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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 10


– 27. November 2006 ( )
Radiostation: TideRadio 96.0 ( )

Raga CDs des Monats:


Abend- & Nachtragas (Violine, Sitar) – Teil 2

© 11/2006 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
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IMC OnAir / Feature “Raga CDs des Monats” 27.11.06 (15:00-15:58) / Sendeplatz: www.tidenet.de)

Hintergrund ...
IMC OnAir als Radiosendung (Radio + Internet Radio (PodCasting) gliedert sich
historisch und hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.

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Abend- und Nachtragas


(Raga CDs des Monats)

- Teil 2 / 27.11.06 (15:00-15:58) -

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[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet finden
Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den Musikmeistern, zu
indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format als


Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm zur indisch
klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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[1.1.] Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer !


.. ich heisse Sie herzlich Willkommen bei „IMC - India meets Classic“, eine
Sendung für indisch klassische Musik. Mein Name ist Lothar J.R. Maier.
Es freut mich, für Sie heute den Themenschwerpunkt "Abend- und
Nachtragas", Teil 2 zu präsentieren.
Wir orientieren uns dafür an der Tages- und Nachtspielzeit der Ragas im
indischen Musiksystem.
Wie in all unseren Sendungen „Raga-CDs des Monats“ hören Sie Beispiele
original indisch-klassischer Musik, gespielt von den renomiertesten
Musikmeistern Indiens.
Beachten Sie auch die Hinweise zu unserem Hörertelefon und
Internetangebot in dem weiteren Verlauf der Sendung.

[1.2] Themenintro ... Zusammenfassung aus Teil 1


Unser heutiges Thema ergänzt sich zur letzten Sendung „Abend- und
Nachtragas, Teil 1“.
Hierbei stellten wir die Violine als westliches Instrument vor, das in die
nordindische und südindische Musik Einzug fand – Und präsentierten dafür
Ragabeipiele, wie den Abendraga Yaman, die Nachtragas Rageshri und
Durga oder den Raga Maru Behag, eine Mischung aus einem Abend- und
Nachtraga.
Auch heute wollen wir uns mit der Violine und ihrer herausragende
Bedeutung in der indischen Klassik weiter beschäftigen ....

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[2.1] 1. Künstler: Kala Ramnath (Violine) & Purbayan Chatterjee (Sitar) ...
Die Violinistin Kala Ramnath hörten wir bereits in unserer Sendung „Abend-
und Nachtragas“, Teil 1 ... im Zusammenspiel mit ihrem Lehrmeister und
Gesangskünstler Pandit Jasraj. Kala ist in Indien als „The singing Violin“
bekannt und präsentiert sich auch heute in einem „Jugal Bandi“, in der
Tradition des indischen Duettspiels, mit einem Vertreter der jüngeren
Musikergeneration Indiens, dem Sitarmeister Purbayan Chatterjee.
Purbayan stammt aus einer Familie, die tief verwurzelt ist in der Tradition der
klassischen Musik. Der Vater Partha Chatterjee, er war Purbayan’s erster
Lehrmeister im zarten Alter von 4 Jahren, ist ein ausgewiesener Experte auf
der Sitar. Er ist in Indien wie in den U.S.A. und Europa als Lehrer und
Künstler hoch angesehen.
Purbayan hatte auch das Glück, bei einem der grössten Musiker Indien’s zu
studieren, dem Sitarmaestro Pandit Nikhil Bannerjee.
1982 zog Purbayan, gerade im Alter von nur 5 Jahren, bei einem indischen
Festival in der Schweiz, in Basel mit einer sensationellen Performance die
internationale Aufmerksamkeit auf sich. Mit 14 entschied er sich für die
Berufslaufbahn als Musiker, als er die höchste Auszeichnung „der beste
Instrumentalist seines Landes“ erhielt.
Purbayan nimmt als Sitarspieler noch heute Unterricht bei der Sarod-
Legende Ali Akbar Khan. Sein früherer Lehrer, Nikhil Bannerjee, war
langjähriger Weggefährte von Akbar Khan in hunderten von Konzerten und
als Lehrkraft am „Ali Akbar College of Music“ tätig. Bannerjee verstarb 1986,
im Alter von nur 54 Jahren.
Purbayan führt die künstlerische Ästhetik von Nikhil Bannerjee’s Sitarspiel
fort. Obergleich sich Purbayan als professioneller Sitarmusiker versteht, wird
ihm von den führenden Musikern Indiens eine erstaunliche Begabung als
Sänger bescheinigt.
In der Tradition der indischen Musikschule „Senia Maihar Gharana“ von Baba
Alauddin Khan, Ali Akbar Khan’s Vater, kombiniert Purbayan für sein
Sitarspiel auf höchst anspruchsvolle Weise die Facetten des Dhrupad- und
Khayal-Gesangs, zwei der grossen klassischen Gesangsformen Indiens: die
Strenge und der musikalische Reichtum des Drupads mit der Präsenz und
Lyrik des Khyals.

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[2.2] Anmoderation zum Hörbeispiel Nr. 1: Raga Bageshri (Tarana) ...


Im indischen Verständnis wird der Raga Bageshri zur Zeit des späten
Abends, der Zeit für das „Lustig sein“ und der „ausgelassenen Fröhlichkeit“
gespielt.
Ihn interpretieren uns die Violinistin Kala Ramnath und Purbayan Chatterjee
auf der Sitar in dem rhythmisch-lebhaften und leichten Gesangsstil Tarana.
Der Tarana gehört zu den Gesangsstilen, die mit dem Dhrupad verwandt
sind. Der Dhrupad ist eine alte, in allen klassischen Werken beschriebene
Kompositionsform, die aus vier Teilen besteht und in ihrer heutigen Form auf
die Hofmusik des Herrschers von Gwalior, Raja Mana Simha (1486-1525)
zurückgeht.
Beim Tarana werden die Worte durch mnemo-technische Silben ersetzt. Sie
werden verwendet, um die unterschiedlichen Arten, die Trommel zu
schlagen, darzustellen. Der Gebrauch von Trommelsilben (oder Bols) - als
vokale Basis der Melodien - wird von mehreren Sanskrit-Autoren erwähnt und
stammt aus sehr alter Zeit. Manchmal werden auch einige Wörter aus einem
Gedicht und konventionelle Silben ohne Bedeutung (yala, nom, tom, non,
dani usw.) eingeführt. Phrasen wie ’Tana Dere Na Dim’, ’Na Der Dani Ni’
werden in einer lebendigen, rhythmischen Form gesungen.
Der Volkslegende folgend, soll diese Idee von Amir Khusru stammen, dem
grossen Musiker türkischer Herkunft, der Sanskrit nicht beherrschte.
[2.3] Hörbeispiel Nr. 1 ... (Raga Bageshri)
[2.4] Abmoderation zu Hörbeispiel Nr. 1 ...
Aus der CD SAMWAD, aufgenommen in den Virtual Studios im Jahre 2004 in
Sanjaya, Gujarat (Indien) und bei dem Label SenseWorldMusic veröffentlicht,
hörten wir den Spätabendraga Bageshri, im Tarana-Stil. Auf der Sitar
Purbayan Chatterjee. Die Violine spielte Kala Ramnath, von Subhankar
Banerjee auf der Tabla begleitet.
Der Tablamaestro Subhankar Banerjee gehört zu den populärsten
Tablaspielern der indischen Musikszene. Bereits im Alter von fünf wurde er
Schüler von Shri Swapan Shiva, ein gefeierter Künstler und Vertreter der
Farukhabad Tabla Gharana, für das Tablaspiel Nordindiens einer der sechs
anerkannten Musikschulen (Gharanas). Subhankar widmet sich intensiv den
Studien dieser unterschiedlichen Stile bei verschiedenen Musikmeistern.

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[3.1] Indische Violine & Westliche Musik


Zwischen indischen Violinmeistern und Violinisten der westlichen Klassik und
des Jazz gibt es seit Jahrzehnten – geradezu typisch für die Menthalität des
Subkontinents – eine ausgeprägte Wechselbeziehung, die sich in
gemeinsamen Musikprojekten niederschlägt.
Sir Yehudi Menuhin, dessen grosser Verdienst es ist, die indisch klassische
Musik in die Neuzeit des Westen eingeführt zu haben, veranlasste nicht nur
Ravi Shankar, die Weltbühne zu betreten: Menuhin spielte u.a. mit Dr. L.
Subramaniam, einem zeigenössischen Violinisten aus Chennai. Er gilt als
einer der aussergewöhnlichsten Multitalente Indiens. - In Indien wird er
betitelt als „The God of Indian Violin“, “The Paganini of Indian Classical
Music”.
Subramaniam erhielt nach einer Ausbildung in der westlichen Klassik am
kalifornischen Institut der Künste das Master’s Deegree, machte seinen
Medizinabschluss, entschied sich aber, sein Leben ganz der Musik zu
widmen. Von ihm existieren Aufnahmen der Karnatischen Musik, der
westlichen Klassik, orchestrale Kompositionen bis hin zu Weltmusik und
Fusion.
Die indische Musik wurde erstmalig für ein breites Publikum im Westen in
den 60er Jahren bekannt, als George Harrison mit den Beatles Indien
besuchte, auf der Suche nach alternativen Methoden der
Bewusstseinserweiterung und zur spirituellen Erleuchtung. Und dabei den
Sitarspieler und –lehrer Ravi Shankar entdeckte. Viele musikalische
wechselseitige Befruchtungen folgten. Eines der ertragreichsten Ergebnisse
war die des Gitarristen John Mc Laughlin mit seiner Formation Shakti. Bei ihr
spielte der geniale Violinist Dr. Lakshminarayana Shankar, bekannt als L.
Shankar.
Er ist ein herausragender Violinist und Bruder von L. Subramaniam (Wie es
scheint, gilt für die meisten der indischen Violinisten, einen Vater, Bruder,
Schwester oder Chiropraktiker zu haben, die berühmt ... und talentierte
Musiker sind).
L. Shankar, sowohl in der westlichen als auch südindischen Klassik zu
Hause, verwendet seine blendende Virtuosität mit grösstmöglicher Wirkung
im Rock und Jazz Fusion ... und wirkte mit Künstlern wie Peter Gabriel, Jan
Garbarek, Frank Zappa, Talking Heads und dem Fiedler Mark O’Connor
zusammen. Das Publikum versetzt er in Erstaunen mit einer elektrischen
Doppel-Hals-Violine. In den Händen eines nahezu jeden anderen Künstlers
würde es ziemlich lächerlich und völlig überheblich wirken. Das 10-saitige
Instrument gibt L. Shankar alle Möglichkeiten eines Streichquartetts.
Dem Thema Fusion & Weltmusik wird sich „IMC – India meets Classic“ in
einer seiner Sondersendungen widmen.

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[3.2] Anmoderation zum Hörbeispiel Nr. 2: Nikhil Bannerjee ... Raga Desh ...
Als Vergleich zu unserem ersten Hörbeispiel mit dem Sitaristen Purbayan
Chatterjee nun sein Lehrmeister und grösstes Vorbild selbst: Pandit Nikhil
Bannerjee, auf der Sitar, begleitet von Pandit Samta Prasad auf der Tabla.
Den Spätabendraga Desh hören wir als Ausschnitt aus dem Hauptteil GAT im
langsamen Tempo (vilambit).
[3.3] Hörbeispiel Nr. 2 ... (Raga Desh)
[3.4] Abmoderation Hörbeispiel Nr. 2 ...
Aus der CD Pt. Nikhil Banjerjee – Sitar spielten wir den Spätabendraga Desh,
ein im Jahre 1992 veröffentlichter Archivbestand von All India Radio,
erschienen bei SCI – Super Cassettes India Ltd. (Indien) in 2001.
[4.1.1] Frauen & Indische Violine
Ausser im Gesang sind die Musikerinnen in der Instrumentalmusik
gegenüber ihren männlichen Kollegen immer noch unterrepräsentiert.
Besonders auf der Violine aber konnten sich die Frauen in Indien und im
internationalen Musikzirkus erfolgreich etablieren.
Kala Ramnath, Anupria oder Sunita, Tochter der Violinistin Minto Khaund
oder Sangeeta Shankar, Kala’s Cousine und Gingger, die Nichte von L.
Shankar und Tochter von L. Subramaniam, sind Vertreterinnen der jüngeren
Musikergeneration.
[4.1.2] Biographisches zu Dr. N. Rajam ...
Unter all diesen Künstlerinnen kann man Dr. N. Rajam den grössten
Verdienst für die Violine in der indisch klassischen Musik zusprechen ... Wie
die Violinistin M. Narmadha kombiniert auch N. Rajam die nordindische mit
der südindischen Musik.
Selten gibt es bei Künstlern eine solche Beherrschung sowohl des Hindustani
als auch des karnatischen Musiksystems. Obgleich sie unvermeidlich
miteinander in Verbindung stehen, erfordern sie in der Praxis eine
unabhängige Beachtung voneinander und verschiedentlicher Schematas.
Die Violine wurde im Ganzen im Nordteil Indiens kühler aufgenommen. Von
vielen wurde der Klang als „zu dünn für die Hindustani Musik“ betrachtet,
verglichen mit dem sonoren Sound der Sarangi. Das veränderte sich, als
N. Rajam erstmalig im Alter von 15 in der Musikszene auftauchte. Bereits ihre
frühen Performances waren so inspirierend, dass viele der
hervorkommenden Violinisten ihre eigene instrumentale Herangehensweise
(gatkari) fallen liessen.
N. Rajam entstammt einer illustren Familie mit musikalischen Wurzeln, die
eine Vielzahl von Generationen zurückreichen. Sie wurde in die Musik und
Spieltechniken der Violine von ihrem Vater A. Narayana Iyer eingeführt. Von
Ihm wurde ein Kind für die Grösse (Erhabenheit/Bedeutung) in der
karnatischen Tradition vorbereitet, T.N. Krishnan, N. Rajam’s Bruder.
Seine Tochter führte der vorausschauende Narayana Iyer in Richtung der
Hindustani-Tradition und trug zu der Erfindung einer Fingertechnik bei, die
die Rolle der Violine in der nordindischen Musikform revolutionieren würde.

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In ihren lehrreichen Jahren hatte N. Rajam auch das Glück, den grossen
Doyen des nordindischen Gesangs kennenzulernen und bei ihm zu
studieren: Pandit Omkarnath Thakur. Der Gesangsmeister war so
beeindruckt von dem Talent und der Virtuosität der jungen Rajam, dass er sie
unter seine Fittiche nahm ... und ihr dazu verhalf, ihre eigene Handschrift
„gayaki ang“ zu entwickeln, die all die Nuancen der nordindischen
Vokalmusik aufgriff. So brachte N. Rajam die Violine an die Spitze des
Repertoires der indisch klassischen Musik.
[4.2.1] Anmoderation Hörbeispiel Nr. 3 u. 4 ... (Raga Malkauns / Raga Bageshree)
Das Gegenstück zu dem Mitternachtsraga Malkauns, den wir bereits in Teil 1
unserer Sendung „Abend- und Nachtragas auf der Violine“ präsentierten,
werden wir nun von Dr. N. Rajam hören. Mitternachtsraga Malkauns gibt es
auch in der Karnatischen, südindischen Musik als „Raga Hindolam“.
Der Raga Hindolam gehört dem Bhairavi Thaat an, in der aufsteigenden wie
absteigenden Skala jeweils aus 6 Noten bestehend. S – g – m – d – n – S’
aufsteigend und absteigend S’ – n – d – m – g – S.
Zitat: Die Noten dieses Ragas kreieren Nuancierungen Raga Malkauns
spiritueller Übungen, die tiefen Respekt mit einem
unbewussten Erstaunen über die Tatsachen der
Schöpfung vermischen: die Tiefe der Nacht, magisch,
mystisch, verloren und sich dennoch sicher fühlend.

Im 17. Jahrhundert wurde in der Raga-Malerei der 17th century ragamala


Raga Malkauns wie folgt beschrieben: painting of Raga Malkauns
A scarf around his neck
Ein Tuch um seinen Nacken gelegt and fanned by the fair-
befächert von dem mit schlanken Hüften hipped one,
a golden seat has been
wurde ein goldener Sitz angefertigt
made
für den König der Engel. for the king of the
Gutaussehend und reich. gandharvas.
Shri Malav ist bekannt als der fünfte Malav. Handsome and wealthy,
Shri Malav is known
as the fifth Malav.
in der Provinz Mughal,
um ca. 1610 Provincial Mughal,
ca 1610

[4.2.2] Biographisches zu Sangeeta Shankar ...


Die Tochter von Dr. N. Rajam, Sangeeta Shankar, häufig im Duett mit Ihrer
Mutter und auf der Bühne, wollen wir nach dem Raga Malkauns als Solistin
mit dem Tablavirtuosen Ustad Zakir Hussain und einem Spät-Nacht-Raga,
dem Raga Bageshree hören ...
Sangeeta hat mit ihrer Mutter Musikwerke aus beiden Traditionen realisiert,
ein seltenes Merkmal für einen indischen Musiker. Ihre akademischen
Auszeichnungen stehen in Verbindung mit einer illustren Berufskarriere.
Sangeeta’s These Ihrer Doktorarbeit an der Benares Hindu Universität
besteht aus der Ansammlung einer detaillierten und hingebungsvollen
Forschung über den Beitrag der Violine und Violininsten an der indischen
Musik. Sie ist auch Gründerin von Vidyaa Niketan, ein empfehlenswertes
Zentrum für die kulturrelle Erziehung von Frauen und Kinder.

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[4.2.3] Hörbeispiel Nr. 3 (RADIANT / Dr. N. Rajam) ...


Auf der Website von IMC (Englisch) www.imcradio.net (Deutsch) finden Sie neben vielfältigen
Information rund um die Musiktitel ein Gästebuch, in dem Sie sich mit unseren Hörern zur
indisch klassischen Musik austauschen können. Registrieren Sie sich auch gerne für den Bezug
des kostenlosen Newsletters, und IMC - India meets Classic hält Sie regelmässig über neue
Sendungen auf dem Laufenden. Telefonisch können Sie bundesweit zum Ortstarif Ihre
Wünsche an das Redaktionsteam richten: 01801-993322-3863.
[4.2.4] Hörbeispiel Nr. 4 (MELODY & RYTHM / Sangeeta Shankar & Utd. Zakir Hussain) ...
[4.2.5] Abmoderation Hörbeispiel Nr. 3 und 4 ...
Dies waren zwei Ragainterpretationen von den beiden Violinistinnen Dr. N.
Rajam und ihrer Tochter Sangeeta Shankar. Der Abendraga Malkauns ist auf
Rajam’s CD RADIANT in 2002 bei SenseWorldMusik veröffentlicht ... von der
CD MELODY & RYHTM, veröffentlicht 1997 bei Magnasound India Ltd.,
hörten wir den Spät-Nacht-Raga Bageshree. Kein geringerer als der
TablaMaestro Ustadt Zakir Hussain begleitete Sangita Shankar.
[5.1] Südindisches Musikbeispiel ... Geschichte
In unseren beiden Sendungen zum Thema Abend- und Nachtragas, Teil 1
und 2 mit verschiedenen Hörbeispielen zum indischen Violinspiel sind wir
immer wieder auf die südindische, karnatische Musik gestossen.
Der Ursprung der karnatischen Musik kann ca. 2000 Jahre zurückdatiert
werden. A.D. Purandaradasa (1484-1564), zuweilen als der Vater der
südindischen Musik bezeichnet, komponierte eine Vielzahl von Liedern, die
noch heute zum Standardrepertoir und zu Übungen gehören, die von den
Musikstudenten eingeübt und praktiziert werden. Das goldene Zeitalter für die
südindische Klassik bestand zwischen 1750 und 1850, in dem die Stilformen
und Musikdarbietungen entwickelt wurden, die wir heute kennen.
Kompositionen von Thygaraja, Dikshitar und Syama Sastri, die aus jener Zeit
stammen, werden nahezu in jedem Konzert für karnatische Musik präsentiert.
Die Violine hat sich in der südindischen Musik wie kein anderes Instrument
aus dem Westen etablieren können. In den Süden Indiens wurde sie von
Baluswamy Dikshitar im frühen 19. Jahrhundert eingeführt. Er selbst stand
durch die ost-indische Handels-Company unter dem Einfluss des
europäischen Orchesterspiels. Heute werden nahezu alle Gesangskonzerte
in Südindien auf der Violine begleitet. Sie hat die Veena als ein antikes
Instrument Indiens fast vollständig verdrängt.
[5.2] Biographisches zu Ganesh & Kumaresh ...
Dazu möchten wir Ihnen zwei der führenden Künstler der karnatischen Musik
präsentieren: das Violin-Duett mit den Brüdern Ganesh & Kumaresh ... Seit
ihrer frühesten Kindheit entwickelten sie ihre musikalische Partnerschaft.
Bevor der jüngere der Brüder sein 10. Lebensjahr erreichte, hatten sie bereits
gemeinsam ihren 100. Bühnenauftritt absolviert. Das Violinspiel entwickelten
sie technisch zu einem kraftvollen Ausdruck von höchster Präzision und
Virtuosität.

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[5.3] Anmoderation Hörbeispiel Nr. 5 ... (Abendraga Vasantha)


Auf der CD Sundaram, in der Übersetzung heisst das „Schönheit“, wird die
die süd-indische Form „Ragam Tanam Pallavi“ dokumentiert ... mit einer
eigenen Komposition von Ganesh.
Ragam steht für die melodische Improvistation von Phrasierungen in einer
vorgegebenen Tonskala; Tanam ist die melodisch-rhythmische Improvisation
ohne Begleitung durch die Perkussionsinstrumente und Pallavi ist der
kompositorische Anteil mit einem sich wiederholenden Motiv, aus dem
verschiedene Melodiemuster desselben Notenmaterials entwickelt werden.
Ganesh’s Komposition entspricht dem südindischen Abendraga Vasantha.
Das Notenmaterial finden wir im Raga Basant (o. Vasant) der nordindischen
Klassik, den wir bereits in unserer Sendung „Frühlingsragas“ präsentierten.
Der Abendraga Vasantha, einer der ältesten Ragas in Indien, wird seit mehr
als 1000 Jahren gespielt ... und tradionsgemäss am Ende eines Konzertes
aufgeführt. In diesem Sinne soll die letzte Aufnahme unsere heutige Sendung
beschliessen.
Ganesh & Kumaresh werden begleitet von Patri Satish Kumar auf der
Mridanga („irdenes Glied“) und Tripoonithura Radhakrishnan auf dem
Ghatam. Die Mridanga ist die klassische Trommel Indiens, die bis auf das 3.
vorchristliche Jahrtausend zurückdatiert werden kann. Heute besteht sie aus
einem langzylindrischen Hohlkörper aus Holz, an beiden Enden jeweils mit
einem Fell überspannt. Der Ghatam, ein gefässartiger Klangkörper aus Ton,
wird typischerweise zur Begleitung der grossen südindischen Vokal- u.
Instrumentalmusik gebraucht. Er ist ein schlichtes Instrument, auf dem
rhythmisch dennoch sehr subtile Variationen ausgeführt werden können. Der
irdene Klang wird von dem Spieler mit dem Schlagen der Finger erzeugt.
[5.4] Hörbeispiel Nr. 5 (Ganesh & Kumaresh / Raagam Taanam Pallavi) ...
[5.5] Abmoderation Hörbeispiel Nr. 5
Der Abendraga Vasantha in der südindischen Form „Raagam Taanam
Pallavi“ aus der CD Sundaram wurde 2005 von den Violinisten und Brüdern
Ganesh & Kumaresh in den Virtual Studios, in Sanjaya, im indischen Gujarat
aufgenommen ... und im gleichen Jahr bei dem Musiklabel SenseWorldMusic
veröffentlicht.
[6.1] Verabschiedung ...
Das war IMC - India meets Classic. - Eine Sendung für indisch klassische
Musik.
Ich hoffe, Ihnen hat der heutige Themenschwerpunkt "Abend- und
Nachtragas", Teil 2 mit Beispielen des indischen Violin- und Sitarspiels
gefallen. - Vielen Dank für'
s Zuhören.
Am Mikrophon war Lothar Maier. Namaste.

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[6.2] Abspann ...


Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres
Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
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Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des
Monats".

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CD-PLAYLIST

(1) Purbayan Chatterjee & Kala Ramnath


SAMWAD (SWM 039)
Raga Kedar
1. Alap 12:35
2. Composition in Vilambit Jhaptaal 19:54
3. Composition in Medium Teental (16 beats) 14:25

Raga Bageshri (night)


4. Tarana 15:05

Kala Ramnath (Violin), Purbayan Chatterjee (Sitar), Sbhankar Banerjee (Tabla)

© 2004 - SenseWorldMusic
----------------------------------

(2) An All India Radio Release


Pt. Nikhil Banjerjee – Sitar (SICCD 027 - PKD. 5/2001)
Raag Des (late evening)
1. Gat Vilambit & Drut 34:29
2. Mishra Gara 14:21
Tabla: Pt. Samta Prasad
3. Rachna Thumri Ang 10:54
Tabla: Pt. Chautrlal
4. Rachna Khamaj Thumri 11:37
Tabla: Premballabh

© 1992 – SCI Super Cassettes Ind. Ltd. (India)


----------------------------------

(3) N. Rajam
RADIANT (SWM 022) - Live at Saptak Festival 2002

Raga Malkauns (evening raga)


1. Vilambit Ektaal 25:14
2. Teental (Medium Tempo) 15:15
3. Teental (fast tempo) 05:52

4. Raga Khamaj (evening), Thumri (dadra) 12:19

5. Raga Nilambari (Ektaal) 06:44

6. Raga Bhairavi (any time) (Teental) 12:30

Dr. N. Rajam (Violin), Akram Khan (Tabla)

© 2002 - SenseWorldMusic
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© 11/2006 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
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IMC OnAir / Feature “Raga CDs des Monats” 27.11.06 (15:00-15:58) / Sendeplatz: www.tidenet.de)

CD-PLAYLIST

(4) Sangeeta Shankar & Ustad Zakir Hussain


MELODY & RHYTHM (D4HI2428)

1. Raag Bageshree (late night) 30:50


Alaap, Vilambit - Jhaptaal (10 beats) u. Madhyalaya, Drut - Teentaal (16 beats)

2. Raag Miyan Ki Sarang 27:50


Alaap, Madhyalaya - Teentaal (16 beats) u.
Madhyalaya, Drut - Ada Chautal (12 beats)

3. Thumri (CD bonus track) 10:08


Ektaal (12 beats)

accompanying artist: Vilas Pednekar (Tanpura)

© 1997 - Magnasound (India) Ltd.


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(5) GANESH and KUMARESH


SUNDARAM (SWM 062)

Sadamadindaladu (Thyagaraja) – Raga Gambeeravani


1. Adi tala (8 beats) 09:19
Andavane (Papanasam Sivan) – Shanmugapriya Raga
2. Alap 27:50
3. Composition in Rupaka tala (6 beats) 13:46

Raagam Taanam Pallavi – Raga Vasantha (evening raga)


4. Alap Part 1 10:09
5. Alap Part 2 07:45
6. Composition in Misra Chappu tala (7 beats) 17:27

accompanying artist: Patri Satish Kumar (Mridangam), Tripoonithura Radhakrishnan (Ghatam)

© 2005 - SenseWorldMusic

© 11/2006 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
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