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Die Körperarbeit

HATHA YOGA
Einheit & Harmonie
Im Yoga ist ein wichtiger Aspekt das Erlangen von
Einheit und Harmonie.
• Es wird über die Körperarbeit eine Harmonisierung des
Menschen in seiner Ganzheit erreicht.

• Eine Balance von Yin und Yang, Sympathikus und


Parasympathikus, den beiden Hemisphären – dieser
Ansatz lässt sich direkt aus dem Namen Hatha Yoga
ableiten:

Im Sanskrit, der alten Sprache Indiens,


bedeutet Ha Sonne und Tha Mond.
• Aus psychologischer Sicht werden mittels Yoga
Funktionen geübt, die wegführen von der hektischen,
unkonzentrierten und an viele äußeren Zwänge
gebundenen Persönlichkeit.
Die Methoden des Hatha Yoga
• Körperübungen (Asanas / Vinyasas)

• Atemübungen (Pranayama)

• Tiefenentspannung

• Meditation

• Bewusste Ernährung

• Reinigungsübungen (Kriyas)
Asanas
Körperübungen (Asanas / Vinyasas)
Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine Zeit lang gehalten wird. Asanas entwickeln
auf sanfte Art Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewusstsein.
Interessant ist, wie schnell man durch Yoga mit nur wenig Anstrengung Fortschritte machen kann. Ein
gleichmäßig flexibler Körper mit harmonisch entwickelter Muskelkraft ist auch ein Grundvoraussetzung für
Gesundheit und Grazie.
Durch das ruhige Halten der Stellungen werden blockierte Lebensenergien (Prana) wieder zum Fließen gebracht,
Heilkräfte aktiviert und die inneren Organe besser durchblutet.
Yoga Asanas sind eine ausgezeichnete Vorbeugung gegen jede Art von Krankheit und können andere Therapien
in ihrer Wirksamkeit sehr unterstützen und erhöhen.
Wenn Asanas Meditation im Stillstand ist, ist Vinyasa Meditation in der Bewegung: Der Praktizierende nimmt
diese besondere Bewusstseinsqualität mit in die nächste Pose, schafft einen Transfer. Im Idealfall über die
Yogastunde hinaus.
Pranayama
Pranayama – Atemübungen
Der Mensch atmet durchschnittlich täglich etwa 26.000 Mal.
Über den Atem nehmen wir den wichtigen Sauerstoff, aber auch Prana, Lebensenergie, auf.
Durch Stress, Verspannungen, falsche Körperhaltung und schlechte Angewohnheiten atmen die meisten Menschen zu
flach. Sie geben so ihrem System zu wenig Sauerstoff und klagen über schnelle Ermüdung.
Yoga hilft, wieder zu einer natürlichen Atmung zurückzukehren. Mit speziellen Atemübungen kann die
Lebensenergie jederzeit wieder aufgebaut werden.
Über Atemtechniken kann man auch Lampenfieber, unberechtigte Ängste, Depression und Reizbarkeit überwinden.
Wer regelmäßig Atemübungen braucht sich über Müdigkeit nicht mehr zu beklagen.
Tiefenentspannung
Tiefenentspannung (Shavasana)
Am Ende jeder Yogastunde gibt es eine Tiefenentspannung, die etwa 10-15 Minuten dauert. Dabei liegt man
auf dem Rücken und entspannt systematisch alle Teile des Körpers und schließlich auch den Geist.
Gerade die Entspannung ist für den modernen Menschen besonders wichtig. In der Entspannung werden
Stresshormone abgebaut, das Immunsystem gestärkt, Heilprozesse gefördert, geistige Stärke und Ruhe
wiederhergestellt. Vollständige Entspannung kommt nicht einfach so von selbst, sondern muss geduldig und
systematisch gelernt werden.
Bewusste ErnährungIn aller gegebener Kürze kann man sagen, dass eine gesunde Ernährung nach yogischen
Gesichtspunkten gleichzeitig für den physischen Körper, das Energiesystem, auf emotionaler und auch
intellektueller Ebene gesund und förderlich sein sollte. Hier liegt der große Unterschied zwischen dem
yogischen Ernährungssystem und vielen anderen Ernährungssystemen.

Reinigungsübungen (Kriyas)In der Hatha Yoga Pradipika, einer wichtigen Yoga-Schrift, werden sechs
Übungen, hier Shatkriyas oder auch Shatkarmas (Sanskrit, shat, "sechs") genannt, beschrieben. (Nächstes
Blatt)
6 Reinigungen
1. Trataka (Anstarren eines Objektes aus ca. 1-3 Meter Entfernung)
2. Neti (Nasenspülung und Massage der Nasenschleimhäute)
3. Kapalabhati (Lungenreinigung durch Schnellatmung, Feueratmung)
4. Dauthi (Reinigung des oberen Verdauungskanals)
5. Nauli (Darmreinigung)
6. Basti (Enddarmreinigung, Einlauf)
Meditation
Meditation (siehe Raja Yoga)

Hatha Yoga findet vielseitige Verwendung. Gerade bei Zivilisationskrankheiten und Disbalancen, z. B, bei
Rückenschmerzen und Übergewicht haben sich die Techniken sehr bewährt.
Teilweise Heilerfolge und Wohlbefinden einzig und allein durch Harmonisierung und Reinigung, erzielt
werden.
Hatha Yoga bietet sich geradezu an, mit anderen Ansätzen verbunden zu werden. Hier ist in erster Linie
natürlich Ayurveda zu nennen, das durch die Geschichte hindurch eine nahe Verbindung mit dem Hatha Yoga
aufzeigt.
Aber auch andere funktionale Bewegungskonzepte lassen sich hervorragend mit dem Hatha Yoga zu einer
ausgewogenen Sadhana (Übungssequenz) verbinden: Thaimassage (auch „Yoga for lazy people“ genannt),
Pilates, PNF, Alexandertechnik, funktionelles Krafttraining wie TRX oder das Arbeiten mit Gewichten.
Kundalini
Kundalini – Energiearbeit
Es ist ein starkes Indiz für eine generell zunehmende Spiritualisierung, dass man heutzutage in großen
Kreisen unserer Gesellschaft von „Lebensenergie“ sprechen kann, ohne sofort in die Eso/Hippie/New
Age - Ecke geschoben zu werden.
Kundalini beschäftigt sich genau mit dieser Lebensenergie, im indischen als Prana bezeichnet und ist die
logische Fortsetzung von Hatha Yoga. Sobald der Körper, der Geist, das Leben eines Menschen durch
die Übungen aus dem Hatha Yoga zu einem gewissen Grad in Harmonie gekommen ist, kann man
beginnen, sukzessive das Energieniveau zu erhöhen.
Das Ansteigen dieser Energie hat positive Auswirkung auf den Praktizierenden. Mehr Elan, Esprit und
Präsenz.
Der Methodenkatalog des Kundalini Yoga beinhält die Techniken des Hatha Yoga, zudem werden
folgende Techniken eingesetzt
• Yantra Yoga verwendet geometrische Formen für die Meditation
• Mantra Yoga benutzt den Klang zur Kontrolle des Geistes
• Nada Yoga verwendet Musik

Raja Yoga
Raja Yoga - Mentaltraining
Raja Yoga ist der Weg der systematischen Analyse und Kontrolle des Geistes. Wenn man vom klassischen (orthodoxen)
Yoga spricht, also Yoga als eine sich auf die Veden beziehende Tradition, dann spricht man vom Raja Yoga.
Eine der klarsten und vielzitiertesten Definitionen, was Yoga ist, stammt aus den Yoga Sutras 1.2:
Yogas citta vritti nirodhah
Yoga ist das Zur-Ruhe-kommen (nirodhah) der Geistes (citta) Inhalte (vrittis).
Wenn das nicht gegeben ist (so die übernächste Sutra) identifiziert man sich mit diesen Geistesinhalten und man kann
nicht (so die Sutra dazwischen) seine wahre (swa) Natur (rupa) erfahren.
Worum es also geht, ist den Geist leer werden zu lassen.
Ein Kleinod aus den Yoga Sutras, eine probate Anleitung für das Wachstum in die Innere Stille hinein, ist das System
der „Ashtanga“, ein Progress bestehend aus acht (ashta) Stufen (anga).
Die acht Stufen
Die acht Stufen:

1. Yamas Regeln für einen harmonischen Umgang mit der Umwelt.


2. Niyamas Regeln für eine optimale Selbstentwicklung
3. Asanas den Körper in harmonische Stille bringen
4. Pranayama die Lebensenergie in harmonische Stille bringen
5. Pratyahara Zurückziehen der Sinne von störenden Einflüssen auf den Geist
6. Dharana Konzentration
7. Dhyana Meditation
8. Samadhi Einheit
Allgemeine Techniken
Allgemeine Techniken aus dem Raja Yoga, die im Yoga eingesetzt werden können:
• Achtsamkeitstraining
• Affirmationen
• Visualisierung
• Verschiedenste Konzentrations- und Meditationstechniken
• Selbstreflexion/ Selbstbeobachtung
• mentales Training
Effekte für den Schüler zeigen sich unter anderem darin, dass sie
• eine starke Gedankenkraft und positives Denken entwickeln
• Negative Emotionen in den Griff bekommen
• Zwischenmenschliche Beziehungen verbessern
• Willenskraft und Konzentration entwickeln
Bhakti Yoga
Bhakti Yoga - Das Leben in Hingabe
Bhakti Yoga zählt für viele Lehrer als der wichtigste und einfachste aller Yogawege.
Emotionen und Gefühle werden in den anderen Yogawegen häufig ausgegrenzt – im Bhakti Yoga finden sie ihren Platz.
Bhakti Yoga wandelt Emotionen so um, dass sich reine Liebe, Demut und Hingabe entfalten kann.
Es macht die Menschen weicher und liebevoller – zu anderen und zu sich selbst.
Bhakti Yoga spricht stark Menschen mit emotionellem Temperamente an
• befasst sich mit Gefühlen als Ausdruck der Seele
• hat viel mit Schönheit und Ästhetik zu tun
• Bhakti Yoga wandelt Emotionen in unbedingte, selbstlose Liebe um
• Emotionen können als Weg zur Befreiung genutzt werden