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ÄSelbst wer nie etwas von der Reformprogrammen


Chávez gehört hätte, wüsste, wenn er diese Menschen trifft,
dass in Venezuela die politischen Uhren anders ticken als in
fast allen anderen Ländern dieser Welt³ (Wagenknecht:
2004:36)

Die indigene Frau die heute unter die bis zu 500. 000 Tausend Indigene Bevölkerungsanteil von
insgesamt etwa 27 Millionen Einwohner Venezuelas geschätzt werden (Azzelini: 2004:136), diese
Bevölkerungsgruppe zugehörig sind, existierten vage in den Köpfe der Menschen als jene die nun in
der Geschichte ein Platz haben, ab den Zeitpunkt des Erobern des Kontinents. Auch schwarze Frauen
ab der Kolonialzeit blieben durch den Jahrhunderte unsichtbar. Es heißt also, dass die Geschichte ohne
ihres Bestehen von mehr als wohl bestriettener 3 bis 30 Jahrtausende in den Kontinent geschrieben
wurde.1 Sie galten sozusagen, als Menschen und Völker ohne Geschichte, den sie wurden nur in der
Geschichte ±und Sozialwissenschaften mit all ihre auch schwere Realitäten, Bedürfnisse,
Lebensabläufe, Kultur und Sozialstruktur kaum wahrgenommen. 2 Was es auch heißt, dass weiter
kaum wissenschaftliche Studien über die in Venezuela existierende Ethnien gibt. Und keine politische
Agenda der gegenüber der allmählich schwierige Lage in den sie lebten, die auch ihr Dasein und die
von ihnen bewohnte Gebieten, auch inmitten Landflucht und gegenüber Siedlern, Großgrundbesitzern
und Unternehmen, alle Umstände rund um sie hätten regeln können. Sowie in Bezug auf Bewahrung
ihre Identität. Erst die bolivarianische Verfassung von 1999 und die gescheiterte Verfassungsreform
2007 bewahren indigene Völker und indigene Frauen in seinen

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1 Salcedo ±Bastardo, J.L. Historia fundamental de Venezuela. Universidad Central de Venezuela. Ediciones de la Biblioteca, Caracas, 1993 .
Das Werk gehört zu den meist gelesenen Lehrbüchern über die Geschichte Vene zuelas, auch gegenwärtig bedeutet diese Tatsache des
Anerkennen des verschatten der prekolumbianischer Geschichte in den Erziehungsmaterialien rund um indigene Völker, und i hr
Lebensweise und Traditionen.

2Wolf, Erich. Die Völker ohne Geschichte. Europa un d die andere Welt seit 1400. Frankfurt/ M.1991.
Artikeln 119 bis 126 und weitere Paragraphen (2007), ihre Rechte als venezolanische
StaatsbürgerInnen und als Indigenas.3

Davor wie im vergangenen Jahrhundert und in den 200 Jahre Unabhängigkeit ±und Bürgerkriege,
inmitten Diktaturen und Demokratische Verhältnisse bliebt die indigene Bevölkerung weiterhin und in
Mittelpunkt wirtschaftlicher Rezessionen nicht unberührt, sondern war ihr besonders ausgesetzt. ÄIn
die größeren Städte des Landes strömen tagtäglich mehr Indigenen, der aus der unteren sozialen Stufe
landen. Ihre schwache soziale, politische und nicht zuletzt rechtliche Situation zwingt sie, in jenen
Beschäftigungsverhältnisse einzusteigen, wo sie ganz besonders unter dem Fehlen sozialer Sicherheit
leiden. Ihnen werden die gesetzlichen Mindestlöhne vorenthalten, ihnen ist jeglicher Zugang zu
medizinischer Versorgung versperrt³.4

In diesen Kontext erleidete der indigene Widerstand und der Kampf rund um Bewahrung ihrer
Traditionen sowie Afrovenezolanern gleich im allgemeinen, an die Fabel rund um ihr Dasein, wo die
industrielle Gesellschaft mit ihrem säkularisierten Weltbild ohne der Weltbildordnung der indigene
Gesellschaften zu berücksichtigen, sich als weitgehend unfähig erwies, die eigenständige Qualität
indigene Weltordnungen zu erkennen, sondern sieht sie eher weiterhin als vernachlässigungswürdiges
Beiwerk einer primitiven Ökonomie und Sozialstruktur (Halbmayer:1994:106).

In der Praxis seien aber indigenen Gesellschaften, gemeinsam mit AfrovenezolanerInnen wichtigen
RepräsentantInnen der populären Kultur im Lande. Nach dem neuen Stand der Forschung entdecken
wir immer mehr die Existenz von matrilinearen indigenen Gesellschaftsstrukturen, die völlig
unerforscht wurden. Diese leisteten Widerstand gegenüber die Kolonialherren und Nachfolger eine
Oligarchie, die für mehr als 500 Jahren das Land inKnechtschaft auch des US ±Westlichen Imperien
weiter halten sollte. 5

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3 Pedro Luis Ramirez, Generalkoordinator der indianischen Organisation ASOINSUR (Asociaciónindigena del Sur del Lago) im Interv iew
mit Dario Azzelini: ³Wir haben 510 Jahre lang Widerstand geleistet«´, S. 136 -138, In: Wagenknecht (Hg.): Aló Presidente. Hugo C hávez
und Venezuelas Zukunft, Edition Ost, 2004. Siehe auch Verfassung der bolivarischen Republik Venezuela vom 24.März 2000: Abschnitt III:
Kapitel VIII: S. 83 -85: www.netzwerk-venezuela.de

4Marielba Barbosa : Der aktuelle rechtliche Kampf um indianischen Lebensraum in Venezuela, S. 75, In: Doris Cech/ Elke Mader/ Stefanie
Reinberg (Hg.): Tierra ±indigene Völker, Umwelt und Recht, Brandes & Apsel, 1994. Die Autorin beschreibt in diesen Zusammenhang das
verzerrtes Bild india nischen Amerikas der 1492 auch 80 Millionen der Einwohner des Kontinents ausmachte, wie verzweifelt ihre Situation
ist, die bereits zum gewohnten Anblick unter den Autobahnbrücken am Rande große Städte gehören, wo sie ihr Dasein fristen. Od er als
Bettler, oder als die jenige die ihr billiges Kunstwerk anbieten.

5 Der Herr Prof. Luis Brito García versucht die Massen zu definieren, ihr Konstitution als Volk in den Rahmen ihre ursprüngli che Wurzeln
und macht die folgende Anmerkung: Die Wille d es Volkes und die Art in dem diese wirkte steht in Zusammenhang mit die älteste soziale
Basisgruppen und Kulturen Venezuelas. Es gibt keine Kasten, soziale Klassen, angehäufter Reic htum oder Autoritäten. Das heißt, dass die
einheimischen Gesellschaften egalitären Charakter hatten. Ein Beispiel ihre Kraft ist der Karibe ±Widerstand mit horizontalen
Organisationsformen, was dazu bigetragen hat, die koloniale Invasoren für 300 Jahre zu bekämpfen, nach eine Theo rie. Diese ist auch im
indigenen Kontext überzeugt, in der Kolonie und in der Gegenwart, von die Partizipation der Frau, die er als überwältigend be zeichnet: Der
Beginn ihre Bedeutung in authochthone Gesellschaften kann beobachtet werden, in den Verwandsch aftssystemen wie der Matrizentral der
charakteristisch ist, für viele indigene Gesellschaften in Venezuela. Siehe, Luis Brito Garcia im Gespräch in der Botschaft d er
bolivarianische Republik Venezuelas in Wien, über wiederkehrende revolutionäre Prozesse u nd zu indigene Völker am 1. Juni 2005.
Wie interessant es auch ist, dass selbst VenezolanerInnen von zugehörig zu Matriarchate in der
moderne Verwandschaft -Struktur der patriarchal verankert ist, bei schildern ihre Lebensweise und
insbesondere in der Familie davon ausgehen. Wo dieser Begriff des Matriarchat unabhängig der
wissenschaftliche Angaben nach den Wörterbuch der Völkerkunde und nach den von Dumont du
Voitel abgehandelte Kritik über sog. Matriarchate und in Bezug auf die Familien ±und Sozialstruktur
in ihre Arbeit rund um Macht und Entmachtung der Frau 6, wie ausgezeichnet von die Grunde für die
Subordination der Frau, ausgeht, diese von wichtige Bedeutung scheint und angewendet wird von
Seiten der VenezolanerInnen.

Diese Zugehörigkeitsgefühl zu einen sog. Matriarchat verbindet den VenezolanerInnen


höchstwahrscheinlich auch mit den Wurzeln des indigenen Widerstandes und der Kampf rund um
Anerkennung der Rechte der Frauwie der Verfassung 1999, wo Frauen eine wichtige Rolle in der
Volksversammlung gemeinsam mit indigene und schwarze Frauen spielten, bekräftigt; wie auch die
Prozesse rund um der historische Unterwerfung als Volk gegenüber imperialistischer Herrschaft und
Machteliten im Lande die nach ihre Ansicht ihre Identität und Kultur zu zerstören versuchte. Aber
insbesondere ist es ein wichtiges Phänomen in der venezolanische Gesellschaft und unabhängig den
Einflüsse des Feminismus im Lande, wie am Beispiel der Interviewpartnerinnen in meine Arbeit, dass
ein Großteil der Familienoberhäupte in Venezuela Frauen sind. Hier spielt eine wesentliche Rolle auch
dem Machismo gegenüber der große Anteil an Alleinerziehende Müttern im Lande.

Die hier angeführten Argumente bedeuten für die viele Frauen Venezuelas, dass ihre Kämpfe jawohl
durch Jahrhunderte von wesentlicher Bedeutung gewesen sind. Eine der ausschließenden
Mechanismen in diesen Zusammenhang ist der Gewalt und die auf ihnen ausgeübte Macht der auch
verantwortlich ist, für ihre Unsichtbar machen in der Zeit. Die Worte Yolanda Jaimes 7 geben Kraft
vor einen Welt der in vernichtenden und gewaltigenTeufelskreis zu verharmlosen versucht, die Rolle
von sozialen Bewegungen und Revolutionen die auch von Frauen gesteuert werden:

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6. Siehe Wörterbuch der Völkerkunde, Hirschberg Walter, Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 1999 auf Seite 248 und Dumont du Voit el,
Waltraud: Macht und Entmachtung der Frau. Eine ethnologisch ±historische Analyse, Frankfurt/M. Campus Verlag 1994 in den Kapit el: Die
traditionelle ethnologische Forschung ihren Beitrag zu das sog. ÄMatriarchat³, S. 36 -38, sowie weitere Kapitel die sich frauenspezifisch mit
der Subordination der Frau auseinandersezten. Über Matrifokalität im Venezuela siehe: Matrifokalität: S. 36 0-363. Im folgenden Kapitel
wird nun Anhang der Quellen wo aber Matrilinearität nicht auszuschließen ist, bezüglich der Arbeit und Lebensweise der Frauen, hier übe r
die herrschende Grunde für ihre Ausschließung berichtet.

7. Jaimes Yolanda: La mujer y la Constituciónbolivariana de Venezuela, In : Primer encuentrointernacional de Experienciassobre la


Prevención, Tratamiento, Sanción y Erradicación de la violencia contra la mujer, TalleresTipograficos Cultural S.A, Caracas, 2001.
Ä Seit der sichtbare Entstehung des Lebens auf der Erde, mussten davor 380 Millionen Jahre vergehen,
damit ein Schmetterling zu fliegen lernte, andere hundert achtzig Millionen Jahre damit eine Rose
entsteht, ohne ein andere Kompromiss zu haben, als wunderschön zu sein, und vier geologische
Zeitaltern damit Menschen fähiger waren, schöner als Vögeln zu singen und um an Liebe zu sterben.
Es ist keine Ehre für der menschlichen Begabung im goldenen Zeitalter der Wissenschaften, dass es
beigetragen wurde, um all diesen kolossalen Werk in den Nichts wieder zurückzuführen bis wie es
alles angefangen ist, bis zu ihre Anfänge zurück durch die Kunst ein Knopf zu drücken³ (Jaimes:
2001:19)

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In der vorkolonialen Epoche war die Frau nicht nur Mutter, sondern hatte auch einen bedeutenden
Anteil der Subsistenzarbeit in der Familie. Die Arbeitskraft der indigenen Frau innerhalb der
indigenen Gemeinschaften der Kariben, die gerade im Prozess der Sesshaftigkeit waren, sind von
wesentlicher Bedeutung gewesen. In dieser Phase gab es nur einfache Haushaltsgeräte. Es herrschte
die Polygamie mit Hauptfrau, wohingegen in der Phase der Sesshaftigkeit die Arbeitsverhältnisse sich
änderten, das hatte Auswirkungen auf die Genderbeziehungen, da die Frauen nun mehr zu arbeiten
hatten. Im Falle Venezuelas gibt es Indizien dafür, dass bei der Frau in der vorspanischen Gesellschaft
eine geschlechtliche Arbeitsteilung gab. Dies bedeutete aber, dass zur Kinderbetreuung noch die
Feldarbeit kam, also die Ernte, das Sammeln der Wildfrüchte und die Töpferei, sowie Korbflechterei
(Veracoechea 2003:61).

Dazu gehörte die Bearbeitung der Baumwolle bis hin zur Weberei zur Frauenarbeit. In der
Kolonialzeit gründeten die Spanier Webereien und Flachsbrechereien zur Leinenherstellung. Dazu
stützten sich die Spanier auf die Erfahrung der indigenen Frauen, die sie in diese Manufakturen
steckten, um ihren Tribut abzuarbeiten, selbst in der Schwangerschaft und bei der Geburt arbeitetendie
Frauen weiter. Das Leben der indigenen Frau wurde von tribalen Kriegen überschattet, wobei die
Frauen oftmals Kriegsgefangene wurden, wo Frauen und Kinder zur Beute der Sieger wurden. Sie
mussten sich den Siegern vollständig unterwerfen.

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8. Veracoechea Emilia: Eltrabajofemeninodesdeelperíodoprehispánicohastaelsiglo XIX, In: Las mujeres de Venezuela. Historiaminima ,


Funtrapet Verlag, Caracas, 2003. S. 59 ±63.
Es gibt gewisse Ikonographien auf präkolumbianischen Keramiken, aus der die Frauenarbeit als
Bedeutung für die Gemeinschaft darstellen, das unterscheidet diese Ikonographie vom üblichen
Frauenbild als Fruchtbarkeitssymbol. Dieses feminine Alltagsleben der indigenen Frauen stand im
direkten Zusammenhang mit einer Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes, wo die Arbeitsteilung
aufgrund des Geschlechtes determiniert wird.

Ein Beispiel für die Diskriminierung der Frau ist das Infantizit an weiblichen Neugeborenen, um ihnen
das Schicksal des indigenen Frauenlebens zu ersparen, wie aus den Aufzeichnungen des PadreGumilla
hervor geht (Veracoechea 2003:62). Es gibt mehrere Belege für diese ungleichen Arbeitsbeziehungen
und auch die Diskriminierung der Frauen gegenüber dem indigenen Mann. 9 Etliche Kaziken hatten
mehrere Frauen, die zusammen in ihrem Gemeindehaus lebten, das cumaná genannt wird. Während
der Conquista Äschenkten³ einige Kaziken den weißen Männern solche Frauen als Beweis ihrer
Freundschaft.

Betreffs der Heirat musste der Bräutigam die Arbeitskraft der Braut abarbeiten, diese Brautarbeit
dauerte ein Jahr lang (Socerlokalität), da die Frau Konsumgüter herstellte, wie Textilien,
Hängematten, Penishüllen für die Männer. Die Männer gingen Leviratsverhältnisse, das heißt, sie
heirateten die Witwen ihrer Brüder (ebd.S.63).

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Wie erwähnt, schenkten einige Kaziken ihre Haremsdamen als Unterpfand ihrer Freundschaft den
Conquistadores abgetreten, damit sei angeblich der Prozess des ÄMestizajes³ beschleunigt wurde?
Diese Behauptung von Veracoechea (ebd. S.63) kann so nicht stehen gelassen werden, laut der
Zeittafel in SalcedoBastardo beginnt der Mestizaje in Venezuela erst ab 1600. Wie weiter unten
dargestellt, hängt diese Vorstellung von Mestizaje auf unverstandenen Prozessen unmittelbar nach der
Eroberung der beiden Hochkulturzentren, wo, kurz gesagt, die Conquistadores die von Karl V.
bestätigten Aristokratenrechte der indigenen Aristokratinnen für sich nutzen wollten. Dies konnte in
Venezuela in dieser Form niemals stattfinden. In Venezuela waren die Indigenen zwischen 1498 (die

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9. Veracoechea Emilia: Eltrabajofemeninodesdeelperíodoprehispánicohastaelsiglo XIX, In: Las m ujeres de Venezuela. Historiaminima,


Funtrapet Verlag, Caracas, 2003. S. 59 ±63. Hier ist von Bedeutung der Übergang von Nomadismus zu Seßhaftigkeit der Indigenen
Bevölkerung bei den indigene Frauen in der Arbeitsteilung eine wichtige Rolle anfingen zu spi elen in Gesellschaften die polygam und
patrilinear waren. Unabhänhig diese Gruppen existierte die Matrilinearität sowie in der heutige nordwestliche Bundesstadt von Venezuela,
Zulia wo 2/3 alle Indigenen L eben und indigene Frauen vom großen Ansehengenießen und den Alltag wie Leben bestimmen.
Landung von Columbus) und 1600 an dem spanischen Kolonialisierungsprozess gar nicht direkt auf
diese Weise involviert.10

Von 1600 an begann erst der Prozeß des Mestizaje(Vermischung), und dauerte bis 1936 hinaus. Ab
1600 tauchte in Venezuela erst der Begriff Äpardo³ auf, für ÄMestizo³, wobei der Status des Weißen
käuflich erwerblich gewesen war, um einen höheren Status zu erreichen.

Zwei bis drei Generationen nach der Eroberung wanderten Peninsulares, also Spanier aus Spanien
nach Venezuela ein, um in die Stammbäume der Conquistadores einheiraten zu können, dann galten
diese Einwanderer als Conquistadores. Diese Familien existierten in Venezuela bis heute. Es könnte
daraus geschlossen werden, dass die heutige Opposition gegen Hugo Chávez sich zum Teil aus einer
derartigen, in sich geschlossenen Aristokratenkaste zusammen setzt.11Im Jahre 1620 wurde nun eine
königliche Ordenanza erlassen, die erst 1657 ratifiziert wurde, der zufolge indigene Frauen und
Männer nur unter einem Dienstvertrag beschäftigt werden durften und der Arbeitsplatz durfte nicht
länger als vier Leguas von dem Wohnsitz der Indigenas entfernt befindlich sein. Praktisch war diese
Verordnung ziemlich wirkungslos, der Tageslohn wurde nicht in Geld, sondern ± auch aus

Bargeldmangel ± in Lebensmitteln, falls überhaupt, ausbezahlt. Eine gut bezahlte Arbeit für Indigenas
bei den Spaniern war die Stelle einer Übersetzerin. Eine andere bessere Stellung hatten die weiblichen
Kazikas inne, die in ÄHacendadas³ verwandelt wurden, da sie auf ihren großen Privatländereien cash-
crops (Kakao und Kaffe) kultivierten.

An sich garantierten sie zuvor mit ihren Ländereien die Ernährungssicherheit ihrer Gemeinden,
konnten aber auch Austauschbeziehungen die Kontakte zu anderen Gemeinden unterhalten; das
erinnert allerdings an die weiteren Etappen der südamerikanischen Zivilisationsentwicklung, aber
teilweise auch an die Schwierigkeiten der andinen Landwirtschaft. Diese Stellung der Kazikinnen
garantierte jedoch, dass die traditionellen andinen Nutzpflanzen der Nordanden nicht verloren gingen.
Die Gemeinschaftsarbeit der Indigenas hatte auf den Äsiembrascomunales³ stattgefunden, sodass sie
mit den Ernten ihre Familien erhalten konnten. Trotz des Interesses der spanischen Krone, dieses
System zu bewahren, um die Nahrungsmittelversorgung sicher zu stellen, wurde die

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10. Siehe zur ÄMestizaje³: Mosonyi, Esteban Emilio: IdentidadNacional y Culturaspopulare s, Ensenanza Viva Verlag, Caracas 1982. In:
Nuestrahistorianocomienzaconelmestizaje (Unsere Geschichte beginnt nicht mi t der Vermischung ) S. 53 ±56.

11. Siehe Scheer, André: Kampf um Venezuela, Neu Impulse Verlag, Essen 2004. ÄNach dem Sieg des Volkes³ S. 86 ±100 sowie Reina
Arratia (INAMUJER): Äund wir haben ein Platz die sie uns im Nationalen Radio gaben. Um zu arbeiten und die Bevölkerung zu
informieren, dass diese Regierung eine ist, der eine Veränderung in Bezug auf die Diskriminierung die im Lande herrscht, versucht hat.
Leute die definitiv, absolut rassistisch sind, die der herrschende Oligarchie durch den Generationen bis hin in der koloniale Zeit gehören.
Und ich sage jetzt: Dass viele der Angriffe auf den Präsidenten damit zu tun haben, dass er ein Mann aus der untere Schicht i st und weil er
indigene und afroamerikanische phys iognomische Merkmale nachweist!
Gemeinschaftsarbeit in Fronarbeit von den Eroberern verwandelt, die Tributleistungen in Form von
Arbeitsleistungen erzwangen, etwa bei der Indigoernte und beim Honigsammeln. Die Pfarrer
rekrutierten Frauen zur Seifenherstellung und zur Produktion von Hängematten aus Lianen
(chinchorros). Seit dem 17.Jahrhundert war diese Arbeit verboten, außer als Lohnarbeit, dies war eine
Schutzvorschrift, aber dieses Gesetz wurde oft genug gewaltig gebrochen.

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Gemeinschaftsarbeit der indigenen Frauen manifestierte sich in den sogenannten

Äsiembras de la Comunidad³, den Allmenden (Quechua: marca, Guaraní:amambá). Mit der Ernte
dieser gemeinschaftlichen Felder versorgten die Frauen ihre Familien und organisiertenden Austausch.
Trotz des Interesses der Krone, die indigenen Frauen durch die Leyes de Indias und andere Gesetze,
Verordnungen und Erläße (cédulas y provisiónes) zu beschützen, riss missbräuchliche Verwendung
dieses weiblichen Gemeinlandes und der Frauen selber ein. Die Möglichkeit dieser Machtmissbräuche
stellte eine ständige Bedrohung der Frauen dar, nämlich in Leibeigenschaft gezwungen zu werden.

Das bedeutete, die weitere Bewirtschaftung dieser Felder erforderte erhebliche


Widerstandsanstrengungen. Die kirchlichen Autoritäten befahlen Reglementierungen der
Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutz, sowie den Schutz persönlichen Lebens, Freiheit und
Unversehrtheit. Man veröffentlichte die kirchlichen Positionen bezüglich des Schutzes und der
ÄIntegration³ der autochthonen Bevölkerung. Trotzdem hatten sich nicht wenige Pfarrer an der hier zu
betonenden kolonialen Ausbeutung beteiligt.

Gleichzeitig wurden Missionen gegründet, um ± wie dies im ÄJesuitenstaat in Paraguay³ exemplarisch


der Fall war ± die kirchlichen Vorstellungen eines gerechten Umgangs mit den Eroberten
durchzuführen, jedoch wurden die missionierten Gruppen ihrer eigenen Kulturen entfremdet. Die
Weltgeistlichkeit beteiligte sich jedoch an den üblichen Ausbeutungsformen der Kolonialherren:

‡ Mitacolonial (die sogar auf den Phillipinen unter diesem Namen eingeführt wurde)

‡ Yanacogazco (eine Art Leibeigenschaft)

Die indigene Bevölkerung (hier für den Fall Venezuela), zog sich in geographisch isolierte Gegenden
zurück, um der Ausbeutungsmaschinerie zu entgehen. Dort konnten sie ihre Kultur erhalten und ihre
angestammten, biodiversen Agrartechnologien erhalten. Diese Agrartechnologien blieben in diesen
Gebieten nahezu unberührt erhalten. Vor allem die Frauen erhielten durch ihre Arbeit dieses
Umweltwissen.
Das bedeutendste Rückzugsgebiet, obwohl verschiedenen Attacken ausgesetzt, ist La Guajira im
Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Venezuela, wo Gruppen wie die Guajú und die Guajiros leben,
die ihre Matrilinearität im Verwandtschaftssystem erhalten hatten. Auch der Amazoniengebiet.

Diese erhielten auch ihr Umweltwissen, die handwerklichen Traditionen und dies trotz gewalttätiger
Konflikte insbesondere während der letzten Jahrhundertwende, da die Grenze zwischen Venezuela
und Kolumbien umstritten ist. Auch ihre indigenen Sprachfamilien wurden erhalten. Der Schlüssel zu
dieser Erhaltung ist die wichtige Rolle der Frauenarbeit im Subsistenzbereich.

Dort, wo die indigenen Systeme erhalten wurden (auch der Amazonasgebiet gemeint), existiert die
Frauenarbeit in ihrem symbolischen und mythologischen Kontext. Die Frauensubsistenzarbeit steht
hier auch im Zusammenhang mit den indigenen Riten, den sozialen Normen der indigenen
Gemeinschaften und auch deren kollektiven Bewusstsein. Dazu fehlen noch in Venezuela
ethnographische Arbeiten.

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Die weißen Frauen der kolonialen Oberschicht brachten gleich ihre indigenen und schwarzen
Domestiquen mit. Diese waren ebenfalls Frauen, aber eben schwarze oder indigene Frauen. Da die
indigene Bevölkerung vielfach durch aus Europa eingeschleppte Seuchen dezimiert wurde, nahmen
vielfach schwarze, versklavte Frauen die Rolle der Indigenas ein. Die Familien, die sich angesiedelt
hatten, demonstrierten ihren Reichtum durch die Anzahl schwarzer Sklaven. Gerade die
Kindbettsterblichkeit der weißen Frauen war sehr hoch, aber die überlebenden Kinder wurden oft von
schwarzen Sklavinnen gestillt, ja sogar aufgezogen. Diese Sklavinnen wurden oft von anderen Frauen
angemietet, keine Frage, dass die Sklavinnen von ihrem Lohn nichts sahen.

Aber die bekannte emotionale Verbindung zwischen weißen Kindern und schwarzen Stiefmüttern, die
von den weißen Kindern als Ersatzeltern betrachtet wurden, war groß.

Es war fast unmöglich, diese affektiven Bindungen zu brechen. Ebenso wurden die Kinder der Amme
von den weißen Kindern oft als Geschwister betrachtet. Dies wurde als Ähermanos de leche³
(Milchbrüder) bezeichnet. Sklavinnen, die gerade geboren hatten, wurden oft von den
Kolonialautoritäten, nicht nur in Carácas, als Ammen in die Weißenhäuser geschickt, um dort die
Kinder zu stillen, gesellschaftlich angesehen waren die Arbeiten jedoch nicht.

Ansonsten wurden Sklavinnen als Wäscherinnen, Putzkraft, Näherinnen, Haushälterinnen oder für
sonstige Hausarbeiten eingesetzt. Eine gesellschaftlich angesehene Arbeit war die einer Hebamme,
einer Zauberin oder die von Hellseherinnen.

Diese Arbeiten wurden hoch bezahlt. Vielfach akzeptierten die Sklavenhalter diese selbstständige
Arbeit, da die Sklavinnen sich mit dem Erlös freikaufen konnten. Dadurch ersparten sich die
Sklavenhalter auch die Verpflichtung die Sklavinnen im Alter und Krankheitsfall pflegen zu müssen.
Viele Großgrundbesitzer, die Kakao oder andere Cash-crops kultivierten, gaben ihren Plantagen-
SklavInnen oft kleine Grundstücke (arboledillas o hacendillas), wo die versklavten Frauen oft Mais,
Yucca, Bananen u.a. zur Selbstversorgung anbauten.

Hier muss betont werden, dass diese Tätigkeit nicht von den versklavten Männern durchgeführt
wurde. Wenn die versklavter Männer auch auf die Idee kamen, Kakaosamen zu stehlen, um sie im
Conuco-System zu kultivieren, eine indigene Form der Bodenbewirtschaftung, die schon zur
Kolonialzeit, wie bei der Flurordnung der Invasoren zu erkennen war, wie auch von SklavInnen
angenommen wurde; wurde ihr Land vom Herren eingezogen. Die Großgrundbesitzer verteidigten
nicht nur auf diese Weise ihr Kakaomonopol. Mit der Rechtfertigung, es handle sich um ertappte
Kakaodiebe, hatten sie aber vor, weitere extreme Formen der Ausbeutung von Sklaven auszuüben.

Das heißt, dass diese zwar weiter auf der Plantage arbeiten mussten, jedoch ohne Möglichkeit der
Versorgung, das bedeutet, sie bekamen nichts zu essen. Die unmenschlichen

Disziplinierungsmaßnahmen auf den Plantagen endeten für die meisten Sklaven in letaler physischer
Erschöpfung. Die weiteren Formen der brutalen Unterdrückung hatten als Ziel, die gänzliche
psychische und physische Erschöpfung der Sklaven zu verursachen. Das bedeutete auch, dass die
Invasoren es schon damit die Dezimierung seine Familien vorsahen: Hier die Dezimierung der
Familien von Sklavinnen und versklavte Kindern. Die Dezimierung der

SklavInnen ±Familien folgten in der Form, sie mit diesen Kleingrundstücken allein zu lassen. Auf
diesen Kleingrundstücken war es unmöglich, die wichtigsten Lebensbedürfnisse der gesamten
Familien zu erfüllen. Erste Anzeigen für solche Formen der Ausschließung war der Grad an
Unterernährung, an der alle leiden mussten.

Aus diesem Grund waren es wieder die Frauen, die hier eine Unzahl an Arbeiten durchführen mussten,
um ihre eigenen Familien vor diesen lebensbedrohlichen Maßnahmen der Invasoren zu schützen. Die
Bezeichnung /arboledillas o hacendillas/ für das Conuco-System sind pejorativ, um das Conuco ±
System als Form der Bodenbewirtschaftung zu deklassieren. Der rassistische Hass der Invasoren, die
am Beginn der Kolonialzeit diese Form der Bodenbewirtschaftung auch anfänglich annehmen
mussten, verhinderte die Anerkennung, dass es sich um bewährte Anbauformen der indigenen Völker
handelte.

Das gleiches geschah mit dem traditionellen Wissen der Sklavinnen bei der Arbeit auf den
ÄHaciendas³. Der von Spanien nach Venezuela gebrachten Landnutzungsformen als Plantagen,
entsprechen auf keinen den indigenen Flurformen. Die Plantagenwirtschaft als Teil der
venezolanischen Arbeitswelt brachte erstens die SklavInnen. Zweitens beruhte der tropische Landbau
zum Großteil auf den agrikulturellen Erfahrungen der Indigenen und vermutlich auch derverschleppten
AfrikanerInnen. Dieses Wissen ist in der Plantagearbeit zu erkennen, da Saatgutselektion und
Bodenauswahl aufgrund des nichteuropäischen Wissens erfolgten. Dieses indigene Wissen erhielt
sich auch bei den SklavInnen, insofern sie eigenes Land bestellten, was durchgehend der Fall war. Im
Kontext der culturaspopulares (Volkskulturen) sind diese Traditionen erhalten, die nachweisen, dass
traditionelles Wissen von SklavInnen bei der Bodenbewirtschaftung weiter praktiziert wird. Beispiele
dafür stellen Dörfer wie Barlovento, Curiepe und an der südlichen Seite des Maracaibos ±See dar. Wo
das Thema hier eine wesentliche Bedeutung hat.12

Salcedo ±Bastardo (1993: 91) meinte nun, dass die traditionelle Agronomie aufgrund des Wissens der
SklavInnenfüsse, nicht von den Indígenas. Die durchgängige Verbreitung der Flurcharakteristika des
Conucosystems im kleinbäuerlichen Sektor in Venezuela macht diese These jedoch äußerst
zweifelhaft. Die Persistenz dieses Systems hat auch mit der Landflucht der Männer zu tun, sodass die
Frauen auf sich gestellt waren und das Land recht gut oder schlecht bewirtschafteten.13Bis in die 70er
und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts sind die Frauen an erster Stelle bei den Aufständen gestanden, die
sich gegen Bodenraub seitens der Regierung und Großgrundbesitzern richteten, wobei die
Agrarreform von 1961 die Situation noch verschlimmert hatte. Diese Kämpfe kosteten einigen Frauen
und ihren Kindern das Leben.14

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Seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts gibt es Quellenhinweise auf die Anwesenheit spanischer Frauen
auf der Insel Cubagua, die Perlenhandel mit der Casa de ÄContratación³ in Sevilla betrieben. Die
Hauptbeschäftigung weißer Frauen war die Kolonisation, das bedeutete, sie gründeten Dörfer und
Städte. Viele waren Frauen der spanischen Soldaten. Mit den Frauen, Geliebten und sonstigem
weiblichen Anhang kamen bislang unbekannte Sämereien nach Venezuela, welche die Indígenas
übernahmen und eigene Varietäten züchteten und damit ihren Speisezettel bereicherten. Diese
Germplasmen hatten die weißen Frauen den indigenen Frauen gegeben.

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12. Zum Thema Äculturaspopulares³ und Anbausysteme in Venezuela siehe Mosonyi, Esteban Emilio: Identidadnacional y
culturaspopulares, Ensenanza Viva Verlag, Caracas 1982. In: Tradición é innovación de la culturapopular S. 77 -82; La comunidad:
Escenarioirremplazable de la luchacul tural S. 100-104; La culturapopular de reistencia S. 134 -137 und Las
comunidadesindigenascomomodelos de organizacióncomunal S. 237 -249.

13. Kollektiv p.i.s.o 16 : Venezuela. Welcome toour Revolution, Gegen den Strom Verlag, München 2004, In: Wir müssen vie le Traditionen
zurückgewinnen. Interview mit José Guariguata, Koordinator des Soziales Netzwerk Guayana, S. 109 ±112. Über die noch bestehende
landwirtschaftliche Anbauformen nach indigene Tradition und über den kulturellen Sinn die mit den ländlichen Lebe n in Zusammenhang
stehen. Der die These Salcedo ±Bastardo auch widerlegt.

14. Claudia von Werlhof habe Studien zur Situation und daran Beteiligung der Bäuerinnen in Venezuela zusammengefasst. Siehe: Wenn die
Bauern wiederkommen. Frauen, Arbeit und Agro -Business in Venezuela, Bremen 1985. In den Beitrag behandelt sie wie Frauen und Kinder
im Kampf gegen Großgrunddbesitzern und Regierung das Leben gekostet hat.
Diese hatten diese Sämereien in die eigene Landwirtschaft eingeführt. Die Arbeit der weißen Frauen in
den encomiendas bestand, abgesehen von Nonnen, in lukrativen Tätigkeiten als Sklavenhändlerinnen
oder sie hatten selbst eine Encomienda. Obwohl die spanischen Verordnungen die Frauen vom
Großgrundbesitz ausschlossen, wurden viele Frauen Encomenderas, welche die Arbeitskraft der
Indigenen ausbeuteten.

Ziegeleien und Dachdeckerbetriebe waren ebenfalls Tätigkeitsbereiche dieser Frauen, ebenfalls


Viehzucht, meistens Rinderzucht oder Kleinreederinnen, um mit Kanus den Handel mit benachbarten
Inseln zu betreiben. Nach dem Historiker Eduardo Arcilla Farías15 war dieFrauenarbeit gleichwertig
mit der Männerarbeit und führte zu profitablen Ergebnissen für die Frau. Jedoch, durch den
herrschenden, männlichen Einfluss sind viele Frauen in diesen Arbeitsprozess hinein gedrängt worden.

Die encomendierten, das heißt, in feudale Abhängigkeit nach dem Modell der spanischen Reconquista
gebrachten Indígenas wurden oft genug von weißen Frauen kommandiert. Folgerichtig wurden die
indigenen Frauen Opfer spanischer Encomenderas. Die weißen Frauen erhielten durch die Menge der
ihnen hörigen Indigenas einen entsprechenden sozialen Status.

Die Encomendieras waren: Maria de Avila im Tal ÄValle del Espiritu Santo de la Gríta³, Francisca
Gónzales hatte eine Encomienda von 80 Indios in Guarenas und in Guariches. DoñaFehpa de Mora
war ein weiblicher Encomendero, die auf ihren Hacienden (Landgütern) in ElTocujo lebte. Sie war
eine sehr reiche Grundbesitzerin und hatte eine Menge indigene Hintersassen. (Encomienda ist einen
spezifisch spanische Form feudaler Abhängigkeit, die aus der Zeit der Reconquista stammt). Den
Kämpfern der Reconquista wurden erobert.

Muslime zwecks Unterweisung ins Christentum anvertraut, natürlich mussten sie für den
Religionsunterricht arbeiten, zu mindestens in der feudalen Ideologie. Dies wurde nahtlos auf die
Eroberung Amerikas umgelegt. DoñaFehpa richtete Äobrajes³ ein, das waren Manufakturen, wo die
encomendierten Indigenen arbeiten mussten. Dort wurde Leinen feinster Qualität hergestellt, das
berühmte Tocujo-Leinen. Eine so genannte Doña Felipa

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15. ArcillaFarías, Eduardo: Elrégimen de la encomienda en Venezuela. Escuela de EstudiosHispanoaméricanos, Sevilla, 1957
zwang die Frauen und Kinder dieser Manufakturen Kaffeesäcke aus Jutte zu produzieren. Darin wurde
brauner Rohrzucker bzw. Zuckermelasse transportiert, der auf ihren Hacienden produziert wurde.
Diese Frau war auch eine Geschäftsfrau, die gleichzeitig die Hilfsstoffe zur Fabrikation der
Zuckermelasse verkaufte und damit gleich noch reicher wurde ± und die regionale Entwicklung
förderte.

Die Kultivierung von Rohrzucker ist ein ausgesprochen schwieriger Prozess. Zunächst wird das
Zuckerrohr geschnitten. Die Ernte kommt ins Sudhaus, wo sie eingekocht wird. Dies geschieht bei
sehr hohen Temperaturen, bis aus den Zuckerrohrschnitzeln eine zähflüssige Melasse wird. Diese
Melasse kommt in umgekehrte Zylinder, um auszutrocknen. Dies sind die Gussformen für die
Zuckerhüte.

In der Gegend von La Grita, Capacho, Merida, Barinas, Valle de la Pasqua (heute: Caracas-Tal), la
Victoria, Acarigua, etc. lebten in verschiedenen kommendierten Indigenen indigene Frauen, die für
weiße Frauen Äservicio personal³ leisten mussten. Diese persönlichen Dienstleistungen waren im
spanischen Königreich an sich verboten und die Jesuiten versuchten dies zu bekämpfen, ehe sie in
klarer Einsicht der Unbekämpfbarkeit dieser Missbräuche ihre Urwald-Utopie in Paraguay umsetzten.
In diesem Sinne war die Stellung der weißen Frau, die ein Territorium kolonialisiert hatte, praktisch
eine Äunmögliche Erscheinung³ in der männerdominierten Kolonialgesellschaft, galt doch der Mann
als das Zentrum des Wirtschaftslebens.

In den Frauenklöstern herrschte dieselbe Diskriminationsordnung der Kolonialgesellschaft. Die


weißen Insassinnen aus den hohen gesellschaftlichen Klassen bestimmten das Klosterleben. Die
Nonnen von den schwarzen Kopftüchtern (monjas de velonegro) mussten

2000 Pesos Mitgift beim Eintritt in den Konvent einzahlen. Auf diese Weise konnten sie im Kloster
Karriere machen, als Mutter Oberin (Priora), Sub-Priora (stellvertetende Mutter Oberin) Lehrerin oder
Beichtmutter. Die Beichtmütter konnten auf diese Weise erfahren, was draußen in der Welt vorgeht.
Die übrigen Nonnen blieben in Klausur.

Die statistischen Daten, die aus den Informes de Pedro José de Olavariada für die Jahre 1620/21
gezogen wurden, erlauben den Schluss, dass auf den Hacienden 10% der Gesamtproduktion an Kakao
der Provinz Venezuela, das ist das heutige Zentrum und der Norden des gegenwärtigen Staatsgebietes
Venezuelas, von Frauen produziert wurden, die als Hacendadas aktiv die Wirtschaft der Provinz
mitgestalteten. Daneben können wir beobachten, dass die Hacendadas des Gerichtssprengels Caracas
ÄMantuanas³ (spanische Frauen) waren, die den Titel Doña trugen und Großgrundbesitzerinnen waren.

Im Gegensatz dazu waren die Haciendas in den Gerichtssprengeln Nirgua und Barguisimeto viel
kleiner als die im Zentrum, folglich war die Produktion geringer. In diesen Gegenden gab es eine
große Anzahl an Landbesitzerinnen, die aus den unteren Schichten der Kolonialgesellschaft kamen,
wie Schwarze und ÄPardas³, das sind Frauen von afrikanisch-indigenen Elternteilen.

Nur wenige Frauen arbeiteten als Handwerkerinnen, obwohl dieser Wirtschaftszweig eine wichtige
Rolle spielte. Sie arbeiteten als Malerinnen, Bildhauerinnen, Silberschmiede und Stickerinnen, vor
allem im 18. und 19. Jahrhundert. Einige der bekanntesten Handwerkerinnen waren Fabiana Gonzales
und Rosalia als Malerinnen. María Anastacia de Castro als Bildhauerin, Juana Paula und Inez
Hernández y Chaves als Kunststickerinnen. Maria Felix Xímenez als Schneidermeisterin. Ana Maria
Pereyra als Fabrikantin von ³Posamenterias´. Josefa Mosqueda y Josefa López waren als
Silberschmiedemeisterinnen bekannt. Maria del Carmen Mapango war ebenfalls eine prominente
Silberschmiedin. Diese qualifizierte Arbeit, welche die genannten Handwerkerinnen leisteten, war von
größter Bedeutung, da sie die ganze Industrie weiterentwickelten. Sie wurden für ihre Arbeit
hochbezahlt und galten gleichsam als Vorbilder ihrer Branche für ihre Arbeit und hoben damit den
sozialen Status der weißen Frau.

Im Gegensatz dazu standen einige Frauen aus der Casta der Äpardos³, die Kleinhändlerinnen waren.
Das bedeutet, sie hatten kleine Geschäfte oder Stände, wo sie Stoffe und Kurzwaren verkauften.
Pardas und Schwarze waren ebenso Strassenhändlerinnen in den Gassen um die Plaza Mayor (heute
Plaza Bolivar) herum.

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In diesem Sinne gab es Beschränkungen für einige Frauen. Beispielsweise durften sie keine
Ministerposten der Real Hacienda bekleiden und sie durften keinen Fernhandel zwischen den
Kolonien betreiben, wenn sie mit Männern, die Ministerposten bekleideten, verheiratet waren. Ebenso
wenig durften sie in Geschäfte intervenieren, keine Empfehlungsschreiben ausstellen und durften auch
nicht von Geschäftsleuten begleitet werden. Die Ehefrauen und Töchter von Staatsanwälten,
Bürgermeistern, Steuerbeamten und königlichen Funktionären durften keine Häuser,
Viehzuchtbetriebe (Äestancias³), Gärten oder sonstigen Grundbesitz in den von ihnen verwalteten
Distrikten besitzen. Ebenso wenig durften sie Waffen, Kanus oder Perlen besitzen und auch keine
Anteile an Minen und Zuckerfabriken besitzen.

Wer diese Regeln brach wurde mit äußerste Strengen bestraft. In den ÄLeyes de Indias³ gab es keine
Regelungen von weiblichen Angelegenheiten betreffs der Ausübung öffentlicher Ä mter. Weibliche
Verwaltungsbeamtinnen waren in jener Epoche unvorstellbar. Unter außergewöhnlichen Umständen
jedoch bekleideten Frauen hohe Ä mter in der amerikanischen Kolonialbürokratie Spaniens. Im Falle
Venezuelas gab es sogar weibliche Gouverneure, etwa auf der Isla Margarita: Doña Isabella Manrique
und ihre Tochter (Veracoechea 2003: 72).
Auf jedem Fall, die soziale Identität die die Weiße Frauen reproduzierten und zeigten, war eine der
Ausschließung und des Geld (Besitz) die eine Unzahl an Zeichen der ÄUnterschiede³ zwischen Frauen
aufgrund ihre Herkunft und Hautfarbe ausmachte. Zeremoniell standen diese Zeichen mit sozialen
gehaltenen Verhalten in Verbindung: Die Sitze von Weiße Frauen in öffentlichen Raum konnten nie
von Indigene, Schwarze und Mulatinen ±Frauen besetzt werden. Freie schwarze Frauen oder
Sklavinnen konnten kein Gold, Perlen oder Seide tragen. Sie mussten mit Spaniern verheiratet seien.
Auch Teppiche blieben sie enthalten zu besitzen. Die Unterschiede mussten gemacht werden, da die
deklassierten Sklavinnen (inkludiert Indigenen Frauen) nicht von den gleichen Privilegien genießen
konnten, da eine zu werden, entsprach hohen Ansehen für die Hausherrin.

Francisco de Miranda, Vorreiter der Unabhängigkeit in Venezuela sah es alles anders als in der
damaligen Zeit erlaubt. Am Ende des XVII Jahrhundert forderte er das Wahlrecht für alle Frauen.
Auch Simon Rodriguez forderte die Bildung für beide Geschlechter: für Mädchen und Buben, für
Frauen und Männer. Jedoch, die Revolutionären der Unabhängigkeit schließen die Frauen aus. Sie
wurden auf der privaten Sphäre weiter reduziert in ihre Rolle als Frauen. Eine historische Geschichte
der Ausschließung von Frauen war bis ins XX Jahrhundert eine andauernden in sich.

Im Venezuela der Kolonie ging vielmehr um die Prohibitionen die den sozialen Einstieg hinderten,
aufzuheben und nicht um rassistischen, sexistischen und klassischen Aberglaube zu beseitigen. Sogar
die Versklavung müsste sich als Problem lösen, beeinflusst von Faktoren die ihre Abschaffung
begünstigten, aus rein ökonomischen nicht rentablen Gründen, als der Kampf zwischen den sog.
ÄRassen³ die eigentlich der populären Kultur in Widerstand kennzeichnet.

Für der historischen Moment von 1810 in Venezuela also, stehen die einen Frauen über die Anderen:
Jedoch, beide sog. Frauengruppen sind betroffen von ähnlichen Situationen. Von jenem die
subordiniert und untergeordnet gehörten, vergiss völlig die Geschichte zu schreiben, was in diesen
wissenschaftlichen Artikel und im zweiten Teil man versuchen will, zu erläutern. Der
essentialistischen Biologismen im Religion, Philosophie, Wissenschaften und Jurisprudenz die ihnen
(und hier auch Weiße Kolonistinnen inkludiert), ein Hindernis für das abstrakte Denken zuschrieben,
die sie zu Frauen die ins Intuitiven einschränkten, wie gleichgestellt die Schwarzen Männer ohne
Rationales Denken, wurde auch das Recht auf Selbstbestimmung auf ihre Körpern beraubt. Ihre
Ausbeutung als Arbeiterinnen ohne Rechte degradierte sie zu Frauen die sexuellen Dienste anbieten
und für reproduktiven Zwecke erdacht waren, sie zu sexuellen Objekten machte. In der realen und
erlebten Welt der Frauen inmitten emanzipatorischen Prozesse in der Zeit, spielen sie aber eine
gewichtige Rolle im Kampf um ihre Rechte und für eine andere Form von Gesellschaft die tiefgreifend
und mit Absicht, mit allem mitteln man versuchte, unsichtbar zu machen.

Zoraida Nieto ist Kultur ±und Sozialanthropologin und Journalistin, lebend in Wien, Österreich
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