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GREEN
INNOVATION
HUB

V#3 VON DAVID LECHNER


18.03.2011

Strom aus Atomkraftwerken wird oft als wirtschaftlich günstige Lösung


bezeichnet. Dies insbesondere im Vergleich zu Strom aus erneuerba-
ren Energiequellen. Was sind die ökonomischen und gesellschaftlichen
Kosten der Nutzung von Atomenergie. Was die Alternativen.

Aufwändig und ineffizient: Die Wärme-Koppelung ist bei Atomkraft- Entwicklung hingegen von der Pri-
Betriebskosten der Atomener- werken nicht möglich. vatwirtschaft finanziert und aus die-
Wenn auch nur geringfügig an sem Grund auch auf die Produktkos-
gie.
den Betriebskosten beteiligt, werden ten (Strompreis) überwälzt.
Nicht nur die Planung und Bau von die Brennstoffkosten durch die Ver- Atomstrom ist nur preislich kon-
Atomanlagen sind im Verhältnis zu knappung von Uran in Zukunft weitere kurrenzfähig, weil die Versicherungs-
anderen Kraftwerkskapazitäten sehr Preissteigerungen verursachen. Der kosten von der Allgemeinheit
kapital- und kostenintensiv. Preis für 1 Pfund (lb) Urankonzentrat getragen werden.
Hohe Kosten verursacht auch der (U3O8) ist von 7 US$ im Jahr 2000 Atomkraftwerke sind für Haft-
hohe Energieeinsatz, der notwendig ist, bereits auf 36 US$ in 2006 gestiegen. pflichtfälle nur sehr ungenügend versi-
damit es überhaupt zur Stromgewin- chert. Das Risiko bei Unfällen von A-
nung aus Uranerz kommen kann. Die Unverzichtbar für die Atom- tomkraftwerken trägt der Staat und
Produktionskette reicht vom Tagebau, energie: Subventionen und Privi- nicht der Betreiber des AKW's. Müss-
der Aufbereitung, Konvertierung, An- legien ten die Betreiber der AKW's ihre Anla-
reicherung und Brennstoffproduktion gen entsprechend den tatsächlichen
Um den kommerziellen Betrieb von
zum Einsatz im AKW und führt dabei Risiken versichern, würde Atomstrom
Atomanlagen überhaupt zu ermögli-
auch zu massiven Verlusten hinsichtlich mindestens doppelt so teuer.
chen, sind umfangreiche staatliche
der Energieausbeute. So sind z.B. zur Der volkswirtschaftliche Gesamt-
Förder- und Finanzinstrumente zur Ver-
Deckung des Strombedarfs der franzö- schaden eines Super-GAUs in Deutsch-
fügung gestellt worden.
sischen Urananreicherungsanlage Pier- land beläuft sich nach Angaben des
relatte rund drei der vier Blöcke des • Alleine über den EURATOM-Ver-
deutschen Bundeswirtschaftsministeri-
trag der heutigen Europäischen Uni-
benachbarten AKW Tricastin notwen- ums auf rund 5.000 Mrd. €. Die
on wurden seit 1957 - ohne parla-
dig. Hinzu kommen 41 Mrd. kWh Gas- AKW's sind aber nur für einen materi-
mentarische Kontrolle - ca. 400 Mrd.
und 21 Mio. m3 Wasserverbrauch im ellen Schaden von rd. 200 Millionen €,
€ Fördermittel gezahlt.
Jahr. d.h. für 0.04% des effektiven Schadens
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Auch der dolor met
Wirkungsgrad von set
A- • Die Forschung für Atomkraft
versichert. 99.96% der Schadenskos-
wurde und wird in der Regel immer
quam nunc parum
tomkraftwerken ist mit 31% dagegen
noch durch öffentliche Gelder finan-
ten müsste vom Staat bzw. der Allge-
sehr schwach. Rund zwei Drittel der meinheit bezahlt werden!

2009
ziert. Deshalb werden diese Kosten
eingesetzten Primärenergie gehen zwi- Darüberhinaus müsste bei einem
auch nicht auf den Atomstrom über-
schen dem AKW und dem Verbraucher Unfall im AKW Krümmel/Elbe je nach
wälzt. Bei den erneuerbaren Ener-
verloren. Ein Einsatz effizienter Kraft- Windverhältnissen ca. 1,2 Mio. Men-
giequellen werden Forschung und
schen evakuiert werden. 40.000 bis
110.000 Menschen würden an Krebs
erkranken und nach 50 Jahren wären
rund zwei Drittel der Stadt Hamburg
noch unbewohnbar.
Betreiber von Atomkraftwerken
profitieren neben der Steuerbefreiung
für Kernbrennstoffe in Deutschland von
den steuerfreien Rückstellungen der
Betreiber für den Abbau von Anlagen
und die Lagerung radioaktiven Materi-
als. Die betroffenen Energiekonzerne
haben durch diese Regelung Mittel in
Höhe von ca. 30 Mrd. € angesammelt,
deren Kapital- und Zinserträge frei
verwendet werden können, z.B. für den
Aufkauf von Konkurrenten oder den
Einstieg in neue Geschäftsfelder. Ob
die Gelder in Zukunft z.B. nach Fusio-
nen oder Unternehmenskrisen noch
verfügbar sein werden, ist dagegen
nicht gesichert. Dem Bundeshaushalt Der dezentrale Ausbau erneuerbarer Ener-
entgehen durch den Verzicht auf die
Besteuerung jährlich Steuereinnahmen gien generiert für Städten und Gemeinden
von bis zu 20 Mrd. €.
Betreiber von Atomkraftwerken eine enorme Wertschöpfung
sind außerdem durch die Befreiung
vom Emissionshandelssystem begüns-
tigt. Die Produktionskette zur Herstel- Der dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien generiert laut ei-
lung des atomaren Brennstoffes verur- ner Studie des IÖW-Studie (2010) den deutschen Städten und
sacht umfangreiche Emissionen von Gemeinden eine Wertschöpfung von annähernd 6,8 Milliarden
Treibhausgasen (ca. 34 g CO2/kWh) - Euro.
wenn auch nicht am AKW selbst. Trotz-
Der flächendeckende und dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien ist für
dem gibt es für die Atomindustrie im
Kommunen umso profitabler, je mehr Anlagen, Betreibergesellschaften, Herstel-
Gegensatz zur fossilen Energiewirt-
ler oder Zulieferer vor Ort angesiedelt sind. Mit der aktuellen IÖW-Studie wird
schaft keine Beschränkung ihrer Aus-
diese naheliegende Annahme erstmals in einer wissenschaftlich fundierten, sys-
stoßmengen, d.h. Betreiber oder Bau-
tematischen Berechnung für alle gängigen Erneuerbare-Energien-Technologien
herren von neuen AKW werden ge-
bestätigt. Zudem können Kommunen jeder Größe auf Grundlage der Studie
genüber fossilen Kraftwerken begüns-
ermitteln, welche Wertschöpfung Erneuerbare Energien vor Ort bereits erwirt-
tigt und müssen weder Kosten für ihre
schaften oder künftig erwirtschaften könnten – etwa durch Steuer- und Pacht-
Emissionen tragen noch diese reduzie-
einnahmen, Unternehmensgewinne und Arbeitsplätze sowie durch die Einspa-
ren.
rung fossiler Brennstoffe.
Nicht zuletzt übernehmen die öf-
fentlichen Haushalte die Kosten für den Bei einem weiteren dynamischen Ausbau der Erneuerbaren Ener-
Transport von Atommüll.
gien könne sogar annähernd eine Verdoppelung der Wertschöp-
Atomenergie kann somit nur unter
Rückgriff auf staatliche Subventionen
fung bis zum Jahr 2020 erreicht werden.
sowie Privilegien gegenüber anderen „Es zeugt von regionalwirtschaftlichem Weitblick und finanzpolitischem
Energiequellen auf den Strommärkten Sachverstand, dass immer mehr Städte und Gemeinden den Umstieg auf eine
kommerziell genutzt werden. regenerative Energieversorgung in die Tat umsetzen. (...) Sie erhöhen damit ihre
Die Nutzung der Atomenergie zur Attraktivität als Wirtschaftsstandort und verbessern die kommunale Haushaltsla-
Stromgewinnung ist in vielfacher Hin- ge. Dies kommt wiederum den Bürgern vor Ort zugute.“ (Jörg Mayer, Ge-
sicht unverantwortbar. Das Unfallrisiko, schäftsführer der deutschen Agentur für Erneuerbare Energien).
die Gesundheitsschäden durch radioak- Die Regionen und Kommunen müssen vermehrt die Bedeutung einer aktiven
tive Strahlung, das unlösbare Atommüll- und weitschauenden Daseinsvorsorge, die den ökonomischen und ökologischen
Problem und die nahe Erschöpfung der Interessen des Gemeinwesens am besten entspricht erkennen. Ein verstärktes
Uranvorkommen erfordern das umge- Engagement in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz biete
hende Ersetzen der Atomenergie durch dabei die Chance zur Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg, zur Finanzierung
Erneuerbare Energien. Dies ist nicht nur wichtiger kommunaler Vorhaben und Haushaltsentlastung, zur Sicherung des
aus ökologischen Motiven sinnvoll. Standortes, der Arbeitsplätze und der lokalen Wertschöpfung.
Doch nicht nur Stadt-
werke profitieren vom
Umstieg auf Erneuer-
bare Energien, sondern
aufgrund der dezentra-
len Struktur besonders
auch der ländliche
Raum.

Bei der Modellkommune 1 (2.500 EinwohnerInnen), die den privaten Einkommen zurückzuführen, da die Solaranla-
sich zu 100 % aus Biomasse versorgen kann, und die zudem gen nicht nur hohe Dienstleistungsanteile aufweisen, sondern
den bundesdurchschnittlichen Ausbaugrad in den beiden auch überwiegend von Privatpersonen finanziert und betrie-
Solartechniken aufweist, sieht man deutlich den überdurch- ben werden.
schnittlichen Beitrag der Biogas- und Biomasseanlagen an
der Wertschöpfung. Die Kommune nimmt ca. 54.000 Euro Steuern ein,
was knapp einem Prozentpunkt der gesamten
Die kleine Biomasse-Gemeinde erzielt eine Wert- Gewerbe- und Einkommensteuern einer Kommune
schöpfung von über 450.000 Euro. Davon entfällt in dieser Größe entspricht. Insgesamt beträgt die
der größte Anteil auf die Einkommen der Beschäf- Wertschöpfung dieser Modell- kommune 743.000
tigten bei den ortsansässigen EE-Unternehmen. Euro im betrachteten Jahr.
Die Gemeinde erhält über 33.000 Euro durch Gewerbe- Es werden außerdem rechnerisch ungefähr 700.000
und Einkommensteuer. Dies entspricht einem Anteil von mehr Euro weniger für Importe fossiler Energieträger ausgegeben
fast 3 % an der Steuersumme aus allen Gewerbesteuern und und über 14.000 Tonnen CO2 vermieden. Der Beschäfti-
kommunalen Rückflüssen aus der Einkommensteuer, die eine gungseffekt liegt bei Modellkommune 2 bei etwas mehr als
Kommune in der Größe durchschnittlich einnimmt.32 Die zehn Vollzeitbeschäftigten. Die durchschnittliche Wertschöp-
Beiträge der mit durchschnittlichem Ausbaugrad angesetzten fung pro Einwohner liegt in dieser Kommune bei 60 Euro und
Solartechnologien fallen dem gemäß deutlich geringer aus; damit um das 1,5-fache höher als in der „durchschnittlichen“
aber immerhin leisten auch sie in der kleinen Gemeinde ge- Modellkommune 4. (vgl. IÖW 2010)
meinsam eine kommunale Wertschöpfung in Höhe von mehr In der Wind-Kommune mit dreifachem Ausbaugrad im
als 40.000 Euro. Vergleich zum Durchschnitt sowie doppelter Leistung an Pho-
Vergleichsweise hoch fallen jedoch die vermiedenen tovoltaikanlagen (Modellkommune 3; 35.000 EW) erhöht sich
Ausgaben für Importe fossiler Brennstoffe aus, die sich rech- die gesamte kommunale Wertschöpfung durch EE deutlich
nerisch auf 780.000 Euro belaufen. Zudem werden über auf über 3 Mio. Euro. Die Windenergie trägt hier über 50 %
15.000 Tonnen CO2 vermieden. Ebenfalls rechnerisch erge- dazu bei, allein die Steuereinnahmen aus der Windenergie
ben sich für die hier angesetzten Wertschöpfungsstufen in belaufen sich fast auf 200.000 Euro, zudem wird eine Pacht
den beiden modellierten EE-Sparten Biomasse und Solar- in Höhe von 274.000 Euro erzielt. Der erhöhte Biogas-Aus-
energie ca. zehn Vollzeitbeschäftigte. In dieser 100 %-Bio- baugrad macht sich demgegenüber angesichts des sehr nied-
masse-Kommune wird ein Durchschnitt von 182 Euro pro rigen Durchschnittswerts kaum bemerkbar. Die gesamten
Einwohner an Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien Steuereinnahmen durch EE haben einen Anteil von 1,3 % an
erreicht – ein 4,6-fach höherer Wert im Vergleich zur durch- den gesamten Steuern der Kommune auf Gewerbe und Ein-
schnittlichen Wertschöpfung pro Einwohner in Modellkom- kommen. Rechnerisch geht die hier ermittelte Wertschöpfung
mune 4 („Durchschnittskommune“). (vgl. IÖW 2010) auf ca. 41 Vollzeit- beschäftigte zurück.
In Modellkommune 2 (12.500 EinwohnerInnen) macht Es werden ca. 68.000 Tonnen CO2 vermieden und 3,2 Mio.
sich der doppelte Wind-Ausbaugrad deutlich bemerkbar: Mit Euro weniger für fossile Brennstoffe ausgegeben. Modell-
43 % leistet die Windenergie den größten Beitrag an der kommune 3 erreicht eine durchschnittliche Wertschöpfung
Wertschöpfung. An zweiter Stelle liegt noch vor der eben- von 87 Euro pro Einwohner, dem 2,2-fachen des Werts der
falls überdurchschnittlich angesetzten Biomasse die Photo- „durchschnittlichen“ Modellkommune 4. (vgl. IÖW 2010)
voltaik, die bereits bei durchschnittlichem Installationsgrad Aus den Ergebnissen für die Modellkommune 4 (75.000
einen Anteil von fast 30 % an der gesamten kommunalen EE- EW) geht hervor, dass in den Bereichen Windenergie und
Wertschöpfung aufweist. Dies ist auf die hohen Beiträge zu Photovoltaik die mit Abstand höchste Wertschöpfung gene-
riert wird. Dabei spielen jeweils die Einkommen eine zentrale
Rolle bei der Wertschöpfung. Bei der Photovoltaik liegen die The Green Innovation Hub
Einkommen sogar noch höher, weil die Anlagen überwie- Durch die Herausforderung der Klima-, Energie- und Ressourcen-
gend von Privatpersonen betrieben werden, wodurch deren krise wächst der Druck Richtung radikalen und sozialen Innovati-
Einkommen wiederum erhöht werden. Insgesamt kann eine onen. Die klassischen Bereiche wissenschaftlicher und wirtschaft-
Kommune mit 75.000 Einwohnern und einem EE-Ausbau im licher Innovation werden daher einem fundamentalen institutionel-
Bundesdurchschnitt demgemäß ca. 1 Mio. Euro im Bereich len Umbau unterworfen.
Photovoltaik an Wertschöpfung generieren, im Bereich Durch die Pluralisierung der beteiligten Akteure und Instanzen
Windenergie sogar 1,2 Mio. Euro. Hier entfallen fast (und damit auch die Beteiligung der anderen gesellschaftlichen
Bereiche an den heterogen verteilten Innovationsprozessen) gera-
200.000 Euro auf die Pachteinnahmen, wenn die Flächen im
ten diese anderen gesellschaftlichen Bereiche selbst unter Anpas-
Besitz der Kommune sind. An Steuern nimmt diese Kommune
sungs- und Veränderungsdruck.
aus den EE-Aktivitäten insgesamt 220.000 Euro ein. Dies Aus diesen Gründen wurde 2007 von LIquA – in Kooperation mit
entspricht in etwa 0,5 % der gesamten Gewerbe- und Ein- “Knowledgebase Erwachsenenbildung Wien” – mit dem Aufbau
kommensteuern der Gemeinde. Die in den verschiedenen EE- eines heterogenen Netzwerkes im Bereich der Bildungs- und
Branchen tätigen kommunalen Unternehmen erzeugen eine Green Innovationsforschung (IBR – Innovative Bildungsräume,
Wertschöpfung in Höhe von 340.000 Euro durch Gewinne. GIH -Green Innovation HUB) begonnen.
Mit etwas Abstand auf die Wertschöpfung durch Windkraft
und Photovoltaik folgen die Bereiche Biomasse, Solarthermie Contact
und Biogas. Auch bei den Biogasanlagen können die Kom-
munen neben den Steuern als direkte Einnahmen Pacht er- Untere Donaulände 10/1 | A-4020 Linz
mob | +43 650 207 208 9
wirtschaften. (vgl. IÖW 2010)
mail | d.lechner@liqua.net
Die größte Modellkommune 5 ist als urbane Kommune
web | www.liqua.net
modelliert und weist daher überdurchschnittliche Solarinstal-
blog | www.liqua.net/ibr
lationszahlen auf. Sie verfügt dementsprechend über die mit fb | http://www.facebook.com/liqua.ibr
Abstand höchste Wertschöpfung in diesem Bereich. Allein twitter | http://twitter.com/da_goliath
5,7 Mio. Euro generiert die Photovoltaik, weitere 930.000
Euro kommen von der Solarthermie. Auch der bundesdurch-
schnittliche Ansatz von Windenergieanlagen, welche die
Kommunen an den Stadtgrenzen errichtet hat, führt zu einer
Wertschöpfung in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Insgesamt ver-
fügt die Kommune bei einer solchen Konstellation über Steu-
ComingSoon
ereinnahmen von fast 900.000 Euro (knapp 1 % des gesam-
ten kommunalen Gewerbe- und Einkommensteueranteils). Hub-Transfer V#04: Der süßliche Cocktail aus
Über 400.000 Euro entfallen dabei allein auf Gewerbesteu- Wachstum, Innovation und Nachhaltigkeit
ern, zusätzlich werden ca. 550.000 Euro an Pacht einge-
Dank technischer Innovationen und Fortschritts, so das ständig
nommen. rezitierte Mantra, könne man Wirtschaftswachstum von Res-
Es werden 165.000 Tonnen CO2 vermieden und rechne- sourcenverbrauch und Umweltschäden abkoppeln und trotz-
risch über 8 Mio. Euro weniger für fossile Brennstoffe ausge- dem ein Wirtschaftswachstum generieren. Ein diesbezüglicher
geben. 214 Vollzeitbeschäftigte erwirtschaften die in MK 5 reiner technologischer „Effizienzoptimismus“ wirkt erfolgreich
modellierte Wertschöpfung. Die kommunale Wertschöpfung in Richtung einer gesellschaftliche Sedierung. Notwendig ist
pro Einwohner liegt in etwa 1,4-fach über dem Wert der aber die Erkenntnis: Weder ohne noch allein mit technologie-
Modellkommune 4. (vgl. IÖW 2010) basierter Effizienzsteigerung und forciertem Ausbau erneuer-
barer Energien sind in der Realität ein ausreichender Klima-
Aus dem Fazit der Studie ist hervorzuheben, dass davon
und Ressourcenschutz langfristig denkbar!
ausgegangen wird, dass der kommunale Haushalt im Regel-
fall Steuer und Pachteinnahmen aus EE wird generieren kön- Hub-Transfer V#05: Deshalb muss vor allem
nen. Wörtlich heißt es in der Studie:
auf die kulturelle und soziale Karte gesetzt
„Angesichts der guten Gewinnmöglichkeiten aus werden
dem Betrieb könnte dies ein Anreiz sein, mit dem Weil der technische Pfad wegen seiner Ambivalenzen kaum
Eigenbetrieb dezentraler Energieerzeugungsan- (allein) dazu beitragen dürfte, ökonomische Expansionen von
CO2-Emissionen und Ressourcenverbrauch abzukoppeln, be-
lagen auch wieder mehr Wertschöpfung in die darf es auch eines kulturellen Wandel hin zu suffizienteren
Kommune zurückzuholen und den kommunalen Konsummustern. Gefragt sind also u,a Lösungen, die einen
Haushalt zu stützen.“ Wandel vorherrschender Konsum- und Produktionsmuster –
sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht – begüns-
tigen. Ökologisch nachhaltiges Konsum- und Produktionsver-

Der Autor halten setzt einerseits öko-effizientes und anderseits suffizientes


Konsum- und Produktionsverhalten voraus. Das Handlungsspek-
Der Teilzeitkarent Mag. David Lechner kümmert sich um seine zwei trum erstreckt sich vom Was über das Wie bis hin zum Wie viel
Kinder (7 Monate & 3.7 Jahre) und ist wissenschaftlicher Leiter des konsumieren und produzieren.
außeruniversitären Instituts LIquA (www.liqua.net) und des Netz-
werkes Bildungs- und Green Innovationsforschung (IBR – Innovative Hub-Transfer V#06: Kognitive Dissonanzen
Bildungsräume, GIH -Green Innovation HUB) (www.liqua.net/ibr zwischen Problemwahrnehmung und -Lösung
bzw. http://www.facebook.com/liqua.ibr)