierdurch wird der Wertebereich von
E vollständig in den positiven Zahlenbereich verschoben und kann
ganz einfach als vorzeichenlose Binärzahl abgespeichert werden.

Charakteristische Funktion Boolesche Funktion zur Beschreibung des funktionalen Verhaltens


! Abschnitt 4.3.2 eines !Schaltnetzes und Grundlage der relationalen !Formelsynthese.
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Die charakteristische Funktion f (x1 , . . . , xn , y1 , . . . , ym ) beschreibt ein


Schaltnetz mit den Eingängen x1 , . . . , xn und den Ausgängen y1 , . . . , ym
und evaluiert genau dann zu 1, wenn die Eingangswerte x1 , . . . , xn die
Ausgangswerte y1 , . . . , ym erzeugen.

Complex Instruction Set Computer verfügen über einen umfangreichen CISC


und leistungsfähigen !Befehlssatz und unterstützen in der Regel eine ! Abschnitt 11.2.1
Vielzahl an !Adressierungsarten. Komplexe Algorithmen lassen sich
daher mit einem vergleichsweise kompakten !Assembler-Programm
formulieren. Im Gegensatz zu !RISC-Prozessoren können CISC-CPUs
die meisten Befehle nicht mehr in einem einzigen Takt ausführen.
Viele CISC-Prozessoren setzen intern ein !mikroprogrammiertes
!Steuerwerk ein.

Abbildung, die jedem Zeichen einer Ursprungsmenge eindeutig ein Code


Zeichen einer Zielmenge zuordnet. In der technischen Informatik ! Kapitel 2
spielen insbesondere die !Binärcodes eine hervorgehobene Rolle.
Alternativ wird der Begriff auch synonym für den Quelltext eines
Computerprogramms verwendet.

Spezieller !Bus, der in einem !Von-Neumann-Rechner den !Mi- Datenbus


kroprozessor mit dem Hauptspeicher (!Speicher) verbindet. Während ! Abschnitt 10.1.1
eines Speicherzugriffs wird das ausgelesene oder zu schreibende
Datenwort auf diesem Bus übertragen.

Spezielle Form eines !booleschen Ausdrucks zur kompakten Darstel- Definitorische Form
lung von Schaltnetzen. Die Größe des definitorischen Ausdrucks ist ! Abschnitt 4.3
stets proportional zur Größe des Schaltnetzes, unabhängig von etwaig
vorhandenen !Rekonvergenzen.

Hardware-Komponente mit einem einzigen Dateneingang, n Steuerein- Demultiplexer


gängen und 2n Datenausgängen. Abhängig von der Belegung der ! Abschnitt 6.2
Steuereingänge schaltet der Demultiplexer den Dateneingang auf genau
einen der Datenausgänge durch. Demultiplexer werden immer dann
eingesetzt, wenn ein Datenstrom auf eine von mehreren Datensenken
verteilt werden muss.

Das uns vertraute Dezimalsystem (Zehnersystem) hat seinen Ursprung Dezimalsystem


in Indien und fand durch die Araber den Weg nach Europa. Mathe- ! Abschnitt 2.1
matisch gesehen ist das Dezimalsystem ein !Stellenwertsystem zur
390 E Glossar

Basis 10 mit dem Ziffernvorrat 0, . . . , 9. Bei der Konvertierung von


Dezimalzahlen in das !Binär-, !Oktal- und !Hexadezimalsystem ist
Vorsicht geboten! Nicht alle Zahlen lassen sich verlustfrei zwischen
den Systemen konvertieren.

Disjunktive Minimalform Ein !boolescher Ausdruck φ liegt in disjunktiver Form vor, wenn er
! Abschnitt 3.4.1 als eine Disjunktion von Konjunktionen aufgebaut ist:

φ = (L11 ∧ . . . ∧ L1i ) ∨ . . . ∨ (Ln1 ∧ . . . ∧ Lnk )

Jedes der !Literale Li j steht entweder für eine nicht negierte oder ei-
ne negierte Variable. Eine disjunktive Minimalform liegt vor, wenn es
keine andere disjunktive Form gibt, die die gleiche boolesche Funkti-
on mit weniger Literalen darstellt. Die disjunktive Minimalform ist im
Allgemeinen nicht eindeutig.

Disjunktive Normalform Spezielle !Normalformdarstellung einer !booleschen Funktion. Ein


! Abschnitt 3.4.1 !boolescher Ausdruck liegt in disjunktiver Normalform vor, wenn
er als eine Disjunktion von paarweise verschiedenen !Mintermen
aufgebaut ist. Die disjunktive Normalform enthält für jedes Element
der !Einsmenge der dargestellten Funktion einen Minterm, so dass die
Formelgröße im Allgemeinen exponentiell mit der Anzahl der freien
Variablen zunimmt.

Displacement Konstanter Wert, der zur Angabe einer Adressdistanz bei der Adressie-
! Abschnitt 11.2.1 rung einer Speicherzelle dient. Viele der komplexeren !Adressierungs-
arten erlauben die Angabe eines Displacements und verwenden diesen
Wert als Offset zur Bestimmung der effektiv adressierten Speicherzelle.

Don’t-Care-Belegung Variablenbelegung, für die der Funktionswert einer !booleschen Funk-


! Abschnitt 5.2.1 tion keine Rolle spielt.

DRAM Dynamisches !RAM. Die einzelnen Bits werden auf einem Konden-
! Abschnitt 8.3 sator gespeichert, der durch einen Transistor von den Schreib/Leselei-
tungen der Speichermatrix entkoppelt ist. Da die Kondensatoren einer
permanenten Entladung unterliegen, müssen die Speicherbänke eines
DRAM-Speichers periodisch ausgelesen und neu beschrieben werden.
Im Vergleich mit der alternativen Technik des !SRAM-Speichers ist
der DRAM-Speicher deutlich platzsparender und billiger herzustellen,
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besitzt aber eine erhöhte Zugriffszeit. Der DRAM-Speicher wird


insbesondere zum Aufbau des Hauptspeichers (!Speicher) eingesetzt.

Fundamentale Gesetzmäßigkeit, die in jeder !booleschen Algebra gilt. Dualitätsprinzip


Ist eine boolesche Aussage ausschließlich aus den !Elementarope- ! Abschnitt 3.2.4
ratoren aufgebaut, so wird die duale Aussage durch das gleichzeitige
Vertauschen der Operationen ∨ und ∧ sowie der booleschen Konstanten
0 und 1 erzeugt. Das Dualitätsprinzip besagt, dass aus der Gültigkeit
einer Aussage stets auch die Gültigkeit der dualen Aussage folgt.

Liegt vor, wenn der Signalpegel beim Wechsel seines Werts zunächst Dynamischer Hazard
mehrfach fluktuiert, bevor der Ausgangswert stabil eingenommen wird. ! Abschnitt 4.5.2
Ein dynamischer Hazard-Impuls kann durch einen !Logik-Hazard
oder einen !Funktions-Hazard verursacht werden.

Mathematisches Modell zur Beschreibung von !Schaltwerken. Ent- Endlicher Automat


sprechend ihrer Funktionsweise werden endliche Automaten in ! Abschnitt 7.2.1
!Akzeptoren und !Transduktoren eingeteilt.

Spezielles !Zahlenformat zur Darstellung ganzer, vorzeichenbehafte- Einerkomplement


ter Zahlen. Im Einerkomplement wird eine Zahl durch die Invertierung ! Abschnitt 2.1
sämtlicher Bits negiert.

64-Bit- !CISC-!Instruktionsarchitektur der Firma Intel. EM64T ist EM64T


eine abwärtskompatible Erweiterung der !IA-32-Architektur und ! Abschnitt 11.2
wurde erstmals mit dem Pentium 4 (Prescott) eingeführt. EM64T
ist nicht zu verwechseln mit der !IA-64-Architektur, die nur sehr
eingeschränkt abwärtskompatibel zu dem De-facto-Standard IA-32 ist.

Menge aller Variablenbelegungen, für die eine gegebene !boolesche Einsmenge


Funktion zu 1 evaluiert. ! Abschnitt 3.4.1

Bezeichnung für die Operatorenmenge {¬, ∧, ∨}. Die Elementaropera- Elementaroperatoren


toren bilden ein !vollständiges Operatorensystem. ! Abschnitt 3.2.1

Datenstruktur zur Repräsentation !boolescher Funktionen. In der Entscheidungsdiagramm


Vergangenheit wurden viele verschiedene Diagrammtypen entwickelt. ! Abschnitt 3.4.3
392 E Glossar

Zu den wichtigsten Vertretern gehören das !Binäre Entschei-


dungsdiagramm sowie das !Funktionale Entscheidungsdiagramm.
Entscheidungsdiagramme gehören heute zu den wichtigsten Daten-
strukturen zur Repräsentation !boolescher Funktionen. Im Gegensatz
zu !booleschen Ausdrücken handelt es sich um eine !Normalform,
so dass sich die Äquivalenz zweier Ausdrücke besonders einfach
feststellen lässt. Im Vergleich zur !Wahrheitstabelle, die ebenfalls
die Normalformeigenschaft besitzt, können boolesche Funktionen
mit Hilfe von Entscheidungsdiagrammen im Allgemeinen deutlich
kompakter dargestellt werden.

Exponent Zentraler Bestandteil einer Zahl im !Gleitkommaformat. Der Wert


! Abschnitt 2.2.2 des Exponenten bestimmt die Position des Kommas innerhalb der
!Mantisse. Eine Erhöhung bzw. Erniedrigung um eins bewirkt eine
Verschiebung des Kommas um eine Stelle nach rechts bzw. links.
Damit verleiht erst der Exponent dem Zahlenformat die Eigenschaft,
die Position des Kommas „gleiten“ zu lassen.

Während die Bitbreite der Mantisse die Auflösungsgenauigkeit des Zah-


lenformats beeinflusst, bestimmt die Bitbreite des Exponenten maßgeb-
lich die Größe des darstellbaren Wertebereichs.

Fehlererkennender Code Ein !Code ist n-fehlererkennend, wenn der Empfänger einer Nachricht
! Abschnitt 2.3.2 stets entscheiden kann, ob ein Codewort durch Kippen von bis zu n Bit
verfälscht wurde. Die Fehlererkennungseigenschaft eines Codes wird
durch die !Hamming-Distanz der einzelnen Codewörter bestimmt.

Fehlerkorrigierender Code Ein !Code ist n-fehlerkorrigierend, wenn der Empfänger einer Nach-
! Abschnitt 8.3.3 richt stets entscheiden kann, ob ein Codewort durch Kippen von bis zu
n Bit verfälscht wurde, und das gesendete Codewort aus der empfange-
nen Bitfolge rekonstruieren kann. Die Fehlerkorrektureigenschaft eines
Codes wird durch die !Hamming-Distanz der einzelnen Codewörter
bestimmt.

Festkommaformat Neben dem !Gleitkommaformat eines der wichtigsten !Zahlenfor-


! Abschnitt 2.2.2 mate zur Darstellung rationaler Zahlen. Eine Festkommazahl setzt
sich aus dem Vorzeichenbit V z und der !Mantisse M zusammen und
repräsentiert den folgenden Zahlenwert:

z = (−1)V z · 0, M (E.1)
393

Im Vergleich mit dem Gleitkommaformat fällt der im Festkommaformat


abgedeckte Zahlenbereich drastisch kleiner aus, wird aber dafür mit ei-
ner konstanten Auflösungsgenauigkeit versehen. Des Weiteren lassen
sich Festkommaoperationen vergleichsweise einfach und damit kosten-
günstig in Hardware implementieren.

Bezeichnung für ein taktflankengesteuertes !Speicherelement. Rea- Flipflop


giert das Element nur auf die steigende oder die fallende Flanke, so ! Abschnitt 7.1.3
sprechen wir von einem positiv bzw. negativ gesteuerten Flipflop.
Reagiert das Element hingegen auf beide Flanken, so sprechen wir von
einem zweiflankengesteuerten Flipflop. Während der positiven bzw.
negativen Taktphase kann – im Unterschied zu einem !Latch – kein
Zustandswechsel erfolgen.

Die Taxonomie nach Flynn ordnet jede Rechnerarchitektur anhand Flynn-Taxonomie


der eingesetzten Daten- und Befehlsparallelität in eine der folgenden ! Abschnitt 11.1
Klassen ein:

" SISD: Single Instruction, Single Data

" SIMD: Single Instruction, Multiple Data

" MISD: Multiple Instruction, Single Data

" MIMD: Multiple Instruction, Multiple Data

Obwohl die Taxonomie für die Beurteilung moderner Rechnerstruktu-


ren nur noch bedingt geeignet ist, gehört sie immer noch zu den am
häufigsten eingesetzten Rechnerklassifikationen.

Bezeichnet die Umsetzung eines !Schaltnetzes in einen !booleschen Formelsynthese


Ausdruck. Die Formelsynthese kann funktional oder relational erfolgen. ! Abschnitt 4.3
Durch die Verwendung einer !definitorischen Form lässt sich jedes
Schaltnetz in einen booleschen Ausdruck gleicher Größe übersetzen.

Spezielles !Entscheidungsdiagramm auf Basis der positiven oder Funktionales


negativen Davio-Entwicklung. Funktionale Entscheidungsdiagramme Entscheidungsdiagramm
bieten sich für die Darstellung verschiedener Funktionsklassen an, die ! Abschnitt 3.4.3
sich mit Hilfe !Binärer Entscheidungsdiagramme nur sehr aufwendig
repräsentieren lassen.
394 E Glossar

Funktions-Hazard Liegt vor, wenn der Wechsel mehrerer Eingangssignale kurzzeitig zu


! Abschnitt 4.5.2 einem Wechsel eines Ausgangssignals führt, obwohl der Wert des
Schaltnetzausgangs nach den Regeln der booleschen Algebra kon-
stant bleiben müsste. Der kurzzeitige Wechsel des Ausgangssignals
wird als Störimpuls (Glitch) bezeichnet und wird im Allgemeinen
durch Laufzeitdifferenzen der verschiedenen Signalwege verursacht.
Funktions-Hazards können in einem Schaltnetz selbst dann auftreten,
wenn es vollständig frei von !Logik-Hazards ist.

Gatter Funktionales Hardware-Modell eines logischen Verknüpfungsglieds.


! Abschnitt 4.2 Jede !boolesche Formel lässt sich eins zu eins in ein !Schaltnetz
übersetzen, indem jeder boolesche Operator mit Hilfe eines funktional
äquivalenten Logikgatters implementiert wird.

Gleitkommaformat Zusammen mit dem !Festkommaformat das wichtigste !Zahlenfor-


! Abschnitt 2.2.2 mat zur Darstellung rationaler Zahlen. Eine Gleitkommazahl setzt sich
aus dem Vorzeichenbit V z, dem !Exponenten E sowie der !Mantisse
M zusammen.

Im Vergleich mit dem Festkommaformat lassen sich deutlich größere


Zahlen darstellen, da der Zahlenbereich zu den Rändern mit absteigen-
der Auflösungsgenauigkeit überdeckt wird. Die Gleitkommadarstellung
einer Zahl ist nicht eindeutig. Abhilfe schafft das Prinzip der !Norma-
lisierung.

Halbaddierer Der Halbaddierer berechnet die Summe zweier Binärziffern. Im Ge-


! Abschnitt 6.5.1 gensatz zum !Volladdierer berücksichtigt der Halbaddierer keinen
Übertrag.

Hamming-Distanz Zwei Codewörter gleicher Länge besitzen die Hamming-Distanz n,


! Abschnitt 2.3.2 wenn sie sich in genau n !Bit unterscheiden.

Harvard-Architektur Architekturprinzip, das die Trennung von Code und Daten forciert. Im
! Abschnitt 10.1.1 Gegensatz zur !Von-Neumann-Architektur werden !Maschinenbe-
fehle und Daten in unterschiedlichen !Speichern abgelegt, die jeweils
über einen separaten !Bus an den !Mikroprozessor angebunden sind.
Die Probleme des !Von-Neumann-Flaschenhalses werden durch die
Mehrfachauslegung der Busse weitgehend vermieden.
395

Ungewollte Störimpulse auf Grund von Laufzeitunterschieden auf zwei Hazard


oder mehreren Signalwegen. Störimpulse werden entsprechend ihrer ! Abschnitt 4.5.2
Auftrittscharakteristik in !statische Hazards und !dynamische
Hazards und entsprechend ihrer Ursache in !Logik-Hazards und
!Funktions-Hazards eingeteilt.

!Stellenwertsystem zur Basis 16 mit dem Ziffernvorrat 0, . . . , 9, Hexadezimalsystem


A, . . . , F. Binärzahlen lassen sich besonders einfach in das He- ! Abschnitt 2.1
xadezimalsystem wandeln, indem je vier Binärziffern zu einer
Hexadezimalziffer zusammengefasst werden.

Spezielle Implementierungsform eines !Schaltwerks. Ein Schaltwerk Huffman-Normalform


in Huffman-Normalform besteht aus drei Komponenten: ! Abschnitt 7.2.2

" eine Reihe von !Registern, die den Zustand des Schaltwerks reprä-
sentieren,

" ein !Schaltnetz zur Implementierung der Zustandsübergangsfunk-


tion sowie

" ein Schaltnetz zur Implementierung der Ausgabefunktion.

Die Huffman-Normalform entspricht in direkter Weise der Hardware-


Implementierung eines !endlichen Automaten.

Die folgenden Gesetze werden als die Axiome von Huntington be- Huntington’sche Axiome
zeichnet: ! Abschnitt 3.1

" Kommutativgesetz

" Distributivgesetz

" Neutrale Elemente

" Inverse Elemente

Sind alle Axiome erfüllt, so liegt eine !booleschen Algebra vor.

32-Bit-!CISC-!Instruktionsarchitektur der Firma Intel. IA-32 ist IA-32-Architektur


eine abwärtskompatible Erweiterung der !x86-Architektur und wurde ! Abschnitt 11.2
396 E Glossar

erstmals mit dem 80386-Prozessor eingeführt. Die IA-32 Architektur


ist heute der De-facto-Standard im Bereich der Personal-Computer und
wird auf Grund ihrer Nähe zur älteren x86-Architektur auch als x86-32
bezeichnet.

IA-64-Architektur 64-Bit-!CISC-!Instruktionsarchitektur der Firma Intel, die mit dem


! Abschnitt 11.2 Itanium-Prozessor eingeführt wurde. Auf Grund der sehr eingeschränk-
ten Abwärtskompatibilität zu den De-facto-Standards !IA-32 und
!x86 blieb die Marktakzeptanz jedoch hinter den Erwartungen zurück.
IA-64 ist nicht zu verwechseln mit !EM64T, mit der Intel eine
rückwärtskompatible 64-Bit-Erweiterung der IA-32-Architektur schuf.

IEEE 754 Definiert mehrere Gleitkommaformate zur Darstellung rationaler Zah-


! Abschnitt 2.2.2 len. Die wichtigsten Formate sind das 32 Bit breite Single-precision-
Format und das 64 Bit breite Double-precision-Format.

Inkrementierer Spezialfall eines !Addierers, optimiert auf die Addition von eins.
! Abschnitt 6.6

Instruktionsarchitektur Oberbegriff für die Beschaffenheit des !Befehlssatzes, der !Register


! Abschnitt 11.2 sowie der !Speicher- und I/O-Anbindung eines Mikrorechners.
Auf der obersten Ebene lassen sich die Instruktionsarchitekturen
in !RISC- und !CISC-Architekturen unterteilen. Im Bereich der
Personal-Computer sind heute insbesondere die !x86-, die !IA-32-
sowie die !EM64T-Architektur von Bedeutung.

Instruktionsdecoder Teil des !Steuerwerks eines !Mikroprozessors. Der Instruktions-


! Abschnitt 10.2 decoder ist der eigentlichen Steuerlogik vorgeschaltet und dient der
Analyse und Decodierung der eingehenden !Maschinenbefehle.
Neben der Implementierung als festverdrahtetes !Schaltnetz kann
ein Instruktionsdecoder auf einfache Weise in Form eines !ROMs
realisiert werden.

Instruktionszähler Spezielles Hilfsregister eines !Mikroprozessors. Das Instruktionsre-


! Abschnitt 10.1.2 gister speichert die Adresse des nächsten auszuführenden !Maschi-
nenbefehls und wird für die sequenzielle Befehlsabarbeitung eines
!Von-Neumann-Rechners verwendet. Sobald ein Befehl abgearbeitet
ist, wird der Inhalt des Instruktionsregisters auf den !Adressbus gelegt
und der ausgewählte Befehl über den !Datenbus in die CPU übertra-
gen. Anschließend wird der Inhalt des Instruktionszählers erhöht oder
– im Falle eines Sprungbefehls – mit der Sprungadresse überschrieben.
397

Definiert insgesamt 15 verschiedene 8-Bit-Erweiterungen des !ASCII- ISO 8859


Codes. Für den westeuropäischen Raum ist insbesondere der Latin- ! Abschnitt 2.4.2
1-Zeichensatz der ISO 8859-1 von großer Bedeutung, da hier unter
anderem die deutschen Umlaute sowie der scharfe ß-Laut definiert sind.
Alle Zeichensätze der ISO 8859 stimmen in den ersten 128 Zeichen
vollständig mit dem ASCII-Code überein.

Ist das älteste bekannte !Zahlensystem. Die Zahl n wird durch n Kerbensystem
Kerben oder Striche auf einem Knochen oder einem Stück Holz ! Abschnitt 2.1
repräsentiert. Mathematisch gesehen fällt das Kerbensystem, das auch
als Strichsystem bezeichnet wird, in die Klasse der !Additionssysteme.

Entsteht aus einer booleschen Funktion f (x1 , . . . , xn ), indem eine der Kofaktor
freien Variablen xi durch einen konstanten Wert ersetzt wird. Je ! Abschnitt 3.4.3
nachdem, ob die Variable xi durch die Konstante 1 oder die Konstante 0
ersetzt wird, sprechen wir von dem positiven Kofaktor fxi =1 oder dem
negativen Kofaktor fxi =0 .

Spezielles Schaltnetz zur Durchführung der Vergleichsoperation und Komparator


typischer Bestandteil einer !arithmetisch-logischen Einheit. Ein- ! Abschnitt 6.3
gangsseitig nimmt der Komparator zwei Binärzahlen x und y entgegen
und signalisiert mit Hilfe von drei Ausgangsleitungen die Gültigkeit
bzw. Ungültigkeit der drei Ordnungsbeziehungen x < y, x = y und
x > y.

Ein !boolescher Ausdruck φ liegt in konjunktiver Form vor, wenn er Konjunktive Minimalform
als eine Konjunktion von Disjunktionen aufgebaut ist: ! Abschnitt 3.4.1

y = (L11 ∨ . . . ∨ L1i ) ∧ . . . ∧ (Ln1 ∨ . . . ∨ Lnk )

Jedes der !Literale Li j steht entweder für eine nicht negierte oder ei-
ne negierte Variable. Eine konjunktive Minimalform liegt vor, wenn es
keine andere disjunktive Form gibt, die die gleiche boolesche Funkti-
on mit weniger Literalen darstellt. Die disjunktive Minimalform ist im
Allgemeinen nicht eindeutig.

Spezielle !Normalformdarstellung einer !booleschen Funktion. Ein Konjunktive Normalform


!boolescher Ausdruck liegt in konjunktiver Normalform vor, wenn ! Abschnitt 3.4.1
398 E Glossar

er als Konjunktion von paarweise verschiedenen !Maxtermen aufge-


baut ist. Die konjunktive Normalform enthält für jedes Element der
!Nullmenge der dargestellten Funktion einen Maxterm, so dass die
Formelgröße im Allgemeinen exponentiell mit der Anzahl der freien
Variablen zunimmt.

Kostenfunktion Kostenfunktionen werden im Zuge der Schaltungsminimierung zur


! Abschnitt 5.1 Beschreibung der Minimierungsziele eingesetzt. Jede Schaltung wird
hierbei auf einen Wert abgebildet, der kleiner ist, je präziser die
Minimierungsziele erfüllt sind.

Karnaugh-Veitch-Diagramm Mit Hilfe von Karnaugh-Veitch-Diagrammen können boolesche


! Abschnitt 5.2 Funktionen auf grafische Weise minimiert werden. Durch die Block-
überdeckung der Eins- bzw. der Nullmenge kann eine minimierte
Schaltungsdarstellung sowohl in !disjunktiver Minimalform als auch
in !konjunktiver Minimalform erzeugt werden.

Latch Bezeichnung für ein taktzustandsgesteuertes !Speicherelement. Syn-


! Abschnitt 7.1.1 chrone, positiv gesteuerte Latch-Elemente bewahren während der
negativen Phase des !Taktsignals ihren Zustand. Ein Zustandswechsel
kann – im Unterschied zu !Flipflops – während der gesamten positiven
Taktphase erfolgen.

Literal Spezieller !boolescher Ausdruck, der entweder aus einer Variablen


! Abschnitt 3.4.1 (xi ) oder einer negierten Variablen (xi ) besteht.

Little-Endian Spezielle !Speicherordnung, in der das niedrigstwertige Byte zuerst


! Abschnitt 2.2.1 und das höchstwertige Byte zuletzt im !Speicher abgelegt wird.

Load-Store-Architektur Bezeichnung für das Arbeitsprinzip eines !RISC-Prozessors. Der Da-


! Abschnitt 11.2.2 tenaustausch zwischen !Mikroprozessor und !Speicher erfolgt stets
unter Beteiligung eines !Registers. Soll der Inhalt einer Speicherstelle
an eine andere Stelle im Speicher verschoben werden, sind immer
zwei Schritte notwendig. Zunächst wird der Inhalt des Quellregister in
eines der CPU-Register geladen (Load) und erst anschließend in das
Zielregister geschrieben (Store).

Logik-Hazard Liegt vor, wenn der Wechsel eines einzigen Eingangssignals kurzzeitig
! Abschnitt 4.5.2 zu einem Wechsel eines Ausgangssignals führt, obwohl der Wert des
399

Schaltnetzausgangs nach den Regeln der booleschen Algebra konstant


bleiben müsste. Der kurzzeitige Wechsel des Ausgangssignals wird als
Störimpuls (Glitch) bezeichnet und im Allgemeinen durch Laufzeit-
differenzen der verschiedenen Signalwege verursacht. Logik-Hazards
können mit Hilfe von !KV-Diagrammen erkannt und behoben werden.

Definiert, mit welchem elektrischen Pegelzustand (Low, High) die Logikpolarität


beiden booleschen Wahrheitswerte 0 und 1 dargestellt werden. In ! Abschnitt 4.1
Abhängigkeit der Zuordnung unterscheiden wir !positive Logik und
!negative Logik.

Bestandteil einer Zahl, die im !Festkommaformat oder im !Gleitkom- Mantisse


maformat dargestellt wird. Die Mantisse repräsentiert die Nachkomma- ! Abschnitt 2.2.2
Bits der dargestellten Zahl. Damit definiert die Bitbreite der Mantisse
maßgeblich die Auflösungsgenauigkeit des zu Grunde liegenden
!Zahlenformats.

Bezeichnung für eine Anweisung, die ein Mikroprozessor direkt ver- Maschinenbefehl
arbeiten kann. Maschinenbefehle bilden die elementaren Bestandteile ! Abschnitt 10.1.1
eines !Assembler-Programms.

Bezeichnung für zwei im Gegentakt zusammengeschaltete !Speicher- Master-Slave-Flipflop


elemente. Mit Hilfe dieses Prinzips lassen sich zwei zustandsgesteuerte ! Abschnitt 7.1.2
!Latches zu einem flankengesteuerten !Flipflop kombinieren.

Spezieller !Parallelmultiplizierer, der die Partialprodukte nacheinan- Matrixmultiplizierer


der aufaddiert. Die Tiefe des entstehenden Schaltnetzes steigt dadurch ! Abschnitt 6.8.1
linear mit der Bitbreite der Operanden an.

Spezieller !boolescher Ausdruck, der für genau eine Belegung der Maxterm
Eingangsvariablen zu 0 evaluiert. Ein Maxterm einer n-stelligen ! Abschnitt 3.4.1
Funktion besteht aus n konjunktiv verknüpften !Literalen.

Endlicher Automat, der die Ausgabe sowohl aus dem aktuellen Zustand Mealy-Automat
als auch aus der aktuellen Eingabe berechnet. Auf Grund dieser ! Abschnitt 7.2.1
Eigenschaft werden Mealy-Automaten auch als Übergangsautomaten
bezeichnet.
400 E Glossar

Mnemonic Englischer Ausdruck für eine Merkregel oder Eselsbrücke. In der In-
! Abschnitt 10.1.1 formatik werden die einzelnen Befehle einer !Assembler-Sprache als
Mnemonics bezeichnet.

Mikroprogrammierung Allgemeines Verfahren zur Implementierung eines !Steuerwerks. Statt


! Abschnitt 9.2 die Schaltfunktion fest zu verdrahten, wird ein mikroprogram-
miertes Steuerwerk programmgesteuert betrieben. Hierzu besitzt
das Steuerwerk eine universelle Ausführungseinheit sowie einen
!ROM-Speicher, der das Mikroprogramm enthält.

Mikroprozessor Herzstück eines !Von-Neumann-Rechners. Der Mikroprozessor ist


! Kapitel 10 eine befehlsgesteuerte Verarbeitungseinheit, die neben der Programm-
ausführung auch die Koordination der externen Funktionseinheiten
übernimmt. Klassische Mikroprozessoren gliedern sich intern in ein
!Rechenwerk und ein !Steuerwerk. Die Anbindung der externen
Funktionseinheiten erfolgt in der Regel dezentral über spezielle !Bus-
se. Abhängig von der !Instruktionsarchitektur lassen sich !RISC-
und !CISC-Prozessoren voneinander unterscheiden.

Minimierung Bezeichnet die Suche nach einer reduzierten Darstellung einer !boole-
! Kapitel 5 schen Funktion. In diesem Buch werden mit dem !Karnaugh-Veitch-
Diagramm und dem !Quine-McCluskey-Verfahren zwei wichtige
Techniken zur Erzeugung eines reduzierten !zweistufigen Schaltnetzes
eingeführt.

Minterm Spezieller !boolescher Ausdruck, der für genau eine Belegung der
! Abschnitt 3.4.1 Eingangsvariablen zu 1 evaluiert. Ein Minterm einer n-stelligen
Funktion besteht aus n disjunktiv verknüpften !Literalen.

Moore-Automat Endlicher Automat, der die aktuelle Ausgabe ausschließlich aus dem
! Abschnitt 7.2.1 aktuellen Zustand berechnet. Auf Grund dieser Eigenschaft werden
Moore-Automaten auch als Zustandsautomaten bezeichnet.

Moore’sches Gesetz Bezeichnung für die im Jahre 1965 von Gordon Moore postulierte Ge-
! Kapitel 1 setzmäßigkeit über das exponentielle Wachstum der Chip-Komplexität.
Obwohl das Moore’sche Gesetz auf rein empirischen Daten beruht und
keine Gesetzmäßigkeit im naturwissenschaftlichen Sinne darstellt, hat
es bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren.
401

Hardware-Komponente mit 2n Dateneingängen, n Steuereingängen Multiplexer


und einem einzigen Datenausgang. Abhängig von der Belegung der ! Abschnitt 6.2
Steuereingänge schaltet der Multiplexer genau einen der Dateneingänge
auf den Datenausgang durch. Multiplexer gehören zu den am häufigsten
verwendeten Standardkomponenten und werden immer dann einge-
setzt, wenn Datenströme aus verschiedenen Quellen zusammengeführt
werden müssen.

Spezielles !Schaltwerk zur Durchführung der binären Multiplikation Multiplizierer


und eine Grundkomponente des !Rechenwerks eines jeden !Mi- ! Abschnitt 6.8
kroprozessors. Neben dem seriell arbeitenden Multiplizierwerk ist
insbesondere der !Parallelmultiplizierer auf Grund seiner hohen
Laufzeiteffizienz von großer praktischer Bedeutung.

Spezielle !Logikpolarität, die den Wahrheitswert 0 mit dem High- Negative Logik
Pegel und den Wahrheitswert 1 mit dem Low-Pegel des elektrischen ! Abschnitt 4.1
Signals darstellt.

Eindeutige Darstellungsform eines zu repräsentierenden Objekts. Im Normalform


Bereich der technischen Informatik spielen unter anderem die !dis- ! Abschnitt 2.2.2
junktive Normalform und die !konjunktive Normalform eine zentrale
Rolle. Durch die Reduktion einer Darstellung auf deren Normalform
lässt sich unter anderem die Gleichheit zweier Objekte überprüfen. So
repräsentieren zwei !boolesche Ausdrücke genau dann die gleiche
!boolesche Funktion, wenn ihre disjunktive oder konjunktive Nor-
malform identisch ist. Andere wichtige Normalformen für boolesche
Funktionen sind die !Reed-Muller-Normalform, die !Wahrheitsta-
belle sowie das !binäre und !funktionale !Entscheidungsdiagramm.

Bezeichnet den Vorgang, eine im !Gleitkommaformat dargestellte Normalisierung


Zahl in eine eindeutige Darstellung zu überführen. Hierzu wird der ! Abschnitt 2.2.2
!Exponent in der Regel so angepasst, dass die erste Eins an eine feste
Position verschoben wird. Eine Zahl heißt vor- bzw. nachkommanor-
malisiert, falls die erste Eins direkt vor bzw. direkt hinter das Komma
geschoben wird.

Menge aller Variablenbelegungen, für die eine gegebene !boolesche Nullmenge


Funktion zu 1 evaluiert. ! Abschnitt 3.4.1
402 E Glossar

O-Kalkül Mathematischer Beschreibungsformalismus für die Komplexität einer


! Abschnitt 4.4 Funktion. Das O-Kalkül beurteilt ausschließlich die asymptotische
Komplexität einer Funktion f (n), d.h. die Entwicklung der Funk-
tionswerte für sehr große n. Die abgeleiteten Komplexitätsklassen
abstrahieren von sämtlichen konstanten Faktoren in einer Funktion
und eignen sich daher sowohl zur implementierungsunabhängi-
gen Beschreibung der Laufzeit als auch des Platzverbrauchs einer
Hardware-Schaltung.

Oktalsystem !Stellenwertsystem zur Basis 8 mit dem Ziffernvorrat 0, . . . , 7. Binär-


! Abschnitt 2.1 zahlen lassen sich besonders einfach in das Oktalsystem umwandeln,
indem je vier Binärziffern zu einer Oktalziffer zusammengefasst
werden.

One-Hot-Code Spezieller !Binärcode, dessen Codewörter aus Bitsequenzen beste-


! Abschnitt 2.3.2 hen, die genau eine 1 enthalten. Die One-Hot-Codierung erzeugt
eine !Hamming-Distanz von 2 und gehört damit in die Klasse der
1-!fehlerkorrigierenden Codes.

Operationswerk Neben dem !Steuerwerk die zweite zentrale Schaltungskomponente


! Abschnitt 9.1.1 eines mit Hilfe des !Register-Transfer-Entwurfs erzeugten !Schalt-
werks. Das Operationswerk enthält alle Funktionseinheiten für die
Verarbeitung der Eingabedaten. Die Ablaufsteuerung ist kein Bestand-
teil des Operationswerks und stattdessen im Steuerwerk implementiert.

Parallelmultiplizierer Spezielles !Schaltnetz zur Durchführung der Multiplikation zweier


! Abschnitt 6.8 Binärzahlen. Parallelmultiplizierer sind deutlich schneller als seriell
arbeitende Multiplikationseinheiten, benötigen jedoch deutlich mehr
Fläche. Die beiden wichtigsten Vertreter sind der !Matrixmultipli-
zierer und der !Carry-save-Multiplizierer. Eine flächensparendere
Alternative zur vollständig parallel ausgeführten Multiplikation stellt
die geringfügig langsamere !Blockmultiplikation dar.

Partielle Funktion Bezeichnung für eine !boolesche Funktion, die über mindestens eine
! Abschnitt 5.2.1 !Don’t-Care-Belegung verfügt.

Pipeline-Hazard Ein Pipeline-Hazard tritt immer dann auf, wenn der nächste auszu-
! Abschnitt 11.3.1 führende Befehl noch nicht bestimmt werden kann oder auf Grund
403

einer missglückten Vorhersage die falschen Befehle in die Pipeline


eingespeist wurden. Eine Quelle von Pipeline-Hazards sind be-
dingte Sprünge, da der nächste auszuführende Befehl erst nach der
Auswertung der Sprungbedingung eindeutig bestimmt werden kann.

In einem Pipeline-Prozessor existieren für alle Ausführungsphasen Pipeline


eines Befehls separate Verarbeitungseinheiten, die zur selben Zeit ! Abschnitt 11.3.1
verschiedene Befehle abarbeiten können. Hierdurch wird die Ausfüh-
rung eines Befehlsstroms hochgradig parallelisiert und die mittlere
Ausführungsgeschwindigkeit eines einzelnen Befehls nähert sich der
Ausführungsgeschwindigkeit der langsamsten Verarbeitungseinheit
an. Durch !Steuerflussabhängigkeiten können !Pipeline-Hazards
entstehen, die zum Ausbremsen der Befehlsverarbeitung führen. Durch
eine ausgefeilte !Sprungvorhersage lassen sich die Effekte in der
Praxis jedoch deutlich abmildern.

Spezielle !Logikpolarität, die den Wahrheitswert 0 mit dem Low- Positive Logik
Pegel und den Wahrheitswert 1 mit dem High-Pegel des elektrischen ! Abschnitt 4.1
Signals darstellt.

Spezielle Implementierungsvariante eines !Addierers. Der Präfix- Präfix-Addierer


Addierer berechnet die Übertragsbits mit Hilfe eines separaten ! Abschnitt 6.5.4
Schaltnetzes und arbeitet damit nach dem gleichen Grundprinzip wie
der !Carry-look-ahead-Addierer. Die Übertragslogik ist jedoch nicht
als !zweistufiges Schaltnetz, sondern in Form von !Präfix-Logik
realisiert. Hierdurch ist der Präfix-Addierer nur geringfügig langsamer,
aber deutlich platzsparender als der Carry-look-ahead-Addierer.

Schaltnetz zur Berechnung einer bestimmten Klasse rekursiv aufge- Präfix-Logik


bauter Logikfunktionen. Die Verwendung von Präfix-Logik ist immer ! Abschnitt 6.4
dann von Vorteil, wenn eine entsprechende !boolesche Funktion
fn (x0 , . . . , xn ) nicht nur für eine feste Bitbreite n, sondern auch für
alle Präfixe fi (x0 , . . . , xi ) mit 0 ≤ i < n berechnet werden soll. Direkte
Anwendung findet die Präfix-Logik in Form des !Präfix-Addierers.

Programmable Logic Device, kurz PLD. Konfigurierbare Hardware- Programmierbare Logik


Komponente, die vor der ersten Verwendung individualisiert wird. Ein ! Abschnitt 6.11
klassisches Beispiel eines PLDs ist der !ROM-Speicher.
404 E Glossar

Quine-McCluskey-Verfahren Das Quine-McCluskey-Verfahren (QMCV) geht auf die Arbeiten der


! Abschnitt 5.3 beiden Amerikaner Willard Van Orman Quine und Edward J. McClus-
key zurück und dient der Vereinfachung boolescher Funktionen. Im
Gegensatz zur grafischen Minimierung mit Hilfe von !Karnaugh-
Veitch-Diagrammen lässt sich das Verfahren gut automatisieren und
bewältigt auch vielstellige Funktionen.

Quantor Der boolesche Existenzquantor ∃ und der boolesche Allquantor ∀ sind


! Abschnitt 4.3.3 wie folgt definiert:

(∃ xi : f ) = ( fxi =1 ∨ fxi =0 )
(∀ xi : f ) = ( fxi =1 ∧ fxi =0 )

Unter anderem werden die booleschen Quantoren in der relationalen


!Formelsynthese eingesetzt. Sie bilden die Grundlage zur Erzeugung
einer !definitorischen Form.

RAM Random Access Memory. !Speicher, der sowohl gelesen als auch be-
! Abschnitt 8.3 schrieben werden kann. Abhängig von der gewählten Implementierung
sprechen wir von statischem Speicher (!SRAM) oder dynamischem
Speicher (!DRAM).

Rechenwerk Bezeichnung für das !Operationswerk eines !Mikroprozessors. Die


! Abschnitt 10.1.2 Komplexität des Rechenwerks unterscheidet sich zwischen verschiede-
nen CPUs erheblich und reicht von einfachen !Addierern bis hin zu
komplexen !arithmetisch-logischen Einheiten.

Reed-Muller-Normalform Spezielle !Normalformdarstellung eines !booleschen Ausdrucks auf


! Abschnitt 3.4.2 Basis der Antivalenz-Funktion (XOR).

Register Aus einer Reihe von !Speicherelementen aufgebautes !Schaltwerk,


! Abschnitt 8.1 das zur Zwischenspeicherung vollständiger Datenwörter dient und je
nach Ausprägung über zusätzliche arithmetische oder logische Ver-
knüpfungseigenschaften verfügt. In diesem Buch werden die folgenden
Registertypen behandelt:

" !Auffangregister
" Zählregister (!Zähler)
405

" !Schieberegister

" !Universalregister

Typische !Mikroprozessoren enthalten neben einer Reihe von !All-


zweckregistern spezielle Hilfsregister. Von zentraler Bedeutung sind das
!Stapel- und das !Statusregister sowie der !Instruktionszähler.

Beschreibungsebene für Hardware-Schaltungen, die von einzelnen Register-Transfer-Ebene


Bits und Logikgattern abstrahiert. An die Stelle boolescher Signale ! Abschnitt 9.1
und einzelner Signalleitungen treten Datenwörter und gebündelte
Signalpfade. Separate Logikgatter werden durch komplexe Funktions-
einheiten wie !Multiplexer, !Demultiplexer, !Zähler, !Addierer
oder !Multiplizierer ersetzt.

Methode für den Entwurf von !Schaltwerken auf Register-Transfer- Register-Transfer-Entwurf


Ebene. Der Register-Transfer-Entwurf, kurz RT-Entwurf, verfolgt ! Abschnitt 9.1
den Ansatz, die Logik einer Hardware-Schaltung in !Rechenwerk
und !Operationswerk aufzuteilen. Die Zweiteilung führt zu einer
deutlichen Vereinfachung des Schaltungsentwurfs, da sich beide
Komponenten nahezu separat voneinander entwickeln lassen.

Spezielle Verbindungsstruktur in einem !Schaltnetz. Wir sprechen Rekonvergenz


von einer Rekonvergenz, wenn eine Signalleitung verzweigt und die ! Abschnitt 4.3.1
unterschiedlichen Signalwege in einem nachfolgenden Gatter wieder
zusammengeführt werden.

Signalleitung, mit der sich die betreffende Hardware-Komponente in Reset


ihren Initialzustand zurücksetzen lässt. Reset-Leitungen sind zum ! Abschnitt 7.1.4
Betrieb eines !Schaltwerks nahezu unvermeidlich, da sich die !Spei-
cherelemente nach ihrer Aktivierung in einem beliebigen Zustand
befinden können.

Reduced Instruction Set Computer verfügen über einen vergleichsweise RISC


primitiven !Befehlssatz und unterstützen kaum mehr als die elementa- ! Abschnitt 11.2.2
ren !Adressierungsarten. Auf Grund dieser Einschränkungen können
RISC-Prozessoren besonders effizient arbeiten und benötigen für die
Ausführung der meisten Befehle nur einen einzigen Takt. Ein zentrales
Merkmal der RISC-Technik ist die !Load-Store-Architektur, die sie
deutlich von der konkurrierenden !CISC-Technik abgrenzt.
406 E Glossar

ROM Read-Only Memory. Vorprogrammierter !Speicher, der gelesen, aber


! Abschnitt 6.11 nicht beschrieben werden kann.

Römische Zahlen Im antiken Römischen Reich entwickeltes !Additionssystem.


! Abschnitt 2.1

Schaltalgebra Die Schaltalgebra ist eine spezielle !boolesche Algebra, mit deren
! Abschnitt 3.1.2 Hilfe sich der Aufbau und die Funktionsweise digitaler Schaltungen
mathematisch beschreiben lässt. Auf der Menge der beiden Wahrheits-
werte 0 und 1 definiert die Schaltalgebra die !Elementaroperatoren ¬,
∧ und ∨ wie folgt:

¬x = 1 ⇔ x=0
x∧y = 1 ⇔ x = 1 und y=1
x∨y = 1 ⇔ x = 1 oder y=1

Schaltkreis Elektronische Schaltung, die aus einer Zusammenschaltung logischer


! Abschnitt 4.1 Grundbausteine einer bestimmten !Schaltkreisfamilie entsteht.

Schaltkreisfamilie Bezeichnung für eine Menge logischer Grundbausteine, die in der


! Abschnitt 4.1 gleichen Basistechnologie gefertigt sind. Zu den wichtigsten Basi-
stechnologien gehört neben der Transistor-Transistor-Logik (TTL)
und der Emitter Coupled Logic (ECL) insbesondere die Metal-Oxide-
Semiconductor-Technologie (MOS).

Schaltnetz Funktionales Modell einer Hardware-Schaltung. Schaltnetze sind aus


! Abschnitt 4.2 !Gattern aufgebaut und besitzen keine Speicherelemente. Die an den
Ausgängen anliegenden Signalwerte berechnen sich damit ausschließ-
lich aus den aktuell an den Eingängen anliegenden Signalwerten.

Schaltungssynthese Bezeichnet die Umsetzung eines abstrakten Modells in eine konkrete


! Abschnitt 4.2 Hardware-Schaltung.

Schaltwerk Funktionales Modell einer Hardware-Schaltung. Im Gegensatz zu


! Abschnitt 4.2 !Schaltnetzen sind zusätzliche !Speicherelemente vorhanden, die
den Zustand des Schaltwerks definieren. Mathematisch gesehen können
Schaltwerke mit Hilfe von !endlichen Automaten beschrieben werden.
407

Die direkte Umsetzung eines Automaten in eine Hardware-Schaltung


führt zu einer Schaltwerksimplementierung in !Huffman-Normalform.

Spezielles !Register mit der Eigenschaft, die gespeicherten Bits um Schieberegister


eine Stelle nach links oder rechts schieben zu können. Unter anderem ! Abschnitt 8.1.2
können Schieberegister zur Serialisierung paralleler Datenströme,
zur Parallelisierung serieller Datenströme oder zur Durchführung
arithmetischer Operationen eingesetzt werden.

Spezielles !Schaltwerk, mit dessen Hilfe der !Takt zeitversetzt auf Sequencer
mehrere Taktleitungen verteilt wird. Die auch als Mehrphasentaktgeber ! Abschnitt 10.2
bezeichnete Komponente ist Bestandteil vieler !mikroprogrammierter
Steuerwerke.

Besagt, dass sich jede !boolesche Funktion mit Hilfe ihrer negativen Shannon’scher
und positiven !Kofaktoren darstellen lässt. Durch die rekursive Entwicklungssatz
Anwendung des Shannon’schen Entwicklungssatzes auf alle freien ! Abschnitt 3.4.3
Variablen einer booleschen Funktion lässt sich diese auf direktem Weg
in ihr !Binäres Entscheidungsdiagramm überführen.

Hardware-Komponente zur persistenten Speicherung von Daten und Speicher


zentraler Bestandteil eines jeden Rechnersystems. Der Hauptspei- ! Abschnitt 8.3
cher eines Computers kann als statischer !SRAM-Speicher oder
als dynamischer !DRAM-Speicher implementiert werden. In einem
klassischen !Von-Neumann-Rechner ist der Hauptspeicher über den
!Adress- und !Datenbus mit dem !Mikroprozessor verbunden.
Die !Speicherordnung gibt an, in welcher Reihenfolge die einzelnen
!Bytes eines Datenworts im Speicher abgelegt werden.

Hardware-Komponente, die im Gegensatz zu einem !Gatter über Speicherelement


einen internen Zustand und damit über eine Art Gedächtnis verfügt. ! Abschnitt 7.1
Synchrone Speicherelemente koppeln den Wechsel des Zustands an
einen !Takt. Abhängig von der Art der Taktsteuerung sprechen wir
von !Latches oder !Flipflops.

Bezeichnung für die verschiedenen Speicherebenen eines Mikrocom- Speicherhierarchie


puters. In der Speicherhierarchie sind die Ebenen in absteigender ! Abschnitt 11.3.2
Geschwindigkeit und aufsteigender Speichergröße geordnet. Am
oberen Ende der Speicherhierarchie steht mit den !Registern des
408 E Glossar

Prozessors der kleinste, aber schnellste Speicher. Am unteren Ende


befindet sich mit dem !virtuellen Speicher der größte, aber langsamste
Speicher. Die Zwischenebenen der Speicherhierarchie werden durch
den Hauptspeicher (!Speicher) und die verschiedenen Varianten der
!Cache-Speicher gebildet.

Speicherordnung Legt fest, in welcher Reihenfolge die einzelnen Bytes eines Datenworts
! Abschnitt 2.1 im !Speicher abgelegt werden. In Abhängigkeit der Anordnung
sprechen wir von einer !Little-Endian- oder einer !Big-Endian-
Architektur.

Sprungvorhersage Technik zur Verringerung der in einem !Mikroprozessor auftretenden


! Abschnitt 11.3.1 !Pipeline-Hazards. Hierzu wird das Verhalten der bedingten Sprung-
befehle eines Programms statisch oder dynamisch analysiert und das
Ergebnis zur Vorhersage des zukünftigen Sprungverhaltens verwendet.

SRAM Statisches !RAM. Die einzelnen Bits werden mit Hilfe von !Latches
! Abschnitt 8.3 oder !Flipflops gespeichert. Im Vergleich mit der alternativen Technik
des !DRAMs ist der SRAM-Speicher schneller, aber auch deutlich
flächenintensiver. SRAM-Speicher wird insbesondere zum Aufbau von
!Cache-Speichern eingesetzt.

Stapelregister Spezielles Hilfsregister eines !Mikroprozessors, das zur Verwaltung


! Abschnitt 10.1.2 von Unterprogrammaufrufen dient. Der Inhalt des Registers fungiert als
Schreib-/Lesezeiger auf den Stapelspeicher (Stack). Hierbei handelt es
sich um einen speziellen Bereich des Hauptspeichers (!Speicher), der
die Rücksprungadressen der getätigten Unterprogrammaufrufe sichert.

Statischer Hazard Liegt vor, wenn der Signalpegel auf Grund eines Störimpulses für
! Abschnitt 4.5.2 kurze Zeit wechselt. Ein statischer Hazard-Impuls kann die Ursache
eines !Logik-Hazards oder eines !Funktions-Hazards sein.

Statusbit Bezeichnung eines einzelnen Bits des !Statusregisters. Zu den Status-


! Abschnitt 10.1.2 bits gehören unter anderem das Carry-Bit C, das Zero-Bit Z und das
Negative-Bit N.

Statusregister Spezielles Hilfsregister eines !Mikroprozessors, dessen einzelne


! Abschnitt 10.1.2 !Statusbits über das Ergebnis der letzten arithmetischen Operati-
on bzw. den aktuellen Wert des !Akkumulators Auskunft geben.
409

Über das Statusregister findet ein Informationsaustausch zwischen


!Rechenwerk und !Steuerwerk statt.

Ein Stellenwertsystem ist ein spezielles !Zahlensystem, das zur Be- Stellenwertsystem
stimmung des dargestellten Werts nicht nur die verwendeten Ziffern, ! Abschnitt 2.1
sondern auch deren absolute Position innerhalb der Ziffernfolge in
Betracht zieht. Neben dem uns vertrauten !Dezimalsystem sind das
!Binärsystem, das !Oktalsystem sowie das !Hexadezimalsystem die
wichtigsten Stellenwertsysteme der technischen Informatik.

Neben dem !Adressbus und dem !Datenbus der dritte zentrale !Bus Steuerbus
eines !Von-Neumann-Rechners. Der Bus verbindet den !Mikropro- ! Abschnitt 10.1.1
zessor mit den anderen Funktionseinheiten und dient der Übertragung
von Kontroll- und Steuersignalen.

Bezeichnung für die semantischen Abhängigkeiten zwischen zwei Be- Steuerflussabhängigkeit


fehlen. Jeder bedingte Sprung erzeugt eine Steuerflussabhängigkeit, ! Abschnitt 11.3.1
da die Auswertung der Sprungbedingung über den nächsten aus-
zuführenden Befehl entscheidet. Steuerflussabhängigkeiten können
zu !Pipeline-Hazards führen, da die frühen Verarbeitungseinheiten
bereits mit der Bearbeitung eines Folgebefehls beschäftigt sind, bevor
die Sprungbedingung vollständig ausgewertet ist.

Neben dem !Operationswerk die zweite zentrale Komponente eines Steuerwerk


Schaltwerks, das mit Hilfe des !Register-Transfer-Entwurfs erzeugt ! Abschnitt 9.1.2
wurde. Das Steuerwerk implementiert die Ablaufsteuerung des Schalt-
werks und ist direkt mit den Steuerleitungen der Funktionseinheiten
im Operationswerk verbunden. Die Datenverarbeitung selbst findet
vollständig im Operationswerk statt.

Variante der !vollständigen Induktion, mit der sich viele Aussagen Strukturelle Induktion
über !boolesche Ausdrücke beweisen lassen. Hierzu wird die Aussage ! Abschnitt 3.2.3
zunächst für alle atomaren booleschen Ausdrücke explizit bewie-
sen und anschließend gezeigt, dass sich die Gültigkeit der Aussage
auf zusammengesetzte Ausdrücke überträgt. Formal entspricht die
strukturelle Induktion einem vollständigen Induktionsbeweis, dem als
Induktionsparameter n die Formellänge zu Grunde liegt.
410 E Glossar

Subtrahierer Spezielles !Schaltwerk zur Durchführung der binären Subtraktion. Ein


! Abschnitt 6.7 Subtrahierer kann auf einfache Weise aus einem !Addierer erzeugt
werden, indem der zweite Operand zunächst in das !Zweierkomple-
ment übersetzt wird.

Superpipelining Erweiterung des !Pipelining-Prinzips, die die Befehlsausführung in


! Abschnitt 11.3.1 noch feinere Teilschritte zerlegt. Hierdurch werden die in einer ein-
zigen Verarbeitungseinheit durchgeführten Operationen sukzessive
vereinfacht, so dass die Ausführungsgeschwindigkeit einer einzelnen
Pipeline-Stufe deutlich gesteigert werden kann. Das Superpipelining-
Prinzip ist orthogonal zur !Superskalartechnik und lässt sich mit
dieser nahtlos kombinieren.

Superskalartechnik Erweiterung des !Pipelining-Prinzips, die den Befehlsdurchsatz durch


! Abschnitt 11.3.1 die Mehrfachauslegung der Verarbeitungseinheiten erhöht. Hierdurch
wird es möglich, in jedem Taktzyklus mehrere Instruktionen in die
Befehls-Pipeline einzuspeisen. Die Superskalartechnik ist orthogonal
zum Prinzip des !Superpipelinings und lässt sich mit diesem nahtlos
kombinieren.

Takt Binäres Rechtecksignal, das in periodischen Abständen zwischen den


! Abschnitt 7.1.2 beiden Signalwerten 0 und 1 wechselt. Der Takt wird durch einen
speziellen Generatorbaustein erzeugt und gibt gewissermaßen die
Schlagzahl eines !Schaltwerks vor. Ist ein Schaltwerk taktzustandsge-
steuert, so erfolgt ein Zustandswechsel innerhalb der positiven bzw. der
negativen Taktphase. Ist ein Schaltwerk taktflankengesteuert, erfolgt
ein Zustandswechsel stets zeitgleich mit der positiven bzw. negativen
Taktlanke.

Tautologie !Boolescher Ausdruck, der für alle Variablenbelegungen zu 1 evaluiert.


! Abschnitt 3.2.2 Tautologien werden auch als allgemeingültige Aussagen bezeichnet.

Transduktor Spezieller !endlicher Automat, der zur Modellierung von !Schalt-


! Abschnitt 7.2.1 werken eingesetzt wird. Transduktoren bestehen aus einer Menge von
Zuständen sowie einem Ein- und einem Ausgabealphabet. In jedem
Verarbeitungsschritt nimmt der Automat ein Eingabezeichen entgegen,
produziert ein Ausgabezeichen und nimmt einen neuen Zustand ein.
Abhängig von der Form der Ausgabefunktion werden Transduktoren
weiter in !Mealy-Automaten und !Moore-Automaten unterschieden.
411

Spezielle !Wahrheitstabelle zum systematischen Entwurf von Übergangstabelle


!Schaltwerken. Neben der Ausgabefunktion des zu Grunde liegenden ! Abschnitt 7.2.2
!endlichen Automaten beschreibt die Tabelle die Beziehung zwischen
dem aktuellen Zustand und dem Folgezustand. Aus der Übergangsta-
belle lässt sich die Übergangsfunktion mit konventionellen Mitteln der
!booleschen Algebra ableiten und hieraus eine Implementierung des
Schaltwerks in !Huffman-Normalform erzeugen.

Universelle Zeichensatztabelle zum Verfassen multilingualer Texte. Unicode


Der Unicode gliedert sich in 17 Bereiche, von denen die so genannte ! Abschnitt 2.4.3
Basic Multilingual Plane (BMP) in der Praxis die größte Rolle spielt.
Die ersten 256 Zeichen der BMP sind mit den Zeichen der !ISO
8859-1 identisch.

Spezielles !Register, das die Eigenschaften des !Auffangregisters Universalregister


mit denen des !Schieberegisters in sich vereint. ! Abschnitt 8.1.3

Zur Vergrößerung des Hauptspeichers (!Speicher) wird die !Spei- Virtueller Speicher
cherhierarchie am unteren Ende durch den Sekundärspeicher erweitert. ! Abschnitt 11.3.2
Der Hauptspeicher übernimmt damit die Rolle eines schnellen
!Cache-Speichers, der sich zwischen dem !Mikroprozessor und dem
Sekundärspeicher befindet.

Berechnet die Summe aus drei Binärziffern. Durch die Verwendung Volladdierer
des dritten Bits als Übertragsbit lässt sich ein vollständiger !Addierer ! Abschnitt 6.5.1
durch die kaskadierte Zusammenschaltung mehrerer Volladdierer auf-
bauen (!Carry-ripple-Addierer). Ein einzelner Volladdierer kann auf
einfache Weise mit Hilfe zweier !Halbaddierer und eines zusätzlichen
ODER-Gatters aufgebaut werden.

Neben dem direkten und dem indirekten Beweis ist die vollständige Vollständige Induktion
Induktion die dritte klassische Beweistechnik der Mathematik. Das ! Abschnitt 3.2.3
Beweisprinzip ist immer dann anwendbar, wenn eine parametrisierte
Aussage A(n) für alle natürlichen Zahlen n bewiesen werden soll.

Ein Induktionsbeweis erfolgt in drei Schritten: Zunächst wird im Induk-


tionsanfang die Aussage für einen oder mehrere Basisfälle bewiesen. Im
nächsten Schritt erfolgt die Annahme, dass die Aussage für ein gewisses
n und alle kleineren Werte bewiesen sei (Induktionsannahme). Gelingt
412 E Glossar

im Anschluss der Beweis, dass aus der Gültigkeit von A(n) stets die
Gültigkeit von A(n + 1) folgt, so ist die Aussage für alle n bewiesen.

Eine mit der vollständigen Induktion verwandte Beweistechnik ist die


!strukturelle Induktion, mit deren Hilfe sich zahlreiche Aussagen der
!booleschen Algebra beweisen lassen.

Vollständiges Operatorensystem Jede Menge M von booleschen Operatoren bildet ein Operatorensys-
! Abschnitt 3.3.3 tem. M ist vollständig, wenn sich jede !boolesche Funktion durch
einen !booleschen Ausdruck beschreiben lässt, der ausschließlich
Operatoren aus M enthält.

Von-Neumann-Architektur Architekturprinzip des !Von-Neumann-Rechners. Die Von-Neumann-


! Abschnitt 10.1.1 Architektur wurde 1965 durch John von Neumann postuliert und ist bis
heute die dominierende universelle Rechnerarchitektur. Eine Alternati-
ve stellt die weniger flexible, aber effizientere !Harvard-Architektur
dar, die heute insbesondere im Bereich digitaler Signalprozessoren weit
verbreitet ist.

Von-Neumann-Flaschenhals Plakative Bezeichnung für den Bus eines !Von-Neumann-Rechners


! Abschnitt 10.1.1 und Hinweis auf ein zentrales Problem der !Von-Neumann-
Architektur. Da die gesamte Kommunikation zwischen dem !Mikro-
prozessor und den restlichen Funktionseinheiten über einen einzigen
!Bus abgewickelt wird, wird dieser schnell zum limitierenden Faktor
für die maximal erreichbare Systemleistung.

Von-Neumann-Rechner Herzstück des Von-Neumann-Rechners ist ein programmgesteuerter,


! Abschnitt 10.1.1 sequenziell arbeitender !Mikroprozessor, der über verschiedene
!Busse mit den restlichen Funktionseinheiten kommuniziert.

Ein wesentliches Merkmal eines Von-Neumann-Rechners ist die prin-


zipielle Gleichbehandlung von Programminstruktionen und Datenwör-
tern. Insbesondere werden Programme zusammen mit den zu verarbei-
tenden Daten in einem gemeinsamen !Speicher abgelegt. Auf diese
Weise ist ein einziger !Daten- und !Adressbus für die Kommunika-
tion zwischen Hauptspeicher und !Mikroprozessor ausreichend, was
den Bau eines Von-Neumann-Rechners deutlich vereinfacht.

Vorzeichenbitdarstellung Spezielles !Zahlenformat zur Darstellung ganzer, vorzeichenbehaf-


! Abschnitt 2.1 teter Zahlen. Ein festgelegtes Bit bestimmt das Vorzeichen und die
restlichen Bits den Betrag der repräsentierten Zahl.
413

Zur Steigerung der Produktionseffizienz werden Mikrochips stets im Wafer


Verbund auf großen Siliziumscheiben – den so genannten Wafern – ! Abschnitt 4.2
hergestellt. Die einzelnen Chips werden erst sehr spät in der Produkti-
onskette aus dem Wafer herausgetrennt und separat weiterverarbeitet.

Tabellarische Darstellung einer booleschen Funktion. Die Wahrheits- Wahrheitstabelle


tabelle einer n-stelligen !booleschen Funktion besteht aus 2n Zeilen, ! Abschnitt 3.1.2
die jede für sich eine eindeutige Belegung der freien Variablen charak-
terisieren. Die Größe einer Wahrheitstabelle steigt exponentiell mit der
Anzahl der freien Variablen an und ist für die Darstellung vielstelliger
boolescher Funktionen daher nicht geeignet. Genau wie das binäre oder
funktionale !Entscheidungsdiagramm ist die Wahrheitstabelle eine
!Normalformdarstellung.

Künstlich verursachte Verzögerung, um eine !Steuerflussabhängigkeit Wartezyklus


aufzulösen. Wartezyklen können entweder prozessorseitig mit einer ! Abschnitt 11.3.1
speziellen Verzögerungslogik oder softwareseitig durch das Einfügen
von NOP-Befehlen über den Compiler erzeugt werden.

16-Bit-!CISC-!Instruktionsarchitektur der Firma Intel. Die x86- x86-Architektur


Architektur wurde bereits 1978 mit dem 8086-Prozessor eingeführt und ! Abschnitt 11.2
begründete das Zeitalter der Personal-Computer. Die x86-Architektur
wurde im Laufe der Zeit durch die !IA-32- und die !EM64T-
Architektur abgelöst. Auf Grund der hohen Marktdurchdringung
wurden alle Nachfolgearchitekturen abwärtskompatibel ausgelegt, so
dass die x86-Architektur auch heute noch allgegenwärtig ist.

Definiert, wie ein Zahlenwert im Speicher eines Computers auf Bit- Zahlenformat
ebene repräsentiert wird. Zur Darstellung ganzer, vorzeichenbehafteter ! Abschnitt 2.1
Zahlen besitzen die !Vorzeichenbitdarstellung, das !Einerkom-
plement sowie das !Zweierkomplement eine praktische Relevanz.
Rationale Zahlen werden entweder im !Festkommaformat oder im
!Gleitkommaformat dargestellt.

Besteht aus einem Ziffernvorrat sowie einer Berechnungsvorschrift, Zahlensystem


die jeder Ziffernfolge einen Zahlenwert zuordnet. Abhängig von der ! Abschnitt 2.1
zu Grunde liegenden Berechnungsvorschrift sprechen wir von einem
!Additionssystem oder einem !Stellenwertsystem.
414 E Glossar

Zähler Spezielles !Schaltwerk zum Abzählen von Impulsen. Zählerbausteine


! Abschnitt 8.2 werden anhand ihrer Implementierung (asynchron, synchron, ge-
mischt), ihrer Zählrichtung (vorwärts, rückwärts, bidirektional) sowie
des verwendeten Zahlenformats (!Binärsystem, !BCD-Code, ...)
unterschieden.

Zeitdiagramm Grafische Darstellung des von einem !Schaltwerk erzeugten Signal-


! Abschnitt 7.1.2 verlaufs. Die Zeit wird auf der x-Achse und die überwachten Signale
werden auf der y-Achse aufgetragen.

Zustandsvariable Variable, die den aktuellen Zustand eines !Speicherelements


! Abschnitt 7.1 beschreibt. Die Werte aller Zustandsvariablen definieren zusammenge-
nommen den Zustand eines !Schaltwerks.

Zweierkomplement Spezielles !Zahlenformat zur Darstellung ganzer, vorzeichenbehaf-


! Abschnitt 2.1 teter Zahlen. Im Zweierkomplement wird eine Zahl negiert, indem
zunächst das !Einerkomplement gebildet und der Ergebniswert
anschließend um eins erhöht wird.

Zweistufiges Schaltnetz Ein !Schaltnetz heißt n-stufig, wenn ein Signal von den Eingängen bis
! Abschnitt 4.2.1 zu den Ausgängen maximal n !Logikgatter durchläuft. Jede !boole-
sche Funktion lässt sich in ein zweistufiges Schaltnetz überführen,
indem zunächst die !konjunktive Minimalform oder die !disjunktive
Minimalform erzeugt und diese anschließend in ein !Schaltnetz
synthetisiert wird.