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MANFRED WEIPPERT

Jahwe
und die anderen
Götter

· Forschungen
zum Alten Testament

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Mohr Siebeck
Forschungen zum Alten Testament
herausgegeben von
Bernd Janowski und Hermann Spieckermann

18

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Manred Weippet

Jahwe und die


anderen Götter
Studien zur Religionsgeschichte
des antiken Israel in ihrem
syrisch-palastinischen Kontext

Mor Siebeck
A
Manfred Weippert, geb. 1937, Professor für Altes Testament an der Universitat Heidelberg.
Forschuııgsschwerpuııkte: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel und Juda �I
im Rahmen der Geschichte des Mittelmeerraııms; westsemitische Sprachen; altorientalische
j ı t 9�
c
Prophetie.
Wiclıtige Publikationen: Die Laııdnahme der israelitischeıı Stamme in der neueren wissen­
schaftlichen Diskussion: Ein k:ritischer Bericht, FRLANT 92, Göttingeıı 1967 (eııglisch: \fj
Londoıı/Naperville, iL, 1971); Menahem von Israel uııd seine Zeitgenosseıı in einer Stelen­ aan de nagedachtenis van Berend Maarsingh
inschrift des assyrischen Königs Tiglathpilser III. aus dem Iran, ZDPV 89 (1973), 26-53;
Assyrische Prophetien der Zeit Asarhaddons und Assurbanipals, in F.M FALES (Hrsg.), Assy­
1
rian Royal Inscriptions: New horizoııs in literary, ideological, and historical aııalysis, OAC aan Tine Maarsingh-Kooistra
17, Rom J 981 (erschienen 1982), 71-115; The Relations of the States East of the Jordan with
the Mesopotamian Powers during the First Millennium BC, Studies in the History and Archae­
ology of Jordan 3 (1987), 97-105; Die Petition eiııes Erııtearbeiters aus Mışad jisavyaıü
und die Syntax althebraischer erzahlender Prosa, in: E. BLUM/ CHR. MACH0LZ / E.W. Sı EGE­
MANN (Hrsg.), Die Hebraische Bibel uııd ihre zweifache Nachgeschichte: Festschrift für Rolf
Rendtorf zum 65. Geburtstag, Neukircheıı-Vluyn 1990, 449-466; Geschichte Israels aı
Scheideweg, ThR 58 (1993 ), 71-103; lsraelites, Arameeııs et Assyriens dans la Transjordanie
septeııtrioııale, ZDPV 113 (1997), 19-38.

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsauııahıııe


Weippert, Maııfred:
Jahwe und die anderen Götter : Studien zur Religioıısgeschichte des antiken lsrael in
ihrem syrisch-palastinischen Kontext / Maııfred Weippert. - Tübiııgeıı : Mohr Siebeck,
1997
(Forschuııgen zum Alten Testament ; 18)
ISBN 3-16-146592-X

© 1997 J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen.


Das Werk einschlieB!ich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung
auBerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags
unzulassig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfaltigungen, Übersetzungen, Mikro­
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Das Buch wurde voıı Martin Fischer in Tübingeıı aus der Times Antiqua gesetzt, auf alte­
ruııgsbestandiges Werkdruckpapier der Papierabrik Weissenstein in Pforzheim gedruckt uııd
voıı Heirır. Koclı in Tübingeıı gebuııden.
ISSN 0940-4155

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Vorwort
«Nous ne cherchons jamais les choses,
mais la recherche des choses. »
BLAISE PASCAL,
Pensees, frag. 135 Brunschvicg

Die ldee zu dieser Auswahl von Aufsiitzen aus dreiBig Jahren geht auf die
Herren Herausgeber der Reihe Forschungen zum Alten Testament zurück, mit
denen ich auch diskutiert habe, was in die Sammlung aufgenommen werden
sollte. Es handelt sich dabei im wesentlichen um Arbeiten, in denen Gottheiten
behandelt werden oder eine wichtige Rolle spielen. Ursprünglich sollte auch
eine Anzahl von Aufsatzen zur altisraelitischen und altorientalischen Prophetie
aufgenommen werden. Dieser Plan wurde jedoch fallengelassen, da der Band
dann zu umfangreich geworden ware. Die beiden Artikel über die ,,Bileam"­
lnschrift von Tel! Der cAlla mögen dieses Genre auf ihre Weise vertreten.
Der alteste Aufsatz, der - auf ausdrücklichen Wunsch der Herausgeber - in
der Sammlung enthalten ist, ist im Jahr 1961 erschienen; die anderen verteilen
sich über die Zwischenzeit bis zum Jalır 1991. Es ist legitim, zu fragen, ob man
solche Texte, die z.T. in einer von der heutigen ganz verschiedenen Wissen­
schaftssituation entstanden sind, im Jahr 1997 noch einmal weithin unveran­
dert abdrucken darf. leh habe mich dafür entschieden 1 , weil das Zeitkolorit
wesentlich zu solchen Artikeln hinzugehört; auBerdem kamı man so die Ent­
wicklung rnancher Themen über einen gewissen Zeitraum hin verfolgen. Mit
dem Versuch, die Aufsiitze durch Nachtrage zu rnodernisieren, bin ich an der
Literaturflut unserer Tage gescheitert; die Erganzungen waren allzu ungleich­
maBig ausgefallen. So habe ich - von wenigen Ausnahmen2 abgesehen - dar­
auf verzichtet und muB die Leser(innen) dieses Bandes bitten, sich über die
neuere und neueste Diskussion durch die zur Verfügung stehenden bibliogra­
phischen Hilfsmittel zu informieren.
Die Aufsiitze wurden formal, so weit dies möglich war, vereinheitlicht. lns­
besondere wurden die Literaturangaben, von bekannteren Textausgaben und
Nachschlagewerken abgesehen, nach dem sog. Harvard-Systern umgestaltet,
wie es in neueren Publikationen zunehmend gebrauchlich ist, und die genauen
Titelangaben in einer Gesamtbibliographie zusammengefaHt. Dies rnag zu-

1 Einige kleinere Retouchen waren unvermeidlich. Zur Dokumentation s.u.


2 Sie sind in der Regel durch eckige Klammern eingefaBt.
V III Voıwort ¼nwort IX

nachst einige Unannehmlichkeiten mit sich bringen; aufs ganze gesehen dürfte Last but not least: Dit boek is opgedragen aan Tine en dr. Berend Maarsingh
diese Zitationsweise jedoch auch arbeitsökonorrıische Vorteile gewahren - ins­ als een bescheiden teken varı dank voor hun vriendschap tijdens de ruim zes
besondere füllt das lastige Suchen nach der Stelle, an der ein Titel zum ersten jaren die wij, mijn echtgenote en mij, in Nederland doorgebracht hebben - een
Mal zitiert wurde, weg (oder die ebenso lastigen Rückverweise auf jene Stel­ vriendschap die ook door ons vertrek naar Heidelberg niet minder is geworden.
len, die den Anmerkungsapparat meist ungebührlich anschwellen lassen). Die Tot orıze grote verdriet is Berend Maarsingh op l 6 november 1995 overlederı.
erwahnten Textausgaben (z.B. KUB) und Nachschlagewerke (z.B. AHw) wer­ Wie hem kerıde zal zich steeds herinneren aan een beminnelijke marı, een zorg­
den jedoch weiterhin mit den eingeführten (und aufS. 195-197 erklarten) Siglen zame vader en grootvader, een getrouwe dierıaar des Woords en een diepzirı­
angegeben. rıige en erıthousiaste exegeet varı het Oude Testamerıt.
Die altorientalischen Schriften werden auBerhalb von Zitaten samtlich
lateinschriftlich transkribiert, auch dort, wo in der Originalfassung eines Aufsat­ Villeperdrix (Drôme), 4. August 1996 Manfred Weippert
zes etwa hebraische oder arabische Schrift verwendet worden war. Zugrunde­
gelegt ist die Umschriftpraxis der Zeitschrift des Deutschen Palastina-Vereins,
in der für alle semitischen Sprachen - in Anlelınung an das Transkriptions­
schema der Deutschen Morgenlandischen Gesellschaft für die verschiedenen
Auspragungen der arabischen Schrift - gleichartige Prinzipien gelten3. Die
Wiedergabe des Sumerischen und der altanatolischenSprachen wurden diesem
System unter Berücksichtigung des Üblichen möglichst angepaBt.
Natürlich wurden auch zahlreiche Fehler in Stellen- und Literaturangaben
beseitigt. Wieviel neue sich bei der Bearbeitung in die Texte eingeschlichen
haberı, wird erst die Zukunft zeigen.
Die umfangreicherı Arbeiten zur Vorbereitung des Neudrucks der Aufsatze
warerı ohne tatkraftige Hilfe nicht möglich gewesen, für die ich allerı Beteiligten
sehr dankbar bin. Die steinige Aufgabe, die Gesarrıtbibliographie herzustellen,
ist vorı Thomas Meyer (Tübingerı) überrıommerı worden. Sein Text wurde von
Jobst Bösenecker (Rostock) grürıdlich überarbeitet und erganzt. Beide haben im
Verein mit Angelika Berlejurıg (Heidelberg) und Frank Zeidler (Heidelberg)
zahlreiche Eirızelheiterı verifiziert oder herausgefurıderı, was wirklich gemeint
war. Für alle Fehler, die derırıoch stehengeblieben sind, liegt die Verantwortung
aber selbstverstandlich bei mir. Die zeitrauberıde SchluBrevision der bibliogra­
phischen Angaben ware ohrıe den Einsatz meiner Frau, Dr. Helga Weippert,
rıicht rrıöglich gewesen. Ilır ist darüber hirıaus aber auch für mehr als fünfund­
zwanzig Jahre interısiver wissenschaftlicher Zusammenarbeit zu danken, die
weiter geht, als die Texte erkennen lassen. Helene Eichrodt (Heidelberg)
schlieBlich hat einen weserıtlichen Beitrag zur Herstellung der Register erbracht.
Dank gebührt auch den ursprünglichen Verlegern4 der hier wieder vorgeleg­
ten Aufsatze, die für den Neudruck ihr ııihil obstat gegeben haben. SchlieBlich
danke ich den Herausgebern der Reihe Forsclıungen zum Alten Testaınent,
Bernd Janowski und HermannSpieckermann, für ibre Initiative und die Bereit­
schaft, den Band zu veröffentlichen, und Herrn Georg Siebeck und den Mitar­
beitern des Verlags J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) in Tübingen für ihre Bemü­
hungen und deren Ergebnis.

3 Siehe Zeitschrift des Deutschen Palastina-Vereins 119 (1994), 106f.


4 Sie sind auf S. ! 93f. genannt.
--- -- ----�- -

Inhalt

Vorwort .................................................... V II
Verzeichnis der Abbildungen im Text ............................ XIII
Verzeichnis der Tafelabbildungen ............................... XIV

1. Synkretismus und Monotheismus:


Religionsinterne Konfliktbewiiltigung im alten Israel 1.

2. Über den asiatischen Hintergrund der Göttin ,,Asiti" 25

• 3. Jahwe ................................................... 35

4. Gott und Stier: Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa ......... 45

5. ,,Heiliger Krieg" in Israel und Assyrien: Kritische Anmerkungen zu


Gerhard von Rads Konzept des ,,Heiligen Krieges im alten Israel" 71 ·

6. Ecce non dormitabit neque dormiet qui custodit Israhel:


Zur Erkliirung von Psalm 121,4 ... ........................... 99

· 7. Elemente phönikischer und kilikischer Religion


in den Inschriften des Karatepe ................. . ............. 109

8. Die ,,Bileam"-Inschrift von Teli Der 'Alla [mit H. WEIPPERT] 131

9. Der ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla


und das Alte Testament ........................ . . . .......... 163

Bibliographie und Beschreibung der abgedruckten Aufsiitze ......... 193


Siglen ..................................................... 195
Bibliographie ... ............................................ 199

Register
1. Namen ................................................ 249
2. Sachen und Begriffe ..................................... 255
3. Wörter ................................................ 260
4. Stellen ...................................... .......... 269
. ııa==

Verzeichnis der Abbildungen im Text

Abb. 1. Stierfigur der Sammlung Ustinow, Katalog Nr. 1


(H.VJNCENT 1907, 169 Abb. 115) ..... .................. . 46

Abb. 2. Karte der Verbreitung von Gottheiten in hieroglyphenluwischen


lnschriften des 2.und 1.Jahrtausends v.Chr. (M. WE!PPERT) 130

Abb.3. Die ,,Bileam"-Inschrift von Tell Der cAlla, Kombination I:


Rekonstruktion der ursprünglichen Position der Fragmente
zueinander (H.WEIPPERT) .............................. 134
Verzeichnis der Tafelabbildungen 1. Synkretismus und Monotheismus
Religionsinteme Konfliktbewaltigung im alten Israel
1:1 Apis (Oslo), Kat.Nr. 1, Frontalansicht .... ................ 189 (1990)
1 :2 Apis (Oslo), Kat.Nr.1, Seitenansicht ..................... 189
2: 1 Apis (Frankfurt), Kat.Nr.8 ............................. 190
2:2 Apis (Frankfurt), Kat. Nr. 10 ............................ 190 /. Kanoninterne Vielstimmigkeit:
2:3 Apis (Frankfurt), Kat.Nr.9, Frontalansicht ................ 190 Oppositionsliteratur im Alten Testament
2:4 Apis (Frankfurt), Kat.Nr.9, Seitenansicht ................. 190
3: 1 Apis (Groningen), Kat.Nr.20, Frontalansicht .............. 191 Das Alte Testament will in seiner Letztgestalt, als Sammlung der heiligen
3:2 Apis (Groningen), Kat.Nr.20, Rückansicht ................ 191 Schriften des Judentums und als erster Teil des christlichen Kanons, ohne
3:3 Apis (Hildesheim), Kat.Nr.21, Frontalansicht .............. 191 Zweifel als Zeugnis von dem einen und einzigen Gott gelesen werden, der die
3:4 Apis (Hildesheim), Kat.Nr.21, Schragansicht .............. 191 Welt geschaffen hat und erhalt und sie ihrer endzeitlichen Bestimmung
4: 1 Apis (Hildesheim), Kat.Nr. 22 .......................... 192 entgegenführt. Das Judentum hat bereits in der Antike die Aussagen seiner
4:2 Apis (Hildesheim), Kat. Nr. 23 .......................... 192 Bibel nicht anders als in diesem Sinne verstanden und etwa das Sama < Yisra'ifl,
4:3 Apis (Oxford), Kat.Nr.28 . . ... . . ...... . . . . . . .. ......... 192 das ursprünglich wohl eher Vorstellungen von verschiedenen lokalen Auspra­
4:4 Apis (Oxford), Kat.Nr.29 ... ........... . . .. .. . .. ....... 192 gungen des Gottes lsraels abwehren sollte, wie selbstverstandlich monothei­
stisch interpretiert.Dazu bedurfte es keiner exegetischen Akrobatik; denn die
Formel von Dtn.6,4 ist in ihrem hebraischen Wortlaut mehrdeutig 1• Mochte sie
anfangs bedeutet haben: ,,Höre, Israel: Unser Gott Jahwe ist ein Jahwe!", also
hier nicht ein anderer als dort 2, so konnte sie, von der Grammatik ohne weiteres
gedeckt, auch so gelesen werden: ,,Höre, lsrael: Unser Gott Jahwe --· Jahwe ist
einzig!" Für dieses 'ehad, ,,Einer!", sind die Martyrer der Seleukidenzeit ge­
storben, die sich weigerten, den Göttern der Machtigen zu opfern und der T ho­
ra untreu zu werden (2. Makk. 6 f., insbes. 7,37 [legendarisch]), mit diesem
'ehad auf den Lippen ging auch Rabbi Akiba in den Tod, als die Römer ihm
sein Festhalten anı öffentlichen Studium des Gesetzes mit grausamer Tortur
vergalten (bSanh.61 b3).In der Welt, die sie umgab, in der man vielerlei Götter
verehrte, war ihnen die Einzigkeit ihres Gottes, des Gottes, dem Israel diente,

Die reichhaltige Literatur zum Thema findet sich in Auswahl in den Bibliographien von
KEEL 1980; LANG 1981a und 1983; HAAG 1985. Da ich mich im folgenden im wesentlichen
auf die Darstellung meines Standpunkts beschranke, wird Sekundarliteratur in der Regel nur
als Beleg herangezogen.
1 RosE 1975, 134 f.
2 DONNER 1973.
3 Dies ist die in der Tradition bezeugte Begründung für das Martyrium Rabbi Akibas.
Wahrscheinlicher ist jedoch, daB er wegen seiner Unterstützung Bar Kosebas (vgl. jTaan.
68 d) hingerichtet wurde.
2 Syııkretismııs und Moııotheisnıus [143/144] [144/145] Synkretismus ııııd Monotlıeisınııs 3
das Wesentliche. Die Frage nach der Einheit des Göttlichen hinter all seinen rer, die man Monolatristen nennen könnte. Sie gestehen wohl zu, daB es viele
Gestalten, die die griechischen Philosophen seit den Vorsokratikern bewegte, Götter gibt, die für die anderen V ölker auch ihre Bedeutungen haben mögen,
ware ihnerı nicht in den Sinn gekommen. Auch das frühe Christentum hat das fordern aber, daB für Israel ausschlieBlich Jahwe Gegenstarıd der Liebe und
Alte Testament in der ihm vertrauten zeitgenössischenjüdischen Deutung zu Verehrurıg zu seirı habe7• Schliel3lich kann man in Resten oder Reflexen auch
seiner Bibel gemacht. Dies hatte zur Folge, daB die Eirıheit \ und Einzigkeit noch rein polytheistische Aussagen ausmachen, etwa solche, die Jahwe als
Gottes in der Kirche nie ernsthaft in Frage gestellt wurde. Gruppen, die hier Mitglied eines Pantheions zeigen (vgl. Din. 32,8 f.; Ps. 82; 89,6-8). Da
einen anderen Weg gehen wollten, wurden rasch als haretisch ausgeschieden, Monolatrie I Polytheismus vorausseızt, kann man sagar sagen, daB das Alte
die Bildung einer göttlichen Trias, die in der spatantiken Welt durchaus im Testament über weite Sırecken hin ein polytheisıisches Buch ist.
Bereich des Möglichen gelegen hatte, durch das allmahlich entstehende In einem aber ist sich dieser polyphone, manchmal gar dissonante Chor ei­
trinitarische Dogma definitiv verhindert. Schliel3lich dürfte für Mul_ıammad in nig: daB Jahwe Israels Gott, Israel das Volk Jahwes isi, und daB dieses besonde­
der Krise der altarabischen Religion im 7. Jahrhundert n. Chr. die Überzeu­ re Verhaltnis zwischen Gott und Volk einerı konkreten, in der Geschichte aus­
gung seiner jüdischen Gewahrsleute, daB die Bibel den einen und einzigen zumachenderı Anfang hat. Man karın daher eirıe summarische Beschreibung
Gott verkünde, einer der AnstöBe zur Ausbildung seines konsequent monothei­ der Vorstellungerı geben, die das Alte Testamerıt sich von dieserrı Verhaltnis
stischen Glaubens gewesen sein; erinrıert sei an die Rolle Ibrahims als eines macht, ohrıe auf die spezifische Ausrichtung derjeweiligerı Quellentexte allzu
der ersterı Rechtglaubigerı (l:ıuııafa'), d.h. Monotheisterı urıd Muslims, bei viel Ri.icksicht nehmen zu mi.isserı. Jahwe ist in jedem Fall der Nationalgott
Mul;ıammad, die sich wesentlich aus derjüdischen Abraham-Legende erklart Israels; diese Stellung rıimmt er ein, unabhangig von der eventuellen polythei­
(Qur'arı 3,60/67; 26,69-82; 29,15-l 7.23-26/16-18.24-274). stischen, monolatrischen oder monotheistischen Überzeugung seiner Verehrer.
Nun ist aber - und damit laufe ich offene Türen ein - die Art und Weise, wie Wenn wir die Sachverhalte stark vereirıfachen, wird das Verhaltnis zwischen
das Alte Testament i.iber Gott und die Götter denkt und von ihnen spricht, bei Jahwe und lsrael im Alten Testament auf zweifache Weise8 interpretiert. Das
historischer Betrachtung langst nicht so monolithisch, wie es nach meiner früher belegbare Deutungsmuster ist das der Ehe zwischen Jahwe und dem
flüchtigen Skizze seirıer Bedeutung für die Gotteslehre der drei groBen mono­ Land bzw. dem Volk Israel (oder Israel und Juda), bei dem manchrnal die Israe­
theistischen Religionen unseres Kulturkreises den Anschein haben mag. Ge­ liten als die Kinder dieser Verbindung erscheinen. Dieses Modeli taucht Iitera­
wirkt haben hier Gedanken, die erst verhaltnismaBig spat im l . Jahrtausend risch zuerst in der zweiten Halfıe des 8. Jahrhunderts v. Chr. bei dem Propheten
v. Chr. aufgetreten sind5 • Das Alte Testament hingegen ist ein Sammelwerk, Hosea in Israel auf (Hos. 2,4 f. 7 C. 1O A.11-15; 3, 1-49) und darın, traditions­
das in Hunderten von Jahren zu seiner Endgestalt herangewachsen ist. So ist es geschichtlich von ihm abhangig, arn Ende des 7./Anfang des 6. Jahrhunderts
nicht verwunderlich, eher schon nati.irlich, daB in ihm unterschiedliche Stim­ bei denjudaischen Propheten Jeremia (2,1-3; 3,1-5.6-10 vgl. 11-13; 13,20-
men zu Wort kommen, deren Aussagen, auch die über Gott, sich historisch
gesehen nicht immer ohne weiteres auf einen Nenner bringen lassen. So findet
sich unter ihnerı selbstverstandlich eirıe kleirıe Schar radikaler Monotheisten, 7
Hier einzelne Stellen anzuführen, ware müBig; vgl. aber so deutliche Formulierungen
für die Jahwe Gott ist und keirı arıderer (z.B. Dtrı. 4,35.39; 32,39; 2. Sam. 7,22 des Prinzips wie Mi. 4,5 und Dtn. 4,19 f. Letztere Stelle sieht aus wie eine Adaption von
= l . Chr. 17,20; 2. Sam. 22,32 = Ps. 18,32; Jes. 43,10 f.; 44,6.8; 45,5- Dtn. 32,8 f. aus betrachtlich jiingerer Zeit.
8 Die Quellenlage bringt es mit sich, daB in dieser Skizze die im engeren Sinn polythei­
7.18.21 f.; 49,9; Jer. 16,19 f.; Ps. 86,106). Daneben steht die groBe Gruppe de-
stische Fraktion kaum zu Wort komınt. Es ist unwahrscheinlich, daB sie in allen Punkten mit
den übrigen Gruppen einer Meinung gewesen ist; das gilt vor ailem für die im Rahmen un­
4Vgl. damit BIN GoRION 1935, 192-208. seres Themas wichtige Frage des ,,Abfalls" von Jahwe. Aber wir wissen darüber niclıts, und
5 Es ist umstritten, wo im Alten Testament sich der früheste Beleg für den Glauben an die so ware es wenig sinnvoll, langwierige Spekulationen über den Standpunkt dieser Gruppe
Alleinigkeit Jahwes findet; vgl. BRAULIK 1985, 138-154 = 1988, 280-295. Braulik nennt anzustellen.
das Deuteronomium (2. H. 7. Jh. v. Chr.). Gewöhnlich denkt man an Deuterojesaja (2. H. 9 Die standige Rede Hoseas vom ,,Huren" (ZNI) bzw. von der .,Hurerei" (z;;ıııüııım) ist vor

6. Jh. v. Chr.); vgl. dazu WıLDBERGER 1977. Die Stellen, die Braulik aus dem Deuteronomi­ diesem Hintergrund zu sehen; sie beschreibt die ımterstellte Hinwendung Israels von Jahwe
um anführt, sind m.E. jünger als Deuterojesaja; die Frage, ob und, gegebenenfalls, in wel­ weg zu anderen Göttern, die iııııerhalb des ,,Ehe"-Bildes als Ehebruch erscheinen rmıB. Mit
cheın MaBe sie von Deuterojesaja abhangig sind, kann hier auf sich beruhen. Eher ware den in der wissenschaftlichen Literatur in diesem Zusammenhang immer wieder bemühten
Jeremia zu nennen; vgl. Jer. 2, 11, eine Stelle, die in der Regel dem Propheten nicht abge­ ,,kaııaanaischen Sexual(/Fruchtbarkeits-)riten", deren Existenz im 8. Jahrhundert v. Chr.
sprochen wird (anders freilich DUHM 1901, 17 vgl. 20). mir mehr als fraglich ist, hat dieser Sprachgebrauch nichts zu tun. V gl. dazu VENGASSARY
6 In Ps. 86,8AB steht allerdings die traditionelle Unvergleichlichkeitsaussage (,,Keiner 1985, 11-41, wo der Sachverhalt allerdings nicht deutlich genug angesprochen wird. Siehe
ist wie du unter den Göttern, Herr"), die die Existenz anderer Gottheiten voraussetzt. Das noch Anın. 15. - In den Erganzungen zum Hosea-Buch erscheint das Motiv von Verlobung/
laBt vermuten, daB man zumindest ,,hymnische" Aussagen wie die von V. 1O nicht auf die Ehe für das Verhaltnis Jahwes zu Israel im AnschluB arı die authentische hoseanische Über­
Goldwaage !egen darf. lieferung in 2,16 f.18 f.21 f.
4 Syııkretismus ııııd Moııotheisınus [145/146] [146/147] Synkretismus uııd Moııotheisıııus 5

27; wohl auch 30,12-15 10) und Ezechiel (16; 23) 11 • In jüngeren Texten tritt an Als der Höchste die Völker als Erbbesitz gab 15 ,
die Stelle der Ehe, die vielleicht mit dem spateren Gottesbild nicht mehr ohne als er die Menschen verteilte,
weiteres vereinbar war, in der Regel der Vertrag, in der Sprache der Theologen setzte er die Gebiete der Völker fest
,,Bund" genannt, hebraisch b;n-"it 12 • Die Vorstellung von der bôrlt zwischen Gott nach der Zahl der Götter 16•
Da wurde 17 Jahwes Anteil sein Volk,
und Volk geht wahrscheinlich auf das Vorbild der Vasallenvertrage zwischen
Jakob der ihm zııgemessene Erbbesitz.
einer politisch-militarischen GroBmacht und den von ihr abhangigen Mittel­
und Kleinstaaten zurück, die man in Juda zur Zeit des Neuassyrischen und des Dieser Text ist trotz seiner Kürze auBerst interessant. Ein Jude der rıachexi­
Neubabylonischen Reiches kennenlernte 13• lischen Zeit - wohl auch schon der Kompilator des Psalms - hatte rıicht umhin
Die gegenseitige Beziehung dieses Gottes und dieses Volk.es beruht nach der gekonnt, den ,,Höchsten" (hebr. 'Elyön; zu erganzen ist sinngemaB ,,Gott") von
Mehrzahl der Quellen auf göttlicher Wahl oder, in theologischer Termirıologie, V. 8 mit dem in V. 9 auftretenden Jahwe zu identifizieren, wie es zeitgenössi­
auf der Erwahlung Israels durch Jahwe. Die Erwahlung wird in der Regel an schem Sprachgebrauch entsprach 18• Für die vorexilische Zeit, auf die dieses
den Patriarchen, insbesorıdere an Abraham, festgemacht und von hier aus auf Fragment zweifellos zurückgeht, ist das nicht ohne weiteres anzunehmen, zu­
ihre I Nachk.ommen übertragen. Abweichende Vorstellungen fallen demgegen­ ma! das Stück urıübersehbar polytheistische Züge aufweist. M.E. verbirgt sich
über k.aurn ins Gewicht. Vielleicht liegt eirıe solche Abweichung in der verein­ hinter dem hier wie ein Gottesname verwendeten Epitheton 'Elyön der Gott
zelten Aussage des ,,Moselieds" in Dtn. 32, 10 vor, daB Jahwe Israel ,,in der El19, der, wie in der kanaanaischen Theologie der zweiten Halfte des 2. Jahrtau­
Wüste gefunden" habe 14 • Wegen ihres fragmentarischen Charak.ters lafö sie sends v. Chr., als Schöpfergott und Oberhaupt des Pantheions fungiert. Der
sich aber nicht in einen gröBeren Zusammenharıg eirıordnen. in demselben Text schildert die Festsetzung der Zahl der V ölker urıd ihrer Territorien durch
Gedicht, das sich der Arıalyse als ein frühestens in die Exilszeit zu datierendes El in Übereinstimmung mit der Zahl der Götter. Dieses auf den ersten Blick
Mosaik unterschiedlicher Überlieferungsstücke darstellt, !esen wir jedoch etwas merkwürdig anmutende Prinzip der Ethnogenese laBt sich jedoch auf­
auch eine deutlich vom Üblichen abweichende Version des Geschehens, das grund von V. 9 leicht erklaren. Es handelt sich darum, daB jedem Mitglied des
Jahwe und Israel zusammenführte; es heiBt <lort in V. 8 f.: Pantheiorıs - El selbst wohl ausgenommen - ein bestimmtes Volk und sein
Gebiet zugewiesen wird. Die betreffende Gottheit wird damit zur National­
gottheit des jeweiligen Volkes und zum eigentlichen Herrscher des dazugehö­
rigerı Landes. So entsteht ein Pantheion von Nationalgöttern unter der A.gide
ıo Angesichts der ungelösten Probleme der Entstehung und Schichtung des Jeremia-Bu­ des gleichsam 1 ,,neutralen" Gottes El, eine in der ersten Halfte des 1. Jahrtau­
ches isi auf eine Klassifikation der Jeremia-Stellen nach solchen aus authentischer sends v. Chr. - der Periode der vorderorientalischen N ationalstaaten - durch­
jeremianischer Überlieferung und Ergiinzungen verzichtet. V gl. zu den literarischen Proble­ aus verstandliche Abwandlung des klassischen nordwestsemitischen Götter­
men THIEL 1973 und 1981; H. WEIPPERT 1973; STULMAN 1987. kollegiums mit seinen ,,internationalen" Gottheiten. In V. 9 findet sich die
11 V gl. fenıer aus dem deuterojesajanischen Corpus Jes. 50, l ; 54,1-10, und Dtn.

32,(15.)18 f. Anwendung auf Israel: Auf diese Weise wurde Jahwe von El zum Nationalgott
12 S. dazu PERLITT 1969; KurscH 1973. leh bleibe trotz Kutsch bei der deutschen Wie­ Israels ernannt. Hier haben wir, wenn auch nur als kleinen Rest, neberı der bi­
dergabe von b;;rTt mit ,,Vertrag" oder ,,Bund", weil m.E. auch die ,,Verpflichtung" (sei es die blischen Urgeschichte (Gen. 1-11) einen weiteren in Israel entstandenen
der eigenen Person oder die eines/einer anderen) in der Regel Vertragscharakter hat. Zur
einseitigen Stilisierung der verschiedenen Exemplare gegenseitiger Vertriige im Alten Orient
vgl. M. Norn 1961, insbesondere 138-145 = 1971, 161-210, insbesondere 179-185 (weıın 15 Im Lichte des folgenden b;;/zaprTdi5 b;;n? 'adam muB man *b;;hmz!ıTl (so zu ]esen statt
�ie Identifikation des Bir-Ga'ya der Inschriften von Sefire mit dem assyrischen Turtan ba/ıaıı(ı?l des Masoretischen Textes) 'Elyon gi5yıııı wohl so auffassen; zu Nl:lL H mit Akkusa­
Samsi-ilu bei LEMAIRE-DURAND 1984 richtig ist, müBte Noths These freilich neu überdacht tiv der Sache und unterdrücktem Akkusativ der Person siehe Jes. 49,SE.
werden). V gl. auch Dtn. 26,17-19, wo der Ausdruck bôrTt aber nicht füllt. 16 Masoretischer Text ,,nach der Zahl der Israeliten", Septuaginta ,,nach der Zahl der
13 V gl. fRANKENA 1965, 152 f. Engel Gottes". leh folge (Septuaginta und) 4QDtn.g und !ese lôınispar b;;n? 'el[olııın]. Lite­
14 V gl. auch Ez. 16,6. Ahnlich kliııgt auch Hos. 9,I0AB: ratur zur Stelle: ScHARBERT 1985, 190 f.
Wie Trauben in der Wüste fand ich lsrael, 17 Anstelle von kT !ı?leq des Masoretischen Textes scheint mir Septuaginta mit xaL
wie eine Frühfeige (Glosse: seine erste!) an einem Feigenbaum EyEvııfrıı �LEQlç xü. = *wayhf !z?leq den iilteren Text zu bieten. Die Fassung des Masore­
erblickte ich eure Viiter. tischen Textes geht auf eine ,,Korrektur" zurück, die es dem Hörer oder Leser aus ,,dogma­
Doch ist ,,in der Wüste" Niiherbestimmung zu ,,wie Trauben", wodurch die Ungewöhnlich­ tischen" Gründen erschweren soll, V. 9 im Lichte von V. 8 zu verstehen (der zudem selbst
keit des Vorgangs unterstrichen wird. Die Stelle ist alsa von der Tradition ,,Pinden in der einer ,,dogmatischen Korrektur" unterzogen wurde; siehe Arım. 16).
Wüste" zu trerınen, da man andernfalls auch eine Tradition ,,Erblicken anı Feigenbaum" zu 18 V gl. ZoBEL 1989, 150 f.
postulieren hiitte, was absurd wiire. V gl. allgemein S. WAGNER 1984, 1059, der aber über 19 Zu 'elyön als Epiklese Els siehe RENDTORFF 1966, 280-282 = 1975, 175-177; ZoBEL
Hos. 9, IOA anders denkt. 1989, 143-145 (Literatur Sp. 131-133 passim).
6 Syızkretisınus und Moııotheisınus [147/148] [148/149] Syııkretismus uııd Moııotlıeisınus 7
protogonischen Mythos, der wie die Urgeschichte in die Protohistorie oder bote nicht das einseitige Diktat eines autoritaren Gottes sind, sondern aus der
Historie Israels übergeht. Nur wird das Verhaltnis Jahwes zu Israel hier nicht, Gegenseitigkeit der Beziehung zwischen Jahwe und Israel entspringen.
wie im Pentateuch, ,,heilsgeschichtlich", also durch einen historischen My­ Nun dürfte aber jedem aufmerksamen Hörer oder Leser alttestamentlicher
thos, begrürıdet; es geht vielmehr auf eine Setzung des Schöpfergottes zurück, Texte klar seirı, da/3 das Verhaltnis zwischerı Jahwe und lsrael nur selten unge­
ist also Teil der Schöpfungsordnung. trübt gewesen ist. Dies ist jedenfalls die Meinurıg der Mehrzahl der Autoren,
Wenden wir uns nach dieser Abschweifung wieder der Hauptlinie des altte­ die sich in der hebraischen Bibel zu Wort melden. Sie erklaren, da/3 zwar Jahwe
stamentlichen Verstandnisses der Beziehung zwischen Jahwe und Israel zu! alles oder sogar noch mehr als das getan hat, wozu er als Ehemann oder Ver­
Seine begritniche Fassung unter den Kategorien von ,,Ehe" und ,,Bund" (im tragspartrıer Israels verpflichtet war, daB sich aber Israel bei jetler sich bieten­
Sinne eines Vasallenvertrags) impliziert für Israel als dem ,,weiblichen" bzw. den Gelegerıheit seiııeıı Verpflichturıgen gegenüber Jahwe erıtzogen hat. Der
schwacheren Partner, da/3 Jahwe eirıen Anspruch auf AusschlieJ31ichkeit be­ Hauptvorwurf ist der der Hinwendung Israels zu anderen Götterrı, sei es, daB es
sitzt, der für Israel die Verehrung anderer Götter neben ihm verbietet; hingegen sie ,,über Jahwe hinaus", sei es, da/3 es sie ausschlieJ3lich verehrte. In der Spra­
beruht Jahwes Bezogerıheit auf Israel - und nicht auf andere V ölker - auf sei­ che des ,,Ehe"-Modells bedeutet das Ehebruch, ,,Hurerei"22, in der des bar'it­
ner freiwilligen Selbstbindung. In der Praxis lafü das Machtgefölle zwischen Modells Vertragsbruch. Unter modernen Theologerı spricht marı in diesem
der Gottheit Jahwe und dem Volk das Verhaltnis freilich oft als ein einseitiges Zusammenhang verallgemeinernd vom Abfall Israels von Jahwe. Einig sind
erscheinen - der Gott, der befiehlt, das Volk, das zu gehorchen hat; aber der sich alle alttestamerıtlicherı Kritiker des religiösen Verhaltens Israels darin, daB
Eindruck tauscht. Man kanrı das gut anı 1. Gebot des Dekalogs zeigen, in dem, der Abfall von Jahwe ein Phanomen ihrer Gegerıwart ist, da/3 er aber bereits
vielleicht in spatvorexilischer Zeit 20, die reziproke Ausschlie/3lichkeit der Part­ mehr oder minder weit in die Vergarıgenheit zurückreicht. In der Regel geht
ner ihren klassischen Ausdruck gefunden hat: man vorı einer idealen Frühzeit aus, in der das Verhaltnis zwischen Jahwe und
leh bin Jalıwe,
Israel irıtakt und harmonisch geweserı sei (Hos. 9,10; Jer. 2,1-3); warın aber der
dein Gott, Bruch eintrat, darüber gibt es verschiedene Theorien. Die einen meinen, dies
der dich aus dem Land Agypten, dem Sklavenhaus, herausgeführt hat. sei schon auf dem Ex/odus wahrend des Wüstenzugs gescheherı (Ex. 32; Dtn.
Nicht solist du andere Götter über mich hinaus21 haben! 9,8-21; Hos. 11,1 f.; 13,5 f.; Anı. 5,26 [Zusatz]), als das Volk, frustriert von
(Ex. 20,2 f.; Dtn. 6,5 f.) den Schwierigkeiten des Marsches, an den Führungsqualitaten Jahwes und
Moses zu zweifeln anfing. Andere denken an den Augenblick, als die Wanderer
Hier enthalt der zweite Satz des Textes, das eigentliche ,,1. Gebot", Jahwes
zum ersten Mal mit den Bewohnern des Kulturlands, ihrerı Göttern und ihren
Anspruch auf alleinige Verehrung: ,,Nicht solist du andere Götter über mich
Heiligtümern in engeren Kontakt traten (Num. 25; Hos. 9,10). Wieder andere
hinaus haben!" Das ist kein monotheisti/scher Satz: Da/3 es andere Götter gibt,
geben den Tod der Exodusgeneration, die noch ,,die groBen Taten Jahwes, die
die man verehren kann, wird nicht geleugnet; aber im Rahmen des zwischen
er für Israel getan hatte, gesehen" hat, als den Zeitpunkt an, an dem Israel den
den Partnern bestehenden Verhaltnisses gehen sie Israel nichts an, ist ihre Ver­
Versuchungen des karıaarıaischen Kults erlag (Ri. 2,7-10), noch andere
ehrung Israels untersagt. Der erste Satz gehört nicht speziell zum 1. Gebot,
schlief3lich die Niederlassung im Land Kanaan selbst, durch die sich die Kon­
sondern ist die Einleitung des gesamten Dekalogs, die also bei ailen Geboten
takte mit den Einheimischen vervielfachten (Ri. 3,5 f.; 1. Kön. 14,23 f.; 2.
mitzubedenken ist. Hier stellt sich die die Gebote gebende Gottheit vor: ,,leh
Kön. 17,7-12; Hos. 13,1). Ganz grof3e Pessimisterı, wie der Prophet Ezechiel,
bin Jahwe." Wer Jahwe ist, wird durch zwei Attribute erlautert, die beide auf
sahen die Israeliterı bereits in Agypten und darın durchgiingig bis auf ihre Zeit
sein Verhaltnis zu Israel Bezug nehmen. Durch die Apposition ,,dein Gott"
anderen Göttern dienen (Ez. 20; 23,3).
wird auf den Status hingewiesen, den Jahwe Israel gegenüber besitzt. Der At­
Es ist eine bemerkenswerte Erscheinung, wenn sich fast die gesamte Litera­
tributsatz ,,der dich aus dem Land Agypten, dem Sklavenhaus, herausgeführt
tur eines antiken Volkes, die uns überliefert ist, kritisch mit dessen religiöser,
hat" zitiert die groBe Rettungstat der Vergangenheit, durch die Jahwe seine
politischer und ethischer Halturıg auseinandersetzt und sie verurteilt. Der Ge­
Bindung an das Volk Israels erstmals manifest gemacht hat, und aufgrund derer
danke liegt nahe, da/3 sich darin der Genius Israels ausdrückt, da/3 dies ein Zei­
er nun Treue gegen Treue erwarten darf. So wird angedeutet, da/3 die Zehn Ge-
chen für seirıe Andersartigkeit, ja Analogielosigkeit in der Welt des Alten Ori­
ents - und darüber hinaus ist. Ohrıe die Leistung der alttestamentlichen
20 HOSSFELD 1 982, 264-267.
21 'al-panay ,,über mich hinaus": Die Praposition 'al drückt haufig die Überschreitung 22 Das ist der Grund für den Gebrauch von Derivaten der Wurzel ZNI ,,huren" bei Hosea
eiııer gegebeneıı Norm(al)zahl bzw. -menge durch Hiıızufögung aus; vgl. GENESIUS-BUHL (siehe schon Arım. 9), Jeremia, Ezechiel, im Deuteroııomistischen Geschichtswerk usw. als
1917, 587a s.v. 'al Blby. Zupiiızıın i.S. v. ,,Person" siehe ebd., 647a s.v. *paııe 2. terınini teclıııici für die unterstellte Hiııwendung Israels zu anderen Götterıı Jahwe.
8 Synkretisınus uııd Monotheisınus [149/150] [150/151] Synkretisınus und Moııotheisınus 9

Schriftsteller, um die es hier geht, schmiilern zu wollen, denke ich doch, daB wechseln; diese umfaBte sicher sehr viel mehr27 . Nur sind die Texte der den
man die Dinge nüchterner betrachten muB. Um das beschriebene Phiinomen zu Status quo der vorexilischen Zeit vertretenden Autoren nach den Katastrophen
verstehen, muB man sich vor Augen halterı, daB die einschliigigen Texte slimt­ von 722/20 und 586, die der Opposition Recht gaben, für nicht mehr über­
lich tendenziös sind. Sie sind nicht sine ira et studio verfaBt. Sie haben eine lieferungswürdig erachtet und der Vergessenheit anheim gegeben worden.
Botschaft, die sie ihrerrı Publikum vermitteln wollen in der Absicht, es zu über­
zeugen und zur Anderung seines bisherigen Verhaltens zu veranlassen. Das ist
unmittelbar einsichtig bei der offenen Polemik, die sich in fast allen alttesta­ 2. Religionsinterner Pluralismus: Familien-, Lokal­
mentlichen Prophetenschriften findet, die sich nicht ausschlieBlich mit frem­ und Staatsreligion im vorexilischen Jsrael
den V ölkern beschiiftigen. Die Kritik richtet sich hier an die politisch und reli­
giös relevanten Bevölkerungsteile der Staaten Israel und Juda, insbesondere an Wenn es stimmt, daB groBe Teile des Alterı Testaments die literarische Hin­
die Könige urıd ihre Minister sowie an die Priester und Propheten der Staats­ terlassenschaft der vorexilischen politisch-religiösen Opposition in Israel und
heiligtümer. Sie versucht die Angesprochenen zu einer Anderung ihres Tuns Juda und die ihrer jüdischen Erben enthallten, hat das schwerwiegende Konse­
urıd Lassens zu bewegen, das nach Meinurıg dieser Propheten nicht mit dem quenzen: Man darf dann das Minderheitsvotum der im Alten Testament be­
übereirıstimmt, was Jahwe als Ehe- oder Bundespartrıer verlangen kanrı, und zeugterı Religion nicht mit der historischen Religion Israels in vorexilischer
so I Sarıktiorıerı seiterıs des hintergangerıen Ehemanns bzw. der durch den Ver­ Zeit identifizieren. Man mu/3 vielmehr auf eine strenge Trerınurıg beider be­
tragsbruch geschiidigten Partei23 nach sich zieht, die sich in Katastrophen wie dacht sein, werırı marı den religionsgeschichtlicherı ProzeB verstehen will, der
Hungersnöten, Seuchen und Kriegen auswirkerı. Bei eintretender oder auch die Theologie des Alten Testaments und die nachexilische jüdische Religion
nach eirıgetretener Katastrophe handelt es sich damın zu erkliiren, weshalb es hervorgebracht hat, deren Urkunde die hebraische Bibel ist. Wie aber kann
so weit kommen konnte. Bei erzahlenden Werken, etwa dem sogenannten man sich einer versunkenen antiken Religion des Vorderen Orients wissen­
Deuteronomistischen Geschichtswerk, liegt die Polemik weniger offen zutage. schaftlich anniihern, von der urıs direkte Zeugnisse nur in verhaltnismaf3ig ge­
Denn hier ist es Kritik aus der Rückschau, die im Gewarıd der Geschichts­ ringen Resten vorliegen - einige zeitgenössische Inschriften, eine kleine Arı­
schreibung auftritt. M.E. stellt das Sub-Deuteronomistische Geschichtswerk in zalı! von Texten oder Textfragmerıten im Alten Testament, die dem grof3en
seiner von Genesis bis 2. Könige reichenden Letztgestalt24 eine doppelte Autodafe nach dem Zusammenbruch der sozialen und staatlichen Ordnungen,
Atiologie dar: Es beschreibt, wie Israel in den Besitz seines Landes gekommen in denen sie ihre ursprüngliche Funktion hatten, entgangen sind, ein paar Kult­
ist, und es erklart, wie und weshalb es sein Land wieder verloren hat25 • Als irıstallationen und eine Reihe von Kultgeraten, die bei Ausgrabungen in Palii­
Grund für den Verlust des Landes in den militlirisch-politischen Katastrophen stina zutage gekommen sind? Hierauf gibt es in diesem Fall glücklicherweise
von 722/20 (Untergang Israels) und 586 (Untergang Judas) geben die Autoren eine einfache Antwort: Man mu/3 sich an die Aussagen der Gegner halten, diese
und Redaktoren des Werks den Abfall Israels - oder Israels und Judas von allerdings vom Kopf auf die FüBe stellen. D.h., wir müssen das Schema ,,An­
Jahwe an. Allerdings wird der Abfall angesichts der verschiedenartigen Mate­ fürıgliche ausschlieBliche Jahweverehrung Israels Abfall zu fremden Göt­
rialien, die in die Geschichtsdarstellurıg integriert worden sind, und der mehr­ tern" kritisch unter die Lupe nehmen. DaB dies so historisch nicht zutrifft, er­
facherı Redaktiorı des Werks unterschiedlich definiert: als Verehrurıg anderer gibt sich bereits aus einfachen Beobachtungen im Alten Testament. So lassen
Götter und als illegitirner Jahwekult (s. u.a. 2. Körı. 17,7-23; 23,26 f.). etwa die Nachrichten über die Gottesverehrung der Patriarchen - wie immer
leh denke, es ist deutlich, daB es sich bei den rrıeisten alttestamentlichen marı sie deuten mag - selbst nach ihrer Übermalung im Sinne der propagierten
Schriften um AuBerungen der Oppositiorı handelt, die den vorhandenen Insti­ Monolatrie Jahwes noch durchschimmern, da/3 anı Arıfang nicht die Allein-
tutionen, Überzeugungen und Praktiken kritisch, oft völlig ablehnend gegen­
übersteht26. Man darf ihre Werke nicht mit der altisraelitischen Literatur ver-
zwischeıı Propheteıı in Juda im 7./6. Jalırlıundert v. Clır., die maıı historisch nicht auf die
23Die Saclıe ist in Wirkliclıkeit noclı komplizierter, da Jalıwe niclıt allein Partner, son­ Formel ,,walıre und falsche Propheten" reduzieren darf, da man so nur Überbauplıanoırıeııe,
dern zugleiclı der göttliclıe Garant der biJrTt ist. Er hat also doppelten AnlaB, im Faile des nicht aber den Kern der Saclıe in den Blick bekoırırııt. Auch die Studien von M. SMJTH 1971,
Vertragsbruclıs zu Sanktioııen zu sclıreiten. insbesondere Kapitel II (in deutscher Übersetzung bei LANG 1981a, 9-46) und LANG 198 l b
24 M. WEIPPERT 1973a, 433 f. (überarbeitet in LANG 1983, 13-56) zur sogenaııııten ,,Jahwe-allein-Beweguııg" siııd lıier zu
25 Ebd., 427-442. ııennen.
26 DaB sich die etablierten Gewalten im Alten Orient lıiiufig oppositionellen Bewegun­ 27 Das Aite Testameııt zitiert selbst eine Anzalıl aııderer Schriften, die uns nicht mehr

gen gegenübersahen, ist in der Wissensclıaft, wie es scheint, erst in neuerer Zeit thematisiert vorliegeıı; die in den Büclıern der Chronik als Quellen angeführten Prophetenschriften sind
worden; vgl. FıNET o.J. Siclıer in diesen Zusammenhang gehören die Auseiııandersetzuııgen allerdings fiktiv.
.....
10 Syııkretisınııs ııııd Moııotheismus (151/152] (152/153] Synkretismus und Monotlıeismus 11

verehrung Jahwes stand28 . Was also die kritischen Autoren des Alten Testa­ pels bis in die spiitvorexilische Zeit hinein weder monolatrisch noch gar mono­
ments, die Propheten, Deuteron omiker und Deuteron omisten, als Abfall von theistisch, sondern einfach polytheistisch war. Nun ist aber noch lange nicht
Jahwe und Hinwendung Israels zur Religion Kanaans bekiimpften, war m.E. ausgemacht, da/3 der von Salomo erbaute Tempel in Jerusalem als rep riisentativ
die traditionelle israelitische Religion der vorexilischen Zeit. für ,,die" israelitische Religion der vorexilischen Zeit gelten kann; im Gegen­
Diese Religion war polytheistisch. Das Alte Testamen t ist voll von kriti­ teil - man hat allen Grund, daran zu zweifeln. Der Tempel war St aatsheiligtum,
schen und polemischen AuBerungen des Inhalts, da/3 die Israeliten eine Mehr­ erst das GroB-Israels unter Salomon, dann, nach dem Zerfall der davidisch-sa­
zahl von Gottheiten verehrten. Wenn ich auch nicht för alle Einzelheiten dieser lomonischen Doppelmonarchie um 925 v. Chr., das ihres südlichen Nachfolge­
Mitteilungen rrıeine Hand ins Feuer legen rnöchte, sehe ich doch keinen Anla/3, staats Juda, und als solches auf das engste mit dem Königtum und seiner ldeo­
an ihrer grundsiitzlichen Richtigkeit zu zweifeln. Verehrt wurde selbstver­ logie veribunden. Man darf annehınen, daB die dort gepflegte Theologie für das
stiindlich auch Jahwe, der als Nationalgott Israels sogar eine hervorgehobene Leben des ,,einfachen" lsraeliten oder Judiiers keine groBe Bedeutung hatte.
Stellung einnahrn, auch wenn er in der Hierarchie des I Pantheions ursprüng­ Darüber hinaus war Jerusalem bis auf David (un d wohl auch noch spiiter) eine
lich keineswegs den ersten Platz beanspruchen konnte. So erscheint er in dem ,,kanaaniiische" St adt mit eigen en politischen u nd religiösen Traditionen, die
bereits besprochenen Text Dtn. 32,8 f. als eines der Mitglieder des Pantheions sicher nicht ohne Einflu/3 auf den Tempel geblieben sind. SchlieBlich stand der
(der ban? 'elo!ııın) unter der Autoritiit des ,,höchsten " Gottes, m.E. Els. Dersel­ Tempel selbst mit seiner architektonischen Anlage in mittel- und spiitbronze­
ben Situation begegn en wir in Ps. 8229 , dessen Verfasser den Götterkollegen zeitlich-kanaaniiischer Tradition33. Man wird also Jerusalemer Theologumena
Jahwes allerdings mit deutlicher Distanz gegenübersteht. Hier halt Jahwe ,,in nicht unbesehen für das Land Juda oder gar för lsrael voraussetzen können.

der Ratsversarnmlung Els ... inmitten der Götter" den ander en Gottheiten, Dies ist eine Einschriinkung, die uns auf einen wichtigen Sachverhalt auf­
wahrscheinlich wie in Dtn. 32,8 f. den Nation algöttern der fremden V ölker, merksam macht. Es wiire sicher eine unzuliissige Vereinfachung, generell von
eine Philippika, in der er sie der Förderung der Ungerechtigkeit unter den Men­ ,,der" vorexilischen israelitischen Religion zu sprechen. Bei niiherem Zusehen
schen beschuldigt un d ihn en ihren U ntergang ankündigt. Der Psalmist karın zeigt sich in der Tat, da/3 sich das religiöse Leben im alten Israel auf drei Ebe­
daraufhin anı Ende des Gebets Jahwe auffordern, den V ölkern Recht zu spre­ nen abspielte, die in der Praxis und z.T. auch in den damit verbundenen Vor­

chen, und ihm die Herrschaft über alle Nationen zuschreiben30 • Hier ist Jahwe stellungen deutlich voneinander geschieden waren. Diese drei Ebenen waren
auf dem Weg, der ihn schlieB!ich a n die Spitze des Pantheions führen wird. in die Familie, der Wohnort oder die Region und der Staat34•
dem spiitvorexilischen Ps. 89 ist er darın wohl bereits Oberhaupt der Götter, Die Familienreligion laBt sich aus alttestamentlichen Texten erschlie13en, die
wie die Verse 6-8 zeigen : von Familiengeschichte handeln oder Seitenblicke auf das hiiusliche Leberı
erlauben, in erster Linie aus den Patriarchenerziihlungen der Genesis35• Gegen­
Preisen möge der Himmel deine Wundertaten, Jahwe,
st and der Verehrung auf dieser Ebene ist der Familiengott, wohl der persönli­
ja, deine Bestandigkeit die Versammlung31 der Heiligen.
Ja, wer im Gewölk ist Jahwe gleich,
che Gott des pater faınilias, der in der Regel bereits der ein es früheren Ober­
gleicht Jahwe unter den Göttern? haupts oder des Ahnhem1 der F amilie gewesen sein wird. Er hat die Funktion
Gott ist furchterweckend in der Ratsversammlung der Heiligen, eines Schutzgottes, der in allen Situation en des tiiglichen Lebens für die Fami­
gröBer und furchtbarer als alle, die ihn umgeben. lie als ganze sorgt, ihren Fortbestand sichert und sich auch um ibre einzeln en
Die ,,Versammlung" oder ,,Ratsversammlung der Heiligen" ist lıier nicht, wie
in jüngeren Texten32 , die judiiisclıe oder jüdische Jahwe-Gemeinde, sondern,
33 H. WEIPPERT 1988a, 464 mit Anın. 20.
wie in Dtn. 32 und Ps. 82, der Götterrat, der sein Haupt Jahwe urrıgibt. 34 V gl. dazu allgemein ALBERTZ 1978, der allerdings nur die Familienreligion und die
leh habe diese drei Psalmentexte an den Anfang dieses Kapitels gesetzt, weil offizielle Religion untersclıeidet.
sie demonstrieren, da/3 selbst die ,,offizielle" Theologie des Jerusalemer Tem- 35 Es ist für die Zwecke dieser Skizze nicht notwendig, auf die in der Literatur kontrovers

diskutierte Frage einzugelıen, ob diese Geschichten die Gottesverelırung der ,,Patriarclıen",


28
Au 1929 = 1953, I-78passim. d.h. der ,,nomadischen" Vorfahren der Israeliten, historisclı genau widerspiegeln oder ob ihre
29
Literatur zu Ps. 82: SCHARBERT 1985, 191 f. Angaben über die Religion der ,,Vater" nach dem Vorbild der Familienreligion ihrer seBhaf­
ıo Der Text von V. 8C ist schwierig; m.E. ist er aufzufassen als ,,denn du hası Erbbesitz ten Naclıkommen gestaltet sind. M.E. handelt es siclı dabei um ein Scheinproblem, da der
(tiııbal) in Gestalt (ba-) aller Völker". Wandel der gesellsclıaftlichen Verhaltnisse der Israeliten durch die Ansiedlung zunachst
11
leh !ese *quhal stat! biqlıal; vgl. sömayim V. 6A. Die Lesart des heutigen Textes isi nicht so tiefgreifend gewesen sein dürfte, daB er sich auf den Charakter der Familienreligion
wohl entstanden, als man die qadöföıı von V. 6B.8A nicht melır als die Götter, sondern als ausgewirkt lıatte. Ob und in welclıem MaBe sie im Laufe der Zeit Wandlungen unterworfen
die jüdische Gemeinde verstehen wollte. war, bleibt zu untersuchen. Insgesamt ist aber eher Kontinuitat als Bruclı mit der Vergangen­
32
M. NüTH 1955 = 1957a, 274-290; HANHARr 1967. heit zu postulieren.
7

12 Synkretismus und Moııotheismus [153/154] [154/155] Syııkretismus und Moııotheismus 13


Mitglieder kümmert36 • Das enge persönliche Verhaltnis, das zwischen ihm und Die Fanıilienreligion war in keiner Weise exklusiv, so daB sich die Familien,
seinen Verehrern besteht, drückt sich in der Weise aus, wie man von ihm ohne mit ibrem Gott in Konflikt zu geraten, anı Kult der lokalen oder regiona­
spricht. Der Familiengott erscheint in unseren Quellen meist nicht unter sei­ len Heiligtümer beteiligen konnten (vgl. 1. Sam. 1). Diese Heiligtünıer sind für
nem Eigennamen, sondern unter einer deskriptiven Bezeichnung, die auf sei­ die vorexilische israelitische Religion typisch. Sie befanden sich in der Nahe
nen ersten oder heutigen Verehrer Bezug nimmt. So reden die Patriarchener­ der Ortschaften oder an hervorgehobenen Punkten einer Landschaft, nach der -
zahlungen vom ,,Gott Abrahams", vom ,,Gott Nahors", vom ,,Schrecken hinsichtlich der Quantitat wohl etwas übertreibenden Beschreibung durch
Isaaks" oder vom ,,Starken Jakobs", und man kann auch einfach ,,mein/dein ihre deuteronomistischen Gegner ,,auf jedem hohen Hügel und unter jedem
Gott" oder ,,der Gott meines/deines Vaters" sagen 37 • Deshalb laBt sich nicht grünen Baum" (Dtn. 12,2; 1. Kön. 14,23; 2. Kön. 16,4 = 2. Ch. 28,4; 2. Kön.
mehr feststellen, wer diese Götter ursprünglich waren. In der alttestamentli­ 17,1044). Über ihren Charakter laBt sich zunachst negativ sagen, daB sie in den
chen Fassung der Patriarchenerzahlungen sind sie fast alle - mit Ausnahme Texten niemals bayit oder hçkal, ,,Tempel", genannt werden. Das bedeutet
I
etwa des ,,Gottes Nahors" - mit Jahwe identifiziert; doch das ist spatere wohl, daB sie ein Gebaude, in dem die Gottheit, vertreten durch ihr Kultbild
Gleichsetzungstheologie. Auffallig ist, daB das Alte Testament Opfer, die man oder Symbol, wohnend gedacht war, nicht besaBen. Ihre übliche Bezeichnung
den Familiengöttern dargebracht hat, nicht ausdrücklich erwahnt. Es gibt dafür ist bama (Plural baınöt), ein in seiner Bedeutung bisher leider nicht geklarter
jedoch archaologische Indizien 38 • So sind seit dem ausgehenden 11. Jahrhun­ I
Begriff, den wir im Deutschen mehr schlecht als recht mit ,,Höhe", ,,Kult­
dert v. Chr. in israelitischen Wohnhausern kleine Altare aus Kalkstein belegt, höhe" oder ,,Höhenheiligtum" wiedergeben. Positiv lassen sich die baınöt als
die angesichts ihrer geringen AusmaBe nur für Raucheropfer gebraucht worden Kultstatten unter freiem Himmel beschreiben. Ilır einfaches lnventar45 bestand
seirı körırıen. Demselberı Zweck dienten wohl Keramikstander mit lose einge­ aus einem Altar oder Altaren für die Opfer und Steinpfeilern (Masseben, hebr.
setzter Schale und tasserıförmige TongefaBe mit perforierten Wanden39 . in der ınaşşcJböt) und Holzpfahlen oder heiligen Baumen (Ascheren, hebr. 'asçrTın),
zweiten Halfte des 9. Jahrhunderts karnen noch LibationsgefaBe hinzu, wenn die mannliche bzw. weibliche Gottheiten reprasentierten. Die Gottheiten konn­
wir die sogenannten ,,Handschalen" in diesem Sinne deuten dürferı40 • Ob marı ten jedoch auch durch Statuetten oder, in jüngerer Zeit unter nordsyrisch-me­
den Familiengottheiten auch blutige Opfer dargebracht hat, laBt sich aus den sopotamischem EinfluB, durch ihre Embleme in Standartenform46 vertreten
Ausgrabungsbefunden nicht sicher ermitteln. Ausgeschlossen ist es nicht41 ; werden. im Laufe der Zeit sind darın einzelne baınöt auch mit Kultgebauden
insbesondere könnte man an verschiedene rites de passage denken42 • Vielleicht ausgestattet worden, wie die Erwahnung von bçt/batç baınöt, wörtlich
gehörte das Passa, das ja deutlich ein Familienfest ist, selbst wenn es, wie zur ,,Höhenhausern", im Alten Testament (1. Kön. 12,31; 13,32; 2. Kön. 17,29.32;
Zeit des nachexilischen Jerusalemer Tempels und bei den Samaritanern, an ei­ 23,19) und die archaologisch nachgewiesene Baugeschichte des Heiligtums
nem zentralen Heiligtum begangen wird, einmal in diesen Zusammenhang. auf dem Teli 'Arad im Süden Judas zeigen. Doch ist das höchstwahrscheinlich
Die Fundstellen der Kultgerate zeigen, daB der Familienkult seinen Platz im auf Eirıgriffe des Staates in die lokalen Kulte zurückzuführen (vgl. 1. Kön.
Haus hatte; reiche Bauern wie der Ephraimit Micha von Ri. 17 f. konnten sich 12,31; 2. Kön. 23,19).
dafür auch eine eigene ,,Hauskapelle" mit Gottesbild, Priester und Orakel­ Die baınöt warerı für den Alltag der Umwohnenden unentbehrlich, da ur­
geraten leisten43. sprürıglich jede Schlachturıg als Opfer galt und anı Heiligtuın ausgeführt wer­
den ınuBte. Für den taglichen Kult, der im wesentlicherı wohl aus Raucher­
36 Wie man zu einem persönlichen Gott kommen konnte, zeigt Gen. 28,20 f., wo auch opfern samt dem sie begleitenden Ritual bestand, waren Priester arıgestellt, die
einige seiner Funktionen genannt werden.
37 Das Verdienst, diesen Religionstypus in das BewuBtsein der Wissenschaft gehoben zu man, wie es scheint, lçwT (,,Levit") oder kölıçn (,,Priester") nannte. An den Hei-
haben, gebührt noch immer A. Alt (ALT 1929 = 1953, 1-78), auch wenn seine These vom
,,nomadisclıen" Ursprung der ,,Vaterreligion" der Kritik (LEWY 1934; DIEBNER 1975; VoR­ 10,2A). Nach R ouıLLARD-TROPPER 1987 handelte es sich um Symbole oder Figuren von
LANDER 1975; ALBERTZ 1978, 49-95) nicht standgehalten hat. vergöttlichten Ahnen. Ob ihre Funktion in Ri. 18,14B.(17C sekundar.)18B.20B; 2. Kön.
38 H. WEIPPERT 1988a, 409.447 f.
23,24; Ez. 21,26, wo sie als Objekte des offiziellen Kults erscheinen, noch richtig verstan­
39
Ebd., 448.628 f. den wurde, steht dahin.
40 Ebd., 629.664 f. 44 Vgl. noch Jes. 57,5; 65,7; Jer. 2,20; 3,6.13; 13,27; 17,1-3; Ez. 6,13; 18,6.11.15; 22,9;
41 Vgl. ebd., 409.
Hos. 4,17; 2. Ch. 21,11.
42
Man vergleiche die ,,Opfer" der arabischen Bevölkerung Palastinas bei verschiedenen 45 Vgl. u.a. Dtn. 12,3; 1. Kön. 14,23; 2. Kön. 17,19; Ez. 6,3 und zur archaologischen
Wendepunkten (Geburt, Beschneidung, Hausbau ete.) im Leben der Farnilie; CANAAN 1962. Seite H. WEIPPERT 1988a, 407-409.447 f.627 f. (die Verhaltnisse in der Eisenzeit IIC, ebd.,
Farnilienopfer an einem regionalen Heiligtum: 1. Sam. 1. 621-628, sind komplex; vgl. dazu aber die sogleich zu besprechenden Erwahnungen von
43 Zur Familienreligion gehören auch die Theraphim (tilrlip'im) (Gen. 31,19B.30C.32A; bift/batif bamöt im Alten Testament). Zu mitte!- und spatbronzezeitlichen Vorlaufern siehe
Ri. 17,5B; 1. Sam. 19,13.16BC), die gelegentlich ,,Götter" ('elöh'im) genannt werden (Gen. ebd., 233-236.281-284.
31,30C.32A) und von denen man, wie es scheint, Orakel erlangen konnte (Ez. 21,26; Sach. 46 H. WEIPPERT ] 988a, 627 f.
14 Synkretisınus uııd Moııotheisınus [155/156] [156/157] Syııkretisnıus wzd Monotheismus 15

ligtümern wurden auch die gro/3en Kultfeste des landwirtschaftlichen Jahres und Aschera mit Jahwe zusammengehört. Dabei dürfte es sich um Götter von
gefeiert, die die Orts- und Landschaftsgenossen bei den Opfermahlzeiten ver­ Reisenden unterschiedlicher Herkunft handeln, die in der Festung von Kuııtilet
einten. <Ağrüd Station gemacht und ihre Inschriften hirıterlassen haben. Doch ist die
Der Kult an den bamot galt in der israelitisch-judaischen Königszeit ohne Vielgestaltigkeit der Götterwelt der vorexilischen israelitisch-judaischen Reli­
Zweifel Jahwe, in der Regel wohl in Gesellschaft einiger anderer Götter. Lokal gion auch so deutlich zu erkenrıen.
unterschiedliche Epitheta Jahwes wie "Şl <öfaın in Beerseba (Gen. 21,33), "Şl Jahwe, der Nationalgott lsraels (bzw. lsraels und Judas), stand in vorexili­
Rô'f in Beerlahairoi im Negeb (Gen. 16,1347) und wohl auch "Şl Bçt-"Şl in Be­ scher Zeit nicht allein, wie wir es von der Zeit des nachexilischen Judenturns
thel (Gen. 35,7), die ihm im Alten Testament beigelegt werden, lassen jedoch an gewöhnt sind, sondern hatte eine Göttin neben sich. Diese war nicht immer
erkennen, da/3 Jahwe an einer Reihe von Orten die Nachfolge anderer Götter, in dieselbe. Der altere Zustand wird paradoxerweise durch die jüngeren Texte
den genannten Fiillen die lokaler Manifestationen Els, angetreten hat. Ob auch reprasentiert, namlich die aramaischen Briefe und Rechtsurkunden ,,jüdi­
mit dem "elöhij Dan, dem ,,Gott Dans", in Dan (Anı. 8,14) oder mit *Dod in scher"54 Truppenteile der persischen Armee, die im 6. /5. Jahrhundert im ober­
Beerseba (Anı. 8,1448) und dem östlich des Toten Meeres gelegenen Ataroth agyptischen Elephantine (nahe dem heutigen Assuan) stationieıi waren und
(KAi 181,12) Jahwe gemeint ist, la/3t sich aus den Belegstellen nicht erken­ dort einen Jahwetempel besaBen. in diesen Texten erscheint neberı Jaho (Jah­
nen49 . Neben diesen Göttern werden im Alten Testament haufig noch Baal, we) die Göttin cAııat-Yaho (CowLEY 1923, Nr. 44,355), d.h. ,,die Anath des
Aschera und Astarte erwalınt. I Jaho". Einmal kommt auch 'Aııat-Befil (CüWLEY 1923, Nr. 22,12556), ,,die
Interessant ist die Götterwelt der sogenannten Bileam-Inschrift50 aus dem Anath des Bethel" vor; doch halte ich es für ziemlich sicher, daB Bethel ein
Heiligtum des transjordanischen Teli Der <Alfii aus der ersten Halfte des 8. anderer Name für Jaho ist. Da/3 hier der altere Zustand reflektiert ist, 1 ergibt
Jahrhunderts51 • Hier heif3en die zur Ratsversammlung zusammentretenden sich daraus, da/3 die Göttin Anath, um es zunachst abstrakt und negativ zu sa­
Gottheiten generell "llııı oder sdyn. Aus ihrem Kreis werden im einzelnen ge­ gen, nach den Texterı der zweiten Halfte des 2. Jahrtausends v. Chr. rıicht die
nannt der Gott El und die Göttinnen 'Astar, Sagar und eventuell Sams52 . Die Geführtin des höchsten Gottes gewesen ist. Wir haben schon gesehen, da/3 Jalı­
Gesamtbezeichnung sdyıı, ,,die zu Sadday Gehörigen", weist vielleicht darauf we erst allmahlich in die Stellung des Haupts des Pantheions hineingewachsen
hin, da/3 El dort unter dem Kultnamen Cll) Sadday verehrt wurde. Die Inschrift ist; doclı war dies zur Zeit der Entstehung der Elephantine-Texte eine Tatsache.
wurde in dem Heiligtum angebracht, als der Teli Der <Alfii höchstwahrschein­ Wir müssen also annehmen, daB die Religion dieser persischen Soldaten ,,jüdi­
lich zum Territoriurn des Reiches Israel gehörte. scher" Herkunft fern ihrer ursprünglichen Heimat altere Züge bewahrt hat. Der
Kein wirkliches Pantheion bilden die Götter, die in den Inschriften der Kult­ jüngere Zustand findet sich im Alten Testament. Hier steht neben Jahwe die
raume von Kuntilet 'Ağrüd, einer - wohl von der judaischen Armee gesicherten Göttin Aschera. Aschera im 2. Jahrtausend 'AJirat - ist von Hause aus die
- Straf3enstation an einem eisenzeitlichen Vorlaufer des Darb el-Gazze weit Gemahlin Els, des höchsten Gottes des alteren nordwestsemitischen Panthei­
südlich der Südgrenze Judas, erwahnt werden53• Hier sind El, Baal, Jahwe und ons. Möglich wurde die Zuordnung Ascheras zu Jahwe dadurch, da/3 letzterer,
Aschera belegt, wobei Jahwe auch in zwei lokalen Manifestationen als ,,Jahwe wie bereits angedeutet, im Laufe der ersten Halfte des 1. Jahrtausends zum
von Samaria" (YHWH snırn) und ,,Jahwe von T heman" (YHWH (h)tınıı) auftritt,
54 Die Verfasser der Texte nennen sich selbst ,,Judaer" (Ylıwdy'). Der Gottesname Jaho
47 Nach KNAUF 1985a, 48 f., ist 'Şl Rö'Iliterarische Erfindung. (gesclırieben Ylıw und Yhh, M. WEIPPERT 1976-SOb, 24[= unten S. 39] ist aber nicht judaisch
48 Der masoretische Text bietet derek, das aber nach Analogie von 'elolıeka wahrschein­
(bislang auch in Insclıriften immer Ylıwlı), und die Verwendung von Bet'i/ als Wechselname
Iich *dodgka ,,dein Dod" zu !esen ist. für Jaho IaBt vielleiclıt auf Beziehungen zu dem (ehemals) israelitischen Heiligtum in Betlıel
49 Eine griechisch-aramaische Weihinschrift an ,,den Gott in Dan" (0ı:w rw iv Llavoıç,
schiieBen (nicht zwingend). Zur Entscheidung von kultischen Fragen wenden sie sich zu­
ohne genaues aramaisches Aquivalent), die auf dem Teli el-QZiefı, dem Ruine�hügel der Stadt dem in ,,ausgewogener" Weise sowohl an die Autoritaten in Samaria als auclı an die in Jerıı­
Dan, gefunden worden ist (BIRAN-TZAFERIS 1977), zeigt die Kontinuitat der Gottes­ saleın (CowLEY I 923, Nr. 30-32). Eine gewagte Vermutung: Handeli es sich vielleiclıt um
bezeichnung *'elolıç Daıı bis in hellenistische Zeit (ca. 2. Jh. v. Chr.). Das laBt vermuten, Naclıkommen israelitischer Berufssoldaten im assyrischen (dazu M. WEIPPERT 1976-80a,
daB der anı Heiligtum verehrte (Haupt-)Gott nicht Jahwe war. Bei der Einrichtung des israe­ 203 f.: DALLEY 1985), agyptischen und persischen Heer, die wegen ihres Einsatzes ferıı der
Iitischen Staatsheiligtums in Dan könnte Jahwe sein Paredros geworden (E. A. KNAUF, per­ alten Heimat eine altere Form der israelitischen (ephraimitischen?) Religion bewahrt ha­
sönliche Mitteilung) oder aber zeitweilig mit dem ,,Gott von Dan" identifiziert worden sein ben?
(die Tünche fiel dann wohl ab, als Dan [wann?] Israel verlorenging). 55 In eiııeııı Eid neben ,,dem Gott Jaho" (Y[lıw 'Ilı]') und dem vergöttlichten Tempel
50
HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1967. (Msgd') an dritter Stelle.
51 H. WEIPPERT-M. WEIPPERT 1982 [= unten S. 131-161]. 56 In einer Tempelsteuerliste des Jaho-Heiligtums von Elephantine, in der in ZZ. 120-
52 In Kombination I Z. 6 ist vielleicht S[ms] statt S[gr] zu erganzen; vgl. die Diskussion
125 das eingegangene Geld auf Jaho selbst (126 Seke!), 'smbyt'l (70 Seke!) und 'AııZit-Bet'il
bei HACKETT 1984a, 41 f. [und s. unten S. 179f.]. (120 Seke!) verteilt wird. - Als weitere Gottheit erscheint noch lfrınbyt'l in CowLEY 1923,
53 MESHEL 1978; WEINFELD 1982b; 1984. Bibliographie: SCHARBERT 1985, 192.
Nr. 7,7.
16 Synkretismus ııııd Moııotlıeisıııııs [157] [157-159] Syııkretisıııus uııd Moııotlıeisıııus 17

Haupt des Pantheions geworden, d.h., in die Funktion Els eingerückt ist. Vor­ Tempels auch auf dem Palast- und Tempelberg Zion, der in der Kultlyrik mit
aussetzung dieser These ist freilich, daB hinter dem Kultobjekt Aschera die dem Zaphon identifiziert werden konnte (Ps. 48,3), dem Wohnsitz Baals (=
gleichnamige Göttin steht; doch dafür sprechen die Stellen des Alten Testa­ Hadads) in der I kanaanaischen Mythologie. Ferner erscheint Jahwe wie Hadad/
ments, an denen Aschera eindeutig eine Gottheit ist57 • Da/3 Jahwe und Aschera Baal im Gewittersturm, indem er auf den Wolken über den Himmel hinfahrt60.
tatsachlich zusammengehören, hat in den letzten Jahren eine überraschende Das Epitheton ,,der Wolkenfahrer", das sich auf diese typische Manifestation
epigraphische Bestatigung erfahren. in den Inschriften des 9./8. Jahrhunderts der Gottheit bezieht, tragt sowohl Baal in den in Ugarit gefundenen Epen
aus Kuntilet 'Ağrüd wie auch in einer lnschrift des 8. Jahrhunderts aus Ijirbet (DIETRICH-LORETZ-SANMARTIN 1976, Nr. 1.3 il 40; 1.4 llI 11.18. V 60; 1.5 il
el-Qöın nordwestlich von Hebron kommt namlich mehrfach der formelhafte 7; 1.19 I 43 f.) als auch Jahwe in einem wohl aus dem Jerusalemer Kult stam­
Ausdruck ,,Jahwe und seine Aschera" vor58 . Hier kann Jahwes Aschera nicht menden Psalm (68,5). Jahwe ist wie Hadad/Baal der Spender von Regen,
das aus dem Alten Testament bekannte Kultobjekt sein, da Jahwe als mannli­ Fruchtbarkeit und Erntesegen (vgl. Jer. 10,13 = 51,16; 14,22; 31,12; Hos. 2,10
che Gottheit durch eine Massebe reprasentiert werden müBte. A. 11 [:: 7]; Ps. 18 [= 2. Sam. 22], 8-16; 29; 65,10-14; 68,34; 104 passim; Hi.
Der ursprüngliche Charakter Jahwes, des Nationalgotts lsraels, ist auf der 36,27-37,13). Er kann, besonders in Personennamen, ,,Baal" genannt wer­
Grundlage des Alten Testaments nur schwer zu ermitteln. Eine Reihe von lndi­ den61 . SchlieBlich ist auch noch einmal auf Jahwes - von mir für ursprünglich
zien weist jedoch darauf hin, da/3 er von Hause aus eine Gottheit des Hadad­ gehaltene - Verbindung mit der Göttin Anath hinzuweisen, die in der kanaana­
Typus gewesen ist, also, in der üblichen, wenn auch stark vereinfachenden ischen Mythologie des 2. Jahrtausends, wie wir sie aus Ugarit kennen, die
Terminologie der Orientalisten und Alttestamentler, ein ,,Wettergott"59• Zugun­ Schwester und Geliebte Baals gewesen ist.
sten der These spricht zunachst, daB Jahwe seinen Wohnsitz auf einem Berg Man kann die meisten dieser Beobachtungen in die Sphare des Synkretismus
hatte, ursprünglich auf dem Sinai, spater in der Theologie des Jerusalemer verweisen und als Zeichen der ,,Baalisierung" des ursprünglichen reirıerı
Jahwismus nach der SeBhaftwerdung der lsraeliten in Kanaan erklaren. Das
57 Die meisten Stellen des Alten Testaments, die Aschera erwahnen, beziehen sich auf haben bereits die Propheten getan und damit bis in neueste Zeit viel Nachfolge
das Kultobjekt. Für den Tempel in Jerusalem wird eiııe Aschera erwahnt in 2. Kön. 23,6; ihre gefunden. Doch sind einige der Hadad-Züge wie der Gottesberg und die Ge­
Entfernung ist nach dem ursprünglichen Text des Bericlıts über die Josianische Reform (vgl. witter-Theophanie unlöslich mit Jahwe verbunden, so daB man auch die übri­
voı laufig S TADE 1885, 292 = 1907, 194 f.) der wesentliche Reformakt des Königs Josia von gen für authentisch halten kann. Nimmt man die aufgezahlten Koinzidenzen
Juda im Jerusalemer Staatsheiligtum (siehe noch Anrn. 79). Danach karın man auch die
Asclıera, die ııaclı 2. Kön. 18,4 Hiskia beseitigt haben soll, <lort lokalisieren, auclı wenn die zusammen, so liegt der weitere SchluB nahe, daB es sich hier gar nicht um
Reform Hiskias insgesamt historisch fraglich ist. Eindeutig eiııe Göttiıı ist Aschera in 1. phanomenologische Ahnlichkeit handelt, sondern um ldentitat. Mit anderen
Köıı. 15,13 (= 1. Ch. 15,16); 18,19; 2. Kön. 21,7; 23,4.7 vgl. noch Ri. 3,7, wo der Plural Worten: Yon Hause aus sind Jahwe und Baal nicht zwei verschiedene Gotthei­
,,Baale und Ascheren" aber deuteronomistische Verallgemeinerung ist). 2. Kön. 21,7 nennt ten, sondern zwei Namen für ein und denselben Gott62. Das erklart die Schwere
ein ,,Bild der Aschera" (pese/ /ıa'asf?ril), das in V. 3 einfach als ,,Aschera" bezeichnet wird. des Konflikts, der ausbrach, als ein Teil der Verehrer Jahwes diese ldentitat
58 Kuııtilet 'Ağriid: drei Pithosinschriften, der Form nach Briefe, vielleicht Schreibübun­
gen (LEMAIRE 1981, 26-28). Der Ausdruck steht jeweils in einer Segensformel, die Teil des nicht mehr wahrhaben wollte.
Briefpraskripts ist (siehe dazu M. WEIPPERT 1975b): (1) Pithos 1 (MESHEL 1978, 13*.20. Der Staatskult fand an Heiligtümern statt, die im Unterschied zu den baınöt
24 f.), 1 f.: brkt 'tkın lylzwh foırıı wl'srtlz, ,,ich segne euch bei Jahwe von Samaria und bei der beschriebenen Art vom König, d.h. vom Staat, eingerichtet und beaufsich­
seiner Aschera"; (2) Pithos 2 (WEINFELD 1984, 125), 4-6: brktk lylıwlz tınız wl'frth, ,,ich seg­ tigt wurden, und in denen der König gelegentlich auch kultisch amtierte. Inau­
ne dich bei Jahwe von Theman und bei seiner Aschera"; (3) Pithos 3 (WEINFELD 1982b,
237), 1 ': [brktk] lylıwh htmıı wl'srtlı dto. (hier ist das /ı- von hının vielleicht Dittographie des guriert wurde der Staatskult wohl noch zur Zeit der davidisch-salomonischen
auslautenden -/ı von lylıwlı). -- ljirbet el-Qöın, Grab II, Inschrift 3,2 f. (LEMAIRE 1977, 597- Doppelmonarchie mit der Erbauung des Jahwe-Tempels im Palastbezirk von
608): brk 'ıylıw lyhwh (w)l'srt/ı" gesegnet ist/sei Uria bei Jahwe und bei seiner Aschera". Im Jerusalem durch König Salomo. Nach Auflösung der Personalunion zwischen
Lichte der (spater entdeckten) Inschriften voıı Kuntilet 'Ağriid erscheint mir Lemaires Text­ Israel und Juda um 925 v. Chr. wurde der Jerusalemer Tempel das Staats­
herstellung noclı immer als die bei weitem einleuchtendste, zuma\ die abweichenden Deu­ heiligtum Judas, wahrend man in j Israel den Heiligtümern von Bethel und Dan
tungen von MITTMANN 1981 und JAROS 1982 epigraphischen bzw. grammatikalischen Be­
denken unterliegen. Beachteııswert ist, daB der Ausdruck ,,Jahwe und seine Aschera" auch
lıier in einer Segensformel begegnet. Das Personalsuffix der 3.m.sg. in der Form 'srtlı soll­ 60 JEREMIAS J 965.
te m.E. nicht gegen die Deutung von *'friz als Gottesname ins Feld geführt werden; wer 6 1 Söhne Sauls, Jonathans und Davids tragen Namen mit dem theophoren Element Baal,
Gottesbezeichııungen wie die obeıı S. 15 und Arım. 56 genannten (aus Eleplıantine) und das man gewöhnlich als Referenz an Jahwe erklart, zuma! die Überlieferung Saul als ent­
etwa 'strkıns, ,,die 'Astar des Kamos" (KAI 181, 17), als existiereııd und grammatisch aner­ schiedenen Jahwe-Verehrer schildert. Baalhaltige Namen kommeıı auch noch in den
kennt, kann die Möglichkeit der Ersetzung des im Genitiv stehenden Gottesnamens durch Ostraka von Samaria (8. Jh. v. Chr.) vor.
ein Possessiv(= Genitiv-)suffix nicht gut leugnen ('srtlı = *'srt Ylıwlı). 62
Das könnte auch WELLHAUSENS Etymologie des Namens Jahwe (1897, 25 Anın. 1: ,,er
59 M. WEIPPERT 1976-80b, 252 [= unten S. 43].
fiihrt durch die Lüfte, er weht") wieder attraktiver macherı; siehe KNAUF 1984.
18 Synkretismus und Monotlıeismııs [159] [ 159/160] Syııkretismus ıınd Monotlıeismus 19

diesen Status verlieh (1. Kön. 12, 19). Auf dem Gebiet des staatlichen Kults las­ Staatenwelt Syriens und Paliistinas hereinjbrach, wurde von den Betroffenen
sen sich betrachtliche Unterschiede zwischen lsrael und Juda beobachten. Der zu Recht als existenzbedrohend empfunden - in der Tat fiel ja die Eigenstaat­
Tempel in Jerusalem wurde von vornherein in der Hauptstadt als königliches lichkeit Israels im Jahr 722 bzw. 720 den Assyrern, die Judas im Jahr 586 den
Heiligtum gegründet (1. Kön. 6). Da Jerusalem eine kanaanaische Stadt war, Babyloniern zum Opfer. Injener Zeit der Angst wandte man sich in zunehmen­
war er ohne israelitische Tradition; eine solche hat man ihm durch die Überfüh­ dem MaBe Göttern und Kulten zu, von denen man glaubte, daB sie den GroB­
rung der ,,Lade Jahwes" in seine Cella (1. Kön. 8,3-8) und sehr viel spater machten ihre unwiderstehliche Starke verliehen, und zwar auf allen Ebenen der
durch Versuche, Jerusalem irgendwie mit Abraham in Verbindung zu bringen Religion vom privaten bis zum offiziellen Kult. Es ist strittig, ob die Assyrer
(Gen. 14,18-20), geben wollen. Wenn der Jerusalemer Tempel überhaupt eine von ihrerı Vasallenstaaten die Übernahme von Elementen ihres Staatskults ver­
Tradition hatte, war das eine kanaanaische, wie er ja auch in seiner baulichen langten70• Gesichert ist aber aufgrund schriftlicher Quellen und archaologischer
Anlage und in der in seinen Mauern gepflegten Theologie63 stark dem Kana­ Funde, daB vom 8. Jahrhundert arı insbesondere die Verehrung von Astralgott­
anaertum verpflichtet war. Die Staatsheiligtümer des Nordreiclıs Israel hinge­ heiten, des Sonnengotts Samas, des Mondgotts von ijarran, des ,,Himmels­
gen wurden fern der Hauptstadt an der Peripherie des Staats eingericlıtet; sie heers" (şJba has-samayim), d.h. der Gestirne ingesamt, eine betrachtliche Po­
waren von Hause aus lokale oder regionale biimöt, die voli in israelitischer pularitat erreichte71, die sich bis in die Kultinstallationen des Tempels von
Tradition standen. Das gilt wolıl auch von den dort von Jerobeam I. als Repra­ Jerusalem hinein bemerkbar machte. Yor allem Frauen wandten sich auch an
sentationen Jahwes64 aufgestellten Stierbildern, wenn man das vor einigerı Jah­ die ,,Königin des Himmels" (Jer. 7, 18; 44, 17-19.2572), d.h. die assyrische oder
ren von A. Mazar in der Nalıe von ez-Zabiibde im Norden des mittelpalasti­ babylonische Istar, oder versammelten sich zur rituellen Tammuz-Klage (Ez.
nischen Berglands ausgegraberıe offene Heiligtum mit seirıer Stierbrorıze65 für 8,14). Aus dem aramaischen oder phönizischen Bereich wurde der Moloch­
israelitisch und typisch halten darf66• Dienst überrıommen73, der von seinen Anhangern symbolische oder faktische
Im Kult der Staatsheiligtümer beider israelitischer Staaten stand selbstver­ Kinderopfer forderte. Es ist deutlich, daB es sich hier nicht um die Weiterbil­
standlich der Nationalgott Jahwe im Mittelpunkt. Als seine Paredros ist für dung der traditionellen israelitischen Religion handelt, sondern um Kult­
Jerusalem seit dem 9. Jahrhundert Aschera bezeugt67 ; wir haben schon gese­ irrıporte in einer Zeit der politischen Krisen und der religiösen Unsicherheit.
hen, daB sie im Zusammenharıg mit dem Aufstieg Jahwes zum Haupt des Die Propheten und die deuteronomisch-deuteronomistischen Theologen haben
Pantheions an die Stelle Arıaths getreten ist. Über Betlıel urıd Dan wisserı wir in darın allerdings beides, die einheimische Religion urıd die ausliindischen lm­
dieser Hirısicht nichts Sicheres68. Neben Aschera dürften auclı noch andere porte, in einen Topf geworfen und als Abfall von Jahwe verurteilt.
Götter oder der göttlichen Sphare angehörende Wesen ihren Platz in den
Staatsheiligtümern gehabt haben. Die Überlieferung weiB von einem wahr­
scheirılich schlangengestaltigen Kultobjekt namens NJ�ustiin im Jerusalemer 3. Abgrenzung und Einigung im Zeichen des Einen Gottes
Tempel, das auf Mose zurückgeführt wurde und Raucheropfer erhielt, bis es
König Hiskia gegen Ende des 8. Jahrhunderts entfernen lieB (2. Kön. 18,469). In den beiden ersten Kapiteln dieser Studie ist bereits mehrfach angeklun­
Die sukzessive Expansion der mesopotamischen GroBreiche Assyrien und gen, daB der Weg von der polytheistischen Religion Israels der vorexilischen
Babylonien, die von der zweiten Halfte des 8. Jahrhunderts an über die Zeit zum nachexilischen Monotheismus von Korıflikten gesaumt war. Das ist
nichts Auffalliges; denn Konflikte konnten nicht ausbleiben, wenn eine mili-
63
V gl. ScHMID 1955; SrOLz 1970; EcK. Orro 1980, 38-41.57-60.
70
64
M. WEIPPERT 1961b, 106f. [= unten S. 56f.]. Vgl. die verschiedenen Meiııuııgen bei McKAY 1973; CoGAN 1974; SPIECKERMANN
65
A. MAZAR 1982. 1982, 307-372.
66 71 V gl. u.a. Jer. 8,2; H. WEIPPERT 1988a, 627 f.
V gl. noch WENNING-ZENGER 1986. Wenn die dort gefundene Stierbronze (in ,,sub­
7
bronzezeitliclıem" Stil) kultisclı gedeutet werden darf, stellt sie das Symboltier des ,,Wetter­ 2 Der Masoretische Text hat an allen Stellen ınaleket lıassanıayim, was maıı nach

gottes" dar. Die Frage, ob der Kult des Heiligtums Jalıwe oder Baal gegolten habe, ist im Septuagiııta 7,18 und seit STADE 1886ab gern als ,,Werk" = ,,Heer des Himmels", identisch
Zusammenlıang der hier vertretenen These anachronistisch. mit ş;;ba lıassamayiııı, gedeutet hat. Die grieclıischen Versionen habeıı jedoch für mlkt vor­
67
Siehe Anın. 57. herrscheııd �aaı;\(aaa. Eine ııılkt sınyn hatte nach den aramii.ischen Papyrusbriefen von Her­
68 In Bethel soll der König Josia von Juda nach 2. Kön. 23, 15D wie in Jerusalem das Kult­ mopolis im 5. Jahrhuııdert auclı eiııen Ternpel in Elephaııtiııe (BRESCIANI-KAMIL 1966, 398
sy�bol der Aschera entfernt haben; doch gehört diese Nachricht zu einer Überarbeitungs­ Brief 4,1).
73
schıcht des Berichts über die Josianische Reform, so daB ihr historisclı nicht zu trauen ist. Moloclı (hebr. mölek) ist nach EıssFELDT 1935a eiııe Opferart; doch hat sich diese The­
69
Ihrer Sprachgestalt nach ist diese koııkreteste Naclıricht über die Kultreform Hiskias se zu Recht nicht gegeıı die Ansicht durchsetzen köıınen, daB es sich um eine Gottheit haıı­
protomittelhebrii.isch, literarisch damit postdeuteronomistisch, so daB historisch auch hier delt; siehe WEINFELD 1972. M.E. ist hebr. mölek Gottesııame < *ıııulk- ,,Königtum" (ab­
Vorsiclıt geboten ist. stractunı pro coııcreto).
20 Syııkretismus uııd Moııotheismus [160/161] [161/162] Syııkreıismus und Moııotheisnıus 21
tante Minderheit I die traditionelle Religion und damit ein wesentliches Ele­ Aramaer in einen ,,modernen" Staat zu verwandeln76 • Die Revolution Jehus im
ment der bestehenden Gesellschaftsordnung mehr oder weniger radikal in Fra­ Jahr 841, die rrı.E. in erster Linie eine Wendung in der AuJ3enpolitik Israels
ge stellte. herbeiführen sollte, beseitigte mit der Omridendynastie auch ihren Gott ,,Baal"
Die erste Auseinandersetzung auf religiösem Gebiet, die in den Quellen si­ und seinen Tempel in Samaria (2. Kön. 9 f.). Nebeneffekt dieser Aktionen war,
cher bezeugt ist, ist zwar eher als Vorspiel zu den spateren Konflikten zu ver­ daJ3 die überlieferte Religion Israels wieder ungestört ausgeübt werden konnte;
stehen, hat aber nichtsdestoweniger Geschichte gemacht. leh meine den Jehu und seine Nachfolger haben sie nicht angetastet, weshalb sie in den
Kampf zwischen Jahwe und ,,Baal" zur Zeit des Königs Ahab von Israel und Prophetenüberlieferungen der Königsbücher anders als bei Hosea (1,4) und
seiner Nachfolger um die Mitte des 9. Jahrhundert v. Chr. Dabei ist für uns die den Deuteronolmisten (2. Kön. 10,29.31; 13,2.11; 14,24; 15,9 ) verhaltnisma­
Hauptschwierigkeit, welche Gottheit in diesem Zusammenhang mit ,,Baal" füg positiv beurteilt werden. Doch scheint der Konflikt mit dem fremden Gott
gemeint ist. Da sein Kult in den Elia-Erzahlungen mit der Königin Isebel, einer der Omriden in bestimmten Kreisen in Israel das Bewufüsein dafür gescharft
phönizischen74 Prinzessin, in Verbindung gebracht wird, legt sich die Vermu­ zu haben, daJ3 es neben ihrem als Baal betrachteten Nationalgott Jahwe durch­
tung nahe, daJ3 es sich bei ihm um einen phönizischen Gott handelte, etwa den aus noch andere Baale gab, deren Kult sich weder in den dafür nötigen Einrich­
tyrischen Melqart, der den Titel b'l Sr (DoNNER-RÖLLIG 1971, Nr. 47,1), ,,Herr tunoen
e noch im Ritual sehr von dem des Gottes lsraels unterschied, und die
von Tyrus", trug. leh vermute weiter, daJ3 er unter Ahab und Isebel zum Schutz­ auch in ihren Funktionen mit Jahwe in Konkurrenz treten konnten. Dies ist al-
gott der onıridischen Dynastie erhoben wurde und als solcher unter den lerdings nur eine Vermutung, da die Quellen für die nachsten hundert Jahre von
Gefolgsleuten des Königshauses, den Beamten und Militars, eine verhaltnis­ religiösen Konflikten in Israel schweigen; doch ist kaum denkbar, da/3 der Pro­
mafüg breite Anhangerschaft fand. Er erhielt auch einen Tempel in der Haupt­ phet Hosea im dritten Viertel des 8. Jahrhunderts seine radikale Religionskritik
stadt Samaria (l. Kön. 16,32; vgl. 2. Kön. 10, 18-27), vielleicht im Palast­ ohne Rückhalt an einer aus den Erfahrungen des 9. Jahrhunderts herkommen­
bezirk. RepressionsmaJ3nahmen der Regierung gegen Jahweverehrer und ihre den Tradition formulieren konnte.
Kultstatten (vgl. 1. Kön. 18,4.11; 19,10-14; 2. Kön. 9,?75 ) deuten wohl darauf Hosea ist der erste im Alterı Testament bezeugte Vertreter der ,,Jahwe-al­
hin, daJ3 sich gegen die Propagierung des fremden Gottes in der Bevölkerung lein"-Theologie. Sein Auftreten füllt in die Zeit der politischen und ideologi­
Widerstand erhob. Wortführer der Opposition waren, wie es scheint, die Pro­ schen Krisen, die in Israel und Juda durch die die Existenz aller Staaten Syriens
pheten Jahwes, die mit den bamöt des flachen Landes verbunden waren, an und Palastinas bedrohende Expansion des neuassyrischen Reiches unter
ihrer Spitze Elia von Thisbe, auf dessen Gestalt sich die Überlieferung konzen­ Tiglathpileser III. und seinen Nachfolgern heraufbeschworen wurden. Hosea
triert. im Hintergrund standen wohl auch soziale Konflikte, die sich aus der fragte nach Wesen und Ursachen der tödlichen Gefahr, in der Israel schwebte.
Absicht der Omriden ergaberı, Israel in Anlehnurıg arı die Phönizier und Da Jahwe nicht für lsrael einstand, konnten die assyrischen Militaraktionen
nur Sanktionen dafür sein, da/3 lsrael die Ehe mit ihm gebrochen hatte. Deutli­
che Anzeichen des Ehebruchs erkannte er in den Elementen der traditionellen
israelitischen Religion, die auch bei anderen V ölkern, die Jahwe nicht kannten,
74 Die ,,Nationalitat" lsebels ist umstritten. Nach 1. Kön. 16,31 war sie eine Tochter des vorkamen: in der Vielzahl der verehrten Gottheiten, den Heiligtümern, den
Sidonierkönigs Ethbaal. Flavius Josephus identifizierte diesen Ethbaal mit dem 'lı'tw�aAoç/ Götterbildern und -symbolen, dem Opferkult, den mantischen Praktiken. Aus
Etı'rw�aAoç seiner aus Menander von Ephesus übernommenen oder exzerpierten tyrischen
Königsliste (AJ 8,13,2 § 324; c.Ap. 1,18 § 123), und nannte ihn ,,König der Tyrier und
diesem Denkansatz ergab sich für Hosea, daJ3 all dies von den V ölkern über­
Sidonier" (AJ 8, 13, 1 § 317; 9,6,6 § 138). Darin ist ilım die Wissenschaft in der Regel ge­ nommen sein muJ3te, denen Israel bei seinem Eintritt ins Land begegnet war77.
folgt, und so wird Isebel in der Literatur gewöhıılich als eine ,,tyrische Prinzessin" bezeich­ Hier war für ilın der Abfall Israels von Jahwe mit Handen zu greifen.
net. Dafür lieBe sich die Analogie des von Sanherib erwiihnten Königs Lülf von Sideon an­ Damit wurde auch die traditionelle Vorstellung von Jahwe selbst in Frage
führen, der zumindest nach der Inschrift von Stier 4,15 f. (LucKENBILL 1924, 68 f.) auch gestellt, denn er war es ja, der im Gottesdienst der als ,,kanaanaisch" verwor­
über Tyrus verfügt haben dürfte und mit dem König 'EAouAaloç der von Flavius Josephus
gebotenen tyrischen Überlieferung (AJ 9,14,2 §§ 283 f.) identisch sein könnte. leh halte es fenen bamöt im Mittelpunkt stand. Das bedeutete, daJ3 es sich bei dem Jahwe
nicht für ausgeschlossen, daB Tyrus und Sidon zeitweise in Personalunion regiert wurden, der Höhenheiligtümer in Wirklichkeit gar nicht um Jahwe handeln konnte,
wobei die Doppelmonarchie von AuBenstehenden - angesichts des Prestiges des Namens sondern daJ3 er eine Maske war, hinter der sich Baal, der Gott Kanaans, ver­
Sidon, dessen Gentilizium in der Antike hiiufig generell für ,,Phönizier" gebracht wurde barg. Den wirklichen Jahwe, Israels ,,Gott von Agypten her", hatte das Volk 1
(PIETSCHMANN 1889, 104-106) - als ,,Sidon" bezeichnet wurde. Vgl. dazu KATZENSTEIN
1973, 132-135. Gegen die Verwendung der (Dius- und) Menander-Notizen für die Ge­ 76 M. WEIPPERT l 976-80a, 202; MILLER-HAYES 1986, 273 f. Die Modernisierung ist ar­
schiclıte des 9. Jahrlıunderts v. Clır. jetzt TIMM 1982, 200-241; vgl. DoNNER 1986, 268. clıiiologisclı in der gewaltigen Steigerung der öffentlichen Bautatigkeit und im Charakter
75 Die Repressalien, iıısbesondere gegen die Propheten Jahwes, werden in den Texten der
der Bauten zu erkennen; siehe H. WEIPPERT 1988a, 507-551.
Königin Isebel zugeschrieben; vgl. dazu aber MILLER· HAYES 1986, 271.273. 77 VgJ. VENGASSARY 1985, 72.84 U.Ö.
22 Synkretismus uııd Monotheismus [163/164] [164/165] Synkretisınus uızd Monotheisınus 23
nach Hoseas Meinung vergessen oder, durch die Schuld seiner Priester, erst gar Lokalheiligtümer zum Opfer; zugleich wurde im Tempel zu Jerusalem der Kult
nicht kennengelernt. Der gesamte Gottesdienst Israels galt demnach Baal oder anderer Götter, vor allerrı der der Aschera, unterbunden, ihr Kultinventar ver­
seinen lokalen Manifestationen, den Baalerı, denen lsrael die Segnungen sei­ nichtet. Abweichend von der Haltung der radikal kultkritischen Fraktion der
nes Landes, Getreide, Wein, Öl, Wolle, Flachs, zuschrieb, die in Wirklichkeit monolatrischen Bewegung (vgl. Hos. 6,9; 8,11; 9,4 f.; 10,1-8) wurden die tag­
doch Gaben Jahwes waren (vgl. bes. Hos. 2,4-15). Es ist faszinierend zu beob­ lichen Opfer und der Festkult arrı Jerusalemer Staatsheiligtum konzentriert.
achten, wie im Denken des Propheten Jahwe und Baal, ursprünglich, wie wir Das starıd forma! im Einklang mit dem in der Frage des Kults gemaBigter den­
gesehen haben, ein- und dieselbe Gottheit, auseinandertreten und zu zwei kenderı Deuteronomium, das allerdings den ,,Ort, den Jahwe erwahlen wird,
scharf miteinander konkurrierenden Göttern werden. Was wir hier miterleben, um dort seinen Namen wohnerı zu lassen"80, nicht mit einem bestimmten Hei-­
ist eine religionsinterne Grenzziehuııg, die als Abgreıızung ııaclı aııJ3eıı iııter­ ligtum identifizierte. In der folgenschweren Entscheidung für Jerusalem kam
pretiert wird. wohl auch das Interesse des Königs und seiner Umgebung zum Ausdruck, die
Die Gedanken Hoseas und seiner eventuellen Mitstreiter wurden in lsrael Kontrolle über den Staatskult, der nun mit dem Gottesdienst der Nation über­
nicht ernstgenommen; dafür war es wohl schon zu spat. Die ,,Jahwe-allein"­ haupt identisch sein sollte, nicht zu verlieren. Allerdings scheint man in Juda
Theologie hatte jedoch beim Fall Samarias im Jahr 720 langst in Juda FuB ge­ nach Josias unerwartetem Tod weithin zu der traditionellen Religionsübung
faBt, wo die Reihen ihrer Anhanger nun durch israelitische Flüchtlinge ver­ zurückgekehrt zu sein.
starkt wurden, die u.a. die Hosea-Überlieferung und vielleicht auch eine Yor­ Die groBen judaischen Oppositionspropheten standen mit ihrer Theologie an
form des spateren Deuteronomiums mitbrachten. Auch hier war die neue Theo­ der Schwelle zum Monotheismus. Vollzogen wurde der Schritt von dem einen
logie Sache einer kritischen Minderheit. Aber die Bedingungen, die sie zum einzigen Gott aber in Babylonien im Kreis judaischer Exulanten, die die
vorfand, waren bedeutend günstiger als in Israel, schon weil sie genügend Zeit Jerusalemer Variante der ,,Jahwe-allein"-Theologie an den Ort ihrer Deportati­
zu ihrer Weiterentwicklung hatte. Noch wichtiger als der Zeitfaktor war jedoch, on mitgenommen hatten. In der Reflexion über die Ursachen des Untergarıgs
daB der Gedanke der Alleinverehrung Jahwes in Juda auch Teile der politisch des judaischen Staates wurde ihnen zur GewiBheit, daB Jahwe in der Niederla­
einfluBreichen und gebildeten Aristokratie bis in die unmittelbare Umgebung ge seines Volkes nicht, wie ein beliebiger Nationalgott, besiegt worden war,
des Throns erfaBte und sich unter ihren Handen mit der Theologie des Jerusale­ weil er ja selbst den König von Babylon als sein Werkzeug gebraucht hatte, um
mer Tempels verband. ln Jerusalem war Jahwe selbstverstandlich der National­ Juda zu strafen. Da für sie Jahwe mehr als .,nur" der Gott Judas, namlich
gott Judas. Er galt aber auch in der Nachfolge des kanaanaischen Stadtgottes 'Şl Schöpfer und Weltherrscher, war, konnten sie den entscheidenden Schritt tun
'Elyi5n (Gen. 14,19 f.22) als König der Götter und Schöpfer der Welt. Er war urıd in Jahwe den eirızigen Gott erkennen. ,,Theoretisch" formuliert hat das in
schlieB!ich als Schutzgott der herrschenden Dynastie eine Gottheit, der man im der zweiten Halfte des 6. Jahrhunderts ein uns namentlich unbekannter Pro­
Rahrrıen der von den Traditionen des GroBreichs Davids gepragten Königs­ phet, den wir ,,Deuterojesaja" nennen: 1
ideologie eine weltweite Wirksarnkeit zuschrieb (vgl. Ps. 2,1-9; 89,26.28; 110;
Yor mir ward ein Gott nicht gebildet,
auch 72,8-11)78 • Aus dieser Verbindung erwuchs die Verkündigung oppositio­
und nach mir wird einer nicht entstehen.
neller Propheten wie Jesaja und Jeremia, etwa Jesajas Aufruf, gegenüber mili­ Ich, ich bin Jahwe,
tarischer Bedrohung allein auf Jahwe zu vertrauen (J es. 7,9), oder die von ihm und auBer mir ist kein Heiland! (Jes. 43, 10 f.).
mit Jeremia geteilte Überzeugung, daB die Weltmachte ihrer Zeit, die Assyrer
und Babylonier, Werkzeuge in der Hand Jahwes seien, um sein Gericht über Als nach der Übernahme des neubabylonischen Reiches durch die Perser ein
die Welt zu brinjgen (vgl. Jes. 8,5-8; 31, 1-3; Jer. 27 f. und die Stellen, an denen Teil der Exil-Judaer in das Land ihrer V ater zurück.kehrte, knüpften sie wie
Jahwe den König von Babylon als ,,rnein Knecht" bezeichnet: Jer. 25,9; 27,6; selbstverstandlich an die Josianische Reform an, indem sie den Wiederaufbau
43,10). Politisch wirksam wurde die ,,Jahwe-allein"-Theologie unter König des Tempels in Jerusalem als einzigen Ort legitirrıer Verehrurıg Jahwes anstreb­
Josia, der anı Ende des 7. Jahrhunderts in einer vom deuteronomischen Gesetz ten. Sie konnten sich dafür auch auf das Edikt Kyros' d. Gr. über die Restituti­
inspirierten Kultreform die Alleinverehrung Jahwes und die Eliminierung on gestörter Kulte von 538 berufen, das u.a. die Wiederherstellung des Tempels
der als nichtjahwistisch interpretierten Elemente der Religion mit staatlichen
Machtmitteln durchzusetzen suchte (2. Kön. 22 f.79). Der Reform fielen die zuschreiben zu können, die nach spaterer Meinurıg in der vorexilischen Zeit (oder auch in
der Zeit der Erganzer) in Juda im Schwange waren. Das folgende gibi wieder. was m.E. hi­
storisch aus 2. Kön. 22 f. über die Kultreform entnommen werden kann. Die urnfangreiche
78
S. dazu GRoss 1953. Analyse des Textes bei SPIECKERMANN 1982, 46-160, benıht z.T. auf grammatikalischen
79 Der ,,Reformbericht" muB allerdings sehr kritisch gelesen werden (vgl. Anın. 57), da Yoraussetzungen, die ich nicht teilen karın. Vgl. auch LEYiN 1984; DONNER 1986, 343-356.
er im Laufe der Zeit mehrfach überarbeitet wurde, um Josia die Beseitigung aller ,,Greuel" xo Dazu H. WEIPPERT 1980.

24 Synkretisnıus uııd Monotlıeisnıus [165/1661

mit staatlicher Hilfe vorsah (Es. 6,2 C-5)8 1. Dies fügte dem Konflikt der Rück­
kehrer mit den Nachkommen der 597 und 586 im Lande verbliebenen juda­
ischen Bevölkerung eine religiöse Komponente hinzu, da man in Juda weiter­
hin der überlieferten Religion anhing (vgl. Jes. 57,3-13; 65,1-7.11 f.; 66,3).
Die lange Verzögerung des Tempelbaus, der schlieB!ich 520 begonnen und 515
abgeschlossen wurde, ist vielleicht nicht nur auf den Widerstand der Nachbarn 2. Über den asiatischen Hintergrund der Göttin ,,Asiti"
Judas zurückzuführen, sondern auch auf interne Schwierigkeiten. Der Konflikt
erreichte seinen Höhepunkt, als irgendwann im 5. Jahrhundert82 Esra das ,,Ge­ (1975)
setz des Himmelsgottes" (d.h. Jahwes) nach Jerusalem brachte, wohl eine in
Babylonien im Sinne der neuen Theologie redigierte Fassung der spateren
Thora83. Da Esra einen auf dieses Dokument bezüglichen offiziellen Titel führ­ Auf einer der unzahligen punischen Stelen, die dem Götterpaar Tinnit und
te84, ist anzunehmen, daB es als Gesetz einer dem Reich angehörenden Ethnie Baal-Hammon aus AnlaB eines Gelübdes gesetzt worden sind, findet sich in
den Status eines persischen Reichsgesetzes hatte85. Das bedeutete, daB es ge­ der Filiation des die Stele Weihenden der Vatersname Bd'st (CIS I 3568,5 f. aus
gen die Anhanger der traditionellen Religion auch mit staatlichen Machtmit­ Karthago). Der Name besteht aus dem überaus haufigen Element bd- (*böd-),
teln durchgesetzt werden konnte (Es. 7,25 f.; vgl. Neh. 13); wer sich ihm nicht dessen Deutung umstritten ist 1 , und dem Gottesnamen 'st und reprasentiert
unterwerfen wollte, schloB sich damit aus der Jahwe-Gemeinde und zugleich damit einen gelaufigen Typus; auffallig ist nur das theophore Element. Der
aus der jüdischen Ethnie aus (vgl. Es. 10,8) und wurde in das ,,Heidentum" Bearbeiter des Texts, J.-B. Chabot, bemerkt dazıı2 : ,,Nomen hucusque inaudi­
abgedrangt. Das beendete in der verbleibenden jüdischen Gemeinschaft den tum; suspiciamur lapsum, potius quam coarctationem, pro r7[7r7]iZJl'7:ı." DaB
Konflikt zwischen der traditionellen Religion und der ,,Jahwe-allein"-Theolo­ hier ein Schreibfehler (,,misspelling") vorliege und der oft belegte Personenna­
gie. Unter dem Vorzeichen des Monotheismus wurde die ursprünglich religi­ me Bd'strt gemeint sei, vermutet fragend auch F.L. Benz3, und es la/3t sich zu­
onsinterne Abgrenzung nun zu einer Grenzziehuııg zwischeıı Religioııeıı - und gunsten dieser Ansicht jedenfalls anführen, daB die Inschrift der Stele nachlas­
Natioııalitiiteıı. Die Auseinandersetzung mit dem ,,Heidentum" trat in den Vor­ sig auf den Stein gesetzt ist und gleich in der für diese Denkmalergattung
dergrund, sei es, daB man heftig, mit ailen Mitteln der Vernunft und des konstitutiven Eingangsfloskel [l]rbt lt<nı p)ıı b[']l wl'd[ıı l]b'l �1mıı ,,für die
Spottes, gegerı I die Bilderverehrer polemisierte, sei es, daB man die friedliche Herrin Tinnit-Gegenwart-Baa!s4 und für den Herrn Baal-Hammon" (ebd. 1-3)
Bekehrung der V ölker zu dem in Jerusalem thronenderı Jahwe erwartete, sei es, eine durch Abirren des Auges des Steinmetzen von dem ıı in Tnt auf das ıı in pn
daB man der Bekehrung gelegentlich, wie im Faile der ldumaer, mit dem verlursachten Buchstabenauslassung aufweist. Dieses Urteil über die Qualitat
Schwert nachhalf. der Handwerksarbeit gilt jedoch nicht für die punische Stele CIS I 5614, eben­
Jahwe hatte in dem geschilderten ProzeB einen komplexen Charakter ange­ falls aus Karthago, die von einem Manne gesetzt wurde, der wie sein GroBva­
nommen. Aus untergeordneter Position zum Haupt des Pantheions in die Rolle ter den wiederum mit dem Gottesnamen 'st gebildeten Personennamen 'st'zr
Els aufgestiegen, hatte er als allein verehrter und schlieB!ich einziger Gott ali ,,'.fr ist Hilfe" tragt (ebd. 3.*4 f.)5. ln diesem Fail vermutet Chabot denn auch
die Funktionen an sich gezogen, die man sonst auf verschiedene Götter verteilte.
So entstand allmahlich ein ,,synkretistischer" Monotheismus, in dessen Namen
spater Juden, Christen und Muslime sich aufmachten, um ihren Gott mit
Ölzweig oder Schwert der Welt nahezubringen. Bei der Transliteratioıı voıı Wörterıı in agyptisclıer Schrift ist ii durclı ', i ij durclı y, •· durch i'
wiedergegeben. Die sog. ,,syllabisclıe Orthograplıie" ist nach den bei M. WEIPPERT 1969b,
35 Arım. 1; 1970, 261 Anın. 6, angegebenen Grundsatzen umschrieben. Aııgesichts der un­
geklarten Problematik dieser Schreibweise folgt einer jeden derartigen Umschrift in Klam­
mern eiııe Wiedergabe des reinen Konsonantenbestands, eine Traıısliteration nach dem Sy­
81 Vgl. ÜALLING 1964, 40-42.61-77; DONNER 1986, 406-410. stem HELCKS in der Fassuııg von HELCK 1971, 536 ff., und eiııe hieroglyphische Wiedergabe.
Nach Es. 7,7 im 7. Jahr eines Artaxerxes. Welcher das war, ist umstritten, m.E. anı
82 1 Vgl. Referat uııd Diskussion der verschiedeııen Meinungen bei BENZ 1972, 283-286.
ehesten Artaxerxes II.; vgl. DoNNER 1986, 418-420. 2
CIS I 3, 72b.
83 Auch das ist umstritten; siehe den Forschungsüberblick bei DoNNER 1986, 428-430. 3
BENZ 1972, 81.100. ScHULT 1973, 83, vermutet eher eiıı Hypokoristikoıı.
84 Sapar diitii dl 'e/iilı .fonıayyii, ,,Staatskommissar für das Gesetz des Himmelsgottes", 4 Vgl. zu dieser Gottesbezeichnung CRoss 1973, 28.30.
Es. 7,12.21; dazu SCHAEDER 1930, 39-59 (etwas anders ÜALLING 1964, 166 f.). in Es. 5 Der Name ist in Z. 3 vollstandig erhalten, in Z. 4-5 mit Siclıerheit zu ergaıızeıı ('st['z]r).
7,6.11 findet man zwei inoffizielle lıebraische Paraphrasen des Titels. Nach der Photographie in CIS I Taf. LXX 9 ist der Vatersııame des Weihenden gegen Chabot
85 fREI 1984.
([x(x)]ldıını) eher [x(x)]mdnın zu !esen. Erganzuııg?
,...
26 Über den asiatischeız Hiıztergruııd der Göttin ,,Asiti" [13/14] [14/15] Über den asiatisclıen Hiııtergrund der Göttiıı ,,Asiti" 27
eine ,,coarctatio" (gedrarıgte, d.h. Kurzschreibung), wahrerıd Benz wiederum mann vielleicht der Tuthmosis' IV. 11 • Die schlecht erhaltene Beischrift liest W.
von ,,misspelling" spricht6 .
Die Wahrscheirılichkeit der Anrıahme eirıer Fehlschreibung schwindet je­ W: �*
Helck ,,' a-ta�ja von su-[k]ö-si", d.h. wohl 'ı-t'-y[ ]sw-[k]-ı-Jı[] ('ty[]s[k]1[]
�'y'';f;S 1 �), und interpretiert diesen Namen als ,,Istar von Suksi";
doch weiter und m.E. ganz angesichts eines möglicherweise israelitischen Sie­ doclı ist seine Lesung und noch mehr seine Erklarung nicht über jeden Zweifel
gels wohl des 7. Jahrhunderts v. Chr., das aus den Bestanden der Bibliotheque erhaben 12. Ferner erscheint im 3. Register der Nordwand der Cella des
Nationale in Paris im Jahre 1966 vorı N. Avigad veröffentlicht wurde7• Dieses Amuntempels von "H�tc; (,,Hibis") in der Oase el-l:Jarge 13 aus persischer Zeit
Siegel enthielt ursprünglich eine vierzeilige Inschrift, deren erste Zeile weg­ unter den Göttern von Herakleopolis in dreifacher Gestalt die Göttin 'sJ (.t)
,..d;
gebrochen ist; der Text lautet: ( 1) [... bn] (2) 'bndb s ııd 3( )r l'st bşdıı 4( ) tbrkh deren Name wohl 'st zu lesen ist 14 • Sie ist jeweils mit Pfeil und Bogen
,,[(Siegel) des NN, Sohrıes des] Abinadab. (Dies ist es,) was er der (Göttin) 'st­ bewaffnet, einmal auch zu Pferd dargestellt, so daB es sich wohl um den bisher
in-Sidon gelobt hat, daB sie ihn segrıerı möge." Es muB als ziemlich zweifelhaft jüngsten agyptischen Beleg für ,,Asiti" handeln muB.
angesehen werden, daB in dieserı drei Fiillen jeweils der Name der Göttirı Beizuziehen ist auch der Name der Göttin 'ı-s-i'-t'-y-lJı-w-rw ('styl'st I IJr,
Astarte durch denselben Schreibfehler verstümmelt worden ist. Eher diskuta­ Helck 'a-si-ta-ya-l]u-rıi =�; ��I an die eine der Weihinschriften der
bel erscheint daher die Annahme einer Kurzschreibung oder einer auch in der Basaltstatuette des Ptfı-'nlJ, Dieners des Oberpriesters des Ptah Ptahmose und
gesprochenen Sprache beheimateten Verkürzung - wenn es sich überhaupt um Vorstehers der Sanger des Ptah, also wohl eines memphitischen Tenıpel­
Astarte (phön. ','frrt) handelt. beamterı, gerichtet ist 15 . In der Inschrift wird die Göttin als f:ınw·t tı·w' fınw·t
Die Vergleichsbasis kann nun durch Material aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. nJr·w nb·w ,,Herrin der beiden Lander, Herrirı aller Götter" apostrophiert. Über
verbreitert werden, das auch eine Klarung des Identifikationsproblems gestattet. ibre Identitat ist, trotz der divergierenden wissenschaftlichen Literatur, kaum
Wenn man die agyptologische und semitistische Literatur über die üblicher­ ein Zweifel möglich. E. von Bergmann, der die Inschriften der Statuette veröf­
weise ,,Asiti" genannte Göttin8 durchmustert, ergibt sich rasch, 1 daB die Fach­ fentlichte, interpretierte den Namen fragend als ,,Astarte von Xaru" 16 (,,Xaru"
leute, die sich mit ihr befaBt haben, in zwei Gruppen gespalten sind: in eine, die = H1rw). Richtig verglich H. Madsen 17 damit den Namen der Göttin 'ı-s-t'-rı-!Jı­
sie mit Astarte identifiziert, und eine andere, die jede Beziehung zwischen rwv ('str !Jı; Helck 'a-s-ta-ra-l]a-rıı ] i, X -\"n), die auf der Kopenhage­
,,Asiti" und Astarte leugnet. Der Streit laBt sich jedoch entscheiden, wenn auch ner Stele des Türhüters R1ın 18 angeredet ist und dort die Epitheta ııb(·t) p·t nb(·t)
auf einigen Umwegen. trw' �uıw·t n1r·w ,,Herrin des Himmels, Herrin der beiden Lander, Herrin der
Seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts ist ein Relief Sethos' I. bekannt, Götter" führt. Madsen gab diesen Namen als ,,die syrische Astarte" wieder. H.
daB sich im Wadi MTya an einem Felsen östlich des Tempels (el-Kaııa'is)9 des Ranke 19, der dieser Interpretatiorı grurıdsatzlich zustimmte und nur ,,Astarte"
Königs befindet und in seinem unteren Register eine asiatische Göttin zu Pfer­ wegen der fehlenden Femininerıdung -t in ,,Istar" korrigieren wollte, gab je­
de zeigt. Die Beischrift lehrt, daB ',-s-i'-t' ('st, Helck 'ô-si-ta ti 1 1 darge­ doch zu bedenken, ob hier nicht das Namenselement !Jı (-w)-rw (!Jr) statt in sei­
stellt ist • Eine ahnliche Darstellung einer reitenden Göttin bietet die Stele
10
ner üblichen Bedeutung ,,Palastina-Syrien" konkret für ijurru = Mitanni ge­
Turin 1308 Suppl. aus der Zeit der 18. Dynastie, nach J. Leclant und R. Stadel- braucht sei, der Gottesname 'st(r) !Jr somit die ,,hurritische Istar", d.h. die Istar
6 J.-B. Chabot, CIS I 3, 457b; BENZ 1972, 174.
7
AVIGAD 1966, 247-251 u. Taf. 26D. Meiııe Übersetzung weicht von der AVIGADS
1 1 Bibliographie bei LECLANT a.a.O., 23 Anın. 4: ferııer: LECLANT ebd., 23-28 (Doc. 2);
a.a.O., 249. iıısoferıı ab, als ich das Determiııativpronomen s nicht auf den Weihenden, son­
derıı - z.B. nach Aııalogie der puııischeıı Exvoto-Stelerı auf die Weilıgabe(ıı) beziehe. ST ADELMANN 1967. ] 02 f: W. HERRMANN 1969, 49: HELCK l 97 J. 458 f.
12 HELCK 1971, 458. Zur Kritik seiner These von der ,,Istar von Suksi" siehe unten Anın.
Dabei muB offerı bleiben, ob mit dem Siegel die Weihgabe(rı) gesiegelt wurde(rı) oder ob es
selbst die Weihgabe ist. Für letztere Anııahme kann angeführt werdeıı. daG der Brauch, Gott­ 22.
13 Bibliograplıie bei P0RTER-Moss 1952. 285-287 Nr. 117 f.; LECLANT 1960, 50 Anm. 3;
lıeiteıı Siegel zu weiheıı, aus Mesopotamieıı wolılbekaıınt ist; vgl. dazu H. Tadmor bei
NAVEH-TADMOR 1968. 452 mit Anm. 14-16; RAINEY 1973. Vgl. auch das ararnaische Siegel ferııer: LECLANT ebd. 49-53 (Doc. 9); w. HERRMANN 1969, 49. Kopie: DAVIES 1953, Taf. 3
CIS II 75: !'kdbıı br Gbrd srs' zv lıqrb 1/ıdd ,.(Siegel) des Akkadbani, Solınes des Gabradda. = LECLANT a.a.O., 51 Abb. 27. Gute Plıotographieıı: DAVIES a.a.O , Taf. 72B (Aussclıııitt):
des fo-reH (Dies ist es,) was er dem Hadad geweiht hat." Die Eclıtheit des Siegels wird LECLAN r a.a.O., Taf. IIIB.
14 Ein für die Lesung bedeutuııgsloses o in Verbindung mit dem Determinativ c:ı haufig
allerdings voıı Tadrnor a.a.O., 451 f., in Zweifel gezogen.
8
Literatur bei LECLANT 1960, 34 Anm. 4: ferner: RANKE 1932; HELCK 1966, 10 f.; bei weiblicheıı Namen in spateıı Texteıı. Vgl. GARDINER l 957, 467 zu F 5 I.
15 Bibliographie bei M. WEIPPERT 1969b. 48 Anın. 86.
] 971, 458-460: STADELMANN 1967. 99-10] (Lit.); W. HERRMANN 1969, 2] Anın. 40. 49; H.
Gese in GESE-HÖFNER-RUDOLPH 1970, 162 f.: M. WEIPPERT l 971a. 43 l f. 16
YON BERGMANN l 886, l 96.
9
S. SCHOTT 1961 (Lit.). 17
MADSEN 1904. l 14 f.
18 Bibliographie bei M. WEIPPERT 1969b. 48 Anm. 86.
ıo Bibliographie bei P0RTER-Moss 1952, 325 Nr. 29; LECLANT 1960, 32 Anın. 1: ferııer:
1 9 RANKE 1932, 414.418.
LECLAN r ebd., 31-34 (Doc. 5). Gute Photograplıien: LECLANT ebd., 33 Abb. J l u. Taf. IIB.
p

28 Über den asiatisclıen Hintergrund der Göttin ,,Asiti" [15/16] [16/17] Über den asiatisclıen Hiııtergruııd der Göttiıı ,,Asiti" 29
von Ninive20, bezeichne. Er verwies noch darauf, daB nach dem Amarnabrief Iich exakt25: Nach den bekannten Regeln der Graphemsubstitutiorı entspricht
23 die Könige Suttarna II. und Tusratta von Mitanni die (Statue der) Istar von in Fremdwörtern ag. (') rıwsem. <'), ag.(s/s) nwsem. (1) (und (s)), ag. (t) nwsem.
Ninive nach Agypten geschickt hatten, nach Ranke, um Amenophis III. Hei­ (t) (und oft (d)), ag. (r) nwsem. (r) (und (1)), ag. (b) nwsem. (b) (>phörı. /f)I). Für
lung zu verschaffen. die agyptische Form 'str, die wahrscheinlich der mesopotamischen Istar ent­
DaB Rankes Deutung grundsatzlich richtig war, karın heute als erwiesen gel­ spricht, sind folgende Erklarungen möglich: (1) Der Name ist direkt aus Meso­
ten. Die ,,hurritische" Istar spielte auch im Kult der nordsyrischen Stadt Ugarit potamierı übernomrnen. Akk. (s) wurde im nordwestsemitischen Bereich im
(Riis es-Samrii) eine Rolle und erscheint dort in Texten in babylonischer Keil­ 2. Jahrtaulsend als /!/ gehört26, urıd es ist von vornherein wahrscheinlich, daB
schrift in der Schreibung <lıs8.TAR(/star) bur-ri, der in einem alphabetischen die Agypter den Laut dann nach Arıalogie des nordwestsemitischen /!/ mit ih­
Keilschrifttext die nordwestsemitische Namensform 'Jtrt br entspricht21 • Aus rem (s/s) wiedergegeben haben. Bestatigt wird diese Erwartung durch den
dieser im engeren Sinn ugaritischen Bezeichnung geht zugleich hervor, daB die weiblichen Personennamen '-s-t3-n-'-w-m(') ('str'm, Helck 'a-s-ta-ra-'u-m;:ı
semitische Bevölkerung der Stadt I den Namen der mesopotarnischen Istar mit ��ı�?llı �)27, der nur einem akkadischen /star-ummT ,,Istar ist meine
dem der einheimischen Astarte (ug. 'Jtrt) gleichgesetzt hat22 • Rankes Alternati­ Mutter" entsprechen kann und ag. (s) för akk. (s) aufweist. Die Entsprechungen
ve hie Istar hie Astarte existiert alsa nicht. Vielmehr dürfte die jeweils ge­ von (t) und (r) sind problemlos. Den Laut /'/ konnte die babylonische Keil­
brauchte Namensform von der Bevölkerung abhangen, die die gleichsam ,,in­ schrift nicht oder nur sehr unvollkommen ausdrücken, und er ist auch im Laufe
ternationale" Göttin verehrte oder ihre Verehrung und ihren Namen an andere der Zeit in der Aussprache des Akkadischen geschwunden bzw. durch ['] er­
V ölker weitergab. Die nordwestsemitische Namensform ist schlieBlich auch setzt worden28• Die agyptische Wiedergabe des Namens Jstar-uınmıbietet folg­
noch im phönikischen Bereich belegt. F.M. Cross und der Verfasser23 haben die lich im Anlaut auch das ,,Schilfblatt", das den Laut ['] ausdrückt. Im Faile der
,,hurritische" Istar/Astarte auch in der 'strt {ır erkannt, der die Weihinschrift Schreibung 'str müBte daher angenomrnen werden, da8 (a) die Agypter hier
einer in Spanien gefundenen phönikischen Bronzestatuette des 8. Jahrhunderts den Namen der Istar in Analogie zu dem der nordwestsemitischen Astarte mit
v. Chr., jetzt im Archaologischen Museum zu Sevilla, gilt24 • einem anlautenden (') ausgestattet hatten bzw. (b) daf3 es sich damit ebenso ver­
Wir erhalten damit folgende Gleichungen: phön. 'strt {ır = ug. '1trt br = ug.­ halt wie mit dem Ortsnamen '-k-srp-w ('ksp, Helck 'a-k-sa-pu sc�ôı□'ZI=)
akk. dJstar burri = a.g. 'str br = iig. 'st(y) br. Die Gleichungen sind ,,laut"gesetz- Pap. Anastasi I 21,4 für kan. /'AkJap-/ (hebr. 'Akföp). Oder: (2) Die Agypter
20 Die Identitiit kann im Augenblick noch nicht exakt bewieseıı werdeıı, ist jedoch wahr­ haben den Namen 'str för die ,,hurritische" Istar überhaupt durch nordwest­
scheinlich und, so weit ich sehe, allgemeiıı anerkaııııt. Vgl. auch ALBRIGHT 1968, I 25 Anın. semitische Vermittlung in nordwestsemitischer Lautgestalt - mit ('), aber ohne
88. die Femininendung -t - erhalten.
21 Siehe LıVERANI 1962, 104 Anm. 21; DE MooR 1970, 203 Nr. 175; M. WEIPPERT 1971a, Wie dem auch sei - die oben begründeten Gleichungen berechtigen nun auch
431 f.; W. HERRMANN 1973/74. dazu, ganz allgemein die Göttin ,,Asiti" mit Astarte (bzw. Istar) zu identifizie­
22 Dies gilt fi.ir Ugarit auclı sonst und ist ein Argument gegen die These Helcks (HELCK
ren. Die 'st(y) Sethos' I. im Wiidı Mıya ist daher in der Tat ,,Astarte a cheval"29,
1971, 458-460), der von der kanaaııiiischeıı Form *'AJtar ausgeht, die ,,Iıurritische" Istar
ferııer aufgrund des Ugarit-Textes PRU IV 19.01 (S. 230) und seiner Lesung der Bildbei­ und es bleibt nur noch zu klarerı, wie sich die Namensform /'st/ zu der Normal­
schrift der Stele von Turin in der Stadı Suksu ansiedelt und für eine ,,ugaritische Göttin" form ,,Astarte" verhalt. Handelt es sich, wie es J. Leclant30 für wahrscheinlich
erkliirt. Suksu, heute Teli Sükas, war in der Tat eine Stadı des Staates Ugarit. Ebenso hatte hielt, um eine ,,graphie defectueuse d 'Astarte"? Oder ist eher R. Stadelrnann31
die ,,hurritische" Istar in Ugarit einen Platz im Kult, wie der Text CTA 33, 1-8 zeigt. Nur war im Recht, wenn er eine inneragyptische Lautentwicklung für die Erıtstehung
ihr nordwestsemitischer Name dort eben 'Jtrt ar und ııicht *'J.t ar. Wenn man einmal von der
unsichereıı Turiner Steleııinschrift absieht, besagt der Text PRU IV 18.01 auch nicht, daB die
,,hurritische" Istar eine ,,Istar/'Attar von Suksi" gewesen sei; aus dem Text geht nur hervor, 25 Da die folgenden Gleichungen, die allerdings nur für das hier in Frage kommende jün­
daB die Göttin in der Flur der Stadı Suksu Grundbesitz gehabt hat. Die in ugaritisclıen Per­ gere Umschreibungssystem gelten, allgemein anerkannt sind, kann auch auf genaue Nach­
sonennamen vorkommende Gottheit 'Jtr ist wohl in ailen Fiillen miinnlich, auch in dem weise verzichtet werden.
(miinnlichen) Namen 'Jtrııın = /'A1tar-'ummI/ ,,'A1tar ist meine Mutter" (sic); vgl. dazu 26 Vgl. z.B. A.Gür, ug. *aJr in aJr[y]m ,,Assyrer".
GRÖNDAHL 1967, 113 f. u. bes. 46 § 75. Zu HELCK 1971, 259 f. Anın. 123, kann schlieB!ich 27 Urk. IV 11,11; vgl. RANKE 1932, 414. Zu ug. 'Jtrum siehe Anm. 22.
noch angemerkt werden, daB auch die Namensform 'Jtr im nordwestsemitischen Bereich für 28 Zur Behandlung des /'/ im Akkadischen vgl. YON SüDEN 1952, §§ 8g.9a.23.24. Die

eine Göttin vorkommt; vgl. die aramaisch-nordarabische Göttin 'Atarsamain, die ihren zen­ Lösung (lb) ist mir die wahrscheinlichere. Zum Charakter des iig. (') siehe grundsiitzlich
tralen Kultort in der Oase Duma (Düıııat al-Ğaııdal, heute el-Ğoj) hatte, und die aramiiische RössLER 1971, 275-279.301 f. undpassim.
Göttin Atargatis (aram. 'tr'tlı), in deren Namen das Element 'Atar- jedenfalls auf *'AJtar 29 So der Titel von LECLANT 1960.
zurückgeht. Vgl. noch Anm. 34. 3ü LECLANT 1960, 34.
23 CR0SS 1971, 192; M. WEIPPERT ]97la, 431 f. 31 SIADELMANN 1967, 99-101. Seine Argumentation ist jedoch nicht ganz einheitlich
24 SüLA-SOLll 1966; weitere Literatur bei M. WEIPPERT 1971a, 432; ferner: ÜALLING (Entstehung der Form in Syrien :: Lautwandel in Agypten). AuBerdem ist in seinen Zitaten
1972, 166-168; W. HERRMANN 1973/74; QUATTROCCHI PISANO 1974. des agyptischen Namens der ,,Asiti" sein s überall durch s (= iig. (sis)) zu ersetzen.
30 Über den asiatischeıı Hiııtergruııd der Göttin ,,Asiti" [17-19] [19/20] Über den asiatischeıı Hiııtergrıınd der Göttiıı ,,Asiti" 31

der Form ,,Asiti" verantwortlich macht? Stadelmann - und ahnlich auch als ... b']Jt d [)b[n ... ,,bei 'Jt ('Attar), dem Herrn von l)Iban" vervollstandigt
Helck32 - geht von I der Form 'str aus, die auf der Stele des Rım belegt ist, und werden. Die Kurzform 'J.t ist auch in dem Personennamen Sr�ı'1t in der himja­
erklart die anscheinend auf -y auslautende Namensform 'sty auf dem Exvoto rischen Inschrift RES 4150,*l.*3.536 bezeugt und kehrt vielleicht noch einmal
des Pt�'nl] durch die bekannte ,,Mouillierung" des auslautenden r im jüngeren in der hadramischen Inschrift RES 4223,1 aus Gaybün als ... ]it (am Zeilen­
Agyptisch, die etwa, um nur das bekannteste Beispiel anzuführen, aus dem schlul3; Arıfang der Z. 2 nicht erhalten) wieder.
Wort pr ,,Haus" in vielen Fallen gesprochenes [pr] gemacht hat. Er postuliert Es ist nun nicht schwer zu sehen, daB ein analoger Fail auch bei dem
also eine Entwicklung *'Astar> *'Asta}, die an sich denkbar ist, aber m.E. we­ phönikisch-punischen Gottesnamen 'st vorliegt, vorı dem wir ausgegangen
der die Form 'st ('ı-s-i"-f) bei Sethos I. nodı die spate Form 'sJ in el-Hibe plau­ sind37 • Schon N. Avigad hatte hinsichtlich der Form l'st in der Inschrift des Sie­
sibel zu machen vermag. Erstere Form karın ja nidıt einfach ,,'Asta}" gelesen gels der Bibliotheque Nationale die Vermutung geauBert: ,,This is obviously an
werden, da das ,,Schilfblatt" anı Wortende nur in Ausnahmefallen den selbstan­ abbreviation ofn7niVrı? , to Ashtart "' , darın aber hinzugefügt: ,,There seems to
digen Laut [j] wiedergibt, den man in der ,,syllabischen Orthographie" in der be no parallel to such an abbreviation of her name". Diesem Mangel dürfte das
Regel mit dem Doppel-,,Schilfblatt" (y) schreibt, sondern anı ehesten das oben beigebrachte Material abgeholfen haben. Darüber hinaus karın nurı aber
Komplement zum vorhergehenden Zeichen t' darstellt. Bei letzterer Form stellt auch die Vermutung gewagt werderı, daj3 auch die bei den Agypterıı gelegent­
sich das Problem gar nicht. Soll man bei dieser Sachlage annehmen, daB sich lich für Astarte gebrauchte Namensforın ,,Asiti" auf eineıı nordwestsemitischeıı
die Form /'Astaj/ zu /'Asta/, /'Asta/ oder /'Ast('J)/ weiterentwickelt habe33? Prototyp *'it des 2. Jahrtausends zurückgeht, der nur bisher noch nicht belegt
Es könnte indessen die Frage gestellt werden, ob die Agypter nicht wie die ist. Entgegen dem Augenschein ist der Zeitraum, der die 18. Dynastie oder
Namerısformen 'strt und 'str so auch die Namensform 'st(y) aus Asien über­ Sethos I. von den phölnikisch-punischen Belegen trennt, kein entscheidendes
nommerı haben. AnlaB dazu gibt zunachst die Beobachtung, daB im nordwest­ Argument gegen diese Annahme. Denn es gibt Anzeichen dafür, daB zumindest
semitischen Bereich der Gottesrıame /'A1tar(t)/ auch sorıst gelegentlich lautlich die südphönikischen Stadte Byblos, Tyrus urıd Sidon der Katastrophe, die am
verkürzt wird. Die gelaufigste Form tritt bei den Aramaern und Nordarabern Ende der Spatbronzezeit etwa das Hethiterreich, Alalab und Ugarit und wohl
(die in engem Kontakt mit dem Aramaern lebterı) auf. Sie lautet 'tr, d.h. auch einen Teil der palastinischen Stadtstaaten vernichtet hat, entgangen sind,
/'A(t)tar/3·1, und ist entweder durch AusstoBung des ursprünglichen J oder durch so daB in ihrem Bereich mit ethnischer und kultureller Kontirıuitiit gerechnet
seine Assimilierung an das folgende t entstarıden. Da in den assyrischen, grie­ werden darf. Die ,,Herrin von Byblos" (phön. B'lt Gbl) ist in Byblos vom
chischerı und lateinischen Umschreibungen von 'tr m.W. kein einziges Mal 3. Jahrtauserıd bis in hellenistisch-römische Zeit verehrt worden38, und auch
eine Verdoppelung des t angedeutet ist, spricht einiges dafür, daB erstere Er­ der Kult der Astarte (vielleicht der ,,hurritischen") in Sidon laBt sich seit der
klarungsmöglichkeit zutrifft. Eine zweite gesicherte Art der Verkürzung des
Gottesnamens findet sich in altsüdarabischen lnschriften. In dem lıimjarischen 36 In Z. 5 vollstandig; in Z. l ist [... ]lt, in Z. 3 S[ ... ] erhalten.
37
Text I RES 4151 ist in Z. 9 die Buchstabengruppe ...]Jtddb[... erhalten, deren Vielleicht gehört auch der ugaritische Gottesname '[tpr in diesen Zusammenhang, der
sich in Ug V iii 8,16'; 10 Vs. 10' jeweils neben 'Jtr findet, falls er mit AsTOUR 1966, 279", als
Ende nach vielen Analogien als ddb[ıı] zu lesen ist urıd das bekannte Epitheton 'Jt+pr zu analysieren ist (AsTouR übersetzt ,,'Astar the Yoııng Bull" und stellt Elision oder
dü [)ıbaıı ,,Herr von l)Ibaıı" des Gottes 'Attar35 ergibt. Danach kann der Text Assimilation des -r von *'Jtr zur Walıl). Er ist von dieser Interpretation in AsTOUR 1968b,
175 f.. wieder abgerückt und vermutet ııun (im Anschlui.\ an eine briefliche AuBerung Ch.
32 HELCK 197 ! , 459. Virolleauds) unter Vorbehalt, daB es siclı dabei um eine ugaritisclıe Transkription von akk.
33 Im folgerıden gehe iclı davon aus, dai.\ die ,,riclıtige"' agyptisclıe Form 'st lautet. Es astapi/fru handeln könne. Auf Astoıırs Deııtung des Namens Tasmisu- des Dieners des
bleibt jedoclı das Problem der Sclıreiburıg 'st\' auf dem Exvoto des Pt(ı-'ııb mit dem aus­ Kumarbi in den hethitischen (hurritisclıen) Mythen vom ,,Königtum des Himmels" als Ab­
lautenden l.';. Ein Emendationsvorsclılag findet siclı bei W.M. MüLLER 1893, 317 Anın. 3. leitung von der semitischen Wurzel /sms/ ,,<lienen" gebe iclı hier nicht ein. Es sei nur be­
Selbst lıabe iclı in M. WEIPPERT 1969b, 48 Arım. 86, erwogen, ob niclıt besser ';-s-i-t'-' zu merkt, dai.\ tasınfsu ein Nomen actionis von /sms/ D in der Bedeutung ,,Dienst" sein müi.\te
umschreiben ware (das erste ,,Sclıiltblatt" Konıplement zum Zeiclıen t', das zweite Yokalan­ (dai.\ hier einer der wenigen Fiille vorliege, in denen Nomina actoris nach der Form *taf'Tl
deutung?). Niclıt ganz auszusclılieBen ist, dai.\ das ,,Doppelschiltblatt" einem Schreiber ver­ gebildet werden, ist kaurıı anzunelırııen). Andererseits kann astapi/fnı, wie auch sein
dankt wird, der ein Komplement '., zu ;. irrtümlich als Ausdruck für [j] deutete und dcment­ Sumerogramm SAG.GEME.IR ausweist, nicht einfaclı als ,,servant" (Astour) aufgefa/3t wer­
sprechend schrieb, oder daH es, wie in der ,,syllabischen Ortlıographie" öfter, für die den; es ist vielmehr ein Kollektivnorııen ,,Gesin<le" (,,Sklavin/Dienerin+Sklave/Diener"), so
Lesung bedeutungslos ist. Doch sind alle diese Erklarungsmöglichkeiten noch niclıt recht daB *tasınfsu im Sinne Astours und astapi/fru auch semantisch niclıt ohne weiteres vergli­
befriedigend. chen werden können. - Man könnte auclı auf KJ CTA 3 VI 18 hinweisen, worııit nach dem
34 Vgl. J. LEWY 1945/46, 423-425; GARBINI 1960; M. WEIPPERT 1973/74. 44 f. Anın. 24. Kontext sicher der Gott KJr gemeint ist; doclı liegt an dieser Stelle anı Zeilenende siclıer ein
Zu dem altaramaisclıen Namen 'trsmk (SejTre) vgl. jetzt MıLLARD-TADMOR 1973, 59 mit Sclıreibfehler vor, so daB KJ(r) zu restituiereıı ist (Platz für das r ware jedoch gewesen).
Anın. 9 u. 10. Anders GORD0N 1965, § 5.27; <lazu kritisch DAHOOD 1965a, 8 zu § 5.27; vgl. allgemein
35 Beispiele: RES 3622,2: 3658; 4052. ''2*4 f.; 4150,2: 4151,*3 (zu Z. 9 siehe oben im auclı FRONZAR0LI 1955, 73 § 57.
Text): 4760 A *6: 4848,*3 f. 38 Siehe H. Gese in GESE-HÖFNER-RUDOLPH 1970, 45 f.185.
32 Über den asiatischen Hintergruııd der Göttin ,,Asiti" [20/21] [21 l Über den asiatisclıen Hiııtergruııd der Göttiıı ,,As iti" 33

Spatbronzezeit bis in die römische Periode nachweisen39• Der iilteste mir be­ Für die Verehrung der Astarte-,,Asiti" bzw. der ,,hurritischen" Istar/Astarte
kannte Beleg findet sich in einer hethitischen evocatio, d.h. einem Ritualtext, in Agypten, besondern in Memphis45, bedeutet das, daB die Göttin auf einem
durch den die Istar von Ninive aus ihren verschiedenen Kultorten ins doppelten Weg ins Land arn Nil gekommen sein kann: Sicher haben H. Ranke
Hethiterreich gerufen werden soll. Unter den Kultorten ist auch Sidon als und, ihm folgend, R. Stadelmann etwas Richtiges gesehen, werın sie das Auf­
[uru]zi-i-du-na- KBo Il 9 I 4 bzw. [K]U[R u] ruzi-in-du-na- KBo II 36 V s. 14 ge­ treten der ,,hurritischen" Istar/Astarte (und eventuell des Namens ,,Asiti") mit
nannt40. im Alten Testament wird Astarte (hebr. 'Astöret) an drei - allerdings den in dem Amarnabrief 23 bezeugten ,,Reisen" der Istar von Ninive aus
relativ jungen - Stellen ausdrücklich als ,,die Gottheit" bzw. ,,der Greuel der Mitanni nach Agypten verbinden wollten46. Wahrscheinlich aber führte ein
Sidonier" Celöh?lsiqqüş Şıdönım/Şıdönın) bezeichnet (1. Kön. 11,5 .33; 2. Kön. zweiter Weg über die syrischen Küstenstadte, vielleicht direkt über Sidon, so
23,13). Die sidonischen Könige Esmunazor 1. und Tabnit führten in der persi­ daB auch die These von W. Hvelck47, wenn auch nicht in ihrer Ausrichtung auf
schen Zeit neben ihrem Königstitel die Amtsbezeichnung khn 'strt ,,Priester die hypothetische ,,Istar vorı Suksi", zu ibrem Recht kommt.
der Astarte" (KAI 13,1.2), 'ın'strt, die Mutter des Königs Esmunazor II., den
Titel khnt 'strt ,,Priesterin der Astarte" (KAi 14,14 f.). ln der Sarkophag­
inschrift Esmunazors II. ist berichtet, da/3 er und seine eben genannte Mutter
den Tempel der Astarte bzw. der Astarte-Name-Baals ('strt sm B'l)41 in Sidon­
'rş-yın erbaut hiitten (KAI 14,16.18). Yom Astartetempel in Sidon sprechen
noch Lukian von Sarnosata, de dea syria 4, und Achilles Tatius 1,1. Es ist nun
nicht ohne Bedeutung, da/3 die Weihgabe(n), auf die sich das Siegel der Biblio­
theque Nationale bezieht, der Göttin 'st bşdn ,,'st-in-Sidon" (Z. 2) galt(en)42•
Hier dürfte nun endgültig jeder Zweifel an der ldentitat der 'st und der Astarte
ausgeriiurnt sein. Andererseits lehrt die Bezeichnung der Adressatin, da/3 der
uns namentlich unbekannte Sohn des Abinadab seirıe Weihgaben der spezifisch
sidorıischen Auspriigung der groBen Göttin I Astarte-'st darbringen wollte. Den
Grund dafür wisserı wir nicht; doch können wir mit allem Vorbehalt vermuten,
daB die Astarte von Sidon eine besondere, niimlich die ,,hurritische" Astarte,
d.h. eigentlich die Istar von Ninive gewesen ist43 , deren sidonischer Kult für
das spiite 2. Jahrtausend durch die angeführte hethitische evocatio bezeugt ist.
An anderer Stelle wurde schon vermutet, daB die phönikische Bronzestatuette
im Museum von Sevilla, die der 'strt �r geweiht ist, aus Sidon stammt oder
wenigstens von einem Sidonier gestiftet worden ist44. Diese Statuette bezeugt
auch das Fortleben des spatbronzezeitlichen Namens der ,,hurritischen" Astar­
te bis ins 8. Jahrhundert hinein. Die Kontinuitat ist auch hier evident.
39 Zu Astarte als Stadtgöttin von Sidon siehe H. Gese a.a.O., 188 f.191 f.
40 V gl. SOMMER 1921, 96; FRIEDRICH 1925, 21; BosSERT 1946, 35 f.
41 Dieser Sondername der Astarte ist in der Form 'Jtrt sın B'l auch in Ugarit (CTA 16 VI
56; vgl. 2 I *8) bezeugt. Sein Auftreten im Sidon der persisclıen Zeit ist ein weiteresIndiz für
die kulturelle Kontinuitat zwisclıen dem 2. und dem 1. Jalırtausend im südplıönikisclıen
Raum. Vgl. zu dem Gottesnamen H. Gese in GESE-HÖFNER-RUDOLPH 1970, 188 f.; CRoss
1973, 30.
42 Zur Deutung von Insclırift und Zweck des Siegels siehe oben Anın. 7.
43 Ob das dem 1. Jalırtauseııd noclı bewuBt gewesen ist, steht freilich dahin.
44 Sielıe M. WEIPPERT 1971a, 432. Meine leiclıt miBverstaııdliche Bemerkung ebd., daB
in der Insclırift der Statuette ,,der westliclıste Belege für die weite Verbreitung der 45 Die Verehrung der Astarte in Memphis muB hier niclıt behaııdelt werden; vgl RANKE
, tıurritischen' Istar/ Astarte, der Göttin von Nineve", vorliege, und die in dieser Form von W. 1932, 415-418; LECLANT 1960, 3-15; 1969, 65-67; HELCK 1966, 1--4; 1971, 458-460;
HERRMANN 1973/74, 136 Anın. 17, zu Reclıt beanstandet wurde, ist im Lichte der folgenden STADELMANN 1967, 104.
46 RANKE 1932; STADELMANN 1967, 101.
Aussage zu !esen, aus der hervorgelıt, daB ich im konkreten Fail die plıöııikische Göttin 'strt 47 Siehe obeıı, bes. Anın. 22.
/ır gemeint lıabe.
3. Jahwe
(1977)

1. Namensformen

Jahwe ı ist der Name eines Gottes, der in den Quellen, von wenigen Ausnah­
men abgesehen, als Nationalgott der ,,Israeliten" (lsraeliten und Judaer) er­
scheint. Der Name ist sowohl selbstandig als auch in theophoren Personen­
namen verbaut in verschiedenen Varianten überliefert. Bei dem selbstandig
gebrauchten Jahwe-Namen entsteht ein schwieriges Problem dadurch, daB er
seit der Achamenidenzeit zunehmend tabuisiert und bei der Lesung der heiligen
Schriften, beim Gebet und im Alltag durch Ausdrücke wie ,,der Herr" (hebr.
'adöıılıy [eigentlich ,,mein Herr", erstarrte Anredeform], griech. xı'ıgwç), ,,der
Name" (hebr. hass?m, aram. samlı) u.a. ersetzt wurde, so daB die authentische
Aussprachetradition im Laufe der Zeit unsicher wurde und schlieBlich ganz
abbrach. Die heute in der Wissenischaft (mit individuellen Schreibvarianten)
meist gebrauchte Namensforrrı Jahwe (hebr. *Yahwe), beruht auf Rekonstrukti­
on aufgrund vereinzelter antiker Zeugnisse (siehe 1.3).

1.1. In nordwestsemitischer Konsonantenschrift


Der selbstandige Gottesname Jahwe erscheint in Inschriften des 9.-6. Jahr­
hunderts v. Chr. 2 regelrrıaBig in der vierkonsonantigen Form YHWH (,,Tetra­
gramm"), die auch im Alten Testament und der jüngeren (vormischnischen)
jüdischen Literatur in hebraischer und aramaischer Sprache vorherrscht3 und
auch noch in Handschriften griechischer Bibelübersetzungen, soweit sie jüdi-

1 Allgemeine Literatur: ALBRIGHT 1957a, 15 f.158-25 l ; 1968, 146-149; ALFRINK 1948;


BüWMAN 1944; CROSS 1973, 60-75; ÜRIVER 1928; EISSFELDT 1935b; 1936; 1956; fREED­
MAN 1960; GöRG 1976; GOJTEJN 1956; S. HERRMANN 1966; 1967; PARKE-TAYLOR 1975;
SCHLEIFF 1936; YON S0DEN 1966; THJERRY 1948; DE VAUX 1971a, passiın; VRIEZEN 1950;
ZIMMERLI 1972.
2 Mçsa'-Stele (moab.), 9. Jlı. v. Clır.: KAI 181,18; Siegel u.H., 8. Jlı.: CRoss 1973, 61 m.
Anm. 62 Z. 2; ljirbet el-Qöın, Grabinsclırift 3, Mitte 8. Jlı.: DEVER 1969/70, 158 f. Z. 2; Teli
'Arad, Ostraka, 8.-6. Jlı.: AHARONI-NAVEH 1981, passim; Teli ed-Duwer, Ostraka, fr. 6. Jlı.:
T0RCZYNER-HARDING-LEWIS-STARKEY 1938, passim; ljirbet Bet Layy, Grabinsclıriften A­
C, fr. 6. Jlı.: CROSS 1970.
3 Statistik für das Aite Testament: JENNI 1971, 703 f.; zur Vokalisation sielıe 1.3.
p

36 Jalıwe [247/248]
[248] Jalıwe 37
seher Herkunft sind, vorkommt • Davon weicht nur die lnschrift eines Stein­
4
hundert auch in Elephantine vorkommt 15 • Die meisten dieser Formen des Gottes­
gefaBes aus dem Heiligtum (?) von Kuntilet 'Ağrüd im nördlichen Sinai ab, die namens Jahwe finden sich auch im Alten Testament: als erstes Element theo­
die Namensform Yhw bietet (wohl 8. Jahrhundert)5. Yhw lautet der Gottesname
phorer Personennamen Yhw0 (vokali�iert Y;J/ıö0 u�d Yw0 (vok�lisie�t ��, oft
auch in den aramaischen Papyrusurkunden und -briefen der jüdischen Kolonie _
)

als Varianten nebeneinander, als zweıtes Element Yhw (vokalısıert Yahu, da­
in Elephantine (5. Jahrhundert)6 , wahrend auf den weniger formellen Ostraka neberı, wohl akzerıtbedingt, 0 Y;J/ıü in Mıkay;Jhü), 0Yh (vokalisiert Ya), eben­
0

Yhh verwendet wird7 • SchlieB!ich kommt im Alten Testament gelegentlich die falls oft als Varianten, und Yw (vokalisiert 0 Yö, wie in Elephantine nur in dem
0

Form Yh (vokalisiert Yah) vor (meist in der Formel lıallü Yalı ,,Halleluja"8). Namen 'A{ıyö), wobei die Formen auf Yö0 und 0 Ya w_?hl eine spatere Sprach­
Jn Zusammensetzungen werden statt des Tetragramms kürzere Namensfor­ stufe widerspiegeln (die Verhaltnisse sind durch den Uberlieferungsproze/3 al­
men gebraucht. Am haufigsten ist in den lnschriften (Belege seit dem 8. Jahr­
lerdings etwas verwischt).
hundert) Yhw sowohl als erstes als auch als zweites Element theophorer Perso­
nennamen; diese Form scheint nach ihrem Verbreitungsgebiet ursprünglich
judaisch zu sein und laBt sich auf israelitischem Territorium erst in persischer 1.2. In Keilschrifttexten
Zeit sicher nachweisen9• im 5. Jahrhundert kommt sie als erstes Element von
Keilinschriftlich ist der selbstandige Gottesname Jahwe bisher nicht belegt.
Personennamen auch in Agypten vor 10 • Als zweites Element ist 0 Yhw zu Be­
Doch lassen sich in assyrischen und babylonischen Texterı seit dem 9. Jahrhun­
oinn des 3. Jahrhunderts vereinzelt in Edfu belegt11 • Daför findet sich in epi­
dert zahlreiche mit dem theophoren Element Jahwe gebildete nordwestsemi­
iraphischen Texten der persisch-hellenistischen Zeit aus Agypten (Elephan­
tische Personennamen nachweisen, die z.T. durch ihren Kontext als solche von
tine, Edfu; 5.-3. Jahrhundert), auf judaischen Siegeln wohl schon seit dem 7./
lsraeliten oder Judaern ausgewiesen sind, so daB diese ldentifikationen auch
6. Jahrhundert, die weiter apokopierte Form 0 Yh (vgl. auch die zweimalige
für die übrigen gelten wird.
Felsinschrift Twbylı in 'Eraq el-Emır in Transjordanien, wohl eine archaisie­
in assyrischeıı Texten erscheint Jahwe als erstes Element in dem israeliti­
rende Inschrift des 2. Jahrhunderts 1 2 ; 0 Yh ist auch sonst in jüdischen lnschriften
schen Königsnamen IJa-u-a (fehlerhaft [?] auch IJa-a-u) = Jehu bei Salmanas­
der hellenistisch-römischen Zeit haufig). Yon Haus aus (nord-)israelitisch
sar III.16 und 1/a-'a-su = Joas bei Adadnarari 111.17 als /a0 bei dem judaischen
scheint die Namensform Yw gewesen zu sein, die als erstes wie zweites Ele­
,

Königsnamerı 1/a-u-lJa-zi = * fahö'a{ıaz (Ahas) bei Tiglathpileser III.18 als la-ıı0


ment theophorer Personennamen zuerst in den Ostraka von Samaria 1 (1. Halfte

Möglicherweise bezeichnen die unterschiedlichen Schreibungen die Tatsache,


des 8. Jahrhunderts)13 , aber bereits seit dem 8. Jahrhundert auch in lnschriften
daB in ersterem Fall *Yw019, in letzterem *Yhw0 zugrundeliegt. Als zweites
aus Juda belegt ist14 und, beschrankt auf den Personennamen 'ly,yw, im 5. Jahr-
Element wird Jahwe in den israelitischen Personennamen Wa-ad-bi-ia-a-u
4 F. DUNAND 1966, 39-48 (Belege, !it); 1971; ALY 1971 (Edition des Papyrus Fuad 266); (Name eines mukıl appate20, der wohl von Sargon il. 1 deportiert worden ist;
MERCATI 1958, passiın. Gelegentlich steht dafür IA[J, SKEHAN 1957, 157._Handschr,iften 709 v. Chr.)21 und Wa-tan-ia-u (Grundbesitzer in Geser)22 wie in dem juda­
christlicher Herkunft haben stattdessen das ,,Qari{' xı'.ıgwç. In der handschrıftlıchen Uber­ ischen Königsnamen 1/ja--za-qi-ia(-a)-ıılu = Hiskia23 und dem Namen des
lieferung der jüngeren griechischen Übersetzungen des Alten Testaments ";'İrd das quadrat­
_ grıechıscher hamathensischen Befreiungskampfers 1Az-ri-ia-a-u24 0/a(-a)-ulu geschrieben.
schriftliche Tetragramm ihrerjüdischen Vorlagen aus Unkenntnıs m Schrıft als Nur per analogiam kann vermutet werden, daB bei israelitischen Namen *0 Yw,
IIIIII o.a. wiedergegeben; siehe dazu ZıEGLER 1939, 100; 1952, 63.
5 MESHEL-MEYERS 1976, 8 Abb. 2. bei dem judaischen *0 Ylıw gemeint ist, wahrend die Frage bei dem hamathen­
6 CowLEY 1923: KRAELING 1953; siehejeweils den Index s.v. Yhw. sischen ganz offen bleiben muB.
7 DUP0NT-SOMMER 1947; auch einmal auf Papyrus: CüWLEY 1923, Nr. 13, Z. 14.
8 Nicht in Elephantine, da bei KRAELING 1953, Nr. 3 Z. 15, lylı[wf zu lesen ist; sonst
siehe 1.3.
9 Bulle des [Ys']ylıw bn [Sız]bl/ p(zt Smnz aus Mugaret Abü Sinğe, 4. Jh.: LAPP-LAPP
V v

1974, Taf. 61.


15
CüWLEY 1923, KRAELING 1954, passim.
ıo Elephantine: CüWLEY 1923, Index s.vv. Yhw'wr (auch bei KRA:LING 1953), 'J'lıw/pı(ızj,
16 M. WEIPPERT 1978, 114 f.
Yhwtl. Yhwvsm' (auch bei KRAELING 1953), Yhwıztn, Ylıw'ly (f.), Ylıwsın' (f.); Şaqqara: AIME­
17 PAGE 1968, 142 Z. 8.
18 Rosı- 1893, 72 Z. 11 '; vgl. M. WEIPPERT 1973b, 45 Anın. 78. 52.
GIR�� 193.1, Nr. 33 z. 1. In Elephantirıe finden sich auch die Varianterı Yhlı0 (Ylılı'wr [f.] 19 Zur Wiedergabe vorı /il+ Diphthorıg /au/ durch (ıA) siehe M. WEIPPERT 1978, 115, und
CüWLEY 1923, Nr. 1 Z. 2; Yhlıdry ebd. Nr. 11 Z. 13) urıd Ylı0 (Yhıztıı ebd. Nr. 2 Z. 21).
11 'bdylıw CowLEY 1923, Nr. 81 Z. 22.23.43. vgl. 1.1.
20 Zu !esen ist 1"orn.k"'PA.MES.
12 Vgl. NAVEH 1970, 62-64.
21 3R 49: 1,30.
l3 REISNER-FISHER-LYON 1924, 239-243 passim. 22 C.H.W. Johrıs bei MACAL STER 1912, 27 f. V s. 1.
14 Früheste Belege: Tell 'Arad: /ywx[ ...] AHARONI-NAVEH 1981, Nr. 89; Kuıztilet 'Ağrüd: I
23 LUCKENBILL 1924, passiın, mit Varianten 1lja-za-qi-a-u und 1lja-za-qi-a-a-a.
'bdyw, Sm'yw, MESHEL 1977, 53. 24 Rosr 1893, 20 z. 123. 22 z. 131; vgl. M. WEIPPERT 1976-80a, 204 f.
38 Jahwe [248/249] [249/250] Jalıwe 39

In babylonischeıı Texten der Zeit Nebukadnezars ll. 25 erscheint das theo­ 1.3. Vokalisationsprobleme
phore Element im Namen des Königs Jojachin von Juda als Ia-'-u0/la-'u 0/la-a­
Die in Abschnitt 1 Anfang beschriebenen Verhaltnisse und die nordwest­
u 0/la-ku-u0 , wahrend Jahwe als zweites Namenselement wie in den babyloni­
semitische Konsonantenschrift, die die Vokale der Wörter nicht oder nur un­
schen Texten aus der Achamenidenzeit 0 /a-a-ma oder 0A-ma geschrieben wird26•
vollkommen andeutet, bringen es mit sich, daB die Vokalisation der verschie­
Bei den achamenidischen Texten handelt es sich meistens um Urkunden des
denen Formen des Gottesnamens Jahwe in erster Linie aus der antiken Neben­
Bankhauses Murası127 • In diesen Texten erscheint Jahwe als erstes Element
überlieferung, soweit sie sich vokalbezeichnender Schriftsysteme bediente, und
theophorer Personennamen in den Formen dJa-a-hu-u/u 028, Ja-a-hu-ıi°29, (d)Ja­
aus der - frühmittelalterlichen - masoretischen Punktation des Bibeltextes er­
a-hu 030, dJa-hu-u03 1, also als *Yhw032 , und, sekundar gekürzt, als d!ju-ıi33 . Für Jah­
schlossen werden muf3.
we als zweites Element von Personennamen wird ahnlich wie in den Texten I Für den selbstiindigen Na men liegen direkte Aussprachezeugnisse erst aus
der Zeit Nebukadnezars II. 0/a-a-ına 34, 0/a-ına 35 und 0A-ma 36 geschrieben. Die
der Spatantike vor. In den masoretischen Textformen des Alten Testaments er­
nordwestsernitische Grundlage dieser Schreibungen karın nicht mit absoluter
scheint das Tetragramm YHWH, wenn es in den Handschriften überhaupt punk­
Sicherheit gestellt werden. Ohne Zweifel ist aber das Zeichen (MA) als wa 6 zu _ _
tıert wırd, durchgangig mit den (leicht modifizierten) Vokalen seines Qöre
!esen, so daB sich 0Ja(-a)-wa 6 bzw. 0A-wa 6 ergabe. Anı ehesten ist dahinter *0Y w
'adöncıy als i1Jh� oder, falls es neben ausgeschriebenem 'adöııcıy steht, mit de�
(gesprochen *0 Yaw, mit rein graphischem Auslautvokal37) zu vermuten, da
Vokalen von 'elöhım ,,Gott" als i17h� 40. Aus den griechischen Wiedergaben
*0 Yhw mit konsonantischen (w) in Personennamen nicht vorkommt und 0Ja(­
*I�ou�/*Ia�um bei Clemens von Alexandria (3. Jahrhundert n. Chr.)41, IaPc
a)-wa6/0A-wa6 kaum *0Yahu wiedergeben karın. Dem widerspricht allerdings
beı Epıp�anıus von Salamis (2. Halfte des 4. Jahrhunderts n. Chr.)42 und IaPc/
die aramaische Beischrift Plyh38 BM 13264 (STOLPER 1 974, 471) Rs. zu 1Pi-li­
I��m beı T?eodoret von Cyrrhus (1. Halfte des 5. Jahrhunderts n. Chr.)43 ergibt
ia-a-ına ebd., 4. l .Rd.39, so daB zu fragen ist, ob 0/a(-a)-wa/0A-wa 6 nicht we­
sıch, daf3 dıese Autoren für das Tetragramm die (wohl korrekte) Aussprache
nigstens zum Teil nur konventionelle (aber auf *Yaw zurückgehende) Schrei­
*Yahwe kannten. Für Yhw bei den Juden von Elephantine beweist die Variante
bung des israelitischen Gottesnamen als zweites Element von Personennamen
Yl�lı die Aussprache *Yahö (nicht *Yahü) 44, die wohl auch durch die haufige
ist, hinter der sich, jedenfalls in der Achamenidenzeit, unterschiedliche phone­ _
grıechısche Form Iaw bezeugt wird45 ; unsicher bleibt freilich, ob die Schrei­
tische Realitaten verbergen.
bung Yhw in Ku ntilet 'Ağrüd ebenso gelesen werden darf. Die masoretische
Punktation Yalı für Yh schlief3lich wird durch die griechische Umschrift Ia46
bestatigt.
Bei den ııııselbstiiııdigen Na ıneıısformen erscheint Yhw0 als erstes Element
t�eophorer Personennamen keilschriftlich als Ia(')ıı0//ahu 0/Jaku 0 (d.h. */agu0);
WEIDNER 1939.
25 dıese Schreibungen können sowohl *Yahü 0 als auch *Yahö0 wiedergeben. Doch
ln 1Sa-ma-kıı-ia-a-ına WEIDNER 1939, 928; 1 Sıi-lam-ia-a-ına ebd., 927; 1 Qa-na(-')-a­
26
sprechen die in Elephantine belegten Varianten Yhw0/Yhh0/Ylı0 für *Yahö auf
ma ebd., 926, C Rs. II 18; D 21; zur Interpretation sielıe unten. dies� Form geht auch das masoretische Yöhö0 (mit wortakzentbedingter' Re­
27
Zalılreiche Belege in den lndices von BE 9 und 10; PBS 2: 1 und bei ST0LPER 1974; duktıon des ersten Vokals) zurück. Y w0 in derselben Position wird assyrisch
vgl. auch TALLQVIST 1906, 245.
28 Z.B. in ıctıa-a-bıı-ıi-na-tan-ıııı PBS 2:1,97,7; 420/19 v. Chr. durch Ja 0 und Jau 0 , beides wohl für *Yaw0, wiedergegeben (siehe dazu 1 .2),
29 Z.B. in 1/a-a-bu-ıı-la-qi-im CBS 13089 (STOLPER 1974, 458-463), 2; nach 432 v. Chr.
30 Z.B. in IdJa-a-bıı-za-bad-i[a] CBS 13089,3 (siehe Anın. 29).
I
wahrend im Alten Testament die jüngere monophthongisierte Form Yö0
31 Z.B. in ıct!a-bıı-ıi-ııa-ta-nıı BE 9,25,19; 434 v. Chr.
32
Vgl. die aramaisclıe Beischrift Ylıwııtıı CBS 12924 (STOLPER 1974, 389 f.), Rs: 40
So ti�eriensisch; analog auch in der babylonischen Punktation. Hingegen wird im
DELAP0RTE 1912, Nr. 47. C,�dex L�nıngr�densıs B 19 �afür, w�lıl absichtlich unvoll�tandig, ii)ii� bzw. ii1ii' punktiert.
33 ln ıctljıı-ıi-ııa-tan"''-ııa CBS 5510 (STOLPER 1974, 336-339), Vs. 1.10. Rs 2'; 424 Wıe . ii7ii, anzeıgt, kann ii)ii hıer nıcht dıe Aussprache sama (aram. ,,der Name"; so die
v. Chr. Siehe auch STOLPER 1976, 25 f. lıeutıgen Samaritaner) andeuten.
34 Z.B. in 1Sıı-bıı-nıı-ia-a-ma 82-7-14,4175 (PINCHES 1892/93, 14), Rs. 4; 414/13 41
Strom. 5,6,34,5 (GCS 15, 348).
v. Chr. (?); einmal "dla-a-ma: 1Man-nu-ta-ııi-dia-a-ına CBS 12986 (ST0LPER 1974, 435- 42
Adv. haer. 1,3,40,5 (MPG 41, 685).
437), 2; Zeit Artaxerxes' I. 43
Quaest. in Ex. XV (MPG 80, 244); haer.fab.comp. 5,3 (MPG 83, 460).
35 In 1A-qa-bi-ia-ma 82-5-22,1349 (PINCHES 1892/93, 15); Zeit Artaxerxes' I. 44
So auch DUP0NT-S0MMER 1947, 175-177.
36 Z.B. in 1Pa-da-a-ma BE 9,25,18; 434 v. Chr. 45
Vgl. GANSCHINIETZ 1914 und oben Arım. 4. Hieronymus (2. Hiilfte des 4. Jahrhun­
37 Vgl. HYATT 1941, 23. derts n. Chr.) behauptet, daB man das Tetragramm (!) laho ,,!esen könne"; Comm. in Ps. VIII
38 Vgl. bibl.-hebr. Pcılava I Chr. 3,24. 2 (CCL 72, 191).
39 Vgl. auch STOLPER 1976, 27b. 46
Z.B. Epiphanius a.a.O. (Anın. 42); !at. la, (Hieronymus, ep. 25,3 (CSEL 54, 219).
40 Jahwe [250] [250/251] Jahwe 41

(<* Yaw 0) gebraucht wird. Als zweites Personennamenelement erscheint 0 Yhw 2. Etymologie und Bedeutung
assyrisch als 0/au, das wiederum als *0 Yahü oder *0 Yahö aufgefaBt werden
kann; in diesem Fall haben die Masoreten °Yahü vokalisiert (zur Ausnahme Da man aus theologischen Motiven seit der Antike stiindig über die Bedeu­
MfkayJhü siehe 1. 1). Für 0 Yh bieten sie 0 Ya (im Unterschied zu selbstandigem tung des Namens Jahwe und seiner Neberıformen nachgedacht hat, ist die Lite­
Yah hier mit quieszierendem /h/). in beiden Fallen haben die griechischen Um­ ratur zu diesem Thema - und die Reihe der Hypothesen - kaum mehr über­
schriften °La(ç). Auslautendes 0 Yw wird assyrisch 0/au, babylonisch 0(/)aw(a) schaubar53. Die folgenderı Feststellungen dürften heute jedoch weithin Zustim­
geschrieben, ist also *0 Yaw (doch siehe dazu auch 1.2), wiihrend im Alten Te­ mung finden:
stament, wenn man den Namen 'AIJ,yö für repriisentativ nehmen darf, wieder a) Die ursprünglichste Form des Gottesnamens reflektiert, wie die epigraphischeıı
die monophthongisierte Form 0 Yö steht. Belege lehren, das Tetragramm i11if', unabhangig davon, wie sich seine Schreibung
historisch entwickelt hat.
b) Die zugruııdeliegende Wurzel Iautet nordwestsemitisch /hui/54 .
1.4. Unsicheres und Nichtzugehöriges c) Es handelt sich um eiııe - als Eigeııname sekundar substantivierte - finite Verbal­
Pür Namen und Narnenselemente, die fiilschlich gelegentlich mit dem Got­ form (3.m.sg.,,impf. "). 55 1
tesnarnen Jahwe in Verbindung gebracht wurden oder werden, genügen einige Formale Parallelerı zu der unter c) beschrieberıen Bildungsweise sind beson­
bibliographische Hinweise: Zu den akkadischen Personennamen des Typs ders aus dem vorislamischen Arabien bekannt5 6, kommerı aber vereinzelt auch
/aum -GN ,,Mein ist der Gott NN", die Friedrich Delitzsch u.a. als jahwehaltig schorı viel früher in Mesopotamien bei akkadischerı und amurritischen Gottes­
aufgefafü haben, siehe schon LANDSBERGER 1924, 24 Anın. 2, zum ugariti­ narnen vor57• Strittig ist, wie die ,,lmperfekt"-Forrn von YHWH aufzufasserı ist
schen Gottesrıamen Yw (CTA 1 IV 14) DE MooR 1971, 1 18 f., zum Namen des (auch im Vergleich zu den angeführten Parallelen), welche Stammesmodifi­
Königs 1DINGlR-ia-u-bi-'i-diJII -lu-bi-'i-di von Hamath bei Sargorı II LıPINSKI kation (G oder H) vorliegt, und welche der verschiedenen Bedeutungen der
1971 (interpretiert als *Ilu(-yahü)-bi-'"idı ,,God will appear as my witness"); Wurzel /hui/ bzw. welche der verschiedenen Wurzeln /hui/ oder /huu/ für die
die Inschrift Yh auf Amphorenstempeln der persisch-hellenistischen Zeit aus Nanıenserkliirung in Frage kommt. Alle denkbaren Möglichkeiten sind auch
Paliistina, die früher mit der Kurzform von Jahwe identifiziert wurde, ist Ab­ tatsiichlich, oft abhiingig vorı herrschenden religionswissenschaftlichen oder
ktirzung für den Provinznamen Yh(w)d ,,Judiia" (siehe CRoss 1969, 23). Zur theologischen Strömungerı, für die etymologische lnterpretation des Tetra­
Kategorie des Unsicheren gehört der Stammes- oder Landschaftsname Y-h-w1 gramnıs ausgeschöpft worden58 •
(konsonantisch Yhw), der zweimal in ,,geographischen" Listen Amenophis' III.
(1. Hiilfte des 14. Jahrhunderts) in Soleb47 und einmal in einer wohl davon ab­ 53 Bibliographie: MURTONEN 1952, 10-22; Literaturreferate: MAYER 1958; DE VAUX
hiingigen Liste Rarnses' il. (1290-24) in 'Amara West48 beJegt ist und zu einer 1971a, 325-329.
54 Andere Ableitungen, etwa von einem Kultruf * a hüwa ,,O Er!", zuletzt bei
y
Gruppe von mindestens sechs Namen gehört, die alle im ,,S3sw-Land"49 lokali­ MowıNcKEL 1958, haben sich nicht bewiihrt.
siert sind. Da unter diesen Namen auch Seir50 genanrıt ist, ist die Gruppe wahr­ 55 Die Versuche, YHWH als Part.act. J ohne das zu erwartende Priifix nı 0 (ÜBERMAN

scheinlich in Südpalastina zu beiden Seiterı des Wadı !-'Arab a anzusetzen. Da 1949), oder y(a)0 als Nominalbildungspriifix (KÖHLER 1947-52) zu erkliiren, beruhen auf
ferner der Korısonanterıbestarıd vorı Yhw mit dem des Gottesnamens Jahwe unrichtigen Voraussetzungen; siehe DRIVER 1954, 125-128, bzw. voN SoDEN 1966, 182; DE
übereinstimmt und der ursprüngliche Kultort Jahwes zudem ungefiihr im selben VAUX 1971a, 328.
56 Z.B. YJ'(nı) ,,Er rettet"; Ya'üq Qur' an 71,23 ,,Er halt zurück" oder ,,Er bewacht"; YagüJ
geographischen Bereich gesucht wird, legte es sich nahe, hier so etwas wie eine Qur'an a.a.O. und epigraphisch oft ,,Er hilft"; Ygl ,,Er zerstört" (Epitheton des 'AJtar) ete.;
Bestiitigung der sogenannten Keniter- oder Midianiter-Hypothese (siehe 3) zu siehe HöFNER 1965, 477-480.
57 V gl. akk. dJksudunı ARMT 13,111,6 (wohl niclıt ideııtisch mit DEIMEL 1914, Nr. 1545)
firıden5 1; doch ist zu beachten, daB es sich bei Yhw in Soleb und 'Amara West
um eine geographische und/oder ethnische Bezeichnung, nicht aber um einen ,,Er hat gepackt" (? anders EDZARD 1967, 63); amurrit. EsülJ (in Namen) HUFFMON 1965, 77
,,Er (hat ge)siegt"; wohl auch zweigliedrige Gottesnamen wie akk dJqbi-damiq u.ii. DEIMEL
Gottesnamen handelt52 . 1914, Nr. 1585 vgl. FRANKENA 1954, 109 Z. 85 ,,Er hat Gutes ausgesprochen"; dJsnıelunı
( < *Isnıe-iluın) u.ii., FRANKENA 1954, 94 z. 92 ,,Der Gott hat erhört"; dJsnıe-karab(a) ebd.
94 Z. 91 ,,Er hat Gebet erhört"; amurrit. dJakrub/Ikrub-illel ARMT 15, 161 u.ö., ,,El (hat
47
LECLANT 1965, 205 ff. Abb. 15.c.e. ge)segnet".
58 Je ein Beispiel: /hui/ a) ,,fallen" (hebr., arab.; auch in syr. hawwfii ,,Abgrund, Verder­
48
N 97, mit leicht zu emendierendem Schreibfehler, FAIRMAN 1939, Taf. 14:4.
49 Zur Syntax siehe GöRG 1976, 10 f. ben"?): ,,Der (mit seinen Blitzen) Fiillende" (H), STADE 1887, 429 Anın. l; b) ,,wehen"
50 S
ı-'-r-i-r' 'Anıara West N 93, FAIRMAN a.a.O. (arab.: auch in syr. hawwa ,,Wind", arabisches Lehnwort?): ,,Er führt durch die Lüfte, er
51
Literatur: M. WEIPPERT 1974, 270 f. Anın. 5. weht" (G), WELLHAUSEN 1897, 25 Anın. 1; c) ,,leidenschaftlich sein, lieben" u.ii. (arab.;
52 Ein Ausgleichsversuch bei GöRG 1976. auch in hebr. hawwii ,,Begierde"): ,,The Passionate" (G), GoıTEIN 1956; d) ,,sprechen"
42 Jahwe [251/252] [252] Jahwe 43

Die einzige Andeutung, wie die Israeliten selbst (oder eine bestimmte theo­ 3. Geschichte
logische Schule) den Namen YHWH aufgefaBt haben, findet sich in Ex. 3,14,
einer Erweiterung der elohistischen Erzahlung über die Berufung des Mose Das Alte Testament ist sich bewuBt, da/3 die Vorfahren der Israeliten ,,andere
(nicht vor dem 8. Jahrhundert zu datieren). Hier umschreibt der Gott seinen Götter" (Jos. 24,2) verehrten. Von den grof3en Pentateuchquellen stimmen der
Namen selbst mit den Worten 'ehye 'ez.ser 'ehye; der Autor denkt also an Deu­ Elohist (Ex. 3, l.4b.9-13.15) und die Priesterschrift (Ex. 6,2-8) darin überein,
tungsmöglichkeit e)59 , nach der masoretischen Vokalisation auch an den G­ da/3 Jahwe erst zur Zeit Moses mit Israel in Verbindung trat, der lsrael aus
Stamm von /hii/ = ilmi/. Die Interpretation der gewöhnlich mit ,,leh bin der ich Agypten heraus und an den Gottesberg Sinai/Horeb fülırte, wo Jahwe formen
bin" übersetzten Formel ist freilich selbst umstritten 60. Aber auch, wenn man Israels Gott wurde und dem Volk die grundlegenden Ordnungen seines zivilen
bereit ist, etwa die von A. Alt61 vorgetragene Erklarung als Ausdruck eines und kultischen Lebens, das ,,Gesetz" (törel), gab. Im Licht dieser Offenbarung
,,hoch gesteigerten, des eigenen Wesens und der eigenen Kraft sicheren Selbst­ erscheinen dann die früheren Manifestationen des ,,Gottes der V ater" (Elohist)
bewuBtseins" (aufgrund der ahnlichen agyptischen Formel wıı(ıı)-ı wıı-kwl ,,leh oder des 'Şl Sadday (Priesterschrift) als solche Jahwes (so ausdrücklich Ex.
bin, indem ich bin" in der Lehre für Merikare) für die wahrscheinlichste zu 6,3 f., Priesterschrift). Allerdings spricht der universalistischer denkende Jah­
halten, ist damit noch nicht gesagt, da/3 der antike Autor den ursprünglichen wist von Anfang an von Jahwe. Die von der Überlieferung gebotenen Bilder
Sinn von YHWH überhaupt gekannt hat oder ausdrücken wollte. Die Formel der Yor- und Frühgeschichte Israels können jedoch nicht ohne weiteres über­
karın also nicht ohne weiteres zum Ausgangspunkt der wissenschaftlichen nomrrıen werden, da sie auf der Zusammenfügung unterschiedlicher Materialien
Namensdeutung gemacht werden. Aus der Reihe der modernen Erklarungs­ zu einem einigermaf3en koharenten Ganzen beruhen. Für die vorisraelitische
versuche finden die beiden folgenden gegenwartig den meisten Anklang: Geschichte Jahwes gibt es keine direkten Quellen. Aus archa(ist)ischen Theo­
a) W.F. Albright und seirıe Schüler F.M. Cross und D.N. Freedman62 deuten nach phanieschilderungen6.ı und dem alten Epitheton ze Sıııay ,,der (Herr) des Si­
altererı Vorgangerıı wie P. de Lagarde und P. Haupt *Yahwe als ,,Imperfekt" des H­ nai"65 schlieBt man jedoch, da/3 Jahwe in der W üste südlich von Palastina auf
Stammes von /hui/ mit der Bedeutung ,,er ruft ins Dasein, er schafft", wobei der dem Berg Sinai (Lokalisierung umstritten) beheimatet war. Dies ist der zwei­
Name selbst als Abkürzung einer langeren Kultformel verstanden wird. Diese Hy­ fellos richtige Ausgangspunkt der ansonsten unbeweisbaren Hypothese, da/3
pothese hat den Vorteil, daB mit ihrer Hilfe zusammengesetzte Gottesbezeichnurı­ die Israeliten die Verehrung Jahwes von den Kenitern oder Midianitern, Be­
gen wie YHWH I ŞiJba'öt (nach Cross aus *['il] qü yalıwi şaba'öt ,,[El,] der die wohnern der Südwüste, übernommen hatten66. Die Existenz des Gottesberges
[himmlischen] Heere hervorbringt") gut erklart werden könrıen, andererseits sind und die Weise, wie die (Gewitter-)Epiphanien Jahwes geschildert werden67,
ihre Gründe gegerı die Ableitung vom G-Stamm von /hui/ schwach. lassen die Vermutung zu, da/3 Jahwe ursprünglich ein Gott des Hadad-Typus
b) W. von Soderı63 interpretiert *Yahwe als ,,prafigierenden Stativ" des G-Stammes (,,Wettergott") war; dazu paBt auch sein kriegerischer Charakter 68.
von /hui/ in der Bedeutung ,,Er ist", der in Analogie zu amurritischen Danknamen Wie es dazu kam, da/3 Jahwe der Gott des, wie der Name und etwa eine Stelle
der Form Ya(h)wi-GN (parallel akk. Jbassi-GN) als ,,der Gott NN erweist sich (als
wie Gen. 33,30 (,,El, der Gott Israels") andeuten, ursprünglich El verehrenden
gegenwartig/machtig/helfend)" aufzufassen sei.
Stammeverbands Israel wurde, ist unbekannt; man vermutet, da/3 sein Kult
Zwischen beiden Hypothesen ist eine sichere Entscheidung gegenwartig nicht durch eine bestimmte in Israel aufgegangene Gruppe den anderen Stammen
möglich, da die jeweiligen Grundannahmen nicht befriedigend geklart werden vermittelt wurde, so da/3 Jahwe in den Quellen als der Natiorıalgott Gesamt­
können. Sicher ist jedoch, da/3 * Yı:ıhwe und Yahu (< * Yahu < * Yıihw < * Yahwi) Israels (d.h. Israels und Judas) auftritt. Dieses - an sich nicht singulare - Ver­
sich zueinander wie ,,Lang-" und ,,Kurzimperfekt" verhalten (ungeklart ist die haltnis einer Gottheit zu einem Volk wurde im Laufe der Zeit u.a. in den theo­
Variante * Yaho neben * Yahu), und da/3 Yii(h) und Yö (< * Yaw) weitere Verkür­ logischen Kategorien von ,,Erwahlung" und ,,Bund" (,,Vertrag", hebr. forıt)
zungen von * Yıihu darstellen. begrifflich gefaf3t. Schon früh leitete man daraus in Auseinandersetzung mit
der kanaanaischen Religion die Forderung der Monolatrie ab, die von der neu­
babylonischen Zeit an zunehmend im Sinne des Monotheismus interpretiert
wurde. Ob der Kult Jahwes von Hause aus anikonisch war, ist nicht bekannt;
(/lıuu/, akk. awtım, atmiı(m); auclı in akk. awiitum, ug. hwt ,,Wort"): ,,Tlıe Speaker" (G),
BowMAN 1944; e) ,,sein werden" u.a. (aram.; wolıl auclı akk. ewü(m); lıebr./hii/): sielıe unten.
59 Siehe Arım. 58. 64
Ri. 5,4 f. vgl. Ps. 68,8 f.; Dtn. 33,2; Hab. 3,3(.7).
60 Siehe dazu z.B. B. VRIEZEN 1950; AMSLER 1971, 483-485; SCHONEVELD 1976. 65 Ri. 5,5; Ps. 68,9.
61 ALT 1940/41. 66 Darstellung und Kritik: DE VAUX 1971a, 313-321.
67 Vgl. JEREMIAS 1965.
62
ALBRIGHT 195?, 15 f.158-261; 1968, 146-]49; CROSS 1973, 60-75; FREEDMAN 1960.
63 VON SODEN 1966. 68 Vgl. dazu CROSS 1973, 91-111; MiLLER 1973 (sielıe aber M. WEIPPERT 1976b).
44 Jahwe [252/253]

die puristische Richtung des Jahwismus, die in den meisten der uns bekannten
israelitischen Religionsdokumente zu Worte kommt, war jedenfalls dieser
Meinung und hat etwa die Stierbilder, die Jerobeam I. von Israel in den Jahwe- J
heiligtümem von Bethel und Dan aufstellen lieB, schroff verurteilt. Entschei­
dend für die Entwicklung der israelitischen Religion wurde die Einführung des
Königtums und die Errichtung eines königlichen (d.h. Staats-)Heiligtums in 4. Gott und Stier
Jerusalem durch David, die Salomo durch den Bau eines Tempels abschloB. Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa
Von nun an trat neben den alten Gottesberg Sinai/Horeb der neue Gottesberg
Zion in Jerusalem (mit einer eigenen Theologie), der seine Bedeutung durch (1961)
die Auflösung der Personalunion zwischen Israel und Juda nach Salomos Tod
und die Einrichtung eigener Staatsheiligtümer Israels in Bethel und Dan nicht
verlor, sondern im Gegenteil nach dem Untergang Israels noch steigerte, so daB I
unter König Josia von Juda sogar die Forderung, daB Jahwe nur an einer, und
zwar der von ihm ,,erwiihlten" Kultstiitte verehrt werden dürfe, politisch zu­ Im Jahre 1907 veröffentlichte H. Vincent 1 eine Terrakotte aus der Sammlung
gunsten Jerusalems entschieden werden konnte. Auch die sich reorganisieren­ des zeitweilig in Yafa lebenden russischen Barons Ustinow2, die eine auf nied­
de jüdische Gemeinschaft (religiöse und politische Gemeinde) der persischen riger Basis ruhende Büste eines Stieres darstellte. Die Figur3 war etwa 20 cm
Zeit samrrıelte sich wie selbstverstandlich um den Jerusalemer Tempel. Ande­ hoch, ihre Herkunft (vielleicht ,,du littoral aux environs d' Ascalon ou du Nahr
rerseits riefen die durch die Einführung der Monarchie bewirkten Veriinderun­ Roubin") unbekannt. Da Vincent dem Stück ungewöhnliche Bedeutung für das
gen der gesellschaftlichen Verhiiltnisse, besonders der überkommenen Rechts­ Problem des israelitischen Synkretismus der vorhellenistischen Zeit beima/3,
ordnung, den Widerstand ,,altjahwistischer" Kreise innerhalb der in erster Linie empfiehlt sich eine Nachprüfung seiner Interpretation auf Grund der seit der
betroffenen biiuerlichen Bevölkerung hervor, dessen Exponenten die Prophe­ Publikation weitgehend gewandelten WissenJschaftslage und auch neuen Ma­
ten (seit Elia und Elisa [9. Jahrhundert] bekannt) waren. Spater entstand in Aus­ terials. Zunachst gebe ich als Ausgangspunkt einen Teil der Original­
einandersetzung mit den politischen Katastrophen, denen Israel und Juda zum beschreibung des Stierbildes; die im Folgenden zu besprechenden Einzelhei­
Opfer fielen, und die zwangsliiufig Zweifel an der Geschichtsmiichtigkeit des ten sind durch Kursivsatz hervorgehoben:
Nationalgotts Jahwe niihren muBten, die spezifisch israelitische Auspragung
,, ... On est frappe de l'expression quasi humaine de cette figurine bestiale; !es yeux
des auch sonst im Alten Orient begegnenden Phiinomens des Prophetismus, surtout et la reduction extreme des oreillettes trahissent bien une intention de mode­
wie sie uns etwa in Gestalten wie Amos, Hosea, Jesaja, Jeremia entgegentritt. leur en ce sens. Le collier a double enroulement passe au cou et soutenant un large
Im Denken dieser Miinner wurde Jahwe zum Herm der Welt und der Geschichte, anneau qui retombe sur le fanon, !es cornes relevees d'un mouvement energique en
von dem sie, ibre Schüler und die spiiteren Apokalyptiker schlieB!ich auch die croissant presque fenne ou s'etale un phallııs dressi, ne permettent guere de douter
grundlegende Verwandlung der irdischen Verhiiltnisse und das endzeitliche Heil qu'il s'agisse d'une idole syncretiste; on lui donııerait meme volontiers un nom pro­
erwarteten. pre au sens de la terminologie biblique, Ba'al ou Moloch par example, et sa portee
serait plus considerable encore si l' on etait quelque jour en mesure d' en preciser la
date, que tout indine pour le moment a faire croire anterieııre a la cııltııre helli­
nistiqııe. Et ce qui semble clair, ala lumiere de tels groupements d 'emblemes en une
periode tardive de syncretisme, c'est l'usage de figurer quelque dieıı soııs ııneforme
animale d'un symbolisme plus ou moins transpareııt, !es idees de fecondite, de vita­
lite, d'energie puissante etant assez bien exprimees par le poisson, le belier, le taıı­
reaıı ... "
Die von Vincent gebotene Erklarung beruhte bei dem giinzlichen Fehlen von
parallelen Stücken mit erkennbarem archiiologischen Kontext völlig auf Ver-

1 H. VıNCENT 1907, 169 f. mitAbb. 115.


2 Über Ustinov und seine Sammluııg siehe F. PouLSEN 1920, 3 ff.
3 SieheAbb. 1 auf S. 46 und Taf. 1.
46 Gott und Stier: Bemerkuııgen zıt eiııer Terrakotte aus Yafa [94/95] [95/96] Gott uııd Stier: Bemerkwıgen zu einer Terrakotte aus Yafa 47
Daraus werden sich Kriterien für die vorlaufige Beurteilung der Ustinow­
Terrakotte ergeben, die auch in der Diskussion um die genannten ,,goldenen
Kalber" von Wichtigkeit sein dürften.

11

Es darf heute als communis opinio angesehen werden, daB das alte Vorder­
asien im Gegensatz zu Agypten im allgemeinen rein rnenschengestaltige Gott­
heiten verehrte5• Die religiösen Texte aus dem Zweistromland wie aus Syrien
setzen ein solches Pantheon voraus, die Funde bildlicher Darstellungen von
Einzelgöttern oder Göttergruppen bestatigen diesen SchluB in erwünschter
Weise. So treten anthr�omorphe Gottheiten in Mesopotamien vereinzelt schon
in der Endphase der Geındet-Naşr-Zeit, regelmaBig aber seit der 1. Dynastie
von Ur in Erscheinung6, in Tiergestalt vorgestellte Götter begegnen kaum7• Für
die Zeit des hethitischen GroBreichs bezeugt neben I zahlreichen anderen Reli­
efdarstellungen das Felsheiligtum von Yazılıkaya8 ein ausgebildetes Pantheon
menschlich gestalteter Gottheiten, eine Erscheinung, die in den GroBreichs­
traditionen weiterführenden syrohethitischen Kleinstaaten des spaten 2. und
frühen 1. Jahrtausends ihre kontinuierliche Fortsetzung firıdet, auch wenn die
Macht - wie in Zincirli inzwischen in die Hande aramaischer Eroberer über­
Abb. 1: Stierfigur, ehemals Sammlung Ustinow, Yafa gegangen ist. Das gilt für die zahlreichen Stelerıreliefs, die den Wettergott
(H. VıNCENT 1907, 169, Abb. 115) Katalog-Nr. 1
(Tessub, Baal-Hadad) stehend, schreitend9 oder auf einem Tragertier stehend 10
abbilden, ebenso wie für die wenigen Beispiele von GroBplastik11• Die einer
mutungen, die von dem ,,phallus dresse" auf der (auBergewöhnlich hohen) Stirn 5 Vgl. z.B. M. Norn 1959a, 213 Anm. l ; 1959b, 203.
der Figurine ihren Ausgang nahmen. 1 Im Hintergrund standen dabei wohl 6 MüORTGAT 1935, 70 ff.
damals gelaufige Vorstellungen vom Charakter der kanaanaischen ,,Fruchtbar­ 7 Iıı den bildlichen Darstellungen der Ğemdet-Naşr-Zeit ist die Gottheit gewöhnlich
keitsreligion" und ihrer Götter, die biblischen Berichte über Israels Abfall von durch ihr Symbol vertreten (MooRTGAT 1935, 59 ff. 70 f.); zum Spiiteren siehe oben und
Jahwe hin zur Verehrung ,,goldener Kalber" nebst ihrer möglichen archaologi­ Anın. 6. Für den Gott ,,Stier" (dGu4) vgl. DEIMEL 1914, Nr. 572; TALLQYIST 1938, 321 s.v.
ljar; MALTEN 1928, 98 f.
schen ,,Bestatigung" durch hie und da in Palastina gefundene Stierköpfe und 8 BITTEL 1934; BITTEL-NAUMANN-ÜTTO 1941.
Boviden-Figuren4, die nicht in allen Fiillen als Abbildungen von Opfertieren 9 Hethitische und nordsyrische Belege bei AKURGAL 1949, 149 f. (Katalog Nr. 12-26.29);
bzw. als Spielzeug, sondern auch als ,,veritables idoles" zu deuten seien. Damit dazu etwa die folgenden Stücke: ,,Baal au foudre" aus Ras d-Samra (Ugarit): ScHAEFFER
ist uns zunachst eine doppelte Aufgabe gestellt: 1933, Taf. 16 (= SCHAEFFER 1949, Taf. 23 f.; BosSERT 195 l a, Nr. 433;ANEP Nr. 490; ÜAL­
LINS, 1937, 211 Abb. 3). Agyptisierend dargestellter Gott (mit merkwürdiger Krone) aus Ras
1. Es sind Zeugnisse für theriomorphe Götterbilder bzw. für theriomorphe Gott­ es-Samra (Ugarit): SCHAEFFER 1931, Taf. 8:2 (= SCHAEFFER 1949, Taf. 22b; B0SSERT 1951a,
lıeiten in Palastina und seiner altorientalischen Umwelt aufzusuchen und kritisch zu Nr. 429�ANEP Nr. 491; ÜALLING 1937, 211 f. Abb. 4). Agyptisierend dargestellter Gott aus
diskutieren. Ras es-Samra (Ugarit): SCHAEFFER 1949, Taf. 22' (= ANEP Nr. 489). Melqart-Stele aus el­
2. Die (angeblichen oder wirklichen) Phallusdarstellungen Palastinas sind hin­ Breğ: M. DuNAND 1939, Taf. 13 (= ANEP Nr. 499). Wettergottdarstellung aus Çağdm (Ahça­
sichtliclı ilırer religiös-kultisclıen Bedeutung zu untersuclıen. köy): BıTTEL-SCHNEIDER 1940, 562 Abb. 4 (= BossERT 1942, Nr. 567; 1952/53, Taf. V).
ıo Material bis 1939 bei DEMIRCIOGLU 1939. Gott auf Stier auf einer Stele aus Ğekke: M.
DUNAND 1940, Taf. I (= BARNETT 1948, Taf. 19; ANEP Nr. 500).
11
Statue aufLöwenpostament aus Zincirli: YON LuscHAN 1911, 365 Abb. 265 (= ÜRESS­
4 Einzelnachweise erübrigen sich; vgl. ÜALLING 1937, 219 f. Besonders zahlreich sind MANN 1927, Nr. 345;BossERT 1942, Nr. 901-904;ANEP Nr. 530; GALLING 1937, 207 Abb. 1).
Boviden-Plastiken in Byblos; vgl. M DuNAND 1950-58, passiın. Zur Erklarung vgl. neben Hadad-Statue aus Gerçin bei Zincirli: YONLusCHAN 1893, Taf. VI (= BossERT 1942, Nr. 955;
GALLING a.a.O. auch M. DoTHAN 1957, 122 (,,not as symbolic gifts, but as part of fertility ÜALLING 1937, 207 f. Abb. 2). Sitzstatue aus Karkemis: WOOLLEY 1921, Taf. B.25 (= Bas­
rites" - Begründung?). SERT 1942, Nr. 830; ÜALLING 1937, 207 f. Abb. 3). Fragrnente von GroBplastiken aus Kar-
48 Gott und Stier: Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa [96-98] [98/99] Gott uııd Stier: Bemerkungen zu eiııer Terrakotte aus Yafa 49
etwas früheren Zeit angehörenden Stelen von Ugarit 12 zeigen ebenso wie die Zweiergruppe an einem Opfertisch, und in einer dritten23 schlie/3lich ist der auf
Mukul-Stele aus Beth-Sean (Tel! el-lföşn) 13 die Landesgötter in Menschenge­ einem Podium stehende Stier selbst direktes Objekt der Verehrung, dem man
stalt, die man nicht von dem kraftigen agyptischen EinfluB, der die Bildgestal­ wie dem anthropomorphen Gott ahnlicher Siegel mit dem Adorationsgestus
tung beherrscht, herleiten kann. Die Erklarung der diesen Reliefs typologisch gegenübertritt und dem man Libationen darbringt. AuBerhalb der Glyptik be­
entsprechenlden Kleinbronzen 14 als Gottesdarstellungen scheint mir, obwohl gegnet, soweit ich sehe, das Motiv bisher nur ein einziges Mal auf einem Relief
direkte Beweise sparlich sind, im groJ3en und ganzen gesichert; man hat von vom Alaça Höyük24, wo eine Opferfeier vor einem auf hohem Podium stehen­
den Stücken auszugehen, die mit der konischen Göttermütze ausgestattet sind, den Stier dargestellt ist. Nun ist sicher, daB es sich bei dem Stier auf den Siegel­
und von daher die anderen Exemplare zu interpretieren. Treten Tiere in religiö­ bildern wie auf dem um Jahrhunderte jüngeren Orthostatenrelief nicht um das
sem Kontext auf, so spielen sie in Mesopotamien und Syrien gewöhnlich die Bild eines lebenden Tieres, sondern nur einer Statue handeln kann, die man als
Rolle von Tragern 15 oder Begleitern 16 der im übrigen anthropomorph darge­ ein in einem Heiligtum stehendes Kultbild zu verstehen hat. Welcher Gott da­
stellten Gottheit. Dieser Bildtypus, dessen Ursprung man gewöhnlich bei den mit gemeint ist, ist unbekannt; anı ehesten würde man an einen Wettergott"
,,Bergvölkern" 1 7 sucht, erhalt sich bis in die römische Zeit und verbreitet sich denken. Diese Identifikation lieBe sich wahrscheinlich machen, V.:�nn man die
mit dem Kult des Jupiter Dolichenus 18 über das gesamte Imperium. Darstellung des auf einem (menschengestaltigen) Berggott und eirıem leider
Doch zeigen sich neben diesem Hauptstrang altorientalischer Verbildli­ zerstörten zweiten Objekt (ebenfalls Berggott?) stehenden Stiers auf dem Fels­
chung der Gottheit auch Fragmente einer anderen Anschauung, die den Gott im relief von Hanyeri (Gezbeli) im Antitaurus2 5 und die des auf den beiden (hurri­
Tier, vornehmlich dem Wildstier 19, darstellt. Er begegnet so im Zusammen­ tischen) Berggöttern Namni und l:;lazzi26 stehenden Gottes 42 des Felsheilig­
hang mit Kultszenen in verschiedener Weise zu Beginn des 2. Jahrtausends auf tums von Yazılıkaya27 miteinander vergleichen dürfte. Letzterer ist nach der
,,kappadokischen" Rollsiegeln20: in einer Gruppe von Bildern21 steht ein Stier hieroglyphischen Beischrift der Wettergott des Himmels (ctw CAELUM)28, der
im Hintergrund der Adorationsszene vor einer menschengestaltigen Gottheit, mannliche Hauptgott des hethitischen Pantheions und Partner der itım gegen­
in einer zweilten22 sieht marı einen Stier oder eine antithetisch angeordnete über auf einem Löwen stehend abgebildeten Sonnengöttin von Arinna29 • 1 Die
hieroglyphische Beischrift identifiziert die stiergestaltige Gottheit von
kemis: WooLLEY-BARNETT 1952, Taf. B.54a; B.53a.b; B.63a; B.67a. Fragment einer Gattes­ Hanyeri jedoch mit dem ,,König des Gebirges, Sarruma" (REX MONS
statue aus Ğabbül: DussAUD 1926, Taf. 71 (= BossERT 1951a, Nr. 434 f.;ANEP Nr. 540). - dSARRUMA)30. 1 Für unsere Zwecke macht dies freilich keinen Unterschied und
Die auf Tieren stehenden GroBplastikeıı vam Tell ljaliif (YON ÜPPENHEIM 1931, Titelbild = es bleibt bei der These K. Bittels31 , daB ,,für den Beschauer ... in diesern' Fall
BossERT 195 la, Nr. 450) bleiben alsArchitekturtrager hier urıberücksichtigt.
12 Weihstele des Agypters Mami an B'r ıjpıı (= B'l şpn): SCHAEFFER 1931, Taf. 6 (= der Stier zweifellos der Gott selbst" sei. Der Befund stimmt zudem mit dem
SCHAEFFER 1939,Abb. 30;ANEP Nr. 485). Sagenannte El-Stele: ScHAEFFER 1937, Taf. 17
(= B0SSERT 1951a, Nr. 431;ANEP Nr. 493).
13 RowE 1930, Taf. 33; 1940, frantispiece (=ANEP Nr. 487;Ausschnitt: GALLING 1937, 23 DOUGLAS VAN BUREN 1945, 32 Arım. 7.
211 f.Abb. 2). 24 GALLING 1925, Taf. 15:8; MALTEN 1928, 110 Abb. 31; GARSTANG 1929, Taf. 29;
14 Beispiele bei V. MüLLER 1929, passiın; GRESSMANN 1927, Nr. 347; BosSERT 1951a, MooRTGAT 1932, Taf. LXXVII 1; GoETZE 1957, Taf. 9:16; BossERT 1942, Nr. 510;ANEP
Nr. 570.573-577.579-582.584 -594.606.610.61 l;ANEP Nr. 481-484.494-497 (Überschnei­ Nr. 616. Gesamtansicht des Opferzuges bei GARSTANG 1908, Taf. II; MO0RTGAr a.a.O., Taf.
dungerı!) LXXVII 2.
25
15 Siehe aben Anın. 10. BıTTEL-SCHNEIDER 1940, 561 f.Abb. 2; BossERT 1954a, 130Abb. ı und Taf. XXIV­
16 Z.B. Darstellungen des Jupiter Heliopolitanus (RONZEVALLE 1937/38, Titelbild u. Taf. XXVI.
II.III 3.IIIbis). 26 Namni vgl. ALBRIGHT 1950, 2 Arım. 4 (= Amaııus?). Jjazzi ist der Berg Şpn bei
_zuder
17 DEMIRCIOGLU 1939, 15 ff. Ugarıt, spatere Mons Casius (GoETZE 1940; das die Ideııtifizierurıg begrürıdende Text­
18 Materialzusammenstellurıgerı bei KAN 1943 (Erganzungen dazu: NoLL 1951; BossERT material findet man bequem bei VıROLLEAUD 1940, 124 ff.).
27
1953c mit Taf. XXX f.); MERLAT 1951; vgl. DEMIRCIOGLU 1939, Taf. III f. Zalılung nach den inAnın. 8 geııannteıı Publikatiorıen. Leicht zuganglicheAbbildun­
19 Die folgenderı Erörterungen erstreberı keine Vollstaııdigkeit; so verzichte ich auf das gen der Szeııe: GRESSMANN 1927, Nr. 338; BosSERT 1942, Nr. 535.
sparliche mesopatamische Material (siehe oben Anın. 7). Die umfangreiche Monographie � LAROCHE 1952, 116.
29 Die
varı L. Malterı (MALTEN 1928) ist zur Erganzung der Dokumerıtatiorı stets zu vergleicherı. lıieroglyphische Beischrift ııennt allerdiııgs den Namen der hurritischen Sonnen­
Mit Eirızelheiten der Deutuııgen Malterıs karın ich mich freilich nicht immer iderıtifiziererı. göttin Jjebat (BossERT 1933, 85); gemeint ist aber sicher die Sonııerıgöttin vonArinııa. Die
20 Dazu TOSUN 1945a, Teil III; vgl. TOSUN 1945b; GÜTERBOCK 1945-51, 132 f. Identifikation isi ausgesprocherı im Eingarıg des Gebets der Königin Puduheba Gemahlin
21 Belege bei DouGLAS VAN BuREN 1945, 32 Arım. 5; erganzend dazu etwa PoRADA­ !Jattusilis III., KUB XXI 27 (Übersetzung inANET 393). Zur iızterpretatio hurritica in den
BucHANAN 1948, Taf. CXXVII 848; CXXIX 856-859; CXXX 862E; CXXXIV 888- Reliefs van Yazılıkaya vgl. K. Bitte! bei BITTEL-NAUMANN-ÜTTO 1941, 91; GüTERBOCK
890.899; CXXXV 895; CoNTENAu 1922, Taf. II 5. 1943a, 269 ff., urıd var ailem LAROCHE 1952, 121 f.
22 DouGLAS
VAN BUREN 1945, 32Aıım. 8; PORADA-BUCHANAN 1948, Taf. CXXIX 861; 30
BossERr 1954a. Zu Sarrurna vgl. BossERT 1953d, 295 ff.
31
C0NTENAU 1922, Taf. Il 6. K. Bitte! bei BITTEL-SCHNEIDER 1940, 564; vgl. GÜTERBOCK 1943a, 309.
50 Gott uııd Stier: Bemerkwıgeıı zu einer Terrakotte aus Yafa [99/100] [100/101] Gott und Stier: Bemerkuııgen zu einer Terrakotte aus Yafa 51
überein, was sich aus einer Reihe von hethitischen Keilschrifttexten32 ergibt, Ein stiergestaltiges Kultbild besitzt der Wettergott von Mamnanta, dessen
die so etwas wie Beschreibungen von Kultbildern verschiedener Götter bieten. Tempelinventar in dem Text KBo II 13,21-24 aufgeführt wird (Statuen des
Sie stammen, wie es scheint, aus dem hethitischen Neuen Reich, der letzten Gottes und seiner ıhoi avvvaoı)40:
Phase des GroBreichs von ijattusa, die mit dem ,,Seevölker"-Einfall des
,,Stadt Mamnanta:
12. Jahrhunderts ein Ende fand. Einer dieser Texte (KBo II 1) mag sogar eine
Wettergott: einen Stier aus Eisen;
Kultusreform reflektieren, die H.G. Güterbock33 unter Tudgalja IV. ansetzt.
B erg Arnuwandas: eine K eule, darauf die Statu e aus Eisen
Hier begegnen verschiedene Arten von Kultobjekten nebeneinander, ohne daB wird man anfertigen.
man eine zeitliche Aufeinanderfolge erschlieBen könnte: buwasi-Steine, bibru­ B erg tiarranassas: eine K eule, darauf die Statu e aus Eisen;
GefüBe, tauro- und anthropomorphe Rundbilder. Unter den bibru-GefüBen hat WeiB er B erg: ein e K eul e , darauf di e Statu e aus Eis en
man sich wohl Rhyta vorzustellen34 , die t?uwasi-Steine entziehen sich jedoch wird man aııfertig en.
vorlaufig noch einer schlüssigen Deutung. Man hat etwa an Baityle oder auch FluB Sigasigas: di e Statu e eines Madch eııs;
an Masseben gedacht35; daf3 sie auBerhalb des Tempels stehen konnten, zeigen Brunnen, Dupsas, Brunn en Kummajannis, Gött erqu el! e, Quelle tı:asg.ana[ris],
Texte, die erzahlen, daB die Götterbilder zu ihnen hinausgebracht wurden36. Quelle tialwannas: Statuen von Madch en aus Eisen
Wir können die huwasi-Steine aus unseren weiteren Erörterungen ausschlie­ wird er (scil. der König) anfertigen lassen".
I
Ben, da sie mit ;nserem Problem nicht direkt zu tun haben. leh gebe hier eini­ I
Ahnlich ist der Wettergott von Maras in einem verzinnten Stier verbildlicht;
ge charakteristische Texte37• die Reform schafft einen silbernen Stier und eine menschengestaltige Statue
Die Beschreibung des Kultbildes des ,,Wettergotts des Himmels" stimmt fast (KBo II 1 ı 28 ff.)41:
völlig mit der Darstellung des Gottes 42 von Yazılıkaya, die oben zu erwahnen
,,Wettergott von Maras: 1 Stier, mit Zinna überzogen, st eh end(?)h; 1 Keule aus Bron­
war, überein; Bo 2383 (v. BRANDENSTEIN Text 1), n 8-13 lautet38:
ze, 1 SchwertC , 1 UD.ZAL.LI-Sternd , [ ...] 10(?) Stab e, 1 waksur-GefüB, 1 Opferpfan­
,,Wett ergott d es Himmels: Statu e eines Mann es, goldbelegt, sitz end, in d er r echten n ee, mit Silb er üb erzogen, 2(?) Stabe, 3fach(?)f mit Silb er üb erzogen ... von früh er
Hand halt er eine K eul e, in d er !ink en Hand halt er das , Heil '(-symbol) aus Gold, auf h er ..." (folg en w eitere Aufzahlungen, darunt er - wie eben in KBo II 13,21 ff. -
2 Bergen, Mannesbild ern, silb erbelegt, st elı end, unt er ilım ein Sockel aus Silber, auch von Bild ern d er {}wi avvvaoı, abgeschlossen mit annalan, ,,von früh er her",
2 bibrü aus Silb er, s ein e 2 F est e im Spat- und Frühjahr ..." darın di e Stiftungen d es GroBkönigs, vor ailem ,,1 Stier aus Silber ... 1 Statu e eines
Mannes, st ehend ..." [Z. 34. 36], und Opferbestimmung en).
Ein stiergestaltiges Rhyton als Bild hat der Wettergott von Kunkunija, v.
BRANDENSTEIN Text 2 I 29-3539: Wird man in diesem Falle die Ersetzung des alten Kultbilds durch ein bzw.
zwei neue annehmen dürfen, so ist das zweifelhaft im Falle des Wettergottes
,,Stadt Kunkunija: d er ,g ewaltige Wett ergott'. Das Gött erbild ist ein Rinder-bibru
aus Holz, silb erbel egt, st eh end (?), in Hölı e von 1 Kleinelle, unter ihm ein Sock el, von Wattarwa (KBo II 1 ıı 21 ff.), in dem man eher zu der Vermutung neigt, daB
silb erb elegt ... " (folgt Aufzalılung w eit er er G eg enstand e). der anthropomorphen Gottesstatue ein eiserner Stier hinzugefügt wurde42 :

32 voN B RANDENSTEIN 1943; vgl. auch die weiterführende Rezension von H.G. Güter­

bock (GÜTERBOCK 1946b). 40 Transkription und freie Übersetzung bei B ossERT 1944, 68 f. Die Textg estaltung folgt
33 GÜTERBOCK 1946b, 489.
B ossert, v ersucht jedoch den aufzahlenden Charakter des hethitischen Originals festzuhal­
34 Zur Herleitung des Wortes siehe AHw 125 s. v. (vgl. MSL III, 134: 16). Zusammenstel­
ten. Die Zeileneinteilung gibt die Struktur des Abschnitts, nicht die Originalzcilen an.
lung des hethitischen Materials bei EHELOLF 1939, 71 ff.; zur Interpretation siehe VON 41 Transkription und Übersetzung bei HROZNY 1919, 1 ff. Ich weiche in folg enden Punk­
BRANDENSTEIN 1943, 23 f. -Rest eines Stierrhytons vielleicht der von ÖzGüÇ 1956 behan­ ten von Hroznys Lesungen und Übersetzungen ab: (a) AN.NA = akk. aıı(ıı)aku(m) = ,,Zinn",
delte Stierkopf aus Tok.at. nicht ,,B lei"; siehe B . Landsberger b ei PRZEWORSKI 1939, 102 mit Arım. 25; GüTERBOCK
35 Vgl. GOETZE 1957, 168 mit Anın. 3.
36 Nach GOETZE 1957, 168 mit Anın. 4; vgl. schon FORRER 1921, 38. 1943b, 149 f.; 1946b, 486; LJESS0E 1959, KRIKORIAN 1960. Nach AHw 49b, sindjedoch beide
B edeutungen möglich. -(b) Siehe Anın. 39 zu Nl.KI.GUB. -(c) urnctuGIR nach YON B RANDEN­
37 Katalog der Texte, die ein tauromorphes Kultbild voraussetzen, bei GürERBOCK
STEIN 1943, 53 z. St.; Hrozny Jiest wenig er sicher BANSUR ,,Tisch" o.a. -(d) So LAROCHE
1946b, 489 f. 1954a, 219. -(e) KAPPUİstAkkadogramm. -(f) Vgl. VON B RANDENSTEIN 1943, Text 2 I 34 f.
(] sifo-wa-tar 2 AS-RU KU.BABBAR GAR.RA 3 9i'GIDRI DINGIR-LIM SU-as AS-RU KU.BABBAR
38 Nach von B randenstein mit sachlich unerblichen Modifikationen. Für gi'battala- (Z. 9)

setze ich mit GÜTERBOCK 1946b, 485, einfach ,,Keule" (= gisTUKUL). GAR.RA), und die B emerkungen ebd., 53, und bei SOMMER 1932, 61 Anın. 6.
39 Wie Anın. 38. In z. 30 ist Nİ.KI.GUB mit YON B RANDENSTEIN 1943, 48, und GüTER­ 42 Wie Anın. 41. Abw eichung en von Hrozny: (a) na4 zl.KIN = bııwasi-Stein. -(b) Vgl. zur
BOCK 1946b, 486, gegen J. Friedrich und F. Sommer bei voN B RANDENSTEIN a.a.O., 48 Übersetzung von se-kdn GüTERBOCK 1943b, 151; F RIEDRICH 1952, 189" (Lit.). - (c) Zu
(,,G estell"), durch ,,stehend" (= GUB) wiederg eg eben; eine Entscheidung der Frage wage ich gurzipaıı vgl. VON B RANDENSTEIN 1943, 63 Anın. l ; SPEISER 1950, 48 f. (d) Ungedeutet
nicht. (m etallenes GeföB oder Gerat. Hethitische Schreibung von bab. biıısu AHw 347" ?).
52 Gott und Stier: Beınerkuııgen zu eiııer Terrakotte aus Yafa (101/102] [102-104] Gott uııd Stier: Bemerkuııgen zu eiııer Terrakotte aus Yafa 53
,,Wettergott von Wattarwa: 1 bııwasi-Steina, 1 Statue eines Mannes, mit Zinn belegt, Man wird sich hier fragen, ob die Bezeichnung ,,Stier" bloBe Metapher zur Ver­
[(von?) l] 1/ı Zollb, helm(?)tragendc; in der rechten Hand halt er eine Keule, in der anschaulichung der unwiderstehlichen Kraft und Machtigkeit der Gottheit sein
!inken halt er ein JJI-EN-zu0; von früher her. 1 Stier aus Eisen, von 1 Zoll, hat Meine soll, wie ja tod- und verderbenbringende Gewalt vom altorientalischen Men­
Sonne gemacht ... " (folgen Opferbestimmungen). schen auch an anderen I Stellen unter dem Bilde, des rıınu/r;:J'?ın beschrieben
Reste solcher tauromorpher Kultbilder scheinen sich übrigens in Boğazköy wird52, oder ob hier nicht - worauf J. Hempel einmal hingewiesen hat53 - Remi­
gefunden zu haben43 . niszenzen an eine ursprüngliche göttliche Verehrung des wilden Stieres vorlie­
In diesem Nebeneinander der verschiedenen Bilder des Göttlichen zeigt sich gen. DaB die so benannten Götter gleichzeitig menscherıgestaltig vorgestellt
deutlich das Gewordene solcher Tempeleinrichtungen, zugleich aber noch ein wurden, bedarf keines Beweises. Das trifft auch für den ugaritischen Baal zu,
Zweites: es ist unmöglich, im Sinne einer religionslgeschichtlichen Evolutions­ der in einem teilweise undurchsichtigen Text, der in irgendeinem noch nicht
theorie etwa eine Entwicklung von den ,,fetischhaften" (?)44 buwasi-Steinen naher bestimmbaren Verhaltnis zum Baal-'Anat-Zyklus steht, seiner Schwester
über die Rhyta und die Tierbilder zur anthropomorphen Darstellung des Gottes 'Anat in Stiergestalt naht54. 1st hier die Metamorphose des sonst immer anthro­
als der höchsten Stufe aufzuzeigen; vielmehr stehen alle diese ,,Stufen" - zeit­ pomorph gedachten Gottes von Skopus des Textes, der Geburt zweier göttlicher
lich und raumlich - nebeneinander. Einen zusatzlichen Beweis für das Fehlen Kalber, her zu verstehen? DaB in einem anderen Text Baal in der Unterwelt
einer so gearteten Evolution liefert der eben zitierte Reformbericht über den auch mit einer Farse ('git) verkehrt55, könnte eine These vom stiergestaltigen
Tempel des Wettergottes von Wattarwa. Baal in gewisser Weise stützen; doclı scheint er gerade hier seine Menschen­
Ahnliches wird man auch für Syrien behaupten dürfen, wenngleich dort die gestalt nicht abzulegen.
Zeugnisse dünn gesat sind. leh beschrarıke mich wiederum ganz auf etwaige Im 10. Jahrhundert begegnen uns im israelitischen Nordreich die schon er­
Belege für stiergestaltige Gottheiten. Für das 15./14. Jahrhundert darf man zu­ wahnten Stierbilder des Königs Jerobeam L, über deren Deutung als Postament­
nachst auf ein kleines ,,penderıtif' aus Ras es-Samra 45 verweisen, das eine tiere des darüber unsichtbar stehend vorgestellten Gottes heute im allgemeinen
Göttertrias darzustellen scheint; zwischerı zwei an ihren hohen konischen Müt­ Übereinstimmung besteht56. In der Tat wird man diese Interpretation ange­
zen erkenrıbaren hethitischen Gottheiten steht in gleicher Haltung, wiejene mit sichts des oben erwahnten mesopotamischen, hethitischen und nordsyrischen
dem bekannten Krummstab als Hoheitszeichen46 ausgerüstet, ein Stiermensch, Materials als Möglichkeit anerkennen müssen, insbesondere, weil man dann
der ebenfalls ein göttliches Wesen sein mul3. Deutet die Art der Darstellung statuieren karın: ,,Es ist von Jerobeam . . . eine Parallele (scil. zur Lade des
von vornherein auf Kleinasien, so darf man vielleicht zum Vergleich an die als Jerusalemer Tempels als Thronsitz Jahwes) bis ins kleinste hinein beabsich­
,,Atlanten" fungierenden Götter 28 und 29 von Yazılıkaya47 erinnern, die man tigt"57; doch ist damit noch nichtjeder Zweifel beseitigt. Denn ganz abgesehen
kaum mit E. Laroche48 für die den hurritischen Wettergott begleitenden Stiere davon, daB diese Erklarung in den Texten (1 Kön. 12, 1 26 ff.; Ex. 32) keine
Ijurri und Serri49 halten garf. Andererseits wird in den alphabetischen Keil­ positive Stütze hat, sondern auf freien Vermutungen beruht, verbietet bei ge­
schrifttexten von Ras es-Saınra der Gott El, der oberste Gott des ugaritischen nauem Zusehen die Vorstellungsformel ,,Siehe, das sind deine Götter, Israel,
Pantheons, haufig als Jr (Jöru) ,,Stier"50 bezeichnet; dieses Epitheton teilt er die dich aus dem Lande A.gypten heraufgeführt haben" (1. Kön. 12, 28; vgl. Ex.
auch mit anderen Göttern, etwa mit Ea, Enlil, Ninurta, Adad, Nergal und der 32,4.8) jeden Versuch, eine reinliche Scheidung zwischen dem ,,Kalb" und
Göttin (!)imini, die in akkadischen Texten rıınu ,,Wildstier"5 1 genannt werden. dem Gott lsraels ,,von A.gypten her"5 8 durchzuführen. Es kannja nicht zweifel-

43 GüTERBOCK 1943a, 309 mit Anın. 42 (siehe auch oben Anın. 34). 52 Vgl. etwa Num. 23,22; 24,8, wo das Bild (ra'?ın) auf Israel angewandt ist (ALBRIGHT
+ı So GüTERBOCK 1946b, 489. 1944, 215 Anın. 47; weitere Beispiele bei KITTEL 1959, 55), und die Darstellung des siegrei­
45 SCHAEFFER 1937, Taf. 18 (= BosSERT 1951a, Nr. 603 f.; SCHAEFFER 1956, 94 f. mit chen Königs als Stier auf den Prunkschıninktafeln der agyptischen Frülızeit (ANEP Nr. 29 lf.
Abb. 113 f.). 297).
46 Zum Lituus siehe ALP 1947. 53 HEMPEL 1939.
47 BITTEL-NAUMANN-ÜTTO 1941, Taf. 14:1.3. 54 IV AB (UM 76; CTA 76; KTU 1.10) u, besonders Z. 28 (wt'n drb).
48 LAR0CHE 1952, 120. 55 I* AB (UM 67; CTA 5; KTU 1.5) v 18 ff.; vgl. H. BAUER 1935, 56. Zu Baals Stiematur
49 Zu ijurri und Serri, den Begleitem des hurritischen Wettergotts Tessub, vgl. MALTEN
vgl. auclı die kurzen Bemerkungen von BAUMGARTNER 1947, 94.
1928, 107 ff.; FRIEDRICH 1943, 75 Anın. 4. 56 ALT 1925b, 148; ÜBBINK 1929, 267 ff.; GALLING 1937, 202 ff.; ALBRIGHT 1938;
so Belege bei G0RD0N 1955, § 20.2015; vgl. DusSAUD 1938, 150.156 f.; POPE 1955, 35 ff.
HEMPEL 1953, 31; 1957, 7 f.; DuMERMUTH 1958, 83 mit Anın. 115 (beachte den Wider­
51 TALLQVIST 1938, 165 f. Der Gott Dursar-ra (vgl. zu ihın SCHROEDER 1915/16; TALL­ spruch zu 85 Anın. 126); M. N0TH 1959a, 203. Dagegen BAUMGARTNER 1947, 93 f. Abwei­
QVIST 1938, 284) wird gu4-ga/-lum ,,groBer Stier" genannt (TALLQVIST 1938, 73); zu Hadad­ clıend die Deutung der Stierbilder als Kultstandarten bei EıssFELDT 1940/41.
Raınınan vgl. ÜBBINK 1929, 269. Auch Ningal (Nikkal), Ninlil (Mullissu), Istar, Ninsun 57 DUMERMUTH 1958, 83.
heiBen rTmtu ,,Wildkulı" (TALLQVIST 1938, 166). 58
Hos. 13,4.
54 Gott und Stier: Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa [104/105] [105/106] Gott und Stier: Bemerkungeıı zu eiııer Terrakotte aus Yafa 55
haft sein, daB die Formel in ihrem ursprünglichen Wortlaut singularisch gewe­ die zumindest seit H. Th. Obbink mehrfach 66 geauBerte Meinung, daB die
sen ist und ,,Siehe, das ist dein Gott, lsrael, der dich aus dem Lande A.gypten ,,Volksreligion" zwischen dem ,,Piedestal" und dem Gotte nicht immer recht
heraufgeführt hat" gelautet haben muB, daB die pluralische Fassung also wohl unterschieden habe, dahingehend modifizieren, daB auch die ,,offizielle Theo­
der deuteronomistischen Bearbeitung (oder noch spaterer Umgestaltung) des logie" des Nordreiches sich dieser ,,Grenzverwischung" schuldig gemacht
Stoffes verdankt wird, die die mit der Doppeldeutigkeit der Gottesbezeichnung habe; sie steht darin, wie wir noch sehen werden, innerhalb des Alten Orients
'elöhım (Singular und Plural) gegebene Gelegenheit zu polemischer Um­ nicht allein. Es zeigt sich nun allerdings, daB das Alte Testament, wenn wir die
biegung des eigentlichen Sinnes nicht ungenutzt lieB und so aus der doch vor hier zur Debatte stehenden Stellen einmal ausnehmen, kaum Spuren einer
allem politisch zu verstehenden MaBnahme59 des Königs einen verdammens­ theriomophen Vorstellung von Jahwe aufbewahrt hat; denn die Bezeichnung
würdigen Abfall in den Polytheismus und Naturenthusiasmus Kanaans mach­ des Gottes als ,,Löwe" oder ,,Adler" etwa ist kaum anders als metaphorisch zu
te. Der Beweis für diese Behauptung ist oft geführt worden; er beruht auf zwei verstehen67, und der 'abfr Ya'aqöb, sollte er einmal als ,,Stier Jakobs" der Gott
Beobachtungen. Zunachst ist die pluralische Vorstellungsformel Ex. 32 gegen­ des ,,vormosaischen" Starnmes Joseph gewesen sein, hat sich im Alten Testa­
über dem einen Stierbild nicht anı Platze und somit als tendenziös umgestaltet ment eine weitgehende Spiritualisierung gefallen lassen müssen68• Will man
erwiesen; andererseits gehört sie eng zusammen mit der wohl in der kultischen nicht annehmen, daB eine spatere Zeit aus theologischen Gründen alle Remi­
Theophanie verwurzelten Selbstvorstellung Jahwes als des Gottes, der sich im niszenzen an Jahwes Tiergestalt getilgt hatte, so bleibt nur die Auskunft, die
Auszug aus A.gypten unter groBen Wundertaten als der Gott Israel erwiesen zudem durch die zahlreichen Anthropornorphisrnen und Anthropopathismen
hat60; man vergleiche etwa den Eingang des Dekalogs (Ex. 20,2; Dtn. 5,6). der Texte gestützt wird, daB man sich für gewöhnlich Jahwe menschengestaltig
Damit ist zugleich eine andere Interpretationsmöglichkeit, die sich hier anbie­ gedacht hat, was bisher rechtens auch niemand bezweifelt hat. Einen abstrakten
ten könnte, ausgeschaltet, daB es sich namlich um die Einführung eines Gottesbegriff, der von der Leibhaftigkeit der Gottheit absehen konnte, kannte
Fremdkultes -- etwa der Baalsverehrung - handeln könnte61 , wenngleich der der Alte Orient nicht.
König mit den Jungstierbildern sicherlich Motive der kanaanaischen Religion, Nun muB die Verbindungslinie zu den oben besprochenen hethiltischen Ver­
ja vielleicht sogar kultische Traditionen der beiden (?) Heiligtümer aufnahm. haltnissen gezogen werden. Wie dort Menschen- und Stiergestalt der Götter im
Es stellt sich hier erneut also die viel verhandelte Frage des Jahwebildes. Nun Kultbild, vielleicht auch in der Vorstelluııg nebeııeinanderstanden, wie dort also
hat es, soweit wir sehen, nicht den Anschein, als sei der J ahwekult von Anfang der Wettergott des Hirnrnels in Yazılıkaya anthropomorph, Sarruma in Hanyeri
an prinzipiell bildlos gewesen; denn das zweite Gebot (Ex. 20,4; Dtn. 5,8) rich­ tauromorph dargestellt werden konnte, so kann es auch in dem kaııaanisieren­
tet seine I Spitze doch, wie W. Zimmerli überzeugend dargelegt hat62, zumin­ den Jahwe-Staatskultus des Nordreiches gewesen sein, um so mehr, weıın man
dest ursprünglich gerade gegen Jahwebilder, nicht gegen bildliche Darstellun­ - wie oben bemerkt - annimmt, daB Jerobeam mit seinen Stierbildern kana­
gen der im ersten Gebot von vorneherein abgelehnten heidnischen Götter. Und anaische Heiligtumstraditionen aufgenommen habe. Gegenüber der berechtig­
wenn nun, wie man beobachtet hat63 , in den Jahwegleichnissen der Propheten ten Frage, wie man sich denn deren Zusammenhang mit den relativ fernliegeıı­
der Stier im Gegensatz etwa zum Löwen völlig in den Hintergrund tritt, so ist den Wettergottdarstellungeıı des hethitischen Neuen Reiches vorzustellen habe,
dieses Schweigen ebenso beredt wie die scharfe Polemik des Hosea gegen den mag immerhin daran erinnert werden, da/3 der Gottesname 'abfr Ya'aqöb hypo­
Kult in Bethel und das ,,Kalb" des ,,Baal" in ,,Samarien"64, die ja sogar kulti­ thetisch als ,,Stier Jakobs" verstanden werden kann, da/3 das Alte Testament
sche Verehrung des Stierbildes durch Opfer und KuB bezeugt65• leh möchte nun auf3erdem von der Gegenwart hethitischer Gruppen in Palastina bis hinab nach
Jerusalem und Hebron wei/369, und da/3 sich noch in römischer Zeit in Syrien

V gl. M. Norn 1959b, 212 f., und HEMPEL 1957, 7 f.


59 66 ÜBBINK 1929, 269; HEMPEL 1953, 21.
60 V gl. zur Selbstvorstellungsformel ZIMMERLI 1953a; zusaınmenfassend auclı ZIMMERLI 67
HEMPEL 1924, 88 ff.
1954, 58 ff. 68 Die Auffassung des Gottesnamens 'abTr Ya'a öb als ,,Stier Jakobs" ist von VAWTER
q
61 An agyptisclıen Ursprung der Stierbilder Jerobeaıns I. denk! etwa PFEIFFER 1926,
1955. 11, und DUMERMUTH 1958, 85 f., erneut erwogen worden, naclıdem A. Alt siclı 1929
215 ff.; völlig Verfelıltes über die Herleitung des ,,goldenden Kalbes" von Ex. 32 bei HEL­ mit Vorbelıalı dagegen ausgesprochen hatte (ALT 1929, 26 f. = 1953, 24 f.). Zur ,,Spiritua­
LING 1947, 114 ff. lisierung" vgl. VAWTER a.a.O. und DUMERMUTH a.a.O.. Anın. 132.
62
ZIMMERLI 1950. 69 Hebron: Gen. 23; 25,9 f.; 49.29-32; 50,12 f.; Jerusalem: Ez. 16,3.45 und die Erwah­
63 HEMPEL 1924, 101.
nurıgen des in Jerusalem wolınenden ,,Hethiters Uria" (2 Sam. 11,3.6.17.21: 12,9 f.; 23,39;
64 Naclı ALT 1954, 56 Anın. 1 = 1959, 295 Anın. 2 (vgl. DUMERMUTH 1958, 84 Anın.
1 Kön 15,5; 1 Chr. 11 ,41). der allerdings wohl einen lıurritischen Namen führt (FEILER 1939,
120), ist das ,,Kalb von Saınarien" sekundare Bildung naclı den ,,Kalbern" von Bethel und 219); ihre Wohnsitze allgemeiner auf dem ,,Gebirge" Num. 13,29; Jos. 11,3. ln den stereoty­
Dan; sollte dies zutreffen, so sclıiede Hos. 8,4 ff. als Priınarquelle aus. pen Aufzahlurıgen paltistinischer V ölk.erschaften werden sie regelınaBig aufgefülırt (Ex.
65 Hos. 4,8 ff.; 13,2.
3,8.17; 13,5; 23,23.28; 33,2; 34.11; Dtn. 7.1; 20, 17: Jos. 3, 1 O; 9,1; 12,8; 24, 11; 1 Kön. 9,20;
56 Gott uııd Stier: Beınerkuııgeıı zıı einer Terrakotte aııs Yafa [106/107] [107/108] Gott ımd Stier: Bemerkuııgeıı zu eiııer Terrakotte aııs Yafa 57
Spuren tauromorpher Gottesdarstellung finden • Erwahnt seien hier nur die
70
dem zunachst auffallt, daB man aite Kultgegenstande der Hauptstadt ljattusa,
beiden Stelen aus Tafas (ljirbet/I'ell el-Ascarı) urıd c,4 was im lfauriin71 , in de­ die man durch neue ersetzte, zur Weiterverwendung in die Provinz schickte,
ren Bildtypus wie wohl auch in den dahinter stehenden religiösen Vorstellun­ wo sie darın in den Dienst dort beheimateter anderer Gottheiten gestellt wur­
gen alte, vielleicht aramaische72 Traditionen nachwirken. DaB der auf ihnen so den. Für unsere oben angestellten Erörterungen ist interessant, daB der aite
merkwürdig dargestellte Stier oder Stiermensch ein göttliches Wesen bedeuten Kultschild (kursa-) der Schutzgottheit (dLAMA) von ijatenzuwa bei der Umbe­
soll, ist kaurn zu bezweifeln. Nimmt man hinzu, daB das Kultlbild nicht eigent­ nennung einmal (Kolophon Z. 3 f.) den Namen ,,Schild der Schutzgottheit von
lich, wie es etwa das spatere Judentum73 und teilweise auch der Islam74 in der Zapatiskuwa" erhalt, das andere Mal (Haupttext ı 23-26) aber einfach als
Polemik gegen die ,,Götzen" ausgesprochen hat, mit dem Gott, den es ,,Schutzgottheit von Zapatiskuwa" bezeichnet wird78. Will man Götter vernich­
,,darstellte", identifiziert werden konrıte, sondern die wirkungskraftige Gegen­ ten oder ihre Herrschaft beenden, zerstört man ihnen Statue und Tempel79 • 1
wart der Gottheit anı heiligen Ort sichern und bezeugen sollte75 , so ergibt sich Wenn Götter eroberter Stadte und Lander in die Gefangenschaft geführt wer­
daraus, daB die von uns vorlaufig als Identitatsaussage interpretierte Vor­ den, schleppt man ibre Statuen aus den Tempeln davon80. Werden friedliche
stellungsformel vielmehr im Sinne der Reprasentanz zu deuten ist. Es besteht Kultübertragungen vorgenomrnen, so führt man das Kultbild oder Symbol der
also zwischen dem Gott und dem Bild für den Kultteilnehmer und für die betreffenden Gottheit an ihren nenen Kultort81 • Bei lbn al-KalbI findet sich
,,Theologie" nicht eine materiale, sondern eine ,,mystische"76 Identitat. Eine ahnliches aus der Zeit der ğahitiya, des vorislamischen arabischen Heiden­
genaue Unterscheidung wird sich im einzelnen nicht durchführen lassen, da tums, so über die Göttin al-Lat82 :
Reprasentanz und Identitat auch in Dokumenten der ,,offiziellen" Religion im
ganzen Alten Orient nicht streng auseinandergehalten werden; hier liegt übri­ ,,AI-Uit war ein viereckiger Felsblock, bei dem ein Jude Grütze zu zerstoBen pflegte",
gens die Berechtigung der a!ttestamentlichen und islamischen Polemik gegen ahnlich von Hubal, dem Hauptgott der mekkanischen Kaaba83:
die Götterbilder als machtlose Götter aus Holz und Stein. Aus dieser ,,Grenz­ ,,Soviel ich gehört habe, war Hubal von rotem Karneol, in Menschengestalt, mit ei­
verwischung" erklart sich z.B. die verschiedene Formulierung desselben Tat­ ner zerbrochenen Rechten. Die Qurais hatten ihn dergestalt bekommen; aber sie ver­
bestandes in einem von H. Otten77 als ,,Ritual bei Erneuerung von Kult­ fertigten ilım nun eine Hand aus Gold."
symbolen hethitischer Schutzgottheiten" in Umschrift und Übersetzung
teilweise veröffentlichten Text aus Boğazköy (Bo 2393 + Bo 5138 V s. ı), an DaB das Konzept der Reprasentanz sich nicht allein auf Götterbilder bezog,
ergibt sich aus der Verwendung von Tonfiguren der Feinde im agyptischen
Achtungsritual der 12. Dynastie84 und ahnlich bei babylonischen Beschwörun­
2 Chr. 8,7; Es. 9,1.8). Die Meinung, Israel habe die Bezeichnung ,,Hethiter" für einen Teil
der vorisraelitischen Bevölkerung Kaııaans aus dem ihm im Exil bekanntgewordeııen baby­ gen etwa der Serie Maqlu85 und verwandter Texte.
lonischen Namen mat ljatti (vgl. 'ereş Hazıittiın Jos. 1,4; Ri. 1,26) für Syrien-Palastina lıer­
ausgesponnen (vgl. etwa M. Norn 1957b, 67; BITTEL 1959, 301), halte ich für fraglich, wenn
maıı an Angabeıı wie Num. 13,29; Jos. 11,3 und die ethnische Buııtheit der stadtischen Ober­
schichten in der Amarnazeit denkt. 78 Dazu ÜTTEN a.a.O., 358.
7o Vgl. SEYRIG 1959, 43 ff.
71 Publiziert von RoNZEVALLE 1937 /38, Taf. XIV bis 5,1 f. und S. 52 Abb. 12. Die Stele
79 Vgl. die Inschrift des Xerxes aus Persepolis ANET 317b oben, und aus der Frühzeit des
lslam Ibn al-Kalbı(Anm. 74) 15.17-16,12 (Übersetzung: KLINKE-ROSENBERGER 1941, 42 f.)
aus Tafiıs auch bei ABDULHAK-ABDULHAK 1951, Taf. 30:1; GALLING 1953, Taf. 6; SEYRIG und die bei KLINKE-ROSENBERGER a.a.O., 103 f. Anm. 182, zitieıte Paralleltradition.
1959, Taf. IX 4. 80 Vgl. etwa ANET 308 f. (Stele des Naboııid, I), und die bekannte Darstellung einer sol­
72 GALLING I 953, 186 f. Die Rosette zwischen den Hörnern des Stiers hat mit den von chen Wegführung aus Nimrüd (Tiglathpileser III.), GRESSMANN 1927, Nr. 336; ANEP Nr.
Galling genannten agyptischen bzw. agyptisierenden Parallelen nichts zu tun; sie dürfte nord­ 538.
syrischerı Ursprungs sein. Vgl. z.B. CüNTENAU 1922, Taf. XXIX 200 = YON DER ÜSTEN 81
So den Steiıı des Helios von Emesa, als Kaiser Antoninus (Elagabalus) seinen Kult in
1934, Taf. XXIV 359. Rom einführte; dazu ALTHEIM 1957, 41 ff. - Kultreisen der (Statue der) Istar von Nirıeve
73 Jer. 10,3-9; Ps. 115,4-8: 135,15-18; Jes. 40,18-20; 41,6 f.; 44,9-20; 46,5-7; Sap.
nach Agypten werden im Amarnabrief 23,13-24 (Übersetzurıg von E.L. Rapp bei GALLING
13,10-14; 15,6-13.14-17; Ep.Jer. 7 ff.; Bel et Draco. 1950, 20 Nr. 4) erwahnt.
14 Ibn al-Kalbı (Hisam b. MuJ:ıammad b. as-Sa'ib b. Bisr al-KalbI), Kitab a/-aşııaııı 82 10,4 f.; Übersetzung nach KL!NKE-ROSENBERGER 1941, 37.
25,6 ff.; 32,1 ff.; Übersetzung bei KuNKE-ROSENBERGER 1941, 51.57. 83 17,10 f.; Übersetzung nach KLINKE-ROSENBERGER 1941, 43.
75 BERNHARDT 1956, 28 ff.66 ff. Zum Begriff der ,,Reprasentanz" siehe HEMPEL 1957, 84 Die auf den zerschmetterteıı Tongefal3en und -figurerı angebrachten ,,Achtungstexte"
30 f. sind publiziert von SETHE 1926 und PosENER 1940.
76 Der Ausdnıck ,,mystisch" bei HEMPEL a.a.O., hier mangels eirıes bessererı übernom­ 85 Letzte Bearbeiturıg: MEIER 1937; neue Maq/ıı-Tafeln: STT I 78-83. Vgl. auch den ver­
men. Bernhardt beschreibt denselben Zusammenharıg mit Hilfe animistischer Vorstellungeıı wandten Text bei UNGNAD 1943, zuletzt bearbeitet (mit dem vollstandigen Material) von
(BERNHARDT 1956, 17 ff.). LAMBERT 1958. - Das reiche volkskundliche Material zum Figurenzauber kann hier nicht
77 ÜTTEN 1959. notiert werden.
58 Gott und Stier: Bemerkungeıı zu eiııer Terrakotte aus Ya.fa [108-110] [110/111] Gott uııd Stier: Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa 59

Aus all dem ist nun für die Beurteilung unserer ,,Baal" -Terrakotte der SchluB bezeichneten aufgerichteten Steinen oder Stelenreihen95 , die sich gelegentlich
zu ziehen, daB die Deutung Vincents von dem religionsgeschichtlichen Ver­ in Syrien-Palastina finden; auch hier wird man, soweit möglich, den ,,Sitz im
gleichsmaterial her auch heute noch aufrechterhallten werden karın. Die stier­ Leben" unter Verzicht auf vorschnelle Urteile zu ermitteln haben. So ist auch
gestaltige Figurine ware somit u.U. ein weiterer Beleg für tauromorphe Gott­ die Frage nach der Bedeutung des ,,kultisch verehrten Phallus"96 - der Aus­
heiten im syrischen Raum86. graber97 nennt ihn allgemeiner ,,Fetisch" - aus dem ,,IJ,aram" bei dem mittel­
bronzezeitlichen ,,Heiligtum" anı Abhang des Garizim bei Sichem (Teli Balata)
erneut zu stellen, vor ailem, seit sich ergeben hat, da/3 es sich bei dem angeb­
III lichen ,,Ternpel" um einen kleinen Palast (Hofhaus-Typus) derselben Zeit han­
delt98. Allerdings ist es unmöglich, aus der völlig unzureichenden Beschrei­
Verdacht erregte bald nach der Publikation der Terrakotte jedoch die singu­ bung (ohne Abbildung!) irgendwelche begründeten Schlüsse zu ziehen. Die
lare Darstellung eines Phallus als Gottessymbol an der Stirn eines Gottes­ zahlreichen dort gefundenen GeföBe könnten auf ein etwas abseits gelegenes
bildes, und H. Gressmann, der den ,,Baal" von Yafa zwar in die erste (1909)87, (?) Magazin weisen. Interessant ist in Verbindung mit dem Phallus-Problem
nicht aber in die zweite Auflage (1927) seiner ,,Altorientalischen Bilder zum auch die Beobachtung, da/3 selbst das Symbol des stets - so auch in seiner Hie­
Alten Testament" aufnahm, fühlte sich nicht unbegründet ,,unwillkürlich an roglyphe99 - ithyphallisch dargestellten agyptischen Fruchtbarkeitsgottes Min
die berüchtigten ,Moabitischen Altertümer'88 erinnert", die in ahnlicher Weise gerade nicht der Phallus ist, sondern ein bisher nicht zureichend gedeutetes
wie hier das betont herausstellten, was rrıan vulgo dictu als die Syrrıbole der Zeichen vorgeschichtlichen Ursprungs 100.
Fruchtbarkeitsreligion des alten Kanaan bezeichnen mochte, auch das sicher So wird man sich hier den Bedenken Gressmanns nicht verschlieBen kön­
unter Anlehnung an die durchweg als ,,Astarten" interpretierten nackten weib­ nen. Entweder ist also Vincents Erklarung des Objekts auf der Stirn unserer
lichen Figuren mit deutlich bezeichneten Geschlechtsmerkmalen. Nun ist zwar Figurine und damit die davon ausgehende religiöse Interpretation des Stier­
daran zu erinnern, daB Phallen in der Fruchtbarkeitsmagie vieler V ölker nicht bildes selbst unzutreffend, oder es handelt sich um eine der nicht seltenen
nur der Antike eine bedeutende Rolle spielen89, da/3 sie auBerdem als Apotro­ Antikenfölschungeıı auf palastinischem I Boden 1 01. Letzteres scheint Gre/3-
paica90 weit verbreitet sind und so auch in Palastirıa9 1 vorkomrrıen; als genuin mann, gefolgt von K. Galling ıo2, in der Tat angenommen zu haben 103 .
religiöskultische Gegenstande oder Symbole dürften sie indessen in Mesopo­
tamien und Syrien wie auch in Agypten schwerlich nachzuweisen sein. Die
früher beliebte Erklarung der Masseben als Darstellungen des ,,phallus dresse"
la.Bt sich m.E. - trotz der Bemerkung Lukians92 über die beiden Saulen im Tem­
pel von Hierapolis - in dieser Allgemeinheit nicht aufrechterhalten93 ; was die
Inschriften und das Alte Testament ,,Massebe" o.a. nermen, ist in jedem Falle 95 V gl. die Stelenreihen von Ader (zuletzt CLEVELAND 1960, 79 ff.), Bcıb erj-l)rii' (AL­
einzeln zu untersuchen, und die Vielschichtigkeit des Begriffes, die schon aus BRIGHT 1924, 6; 1926a, 59; MALLON 1924, 445 f.), Leğğüıı (GLUECK 1934, 45 Abb. 19; 1940,
seilner Etymologie abgelesen werden karın, karın nicht kraftig genug betont 119 Abb. 63), Geser (MACALISTER 1912 II, frontispiece und S. 381 ff.) und die ,,Stelenheilig­
werden94. Zurückhaltung ist auch anı Platz bei den zu Recht als ,,Masseben" tümer" von Byblos (M. DUNAND 1950-58, Taf. XX-XXXV; vgl. ders. 1937, 102 ff.; GLUECK
1938, 172 f.) und Hazor (YADIN u.a. 1958, Taf. XXVIII-XXXI; vgl. GALLING 1959). Zu den
Stelenreihen von Assur (ANDRAE 1913) siehe einerseits UNGNAD 1938b, 412.437 ff., der in
86 Es ist allerdings darauf hinzuweiseıı, dal.l es sich bei den besprocheııen Darstellungen den Beamtenstelen eine Art monumentale Epoııymenliste sieht, andererseits ALBRIGHT 1956,
jeweils um Gaıızbilder voıı Stieren, bei unserer Terrakotte hingegen um eine Büste lıandelt 121. und GALLING 1959. 8.
(K. Galling, persönliche Mitteilung). 9
6 GALLING 1937, 220.
87 GRESSMANN 1909, 77 Nr. 140: ,,Indessen macht der Phallus auf der Stirn die Echtheit 97 WELTER 1932, 314.
dieses Objekts ... fraglich ... "Siehe aber auch Anın. 103. 98
ALBRIGHT 1960, 92.
88 Vollstandige Bibliographie der Pseudo-Moabitica bis l 898 bei LIDZBARSKI 1898, 43 ff. 99
GARDINER 1957, 449 C8.
passinz. ıoo Material und Deutung bei NEWBERRY 191O; BLEEKER 1956, 41 ff.45 ff.
89Vgl. HAMMARS !ED'l 1926, 137. ıoı Reizvolle iiltere Darstellung solclıer Ftilschungen: CLERMONT-GANNEAU 1885. Darin
90Vgl. WILKE 1924, 158. auf S. 347 ff. das Beispiel einer gefiilsclıteıı Stier-Terrakotte im Salonstil des ausgehenden
91
A.M. SCHNEIDER 1930, 175 ff.; l 934, 189 Anın. l . Den in ersterer Arbeit S. 177 Anın. 4 19. Jahrhunderts (n. Chr.) mit verballhornter altkanaanaisclıer Inschrift; zu den ,,Moabiti­
gegebenen Hinweis auf JHS 4 (1883), 315, konnte iclı nicht verifizieren. schen Altertümern" siehe auch Anın. 88.
92 Lukian von Samosata, de dea Syria XVI; vgl. T HOMSEN 1927, l 42. ım GALLING 1956, 96.
93 Vgl. die vorsichtigen Bemerkungen bei BEER 1921, 7, und GALLING 1937, 220. ıo3 Spater hat Gre13mann unsere Terrakotte für eiıı Bild der agyptischen Göttin Hathor
94
Kıırze Diskussion bei GALLING 1959, 6 ff. gehalten; siehe GRESSMANN 1917, 253 Anın. 3.
60 Gott uııd Stier: Beınerkuııgen zu einer Terrakotte aus Yafa [111-113] [113/114] Gott uııd Stier: Beınerkuııgen zu eiııer Terrakotte aus Yafa 61
IV angeblichen ,,Baal-Moloch" entspricht, so daB kein Zweifel sein karın, daB es
sich bei der Ustinow-Terrakotte um eine agyptische Apisdarstellung der römi­
Angesichts dieser Lage der Dinge ware es nur natürlich gewesen, wenn unser schen Zeit handelt. Der Vergleich mit den Parallelstücken zeigt, daB wir es mit
,,Baal-Moloch" stillschweigend beiseitegesetzt worden ware. Er tauchte jedoch massenhaft hergestellter Fabrikware zu tun haben, die mit Hilfe von zwei Mo­
1943 unter der alleinigen Bezeichnung ,,Moloch" errıeut in einem popularen deln geformt wurde. Die Details der Vorderseite sind dabei mehr oder minder
,,Bibelbilderbuch" auf104 und wurde noch 1955 unter Hinweis auf Vincent in deutlich ausgeführt; was der Plastik fehlte, ersetzte die bunte Bemalung, von
einer Arbeit über Gen. 49 als archaologischer Beleg für die ja nicht zu leugnen­ der arı einigen Stückerı noch Reste erhalten sind 110 • Der heilige Stier tragt seit
de nahe Beziehung Baals zur Stiergestalt zitiert 105 . Die oben erhobenen Beden­ alters zwischerı seinen Hörnern die Sonnenscheibe mit der Urausschlarıge1 1 1 , in
ken machen es somit nötig, die Terrakotte in einen ihr gemaBen archaologi­ der somit die ,,auBergewöhnlich hohe Stirrı" mit dem ,,phallus dresse" zu er­
schen Zusammenhang zu stellen und von daher zu interpretieren. in dem im kerınen ist. Um seirıen Hals hangt lose eirı Barıd mit Anhanger. Soweit es sich
Jahre 1959 wiedereröffneten Pelizaeus-Museum in Hildesheim wurde Kurt bei diesem um eine lunııla (Halbmöndcherı) handelt, ist das als eine Neuerung
Galling auf eine agyptische Terrakotte ahnlichen Typus aufmerksam (Taf. 4:1), dieser spatesten Phase altagyptischer Kulturentwicklung zu betrachten, die auf
die den AnlaB bildete, systematische Nachforschungen nach analogen Stücken östlichen EinfluB zurückzuführerı sein wird. in Mesopotamien und Syrien zah­
anzustellen. Der Erfolg dieses Unternehmens löst u.E. das hinsichtlich der Be­ len die Halbmonde vor allem in der Spatbronzezeit zum Modeschmuck, kom­
deutung und des Alters des Ustinow-Stierbildes bestehende Ratsel vollstandig, men aber auch spater noch nicht selten vor112 . In mannigfaltigen Formen, die
so daB die Zeichnung Vincents, wie wir hoffen, in Zukunft auch in popular ge­ sich nicht in ailen Fiillen auf den syrischen Typus zurückführen lassen, begeg­
haltenen archaologisch-biblischen Publikationen nicht mehr als Darstellung nen sie in ailen Teilen der römischen Welt bis hin nach Britannien113; aus Agyp­
des Baal oder des Moloch106 erscheinen wird. 1 ten kenrıe ich Beispiele jedoch erst I von Mumienportrats der römischen Zeit
in hellenistisch-römischer Zeit finden sich in Agypten, dem klassischen aus lfawara 114 • Wie weit man dabei an Amulette zu denken hat, ist nicht sicher,
Land der tiergestaltigen Gottheiten107, verschiedene Typen der Darstellung des laBt sich doch gemde bei den zahlreichen Tierdarstellurıgen jener Zeit die Sitte
heiligen Apisstiers nebeneirıander. Auf altere Traditionen gehen die Ton- und feststellerı, den Katzen und Hurıden, aber auch theriomorphen Gottheiten
Bronzeplastiken zurück, die den schreitenden Stier 108 zeigen. Daneben gibt es (Anubis, Thot), Anhangerhalsbander um den Hals zu !egen115•
Plastiken, die Apis bzw. Osiris-Apis (Sarapis) mit menschlichem Körper und Vincent hatte nun gemeint, daB die Bedeutung der von ihm veröffentlichten
Stierkopf abbilden 109 , aber auch Terralkotten, deren Typus völlig dem unseres Tonplastik ,,serait plus considerable encore si l' on etait quelque jour en mesure
d'erı preciser la date116; diese seine vom damaligen Stand der palastinischen
ıo4 VAN DEURSEN 1943; 1951. Deutsche Ausgabe: VAN DEURSEN 1955; siehe dort Archaologie her verstandlichen und berechtigten Erwartungen haberı sich nicht
S. 116 f. Nr. LVI 1. erfüllt. Unser Apis ordnet sich ohne Schwierigkeit in die Reihe vorı Funden
ıo5 VAWTER 1955, 11 mit Anm. 38.
106 Zur Legende vom kinderverschlingenden tauromorphen Moloch - der so auch in die agyptischer und agyptisierender Kunstgewerbeartikel der hellenistischen und
deutsche Literatur eingegangen ist; vgl. Fr. Hebbels Tragödienfragment ,,Moloch" (HEBBEL römischerı Zeit im palastinisch-phönikischen Küstenbereich ein117 , ein kleines
l 891) - vgl. EıssFELDT 1935a, 66 ff. undTaf. iV. Auf das komplexe Problem des ,,Moloch"
kann hier nicht eingegangen werden; von den neueren Arbeiten erscheint mir nach EiBfeldt ııo ZurTechnik vgl. w. WEBER 1914, 8 ff.; KAUFMANN 1915, 15 ff.
vor allem FEVRIER 1953 förderliclı; EiBfeldts letzte AuBerung zur Frage findet siclı bei Eıss­ 111 Vgl. EB. ÜTTO 1938, 23.

FELDT 1960, wo auch die ııeuere Literatur verzeichnet ist (lies bei N. ScHNEIDER jedoclı 1 12 Vgl. die noch leicht zu vermehrenden Beispiele bei GALLING 1937, 29.259 f.; MEISSNER
,,Biblica 18" statt ,,BZ 18"). Die altere Literatur bei BAUDISSIN 1903. 1914-15, 146 Abb. 250; MARSHALL 1911, Nr. 615. In Zincirli steht ein tihııliches Objekt unter
ıo7 Cicero. de natura deorum 3,15,39: Oınııe fere geııus bestiarwn Aegyptii coızsecrave­ den Göttersymbolen (Symbol des Rkb'l?); vgl. YON LusCHAN 1911, 375 Abb. 273 (lnschrift
rıınt. des Klınw).Taf. LXVII (Bauinschrift des Birrakib); 1943,Taf. 38b (Siegel des Birrakib); auclı
ıos Bronzen: DARESSY 1905/06, Nr. 39380; Guide 1909, 93; ILIFFE 1935, Taf. XXXI 1-3; auf der Stele von Ördek Burunu, LIDZBARSKI 1915, Taf. 13. Dazıı DoNNER 1955, 78 ff.
ANEP Nr. 570; KAYSER 1959, 41 Abb. 16. - Relief (Bildhauermodell): EDGAR 1906, Nr. 113 Beispiele bei MARSHALL 1911; ich gebe nur die Nummern der abgebildeten und daher
33537A. - Amulette (nicht zu unterscheiden, ob Apis oder Mnevis): REISNER 1907, Taf. leicht nachprüfbaren Stücke: 2401.2719.2738: 2720.2723.2743.2918.2921.2922.2924.2930.
XVIII f.; VERNIER 1927, Nr. 53204 (Taf. XCI). 2931.2935; POLLAK 1903, Nr. 233.333.334.
109 DARESSY 1905/06, Nr. 38589 (Taf. XXXII), mit Gottesbezeiclınung Wslr-!ıp ,,Osiris­ 114
PETRIE l 913,Taf. VII.X; 1911,Taf. VI A4; VIII 00.DD; 1927,Taf. X 236. Zum Nach­
Apis", von Daressy wohl wegen des in der Inschrift vorkommenden Personennamens Psam­ leben der halbmondförmigen Amulette in Agypten vgl. LASSALLY 1931, 134 undTaf. V 3.
metich (PsınJk) der 26. Dynastie zugewiesen, aber wolıl in lıellenistische Zeit gelıörend, in 1 15 Beispiele bei KAUFMANN 1915: Katzen Taf. 60:621.626; Hunde Taf. 62 f. passim;
der der Name mehrfach belegt ist (RANKE 1935, 136:8; 1952, 358) und somit als Grundlage Löwe Taf. 64:647; Anubis Taf. 27:212;TlıotTaf. 26:204.
der Datierung auszuscheiden hat; Born-ROMANELLJ 1951, Taf. LXXI 156, aus römischer 1 16 Siehe oben S. 45.
Zeit. Vgl. auch den Typus des sog. ,,Apis Imperator" der römischen Zeit bei YON BıssıNG 117 Vgl. etwa lLJFFE 1935 (rein agyptisclı, doch wohl im Lande hergestellt); CHEHAB
1926a; 1926b; 1936, 7 ff. undTaf. I 1-3a. 1951-54 passinı.
62 Gott und Stier: Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa [114/115] Gott und Stier: Bemerkungen zıt einer Terrakotte aus Yafa 63
Gliedjener zweiten agyptischen Modewelle, die seit der persischen Zeit 118 die Die Reihenfolge richtet sich von Nr. 2 an nach dem Alphabet der Aufbewah­
Küste bis hinauf nach Kleinasien erfaBte. Auch unter den zahlreichen Terrakot­ rungsorte.
ten von ljarö.yeb bei Şaidö. hat sich eine Apisdarstellung gefunden 119 • Man darf
darin nur ein Zeugnis für die groBe Volkstümlichkeit des heiligen Stieres von 1 (S. 46 Abb. 1 u. Taf. 1)
Memphis - wie der Tierkulte überhaupt 120 - im spaten Agypten sehen. 1 a. Oslo, University Museum of National Antiquities, Inv.-Nr. 40384; ehemals
Sammlung Ustinow, Yö.fö..
b. H. VıNCENT 1907, 169 f. mit Abb. 115; SKUPINSKA-L0V SET 1978, 121 u. Taf.
Katalog XIX Nr. UT 109; vgl. GRESSMANN 1909, 77 Nr. 140; VAN DEURSEN 1955,
116 f.; M. WEIPPERT 1961b, 94 Abb. 5.
Der nachstehende Katalog führt alle mir bekanntgewordenen Exemplare des c. Aus dem Handel.
oben behandelten Typs von Apis-Terrakotten auf 121. DaB es in Museen und d. Höhe 14,9 cm. Breite 10,1 cm.
Privatsammlung noch weiterer Stücke dieser Art gibt, und daB wohl auch eine e. Ton mit grober Magerung. Reste eines weiBlichen Überzugs.
Reihe von ihnen veröffentlicht ist, ist mir wahrscheinlich 122 . Für die Zwecke f. Gut modelliertes Stück (Augen, Augenbrauen). Halsband mit vor dem Bren­
dieses Aufsatzes genügt es aber, wenn die Parallelen zu der von V incent publi­ nen eingeritzter Linie zweigeteilt. Lunula-Anhanger. Schwach angedeutete
zierten Terrakotte der Ustinow-Sammlung ausreichend dokumentiert sind. niedrige Basis. Vincents Zeichnung und ibre Repliken geben Einzelheiten
Gegenüber dem ursprünglichen Aufsatz habe ich die Zahl der Exemplare 123 und den Gesamteindruck der Terrakotte nicht richtig wieder124•
und, dank dem Entgegenkommen der Museumsautoritaten und des Verlags, die
der photographischen Abbildungen betrachtlich vermehren können. 2
Die einzelnen Exemplare werden im folgenden, so weit möglich, nach fol-
a. Alexandria, Musee greco-romain, Inv.-Nr. 8107.
genden Gesichtspunkten beschrieben: 1
b. BRECCIA 1934, 59 Nr. 422; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 37 u.
a. Museum und Inventarnummer. Taf. LXXXII Nr. 142.
b. Publikation (eventuell weitere Literatur). d. Höhe 18 cm.
c. Herkunft. e. Summarisch ausmodelliert. Halsband nicht plastisch (wohl ursprünglich auf­
d. MaBe. gemalt). Knopfförmiger Anhanger. Hohe Basis mit zwei eingeritzten Rillen.
e. Material.
f. Weitere Bemerkungen.
3
a. Alexandria, Musee greco-romain, Inv.-Nr. 8118.
1 18
Neben den Kleiııfuııden ist vor ailem auf die als agyptische Iıııportstücke anzusehen­
b. BRECCIA 1934, 57 (Angabe ,,Taf. CXI 638" unrichtig) u. Taf. CXI 639; vgl.
den anthropoiden Steinsarkophage des Esırıunazor und des Tahnit und die gleichfalls aus KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 37 u. Taf. LXXXII Nr. 143.
Sidon und anderen phönizischen Stadten stammenden halbgriechischen Marmorsarkophage d. Höhe 19 cm.
(uırıfassende Bearbeitung: KuKAHN 1955) hinzuweisen, in denen sich agyptische ldee uııd f. Lunula-Anhanger. Glatte Basis, durch Rille abgesetzt.
griechische Handwerkskunst kreuzen. Zur ,,zweiten agyptischen Modewelle" siehe GAL­
LING 1937, 449.
119 CHEHAB 1951-54 , Nr. 89 (Abb. ebd., Taf. X 4 ). 4
120 EB. ÜTTO 1938, 59 f.; KEES 1941/1956, 444 ff.
a. Amsterdam, Allard Pierson Museum, Inv.-Nr. 7412.
121 Zu danken habe ich Dr. Helen Whitehouse (Oxford), Mw. C. Tulp (Groningen) uııd
b. SNIJDER 1937, 51 Nr. 473; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 39 u. Taf.
den Herren A. Shukry (Kairo), H. Riad (Alexandria), H. Kayser (Hildesheim), A. Legner
(Frankfurt a.M.), J.S. Jensen (Oslo) und A.J. Nijboer (Groningen) für die Bereitstellung von LXXXIV Nr. 150.
Photographien, den Autoritaten der Museen in Frankfurt, Groningeıı, Hildesheim, Oslo und d. Höhe 15 ,5 cm.
Oxford auch für die Publikationserlaubnis. Bei der seinerzeit ergebnislosen Suche nach dem
Verbleib des von Viııcent veröffentlichten Exemplars (Nr. 1) unterstützten mich in den Jah­
ren 1960 und 1961 die Herren A.S. Kapelrud (Oslo), V. Poulsen (Kopenhagen) und Y. Yadin
(Jerusalem) sowie die hw. Mutter Abtissin des Russischen Konvents auf dem Ölberg (Jenı­ 124
leh habe auch den Eindruck, daB die Beschreibung bei VINCENT 1907, 169 f., sich
salem). Zu danken ist auch Ann Christine Eek und M. Steffensen (beide Oslo). nicht auf das Original, sondern auf seine Zeichnung bezieht. So karın man die expressioıı
122 Yon Alexandria abgesehen, fehlen auBereuropaische Museen vollstaııdig. quasi humaine de cette figurine bestiale nur auf der Wiedergabe Vinceııts feststellen; der
123 Bei M. WEIPPERT 1961b, 117, sind die Katalog-Numrnem 11 und 12 zu streichen.
Gesichtsausdruck des Originals ist nach der Photographie deutlicher der eines Rindes.
64 Gott wıd Stier: Beınerkuııgeıı zu eiııer Terrukotıe aus Yafa Gott uııd Stier: Beıııerkuııgeıı zu eiııer Terrakotte aus Yafa 65
e. Reste eines weiBlichen Überzugs und Spuren von Bemalurıg (rot, fahl gelb­ b. KAUFMANN 1915, 81 u. Taf. 28 Nr. 213; vgl. M. WEIPPERT 1961b, 112 Abb. 6.
braun). Identisch mit KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 31 Nr. 115 (nicht abgebil
­
f. Halspartie zu beiden Seiten der Wamme mit dunkel gemalten Querstreifen. det)121_
Lunula-Anhanger. Keirıe Basis. c. Fayyüm.
d. Höhe 21,3 cm. Breite 11 cm. Tiefe 11 cm.
5. f. Glatte Basis.
a. Berlin, Staatliche Museen, Agyptische Sammlung, Inv.-Nr. 9492.
b. W. WEBER 1914, 236 u. Taf. 37:415; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 9 (Taf. 2:3.4)
32 u. Taf. LXXV Nr. 123. a. Frankfurt a.M., Stadtische Galerie Liebighaus, Sammlung Kaufmann; Irıv.­
c. Aus dem Handel (Gıze). Nr. 2400.1727.
d. Höhe 16,3 cm. b. KAUFMANN 1915, Taf. 26 Nr. 203; BAYER-NIEMEIER 1988, 239 Nr. 569 u.
e. Roter Ton. Taf. 100:1; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 31 u. Taf. LXXIII Nr.
f. Lunula-Arıhanger. Glatte Basis. 114 u. 1 116 128•
c. Fayyüın.
6 d. Höhe 20,9 cm. Breite 11,9 cm. Tiefe 13,1 cm 129•
e. Hellbrauner, gut gemagerter Ton.
a. Berlirı, Staatliche Museen Preufüscher Kulturbesitz, Irıv.-Nr. 22649 125 •
f. Rüc�se�te gewölbt und glatt. Halsband durch eingeritzte Rille langsgeteilt.
b. W. KAISER 1967, 104 Nr. 1008; PHILIPP 1972, 23 f. Nr. 19 mit Abb. 18.
Zweı Rıllen an der Vorderseite der Basis.
c. Aus dem Handel.
d. Höhe 14,95 cm.
e. Roter Ton. 10 (Taf. 2:2)
f. Besorıders sorgfültig ausgeführtes Exemplar. Haardreieck zwischen Son­ a. Frankfurt a.M., Stadtische Galerie, Sammlurıg Kaufmann, Inv.-Nr. 2400.
nenscheibe und Augerıpartie mit plastischer Darstellung von Locken. Durch 1683.
Rillen ,,gerahmte" Halspartie. Rurıder Anhanger. Keine Basis. Ahnlich b. BAYER-NIEMEIER 1988, 239 Nr. 570 u. Taf. 100:2.
Nr. 20. d. Höhe 15,8 cm. Breite 8,1 cm. Tiefe 12,4 cm.
e. Rotbrauner, gut gemagerter Ton. Vereinzelt wei/3liche Farbreste.
7 f. Rückseite gewölbt urıd glatt. Zwei Rillen an der Vorderseite der Basis.
a. Dresden, Staatliche Kunstsammlungerı, Inv.-Nr. Z.V. 2600 C 550 (152).
b. VoGT 1924, 119 u. Taf. CIII 1 126 ; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 28 11
u. Taf. LXV I Nr. 102. a. Frankfurt a.M., Stadtische Galerie, Sammlung Kaufmann, Inv.-Nr. 2400.
c. Alexarıdria. 1685.
d. Höhe 14,5 cm. Breite 10 cm. Tiefe 11 cm. b. BAYER-NIEMEIER 1988, 239 Nr. 571 u. Taf. 100:3.
e. Brauner Ton. Reste eines weif3lichen Überzugs. d. Höhe 14,65 cm. Breite 9,9 cm. Tiefe 7,5 cm.
f. Vor dem Brennen eingeritzte Linien um Augenbögen und Augen, an den e. Rotbrauner, grober Ton. Einige weiBliche Farbreste.
Ohrerı, auf dem Halsband. Lunula-Amulett. Glatte Standflache, keine Basis. f. Dickwandig. Hautfalten der Wamme arıgegeben. Scheibenförmiger runder
Anhanger. Rille arı der Vorderseite der Basis.
8 (Taf. 2: 1)
a. Frarıkfurt a.M., Stadtische Galerie Liebighaus, Sammlung Kaufmann.
127 Auf S. 31 ist die Angabe KAUFMANN Nr. 203 in Nr. 213 zu anderıı.
128 Versclıiedene mir vorliegenden Plıotograplıien des Stücks lassen erkennen daB die
125 Freuııdlicher Hinweis von C. Tulp (Groningen). Bei BAYER-NIEMEIER 1988, 239, Bi­
Nrıı. 114 und 116 bei KATER-SIBBES-VERMASEREN trotz der untersclıiedliclıen Lit�raturan­
bliographie zu Kat.-Nr. 569, ist sowohl diese Publikation angegeben als auch das Stück als gaben dieselbe Figurine darstellen. Bei Nr. 114 ist demnaclı die Angabe KAUFMANN Nr. 202,
,,unpubliziert" aufgeführt. beı Nr. 116 dıe Angabe KAUFMANN Nr. 213 in Nr. 203 zu anderıı.
126 V gl. Agyptische Kunst o.J., Nr. 80. Freundliclıer Hinweis von E. Feucht (Heidelberg). 129 Bei KAUFMANN 1915, 81, stelıt: Basis 11 X 12,5 cm.
66 Gott und Stier: Bemerkungerı zu einer Terrakotte aus Yafa
Gott und Stier: Bemerkungerı zu einer Terrakotte aus Yafa 67
12 21 (Taf. 3:3.4)
a. Genf, Musee d' Art et d'Histoire, Inv.-Nr. 10235. a. Hildesheim, Pelizaeus-Museum, Inv.-Nr. 813.
b. DEONNA 1924, 86.155 Nr. 306; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 32 c. Aus dem Hande! (Fayyüm).
u. Taf. LXXIY Nr. 118. d. Höhe 16,5 cm.
c. Fayyüm. e. Brauner Ton. WeiBe Farbreste in Yertiefungen.
d. Höhe 12,8 cm. Breite 9,5 cm. Tiefe 9 cm.
f. Yon den übrigen Exemplaren abweichende Stilisierung von Gesicht und
f. Kreisförmiger7 Anhanger. Halspartie ,,eingerahmt". Hohe glatte Basis.
Halspartie (starke Furchung). Basis z.T. abgebrochen.

13-17
22 ('faf. 4: 1)
a. Genf, Musee d' Art et d'Histoire, Inv.-Nrn. 10233.10234.10236.10237.10238.
a. Hildesheim, Pelizaeus-Museum, Inv.-Nr. 817.
b. Y gl. KATER-SIBBES-YERMASEREN 1975a, 32 Nr. 119 (fünf Exemplare; nicht
b. M. WEIPPERT 1961b, Taf. 7B.
abgebildet).
c. Aus dem Handel (Fayyüm).
c. Fayyüm.
d. Höhe 18 cm.
e. Roter Ton.
18 f. Basis durch Rille von der Halspartie abgesetzt.
a. Genf, Musee d'Art et d'Histoire, Inv.-Nr. 10239.
b. DEONNA 1924, 138 Abb. 9. 155 Nr. 307; vgl. KATER-SIBBES-YERMASEREN
23 (Taf. 4:2)
1975a, 32 u. Taf. LXXIV Nr. 120.
c. Fayyüm. a. Hildesheim, Pelizaeus-Museum, Inv.-Nr. 818.
d. Höhe 15 cm. c. Aus dem Handel (Fayyüm).
f. Yor der Sonnenscheibe Sarapis-Büste statt Uraus. Wahrscheinlich Lunula­ d. Höhe 16 cm.
Anhanger. Basis abgerundet. e. Brauner Ton. Schwache weiBe Farbreste.
f. Einzelheiten des Gesichts nicht ausmodelliert. Zwei Rillen an der Yorderseite
19 der Basis.
a. Genf, Musee d' Art et d'Histoire, Inv.-Nr. 11899.
b. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 46 u. Taf. CIX Nr. 188. 24
d. Höhe 19 cm. Breite 11,3 cm. Tiefe 14 cm. a. Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Inv.-Nr. H 862.
e. Reste eines weiBlichen Überzugs. b. KATER-SIBBES-YERMASEREN 1975a, 47 u. Taf. CXIY.
f. Runder Anhiinger. Keine Basis. d. Höhe 16 cm. Breite 9,9 cm. Tiefe 8,8 cm.
e. Umfangreiche Reste eines weiBlichen Überzugs.
20 (Taf. 3: 1.2) f. Halsband durch Ritzlinie langsgeteilt. Lunula-Anhanger. Basis durch Linie
a. Groningen, Sammlung der Rijksuniversiteit (lnstituut voor Klassieke Archeo­ abgeteilt (mit Töpferfehler: durch Ausrutschen des Lineals entstandene dia­
logie), Inv.-Nr. 178. gonale Linie).
b. Dier 1963, Taf. XIX Nr. 98; vgl. KATER-SIBBES-YERMASEREN 1975a, 46 u.
Taf. CX Nr. 189. 25
d. Höhe 15 cm. Breite an der Basis 8,6 cm, an den Ohren 10,7 cm; Breite des a. Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek, Inv.-Nr. AE.I.N. 426.
Gesichts max. 6 cm. Tiefe am unteren Rand der Sonnenscheibe 4, 1 cm, an b. V. SCHMIDT 1911, 87 u. Taf. LX Nr. 177; vgl. KATER-SIBBES-YERMASEREN
der Basis 7,1 cm. 1975a, 45 u. Taf. CIII Nr. 179 (Lit.).
e. Gelber Ton; rotbrauner Überzug. WeiBe Farbspuren an Augen, Ohren und d. Höhe 15 cm.
Halspartie. e. Reste eines weiBlichen Überzugs.
f. ,,Gerahmte" Halspartie. Sorgföltig ausgeführtes Exemplar (ahnlich Nr. 6). f. Einzelheiten sanft herausmodelliert. Runder Anhanger. Keine Basis.
68 Gott uııd Stier: Bemerkuııgeıı zu eiızer Terrakotte aus Yafa Gott uııd Stier: Bemerkuııgeıı zu eiııer Terrakotte aus Yafa 69
26 d. Höhe 11,8 cm.
a. Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek, Inv.-Nr. AE.I.N. 1215. e. Reste eines weiJ3lichen Überzugs und Spuren von roter Bemalung.
b. PETRIE 1910, Taf. XL 15; V. SCHMIDT 1911, 88 u. Taf. LX Nr. 179; vgl. KA­ f. Wahrscheinlich Lunula-Anhanger. Keine Basis.
TER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 14 u. Taf. XXXII Nr. 43.
c. Memphis. 31
d. Höhe 15 cm. a. Marseille, Musee Borely, Inv.-Nr. 1288.
e. Reste von Bemalung. b. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975b, 63 u. Taf. CLXI Nr. 478.
f. Auf der Sonnenscheibe Sarapis-Büste statt Uraus. Lunula-Anhanger. Flache d. Höhe 14,5 cm.
Basis mit einer Ritzlinie. e. Spuren von schwarzer7 Bemalung auf dem Haardreieck.
f. Haardreieck zwischen Sonnenscheibe und Augenpartie mit plastischer Lok­
27 kenandeutung (siehe auch e.). Runder Anhanger. Keine Basis.
a. Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek, Inv.-Nr. AE.I. N. 1214.
b. PETRIE 1910, Taf. XL 14; V. SCHMIDT 1911, 88 u. Taf. LX Nr. 180; vgl. KA- 32
TER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 14 u. Taf. XXXII Nr. 42. a. Sammlung M.A. Murray.
c. Memphis. b. MuRRAY 1904, 294 u. Taf.; vgl. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975a, 18 u.
d. Höhe 14 cm. Taf. XLV Nr. 62.
e. Reste eines weiBlichen Überzugs und Spuren von Bemalung. c. Memphis.
f. Details relativ summarisch angegeben. Lunula-Anhanger. Glatte Basis durch d. Höhe 17,8 cm.
Rippe von der Vorderseite abgesetzt. e. Spuren roter Farbe; Augen und Augenbrauen schwarz urnrandet.
f. Haardreieck mit Umrahmung und Punktierung zwischen Sonnenscheibe
28 (Taf. 4:3) und Augenpartie. Halsband durch vor dem Brennen eingeritzte Linie zwei­
a. Oxford, Ashmolean Museum, Inv.-Nr. E.3717. geteilt. Lunula-Anhanger. Ganz flache Basis.
b. Unveröffentlicht; vgl. MURRAY 1904, 294 (siehe zu Nr. 33--38).
c. Memphis; Geschenk von M.A. Murray an das Museum. 33-38
d. Höhe 18,8 cm. a. Verbleib unbekannt (ein siebtes Exemplar = Nr. 28, ein achtes = Nr. 32) 130 •
e. Rotbrauner Ton. b. MURRAY 1904, 294 (abgebildetes Exemplar = Nr. 32).
f. Einzelheiten ziemlich summarisch angegeben. Scheiberıförmiges Amulett. c. Memphis.
Einfache Basis.
39
29 (Taf. 4:4)
a. Paris, Musee du Louvre, Inv.-Nr. E 19871.
a. Oxford, Ashmolean Museum, Inv.-Nr. 1942.281.
b. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975b, 71 u. Taf. CLXXX Nr. 520.
c. Aus dem Handel (Memphis?); Geschenk der Dragon School an das
d. Höhe 13,6 cm.
Museum.
e. Reste von Bemalung.
d. Höhe 15,8 cm.
f. Feine Ausführung der Details. Runder Anhanger. Keine Basis.
e. Brauner Ton.
f. Einzelheiten deutlich ausmodelliert. Stirnhaar durch dreieckige umrandete
40
Flache mit Punktierung angedeutet. Yor dem Brennen eingeritzte Linien um
die Augen urıd auf dem Halsbarıd. Amulett wahrscheinlich Lunula. Keine a. Paris, Musee du Louvre, Inv.-Nr. E 20801.
Basis. b. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975b, 71 f. u. Taf. CLXXXI Nr. 523.
d. Höhe 18,5 cm.
30 f. Lunula-Anhanger. Basis durch Ritzlinie abgesetzt.
a. London, British Museum, lnv.-Nr. BM 61620.
b. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975b, 62 u. Taf. CLIV Nr. 470. 1 3° Freundlicher Hinweis von H. Whitehouse (Oxford).
70 Gott und Stier: Bemerkungen zu einer Terrakotte aus Yafa

41
a. Paris, Musee du Louvre, keine Inv.-Nr.
b. KATER-SIBBES-VERMASEREN 1975b, 72 u. Taf. CLXXXI Nr. 524.
d. Höhe 15,3 cm, Breite 9,8 cm.
e. Reste eines weiBlichen Überzugs.
f. Lunula-Anhanger. Basis durch Ritzlinie abgesetzt. 5. ,,Heiliger Krieg" in lsrael und Assyrien
Kritische Anmerkungen zu Gerhard von Rads Konzept
42 des ,,Heiligen Krieges im alten lsrael"
b. ENGELBACH u.a. 1915, Taf. LXI 45.
(1972)
c. Memphis.
f. Basis wohl z.T. abgebrochen.
I
43
b. ENGELBACH u.a. 1915, Taf. LXI 45. Der wahrscheinlich alteste Hymnus, der im Alten Testament überliefert ist,
c. Memphis. der Kern des Schilfmeerliedes in Ex. 15,21 lautet:
f. Basis wohl z. T. abgebrochen.
Singet Jahwe! denn hoch erhaben ist er!
RoB und Rosselenker 1 warf er ins Meer! 1
in diesem kurzen Text aus der Vorzeit Israels ist gleichsam in nuce eine Be­
trachtungsweise irdischen Kriegsgeschehens enthalten, die in einer Reihe von
jüngeren Liedern und Erzahlungen breiter ausgeführt ist und die, kurz gesagt,
den Sieg über die Feinde Israels ganz oder wenigstens zum gröBten Teil Israels
Gott zuschreibt und den israelitischen Kriegern nur eine helfende Funktion
zugesteht. G. v. Rad hat diese Konzeption in seinen im Jahre 1947 erschiene­
nen ,,Deuteronomium-Studien" und vor allem in seiner bekannten Arbeit ,,Der
Heilige Krieg im alten Israel" (1951) eingehend beschrieben2 und - nach Vor-
Zu danken habe ich den Herren des Department of Western Asiatic Antiquities des Briti­
sclıen Museums in London für die Bereitstellung von Photograplıien der Originale der assy­
rischen Orakel, C.B.F. Walker darüber hinaus für die Kollation problematisclıer Stellen der
Texte DT 71 und K 1290, H. Otteıı für die freuııdliche Mitteilung des hethitischen Wortlauts
des Boğazköy-Fragmeııts 38/r und eine Reihe wertvoller Hinweise und H.-M. Kümmel für
zusatzliclıe lıethitologische Beratung. - In den Übersetzungen sind erganzte Stellen gröBe­
ren Umfangs und unsichere Wortbedeutungen durch Kursivdruck angedeutet. in Translitera­
tionen werden Kollationsergebnisse durch ein hochgestelltes Ausrufezeichen C), Konjektu­
ren (wo das Original verloren ist oder nicht eingesehen werden konnte) durch einen
Asteriskus (*) bezeichnet. [Die Seitenzahleıı im Kolumnentitel bezielıen sich auf die
Originalpublikation von 1972.]
1 Rök?b muB lıier ,,Wagenfahrer" bedeuten, da die Agypter, wie sclıon UHLEMANN 1856,
69 f., bemerkte, im 2. Jahrtausend nur Streitwagentruppen, aber keine Kavallerie besaBeıı.
V gl. auch LöHR-WRESZINSKI 1928. Die im Text gegebeııe ,,freie" Übersetzung ist m.E. be­
reclıtigt, da sich das enklitische Personalpronomen in rok;ıbo auf das Kollektivum süs be­
zieht. Anders z.B. G. Beer in BEER-GALLING 1939, 78 zu Ex. 15,1; ÜALLING 1937, 425;
GRESSMANN 1913, 351 Anın. 2; M0WINCKEL 1962, 284, die aile *w;ırikbo !esen wollen.
2
VoN RAD 1947/1948, 30-34; 1951. Yon letzterem Werk erschien eiııe als ,,2. Auflage"
bezeichnete Lizenzausgabe Göttingen 1952 (voN RAD 1952), naclı der im folgenden zitiert
ist. Aile spateren Auflagen sind unveranderte Wiederholungen dieser Ausgabe.
72 .,Heiliger Krieg" in Israel und Assyrien [461/462] [462-464] .,Heiliger Krieg" in Israel und Assyrien 73
gangern wie F. Schwally, W. Caspari und M. Weber3 -mit dem Terminus ,,Hei­ kralen Stammebund, der den Rahmerı des Lebens Israels in der vorköniglichen
liger Krieg" bezeichnet. Aufgrund seiner Darstellung lassen sich etwa die fol­ Zeit gebildet haben s0 119 • Prinzipiell ist nach v. Rad jeder dieser Kriege eine
genden Merkmale als konstitutiv für den Heiligen Krieg ansehen4: Reaktion der Amphiktyonie, auch wenn daran nicht ein eirıziges Mal alle zwölf
1. Der Heilige Krieg ist eingebettet in Riten, die ihm den Charakter eiııer ,,emiııent
Stamme geschlossen teilgenommen haben; denn ,,auch in Fiillen der Bedro­
hung eines Stammes wird unbefangen die Hilfe der Gesamtheit in Anspruch
kultischen ... Begehung" Yerleihen: Das Aufgebot erfolgt durch das Blasen des
auch im Kult gebrauchlichen Widderhorns (Schofar) oder durch die sehr archaisch I
genommen" 10. An Heiligen Kriegen waren daher immer mehr als einer der
anmutende Aussendung zerstückten Fleisches an die Stamme lsraels. Die darauflıin Gliedstamme der Amphiktyonie beteiligt. Folgerichtig erlosch die Institution
im Lager zusammenströmenden Krieger müssen rituell reiıı sein, da Jahwe im Lager des Heiligen Krieges, als der religiös motivierte Stammebund vom monarchi­
gegeııwartig ist; Manner uııd Waffeıı sind geweiht. Die Truppen heiBen demgemaB schen Staat, der Heerbann der Stamme von den königlichen Berufskriegern in
,,Yolk Jahwes". Yor der Schlacht legt man Gelübde ab; Opfer werden dargebracht, den Hintergrund gedrangt und schlieB!ich abgelöst wurde, um nur noch einmal
der Wille Jahwes erforscht, die Aııtwort, falls sie positiY ausfüllt, mit der Formel mit der Restauration des Heerbanns in der Zeit Josias kurz aufzuleben11 •
,,Jahwe hat die Feiııde in euere Hand gegeben" dem Heere mitgeteilt. Für den
Kampf rüstet man sich ,,Yor Jahwe". Das Treffen selbst wird mit dem Kriegsge­
schrei eröffnet, desserı terminus technicus t;;ırü'a sorıst auch eine liturgische Bedeu­
tuııg hat5• Den Höhepuııkt rıach siegreichem Ausgaııg bildet die I kultische Übereig­ II
rıung der ganzen oder eines Teils der Beute an Jahwe, der ,,Bann" (�erem)6, und die
Entlassung der Kampfer mit dem stereotypen Ruf ,,Zu deinen Zelten, Israel!" Es fallt schwer, diese eindrucksvolle, in sich geschlossene Konzeption
2. im Heiligen Krieg ist der eigentlich Handelnde nicht das Heeresaufgebot Israels, v. Rads mit der wissenschaftlich gebotenen Kritik zu betrachten. Blickt man in
sondern Jahwe. Die Heiligen Kriege sind Jahwes Kriege, die Feinde Jahwes Fein­ die seit 1951 erschienene Literatur, so zeigt sich rasch, daB sich die These denn
des. Er zieht den Kriegern Israels YOran; er gieBt Mutlosigkeit7 über die gegneri­ auch weithin durchgesetzt hat, ja, daB sie beinahe zum Gemeingut der alttesta­
schen Truppen aus uııd bringt die Naturgewalterı, Schrecken und Yerwirrung über mentlichen Wissenschaft über alle Grenzen der Schulen und Meinungen hin­
sie; er löst ibre Schlachtreihen auf und liefert die Fliehenden an das Schwert Israels. weg geworden ist. Die wenigen Stimmen, die sich nach dem Erscheinen des
So wird die erstauııliche Aussage der sehr alteıı Stelle Ri. 5,23 Yerstandlich, daB die
israelitischen Kampfer ,,Jahwe zu Hilfe kommen". Mehr an AktiYitat wird nicht
I
Buches v. Rads ablehnend ausgesprochen haben1 2, sind verstummt, und neuer
Widerspruch erhebt sich nur zögernd und beilaufig 13.
Yerlangt; für lsrael ist das Wesentliche, sich nicht zu fürchten uııd zu glaubeıı.
3. Die Heiligen Kriege siııd in der Regel DefensiYkriege gegen auBere Feiııde, die YOm Die These wird eher auf verschiedene Weise weitergebildet und weiterverar­
Heerbann der Stamme, dem Aufgebot der freieıı Bauern, geführt werden. Anfülırer beitet. So hat W. Zimmerli schon im Jahre 1953 anlaB!ich einer Besprechung
ist ein in der Not YOn Jahwe erweckter Charismatiker. der 1. Auflage von M. Noths ,,Geschichte Israels" betont, daB die Institution
des Heiligen Krieges wie keine zweite des vorstaatlichen Israel geeignet sei,
Die Betonung, die bei den von G. v. Rad zusammengestellten Merkmalen die Kontinuitat zwischen der Amphiktyonie und dem von Saul und David be­
des Heiligen Krieges auf den israelitischen Stammen und ihrem Heerbann un­ gründeten Staatswesen sichtbar zu machen. Indem Saul und David, von
ter Führung eines jeweils Y0n Jahwe dazu berufenen Mannes liegt, la.Bt vermu­ Jahwes Geist erfüllte Charismatiker, auch als Könige die ,,Kriege Jahwes"
ten, daB es hier Y0r allem um Dinge aus der sog. Yorstaatlichen Zeit Israels, der führten, hatten sie wesentliche Bestandteile der amphiktyonischen Tradition in
Periode zwischen der Landnahme und dem Aufkommen des Königtums, geht. die neue Ordnung Israels eingebracht14 • G. v. Rad selbst hat die Konzeption des
In der Tat ist nach Y. Rad Theorie und Praxis des Heiligen Krieges in der alt­ ,,Tages Jahwes" bei den Schriftpropheten von der des Heiligen Krieges der
israelitischen Amphiktyonie zu Hause8, jenem von M. Noth erschlossenen sa- Amphiktyonie hergeleitet15, und ungefahr auf der gleichen Linie mag es liegen,
wenn man Elemente dieser Vorstellung benutzt hat, um den traditions-
3 SCHWALLY 1901; CASPARI 1912 passim; M. WEBER 1923, 99 ff.
4
YON RAD 1952, 6-14 und 14 ff. passim.
5 T;;ırü'a beim Neujahrsfest Lev. 23,24; Num. 29,1, anı Versöhnungstag Lev. 25,9, beim

Opfer Ps. 27,6, bei der Überführung der Lade Jahwes nach Jerusalem durch David 2 Sam. 9
M. Norn 1930, 39-121; vgl. 1966a, 83-104.
6,15 = 1 Chr. 15,28, allgemeiıı Num. 23,21; Ps. 33,3; 47,6 (Thronbesteigung?); 150,5; Hi. 10
Zitat: YON RAD 1952, 26.
8,21; 33,26; Es. 3,11.12.13; 2 Clır. 15,14. Vgl. HUMBERT 1946. 11 Vgl. dazu JuNGE 1937, 4-27.28-37, und unten S. 97 mit Arım. 141.
6
Siehe unten S. 91. 12
Vgl. z.B. KRUSE 1951.
7
Beilaufig sei zu YON RAD 1952, 1O Arım. 5, angemerkt, daB sich die Interpretation YOn 13 Vgl. z.B. DıoN 1967a, 201-203; 1970; FOHRER 1966, 809; MALAMAT 1967, 45 f.
hebr. şir'a als ,,Niedergeschlagenlıeit" (so KöHLER 1936, 291 = 1945, 17-22) nach SıMo­ 14
ZIMMERLI 1953b, 12.
N(ıs) 1793, 1390, schon im 18. Jahrhundert bei F.E. Boyseıı und J.D. Michaelis findet. 15 VoN RAD 1959; 1962b, 133-137; vgl. CROSS 1966, 19-30; MiLLER 1968; HEINTZ
8 VoN RAD 1952, 14-33. 1971.
74 .,Heiliger Krieg" in lsrael und Assyrien [464/465) [465/466) ,,Hei/iger Krieg" in lsrael und Assyrien 75
geschichtlichen Ort derjenigen prophetischen Gerichtsansagen zu bestimmen, ze, damit die Diskussion nicht - wie in dem bekannten Buch von F. Schwally
die vom Kampf Jahwes gegen sein eigenes Volk handeln 16 • über den Heiligen Krieg in Israel19 - ins grenzenlose Reich der Ethnographie
Ein AnstoB zur Kritik könnte freilich schon auf dem Boden der Vorausset­ entgleitet. Vielmehr benutze ich im folgenden hauptsachlich Texte aus dem
zungen v. Rads daher kommen, daB der Krieg gegen auBere Feinde als amphik­ geographischen Umkreis Israels und aus dem 1. Jahrtausend v. Chr., also aus
tyonische Aufgabe, also der Heilige Krieg als amphiktyonische lnstitution den der Zeit, in der auch die alttestamentliche Literatur entstanden ist. DaB es sich
Rahmen dessen sprengt, was M. Noth in seinen grundlegenden Untersuchun­ dabei in der Regel um Texte der Könige des neuassyrischen Reiches handeln
gen über ,,Das System der zwölf Stamme Israels" als Zweckbestimmung der wird, ergibt sich aus der Quellenlage. Nur zur Abrundung des Bildes wird ge­
altisraelitischen Amphiktyonie herausgestellt hat. Dazu gehört nach Noth ge­ legentlich Material anderer Quellen aus der altbabylonischen und mittel­
mde nicht die ,,Machtentfaltung gegenüber anderen Machten". Der Krieg wird assyrischen Zeit, aus dem I hethitischen Bereich und aus nordwestsemitischen
vielmehr den einzelnen Stammen oder ad hoc gebildeten Symmachien mehre­ lnschriften herangezogen; es ist bedauerlich, daB letztere aus Gründen der bei
rer Stamme überlassen, die dafür auch eine eigene nichtamphiktyolnische ihnen vorkomrrıenden Gattungen für unser Thema ziemlich unergiebig sind.
Heeresverfassung besaBen 17 • Dieses im Zusammenhang der v. Radschen Hy­ im auBersten Fall ist einrrıal auf Römisches verwiesen. So ergibt sich hoffent­
pothese auftretende Dilemma hat R. Smend, im Grunde zurückgreifend auf die lich ein Bild, das die Verhaltnisse der Welt, in der Israel geschichtlich existier­
ursprüngliche Amphiktyonie-Konzeption Noths, dadurch zu überwinden ge­ te, einigermaBen zutreffend wiedergibt.
sucht, daB er eine traditionsgeschichtliche Scheidung zwischen der Amphi­
An wichtigen Vorarbeiten waren an dieser Stelle ein Aufsatz des Assyriologen T.
ktyonie und dem Heiligen Krieg durchführte. Dabei fiel der Gruppe der Lea­ Fish und das bekannte Buclı ,,Le caractere religieux de la royaute assyro-babylo··
Stamme das ,,amphiktyonische Prinzip", den spater in Kanaan eingewanderten nienne" von R. Labat, beide aus dem Jahre 193920, zu nennen. Letzterer widmet ein
Rahel-Stammen die Praxis des Heiligen Krieges oder, wie Smend lieber sagen ganzes Kapitel der ,,guerre sainte"21; die darin enthaltenen Auszüge lıauptsachlich
möchte, des Jahwekrieges zu. Beide GröBen hatten sich - so Smend - erst aus neuassyrischen Texten allein hatten genügt, um die Diskussion des Heiligen
nachtraglich im israelitischen Zwölfstammebund getroffen 18 • Krieges in Israel auf eine breitere Grundlage zu stellen. Es ist verwunderlich, daB
Es kann nicht geleugnet werden, daB diese Sicht der Dinge eine elegante man das nicht gesehen hat.
Lösung der bei G. v. Rad entstehenden Probleme anbietet. Aber ist sie richtig?
Bei naherem Zusehen drangen sich einige Fragen auf: 1st eine so künstlich
anmutende Trennung überhaupt möglich? Ist es vorstellbar, daB die im Lande IV
sitzenden amphiktyonisch organisierten Lea-Starrıme etwa nur ,,profane" Krie­
ge von Einzelstammen oder Stammeallianzen geführt hatten, wahrend die von Als Einstieg sei ein im Jahre 672 v. Chr. fertiggestellter22 neuassyrischer
der Erfahrung der Herausführung aus Agypten herkomrrıenden Rahel-Stamme Text gewahlt. Es handelt sich um eiııen Bericht des Königs Asarhaddon voıı
den Jahwekrieg anı Schilfmeer, vgl. Ex. 15,21 - erlebt und weitergetragen Assyrien über den Ablauf der Ereignisse, die nach der - im Text verschwiege­
hiitten? Handelt es sich, wie die von Smend bevorzugte Bezeichnung ,,Jahwe­ nen - Ermordung seines Vater Sanherib zu seinem Triumph über seine als
krieg" andeutet, beim Heiligen Krieg historisch und ideologisch um eine Art Kronpriitendenten auftretendeıı Brüder und zu seiner Thronbesteigung in As­
Kriegsführung, die nur in Gerrıeinschaft mit Jahwe, dem Gott lsraels, und nicht syrien führten. Der Bericht lautet folgendermaBen23 :
ebenso mit anderen Göttern möglich gewesen und in Erscheinung getreten ist? leh, Asarhaddon, der im Vertrauen auf die groBen Götter, seine Herren, inmitten
der Schlacht seine Brust nicht rückwarts wandte, hörte sofort von ihren (scil. der
Brüder ) bösen Taten und rief ,,Wehe!" und zerriB mein fürstliches Gewand und
III brach in Wehklagen aus. Wie ein Löwe wurde ich wütend, und mein Inneres tobte.
Um das Königtum meiner Familie auszuüben, schlug ich mit den Handen.
Um Kriterien für die Behandlung solcher Fragen und für eine grundsiitzliche Zu (den Göttern) Assur, Sın, Samas, Bel, Nab0 und Nergal, (zu) Istar von Nineve,
Erörterung des Heiligen Krieges im alten Israel zu gewinnen, empfiehlt es Istar von Arbela erhob iclı meine Hande, und sie erhörten meine Worte. Mit ibrem
sich, einmal über die engen Grenzen des Alten Testarrıents und Israels hinaus­
19 SCHWALLY 1901.
zublicken. Dabei ist freilich Vorsicht und methodische Beschriinkung anı Plat- 2° FISH 1939; LABAJ' 1939.
21 LABAT 1939, 253-274.
16 SOGGIN 1960; H. WEIPPERT 1970. 22 Siehe die Datieruııgen der eiıızelneıı Exemplare von NinA bei BORGER 1956, 64.
17 Siehe M. Norn 1966a, 101 f. (Zitat S. 101). Atar'ilu, Statthalter von Lagiru, war 673/2 Jahreseponym; vgl. UNGNAD 1938b, 445b_
18 SMEND 1963, 10-32.77 und passinı. 23
BoRGER 1956, 43 f. § 27 NinA I 53-77.
76 ,,Hei/iger Krieg" in Israel und Assyrien [466-468] [468/469] ,,Heiliger Krieg" in Israel und Assyrien 77
zuverlassigen Jawort sandten sie mir wiederholt ein Erınutigungsorakel: ,,Geh! la/3 ,,scharfen ihre Waffen" - das ist eine gelaufig assyrische Umschreibung für die
dich nicht zurückhalten! An deiner Seite geben wir und töten deine Feinde." Vorbereitung zur Schlacht26 •
Einen, zwei Tage wartete ich nicht, auf das Nachkommen ıneiııer Truppeıı achtete Man erwartet nun, daB die Schlacht auch erzahlt wird. Aber nichts derglei­
ich ııicht, um die Nachhut kümmerte ich ınich nicht; die Musteruııg der Pferdege­
spanne uııd meiııes Kriegsgerats nahın ich ııicht vor; Proviant für meiııeıı Feldzug chen! Den Feinden entsinkt der Mut: die Furcht vor den Göttern27 wirft sie nie­
schüttete ich nicht auf. Den Schııee, den Frost des Monats Schebat, die Strenge der der, die Furcht vorAsarhaddonsAngriff stürzt sie in Verzweiflung und Verwir­
Kalte fürchtete ich nicht. Wie in geflügelter urinııu-Vogel breitete ich meine Flügel rung. Nun greifen die Götter ein. Istar, die kriegerischste der mesopotamischen
aus, um ıneine Feinde niederzuwerfen. 1 Göttinnen, macht die Gegner kampfunfühig und sprengt ihre Schlachtordnung.
Den Weg nach Niııeve marschierte ich unter Mühen eileııds. Aber vor mir im Das Resultat ist, daB sich die gegnerischen Truppen ergeben und Asarhaddon
Gebiet des Landes ijanigalbat verlegten mir aile ihre ausgezeichneten Soldateıı den huldigen.Allein der knappe Satz ,,Istar, die Herrin von Kampf und Schlacht ...,
Weg und scharften ihre Waffen. stand mir zu Seite" laBt ahnen, daB tatsachlich ein Treffen zwischen den Hee­
Die Furcht vor den groBen Göttern, ıneiııeıı Herreıı, warf sie ııieder, und als sie ren beider Seiten geschlagen wurde. Aber wesentlich erscheinen dem Bericht
ıneiııen machtvollen Kampfesansturm sahen, gerieteıı sie aul3er sich. die menschlichen Aktionen nicht; die entscheidenden Taten vollbringen die
Istar, die Herrin von Kampf und Schlacht, die mein Priestertum liebt, staııd mir Götter.
zur Seite und zerbrach ihren Bogen und löste ihre Schlachtordııung auf, so da/3 sie
Was hier geschildert wird, ist nach den Kriterien G. v. Rads - laBt man den
allesamt riefen: ,,Dieser ist unser König!"
angenommenen amphiktyonischen Hintergrund vorerst beiseite - ohne Zwei­
leh darf den Gang der Erzahlung kurz paraphrasierend verdeutlichen: Auf fel ein veritabler Heiliger Krieg! Er beginnt kultisch mit Gebet und Einholung
die Kunde von den Ereignissen in Nineve reagiertAsarhaddon, der designierte des Gotteswillens und endet mit der Lahmung des feindlichen Kampfesmutes
Thronfolger, der sich aus Sicherheitsgründen auBerhalb der Stadt im Westland durch den Gottesschrecken und mit der Niederwerfung der Gegner durch die
aufhalt, mit Trauer und Wut. Er ist jedoch entschlossen, um die Krone zu Götter. DaB in einem solchen Bericht nicht alle Elemente der ,,Theorie" des
kampfen. Er richtet also ein Gebet an die Götter, dessen Inhalt zwar nicht mit­ Heiligen Krieges vollstandig enthalten sein müssen, gesteht v. Rad auctı für die
geteilt wird, das wir uns aber wohl nachAnalogie des von H.-J. Zobel aufgrund israelitischen Texte zu; mit gutem Grund rechnet er damit, daB die geschichtli­
von altaramaischem und biblischem Material behandelten ,,Gebets umAbwen­ che Wirklichkeit je und dann die ,,Theorie" durchbrochen hat28.
dung der Not"24 vorzustellen haben. Die Götter, so wird berichtet, erhören den
Beter und senden ihm eine Arızahl von gleich oder ahnlich lautenden Orakeln,
die einen doppelten Inhalt haben: 1. die Weisung, zu handeln, d.h. den Feldzug V
zu beginnen; 2. die Zusage göttlichen Beistands. Ein solches Gotteswort gehört
nach der unter Alttestamentlern gebrauchlichen Terminologie zur Gattung des Wer sich öfter mit assyrischen (und anderen altorientalischen) Königs­
,,Heilsorakels"; der im Text gebrauchte assyrische Fachausdruck lautet sır ta­ inschriften beschaftigt, erkennt sogleich, daB der angeführte Kriegsbericht
kilti, ,,Ermutigungsorakel"25 Auf die positive Antwort der Götter hin bricht Asarhaddons keine singulare Erscheinung ist. Vielmehr kann man inAnalogie
Asarhaddon sofort auf, ohne auf die ungünstige Jahreszeit zu achten oder re­ zu dem Vorgehen v. Rads im Falle lsraels eine ,,Theorie" des Heiligen Krieges
gelrechte Feldzugsvorbereitungen getroffen zu haben. I Der Grund für die Eile auch aus den Keilschrifttexten entwickeln. Das soll im folgenden versucht
ist sicher taktischer und politischer Natur: er will das Überraschungsmoment werden29 • 1
nützen, bevor seine Brüder in Nineve ihre Herrschaft konsolidieren körınen. Auf die Nachricht von einer feindlichen Aggression oder dem Aufstand ei­
Diese jedoch, rıicht minder geschickte Taktiker, scheinen mit seirıem Angriff nes unterworfenen Gebietes oder auch, um die Herrschaft des Reichsgottes
oerechrıet zu haberı und machen den Versuch, seinen Vormarsch im Vorfeld, im
,:, Assur auszubreiten, bietet der König von Assyrien seine Truppen auf. Wie das
Land ijanigalbat, zum Stehen zu bringen; ibre Truppen sperren die StraBe und geschah, wissen wir nicht recht; denn die Texte gebrauchen in der Regel das
Verbum deku, das wörtlich ,,zumAufstehen veranlassen" bedeutet, ohne weite­
re Spezifikation. Wir dürfen aber annehmen, daB in so durchorganisierten Staa­
24 ZoBEL 1971. Über Zobels Benutzung der Steleninschrift des Zak.kür von Hamath
ten, wie es die des Zweistromlandes seit dem 3. Jahrtausend waren, die Zen-
(KAI 202) hinaus köııııte ııoch viel assyrisches Belegmaterial angeführt werdeıı; vgl. nur
den eben mitgeteilten Asarhaddon-Text (Z. 59-62).
25 Mir bekaıınte Belege: uzu.MEs(sfre) ti-kil-ti Sargon II., TCL III, 319; bei Asarhaddon 26 Vgl. z.B. Sanherib, Chicago/Taylor-Prisma III 1 (BORGER 1963, 68; vgl. M. WEIPPERT
neben der zitierten Stelle NinA I 61 (BORGER 1956, 43) noch uzu.MEs(sfre) ta-kil-ti in zer­ 1971b, 113).
störtem Koııtext BoRGER 1956, § 4 III 5; uzu.MEs(sıre) tu-kul-ti ebd., 19 Ep. 17a,13. Nach 27 Zum Hintergrund dieser Redeweise siehe ÜPPENHEIM 1943.
JASTROW 1912, 152 Anm. 1, handeli es sich dabei um einen terminus ıechnicus. 28 YON RAD 1952, 14.29.
78 ,.Heiliger Krieg "_ in Israel und Assyrien [469/470] [470/471] ,,Heiliger Krieg" in Israe/ und Assyrien 79
tral- oder Provinzialregierung schriftliche Gestellungsbefehle an die politischen Es war schon davon die Rede, wie Asarhaddon, bevor er den Kampf um die
Unterorganisationen, also die Provinzen, Stadte, Dörfer, Grundherren, Noma­ Thronnachfolge Sarıheribs aufnahm, sich arı die Götter wandte und erst auf
denverbande übermittelt hat. Nach den Untersuchungen von W. Manitius kann Nineve marschierte, als ihn eine Reihe von positiven Orakeln dazu ermuntert
als sicher gelten, daB auch noch in neuassyrischer Zeit die Masse des Heeres hatte. Gerade aus seiner Zeit und der seines Sohnes und Nachfolgers Assur­
aus dem Heerbannaufgebot des Landes bestand, und daB die Könige und Statt­ banipal sind uns zahlreiche Orakelanfragen erhalten, die man vor der Einset­
halter daneben ein sofort einsatzfahiges stehendes Heer (kişir sarrüti) zur Ver­ zung hoher Beamter, vor der Aussendung von Botschaftern zu unruhigen
fügung hatten30. Auf einen Spezialfall des Aufgebots, der aber für unsere Vasallenkönigen oder gar feindlichen Fürsten, bei Krankheit des Königs oder
Diskussion besonders interessant ist, hat G. Wallis aufmerksam gemacht31 . In der Königinmutter, besonders aber bei feindlichen Einfallen ins Land und vor
einem altbabylonischen Brief aus dem 18. Jahrhundert aus dem Archiv von eigenen kriegerischen Unternehmungen an Samas, den Orakelgott xaT'
Mari anı mittleren Euphrat teilt der Provinzgouverneur Bagdi-Lim seinem e1;ox�v, richtete36 • Bei den uns vorliegenden Texten handelt es sich um Proto­
Herrrı Zimri-Lim, Körıig vorı Mari, mit, daB es ihm trotz ınehrmaliger Auffor­ kolle, in denen auf die nach einem festen Formular gestalteten Anfragen Aus­
derurıg nicht gelurıgen sei, die rıomadischerı oder halbnomadischerı ljanaer zu züge aus Sammlungen von Leber-Omina folgen, die man anscheinend zu den
einem von Zimri-Lim angeordneterı Kriegszug aufzubieten. Er schlagt deshalb wahrend der Extispizin gemachten Beobachtungen angezogen hat; sie geben
dem König als letztes Mittel vor32 : die Deutung. Ahnlichem Zwecke dienten wohl Samrnlungen von Schaf-Omi­
Wenn es meinem Herrn gefiillt, rrıöge er einen Verbrecher im Gefüngnis töten na, die auf der Beobachtung des Verhaltens des Opfertieres vor und wahrend
(]assen), und rrıan möge seinen Kopf abschlagen und zwischen den Stadten bis nach der Schlachtung beruhen, und I deren Apodosen fast regelmaBig lauten: usser
Ijudnum und Appan hin herumführen, damit die Leute sich fürchten und sich ei­ immera dük nakra ,,laB das Schaf; töte den Feind!" - wie es scheint, eine Auf­
lends I hier versammeln, und ich gemaB dem dringlichen Bescheid33, den mein Herr forderung, die Opferschauen einzustellen und ins Feld zu ziehen. Als Beispiel
mir gesandt hat, eilends den Feldzug unternehrrıe34. sei nur eine Zeile aus einem solchen Text aus der Bibliothek Tiglathpilesers I.
Wallis hat die hier vorgeschlagene MaBregel zutreffend mit dem Aufgebot von Assyrien zitiert37 :
durch die Aussendurıg zerstückelterı Fleisches verbunderı, von der im Alten Wenn das Schaf, nachderrı es geweiht ist, ,,Malı" schreit (urıd) sein 0hr zittern
Testament in 1 Sam. 11,7 bei Sauls Entsetzung vorı Jabes in Gilead und in Ri. laBt: laB das Schaf; töte den Feind!
19,29 f. im Zusammenhang der sog. ,,Scharıdtat vorı Gibea" die Rede ist. Auf­
Durch Beobachtung der Gestirne suchte man einen günstigen Feldzugs­
fallig ist in dem Mari-Brief die ausgesprochen rationale Begründurıg für dieses
termin festzustellerı3 8, und schlieBlich karnen auch ,,spontane" Orakel vor,
Vorgeherı, die sich zu eirıem ,,Ritus" nicht schicken will. Wallis hat daher mit
namlich Traume oder den alttestamentlichen Prophetenworten vergleichbare
Recht diese MaBnahmen als symbolische Handlurıgerı irıterpretiert, durch die
Gottessprüche. Für Traume ein Beispiel vom Beginn des Feldzugs Assurbarıi­
den Adressaten, ihren Frauen und ibrem Viehbesitz für den Fall der Verweige­
pals gegen seinen abtrürırıigerı Bruder Samassumukirı, Vizekörıig von Babel39:
rung der Heeresfolge das gleiche Schicksal angedroht wird. DaB es sich tat­
sachlich so verhalt, beweisen schlagerıd die Worte, die Saul in 1 Sam. 11,7
zusammen mit den Stücken seiner Kühe an die Stamme Israels schickt:
Wer nicht auszieht hinter Saul35 her, dessen Rinderıı wird man ebenso tun! 36 Sie sind gesammelt bei KNUDTZ0N 1893 und KLAUBER 1913.
37 VAT 9518 =Assur 11919 = PhotoAssur 2731 Vs. 5, EBELING 1931, 42; zu !esen ist:
Wie vor allen Entscheidungen von einigem Gewicht wird auch vor beabsich­ [suınma immeru i]s-tu kar-bu em-me-a is-si uzun-su u-na-ra-a/ ? us-se-er iınmera du-uk
tigten oder vom Feind erzwungenerı Feldzügen der Wille der Götter erforscht. nakra; vgl. EBELING 1933/34, 326Anın. 1 (zur Lesung derApodosis); V0N S0DEN 1936a,
253. Zur Herkunft und Bezeiclınung des Textes siehe WEIDNER 1952/53, 200 Nr. w.
38 Siehe Sargon II., TCL III, 317-319: 317iııa qibTti şfrte sa dNabu dMarduk sa iııa manzaz
29 Im folgenden kann nur eineAuswahl aus dem keilschriftlichen Material geboten wer­
kakkabe sa sutbe kakklya işbatü taluku 318u idat dumqe sa /eqe kföüte ctMa.gur8 bel age ana
den. AgyptisclıeAussagen sind beiseitegelassen, weil die dahinterstelıende Königsideologie su/put mat Gutfki us{ıniba ınassarta 319iııa anni süquri sa dSaınas quradi sa fire tiki/ti sa a/ak
siclı wesentlich von der vorderasiatischen untersclıeidet. idTya usastira amütT ... ,,auf den erhabenen Befehl Nabfis (und) Marduks hin, die anı Stand­
3o MANITIUS 1910, 99-117; vgl. SAGGS 1963, 145-148.
ort der Sterne eine Balın eingesclılagen hatten, die ,Erheben meiner Waffen' (bedeutet), und
31 WALLIS 1952. walırend günstige Vorzeichen, die ,Ergreifen der Macht' (bedeuten), dMa.gur8 (Sın), der
32 ARM II 48,14-24.
Herr des Diadems, (bedeutend) , um das Land Gutı zu plündern ', die Beobaclıter ermüdeten,
33 Lies /erem ba-ma-{i-iın (stat! Wallis' {em babatim); vgl.AHw 316" s.v. bama/um I.
auf das kostbare Jawort des Helden Samas hin, der Ermutigungsorakel, die ,Geben an mei­
34 z. 24 [a]-{a-ar-ra-du.
• ner Seite' (bedeuten), als meinen Leberbefund (im Schaf) verzeichnen lieB ... " (folgtAuf­
35 DaB die Worte w::ı'a!ıar S::ıınü'?l hinter 'a/:ıar? Sa'ul ein redaktioneller Zusatz sind, ist
bruch).
fast allgemein anerkannt. 39 PrismaA III 118-127 (STRECK 1916, 32 f.).
.,Heiliger Krieg" in Israel und Assyrien [471/472] [472-474] ,,Heiliger Krieg" in lsrael und Assyrien 81
80
Damals hatte ein fobru-Beamter in der Nacht ein en Traum und sah ein Gesicht: Au�· GeheiB Assurs (un d) Marduks, der groBen Götter, die mich durch gün stige
Auf dem Sockel Sins (d.h. der Sin -Statue) stan d geschrieben : ,,Denen, die gegen Vorzeıchen , Orakel, das Werk der Orakelpriester, ermutigten , brachte ich ilın en
Assurbanipal, den König von Assyrien, Böses planen, Feindseliges unternehmen, (scil. den Elamern ) i n Til-Tuba eine Niederlage bei. (Assurbanipal)48
beschere ich einen bösen Tod. Mit raschem Schwert, Feuerregen40, Hungersnot, Göttliche Kundgebungen dieser Art, also Ermutigungs- oder He ilsorakel,
Pest41 mache ich ihrem Leben ein Ende." sind nun auch 1er ,,Sitz im Leben" der Aufforderurıg, sich rıicht zu fürchten4 9,
Dieses hörte ich und achtete auf das Wort Sins, meines Herrn.
(Es folgt der Feldzugsbericht.)
und der sog. Ubergabeformel, d.h. der Vers icherung, daB die Gottheit d ie I
Feinde in die Hand des Körıigs übergibt oder übergeben hat50. In einem Gottes­
Auch wahrend des Krieges fragt man stand ig nach dem Willen und Beistand spruch für Asarhaddon wohl aus der Anfangszeit seiner Regierung, der durch
der Götter. Zu diesem Zweck nimmt man Kultpersonal, e twa professionelle I einen sonst unbekannten Mann namerıs Istar-la-t asiyat aus Arbela ergangen ist,
Opferschauer (biiru), mit ins Feld42 und achtet dort auch auf Vorze ichen und finden w ir beides zusammen (das redende leh ist Istar von Arbela)51:
Traume 43 • Sogar die ,,He imat" berichtet von göttlichen Kundgebungen an die Asarhaddon, König der Lander, fürclıte dich nicht!
Kampfenden; so schreibt S ibtu, die König in von Mar i, an den gegen Isme­ Schau52 , der Win d, der gegen dich an stürmte53 - lıabe ich niclıt
Dagan von Assyrien im Feld st ehenden König Zimri-Lim (18. Jh. v. Chr.)44: seine Flügel 54 abgebrochen?
Bezüglich der Nachricht von dem Feldzug, den mein Herr unternimmt, habe ich Dein e Feinde rolle n55 wie reife A.pfel56 vor deinen FüBen umher. 1
die Vorzeichen abgewartet. Einen Mann und ein e Frau lıabe ich befragt, un d das Die groBe Herrin bin ich!
Orakel (igerrum45 ) ist für meinen Herrn sehr günstig. Wegen Isme-Dagan habe leh bin Istar von Arbela, die ich deine Feinde vor deine FüBe
ich gleichfalls den /ein en Mann un d die/eine Frau46 befragt, und das Orakel für ihn hinwarf!
(igerru-su) ist ungünstig und lautet: ,,Unter dem FuB meines Herrn liegt er." 48 Prisma B V 93-96 (PIEPKORN 1933, 68).
49 VoN RAD 1952, 7 f.; vgl. HEINTZ 1969, 121-125, und dazu DıoN 1970; ferner: DıoN
Selbstverstarıdlich hat man auch vor jeder Schlacht den Willen der Götter
1967a. Die Formel la �apallab ,,fürchte dich nicht!" findet sich im Zusammen hang assyri­
erforscht : scher Ermutıgungs(Heıls)orakel an folgendeıı Stellen: BM 82-5-22,527 (LA NGDON 1914
Zu Assur un d den groBen Göttern , meinen Herren, erlıob ich meine Han de, und Taf. II f.) I 15'. III 13' .23'. IV 8'.24'; K 883 (CRAIG 1895, 26 f.), 2.20.25; K 4310 (4 R2 61)
mit zuverlassigem Jawort antworteten sie mir in reclıter Weise. (Salmanassar I.; es I 6'-31'. II 16'.33'. III 38'. V 21.
so VoN RAD 1952, 7-9; vgl. HEINTZ 1969, 125-129. ,,Übergabeformel": WESTERMANN
folgt der Schlachtbericht.)47
1964a, 87. Vgl. Ri. 20,28; 1 Sam. 23,4; 2 Sam. 5,19.
51 K 431O (4 R2 61) I 5'-25'. Bearbeitungen und Übersetzungen: BA NKS 1897/98, 269 f.;
JASTROW 1912, 158 f.; LA NGDON 1914, 128 f.; SCHMIDTKE 1917, 117 f.; E. Ebeling in GRESS­
40 Wörtlich: ıniqit isiiti ,,Fail von Feuer". MANN 1926, 28 l; LUCKENBILL 1927, §§ 618 f.; R.H. Pfeiffer in ANET2, 449 f.; R. Labat in
41 Wörtlich: lipit dEra ,,Eingriff Eras". LABAT-CAQUOT-SZNYCER-VIEYRA 1970, 257. Der Text lautet: 5' [1As+sur-PAP(ahu).A]s(idiıı­
42 Vgl. Assurnaşirpal II., An n. III 20 (BUDGE-KING 1902, 351): ,,Bel-apla-idinna, den na) LUGAL(sar) KUR.KUR (matate) 6' [la t]a-pa-lab 7' [s]u'-'i sıi-a-ru sa i-di-ba:ka-a-ııi 8' a­
qa-pıı·Sli la �k-su-pu-u-ııi 9' na-ka-ru-te-ka 10' ki-i sıi-ab-su-re sa ituS IGisiınüne) 11' As(iııa)
Opferschauer ('"!}al= barıı), der vor ihren (scil. der Herrscher von Sügu) Truppen herging, IGI(ma!Jar) GIR.2.MEs(sepe)-ka i-tan-ga-ra-ru 12 ·ctGASAN(beltu) GAL-tu(rabıtu) a-na-ku 13' a­
ergriff ich zusammen mit ih nen (scil. den Truppen) mit der Hand." Siehe auch den unten ııa-ku dJ5(lstar) sa "'"LIMMU.DINGIR(Arba'ile) 14' sa na-ka-ru-te-ka 15' A s(iııa) IGI(ınahar)
zitierten Assurbanipal-Text Prisma B V 93-96 und bereits aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. ' v v- - 1 /, k v
GIR.2.MEs(sepe) -,w a <- �r-ru-u-ııı• 16' a-a-u-te di-ib-bi-ia 17' sa aq-qa-ba-kan-ııi 18' As(iıza)
ARM HC A. 103 und A. 4222 (briefliche Berichte über Hepatoskopie auf Feldzügen; Mari), 1 9 20
mu!J-!Je la ta-zı-zıı-u-ııi a-na-ku dJ5(lsıar) sa uıuLIMMU.DINGIR(Arba'ile) ' ııa-ka-ru-te-ka
N oUGAYROL 1961a, 227-232. u-qa-a-a 21' a-da-ıza-ka (Rasur) a-ııa-ku 22·ct15(lstar) sa "'"LIMMU.DINGIR(Arba'ile) 23'A s(İna)
43 Vgl. noch Assurbanipal, Prisma A V 95-103 (STRECK 1916, 48 f.): ,,Die (Var.: Meine)
pa-ııa:tıı-u-ka 24' As(ina) ku-tal-li-ka 25' a-la-ka la ta-pa-lah.
Truppen sahen de n FluB Id'id'e, eine wütende Flut, (und) fürchteten sich vor der Furt. Istar, 52 Su"i irnp. D. von sa'ü ,,schauen"? So schon BANKS 1897/98, 269.270. Die Lesung des
die in Arbela wohnt, lieB wahrend der Nacht meine Truppen einen Traum sehen und sprach Zeichens [s]u ist freilich nicht sicher.
folgendermaBen zu ihn en: ,leh gehe vor Assurbanipal her, dem König, den meine Hande 53 Edepu ,,anwehen" mit dem im Assyrische n hiiufigen Wechsel bip.
gemacht haben.' Auf diesen Traum vertrauten meine Truppen. Den FiuB Id'id'e überschrit­ 54 A-qa-pu-sıi= aqappu-su ,,sein Flügel" (sg.) von agappu, gappu, kappu I ,,Flügel" (für
ten sie wohlbehalten." *aqappa-su mit assyrisclıem Umla ut). In der Übersetzung ist nach deutschem Sprachge­
44 ARM X 4,3-13. Bearbeitungen: MORAN 1969, 46-50; RöMER 1971, 50-53. Die der
brauch der Plural verwendet.
Übersetzung zugrundeliegenden Lesungen nach Römer; zu Z. 6 siehe auch W. von Soden 55 Zu QRR; siehe YON S oDEN 1951, 262 f., und vgl. YON SODEN 1952, § 28b. Altere Lite­
bei BERGER 1969b, 221. ratur: TH. BAUER 1933a; K.F. MÜLLER 1937, 20.
45 Die hier verwendete Technik des e/igerruın beruht wahrscheinlich auf der I nterpreta­
56 LA NDS ERGER 1949, 257 Anm. 45, nimmt wohl zu Recht an, daB iıusıG (si ınilnu, Mo­
tion zufalliger menschlicher AuBerungen, denen man eine Vorbedeuıung beilegte; vgl. OP­ _ � 4
n�t Sıvan) mıBverstiindliche Schreibung für similu ,,Jahreszeit" ist; also sah.süre sa simüııe
PENHEIM 1954-56. ,,Apfel (ihrer) spezifischen Jahreszeit", ,,zeitige Apfel". Für sa!Jsüru als as;yrische Neben­
46 Ob in beiden Fiillen dieselben Personen befragt wurden, isi nicht sicher.
47 IAK XXI 1 III 12-14. forrn von !Jas!Jüru ,,Apfel" siehe Ahw 333 f. s.v. basbüru.
82 ,,Heiliger Krieg" in Jsrael und Assyrien [474/475) [475/476] ,,Heiliger Krieg" in Jsrael und Assyrien 83
Welches sind denn meine Worte, die ich zu dir gesprochen habe, ,,Babel, was tust du standig? lns Netz will ich dich sammelıı! ... Die ,Hauser' der
auf die du dich nicht verlassen konntest? sieben Verbündeten64 uııd ali ihren Besitz will ich in die Hand Zimri-Lims überant­
leh bin Istar von Arbela ! worteıı."
Deinen Feinden lauere ich auf, übergebe (sie) dir.
leh bin Istar voıı Arbela! Es ist möglich, daB das Opfer mit dem Gottesbescheid in ursachlichem Zu­
Yor dir, hinter dir gehe ich her. sammenhang stand, daB es sich alsa, um den römischen Ausdruck zu gebrau­
Fürchte dich ııicht! chen, um ein sacrificium consultatorium handelte, wie man es vor dem Beginn
oder wahrend des Feldzuges darzubringen pflegte65. Freilich ist auch ein
Wir müssen es uns versagen, den Text hier im einzelnen zu interpretieren. ,,spontanes" Orakel durch den apillum nicht ausgeschlossen.
Nur so viel zur Einordnung: Es handelt sich um ein Ermutigungsorakel für den Nur aus dem hethitischen Bereich kann ich bisher belegen, daB man sich den
König wohl in einer Situation, in der er des nötigen Beistands der Götter nicht Beistand der Götter bei kriegerischen Unternehmungen auch durch Gelübde zu
recht sicher war. Die Göttin verweist auf ihr früheres Heilshandeln bei den sichern suchte. So gelobt Tutgalia iV. in einem noch unveröffentlichten Text
Vorgangen um die Thronbesteigung Asarhaddons und begründet damit die aus Boğazköy (ijattusa), wahrscheinlich zu Anfang seiner Auseinandersetzun­
Zuverlassigkeit auch ihrer neueren Hilfszusagen gegen die Feinde. gen mit dem assyrischen König Tukulti-Ninurta I.66: 1
Ahnliche Aussagen gibt es für Assurbanipal, z.B. in einem Orakel, das vor
dem Gott Bel Tarbaşe erging57 : Wenn Hır (Götter) Ninurta, Kumarbi und NN mir den Sieg gebt, und ich den Kö­
nig von Assyrien überwinde, so werde ich drei Heilige Steine67 euch zum Dank auf­
Die Kimmerier gab ich in seine Hand. stellen und jedem Gott ein Rind und acht Schafe geben ...
Sie haben in der neuassyrischen Zeit schon eine ehrwürdige mesopotami­ H. Otten möchte in der Lücke nach Kumarbi den Gottesnamen Assur ergan­
sche Tradition. So heiBt es in einem Spruch der Göttin Annunitum für den zen und in den angesprochenen drei Göttern die des Assyrers erkennen. DaB
schon mehrfach genannten König Zimri-Lim von Mari (18. Jh. v. Chr.)58 : man auch die Götter des Gegners für sich zu gewinnen sucht, entspricht ganz
Deine Feinde werde ich in deine Hand überantworten, und die Leute, die mich hethitischer Vorstellung68 • Vollstandig gesichert ist diese Auffassung des Tex­
bestehlen59, werde ich ergreifen und im Bauch60 der Belet Ekallim sammeln. tes jedoch nicht, da die Nennung des hurritischen Gottes Kumarbi, der in den
Inschriften Tukulti-Ninurtas 1. überhaupt nicht vorkommt, überrascht; immer­
Unter den altbabylonischen Gottesworten dieser Art befindet sich auch ein hin könnte sein Name interpretatio hethito-hurritica eines mesopotamischen
regelrechtes Fremdvölkerorakel61 , wohl aus der Zeit der beginnenlden Ausein­
andersetzung zwischen ijammurapi von Babylon und Zimri-Lim. Ein Bearrıter
berichtet seinem Herrn Zimri-Lim in einem Brief62 :
Das Opfer brachte ich (dem Gott) Dagaıı für das Leben meines Herrn dar. Da 64 Historisch noch unklar; es scheint sich um t(ammurapi und seine Bundesgenossen

stand der/ein apillCım63 des Dagan von Tuttul auf und sprach folgendermaBen: gegen Zimri-Lim zu handeln.
65 V gl. z.B. Rıst 1920, 5-10. - AbschlieBend sei hier angemerkt, daB die Vielfiiltigkeit

der Erforschuııg des göttlichen Willens und der göttlichen Willenskundgebungen, die in den
Keilschrifttexten zutage tritt, entsclıieden der Ansicht widerrat, es sei in lsrael nach der
Ablösung der ,,charismatischen Kriegshelden" durch die Könige (seit David) das Charisma,
57 K 2401 11 l ' (CRAIG 1895, 22; STRONG 1894, 627.637): [k"'G]i-mir-a+a As(iııa)
d.lı. die Berufung durclı Jahwe, durch das technische Orakel ersetzt worden; so BACH 1962,
su(qiitf)-su a-d0i'. Die Lesung a-d0i ! , die auf der Photographie m.E. deutlich ist, findet sich 105-110. Gegen forıngeschichtlichen Rigorismus im Umgang mit göttlichen Kundgebun­
schon bei MARTIN 1903, 88; ich fasse sie als addi auf. Zu dem in il 8' vorkommenden Gott gen vgl. auclı ELLERMEIER 1968, 209-217.
ctEN(Bel).ruR(tarbiişe) siehe noch FRANKENA 1954, 123:45; aus letzterer Stelle aus dem 66 38/r
Vs. l 5'-8'. Übersetzung, Erganzungen, Kommentar: ÜTTEN 1962, 75 f. Die hier
,,GötteradreBbuch" vonAssur geht hervor, daB er ein ı'teoç oı'ıvvaoç des ReichsgottesAssur nicht mitgeteilte letzte Zeile des Gelübde-Paragraphen (1 9') lautet nach einer von H. Otten
im Tempel E.sar.ra in Assur war. freundlichst zur Verfügung gestellten Transliteration kat-ta ba-ma-aıı-ak-mi ııu-x[ .. .] ,,wer­
58 ARM X 8,12--18. Bearbeitungen und Übersetzuııgen: DossıN 1966, 82 (Übersetzung);
de ich festsetzen und ..." (Übersetzungsvorschlag Otten; zur katta(n) bamank- vgl. auch
ELLERMEIER 1968, 60 f.; MORAN 1969, 31 f. FRIEDRICH 1966, 13• s.v. bameıık-). lm folgenden Paragraphen <les Textes (1 I0'-14') geht es
59 Vgl. ARM X 81,7 und dazu BERGER 1969a, 209; RöMER 1971, 55. vielleicht um Extispizin (vgl. IZKIM-is ,,Omen" 13', forljuwandas gen. ,,lnııeres 11' .12'), an
60 Siehe VON SODEN 1969, 198. der die Sonnengöttin von Arinna (ctuTu"nıruL-ııa 11 ') beteiligt zu sein scheint.
67 3 ""4
61 Erkannt von ScHULT 1966, 230; vgl. auch ELLERMEIER 1968, 136. ZI.KJN ti-it-ta-nu-mi [ ...] 7'. Zu na4zl.KIN, heth. buwasi-, vgl. FRIEDRICH 1952,
62 ARMT XIII 24,4-15. Bearbeitungen uııd Übersetzungen: DossıN 1966, 79; MALAMAT 79b; 1961, l 3b (Lit.); ferner: BosSERT 1946, 46; 1952, 501-504; GüTERBOCK 1946b, 489;
1966, 214-219; 1970, 58; SCHULT 1966, 228-231; ELLERMEIER 1968, 40- 43. GOETZE 1957, 168 mitAnm. 3; (JAKOB-)Rosr 1961, 166 f.169; M. WEIPPERT 1961b, 99-102
63 Zur Lesung ıııa. *pil-lu-u-um stat! ıııa-ap-lu-u-um siehe BERGER 1969a, 209; zur Bedeu­ [s.o., 50-52]; DARGA 1969.
68 ÜT
tung (etwa ,,Buhlkııabe"; Kultaktant?) vgl. AHw 57b s.v. apillCıııı. TEN 1962, 76.
84 .,Heiliger Krieg" in Israe/ und Assyrien [476/477] [491/492] ,,Heiliger Krieg" in lsrae/ ııııd Assyrieıı 97
Gottes, vielleicht des - bei Tukulti-Ninurta I. haufiger vorkommenden - Ellil69 , lsraeliten, in 2 Sam 10,12 140 , die im Munde eines zum Heerbann aufgebotenen
sein. Es gibt aber auch hethitische Feldzugsgelübde, die sich an die eigenen israelitischen Bauern auch nicht anders geklungen hatten.
Götter wenden70•
Beilaufig sei an dieser Stelle aııgemerkt, daB m.E. die These, durch das Aufkom­
Nach der Musterung der Truppen, Pferde und Wagen71 bricht das Heer gegen
men des Berufskriegertums in Israel sei der Heerbann in den Hintergrund geltre­
den Feind auf. Die Götter ziehen voraus, und das in durchlaus korıkreter Ge­ ten141, eiııer Nachpriifung bedarf. Das Beispiel der Assyrer 142 macht sie recht un­
stalt, wie eirı Text Sargorıs II. vorı Assyrien zeigen karın72: wahrscheinlich.
Nach den Uindern Zikirtu und Andia richtete ich das Joch (des Wagens) Nergals 4. Unterschiede in der ideologisch-theologischen Behandlung von Defen­
(0URI.GAL) (und) Adads, der Standarten (ııriıngal/e73), die mir voranziehen.
siv- und Offensivkriegen karın ich weder in den Königsinschriften des neu­
Standarten verschiedenen Typus sind aus bildlichen Darstellungen bekannt: assyrischen Reiches noch im Alten Testament finden. Freilich haben es die
auf Stangen Symboltiere der Götter oder Scheiben, auf denen neberı dekorati­ Assyrer verstanden, fast einen jeden Krieg als Verteidigung gegen einen feind­
ven Elementen die Gottheit oder ihr Symbol abgebildet ist. Die Feldzugsreliefs lichen Angriff, gegen eine Rebellion gegen die Weltherrschaft Assurs oder
der assyrischen Könige zeigen auch die Standarte Assurs auf einem Streitwa­ überhaupt gegen feindselige Machenschaften hinzustellen. Die lsraeliten der
gerı urıd den Kult vor Standarten im Feldlager74 . Aus der zitierterı Sargon-Stelle rıachsalomonischen Zeit gerieten andererseits in einem solchen MaBe unter die
geht hervor, daB die Standarten die Gottheiten reprasentierten75 • Aussagen der Rader der Weltgeschichte, daB sie wenig Gelegenheit zur Beschaftigung mit
lnschriften wie der Rechtfertigung eigener Angriffskriege hatten.
5. SchlieB!ich sei noch darauf hingewiesen, daB der oberste irdische Kriegs­
herr des assyrischen Reiches, der König, Trager eines charismatischen Amtes
69 Kumarbi wird in einem zweisprachigen Boğazköy-Text (KUB IV 1 IV 22/24) nicht
ist; dasselbe gilt für die Könige von Israel und Juda. Ein grundsiitzlicher Unter­
unsachgemaB mit Elli! gleichgesetzt; vgl. UNGNAD 1936, 64 Anm. 1; GüTERBOCK 1946a, 94 schied zu den ,,charismatischerı Kriegshelden" der Frühzeit Israels besteht da­
mit Anm. 14; LAROCHE 1947, 121; YON ScHULER 1965, 185. - Zu Elli! in den Inschriften
Tukulti-Ninurtas I. siehe WEIDNER 1959, 62" s.v. En-lfl. her nicht. Ilır Auftreten im Falle einer auBeren Bedrohung ergibt sich vielmehr
7 ° Folgende Gelübde im Kriegsfall sind mir noch bekannt: l . KBo XII 58 Rs. III 3'-7' aus den noch unentwickelten gesellschaftlichen Verhaltnissen der israeliti­
(Hinweis H. Otten) in einem Gebet Tutgalias IV. (? vgl. 1Tıı-ııt-lja-[l]i-ia-as Vs. 12 und den schen Stammesstaaten der vorköniglichen Zeit, die, wie noch die arabischen
Rückverweis i-na u4-mi 1.Su-ııp-pi-lu[-liııma] ,,zur Zeit Suppiluliums" Vs. 12) arı die Beduinen jüngst vergangener Tage 1 ·13, ein institutionelles Heerführeramt nicht
Sonnengöttin von Arinııa; 2. KUB XV 21 (Hinweis H. Otten), eine Sammlung von Gelüb­
besaBen.
den, wie es scheint für ,,Istar" (dıs8.T[A]R Z. 1), mit Stiftungen für das Herbst- [EZENXSE ze­
e-na-aıı-ta-as) und das Frühlingsfest (EZENXSE lja-mi-is-lja-an-ta-as; beides ZZ. 3.14; die
Stellen ergiinzen sich gegenseitig; in Z. 15 ist die Stadt ["']"ija-ti-eıı-zıı-wa genannt); 3. KBo
IX 96, ein Gelübde für ,,Istar" (ıs 8 . TAR I l' .4' .1 O < '?) vor einem Zug gegen das Land Amurru
(KUR uruA-mur-ra I 8'; von seinen Stadten ist in 1 11' urulr-ga-ta genannt) und die Agypter
(vgl. EREN.MES KUR "'"Mi[-iz-ri-i] ,,die Truppen des Landes Agypten I 3'; LUGAL KUR uruMi­
iz-ri-i ,,der König des Laııdes Agypten" I 16').
71 Vgl. z.B. Sargon II., TCL III, 12.
72 TCL III, 14.
73
Urimgal/ıı ist wohl ııicht voıı (d)urigallu ,,Standarte" zu unterscheiden; vgl. dazu 140
VoN RAD l 952, 37; vgl. auch GıvEON 1964. Der AnstoB, den von Rad an der Erwah­
MEISSNER 1920, 93. nung der 'ar? 'e/ölı?nü nimmt, ist nicht begrürıdet, da der Begriff 'fr nicht nur ,,Stadte" im
74 Das Material ist zusammengestellt und besprocheıı bei EıssFELDT 1940/41, 208-21O heutigen Sinn, sonderıı auch Dörfer und unstandige Siedlungeıı einschlieBen kann. Zu
(= 1963, 299-301); Literatur ebd., 208/299 Anm. l . Vgl. ferner: LABAT 1939, 259 f.; Giveons These sei beınerkt, daB ich den Namen Y /ı - -w;, in dem Ausdruck r; s;sw Y-/ı-w;
HROUDA 1965, 104.184b (für unsere Fragestellung sind nur die Darstellungen bei Salmaııas­ ,,S;sw-Larıd Y hw", der in den ,,geographischerı" Listen Amenophis' III. uııd Ramses' II. in
sar III. und Assurbanipal von Belang; beide in EiBfeldts Katalog enthalten). SCHAEFFER Soleb und 'Aıncırcı West belegt ist, ııicht mehr für den alttestamentlichen Gottesnamen, son­
ı 966, 9-14, möchte eine Reihe von Kleinbroıızen, die einen Stier darstellen und eine Boden­ dern für einen - etymologisch damit verwandten - hypokoristischen Personeııııameıı
platte mit eiııem Zapfen zur Befestigung aufweisen, aufgrund einer bildlichen Wiedergabe *Yahwi(-GN) (verwendet als Stammesname) halte; siehe M. WEIPPERT 1971b, 32 f., zu
in Mari als Bekrönungen von Standarten interpretieren; das ist möglich. Auf die Erklaruııg 'Amı'ira West N 97. Darrıit karın ich der Tlıese, die von Yhw = Gottesname YHWH ausgeht,
der ,,Goldenen Ki:ilber" Jerobeams I. varı Israel und desjenigen von Ex. 32 als ,,Stierstan­ nicht zustirrımen.
darten" (EISSFELDT 1940/41, 205-215 = 1963, 296-305, fortgeführt von SCHAEFFER 1966, 141
VoN RAD 1952, 33-38.76-78; im gaıızen zurückhaltender JuNGE 1937, 6 ff., der mit
13 f.) muB hier nicht eingegangen werden; vgl. M. WEIPPERT 1968. AuBer Betracht bleibt dem völligeıı Verschwindeıı des Heerbanııs erst für die 2. Halfte des 8. Jahrlıunderts v. Clır.
hier auch die stattliche Reihe iigyptischer und altkleinasiatischer Standarten (vgl. EiBfeldt). reclınet.
75 Zum Konzept der Reprasentanz vgl. allgemein M. WEIPPERT 1961b, 106-108 [s.o. 142
Siehe oben S. 78.
S. 56 f.]; 1968, 1648. 143
Siehe SOGGIN 1967, l 57f. l 61.
6. Ecce non dormitabit neque dormiet qui custodit Israhel
Zur Erklarung von Psalm 121,4

(1983)

leh bebe meine Augen auf zu den Bergen:


Woher kommt ıneine Hilfe?
Meine Hilfe kommt von Jahwe,
der Hiınınel und Erde gemacht hat.
Er lasse deinen FuB nicbt wanken;
ııicbt schlummere der, der dich behütet.
Siehe, er scblummert und schlaft nicht,
der Israel behütet.
Jahwe ist dein Behüter, Jahwe dein Schatten
an deiner rechten Seite:
Anı Tage schlagt dich die Soııııe nicht
noch der Mond in der Nacht.
Jahwe bewahrt dich vor alleın Übel,
er behütet dein Leben.
Er behütet dein Geben uııd Kommen
voıı jetzt an und immer.
Psalm 121 ist einer der bekanntesten Psalmen, vielen von Kind an vertraut,
sei es durch die schöne Übersetzung Martin Luthers oder durch Nachdichtun­
gen wie das Lied ,,leh heb mein Augen sehnlich auf' von Kornelius Becker.
Für den Alttestamentler enthalt der Psalm mancherlei Probleme: Wie ist der
Personenwechsel vom leh zum Du zwischen den Versen 2 und 3 aufzufassen?
Findet er sich im masoretischen Text an der richtigen Stelle, oder muB man den
vorliegenden Wortlaut andern, um etwa in Vers 3 noch die Stimnıe von Vers 1
oder aber in Vers 2 bereits ihren Respondenten sprechen zu lassen 1 ? Sind die
Nominalsatze und Verbalformen in den Versen 4-8 indikativisch oder jussi­
visch, als Aussage oder als Wunsch, zu verstehen? Welcher Gattung gehört der
Psalm an, und wie ist er zu datieren? Im folgenden soll kein Versuch gemacht
werden, diese Fragen zu beantworten; für einige der angesprochenen I Proble­
me weiB ich bislang auch keine überzeugende Lösung. leh glaube zwar, daB es
sich bei Psalm 121 um ein ,,geistliches Lied"2 aus nachexilischer Zeit mit An-

1 Vgl. die Angaben bei KRAUS 1978 z.St.


2 STAERK 1920, 241; vgl. A. Bertholet in KAUTZSCH 1923, 256.
100 Ecce 11011 dorınitabit neque dorıniet qui custodit Israhel [76/77] [77-79] Ecce nan dormitabit ııeque dorıııiet qui custodit Israhel 101
klangen an eine Liturgie (Wechselgesang oder -gesprach zwischen einem Lai­ selbe Gedanke findet sich nach dem 2. Weltkrieg auch bei H.J. Kraus und H.
en - Vers 1 - und einem Priester Verse 2-83 -) handelt; aber sicher ist das Jagersma7 • Zur Stützung seiner Auffassung verweist Jagersma auf einige altte­
nicht. stamentliche Stellen, an denen Derivate der Wurzel /ysn/ das Verbum YSN
Worum es im folgenden gehen soll, ist Vers 4 hinnjf lö-yi'inüm wcJlö y"isan ,,schlafen", das Verbaladjektiv ycisjfn ,,schlafend" und das Substantiv sjfnci
söınjfr Yisrci'ifl ,,siehe, der Hüter Israels schlummert und schlaft nicht", m.E. ,,Schlaf' - zur Andeutung von ,,sterben" und ,,Tod" verwendet werden. Be­
eine indikativische Aussage, die den Segenswunsch von Vers 3b 'al-ycinünı trachtet man die angegebenen Stellen - Jer. 51,39.57; Ps. 13,4; Hi. 3, 13; Dan.
söıncJreka ,,nicht schlummere, der dich behütet" in vollerer Form aufnimmt. 12,2 -, so ist sofort deutlich, daB sie von Menschen und nicht von Götterrı spre-1
Dieser Vers konfrontiert den Ausleger auf den ersten Blick nicht mit groBen chen, und daB es sich um übertragene Redeweise handelt, deren eigentliche
Problemen. Er ordnet sich ohne weiteres in den durchgehenden Tenor des Ge­ Bedeutung anders als in 1 Kön. 18,27 urımiBverstandlich aus dem Zusammen­
dichtes ein, daB Jahwe bei Tag und Nacht, in allen Situationen des menschli­ hang hervorgeht. Überdies wird bei der von Jagersma vertreterıen Auffassung
chen Daseirıs, urıermüdlich über dem Eirızelrıerı wacht; anders als im Rest des der ironische Charakter der Rede Elias verkannt. Es spricht m.E. nichts dage­
Psalms wird der Einzelne hier aber ausdrücklich hineingenommen in die Für­ gerı, daB der Gott Baal hier tatsachlich schlafend vorstellt ist; nur diese Bedeu­
sorge Jahwes, des ,,Hüter Israels", für sein Volk. So oder ahnlich wird der Vers tung der Verben YSN ,,schlafen" und YQŞ ,,aufwacherı" paBt zu den anderen von
in den meisten Kommentaren erklart, die ich vergleichen konnte. leh könnte Elia zur Auswahl gestellten potentiellen Verhinderungsgri.inden.
hier schlieBen. Die Frage ist freilich, ob man sich mit dem ersten Blick begnügen Damit ist implizit eigentlich auch schon i.iber die Auffassungen von Kraus
darf und nicht dem Vorrecht und der Pflicht der Wissenschaft genügen muB, zu das Urteil gesprochen. Er findet auBer in 1 Kön. 18,27 polemische Anspielun­
prüfen, ob die Dinge wirklich sind, wie sie scheinen - und sei es auch nur, um gen auf die kanaanaische Konzeption sterbender und auferstehender Götter
am Ende mit Erleichterung konstatieren zu können, daB sie in der Tat so sind. noch in Psalm 44,24 und 78,56, wo der Gott Israels ausdrücklich mit ,,schla­
In seinem im Jahre 1934 erschienenen Psalmenkommentar schreibt Hans fen" in Verbindung gebracht wird, urıd an einigen weiteren Psalmenstellen, wo
Schmidt in Bezug auf Psalm 121,44 : 1 die Beter Jahwe die Worte zurufen: ,,Steh auf! Erwache!"8
Dieser Gott ist anders als etwa die Fruchtbarkeitsgötter, die Ba'ale, die auf ,den Um mit der letztgerıannten Stelle zu beginnen: Psalm 78 ist ein etwas un­
Höhen' da und <lort verehrt wurden. Die gehen eine Zeitlang im Jahre zur Ruhe. Sie i.ibersichtlicher Geschichtspsalm, eine Art Lehrgedicht, das die ganze Ge­
werden müde wie die Menschen und schlafen (vgl. I Reg 18,27), eine Meinung, in schichte des frühen Israel vom Auszug aus Agypterı bis in die Zeit der Philister­
der wohl das Sterben und Auferstehen dieser Götter aufgefaBt und zugleich verspot­ herrschaft als eirıe Periode des Abfalls und der Rebellion darstellt, in der das
tet wird. Nein, so ist der Gott des Zionsberges nicht: er ,schlaft und schlummert' Volk sich weder durch die groBen Heilstaten Gottes noch durch die ihm aufer­
niemals! legten Gerichte von seinem bösen Wandel abbringen lieB. Die Aufzahlung er­
Schmidt beruft sich für diese Interpretation auf 1 Kön. 18,27, die bekannte reicht ihren Gipfelpunkt in der Zerstörung des Heiligtums von Silo, dem Be­
Spottrede des Propheten Elia an die Adresse der frustrierten Baalspropheten weis, daB Gott Ephraim verworfen hat, und in der Erwahlung Judas, des Berges
auf dem Karmel, die bereits stundenlang mit allen Mitteln, jedoch vergeblich, Zion und Davids, wodurch die Unheilsgeschichte ihr Ende erreicht. Der Werı­
versucht hatten, ihren Gott davon zu bewegen, ihr Brandopfer vom Feuer ver­ depunkt der Geschichte wird in Vers 65 in einem gewagten Bild folgenderma­
zehren zu lassen und sich so als ein wahrer und machtiger Gott zu erweisen. Ben geschildert:
Der Vers ist sprachlich nicht ohne Probleme5 ; für unsere Zwecke genügt es Da erwachte der Herr wie ein Schlafender,
aber, ihn in der Übersetzung der Zürcher Bibel anzuführen6 , die die communis wie eirı Held, den der Wein übermannt hatte.
opinio in ansprechender Form wiedergibt:
Im Gegensatz zu diesem sehr narrativen und didaktischen Gedicht ist Psalm
[Elia sagt zu den Baalspropheten:] Ruft doclı lauter! Er ist ja ein Gott; er ist wohl in 44 ein Klagelied, genauer ein Klagelied des Volkes, 1 das man nach inhaltlichen
Gedanken oder abseits gegangen oder auf Reisen; vielleicht schlaft er auch und wird Gesichtspunkten in vier Abschnitte einteilen kann. Der erste Abschnitt erinnert
dann erwachen. an die früheren Heilstaten Gottes zur Zeit der Eroberung Kanaans als den
Nach Schmidt enthalten die letzten beiden Satze eine Anspielung auf das Grund, auf dem das Vertrauen Israels zu seinem Gott beruht. In schreiendem
Wesen des karıaanaischen Baal als ,,sterbender und auferstehender Gott". Der- Kontrast dazu schildert Abschnitt 2 die Notlage, in der das Volk sich nun befirı­
3 Man müBte dafür in Vers 2 *'çzer statt 'ezrT !esen. det: Gott hat den Heeren Israels seinen Beistand entzogen, er hat das Volk wie
4 H. SCHMIDT 1934, 222.
5 Siehe z.B. H.-P. MüLLER 1969, 369 mit Anın. 2.
7
KRAUS 1978, 1014 (= 1961, 836); 1972, 14 ff.; JAGERSMA 1975.
6 ln M. WEIPPERT 1983b, 280 f. mit Anın. 6, war auf MULDER 1979, 5, verwiesen.
8 Kraus nennt Ps. 7,7; 9,20; 10,12; 35,23; 44,24; 54,6; Jes. 51,9 urıter Hinweis auf
WIDENGREN 1955, 66-76.
102 Ecce non dormitabit neque dormiet qui custodit Israhel [79/80] [80-82] Ecce ııon dormitabit neque dormiet qui custodit Israhel 103
Schlachtvieh seinen Feinden ausgeliefert, es in alle Himmelsrichtungen zer­ kanaanliischen Religion, der in wissenschaftlichen und allgemeinverstandlichen
streut und es dem Spott seiner Nachbarn preisgegeben. Formgeschichtlich be­ Darstellungen gang und glibe ist, aber dringend eingehender Untersuchung
trachtet ist dies die Klage, ein notwendiger Bestandteil aller Klagelieder. Hier­ bedürfte. in diesem Zusammenhang muB ich mich auf ein paar Bemerkungen
auf folgt als dritter Abschnitt eine Unschuldsbeteuerung - in diesem Zusam­ beschranken, die dem Problem als ganzem nicht gerecht werden, aber viel­
menhang eine auffüllige Erscheinung -, wie sie sonst nur in ii:ıdividuellen Kla­ leicht als Hinweis darauf gelten können, daB der Sache mit der unreflektierten
geliedern vorkommt9 : Israel sei trotz allen Unheils, das ihm zuteil geworden Tradierung ungeprüfter alterer Pauschalmeinungen rıicht gedient ist. Es soll
ist, seinem Gott und dessen Bund treu geblieben. Mehr noch: Israels Leiden sei hier nicht bestritten werden, da/3 der Alte Orient in der Tat Gottheiten kannte,
Folge dieser Treue, sei Leiden um seines Gottes willen. Aus dieser Überzeu­ deren Mythos von ihrem Sterben und Auferstehen oder von ihrem Verschwin­
gung wachst die sehnsüchtige Bitte heraus, die den vierten Abschnitt des den und Wiederkehren erzlihlte. Man kann dafür global auf den ligyptischen
Psalms und damit seinen Skopus bildet: Osiris, den sumerischen Dumuzi und den kleinasiatischen Telipinus verwei­
Wach auf! Warum schlafst du, Herr? sen; Dumuzi wurde vorı den Babyloniem als Tammuz übemommen und kommt
Erwache! VerstoBe nicht für ewig! unter diesem Namen auch im Alten Testament vor. Ob man ihn aber unbedenk­
Warurn verbirgst du dein Aııgesicht, lich unter die ,,sterbenden und auferstehenden Götter" eirıreihen kann, ist zu­
vergiBt du unser Eleııd uııd unsere Unterdrückung? mindest nicht sicher. Wie die ugaritischen Texte der Spatbronzezeit zeigen,
war der nordwestsemitiJsche Haddu, besser bekannt als Baal, ein Gott, dem,
Steh auf, uns zu Hilfe! vielleicht in Analogie zum Rhythmus der Jahreszeiten 11, Tod und Auferstehung
Erlöse uns um deiner Treue willen! widerfuhr. Weniger klar ist, ob wir das auch von Haddus Gegner Möt anneh­
Wie ,,schlafen" und ,,erwachen" aufgefa/3t werden müssen, la/3t sich eindeu­ men dürften, der von der Göttin Anath getötet wird, aber stets aufs Neue als
tig aus den Verben ableiten, die der Psalmist hier in vergleichbarer Funktion Widersacher Baals auftritt. Zur Kategorie der sterbenden und auferstehenden
gebraucht. Dem Verbum ,,schlafen" entsprechen so ,,verstoBen", ,,das Ange­ Götter gehört aber sicher der phönizische Adonis, dessen Gestalt allerdings
sicht verbergen" und ,,vergessen", Verben, die die Abwendung Jahwes von Is­ zahlreiche Ratsel aufgibt 12. Die Geschichte von Adonis ist bekanntlich mit vie­
rael und seine daraus resultierende Untiitigkeit ausdrücken. ,,Erwachen" und len Varianten ausschlieBlich bei Schriftstellem des griechisch-römischen Al­
,,aufstehen" stehen in semantischem Parallelismus zu ,,erlösen". Man kann tertums überliefert, aber deutlich aus der Stadt Byblos und ihrer Umgebung
also ,,schlafen" in diesem Zusammenhang mit ,,passiv, inaktiv sein", ,,erwa­ herzuleiten. M.E. handelt es sich dabei um eine relativ junge und euheme­
chen" mit ,,zum Handeln übergehen, aktiv werden, einschreiten" umschreiben. ristisch ausgestaltete Weiterbildung des erwlihnten alten Mythos von Haddu/
Dies gilt auch für Psalm 78,65 und die anderen von Kraus angeführten Stellen Baal, die ihre Form wahrscheinlich in Kontakt mit oder unter EinfluB der ligyp­
mit der J Bitte ,,Steh auf! Werde wach!" Eine mögliche implizite Verbindung tischen Osiris-Theologie erhalten hat. Im Grunde könnte man damın im
zwischen diesen Aussagen der israelitischen Psalmdichter und der kanaana­ kanaanliischen Bereich von einem einzigen Gott sprechen, der stirbt und aufer­
ischen Konzeption sterbender und auferstehender Götter ist hier nicht festzu­ steht. Von einer allgemeinen und beliebig als Interpretationsmuster verwend­
stellen. barerı ,,karıaarıliischen Korızeption sterbender und auferstehender Gottheiten"
DaB man auch in der Antike nicht sogleich an Derartiges gedacht hat, geht (,,Gottheiterı" im Plural) kann somit keine Rede sein.
aus der Verwendung des Ausdrucks lô yönüm wJlö y"islin in Jes. 5,27 hervor. Aber eigentlich hat das mit unserem Gegenstand schon gar nichts mehr zu
Dort bezieht sich der Ausdruck nlimlich auf das ,,Volk aus der Feme", das Isra­ tun. Wir haben gesehen, da/3 es in den angeführten Bibeltexten um das ,,Schla­
el heimsuchen soll, also durchaus rıicht auf einen Gott. Überdies kamı die Be­ fen" und ,,Erwachen" von Jahwe und Baal in der gewöhnlichen Bedeutung die­
deutung der Phrase hier ohne Weiteres aufgrund des Parallelausdrucks 'ifn ser Verben geht, wenn auch ıneist in übertragener Anwendung. DaB bestimmte
,ayyifp wJ'ifn kôsifl bö ,,kein Ermüdeter oder Strauchelnder ist darunter" festge­ Exegeten sich daran stoBerı, hlingt wahrscheinlich mit der latenJten Animositlit
stellt worden. Nach Duhm 10, dem viele gefolgt sind, handelt es sich in Jes. 5,27 gegen Anthropomorphismen zusammen, die unseren modernen Vorstellungen
um einen Zusatz zum ursprürıglichen Text, der aus Psalm 121,4 geschöpft ist. von Gott und den Göttern zugrundeliegt. Die Antike hat dabei im allgemeinen
Bisher habe ich in Anlehnurıg arı den Sprachgebrauch der angeführten Auto­ viel weniger Skrupel gehabt.
ren ohrıe Vorbehalt vorı einer ,,karıaanliischen Konzeption sterberıder und auf­ So lassen sich denn auch in der Tat in der Umwelt des Alten Testaments Texte
erstehender Götter" gesprochen. Das ist ein Topos der Charakterisierung der finden, in denen ganz normal von schlafenden und erwachenden Göttern gere-

9 Siehe ÜUNKEL-BEGRICH 1966, 132 vgl. 251. 11 Vgl. DE MooR 1971.


ıoDUHM 1922a, 430. 12 Vgl. z.B. DE VAUX 1933; ATALLAH 1966; SOYEZ 1977; RIBICHINI 1979; 1981.
104 Ecce non dormitabit neque dormiet qui custodit lsrahel [82/83] [83-85] Ecce non dormitabit neque dormiet qui custodit lsrahel 105
det wird. Die Beispiele, die ich im folgenden anführe, stammen aus Mesopota­ Als Beleg stelle ich hier ein altbabylonisches Gebet an die Götter der Nacht
mien oder sind aus Mesopotamien herzuleiten. Für die begrenzten Ziele dieses (ikrib musıtim) vor, das in zwei in Einzelheiten variierenden Tontafelinschrif­
Aufsatzes habe ich davon abgesehen, auch die Literatur anderer altorientali­ ten überliefert ist 16, und I das bei nachtlichen Opferschauen gebraucht wurde.
scher Völker durchzumustern; ich vermute, daB man auch in agyptischen und Es enthalt u.a. eine lyrische Beschreibung der nachtlichen Stille von Stadt und
echt hethitischen Texten fündig werden könnte. Land, die nicht nur uns, den Erben Petrarcas und der Romantik, etwas zu sagen
Anı Anfang des Atrabasis-Epos, das wahrscheinlich in altbabylonischer Zeit hat, sondern augenscheinlich auch den Enthusiasmus spaterer babylonischer
um 1800 v. Chr. entstanden ist, wird erzahlt, wie die Götter ursprünglich hart Autoren hervorgerufen hat. Motive aus diesem Gedicht sind namlich auch in
für ihren Lebensunterhalt arbeiten muBten, freilich mit Ausnahme der sieben einem dreisprachigen Ritual gegen Schlaflosigkeit, das in ijattusa, dem heuti­
GroBen Anunnakü, die eine Art Regierung der Götterwelt bildeten und daher gen Boğazköy, der Hauptstadt der Hethiter, gefunden worden ist 17 und aus dem
von manueller Arbeit freigestellt waren. Diese ungleiche Lastenverteilung 13. Jahrhundert v. Chr. stammen könnte, und in zwei Ritualen aus der Biblio­
führte auf die Dauer bei den unterprivilegierten Göttern zu betrachtlicher Un­ thek des assyrischen Königs Assurbanipal 18 aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. ver­
zufriedenheit, die sich schliefüich in einem Aufstand entlud. Nachdem die arbeitet. Um einen Eindruck von diesen Dichtungen zu vermitteln, sei im fol­
Aufstandischen ihre Arbeitsgerate verbrannt hatten, umzingelten sie zu nacht­ genden die Übersetzung des von G. Dossin veröffentlichten Exemplars der
licher Stunde den Palast Ellils, des Vorsitzenden des Kollegiums der Anunnakü, altbabylonischen Fassung mitgeteilt, deren Original sich auf einer Tontafel im
als dieser in tiefem Schlafe lag und nichts von den dramatischen Ereignissen Musee du Louvre befindet 19 : 1
merkte, die sich rings um ihn abspielten. Es kostete seinen Wesir Nusku einige Unruhig sind die Fürsterı,
Mühe, Elli! aufzuwecken und ihn von der gefahrlichen Lage zu unterrichten 13• gesichert die Riegel,
Die folgende Entwicklung, die zu einem KompromiB und zur Erschaffung des die Schlafmatten20 ausgebreitet,
Menschen führte, können wir für unser Thema auBer Betracht lassen. Viel spa­ die larmenden Menschen sind stili,
ter als das Atrabasıs-Epos ist das Babylonische Schöpfungsepos Enüma e!Is die offenen Türen verschlossen.
entstanden, wahrscheinlich im 12. Jahrhundert v. Chr. in diesem Gedicht ge­ Die Götter des Landes, die Göttinnen des Landes,
lingt es zu Beginn der Feindseligkeiten zwischen den Urgöttern und den jünge­ Adad und Ea, Samas und Istar,
ren Göttergenerationen dem Gott Ea, durch eine kra�tige Beschwörung den sind in den Himmel eingetreten, um zu schlafen.
Urgott Apsü in Schlaf fallen zu lassen, so daB er ihn mühelos töten kann. lm Sie fiillen keinen Rechtsspruch,
selben Epos wird jedoch auch von dem natürlichen Schlafbedürfnis der Götter sie entscheiden keine Rechtssache.
Verschleiert ist die Nacht.
gesprochen, die ebenso wie die Menschen einen Ort haben müssen, wo sie ihr
Der Palası ist stili,
Haupt niederlegen können. So wird nach dem groBen Sieg Marduks über starr liegt die Steppe.
Tiamat und ihre Anhanger bestimmt, daB eine der Funktionen der zukünftigen
Stadt Babylon (d.h. in erster Linie des Tempelkomplexes Esagila) sein solle, 16 Exemplar A: DossıN 1935; Exemplar B: SıLEJKO 1924, vgl. voN SoDEN 1936b. Über­
daB die Götter in ihr übernachten können, wenn sie aus dem Apsü (dem unter­ setzungen: w. von Saden in FALKENSTEIN-VON SODEN 1953, Nr. B 20; ÜPPENHEIM 1959,
irdischen Ozean) und aus dem Himmel zur Götterversammlung beim Neu­ 295-301; R. Labat in LABAT-CAQUOT-SZNYCER-VIEYRA 1970, 276 f.; SEUX 1976, 475-477;
jahrsfest kommen 14 • CASTELLINO 1977, 652 f.
17 KUB IV 47. Die Ritualanweisungen (V s.; Rs. 18-20.28-31) sind in lıetlıitisclıer Spra­
Man könnte nun gegen die Relevanz dieser Sachverhalte einwenden, daB es clıe abgefaBt, die Gebele Rs. 1-17.20-26 anscheinend in akkadisclıer. Die Zeilen Rs. 32-36
sich dabei um Motive aus epischen Texten handelt, die höchstens indirekt mit (auBer den letzten beiden Wörtem von Z. 36, deren erstes wahrsclıeinlich hethitisch, deren
der taglichen Wirklichkeit des religiösen Lebens der alten Babylonier in Ver­ zweites akkadisclı gelesen werdeıı muB) enthalten eine Anrufuııg von Himmel, Erde und
bindung stehen 15• Doch findet sich der Gedanke, daB Götter und zwar auch Stemen in unortlıograplıischem (,,plıoııetischem") Sumerisclı, die die Einleitung zu dem Ge­
groBe Götter - zur Ruhe gehen, schlafen und so ihre Aufgaben nicht erfüllen bet an die Götter der Naclıt in ZZ. 37-48 bildet. Die sumerischen und akkadischen Teile des
Rituals stammen sicher aus Mesopotamien; sie dürften im Laufe der Überlieferung in (hur­
können, auch in anderen Texten, die ihren Platz sicher im alltaglichen Kult hat­ ritischem und) hethitischem Milieu in Einzelheiten Veranderungen erfahren haben. Eine
ten. Gesamtbearbeitung fehlt.
18 K 2315+K 3125+83-1-18,469,35--55, eingeleitet durch eine lange Anrufung der Göt­
13 Tafel 1 II 57-84; sielıe LAMBERT-MILLARD-CIVIL 1969, 46 f. ter der Nacht in ZZ. 1-34; siehe ÜPPENHEIM 1959, 282-284.287 f.; K 3507 Rs. 8'-24'; siehe
14 Tafel 1,59-69 und 5,125-130; 6,51 f.54, übersetzt z.B. von E.A. Speiser und A.K. LANGDON 1927, Taf. XII; SIDERSKY 1929, 786 (eigene Kopie, besser als die Langdons; Text­
Grayson in ANET 3, 61.68.502. bearbeitung Plagiat der Langdoııs).
15 Das Enüma e!Is gelıörte allerdings in der neubabylonisclıen Periode zum Ritual des 19 Siehe Anın. 16, und für schwierige Textstellen die dort angeführten Bearbeitungen so­

babylonisclıen Neujalırsfestes; aber das ist niclıt der alltii.gliche Kult. wie hier Arım. 20.
106 Ecce nan darmitabit neque darmiet qui custadit Israhel [85/86] [86/87] Ecce nan darmitabit neque darmiet qui custadit Israhel 107

Der Reisende ruft einen Gott an, davon die logische Konsequenz. Diese Aussage ist dann vielleicht doch auch
und der, dem der Rechtsspruch gilt, verharrt im Schlaf. polemisch gemeint; sie ist jedoch nicht auf Götter gemünzt, die sterben und
Der gerechte Richter, der Vater der Gerechtigkeit, auferstehen, sonderrı auf solche, die ebenso wie Menschen ganz einfach schla­
Samas, ist in sein heiliges Gemach eingetreten. fen und wieder erwachen.
Du leuchtender Gira, du Held Erra, du Bogenstern, ela­ Die Wirkungsgeschichte des Zeugnisses, daB Gott ,,nicht schlummert noch
mische (Istar), ihre Plejaden, du Orion, du Mus\Jussu, schlaft", in den drei groBen monotheistischen Religionen unseres Kulturkrei­
du Wagen, du Ziege, du Wisent, du Schlange, ihr groBen ses, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam, karın im Rahmen dieses
Götter der Nacht, tretet her! Aufsatzes nicht behandelt werden. Hingewiesen sei einzig auf den sog. Thron­
Durch die Opferschau, die ich anstelle, vers der Sürat al-Baqara des Qur'an (2,256/255), in dem der Prophet Mul).am­
durch die Weihgaben, die ich weihe, mad den Gedanken von Psalm 121,4 ausspricht und dabei dieselben semiti­
führt Zuverlassiges herbei! schen Wurzeln verwendet wie viele Jahrhunderte vorher der israelitische Psalm­
Das Gebet hat drei Teile. Die zwei ersten beschreiben die Nacht, vor allem dichter: 1
ihre Stille, die sich deutlich abhebt von der Geschaftigkeit und dem Larm des Allahu la ilaha illa huwa 1-IJayyu l-qayyümu
Tages. Die tagsüber offenen Türen sind verschlossen, die Menschen liegen auf la ta'bU(juhü sinatun wa-la nawmuıı
ihren Matten, um zu schlafen; nur die ,,Fürsten", die W ürdentrager, auf deren lahü mafi s-samawati wa-mafi l-arqi
Schultern die Verantwortung für das Wohl und Wehe der Gemeinschaft ruht, maıı ıja l/aıjı yasfa'u 'iııdahü illa bi-iıjnihı
walzen sich sorgenvoll auf ihren Betten. GewiB mag ein einsamer Reisender ya'lamu ma bayııa aydıhim wa-ma balfahum
gegen die Schrecken der Nacht einen Gott anrufen; der aber, der eine Entschei­ wa-la yulJTtüna bi-say'in miıı 'ilmihT illa bi-ma scı'a
dung der Götter zu erhalten sucht, weiB, daB er bis zum Morgen warten muB wasi'a kursfyıılıü s-samawati wa-l-arcja
und darum nicht wach zu bleiben braucht. Das kommt daher, daB die groBen wa-la ya'üdu/ıü �ıif;;,uhuma
Götter2 1 im Hirnmel zur Ruhe gegangen sind und ihre gelwöhnlichen Tatigkei­ wa-hııwa l-'atiyu l-'a;;,Imu.
ten, die sie tagsüber ausüben, eingestellt haben. Der Beter - hier ein Priester, Es gibt keinen Gott auBer GOTT, dem Lebeııden, dem Bestaııdigen.
der im Namen und Auftrag eines Laien die Opferschau ausführt wendet sich Ilın überkommt nicht Schlaf noch Schlummer.
deshalb an die Götter, die bei Nacht das Zepter schwingen, d.h. an die Gestirrıe. Ihm gehört, was im Himmel und auf Erden ist.
Der Gedanke, daB die ,,gewöhnlichen" Götter die Nacht schlafend zubringen, Wer könnte bei ihm Fürsprache einlegen ohne seine Erlaubnis?
und daB die Sterrıe darın zeitweise ihre Aufgaben überrıehmen, wird auch in Er weiB, was vor und was hinter ihnen liegt.
Sie verstehen nichts von seinem Wisseıı, auBer dem, was er will.
den jüngeren Ausformungen des Stoffs beibehalten. Darum scheint mir auch
Sein Thron umgreift Himmel und Erde,
die Ansicht W. v. Sodens22 nicht zutreffend zu sein, daf3 die Theologie, die hin­
uııd es füllt ihm nicht schwer, sie beide zu behüten.
ter der anthropomorphen Gottesauffassung des altbabylonischen Gebets an die Er ist ja der Höchste, der Allmachtige.
Götter der Nacht steht, bereits veraltet gewesen sei, als der Text auf den erhal­
tenen Keilschrifttafeln niedergeschrieben wurde. Der Gebrauch, den spatere
Autoren von den zentralen Motiven dieses Textes machten, beweist das Ge­
genteil, auch wenn es selbstverstandlich weniger anthropomorphe Vorstellun­
gen de natura deorum, vom Wesen der Gottheiten, gegeben hat.
Der offiziellen israelitischen Religion war der Weg zu den Sterrıen verwehrt.
Das Bekenntnis, daB ,,der Hüter Israels nicht schlummert noch schlaft", war

20
Se/fretum, naclı Dossin ,,fermetures", nach von Soden 1956 ,,Opferschauen" (.sTru;
doclı hat dieses Wort einen mannlichen Plural), nach AHw 1218 f. s.v. selfrtu ein Metall­
gegenstand. Da die se/fretum ,,niedergelegt" (sakcinum) oder ,,ausgebreitet" (tabakum) wer­
den, könnte es sich auch um ,,Matten" oder ,,Decken" handeln (vgl. seru IV, AHw 1219), die
abends ausgerollt werden, wie es noch immer in arabischen Landern gebrauchlich ist.
21
Der übersetzte Text ııennt als Vertreter dieser Gruppe Adad, Ea, Samas uııd Istar. In
Exemplar B ist Ea weniger sinnvoll durch den Mondgott Sın ersetzt.
22 W. von Soden in FALKENSTEIN-VON S0DEN 1953, 388 f.
7. Elemente phönikischer und kilikischer Religion
in den Inschriften des Karatepe
(1969)

Die Götterwelt der phönikischen und hieroglyphen-luwischen 1 Inschriften


des Azatiwada2 vom kilikischen Karatepe3 ist schon öfter mehr oder minder
eingehend behandelt worden, zunachst vor allem in den Kommentaren zu I den
Inschriften, aber auch in besonderen Aufsatzen und zuletzt schlieBlich - auch
einen gewissen Stand der Untersuchung dieser Texte andeutend - in den ein­
schlagigen Abschnitten des Haussigschen ,,Wörterbuchs der Mythologie" von
1 Statt der miBverstandlichen Bezeichnung ,,hieroglyphen-hethitisch" verwende ich für
die Hieroglyphentexte des 1. Jahrtausends, deren Sprache ohne Zweifel eine Form des Lu­
wischen ist, den auch von anderen z.B. von KALAÇ 1965, 401 und passim; NEUMANN 1967,
25 ff. passim - gebrauchten Terminus ,,hieroglyphen-luwisch"; vgl. dazu auch MERIGGI
1962, 1 Anın. 1. Über die bisher bekannten Texte der hethitischen GroBreichszeit ist damit
nichts ausgesagt, auch wenn ich in dieser Arbeit die Yazılıkaya-Legenden der Einfachheit
halber unter die hieroglyphen-luwischen Inschriften subsumiere.
2 Zur Lesung des Namens (statt ,,Azitawadda") siehe HAWKINS-M0RPURG0 DAVIES­
NEUMANN 1974, 20 f.; HAWKINS 1980, 123 f.
3 Die Karatepe-Texte sind nach folgenden Publikationen bearbeitet: Phönikische Texte:
,,Untere Torinschrift" (Phu): BossERT 1953e, Tafeln nach S. 150, Abb. 2-6; ,,Obere Torin­
schrift" (Pho): ebd., Abb. 12-16; Statueninschrift (Phs): ebd., Abb. 7-11. Hieroglypheıı­
luwische Texte: BossERT 1948a; 1949, 1950; 1951b; 1953bd; 1956; von Bossert nicht abge­
schlossen. Hu = ,,Untere", Ho = ,,Obere Torinschrift" (Wortzahlung nach Bossert, im
SchluBteil [siehe sogleich] n;ch eigener Bearbeitung). Der SchluB von Hu ist aus folgenden
jeweils nur teilweise brauchbaren Photographien gewonnen: CERAM 1955, Taf. XLI; DE­
SENNE 1957, Taf. XXXVIII; AKURGAL-HIRMER 1961, Taf. 144.146-148. Kleirıere Zitate auch
bei BossERT 1954b, 280; 1961a, 201 u. Taf. XLIV; KALAÇ 1965, Taf. LIX oben; LAR0CHE
1954b, 100 f.; 1960, passim; STEINHERR 1948, 202 Nr. 9. Wahrend der Arbeit an diesem
Aufsatz erschien die Neubearbeitung der gesamten Texte nach Bosserts Publikationen und
Photographien von MERIGGJ 1967, 24-99 Nr. 24. Das Hieroglyphen-Luwische transliteriere
ich nach den bei M. WE!PPERT 1964a, 192 Anın. 49, ausgesprochenen Grundsatzen im An­
schluB an LAR0CHE 1960. Die Zeichennummern sind die seiner Liste. [Die neuen Lesungen
einzelner Zeichen bei HAWKINS-M0RPURG0 DAVIES-NEUMANN 1974 (Zusammenfassung
S. 50) sind in den Neudruck eingearbeitet, meine lateinischen Logogrammbezeichnungen,
wo nötig, an die ihren (S. 51) angepaBt.] Auflösung der Logogrammbezeichnungeıı: B0NUS
= 72; CAELUM = 182; CERVUS = 102; DEUS (als Determinativ d) = 360; D0MINUS = 390; H0MO
= 10; LUNA = 193; MAGNUS = 363; 0MNIS = 366; 0PPIDUM = 231; REX = 17; SEDES = 299; SOL
= 191; S0LIUM (Thron) = 294; T0NITRUS = 199; URBS = 225. Der Worttrenner 386 ist durch
• wiedergegeben. Zu bemerken ist noch, daB ich in einigen Fallen das Zeichen MI = 391 für
ein Logogrammdeterminativ analog dem Zeichen 410 halte.
110 Elemente phönikischer und kilikischer Religion [192/193] [193/194] Elemente phönikischer und kilikischer Religion 111

Pope, Röllig und v. Schuler und in der hieroglyphen-luwischen Götternamen­ hende grammatikallische und stilkritische Untersuchung mit dem Ziel, Anzei­
liste von Kalaç4 • Diese Arbeiten gingen allerdings meist einseitig entweder von chen für das Vorliegen von ,,Übersetzungsphönikisch" oder ,,Übersetzungslu­
den phönikischen oder den hieroglyphischen Texten aus. Die Möglichkeiten, wisch" zu finden, noch nicht zu. Von der phönikischen Fassung der Bilinguen,
die in der synoptischen Betrachtung der durch die Bilinguen vermittelten deren Sprache uns besser bekannt ist als die der hieroglyphischen, karın im­
Götternamengleichungen liegen, sind bisher, von Ansatzen bei Laroche und merhin gesagt werden, daB sie in gutem Phönikisch abgefaBt ist; ihre Sprach­
ein paar Andeutungen bei Röllig und anderen abgesehen, kaum genutzt wor­ eigentümlichkeiten, die zunachst AnstoB erregten - vor allem der Gebrauch
den. Dieser Sachverhalt begründet das Recht der folgenden Ausführungen, und des Infinitivs + 'nk zum Ausdruck des Narrativs der 1. sg. 9 -, finden sich auch
ich hoffe zeigen zu können, daB man auf diese Weise noch einige Schritte über sonst in Texten, deren Sprachqualitat und Originalitat auBer Zweifel steht. Das
das bisher Geleistete hinaus gelangen karın. bedeutet für unsere Fragestellung freilich nur, daB wir den Schreibern des
Azatiwada fachliche Qualitaten zuzubilligen haben; die Alternative von Origi­
nal und Übersetzung ist damit nicht gelöst. Auch der Versuch, die allgemeine
I sprachliche Umwelt der Karatepe-Texte zu bestimmen und daraus auf die
primare Schriftsprache des Herrschaftsgebiets von Que-Adana zu schlieBen,
Die richtige Analyse einer aus den Bilinguen zu entnehmenden ,,Synony­ führt nicht weiter. Kilikien ist durch seine geographische Lage anı Nordwest­
menliste" ist nun nach den Grundsatzen der philologischen Methode von der rand des syrischen Raums zu einem Übergangsland zwischen Syrien und
Entscheidung der Vorfrage abhangig, welche der beiden Fassungen Original, Kleinasien pradestiniert, und es laBt sich leicht zeigen, daB dort im ersten Drittel
welche Übersetzung ist. Diesem recht schwierigen Problem müssen wir uns des 1. Jahrtausends v. Clır., in das unsere Texte gehören, Kleinasiatisch-Luwi-
zunachst zuwenden. Es ist bekannt, daB sich in dieser Frage in der Wissen­
schaft zwei Auffassungen gegenüberstehen: Die eine halt unter Hinweis auf bekannt ist. Azatiwada spricht von siclı als einem, ,,den Awariku, der König von Adana, groB
den kleinasiatischen Namen des Azatiwada und den Fundort seiner Inschriften gemacht hat" (d-wa+ri-ku-sa-wa REL-i-na MAGNUS+ra-nıi-wa-ta4 d-tana-wa-ıı(-i-sd[urbs REX­
die hieroglyphe Fassung der Bilinguen für das Original und rechnet mit einer t]i-sd Hu 7-11; 's 'dr 'wrk mlk dııııym Phu ı 2); vgl. schon BossERT 1949, 99. Nach seinen
lnschriften hat er sich auch, wohl nach dem Tod des Awariku, um das Reich von Adana
Übersetzung in das Phönikische als der I damaligen linguafranca des östlichen
verdient gemacht, es den/dem Nachkommen seines Herrıı erhalten und sie/ihn auf den Thron
Mittelmeerraums. Ein prominenter Vertreter dieser Meinung war Bossert5. Die ihres/seines Vaters gesetzt: ·d-mi-ha-wa •DOMINUS-i-ııf -300.488.hd-su-450 •OMNIS.MI-ma
Gegenthese, die etwa von Dupont-Sommer, Dussaud und Astour vertreten BONUS.sa-ııa-wa-ia ·58-ııa i-zi-i-ha -d-pa-sd-ha-wa-ta4 ·ta-ti-i ·SOLIUM.410.i-sa-tara[-ti4-i]
wird6, halt vor allem aus sprachlichen Gründen die phönikische Fassung für ·SE[DES.4]10.[i-s]a[-nıi-wd-ha-450] Hu 74-84 (erganzt nach Ho) ,,und der Nachkommen­
original; Astour erklart überdies die Dnnym, die Bewohner des cmq von schaft meines Herrn (Wort für Wort: und der meinig-lıerrlichen Naclıkommenschaft) tat ich
alles Gute an und setzte sie (-ata, eos) auclı auf ihren (apasa dat.) vaterlichen Thron"; da­
Adana7, überhaupt für Semiten. nach ist wp'l 'ıık lsrs 'dııy (*'adöııiya ,,meines Herrn") ıı'm wysb (inf. abs. J) 'ıık 'l ks' 'by
Mit Erwagungen allgemeiner Art ist das Problem jedoch nicht zu lösen. (*'abıyü ,,seines [auf frs bezogen] Vaters") Phu ı 10 f. und Paralleltexte analog zu überset­
Schon unsere mangelhafte Sprachkenntnis, die uns mit zahlreichen Verstand­ zen. Vgl. zu dieser Stelle LAROCHE 1956a, 67; FRIEDRICH 1962; MITTELBERGER 1963, 107,
nisschwierigkeiten bei den hieroglyphen-luwischen, in geringerem MaBe aber aile mit LAROCHE 1960, Nr. 300, und MERIGGI 1966, 83 III § 27, im Sinne der hier gegebe­
auch bei den phönikischen 8 Texten konfrontiert, laBt eine in Einzelheiten ge- nen Übersetzung zu modifizieren. W. Rölligs Gegenposition (KAI II, 38; vgl. YON SoDEN
1961, 576 f., und unten S. 127 Exkurs 1) ist nicht stichhaltig. - Belege für Awariku/Urik(ki)
bei Tiglathpileser Ill.: 1 Ü-ri-ik kurQu-u-a+a (,,von Que") 2 R 67 (K 3751) Rs. 7'; 1 Ü-ri-ik-ki
4 POPE·RÖLLIG 1965; YON ScHULER 1965; KALAÇ 1965. ku'Qu-u-a+a Ann. 151 (Rosr 1893, Pi. XV:11); 1 Ü-ri-if-ik-ki kurQu-u[-a+a] ebd. Variante
5 Z.B. BoSSERT 1950, 16 f.; vgl. auch ALBRIGHT 1949, 15. (Rosr 1893, Pl. IV+V:4); 1 Ü 1i-if-ik-ki' kur[Qu-u!ıi-a+a] Ann. 85 (RosT 1893, Pi. Xlllb:6';
0

6
AsrouR 1965, 19 f.; DUPONT-SOMMER 1949, 148 f.; 1951, 305. 308 Anın. 17; DUSSAUD TADMOR 1967, 16 Abb. 1:8'); auclı 1 Ü-ri-ik ND 2759 Vs. 5 (SAGGS 1958, 182 u. Taf. XXXVII).
9 Belege in Phu (die an den Parallelstellen von Pho und Phs sind weggelassen): wyljw 'ıık
1950; LAROCHE 1954b, 101. Vgl. zur Qualitat des Phönikischen noch DUPONT-SOMMER
1948a, 182-185; GORDON 1959, 209; HONEYMAN 1948, 56; MARCUS-GELB 1948, 197. ı 3; yrljb 'ıık ı 4; wıııl' 'nk ı 6; wp'l 'ıık ı 6; wtrq 'ıık ı 9 (dafür Pho ı 15 [wtr]qt 1 .sg.pf.); wy{ıı'
7 Dazu LAROCHE 1958, 263-275; 1960, Nr. 19,5. 100 II. 429; AsTOUR 1965, 12-14 (mit 'ıık ı 9 (dafür Pho ı 16 f. wy/[ıı]'t l .sg.pf. J); wp'l 'ıık ı 10; wssb 'ıık ı 11; wst 'ıık ı 11; wbıı 'nk
teilweiser Kritik an Laroche). Die Diskussion über die Namen KUR(miit) Da-nu-na EA ı 13. l 7; w'ıı 'ıık ı 18; yrdm (·m enklitisches Mifm) 'ızk ı 20; ysbm (-m enklitisches Mçm) 'ıık ı
151,12; Da-niı-na (ag.) unter den ,,Seevölkern", HELCK 1962, 244, und Dııııym KAi 24,7 20; wbıı 'ıık 11 9.17; wst 'ıık u 9; wbızy 'nk ,,uııd ich baute sie" (?) il 11; st 'ıık il 17; ysb 'ıık 11
(Zincirli); Karatepe Phu I 2.3.4.5 f.21. 11 8.16 f.; Pho ı 4' . Löwe 2'; Phs I 3.4.5.9. ıı 7.13 f. III 18; vgl. auBerhalb der Karatepe-Iııchriften wskb' 'ıık CIS I 3,3 (Sidon); wskr 'ıık KAi 24,7
6.14 ist damit definitiv geschlossen. (Zincirli). Anders erklaren die Formen z.B. LIDZBARSKI 1907, 13 zu CIS I 1,2; ÜBERMANN
8 Aus der Mehrdeutigkeit des phönikischen Konsonantentextes ergibt sich z.B. das Pro­ 1950, 20-22; FRIEDRICH 1951, 125 f. §§ 270 f.; R. MEYER 1955, 104 § 94,5c. Doclı stelıt im
blem, ob Azatiwada wirklich, wie allgemein angenommen, König von Adana (Que) war. Hebraischen Koh. 4,2 wosabbifab 'anı 'et-hammift"im sekbbiir miftü ,,da pries ich die Toten,
M.E. war er es nicht. Er war wohl ein hoher (der lıöchste?) Beamter des Königs Awariku von die bereits gestorben wareıı", also (0sabbifab) eindeutig inf.abs. D. Vgl. in diesem Sinn auch
Que, der uns unter dem Namen Urik(ki) als Tributar Tiglatlıpilesers III. von Assyrien wohl- DUPONT-SOMMER 1948a, 182.
112 Elemente phönikischer uııd kilikischer Religioıı [194-196] [196/197] Elemente plıönikisclıer uııd kilikisclıer Religion 113
sches, Phönikisches, Aramaisches und Spathurritisches aufeinanderstieB bzw. Hier differenziert also der phönikische Text genauer als der luwische. 3. Aus­
koexistierte 10• DaB überhaupt in Hieroglyphen I geschrieben wurde, muB nicht schlaggebend ist aber wohl, daB die von den Torinschriften z.T. charakteristisch
bedeuten, daB in Kilikien luwisches Volkstum vorherrschte; von Hamath, wo abweichende Statueninschrift nur einsprachig, und zwar phönikisch, nicht etwa
für die Zeit des Assyrerkönigs Salmanassar III. durch die Inschriften des luwisch, abgefaBt ist. Die Statue aber, auf der sie angebracht ist, und von deren
Irguleni und seines Sohnes Uratami derselbe Sachverhalt bezeugt ist, gilt das Aufstellung sie berichtet, ist keine andere als die des B'l krntrys selbst 15 • W iire
bestimmt nicht11. das Luwische der Hieroglyphen die primiire Inschriftensprache gewesen, hiitte
Führen allgemeine Erwiigungen dieser Art nicht zum Ziel, so glaube ich doch man sie bei einer einsprachigen lnschrift, die noch dazu m.E. dem Wettergott
die folgenden hauptsachlich inhaltlichen Argumente für die These anführen zu des Gebiets um den Karatepe galt 16, anı ehesten erwartet. leh gehe also im fol­
können, daB die phönikischen Texte original, die hieroglyphen-luwischen - mit genden davon aus, da/3 die phönikischen Texte die Originale, die hieroglyphen­
Ausnahme der von Laroche als ,,Karatepe B" bezeichneten kurzen Inschrift 12 - luwischen die Übersetzungen sind.
aus dem Phönikischen übersetzt sind: 1. An drei Stellen hat die hieroglyphische
Fassung der ,,Unteren Torinschrift" einen kürzeren Text als die phönikisclıe Pa­
rallele 13 . Fehlerhafte Auslassung kann nicht vorliegen, da es sich bei den fehlen­ II
den Stücken um fest umrissene Satzteile handelt, urıd die üblichen textk.ritischen
Klassifikationen nicht angewandt werden können. Kürzung aus Raummangel Wir haben uns nun einige Gedanken über die Methodik der Schreiber des
wiire unnötig gewesen, da in jedem Fall Platz für den gesamten Text gewesen Azatiwada zu machen. Der oder die Übersetzer standen ja bei der Konzipie­
wiire, vor allem, weil sich die Hieroglyphenschreiber sowie nicht scheuten, rung der Inschriften vor der Aufgabe, für die in der Originalfassung der Texte
auch an uns ungewöhnlich erscheinenden Stellerı ihre Schriftzeichen arızubrin­ enthaltenen Götternamen passende Übersetzungsiiquivalente zu finden, falls
gen. SchlieBlich handelt es sich bei den ausgelassenen Textstücken nur um Klei­ sie sich nicht mit einer einfachen Transliteration begnügen wollten. Drei me­
nigkeiten; das Minus I kann daher leicht auf Flüchtigkeit bei der Übersetzung thodische Möglichkeiten standen ihnen offen: 1. Sie konrıten sich an einer
zurückgeführt werden. lm umgekehrten Fall müBte das Plus des phönikischen möglichst genauen Wiedergabe der Bedeutung, also an einer Lehnübersetzung
Texts intentionell eingeführt, also erheblich sein. 2. Der im phönikischen Teil der Gottesrıamen, bzw. an einer Umschreibung des Wesens der so benannten
erscheinende Gott B'l krntrys wird im Hieroglyphentext ebenso wie einfaches Gottheiten versuchen oder aber 2. sich bemühen, aus dem Pantheion der die
B'l mit dem Namen des kleinasiatischen Wettergotts, hieroglyphen-luwisch Übersetzungssprache, also luwisch, redenden Menschengruppe Namen von
Tarlıunzas, wiedergegeben; das Beiwort krntrys hat kein A.quivalent, da der Göttern verwandten Charakters oder iihrılicher Rolle zu entnehmen, und sie
Ausdruck arlıa usanuwamis, ,,der Hochgelobte" o.a., nur ein• - gleich zu bespre­ konnten schlieBlich 3. eine Kombination beider Methoden anwenden. 1
chendes 14 Epitheton, nicht aber eine wörtliche Entsprechung dazu darstellt.
ıo Vgl. GOETZE 1962, 53; AsTOUR 1965, 20 Anın. l. 37-45.
11 Inschriften des Irguleni (Name U+ra-hi-li-ııa geschricben): MESSERSCHMIDT 1900, III
Taf. VI (Jfaınii); GELB 1939, Nr. 47 (Restiiıı); BosSERT 1953a, Taf. XVla (Qa/'at el-MwjTq);
vgl. MERIGGI 1967, 13 f. Nr. 5/6. Inschriften des Uratami (Name MAGNUS-tcı-ıni-sa gesclırie­ Die Göttergleichungen, die aus den Bilinguen gewonnen werden können,
ben, Vatersname U+ra-!ıi-li-ııa-sa gen.): MESSERSCHMIDT l 900, Taf. IIIB. IVAB; vgl.
MERIGGI 1967, 17-19 Nr. 8. Die assyrischerı Belege für Irguleni bei MıcHEL 1947-52, 464 sind die folgenden 17:
Anın. 1. Der Name des lrguleni/Urgilina ist hurritisch - klassisch * Urbe-1-eııe ,,sehr wahr ist Phu Hu/Ho
der Gott'' -, der seines Sohnes wohl kleirıasiatisch. Die spateren Köııige führen westsemi­
tische Namen: Zakkür wohl zur Zeit Adadııararis III. von Assyrien (bezeugt durch seine 1. El, Schöpfer der Erde = Ea
altaramaische Steleninschrift aus Afis, KAI 202). 1E-ızi-i/ zur Zeit Tiglathpilesers III. (Ann. '/ qn 'rş III 18 "i-ia-sci nom. 390
151, P. Rosr 1893, Pi. XV: 11; vgl. 2 R 67 Rs. 8' [ 1E-ııi-]//), 1!-lu-b[i-'-di] bzw. 1DINGJR(/lıı)­
ia-ıi-bi-' -di (oder I dfcı-Ü-bi-'-di) zur Zeit Sargons II. (Ilubi'di: Ann. 23, LIE 1929, 6;
Ilujaubi'di/Jaubi'di Stele l 53, WINCKLER 1889, 178; Pr. 33, ebd., 102; N. 8, ebd., 170). 15 Vgl. ,,und ich baute diese Stadı und naıınte sie Azatiwadaya wysb 'ızk /ı'lın z b'l krntrys
1 2 BossERT 1954c, 32 Abb. 8.9; vgl. LAROCHE 1958, 275-282 (Abb. S. 278 fig. 5);
und lieB diesen Gott, B'l krntrys, (darin) Wolınung nehmen", Phs m 14-16; sın/ '[l]ııı z, ıv
MERIGGI 1967, 99 f. (Abb. S. 99 Nr. 24.5). 14 f.; sm/ lı'lın 's p'l 'ztwd [l]b'l krntrvs ,,das Gottesbild, das Azatiwada dem B'/ krııtrvs
13 Es fehlen in Satz XVII die Aquivalente für Phu ı 11 f. wst 'nk sim 't ki mlk in Hu nach gemaclıt hat", ıv 18 f. ·
Wort 84, in Satz XXXV für Phu II 6 b'br b'l w'lın in Hu nach Wort 187, in Satz XLIX für Phu 16 Siehe dazu unten S. 122.125 f.
III 2 f. b'l kr[n]tı)'S in Hu naclı Wort 274. Ho verkürzt teilweise noch weiter; über Pho sind 17
Weggelassen ist in der Liste das Epitheton /ıbrk b'l des Azatiwada Plıu ı 1 (vgl. Phs ı 1),
wegen des schleclıten Erlıaltungszustands vorerst keine sichereıı Aussagen möglich. dem in Hu 3 f. ctSOL-ıni-sci HOMO-ti-i-sci (Ho zerstört) entspricht; siehe dazu unten S. 123 mit
ı.ı Siehe unten S. 125 mit Anın. 94. Anın. 81 f.
114 Elemente phönikischer und kilikischer Religion [197/198] [198/199] Elemente phönikischer und kilikischer Religion 115

2. Baal = Tar!}unzas (Wettergott) IV


b'l ı 2 d
TONITRUS-hu-ta4 ·SQ gen. Hu 5;
Ho zerstört Ersten Aufschlu8 über die Arbeitsweise des oder der Übersetzer (ich sage im
I3 dTONITRUS-h[u]-za-sa nom. Hu 13; folgenden aus Gründen der Vereinfachung nur noch: des Übersetzers) gewin­
[x]-za-sa Ho nen wir aus der Identifikation der in der hieroglyphischen Fassung der Bilin­
I8 ctTONITRUs-hu-ta4 -ti4 abl. Ho 54;
guen genannten Götternamen. Zu fragen ist jeweils danach, ob sie auch sonst
Hu zerstört
116 fehlt 182-187 vorkommen, und wie weit sie verbreitet sind.
11 10 d
TONITRUS-hu-za-sı:i nom. Hu 211, Der Wettergott des Himmels ist uns schon aus keilschriftlichen hethitischen
fehlt Ho Texten der GroBreichszeit wohlbekannt als der Gemahl der Sonnengöttin von
11 12 [dTONITRUS-hu]-ta4-[ti,] 18 abl. Arinna, der Staatsgottheit des Hethiterreichs. Er heif3t auch ,,König des Him­
Hu 219; fehlt Ho mels" und ,,gro8er Wettergott" 19• Die Beschreibung eines seiner Kultbilder (in
III 11 dTONITRUS-hu-ta4-[ti,] 18 abl. Hattusa selbst?), die uns in dem von von Brandenstein und Frau Jakob-Rost
Hu 329; Ho zerstört bearbeiteten Text Bo 2383 II 8-13 erhalten ist20, zeigt eine menschengestaltige
3. Ba'l krntrys = Tar!}unzas ar!}a usanuwamis (der hochgelobte Wettergott) Sitzstatue mit den Attributen Keule und ,,Heilssymbol"; sein Thron steht auf
b'l krntrys 11 19 zerstört zwei menschenförmig gestalteten Berggöttern21 . Ahnlich, nur stehend, ist er in
III 2 f. fehlt 273-277 der Tat in Yazılıkaya als Gott Nr. 42 abgebildet22 und durch die hieroglyphische
III 4 dTONITRUS-hu-za-sı:i ARHA+hı:i u-sa-nu­ Beischrift eindeutig I bestimmt. In hieroglyphen-luwischen Monunıentalin­
wa-mi-sı:i nom. Hu 284-286; schriften23 ist er sonst noch in İmamkulu südöstlich von Kayseri, in Emirgazi
dTONITRUS-hu-za4-sa ·ARHA+hı:i und Karadağ östlich von Konya, in Teli AJ:ımar (antik Ti! Ba/ursip24) anı Eu­
B0NUS.u-sa-nu-wiı-mi-sa Ho phrat, in Ğekke nördlich von Aleppo, in Aleppo selbst und in Karkemis anzu­
4. Ba'l samem (Baal/Herr des Himmels) = Tipasas Tar!}unzas treffen. In Karatepe kommt er nur in der Fluchformel der Bilinguen vor.
(Wettergott des Himmels) Im Hauptteil der Texte dominiert hingegen der einfache Name des Wetter­
b'[ smm III 18 CAELUM(-4 I O) dTONITRUS-hu-za-sa gotts, hieroglyphen-luwisch Tarhunzas genannt, der uns in keilschriftlichen
nom. 386 f. Texten wie in Hieroglypheninschriften überall entgegentritt25. Unter diesem
5. Yaril_ı (Mondgott) = Armas (Mondgott) Namen verbergen sich wohl zahlreiche lokale Wettergötter, und zwar nicht nur
yr!J Löwe 3 ctL UNA.MI-sa gen. Hu 405; Ho unbekannt kleinasiatische, sondern, jedenfalls im nordsyrischen Raum, auch mancher
phönikische Baal, aramaische Hadad und hurritische Tesub.
6. Alle Götter der Stadt = die Götter dieser Stadt
kl 'ln qrt III 5 za-si-lza-i-si-i ... OPPIDUM.41 0.ha+r-ııi,
Auch der Sonnengott des Himmels, wegen seines Epitheton bel same26 sicher
(35)/n[-sı:i/siı-si DEUS-ıı[/ııi-zi mannlichen Geschlechts, ist neben anderen Sonnengottheiten haufig schon in
nom. 288 f. l
7. Der ganze Kreis der Götter = alle Götter
kl dr bn 'lm Rd. OMNIS.MI-zi DEUS-n(-zi nom. Hu 391 f.;
Ho unbekannt 19
Vgl. LAROCHE 1947, 109; YON SCHULER 1965,209 f.
20 YON BRANDENSTEIN 1943,6 f.; JAKOB-R OST 1961,176.
8. Rasap şprm = ,,Hirsclıgott" 21 Es handelt sich wohl um die beiden göttlichen Berge Namni (walırscheinlich der
rsp şprm 11 10 f. ctCERYUS-za-sd nom. Hu 212; fehlt Ho Amanus) und Jjazzi (sem. Şpn, Ğebel el-Aqra'); vgl. YON SCHULER 1965, 171 f. (Lit.); fer-·
11 12 Hu 220 zerstört; felılt Ho ner: (hauptsachlich zu Jjazzi) M. W EIPPERT 1961b, 98 f. [s.o. S. 49 f.]; 1964a, 194; M.H.
Pope in POPE·RÖLLIG 1965, 256 f.
9. Sams (Sonnengottlıeit) = Tiwats/Tiwa(n ')zas (Sonnengottlıeit) 22 Numerierung der Götterdarstellungen hier und im folgenden nach BITTEL 1934;
sms Löwe 3 <lsoL gen. Hu 406; Ho unbekannt BI1TEL-NAUMANN-ÜTTO 1941.
23 KALAÇ [965,421.423.
1 O. Sams 'ölam (die ewige Sonnengottlıeit) = Tipas as Tiwats/Tiwa(n ?)zas 24
Für die verschiedenen Namensformen der Hauptstadt von Bit-Adini vgl. vorlaufig
(Sonnengott des Himmels) Bounou 1929,178 f.
sms 'lm Rd. CAELUM(.410) <lsoL-za-sı:i(-450) nom. 388f. 25 Vgl. LAROCHE 1947, 108-115; 1960, Nr. 199; MERIGGI 1962,120 f.; YON SCHULER
1965,208-213; KALAÇ 1965, 421-423.
26 Z.B.
18 Wahrscheirılich ist -ti4 zu ergarızen; vgl. Ho 54. KBo 11 Rs. 40; KUB IX 31 ıv 39.
116 Elemente phöııikisclıer und kilikischer Religion [199/200] [200/201] Elemente phöııikischer uııd ki/ikischer Religion 117
27 28
hethitischen Keilschrifttexten belegbar ; in Hieroglypheninschriften ist er Malatya, Maraş und Tel! Ta'yınat. in Karatepe ist er neben Tarhunzas der Gott,
selten: auBerhalb des Karatepe findet er sich bisher nur selbstverstandlich in der Azatiwada zur Gründung seiner Stadt YeranlaBt hat.
Yazılıkaya, wo er den hurritischen Simigi reprasentieren dürfte29 , und auf einer Der letzte der zu besprechenden Götter ist dJ.-ia-sd. Bei ihm handelt es sich
in Nineve gefundenen Tontafelinschrift. Haufiger ist der einfache Name der um den babylonischen Gott Ea37 , der - wohl durch hurritische Verrnittlung -
Sonnengottheit, unter dem sich wohl auch teilweise die entsprechenden Son­ nach Kleinasien und Nordsyrien gelangt ist. Er kommt in YerschieJdenen
nengottheiten der nordsyrischen Semiten und Hurriter verbergen: oft in Kar­ Schreibungen in den hethitischen Keilschrifttexten Yor38 und wurde in Ugarit
kemis, sonst in Tel! A{ıınar, Ğekke, Aleppo, Tel! Ta'yıızat, einem Zentrum des mit dem Handwerker-Gott K1r-w-1Jss/Hyn 39 identifiziert. Aus Hieroglyphen­
Reichs Patina-Unqi, in Hisarcık südlich von Kayseri, und in Palanga südöstlich inschriften40 kennen wir ihn in Yazıhkaya, Maraş, Tel! Ahmar und Gisr el­
von Darende. In Karatepe steht die Sonnengottheit nur als Symbol für die Dau­ Hadıd am Orontes westlich Yon Aleppo.
er, die der Stadtgründer Azatiwada seinem Namen wünscht. · Aus dieserı Aufzahlungen geht als erstes Zwischenergebnis herYor, daB der
Auch der Mondgott erscheint in den hethitischen Texten 30. In den Hiero-J Übersetzer im hieroglyphen-luwischen Text ausschlieBlich auch sonst vor­
glypheninschriften31 steht er nach Laroche in Yazılıkaya, Malatya(?) Karkemis kommende Götternamerı Yerwendet hat. Es ergibt sich weiterhin, daB diese
und Ğekke für den hurritischen Kusu!J., in Karaburna, Kayseri, Sultanharıı nord­ Namen die numerisch meisten Erıtsprechungen - Y0n Yazılıkaya, wo besonde­
östlich von Kayseri, in Tel! Ahınar und Aleppo für den seit Urzeiten verehrten re Verhaltnisse Yürliegen, abgesehen - in lnschriften haben, die auBerhalb des
Gott Sın von Harran32 ; sonst kommt er auBerhalb des Karatepe noch in eigentlichen Kleinasien in Nordsyrien gefunden wurden41, Yielleicht ein weite­
Bulgarmaden südlich von Niğde und vielleicht weit im Westen in Beyköy vor. res Indiz für die Zugehörigkeit Kilikiens zu diesem Raum und Kulturbereich.
Sein luwischer Name lautet sicher Arınas. in Karatepe erscheint er wie die
Sonnengottheit als Symbol ewiger Dauer.
Wie die Kultbildbeschreibungen3 3 zeigen, ist der sog. ,,Hirschgott" mit dem V
regelmaBig dLAMA geschriebenen ,,Schutzgott"34 der hethitischen Texte zu
identifizieren. Er hat enge Beziehungen zum Tierleben auf freier Wildbahn und Auch die in der phönikischen Fassung der Bilinguen und in der Statuen­
erscheint gelegentlich ausdrücklich als dLAMA.LfL oder dLAMA şeri ,,Schutzgott inschrift vorkommenden Gottesnamen sind uns gröBtenteils nicht unbekannt,
der Flur/Steppe"35• In Hieroglypheninschriften3 6 kommt er vor in Yazılıkaya, sondern schon in anderen Quellen belegt.
Bohça westlich von Kayseri, Bulgarmaden, Palanga, Şırzı nordwestlich von

27 Vgl. LAROCHE 1947, 106; GoETZE 1957, 137 f.; YON SCHULER 1965, 198 f. Kultbild­
ÜÜTERBOCK 1946b, 494; HOUWINK TEN CATE 1961, 130 f.201 mit Anın. 5; HROZN)' 1933-
beschreibung: Bo 2382 III 5-8, YON BRANDENSTEIN 1943, 8 f.; JAKOB-ROST 1961, 177. 37, 424 - 430; YON SCHULER 1965, 194 f.
28 LAROCHE 1960, Nr. 191,2.3; KALAÇ 1965, 424. 37 Identifiziert von LAROCHE 1954b, 99-103.
29 Zur interpretatio hurritica des hethitischen Pantheions in Yazılıkaya vgl. K. Bitte! in 38 Vgl. LAROCHE 1947, 93 f. (dEN.KI, df:-a, dA.A-as).
BırrEL-NAUMANN-ÜTTO 1941, 91; GüTERBOCK 1943a, 296 ff.; LAROCHE 1952, 121 f. 39 ctA.A : E-ia-an : Ku-sar-ru in einem sumerisch-hurritisch-ugaritischen Vokabular,
30 Vgl. LAROCHE 1947, 80.108; VON ScHULER 1965, 187 f. Der Mondgott scheint beson­
NouGAYROL 1961b, 168; vgl. AsrnuR 1966, 280 (die Schreibung ctA.A ist natürlich nicht
ders im luwischen Bereich verehrt worden zu sein. Zu seinem Namen vgl. auch HEUBECK ,,unusual"; vgl. aus dem ,,Silbenalphabet A" die Gleichungen a.a : dEN.KI : [dEN.]KI BM
1959, 31 f. 13902 I 3, SOLLBERGER 1965, 22; a.a : d[E-a: rl]E-a RS 17.41 Vs. 19+22.222 ı 21, NoUGAY­
31 Vgl. LAROCHE 1960, Nr. 193 I; KALAÇ 1965, 406.
ROL 1965, 34 [Ugarit]). In der Gleichung ist Ku-sar-ru = ug. KJr. Der hurritische Gottesname
32 Jeweils ausdrückliclı Ha/Ha+ra-ııa-wa/wa-ııi/ııi-sa("'bs) dLUNA.MI-sa u.a. genannt;
E-ia-an scheint hingegen neu zu sein. leh vermute, daB er mit dem aus den alphabetischen
vgl. LAROCHE 1960, Nr. 193 l b; MERIGGI 1962, 53. Texten bekannten Namen oder Epitlıeton Hyıı des Gottes KJr identisch ist. Damit müBte Hyıı
33 Bo 2383 1123-m 4, VON BRANDENSTEIN 1943, 8 f.; JAKOB-ROST 1961, 176 f.: ,,Schutz­
als der !ıurritische Name des göttliclıen Handwerkers angesehen werden und niclıt als ein
gott: Statuette eines Mannes, stehend, seine Augen goldbelegt, in der rechten Hand halt er stereotypes Epitheton semitischer Etymologie (so z.B. M.H. Pope in PorE-RÖLLIG 1965,
eiııe Lanze aus Silber, in der !inken Hand halt er einen Schild, auf einem Hirsch (LU.LIMf' 296; GoRDON 1965, § 19.761; vgl. auch HARTMANN 1964, 17). Weiterhin könnte man erwa­
steht er ... " (Übersetzung Jakob-Rost). Vgl. noch die zum ,,Schutzgott" der Flur/Steppe" gen, ob *Heyan nicht die plıonetische Wiedergabe einer hurritischen Weiterbildung des ba­
angeführte Stelle in Arım. 35. bylonischen Namens des Gottes Ea darstellen könnte, die siclı sonst unter den (ideographi­
34 Vgl. LAROCHE 1947, 100 f.; VON SCHULER 1965, 194 f.
schen) Schreibungen df:-a/dA.A aus dem hurritischen Bereich verbarge. Das -y- ware Gleit­
35 KUB VI 45 II 56; XX 48 YI 9 u.ö.; vgl. LAROCHE 1947, 101. Kultbildbeschreibung:
laut zwischen -e- und -a-, und auch das anlautende h- würde m.E. ııicht stören; vgl. damit die
VAT 6688+80 2496 il 1-6, VON BRANDENSTEIN 1943, 14 f.; JAKOB-ROST 1961, 179 f. westsemitische Wiedergabe von sum. e.gal (akk. ekallu(ın)) durch ug. !ık/, lıebr. und aram.
(Schutzgott der Flur/Steppe der Stadı Wiyanawanda). /ıifkal (> arab. haikal). DaB es eine pharyııgale Spirans [hl im Hurritischen gegeben haben
36 Belege: LAROCHE 1960, Nr. 102.103; MERIGGI 1962, 102; KALAÇ 1965, 418. Grundle­
kann, isi apriori ııicht auszuschlieBen; vgl. dazu eventuell SPEISER 1941, 44 f. § 54.
gend: GüTERBOCK 1942, 11.15-17.53; LAROCHE 1954b, 107-117. Vgl. ferner: BOSSERT 1932, 4o Vgl. MERIGGI 1962, 14; KALAÇ 1965, 405 f.; LAROCHE 1954, 99-103.
73; 1944, 93-106; 1946, 55; 1951c, 288 f.; 1953d, 325; ÜELB 1935, 29 f.; GoETZE 1954, 80; 41 Vgl. die Übersichtskarte S. 130.
118 Elemente phönikischer und kilikischer Religion [201-203] [203/204] Elemente phönikischer uııd kilikischer Religion 119
Über Baal muB nicht ausführlich gesprochen werden. Sein Kult ist in der El, der Schöpfer48 der Erde, ist uns - mit diesem Epitheton - schon aus dem
ganzen I kanaanaischen und phönikisch-punischen Welt verbreitet; im aramai­ 2. Jahrtausend bekannt. Er kommt in der hethitisierten Form ctEl-ku-ne-er­
schen Bereich führt er auch im 1. Jahrtausend noch seinen alten Namen sa(-as) in der hethitischen Fassung eines kanaanaischen Mythos und als <lKu­
Hadad42• Beide Bezeichnungen stehen auch für zahlreiche lokale Wettergötter, ne-er-sa (dat.) in einem fragmentarischen Ritualtext in Boğazköy vor49• Die
von denen der Hadad von Aleppo und der des Berges Şapö.nu Uünger Şapön)43 sprachliche Gestalt des Namens ist augenscheinlich südkanaanaisch. Er begeg­
besondere, auch überregionale Bedeutung erlangt haben. Es ist möglich, daB net ferner in derselben Form wie in Karatepe in einer punischen lnschrift des
der in den Karatepetexten genannte Baal mit dem gleich zu besprechenden B'l l./2. Jahrhunderts n. Chr. in Leptis Magna in Nordafrika50 und - in halb ara­
krntrys identisch ist; beweisen kann ich es nicht. maisierter Form - als 'lq(w)nr' in Palmyra, <lort in einer zweisprachigen Altar­
Auch Ba'l samem, der ,,Herr des Himmels", wird haufig in lnschriften und inschrift dem griechischen Poseidon gleichgesetzt51 • Zu erinnern ist schlieBiich
literarischen Texten genannt44 . Er begegnet zuerst im 10. Jahrhundert in noch an den 'Şl 'Elyön qön? sö.mayim I wö.-'ö.reş in dem spaten, midrasartigen
Byblos in der Inschrift des Königs Jahimilk (YIJmlk), im 7. als <lBa-al-sa-me-me Stück Gen. 14,19.2252, wo allerdirıgs zwei ursprünglich selbstarıdige Gotthei­
im Vertrag Asarhaddons von Assyrien mit dem König Baal von Tyrus, im Jahr ten kontaminiert sind, und auch der Beiname nach der Jerusalemer Tradition
132 v. Chr. in Umm el-'Awö.mfd bei Tyrus, und in lnschriften der phönikisch­ umgestaltet ist53. in Hatra ist schlieBlich das Epitheton auf den schon bespro­
punischen Kolonien in Larnaka auf Zypern, in Cagliari auf Sardinien und in chenen B;ı'el sö.mcıin übertragen worden54 .
Karthago45• Verbreitet ist er auch im aramaischen Sprachlb�reich: im 9. Jahr­ Saıns 'ölanı kommt in akkadischer Form schon in einem Amarna-Brief aus
hundert nennt ihn Zakkur von Hamath in seiner Stele aus Afis, im 5. die ln­ Tyrus als nuTU(fomas) da-ri-tu4 vor 55, dort als Epithetorı ornans auf den Pha­
schrift von Gözne in Kilikien46• Spater ist er im ganzen syrisch-nordmesopota­ rao angewandt. Aus der femininen Form des Adjektivs, die gegen den genuin
mischen Raum anzutreffen, im Hauran, in Palmyra, Dura-Europos, Hatra und
anderswo. Über sein Wesen sind wir nicht recht informiert; ich neige zu der 48 Zur Bedeutung ,,(er)schaffen" von QNI siehe ALBRIGHT 1955, 8.12 Arım. 28 (Lit.).
49 dEf,ku-ne-er-sa-as nom.: KUB XXXV I 35 I 8.19; 37 II 8; dEf-ku-ııe-er-sa ,,Stamm­
Ansicht, daB es sich um eine besondere Form des Wettergotts handelt47 •
kasus" (in akkadischer Status-constructus-Verbindung): 35 ı 22; dE/-ku-ne-er-sa dat.: 35 ı 7;
37 ıı 4; dEf-ku[-ne-er-sa(- .. . )]: KUB XII 61 rn 10; dKu-ne-er-sa dat.: KUB XXXVI 38 Rs. 8.
Vgl. ÜTTEN 1953ab; LAROCHE 1956b, 106 Nr. 231; ALBRIGHT 1968, 107.
5° KAI 129,1.
42 Überblick bei M.H. Pope in PoPE·RÖLLIG 1965, 253-264 (Lit.). Zu Haddu/Hadad als
51 'lqwnr': CANTINEAU 1938, 78:5 (Lit. bei W. Röllig, KAi II, 43); 'lqnr': INGHOLT­
Namen Baals vgl. DUSSAUD 1936. SEYRIG-STARCKY 1955, Nr. 220-223. Das Element -q(w)ıır' ist von LITTMANN 1942, 293,
43 Hadad (auch Tesub, Baal, Targunzas) von Aleppo: KLENGEL 1965; <lort zu erganzen:
u.a. mit dem bekannten Epithetoıı yaı1oxoç Poseidons (z.B. Homer, II. 13,43 u.o.; Pindar,
ug. B'l ijlb RS 24.253,16; 24.643 Rs. 4 (zitiert AsrnuR 1966, 281 mit Anın. 4). - !3aal des Ol. 1,25 f.; vgl. Ol. 13,81; Pyth. 4,33; Isth. 7,38) zusammengestellt worden, was im Lichte
Şapanu/Şapön/ijazzi: ALBRIGHT 1950; 1968, 109; EISSFELDT 1932; M.H. Pope ın POPE­ der alteren semitischen Parallelen uıınötig erscheint (die palmyrenisclıe Bilinguis hat auclı
RöLLIG 1965, 257 f. Zur Lesung Şaplinu von ug. Şpn siehe ALBRIGHT 1957b, 35; 1968, 146 ııiclıt *Iloarn5wv yaıı7oxoç, wie Röllig a.a.O. angibt, sondern IloaEıowvı ı'rEqj).
Anın. 38; M. WEIPPERT 1964a, 194 Anın. 66. 52 Zum Charakter von Gen. 14 vgl. M. WEIPPERT 1967, 94-101.
44 ALBRIGHT 1968, 197-202; BAETHGEN 1888, 82 f.103; BICKERMANN 1937, 90 ff. (zum
53 Parallelformel Jerusalemer Herkunft: YHWH 'ös? scimayim wa'areş Ps. 115,15; 121,2;
Namenlosen Gott und Zeus Olympios); DussAUD 1955, 93-101 u.ö. (siehe Register S. 215" 124,8; 134,3; Variante YHWH ... 'i5s? slimayim wli'iireş 'et-hayyaın w;J'et-kôl-'aser-baın Ps.
s.v.); EısSFELDT 1939; GRESSMANN 1918, 204-216; HOFTIJZER 1968, passim; B. MAZAR 146,5 f.; vgl. dazu ALBRIGHT 1955, 8. El und 'lyn erscheinen als gesonderte Gottheiten in
1964, 19 f.; MULDER 1965, 36; W. Röllig, KAI II, 6 f.; in POPE-RÖLLIG 1965, 273. Se.fTre 1 (KAI 222) A 11.
45 Yhmlk-Insclırift: KAI 4,3 (vgl. für Byblos auch Bn:Aaaµrıv, Philo Byblius bei Eu­ 54 B'foıyıı qııh dy r'h(lr"?) KAi 244,3 (so zu !esen!); vgl. neben der bei H. Donner, KAi
sebius �on Caesarea, praep.ev. 1,10,7); dBa-al-sa-me-me: BoRGER 1956, §_69 ıv 10; Umm II, 294, genannten Literatur noch MıLIK 1962, z.St. S. 54 (mil richtiger Lesung); REND­
el-'Awamıd: CIS I 7 = LIDZBARSKI 1907, Nr. 12 = KAI 18,1.7; Larnaka: RES 1519B; Cag­ TORFF 1966, 285 Arım. 21 [= 1975, 180 Anın. 21] (wie Donner). - Abzuweisen ist m.E. die
lari: CIS I 139 = LIDZBARSKI 1907, Nr. 58 = KAI 64,1; Karthago: CIS I 379; LIDZBARSKI Ansicht von CRoss 1962, 244, daB die Formel qi5ııif sciınayim wli'iireş in Gen. 14,19.22 ge­
1915, 248 Anın. 1 (vgl. auch Balsamin, Plautus, Poen. 1027). - D.R. Hillers und W.F. Al­ genüber der kürzeren phönikischen qn 'rş ursprünglicher sei. Der von ihm zitierte aramai­
bright bei ALBRIGHT 1968, 197 mit Arım. 50, weisen darauf hin, daB *Ba'l samem schon im sche Papyrus aus Şaqqlira (DUPONT-SOMMER 1948b, 44 u. Taf.; KAi 266) besagt nichts,
14. Jahrhundert v. Chr. in hethitisch-ugaritischen Vertragstexten in akkadischer Sprache aus weil wir nicht wissen, was dort Z. 1 f. vor ]smy' w'rq' gestanderı hat (so auch RENDTORFF
Ugarit belegt sei. Die Stellen PRU IV 17.146,48-53 (dısKUR AN, Z. 49 S. 157); 17.227,48- 1966, 284 f. [= 1975, 179 f.]), und Gen. 14 ist eirı junger Midras (vgl. oben Anın. 52), der
53 (d[I]sKUR AN-e, Z. 51 S. 43); 17.237 Rs. 9'-15' (dISKUR sa-me-e, Z. 11' S. 65); 17.340 Rs. zwar manche aite Materialierı verarbeitet hat, aber für deren Datierung im einz.elnen un­
16'-21' (ebenso, Z. 17' S. 51) zeigenjedoch, daB es sich dort um den kleinasiatischen Wetter­ brauchbar ist. Die altesten Belege (Boğazköy) haben *qız 'rş.
gott des Himmels (vgl. oben S. 115 mit Anın. 19) handelt, und somit von Ba'I samem nicht 55
EA 155,6.47. Die entfernte Möglichkeit, das Zeichen TUM nicht tıımltu4, sondern tzm
die Rede sein kann. zu !esen, wodurch sich <las Substantiv darıtu(ın) ,,Dauer, Ewigkeit" im attributiverı Genetiv
46 Zakkür-Stele aus Afis: KAI 202 A 3.11.12.13.B 23; Gözne: RES 956 = KAI 259,3.
47 Nach ALBRIGHT 1968, 198 f., stellt B'l smm ein Epitheton des Gottes 'Attar dar. Frag­ ergabe, wird durch JucQuoıs 1966, 66, ausgeschlossen. Wegen der Determination des
Gottesrıamens hatte es in diesem Fail wohl auch *dSanıas sa darıti heiBen müssen. Kein
lich. Gegenbeweis ist etwa der Ausdruck dfoıızas ıniitiiti (geschrieben duru KUR ki .DIDLI.l:lA EA
120 Elemente plıönikisc/ıer und kilikisc/ıer Religioıı [204/205] [205-207] Elemente phönikisc/ıer ıınd kilikisclıer Religion 121
akkadischen Sprachgebrauch verstöBt und in einer Anrede an den König von stellt. In varamaischen Inschriften aus Afis, Neirab, Gözne und Kesecek Köyü
Agypten seltsam anmutet, ist übrigens zu e�tnehmen, daB es sich nicht um heiBt er S!ır6°. 1
einen Gott - wie etwa bei dem babylonischen Samas -, sonderrı um eine Göttin Weitverbreitet ist dagegen der Gott Rafop61 , der schon im 2. Jahrtausend von
handelt. Im kanaanaischen Bereich können wir eine weibliche Sonnengottheit Mesopotamien (in ,,amoritischen" Personennamen) bis nach Zypern und
sonst nur noch für Ugarit und - wiederum durch einen sprachlichen Lapsus in Agypten vorkomrnt. Er ist ein Gott der Unterwelt und der todbringenden
einem Amarna-Brief - für Askalon sicher nachweisen56• In einem ugaritischen Krankheit und wird daher von den ugaritischen und kyprischen Schreibern der
Brief kommt auch Sps 'lın I vor57 • Vielleicht ist auch die gleichnamige Gottheit Amarrıa-Zeit mit dem ?abylonischen Nergal62 , im 4. Jahrhundert auf Zypern
Sıns 'lın der Karatepe-Texte weiblich anzusetzen. Der einfache Name der mit Apollon6 3, im 3. in Agypten mit Herakles64 identifiziert. Auch von ihrn gibt
Sonnengottheit laBt sich sonst nur im aramaischen Sprachraum belegen: in es mancherlei Sonderformen, so den Rsp 'llıyts65 und Rsp 'lyyt66 in Tamassos
Afis, Sefire, Neirab, Zincirli, Gözne, Kesecek Köyü, Hatra, Dura-Europos und auf Zypern, Rsp gn67 und Rsp �ıgb68 in Ugarit, Rsp J:ış69 I in Kition, Rsp ınk/7° in
sonst 58 . Idalion auf Zyperrı und in Agypten, schlieBlich Rsp şprın11 in Karatepe. Über
Auch der Mondgott wird relativ selten genannt: als YaralJ oder EralJ in ,,amo­ den Namen dieses Rsp şprın ist schon viel geratselt worden, ohne daB man zu
ritischen" Personennamen, als Y rlJ (* YarilJ-) in Ugarit59, wobei er zumindest in
60 Afis (Zakkür):
dem Text CTA 24 die interpretatio ugaritica des hurritischen Mondgotts dar- ,
KAI 202 B 24; Neirab: KAI 225,9; 226,1.9 (wohl der bab. S111); Gözne:
RES 956 = KAT 259,4; Kesecek Köyü: KAI 258,5.
61 Allgemein vgl. ALBRIGHT 1926b, 146-151;
1968, 121; ASTOUR 1965, 310-314; BRES­
CIANI 1962; CAQUOT 1956; CooK 1930, 112-116; DAH0OD 1958, 83 -87; GRDSELOFF 1942;
84,1; dUTU KURki _Hf\ ebd., 31; dUTU KURki _oIDLI 106,5; duT[U K]UR.[MEf] 92,2) ,,Sonne der GRÖNDAHL 1967, 181 f.; HELCK 1962, 485-489; HUFFMON 1965, 263; JANSSEN 1950; JIRKU
Uinder", da "uTu hier das Appellativum samsıı ,,Sonne" wiedergibt. 1966, 59 f.; lWRY 1961, 31; LEJBOVITCH 1939, 1940; 1942; 1944; 1948; J. LEWY 1939:
56 U garitische Belege für das weibliche Geschlecht der Sonnengottheit Sps: 1. das weib­ MATTHIAE 1963; DE MEULENAERE 1955; POPE-RÖLLIG 1965, 305 f.; SJMPSON 1953 ; 1960;
liche Epitheton ıırt ılın ,,Leuchte der Götter" CTA 4 VIII 21; 6 I 11.13. II 24. III 24. IV 32; vgl. SOLA-Soui 1956, 341-3 55; STADELMANN 1967, 47-76.13 9; M. WEJPPERT 1966, 321-3 27;
dagegen den Beinamen des Mondgotts Yr/J, ııyr sının ,,Erleuchter" (*ııayyar-) des Himmels" VAN WJJNGAARDEN 1929; Woorı 1916, 23 7-239.
CTA 24,16.31; 2. der noch unverstandliche Ausdruck Sps myprt dltlım CTA 23,25, in dem 62 Vgl.
CTA 29 Rs. 5 (Rsp) mit dem Quasi-Duplikat RS 2 0.24 Rs. 8 (Nergal; siehe Nou­
myprt jedenfalls pt.f.sg. D von IPR sein muB; 3. die feminine Form des Adjektivs brt in der GAYROL 1958, 82 f., und daw M. WEIPPERT 1966, 3 23 Anın. 250); EA 35,1 3 .37.
Phrase km sps d brt ,,wie die Sonne, die frei ist" PRU II 5,2 f., und des Adjektivs rbt ,,groB" 63 Vgl. unten Anın. 65.66.70.
in .l'ps rbt CTA 23,54. V gl. CAQUOT 1959. Zur Namensform :Sps siehe A. DIETRICH 1957, 64; 64 Herakles-Tor
so mit aramaischer Inschrift Irsp ınkl[ ...'] 'bdw aus Agypten bei BRES­
CAQU0T 1959, 90 Anın. 1; M. DıETRICH-LORETZ 1966, 210 f., wo zum syllabischen Material CIANI 1962 ; daw auch NAVEH 1966a. 160; 1966b, 3 6.
noch der Beleg aus dem oben S. 117 Apm. 39 gel]annten sumerisch-hurritisch-ugaritischen 65 Biliguis 2 von Frangissa (Tamassos):
RES 1213 = MASSON 1961, 227 u. Taf. XXXIII
Vokabular nachzutragen ist: "uTu : Si-ıııi-gi : Sa-ap-su. Mit Dietrich-1:oretz ist sps als 2 Nr. 216 a 4 f. (Lesung rıiclıt ganz sicher). Der griechische Paralleltext (b 3 f.) hat ıo-i A­
[samps-] (mit anaptyktischem -p-) aufzufassen und sowohl die an akk. dSaıııcıs orientierte [po-lo]-ni to-i A-la-si-o-ta-i = rwı 'Am3A.(J..)wvı rwı 'A},cıaubrnı. Vgl. daztı MAssoN 1961,
Namensform ,,Sapas" als auch der übliche Hinweis auf hebr. *föbıs Jes. 3 ,18 (genaue Be­ 227 f. (Lit.).
deutung unbekannt) zu unterlassen. Lautgesetzlich ist der Vergleich ug. sps : hebr. *föbıs 66 Bilinguis
I von Frangissa (Tamassos): LIDZBARSKI 1907. Nr. 34 = RES 1212 = KAI 41
ohnehin problematisch (dagegerı auch DEGEN 1966, 3 72). - Askalon: Brief des Dynasten = MASSON 1961, 225 u. Taf. XXXIII I Nr. 215 a 3 f. Der griechische Paralleltext (b 4 f.) hat
Widya (zum Namen vgl. MAYRHOFER 1966, passim [siehe Register S. 14Y s.v. Uidia]), EA to-i A-pe-i-/o-ııi to-i E-le-i-ta-i = ru;ı 'A;;ıdJ..wııı rwı 'EJ..drnı.
323,22 : Der Pharao isi dUTU(samsH) sa is-[t]ıt AN"''"''DUMU(mar) "uTU(Samas) sa ti-ra-aııı 67 PR II 88,3 , und Weihinschrif
� t auf einem Rhyton in Gestalt eines Löwenkopfes aus
"u1u(Samas). Dabei kann die umstritterıe Verbalform tidinı, wie MoRAN 1964, 81 f., gegen Ton: pıı anv d s'lv ımı lr,fp gıı ,,Löweıı,gesicht', das Nuranu dem Rsp gıı gemacht hat",
EBELING 1910/12, 48 (anders ders. in KNUDTZON 1915, 1444); DHORME 1951, 416; ALT VJROLLEAUD 1963-66. 59.
1944, 159; SARNA 1963, 318, überzeugend begründet hat, nur als 3.f.sg.pras. G von ra'iimıt 68 PRU
V 5,2 : vgl. auch den Persoııennamen 'bd!ıgb CTA 113 ı 23; 1\R-/Ja-gab GRÖNDAHL
verstarıden werden, so daB zu übersetzen ist: ,,die Sonne, die vom Himmel (herab scheint), 1967, 316b. Zur Deutung des Gottesnamens siehe EıssFELDT 1965, 14; GRÖNDAHL 1967,
der Sohn der Sonnengottheit, den die Sonnengottheit liebt." Auch hier isi, wie in dem Brief 134.181. Die Erkliirung von !ıgb als ,,Heuschrecke(ııart)" (hebr. zıiigab) erscheint mir nicht
aus Tyrus (Anın. 55), die Sonnengottheit im Einklang mit der einheimischen Vorstellung sicher.
weiblich genommen unter Verstof.\ gegen den genuin akkadischen Sprachgebrauch. Vgl. 69
cıs I 10 = LIDZBARSKI 1907, Nr. 18 = KAI 3 2,3.4. Vgl. auch b'l (1'!', rsp PRU II 1,3. Zur
auch das Schwanken des Genus von hebr. seınes: ALBRECHT 1895, 3 24. Deutung des Elements !ı;l/ış siehe IWRY 1961; ALBRIGHT 1968, 121 Anm. 75 (richtig?),
57 PRU V 8 Vs. 7. V gl. dazu auch Poı-ıL 1956, 417 (unrichtig); RENDTORFF I 966, 2 89 mit 70
Dali (Idalion): CIS 1 89 = KAi 39,3; CIS I 90 = LIDZBARSKI 1907, Nr. 31 = KAi 38,3 ;
Anın. 44 [= 1975. 184 Anın. 44]; W. Röllig, KAI II, 43; Ch. Virolleaud, PRU V, 15 z.St.; CIS 1 91 = LIDZBARSKI 1907, Nr. 33 = KAI 40,5; CIS I 94,5. In der phönikisch-griechischen
WEIDNER 1954-56, 419". Biliııguis CIS 1 89 hat der griechische Paralleltext (b 3) to A-po-lo-ni to A-ıııu-ko-lo-i = rıô
58 Afis (Zakkür): KAI 202 B 24; Seffre 1 (KAI 222) A 9; Neirab: KAI 225,9 (wohl der 'An6},(J..)wvı uiı 'A,uııxJ..wı: vgl. MASSON 1961, 246 u. Taf. XXXVII 2 Nr. 246, und seiııe�
bab. Samas gemeint); Zincirli: KAI 214,2.3 .11.18; 215,22 : Gözne: RES 956 = KAI 259,4; Kommentar ebd., 248 (Lit.). Zur aramaischen lnschrift aus Agypten siehe Anın. 64. Ein
Kesecek Köyü: KAI 258,5; Hatra: KAI 256,4; Dura-Europos: KAI 257,3. Beleg für die Nameıısform Rsp lıınkl findet sich nach BRESCIANI 1962, 216 Anın. 3, bei
59
,.Amoritische" Personennamen: Tı-ı. BAUER 1926, 76; HUFFM0N 1965, 170. Ugarit: MAssoN 1960, 138 (mir unzuganglich). Vgl. auch AsrnuR 1965, 311-3 13.
AISTLEITNER 1963, § 123 9. 71 Phu 11 10 f.12: Pho Löwe 17'; Phs ııı 8.10.
122 Elemente phönikischer und kilikischer Religion [207/208] [208-210] Elemente phönikischer und kilikischer Religion 123

einer gesicherten Lösung gekommen ware, so daB sich - von ein paar höchst Arbeit geleistet hat. Ilım ist eine Reihe von wörtlich aufgehenden Gleichungen
unwahrscheinlichen Vorschlagen abgesehen72 - heute die Alternativen ,,Rasap gelungen: Baal = Tarhunzas (Wettergötter), Bacı samem (Herr/�aal des Him­
der V ögel" und ,,Rasap der Ziegenböcke" gegenüberstehen73. 1 mels) = Wettergott des Himmels, Yarif:ı = Armas (Mondgötter), Sams = Tiwats
Wie Rsp şprm kommt auch Bel krntrys bisher nur in den Karatepe-Texten (Sonnengottheiten). Sehr geschickt und sachgemaB hat er für El, den Schöpfer
vor74. Seine Statue hat Azatiwada in seiner Neugründung aufgestellt, so daB er der Erde, den Gott des Schaffens und Handwerks I Ea substituiert79, und die
der eigentliche Stadtgott von Azatiwadaya gewesen zu sein scheint. Problema­ phönikische Sonderform der Sonnengottheit, Sms <[m, durch eine besondere
tisch ist das Namenselement krntrys, das gewiB nicht semitisch ist und anı ehe­ Form der kleinasiatischen Sonnengottheiten, den Sonnengott des Himmels,
sten einer kleinasiatischen Sprache angehört. Bossert dachte freilich an einen ausgedrückt. Daraus folgt, daB der Übersetzer sich der Verfahrensmöglichkeit
Baal *xQavroewç,75, Dupont-Sommer zunachst an einen ,,Baal-aux-cornes­ 2. 80 bedient und aus dem luwischen Pantheion Namen von Göttern verwandten
saillantes"76, spater mit Honeyman an ein Epitheton indogermanischer Etymo­ Charakters, ahnlicher Rolle und, wenn möglich, gleichen oder ahnlichen Na­
logie mit der Bedeutung ,,chef (ou maitre) de Tarse"77• Meist hat man das Ele­ rrıens ausgewahlt und zur Übersetzung der phönikischen Götternamen seiner
ment krntrys jedoch als genetivisches Attribut zu B'l und als Stadtnamen Vorlage herangezogen hat. DaB er dabei nicht mechanisch vorging, zeigen ein
gedeutet und die folgenden mehr oder minder ahnlich aussehenden kilikischen paar zusatzliche Beobachtungen: 1. Er gestattete sich eine Ausnahme bei der
Ortsnamen zur Auswahl gestellt: Kelenderis, Krindion (nur das Element Wiedergabe des phönikischen Epithetons hbrk Bel des Azatiwada, das wohl mit
*krind-), Kylindros, Charadrus78. ,,der von Baal Gesegnete" übersetzt werden muB, indem er dafür den Ausdruck
<lsoL-mi-sd HOMO-ti-i-sd (zu lesen etwa *tiwa(n ?)tamis zitis) einsetzte8 1. Dieser
Ausdruck ist auch sonst in ahnlicher Verwendung belegt82. Wir dürfen also
VI vermuten, daB der Übersetzer bei der Wiedergabe von hbrk Bc/8 3 hieroglyphen­
luwischen Stilgesetzen folgte. Nach der Etyrrıologie muB das Epitheton etwa
Die synoptische Betrachtung der bisher kurz einzeln besprochenen Götter­ ,,der ,besonnte' Mann", ,,celui qui est sous l'action du soleil" (Laroche84), be­
namen der Bilinguen kann nur zu dem SchluB führen, daB der Übersetzer gute deuten. 2. Die Reihenfolge der Götter in der Fluchformel ist in beiden Fassun­
gen verschieden: Phu hat bel smm w'l qn 'rş wsms <[m, Hu CAELUM dTONITRUS­
72 Şprm der kleinasiatische Name des Flusses Pyramos ( < *(s)puram-), über dem sich der hu-za-sd CAELUM ctsoL-za-sô di-ia-sô; das zweite und dritte Glied der
Karatepe erhebt: H. Gregoire nach LEVY 1949/50, 120 Anm. 49; vgl. auch LEVY ebd., 120,
wo noch auf den palastinischen Ortsnamen Sepphoris hingewiesen wird.) Aufzahlung sind also vertauscht. Die Reihenfolge von Phu entspricht nordwest­
73 ,,Rasap der Vögel" (hebr. şippôrTm): BARNETT-LEVEEN-Moss 1948, 70; CAQUOT semitischer8 5, die von Hu hieroglyphen-luwischer86 Tradition. 3. Genauso ver­
1956, 55 f.; DUP0NT-SOMMER 1948c, 81; MARCUS-GELB 1948, 195; 1949, 117 (,,R. of the halt es sich anı Ende der Bilinguen, 1 wo die phönikische Fassung die Reihen­
Wings"); PoPE-RÖLLIG 1965, 305; W. Röllig in KAI II, 41 f. Der ,,Gott mit einem Vogel auf folge sms wyrf:ı, die luwische umgekehrt ctLUNA.MI-sa(-wa) ctsoL-lıd hat87.
der Hand" auf einem Orthostatenrelief des Karatepe - abgebildet z.B. bei BosSERT 1948a,
Taf. VIlb.VIUa nach S. 162; 1948b, Taf. CXXI 8. CXXII 9 -, auf den M.H. Pope und W. 79 Vgl. zu einem weiteren Aspekt der Gleichsetzung KAISER 1959, 50-53.
Röllig in AnschluB an BossERT 195 le, 288, zur Stützung ihrer Interpretation verweisen, ist 80 Siehe oben S. 113.
m.E. kein ,,Rasap der Vögel"; dargestellt ist vielmehr ein Gott auf der Falkenbeize (vgl. 81 Phu ı 1 (vgl. Phs ı I); Hu 3 f. (Ho zerstört). Der Artikel vor dem Status constructus in
dazu das Relief aus Ijorsiibiid, Louvre AO 19886). - ,,Rasap der Ziegenböcke" (hebr. /ıbrk B'l ist zwar ungewöhnlich, aber nicht unbedingt als falscher Sprachgebrauch anzusehen.
şapırTm): DAH0OD 1963, 70 f.; GORDON 1948/49, 46 f.49; 1949, 110; H0NEYMAN 1948, 53; Vgl. hebr. habbör Malkıyiihu ben-hamınelek Jer. 38, 6 (gewöhnlich zu *bör . .. emendiert) und
O'CALLAGHAN 1949, 177.179.202 f. Zwischen beiden Möglichkeiten schwankend: ALT vielleicht lıkkbın 'l Pyrgi pun. 10 f. (GARBINI 1964, 66 u. Taf. XXXVII), falls Dahoods Ana­
1948, 122b; 1947-52, 275.282; DUPONT-SOMMER 1948a, 172.187; LAROCHE 1954b, 110; lyse des Ausdrucks als lı=kkb=m 'I ,,die Sterrıe Els" (-111 enklitisches Mifın) richtig sein sollte
LEYi DELLA VmA 1949, 289; O'CALLAGHAN 1950, 360 f. - Keine der beiden Möglichkeiten (mir fragliclı); vgl. DAHO0D 1965b. W. Rölligs Versuch (KAI II, 38 f.), /ı- nach J. Friedrich
anerkennend: PEDERSEN 1950, 53. als Relativpronomen zu verstehen, wird durch den luwischen Paralleltext niclıt gestützt.
74 Phu il 19. III 2 f.4; Pho I 6'.8'; Phs III 16.17.19. IV 19. 82 Vgl. LAROCHE 1960, Nr. 191,5; MERIGGI 1962, 180; KALAÇ 1965, 425.
75 BOSSERT 1953b, 183. 83 Als einzige nordwestsemitische Parallele kann ich im Augenblick aram. bryk 'Ilı'
76 DUP0N r-SOMMER 1948c, 82 f.
Hatra 21 = KAI 243,2 (nach plzı 'Ilı', das etwa 'bd B'I Pim ı I f. entspricht) anführen.
77 HONEYMAN 1948, 53 f.: *kuinvan(a)-tarayas; DUPONT-SOMMER 1948a, 173: zu *krıı-, 84 LAROCHE 1959, 128, als Übersetzung des vielleicht verwandten luwischen Ausdrucks

vgl. griech. uci12avoç; ,,chef"; -trys vielleicht = Tarsus; das ganze eventuell ein Aquivalent ti-wa-ta-ııi-ia-am-ına- KUB XXXV 58 II 2' (audı ÜTTEN 1953c, 63); vgl. LAROCHE 1955, 81.
des spateren B'I Trz auf den Münzen von Tarsus. Ahnlich auch AsTOUR 1965, 60 Anın. ı. 85 [ ... b']lsmyn w'l[wr ... ] wfoıs KAI 202 B 23 f.; hdd w'I ... wsıns KAI 214,2.2 f.11.18;
8
7 Kelenderis: ALT 1948, 124 Anın. 15; 1947-52, 282; BARNETT 1953, 142 Anm. 5; 215,22.
GooSSENS 1949/50, 201-204; GREGOIRE 1949/50, 125 f.; LEVY 1949, 472; 1949/50, 120; 86 Reihenfolge Wettergott ... Sonnengott Karkemis A6,2.6; 15b* *1.
MARcus-GELB 1948, 198; ÜBERMANN 1948, 30 Anın. 82; W. Röllig in KAI II, 42 z.St.; 87 Phu Löwe 3 (vgl. Phs v 7'); Hu 405 f. Das luwische Material bei LAR0CHE 1960, Nr.

VATTIONI 1968, 71 f. - Krind(ion): ALT 1947-52, 282; W. Röllig a.a.O. - Kylindros und 191,2. Auf nordwestsemitischem Gebiet ist das Bild allerdings schwankend: sms wslır KAI
Charadrus: LEVY 1949/50, 120 mit Anrn. 53. 202 B 24; smL .s[n 222 A 9; anderseits slır wsms 225,9; 258,5; 259,4.
124 Elemente plıönikisc/ıer und kilikisc/ıer Religion [210/211] [211/212] Elemente plıönikisclıer ııııd kilikischer Religion 125

Wir sind nun in der Lage, Erwagungen über die noch nicht verglichene Der B'l kmtrys erıtzieht sich weiterhin naherer Bestimmurıg. Wir haben ge­
n
Namenspaare anzustellen. sehen93, daB ihm an der einzigen erhaltenerı Stelle der hieroglyphischen Fas­
Der ,,ganze Kreis der Götter", kl dr bn 'im, wird durch ,,alle Götter", einen su ncr der Bilirıguerı der Name Tarhurızas mit dem Beiwort arha usaııuwaınis,
auch in anderen hieroglyphischen Texten vorkommenden Ausdruck88, über­ ,,de; Hochgelobte"94 o.a., entspricht. Daraus und aus der Statueninschrift � ıabe
setzt. Da vorher Wettergott, Sonnengott und Ea genannt werden, kann ,,alle ich geschlossen, daB wir es hier mit dem eigentlichen Stadtgott von Azatıwa­
Götter" nur ,,alle übrigen Götter" bedeuten. Das spricht dafür, daB es sich bei daya und wohl auch mit dem lokalerı Wettergott der Gegend um I den heutigerı
(kl) dr bıı 'im nicht, wie gelegentlich angenommen, um eine kollektive Be­ Karatepe zu tun haben. Die verschiederıerı Gleichsetzungen des Namens­
zeichnung des Pantheions oder um eine um einen GroBgott als ,,Hofstaat" elements krııtrys mit kilikischerı Ortsrıamen, die ich vorhin Revue passiererı
gescharte Göttergruppe handelt, sondern einfach um die Schar der neben den lieB, sind aus lautgesetzlichen Gründen kaum annehmbar, auch nicht der letzte
ausdrücklich genannten groBen Göttern rıoch vorhandenen Gottheiterı gröBerer Versuch dieser Art von Vattiorıi95. Ein Schritt auf eine Lösung zu könnte viel­
oder geringerer Bedeutung89 . leicht in den folgerıden Überlegungen gefurıden werden.
Bei dem Rsp şprın muBterı wir vorhin die Alternative, ob şprın ,,V ögel" oder Das Wort krıı trvs macht den Eindruck eines luwischen ,,Gerıetiv-Adjektivs",
,,Ziegenböcke" bedeute, offenlassen90. Wenrı er rıurı mit dem kleirıasiatischen das bekarıntlich ;nit dem Suffix -assa/assi- (keilschriftlich -assa-, hierogly­
,,Hirschgott" gleichgesetzt wird, liegt es nahe, ihrı als ,,Rasap der (Wild-)Zie­ phisch -as(s)i-) gebildet wird96 • Dieses Suffix erkenrıe ich in dem phönikischen
gen(böcke)"91 aufzufassen und anzunehmen, daB der Überjsetzer bei dem Be­ -s von kmtrvs, das grurıdsatzlich nicht die Endung eines sigmatischen Kasus
streben, ein möglichst ahnliches luwisches Aquivalent zu finden, vorı den darstellerı k�nn97• Als Grundwort des ,,Genetiv-Adjektivs" könnte danrı *krııtry-
Capriden zu den Cerviden überwechselrı muBte. Möglich ist auch, daB der Rsp
şprın ahrıliche Schutzgottfunktionen wie der ,,Hirschgott" hatte und eberıso von ihm erwartete Ein schreiten bei Vertragsbruch in den Vasallenvertragen Asarhad dons
wie di�ser und etwa der mesopotamische Gott Palil92 , der ,,König der Steppe", 519 f. (Rekonstruktion BoRGER 1961, 191). In Sy nonymenlisteıı wird er mit Ninurta (CT
XXV 1 2,17) oder Nergal (CT XXIV 36,52) gleichgesetzt. Eiııen Tempel hatte er vielleicht in
Opis, we nn in ADD 930 m 8 f. hinter <lPALIL z. 8 nichts weggebrochen ist. Zu dPALIL in
mıt Wıldleben und Jagd in Verbindung stand. Beweisbar ist das leider nicht.
Persoııennamen si ehe TALLQVIST 1914, 258 , s.v. N ergal; vgl. auch den Stammesnamen
b
88 V gl. MERIGGI 1962, 117.
89 Belege aus Ugarit: dr il (il pljr dPALIL-aıı-dil-KUR(miiti), Tiglathpileser III., Arın. 147 (P.RosT 1893, Pi. III:6. XV:7).
b'l) CTA 34,7; (il i/111) 15 m 19; dı· /mil (il ınpljrt bıı il) 93 Siehe obeıı S. 112 f.114.
30, 20; 3 2,17. 25 f.34; vgl. kl bn 'lın wrb dr ki qdsın in der Beschwörung aus Arslan Taş KAI 94 Usaııııwamis (ııom.) pt.pf. nicht ganz sicherer Bedeutung: vgl. LAROCHE 1960, Nr.
_
27,11 f. Iıı der Regel vergleıcht man auch noch hebr ai sche Au sdr
licke wie bJne 'e/Tm l'elölıTm 165,6; MERIGGI 1962, 141 s.v. ıısııu(wa)-; MITTELBERGER 1963, 105. In Hu 73 gibt-u-sa-ııu­
Gen. 6, 2.4; P s. 29,1; 89,7; Hi. 1,6; 2,1; 38,9; auch b;mif '/[ ... ]' Dtn. lıa l. sg.p raet. phön. wvtıı' 'ıık Phu ı 9 ,,und ich richtete auf" (vgl. JEAN-HOFTIJZER 1965,
3 2,8 (�g-1. LXX und
SKEHAN 1954). Dazu zuletzt: w. HERRMANN 1960; CüüKE 1964; RENDTORFF 1966, 287- 101 :27-30), in Hu 274 ıı-scı-ııu-wa-tu-u (Ho [x x x]-wiı-tıi-u) 3.irnp.sg. phön. wbrk ,,und es
290 [ = 1975, 182-185]. Al s Analogie z u der unb estimmten Au segne" Phu ııı 2 wieder. Das V erb um usanıı(wa)-- is t ei n Faktitivverbum auf -ıııı un d anı
sdruck sweise lieB en s ich viel­
leicht d ie ,, Götter der J::Iapiru/Lulabbu" der hethitische n Staatsvertrage heranziehen; vgl. eh esten zu *was(s)- ,,gut, gü nstig" ( siehe dazu LAROCHE 1954c, 123) zu st ellen. Yon ,,gut
meıne In t erpretatıon, M. WEIPPERT 1967, 73 f. machen " lassen sich leicht die durch die phönikischen Parallelen geforderten Bedeutungeıı
90 Sieh e oben S. 1 21 f.
,,fördern" und ,,segııen" (vgl. bene fcıcere, bene dicere) ableiten. Die Bedeutung ,,segnen"
91 Hebr. şcıpır
kommt nur in jungen Texten vor und ist nach der gewöhnlichen Ansicht - Jieot wohl auch in dem Epitheton des B'l krntrys vor ; also ,, der sehr Geseg nete" = ,, der
vgl. M. WAGNER 1966, 99 Nr. 248 (Lit.) - ein Aramaismus. Der mın wahrscheinlich ge wor­ Ho�hgelobte" (wenn man da s Geıneinte in der jüdisch-chri stlichen Sprachtradition ausdrük­
deııe phönikische Beleg aus dem 8. Jahrhuııdert zwingt wohl zu einer Revisioıı dies;r M ei­ ken darf). leh nehme das Praverb cırlıa p rovisorisch als ,,liber ... hinaus" > ,,sehr".
nung. DaB heb r. şapır ,,(Ziegen-)Bock" heiBt, geht au s der ple
onastischen Naherbestimmung 95 VATTIONI 1968 weist darauf hin. daB der Orts name Kelenderis in den ,, Res gestae divi
d urch (/ıcı)'izzım Dan. 8,5.8: 2 Chr. 29,21 und der Glo ssieru ng mit lıasscı'Tr Dan. 8,21 _ vgJ. Saporis". d.h. der groBen Trilinguis des Sassaııidenkönig s Sahpur I. von Naqs-i-Rustaın in
auch sa' frım 2 Chr. 29, 23 als Interpretation voıı şapırç 'izzüıı 2 Chr. 29,21 - deutlich herv�r. 2.riechischem wie ,,aramaischem", d.h. mittelp ersischem un d parthi schem Gewand vor­
Auch im Aramaischen hat man diese Bedeutung aıızunehmen, sicher bei dem reichsara­ kommt. Yon der mittelpersischen Namensform ist nur [ .. . ]lıvsy erhalten; di e parthische lau­
maischeıı Plural şapfrç 'izzın E s. 6,17, aber auclı bei syr. şelfpraycı, f. ŞJpraita PAYNE Sıı,ııı H tet Kvrııdrws (so liest SPRENGLING 1940, 373: 14 N r. 18, uııd die Photographie eb d., 421,
1901, 3435.yı. ,ıe!fpraye z.B. Heb r. 9.12 für gr iech. ıı;_ıci yoı. Nathan b. Jehiel, Siffer /ıe'arük erlauİ:ıt diese Lesung; MARICQ 1958, 340 Nr. 22, gibt Kydııdrws), die gr iechische Kd.ivocı;_ıııı
_ ,
s.v., erklart ıud.-aram. şapır durch hebr. sa'fr. V gl. auch Exkms 2
un ten S. 128 f. acc. (siehe die Nachweise bei Maricq, a.a.O.). Nach Vattioııi ist die Schreibung mi t - r - für -.-1.­
92
Palil (geschrieben cıIGI.DU = dPALIL) begegııet seit Tiglathpileser I. (BUDGE-KING 1902, ein Beweis für die Richtigkeit der I dentifikation von krııtrys uııd Kel enderi s. Dabei ist über­
84: vı 58 60 mıt sıcherer Ergaıızung) in a ssyrisclıen Königsin schriften in Jagdschilde­ sehen, daf� in der Iıı schrift erwartııııgsgeıni:ij3 die meisten griechischen A durch parthisches r
ungeıı s':ıt A�a�nararı_ �I. zusarnrneıı mit Ninurta in der stereotypen Wendung <lNiııurta (u)
-:-
� � wiederg egeben werden, wie auch ein rascher Blick auf die Listen Maricqs (MARICQ 1958,
Palı/ sa saııgutı ırammu ,,Nınurta und Palı!, dıe mein P riestertum lieben", Adadııara ri 338-342) leh rt. Die Sahp ur-Stelle tragt also für die Frage nichts aus.
II..
KAH II 84 Rs. 12 2; Tukultininurta II., Arın. Rs. 52; Assur naşirpal II., Ann. 62-65 (BUDGE­ 96 V gl. dazu MERIGGI 1966, 82-84 III §§ 26-30; auch - u.a. - NEUMANN 1964, 58; 1967,
KıNo 190 2, 204 f.); Salmana ssar III., KAH II 112 Rs. 7; Assurbelkala, Zerbrochener Obe­ 31 (vgl. auc;h eb d., 28, zum Karischeıı).
lısk ıv l (BuDGE-KING 190 2, 138). Da/3 er auch sonst mit Steppe und Jagd zu tu n hat, zeigt 97 Die Wiedergabe voıı kleinasiatischem s (wie immer es phonetisch jew eils geııau zu
das oben ub _ _
ersetzte Epıtheton sar ş eri, BM 83-5-2 2,130 R s. 19' (PEISER 1898, fassen sein mag) durch phönikisches (s) ist im Lichte der ııordwestsemitischen (ugaritischeıı)
20) un d das
[213-215] Elemente phönikischer ıınd kilikischer Religion 127
126 Elemente phönikischer und kilikischer Religion [212/213]
angesetzt werden, eine z.B. in Ortsnamen98 gelaufige kleinasiatische Wortbil­ genden Argumenten: 1. Die Namensidentitat ist gesichert. 2. Die Ruinen des
dung mit der Endung -aya- oder -iya-. Dagegen spricht etwas die Lange des so Karatepe gehören in das 8. Jahrhundert v. Chr. 3. Adana und Azitawadaya ge­
erschlossenen Wortes, die in kleinasiatischen Sprachen ungewöhnlich ware99 _ hörten injener Zeit zur Que. DieArgumente 1. und 3. sind allgemein als richtig
I
Man könnte aber noch weiter gehen und das phönikische -y- vor dem -s des anerkannt; 2. wird von Barnett104 bestritten, der aus stilistischen Gründen die
Reliefs ins 9. J ahrhundert datiert, dürfte aber nicht zu bezweifeln sein. DaB die
Bildungssuffixes als einen Gleitlaut zwischen dem auf -r- folgenden Vokal und
dem Vokal -a- des Suffixes interpretieren; der Vokal nach -r- ware wegen des _ I
Reliefs sui generis sind, liegt weniger an ihrem Alter als an der Provinzialitat
y- wohl anı ehesten -i-. DasAdjektiv krntrys ware somit ungefahr als *KRNTRi­ ihres Entstehungsortes. Nun gewinnt aber W, von Soden 105 einen Synchronis­
yassi- anzusehen; das zugrunde liegende Substantiv lautete *KRNTRİ-. Da im musAzatiwada: Sargon II. vonAssyrien und damit einen anderen, die gewöhn­
Ph ?nikischen silbenschlieBendes n in der Regel nicht geschrieben wird, hat licheAnsetzung und die ldentifikation des Awariku mit Urik(ki) ausschlieBen­
zwıschen -n- und + höchstwahrscheinlich ein Vokal gestanden. Wir hatten den Anhaltspunkt für die Datierung der Karatepe-Inschriften und -Reliefs
also etwa *k0r(0)n°t0ri- 100 anzusetzen. Davon könnte noch *-0t0ri- als das im dadurch, daB er Azatiwada mit dem bei Sargon belegten 1KUR-ti-i (gelesen
1Mat-ti-i mit Aussprache [WattI]) ku'A-tu-na!un-a+a/k"'Tu-un-na-a+a 106 gleich­
Hethitischen als heteroklitisches -(a)tarl-(aıı)na- (< *-atna·) erscheinende Suf­
fix zur Bildung von Verbalnomina undAbstraktbegriffen abgetrennt werden1oı. setzt unter der Voraussetzung, daB sowohl Azatiwada als auch ,,Mattf' König
die Heteroklise ware nach Analogie von luw. kutassari- KUB XXV I 92, 1 ı von Adana gewesen sei. F ür ,,Mattı" trifft das sicher zu; für Azatiwada glaube
neben �eth. BAD-essar ,,Mauer" und lyk. ıraı:ae a neben heth. pattar ,,Korb" ich das oben 107 widerlegt zu haben. Doch auch die übliche Lesung 1Mat-ti-i, die
durch Uberführung des r-Stammes in einen vokalischen, hier einen i-Stamm, von Soden als Kurzform des Namens Azatiwada interpretiert, ist nicht über
aufgelöst102 • Als eigentliches Grundwort schalte sich also *k0r(0)ıı- heraus 1D3_ jeden Zweifel erhaben; man könnte ebenso gut 1Sat-ti-i oder 1Kur-ti-i lesen. Für
leh bemerke abschlieBend, daB hier, wenn meineAnalyse zutrifft, wohl ein von letztere Möglichkeit laBt sich Vergleichsmaterial anführen: in zwei hierogly­
Haus aus luwischer Gottesname in einer nur unvollkommenen phönikisierten phen-luwischen Inschriften aus Tabal kommt ein Ku+ra/ri-ti-i(-sa) geschrie­
Gestalt vorliegt; es fallt dann nicht schwer, hinter dem Bez krntrys einen bener Personenname vor 108, der *Kuratis oder * Kuritis gelesen werden kann 109•
luwischen *K"r(0)natariyassis Tarhunzas zu erkennen. Dazu stelle ich den Namen des Königs Krt (,,Keret"), der uns aus dem nach ihm
benannten ugaritischen Epos bekannt ist, und den man mit Jirku110 nach dem
Personennamen 1Ku-ri-i-ti Alalab 201,7 vokalisieren kann. Das liegtjedenfalls
Exkurs I: Azatiwada = MATtf von Atunna? naher als Gordons auch von F. Gröndahl aufgegriffene Hypothese, Krt bedeute
,,der Kreter" und sei mit hebr. Kar?tı und krt Zeph. 2,6 zusamrnenzustellen111•
Oben ist beilaufig in Übereinstimmung mit der commuııis opinio die Identi­
Denn unabhangig von Gordons Anschau!ungen über die Beziehungen zwi­
tat des in den Inschriften des Azatiwada genannten 'wrk . .. ınlk dnnym bzw. ıi­
schen Syrien-Palastina und der kretisch-mykenischen Welt wird man zunachst
wa+ri-ku-s ... ıi-tana-wa-nt-i-sa[ uRss REX-t]i-sıi mit dem von Tiglathpileser III.
im naheren Umkreis Ugarits nach Analogien suchen und dann einen in der
genannten Urik(ki) von Que vertreten worden. Diese These beruht auf den fol-
Nachbarstadt Alalab belegten einem überhaupt unbelegten und nur aus dem
Alten Testament erschlossenen Namen vorziehen. Das alttestamentliche Fun­
Transkriptionen_ des 2. Jahrtausends und der Verwendung von phön. (s) zur Schreibung von dament ist zudem auBerst schwach. Gordon findet den Personennamen Krt
altaram. [1] ım 1. Jahrtausend unbedenklich. Ein Ortsname im hethitischen oder Juwischen
Nominativ (?der Genetiv) kann krııtrys übrigens nicht sein, da in alterer Zeit indoeuropiii­
sche L ehnworter und Namen ın der Regel ohne Flexionsendungen in das Semitische über­
nornmen wurden. 104 BARNETT 1965, 294.
105 YON SODEN 1961, 576 f.
_ paar Belege bei LAROCHE 1958, 267 f. Weitere sind den einschliigigen Arbeiten zur
. 98 Ein
106 Belege: Sın 2022 II 4', WINCKLER 1889, Taf. 45 rechts; Ann. 71, L IE
1929, 10; Prunk­
hıstorıschen Geographie und Toponymie Kleinasiens Jeisht zu entnehmen, z.B. Kuwaliya
KUB XXVII I ı 58; Sabbanıya KUB VI 45 II 30; 46 ıı 70; Sanantiya KBo IV 13 ı 35; Tabaya inschrift 29, WINCKLER 1889, 102.
KBo l 1 Rs. 43; 4 ıv 6; _ fupazzıya KUB VI 45 ıı 69; 46 m 34; usf.
107 Siehe S. 110 f. Anın. 8.
99 So in der sich an den Vortrag anschlieBenden Diskussion O. Carruba, O.O. Edzard. E. ıos Belege: Kıı+ri-ti-i-sa nom. MESSERSCHMIDT 1906, Taf. LI: l (Bohça); Ku+ri-ti-i dat.
vo� Schuler und W. von Saden, deren Beitriige mich veranlaBt haben, den letzten Abschnitt GELB 1939, Nr. 26:2 (Hisarcık). V gl. dazu GELB 1939, 29; MERIGGI 1962, 76; auch LAROCHE
meınes Textes gegenüber dem vorgetragenen zu priizisieren (vgl. sofort Anın. 101). 1966, 100 Nr. 649.
100 Das Zeichen ° drückt einen Vokal unbekannter Qualitiit aus. 109 Es könnte theoretisch auch *Kurantis oder *Kurintis gelesen werden; ausschlagge­

101 Diese auch von mir in den Vorarbeiten eıwogene Identifikation der Konsonanten­ bend ist daher, falls vergleichbar, der Name aus Alalag.
gruppe -tr- wurde gespriichsweise von O. Carruba zur Diskussion gestellt. ııo JIRKU 1962, 85 Anın. 1. ALBRIGHT 1964, 196; 1968, 103 mit Anın. 19, vergleicht
102
V gl. etwa NEUMANN 1962, 200. hingegen den Personennamen Ki-ir-ta (belegt in Alalag); siehe dazu jedoch M. WEIPPERT
103
In der Diskussion wiesen D.O. Edzard und E. von Schuler auf das Epitheton bel 1969b, 44 f. Anın. 66.
1 11 GORD ON 1952, 212; 1955, § 20.973; 1965, § 19.1314; GRÖNDAHL 1967, 152.
kurrınııı des Tesub von Kalıat hın (sıehe AHw 511 as.v. kurriıınıı 2).
128 Elemente plıöııikischer uııd kilikisclıer Religioıı [215/216] [216] Elemente plıönikischer uııd kilikisc/ıer Religion 129

zwar im Konsonanterıtext von Zeph. 2,6, ,,where it is applied to the eporıymous IX 316,261 18, Hypokoristikon zu *Şapar-GN oder *GN-şapar. Als Parallelen
ancestor of the krtym ,Cretans' (note verse 5)", müBte aber erklaren, welche können auch die mit TMR ,,(be)wachen" &ebildeten Personennamen ug. Tınrıı
Kriterien ihn in dem augenscheirılich beschiidigten Text wJhayJta hebel CTA 113 vr 30; PRU V 26,9, syllabisch 1Sa-am-ra-ııa gen. PRU III 16.257 m
hayyam nJwöt kiJröt rö'fm wJgidröt şön das Wort krt (masoretisch kiJröt voka­ 19 S. 202:19, heb�. SJmarya(hü), Smryw (Ostr.Sam. 1,1 f.; 1),2; 14,2; 2},l f.),
lisiert) als Personennamen überhaupt und mit der angeführten speziellen Be­ Siınrön, Siınrı, Simrat (maskulines Hypokoristikorı! 120), Siınrft (f.), Semer
deutung erkennen lassen, und wie er sich die syntaktische Position des Wortes Söınijr (f.), Samfr/Samür, phön.-pun. Sınrb'l, 'srsınr, 'smnsmr, B'lsınr 121 heran�
vorstellt. DaB der LXX-Text mit XQ1/TYf voµ� :rroıµviwv die (zumindest gedank­ gezogerı werden. F. Gröndahl will das Element şpr fragend mit akk. şupru
liche) Konjektur *krt nwt/ııJwij rö'fın voraussetzt, ist unmittelbar einsichtig, ,,Firıgernagel(abdruck), Klaue" verbinden1 22, was ohrıe sichere Parallelerı ist,
aber eher aus der Not mit dem hebriiischen Text der Vorlage geboren. Wahr­ urıd mir nach dem Gesagten nicht nötig erscheint. Ihre Nuzu-Beispiele munuszu­
scheinlich ist krt an dieser Stelle einfach eirıe Dittographie von nwt 112, die unter UB-ra-dISKUR, munuszu-BUR-d!SKUR, munuszu-ur-ba-ad-da 123 sind trotz der logo­
dem EinfluB des Verses 5 ihre heutige Gestalt angenommen hat. Der bei graphischen Schreibung ınunusUMBIN.ctISKUR, die ich für einen Rebus halte, nicht
Gröndahl neben Krt verzeichnete ugaritische Name Krty, der eher als Krt als unproblematisch und nur mit Schwierigkeiten als *Şupra/Şupur-Adda/Adad zu
,,der Kreter" übersetzt werden könnte, ist als Erweiterung von Krt aufzufassen !esen. Sind die Namen nicht vielleicht eher als munuszu-ub-ra/Zu-bur/Zu-ur-ba­
und somit * Kuritiya zu lesen. Sargons Kurfi trüge eirıe Spiitform desselberı GN1 24 aufzufassen und mit 1Zu-ıi-ur-ra-ab-be = *Zuwurraube 125 zusammenzu­
Namerıs mit Syrıkope des -i- der Ultima113 . stellen? Man könnte auch noch erwagen, ob die hebriiischerı Personennamen
Şippör (m.) und Şippöra (f.) nicht zu der hier behandelten Gruppe gehörige
Hypokoristika darstellen; doch ist bei ihnerı die gewöhnliche Deutung als ,,Vo­
Exkurs II: Ugaritisch ŞPR und Verwandtes gel" ebenso möglich.
Yon phörı. şpr, hebr. şapır ,,Ziegerıbock" wie von hebr. şippör, phön. şpr
,,Vogel" (ug. 'şr) ferrızuhalten ist gegen Gordorı die Verbalwurzel ŞPR ,,(be)wa­
chen", die M. Dahood und M. Weippert in dem Ausdruck klb şpr (*kal(i)bu
şapiru/şapparu) ,,Wachhund" CTA 14,123.127 nachgewiesen haben114, und
die wohl auch in den ugaritischen Personennamen Şpr PRU II 47,7; 129
Rs. l 115; 1 V 84,18 (Şp[r]?) und Şprn PRU II 46,20; 60 A 4, syllabisch 1 Şu-pa-ra­
nu GRÖNDAHL 1967, 352b, steckt. Die ugaritischen Namen sind Hypokoristika
zu solchen des Typs *Şupri/Şupar-GN, wie aus der genannten syllabischen
Schreibung im Vergleich mit ,,amorit." Şu-up-ri-e-ra-ab JEAN 1948, 22:15'
(Mari)116 und hebr. Şöpar Hi. 2,11; 11,1; 20,1; 42,9 hervorgeht. *Ş(u)par- stellt
dabei das Abstraktsubstantiv ,,Bewachung" (= ,,Schutz")- Nominalform *fıı'l-;
-a- wohl Sprof3vokal dar; die Namen gehören zum Typus der ,,Status-con­
structus-Namen"1 17. V gl. auch ,,amorit." 1Şa-pur-siı-lim ARM VIII 1 ,50 - wohl
mit Verbalform *fa'ul- - und, falls zugehörig, ,,amorit. 1Şa-AB-ra-nu-um BIN

112 Der Kontext verlangt anı ehesten eine Singularform. Vgl. ıı&>wat st.cs.sg. Hi. 8,6?
Besser liest man allerdiııgs *nwh = *n.:ıwf Zu hebr. ni'iwe vgl. M. WEIPPERT 1967, 115 Arım.
1; M. WAGNER 1967, 362. 11 8 Vgl. BUCCELLATI 1966, 179.
113 Ferıızuhalteıı ist wohl der Name des voıı Saııherib eııtthroııten Königs Gurdı (1Gur-di- 119 Die ugaritischen Namen werden von GRÖNDAHL 1967, 199, anders abgeleitet.
i) von Til-Garimme (B0RGER 1963, 74 oben Z. 32). 120 M. WEIPPERT 1966, 325.330 mit Anın. 281 f.
114 G0RDON 1965, § 19.2186; DAH0OD 1960, 348; M. WEIPPERT 1961c, 98 Arım. 14. 121 LIDZBARSKI 1898, 378 f.
Dalıood hat das Verbum audı im Hebraischen in Ri. 7,3 nachgewieseıı; meine Verknüpfung 122 GRÖNDAHL 1967, 190, nach GELB-PURVES-MACRAE 1943, 312.
von ug. und arab. ŞPRIŞFR möchte ich zurückziehen. 123 GELB-PURVES-MACRAE 1943, 182a.
1 15 Der von GoRD0N 1965, § 19.2186, für die Etymologie angefi.ihrte und von da zu 124 Für zu-ur-ba- neben zu-ub-ra- vgl. hurr. erwi- ,,Herr" (z.B. in Erwibııta, Erwisarri,
BuccELLATI 1966, 179, gelangte Parallelismus mit uz ,,Gans" existiert nicht. GELB-PURVES-MACRAE 1943, 211) nebeıı ewri-, ug. konsonantisch iwrlibr (z.B. in 1E-ew­
116 Vgl. HUFFM0N 1965, 258; unrichtig AISTLEITNER 1958, 85 f. Nr. 248 (Versto/3 gegen ra-ka4-li GELB-PURVES-MACRAE 1943, 49; 1E-ew-ri-sar-ri Qatna, richtig gelesen bei Gu­
die Lautgesetze). STAVS 1930, 10 Anın. 4).
117 GRÖNDAHL 1967, 31-34. 125 GELB-PURVES-MACRAE 1943, 182".
130 Elemente phönikischer und kilikischer Religion [217]

8. Die ,,Bileam"-Inschrift von Teli Der 'Alla


•Yazılıkaya
(1982)
WHSHEHM

• anhanı
Beyköy
M? 1. Fundumstande und Restauration der Jnschrift
s


Emirgazi
,,Die Gegend östlich des Nordendes des Toten Meeres, wo offenbar die Be­
reiche von Israel und Moab aneinander grenzten"1, gilt allgemein als der
e
• WG
Karadağ Bulgarmaden Schauplatz der Erzahlungen vom Seher Bileam in Num. 22, 1-24,25. Hier, ,,anı
WH H,M
Ostrand des untersten Jordangrabens", vermutete denn auch M. Noth ein Hei­
ligtum, an dem die Überlieferungen über den Gottesmann Bileam, den Sohn
1, Beors, bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben worden sei­
iıl
en2. Bis heute hat man von einem solchen Heiligtum keine Spur gefunden;
WH Wettergott des Himmels
SH Sonnengott des Himmels weiter nördlich jedoch, im mittleren Abschnitt des Jordangrabens, erhebt sich
E Ea anı FuBe des Hochlands des 'Ağlün der Tel! Der 'Alla, auf dem in einem als
H ,,Hirschgott"
M Mondgott Heiligtum interpretierten Gebaudekomplex H.J. Franken im Marz 1967 auf
S Sonnengottheit Verputz geschriebene lnschriften ausgrub, die von einem Götterseher Bileam,
Sohn Beors, berichten. Sollte hier - allerdings weiter nördlich als M. Noth an­
genommen hatte - das postulierte Heiligtum gefunden sein?
Abb. 2. Karte der Verbreitung von Gottheiten in hieroglyphenluwischeıı Inschriften
Noch im Jahr der Entdeckung informierte H.J. Franken in einem vorlaufigen
des 2. und 1. Jahrtausends v.Chr. (M. WEIPPERT)
Bericht über den Fund3; doch war die beigegebene Photographie allerıfalls für
palaographische Erwagungen4, nicht aber zu Vermutungen über den Inhalt der
Texte brauchbar. Naheres erfuhr man 1973 von J. Hoftijzer, der die Veröffentli­
chung der Texte übernommen hatte, in einem Vortrag vor dem Oosters Genoot­
schap in Nederland, der spater auch in englischer Sprache erschierı5• Hoftijzer
beschrieb Inhalt und Charakter der Inschrift und auBerte schon damals die
Meinung, daB diese Texte viel zum Verstandnis der alttestamentlichen Prophe­
tenüberlieferungen beitrügen, die Kenntnis der vorderasiatischen I Götterwelt
des 1. Jahrtausends v. Chr. und des nordwestsemitischen Fluchrepertoires be­
reicherten und uns, !ast not least, mit einem bisher unbekannten aramaischen
Dialekt konfrontierten. So waren hohe Erwartungen geweckt, als die Texte

1 M. Norn 1966b, 152.


2 M. Norn 1966b, 164.154.
3 FRANKEN 1967; vgl. FRANKEN 1968.
4 NAVEH 1967; CROSS 1969b, 14 mit Anın. 2; vgl. LAPP 1970, 255.
5 HOFTIJZER 1973; 1976.
;p
i

132 Die ,,Bileam"-Inschrift voıı Teli Der 'Alla [78] [78/79] Die ,,Bi/eam"-Iııschrift voıı Teli Der 'Alla 133

1976 in einem von J. Hoftijzer und G. varı der Kooij bearbeiteten monumenta­ Kooij kommerı als Alternativen eine einzige Wand, mehrere W ande oder zwei
len Band veröffentlicht wurden6 • oder mehr Seiten einer (aus Lehmziegeln aufgemaueı1en) ,,Stele" in Betracht8• 1
Es erwies sich sogleich, daB die Erwartungen im ganzen nicht unbegründet Für Inschriften auf Mauerverputz ware für die vorhellenistische Zeit auHer
waren, wenn sich auch mancher Wermutstropfen in die Freude über den sensa­ an die zahlreichen agyptischen und assyrischen Beispiele an die hebraischen
tionellen Fund mischte. Letzteres hat seinen Grund vor allem7 in dem bekla­ und phönizischen Texte von Kuntilet 'Ağrüd)n der Sinai-Wüste9 und an die
genswerten Zustand, in dem die Ausgraber die Textbruchstücke antrafen, und aramaischen lnschriften in einem Grab in es-Seb Fagl in Oberagyptenıo zu er­
der die Interpretation des Erhaltenen in betrachtlichem MaBe erschwert und innern, aber eventuell auch daran, daB nach Dtn. 6,9; 11,20 die Gebotsworte
haufig sichere Aussagen ganz unmöglich macht. Es komrnt daher nicht von Jahwes auf die Türpfosten (mnüzi5t) der Hauser und auf die Tore der Israeliten
ungefahr, daB in der sich an die Publikation von Hoftijzer-van der Kooij an­ geschrieben werden sollten11 • Falls die Verputzstücke jedoch von einer Stele
schlieBenden Diskussion über viele Details keine Übereinstimmung erzielt herrührten, ware mit G. varı der Kooij und A. Rofel 2 auf Dtn. 27, 1-4.8 hinzu­
werden konnte. Die Textbruchstücke wurden namlich nicht in situ gefunden; weisen, wo Mose den Altesten Israels befiehlt, nach Überschreitung des Jor­
der Verputz, der den Inschrifterı als Untergrund diente, hatte sich vielmehr aus darıs eine nicht na.her bezeichnete Anzahl von ,,groBen Steinen" (' abaııfm
seiner ursprürıglichen Position gelöst und lag in Brocken zwischen Brand- und g:Jdi5li5t) aufzurichten, sie mit Kalk zu ,,kalken" (srn + ba.ffid) und darauf ,,alle
Lehmziegelschutt über eine Flache von ca. 3,5 x 1,5 m verstreut auf dem FuB­ Worte dieses Gesetzes" zu schreiben (KTB + 'al). Die sehr komplizierte Entste­
boden von wahrscheinlich zwei Raumen. Schon die Ausgraber sahen sich au­ hungsgeschichte und Schichtung von Dtn. 27 kann hier auf sich beruhen, da es
Berstande, die stratigraphische Situation zu entwirren und begründete Aussa­ uns nur auf den technischen Aspekt ankommt. Sicher hat man die ,,groBen Stei­
gen über den ursprünglichen Platz der Inschrift(en) zu machen; nach G. varı der ne", wohl Stelen, nicht deshalb mit Kalk getüncht oder mit einem Kalkverputz
versehen, um darın eine Inschrift einzumeiBeln; vielmehr benutzte man die
Kalkschicht als Untergrund für eine mit Tinte auszuführende Beschriftung. Es
,,, 6 HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976. Das Buch besteht aus drei Teilerı. Der erste Teil (S. 3- liegt in der N atur solcher monumentaler Tinteninschriften, daB sie nur in selten
28) ist dem archiialagischerı Karıtext urıd techrıischerı Eirızelheiterı der Irıschrift gewidmet. Fa.ilen erhalten bleiben, oder daB ihre unscheirıbaren Reste bei Ausgrabungen
Er erıthalt Beitriige varı H.J. Frarıken zur Archiialagie, varı V.R. Melıra und J. Voskuil zur
übersehen werden; neben den bereits erwahnten Beispielen aus den klimatisch
Korıservierurıg der Inschrifterı, van J.A. Mosk über die chemische Zusammerısetzung der
Schreibflüssigkeit und vorı G. van der Kooij hauptsiichlich über den Verputz; dieser Ab­ bevorzugten Fundorten Kwıtilet 'Ağrüd und es-Seb Fcıgl karın noch auf eine
schrıitt enthalt auclı die deutlichsten Aııgaberı über die Furıdsituatiorı und Erwiigurıgen über hebraische Inschrift in einer Höhle ca. 2 km nördlich von Engedi13 hingewie-
den ursprünglichen Platz der Irıschrifterı. G. varı der Kooij hat auclı den zweiten Teil des
Buches (S. 3 l-l 70) geschrieberı, der sich mit paliiagraphischerı Fragen beschaftigt. Mit Be­ 8 Sielıe H.J. Frankerı in HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, 3-16, bes. 8-10; G. varı der
dauern hatte scharı J. Hoftijzer (HoFTIJZER l 976, 14) darauf hingewieserı, dal3 ,,in general Kooij ebd., 23-28; FRANKEN-IBRAHIM 1977/78, 65-68.
the value of the photagraphs is quite modest because of the poor state of the text." Nach dem 9 MESHEL 1978, (12*f.).
Erscheinerı varı HoFTIJZER-VAN DER Kooıı 1976 mu13 man ihm darin zustimmen; denrı in der ıo [AIME-]GmoN 1923; vgl. NAVEH 1970, 40 f.
Tat ist die Schrift auf den Phatagraphierı aft nur mühsam urıd bisweilerı (das gilt in erster 11 Das wiire vor allem dann irıteressant, werırı die Inschrifterı zu den Seiten eirıes Ein­
Linie für die Farbphotographien) überhaupt rıicht zu entziffern. Leider isi darüber lıirıaus die gangs und/oder in einer Türlaibung angebraclıt gewesen sein sallteıı; vgl. die Vermutungen
plıotograplıisclıe Dokumentation der Fragmente insgesamt unübersiclıtliclı urıd urıvallstiin­ bei H.J. Frarıken in H0FTIJZER-VAN DER Kooıı 1976. 10, die freilich im Grabungsbefund
dig. U nısa dankbarer ist man für den detaillierten Katalog der Verputzstücke, in dem varı der keine Stütze lıaben.
Kooij jedes Schriftzeichen ausfülırlich beschreibt urıd in fragliclıerı Fiillen die versclıiede­ 12 G. varı der Kooij in HoFrnZER-VAN DER Kooıı 1976, 28; RoFE 1979, 60. (RoFE 1979
neıı Lesungsmögliclıkeiten arıführt. Den dritterı Teil des Bııclıes (S. 173-324) hat J. Hafti­ belıandelt auf S. 7-58 die literarischen Probleme der Bileam-Erziihlung in Num. 22-24, zu­
jzer verfa13t. Hier findet man eirıe Umschrift aller Textfragmente, Überseızungen zu ailen gleich als Testfall für die ,,klassisclıe" Perıtateuclıquellenlıypothese. Irı eirıem Anharıg
liingeren Textstückerı, einen umfarıgreichen urıd wertvollen philologischen Konımentar und [S. 57-70] bespriclıt der Autor die ,,Bileam"-lnsclırift van Teli Der 'Alla; gebaten wird ne­
allgemeine Bemerkungen, eirıe Grammatik und ein Glossar der Insclıriften. Zwei Register ben einer Beschreibung der Fundunıstande und der Rekonstruktiorı der Fragmerıte eine
und ein Abkürzungsverzeichnis beschlie13en diesen Teil. - Die von HoFTIJZER-VAN DER Transliteration der Kombirıatianen I und 11 und des Fragmerıts 4 von Kombiııatian VIII sa­
KooıJ 1976, Taf. 16b.19b.20-22, veröffentliclıterı urıd auf S. 267 varı Hoftijzer besproclıe­ wie ein Kommentar mit Paraphrase der interpretierbaren Textstücke. Rofe vermutet in dem
nen kleineıı Insclıriften auf Keramik und Stein lassen wir im folgenden beiseite. Zu Nr. 3 Text einen LEQO Ç ,lôyoç für ein ,,Haus sakraler Prostitution" [S. 68 f.]. Die Spraclıe der In­
(Taf. 22) vgl. LEMAIRE 1978, 225 f. sclırift halt er fragerıd für ,,Midianitisclı" [S. 70]).
7 Sielıe auchAnm. 6 zur photagraphisclıerı Dakumentatiorı bei HoFTIJZER-VAN DER KooıJ
13 BAR-AD0N 1975a = 1975b (Ende 8./7. Jlı. v. Clır.). - Die Liste lieBe siclı noclı verliin­
l 976. Wir danken G. van der Kooij, da13 er uns einen Satz Infrarotplıatagraplıien der noclı gern, wenn marı auch jüngere Perioden in die Betraclıtung eirıbezöge. V gl. z.B. die auf den
nicht restaurierten Fragmente der Insclırift zur Verfügung stellte, der in einer Reihe von Verputz van Wanden (?) und Saulen geschriebenen aramaisclıen uııd hebraiselıeıı Texte der
schwierigen Fiillen gute Dienste leistete. Diese Grabungsphatograplıien lassen auch erken­ Synagage von ,,R8fıöv" (Fanvi'iııa/lforvat Parıvi'i, siehe M. WEIPPERT 1979, 1l 3), Vıno
nen, welclıen Sclıwierigkeiten man siclı bei der Bergung, der Rekarıstruktion und Restaurie­ 1974, 104 u. Taf. XXXV 3; 1980, 215 u. Taf. 27A; 1981, 166 u. Taf. 24:3; NAVEH 1978, 79
rung der Inschrift gegenübersah. Nr. 48.
134 Die ,,Bileam "-Inschrift von Teli Der 'Alla [80] [79/81] Die ,,Bilewn "-Iııschrift voıı Teli Der 'Alla 135
sen werden, die allerdings ohne Grundierung direkt auf der glatten Oberfla­
che I eines Stalaktiten angebracht und an ihrem Platz vor den Unbilden der
Witterung und dem menschlichen Zerstörungstrieb einigermaBen geschützt ist.
J. Hoftijzer und G. van der Kooij ist es gelungen, aufgrund der Fundlage und
anderer lndizien aus den 119 Verputzstücken mit Tintenresten zwölf gröBere
Textfragmente (,,Kombinationen") zusammenzustellen, von denen allerdings
nur die Kombinatiorıen I und il so viel zusammenhangenden Text aufweisen,
daB an ihrıen mit einiger Aussicht auf Erfolg linguistische und philologische
Analysen unterrıommen werden können. Nach Hoftijzers Rekonstruktion zahit
Kombination I 18, Kombirıation il 36 Schriftzeilen, deren Uinge jedoch nicht
bestimmt werden konnte. Wir beschrankerı uns im folgenden auf Kombina­
tion I und geherı bei der Rekonstruktion des Textes im wesentlichen von der
Hoftijzers aus. Aus Grürıden, die unten auseinanderzusetzerı sirıd, nehmen wir
eine durchschnittliche Zeilenlii.nge von 60 Schriftzeichen (Worttrerırıer eirıge­
schlossen) an. Wir überrıehmen femer den Vorschlag von A. Caquot und A.
Lemaire zur Wiederherstellung der Zeilerı 1-3. Da dies zu einer von Hoftijzers
Ausgabe abweicherıden Zeilenzahlurıg führt, ist zur Vermeidung von MiBver­
standnissen und zur Erleichterung der Übersicht Hoftijzers Numerierurıg der
unseren jeweils in eckigen Klammem nachgestellt. In Transliteration und
Übersetzurıg sind die im Original in roter Farbe erscheinenden Textteile in
KAPITALCHEN gedruckt. Abweichende Lesungen und Auffassungen anderer
sind im Kommerıtar gebucht.

2. Kombination I

2.1. Rekonstruktion des Textes


Bei den vier Fragmenten, aus denen Kombination I zusammengesetzt ist
(Abb. 3) 14, handelt es sich jeweils um Randstücke. Ein waagrechter roter Strich
begrenzt den oberen Rand von Fragment la (3 Zeilen) und ist auch bei Frag­
ment lb bei einer, soweit erhalten, schriftlosen Kolumne vorhanden. Ein senk­
rechter roter Strich findet sich anı !inken Rand des beschrifteten Teils der Frag­
mente 1b (3 Zeilen) und ld (13 lesbare Zeilen). Fragment le (10 Zeilen) bietet
'tj- ın '-O sechs Zeilenanfünge, die jedoch nicht durch einen roten Strich markiert, son­
,....,
dem bündig sind. Hoftijzer-van der Kooij zahlen Z. 1 von Fragment le als Teil
von Z. 3 der Gesamtkombination; doch haben Caquot-Lemaire 15 nachgewie­
sen, da/3 die Zeile zu Z. 1 der Gesamtkombination gehört, und es gelang ihnen
gleichzeitig auch, den horizontalen Abstand zwischen den Fragmenten la und
Abb. 3. Die ,,Bileam"-lnschrift von Tell Der 'Alla, Kombination I: Rekorıstruktion
le zu bestimmen. Sie haben ferrıer erkannt, daB das 1. Zeichen der Z. 4 von
der ursprüngliclıen Position der Fragmente zueirıarıder (H. WEIPPERT).
Fragment le das letzte Wort der Z. 3 von Fragment lb komplettiert, und daB
14 Vgl. G. varı der Kooij in HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, 98 f. u. Taf. (29) (,,Com­
bination l").
15 CAQUOT-LEMAIRE 1977, 193 f.
136 Die ,,Bileaın "-Jnschrift voıı Teli Der 'Alla [81/82] [83] Die ,,Bileaın"-Jnsclırift voıı Teli Der 'Alla 137
Z. 1 von Fragment ld die Fortsetzung von Z. 4 von Fragmerıt le bietet. Damit 2.2. Transliteration23
war die horizontale Zuordnung der Fragmente Ia und le und die vertikale aller
Fragmerıte von Kombination I festgestellt. Vertikal ergaben sich 16 lesbare [3+1 J [---s]PR[.BL ']M[.BR B']R.'S.IJZH.'LHN[.]h' wy'tw.'lwh. 24 'lhıı.blylh[.
Schriftzeilerı anstelle der 18 von Hoftijzer-van der Kooij. Offen blieb bei wy'mrw.'lw]h.
2 [4+2] kms'. 'l.wy'mrw.l[Bl']m.br B'r.klı.YP'L BL'.'!JR'H. 'S.LR[---------]'T
Caquot-Lemaire jedoch die horizontale Zuordnung der Stücke Ib+Id und
Ia+le, d.h. die Uinge der Zeilen der I gesamten Kombination I. Doch la/3t sich 3 [5] wyqm.Bl'm.nın.mhr[--]---[--]l.y[----------------]bh.wlynı[-------]-[.]wbk
diese u.E. ebenfalls mit einiger Wahrscheinlichkeit bestimmen, und zwar mit 4 [6] h.ybklı. wy'l. 'nıh. 'lqh.[w ---- .wy'nırw. 'l.Bl'm.br B'r.]l[nı]h.tbkh.wy'
Hilfe der ZZ. 5-7 [7-9) 16 • Erganzt man rıamlich in Z. 6 [8] am Abbruch des 5 [7] nır.lhnı.sbw. 'hwknı.ınh.Sg[r.tp'l.]wlkw.r'w.p'lt.'l[h]n[.'lh]ıı.'tyhdw
Fragments le mit Hoftijzer 17 den letzten erhaltenerı Buchstaberı s[ ... zum 6 [8] wnşbw.Sdyıı.ınw'd. w'ınrw.lS[gr.]tpry.sk ry.sınyıı.b'bky.sın.hsk.w'l.n
Gottesnamen S[gr.], so erhalt man einen fortlauferıden sinrıvollen Text für die 7 [9] gh. 'tın. w'l.sınrky.thby. ht[.b']b)ısk. w'l thgy.'d.'lın.ky.ss'gr.hr
gesamte Zeile 18 • In der folgenden Zeile 7[9] bleibt arı derselben Bruchstelle 8 [1 O] pt.nsr. w qıı.r�ının.y'nh. -[-----]-ny.ıı�ış.wşrh.'pr�ıy.'ııph.drı:ıısrt.
zwischen den Fragmenten le und ld ein entsprechender Zwischenraum, der 9 [1 l ] ywn.wşpr[-----]yıı.w[--------].ın(h.b'sr. rhln.yyb!Jıtr.'rııbıı.'klw.
sich ebenfalls mittels zweier Buchstaben und eines Worttrenners so auffüllen 10 [12J [']sbJıps[------ ---------------]-.styw.hınr. wqb'n.sın'w.ınwsr. gry.S
lafü, da/3 ein sinnvoller Kontext entsteht. Bei dieser Rekonstruktion klafft in 11 [13] [gr.------------------------- .]lbkınn. yqhk.w'nyh. rqht.nu:w khnh.
Z. 5(7] schlie/3lich zwischen den beiden Fragmenten eine Lücke, die Platz für 12 [ 14J [--------------------------------.]lııs'.'zr.qrıı.hsb. bsb.whsb.�ı.
ca. 6-7 Buchstaben bietet. Erganzt man hier wiederum mit Hoftijzer anı Ab­ 13 [15] [sb.---------------------------------------.]wsm'w.bsıı.ınn.r{ıq
bruch von Fragment le den Gottesnamen Sg[r.] 19, dann bleibt rıoch Raum übrig 14 [16] [-------------------------------------. ]w kl. hzw.qqn.Sgr. w'str. l
für ein (aus maximal vier Buchstaben bestehendes) Pradikat, das angibt, was 15 [17] [--------- ---------------------------------- ].ııınr.�ınyş.hqrqt.bn.
Sgr tut, urıd eirıen Worttrenner20• Auf diese Weise la/3t sich auch hier ein logi­ 16 [18] [-------------------------------------------··- -]nısıı. '-rıı.w 'yn.
scher Zusammenhang und eine (beinahe) komplette Zeile zurückgewinnen. Es abgebrochen
versteht sich von selbst, da/3, abgesehen von Z. 6(8], die Überbrückungen zwi­
schen den Fragmenten le und Id hinsichtlich der gerıauen Wortwahl hypothe­ 2.3. Kommeııtar2 5
tisch bleiberı müssen. Da/3 die Raumverhaltnisse aber eine so geartete Ausfül­
lung der Lücken nahelegen, wird durch die von H. Ringgren21 überzeugend 's
(Z. 1 [3+1]) [ ...s]pr [Bl']m [br B']r �zh 'llın. Durch den Gebrauch der roten Tinte
im Untersclıied zur schwarzen ist dieser Satz deutlich als Überschrift vom folgenden
erganzte Z. 1[ 1] bestatigt, die, wenn wir das über der Zeile nachgetragene Wort
abgehoben. Yor [s]pr ist mit Ga 172 f. ein Demonstrativpronomen zu erganzen, das
'lwh. au/3er Betracht lassen, beinahe die gleiche Lange bzw. Anzahl Buchsta­
ben ausweist (nur der Worttrenner anı Zeilenende schie/3t über) wie die ZZ. 5-
7 [7-9] aufgrund unserer Rekonstruktion. Unsere Erwagungen zur Lange der VIIIc und Xd zu einem zusammenhangenden Text zu vereinigen; der Versuch erscheint uns
nicht gelungen.
Zeilen von Kombination I führen auf diese Weise zu einer Ansetzung von rund 23 Zu den in der Transliteration verwendeten Schriftarten siehe oben S. 135. Ein waag­
60 Schriftzeichen eirıschlieBlich Worttrennern pro Zeile22 • 1 rechter Strich (-) bedeutet einen unlesbaren Zeichenrest (auBerlıalb eckiger Klammern) oder
ein vermutlich zu erganzendes, aber nicht identifiziertes Zeicheıı (innerhalb eckiger Klam­
16 Vgl. zum folgenden bereits H. WEIPPERT 1981b, 89 Anın. 32. mern).
17
In H0FTIJZER-VAN DER Koou 1976, 272 f. 24 'lwh. vorıı Schreiber über der Zeile nachgetragen.
18 Das Resultat ware dasselbe, weıııı man hier und in Z. 5 [7] einen andereıı Gottesnamen 25 Im Kommentar wird der Text in Satze eingeteilt, die mit rörnischen Ziffern bezeichnet
erganzte, etwa S[ms]; vgl. dazu jedoch den Kommentar zu Satz XX und Anın. 131. sind. Hinler den Satznummerıı geben wir die Zeileıızahlung nach unserer Rekonstruktion
19 In H0FTIJZER-VAN DER Koou 1976, 274. In diesem Punkt weicht die Gesamturnschrift
(identisch mit der von CAQUOT-LEMAIRE 1977) und, in eckigen Klammern (siehe oben
ebd., 1973 (Sg[r---]), von der irn Kornrnentarteil ebd., 190 (S----], ab. Die Lesung der auf (s) S. 135), die von J. Hoftijzer in HoFTIJZER-VAN DER Koou 1976 an; ferner wiederholen wir
folgenden Buchstabenreste ist allerdings unsicher (siehe ebd., 274). in Transliteration (ıınter Weglassung der Worttrenner und ohne Hervorhebung der in roter
20 Auch RoFE 1979, 61, hat bei seiner Textrekonstruktion eine solche Erganzung vorge­
Farbe ausgeführten Teile) das als Satz isolierte Textstück. Der Erhaltungszustand der In­
nomrnen; doclı betrachtet er die Lücke darnit noch nicht als geschlossen. schrift bringt es mit sich, daB die Abgrenzung der Satze nicht irıımer gesichert ist; in groBen
21
RıNGGREN 1977, 85, nur in Übersetzung: ,.[och de tilltalade hon]orn", von uns rück­ Lücken habeıı wir meclıanisclı eiııeıı verlorenen vollstandigen Satz angenommen. Für die
übersetzt als [wy'mıw. 'lw]h. Vgl. auch CAQUOT-LEMAIRE 1977, 194. uns bis RedaktionsschluB bekanntgewordenen Diskussionsbeitrage zur ,.Bileam"-Inschrift
22 GARBINI 1979, 168 f., nirnmt an, daB Kornbination II die direkte Fortsetzuııg von
(Stichtag 1. 3. 1982) werden die folgenden Siglen verwendet: CL = CAQU0T-LEMAIRE 1977;
Kornbination I bildet, und daB auch aile anderen Fragrııente (Kombinationen III-XV) in den D = DAH00D 1981; Ga = GARBINI 1979; Gr = GREENFIELD 1980; Ha = HAMMERSHAIMB
Text eingefügt werden rnüssen. Das kann so sein, ist aber, wie der Autor selbst bemerkt, 1977; Ho = J. Hoftijzer in H0FTIJZER-VAN DER Kooıı 1976, 173 ff.; M = H.-P. MÜLLER 1978;
beim Erhaltungszustaııd des Textes kanın zu realisieren. Wir haben uns auch seinem Versuch N = NAVEH 1979; P = PUECH 1978; Ri = RINGGREN 1977 (nur Übersetzung); Ro = ROFE
nicht angeschlossen (ebd., 171 f.), die Kornbinationen I und II und die Fragrııente VIIIb, 1979.
138 Die .,Bileam "-Inschrift voıı Teli Der 'Alla [83/84] [84/85] Die .,Bileam"-lnschrift voıı Tel1 Der 'Alla 139

je nach Identifikation der Sprache26 a!s *zh(,,Kanaanaisch") oder *zııh(Aramaisch) Gefahr ausgesetzt ware, miBverstanden zu werden. R o 61 hat indessen gezeigt, daB
anzusetzerı ist. Spr bedeutet allgemein einen g eschriebenen I Text; das k arın ein das fragliche Wort auch kms' (ıns' = he br. massa) gelesen werden kamı. Zu h ebr.
,,Buch" sein, wie haufig im Alten Testament, aber auch eine ,,Schrift"(franz. ecrit, massa(') ,,Ausspruch" vgl. W. McKANE 1980. I
ita!. scritto, nied erl. geschrift ete., allge m einer als ,,Buch"), eine ,,Inschrift", ein y (Z. 2 [4+2]) wy' mrw l[Bl']m br B'r kh. Wir zielıen mit Ho 186; CL 194; Ha 223; Ri
,,Dokument" oder ein ,,Brief"; hier stehen u.E. die korıkreten Bedeut urıgen ,,Sch rift" 85; Ga 185 klı zu Satz V, da mit den folgenden Worten wieder ein rot geschriebener
od er ,,Insch rift" zur Wahl. D er Nam e des ,,Göttersehers" ber uht weitg ehe nd auf Abschnitt(Satz V I ) beginnt29; für hebr. kö vor direk ter Rede vgl. mit H o 186 1 Sam.
Korıjektur; d och bestelıt keirı Grund, d ie Erganzung zu bezweifeln , vgl. I 2 [4+2] 25,630 .
[Bl'Jm br B'r; I 3 [5] Bl'm; V IIId Bl'm br[B'r]; XII c 2 [Bl'm brJ B'r. Syntaktisch steht V I (Z. 2 [2]) yp'l bl' '(ır'h 's lr[ ...]'t. Ob diese Passage, d ie jedenfalls die Mitteilung
der Name im Genitivus objectivus: ,,[Dies ist die Sc]lırift/In]sclırift betreffend der Götter an Bilearrı enthalt(und darum wohl in roter Farbe ausgeführt ist), eiııeıı
[Bl']m [br B'Jr", da i m folgenden vorı Bl'ın i n der 3. Person die R ede ist. Der Titel 's einzigen Satz bildet, kann arıgesichts der nicht erganzbareıı Lücke z wisclıen den
�zh27 'lhıı ist appositiorıelles Attribut des Namens(s. au ch zu II. III ); zum Syntagma Fragmenten la und I b nicht festgestellt werden. Da a uch einzelne Buchstaben von
's �zh ,,ein Marırı,(namlich) eirı Seher" vgl. hebr. 'ıs köhf!ıı ,,eirı Priester" Lev. 21 ,9; unsicherer Lesung sind, gehen die Mein ungen über VI w ei t a useinander:
'ıs nahı ,,ein Prophet" Ri. 6,8; 'ıs siirıs ,,ein Hofbeamter" Jer. 38,7 u sf. DaB es sich Ho 179. 186-188 yp' l bl' '�ır'h 's /[ ... ]... ,,a blazing fire(?) never dyiııg out I want
bei dem ,,G ötterseher" Bl'ın br B'r um den aus der Bibel bekannten Propheten to kindle, a fire which will not(?) [ ...] ... " (yp' Nom eıı ,,loderndes Feuer", Wurzel
Bileam , So lın B eors (Bil'aın beıı-fü'ör) handelt, leidet kein e ıı Zweifel. wP', vgl. hebr. yip'ii ,,Glanz" Ez. 27,7.17; l 2rrıal Negation ,,nich t"; bl' z u akk. belii
II.III (Z. 1 [ l ]) iz' wy'tw 'lwh 'llııı blylh. H'(II) wird von Gr 250; D 125 mit 's hzh 'llııı ,,verlö sclıen" [vom Feuer, Leben] ete. mit W urzelvariante31 BL' n eben BLI; '�r'lı
von I z u ei nem N omirıalsatz ,,eirı Götterseher war er" verbunderı(N 134 f. v�rknüpft Kohortativ sg. D. von I:IR', W urzelvariante zu ŞRI ,,anzüııden"; 's ,,Feuer"); ahnlich
hiermi t auclı rıoch den Pe rson erı na merı: ,,[Balaam the son of Beo]r [is]a s[ee Jr-(man) unt er Vorbe halt Ha 223 f.
of the god s"; d och das schei tert an [ ... s]pr); dagegen spricht u .E. der Übergang von Ro 61.65 klı yp' l'd' '�r'lı 's lr[ ...]'t ,,kiik yiivö la-'lddö: 'esröf'ötiilı bii'es ..."(,,So
roter z u sch warz er Schrift zwisch erı 'l/ııı und h'. Ga 173, der 's �zh 'lhıı als R elativ­ wird es I ddo ergelıen : leh werde es mit Feuer verbrennen ..."; Iddo der antike Name
satz d eutet (mit Determirıa tivpronomen 's; �ızlı 3.m.sg.pf.), faBt /ı' mit CL 194 als von Tel! Der 'Alla, ur sprünglich Name eiııer gaditischen Sippe, vgl. 1 Köıı. 4,14, wo
I nterjektion ,,siehe! " (ara m.) a uf. Doch schlieBt marı sich anı besten Ho 185 (vgl. beıı-'lddö nicht Filiation im strengen Sinne, sondern Familienname ist, uııd Gen.
M 57 Anın. 6) an , d er /ı' als ,,Casus penderıs" deutet und kataphorisch auf d en Satz 46,16 Sam. LXX; N um. 26,16 Sam. LXX.Syr).
wy'tw ...(III ) bezi eht. Syntaktisch ist h' u . E. ein eingliedriger Nominalsatz: ,,Er war 's
Ga 171.174.185 yp'l zd' '�ır' lı lr[ ... ]'t ,,la superbia rendera la collera(?) ... ehe ... "
es". Wy'tw ist das erste Beis piel für den G ebrauch des I mperfek ts m it w- (,,Im­ (,,der Stolz wird d en Zom zu ... machen, der/die/das ..."; yp'l zu P'L ,,tun, machen";
perfectum consecutiv um") für d en Narrativ in der Sprache der Inschrift(vgl. dazu zd' von ZUD [wie lıebr. zadöıı ,,Stolz, Übermut"] mit 3. ,,Radikal" Aleph wie
M a.a.O.). 'lwh ,,z u ihrn" wi e im Altararrıaischen ('[l]wlı KAI 224,8).
I V (ZZ. 1 f. [1/4]) [wy'mrw 'lw]lı kms' 'l. Zur Erganz ung s.o. S. 136 mi t Arım. 21. Statt
kms' 'l liest Ho 173.188 f.kmf 'l und verbindet dies mit den als wbs ge lesenen letzten zügellose Hure tut?" Vgl. bereits CowLEY 1923, 134; DRIVER 1931, 366(mit abweichender
Schriftzeicherı von Z. 3[3] zu wbskınf'l ,,arıd in these rnountainous regions" (skmf Deutung von *libba noch DRIVER 1928a, 393). Diese Lösung wird indessen z.B. in den
Pl.st. emph.; Übersetzung aufgrund von hebr. sekem ,,Rücken, Schulter" i.S.v. ,,ber­ Kommentaren von G. Fohrer(FoHRER 1955, 89) und W. Zimmerli(ZIMMERLI 1969a, 338)
g iger Landstrich", vgl. Gen. 48,22); d urch die von CL g eschaff ene neue Text­ unter dem EinfluB von STUMMER 1954 nicht akzeptiert; doclı paBt u.E. die von Cowley und
grundlage überholt. CL 194 lesen kml[y]' 'l ,,selon ces parole[s]"(darauf beruht Ri Driver vertretene Auffassung gut in den Zusaınmenhang. Das Idiom ist aus akk. malü +
85: ,,enligt dessa ord"); doch ist dagegen m it Ga 171 zumindest ein zuwenden, daB /ibbatu (AHw 548b s.v. libbatu(m) 1) in das Araıniiisclıe und Hebraische entlehnt. Es begeg­
d er aramaische Status emphaticus sonst nirgends in den ,,Bileam"-Fragmenten be­ net in der Regel mit einem enklitischeıı Persoııalpronomen(Genitivus objectivus), das sich
auf denjenigeıı oder diejenige bezieht, gegen den/die der Zom gerichtet ist, an libbatullbtl
gegnet. Garbinis eigen er Vorschlag, kın!' 'l ,,seconda la collera di El" bzw. ,,poiche
*libba.
El sera incollerito", hat g eg en sich, daB in dem aramaischen und hebraischen Idiom 29 R 65 Anm. 19 möchte freilich annehmen, daB der Schreiber kh versehentlich schwarz
o
ML' + lbtl*libbii ,,zornig seirı" das V erbum ML' einfach ,,voli sein" bedeutet(namlich und ııicht rot schrieb, und das Wort zu Satz VI ziehen.
,,von Zorn")28 , so daB man höchs tens eine Ellipse annehmen köıınte, die jedoch der 30
Die wörtliche Rede lautet la�ay wa'atta salöın übljtaka salöm waköl 'iiser-laka salönı
und erin nert strukturell an den arabischen Neujahrswunsch kull saııal'am wa 'anta salimi
26 A uf diese heftig diskutierte Frage geben wir hier noch nicht ein. (Siehe jedoch unten bi!Jayr u.a. ,,mögest du jedes Jahr gesu nd sein"(genauer: ,,jedes Jahr [sei], indem du gesund
Nr. 9, S. 169-174]. bist"). Zu einer ınöglicheıı Erklarung von la�ay vgl. YARON 1962 (zieht kö zu lJ(ıay);
27 Vgl. zum hebraischen Aquivalent (ıöze FuHs 1978, 98 f. und passim. STOEBE 1973. 447 z.St.
28 ML' + lbt reichsaramiiisch KAi 233,19.20; CowLEY 1923, Nr. 37, 11; 41,4; BRESCIANI 31 Zu den in dieseın Zusammenha ng von Hoftijzer und Garbini(siehe unt en) aııgeführten

1960, 18: Rs. 2'. Der A usdruck kommt höchstwahrscheinlich einmal im Alten Testament in sam'alitisclıen Wörterıı �b' ,,Liebe" und (ll� ,,Wut"(siehe auch (ım' ,,Zom") siehe DıoN 1974,
Ez. 16, 30 vor: ma *'eıııla(MT 'mlh, vokalisiert 'amüla, orthographisch richtig *'mi' zu 60 f., wo das auslautende Aleph als Mater lectionis für -e erklart wird. - Wir gebrauchen
!esen; doch kann der Konsonantentext eventuell beibelıalten werden) libbatek na'üm ,,sam'alitisch" statt des irrefülırenden Terminus ,,jaudisch", da ass. mat Ya'üdi (< aram.
'adönay YHWH ba'asötek 'et-kol-'elle. ma'ase 'issa zöna salletet warum soll ich nicht in *Yahüd/Yahüd) ausschlieB!ich Juda meint und nichts mit dem Landesnamen Y'dy für den
Zom geraten über dich." ist der Spr uch des H�rm Jalıwe, da du· alı"das getan hast, was eine Staat von Sam'al(Zincirli) zu tun hat; siehe LANDSBERGER 1948, 22 Anm. 42 f.
140 Die ,,Bilewn"-Insclırift voıı Teli Der 'Alla [85/86] [86/87] Die ,,Bileam "- Insclırift voıı Teli Der 'Alla 141
sam'alit. �b', zır'32; 'zır'lı von J:IR' mit Aleph prostheticum und Feminineııdung; 's y'rb b�drlı wybky Er ging in seine Kammer, indem er weinte,
Relativpronomen). bJn 'gııım wydm' indem er Klagen wiederholte, vergoB er Triinerı,
CL 194-196 yp'l xx' 'zır'lı 's lr[ ...] ,, ... fera de sa posterite (?) un homme (destine) tntkıı udm'tlı wobei seine Triinen sich ergossen
a [ ... ]" (yp'l zu P'L; '�r'lı ,,Nachkommenschaft", mittels Wortbilduııgssuffix -' von km Jqlın arşlı wie Sekelstücke auf die Erde,
der Priiposition 'zır abgeleitet; 's ,,Maıııı"; l Priipositioıı; xx' könnte vielleicht gd' k ınlJıııst m(tlı wie Fünftelsekel auf das Bett.
gelesen werden, doch paBte ,,Glück" nicht in den Kontext, der eine unheilvolle Be­ Hier sind die Verbalformen wybky und tııtkıı ,,Langimperfekte" (mit nicht-narrativer
deutung haben muB, daB Bileam darüber in Triinen ausbricht); iihnlich Ri 85 f. ,,[ ...] Bedeutung) in Umstandssatzen36•
skall göra33 hans efterföljare till en man för [ ...]" (,,[ ...] wird seinen Nachfolger zu X (Z. 4 [6]) wy'l 'nılı 'lqlı [w ... ]. Die Interpretation des Wortes 'lqlı als Personenname
einem Mann machen für [ ...]"). unter Vergleichung von hebr. 'Elıqa (konsonantisch 'lyq')37 , des Namens eines der
Wir !esen mit der Mehrheit der Kommentatoren anı Anfang von VI yp'l, das als ,,er ,,DreiBig" Davids, in 2 Sam. 23,25 (Ho 179.190) wird nur von Gr 251 f. bestritten,
(scil. El, vgl. knıs' 'l) wird macheıı" aufgefaBt werden könnte. Das folgeııde bl' ist, der'/ q/ı[I] ,,to the assemblf' !esen möchte; doch werden in den Kombinationen I
wie aııch die z.T. abweichenden Lesungen zeigeıı, paliiographisch nicht sicher (vgl. und II die nicht-proklitischen Priipositionen in der I Regel durch einen Worttrenner
G. van der Kooij in HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, 102 f.), erscheint ııns jedoch von dem von ihnen abhiingigen Nomen geschieden (Ausnahme: mıı gds Komb. II 8).
sprachlich als die niichstliegende der verschiedenen Möglichkeiten. Das Wort karın Zudem scheint hirıter dem -lı von 'lqlı ein Worttrenner zu stehen. Die Form 'ınlı be­
analysiert werden als Zusammensetzung aus der Priiposition b- und der Negation /', steht aus der Priipositiorı 'm ,,mif' und dem - sicher auf Bileam zu bezielıenden -
vgl. hebr. folö, z.B. Lev. 15,25; Nıım. 35,22.23; Jes. 55,1.2; Jer. 2,11; Ez. 22,29; Ps. Personalsuffix -lı der 3.m.sg. (so CL 194; Ri 85; Gr a.a.O.); anders Ho 179.190 (vgl.
17,1; 44,13; Hi. 15,32; 30,38; Koh. 7,17; T hr. 4,14; 1 Chr. 12,34; 2 Chr. 30,18, des­ Ha 224) und Ga 175.185, die 'ın als *'amnı- ,,Onkel viiterlicherseits" auffassen wol­
sen Übersetzung davon abhiingt, in welchem Sinne b;;- jeweils gebraucht ist (hiiufig len. Doch begegnet die Priiposition 'ın zwar nicht mit aram. 'LL ,,eintreten", wohl
ist b;;lö ,,ohne", d.h. ,,bei/mit dem Nichtsein von ...")34; so könnte man auch hier an aber im Ugaritischen mit verschiederıen Verba eundi wie HLK + 'ın ,,gehen zu"
,,ohne ... ('�r'lı)" denken. Für 'zır'lı habeıı wir keine ııns überzeııgende Erkliirung 1 (PARDEE 1975, 345; 1979a, 690), YTN + pnm + 'ın ,,das Aııtlitz richten auf" = ,,(di­
anzııbieten. 's ist u.E. *'ıs ,,Manıı", wohl direktes Objekt von yp'l und eventuell in der rekt) gehen zu" (PARDEE 1975, 352), L'K + 'm ,,senden zu" (PARDEE 1975, 690) und
Funktion eiııes Iııdefinitpronomens (,,einen jedeıı"). Mit der Priiposition 1- könnte MGI + 'nı ,,kommen zu" (PARDEE 1975, 357; 1979a, 690)38 , so daB dieselbe Rektion
(wie im Hebraischeıı bei 'sı und P'L) eingeführt seiıı, wozu ,,er den 's macherı wird". auch bei 'LL nicht ausgesclılossen werden kann. Da in den Siitzen XIII-XVII Bileam
Angesichts der etwas abrupten Formulieruııg voıı V I, die auch daıııı auffüllig ware, zu mehreren Gespriichspartnern spriclıt, ist anzunehmen, daB 'lqlı nicht allein zu
wenıı es sich um die Zusammeııfassung einer ausführlichereıı Götterbotschaft an ihm gekommen ist (vgl. Ho 191); aus diesem Grunde haben wir hinter 'lqlı noch
Bileam haııdelte (Ro 65), wiire erwiigenswert, ob die Verbalform yp'l nicht passiv, [w ...] ergiinzt. Wahrscheinliclı folgte ein zweiter Personenname (vgl. auch zu Satz
d.h. als Passiv G oder als N-Stamm, verstaııden werderı sollte: ,,Ein jetler wird ohne XI). Die Singularform des Verbums y'/ steht dem nicht im Wege; auch im Hebrai-
... gemacht werden zu ...".
V II (Z. 3 [3]) wyqnı Bl'm mn ııı�r. V gl. hierzu Num. 22,13.21 wayyaqom Bil'anı 36 Dem Langimperfekt wybky entspricht im folgerıden Hemistich die Infinitivkorıstruk­
babböqer (M 58). Mıı nızır wie hebr. mimmö�orat, syr. men m;;�ar ,,am niichsteıı tion bJn 'gııım ,,beim Wiederholen von Klagen", wahrerıd die Verbalformen y'rb und wydm'
Morgen". Gegen den Lesungsvorschlag ııın ııı�z bei D 125 sprechen die Zeicheıı­ als (rıarrative) Kurzimperfekte interpretiert werden müssen; so weisen die ersten beiden
spurerı und Num. 22,20 f.35 Hemistichen eine clıiastische Struktur auf. Die Stichometrie von M. DIETRICH-LORETZ
V III (Z. 3 [5]) [ ...]xxx[ ...]/ y[ .. . ]blı wlynı[ .. .]x. Wahrscheinlich mehr als ein Satz. 1973a, 32, die auf den Weclısel der ,,Tempora'· keine Rücksicht rıimmt, würde dem Dichter
Yon den mit x bezeichııeteıı Buchstabenresteıı könnten x2 und x4 (m) oder (rı), x3 (d) des Epos ein schlechtes Zeugnis ausstellen; doclı vgl. die Korrektur durch dies. 1973b, 23,
seirı. wo mit Hilfe einer Zalıluııg der geschriebenen Konsonanten (die uns als Mitte! der Sticho­
metrie rıicht restlos überzeugt) eirıe Texteinteilung erreicht wird, die mit der oben aufgrund
IX (ZZ. 3 f. [3+6]) wbklı ybkh. Lesuııg ııach CL 194 f., ,,Figura etymologica" mit
der Syntax gegebenen übereiııstimmt.
Inf.abs. vor finiter Verbalform vorı derselberı Wurzel. Das Imperfekt ybklı zeigt arı, 37 Der Name fehlt in LXX (auBer in lıexaplarisclı beeinfluBteıı Handsclıriften), Syr und 1
daB es sich hier niclıt um einen narrativen Satz, sondern um einen Umstaııdssatz Clır. 11,27, vielleicht aufgrurıd eines Homoioteleutons im lıebraisclıen Prototyp der Text­
handelt: ,,wiihrerıd/irıdem er bitterlich weirıte". V gl. die iihrıliche Verteilung der zeugen; doch ist uns rıiclıt zweifellıaft, daB er auf guter Tradition beruht. Der Name ist nicht
,,Tempora" als Stilmittel in der Triinerıszerıe;; anı Anfarıg des ugaritisclıen Krt-Epos, gedeutet; vgl. M. NoTH 1928, 40 mit Anm. 1. Die Erklarung als Einwortname von der Wur­
CTA 14 (KTU 1.14) I 26-30: zel 'LQ ,,strahlen, glanzen" (arab.) scheidet walırscheinlich aus. Irı 2 Sam. 23,25 sieht 'lyq'
wie ein Hypokoristikon mit dem Wortbildungssuffix -' aus (dann vielleicht < *İ;:lyilqıın o.a.).
32 Siehe Anın. 31. Falls jedoch der letzte Konsonant der Schreiburıg 'lqlı in Teli Der 'Al/il rıicht Mater lectionis,
33 Das auf yp'/ folgende Wort (ıınser bl') ist augenscheinlich in der Übersetzung nicht sorıdern lautbar ware, köıınte auclı das Verbum UQHIIQH vorliegen, und die Erıtwicklung
berücksichtigt. ware ahrılich verlaufen wie bei lıebr. 'Elfsa', ammonit. auclı 'Is' (RES 1888, 2). Vgl. auclı
34 Reichsaramaisch vielleicht in [b]/' bywınyk ,,zur Unzeit für dich" (Al,ıiqar 102, CowLEY ZADOK 1977a, 266 Nr. 1.
3 8 Vielleiclıt gehört im Vertrag Suppiluliumas I. vorı ijatti mit Niqmaddu III. (,,II.") von
1923, 215; doch ist die erıtscheidende Praposition erganzt.
35
Die Formel firıdet sich rıoch öfter nach eirıer rıachtlichen Gotteserscheinııng, doch Ugarit auch 'ın[ıı ...] CTA 62,2' mit ııığ[y... ] ebd., 3', zusammen; vgl. in der akkadisclıerı
nicht ausschlieBlich; vgl. lRVIN 1978, 25. Fassurıg PRU IV 17.227par., 44 S. 43.
142 Die ,,Bileam"-lnschrift von Teli Der 'Alla (87/88] [88/89] Die ,,Bileam"-Inschrift von Teli Der 'Alla 143
schen wird bei mehreren Subjekten das Verbum haufig singularisch nach dem ersten ,,Perfecturn copulativum" (Perfekt mit w- anı Satzanfang mit narrativer Bedeutung)
Subjekt konstruiert, vgl. z.B. Gen. 13,1; 21,22; Ruth 1,3.6. in Kombination I aber fehlen, ziehen wir es vor, wnşbw (XIX) und w'nırw (XX) als
XI (Z. 4 [6]) [ ... ]. I ıı dieser Lücke muB die Einleitung des Fragesatzes XII gestanden Formen des ,,Perfectum consecutivum", d.h. als ııicht-narrativ, zu erkliiren; es han­
haben, die wir in der Transliteration sinngemaB erganzt und der Übersetzung zu­ delt sich bei den Satzen XIX und XX dann um Umstandssatze, deren Handlungen
grunde gelegt haben. Für den am Anfang der Lücke zu erwartenden Personennamen als Begleithandlungen zu der voıı Satz XVIII aufgefaBt sind (Stilmittel, vgl. zu Satz
von Satz X (s.d.) stehen bei unserer Erganzung vier Buchstaben zur Verfügung. IX). NŞB N ist reflexiv; nıw'd steht im adverbiellen Akkusativ.
XII (Z. 4 [6]) l[m]h tbkh. Erganzung nach Ho 173.191. Der Ausdruck Sdyn ist von Ho 275 f. und danach von den meisten Kommentatoren
XIII (Z. 4 f. [6 f.]) wy'nır lhnı. als Plural des Gottesnamens *Sdy, im Alten Testament ('iti) Sadday, aufgefaBt wor­
XIV (Z. 5 [7]) sbw. Der mittlere Buchstabe dieses Wortes ist stark beschadigt; doch ist den. Nur Ri 86 f. und Gr 252 erwiigen, ob es sich nicht auch um ein Appellativum
die Lesung sbw (Ho 173.191) und die Auffassung als I mp.m.pl. von ısB aus inhaltli­ handeln könne, nach Ringgren um einen Ausdruck für ,,eine Art Kultdiener", da
chen Gründen nicht unwahrscheinlich. fraglich sei, ob man eine Gottesbezeichnung wie Sadday in den Plural setzen könne.
XV (Z. 5 [7]) 'l:ıwknı nıh Sg[r tp'l]. HWI ,,verkünden, (an)zeigen" wohl im D-Stamm Nun liiBt aber der Kontext, in dem die Sdyıı auftreten, wohl kaum eine andere Deu­
wie meist in Aramaischen und Hebraischen (eventuell kame auch der H/A-Stamm in tung des Wortes als die auf eine Gruppe göttlicher Wesen zu, so daB wir bereit sind,
Frage). Zur Erganzung siehe allgernein oben S. 136, zu dem hypothetisch eingefüg­ die Sdyn mit Hoftijzer mit dem inner- und auBerhalb des Alten Testaments belegten
ten Namen Sg[r]39 unterı zu Satz X LV; wir haben den Namen mit Hoftijzer als den Gottesnamen ('Ş/) Sadday42 zusammenzustellen. Eine Ableitung von *sd ,,Damon,
einer Göttin aufgefaBt (siehe die Satze XXI-XXIV ) und darum das Pradikat als Genius" (akk. sedu, hebr. *sijd, jüd.-aram. sijdii, syr. set;Ja) kommt ja aus orthogra­
3.f.sg.irnpf. rekonstruiert; statt *tp'l (rıach yp'l Satz VI, vgl. *p'lh ,,Tun, Werk" Satz phischen Gründen nicht in Frage, da der Plural darın *sdıı lauten müBte. Anderseits
XVII) könnte auch *t'bd (Ro 61) oder überhaupt ein anderes Verbum, das das bevor­ lassen sich in Ugarit im 2. und in Phönizien im 1. Jahrtausend v. Clır. bestimmte
stehende Tun der Göttirı ausdrückt, ergarızt werden. Gottesnamen, die normalerweise im Singular gebraucht werden, auch um das
XVI (Z. 5 [7]) wlkw. I rnp.m.pl. von HLK, gebraucht wie eine I nterjektion ,,auf!", vgl. Morphem -m vermehrt nachweisen 43 , wobei die Belege mit -nı in einer Reihe von
analog hebr. lijk, loku ete. Fiillen als Plural- oder Dualformen verstanden werden rnüssen.
XVII (Z. 5 [7]) r'w p'lt 'l[h]n. Asyndetischer AnschluB an Satz XVI, weil wlkw dort Ein eindeutiges Beispiel für Plural liegt in Z. 32 einer der nomıativen Listen des
interjektionsartig verwendet ist. sernitischen Pantheions von Ugarit als ug. Mlkm (CTA 29 par. RS 24.264 + 280, Ug
XVIII (Z. 5 [71) [ ... )n 'tylJdw. Zur Form 'tylJdw ,,sie versammelten sich" (u.E. tG­ VII, 2 f.), akk. in pseudologographischer Schreibung als dMA.LIK.MES (Ug V ı 18,
Stamm von IHD) siehe Ho 19240• Das Zeichen nach der Lücke wird von varı der Kooij mit Plural-Deterrninativ .MES) vor44 • 1 Dieselben Mlkm treten in einerrı Opferritual
in HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, 110; Ho 275 ... Jt gelesen und von Ho 175.275 als Ernpfünger von rısyt (parallel zu Baal als Empfünger von mtk45) auf (RS 24.266
zu [Sdy]t (mit rnöglicher Alternative ['lh]t) erganzt. Nach Hoftijzer bezeichnet Rs. 8', Ug VII, 33 f.)46. Ein Gottesname Mlk im Singular ist in Ugarit, wie es scheint,
*Sdyt eine weibliche Göttergruppe analog und parallel den Sdyn von Satz XIX.
Doch erwartet man, daB in Syrien-Paliistina die mannlichen vor den weiblichen
Gottheiten genannt werden. Dazu kornrnt, daB die Spuren des Zeichens nach den 42
Zu Sadday siehe M. WEIPPERT 1976a (Lit.), wo allerdings auf den thamudisclıen Beleg
Photographien und der Kopie eher für die I Lesung . . . ]n sprechen (so auch CL 196; aus der Gegend von Tema (Ijasiıbıs el-Qeriin; JAUSSEN-SAVIGNAC 1914, 5Ş4 u. Taf. CXLII
M 65 Arım. 59; Ga 171; Ro 61.66). Dies könnte noch immer als die ferninine Plural­ Nr. tham. 225; lies 'ls2 dy lyqwd mnh [von links naclı rechts]) und palrnyr. Sdy' (siehe Arım.
endung des Status absolutus (aram.) interpretiert werden; naher liegt u.E. jedoch der 72) ııicht eingegangen ist. Aus neuerer Literatur sei noclı genannt: KocH 1976; PAssoNı
Plural einer rnaskulinen Gottesbezeichnung, anı einfaclısten ['lh]n, so daB man eine DELL'AcQUA 1980; WIFALL 1980; L0RETZ 1980; GöRG 1981; KNAUF 1981; zur ,,Nach­
genaue Parallele zu Satz XIX gewanne41• geschichte" REiss 1975. Die Arbeiten von Wifall und Loretz laufen im Grunde auf eine Be­
XIX (Z. 6 [8]) wnşbw Sdyn nıw'd. Zu wnşbw (von NŞB N) und nıw'd siehe Ho 192 f. statiguııg derThese von M. WEIPPERT 1961a hinaus. Wir lassen das Urteil darüber vorlaufig
Auf den ersten Blick scheint das Perfekt mit w- hier und in Satz XX (w'mrw) offen.
43 Vgl. für Ugarit DE MooR 1970a, 226 § 12, desseıı Zusammenstellung aufgrund neuer
narrative Funktion zu haben und darnit in Konkurrenz zu dem bereits festgestellten
Funde uııd Erkenntnisse jedoclı ergiinzt und modifiziert werden rnuB.
narrativen ,,Imperfectum consecutivum" zu treten. Da weitere Beispiele für das sog. 44 Die erste Zeile von CTA 29, die ins RS 24.264+ fehlt und in Ug V ı 18 kein akka­

disches Aquivalent hat, ist mit ,,O" gezahlt; so ergibt sich eine identische Zeilennumerierung
19 C L 196 und Ri 85 erganzen sg[yıı/ı... ] ,,wie zahlreich [ ... ] siııd"; doclı bliebe darın u.E.
für aile Textzeugen der Quasi-Biliııgue. Bei Z. O (CTA 29,1) handelt es sich um die Über­
ııicht geııug Raum für den Rest des Satzes, der ııach uııserer Berechnung nur ııoch ca. drei schrift der Liste, die angibt, da� im folgenden die ,,Götter des Şapanu" (ıl Şpn, zu !esen *'ilü
Buchstaben eiııschlieBlich des Worttreııners umfaBt haben köııııte. Şapani), d.h. des Götterbergs Gebe/ el-Aqra', aufgezalılt werdeıı, die z.B. in dem Ritual für
40 Die Selbstbezeichııung der Qumriın-Gemeinde als ylJd hat ihreVorlauferin bereits in
das Şapanu-Opfer (db(ı Şp[ıı] Ug V m 9 in derselben Reiheııfolge auftreten. Zu dieser Inter­
yalJad Dtn. 33,5, das dort ,,Versammlung" bedeutet. - Ha 225 erwiigt, ob die Verbalformen pretation von ı/ Şpn siehe bereits ALBRIGHT 1968, 122.
'tylJdw uııd wnşbw (Satz XIX) auch imp.pl. seiıı könnten; doch paBt das u.E. nicht in den 45 Vielleicht eine Libatioıı; vgl. M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTIN 1975b, 164.
Zusammenhang. 46 Ob Verbindungen zwischen den ugaritischen M/kın/MA.LIK.MEs uııd den in mesopota­
41 Die Abfolge ['//ı]n - Sdyn wiire die von Allgemeinbegriff - Name; diese Stilfigur ist
mischen Texten erwahnten ma/(i)kü besteheıı, die zumiııdest in Mari Beziehungen zumTo­
auch sonst belegt; siehe die Beispiele bei HECKER 1974, 146-150. tenopfer (kispuın) für frühere Könige habeıı, bedarf noch eingehender Untersuchuııg. V gl.
144 Die ,, Bileaın "-Iıısclırift von Teli Der 'Alla [89/90] [90/91] Die ,,Bileaın "-Insclırift voıı Teli Der 'Alla 145

bisher nur in den beiden ,,Schlangen"-Texten Ug V m 7,41; 8, 17' - mit Wohnsitz in GJrın den Königspalast56 betreten" ('im t'rbn GJrın bt ııılk CTA 33,8 f.; alınlich ebd.,
'Jtrt41 - und in Personennamen wie 1ızı.ctıncı-/[ik] Ug V III 145 Kolophon 3, vielleicht 1 f. k t'rb 'Jtrt !Jr xx51 bt ııılk ,,wenn 'AJtartu-lJurrz 58 [ ... ] den Königspalast betritt").
auch 1DINGIR.LIM(lti)-ınıı-lik RS 17.288, 27, PRU iV, 215, Variante 1 DINGIR-ınu-lik Eine aktive Rolle spielen sie in dem Ritual RS 24.256,18-20, Ug VII, 21 f.:
RS 17.242 (vgl. Ug V, 60) belegt48. barb't 'srt yrdn GJr[m] mşdh anı 14. (Tag des Monats) kommen die GJrııı zum
Wahrscheinlich der Plural (doch ist auch der Dua! nicht auszuschlieBen) des Gottes­ Opferrnalıl59 herab:
namens Rasap begegnet in dem sachlich unklaren49 Ausdruck 'rş Rspııı in der seit Jıı sııı lGJrnı zwei Schafe für die Gtrm.
dem 19. Jahrhundert in zahlreichen Exemplaren bekamı! gewordenen Baııinschrift wrgm GJrııı y1Jb Und die GJrm mögen antworten.
des Böd'astart für den Esmünterrıpel von Sidon (Bustaıı es-Sel]) KAi 15 (5. Jh.
v. Chr.), der wohl als ,,Land der Rasap--Götter" wiederzııgeben ist. Da/3 es sich hier Alınlich wie hier ernpfangen die GJrm zwei Schafe als Opfer auch in den Ritualen
nicht, wie man gemeint hat, um ,,Flammen"50 o.a., sondern um Gottheiten handelt, Ug V III 13,26 (vgl. Ug VII , 16) und wahrsclıeinliclı CTA 33,17 (wo wolıl IJıı s]ııı
ergibt sich aus der Rolle, die die R,�pm in Ugarit im Ritual für das Şapaııu-Opfer lGJmı zıı erganzen ist; vgl. die eben genannten Stellen). A. Herdner60 sclılieBt aus
(db(ı Şpıı) spielen. in diesem Zusammenhang finden bestimmte Opferhandlungen an der stereotypen Zweizahl der Opfertiere, da/3 es siclı auch um zwei GJr-Gottheiten
dem Zeitpunkt statt, ,,da Astarte-des-Feldes den Königspalast betritt" (k t'rb 'Jtrt sd lıandle; doch ist dieser Sclılu/3 u.E. niclıt zwingend. Der Gottesname GJr im Singular
bt [ın]lk PRU V 4,10) und ,,da die Rspm den Königspalast betreten" (k t'rbıı Rspın bt ist in dem zitierten Ritualtext CTA 33, 11.1461 und mehrfach in dem Brief CTA 55 an
mlk ebd., 11)51 • Leider laBt weder die Nominalform Rspm, die *Rasapüma (Pl.) oder den Oberpriester (rb khıını) belegt, in dem es anscheinend um ein Feld des Gır (sd
*Raspami (Du.) gelesen werden kamı, noch die Verbalform t'rbıı, die ebenfalls Plu­ GJr Z. 16, 1 wohl auch in Z, 14 herz ııstellen; Singular wegen sd hwt ,,dieses Feld"
ral (*ta'rubüna) oder Dua! (*ta'rubaııi) sein kann, eindeutig erkennen, ob es sich [Acc.sg.] Z. 15) geht62, und wo GJr auclı in den Segenswünschen anı Schlu/3 bemüht
um zwei oder mehr Rasap-Götter handelt. Das Problem wird noch komplizierter da­ wird (ZZ. 17-22):
durch, daB das fragmentarisch erhaltene Syntagma ]wrsp gıı yşan[ in einem Ritual­
text in ugaritischer Sprache aus Reis lbıı Hanı (77/4 + 77/11,2)52 nur als ,,und die
(beiden) Rsp gn ziehen aus" aufgefaBt werden kann; hier ist die Verbalform yşdn (zu
!esen *yaşi'aııi) zweifellos Dual53. Rsp gıı54 ist bisher zweimal in I Ugarit belegt,
naclı allgemeiner Ansiclıt im Singular; nach PRU II 88,3 ([b]t Rsp gıı] hatte er dort
einen Tempel. in einem Privathaus von Ugarit (Reis e.s-Saınra) wurde auBerderrı ein
56
Zu bt mlk sielıe Anın. 48.
Löwenrhyton gefunden, das ein gewisser Nüranu (Nrıı) dem/den R,�p gn geweiht
57 M. DIETRICH-L0RETZ-SANMARIIN 1975c, 525.527, !esen hier gb, das sie mit dem fol­
genden bt mlk (Z. 2) verbinden und als ,,einen Teil des Königspalastes, der wohl dem Dient
hatte (RS 25.318, Ug VII, 147 f.149-154) 55.
der Götter vorbehalten war" interpretieren. Ob der Hinweis auf hebr. *gab Ez. 16,24.31.39,
in tfünliclıem Kontext wie die Rspın treten auclı die GJrm in Ritualen auf. So werdeıı einer mit (sakraler?) Prostitution zusarnrneıılıangenden Installation (Podium?) unter freiem
in CTA 33 bestimmte Opferhandlungen für den Augenblick vorgeschrieben, ,,da die Hirnrnel, in diesern Kontext gereclıtfertigt ist, stelıt freiliclı dahin. Eine andere Möglichkeit
wiire, die fragliclıen Zeiclıen als ein sclıleclıt geschriebenes bt zu erklaren, das der Sclıreiber,
dessen Kunst insgesarnt reclıt besclıeiden war, anı Anfang von Z. 2 noclı einrnal korrekt
hierzu J. Nougayrol in Ug V, 60; HEALEY 1975; DE MO0R 1976; KITCHEN 1977, 139--142; wiederlıolt hatte.
RIBICHINI-XELLA 1979; H.-P. MÜLLER 1980, 13 f.
58
V gl. zu dieser Göttin M. WEIPPERT 1975a, 14-16.21 [siehe obeıı S. 27-29.31 f.]; anders
-ı7 Siehe AsrnuR 1968a, 19 mit Anın. 28. (,,lstar/'Jtr(t)-der-Hölıle") M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTIN 1975c, 526 f. (naclı M. Dekor).
-ıB in dem Text PRU V 4 ist db!J mlk (Z. 2) als ,,Königsopfer", bt ınlk (ZZ. 7.10.11) als Wir glaubeıı, daf3 die von M. Weippert im Ansclıluf3 an NouGAYR0L 1958, 82 (vgl. Ug V, 56)
,,Königspalasr' zu verstehen; so auch XELLA 1979, 833 f. Anders H.-P. MüLLER 1980, 14, und LıVERANI 1962, 104 Anın. 21, vertretene Auffassung noclı niclıt widerlegt ist. Es ist
der 111/k in diesen Ausdrücken als Theonyrn auffaf3t. natürlich einzuraumen, daf3 sich ein strikter Beweis för diese wie för die abweiclıenden Er­
-19 Vgl. E MEYER 1931, 13-15; W. Röllig in KAI IL 24. klarungen noclı niclıt führen laBt, und daf3 rnan eine akkadisclıe Sclıreibung des Theonyrns
50 So E. MEYER 1931, 14 f. verrniBt, bei der das Narnenselernent -lııırri mit KUR deterrniniert ware.
51 Zu PRU V 4 sielıe XELLA 1979. 59 Anders HERDNER 1978, 25 f., dievlıier an ein ugaritisclıes Aquivalent von hebr. ,n;,şad,
52 CAQUOT 1977/78, 574; BORDREU!L-CAQUOT 1979, 301. m;,şiidli ,,endroit d' acces difficile" deııkt. Doch spricht weder der Gebrauclı des Verbums IRD
53 Naclı Caquot und Bordreuil-Caquot a.a.O. Plural; doclı erwartete rnan damı die noch der des Lokativ-Terrninativ-Adverbials bei ınşd gegen die in der Übersetzung ausge­
Verbalform *yşlııı = *yaşi'üna. In Z. l' kornrnt R:fp im Singular vor. drückte Auffassung. Mşd als Wolınsitz des Gottes I:Iöranu in Ug V 111 7,58 ist hier kaum
54 Zu den versclıiedenen Interpretationen dieses Gottesnarnens siehe M. DIETRICH· relevant. Zu ınşd ,,Opfennalıl, Gelage" vgl. die versclıiedenen Auffassungen bei LoEWEN·
LoRETZ 1978, die selbst ,,Reschef des Schutzes" vorschlagen. Nach DAHOOD-PETTINAT0 STAMM 1969, 73 (= 1980, 372); 1970, 355; 1971 (= 1980, 419-422); DE MooR 1969, 169;
1977 ist die Ebla (Teli MardTb) ein Gottesnarne dRcı-sa-ap Gıi-ııu(-ıım)k; belegt; vgl. dazu RüGER 1969, 204; MARGULIS 1970, 133 (und dazu DE MooR 1970c, 347); M. DIETRICH·
auclı H.-P. MüLLER 1980, 7. Trafe die von den zuletzt genannten Autoren postulierte Verbin­ LORETZ-SANMARTIN 1975a, 110 f.
dung zwisclıen dem eblaitisclıen und dem ugaritisclıen Gottesnarnen zu, ware das Element 60 HERDNER 1978, 20, mit Bezııg auf Ug V ili 13,26.
gıı = gıi-ııu(-um/i als Toponyrn zu interpretieren.
61
Nach M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTIN 1975c, 527, ist auclı Kir Z. 8 zu *Gir zu
55 lnsclırift bereits mitgeteilt von VIROLLEAUD 1963-66; 59 (ohne die naclıgetragene emendieren (Hörfelıler). Niclıt zwingend.
62 Grundbesitz von Gottlıeiten, d.h. ilırer Tempel, ist auclı sonst in Ugarit belegt.
Filiation bıı 'AgpJr).
___"""'11!11_.....---------- - �- -�-------

146 Die ,,Bileam"-lnschrift von Teli Der 'Alla [91] [91/92] Die ,,Bileam" lııschrift von Teli Der 'Alla 147

[w]ht ysm' uJ:Jy lgy und wenn63 meine Brüder64 nun auf meine Stimmen hören empfangen in dem Ritualtext RS 24.266 Vs. 8 (Ug VII, 31 f.) die Glıntm versclıiede­
wyhbt bn 's[m ?] und die Mann[er] (?) ... en65 , ne tierische Opfer; dies ist I wiederum ein femininer Dua!, der in nicht naher be­
wytn ılm bdhın dann mögen die Götter (sie?) ihnen geben - stinımbarer Weise mit der in der vorhergehenden Zeile als Empfangerin von Opfern
bd 'lhqm G1r dem 'l!Jıqamu GJr genannten Gottheit Glın zusammenhangt.
wbd Ytrhd B'l und dem Yatarhaddu Baal. Zu unterscheiden sind von diesen Götternamen im Plural und Dua! solche, in denen
das Morphem -m als ,,enklitisches Mijm" an die Singularform eines Tlıeonyms ange­
Vgl. ferner den Personennamen 'bdgfr PRU II 35 AI 10; 55,4. Zu vokalisieren ist fügt ist70; leider sind diese Faile niclıt immer deutliclı zu erkennen.
GJr als *GaJaru, wie aus der Schreibung Ga-sa-ru in der an die viersprachige lexi­ Zusammenfassend ist aus dem vorgeführten Material zu Gottesnamen im Plural
kalische Liste Ug V ı 137 angehangten dreisprachigen Götterliste (iV a 15; vgl. b
oder Dua! abzuleiten, daB es sich bei der Gottesbezeichnung Sdyn unserer Inschrift
11 .13) hervorgeht; an ersterer Stelle (IV a 15) wird der Gott in der sumerischen Spalte
mit ziemlicher Sicherheit um den Plural71 des Gottesnamens *Sdy (hebr. Sadday)
mit Tispak, in der hurritischen mit Milkun(ni)66 geglichen67. SchlieH!ich noch zwei
handelt, und daB damit eine konkrete Göttergruppe gemeint ist72 , nicht generell die
Beispiele für Götternamen im Dua!. ln dem bereits melırfach beigezogenen Ritual­
Gesamtheit der Götter.
text CTA 33 werden auclı Opfer für die 'ntın festgesetzt (ZZ. 17,20, naclı J.C. de
Wenn unsere Erganzung von Satz XVIII richtig ist, stehen die Satze XVIII und XIX
Moor68 auch Z. 13); dies ist der Dua! des Namens der Göttin Anatlı ('nt)69. Ahnliclı
im synonymen Parallelismus merrıbrorum und bilden zusammen eine clıiastische
Figur a-b : b'-a'-c.
63 Die Kurzimperfekte (Jussive) ysm' und ylıbt sind konditional übersetzt; syntaktisch
XX (Z. 6 [8]) w'mrw lS[gr]. Zum Perfekt mit w- siehe zu Satz XIX, zur Erganzung
liegt jedoch Parataxe vor. oben S. 136, zu dem hypothetisch eingefügten Gottesnamen S[gr] unten zu Satz XLV.
64
*Uhbü- nom.pl. von ab (*'abu) ,,Bruder" mit Umlaut a > ıı ([o]?). XXI (Z. 6 [8]) tpry sk ry smyn. So die Kopie von van der Kooij; nach den Photograplıi­
65
Zu HBT vgl. DIJKSTRA 1975, zu CTA 33, 19-22 bes. S. 564. Dijkstra übersetzt hier mit en kann man nur smyıı sicher !esen. Ho 173.179 liest und übersetzt [ ... '/ y/t]/:ıtp ry
,,knock down". Triife das zu, wiire freilich der mit wytıı anschlieBende Wunsch überflüssig.
66 Wohl
als Milku- (= ug. Mlk) + singularischem Artikel -ııııi zu analysieren; siehe skry smyn ,,[ . .. Jet not] tlıe abundant rain (?) [br]eak the bolts of heaven"; die hier
LAROCHE Ug V, 460. angenommene Lesung geht auf CL 196 f. zurück (vgl. auclı Ri 85; Ga 171; Ro 61),
67
Ein Lexem gJr kommt auch in Ug V m 2 Vs. 2.6 in den Ausdrücken wyst [GN] gJr wyqr die, gefolgt von Ri 85; Ga 185 (vgl. Ro 66), b'bky (Satz XXII) zu diesem Satz ziehen
li yJb b'Jtrt ll tp; blıdr'y (Vs. 1-3) und wtst 'ızt gJr b'lt mlk b'/t drkt b'lt smm rmm [b']lt kpJ und tpry skry als zwei feminine Imperative des Singulars ,,nahe zu, verschlieBe" in­
(Vs. 6-8) vor. Nach HERDNER 1978, 20 Anın. 72, handeit es sich dabei um ein Getriink, terpretiereıı. Vorausgesetzt ist bei Caquot-Lemaire ansclıeinend die Vorstellung, daB
wiihrend CAQUOT 1977/78, 575; BüRDREUIL-CAQUOT 1979, 303, İn Vs. 2 gJr und yqr als die Sonnengöttin S[ms] (so ihre Erganzung in Satz XX73) dem Himmel eine Wolke
Eigennamen zweier rpum interpretieren. Zu gJr könnte in der Tat der Name GJrn in Ras lbıı gleich einem Flicken aufsetzen, ihn so verschlieBen und sich selbst (als Gestirn) ver­
Haııf77/8A+77/13+77/2IB Rs. 8' (CAQUOT 1977/78, 574; BORDREUIL-CAQUOT 1979, 302) finstern soll. Der Gebrauch des Verbums *TPR ,,zusammennahen" in diesem Kon­
verglichen werden, den die Autoren, vielleicht zu Recht, als den eines rplı erkliiren, wiihrend
yqr (vgl. ıpl Yqr ebd. Vs. 14') mit dem Stifter der Dynastie von Ugarit identisch sein könnte text ersclıiene uns jedoch seltsam - kann jemand, und sei es eine Göttin, anı Himmel
(vgl. zu diesem KITCHEN 1977, passim). Gegen diese Erkliirung spricht jedoch Ug V III 2
Vs. 6, wo deutlich isi, daB gJr die Reihe der Epitheta orııantia der Göttin Anath anfülırt; 70 So ııach M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTfN 1975c, 528; GJrm und 'ntm in CTA 33,9.

dasselbe wird darın für gJr wyqr in Z. 2 gelten. Schon VIR0LLEAUD Ug V, 555, hat zu gJr akk. 17.20; siehe dazu oben, v.a. Anın. 67. - Wenig deutlich ist das Bild bei der mehrfach vor­
gasrıı ,,überlegen, stark" verglichen und den Ausdruck als Attribut der Gottheiten Rplı und kommendeıı Form B'lm. Siclıer um den Siııgular mit enklitischem -ma handeli es sich u.E.
Anath erkliirt (in Z. 2 neben yqr ,,geehrt"; in Z. 6 ist darın mit Virolleaud und M. DIETRICH­ bei dem ,,Lexikoıı"-Eintrag [Dis EN : be-]lu : e-ew-ri : ba-a-lu-ma Ug V ı 130 m 14' (vgl.
LoRETZ-SANMARTIN 1975a, 115, wohl gJr(t) zu !esen). Da akk. gasaru und Derivate mit der auch 137 n 30'.33') und in der Pantheion-Liste ZZ. 4-10, wo sechsmaligem ugaritisclıen
arabischen Wurzel ĞSR ,,wagemutig, kühn sein" zusammenzustellen sein wird, isi ug. gJr B'lm in der akkadisclıeıı Fassung jeweils <lısKUR mit Ziilılung 2-7 gegenübersteht (vgl., so
(*gaJir-) wahrscheinlich aus dem Akkadischen entlehnt; vgl. in diesem Sinne bereits BLAU­ weit erhalten, auch B'lm in Ug V 111 9 Vs. 3.4.11.12). Nach RAINEY 1969, 108 f., handelt es
GREENFIELD 1970, 12 f. Der u.a. mit der Existenz des Götterattributs gJr begründeten Annah­ sich bei ba-a-lu-ma der lexikalischen Listen um einen Pluralis majestatis, eiııe Auffassung,
me von M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTIN 1975c, 527, daB GJr(m) in CTA 33 ein Epitheton die von DE MooR 1971, 135, auch auf die Form B'lm in CTA 2 ıv 9 übertragen wurde. Dort
der Göttin Astarte ('Jtrt) sei, wird u.E. schon durch den Gebrauch der Verbalform t'rbıı in Z. liegt u.E. jedoch Vokativ sg. mit enklitischem -ma vor wie auch in CTA 6 v 11. Weııiger gut
9 widerraten (bei 'Jtrt br Z. 1 ist korrekt t'rb verwendet); endgültig schlieBen die Verbal­ bestimmbar ist B'lnı in PRU II 1 Vs. 6.*14 (wo B'lın aber jedenfalls gleich B'l Vs. 1.10 isi);
formen yrdıı und y11b in RS 24.256, 18.20, die nicht als 2.f.sg.(/pl.) interpretiert werden kön­ RS 24.266 Vs. 6 (Ug VII, 31 f.; hier karın B'lm theoretisch sg., du. oder pi. sein, u.E. sg., da
nen, diese Erkliirung aus. Zu ug. gJr ,,stark" gehört wohl auch der bereits erwiihnte Perso­ in Parallele zu Ğlm [sg.] stehend; CTA 34,9 (in dem Ausdruck ıllım B'lm).
71
nenname GJm, den in CTA 82 B 20; 100,4; 119 111 7; 136,9; PRU II 46,28 mit den Texten Theoretisch ist auclı Dua! möglich, doclı uns nicht wahrscheinlich.
gleichzeitige Eiııwohııer voıı Ugarit tragen, syllabisch 1Ga-as-ra-ıza gen. PRU VI 55,26 2 Vielleicht karın hier auch der palmyreııisclıe Ausdruck Sdy' anıesclılossen werden, der
7

(ideııtisclı mit dem GJrıı von PRU II 46,28). Zu dem assyrischen Gottesnamen dGasranu bei CANTINEAU 1931, 130 Nr. 11, *5f.9, in der Gruppe *Bwl'str wSdy' (in Z. 6 mit Attribut
siehe AHw 283". 'lhy' {by' ,,die guten Götter") vorkommt. Er wird voıı E. Littmanıı bei CANTINEAU 1933, 194,
68
DE MüOR 1970a, 205 mit Arım. 9; rıach M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTIN 1975c, als Plural eiııes palmyreııisclıen Aquivaleııts von syr. se4a (siehe obeıı S. 143; hier in posi­
528, ist freilich l'ııtlı zu !esen (ihre Erkliirung der Form erscheint uns problematisch). tiver Bedeutuııg) erkliirt. M 66 mit Arım. 60 f. erwiigt, ob diese Sdy' nicht mit den Sdyn un­
69
Nach M. DIETRICH-LORETZ-SANMARTfN 1975c, 528, freilich 'ııt + -nı(a) unter Ableh­ serer Inschrift zusammenzustellen wiireıı.
nurıg der dualischen Auffassuııg. 73 Siehe zu Satz XLV.
148 Die ,,Bileam"-Inschrift von Tel1 Der 'Alla (92/93] [93/94] Die ,,Bileam"-fnsclırift von Tel1 Der 'Alla 149
eine Wolke annahen? -; wir bleiben daher bei Hoftijzers Erklarung von skry als 26, 17; 32,23.24.25.26.32 (CL 198) und allgemein Ho 198 f. 'b (ısk ,,finstere Wetter­
St.es.pl. von *skr ,,Riegel" (akk. sikküru; siehe Ho 194 f., auch zu den ,,Riegeln des wolke", 'b mit genitivischem Attribut (hsk wie in Satz XXII Aquivalent von hebr.
Himmels") und fassen tpry als 2.f.sg. Jussiv (,,Kurzimperfekt") H/A des Verbums lıösek ete.).
PRR, vgl. akk. paranı D, hebr. PRR H, jüd.-aram. PRR A ,,(zer)brechen". Der Jussiv XXIV (Z. 7 [9]) w'l thgy 'd 'lm. Wir ]eiten thgy von HGI ,,knurren" ab78, hier in der
hat hier u.E., wie gelegentlieh im Hebraisehen, konzessive Bedeutung: ,,du magst Bedeutung ,,grollen, zümen". Es handelt sich dann um die Bitte, nieht ,,für immer"
zerbrechen". ('d 'lın) zu ,,grollen", sondem das Unheilshandeln zeitlieh zu begrenzen. Aussagen
XXII (ZZ. 6 f. [8 f.]) b'bky sın hsk w'l ııgh '[ın w'l sınrky. Satzabgrenzung ahnlich wie über die Beschrankung des göttlichen Geriehts finden sieh aueh im Alten Testament,
CL 196 f., die jedoch b'bky zu Satz XXI ziehen (s.d.). Nach den Photographien ist z.B. Jes. 57,16; Jer. 3,12; Ps. 103,9; T hr. 3,31; vgl. aueh die Frage Jer. 3,5.
der 2. Buehstabe von '[m mit G. van der Kooij in HüFTIJZER-VAN DER Koon 1976, XXV (ZZ. 7 f. [9 f.]) ky ss'gr hrpt ıısr. Die in den Satzen XXV, XXVI und XXVIII
106; Ho 173 anı ehesten ein (\); die Lesung 'dm (CL 196; Ga 171) ist uns weniger vorkommenden Vogelnaınen sind nur z.T. zu identifizieren, da haufig aueh bei
wahrscheinlieh74• Yom (1) des zweiten w'l ist möglicherweise auf der Kopie und den Aquivalenten in anderen semitischen Spraehen die Bedeutung unsicher oder unbe­
Photographien I noch eine Spur des oberen Endes der Oberlange sichtbar (anders kannt ist. Darüber hinaus muB beaehtet werden, daB generell bei Tier- und Pflanzen­
varı der Kooij a.a.O.)75; die Lesung w'l ist aber auch aufgrund des bereits von CL 197 bezeiehnungen etyınologische Verwandtsehaft noeh nieht gleiche oder ahnliehe
festgestellten Parallelismus zwischen (lSk w'l ngh und '[m w'l smrky wahrseheinlich. Bedeutung impliziert79. Besonders Jastig ist, daB aufgrund des Erhaltungszustands
Syntaktisch handelt es sich um einen zusammengesetzten Nominalsatz, der eine des I Textes von Satz XXV an aueh die Verstandnissehwierigkeiten noeh betracht­
Aussage über b'bky (,,Subjekt", ,,Thema") macht, und dessen Pradikatsatz wieder­ lieh zunehınen. Über den Sinn der folgenden Vogel- und Saugetier-Passagen kann
um ein Nominalsatz mit zwei parallelen zweigliedrigen Nominalgruppen als Pradi­ man u.E. nur spekulieren; wir vermuten, daB darin die dureh das Unheilshandelıı der
kat ist. Sın fassen wir mit der Mehrheit der Kommentatoren als Orts,,adverb" ,,da, angesprochenen Göttin eingetretene Unordnung, die Auflıebung der natürliehen
dort" (hebr. sam ete.) auf; zu (lsk und nglı siehe ausführlieh Ho 196 f. Der Gebraueh Hierarehie im Vogelreieh und die Verödung des Weidelandes, besehrieben ist, ohne
der Negation '/ (im Unterschied zu l') weist darauf hin, daB der Nominalsatz das im strikten Sinne beweisen zu können.
prohibitivische, d.h. negativ-jussivisehe Bedeutung hat76; er ist analog zu Satz XXI Ky (hebr. kl ete.) ,,denn" bezieht sieh syntaktisch auf Satz XXV, fungiert aber zu­
zu erklaren. Unbekannt ist uns die Bedeutung der Wörter 'pn und *sınr geblieben, gleieh als Signal, daB der folgende Absehnitt (bis ınindestens Satz XXX) den
von denen naeh dem Parallelismus '[ın den negativen, *sınr den positiven Begriff Wunseh der Götter naeh Begrenzung des Zoms der Göttin begründet. Der Vogel­
darstellen muB77. name ss'gr besteht aus den Elementen ss und 'gr, wie hebr. süs 'agür Jes. 38, 14; Jer.
XXIII (Z. 7 [9]) tlıby (Jt [b']b (ısk. Zur Erganzung siehe allgemein oben S. 136; Wahl 8,7 zeigt80; das erste Element süs bedeutet wahrscheinlieh ,,Sehwalbe" (vgl. aram.
des Wortes *'b naeh dem Kontext. Die Verbalform tlıby fassen wir als Jussiv f.sg. sws als Logogramm im Pehlevi81 ) und wird dureh 'gr/'agür modifiziert82 • Im An­
auf analog tpry in Satz XXI; zum Ausdruek YHB + ht (zu akk. aattu, hebr. (Wf, *(ıitta sehluB an einen - allerdings anders begründeten - Vorschlag L. Köhlers83 könnte man
und Verwandte, ,,Fureht, Schreeken") siehe vor ailem hebr. NTN + hittlt + ba//;J- Ez.
78 So auch, jeweils mit verschiedenen Nuancen, Ho 199 (,,to utter [a verdict]"); CL 196
74 Wahrend der Vorstudien haben wir auch die Lesung *'yın erwogen und an hebr. 'yın (,,faire de bruit"); Ha 226 (,,ausdenken"); Ri 85 (,,ein Geriiusch von sich geben"). Ro 66
(masoretisclı *'ayam) Jes. 11,15 gedacht, das <lort ein zerstörerisch wirkendes athmosphiiri­ Anın. 29 erkliirt '/ t/ıgy als ein Koırıpositum aus der Negation '/ und dem Nomen thgy (Form
sclıes Phiinomen beschreibt (vgl. WıLDBERGER 1972, 464 [Lit.]); doch ist diese Lesung u.E. tf'l) mit der Bedeutung ,,Nicht-Geriiusch", d.h. ,,stiindige Stille". Nur Ga 176 f. 185 denkt an
paliiographisch nicht verifizierbar. HGI II ,,entfernen, vertreiben" und bezieht die Aussage auf die Sonnengöttin, die die von ilır
75 Damit wiiren die Lesungen w'[d] (Ga 171.176) nach hebr. 'qd Gen. 2,6 und wlı[d] (Ro hervorgerufene Dunkelheit niemals mehr mit ihren Strahlen vertreiben dürfe.
61 f.; *lıd zu hebr. lıöd ,,Hoheit, Pracht") ausgeschlossen. 79 Vgl. z.B. die von der Wurzel 'Ru/'RI abgeleiteten Tiernamen: akk. erCt (arü) ,,Adler,
76 Es ist nicht nötig, mit Ho 196; Ro 66; D 126 hier ein ,,zusammengesetztes" Substantiv
Geier": ug. arw, hebr. 'arı, 'aryç, bibl.-aram. 'aıyq,jüd.-aram. 'arı, 'arya, syr. 'arya ,,Löwe"
*'lngh ,,Nicht-Glaıız" (syntaktisch wiire dies eine Status-constructus-Verbindung zwischen : arab. anva (Nomen unitatis urwlya) ,,lbex(e)" : iith. 'aıwe ,,Wild". Im Akkadischen gibt es
'/ und ııgh) anzunehmen, auch wenn das unsichere 'a/-mawet Prov. 12,28 damit gestützt neben elarü von dieser Wurzel noch aıwiıımlarnıü ,,Gazelleııbock" o.ii., wolıl ein Lehnwort
werden könnte. aus dem Amoritischen. Vgl. ferner KöHLER 1939, 122 f.
77 Hoftijzers Ableitung von 'tın von der Wurzel '�M (hebr. 'ŞM, arab. '�M) ,,groB, machtig, 80 UnserText erweist, daB wasüs w;J'agürin Jer. 8,7 (Katlb) in *wasüs 'agur zu andern ist,

stark seiıı" ist zu Recht aus lautgesetzlichen Gründen von N 136; Gr 251 bestritten worden. daB es sich also um den Namen eines einzigen Vogels handelt. Über die Vokalisation des
Aufgrund des Parallelismus denkt Ri 85 an ,,Dunkel" (vgl. auch CL 198), wiihrend CL ersten Namenselements besteht einige Unsiclıerheit. In Jes. 38,14 hat die babylonischeTra­
197 f.; Ga 176.185 das von ihnen gelesene *'dm an arab. 'adanı ,,Nichtsein, Nichtexistenz, dition als K;Jt"fb sys, als Q;Jrq süs, wiihrend in Jer. 8,7 dem Katfb sws das Q;Jrq sfs gegenüber­
Fehlen, Verlust" anschlieBen (CL mit Vorbehalt). Ro 66 mit Anın. 28 sieht in '(m eine Verbal­ steht. Wir entscheiden uns für süs aufgrund der sogleich anzuführenden Schreibung sws des
form, niimlich imp.f.sg. D + suff. 3.m.pl. von 'Ti D ,,bekleiden, anziehen" und übersetzt ,,be­ Wortes für ,,Schwalbe" im Frahang-i Pahlavik.
kleide sie (sci/. die Himmet) mit Niclıt-Lichtglanz" (vgl. Jes. 50,3). - *Sınr wird von Ho 81 Frahang-i Pahlavık vm 2 f., EBELING 1941, 20; JEAN-HOFTIJZER 1965, 191:20.
179.198 zu hebr. SMR ,,schaudern" gestellt und mit ,,dread, shuddering fear" wiedergegeben 82 Was 'gr/'agür bedeutet, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht ,,groB, dick"
(vgl. Ga 185 ,,terrore"; Ro 66 ,,'qıııa"), wiihrend CL 197; Ri 85 an phön. (!) smr KAI 25,1 (vgl. syr. 'agra)?
denken, dessen Deutung allerdings unsicher ist; vgl. JEAN-HOFTIJZER 1965, 195:13-16; W. 83 KöHLER 1936, 289; 1945, 35-38; 1956, 13 f., halt sıs für die richtige Namensform und

Röllig in KAI II, 35 z.St. leitet sie onomatopoetisch von dem Ruf ,,si-si-si" des Mauerseglers ab. 'İigür ist nach KöH-
150 Die ,,Bileam"-lnschrift von Teli Der 'Alla [94/95] [95/96] Die ,,Bileam"-Jnschrift von Teli Der 'Alla 151
etwa an die ,,Turmschwalbe", den Mauersegler (Apus apus) denken, der in Ausse­ gerüst y'nym aus auch die Einzahlform y'nh, tiberiensisch vokalisiert etwa *ya'ane,
hen und Flugbild an die Schwalbe erinnert und, wie es für Jer. 8,7 erforderlich ist, zu möglich, die mit y'nh in Satz XXVI übereinstimmte. Das Verbum von Satz XXVI
den Zugvögeln gehört. Die zweite Vogelart nsr ist nach ug. nsr, hebr. neser, bibi.­ könnte in dem zerstörten Textstück aın Ende gestanden haben, wo allerdings nach
aram. nasar, jüd.-aram. nisrii, syr. nesrii, arab. na/isr der Adler oder Geier84. Die unserer Rekonstruktion von Kombination I relativ wenig Platz ist. Man könnte da­
Verbalforrn l;ırpt von I;IRP ,,schrniihen, verhöhnen" kann Perfekt G oder D oder Par­ her auch annehmen, dal.l das unleserliclıe Zeichen (vielleicht (b)) vor und die zer­
tizip f.sg. G sein; eine Entscheidung der Alternative ist nicht möglich. CL 199 halten störten Zeichen in der Lücke zu Satz XXVII gehörten, und daB in dem Satz wqn
die Siitze XXV und XXVI für eine syntaktische Einheit mit dem Verbum y'nh (Satz r}J,mıı y'ııh eine Ellipse des Verbums vorliige, die sinngemaB durch }J,rpt von Satz
XXVI) und müssen l;ırpt daher für eine feminine Nominalform im Status constructus XXV zu füllen ware90 .
(analog hebr. l;ıerpii) erklaren; doch siehe zu Satz XXVI. XXVII (Z. 8 [10]) (x[...]xııy n�ış wşrh. Zur Abgrenzung dieses Satzes nach vorne sie­
XXVI (Z. 8 [10]) wqn rl;ımn y'nh (x[... ]). Lesung, Abgrenzung und Deutung dieses he zu Satz XXVI; die Form von XXVII ist wegen der Beschadigung anı Anfaııg
Satzes sind sehr umstritten. Statt unseres wqn (Ga 171) !esen Ho 174.200; CL 198 f.; nicht bestimmbar. CL 198 (vgl. Ri 85) wollen .. . ]bııy n}J,ş wşdh !esen und in n�ış und
Ri 85 wql ,,und die Stimme"; wir fassen qn mit Garbini als Aquivalent von akk. qinnu, şdh zwei weitere Vogelnamen sehen (şdlı ,,Schleiereule" wie altaram. şdh KAI 222
hebr. qçn, aram. qileıınii ,,Nest", das im Hebrliischen auch auf die im Nest sitzenden A 3391). I nhaltlich würde diese Lesung und Deutung gut zu der folgenden Aufzah­
Jungvögel angewandt wird und im Akkadischen auch die erweiterte Bedeutung lung von nicht weniger als sechs Vogelnamen (Satz XXVIII) passen; doch stört die
,,Familie" angenommen hat. Statt rl;ımn ,,Geier" (hebr. rii}J,iim, arab. ral:Jam [Nomen Wortkonjunktion w- vor *şdh, da eine Konjunktion in der Aufzahlung erst vor dem
unitatis ral:Jama]; Ho. CL. Ri a.a.O.) schliigt Ga a.a.O. die paliiographisch mögliche letzten Wort şpr[ ... und sonst nirgends steht. Zudeın hat bereits Ga 178 darauf hin­
Lesung rl;ıpıı, Part.m.pl. G von RI;IP, vor; doch hat das Verbum *RI;IP (ug. RtfP, hebr. u. gewiesen, dal.l die I dentifikation des mittleren Buchstabens von *şdh als (d) durch
syr. RI;IP) nicht die von Garbini vorausgesetzte Bedeutung ,,brüten" (auBer sekundiir die Lange seiner Hasta ausgeschlosseıı wird. Es bleibt also bei Hoftijzers şrh, das
im Syrischen), sondem beschreibt die Flugbewegung von Raubvögeln 85, davon abge­ am einfachsten nach hebr. şiirli (etyınologisch * şarrat-) als ,,Bedrangnis" aufgefal.lt
leitet auch die der Göttin I Anath86 und die der rüal;ı 'elöhYm in Gen. 1,287• Die Auf­ werden kaıın. Dann dürfte auch n�ış ahnlichen Sinn haben; vgl. Ho 202 f.
fassung von y'nh als Verbalform von einer der Wurzeln 'Nı - die Kommentatoren XXVIII (ZZ. 8 f. [10 f.]) 'pr�ıy 'nplı drr nsrt ywıı wşpr[ ...]yıı. Das Pradikat dieses Sat­
denken an ,,antworten" 88 - führt nicht zu überzeugenden Resultaten; mit Ga 177.185 zes mul.l in der Lücke anı Schlul.l gestanden haben, wo aber nur Platz für ca. fünf
möchten wir deshalb darin einen weiteren Vogelnamen, namlich den des StrauBes, Buchstaben ist; vielleicht ist .. . ]yn der Rest dieses Pradikats, das dann ein Partizi­
sehen, der allerdings nur im Hebraischen vorkommt: einmal im Plural *ya'çnfm Thr. pium von einem Verbum tertiae infirmae oder ein Substantiv von einer entsprechen­
4,3 (Q kay'çnlm; K ky 'nym)89, gewöhnlich in der Zusammensetzung bat ya'aııii, Pi. den Wurzel gewesen sein könnte. 'pr�ıy, si.es.pi. von *'prl;ı, ist von Ho 203 bereits mit
banöt ya'aııii. Der Singular der ersteren Form ist aufgrund der masoretischen hebr. *'epröal;ı, Pi. 'epröl;ıfm (vgl. arab. farl:J) ,,junge Brut, Jungvögel" identifiziert
Vokalisation des Plurals als *yii'çn zu rekonstruieren; doch ware vom Konsonanten- worden. Ob von 'pr�ıy nur das unmittelbar folgende Wort 'nph oder die ganze Reihe
der Vogelnamen abhangt, liiBt sich nicht entscheiden. Yon dieseıı ist 'ııph namens­
LER 1936, 288 f.; 1945, 38 f., von ,,sıs" zu trennen und mit der KurzfuBdrossel (Pycnonotus gleich mit akk. anpatu, hebr. 'aııiipii, syr. 'aııııapii (nicht identifiziert)92. Für drr kann
Reichenowi Lz. et Helim.; südarab. ta'ğarı) zu identifizieren. Dies ist nun - trotz Ho 200 - auf hebr. d;:ırör verwiesen werden, das gewöhnliclı als ,,Schwalbe" oder ,,Taube" er­
nicht mehr möglich. klart wird93 . Nsrt sieht aus wie eine feıninine Ableitung I von ııfr ,,Adler, Geier". Ho
84
Akk. nasru nur in lexikalischen Listen, eventuell ein nordwestsemitisches Fremdwort. 204 erkennt darin unter Vergleich von jüd.-aram. ıı;:ısirtii ein Kollektivum ,,Raub­
85 U g. RI ıP G oder D von nsrm CTA 18 ıv 20.31; 19 ı 32; hebr. Rl;IP D Dtn. 32, 11: kaneser
. gevögel"; doch erwartet ınan in unserer Liste einen konkreten Vogelnamen94• Das
ya'ır qinnö 'al gözalaw yaral;ı(l;ı)çp ,,wie ein Adler, der sein Nest/seine Jungen aufweckt,
über seinen Jungen schwebt". Das ,,Aufweckeıı" ('UR H) verstehen wir von der Situatioıı der
Atzung (Fütterung) der Brut im Nest, bei der die Jungtiere beim Nahen eines der Eltemtiere 90 DaB �ıpt unabhangig von der Auffassung als Perfektform oder Partizip eine feminine
in Aufreguııg geraten (die Ableitung von ya'ır von *'IR G nach ug. *GIR ,,schützen", vgl. Verbalform ist, braucht nicht gegen diese Lösung zu sprechen, da hebr. qçn im Mittel­
ÜINSBERG 1938, 9 Anın. 11; RICHARDS0N 1947, 322 f.; RösSLER 1961, 169 Nr. 1260; HART­ hebraischen weibliclı ist (R0SENBERG 1905, 377), ebenso akk. qiııııu, wenn es die Bedeu­
MANN 1967, 103-105, laBt siclı niclıt mehr halten, seit sicher ist, daB das fragliche tung ,,Familie" hat.
ugaritische Verbum NĞR, etymologisch N:?R [lıebr. NŞR ete.] lautet; siehe z.B. RAINEY 1971, 91 Siehe hierzu DuPONT-SOMMER 1958, 48; danach H. Donner in KAi II, 250, die auf
157); Rl;IP D ist die halb schwebende, halb stehende Haltung des mit seiııen Flügeln schla­ jüd.-aram. şad;ıya, arab. şada ,,Eule" verweisen. Jüd.-aram. şadaya übersetzt im Targum
geııden Adlers über seiner Brut. Das Syrisclıe hat bei Rl;IP nur abgeleitete Bedeutungen. Jerusalmi I (Pseudo-Jonathan) in Dtn. 14,16 lıebr. tiııseınet (das ınan traditionell meist als
86 CTA 18 ıv 21.32; Ug V m 2 Vs. 8.
,,Eule" erklart); arab. şada ist nach einigen Autoritaten das Marırıclıen von büın (dies das
87 Wir fassen rüal;ı in Gen. 1,2 als ,,Wind" auf, der nach altorientalischer Anschauung mit gewöhrıliche Wort für ,,Eule"; Nomen unitatis buma).
Flügeln ausgestattet ist; so macht es auch keine Schwierigkeit, auf ihn das Verbum Rl;IP an­ 92 V gl. Ho 203, der an den Kormoraıı denkt. Auch die Gleichsetzung von akk. aııpatu mit
zuwenden. essebu und işşür kilıli hilft nicht weiter; sielıe LANDSBERGER 1966, 265.
88 'Nı I: CL 199; Ri 85. Caquot-Lemaire erwagen daneben noch das Verbum 'NI IV ,,sin­ 93 Siehe Ho 203 f.
gen", das auch bei Ho 202 gemeint sein wird. 94
Nsrt kaıırı nicht das ,,normale" Femininum zu nsr sein, da dies in der Sprache der ln­
89
Die antiken Versionen haben ,,StrauB", allerdings samtlich im Singular (LXX sclırift *ııfr/ı ( *nasra) lauteıı müBte; eher könnte maıı an *ııasrft o.a. denken. Das Problem
uı:goutHov, Syr. na"ama, Vulg strutio). besteht nicht für Hoftijzer, der in ıısrt eirıen st.cs.f.sg. sielıt.
152 Die ,, Bileam "-Iııschrift voıı Teli Der 'Alla [96] [96/97] Die ,,Bileam "-Iıısclırift voıı Teli Der 'Alla 153
folgende Wort ywn wird von Ho 204 an hebr. yawçn (mand. yauna) ,,Schlamm" an­ es siclı hier um den Koinzidenzfall, der im Akkadischen und Hebraisclıen mit
geschlossen, als ,,Sumpf" gedeutet und mit nsrt zu ,,the birds of prey from the narrativen Verbalformen ausgedrückt wird und im Deutschen prasentisch wiederzu­
swamp" verbunden; doch erklaren CL 199; Ri 86; Ga 185 ywn zu Recht als ,,Taube", geben ist. Die Lesung und Ergiinzung des letzten Wortes des Satzes maclıt Sclıwie­
vgl. jüd.-aram. yöna, syr. yawııa mit der Grundform *yawn- (dagegen hebr. yöna mit rigkeiten 100; nach den Plıotographien !esen wir das erste erhaltene Zeichen nicht als
Femininendung). Richtig sieht Ho 204 (vgl. CL 198; Ri 86; Ga 185), daB şpr[ in ({ı) (G. von der Kooij in HoFTIJZER-VAN DER Koorr 1976, 108), sonderrı als ein rechts
dieser Reihe nicht ohne weiteres die generelle Bedeutung ,,Vogel" haben kann; er leiclıt I beschadigtes (s); das zweite kann (b), (d) oder (r) sein (vgl. van der Kooij
übersetzt daher ,,Sperling" und verweist auf Ps. 84,4; Prov. 26,2, wo hebr. şippör im ebd.). Da naclı dem Kontext ein Objekt der Verbalform 'klw ,,sie (fr)essen" zu erwar­
1., darör im 2. Glied des Parallelismus membrorum steht; doch kann an diesen Stel­ ten ist (Ho 207), rekonstruieren wir [']sb 101 , vgl. hebr. 'çseb, bibl.-aram. 'asab/'isba,
len auch die oben S. 142 Anın. 41 zu den Satzen XVII/XVIII erwahnte Stilfigur All­ jüd.-aram. 'asab/'islsba, syr. und chr.-pal. 'esba, arab. 'usb (Nomen unitatis 'usba)
gemeinbegriff-Name vorliegen95. Immerhin findet sich das Nebeneinander der Be­ ,,Grün", das auf dem ,,Feld" wachst, den Tiereıı zur Nahruııg dient uııd deutlich auch
deutungen ,,(kleiner) Vogel" und ,,Sperling" bei arab. 'uşfür. Doch könnte man auch ,,Gras" einsclılieBt (vgl. Dtn 11,15; Ps. 106,20 102 ; Dan. 4,12.22.29.30; 5,21; Erub.
erwiigen, ob in der Lücke nach şpr nicht ein den generellen Ausdruck ,,Vogel" mo­ 54° ete.).
difizierendes (kurzes) Element gestanden hat; so gebildete Vogelnamen kommen im XXXI (Z. 10 [12]) �ıps[ ... ]. V gl. Ho. 208 f.; CL 200.
Akkadischen (işşür appari ,,Sumpfhuhn", işşür lJlırri ,,Höhlenente"96 etc.97), Syri­ XXXII (Z. 10 [12]) [ ... ]x styw �ınır wqb'n. Der mit x bezeichnete Buclıstabenrest
schen (şeppara ,,Vogel": şepparaggamla [oı;goutl-oxa�ı17Aoı:;], şeppar pıla ,,StrauB'', könnte (m) oder (n) sein, wobei letzterer als maskuline Pluralendung interpretiert
şeppar maday ,,Meise", şeppar mIJa ,,Star", şeppara daqala/şeppar qala ,,Nachti­ werden könnte. Ho 179 vgl. 207 f.; M 61 f. mit Anın. 35; D 126 fassen styw als
gall") und Arabischen ('uşfür ,,Vogel": 'uşfür al-ğanna ,,Schwalbe", 'uşfür ıııuğannin Iınp.m.pl. auf, Hoftijzer unter Berufung auf den angenommenen Parallelismus mit
,,Grasmücke") vor. 'klw Satz XXX, Mililer auf den mit sm'w Satz XXXIII. Wir glauben, daB hier noclı
XXIX (Z. 9 [11]) w[...]mt!ı. Mtlı ist mit ailen Kommentatoren wohl ,,Stab" (hebr. ein Stück. Situationsbesclıreibung vorliegt, und daB folglich styw als 3.pl.pf. G ,,sie
maffe ete.), vgl. �ıtr in dem möglicherweise parallelen Satz XXX. trinken" (Koinzidenzfall, siehe zu Satz XXX; Perfekt auch nach CL 200; Ri 86; Ga
XXX (ZZ. 9 f. [11 f.]) b'fr ı)ıln yybl �tr 'rııbn 'klw [']sb. Zur Abgrenzung des Satzes 185) aufzufassen ist. Das Subjekt dazu ist in dem zerstörten Textabschnitt vor styw
siehe CL 199 f.; Ri 86; Ga 185; Ro 66. Mit Caquot-Lemaire, Garbini und Rofe fas­ zu suchen (erhalten ist eventuell die Pluralendung ]n; s.o.). Getrunk.en wird �mr,
sen wir ı)ıhı yybl �!r als von der zusaınmengesetzten Subjunktion b'sr ,,wo" abhan-. wofür u.E. nur ,,Wein" in Frage kommt (vgl. ug. bmr, hebr. {ıçmer, aram. �ıamra,
gigen Satz auf, in dem �tr ,,Stab"98 das appositionelle Subjekt zu yybl ist. Letztere arab. baınr; so auclı CL und Ri a.a.O.); doclı sind auch die Vorschlage ,,Zom" (Ho
Form gehört, wie aile Kommentatoren zu Recht erklaren, zur Wurzel YBL (< *WBL). 179.207 vgl. Ha 277 unter Verweis auf reichsaram. l;IMR ,,zümen" Ahiqar 47; {ımr
Die Zuweisung der Form zum H/A-Stamm (Ho 205 f.) könnte auf die biblisch­ ,,Zom" ebd. 104) ıınd ,,Schlamm" (Ga 180.185; D 126; vgl. ug. �ımr CTA 5 I 18;
aramaischen Formen hçbçl (konsonantisch hybl) ,,er brachte" Es. 5,14; 6,5 und hebr. �i5mer III, doclı ist beides u.E. eher ,,Ton, Lehm" als ,,Schlamm" und demnach
lahçbala (konsonantisch llıybllı) ,,um zu bringen" Es. 7,15 gestützt werden, bei de­ sclıwer trinkbar 103) gemaclıt worden. wqb'n wird von den Kommentatoren zum fol­
nen als 1. Radikal stat! des beiın Kausativstamm zu erwartenden w das y des G- und genden gezogen104 urıd von Ho 179; M 61 mit Anın. 35; D 126 als Vokativ erklart
D-Stamınes erscheint99 ; naher liegt es jedoch, yybl als Form des D-Stammes zu er­ (Dahood sieht in w- eine Vok.ativpartike! 105), wahrend CL 200; Ri 86; Ga 185 das
klaren. Dieser kommt bei *wBL!YBL im Akkadischen (bubbulu; Dtn in EA Wort als Subjek.t von Satz XXXIII auffassen. Ho 210 f.; M 61 mit Anın. 39; D 126
161, 19.28.48.50) und Syrischen vor. Da wir auch Satz XXX als Beschreibııng der
durch das Handeln der angesprochenen Göttin verursachten Uınkehrung der norma­
100 Ho [x]Qd, ergiinzt zu [p]!ıd ,,Furcht"'; CL 199 f. [y ]!ıd ,,zusammen" oder [']!ıd ,,einer"
len Verhaltnisse interpretieren, ınııB die Imperfektforın yybl sich auf das Früher be­
ziehen; es kamı sich damı nur um den Durativ, Iterativ, Habitativ o.a. der Vergangen­ als ,,Artikel" des folgenden !ıps[ ... (Satz XXXI); Ga 179 [x]!ıd unter Ablelınung der Ergiin­
heit handeln: ,,wo der Stab Schafe zu leiten (d.h. zu weiden) pflegte". DaB 'klw nicht zung [']Qd wegen !ıd Kombination II 10.
1 01 H. WEIPPERT 1981b, 91 mit Anın. 37, !as hier urspri.inglich [']!ıw; doch hat sich das bei
Iınperativ (Ho 208), sonderrı Perfekt ist, haben CL 199; Ri 86, Ga 179; Ro 66 er­ wiederholter Inspektion der Plıotographien als paliiograplıisch problematisclı herausgestellt.
kannt, die - abgesehen von Garbini - die Form prasentisch übersetzen. Garbini Die neue Lesung [']sb iindert jedoch nichts an ihrer Interpretation der Passage.
dachte an das sog. ,,prophetische Perfekt" mit futurischer Bedeutung. Doctı handelt 1 01 Hebr. '(#seb als Nahrung der Tiere noch Gen. 1,30 (aile Tiere); Ex. 10,12.15 (Heu­

schreck.en; Plage); Dtn. 11, 15 (balı(#mii); Anı. 7,2 (Heuschreck.en; Gericht); Ps. 105,35 (Heu­
95
Unter Vorbehalt zieht Hoftijzer auclı Ps. 102,8 bei, wo der siclı von Gott verlassen schrecken; Plage). Mangel an '(#seb liiBt Tiere verschmachten: Jer. 12,4; 14,6.
fühlende Beter sich mit eiııem şippör böd(#d 'al-gag, eiııern ,,einsarnen şippör auf eiııem ıoı Auch an der von Dahood verglichenen ugaritischen Stelle CTA 5 ı 18 iiuBert der
Dach", vergleicht; doch kanıı şippör hier ohne weiteres allgemein ,,Vogel" bedeuten. Unterweltsgott Möt niclıt den Wunsch, Qmr zu ,,trinken", sondern vielmehr zu ,,verschlin­
9
6 Zur Bedeutuııg siehe LANDSBERGER 1966, 262-267; danaclı wohl Tadorna casarca geıı·' o.ii. (unsere Stichometrie weiclıt von der Dahoods ab); semantisch ist der Ausdruck bit
(Tadorna irak-arab. ğurğurra). etwas sclıwierig: inf. BLI D ,,vertilgen" o.ii., vgl. akk. be/{i D ,,auslöschen, vernichten", hebr.
97 Sielı AHw 390 s.v. işşürıı(m) 7.
BLI D auch ,,verbrauclıen"?
98 Vgl. akk.. ljııfaru, bu/artu ,,Stab", phön. und sam'alit. lıfr ,,Szepter", reichsaram. !ıtr ıo.ı Die Position von Rofe, der hier (Ro 67), wie meist, nur paraphrasiert, ist uns niclıt
,,Stab". syr. lıııfra ,,Rute, Stab"; hebr. Qöfer im Alten Testament nur ,,Zweig, Reis". deutlich.
99
Im Jüdisch-Ararniiisclıen jedoclı mit -w-; siehe DALMAN 1905/1960, 311-313 passim. ıos V gl. DAHOOD 1977, 218.
154 Die .,Bileam "-lnschrift von Teli Der 'Alla [97/98] [98/99] Die ,.Bileam"-lnschrift von Teli Der 'Alla 155

l eiten qb'n von der Wurzel QB' ab und verstehen das Wort als ,,aggrievers [die Kum­ Weisen verlaclıt", kann man j edoeh mit CL 200; Ga 185 vgl. Ri 86 auclı annehmen,
mer bereiten], Diebe, robbers"106, wii.lırend CL 200; Ri 86, Ga 180.185 ,,Hyii.nen" daB hier ein Stüek ,,kopfstehende" Wel t (,,en bild av den upp- oeh nedvii.nda vii.rl­
übersetzen und auf hebr. şiibüa', arab. ı:jab(u)' verweisen; in l etzterem Faile lii.ge das den", Ri a.a.O.) gesehildert wird. Dann wii.re 'ııyh die ,,Anne", die sich ein - eigent­
Wort hier in altaramii.iseher Orthographie mi t (q) für den Lateral frJ/ vor107• Das Pro­ lieh nieht erreiehbares - Luxusprodukt, eine Salbe aus Myrrhe, ber eitet. Rqlıt kann
blem der Wiedergabe von le)/ dureh (q) wird sieh im folgenden noeh öfter stellen. 3.f.sg.pf. G (Koinzidenzfall!) oder Part.f.sg. G von RQJ:I sein.
Wir denken j edoeh im Zusammenlıang mit dem T rinken von Wein an die B edeutung XXXVII (ZZ. 11 f. [13 f.]) wkhnh [ ...]. B eginn eines Sat zes, dessen Fortsetzung anı
,,Beelıer", vgl. phön. *qb', Pl.qb'ın Lapethos 3,4.7108 und die femininen Nomina ug. Anfang von Z. 12 [14] stand und v erloren ist. Khnlı wird allgemein als ,,Priesterin"
qb't, hebr. *qubba'at (Jes. 51,17.22). Das w-1 wii.re dann das sog. Wiiw explicati­ gedeutet113; wahrseheinlieh enthiel t der Sat z wie XXXVI eine Aussage über ein ,,un­
vuın 109, und man hii.tte zu übersetzen : ,,[ ...] trinken Wein, nii.mlieh (w-) B eeher", d.h. mögliehes" oder ,,ungehöriges" Verhalten im Rahmen der verkehrten Welt (Ri 86).
,,[ ...] trinken beeherweise Wein". XXXVIII (Z. 12 [14]) [ ...].
XXXIII (ZZ. 10 f. [12 f.]) sın'w mwsr gıy S[gr]. Zu sm'w (Imp.m.pl.) ınwsr vgl. Ho XXXIX (Z. 12 [14]). [ ... ] lııs' 'zr qrıı. Die Lesung dieses anigmatisehen Satzfrag-
209f.; M 61 f.; H. WEIPPERT 1981b, 89-94. Gry mit Ho 210 Partizip m.pl.es. von ments ist im ganzen gesiehert (siehe G. van der Kooij in HoFTJJZER-VAN DER KooıJ
GRI mit der B edeutung ,,Gegner im Reehtsstreit; Feinde"; CL 200 denken sieh aueh 1976, 116). Naeh Ho 180.216 f. (und impli zit wohl aueh M 62 A nın. 39) gehört qrıı
lıier noeh die Tierbilder fortgesetzt und sehlagen gry s['l] ,,Fuehsj unge, Füehslein" zum folgenden; die übrigen Kommentatoren ziehen es zu unserem Satz XXXIX.
v or (vgl. aueh Ri 86; Ga 185). Die Ergii.nzung S[gr] naeh Ho 210. Die B edeutung des Sat zes ist dunkel. Einigkeit besteht darüber, daB 'zr zur Wurzel
XXXIV (Z. 11 [13]) [... ]. In der mi tS[gr..] beginnenden groBen Lüeke setzen wir einen 'ZR ,,sieh gürten" gehört und entweder eine finite Verbalform (3.m.sg.pf. G/D,
ganz v erlorenen Satz an; analog bei den Sii.tzen XXXVIII.XLII.XLIV.XLVI.XLIX. Koinzi denzfall) oder ein Part.m.sg. G (vgl. zu beiden Mögli ehkeiten H. WEIPPERT
XXXV (Z. 11 [13]) [... ] llıkmn yq!Jk. Die Ableitung der Verbalform yq!Jk 110 von LQH 1981b, 89) oder ein Nomen (hebr. 'ifzor, syr. 'ızarii [Lehnwort aus dem Hebrii.isehen
,,n ehmen" (N 135; Gr 250), die rein ,,mathematiseh" gesehen nielıt unmögli elı isİ, oder Arabisehen ?], ar ab. izar ,,Gürtel"; so Ho 180.214 f.; Ha 228; Ri 86; Ga 185) ist.
zwingt zu der A nnahme, daB h ier j emand in der 2.m.sg. angesproelıen ist, was bislıer Ns' ist naeh Ho 180.214 f. Aquivale nt von h ebr. ııiisl, phön. ns' (JEAN-HOFTJJZER
zum ersten und e inzigen Mal in Satz IX vorkam, wo der Angeredete B il eam war, 1965, 187 :20), jüd.-aram. ııa.il 'ii/ııaslyii ,,Hii.uptling" u.ii.., 1 naeh CL 200 f.; Ha 228
und aueh im folgenden nicht vorkommt111• Diese A uffassung der Form ist dalıer (Alterııative); Ri 86; Ro 67 Partizip m.sg. G YON NS' ,,der t rii.gt", nach Ga 185 I nfi­
höehst unwahrseheinlieh. Man wird also mit Ho 211 f. in den sauren Apfel beiBen nitiv von NS' mit Pr ii.position l- ,,um aufzuheben", nach H. WEIPPERT 1981b,
89, ein
114
und das Verbum QJ:IK zu der Wurzel ZJ:IQ ,,laehen" (hebr. s/ŞJ:IQ ete.) stellen müssen, Norrıen ııs' mit der B edeutung ,,Angriff, Kampf" • Das Wort qrn wird von Ho
die wegen der Sehwii.ehe des stimmhaften Laterals /z/ und einzelspraehliehem Dis­ 180.216 f.; M 62 Anın. 39 als Pl. von *qr ,,Gegner" (etymologiseh *ı:jarr- in alt­
similationszwang im Semitisehen selır versehiedene Formen angenommen hat112• aramii.iseher Orthographie, vgl. akk. şerru ,,Feindsehaft, Feind", hebr. şar, bibl.- und
Die Sehreibung des Laterals (iz/ ode r /rJ/) durelı (q) entsprii.ehe altaramii.iseher Or­ jüd.-aram. 'iir ,,Feind, Hasser", f. akk. şerretu, hebr. şiirii, syr. 'arrafii, arab. ı:jarra
thographie. Zu QJ:IK + l- ,,laehen über" vgl. lıe br. ŞJ:IQ +/;:,- Gen. 21,6; SJ:IQ + la- oft. ,,Nebenfrau, Konkubine") erklii.rt, von CL 200 f.; Ha 228 (Alternative); Ri 86; Ga
Das Subjekt des Satzes stand in der Lüek e vor l�ıkınn; vielleieht ist ein Wort für 185; H. Weippert a.a.O. als ,,Horn" (akk . qarııu, hebr. qereıı ete.). Was von alledem
,,Narr, Tor" zu ergii.nzen (vgl. CL 200). riehtig is t, ist angesichts des unk laren Zu sammenlıangs nieht zu entseheide
n; g ele­
115
XXXVI (Z. 11 [13]) w'ııyh rqlıt ınr. Die Interpretation von 'ııyh als Priester titel, wört­ gen tli ch kann aueh noeh auf andere B edeutungen der Wörter geraten werden . Wir
lieh ,,Antworteri n", d.h. eine A rt Orak elpriesteri n, rıaeh A nalogie von akk. iipil(t)uın nehmen jedoeh an, daB es aueh in Sa t z XXXIX n oeh um die ,, verkehrte W el t"
(Mari ) (Ho 180.212; Ro 67; vgl. Ha 228; Ri 86) ist uns nielıt wahrseheinlieh. Im gehtı ı6_
AnsehluB an die Aussage von Satze XXXV, daB j emand, dem das nieht zustelıt , ,,die XL.XLI (ZZ. 12 f. [14 f.]) !Jsb lısb w!Jsb IJ[sb]. E s liegt nahe, arrı Ende von Satz XLI
(B eginn von Z. 13 [15]) naeh Analogie von Satz XL IJ[sb] zu ergii.nzen, so daB zwei
106 gleiehlautende Syntagmata e ntstehen, die dureh die Konjunkti on w- m iteinander
So noch H. WEIPPERT 1981b, 89.
ıo7 V gl. dazu DEGEN 1969, 36 f. § 13; M. WEIPPERT 1973b, 46 (f.) mit Arım. 43. Wir
umschreiben das in Frage kommende Phonem in diesem Aufsatz mit /9/; auelı işi ware ge­
113 CL 200 erwagen daneben auch eine Analyse als w=k=lııılı ,,et comme elles".
eignet. Sielıe aueh unten zu Satz XXXV.
114 V gl. hebr. NS' II H ,,angreifen, anfailen" (falls nicht von der Wurzel su') und eventuell
108 H0NEYMAN 1938, 286 u. Taf. VI ; MAGNANINI 1973, 126 f. Aus dem Vergleielı zwi­
schen Z. 4 qb'm s lksp ınsprm 6 ... ,,Beeher von Silber, sechs an Zalıl" mit ZZ. 7 f. qb' ksp JEAN-H0FTIJZER 1965, 187: 16. Unsicher.
115 F
nısprm [ ... ] ,,Silberbecher", [x] an Zahl" ergibt sich, daB qb' in Z. 7 st.cs.pl. sein muB (so ür ııs' erwagen CL 201 noch ,,Frauen" Uüd.-aram. sg. ıı:ısii, pi. ıı:ı'fin, n:ısayya, ıı:ısç,
bereits H0NEYMAN 1938, 296.297; MAGNANINI 1973, 127; anders JEAN-HOFTIJZER 1965, syr. ııesse, ııesföı, vgl. hebr. nasfm, arab. nisüııa), für qrıı Ha 228 auch Ableitung von QR'
249:56: st.cs.sg.). Auf hebr. *qubba'at verweist auelı Ro 67 Anın. 32. oder QRI. N 135 bezweifelt die Erklarung von qrıı als ,,Gegner", ohne j edoch eine Alternati­
ıo9 V gl. JEAN-HOFTIJZER 1965, 69:27-30; R. MEYER 1972, § 112,3a; BAKER 1980; ve zu bieten.
ERLANDSS0N 1976/77; BR0NGERS 1978, 276 f. 116
Dies ist die Voraussetzung des Übersetzungsvorschlags von H. WEIPPERT 1981b, 89:
ı ıo Ro 62.67 liest yq�ııı ( *yiqq:ı(ıüıı). ,,[... und ein Krieger] gürtet sich zum Kampf (siehe Anın. 114) mit einem Horn". Zu ver­
111
Zu eventuellen Ausnahmen in den Satzen XL und XLI siehe <lort! gleiclıbaren absurden Aussagen, die normale Handlungsweisen gleiclısam auf den Kopf
112 Sielıe R.C. STEINER 1977, 111-120; VoıGT 1979, 109 f. stellen, im Alteıı Testament siehe dies. ebd., 89 f. Anın. 34.
156 Die ,,Bileam "-Inschrift von Teli Der 'Alla [99/100] [100/101] Die ,,Bileam "-Inschrift von Teli Der 'Alla 157
verbunden sind 117 • Ho 180 übersetzt viermal ,,consider" (lmp.m.pl.), stellt 216 je­ mit wkl nach der Lücke etwas Neues einsetzt. Das Wort zızw fassen wir als 3.pl.pf. G
doch auch die ,,wörtliche" Übersetzung ,,to consider a consideration" zur Wahl (?). von ı:ı:zı ,,sehen" (Narrativ, wohl Koinzidenzfall). Für den Rest des ,,Satzes" kamı
Die Zweifel an der Auffassung von (w)hsb als Imp.m.pl. (CL 201; Ha 228; N 135118) angesichts des fragmentarischen Zustands des Texts und der Unsicherheit über die
bestehen unter morphologischem Gesichtspunkt zu Recht; sie lassen sich jedoch Bedeutung der Wörter nicht festgestellt werdeıı, wie die W örter syntaktisch zusam­
durch den Vorschlag von M 62 Anm. 36 ausraumen, das jeweils anı Satzanfang ste­ menhangen und wo der mit wkl beginnende Satz endigt. Über Bedeutung und Ety­
hende (w)bsb als imperativisch gebrauchten Inf.abs., das jeweils zweite zısb als mologie voıı qqn karın nur spekuliert werden, da jedes der beiden (q) die Phoneme
paronomastisches Objekt dazu aufzufassen und, anschlieBend an den pluralischen /q/ und IQ/ wiedergegeben und -n, falls es nicht ein Radikal, sondern ein Morphem
lmperativ in Satz XXXIII, ,,bedenkt ein Bedenken!" zu übersetzen119 ; vgl. hebr. !:fSB ist, entweder Pluralendung oder Wortbildungssuffix sein kann12 3• Yon der Deutung
G!D + nıabascıbalnıabsebetlmazıasaböt 2 Sam. 14,4; Jer. 11,19; 18, 11.18; 49,30; Ez. von qqıı hangt daıın ab, ob man sgr oder sgr w'str in den mit wkl beginnenden Satz
38, 10; Dan. 11,24 (D).25; vgl. Jer. 29, 11; 49,20; Est. 8,3; 9,25 (meist in negativer integrieren kann124 oder mit sgr einen neuen Satz beginııen lassen muJ31 25•
Bedeutung). Zur Nominalform fsb kann arab. zıasb ,,Rechnen; Denken, Meinung" Das Fehlen eines eindeutig erklarbaren Kontextes beeintrachtigt auch die Interpre­
verglichen werden. tation der W örter sgr w'str, die nach Ho 273 f. zwei Gottesnamen, nach CL 201 ein­
XLII (Z. 13 [15]) [ ... ]. fache Appellative sind. Übereinstimmuııg besteht darüber, daB in dem aufföllig an­
XLIII (Z. 13 [15]) wsnı'w zırsn nın rzıq[ .. .(?)]. Da hinter rzıq kein Worttrenner zu sehen klingeııden hebraischen Ausdruck fagar-'alcıpeka w,;'ast,;röt şöııeka ,,der Wurf dei­
ist, der in dieser Inschrift in der Regel auch anı Zeilenende gesetzt wird, ist es mög­ ner Rinder und der Zuwachs deines Kleinviehs" (?) Dtn. 7, 13; 28,4.18.51 die Wörter
lich, daB das Wort nicht komplett ist 120 ; vgl. andererseits hebr. ınıjriızıöq ,,von ferne". *siıgiır uııd *'astiıröt appellativ gebraucht sind126. Umstritten ist jedoch, ob es sich
Nicht ersichtlich ist auch, ob der Satz mit ınn rhq[ .. . (?)] abgeschlosseıı war oder in bei diesen Termini um appellativ verwendete ursprüngliche Gottesnamen127 oder
der Lücke in der 1. Halfte von Z. 14 [16] noch cine Fortsetzung hatte. wsnı'w ist um ,,mythische Personifizierung(en) der mit dem gleichlautenden Appe!lativ be­
wahrscheiıılich Pf.cs. ,,sie (werden) hören" 121• Im Zusammeııhaııg mit dem Verbum zeichneten gegen/standlichen GröBe(n)"128 handelt. Diese Frage kann gegenwartig
SM' ,,höreıı" kanıı zırsn nur zu hebr. (lıfı'ıjs (< *zıirris- < *harris-) ,,taub" gehören. Iıı der nicht entschiederı werdeıı; wir akzeptieren jedoch vorlaufig Müllers Argument, daB
nachexilischen Heilsprophetie des Alten Testaments erwartet maıı, daB nach dem für die appellativische Verwendung von *Sagar und *'Astiıröt die attributive Naher-
bevorstehenden totalen Umbruch der bestehenden Verhaltnisse die Tauben ((ııjr,;­
sfın) Schriftworte (dibrıj sıjper) / ,,hören" (sM') können (Jes. 29,18) 1 2 2; vgl. auch 35,5 123 Nach Ho 218 f. ist qqıı pi. von *qq oder *qqh, einem Nomen von der Wurzel ı;ıuQ mit

und bei Deuterojesaja die ironische Anrede an die ,,Tauben" (d.h. ,,lsrael") mit der der Bedeutung ,,trouble, oppression" (alınlich Ri 86; vgl. Ha 228 f.; nach CL 201; Ga 185
Aufforderung, zu hören, in 42,8. Verbaladjektiv pi. von derselben Wurzel). Die Zulassigkeit dieser Erklarung kann rnan nur
XLIV (Z. 14 [16]) [... ]. bestreiten, wenn man generell die Möglichkeit ablehnt, daB der Lateral IQ/ (einsclılieBliclı
/z/) in unserer Iıısclırift durch das Graphem (q) wiedergegeben werden karın (vgl. Gr 250 f.).
XLV (ZZ. 14 f. [16 f.]) wkl zızw qqıı sgr w'str ![ .. .]. Die Zusammenfassung der ange­
Gibt man diese Mögliclıkeit jedoclı zu, könnte man auclı an eine nominale Ableitung von TJVQ
führten Wörter in eiııeın ,,Satz" ist rein hypothetisch. Wahrscheinlich ist uns, daB mit dem Wortbildungssuffix -iiıı- denken, also etwa an eine Form *ıjü!Tliiqiili5ıı, die in
altaramaisclıer Ortlıograplıie (qqn) zu schreiben ware. Hierzu könnte hebr. şqwız Jes. 26,16
117 Ga 181.185 zieht Satz XL zu Satz XXXIX und schlieBt �ısb an hebr. i)ljfrb an, das er vergliclıen werden, das die Masoreten zwar, wie es sclıeint, als Verbalform şiiqüıı = ? aufge­
als ,,eine Art Schlinge am Ephod" erklart; !ı.fö hsb dann etwa ,,la fascia del fascio" (,,die faBt lıaben, das aber vorı den antiken Versionen als Nomen interpretiert wurde: LXX {rıı,hjnç
Binde des Bündels" o.a.) oder ,,la fascia della fasciatura" (,,die Binde des Verbands" o.a.). ,,Bedrückung", Syr !ıabüsayii ,,EinsclılieBung", Vulg tribıılatio ,,Drangsal". Vielleicht karın
Das w!ısb von Satz XLI übersetzt Garbini mit ,,e comprendera", also wolıl als pf.cs., und man den Vers so !esen und verstehen: YHWH başşar paqiidükii *şVqi5ıı (*şiıqi5ıı oder *şTqi5ıı;
nimmt an, daB lıier naclı Analogie von Satz XLIII etwa ,,die Dummen werden imstande sein vgl. GESENIUs-BuHL 1917, 678b s.v. şuQ II) *la!ıaş (statt la!ıas) ınüsiirakii liiıni5 ,,Jalıwe, in
zu verstelıen" ausgedrückt werden soll. der Not suclıen sie dich auf/haben sie diclı aufgesuclıt; Bedrangnis, Bedrückung sind ilınen
118 Die Imperative ,,betaıık, betank oclı betaıık" bei Ri 86 lassen niclıt erkennen, ob sg. Züchtigung von dir" (die Varianten l!ısw und ınwsrvk in lQJes" bedeuten u.E. keine Verbesse­
oder pi. gemeint isi. rung; f!ı:sw ist wolıl ein Versuch, im zweiten Halbvers ein Verbum zu finden). Davon ausge­
119 H. WEIPPERT 1981b, 89 f.: Plural, weil an die Adressaten der vorlıergelıenden Un­ hend könnte Satz XLV so übersetzt werden: ,,Urıd aile habeıı gesehen/selıen die Bedrückung/
lıeilsankündigung gericlıtet; vgl. Satz XXXIII. M 61 f. mit Anm. 36 kommt zu pluralisclıer die Bedrückung durclı Sagar/die Bedrückung durch Sagar und 'Astar" (die Alterııativen erge­
Auffassung, weil er qm (Satz XXXIX) als Vokativ pi. ,,o Gegner" erklart. ben siclı durclı den unklaren syntaktisclıen Status des Perfekts !ızıv und der Wörter sgr w'str).
120 Doclı felılt ein Worttrenner ansclıeinend auclı lıinter ... ]'tanı Ende von Z. 2 [4+2]. 124 So CL 201; Ga 185.
121 So CL 201; Ri 86; Ga 185; naclı Ho 180.220 jedoclı narratives Perfekt (sog. ,,Per 125 So Ho 180; Ri 86.

fectum copulativum"). 126 Sgr kommt im Hebraisclıen daneben allein in Ex. 13, 12 (st.cs. seger) und in Sir. 40, 19
122 Wıt.DBERGER 1982, 1140, nimmt die ,,Tauben" lıier und an den übrigen genannten vor. Die Übersetzungen ,,Wurf" und ,,Zuwaclıs" sind konventionell; vgl. dazu M 64 f. mit
Stellen in übertragener Bedeutung und interpretiert 28,19 so, ,,daB die Tauben zum Hören Anm. 50.52.53. Die antiken Versionen übersetzen beide Wörter in der Regel mit ,,Herde(n)"
der Worte der Sclırift befülıigt werden ... , wenn die Ereignisse selber spreclıen und dem ge­ *siigiir/seger: LXX Ta �oux6ı,La, Syr baqre, Vulg armeııta, einmal greges armeıztoruın,
offenbarten Wort reclıt geben". Doclı legt der Kontext von 28,19 und 35,5 u.E. eher die Auf­ Targ0 baqrfn; *'a§tcıri5t: LXX ı:a :rı:o[µvm, Syr g;ıziıre, Vulg greges, einmal caıılae ,,Hür­
fassung nalıe, daB hier niclıt ,,geistliclı", sonderıı körperlich Taube wieder lıörend werden den", Targ0 'adrTıı.
sollen. Zum Hintergrund des ,,Hörens" von Sclıriftworten in der antiken Sitte, !aut zu !esen, 127 DELCOR 1974; vgl. Ga 181; Gr 252.
siehe TACKE 1911; KöHLER 1912. 128 M 64 f. (das Zitat S. 65).
158 Die ,,Bileam"-lnschrift von Teli Der 'Alla [101] [101/102] Die ,,Bileam"-lnschrift von Tel1 Der 'Alla 159
bestimmung durch Ausdrücke wie 'aliipım und şön notwendig ist129, so daB wir mit karın auch für 'str in Satz XLV die Deutung auf eine Göttirı ııicht ohne weiteres ab­
Vorbehalt der Auffassung Hoftijzers beitreten, daB es sich bei Sgr w'str um als sol­ gewiesen werden. 1
ehe gebrauchte Gottesnamen handelt. Nach Hoftijzer ist Sgr eiııe weibliche Gott­ XLVI (Z. 15 [17]) [ ...].
heit, die er aufgrund dieser Stelle, zugegebenermaBen hypothetisch, auch in den XLVII (Z. 15 [17]) [ ...(?)] nmr IJnyş hqrqt. Ob dieser ,,Satz" mit nmr beginııt und mit
Satzen X V (Sg[ ...]), XX (S[ ...] und XXXIII (S[ ...]) erwahnt findet als diejenige, IJqrqt endet, kaıın nicht festgestellt werden. Nach dem Infrarotplıoto der Stelle ist
von deren bevorsteherıdem Urıheilsharıdelrı der Seher Bileam in Keııııtııis gesetzt die Lesung jedoch sicher134• Die Bedeutung der Wörter nmr ,,Leopard, Panther"
wird. Auf das weibliche Geschlecht von Sgr schlieBt Hoftijzer aufgruııd der femiııi­ (akk. nimru 135, lıebr. ııiimifr, reichsaram. [A]:ı.iqar] ııınr', bibl.-aram. n;ımar, jüd.­
ııen Verbal- uııd Prorıomiııalsuffixformerı in den Satze ıı XXI-XXIV uııd auch auf­ aram. nimrö., syr. nemrii, asa. nmr, arab. naınirlnimr, atlı. namr), IJnyş (wolıl
grund des paralleleıı Vorkommeııs voıı *siigiir uııd *'astiiröt in dem obeıı aııgeführ­ *IJııııayş) ,,Ferkel" (syr. IJannüşii, IJ;mayşii, arab. hiıınawş, hirnawş), hqrqt (finite
teıı biblischeıı Ausdruck 130• Letzteres Argument ist ,'.1llerdings wenig durchschlagerıd, Form des Pf. H136 von QRQ ,,fliehen", wohl 3.f.sg.137) hat Ho 219 f. festgestellt. Da
da Hoftijzer arıdererseits das Nebeııeinander von Sgr und 'str in Satz XLV benutzt, nnır wahrscheinlich maskulin ist (die weibliche Form wird anscheineıı d bezeichnet,
um das ma!lnliche Geschlecht von 'str zu postulieren. So haııgt die Genusbestim­ vgl. altaram. nmrh 138, syr. nemr;ı1ii, arab. namira), unterliegt die voıı CL 202; Ri 86
mung von Sgr im weseııtlichen von der Zulassigkeit der Erganzungen in den Satzeıı vertreteııe Übersetzung ,,der Panther/Leopard schlagt/schlug das Ferkel in die
X V, XX uııd XXXIII ab, die nach Lage der Dinge ııicht bewieseıı werdeıı kaıın 131• Flucht" gewissen Bedenken; dasselbe gilt wohl, wenn man IJnyş als Subjekt der
'str ware nach Hoftijzer der Gott 'Astar, der nach Ausweis der I nschrift des Mesa Verbalform auffaBt. Doch ist auch Hoftijzers Meiııung, daB hier die ,,central
von Moab aus l)ıban (KAi 181, 17) bei den Moabitern eine bedeuteııde Rolle ge­ goddess", d.lı. Sgr, lıandle (Ho 219), unbeweisbar.
spielt hatte und von ihnen mit ihrem Nationalgott Kamos iderıtifiziert worden ware. XLVIII (ZZ. 15 f. [17 f.]) bn[ .. . ]. Satzanfang bei bıı[...1 39 nicht gesichert.
Doch köııııte 'str u.E. ebensogut eine Göttin sein. Die Gottheit 'str-Kms der Mesastele XLIX (Z. 16 [18]) [ ...].
halten wir för die ,,'Astar des Kamos", d.h. für seine Gemahlin und/oder Paredros in L (ZZ. 16 f. [18 f.])[ ...]msn 'zrn w'yn [...]. Statt 'zrn ist auch die Lesurıg 'yrn niclıt
einem seiner Heiligtümer, vielleicht dem von Kerioth (Z. 13). Diese Auffassung ausgeschlossen. 'yn wird von Ho 180.220 als ,,Auge" erklart; doch sind auch die
wird dadurch nahegelegt, daB auc� bei den östlichen Nachbarn der Moabiter, der Auffassungen ,,Quelle" und ,,Ruinen, Trümmer" (vgl. hebr. 'iyyım) möglich.
altnordarabischen K onföderation Sumu'il (lsmael) und ihrem führenden Stamm
Kedar sowie deren Nachfolgern eine 'Attar weibliclıen Gesclılechts eine promiııente
Rolle spielte: Als 'Attar-samain (aram.) bzw. 'Attar-sama (ana. 'trs 1 ın) ,,'A!tar des 2.4. Übersetzung 140
Himmels" stand sie an der Spitze des Pantheions der Oase Duma, des Zentrums der l [Drns 1ST DIE IN]SCHRIFT ÜBER [BILEA]M, [DEN SOHN BEO]RS, DEN
Konföderation und der Kedrener132. Da darüber lıinaus der Name der Göttin 'Jtr(t)
GÖTTERSEHER.
ohııe Femininendung -t noch in akk. Istar uııd aram. 'tr'tlı (Atargatis) belegt ist 133,
9,16; 'trnılky KRAELING 1953, Nr. 1,13; 8,10; palmyr. STARK 1971, 108. Vgl. GARBINI 1960;
129 M 64 Arım. 48. M. WEIPPERT 1973/74, 44 f. Anın. 24; LIPINSKI ]975, 58-62.
130 Die übrigen Belege für die Gottheit Sgr aus Ugarit (in einer Opferliste Ug V m 9 Rs. 13 In HoFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, Taf. 3, weniger deutlich; vgl. N 135.
4
135 V gl. LANDSBERGER-KRUMBIEGEL 1934, 77.
9 sgr wlJnı s ,,Sgr-und-'/Jm: ein Schaf'; vgl. sgr ıııu[d... ] CTA 5 m 15.16, ohne Kontext,
13 Bei dieser Erklarung muB in Kauf genommen werden, daB der Vokaltrager Aleph der
6
eventuell appellativisch) und Karthago (in dem Personennamen 'bdsgr, der in CISI 3993,4;
4514,5 f. dieselbe Person bezeichnet; daneben CIS I 2669,4, wo Dbdsgr zu *'bdsgr zu t-Stamme ( vgl. 'tylJdw Satz X VIII) anders als im Hebraischen, Aramaischen und Arabischen
emendieren ist; 2988,4) geben für die Genusbestimmung keine Anhaltspunkte. V gl. noch (VIII. und X . Stamm) vom konsonantischen Element des Praformativs des Kausativstamms
ASTOUR 1966, 281 f.; DE MooR 1969, 178 (zu {Jııı); 1970b, 312; M 64 f. mit Anın. 59. abweicht. Diese Koppelung besteht jedoch auch im Akkadischen und Ugaritischen nicht.
137
131 Caquot-Leınaire erganzen nur in Satz XX einen weiblichen Gottesnaınen und zwar Theoretisch möglich ist auch 2.m./f.sg. oder l .c.sg.pf. H. Dagegen Ga 181 f., der eine
S[ms] (CL 196-198), da sie sgr w'str in Satz XLV als Appellative auffassen. Zum 'femiııinen Verbalform mit Fragepartikel h- oder ein feminines Nomen von der Wurzel QRQ im st.cs.sg./
Genus der Sonnengottheit im nordwestseınitischen Bereich siehe M. WEJPPERT 1969a, pi. mit Praformativ h- wie die vomjüdisch- aramaischen Infinitiv des H/A-Stammes abgelei­
204 f. mit Anın. 57 f. [siehe oben S. 119f. mit Anın. 55f.]. In den Satzen X V und XXXIII teten Nomina der Form *haq(iilii/'aq(iilii im Mittelhebraischen und Jüdisch-Aramaischen
erganzen Caquot-Lemaire Appellativa; vgl. oben S. 142 mit Anın. 39 (zu Satz X V ); S. 154 zur Diskussion stellt. Zum alt- und reichsaramaisch belegten Verbum QRQ vgl. Ho 219 mit
(zu Satz XXXIII). Anın. 99; die Bedeuıung ,,fliehen" steht fest unabhangig von der Frage, ob das Verbum QRQ
132 Siehe M. WEIPPERT 1973/74, 44 f. Anın. 24; KNAUF 1985a, 96-103. etymologisclı für ı;>RQ steht (vgl.jüd.-aram., chr.-pal. und syr. 'RQ ,,fliehen") oder nicht (an­
133 Vgl. noch das theophore Element 'tr0 keilschriftlich At(t)ar0 in aramaischen Perso­
, , ders N 135; Gr 250 f.).
nennamen wie 'trsınk KAI 222 (Sefire I) A 1.3.14, ass. 1A-tar-sum-ki BM 131124,5 (MILLARD­ 138 KAI 223 (Sefire II) A 9 (nmrh); vgl. 222 (Sefire I) A 31 (ıını[r]h); die Stellen sind, wie
TADMOR 1973, 58 u. Taf. XXIX); in assyrischen Steleninschriften aus Pazarcık (im Museum die Photographien bei DuPONT-SüMMER 1958, Taf. XXII und VI, ausweisen, schwer be­
von Maraş) Vs. 1 !, und im Museum von Antakya ZZ. 5.*7.9*14 (Name eines Königs von schiidigt; doch dürften die Lesungen sicher sein.
139 Ga 171 f.182 liest anı Ende von Z. 15 [ 17] bk und verbindet das mit rn anı Anfang von
Arpad); Tell lfaliif 114 Rs. 11 (WEIDNER-UNGNAD-FRIEDRICH 1940, 64 u. Taf. 27; Name
eines ıımnıdnu); dAt-tar-nıı-ri-' BE IX, 51b; vielleicht auch in Ad-d[a-i]r-ııu-ri-is HALLOCK Kombination II 3 zu bkrn ,,Kameljunge".
14
1969, 491: PF 1799,4 f. (vgl. MAYRHOFER u.a. 1973, 122 § 8.14a; ZADOK 1977b, 58); ag.­ ° Kapitalchen deuten die im Original durch rote Farbe hervorgehobenen Partien an,
aram. 'tr(rın)ry BRESCIANI-KAMIL 1966, 412: Brief 7, 1.5; 'trswry CowLEY 1923, Nr. 8,27; Kursivsatz Unsicheres.
160 Die ,,Bileam"-Iııschrift von Tel1 Der 'Alla [102/103] [103] Die ,,Bileam "-lııschrift voıı Tell Der 'Alla 161

II.III. Zu dem karnen die Götter in der Nacht XLVI [...]


IV [und sprachen zu ih]m gemaB dem Ausspruch Els. 1 XLVII ([ ...])deriden Leopard(en) verjagt das Ferkel,
V Und sie sprachen zu [Bilea]m, dem Sohn Beors, so: XLVIII ...[ ...]
VI EIN JEDER WIRD GEMACHT WERDEN OHNE ... ZU ... [ ... ]. XLIX [ ...]
VII Da starıd Bileam anı Morgen auf L [ ...] ...[...]
VIII [ ...] ...[...] ...[...] ...[ ...] ...,
IX indem er bitterlich weinte,
X Da kam zu ihm Eliqa [und ...,]
XI [und sie spracheıı zu Bileaın, dem Sohıı Beors:]
XII W[ar]um weinst du?
XIII Er sprach zu ihnen:
XIV Setzt euch !
XV leh werde euch verkünden, was Sag[ar tun wird,]
XVI und kommt,
XVII seht das Tun der Göt[te]r!
XVIII [Die Gött]er versarrırrıelten sich,
XIX irıdem die Sadday-Gottheiten zur Versammlung zusammentraten
XX und zu Sa[gar] sprachen:
XXI Du magst die Riegel des Himmels zerbrechen,
XXII in deiner Wolke mag Finsternis sein und nicht Lichtglanz, Dunkel
und nicht dein ...,
XXIII du magst Schrecken bereiten [mit der] dunklen [Wol]ke -
XXIV aber grolle nicht ewig!
XXV Denn die Turınschwalbe verhöhnt den Adler,
XXVI die Geierjungen den StrauB ([ ...]).
XXVII [ ...] ... Not und Bedrangnis.
XXVIII Die Brut der 'nph, dielder Schwalbe, dielder nsrt, die/der Taube,
der/des Sperliııg(s) [ ...] ...
XXIX und [...] Stab.
XXX Wo der Stecken Schafe weidete, fressen (nun) Hasen das [G]ras.
XXXI ...[...]
XXXII [Die ...]en trinken becherweise Wein.
XXXIII Hört die Mahnung, ihr Gegner der Sa[gar] !
XXXIV [ ...]
XXXV [Eiıı Tor] verlacht die Weisen,
XXXVI und eine arrrıe Frau bereitet Myrrhensalbe,
XXXVII und eine Priesterin [ ...]
XXXVIII [...]
XXXIX [...] ...
XL.XLI Bedenkt ein Bedenken! Ja, bedenkt ein Be[denken!]
XLII [...]
XLIII Die Tauben hören von ferne ([ ...]).
XLIV [ ...]
XLV und alle sehen die Bedrückuııg (durch) Sagar und 'Astar ... [ ...]
9. Der ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla
und das Alte Testament
(1989/1991)

1. Einleitung

Der etwas allgemeine Titel dieser Abhandlung verlangt nach einer kurzen
Erklarung darüber, was im folgenden besprochen werden soll.
Bevor ich nach Hinweisen darauf zu suchen begann, welche Spuren die ln­
schriften von Tell Der 'Alla in den Diskussionen der alttestamentlichen Wis­
senschaft hinterlassen haben, war ich überzeugt, daB alles, was zu diesem Ge­
genstand gesagt werden konnte, bereits gesagt war, nachdem zwölfeinhalb
Jahre seit der Veröffentlichung des monumentalen Buches von Jacob Hoftijzer
und Gerrit van der Kooij, Aramaic Texts from Deir 'Alla, verstrichen waren. in
erster Linie dachte ich an all die Artikel und Rezensionen, die um 1980 herum
erschienen I und eine Anzahl von ,,Parallelen" zwischen den ,,Kombinationen"
I und II und der alttestamentlichen Bileam-Perikope in Num. 22-24 heraus­
stellten. Mir scheint, daB hier, var ailem im Blick auf ,,Kombination" I, die
Möglichkeiten isolierten Vergleichs weithin erschöpft sind. Bei naherem Hin­
sehen ist jedoch zu erkennen, daB Fragen allgerneinerer Art - literarische, sti­
listische, religionsgeschichtliche Probleme - noch nicht angemessen behandelt
worden sind. Das heiBt nicht, daB es nicht einige einschlagige Arbeiten gibt:
Hoftijzers Kommentar zu den Inschriften in der Erstveröffentlichung der Texte,
Aufsatze von Mathias Dekor, Hans-Peter Mililer und Helga Weippert2. Mein
allgemeiner Eindruck ist jedoch, daB die Inschriften von Teli Der 'Alla von der
alttestamentlichen Wissenschaft bisher sehr stiefmütterlich behandelt worden
sind, wenn man sie nicht überhaupt ignoriert hat. Selbst in der umfassenden
Arbeit von Hedwige Rouillard über die biblische Bileam-Perikope spielen sie
nur anı Rande eine Rolle3. 1 Angesichts der Schwierigkeiten der Interpretation
der Texte könnte die Zurückhaltung der Wissenschaft allerdings auch als weise
angesehen werden.

1
Bibliograplıie: AUFRECHT 1986; Erganzungen: LEMAIRE 1991, 55-57.
2 HOFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, 173-182; H.-P. MÜLLER 1978 und 1982; H. WEJPPERT
198 lb.
3 RoUJLLARD 1985, 25-28 uııd passiın (niclıt im Index).
164 ,,Der ,,Bileaın"-Text voız Teli Der 'Alla [152/153] [153/154] ,,Der ,,Bileaın"-Text von Teli Der 'Alla 165
Unter diesen Umstanden verzichte ich darauf, alle die ,,Parallelen" zwischen sicher genug, ihn in der Rekonstruktion zu berücksichtigen. Sicher unzutref­
beiden Textgruppen errıeut aufzuführen, die sich in früheren Publikationen fin­ fend ist jedoch die Vermutung Gordon Hamiltons9 , daB die Fragmente Ve und
den, und auch die T hesen der oben erwahnten Autor(inn)en zu referieren. Viel­ XVa an das Ende von Zeile 1 gehören, da Ve Zeichenspuren oberhalb derer
mehr möchte ich mich auf die Bedeutung von ,,Der 'Alla" für die Erforschung aufweist, die für ,,Zeile l" in Anspruch genommen werden 10. Diese Restitutio­
einiger literarischer und sprachlicher Aspekte des Alten Testaments und der nen 11 und eine erneute Untersuchung der syntaktischen Mikrostrukturen des
Religion Palastinas (oder ,,Israels") in der ersten Halfte des 1. Jalırtausends Textes haben zu einer gewissen Vermehrung der erkennbaren Satze geführt. Da
v. Chr. konzentrieren. Es soll also um Fragen allgemeinerer Natur ohne allzu das folgende aber den Aufsatz von 1982 voraussetzt, erschien es nicht wi.in­
viel Rücksicht auf die Einzelheiten gehen. schenswert, die damals eingeführte Satznumerierung zu andern; wo nötig, ist
Eine weitere Einschrankung erscheint mir notwendig: leh beziehe mich bei sie deshalb durch die Indices a, b, c an römischen Ziffern an die neuen Erkennt­
meinen Erwagungen ausschlieBlich auf ,,Kombination" I, das ,,Buch von Bile­ nisse angepaBt worden.
am, dem Sohn Beors". Der Hauptgrund dafür ist, daB ich ,,Kombination" il
nicht genügend verstehe. M.E. ware es sinnlos, über die Bedeutung eines unge­
nügend verstandenen Textes für die Interpretation einer anderen Textgruppe zu Traıısliteration 12
spekulieren. Diese Vorentscheidung wird dadurch erleichtert, daB Andre ı .ı
'[zNH sPR [. sJL 'M [. BRs'JR. 's . .1;1zH. 'LHN ı.ı
Lemaire kürzlich gezeigt hat4, daB ,,Kombination" II von ,,Kombination" I zu II ıi' [.]
trennen ist und ein selbstandiges literarisches Werk darstellt, das mit Bileam III wy'tw . 'lwh . 'lhn . blylıi [.] 1
nichts zu tun hat. IV [wy'mrw . l]ıi 2kms' . '! .
V wy 'mrw . i[bl']m . br b'r . kh .
2. Zur Rekonstruktion und sprachlichen Einordnung des,, Bileam "-Textes VI 's .
YP'L-Ğ ! ' . '.1;1R'H. L-[---------J'T
VII 3
wyqm . 6i'm . mn . mf:ır [.]
Unter Fachleuten mu/3 nicht besonders betont werden, da/3 bei Lesung und V III [-]---[---]l . ymn . -[----------]-iı .
Verstandnis des ,,Bileam"-Textes noch kein Konsens erzielt werden konnte; VIIIa wl yk[l . 'ki .]
die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das verursacht einige Schwierigkeiten, V IIIb [wyş]m [.]
ist jedoch nicht zu anderrı -- und halt die Diskussion in Gang. Es bedeutet aber IX wbk4h . ybkh .
auch, da/3 vorerst aile, die sich mit dieser Inschrift beschaftigen, ihren Untersu­ X wy'İ . 'riıh . 'lwıi .
chungen und Ergebnissen ihre eigene Lesung des epigraphischen Materials XI wy['mrw .] ibi'm . bi· b'r .
und ihre eigene Interpretation dessen, was sie !esen zu können glauben, zu­ XII im . tşm [.]
grundelegen müssen. Wesentlich ist dabei jedoch, da/3 diese Grundlage auch XIIa [wl]m . tbkh .
publik gemacht wird. Deshalb prasentiere ich hier meine letzte Fassung des XIII wy'5mr . Ilım .
Originaltextes mit einer deutschen Wiedergabe, beides Revilsionen der 1982 XIV s6w .
veröffentlichten Transliteration und Übersetzung5 • Der Umschrifttext zeigt, XV 'l:ıwkm . mıi . scl[yn . ---- .]
daB ich die Einfügung der Fragmente IIIh.e.d in den Anfang von Zeile 1 und XVI wikw .
des Fragments V h in Zeile 4 an der Stelle, an der Fragment Ic abbricht, akzep­ XVII r'w . p'it . 'İliiı
tiere, die Andre Lemaire6 vorgeschlagen hat. Ebenso übernehme ich die Auf­ XVIII ıi[h]iı . ıty�dw
füllung der Zeilen 3-5 durch die Fragmente VIlld+XIIc durch Jo Ann XIX 6
wnşbw . sdyn . mw'd .
Hackett7 . Eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat auch Lemaires Vorschlag, Frag­ XX wjmrw . ls[ms .]
ment V lla an den Beginn von Zeile 11 zu setzen8; doch erschien es mir nicht
4
LEMAIRE 1986. 9
Bei HACKETT 1984a, 33.
5 WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 83.102 f. [s.o. S. 137.159-161]. ıo Siehe bereits LEMAIRE 1985b, 279 Anm. 45; PuECH 1985, 360; 1987, 17 Anrn. 12.
6 IIIh.e.d.: LEMAIRE 1985a, 279; 1985b, 316 f. In 1985b wurde auch noch IIIa an dieser 11 Weitere Eiııfügungsvorschliige bei PuECH 1985, 359 f.; 1987, 15.17.
Stelle eingefügt, in 1985a aber zu Recht wieder beiseitegelassen (der erste Buchstabe ist (\), 12 Rot geschriebene Passagen sind durch Kapitalchen angedeutet. AuBerhalb eckiger
nicht (b)). Vh: 1985a, 279; 1985b, 317 (in beiden Fiillen ist ,,Vh" statt ,,IIh" zu !esen). Klammern bedeutet ein Strich (-) ein Zeichen, von dem Spuren erkennbar sind, aber nicht
7
HACKETT 1984a, 21; 1984b, 59. Der ZusarnmenschluB der Fragmente bereits bei identifiziert werden können. In eckigen Klamrnern entspricht die Anzahl solclıer Striche der
CAQUOT-LEMAIRE 1977, 193. der fehlenden Zeichen, die auf der Grundlage der mittleren Zeilenliinge berechnet ist. Eine
8 LEMAIRE 1985a, 279; 1985b, 317. Gruppe von drei Punkten ( ... ) bezeichnet eine unbekannte Zahl von fehlenden Zeichen.
166 ,.Der ,.Bileam"-Text von Teli Der 'Alla [154/155] [155/156] ,.Der ,.Bileam"-Texı von Teli Der 'Alla 167
XXI tpq'y . slay . smyn . 11.III Zu dem karnen die Götter in der Nacht.
XXII b'bky . sın J:ısk: w,l . n7gh . IV [Da sprachen sie zu] ihm gema.B dem Ausspruch 14 Els.
XXIIa 'tın . w;i [.] smrky . V Da sprachen sie zu [Bilea]m, dem Sohn Beors, so:
XXIII thby . J:ıt . [b']b . J:ısk . VI ...[ ... ]
15
1
XXIV w,l tligy . 'd . 'lm . VII Da stand Bileam anı Morgen auf.
XXV ky . ss 'gr . J:ı8rpt . İısr . VIII [...]... [...]...
XXVI wq[n] . r6[m]İı . y'nh . Villa Und er konn[te] nicht [essen] 16•
XXVII 6[sd . ---- .] bny . İışş . VIIIb [Da fa]stete [er],
XXVIII wşdh . ;prJ:ıy . 'npli . IX indem er bitterlich weinte:
XXVIIIa drr . nsrt . 9ywİı . X Da karnen seine Leute zu ihm.
XXVIIlb wşpr [. ----]yİı . XI Da [sagten] si[e] zu Bileam, dem Sohn Beors:
XXIX w[--------]- mtli . XII , Warum 1 7 fastest du,
XXX b,sr . rJ:ılİı . yybl . J:ıtr . 'rİıbn . ,k.İw 10[']sb . Xlla [und wa]rum weinst du?'
XXXI J:ıps [-----------------(-)J XIII Da sprach er zu ihnen:
XXXII [---(-)]n . styw . J:ımr . XIV , Setzt euch !
XXXIII wqb'n . sm'w . mwsr [.]
XXXIV gry . s il [ ...] ich nicht übersetzen kann; dasselbe Symbol dient innerhalb eckiger Klammern zur Notie­
XXXIVa [ ...] rung völlig zerstörter Textteile, die nicht erganzt werden können. - Für das folgende sollte
XXXV [ ...] i6kmn . yq6k . stets der Kommentar in WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 83-102 [s.o. S. 137-159], verglichen wer­
den (so weit noch zutreffend). Die Übersetzung der Vogelnamen ist konventionell; für die
XXXVI w'nyh . rqJ:ıi . mr [.] 1 dabei bestehenden Probleme siehejetzt H.-P. MüLLER 1991.
XXXVII wkhnli 12[. .. ] 14
Hebr. massa (ms') ist m.E. die Verkürzung eines ursprünglichen *massa qöl, eines
XXXVIII [...] namen actionis zu dem Verbalausdruck NS' + qöl ,,sich auBern". Die Übersetzungen ,,Ora­
XXXIX [ ... ]ini? . 'zr . qrn . kel" (HACKETT 1984a, 29.33; 1986, 220; PUECH 1985, 356; 1987, 27; WESSELIUS 1987,
XL hsb . hsb . 593 f.) oder ,,Vision" (LEYiNE 1981, 196) sollten vermieden werden.
15 Satz VI ist noch immer ein Tummelplatz gelehrter Kreativitat, da sein Wortlaut noch
XLI �l_ısb .· 6 1 3 [sb .] nicht gesichert ist. Siehe die Liste früherer Vorschlage in WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 85 [s.o.
XLII [...] S. 139 f.], und ferner: McCARTER 1980, 51 (yp'l [. ...]'. 'f:ır'h . 's. lr['t] . zy sm]'t ,,Jet some­
XLIII wsriı'w . J:ırsiı [.] riıİı . i-6q one make a [ ...] hereafter, so that [what] you have he[ard may be se]en"); DELCOR 1981, 53
XLIV 14[... ] (,,... fera de son avenir un feu pour ..."); LEYiNE 1981, 196 (kh yp'l [ ...]' . 'f:ır'h . 's .
/r['h ... sm]'t ,,this will they [ ...] do in the future. No man has s[een whaı you have he]ard");
XLV wkl . J:ızw . qqn . sgr . w'str . WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 83.103 [s.o. S. 137.160] (yp'l bl'. 'f:ır'h. 's. lr[... ]'t ,,einjeder
XLVI l 15 [...] wird gemacht werden ohne ... zu ... [ ...]"); KoENIG 1983 (yp'l. bl'. 'f:ır'h. 's. lr[byn. hsm]'t
XLVIa [...] ,,elle va se produire la suppression de la colere, que tu avais an[noncee 1ı des gens
XLVII [...] iiımr . nom]breux"); HACKETT 1984a, 25 = 1986, 220 (kh. yp'/ [ . ... ]'. 'f:ır'h. 's. lr[... ]'t ,,thus will
XLVIII J:ınyş . hqrqt . bn 16[y . ---(-) .] he do/make hereafter (?), which [ ... ]..."); LEMAIRE 1985a, 279 f. (yp' lhb'. 'f:ır'h. 's. lhtysrh.
yp't ,,la derniere tlamme est apparue, un feu pour le chatiment est apparu"); 1985b, 318 yp'
XLIX [... ] nhr' . 'f:ır'h . 's . lhtysrh . yp't ,,la derniere lumiere esi apparue, un feu pour le chatiment est
L [ ...]-sn . ,tıdn . w'yn apparu"); PuECH 1985, 360 (yp'l bl' 'f:ır'h 's lr't mh sm't ,,il sera fait sans posterite/avenir
(Rest abgebrochen) 1'homme sur le point de voir ce que tu as entendu"); 1987 (S. 17: (kh) yp'l bl'. 'f:ır'h. 's. lr[']t
[.] mh [.] sm't; S. 18: ,,,il va se trouver sans avenir/posterite l'homme qui (devra) voir ce que
tu as entendu' ou mieux ,1'homme realisera la destruction de sa posterite, tu n' asjamais vu
Übersetzung 13 ce que tu as entendu"'; S. 27: ,,ainsi l'homme fera la destruction de sa posterite, tu n'as
jamais vu ce que tu as entendu"); WESSELIUS 1987, 593 (yp' lbl' . 's. lr[... ]'t ,,he saw a
1 [Drns 1ST] DAS BucH YON [Bı]LEAM, [DEM SOHN BEO]RS, DEM shining without a brazier, a fire ...[...]"), usw. Im Augenblick erscheint es unmöglich, eine
GÖTTERSEHER. zufriedenstellende und wohlbegründete Interpretation dieser Stelle zu geben.
16 wl yk[l . 'ki] (für mehr Zeichen ist kein Raum) = *wa-/a yaki[l 'akal/'akal]. ykl = 3.
Person maskulin Singular Perfekt G von IKL; 'kl dto. (analog zum Aramaischen der Elephan­
13 Rot geschriebene Passagen sind durch Kapitalchen angedeutet (bei Satz VI nicht mög­
tine-Papyri) oder Infinitiv G (so gelegentlich im Biblischen Hebraisch) von 'KL.
lich). AuBerhalb eckiger Klammern vertritt eine Gruppe von drei Punkten ( ...) Stücke, die 1 7 Siehe KAUFMAN 1980, 73.
168 ,,Der ,,Bileam "-Text voıı Teli Der 'Alla [156/157] [157-159] ,,Der ,,Bileaın"-Text voıı Teli Der 'Alla 169

XV leh werde/will euch sagen, was die Sadd[ayüı 18 ••• en]. XXVlllb und der Sperling die [ ...]. 1
XVI Und auf! XXIX Und [ ...] ... Stab.
XVII Seht, was die Götter zu tun im Begriffe stehen! XXX Wo der Stecken Schafe zu weiden pflegte, fressen (nun) Hasen
XVIII Die Gö[tt]er versammelten sich, [das G]ras.
XIX indem die Saddayın zur Versammlung zusammentraten. XXXI .[ ...]
XX Da sprachen sie zu Sa[ms]: 1 XXXII . . [ ...] trinken Wein.
Die
XXI Du magst die Riegel des Himmels zerbrechen 19, XXXIII Und die Hyanen hören auf Unterweisung.
XXII in deinem Gewölk dort mag Finsternis sein und nicht Lichtglanz, XXXIV Die Jungen des/der ...[ ...]23.
XXIla Dunkel (?) und nicht dein Strahlen (?)2°, XXXIVa [...],
XXIII du magst Schrecken bereiten [mit dem] dunklen [Gew]ölk - XXXV wahrend [der ...24] die Weisen verlacht.
XXIV aber zürne21 nicht ewig! XXXVI Und die arme Frau bereitet Myrrhensalbe.
XXV Denn die Turmschwalbe verhöhnt den Adler, XXXVII Und die Priesterin [ ...].
XXVI die Geierjungen den Strau/3. XXXVIII [ ...]
XXVII Der St[orch ...t] (die Jungen) des Falken, XXXIX [ ...] ...
XXVIII und die Eule die Küken des Reihers. XL
XXVIIIa Die Schwalbe ...t22 die Taube, XLI Und ...
XLII [...],
18 Wenn diese Erganzung richtig ist, findet siclı in den Satzen XV-XVII die Folge sdyıı:
XLIII wahrend die Tauben von ferrıe hören.
'lhıı (Name: genereller Begriff), in den Satzen XVIII+XIX umgekehrt 'llın: sdyıı (genereller XLIV [ ...]
Begriff: Name). Die Kombination beider Folgen ergibt einen Clıiasmus. Für das Alternieren
eines generellen Begriffs mit einem Namen siehe WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 88 Anın. 41 XLV Und alle sehen die Bedrückung (durch) Sagar-und-'Astar25 .
[s.o. S. 142 Anın. 41]. V gl. im Alten Testament z.B. Hos. 4,12 (?ş: maqq?l); Mi. 2,4. XLVI ...[ . . . ]
19 Das erste Wort von Satz XXI lasen CAQUOT-LEMAIRE 1977, 196 f., als tpry und inter­
XLVI a [ ...]
pretierten es als feminen Imperativ Singular von TPR "(zu)nahen". Dieser Vorschlag wurde XLVII [ ...] den Leoparden.
von fası ailen spateren Kommentatoren übernommen. WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 92 [s.o.
S. 147f.], schlugen jedoclı vor, tpry als 2. Person feminin Singular (Kurz-)Imperfekt (= Jus­
XLVIII Das Ferkel verjagt die (Jung[en]) des [...].
siv) voıı PRR H ,,zerbrechen" aufzufassen. Gegen diese Hypothese kann eingewaııdt werden XLIX [...]
(J.C. ÜREENFIELD mündlich), daB im Biblischen Hebraisch PRR H nur mit Abstrakta vor­ L [...], Untergang und Trümrrıer26 •
kommt, vor ailem mit bôrft ,,Vertrag, Bund". Das Problem laBt sich lösen, wenn man die
Verbalform tpq'y liest. Diese Lesuııg ist nach G. van der Kooij in HoFTIJZER-VAN DER Kooıı Da unser Schweigen über das Problem der Sprache des ,,Bileam"-Textes in
1976, 111, möglich. Sie wird auch von HACKETT 1984a, 42 f. mit Anın. 29, aufgrund eines dem Artikel von 1982 auf Kritik gestol3en ist27 - es I sollte im zweiten Teil des
Vorschlags von P.K. McCarter empfohlen, obwohl beide schlieB!ich für die Lesung *tpry Aufsatzes behandelt werden28 , der aber nicht erschienen ist -, soll die Frage
optieren. Die Form tpqy ist 2. Person feminin Singular (Kurz-)Imperfekt G von PQQ ,,zer­ hier angesprochen werden. leh bin jedoch imrrıer noch davon überzeugt, da/3
schlagen, in Stücke brechen". Das Verbum ist im G-Stamm als p" im Jüdischeıı Aramaisch
und im Syrischen, als FJ?J? (faı;lı;la) im Arabischen bezeugt. Im Jüdisclıen Aramaisch begeg­
net es auch im R- (pa'pa'), im Syrischen im D- und im A-Stamm in ahnlicher Bedeutung. Wurzel ist höchstwahrscheinlich (nsr), d.h. /ns 1 ı/ (hebr. *(nsr), /ns2 r/ (hebr. *(nsr)) oder /ntr/.
Sein lıebraisches Aquivalent ist rşş, das im Alten Testament nur im L- (poş?ş) und im R­ McCARTER und HACKETT leiten beide ıısrt von NIR ,,(hin)fallen" (mhebr. NSR, Biblisch- und
Stamm vorkommt (das P" R der Mischna ist offensichtlich ein Aramaismus). Die Wurzel ist Jüdisch-Aramaisch NTR; vgl. arab. NIR ,,zerstreuen") ab; doch erscheint mir ihr Versuch, die
dalıer /pı;lı;I/ (mit Lateral /ı;I/), die in altaramaischer Orthographie als (pqq) (d.h. (pq2q2) nach semantische Entwicklung dieses Verbs zu beschreiben, etwas gezwungen.
STEINERS Schreibkonventionen: R.C. STEINER 1977, 38) erscheinen muB. 23 Hier erganzt LEMAIRE 1985a, 279 f.; 1985b, 317, mit Hilfe des Fragments V IIa das
20 Die Bedeutung von *'/m und sınr ist geraten aufgrund des parallelen Satzes XXII; sie­ Wort s'I ,,Fuchs"; siehe oben S. 164 und bereits CAQUOT-LEMAIRE 1977, 200; McCARTER
he WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 93 [s.o. S. 148] mit Anın. 77. 1980, 51.56; HACKETT 1984a, 25.51; 1986, 220.
21
Gewöhnlich wird die Verbalform tlıgy als 2. Person feminin Singular (Kurz-)lmper­ 24 Die Person, die die Weisen verlacht, kann nicht der Narr sein (so CAQUOT-LEMAIRE
fekt (= Jussiv) G von HGI ,,einen Laut von sich geben" erklart. WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 93 1977, 200: WEIPPERT-WEIPPERT I 982, 98 [s.o. S. 154]; denn das ware sein normales Verhal­
[s.o. S. 149], nahmen dafür die Bedeutungsentwicklung ,,knurren, grollen" > ,,zürnen" an; ten (vgl. Prov. 1,7B; 23,9). Siehe dazu SMELIK 1984, 86 = 1987, 82.
doch ware das vielleicht ein Germanismus, der sich bei einern altorientalischen Text von 25 Alternativübersetzung: ,,Und aile sehen die Einschrankung von Fortpflanzung und
selbst verbietet. Die Form kann jedoch auch von HGG abgeleitet werden. Zur Semantik vgl. Fruchtbarkeit"; siehe LEMAIRE 1985a, 281.
akk. agagu ,,zornig seiıı, zürnen". dessen Wurzel unter Vergleich von arab. HĞĞ ,,brennen" 26 Siehe LEMAIRE ebd.
als /hgg/ bestimrnt werden könnte (LEYiNE 1981, 198 Anın. 12; G.I. DAVIES mündlich). 27 LEMAIRE J 987, 320 f.
22
Nsrt wurde von McCARTER 1980; 55; HACKETT 1984a, 49, als Verbalform erklart. Die 28 Vgl. das ,,noch nicht" bei WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 83 Anın. 26 [s.o. S. 138 Arım. 26).
170 ,,Der .,Bileam "-Text von Teli Der 'Alla [159/160] [160/161] ,,Der ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla 171

man die Grammatik und Semantik eines offenkundig nordwestsemitischen ist37 • Bei naherer Betrachtung der Syntax des ,,Bileam"-Textes ergibt sich, daf3
Textes wie diesen analysieren kann, ohne ihn gleich in vorgefaBte Kategorien sie völlig mit der der Prosa des Moabitischen, des klassischen Hebraisch (so­
wie ,,Aramaisch" oder ,,Kanaanaisch" einordnen zu müssen. Um aber die Kat­ wohl des epigraphisch wie des im Alten Testarnent bezeugten) und des Edomi­
ze aus dem Sack zu lassen - ich bin sicher, daf3 Hoftijzer, van der Kooij und tischen übereinstimmt. Sie unterscheidet sich hingegen von der des ,,normalen"
andere, z.B. Lemaire, grundsatzlich auf dem richtigen Wege sind, wenn sie die Altaramaischen und noch viel mehr von der der jüngeren aramaischen Sprachen
Sprache des ,,Bileam"-Textes (und wahrscheinlich auch der anderen Wand­ und Dialekte, aber auch der des Phönizischen und des nachklassischen Hebra­
inschriften) Aramaisch nennen29 • Dies aber nur grundsatzlich. Alle mir be­ isch. Den Wortschatz des ,,Bileam"-Textes hat man als ,,gernischt" bezeichnet38 •
kannten Versuche, die Sprache der Wandinschriften von Teli Der 'Alla zu be­ Damit war gemeint, daf3 die Sprache nebeneinander Lexeme enthalt, die je­
stimmen, gehen von einem statischen Konzept von Sprache aus, in dem der weils nur für einen der etablierten Zweige des Nordwestsemitischen des 1. Jahr­
universalen Erscheinung von Sprachwandel und -entwicklung kaum Rech­ tausends v. Chr. spezifisch sind, also entweder für das Aramaische oder das
nung getragen wird30 . Die einzigen Ausnahmen, denen ich begegnet bin, sind Kanaanaische39•
eine kurze Bemerkung von Hans-Peter Müller, der über die Möglichkeit re­ Auf den ersten Blick ist das verwirrend. leh glaube aber, daf3 es weniger
flektiert, daf3 die Sprache der Wandinschriften ,,ein Aramaisch" sein könnte, verwirrend sein wird, ja sogar erklart werden kann, wenn wir die sprachlichen
,,das seinen Gegensatz zum Kanaanaischen noch nicht voll ausgebildet hat"31, Phanornene der ,,Bileam"-lnschrift zu der allgemeinen Geschichte der nord­
und der Versuch Ernst Axel Knaufs, den proto-aramaischen Charakter des westsemitischen Sprachen wahrend des 1. Jahrtausends v. Chr. in Beziehung
,,Bileam"-Textes nachzuweisen32 • Leider sind diese Positionen in der laufen­ setzen, und zwar unter dem Gesichtspunkt von Kontinuitat und Wandel.
den Diskussion völlig übersehen worden. Beide Zweige der Familie, das Aramaische wie das Kanaanaische, wurzeln
Von den vier linguistischen Kategorien, die in diesem Zusammenhang zu in nahe verwandten nordwestsemitischen Idiomen der Spatbronzezeit, deren
berücksichtigen sind - Orthographie (falschlich oft ,,Phonologie/Lautlehre" phonetischer und syntaktischer Charakter zu einem guten Teil aus den altkana­
genannt), Morphologie, Syntax und Lexikon -, sprechen zwei für Aramaisch: anaischen lnschriften der Sinai-Region und Palastinas, aus den kanaanaischen
Trotz einiger Minderheitsvoten für das Gegenteil33 ist es evident, daf3 die Or­ Glossen der Amarna-Briefe und aus dem Ugaritischen erschlossen werden
thographie des ,,Bileam"-Textes mit der der altaramaischen Inschriften aus kann.
Nord- und Mittelsyrien34 (einzige Ausnahme: die aramaisch-assyrische Bilingue im 1. J ahrtausend ist die aramaische Sprachgruppe, aufs Ganze gesehen, die
von Teli Feberıye35) übereinstimmt. Auch die Morphologie steht viel naher I dynamischere und innovativere der beiden. Schon frühzeitig zeigte sich hier
beim Altararnaischen als bei den kanaanaischen Sprachen des 1. Jahrtausends eine Tendenz zur Vereinfachung, vor allem bei der Syntax. Der Grund dafür ist
v. Chr. (und den jüngeren aramaischen ldiomen). Anders steht es bei Syntax I
m.E., daB das Aramaische immer in engem Kontakt mit politischen und öko­
und Lexikon. Was die Syntax angeht, so ist es die rnorphosyntaktische Erschei­ nomischen Zentren stand. Die altaramaische literarische Sprache, wie wir sie
nung des sog. ,,lmperfectum consecutivum", das die Wissenschaft bei der aus den lnschriften kennen, wurde in den grof3en regionalen Metropolen Syri­
ldentifikation der Sprache des ,,Bileam"-Textes zögern lief336, obwohl es im ens wie Arpad, Sam'al, Hamath und wohl auch Damaskus ausgebildet. Ange­
Altaramaischen zumindest in der lnschrift der Stele Zakkürs von Hamath be­ sichts seiner weiten Verbreitung und seiner Einfachheit wurde das Aramaische
gegnet, die mit den Wandinschriften von Teli Der 'Alla ungefahr gleichzeitig zur linguafranca des gesamten Nahen Ostens spatestens im 8. Jahrhundert und
entwickelte sich schlief3lich unter den Achameniden zu einer universellen
Sprache.
29 Zusamnıenfassende Darstellung des status quaestionis bei LEMAIRE 1987, 318-321, Das Kanaanaische entfaltete sich, so weit wir wissen, zumindest teilweise in
wo die Vertreter der ,,aramaischen" Identifikation auf S. 318 f. genannt sind. anderer Richtung. Hier können wir zwischen der Entwicklung der Sprache in
30 Die Bedeutung des Diachronischen wurde in vielen Veröffentlichungen von R. Hetzron
den Zentren und der in der Peripherie unterscheiden. im Zentrum befanden
betont. Eine Anwendung dieses Prinzips auf das Arabische bei KNAUF 1988, 64-77.
sich ohne Zweifel die phönizischen Stadtstaaten, die die Ostküste des Mittel­
31
H.-P. MüLLER 1982, 215.
32 KNAUF 1985b, 189-191; 1988, 64 f. Anın. 313. meers saumten, und die die ökonomische Stellung, die sie bereits in der Spat­
33
NAVEH 1979, 135 f.; ÜREENFIELD 1980, 250 f. bronzezeit besaf3en, halten und sogar ausbauen konnten. Entsprechend verlief
34
J. Hoftijzer in HOFTIJZER-VAN DER KooıJ 1976, 283 f.; LEMAIRE 1987, 233 f.
35
Siehe ABOU ASSAF-BORDREUIL-MILLARD 1982, besonders S. 38-46. 37
Zakkür (KAi 202; DEGEN 1969, 5-7) A 11 (w's', y'nny). 15 (wy'mr); siehe DEGEN 1969,
36
FITZMAYER 1978, 94; McCARTER 1980, 50; LEYiNE 1981, 195; HACKETT 1984a, 114 f. mit Anın. 21. Für die Datierung der Inschrift um 796 v. Chr. sielıe M. WEIPPERT 1992,
118 f.; 1984b, 62; PUECH 1985, 362. Doch siehe anderseits J. Hoftijzer in HoFTIJZER-VAN 57.
DER KooIJ 1976, 296 Anın. 23; HAMMERSHAIMB 1977, 241; RINGGREN 1977, 85; LEMAIRE 38 McCARTER 1980, 51; vgl. KAUFMAN 1980, 73; PUECH 1987, 29.
1987, 327 f. 39
Siehe die Wortlisten bei HACKETT 1984a, 120-123; LEMAIRE 1987, 328-331.
172 ,,Der ,,Bileam "-Text voıı Teli Der 'Alla [161/162] [162/163] ,,Der ,,Bileam "-Text voıı Teli Der 'Alla 173

die Entwicklung der phönizischen Sprache dynamisch und zeigte früh eine westsemitischen waren [s] und [s] allerdings schon in der Spatbronzezeit Allo­
Tendenz der phonetischer und syntaktischer Vereinfachung ahnlich dem phone von /s/43; das lafü eine Auswertung des beobachteten Dialektunter­
Aramaischen. Anders war die Situation in der Peripherie. Hier sind die Spra­ schieds in der Aussprache dieses Phonems für unser Problem von Zentral- und
chen der Israeliten, Judaer, Ammoniter, Moabiter und Edomiter epigraphisch Randsprachen nicht zu. (Beilaufig: Das tödliche Spiel ware genau so möglich
belegt; hinzu kommt das Zeugnis der hebraischerı Bibel. Es handelt sich dabei gewesen, falls die Gileaditen Aramaisch, nicht Hebraisch gesprochen hatten.)
um konservative Spracherı mit archaischem Lautstand und eirıem altmodi­ Anzunehmen ist, da/3 der Diphthong /ai/ im Israelitischen monophthongisiert
schen syntaktischen System. Die Details können hier nicht vorgeführt werden; war (wie im Phönizischen und Moabitischen)44, wahrend der Diphthong /au/
eirı paar Hirıweise auf Offenkundiges mögerı genügen. Was den Lautstand be­ noch im spaten 7. Jahrhundert zu belegen ist (wie im Judaischen)45 . Das Bild
trifft, so kann auf die Erhaltung des lateralen /§/ im Moabitischerı aufmerksam des Israelitischen wird erst genauere Konturen bekommen, wenn einmal mehr
gemacht werden, die durch die assyrische Transkriptiorı Kaınasbalta des Inschriften zur Verfügung stehen werden.
Königsnamens *Kaınös<a§a (Zeit Assurbanipals; 7. J ahrhundert v. Chr.) belegt Wenn wir nun im Lichte dieser Beobachtungen einen zweiten Blick auf die I
wird 40• Dazu kommt die mögliche Beibehaltung des Interdentals iti im Ammo­ Sprache des ,,Bileam"-Textes von Teli Der 'Alla werfen, sollte sofort deutlich
nitischen, falls der B'lys' ( *Ba'lyaJa') einer vor kurzem gefundenen ammorıiiti­ werden, da/3 sie grammatikalische Züge aufweist, die als charakteristisch für
schen Siegelinschrift dieselbe Person ist wie der ammonitische König Baalis eine Randsprache interpretiert werden können. Da ist der archaische Lauts­
(Ba'lıs), der aus dem Jeremia-Buch (Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr.) be­ tand, den sie mit dem Altaramaischen (und wohl auch mit den kanaanaischen
karını ist41 • Die wirklicherı phonetischen Verhaltnisse all dieser Sprachen wer­ Idiomen des West- und Ostjordanlands) gemeinsam hat, und das altmodische
den durch die weitgehende Verwerıdurıg phönizischer Schreibkonventionen System der Syntax, das mit dem der kanaanaischen Sprachen der Peripherie
verschleiert. identisch ist. Wir könnten folglich diese Sprache als eine Art peripheres
Der entscheidende Punkt bei der Syntax ist das Vorkommen der sog. Altaramaisch bestimmen, das noch Züge aufweist, die aus dem ,,Standard"­
,,Korısekutivtempora" zumindest im Judaischen und Moabitischen. Diese spie­ Altaramaischen bereits verschwunden sind oder in der daran anschlieBenden
geln ınutatis ınutaııdis den Sprachgebrauch des 2. Jahrtausends wider und I Entwicklung des ,,Standard"-Aramaischen bald verschwinden sollten46• Aber
wurden sowohl im Phönizischen als auch im Aramaischen sehr früh aufgege­ vielleicht müssen wir noch einen Schritt weitergehen. Denn es gibt auclı noch
ben. Die Stellung des Israelitischen im Kreis der kanaanaischen Sprachen ist das Lexikon, das weder ausgesprochen aramaisch noch ausgesprochen kana­
nur schwer bestimmbar, weil von ihm nicht genügend Texte erhalten sind, die anaisch ist. Das karın m.E. nur bedeuten, da/3 der Wortschatz der Inschrift eine
uns über seinen Lautstand, seine Morphologie und Syntax und seinen Wort­ Phase in der Geschichte des Nordwestsemitischen des 1. Jahrtausends reflek­
schatz AufschluB geben könnten. Für die Phonologie kann eventuell auf die tiert, in der seine beiden Unterfamilien - oder zumindest der aramaische Zweig
,,Sibboleth"-Episode von Ri. 12,6 hingewiesen werden, auch wenn deren lin­ - ihre spezifischen Lexika noch nicht ausgebildet hatten47•
guistische Implikationen heftig umstritten sind. Da das hebraische Wort
sibbolet höchstwahrscheinlich ,,Ahre" bedeutet, ist der springende Punkt der
Befragung der flüchtenden Ephraimiten durch die Gileaditen ein Unterschied -!] KNAUF 1988, 73 f. mit Anrrı. 340.

in der phonetischen Realisation des konsonantischen Phonems /s/ (masore­ -ı4 Die Ostraka von Samaria (erste Halfte des 8. Jahrhunderts v. Chr.) haben yıı = *yen
tisch-hebraisch [s], das die Ephraimiten anscheinend als [s], die Gileaditen und ,,Wein" (JEAN-H0FTIJZER 1965, 109:19 f.) im Gegensatz zu jud. yyıı = *yaiıı (AHAR0NI­
NAVEH 1981, Nr. 1,9; 2,2.5; 3,2; 4,3; 10,2; 11,3; biblisch yyn [masoretisch yayiıı, st.cs. y?ııl).
die judaischen Tradenten der Geschichte aber als [s] aussprachen42 • im Nord- 45 Siehe die assyrische Transkription des israelitischen Königsnamens *Haıısi' (maso­

retisch Hös?a') als 1A-ıi-si-' 3R 10:2/M. WEIPPERT 1971b, 490 Text 38 Z. 17' (732 V. Chr.). -
4
o KNAUF-MA'ANI 1987, 93. Was die Aussprache des Diphthongs /au/ angeht, ist die Lage im Judaischen nicht eindeııtig;
41 HERR 1985. Für die Problematik der Identifikation siehe KNAUF-MA'ANI 1987, 91 siehe einerseits Hws'yhw NAVEH 1960, Taf. 17 Z. 7 = *Haus/Ji'ya/ıü (Personenname), ander­
Anın. 3; M. WEIPPERT 1987, 101 Anın. 51. seits yııı AHAR0NI-NAVEH 1981, Nr. 1,4; 24,19; 40,11 = *yöııı ,,Tag".
42 Das Lexem ist im Alt- und Mittelhebraischen belegt. Seine Entsprechungen in anderen -ı6 V gl. KAUFMAN 1980, 73.
semitischen Sprachen zeigen, daB der anlautende Sibilant von sibbölet Is/ ist: akk. fobu/iltıı, 47 Theoretisch könnten die Lexeme und Wurzeln, die der Spraclıe des ,,Bileam"-Textes
j.-aram. :falubalta, syr. sebbala und sebbalta, mand. sııınbilta, arab. sabala und sunbııla, ath. von Tel! Der 'Alla und dem Kanaanaischen gemeinsam sind, als Entlehnungen aus benaclı­
(G;ı'z) sabi. Die Variante t;ıbalta im Jüdisch-Aramaischen beruht m.E. auf einer Hyper­ barten Sprachen wie dem Ammonitischen oder Israelitischen erklart werden. Siehe dazu
korrektur und ist für die Feststellung der Etymologie von sibbölet daher irrelevant. Im Alt­ KAUFMAN 1980, 73; H.-P. MüLLER 1982, 215 f. Solche Lehnwortbezielıııngen waren bei
und Mittelhebraischen existiert auch ein Homonym zu sibbölet ,.Ahre" mit der Bedeııtung Sprachkontakt normal. Doch nur solche Isoglossen sind relevant, die in Teli Der 'Alla und
,,Strom, Strömung", dessen Sibilant aber nicht unabhangig bestimmt werden kann, da der im Kanaanaischen (und vielleicht in anderen semitisclıen Sprachen), aber ııic/ıt im Arama­
syrische Ausdruck sebbaltö dc1-ııalırö in Jes. 27,12 nur die hebraische Vorlage sibbölet haıı­ ischen erscheinen. Wenn wir diese Regel anwenden, bleiben nur zwei Faile übrig: das Ver­
ııa/ıör naclıahmt, die selbst das Produkt eines Schreibfehlers ist. bum R'I ,,sehen" (im Aramaisclıen gewöhnlich 1;1zı) und die Wurzel P'L (in *p'l/ı ,,Tun" und
174 .,Der .,Bileam "-Text von Teli Der 'Alla [163/164] [164/165] ,,Der .,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla 175

Nimmt man die Beobachtungen an der Orthographie/Phonologie, Morpho­ 3.1. Die Überschrift
logie, Syntax und dem Lexikon zusammen, so liegt der SchluB nahe, daB es Die ersten sieben les- oder erganzbaren Wörter der Inschrift sind in roter
sich bei dem Idiom des ,,Bileam"-Textes von Teli Der <Alla um eine periphere
Farbe geschrieben. Bevor nicht das Gegenteil hinreichend bewiesen werden
Sprache handelt, ,,die auf dem Weg ist, Aramaisch zu werden, ohne es schon kann, gehe ich davon aus, daB die roteAuszeichnung von Teilen unseres Textes
ganz geworden zu sein"48• Der archaische Charakter dieser Sprache49 mag auch eine bestimmte Bedeutung hat. Dies bedeutete auch, daB die Grenzen zwischen
der Grund für die Seltenheit, wenn nicht das Fehlen des postpositivenArtikels
rot und schwarz geschriebenen Passagen auch syntaktische Einheiten trenn­
sein, das in der Literatur ausführlich diskutiert worden ist. Da der Artikel in
ten52 . Deshalb bin ich auch mit Hoftijzer der Meinung, 1 daB das achte Wort h',
den nordwestsemitischen Sprachen aber nur allmahlich wahrend des frühen
das in schwarzer Farbe ausgeführt ist, nicht mit den ersten sieben Wörtern zu­
1. Jahrtausends v. Chr. eingeführt wurde, würde seinAuftreten oder sein Feh­ sammenzustellen ist. Der Inhalt der Phrase (Satz I) laBt darauf schlieBen, daB
len im ,,Bileam"-Text, so wie ich I seinen linguistischen Ort verstehe, weder
es sich um einen Titel oder eine Überschrift handelt, die den folgenden Text
ein ideologisches noch überhaupt ein Problem darstellen. identifiziert. Allerdings bleibt, wenn man am Anfang des Satzes nach den
Zeichenspuren das Wort spr rekonstruiert, davor immer noch Raum für zwei
oder drei Buchstaben. Im Jahr 1982 haben wir vorgeschlagen, an dieser Stelle
3. Erwiigungen zu Form und Bedeutung des ,,Bileam "-Textes das Wort zııh zu erganzen. Dies würde einen Nominalsatz ergeben: ,,[Dies ist]
das Buch von [Bi]leam, [dem Sohn Beo]rs, dem Götterseher"53. Doch ist auch
Der allgemeine Aufbau des ,,Bileam"-Textes - soweit erhalten - ist klar. Er die von Lernaire vorgeschlagene Alternative eines Einzugs anı Textanfang54
enthalt diskutabel.
a) eine Überschrift (rot geschrieben) in Satz I; Es ist nicht ohne weiteres zu erwarten, daB ein antiker Text wie der vorlie­
b) eine Erzahlung in der 3. Person (Fremdbericlıt; schwarz geschrieben, Satz VI in gende einen Titel in Gestalt einer Überschrift tragen müBte. In der alten Welt
Rot) in den Satzen II-XVII und waren Kolophone erheblich weiter verbreitet55. Sie finden sich auch im Alten
c) den Bericht über eine Vision und/oder Audition (schwarz geschrieben) in den Sat­ Testament, z.B. in Ps. 72,20 anı Ende einer Sammlung von David-Psalmen, die
zen X VIII ff. in den Psalter aufgenommen wurde: kiilü tapillöt Dawzd beıı-Yfsay ,,zu Ende
Leider ist über das Ende des Textes nichts bekannt, da er bereits von Zeile 10 sind die Gebete Davids, des Sohns des Isai". Haufiger sind imAlten Testament
an schwer beschadigt ist und nach Zeile 16 ganz abbricht50. Vielleicht endete er jedoch Buchüberschriften. Selbst wenn wir die so gestalteterı Titel ursprüng­
einst mit dem Bericht darüber, was Bileam im Rat der Götter gehört hatte (Ab­ lich selbstandiger Literaturwerke, die heute als Teile gröBerer Bücher erschei­
schnitt c), ohne noch einmal zu der Erzahlung über Bileam (Abschnitt b) zu­ nen (wie die der verschiedenen Sammlungen, die das Buch der Proverbien aus-
rückzukehren. Trafe dies zu, ware der ,,Bileam"-Text mit der Erzahlung von
52 McCARTER 1980, 52; KAUFMAN 1980, 73; implizit J. Hoftijzer in HOFTIJZER-VAN DER
Amos und Amazia (Am. 7,10-17) vergleichbar, der mit einer Unheilsan­
kündigung gegenAmazia endet. Die literarische Gattung des ,,Bileam"-Textes KooıJ 1976, 179.184.186; HAMMERSHAIMB 1977, 223; RINGGREN 1977, 85; ROFE 1979, 65
mit Anın. 19; H.-P. MüLLER 1982, 220; WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 83.85 [s.o. S. 137.139]
ware dann das Apophthegma, wie es Rudolf Bultmann beschrieben hat - eine mitAnın. 29; LEMAIRE 1985a, 280; 1985b, 318. - DieAbgrenzungen der in Rot geschrieberıen
Geschichte, die erzahlt wird, um Aussprüche einer wichtigen Persönlichkeit, Passagen werden ignoriert bei FITZMAYER 1978, 94 f.; NAVEH 1979, 134 f.; GREENFIELD
etwa eines Gottes, eines Propheten, eines Philosophen ete. einzuführen und an 1980, 250; DAHOOD 1981, 125; LEYiNE 1981, 196 f.; F.M. Cross bei HACKETT 1984a, 31
die Nachwelt weiterzugeben51 . Anın. l ; HACKETT 1984a, 30 f. Anın. l ; 1984b, 60 mit Arım. 19; 1986, 221; PUECH 1987, 27.
Es ist einzuraumen, daB in Z. 1 dann in 's J:ızh 'lhn h' ,,ein Götterseher ist/war er" ein schöner
Nominalsatz isoliert werden könnte; doch sprechen formkJitische Erwagungen gegen diese
vielleicht auch in dem Verbum P'L ,,tun", falls dieses in Satz V I tatsachlich vorkommt; im Segmentierung und Auffassung (s.u.). Ebenso kann nicht geleugnet werderı, daB die Beob­
Aramaischen gewöhnlich 'BD). Hier mögen in der Tat Entlehnungen aus der kanaanaischen achtung G. Hamiltons (bei HACKETT 1984a, 30 f. Anın. 1) richtig ist, daB ,,the rubric in 1,2
Literatursprache vorliegen (siehe LEMAIRE 1987, 320 f., wo auch andere Erklarungen disku­ begins at the same poirıt in the !ine where the rubric in I, 1 leaves off". Aber ich kann mich
tiert werden).Aber das genügt nicht, um die Sprache des ,,Bileam"-Textes von Teli Der 'Alla mit dem SchluB nicht einverstanden erklaren, daB ,,the red-ink sections in Combination I
,,kanaanaisch" zu nennen. Im Zusammenhang der hier vertretenen Hypothese ist die Annah­ need not be complete statements in themselves, but instead simply extend approximately
ırıe von Entlehnungen nicht notwendig. half-way-across the !ine in which they are written". Was ware denn der Grund für eine sol­
48 KNAUF 1985b, 191; 1988, 64 f.Anm. 313. ehe seltsame Schreiber,,technik"?
49 Siehe KAUFMAN 1980, 73; KNAUF 1988, 65 Anın. 313. 53 WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 83 [s.o. S. 137f.]; unabhangig davon H.-P. MÜLLER 1982,
50 G. Garbinis Versuch, ,,Kombination" II direkt mit ,,Kombination" I zu verbinden. (GAR­ 219. Siehe auch GARBINI 1979, 172 f.
54 LEMAIRE 1985b, 317.
BINI 1979, 168 f.171 f.185-188), ist von spateren Kommentatoren nicht rezipiert worden.
51 BULTMANN 1958, 8-73. 55 KRECHER 1978, 116 f.; HUNGER 1980-83; ÜTTEN 1980-83; LUNDBOM 1986 (Lit.).
.,Der ,,Bileaın"-Text voıı Tel1 Der 'Alla [165-167] [167/168] ,,Der ,,Bileaııı "-Text von Tel! Der 'Alla 177
176
macherı56), au Ber Betracht lasserı, hat fast die Halfte der neununddreiBig Bü­ 3.2. Die Erzö.lılung über Bileaın
cher des he braischen Kan ons I eine Ü berschrift57. Die kürzeste Form dieser Auf den Titel (Satz I ) folgt eine Erzahlung über Bil eam (Satze II-XVII).
Titel kommt nur einmal vor, in O b. 1, wo sie aus dem Ausdruck �1azon ,,V ision" Nach der hier vertretenen Auffas sung beginnt sie m it dem ersten Wort, das in
und dem Namen des Verfass ers bes teht, dem das Buch zugeschrieberı wird. schwarzer Farbe geschrieben ist, d.h. h' (Satz II). H' ist m.E. das anaphorische
Öfter wird der Name des Au tors in vollere r Form mit Filiation angeg eben Personalpronomen der 3. Person maskulirı Singular , das als Verbindungs­
60

(achtmal); er karın auch mit anderen Angaben zur Person wie dem Heimato_r t element zwischen der Ü berschrift und der Erzahlung dient, indem es sich so­
oder dem Beruf" (siebenmal) ver bun den sein. Gattungsan deutungen wıe wohl rückwiirts auf den im Titel genarınten Personennamen als auch vorwarts
hazan ,,Vision " (O b. 1) oder sfper ,,Buch", dabarTm ,,Worte", massa ,::'-- us­ auf Satz III bezieht. D ieser ist ein narrativer Ver balsatz, mit dem die Han dlung
�pruch" ete. werden oft durch Attributivsatze erweitert (elfmal). Sieben Uber­ der Geschichte ei nsetzt. Auf einfache Weise wurde so die Ü berschrift mit dem
schr iften bieten auch Datie rungen, gewöhnl ich eingeleitet durch bTnıf ,,zur Corpus des ,,Bileam"-Textes verbun den. im Alten Testament ist das anders.
Zeit von". Dor t besteht in der Regel kein syrıtaktischer Zusammenhang zwischerı Titel
Es ist auffallend, daB, vom Deuteronomium abgesehen, im Alten Testarnent und Corpus. Die einzige A usnahme stellt möglicherweise das Amos-Buch dar,
nur prophetische und weisheitliche Bücher Titel tragen. Sie fehlen völl�g bei in dem auf die erwei terte Ü berschrift in Anı. 1, 1 in V. 2 die Phrase wayyoıner
den historischen Bücherrı, obwohl diese die Titel einiger ihrer Quellen wıe des ,,er sagte " folgt, deren implizier tes Subjekt nur aus dem Titel erıtnommen wer­
,,Buches der Kriege Jahwes" (sfper ınil�1aıni5t YHWH Num. 21, 14) zitieren. leh den kamı.
bezweifl e jedoch, daB diese Titel tatsachlich auf solche li terarischen Werke Die Erzahlung über Bileam karın aufgrund der auftretenden Persorıen in drei
zurückgehen; eher handelt es sich um sekundare Zitiertitel. Szenen eingeteilt werden.
D ie Überschrift des ,,Bileam"-Textes von Tel! Der 'Alla paBt ın das allge­ Die erste Szene umfaBt die Satze II- VI. Hier erfahren wir, da/3 die Götter
meine Bild der Buchtite l des 1. Jahrtausends, das wir aus dem Alten Testament B ileam zu nachtlicher Stunde einen Besuch abstatteten urıd ihrn eine Botschaft
gewinrıen könnerı; sie bietet die erweiterte einfache Form spr ( _*si�r) : Els übermittelten. El ist hier augenscheinlich der hödıste Gott und das Haupt
Ver fasserrıame m it F iliation + Andeutung seirıes ,,Berufs". Ebenso wıe dıe bı­ des Pantheions. Die Botschaft Els wird vom Erzahler wörtlich wiedergegeben.
blischen Be ispiele unterschei det sie sich damit deutl ich von den rıordwest­ Als Klimax der ersten Szene, wenn nicht der gesamten Bileam-Erzahlung,
sem it ischen Buchtite ln der Spatbron ze zei t, die, wenn wir uns auf die sparliche wurde sie von denen, die für die handschriftliche Vorlage oder für ibre Ü bertra­
Dokumentation aus Ugarit ver lasserı könnerı, nur aus der Praposition l- _ _und gung auf die Wand verantwortlich waren, durch den Gebrauch von roter Farbe
dem Namen des Protagonisten bestanden haben, z.B. lb'l ( *li-Ba'la) ,, Uber hervorgehoben. Es ist seh r zu bedauerrı, daB gerade dieses göttliche Orak.el von
BaaJ"58_ Das Element sfper ,,Buch", das dem spr I des ,,Bileam"-Textes ent­ uns nicht sicher ge lesen un d verstanden werden karın .
sp richt, begegn et im Alten Testamerıt nur im Titel des Buchs des Propheten Sicher ist j edoch von der Fortsetzung der Erzahlung in I der zweiten Szene
Nahum59. (Satze V II-IX), daB der Empfanger die göttliche Botschaft als eine Unheilsan­
kündigurıg aufgefaf3t hat. Unklar ist, was Bileam am Morgen unmittelbar nach
dem Aufsteherı (Satz V II) tat, da die groBe Lücke, die hier als Satz VIII gezahlt
ist (vielleicht eher durch zwei Satze zu füllen ), im Augenblick n icht geschlos ­
56 P rov. 1 , 1 : 1 0,lA; 22, 1 7; 24,23; 25, 1 : 30, 1 ; 3 1 ,L serı werden kann. Aber Satz V lllb kann au fgru nd von Satz XII zu ,,[er fast] e te"
57 Dtn. 1 , 1 (V. 2 ist sekundar); Jes. 1, 1; Jer. 1 , 1 -3; Hos. 1, 1; Joel 1 , 1; Am.L 1 ; Ob. 1; Mı.
1 1 · Nah. 1. 1 ; Hab. 1 . 1 ; Zeph. 1 . 1 : Mal. 1 , 1 : Cant. 1 . 1 : Koh.
1. 1 . - Neh. 1 . 1 ıst wahrscheın­ erganzt werden . Darauf beruht dann die versuchsweise Rekonstruktion von
li�h nicht der Titel eines selbsttindigen .,Nehemia-Buches", das mit einem Datum begonnen Satz YIiia. Wenn diese Textwiederherstellungen zum indest annaherungsweise
hatte wie Es. 1 , ı, sondern der eines tilteren Werks, das in das gröBere Esra-Buch (Esra + richtig sind, erfahrerı wir, da/3 Bi leam auf seine nachtl ichen Widerfahrnisse m it
Nehernia) eingegangen ist. Fasten und Weirıen reagierte (Satze V IIJa-lX). Das ist zunachst natürlich ein
ss KTU 1 .6 1 1 . Dies ist jedenfalls das Schema der Titel der groBen Epen; sıehe noch lkrt
KTu 1.14 ı ı: 1 .16 ı 2 1 : [tJaqhı 1. 1 9 ı ı. 60 Syntaktisch handeli es sich um einen Nominalsatz: ,,der war es". - Die alternative
59 In Ugarit können die Überschriften kleiner, nichtliterarischer Werke das Element SP_I' Erklarung von /ı' als Interjektion ,,siehe!" (Altararnaisch und Elephantine /ı', Biblisch- und
( *sipru) enthalten: spr ıı'ın sswnı KTU 1 .85, 1 ; s[p]r lı/111111 1 .86, 1 ; spr db!ı ?im 1 . 1 6 1 , 1 . Dıe Jüdisch-Aramaisch ha, Biblisch-Hebraisch /zlj [aramaisches Lehnwortj), die von CAQUOT­
l;
Überschriften administrativer Listen werden oft mit spr eingeführt: 3.3,1 ; 4.33, 1 ; 4.74. LEMAIRE 1 977, 1 94, vorgeschlagen und von RINGGREN 1 977, 85; GARBINI 1 979, 1 73. 1 85.
(?); 4. 24, ; 4. 34, ; 4. 4 I 4; 4. 44, ; 4. 5 , ; 4. 60, 1 ; 4. 1 66, 1 ; 4. 1 8 1 , 1 ;
4.93 J l; 4. 1 20,1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
1 87; MCCARTER 1 980, 5 1 f. (mit Alternative ,,er"); KAUFMAN 1 980, 73; LEMAIRE 1 985a,
l;
4.207, 1 ; 4.2 1 5, 1 f.; 4.245 ı 1; 4.247, 1; 4.26 1 ,1 ; 4.263, l; 4.264, 1; 4.269, 1; 4.273, 1 ; 4.288, 280; 1 985b, 3 1 8; 1 987, 325; PuECH 1 985, 356; WESSELIUS 1 987, 593 f. akzeptiert wurde
1;
4.322, 1 ; 4.335, 1; 4.337, 1 ; 4.338, 1 -3; 4.348, 1; 4.355, l; 4.367, 1 ; 4.369, 1 ; 4.370, 1 ; 4.378, (unentschieden HAMMERSHAIMB 1 977, 223; H.-P. MüLLER 1 982, 2 1 8.220), ist im Blick auf
; 4.5 5, ; 4.554, ; 4.56 , l; 4.574, ; 4.609, ; 4.63 , l;
4.385, 1 ; 4.424, 1 ; 4.427,l; 4.485, 1 1 1 1 1 1 1 1
das folgende wy'tw weniger wahrscheinliclı.
4.636, 1; 4.680, l; 4.683, 1 ; 4.689, 1 ; 4.690,l; 4.7 1 4, 1.
-
178 ,,Der ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla [168/169] [169/170] ,,Der ,,Bileaın "-Text von Teli Der 'Alla 179
Ausdruck von Bestürzung und Kummer. Doch ist es wohl noch mehr als das. 3.3. Bileanıs Bericht über den Götterrat
Fasten und Weinen sind auch Se lbstminderungsriten, die ausgeführt werden,
um B edrohung und Gefahr von der be treffenden Person oder von der Gemein­ Wer jemals versucht hat, den ,,Bileam" -Text zu interpretieren, wird zuge ben,
daB Abschnitt 3 der schwierigste von allen ist. Dafür gibt es mehrere Gründe :
schaft, die sie reprasentiert, abzuwenden61 . Als bekannte stes Beispiel sei die in
fast ailen Mittelmeerlandern verbreitete rituelle Totenklage genannt. Ahnlich in erster Linie den, daf3 der Text in einem schle chten Zustand ist. Er weist viele
interpretieren laBt sich wohl auch das seltsame Verhalten Davids wahren d der
Lücken auf, die umso gröf3er werden, je mehr wir uns dem unteren Ende des
tödlichen Erkrankung seines Erstgeborenen von Bathseba (2 Sam. 12,15B- lnschriftenfragments nahern. Dies macht es mühsam, in der erhaltenen Folge
23). Nachdem der König ein göttliches Orakel erlangt hat, legt er den saq an, von Wörtern Satze zu erkennen un d abzugrenzen. Es ist daher schwierig und
fastet und weint und schlaft auf dem nackten Boden. Doch gibt er dies alles in manchmal unmöglich, die syntaktische Struktur des Textes herauszuarbeiten.
dem Augenblick auf, in dem d as Kind tot i st, da nun k ein e Möglichke it - und
Dazu kommt eine betrachtliche Arızalı! umstritten er Lesunooen und schwer ver-
keine Notwendigkeit - m ehr besteht, Gottes Zom abzuwen den. standlicher Wörter, vor allem Tierbezeichnungen.
in der dritten Szene (Satze X-XVII) tritt der 'amm B ileams auf. Das ist nicht Sicher ist jedoch, daB B ileam hier einen B ericht von einer Ratsversammlung
der Götter gibt, deren Z euge er augenscheinlich ge worden ist. Seine Schilde ­
sein ,,Onkel", wie Hoftijzer62 ursprünglich annahm, sondern höchstwahr­
scheinlich sein ,,Volk", d.h. die Grupp e, über die er seine Autoritat ausübte. rung muB sich auf dasselbe Erlebnis beziehen, das in Satz VI so beschrieben
Sein Fasten und Weinen veranlaBt sie, nach dem Grun d seines Verhaltens zu worden war, daB ,,die Götter des Nachts zu ihm karnen", vielleicht in einem
fragen. Die ,,Tranenszene" ist ein ge laufiges Motiv in der Literatur von Ugarit Traumgesicht64• DaB Bileam das Vorrecht eingeraumt wurde, dem Götterrat
und von lsrael. Als König Kurit weinte, wurde er von dem Gott El nach der beizuwohnen, verleiht ihm d ie Vollmacht, seinem Auditorium zu übermitteln,
Ursache seines Leids g efragt (Krt A ı 26-4263 ). Ahnlich die in die Wüste gejagte was die Götter zu tun beabsichtigen oder ber eits tun. Nach Jer. 23, 18.22 ist es
Hagar, die vom Engel I Jahwes gefragt wird, warum sie wein e (Gen. 21,16 f.). für den wahren Propheten erforderlich, ,,basöd YHWH, im Rat Jahwes, gestan­
den zu haben" . Die Götterversammlung, eine Art himml isches Parlament. ist
65
Das Motiv wird aber in gleicher Weise auch im Dialog zwischen Menschen
verwen det. So ve ranlaBt Elkana seine Frau Hanna, ihm den Grun d ihres aus MesoJpotamien, Ugarit, Phönizien und dem Alten Testament bekannt66. Da
im Alten Testament Jahwe je doch zum einzigen ,,wirklichen" Gott geworden
Wein ens zu sagen (1 Sam 1,7 f.), Hasael Elisa (2 Kön. 8, 11 f.) oder Saul die
Gibeoniten (1 Sam. 11,4 f.). Diese stereotypisierte Frage ermöglicht es den ist, wurden die anderen Götter zu himmlischen Wesen niedereren Rangs abge ­
Erzahlern, bisher nicht mitgeteilte Motivationen der handelnden Personen oder wertet und schliefüich in Engel verwandelt. im ,,Bileam"-Text tre ten die Göt­
die Vorgeschicht e der Handlung offenzulegen. in unserem Fall ist ein Rück­
ter, die hie r 'lhn (*ilahın) oder sdyn (*saddayın)61 genannt werden, auf, ind em
blick auf den Anfang der Erzahlung beabsichtigt: Es ist nun Bileam selbst, sie zu einer bestimmt en Göttin sprechen, deren Name leider nur zum Teil er­
nicht mehr der Erzahler, der die nachtliche V ision des Propheten beriehten soll. halten ist. Da der erste Buchstabe deJ Namens (s) ist, erganzte Hoftijzer68 ihn
DaB dieser Bericht viel ausführlicher sein wird als das anfanglich gebrachte aufgrund von Satz XLV zu s[gr] (*Sagar). In dem Aufsatz von 1982 wurde
zusammenfassende Zitat in Satz VI, ergibt sich schon aus B ileams Aufforde­ dieser Vorschlag aufgegrifferı69; doch bin ich nun geneigt, hie r die Sonnerı-
rung an seine Zuhörer, sich zu setzen (Satz XIV). Bileam kann nun damit be ­ 64 V gl. Gen. 20,3; 31,24.
gi rınen, im Einzelnen zu schildern, ,,was die Götter zu tun im B egriffe stehen" 65 Siehe z.B. RüBINSON 1944; CROSS 1953, 1973, 186-190; KINGSBURY 1964·, POLLEY
(Satz X VII). 1980.
66 Siehe H.-P. MÜLLER 1963; MULLEN 1980.
67 Zu den sdyn sieh e noch i mmer WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 88-92 [s.o. S. 143-147].
Da13 in Dtn. 32, 17; Ps. 106,37 sdyın (masoretisch sljdTm) als *saddayyım vokalisiert werden
sollte (HACKETT 1984aJ 88 f.), isi ziemlich unwahrscheinlich. Es handelt sich hier um spate
Texte, de ren Verfasse r Sadday sicherlich als ein Epitheton Jahwe s kannten und deslıalb wohl
gezögert hiitten, den Plural diese s Gottesnamens zur B ezeichnuncr von Wesen zu verwenden
,,die nicht Gott sind " (Dırı. 32, 17). Anderseits könnten sie durch�us das Wort sed 0Damon':
KUTSCH 1964 = 1986, 78-95.
61
gekannt haben, das, wahrscheinlich über das Aramaische , aus akk. sedu (lem�u) entlehnt
HOFTIJZER-VAN DER Koou 1976, 179.190. Auf S. 190 diskutiert Hoftijzer über die
62 wurde ( vgl. auch syr. und j.-aram. secjii; mhebr. sijd). Zu palmyr. sdy' siehe WErPPERT­
1982,
Möglichkeit, 'mlı als ,,mit ihm" zu verstehen. Dies wurde von WEIPPERT-WEIPPERT WErPPERT 1982, 92 Arım. 72 [s.o. S. 147 Anın. 72]. Es ist interessant zu sehen, dal3 WEIN­
86 f. [s.o. S. 141], aufgenommen, d ie ugaritisches Mate rial für d ie Konstrukti on von verba FELD 1982a, 146, das sdyn des ,,Bileam"-Textes durch (neu-)lıebr. sljdfın übersetzt.
eıındi mit der Praposition 'ın zum Ausdruck des Ziels anführten. Es gibt auch hebraische 68 HOFTJJZER-VAN DER KooıJ 1976, 272-275.
ist
Beispiele für BA' + 'iınl'ljt ,,kommen zu": Ps. 26,4; Prov. 22,24; Cant. 4,8. Doch 69 WEIPPERT-WEIPPERT 1982, 92.101 [s.o. S. 147.158]; ferner HAMMERSHAIMB 1977, 225;

McCARTERS Vorschlag, hier 'lwlı statt 'lqlı zu !esen (1980, 53), sicher richtig. H.-P. MüLLER 1978, 64 mit Anın. 49; 1982, 2ıy.223; RoFE 1979, 61.66; WEINFELD 1982a,
63 KTU 1.14 ı 26-42. 146; PUECH 1985, 356.361; 1987, 17.21.26 f. S[gr w'.ı'tr] rekonstruiert LEYiNE 198 !, 196.
180 ,,Der ,,Bileam "-Text voıı Teli Der 'Alla [170/171] [171/172] ,,Der ,,Bileam "-Text voıı Teli Der 'Alla 181

gottheit s[m,ç] ( *Sams) zu erkennen70 , die im Syrien des 2. Jahrtausends v. Chr. ıung, die Menschheit nur noch durch kleinere Katastrophen zu reduzieren, sie
in der Regel weiblich vorgestellt wurde71 • im 1. Jahrtausend mag dies weiter­ aber nicht vollstandig auszurotten78• Eine ahnliche Haltung steht hinter Gottes
hin so gewesen sein. Die Erganzung ist freilich nur eine Vermutung, da ich das Entscheidung, nie mehr eine Flut zur Vernichtung der Menschheit üb�� die
von Lemaire72 gelesene auslautende (s) des Namerıs in den Photographien Erde zu bringen (Gen. 9,15 P). Sie findet sich auch ganz allgemein in der Uber­
rıicht seherı karın. Was die Götter zu Sams sagerı, ist umstritterı. M.E. versucherı zeugung der Verfasser des Alten Testaments, daB Gottes Zom nicht la'ölam,
sie in den Satzerı XXI-XXIV die Göttirı dazu zu bringen, das AusmaB der Ka­ ewig, dauern werde, wie sie sowohl in Gottes eigenen Worten in Jer. 3,12; Jes.
tastrophe zu begrerızen, die sie über die Welt gebracht hat, 1 wahrend sie in den 57,16, aber auch im Bekenntnis der Gemeinde in Ps. 103,9; Thr. 3,31 (vgl. Jer.
Satzerı XXV ff. ibrem Wunsch dadurch Nachdruck zu verleihen trachten, daB 3,5) ausgesprochen wird. DaB die Begrenzung des göttlichen Gerichts durch
sie die unheilvollen Auswirkungen ihres Handelns beschreiberı. Konflikte in der himmlischen Sphare bedingt sein kann, ergibt sich aus den
Die Riegel des Himmels zu zerbrechen (Satz XXI), bedeutet höchstwahr­ zitierten altorientalischen Beispielen, zu denen noch das Eral-Epos79 hinzu­
scheinlich, den Wassern des Himmelsozeans freie Balın zu geben, auf die Erde genommen werden kann. Das Schema dürfte auch noch im Prosarahmen des
zu stürzerı73 urıd heftige Regerıfalle und Überschwemmungerı zu verursacherı. Hiob-Buches reflektiert sein, in dem Gott dem Satan zweimal die Verfügungs­
Die dunklen Wolkerı und die Abweserıheit des Sorırıerılichts (Satze XXII a­ gewalt über Hiob gewahrt, aber jeweils nur mit gewissen Einschrankungen
XXIV) fügerı sich gut in dieses Szerıarium eirı. Diese meteorologischerı Er­ (Hi. 1,12; 2,6).
scheinungen wie auch der Schrecken, den die düsteren Wolkerı auf der Erde Wir kommen nun zu der Vision, in der V ögel und andere Tiere, aber auch
verbreiten, erirırıerrı arı biblische Schilderungen des ,,Tages Jahwes"74, der einige menschliche Wesen auftreten, die sich alle auf urıgewöhnliche Weise
nach Anı. 5,18.20 ,,Finsternis ist urıd rıicht Licht". Da Wasser und Durıkelheit benehmerı, und bei der man sich entferrıt an Alfred Hitchcocks Film ,,Die V ö­
Attribute des Chaos sirıd, karın die von Sams herbeigeführte Situation auch als gel" erinrıert fühlt. Da der Text kein Signal enthalt, das auf ein Ende der Rede
Rückverwandlung der Erde in Chaos75 aufgefaBt werderı. Die Mehrheit der der Götter mit Satz XXV hinwiese, und auch kein anderer Sprecher auf der
Götter jedoch will, daB dies nicht für immer so bleibt (Satz XXIV). Szene erscheint, ist arızunehmerı, daB die Götter hier weiterhirı Sams zureden,
Die Begrenzurıg kosmischer Katastrophen durch die Götter ist in der alt­ und zwar bis an das Ende des erhaltenen Textes und vielleicht noch dari.iber
orierıtalischen Mythologie ganz gelaufig. in den mesopotamischen Fluter­ hinaus. Die Wörter, die die Satze XXV-XXVIII b bilden, werden von
zahlungen des Atragasis-76 und Gilgames-Epos77 besagte der ursprüngliche Be­ Lemaire80 als eine Liste von V ögeln interpretiert (mit Ausnahme natürlich von
schluB der Götterversammlung, daB die gesamte Menschheit von der Erde zu ky in Satz XXV). Doch kann ich zwar die meisten seiner rıeuen Lesungen, nicht
vertilgen sei. Dies wurde jedoch durch einerı Dissidenten unter den Göttern aber seine Deutung akzeptieren. leh sehe hier mehrere Probleme. Auf den er­
vereitelt, so daB selbst die hartesterı Verfechter des ursprünglicherı Beschlusses sten Blick ist es verführerisch, f:ırpt (Satz XXV) nach jüdisch-aramaisch
anı Ende zur Anerkenntnis der Tatsache gezwungen waren, daB einige Men­ *f:ıarpa, st.emph. f:ıarpaJa, als ,,Fledermaus" zu erklaren, die dann ebenso unter
schen dem Untergang entkommen waren. Daraufhin beschlieBt die Versamm- die V ögel eingeordrıet ware wie in Lev. 11,19; Dtn. 14,18 ('atall?p) oder wie
die Biene bei Jesus Sirach (11,3). Da aber die Femininendung von Nomina im
70 Zuerst vorgeschlagen von CAQUOT-LEMAIRE 1977, 196 f.; siehe weiter GARBINI 1979, Status absolutus in 'nph (Satz XXVIII), 'nyh (Satz XXXVI) und khnh (Satz
176; Ij.ACKETT 1984a, 14 f.; LEMAIRE 1985a, 280; 1985b, 317 f. Unentschieden, ob S[gr] XXXVII) -h lautet, ware es seltsam, wenn sie in f:ırpt und nsrt (Satz XXVIII a)
oder S[m.l'] zu erganzen ist: RıNGGREN 1977, 86; DELCOR 1981. 55. Erwahnt sei auch als -t auftrate. M.E. müssen die beiden Wörter als Verbalformen der 3. Person
McCARTERS Rekonstruktion S['I] nach hebr. fa'öl (1980, 53). WESSELıus' Erganzung S[mrıı]
,,Samaria" (1987, 593 f.) erscheint mir weit lıergelıolt.
feminin Singular Perfekt verstanden werden81 analog zu rq�ıt (Satz XXXVI)
71 M. WEIPPERT 1969a, 204 f. (Ugarit, Tyrus, Askalon) [s.o. S. l l 9 f.]. Die von PUECH und hqrqt (Satz XLVII). Die syntaktische Struktur des Abschnitts, wie ich sie
angefülırten Personennamen mit dem tlıeophoren Element .l'ms (1987, 21 Anın. 33) können verstehe, spricht daher für eine Reihe von Satzen, nicht für eine Liste. in der
das milnnliche Geschlecht der Sonnengottheit nicht beweisen. In Mannernamen kaıın sich Termirıologie der traditiorıellen irıdoeuropaischen Grammatik weist Satz XXV
das verbale Element nach dem Geschlecht des Namenstragers richten ohne Rücksicht auf
dann die Korıstituerıtenfolge Subjekt-Pradikat-Objekt auf82, wobei das Pradi-
das der Gottheit, die das theophore Element bildet; siehe EDZARD 1962 für das Akkadische.
In der Hellenistisch-Römischen Zeit ist die Sonnengottheit darın in ganz Syrien mannlich.
72 Siehe Anm. 70. 78 Nicht in Gilgames-Epos.
73 Das Öffnen der Fenster oder Türen des Himmels bedeutet Regen: Gen. 7,11; Jes. 79 CAGNI 1969 und 1977.
25,18 f.; Ps. 78,23 ff. Siehe J. Hoftijzer in HoFTIJZER-VAN DER Koon 1976, 195. 80 LEMAIRE 1985a, 280 f. mit Anm. 50; 1985b, 318.
74
Siehe z.B. LEYiNE 1981. 204 f. 81 Für !Jrpt ist das fası allgemein anerkannt (mit Ausnahme von LEMAIRE; siehe Anm.
75 Siehe z.B. H. WEIPPERT 1981a, 49-54.
80). Für ııfrı siehe oben Anm. 22.
76 LAMBERT-MILLARD-CIVIL 1969. 82
Dies ist die normale Konstituentenfolge im sog. ,,zusammengesetzten Nominalsatz"
3
77 A. SCHOTT-V. SODEN 1958, 86-94; E.A. Speiser, ANET , 93-95. des Altaramaischen; siehe DEGEN 1969, 122 § 82 ( b). 136 § 98.
182 ,,Der ,,Bileam"-Text voıı Teli Der 'Alla [172-174] [174/175] ,,Der ,,Bileam"-Text voıı Teli Der 'Alla 183

kat aus einer finiten Verbalform im Perfekt besteht. I m Rahmerı der nordwest­ nen beschriebenen Handlungen mit den im Vordersatz ausgesagten anzuzei­
semitischen Grammatik ware dies ein Nominalsatz, in dem das normalerweise gen. in derartigen mikrosyntaktischen Strukturen können solche Satze nicht
nominale Rhema (,,Pradikat") durch einen Verbalsatz ersetzt ist. Wenn wir uns futurisch verstanden werden.
in dem ,,Vogel"-Abschnitt des ,,Bileam"-Textes umsehen, können wir einige Auf die sachlichen Einzelheiten des ,,Vogel"-Abschnitts gehe ich nicht ein86.
weitere Beispiele für diese Konstruktion entdeckerı - Satz XXVIII a.XXXII. leh bin allerdings weiterhin davon überzeugt, daf3 wir hier einem Phanomen
XXXIII.XXXVI.XLV.XLVIII , um nur die sicheren Belege zu nennen. Dies begegnen, das Altphilologen und Mediavisten als ,,Adynata" bezeichnen wür­
scheint ein I typischer Zug dieses Abschnitts zu sein, besonders, wenn wir auch den, die Beschreibung einer ,,kopfstehenden" Welt87, worauf zuerst Helmer
noch jerıe Satze beiziehen, die wahrscheinlich auf dieselbe Weise konstruiert Ringgren88 aufmerksam gemacht hat. Dieses Motiv ist aus altorientalischen Li­
waren, jetzt aber wegen der Lückenhaftigkeit des Textes als eindeutige Zeugen teraturen bereits bekannt, besonders aus agyptischen Texten der Ersten und
ausfallen (Satz XXVII.XXXIV.XXXVII.XLVI ) . I n diesem Abschnitt kann je­ vielleicht auch der Zweiten Zwischenzeit89, aber auch aus der Bibe!90. Alle die­
doch noch ein weiteres syntaktisch-stilistisches Phanomen beobachtet werden: se Texte schildern eine Verkehrung der ,,normalen" natürlichen und politischen
die Bildung von Satzpaaren ahnlich dem ,,Parallelismus membrorum" der bi­ Bedingungen, die als Störung der Weltordnung und Rückverwandlung der
blischen Poesie und Kurıstprosa 83• Für diese Satzpaare gibt es zwei Schemata. Erde in den Chaoszustand aufgefaBt wird.
im ersten Schema wird im zweiten Satz des Satzpaares das Verbum getilgt, d.h. leh glaube, daf3 Bileam beim Gedanken an diese Aussichten genug Grund
das des ersten Satzes gilt auch für den zweiten; so in den Satzen XXV+XXVI zum Weinen und Fasten hatte, auch wenn das Ausmaf3 der Katastrophe auf
(falls y'nh in XXVI ein Substantiv in der Bedeutung ,,Strauf3" ist), XXVII+ Anordnung der Götter beschrankt werden sollte. 1
XXVIII und XXVIII a+XXVIII b. Das zweite Schema ist weniger gesichert. Hier
wird im zweiterı Satz des Satzpaares eine finite Verbalform verwendet, die nicht,
wie im ersten Satz, im Perfekt steht, sondern im sog. ,,Perfectum consecutivum" 4. Der ,,Bileam "-Text und das Aite Testament
in Verbal-, im (Lang-)I mperfekt in Nominalsatzen. I m ,,Vogel"-Abschnitt zahle
ich zwei Beispiele für diese Konstruktion, Satze XXXV und XLIII , die aller­ I n den Kapiteln 2 und 3 dieses Aufsatzes wurden die Sprache und einige in­
dings den Makel aufweisen, daf3 jeweils der Vordersatz (Satz 1 des Schemas) haltliche Aspekte des Alten Testaments benutzt, um meine Auffassung vom
nicht erhalten ist. Satz XXVI , der mit Satz XXV ein Paar bildet, könnte hier Sinn des ,,Bileam"-Textes von Tel! Der 'Alla zu stützen. Daf3 dies möglich ist,
eingeordnet werden, falls y'nh als Verbalform verstanden werden müBte. Ein muf3 nicht überraschen, enthalt die hebraische Bibel doch die gröf3te Samm­
sicheres, vollstandiges und zudem noch erweitertes Beispiel liegt aber in den lung nordwestsemitischer Texte des 1. Jahrtausends v. Chr., die die Widrigkei­
Satzen XVIII-XX vor. Hier folgen auf den Nominalsatz XVIII , in dem das ten der Zeit überdauert haben. Dazu kommt noch, daf3 sie literarischen Gattun-
Verbum im Perfekt steht, zwei Verbalsatze, die mit Verbalformen im ,,Perfec­ 86 Zur Problematik der Vogelnamen sielıe H.-P. MüLLER 1991.
tum consecutivum" beginnen. Dies entspricht dem Sprachgebrauch in ,,klassi­ 87 DUTOIT 1936; CURTIUS 1965, 104-108.
scher" hebraischer Prosa, nicht nur im Alten Testament, sondern auch in der 88 RINGGREN 1977, 86. Bei HACKETT 1984a, 46, wird allerdings McCARTER (1980, 58 f.)

Petition eines Erntearbeiters auf einem Ostrakon aus M;Jşad l:fasavyalıü84• Das die Prioritat für diese Interpretation zugesclırieb�n. Sielıe auclı KoENIG 1983, 81.
89 HACKETT 1984a, 75.
Perfekt in diesen Satzen kann prasentisch (ins Deutsche) übersetzt werden als 90 Sielıe z.B. Jes. 3, 1-5; 10, 15; 24,1-3. Auch die irrealen Aussagen in Anı. 6,12AB (lies
Ausdruck für etwas, das gerade geschieht85 • Begründen laBt sich diese Deutung
in V. 12B 'im ya(ıiiroslya(ırösü böbaqar yam; doch sielıe LoRETZ 1989) gehören wohl in
durch die Beobachtung, daf3 in der ganzen Erzahlung die Göttin Sams, die die diesen Zusammenhang. - Ohne die kosmisclıe Perspektive findet sich das Motiv auch in der
herrschende Lage verursacht zu haben scheint, in der Götterversammlung noch modernen Literatur; sielıe z.B. die Clıanson ,,Les quat' cents coups" von Leo Ferre (Esn­
nicht sprechen durfte und deshalb das Unheil auch nicht als ein noch kommen­ ENNE 1962, 123-125; RIEGER 1987, 236-241), insbesondere die vierte Strophe:
des ankündigen korınte. Das bedeutet m.E.: Es ist bereits da, zumindest in der ,,Donner aux brebis des bergeres
Aux chevaux des maquignons frais
Vision des Sehers. Dazu passen vorzüglich die Satze mit Verbalformen im Aux chiens !es flics de la fourriere
,,Perfectum consecutivum" bzw. lmperfekt. Sie müssen m. 1 E. als Umstands­ Aux baleines !es baleiniers
satze interpretiert werden, die im ,,klassischen" Hebraisch in genau derselben Aux oiseaux le permis de chasse
Weise konstruiert werden. Sie dienen hier dazu, die Gleichzeitigkeit der in ih- Aux enfants !es parents mineurs
Aux souris le matou d'en face
Aux matous !es toits du bonheur
83 Zur ,,Kunstprosa" in der altlıebraisclıen Literatur sielıe H. WEIPPERT 1973, 74--81. (Refrain)
84
Sielıe M. WEIPPERT 1990a. S' il faut tirer par tous !es bouts
85 İİ.lınliclı dem sog. ,,Koizidenzfall", aber niclıt auf die 1. Person besclırankt. Copains tirons !es quat' cents coups."
184 ,,Der ,,Bileam "-Text von Teli Der 'Alla [175/176] [176/177] ,,Der ,,Bileam "-Texı von Teli Der 'Alla 185

gen angehören, die mit der des ,,Bileam"-Textes verwandt sind. Das Bild ware 'Alla widerspiegle; doch sind beide Theonyme in der nachexilischen Literatur
allerdings wohl mehr oder weniger dasselbe, wenn auch die anderen Völker, gelaufige Bezeichnungen Jahwes, so daB dieses Argument nicht eindeutig ist.
die nordwestsemitische Sprachen verwendeten, uns ,,Bibeln" hinterlassen hat­ in dem spaten Text Nuru. 31,16 erscheint die Rolle Bileams weiterentwickelt
ten, da der ,,Bileam"-Text nichts enthalt, das dem Alten Orient wahrend des zu der eines falschen Propheten, der wie alle falschen Propheten Israel zum
1. Jahrtausends v. Chr. fremd ware. Abfall von Jahwe verleitet95• Aber dies reflektiert eine Akzentverschiebung in­
in diesem Kapitel soll es um die Bedeutung des ,,Bileam"-Textes für die nerhalb der alttestamentlichen theologischen Geschichtsschreibung, die mit
Erforschung des Alten Testaments in dem in der Einleitung skizzierten Sinne dem Bileam, den wir aus Teli Der 'Alla kennen, schon lange nichts mehr zu tun
gehen. Zu behandeln sind literarische und historische Fragen, wobei unter die hat96 •
letzteren auch solche der Religion fallen. 4.1.2. Das Beispiel der ,,Bileam"-Erzahlung von Teli Der 'Alla - die zweifel­
los ein literarischer Text ist - demonstriert ad oculus, welches literarische Ni­
veau im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. in Palastina selbst an einem relativ entle­
4.1. Literarische Fragen
genen Ort erwartet werden kann. in der Datierung karın man vielleicht sogar
4.1.1. Der ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla beweist, daB die Bileam-Tradi­ noch ein paar Dezennien zurückgehen, da nicht unwahrscheinlich ist, daB der
tion ziemlich alt ist, auch wenn sie in der Bibel nur in spaten Kompositionen Text für einige Zeit in Manuskriptform überliefert worden ist, bevor er in dem
erscheint, von denen keine mit Sicherheit in die vorexilische Zeit datiert wer­ Gebaude, in dem die beschriebenen Verputzteile gefunden worden sind, plaka­
den karın. Nirgends im Alten Testament wird Bileam, wie im Titel der lnschrift, tiv veröffentlicht wurde. Dies würde bedeuten, daB der ,,Bileam"-Text mit der
als Seher (hebr. IJ,öze oder rö'e) bezeichnet; doch kommt seine Selbstcharakte­ Steleninschrift des Königs Mesa von Moab aus l)ıban ungefahr gleichzeitig
risierung in Num. 24,4. 16 dem nahe. Er wird vielmehr in Jos. 13,22 als qös?m, ware. Mesas Inschrift ist m.E. ein weiteres Zeugnis für die Existenz einer lite­
Wahrsager91 , vorgestellt und erhalt nach Num. 22,7 qasamım, Wahrsager­ rarischen Tradition bereits im 9. Jahrhundert im Ostjordanland97• in diesem Zu­
lohn92. Seine Handlungen und Worte zeigen ihn in Nuru. 22-24 in zwei Rollen: sammenhang sollte auch I erwahnt werden, daB der Layout der beiden ,,Kombi­
der eines machtigen ,,Gottesmannes", der wirksame Flüche auszusprechen nationen" - die Anordnung in Kolumnen und die Benutzung von Rubra - auf
vermag93 , 1 und der eines Propheten, der selbst Ereignisse viel spaterer Zeiten eine Schreibkultur hinweist, deren Trager über das für das Tagesgeschaft Not­
voraussagen karın wie z.B. den Aufstieg Davids (Num. 24,17 f.) 94• Da es nur wendige hinaus qualifiziert waren98• Sie setzt eine Tradition des professionel­
wenige wörtliche Parallelen zwischen dem ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla len Schreibertums voraus, die letztlich auf Agypten im 2. Jahrtausend v. Chr.
und Num. 22-24 gibt, besteht zwischen beiden Erzahlungen wohl kein direkter zurückgeht. leh betone diese ziemlich trivialen Tatsachen nur deshalb, weil ge­
literarischer Zusammenhang. Die beste Parallele ist die zwischen Num. genwartig unter Alttestamentlern die Tendenz besteht, groBe Teile der hebrai­
22,9.20 und Satz III der Inschrift, wahrend die zwischen Num. 23,12.21 und schen Bibel sehr spat zu datieren. Die Hypothese, daB es in Palastina vor der
Satz VII der Inschrift biblische Analogien auch in Ri. 19,27 und 2 Sam. 24,11 Mitte des 8. Jahrhunderts v. Clır. keine ,,wirklichen" literarischen Aktivitaten
hat (vgl. noch Gen. 22,19; Ri. 20,19). Man könnte vielleicht noch anführen, gab99 , wird durch die Wandinschriften von Tell Der 'Alla definitiv in Frage ge­
daB die gemeinsame Erwahnung von El und Sadday in Num. 24,4.16 mögli­ stellt, auch wenn die Stele des Mesa uns langst eines Besseren hatte belehren
cherweise Bileams Beziehungen zu El und den Saddayin im Text aus Tel! Der können.

91 Ein qosi'jııı mag ursprünglich ein Fachmann für technische Orakel gewesen sein, da das 95 Der Text ist unklar. Vielleicht ist gemeint, daB die midianitischen Frauen die ,,Israeli­

Pfeilorakel in Ez. 21,26 qesem genannt wird (vgl. E.W. DAVIES 1980). Doch mag hier, wie ten" (d.h. die israelitischen Manner) in (Baal-)Peor auf Anstiften Bileams zum Abfall von
bei den qasiinıını von Num. 22,7 (siehe Anın. 92), eine allgemeinere Bedeutung impliziert Jahwe verführten. Zur impliziten ,,Ratio" von Num. 31 siehe KNAUF 1988, 167 f.
sein. 96 Zur Entwicklung des alttestamentlichen Bileam-Bildes siehe allgemein D0NNER
92 Andere interpretieren die qasiiınım als Wahrsagegerate; so z.B. W. GRoss 1974, 141- 1977; R0UILLARD 1985, 483-485; KNAUF 1988, 167 f.
143. Nach Gross gibt der Satz Num. 22,7B im Kontext keinen Sinn, so daB er als Zusatz 97 DaB die Schreiber des Königs Mesa sich einer literarischen Sprache bedienten, die mit
verstanden werden sollte. Dieser SchluB ist m.E. aber nicht notwendig, da Bileam in Num. der der hebraischen Bibel beinahe identisch ist, sollte jedem Leser und jeder Leserin mit
22-24 keine eindeutige Rolle spielt, und qasiimım leicht auch *qosiiınım vokalisiert werden Interesse an Syntax und Sinn für Stil evident sein.
könnte. Siehe die Diskussion von Num. 22,7B bei RouıLLARD 1985, 62-66. 98 A. Lemaire hat überzeugend dargelegt, daB die Prasentation der Inschrift(en) den Lay­
93 Siehe (neben Num. 22-24) Dtn. 23,5 f. (> Neh. 13,2); Jos. 24,9 f.; Mi. 6,5.
oııt eines Leder- oder Papyrusmanuskripts (Schriftrolle) widerspiegelt; siehe LEMAIRE
94 Das ist offensichtlich der Sinn der Passage. Es ist jedoch möglich, daB in der
1986, 89; 1989, 37 f.
nachexilischen Zeit, in der das vierte Bileam-Orakel verfaBt wurde, auch die Hoffnung auf 99 Siehe z.B. SMELIK 1977, 84-99; 1984, 25-27 = 1987, 22 f.; KNAUF 1985a, 35-37. In

die künftige Wiederherstellung ,,Israels" auf diese Weise historisch verbramt wurde. Siehe diesem Zusammenhang ist es wichtig, klarzulegen, welchen Begriff von ,,Literatur" man
RouıLLARD 1985, 419-448. gebraucht; für KNAUF siehe ebd., 35 Anın. 146.
186 ,,Der ,,Bileam"-Text von Tell Der 'Alla [177/178] [178/179] ,,Der ,,Bileam"-Text von Tell Der 'Alla 187
4.1.3. Der ,,Bileam"-Text ist das alteste Beispiel für die literarische Gattung 4.2. Historische Fragen
der Prophetenerzahlurıg oder genauer: des prophetischen Apophthegma, wie es
in Kapitel 3 beschrieberı wurde. Er ahnelt in dieser Hinsicht der jürıgererı Er­ 1st der ,,Bileam" -Text oder sind die Wandinschriften von Teli Der 'Alla israe­
zahlung von Amos und Amazia in Anı. 7,10-17, und kann bis zu einem gewis­ litisch? Gewöhnlich werden das Fehlen des Gottesnamens Jahwe und das un­
sen Grade auch mit der betrachtlich jürıgeren über Micha ben Jimla in 1 Körı. zweifelhafte Vorhandensein eines Parıtheions als Argumente dafür gerıannt,
22 100 verglichen werden. Hieraus karın geschlossen werden, da/3 die alttesta­ daB diese Frage zu verrıeinen ist. leh glaube jedoch, daB die Dinge nicht so
merıtliche Prophetenerzahlurıg in einer Traditio rı wurzelt, die alter ist als ihr
einfach liegen. Es ist sicher richtig, daB Jahwe der Nationalgott sowohl Israels
frühestes Vorkommen in der hebraischen Bibel, und daB die prophetische als auch Judas war. Als solcher war er Gegenstand des staatlichen Kults an den
Unheilsankündigung keine ausschlieB!ich alttestamentliche Gattung ist. Staatsheiligtümerrı von Bethel und Dan und von Jerusalem und vielleicht auch
4.1.4. Die Wandinschriften vorı Teli Der 'Alla werfen auch einiges Licht auf noch an einigen weniger b edeutenden Orten. Das heiBt jedoch nicht, daB er von
das Zustandekommen literarischer Sammlurıgen. Bekanntlich ist das Alte Te­ allen Israeliten und Judaerrı mit gleicher Intensitat oder überhaupt verehrt wur­
stament eine kleirıe Bibliothek, die Bücher verschiedener Autorerı oder de, oder daB jede lokale oder regionale bama ihm geweiht war. So ware die
Autorengruppen aus unterschiedlichen Zeiten enthalt. Aber auch die meisten Existenz eines israelitischen religiösen Textes oder mehrerer solcher Texte, in
Einzelschrifterı, die zusammen den hebraischen K anon bilden, sirıd wiederum denen Jahwe nicht erwahnt wird, nichts Überraschendes. Dasselbe gilt von
Sammelwerke, in die Material unterschiedlicher Herkunft eingegangen ist. Die dem augenscheinlichen Vorkommen eines Pantheions, das als ,,die Götter"
K om pilation solcher Sammlungen war im Nahen üsten von der zweiten Halfte (*'ilahın) oder ,,die Saddayfn" b ezeichnet wird, und dessen Oberhaupt der Gott
des 2. Jahrtauserıds v. Chr. arı verbreitete literarische Praxis ıoı. Wenn die El ist. DaB die Israeliten und Judaer der vorexilischen Zeit neben Jahwe eine
,, Kombirıati�nen" I und il zusammengehörerı, wie von Hoftijzer vermutet und 1 Arızalı! von Götterrı - und Göttirınen verehrten, ist in irenischen und polemi­
von den meısten spateren Komm entatoren vorı ihm überrıommen, muB die schen Abschnitten des Alten Testaments und in Inschriften wie denen von
harıdschriftliche Vorlage, aus der die Wandinschrift kopiert wurde, eine solche Jj.irbet el-Qöın und Kuntilet 'Ağrüd ıo3 gut belegt. l leh bin fest davon überzeugt,
literarische Samm lung gewesen sein. Wir müssen dann feststellen, daB es in daB die israelitisch-judaische Religion bis in die Persische (wenn nicht die
Teli Der 'Alla im spaten 9. oder im frühen 8. Jahrhurıdert v_ Chr. eine Kompila­ Hasmonaische) Zeit polytheistisch war 104• Ein richtiges Pantheion mit El als
tion der literarischen Hinterlassenschaft eines Sehers oder Propheten namen Oberhaupt findet sich z.B. in Dtn. 32,8 f., wo Jahwe noch nicht der höchste
Bl'ın br B'r analog den Prophetenbücherrı des Alten Testaments gegeben hat. Gott ist. In Ps. 89 hat er diese Position erreicht; aber das Pantheion gibt es noch
Falls Lemaire mit seirıer These Recht hatte, daB die beiden ,, Kombirıationen" immer 105 . So ist eine polytheistische lnschrift aus einer Gegend, die nach dem
verschiederıe Literaturwerke repraserıtierten, würde sich das Bild nur unwe­ Alten Testament eine israelitische Bevölkerung hatte, nicht von vorrıeherein
sentlich andern. In diesem Fall ware die Vereinigung der beiden Werke in der als nichtisraelitisch anzusehen. Die ,,Nationalitat" des ,,Bileam "-Textes kann
handschriftlichen Vorlage der Wandinschriften oder erst auf der Wand selbst deshalb aufgrund innerer Kriterien nicht festgestellt werden.
auf die Entstehung einer Art ,,Bib el" in nuce hinausgelaufen, wobei in einer Doch auch exterrıe Kriterien, wie die politische Zugehörigkeit des Bereichs
literarischen Sammlung religiöse Texte verschiedener Autoren zusammerıge­ von Teli Der 'Alla im 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. oder die Sprache des Textes,
stellt worden waren. Dies böte auch eine Analogie zu der Kompilierung von führen nicht zum Ziel.
Sammeltafeln prophetischer Orakel unter König Asarhaddon von Assyrierı im Es m ag richtig sein, daB der gröBte Teil (wenn nicht die Gesamtheit) des
7. Jahrhundert v. Chr. 102• In der gegenwartigen Wissenschaftssituation ist ein nördlichen Ostjordanlandes in der zweiten Halfte des 9. und zu Beginn des
relativ frühes Datum für die Möglichkeit der Entstehung von Propheten­ 8. Jahrhunderts in aramaischer Hand war. Der ,,Bileam"-Text kann darın auf
bücherrı oder Sammlungen von solchen in dem Bereich, aus dem auch die he­ der Mauer 36 des Stratums IX (ex-M) des Telis monumental veröffentlicht
braische Bibel stammt, von nicht geringer Bedeutung. worden sein, als der Platz damaszenischer Herrschaft unterstand. Andererseits
gibt es aber Hipweise auf die Eroberung oder Rückeroberung des 'Ağlün (Lode­
bar) und des Gölan (Karrıaim) durch Jerobeam II. in Am. 6,13 f., die m .E. hi­
storisch vertrauenswürdig sind. Dies würde b edeuten, daB die Gegend um den
Tel! Der 'Alla wahrend der Regierung dieses K önigs - und sei es nur vorüber-
100 Dazu kürzlich H. WEIPPERT 1988b.
ıoı Vgl. die ,,Kanonisierung" der ınesopotamischen Literatur von der Kassitenzeit an 103 Texte und Belege bei M. WEIPPERT 1990b, 171 f. Anın. 40 [s.o. S. 16 Anın. 58].
(REINER 1978, 205). 104 Siehe M. WEIPPERT 1990b, insbesondere Kapitel 2 [s.o. S. 1-24, bes. 9-19].
102 Siehe M. WEIPPERT 1981, 72 f.; 1988, 303.317 f. ıos Siehe M. WEIPPERT ebd., Kapitel 1 [s.o. S. 1-9].
188 ,,Der ,,Bileam"-Text von Teli Der 'Alla [179/180] Tafel-Nr. I: 1-2 189
gehend - unter israelitische Kontrolle zurückkehrte 106. Es gibt kein Indiz dafür,
daB die lnschrift bei dieser Gelegenheit zerstört wurde. Augenscheinlich küm­
merten sich die Autoritaten des Reiches Israel nicht um solche Dinge, und es
gab an diesem abseits liegenden Ort wohl auch keine Ifişbullah-Aktivisten -
ich denke an die sog. ,,Jahwe-allein-Bewegung", wie sie Morton Smith, Bern­
hard Lang und andere beschrieben haben 107 -, die den in ihren Augen sicher Tafelabbildungen
,,heterodoxen" Text hatten auslöschen können.
Wenn die Sprache des ,,Bileam"-Textes ein einheimisches ldiom ist - und Beschreibungen siehe Seite 62-70
davon bin ich überzeugt -, würde das bedeuten, dal3 die Bewohner des nördli­
chen Ostjordanlandes, das vom Alten Testament als israelitisch in Anspruch
genommen wird, oder Gruppen unter ihnen eine (proto-)aramaische Mund­
art 108 und nicht Hebraisch gesprochen hatten. Es gibt keine einzigen Hinweis
darauf, 1 daB die Tradenten des Textes, wie Al Wolters 109 vermutet, in die Regi­
on eingewanderte Aramaer gewesen sind. im Gegenteil - daB ihr ldiom sich als
eine periphere Sprache erweist, spricht sehr für ihre Autochthonie. Da aber
Sprache und ethnische Zugehörigkeit ebenso wie Sprache und Nationalitat
sich nicht decken müssen, kann nur gefragt werderı, ob diese Leute sich selbst
als Israeliterı verstarıden oder nicht. Das ist in erster Linie ein politisches Pro­
blem, und wir wissen nicht, wie sie sich dazu verhielten.

1:1 Apis (Oslo), 1:2 Apis (Oslo),


106 Ein kurzer Überblick über die Quellen bei M. WEIPPERT 1976-80a, 203. Kat.-Nr. 1, Frontalansicht Kat.-Nr. 1, Seitenansicht
107 Siehe z.B. M. SMJTH 1971, Kapitel II; LANG 1981b; 1983, 13-56; M. WE!PPERT

1990b, Kapitel 3 [s.o. S. 19-24].


108 Für ,,Proto-Aramaisch" siehe auch KNAUF 1985b, 190 f.; 1988, 64 f. mit Anın. 313.
Wahrend des Symposiums in Leiden, bei dem der Text dieses Aufsatzes vorgetragen wurde,
hat J. Huehnergard dieser These entgegengehalten, daf3 ,,Proto-Sprachen" nicht gesprochen
würden. Meiner Meinung nach ist das ein weiteres Beispiel für die statische Auffassung von
Sprache, die oben in Kapitel 2 diskutiert wurde. Wenn das Phanomen des sprachlichen Wan­
dels ernst genommen wird (so Huehnergard selbst in seinem genealogischeıı System der
semitischeıı Sprachen), sind aile Sprachen, auch die modernen, die wir sprechen, ,,Proto­
Sprachen" in Relatioıı zu ihrer zuküııftigen Entwicklung.
ıo9 WOLTERS 1987.
------- �- --------

190 Tafelabbildııııgeıı Tafcl-Nr. 2:1-4 Tatel-Nı. 3: 1-4 Tufelabhildungeıı 191

2: 1 Apis (Frankfurt), 2:2 Apis (Frankfurt), 3: 1 Apis (Groningen). 3:2 Apis (Gronirıgen),
Kat.-Nr. 8 Kat.-Nr. 10 Kat.-Nr. 20. Frontalansicht Kat.-Nr. 20. Rückansicht

2:3 Apis (Frankfurt), 2:4 Apis (Frankfurt), 3:3 Apis (Hildesheim), 3:4 Apis (Hildesheim),
Kat.-Nr. 9, Frontalansicht Kat.-Nr. 9, Seitenansicht Kat.-Nr. 21. Frorıtalansicht Kat.-Nr. 21, Schragansicht
192 Tqfelabbildııııgen Tafel-Nr. 4:1-4

Bibliographie und Beschreibung


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[Vortrag auf dem exegetiska dag des Svensk Exegetisk Selskap in Uppsala anı
29.9.1987, im Rahmen der Geisteswissenschaftliclıen Ringvorlesung ,,Kultur und
Konflikt" der Universitat Heidelberg anı 29.10.1987, vor der Systematisch-Theologi­
schen Sozietat der Theologisclıen Fakultat ebd. anı 20.4.1988, vor der Evangelisclıen
Stadtakademie Düsseldorf arn 1.2.1989 und im Rahmen des Theologischen Studien­
jahrs an der Abtei Mariae Heimgang (Dormitio) in Jerusalem am 12.10.1989.]

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Otto Harrassowitz, Wiesbaden.

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von Rads Konzept des ,,Heiligen Krieges im Alten Israel".
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de Gruyter, Berlin-New York; Neudruck in: H.-P. MÜLLER (Hrsg.), Babylonien und
Israel: Historisclıe, religiöse und sprachliche Beziehungen (Wege der Forsclıung,
633), 1991, 259-300, Wissensclıaftliclıe Buclıgesellsclıaft, Darmstadt [hier verwen­
dete Fassung].
[Probevorlesung vor der Habilitationskonferenz der Evangelisclı-Theologisclıen
Fakultat der Universitat Tübingen anı 23.11.1971.]

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Psalm 121,4.
CHR. BURCHARD-G. THEISSEN (Hrsg.), Lese-Zeiclıen für Annelies FindeiB zum 65.
Geburtstag aın 15. Marz 1984 von dankbaren Benutzem des Wissenschaftlich-Theo­
logischen Seminars der Universitat Heidelberg (Diellıeimer Blatter zum Alten Testa­
4:3 Apis (Oxford), 4:4 Apis (Oxford), rnent, Beiheft 3), 1984, 75-87, B.J. Diebner, Heidelberg.
Kat.-Nr. 28 Kat.-Nr. 29
194 Bibliographie wıd Beschreibung der abgedruckten Aufsiitze

[Deutsche Übersetzung der Abschiedsvorlesung, die ich anı 18.1.1983 in der Aula
des Academiegebouw der Rijksuniversiteit Utreclıt gelıalten lıabe. Die niederlandi­
sche Version ist unter dem Titel ,,Slapende en ontwakende of stervende en herijzen­
de goden?" im Nederlands Theologisch Tijdschrift 37 (1983), 279-289, erschienen.
Für die Übersetzung wurden aile Hinweise auf den ursprünglichen Zweck des Textes
getilgt, vor ailem der in den Niederlanden gebrauchliclıe SchluBabschnitt mit den
Danksagungen. Auch sonst wurden ein paar Details gegenüber dem niederlandischen Siglen
Original geandert.J
Die hier angeführten Einzelwerke sind nicht in der allgerneinen Bibliographie (S. 199-247)
7. Elemente phönikischer und kilikischer Religion in den Inschriften des Ka­ enthalten. Die Abkürzungen für biblische Bücher und rabbinische Literatur werden
ratepe. als bekannt vorausgesetzt.
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