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17. November 2011 Nr. 46 Soziale Netzwerke im Vormarsch: vom richtigen Umgang Wenn, dann richtig

17. November 2011 Nr. 46

Soziale Netzwerke im Vormarsch: vom richtigen Umgang

Wenn, dann richtig

Christine Bachmann Facebook,

Twitter und Co. heissen die Topshots unter den sozialen Netzwerken. Wer sich in die- se virtuelle Welt wagt, muss sich bewusst sein: Ohne Stra- tegie funktioniert es nicht.

Social Media wird überbewertet, sa- gen die einen. Social Media ist heut- zutage ein Muss, kontern die ande- ren. Die Meinung über die Nutzung von sozialen Netzwerken polarisiert. Die Gegner übersehen dabei die grosse Chance, die sich hinter der stetigen Nutzung von Social Media verbirgt. Damit schafft jedes Unter- nehmen mehr Kundennähe und eine grössere Reichweite seiner Kommu- nikation. «Positiv ist zudem, dass der Hotelier oder Gastronom mehr über die Vorlieben seiner Kunden erfah- ren kann und er ein direktes und schnelles Feedback auf sein Angebot erhält», sagt Guido Keel vom Institut für Angewandte Medienwissen- schaften (IAM).

«Die Hotellerie und der Tourismus sind geradezu geeignet für den Ein- satz von Social Media», ist Dominik Allemann von Bernet PR überzeugt. Raphael Frangi, Leiter Social Media von Co&Co, stimmt dem zu und meint: «In keiner anderen Branche lassen sich so gut Geschichten aus dem Arbeitsalltag erzählen wie in dieser.» Die Gelegenheit, eine Ge- schichte zu erzählen, hat beispiels- weise das Hotel Münsterhof in Mü- stair genutzt, das seine neue Fassadenfarbe (siehe GJ34) von der Facebook-Gemeinde via Wettbe- werb bestimmen liess.

Auch der Landgasthof Hotel Hir-

schen in Ramsen ist auf Twitter so- wie Facebook anzutreffen. Auf Twit- ter ist Gastgeber Wolfgang Neidhart über seinen Gast, den Radrennfah- rer Fabian Cancellara, gekommen, der auf Twitter präsent ist. «Die Fachpresse spricht ja schon länger davon, dass soziale Netzwerke ge- nutzt werden sollten. Für mich war es durch den privaten Gebrauch ein Leichtes, mit Twitter zu starten und danach eine Verknüpfung zu Face- book herzustellen», sagt der inno- vative Gastgeber. Er betont aber auch, dass der Unterhalt viel Zeit in Anspruch nehme. «Mir war von An- fang an klar, wenn ich so etwas ma- che, dann richtig», sagt er. Der Teu- felhof in Basel setzt indessen auf das eigene WebTV, das mit Youtube ver- linkt ist. Immer mehr Gastgeber nut- zen auch diesen Kanal.

C. BACHMANN
C. BACHMANN

Facebook gehört zu den Topshots der Social-Media-Plattformen. Weltweit sind rund 800 Millionen Mitglieder registriert.

Als wichtigste Kanäle gelten nach

wie vor Facebook, Twitter sowie Youtube. Ein Profil oder eine Seite, beispielsweise auf Facebook zu er- stellen, reicht aber noch nicht aus. Es muss auch bewirtschaftet wer- den – sogenannte «Seiten-Leichen» bringen nichts. Diese nichtbewirt- schafteten Plattformen entstehen laut Frangi häufig dadurch, dass die Unternehmen zwar eine Facebook- Seite eröffnen, aber nicht richtig wissen, was sie damit wollen. «Diese Haltung ist erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass sich die glei- chen Leute oft monatelang darüber Gedanken machen, was sie jetzt auf ein Plakat oder in eine Broschüre drucken wollen. In sozialen Netz- werken hingegen wird jegliche Stra- tegie vergessen», meint Frangi.

Eine gute Balance zu finden zwi-

schen Ausprobieren und Planen sei der richtige Weg, ist Allemann über- zeugt. «Einerseits ist es gut, via learning by doing die einzelnen Plattformen kennenzulernen», an- dererseits sollte eine Social-Media- Strategie definiert werden. Laut Guido Keel vom Institut für Ange- wandte Medienwissenschaften ist es sinnvoll, sich zehn Fragen (siehe Kasten) vor der Nutzung von Social Media zu stellen.

Facebook- oder Twitter-Seite vor- handen, aber keine Nutzer? Gegen dieses Problem kann mit einfachen Mitteln angegangen werden. So wirkt beispielsweise ein Aufkleber an der Heckseite des Firmenautos mit «We are on Facebook» bereits.

Oder, was häufig vergessen wird, ein kleiner Hinweis bei der E-Mail- Signatur, eventuell noch verbunden mit einem Wettbewerb, wenn der Gast ein Fan der Seite wird.

Die Gefahren bei der Nutzung von Social Media lauern beim Kontroll- verlust und der Verzettelung. Auf den Plattformen jedoch nicht dabei zu sein, kann ebenso eine Gefahr bergen, da jedermann einen Seiten- namen für sich beanspruchen und theoretisch eine Anti-Gruppe gegen einen Betrieb gründen kann. Nega- tiv-Werbung ist auch eine Werbung, aber nicht diejenige, die sich ein Be- trieb wünscht.

An der Igeho erhält Social Media auch beim GastroJournal seinen Platz. So können sich Besucherin-

nen und Besucher am Stand V02/03 in Halle 1.0 zur Erinnerung fotogra- fieren lassen und die Bilder danach auf der Facebook-Seite des Gastro- Journals anschauen.

Facebook: www.muensterhof.ch Twitter: www.hirschen.ch WebTV: www.teufelhof.ch

En bref

Parmi les réseaux sociaux, les topshots s’appellent Facebook, Twitter, Youtube et Cie. Ceux qui osent entrer dans ce monde virtuel doivent savoir que cela ne fonctionne pas sans stratégie et sans utilisation permanente. GastroJournal montre comment utiliser correctement les réseaux sociaux, à quoi il faut faire attention et qui sont aujourd’hui les utilisateurs de Facebook, Twitter ou Youtube.

Checkliste für die richtige Nutzung

Was ist das Ziel? Eine Social- Media-Strategie entwerfen und genau Ziele formulieren.Checkliste für die richtige Nutzung Wer ist der Ansprechpartner bzw. der Nutzer des Angebots? Was wird

Wer ist der Ansprechpartner bzw. der Nutzer des Angebots? bzw. der Nutzer des Angebots?

Was wird geboten? Geschich- ten erzählen – gibt es etwas, worüber berichtet werden kann?

Wie funktioniert das Monito- ring? Ein Monitoring organisieren, damit sichtbar wird, wie über den Betrieb gesprochen wird.

Welcher Nutzen bietet das An- gebot? Nur wenn auf beiden Sei- ten ein Nutzen erzielt wird, ist das Angebot nachhaltig sinnvoll.

Nutzen erzielt wird, ist das Angebot nachhaltig sinnvoll. Was sind die Risiken und wie kann darauf
Nutzen erzielt wird, ist das Angebot nachhaltig sinnvoll. Was sind die Risiken und wie kann darauf
Nutzen erzielt wird, ist das Angebot nachhaltig sinnvoll. Was sind die Risiken und wie kann darauf

Was sind die Risiken und wie kann darauf reagiert werden?

Wer sichert den Dialog? Kom- munikation ist meist Chefsache – Wer kümmert sich kontinuierlich um den Unterhalt der Seite? Wer kümmert sich kontinuierlich um den Unterhalt der Seite?

Wie ist Social Media in die Ge- samtkommunikation eingebettet? Gibt es Verknüpfungen mit ande- ren Marketinginstrumenten?

Sind Ressourcen und das Wis- sen für die Bewältigung der Arbeit vorhanden?

Wie wird am Schluss der Erfolg gemessen?

Quelle: Guido Keel, IAM

Wis- sen für die Bewältigung der Arbeit vorhanden? Wie wird am Schluss der Erfolg gemessen? Quelle:
Wis- sen für die Bewältigung der Arbeit vorhanden? Wie wird am Schluss der Erfolg gemessen? Quelle:
Wis- sen für die Bewältigung der Arbeit vorhanden? Wie wird am Schluss der Erfolg gemessen? Quelle:
Wis- sen für die Bewältigung der Arbeit vorhanden? Wie wird am Schluss der Erfolg gemessen? Quelle:

Hotellerie 13

CHECK IN

Davos: mehr Übernachtungen

Kongresszentrum bringt neue Gäste

Der Erweiterungsbau des Davoser Kongresszentrums hat sich offenbar gelohnt. Seit seiner Eröffnung 2010 seien 32 zusätzliche Tagesveranstal- tungen mit 1500 Teilnehmenden sowie 18 mehrtägige Kongresse ak- quiriert worden, teilt die Destination Davos Klosters mit. Diese Veranstal- tungen hätten angeblich rund 20000 zusätzliche Gäste nach Da- vos Klosters gebracht, die für 35000 Logiernächte sorgten. «Wir sind auf Kurs, um die finanziellen Vorgaben der Gemeinde Davos zu erfüllen», teilte CEO Reto Branschi von der Destination Davos Klosters mit.

Davos: weniger Betten

Hotelsterben geht weiter

Eigentlich hätte das 3-Sterne-Hotel Sonnenberg in Davos 2012 durch ei- nen Neubau mit 64 Betten ersetzt werden sollen. Nun wird dieser Plan aufgegeben. Der Grund: Einspra- chen von Anliegern gegen das Pro- jekt. Die Pläne für den Hotelneubau hätte deshalb von Grund auf geän- dert werden müssen. Anstelle eines neuen Hotels entstehen nun 14 Mietwohnungen, wie Pino Minelli von der Inhaberfamilie gegenüber der Südostschweiz mitteilte.

Montana und Seeburg

Kooperation und Spekulationen

mitteilte. Montana und Seeburg Kooperation und Spekulationen Das Art Deco Hotel Montana (Foto) und das Hotel

Das Art Deco Hotel Montana (Foto) und das Hotel Seeburg in Luzern spannen neu zusammen. Sie wer- den ab dem nächsten Frühling in den Bereichen Einkauf, Verkauf und Marketing sowie Kommunikation zusammenarbeiten, wie sie letzte Woche mitteilten. Die Kooperation sei nicht aus finanzieller Not ent- standen, sondern um die gegenseiti- gen Synergien zu nutzen, sagte Kommunikationsbeauftragter Ro- nald Joho gegenüber der Luzerner Zeitung. Konkret können die beiden Hotels durch die Kooperation beim Materialeinkauf von günstigeren Konditionen profitieren und beim Verkauf Kosten einsparen. Das Mon- tana ist zurzeit auch wegen dem Château Gütsch in aller Munde. Spekuliert wird, ob es in Zukunft neben dem Restaurant auch den Hotelbetrieb übernehmen wird.

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