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4 - 2011

Juni/Juli/ August 18. Jahrgang Deutschland Euro 4.50 Österreich Euro 5,10 www.meingeld.org

Versicherungen

4.50 Österreich Euro 5,10 www.meingeld.org Versicherungen Investment Sonderpublikation Nachhaltigkeit BörseGo AG und

Investment

Sonderpublikation Nachhaltigkeit BörseGo AG und Mein Geld 2011
Sonderpublikation Nachhaltigkeit
BörseGo AG und Mein Geld
2011

Bildquelle: ©Gerd Altmann / pixelio.de

neue Rubrik „Offene Investment- fonds“
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„Offene
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Lipper: Offene Investmentfonds - näher beleuchtet

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2 Sonderpublikation Nachhaltigkeit BörseGo AG und Mein Geld 2011 Erneuerbare Energien, E-Mobilität, Ressourceneffizienz:
2 Sonderpublikation Nachhaltigkeit BörseGo AG und Mein Geld 2011 Erneuerbare Energien, E-Mobilität, Ressourceneffizienz:

Sonderpublikation Nachhaltigkeit BörseGo AG und Mein Geld

2011

Erneuerbare Energien, E-Mobilität, Ressourceneffizienz: Der bewusstere Umgang mit knapper werdenden Gütern schont nicht nur die Umwelt, sondern wird zunehmend wettbewerbsentschei- dend für Unternehmen. Die Sonderpublikation „Nachhaltigkeit“ zeigt anhand von Interviews, Berichten und Porträts, wie private Anleger an diesem Großtrend teilhaben können.

wie private Anleger an diesem Großtrend teilhaben können. Inhaltsübersicht Aktuelles aus der Branche 05 Interview

Inhaltsübersicht

Aktuelles aus der Branche

05

Interview mit Frank Asbeck, Chef von SolarWorld

06

Strom aus Erneuerbaren Energien: Welche Perspektiven hat die Branche?

09

Interview mit Rainer Riess, Managing Director Deutsche Börse AG

11

BP-Unglück: Aufarbeitung eines Desasters

Ressourcenmanagement

12 Der Verknappung der Zukunft zuvorkommen

Corporate Social Responsibility

13

Nachhaltigkeitsberichte: Deutsche Firmen hängen Österreich und die Schweiz ab

15

Interview mit Uwe Bergmann, Head of Sustainability Management bei Henkel

Grüne Geldanlagen

16

Interview mit Karin Bauer, Finanztest-Expertin bei der Stiftung Warentest

18

Nachhaltigkeit boomt - zumindest auf der Produktseite

20

Gradmesser für grüne Performance

22

Gute Rendite mit gutem Gewissen

24

Interview mit Olaf B. Koester, Fondsmanager des VCH New Energy

26

Photovoltaik-Anlagen in Deutschland

28

Interview mit Bernd Neitzel und Wolfgang Drews, Neitzel & Cie.

30

Aktien haben eine nicht zu unterschätzende Lenkkraft

06/07 2011
06/07 2011
Aktien haben eine nicht zu unterschätzende Lenkkraft 06/07 2011 BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 3

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Das Konzept als Eigenkapitalfonds gibt Sicherheit Bildquelle: SolarWorld AG „Die Menschen zu Hause
Das Konzept als Eigenkapitalfonds gibt Sicherheit Bildquelle: SolarWorld AG „Die Menschen zu Hause
Das Konzept als Eigenkapitalfonds gibt Sicherheit Bildquelle: SolarWorld AG „Die Menschen zu Hause

Bildquelle: SolarWorld AG

„Die Menschen zu Hause entscheiden selbst über Investitionen in den Energiemix“

Frank Asbeck, Chef der SolarWorld AG, einer der größten Solarenergiekonzerne der Welt, spricht im Interview über die Energiewende – und was der einzelne dazu beitragen kann.

Welche Bedeutung kommt der Achillesferse Speicherpro- blematik zu? Die Verstetigung des Solarstromangebots wird in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Bereits jetzt kann Solar- strom über moderne Bleibatterien vom Tag in die Nacht gespeichert werden. In Zukunft werden wir verstärkt dieje- nige Technologie nutzen, die parallel für den Mobilitätssek- tor entwickelt wird: Lithium-Ionen-Batterien. Bis 2020 wird dieses intelligente System bei nahezu jeder Solarstromanla- ge zum Einsatz kommen.

Braucht Deutschland 3600 Kilometer Höchstspannungs- leitungen oder ist mehr auf dezentrale Versorgung zu set- zen? Der große Vorteil von PV ist, dass immer dort Strom produ- ziert wird, wo er auch gebraucht wird. Laut Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums reichen bereits 1.100 km Überlandleitungen für die Energiewende aus – nur 250 km

mehr als bis 2015 ohnehin geplant und gerade mal ein Drit- tel der von dena [Deutsche Energie-Agentur, A.d.R.]-Chef Stephan Kohler und der Atomlobby monstranzartig vor sich hergetragenen 3.600 km. Voraussetzung ist, Bayern, Baden- Württemberg und Hessen lassen die Windkraftnutzung im eigenen Land politisch zu, und der Ausbau der dezentralen Erzeugung von Solarstrom wird bundesweit fortgesetzt.

Welche Zukunft haben die Photovoltaik-Marktteilnehmer nach den Vergütungsabsenkungen? Betrachtet man den Markt unter dem Aspekt, dass Strom nun zu Hause gemacht wird, haben alle Photovoltaik-Marktteil- nehmer eine große Zukunft. Denn durch ihre Marktteil- nahme entscheiden nicht eine Hand voll Energiemanager, sondern die Menschen zu Hause selbst über Investitionen in den Energiemix. Diese Marktdynamik wirkt umwälzend. Jahrzehnte lang flossen Entscheidungen und Strom immer in eine Richtung, vom Kraftwerkbetreiber zum Verbraucher.

immer in eine Richtung, vom Kraftwerkbetreiber zum Verbraucher. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 5

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Sonderpublikation Nachhaltigkeit Dr.-Ing. E.h. Frank Asbeck, Jahrgang 1959, ist Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG.

Dr.-Ing. E.h. Frank Asbeck, Jahrgang 1959, ist Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG. Das über alle Wertschöpfungsprozesse hinweg integrierte Unternehmen gehört mit 3400 Mitarbeitern weltweit zu den größten Solar- konzernen und verfügt über 13 Standorte in allen wichtigen Zielmärkten. Asbeck ist Gründungsmitglied der GRÜNEN, Träger des Bundesverdienst- kreuzes am Bande, Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats des Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn und Mitglied des Energie- und Klimarates der Landesregierung NRW.

Nun fließen sie in beide Richtungen. Jede Kilowattstunde Strom, die zudem zu Hause produziert und genutzt wird, ent- lastet das öffentliche Stromnetz und lässt die Energiewende näher rücken. Photovoltaiktechnik kann auch nach der Ver- gütungsabsenkung überall in Deutschland wirtschaftlich betrieben werden.

Haben Photovoltaik-Hersteller in Deutschland noch eine Chance gegen Billigkonkurrenz? Den Wettbewerb mit Produkten aus dem asiatischen Raum müssen wir als deutscher Qualitätshersteller von Solarstrom- modulen nicht scheuen. Die immer wieder hervorgehobenen Kostenvorteile halten sich in Grenzen. Unterschiede gibt es, wo der arbeitsintensive Prozess ansetzt, also in der Modul- produktion. Wir haben 9 Prozent Arbeitslöhne in unserem Produkt, die Chinesen 4 Prozent. Dazu gewährt Peking günstige staatliche Kredite und subventioniert die Energie, was die Produktion um weitere 5 bis 7 Prozent verbillige. Transportkosten nach Amerika oder Europa schlagen mit 2 Prozent negativ zu Buche, so dass unter dem Strich Modu- le aus China 10 Prozent billiger angeboten werden können. Um diese 10 Prozent müssen wir besser sein, gerne auch mehr. Den Kostenvorteil der Chinesen können wir jedoch problemlos durch unsere hohe Fertigungsqualität, die sich nicht zuletzt auch in unserer 25-jährigen linearen Leistungs- garantie widerspiegelt, kompensieren. Nicht zuletzt sind deutsche Anbieter 6000 Kilometer näher an den Kunden als die Chinesen.

Wann kommt die befürchtete Pleite vieler Mitbewerber? Die nun einsetzende Konsolidierung werden zehn bis zwölf Anbieter überleben, darunter zwei bis drei deutsche. Solar- world gehört dazu.

Wohin entwickelt sich die Erneuerbare-Energien-Bran- che? Der Branche der Erneuerbaren Energien kommt eine Schlüs- selfunktion zu – sie ist ein Garant für nachhaltiges Wachs- tum. In Deutschland bildet sie eine wichtige Basis für die Energiewende. Photovoltaik-Anlagen werden bis 2020 mehr als 10 Prozent zum deutschen Energiemix beitragen.

Strom aus Erneuerbaren Energien: Welche Perspektiven hat die Branche?

V or vier Jahren hat der Europäische Rat verbindli- che Klimaschutzziele auf EU-Ebene verabschiedet. Damit wurde die Grundlage für die Erarbeitung

von Zielmarken in den Ländern der Europäischen Union gelegt. Deutschland setzt bei der Realisierung des für 2020 geforderten Anteils der erneuerbaren Energien von min- destens 18 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch ins-

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destens 18 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch ins- 6 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

besondere auf den regenerativen Stromsektor: Mindestens 30 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energi- en zu decken, wurde als Zielsetzung für 2020 gesetzlich festgeschrieben. Nach 2020 soll der Ausbau kontinuierlich fortgeführt werden, im Jahr 2030 sollen so bereits über 50 Prozent erreicht werden.

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Atomenergie und Kohle sind aus Umweltschutz- und
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Sicherheitsgründen umstritten, Erdöl sowie Erdgas
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knapp und teuer geworden. Gewinner dieser Entwick-
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lung sind saubere Energien. Energie aus Wind und
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Seltene Erden sind als Rohstoffe heutzutage in zahlrei-
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Sonne sind umweltverträglich und stehen dauerhaft
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chen Produkten des täglichen Lebens zu finden. Sie sind
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zur Verfügung. Auch die Investoren erkennen dies
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unter anderem wichtige Bestandteile von Mobiltelefonen,
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und setzen zunehmend auf diese unerschöpflichen
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LCD-Bildschirmen, Festplatten, Magneten und Batterien
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für Elektroautos. Aufgrund der Angebotsknappheit und
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der wachsenden Bedeutung bei der industriellen Ver-
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Mit der Royal Bank of Scotland können Sie an diesem
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wendung konnten Aktien von Unternehmen aus diesem
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Anlagetrend partizipieren. Das bereits im Jahr 2005
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Sektor in der Vergangenheit bereits deutlich zulegen.
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emittierte Indexzertifikat auf den RBS Renewable Ener-
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gy Index setzt sich aus Aktien der führenden Unter-
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Mit dem neuen Zertifikat auf den RBS Select Rare Earth
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nehmen aus dem Wind- und Solarbereich zusammen.
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Egal, ob sie in Anlagepapiere auf Windkraft- oder
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Stand: 20. Mai 2011
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Produktinformation
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Der allein verbindliche Prospekt ist bei der The Royal Bank of Scotland N.V. („RBS N.V.“) Niederlassung Deutschland, Junghofstr. 22, 60311 Frankfurt am Main, kostenfrei erhältlich. Kein Vertrieb an US-

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Personen. Die Rechte an den genannten Indizes sind zugunsten der jeweiligen Inhaber geschützt. The Royal Bank of Scotland plc handelt in bestimmten Jurisdiktionen als rechtsgeschäftlicher Vertreter

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der RBS N.V. © The Royal Bank of Scotland N.V. Alle Rechte vorbehalten.

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien sind bislang Investitionen mit einem jährlichen Volumen von etwa 12 Milliarden Euro ausgelöst worden. Nach 2020 sollen die jährlichen Investitionen auf über 15 Milliarden Euro stei- gen. Die zwischen 2008 und 2020 vorgesehenen Investi- tionen in Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien werden auf 160 Milliarden Euro geschätzt, davon 90 Milli- arden im Strombereich.

Dabei nimmt angesichts knapper werdender Ressourcen und alarmierender Prognosen zum Klimawandel die Be- deutung der erneuerbaren Energien weltweit zu. Der Un- tergang der BP-Erdölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko und fast ein Jahr später der Super-GAU in Fukushima haben diese Entwicklung dramatisch ver- stärkt. Deutschland, das direkt nach der Atomkatastrophe in Japan ältere Meiler vom Netz genommen und Restlauf- zeiten verkürzt hat, gilt vielen Ländern als Vorbild. So haben sich Fördergesetze zahlreicher anderer Staaten am deutschen EEG orientiert – und machen aktuell auch die Kürzungsrunden der Vergütungssätze. Knapp 280.000 Menschen haben in der Erneuerbare-Energien-Branche Deutschlands inzwischen einen Arbeitsplatz und die Zei- chen stehen weiter auf Wachstum: Bis zum Jahr 2020 sol- len etwa 400.000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerba- ren Energien zur Verfügung stehen.

Die Wirkungen des Ausbaus der erneuerbaren Energien gehen noch weiter. So sparen die Erneuerbaren Energieim- porte ein. Abhängig von der Preisentwicklung können die jährlich durch die Vermeidung fossiler Brennstof mporte erzielten Einsparungen bis zum Jahr 2020 deutschlandweit eine Höhe von 4,9 – 6,2 Milliarden Euro erreichen.

Derweil kündigt die Regierung an, ihr neues Energiekon- zept, das Ende Juni präsentiert werden soll, beschleunigt umsetzen. Um die Ziele zu erreichen, kommt hier mit ho- her Wahrscheinlichkeit ein Sonder-Investitionsprogramm der Staatsbank KfW in Höhe von fünf Milliarden Euro ins Spiel. Unbestritten gehören zu dem neuen Energiemix in der Ausstiegsphase aus der Atomkraft auch moderne Gas- und Kohlekraftwerke, die für etliche Jahre als Brücken- technologie wohl unverzichtbar sein werden. Obwohl den erneuerbaren Energien die Zukunft gehören soll und sie vielversprechende Perspektiven für eine nachhaltige, ri- sikoarme und jobintensive Energieerzeugung bieten, tun sich auch Schwierigkeiten auf:

Eines der größten Probleme auf dem Weg weg vom Atom- strom ist der nötige Ausbau der Stromnetze: Rund 3600 Kilometer Höchstspannungsleitungen fehlen bislang. Das

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Kilometer Höchstspannungsleitungen fehlen bislang. Das 8 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

Stromnetz Deutschlands ist historisch gewachsen und im Wesentlichen kreisförmig um die großen Kraftwerke an- geordnet. Für die Durchleitung von Strom vom Norden in den Süden und umgedreht ist es nicht ausgelegt. Hinzu kommt die Speicherproblematik für Strom aus erneuerba- ren Energiequellen: Weil Windkraft- und Solarstromerzeu- gung vom Wetter abhängig sind, ist der erzeugte Strom vorläu g nicht grundlastfähig. Die Forschung arbeitet an Lösungen dieses Problems; unterstützt von der Bundes- regierung: Wirtschafts- und Bildungsministerium haben kürzlich eine gemeinsame Initiative zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Energie- speichertechnologien in Höhe von 200 Mio Euro gestartet.

Eines ist klar: die gesamte Netzinfrastruktur steht auf- grund der Umstellung der Stromversorgung auf einen deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energien vor großen Herausforderungen. „Smart Grids“, intelligente Stromnet- ze, sind deshalb ebenfalls ein Thema, das hoch gehandelt wird. Smart Grids optimieren den Stromverbrauch, indem sie Stromerzeuger, Speicher, Schaltstellen und Verbrau- cher miteinander intelligent vernetzen. Unter Einsatz mo- dernster Technologien kann dadurch zugleich in hohem Maße Strom eingespart werden. Experten gehen davon aus, dass mit der Einrichtung von Smart Grids bis zu 15 Prozent weniger Strom gebraucht wird. Bundesumweltmi- nister Norbert Röttgen plant vor diesem Hintergrund eine umfassende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die EEG-Anpassung soll bereits Mitte Juni Bun- desrat und Bundestag passieren.

Erneuerbare Energien als Anlagethema

Das rasante Marktwachstum über die vergangenen Jahre hinweg zeigt: Nachhaltigkeit hat sich zum Anlagethema der Zukunft entwickelt. So belegt jüngst eine Studie von Eurosif, europäischer Dachverband für nachhaltige Geld- anlagen, dass sich der Umfang nachhaltiger Investments in Europa von 2007 bis 2009 annähernd verdoppelt hat, auf mittlerweile rund 5 Billionen Euro. Nicht zuletzt hat auch die globale Finanzkrise bei institutionellen und privaten Investoren zu der Erkenntnis geführt, dass Gewinnstreben ohne Nachhaltigkeit die Märkte komplett aus dem Lot bringen kann.

Anleger sollten jedoch damit rechnen, dass ein Investment in Erneuerbare-Energien deutlich volatiler als bei klas- sischen Anlagemöglichkeiten sein kann. Deshalb sollten Anleger auch einen längeren Anlagehorizont haben und entsprechende Produkte als Beimischung ins Depot neh- men.

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„Entwickeln Sie eigene Strategien für nachhaltige Investments!“

Initiative für mehr Transparenz: Interview mit Rainer Riess, Managing Director Deutsche Börse AG, zur neuen Indexfamilie Nachhaltige Wertpapiere.

E in neues Informationsportal der Deutschen Börse bün- delt sämtliche dort handelbare nachhaltige Wertpapiere:

Über die neue STOXX Global ESG Leaders Indexfa-

milie können insgesamt 1800 Aktien nach Nachhaltigkeits- kriterien gewichtet und selektiert werden. Die Deutsche Börse will damit die Leistungen von Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung für Anleger anschaulicher machen.

Das Informationsportal für nachhaltige Wertpapiere richtet sich an Privatanleger und institutionelle Investoren. Sie können mit Hilfe des Portals ihre individuellen Anlageentscheidungen nach standardisierten Nachhaltigkeitskriterien treffen. Mit dem Informationsportal lassen sich transparent eigene Strategi- en für nachhaltige Investments entwickeln und auch bestehen- de Investments auf ihre Nachhaltigkeit überprüfen.

Das Angebot des Informationsportals umfasst sämtliche Anla- geklassen von Aktien über ETFs und Investmentfonds bis zu Zertifikaten.

Noch umfassender als der Auftritt der Deutschen Börse ist die unabhängige Datenbank nachhaltiges-investment.org, die vom Sustainable Business Institute ins Leben gerufen worden ist. 50

Business Institute ins Leben gerufen worden ist. 50 Rainer Riess ist seit 2004 als Managing Director

Rainer Riess ist seit 2004 als Managing Director für die Deutsche Börse AG tätig.

Nachhaltigkeitsindizes werden vorgestellt und 2500 Unterneh- men unter entsprechenden Gesichtspunkten beleuchtet. Hinzu kommen Porträts von mehr als 340 in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassenen Nachhaltigkeitsfonds.

Österreich und der Schweiz zugelassenen Nachhaltigkeitsfonds. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 9

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Was war Auslöser für die Einführung der Stoxx Global ESG Leaders Indizes für nachhaltiges Investment? Anleger haben großes Interesse an nachhaltigen Investments. Hier herrschte bisher aber nur geringe Transparenz. Die Deut- sche Börse und STOXX geben daher Anlegern mit Kennzahlen zur Nachhaltigkeit die Möglichkeit, verantwortliches Wirt- schaften von Unternehmen zu unterstützen.

Nach welchen Kriterien wurden die im Index enthaltenen Aktiengesellschaften ausgewählt? Die Kriterien basieren auf Research von Sustainalytics. Dieses Analysehaus ist auf verantwortliche Geldanlagen spezialisiert und bewertet die Nachhaltigkeit der Aktivitäten der Unterneh- men. Die Analyse erfolgt nach dem so genannten ESG-Ansatz (Environment, Social, Governance). Sustainalytics nutzt eine große Bandbreite an Quellen, wie etwa Unternehmenskom- munikation, Unternehmens-Websites, Medienberichte, Infor- mationen von Nicht-Regierungsorganisationen, staatlichen Stellen und den direkten Dialog mit dem Unternehmen selbst.

Warum stellt die Plattform für nachhaltige Wertpapiere

einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz auf den Kapi- talmärkten dar? Anleger können mit Hilfe des Portals ihre individuellen Anlage- entscheidungennachstandardisiertenNachhaltigkeitskriterien treffen. Mit dem Informationsportal lassen sich transparent eigene Strategien für nachhaltige Investments entwickeln und auch bestehende Investments auf ihre Nachhaltigkeit überprü- fen.

An welche Interessentengruppen richten Sie sich? Das Informationsportal für nachhaltige Wertpapiere richtet sich an Privatanleger und institutionelle Investoren. Die Nach- frage nach standardisierten Nachhaltigkeitskriterien ist groß, daher wird das Portal sehr gut angenommen.

Die Zahl von Investmentprodukten aus dem Bereich Nach- haltigkeit ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Wie sehen Sie die weitere Entwicklung? Es wird weiter eine wachsende Nachfrage geben. Das Thema bewegt Anleger nachhaltig.

Bildquelle: ©Jürgen Hüsmert / pixelio.de Die Nachhaltigkeitsindizes der Deutschen Börse: ÖkoDAX ÖkoDAX® bildet
Bildquelle: ©Jürgen Hüsmert / pixelio.de
Die Nachhaltigkeitsindizes der Deutschen Börse:
ÖkoDAX
ÖkoDAX® bildet derzeit die Wertentwicklung der zehn liquidesten deut-
schen Unternehmen aus dem Prime IG Renewable Energy Index ab, der
den Industriebereich der erneuerbaren Energien repräsentiert.
DAXglobal Alternative Energy
DAXglobal® Alternative Energy Index erweitert die junge Indexfamilie
„DAXglobal“ um einen handelbaren Zugang zu dem Sektor Alternative
Energien auf globaler Ebene.
DAXglobal Sarasin Sustainability Germany
Die von der Deutsche Börse AG berechneten DAXglobal® Sarasin
Sustainability Indizes bilden Unternehmen ab, die das Kriterium der
Nachhaltigkeit gemäß der Sarasin Sustainability Matrix erfüllen. Diese
basiert auf zwei wesentlichen Komponenten:
• Branchen-Rating: Vergleichende Bewertung der Branchen anhand
ausgewählter Umwelt- und Sozialkriterien.
• Unternehmens-Rating: Vergleichende Umwelt- und Sozialbewertung
der Unternehmen innerhalb einer Branche.
Photovoltaik Global 30 Index
Der Photovoltaik Global 30 Index bildet die Performance der 30 größten
und liquidesten Unternehmen des globalen Solarenergie-Sektors ab.
Credit Suisse Global Alternative Energy Index
Der Credit Suisse Global Alternative Energy Index bietet einen handelba-
ren Indikator für das Marktsegment der erneuerbaren Energien.

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für das Marktsegment der erneuerbaren Energien. 10 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Bildquelle: ©Klaas Hartz / pixelio.de
Bildquelle: ©Klaas Hartz / pixelio.de

BP-Unglück: Aufarbeitung eines Desasters

Der britische Mineralölkonzern BP hat sich ein Jahr nach der Bohrinsel-Explosion im Golf von Mexiko noch nicht von den Folgen erholt. Die Aufarbeitung des Desasters dauert an: Kürzlich hat der Ölriese Klage gegen seine Geschäftspartner eingereicht.

Transocean wies die Vorwürfe als einen Versuch des bri- tischen Konzerns zurück, seiner Verantwortung für die Umweltverschmutzung und die entstandenen Kosten zu ent- gehen. Die durch die Ölpest entstandenen Kosten beziffert BP auf bislang 42 Milliarden US-Dollar – zuzüglich Zinsen, Gerichtskosten und Bußgelder.

Experten räumen BP wenig Erfolgschancen ein. Sie rech- nen mit außergerichtlichen Einigungen. Obwohl das Unter- nehmen, in Folge der Ölpest etwa 70 Milliarden Dollar an Marktwert verloren hatte, schüttete es im vierten Quartal 2010 dennoch eine Dividende aus.

N ach der Explosion der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 waren über 87 Tage hin- weg 780 Mio Liter Öl ins Meer geflossen. Am Golf

von Mexiko wurden Küstenabschnitte von mehreren Hun- dert Kilometern Länge verseucht. Die Fischereiwirtschaft kam größtenteils zum Erliegen und das Tourismusgeschäft musste massive Einbrüche hinnehmen. 11 Menschen waren bei dem Unglück ums Leben gekommen.

BP hat kürzlich drei Unternehmen auf insgesamt 40 Milliar- den Dollar Schadenersatz verklagt: den Betreiber der Bohr- plattform Transocean, den Hersteller des Absperrventils Cameron International sowie den Zementhersteller Halli- burton. Die Firmen seien mitverantwortlich für die Ölpest, so der britische Ölkonzern.

BP wirft Transocean Fahrlässigkeit vor. Jede einzelne Sicherheitsvorrichtung auf der Bohrinsel habe am 20. April 2010 versagt. Halliburton habe wissentlich wichtige Infor- mationen verschwiegen, die das Desaster hätten verhindern können. Halliburton lieferte den Zement, der bei den vielen Versuchen zur Abdichtung des Bohrlochs eingesetzt wurde.

Im vergangenen Jahr legte BP einen Entschädigungsfonds in einer Größenordnung von 20 Milliarden US-Dollar auf. Das Geld soll Geschädigten zugutekommen, darunter Krabben- fischern. Ziel ist es, dadurch Klagen abzuwenden.

Die Ölpest im Golf von Mexiko zählt zu den verheerendsten Umweltkatastrophen. Mehr als drei Monate gelang es den Einsatzkräften trotz eines Großaufgebots von fast 50.000 Arbeitern und 7000 Schiffen zum Höhepunkt der Katastro- phe nicht, den Ölfluss einzudämmen.

Nachdem die Folgekosten der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko das BP-Geschäft des vergangenen Jahres bela- stet haben, ist auch in diesem Jahr der Gewinn verhagelt. Höhere Kosten und Produktionsrückgänge durch die Explo- sion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ machten die für BP positiven Effekte der steigenden Ölpreise zunichte, teilte der britische Konzern am Mittwoch mit. Der Gewinn lag dadurch im ersten Quartal bei 5,48 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte BP noch 5,6 Milliarden Dollar ein- gefahren. Auch gegenüber Mitbewerbern schneidet der bri- tische Ölkonzern schlecht ab: Royal Dutch Shell und Exxon erwarten angesichts der steigenden Ölpreise hohe Gewinne.

Exxon erwarten angesichts der steigenden Ölpreise hohe Gewinne. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 11

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Der Verknappung der Zukunft zuvorkommen

S ieben Milliarden Menschen leben heute auf der Erde, 2050 werden es neun Milliarden sein: Doch schon seit 20 Jahren steht fest, dass die Bevölkerung der Erde

mehr verbraucht, als der Planet regenerieren kann. Schon jetzt zeichnen sich Konflikte um Ressourcen ab: Um Roh- stoffe, Nahrungsmittel und Trinkwasser. Die arabische Welt istinAufruhr,weilvorallemdiejungenMenschenangesichts der weltweiten Verknappungen, die direkt das bescheidene Wohlstandsniveau zwischen Marokko und Syrien bedrohen, keine Perspektiven sehen.

Angesichts der – vor allem auch durch den Aufstieg Chinas ausgelösten – Ressourcenverknappung sieht sich Deutsch- lands Industrie im Verbund mit der Politik im Zugzwang. Fachleute rechnen damit, dass die globale wirtschaftliche und demographische Entwicklung in den kommenden 30 Jahren eine Verdoppelung des weltweiten Ressourcenbe- darfs bewirkt – und die Rohstoffpreise rasant steigen lässt. Deutschland ist mit Blick auf viele Rohstoffe fast ausschließ- lich von Importen abhängig. Vor diesem Hintergrund hat im Herbst des vergangenen Jahres das Bundeswirtschafts- ministerium die „Rohstoffstrategie der Bundesregierung“ verabschiedet, ein umfassender politischer, rechtlicher und institutioneller Rahmen für die Versorgungssicherheit in der Zukunft. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bringt in diesem Zusammenhang die für den Wohlstand Deutschlands schon jetzt kritische Lage auf den Punkt: „Wir brauchen Rohstoffe, damit wir in Deutschland aus Spitzen- ideen auch zukünftig Spitzenprodukte machen!“

Es ist keine Frage, dass das bewusste und nachhaltige Umge- hen mit Ressourcen die Zukunft des globalen Wirtschaftens bestimmen wird. Dabei ist Ressourceneffizienz nicht nur ein Gebot des Umweltschutzes, sondern immer mehr auch ein Gebot der Wirtschaftlichkeit. „Der Materialkostenanteil z.B. im verarbeitenden Gewerbe stieg in Deutschland von etwa 38 Prozent im Jahr 1993 auf fast 45% im Jahr 2006. Das sind absolut rund 500 Milliarden Euro im Jahr“, rechnet Bun- desumweltminister Norbert Röttgen vor. Nach Einschätzun-

gen von Experten seien mit Ressourceneffizienz-Strategien Einsparungen von rund 100 Milliarden Euro möglich: „Es lohnt sich also“, so der Minister, „in ein ökologisches Res- sourcenmanagement zu investieren.“

Deutschland gehört schon heute als Vorreiter der Kreislauf- wirtschaft und als Technologieführer im Bereich Umwelt- technologie zu den ressourceneffizientesten Volkswirt- schaften. Derzeit wird viel dafür getan, um rohstoff- und materialeffizientes Wirtschaften weiter voranzubringen. Vor allem aber auch die Rohstoffrückgewinnung aus Abfall- materialien rückt immer weiter in den Fokus. So macht der Begriff „Urban Mining“ die Runde: Die relativ aufwendige Rohstoffrückgewinnung aus jahrzehntelang angehäuften Haushalts- und Industrieabfällen. Vor allem Millionen von Elektro- und Elektronik-Altgeräten gelten hier als attraktive Wertstoffe. Aber auch die Bereiche Bau und Abbruch, die mit 20,9 Mio Tonnen die größte Menge an Abfällen darstel- len, sind interessant, weil inzwischen auch Recylingbaustof- fe für Neubauten eine wachsende Akzeptanz erfahren.

Die Zahlen sprechen für sich: Unter rund 960 Mio Tonnen deponiertem Hausmüll in Deutschland finden sich 32 Mio Tonnen Eisen- und Nichteisenmetalle. Dabei entfallen 26 Mio Tonnen auf Eisen-, 850.000 Tonnen auf Kupfer- und 500.000 Tonnen auf Aluminiumschrott. Ein Rohstoffpoten- zial, das einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung und -sicherheit leisten kann.

Die EU hat den Handlungsbedarf offenbar erkannt: Im Februar 2011 wurde die Novellierung der europäischen Altgeräterichtlinie von 2003 für ein neues Sammelziel von 85 Prozent des anfallenden Elektroschrotts ab 2016 auf den Weg gebracht. Ein Entwurf der EU-Kommission sah bislang eine Erfassungsquote von 65 Prozent als neue Zielsetzung vor. Die Wiederverwertung von Elektroschrott könne aber nur gelingen, so die EU-Experten, wenn der illegale Export dieses Schrotts aus der EU unterbunden werde. Vor allem Afrika und Asien sind Ziel von illegalen Schrottexporten.

Wertvolle Einblicke in die Aufgaben des zukünftigen Ressourcenmanagements, Übersichten über Infor- mationsquellen und Netzwerke gibt das B.A.U.M. e.V. Jahrbuch 2011 (Altop Verlag, 19,90 Euro), das jüngst erschienen ist. In zahlreichen interessanten Artikeln wird gezeigt, wie die Wirtschaft mit der Problematik schwindender Ressourcen umgehen kann.

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der Problematik schwindender Ressourcen umgehen kann. 12 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 Anzeige

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

kann. 12 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 Anzeige Nachhaltigkeitsberichte: Deutsche Firmen hängen

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Nachhaltigkeitsberichte: Deutsche Firmen hängen Österreich und die Schweiz ab

Wie klar und offen informieren Unternehmen ihre Investoren oder Kunden über Nachhal- tigkeit? Das hat PwC in der Studie „Unternehmerische Verantwortung im Zeitalter der Transparenz“ für die größten Aktiengesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht.

D as Ergebnis: Deutschlands Unternehmen liegen bei der Berichterstattung vorne: Fast 9 von 10 DAX-Unternehmen (87 Prozent) geben

Nachhaltigkeitsberichte heraus. Weil Investoren, Medien und Öffentlichkeit von Unternehmen immer stärker erwarten, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden und sich für nachhaltiges Wirtschaften einsetzen, verzichtet kaum ein Unternehmen auf die Möglichkeit sich im besten Licht zu präsentieren.

Doch wie aussagekräftig ist die Berichterstattung über nachhaltiges Wirtschaften?, fragt die PwC-Studie.

Analysiert wurde dafür die Kommunikation von 89 Unternehmen der größten Aktienindizes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

ÜberalleKriterienhinwegschnittendeutscheUnternehmen mit einem durchschnittlichen Wert von 77 Prozent am besten ab. Unternehmen aus der Schweiz erreichten in der Untersuchung 66 Prozent, für Österreich lag der Durchschnitt bei 43 Prozent. „Insgesamt ist die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung in den Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, fasst Michael Werner, bei PwC für den Bereich Sustainability Services

Michael Werner, bei PwC für den Bereich Sustainability Services BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 13

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 13

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

zuständig, die Entwicklung zusammen. Dennoch sieht der Experte Verbesserungsbedarf: „Die Erwartungen der Stakeholder steigen. Bislang setzt sich lediglich ein Drittel der DAX-Unternehmen in der Öffentlichkeit eingehend mit seinen Stakeholdern auseinander, in Österreich und der Schweiz ist der Anteil noch geringer.“

Wie die Studie offenbart, ist einigen Branchen ganz besonders daran gelegen, bei Nachhaltigkeitsfragen gut abzuschneiden. Hierbei handelt es sich vor allem um Branchen, die schon lange unter kritischer Beobachtung der Stakeholder stehen. Die Spitzenposition nimmt hier die Energiebranche ein, sie kommuniziert mit einem Wert von 85,6 Prozent besonders umfassend und transparent. Ihr folgen die Chemiebranche und das Bauwesen. Nicht ganz so streng auf Nachhaltigkeitsberichte fixiert sind die Bereiche Dienstleistungen, Unterhaltung und Immobilien.

Ausgelöst durch Megatrends wie Klimawandel und die Energiewende haben Unternehmen des Energiesektors schon früh damit begonnen, sich mit dem Themenbereich der unternehmerischen Verantwortung auseinander zu setzen. Politische Vorgaben, wie etwa die 20-20-20-Ziele der Europäischen Union, die bis 2020 die Steigerung der Energieeffizienz um 20%, den Ausbau des Anteils erneuerbarer Energie auf 20% und die Reduktion von Emissionen um 20% vorsehen, fördern diese Entwicklung noch weiter.

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Die

Deutschland und der Schweiz

Top-3-Unternehmen

kommen

aus

Die drei besten Unternehmen notieren im DAX und im Schweizer Prime-Index SMI, belegt PwC in ihrer Nachhaltigkeitsstudie, die sich herunterladen lässt. Die verarbeitende Industrie stellt zwei von drei Vertretern der Top-3.

Die Geschichte von Nachhaltigkeit bei Henkel – Platz 1 im PwC-Ranking – hat schon eine lange Tradition. Seit 1992 publiziert der Produzent für Konsumgüter Umweltberichte, die ab 2000 um die soziale und ökonomische Komponente erweitert wurden und in sieben Sprachen erscheinen.

Die Siemens AG auf Platz 2 – vor Roche auf Platz 3 – gilt als Musterbeispiel für die Integration von ökologischer und sozialer Verantwortung in das Kerngeschäft. Besonders im Energie- und Healthcare-Bereich will sich Siemens von seinen Mitbewerbern durch umweltfreundliche Produkte abgrenzen. CEO Peter Löscher:

„Quartalsergebnisse bedeuten nichts. Langfristige Ergebnisse zählen!“

bedeuten nichts. Langfristige Ergebnisse zählen!“ Sonderpublikation Nachhaltigkeit „Wachstum und

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

„Wachstum und Lebensqualität müssen von Ressourcenverbrauch und Emission entkoppelt werden“

Interview mit Uwe Bergmann, Head of Sustainability Management bei Henkel

Uwe Bergmann, Head of Sustainability Management bei Henkel Uwe Bergmann leitet die Nachhaltigkeits-Fachabteilung bei

Uwe Bergmann leitet die Nachhaltigkeits-Fachabteilung bei Henkel und ist seit dem Jahr 2000 im Nachhaltigkeitsmanage- ment bei Henkel tätig.

Mit welchen Alleinstellungsmerkmalen im Bereich CSR hat sich Henkel vom Wettbewerb abgesetzt? Nachhaltigkeit ist schon lange einer unserer zentralen Unter- nehmenswerte und wird von uns auch konsequent in unse- rem Handeln umgesetzt. Wir haben Herausforderungen frühzeitig erkannt und als Pionier Lösungen entwickelt, sei- en es phosphatfreie Waschmittel in den 1980er Jahren oder unser erster Umweltbericht 1992. Unsere Kultur, Erfahrung und Kompetenz helfen uns, Antworten auf Herausfforde- rungen zu finden.

Warum legt Henkel so großen Wert auf nachhaltige CSR- Strategien? Die globalen Herausforderungen einer nachhaltigen Ent- wicklung nehmen weiter zu, bedingt durch das Wachstum der Weltbevölkerung, die Steigerung von Lebensstandard

und Konsum sowie dem damit verbundenen Ressourcenver- brauch. Weltweit müssen Wachstum und Lebensqualität von Ressourcenverbrauch und Emissionen entkoppelt werden.

Unser Beitrag als Unternehmen liegt in der Entwicklung von innovativen Produkten und Prozessen, die bei gleicher oder besserer Leistung immer weniger Ressourcen verbrauchen.

DazusinddasgemeinsameHandelnunddasWissenallerBetei-

ligten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gefragt – von den Rohstofflieferanten bis zu den Endverbrauchern.

WelcheAufgabenundKompetenzenhateinCSR-Manager? Die zentrale Aufgabe ist es, die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens gemeinsam mit den Unternehmensbereichen und zentralen Funktion kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Umsetzung zu unterstützen. Als Experte für das Thema ist er eine zentrale Schnittstelle zwischen externen Stakeholdern und den Funktionen und Bereichen im Unter- nehmen. So kann ein Sustainability Manager helfen, auf der einen Seite Trends zu erkennen und Erwartungen an das Unternehmen besser zu verstehen und auf der anderen Seite Stakeholdern die Leistungen und Handlungsmöglichkeiten des Unternehmens zu vermitteln. Interdisziplinäres Arbei- ten und ein gutes Verständnis des eigenen Geschäftsmodells sowie der internationalen Nachhaltigkeitsdiskussion sind dafür wichtige Grundlagen.

Wie sieht Nachhaltigkeit in Wertschöpfung und Einkauf aus? Unsere Nachhaltigkeitsstrategie umfasst alle Stufen der Wertschöpfungskette. Daher analysieren und bewerten unsere Fachleute den gesamten Lebensweg unserer Produk- te. Das Ziel ist, die Nachhaltigkeits bilanzunseres Unter- nehmens und unserer Produkte ganzheitlich zu verbessern. Dazu zählen eine verantwortungsvolle Rohstoffwirtschaft ebenso wie Reduktion von Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen durch die kontinuierliche Optimierung unserer Prozesse.

durch die kontinuierliche Optimierung unserer Prozesse. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 15

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 15

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Was ist bei Kommunikation- und Nachhaltigkeitsberichter- stattung zu beachten? Die Anzahl und Vielfalt der Themen und Informationswün- sche unserer Stakeholder steigen stetig. Unterschiedliche Kom- munikationskanäle und zielgruppengerechte Aufbereitung von Informationen werden daher immer wichtiger. Dabei ist es essentiell, in den verschiedenen Medien und bei allen Zielgrup- pen die Botschaften von Henkel konsistent zu halten. Nur dann lässt sich das Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig vermitteln.

Welche Bedeutung hat das Stakeholder-Management heute? Zukunftsfähige Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung können nur im Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen gefunden werden – lokal, regional und international. Wir suchen daher kontinuierlich den Austausch mit allen Stakehol- dern. Dazu gehören unsere Kunden, Verbraucher, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre, Nachbarn, Behörden, Verbände und Nichtregierungsorganisationen sowie die Politik und die Wis- senschaft. Der Dialog zeigt uns, welche Aspekte des nachhalti- gen Wirtschaftens für welche Anspruchsgruppen von besonde- rem Interesse sind.

Je intensiver und früher wir uns mit den Ansichten unserer Stakeholder über zukünftige gesellschaftliche Anforderungen befassen, desto besser und schneller können wir unser Handeln daran orientieren.

Wo liegen die Unterschiede in der Berichterstattung zu Mar- keting bzw. Greenwashing? Nachhaltigkeitskommunikation braucht vor allem Kontinuität und Authentizität, um glaubwürdig und langfristig vertrauens- bildend zu wirken. Mit Kontinuität bedeutet, dass sich die kom- munizierten Maßnahmen und Engagements logisch an Vergan- genesanschließenundnichtnurkurzfristigerAktionismussind. Authentizität heißt, dass die Maßnahmen für das Kerngeschäft relevant sind und sich auf die normalen Geschäftsaktivitäten beziehen. Dabei dürfen auch Zielkonflikte nicht verschwiegen werden, sondern müssen offen erklärt und diskutiert werden. Authentizität entsteht durch Menschen, die für diese Inhalte einstehen: Das Thema Nachhaltigkeit muss vorgedacht – und vorgemacht – werden, und von allen Mitarbeitern getragen wer- den.

„Kleine Banken sind glaubwürdiger“

Karin Baur, Finanztest-Expertin bei der Stiftung Warentest in Berlin, spricht im Interview über Grüne Geldanlagen.

Können Verbraucher mittlerweile ihre kompletten Finanzgeschäfte auf eine ökologisch/ethisch/sozial sinnvolle Grundlage stellen? Ja, das können sie. Es gibt ethisch-ökologische Banken, die vom Girokonto über den Kredit bis hin zur Geldanlage sämtliche Bankgeschäfte anbieten, die ein privater Kunde üblicherweise braucht. Um einige Beispiele zu nennen – die GLS Bank, die Ethikbank und die KD Bank bieten Girokonten und Geldanlagen an, die Umweltbank und Triodosbank bislang nur Geldanlagen. Außerdem gibt es zahlreiche breit streuende Aktienfonds und einige sichere Rentenfonds, die nachhaltig investieren.

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einige sichere Rentenfonds, die nachhaltig investieren. 16 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 Karin

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

16 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 Karin Baur Sonderpublikation Nachhaltigkeit Bildquelle:

Karin Baur

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Bildquelle: ©Diana Mohr / pixelio.de

Profitieren alternative Banken weiterhin vom Imagege- winn der erneuerbaren Energien? Die Banken haben schon seit
Profitieren alternative Banken weiterhin vom Imagege-
winn der erneuerbaren Energien?
Die Banken haben schon seit Ausbruch der Finanzkrise
großen Zulauf. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass
zahlreiche Banken im großen Stil Zockerpapiere gekauft
hatten, nur damit der Gewinn noch größer und noch grö-
ßer wird, haben viele Kunden ihnen den Rücken gekehrt.
Mit Kasinokapitalismus, wie sie es nannten, wollten sie
nicht zu tun haben. Jetzt, nach der Atomkatastrophe in
Japan, wenden sich einige Leute von herkömmlichen Ban-
ken ab, weil sie nichts mehr mit der Atomindustrie zu tun
haben wollen. Wir haben aber keine Erkenntnisse darüber,
wie viele Leute das sind. Dafür sind die Ereignisse noch
zu frisch.
wie oekom research in München oder imug in Hannover,
lassen sich oft gewissen Ähnlichkeiten feststellen.
Worauf müssen Anleger beim Kauf von grünen Fonds
achten?
Sie sollten sich anschauen, welche Kriterien ein Fonds
berücksichtigt. Oft sind Anleger enttäuscht. Sie kaufen
einen vermeintlich grünen Fonds und stellen dann fest,
dass da Aktien von Unternehmen drin sind, die sie gar
nicht als grün bezeichnen würden, beispielsweise Atom-
konzerne oder Ölmultis. Dann heißt es schnell: Alles Eti-
kettenschwindel. Das Etikett ist aber gar nicht falsch. Die
Anbieter sagen offen, welche Geschäfte sie als nachhaltig
und deshalb investierenswert ansehen und welche nicht.
Unter www.test.de/saubere-fonds können sie sich einen
Überblick über die Anlagekriterien der Fonds verschaf-
fen.

Graben die Big Player der Bankbranche mit grünen Pro- dukten den Kleinen das Wasser ab? Die kleinen Anbieter sind in den Augen der ethisch-öko- logisch interessierten Anleger glaubwürdiger. Klar, wenn eine große Bank jahrzehntelang ethisch-ökologische Aspekte nicht oben auf der Prioritätenliste stehen hatte und jetzt auf einmal schon, dann fragt man sich, warum. Könnte ja auch nur ein Marketinggag sein. Andererseits ist natürlich viel mehr bewirkt, wenn große Anbieter bestimmten Unternehmen kein Geld mehr geben. Die DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, hat zum Beispiel vergangenes Jahr im Oktober verkündet, dass sie nicht mehr in Hersteller von Streumunition investiert. Das gilt zwar nicht für die Deutsche Bank, aber auch die DWS alleine verwaltet Milliarden.

Sind die ökologischen Produkte der Kleinen identisch mit denen der Großen? Welche wesentliche Unterschie- de gibt es? Ethisch-ökologische Banken sind kleine Banken, da gibt es gar keine großen. Investmentfonds dagegen werden von kleinen und großen Gesellschaften angeboten. Wenn man die Fonds zum Beispiel danach unterscheidet, welche Branchen oder Geschäftspraktiken sie von einem Invest- ment ausschließen, dann gibt es strenge Fonds sowohl bei den kleineren als auch bei den größeren Anbietern. Letz- tere kommen vor allem aus Österreich und der Schweiz. Allerdings kann man auf keinen Fall von identischen Pro- dukten sprechen. Jeder Anbieter kocht gewissermaßen sein eigenes Süppchen, sprich: jeder legt eigene Anlage- kriterien fest. Da sich aber viele Anbieter das Nachhaltig- keitsresearch einkaufen, beispielsweise von Agenturen

Sollten Anleger ihr Portfolio aufgrund der guten Aus- sichten für die Erneuerbaren Energien ausschließlich nach ökologisch/ethisch/sozial sinnvollen Kriterien ausrichten? Investments in Erneuerbare Energien sind Branchenin- vestments und sind nicht unbedingt gleichbedeutend mit nachhaltigen Investments.

Ein Depot sollte immer ausgewogen aufgestellt sein: Ein Teil breit streuende Aktienfonds, ein Teil sichere Renten- fonds. Die Mischung bestimmt jeder selbst nach seiner Anlagedauer und seiner Risikobereitschaft. Wir empfeh- len für den Aktienanteil weltweit anlegende Aktienfonds und Schwellenländerfonds. Wer möchte, kann dabei nur nachhaltige Fonds verwenden. Erneuerbare Energien sind ein Brancheninvestment und daher nur zur Beimi- schung geeignet.

Sollten sich Anleger von der Stimmung nach dem Atom- GAU in Japan leiten lassen? Oder ist weiterhin immer auch uneingeschränkt auf die Fundamentaldaten der einzelnen grünen Unternehmen zu achten? Kurzfristige Trends sind nicht dafür geeignet, sein gesam- tes Depot umzuschmeißen. Börse wird zwar von Stim- mungen beeinflusst, aber nicht nur. Abgesehen davon ist es immer wichtig, dass ein Unternehmen langfristig Geld verdient. Auch als die Solarbranche als ganzes vor weni- gen Jahren so geboomt hat, war ja nicht jedes Unterneh- men mit von der Partie.

geboomt hat, war ja nicht jedes Unterneh- men mit von der Partie. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit boomt – zumindest auf der Produktseite

Von Michaela Sprenger

D as Thema Nachhaltigkeit spielt nicht nur in der Fondsbranche, sondern auch bei den Emittenten von Zertifikaten und ETFs eine immer größere Rol-

le. Aktuell gibt es nach Angaben des unabhängigen Market Makers UniCredit mehr als 20 ETFs, die irgendein nach- haltiges Thema spielen. Die größte Gruppe bilden hierbei shariah-konforme Produkte. Das sind ETFs, die auch islami- schen Investoren ermöglichen, an den Kapitalmärkten anzu- legen. Dabei soll auf Zinsen verzichtet werden.

Die „Zinslosigkeit“ basiert im Islam auf dem Grundsatz, dass einerseits niemand ausgebeutet werden sollte und ande- rerseits auch niemand ein risikoloses Einkommen haben darf, wie Zaid el-Mogaddedi vom Frankfurter Unternehmensbe- ratung „Institute for Islamic Banking“ erläutert. Für Mus- lime seien Zinsen „ein wirtschaftliches Ungleichgewicht zwischen einem Geldgeber und einem Geldnehmer, was zu einer Ausbeutung des Geldnehmers führen kann. Das wird unter dem Aspekt der Brüderlichkeit aus islamischer Sicht mit Blick auf die faire Behandlung von wirtschaftlichen Transaktionen als unerwünscht betrachtet“, sagt er. Handel sei erlaubt, aber das Erheben von Zinsen, was auf arabisch „Riba“ heißt, nicht. „Bei gleichwertigen Gütern kann nur ein Austausch in gleicher Qualität und Quantität erfolgen“, erklärt el-Mogaddedi.

Andere ETFs spielen das Thema erneuerbare Energien. Wie- der andere partizipieren an der Entwicklung des CO2-Han- dels, bei dem Unternehmen Lizenzen für ihren CO2-Aus- stoß kaufen müssen und so die Umweltverschmutzung auf lange Sicht teuer werden soll. Die zweitgrößte Gruppe nach den shariah-konformen ETFs sind Produkte, deren Akti- enbaskets auf die Verknappung von Wasser setzen. Zudem gibt es auch drei ETFs, die die Wertentwicklung von breiten Sustainbility-Indizes reflektieren. Das Angebot der Produk- te zeigt: Das Thema Nachhaltigkeit ist breit gefächert. Doch es signalisiert noch etwas anderes. Ein Großteil der ETFs, die für nachhaltig ausgerichtete Investoren aufgelegt wur- den, sind ein oder zwei Jahre alt, also noch nicht lange am Markt. Da ETFs in erster Linie von institutionellen Anlegern

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Da ETFs in erster Linie von institutionellen Anlegern 18 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 genutzt

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

genutzt werden, hat das eine Signalwirkung: Die Großinve- storen interessieren sich zunehmend stärker für das Thema.

Zertifikate liegen vorn

Die weitaus größere Auswahl an Produkten finden sich unter Zertifikaten. Diese sind allerdings nicht wie ETFs Sondervermögen und damit mit einem Ausfallrisiko behaf- tet. Doch hier gibt es bereits seit Jahren Zertifikate, die gesamte Bandbreite des Nachhaltigkeitsbegriffs abdecken – von Clean Energy bis Wasser. Die DZ Bank, die Invest- mentbank der Volks- und Raiffeisenbanken, bietet bereits seit 2009 ihre nachhaltige Produktlinie „Anlagezukunft“ an. „Nachhaltigkeit passt hervorragend zum Konzept der Genossenschaftsbanken“, erläutert Thomas Mildner, Leiter des Produktmanagements der DZ Bank. Durch die nachhal- tigen Zertifikate wolle sich die DZ Bank auch von anderen Banken abheben. Zudem würden diese Produkte auch von den Kunden der Raiffeisenbanken nachgefragt. Sein Kolle- ge Oliver Saake ergänzt: „Bei den Genossenschaftsbanken steht nicht der kurzfristige Gewinn, sondern das nachhaltige Fördern der Mitglieder im Vordergrund.“ Eine nachhaltige Zertifikatelinie sei deswegen konsequent.

Seit 2009 hat die DZ Bank rund 20 Zertifikate zum Thema Nachhaltigkeit innerhalb ihrer neuen Produktlinie emittiert. Der Fokus liegt dabei auf einfachen Strukturen wie Delta-1- Produkten, die den Verlauf eines Indexes beziehungsweise Aktienkorbes eins zu eins nachvollziehen, und auf Garantie- zertifkaten, bei denen eines Mindestverzinsung und Kupon- zahlungen gibt, mit denen der Anleger fest rechnen kann. Da Zertifikate rein rechtlich gesehen Inhaberschuldverschrei- bungen sind, besteht aber auch hier – wie bei jedem anderen Zertifikat auch – das Emittentenrisiko. Mit Blick auf die Ver- gangenheit ist das Ausfallrisiko der DZ Bank relativ gering. Sie ist an die Sicherungseinrichtung des BVR, dem ersten und vollständig ohne staatliche Unterstützung finanzierte Banken-Sicherungssystem in Deutschland, angeschlossen. Dieses gibt es bereits seit 1934. Nach Angaben des BVR hat „noch nie ein Kunde einer angeschlossenen Bank einen Ver-

lust seiner Einlagen erlitten, mussten noch nie Einleger entschädigt werden, weil es aufgrund des praktizierten Institutsschut- zes noch nie zu einem Entschädigungsfall gekommen ist“. Außerdem ging eine ange- schlossene Bank bisher noch nie Pleite.

Strenger Selektionsprozess

Was den Ansatz oder den Inhalt der nachhal- tigen Zertifikate angeht, fährt die DZ Bank einen dreistufigen Selektionsprozess. Sie arbeitet mit der auf Nachhaltigkeit spezia- lisierten Rating-Agentur oekom Research aus München zusammen. Diese bewertet die Titel, die später in den zu Grunde liegen- den Baskets der Nachhaltigkeitszertifikate landen, nach einem sogenannten Best-in- Class-Ansatz aus. Das heißt, die nachhal- tigsten Unternehmen einer Branche kommt in die engere Auswahl. Ergänzt wird die- ses Verfahren durch Ausschlusskriterien. Verboten sind unter anderem Kinderar- beit, Tierversuche und Verstöße gegen den Arbeitsschutz. In der nächsten Stufe wer- den die Aktien noch einmal genau nach rein wirtschaftlichen Aspekten vom hausei- genen Research gescannt. „In die Baskets gelangen bei der Strukturierung lediglich Aktien, wenn diese mit „Kaufen“ bewertet wurden“, sagt Mildner. Bestimmte Quali- tätskriterien müssten erfüllt werden, ein gutes nachhaltiges Rating alleine reicht nicht. Bei dem Zertifikat „ÖkologieAktiv Pro“ kommt zusätzlich die Expertenmei- nung zum Tragen. Assetmanager, die auf das Thema spezialisiert sind, begutachten noch einmal die Auswahl und managen den Basket aktiv.

Für institutionelle Investoren bietet das DZ BANK Research zudem eine eigene Nachhaltigkeitsanalyse an. Der Ansatz sei eine ganzheitliche Betrachtung in der Unternehmensanalyse. „So wird neben den üblichen Nach- haltigkeitsfaktoren wie Soziales, Ökologie und Corporate Governance auch die ökonomische Perspektive einbezogen, damit besonders nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen herausgestellt werden können. Die als nachhaltig investierbar eingestuften Aktien werden in allen Publikationen des DZ BANK Research mit einem

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Foto: DZ Bank

Gütesiegel für Nachhaltigkeit gekennzeichnet“, teilt die Bank mit. Künftig erhalte das gesamte analysierte Aktien- universum von 334 Werten ein solches Nachhaltigkeitsra- ting. Neben den Aktien aus dem DAX würden alle Werte aus MDAX, SDAX und TecDAX unter Nachhaltigkeitsaspek- ten analysiert, so dass eine breite Abdeckung auch bei bör- sennotierten mittelständischen Unternehmen erreicht werde.

bör- sennotierten mittelständischen Unternehmen erreicht werde. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 19

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 19

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Gradmesser für grüne Performance

Seit 1997 spiegelt der NAI die Entwicklung der Aktienwerte von ökologisch wirtschaftenden Unternehmen. Seit seiner Gründung hat der Index fast 600 Prozent zugelegt.

G eldanlagenmitökologischerAusrichtungsindauszwei Gründen attraktiv: Sie unterstützen umweltfreundli- ches Wirtschaften und erzielen gleichzeitig eine gute

Rendite. Häufig ist die Rendite von nachhaltigen Geldanlagen nicht schlechter als bei konventionellen Investments, die keine ökologischen Gesichtspunkte berücksichtigen. In vielen Fällen sieht die Rendite sogar deutlich besser aus.

Einen Nachweis dafür liefert seit nunmehr 14 Jahren der Natur-Aktien-Index (NAI). Gegründet wurde der Index (ISIN:

DE000A1A4ZT2 / WKN: A1A4ZT) als Gradmesser für die Entwicklung internationaler Aktienwerte, die eine konsequent ökologische Ausrichtung aufweisen.

Enthalten sind heute 30 Unternehmen, nach Branchen und Ländern gestreut. Sie werden von einem unabhängigen NAI- Expertenausschuss nach strengen ethisch-ökologischen Krite- rien überprüft und ausgewählt. Der Index wird minutengenau berechnet und auf den Internetseiten von www.nai-index.de veröffentlicht.

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Der NAI setzt sich aus Titeln zusammen, die

• nach Ländern und Branchen gestreut sind

• zu mindestens 75% Unternehmen mit mehr als 100 Mio Dollar Jahresumsatz gehören

• bis zu 25% auf Unternehmen entfallen, die die Entwicklung ökologisch innovativer Produkte betreiben aber (noch) kei- nen Jahresumsatz von 100 Mio Dollar erreichen (Pioniere), als langfristig ertragreich eingeschätzt werden

NAI-Unternehmen können auf vier Weisen zur Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftsstile beitragen:

1. Das Unternehmen bietet Produkte oder Dienstleistungen an, die einen wesentlichen Beitrag zur ökologisch und sozial nachhaltigen Lösung zentraler Menschheitsprobleme leisten.

2. Das Unternehmen ist Branchen-Vorreiter im Hinblick auf die Produktgestaltung.

3. Das Unternehmen ist Branchen-Vorreiter im Hinblick auf die technische Gestaltung des Produktions- und Absatzprozesses.

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20 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011
Nachhaltige Geldanlage im Trend Motive der Großanleger für ein nachhaltiges Investment Optimierung des
Nachhaltige Geldanlage im Trend
Motive der Großanleger für ein nachhaltiges Investment
Optimierung des
Risikomanagements
20102010 20102010
74,0 %
20092009 20092009
70,1
20102010 20102010
73,9
Verbesserung des Images
20092009 20092009
70,1
20102010 20102010
70,3
Große Nachfrage von Kunden,
Versicherten, Mitgliedern
20092009 20092009
63,4
20102010 20102010
40,6
Bessere Renditeerwartungen
20092009 20092009
50,0
Alle Angaben in %
Quelle: Union Investment

4. Das Unternehmen ist Branchen-Vorreiter im Hinblick auf die soziale Gestaltung des Produktions- und Absatzprozesses.

Im Index enthalten sind weltweit bekannte Marken wie der japanische Hersteller von Fahrradkomponenten Shimano (ISIN: JP3358000002 / WKN: 865682) oder die US-Kaffee- hauskette Starbucks (ISIN: US8552441094 / WKN 884437), aber auch europäische wie der österreichische Kartonageher- steller Mayr-Melnhof ((ISIN: AT0000938204 / WKN: 890447) und die norwegische Tomra Systems (ISIN:NO0005668905 / WKN: 872535). Tomra ist führendes Unternehmen für Tech- nologien zur automatisierten Rücknahme und Weiterverar- beitung von Wertstoffen. Aus Deutschland sind der Dämm- stoff-Hersteller Steico AG (ISIN: DE000A0LR936 / WKN:

A0LR93), der Zulieferer für die Halbleiter-Industrie Aixtron (ISIN: DE000A0WMPJ6 / WKN: A0WMPJ) sowie die Solar- unternehmen Solar Millenium (ISIN: DE0007218406 / WKN:

721840) und SolarWorld (ISIN: DE0005108401 / WKN:

510840) vertreten.

Keine Chance im Index haben Öl-, Automobil- oder Chemie- firmen, die in gängigen Sustainability-Indizes immer wieder vertreten sind. Wind- und Solarwerte sind zwar dabei, domi- nieren aber längst nicht so stark wie etwa im Öko-DAX. „Die regionale und sektorale Ausgewogenheit des Indexes hat zu sei- nerkontinuierlichenEntwicklungbeigetragen“,erklärtNorbert SchnorbachvomHamburgerFinanzdienstleisterSecurvita,der den Index betreut.

Seit seinem Start am 1. April 1997 ist der Index um rund 600 Prozent gestiegen. Schon seit Jahren hat sich der NAI damit weitaus besser entwickelt als konventionelle Aktienindizes wie der DAX oder Dow Jones. Zum 14. Geburtstag ist der NAI auf einen neuen Höchststand bei mehr als 6700 Punkten geklettert. Auch im Mai 2011 steht der Index durchschnittlich bei diesem Wert.

Investieren via Fonds und Zertifikat

Anleger können nicht direkt in den Index investieren. Sie kön- nen allerdings auf zwei Anlageformen zurückgreifen, die dem Index sehr nahekommen. Securvita, der Finanzdienstleister, der den NAI betreut, hat im Jahr 2000 den GreenEffects NAI- Werte Fonds (ISIN: IE0005895655 / WKN: 580265) aufgelegt. Der Fonds investiert ausschließlich in NAI-Werte und wurde mehrfach vom Fondsbewertungsspezialisten Lipper und der Stiftung Warentest als bester Öko-Fonds ausgezeichnet. Die Performance über die vergangenen fünf Jahre liegt trotz des Rückschlags in der Finanzkrise bei 18 Prozent.

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2008 das Solactive NAI Top Select Performance Index Zertifikat (ISIN: DE000DB2NA16 / WKN: DB2NA1) auf den Markt gebracht. Es investiert in die 15 NAI-Werte mit der höchsten Marktkapitalisierung. Obwohl das Zertifikat in den Abwärtsstrudel der Finanzkrise geraten war, hat sich sein Wert seit dem Tiefstand im März 2009 nahezu verdoppelt und auch den Ausgabekurs übertroffen.

2009 nahezu verdoppelt und auch den Ausgabekurs übertroffen. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 21

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 21

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Gute Rendite mit gutem Gewissen

Von Nils Dietrich

N achhaltige Investments sind in Deutschland, Öster- reich und der Schweiz auf dem Vormarsch – auch wenn man sie immer noch nicht zum Mainstream

zählen kann. Im Vergleich zum Vorjahr legte das Segment 2009 um 67 Prozent auf rund 38 Milliarden Euro zu. Aller- dings sind nur 0,8 Prozent aller Anlagen in Deutschland in diesem Segment investiert, in der Schweiz sind es immerhin 3,8 Prozent, heißt es in einem Marktbericht des Forum Nach- haltige Geldanlagen e.V. (FNG).

Die Zahlen belegen, dass immer mehr Anleger darauf achten, dass sich ihr Geld nicht nur in einem angemessenen Umfang vermehrt. Vor allem die Ölkatastrophe im Golf von Mexi- ko und der atomare Gau in Fukushima haben die Menschen für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert. Soziale, ethi- sche und ökologische Kriterien gewinnen bei der Geldan- lage zunehmend an Bedeutung: Jeder zweite Bundesbürger würde in diesem Segment investieren, ergab kürzlich eine Umfrage von YouGovPsychonomics.

„Wir beobachten auch in Deutschland wachsendes Interesse an dem Thema und eine Veränderung im Anlageverhalten. Wir sehen den Markt für nachhaltige Investments in Deutsch- land noch vor dem Durchbruch, sagt Dr. Thomas Wiese- mann, Chief Market Officer von Allianz Global Investors Europe. „Der nachhaltige Anlagemarkt im deutschsprachi- gen Raum ist deutlich gestärkt – und alles weist daraufhin, dass sich dieser Trend fortsetzt“, schreibt auch das FNG. Dabei besteht durchaus Nachholbedarf, denn der Anteil

nachhaltiger Anlagen ist im angelsächsischen Sprachraum deutlich höher. In den Dach-Staaten spielen institutionelle Investoren und vermögende Investoren derzeit die Vorreiter.

Die Rendite soll nun vermehrt mit einem guten Gewissen eingefahren werden. Abstriche müssen Investoren dabei nicht machen, wie diverse Studien belegen. Doch leider ist der Begriff Nachhaltigkeit nicht exakt umrissen – böse Zun- gen sprechen gar von einer Marketingmasche der Finanzin- dustrie. Tatsächlich müssen sich Anleger genau anschauen, welche Strategie das Management eines Fonds bei der Aus- wahl der Investments anwendet.

Die große Auswahl von 357 Publikumsfonds (Sustainable Business Institute/SBI; Stand: 31.03.2011) zeigt, dass gera- de Privatanleger die Qual der Wahl haben. Außerdem steckt nicht überall wirklich Nachhaltigkeit drin, wo Nachhaltig- keit drauf steht. Mehrere Fonds aus dem Segment mussten nach dem Unfall von Fukushima einräumen, direkt oder indirekt in Atomkraft investiert zu haben. Der HSBC Cli- mate Change beispielsweise hatte laut Halbjahresbericht sogar zwei Prozent des Fondsvermögens in den japanischen Kraftwerksbetreiber Tepco investiert. Im Sarasin New Ener- gy Fund finden sich Aktien des schweizer Mischkonzerns ABB. Der ist im Bereich Energieeffizienz weltweit führend, liefert aber auch Komponenten für Kernkraftwerke.

Die beiden Beispiele zeigen, dass sich Anleger die jewei- ligen Fonds ganz genau anschauen müssen. Es gibt im

Nachhaltige Geldanlagen nach Definition des FNG:

„Nachhaltige Geldanlagen ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte. Grünes Geld, Green Money, Social Investment, Ethisches Investment, ethische Geldanlage, sustainable Investments all das findet sich wieder unter der Begrifflichkeit: Nachhaltigkeit.“

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wieder unter der Begrifflichkeit: Nachhaltigkeit.“ 22 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Beste nachhaltige Aktienfonds 2010:

SAM Smart Materials Fund (+ 38,18 Prozent) First State Investments – Asia Pacific Sustainability Fund (+ 37,21 Prozent) Vontobel Global Trend Future Resources (+ 29,15 Prozent)

Beste nachhaltige Rentenfonds 2010:

FISCH CB Sustainable Fund HAE (+ 18,49 Prozent) Raiffeisen Futura Swiss Franc Bond (+ 18,40 Prozent) Sarasin Sustainable Bond CHF (+ 18,05 Prozent)

Beste nachhaltige Mischfonds 2010:

DJE Vermögensmanagement (+ 26,34 Prozent) Swisscanto (LU) Capital Green Invest 2015 (+ 20,74 Prozent) Raiffeisen-Vontobel Pension Futura 50 (+ 18,10 Prozent)

Quelle: Ecoreporter.de

Wesentlichen vier gängige Strategien, nach denen sich das Management richtet. Mit der „Blacklist“ ist man stets auf der sicheren Seite: Hierbei werden Investments in Bereiche wie Waffen, Tabak, Alkohol, Kernenergie, Gentechnologie, Kinderarbeit oder Raubbau an der Natur ausgeschlossen. Dieser Ansatz ist in Deutschland und Österreich am popu- lärsten. Bei der wenig verbreiteten „Whitelist“-Strategie ver- hält es sich genau andersherum: Hier werden unbedenkliche Zielbranchen vorgegeben. Sicherheit bietet in allen Fällen das Transparenzlogo des Europäischen Dachverbands für nachhaltige Geldanlagen (Eurosif).

Jeder der beiden Ansätze hat Vor- und Nachteile: „Wenn z.B. bestimmte Sektoren ausgeschlossen sind, kann dies zu einem überdurchschnittlichen Risiko führen oder die Mög- lichkeiten des Fondsmanagers, durch die Branchenauswahl Mehrwert zu generieren, beschneiden“, sagt Christopher Traulsen, Director of Fund Research bei Morningstar Eur- opa. An dieser Stelle seien Zielkonflikte möglich. Am Ende muss also der Anleger abwägen, ob er die Anforderungen an Nachhaltigkeit und das Gebot einer Diversifizierung seiner Investments in Einklang bringen kann.

In der Schweiz sind die nicht unumstrittenen Best-In-Class- Fonds am beliebtesten. Hierbei werden diejenigen Unterneh- men ausgewählt, die im Branchenvergleich in ökologischer, sozialer und ethischer Hinsicht die höchsten Standards set-

zen. Die Causa BP zeigt jedoch das Problem dieser Strategie auf: Der britische Ölmulti war bis vor einem Jahr in vielen Best-In-Class-Fonds vertreten.

Ebenfalls sehr verbreitet sind nachhaltige Themenfonds, die sich häufig auf erneuerbare Energien, Energieeffizi- enz, Umwelttechnik oder Wasser konzentrieren und sich des Stockpicking-Ansatzes bedienen. Einige Fonds wie der VCH New Energy (ein ausführliches Interview mit Fonds- manager Olaf Koester finden Sie auf Seite 24) kombinieren die Konzentration auf ein bestimmtes Segment mit einer Blacklist. So ist der Anleger immer auf der sicheren Seite. „Derartige Fonds werden sich im Allgemeinen nicht als Basi- sinvestment eignen, da sie sich auf einige wenige Branchen konzentrieren. Sie können aber als Beimischung eingesetzt werden“, rät Traulsen.

Die klassischen Aktienfonds bilden übrigens das Gros der nachhaltigen Angebote im Publikumsbereich. Hier gibt es 208 aktiv gemanagte Angebote, die laut SIB im ersten Quar- tal 2011 zwischen plus 12 und minus 10 Prozent performten. Hierbei ist die große Bandbreite der Angebote zu berück- sichtigen. Dahinter kommen 67 Mischfonds, 53 Rentenfonds und elf ETFs, die einen der Nachhaltigkeitsindizes abbilden. Darüber hinaus gibt es beispielsweise noch Tagesgeldkonten bei nachhaltig agierenden Banken, Direktbeteiligungen an Wind- oder Solarparks sowie entsprechende Riesterrenten.

an Wind- oder Solarparks sowie entsprechende Riesterrenten. BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 23

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 23

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit hört nicht bei Energie auf“

Olaf B. Koester ist Fondsmanager des VCH New Energy und seit 20 Jahren im Geschäft. Außerdem ist er Vorstandsmitglied des FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen). Mit der Redaktion von BörseGo sprach er über die Vorteile nachhaltiger Investments, aktuelle Entwicklungen und die richtigen Anlagestrategien.

aktuelle Entwicklungen und die richtigen Anlagestrategien. Olaf B. Koester kontinuierlich an Bedeu- tung. Inwiefern

Olaf B. Koester

kontinuierlich an Bedeu- tung. Inwiefern findet hier ein Bewusstseinswandel bei Anle- gern statt? Die Reaktorkatastrophe in Japan hat nicht nur den Trend zu Erneuerbaren Energien beschleunigt, sondern vor allem das Thema Klimaschutz und Sicherheit der Energieversor- gung für die Bevölkerung in den Vordergrund gerückt. Auch institutionelle Anleger werden sich der Verantwortung, die mit der Investition ihrer Gel- der einhergeht, immer stärker bewusst. Ein Strohfeuer der schnellen Mittelzuflüsse hat es bei nachhaltigen Anlagen aber – zum Glück – noch nicht gege-

Herr Koester, warum sollte man in nachhaltige Anlagen investieren? Investitionen in nachhaltige Anlagen, wie erneuerbare Ener- gien und der Bereich Energieeffizienz, haben langfristig ein großes Wachstumspotenzial. Verstärken wird diesen Trend auch die ungebrochen große Energienachfrage aus Schwel- lenländern wie China und Indien. Erneuerbare Energien und vor allem ein effizienterer Umgang mit Energie sind für die kommenden Jahrzehnte daher ein Megatrend. Nachhaltigkeit hört aber nicht beim Umgang mit Energie auf: Auch eine sozi- al und ökonomisch nachhaltige Unternehmensführung bie- tet langfristig klare Mehrwerte – den Unternehmen und mit ihnen auch den Aktionären.

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in den letzten Jahren

ben. Denn die Investoren prüfen mittlerweile sehr genau, ob ein Investment wirklich nachhaltig und nicht nur grün angestrichen ist. Und das ist gut so.

Wozu würden Sie Anlegern bei der Auswahl von nachhalti- gen Investments raten? Zum einen sollte der Anleger darauf achten, dass der Invest- mentfokus des Fonds nachhaltig ist. So werden „traditionelle“ erneuerbare Energien, wie Windkraft und Solarenergie, von der Energiewende profitieren. Besonders vielversprechend ist dazu die sogenannte zweite Generation Erneuerbarer Energien wie etwa Geothermie und Solarthermie. Hinzu kommen die Bereiche Energieinfrastruktur, -effizienz und –speicherung. Unabhängig vom Anlagefokus sollten Investoren darauf ach- ten, dass ein Nachhaltigkeitsfonds klare Ausschlusskriterien vorgibt. Nur dann können sie sicher sein, dass nicht am Ende doch die Atomkraft oder fossile Energien im Portfolio landen.

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die Atomkraft oder fossile Energien im Portfolio landen. 24 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 Im Zuge

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

Im Zuge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gerieten einige Nachhaltigkeitsfonds in die Kritik, weil sie nach dem Best-in-Class-Prinzip in BP investiert waren. Wie beurtei- len Sie diese Strategie grundsätzlich? Die Schwächen der Strategie zeigten sich im Zuge dieser Kata- strophe. Der Best-in-Class-Ansatz ist aus meiner Sicht keine geeignete Strategie, um Nachhaltigkeit zu bewerten, weil er keine Mindestansprüche setzt. Angenommen ein Supersport- wagen stößt 400 g CO2 pro Kilometer aus – damit mag er dann zwar der Beste seiner Klasse sein, aber würden Sie ihm des- wegen einen Preis für nachhaltige Mobilität verleihen? Wer echte Nachhaltigkeit will, braucht daher Mindeststandards in Form von Ausschlusskriterien.

Kritik gab es angesichts der Ereignisse in Fukushima auch für einige Fonds, die trotz eines Nachhaltigkeitssiegels direkt oder indirekt in Atomenergie investiert waren. Wie stellen Sie bei dem von Ihnen gemanagten Fonds VCH New Energy sicher, dass auch Nachhaltigkeit drin ist, wo Nach- haltigkeit drauf steht? Wir wenden einen Nachhaltigkeitsfilter an, der Unterneh- men mit Aktivitäten ausschließt, die ethisch oder ökologisch bedenklich sind. So werden Unternehmen, die auch nur einen geringen Umsatzanteil in den Bereichen Kernenergie, Glücksspiel, Prostitution und Waffenproduktion erwirtschaf- ten, von vornherein ausgeschlossen. Außerdem überprüfen wir eingehend die Mindeststandards bezüglich der Corporate Governance. Für Unternehmen aus Schwellen- oder Entwick- lungsländern erweitern wir den Prüfungskatalog noch.

Sie haben kürzlich den Shareholder-Engagement-Ansatz beim VCH New Energy implementiert. Was steckt dahinter?

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

VCH New Energy Olaf Koester verwaltet den VCH New Energy. Das Anlageuniversum bilden Aktien von Unternehmen mit Geschäftsfokus auf Nutzung, Speicherung und Distribution von erneuerbaren Energiequellen. Zusätzlich findet ein Screening auf Nachhaltigkeit statt, bei dem Firmen mit mangelhafter Corporate Governance sowie Tätigkeiten in den Bereichen Kernenergie, Glücksspiel, Prostitution, Rüstung und Waffenproduktion ausgeschlossen werden.

Ziel des Shareholder-Engagement-Ansatzes ist es, Schwachstellen im Nachhaltigkeitsmanagement der Unternehmen zu identifizieren und im Dialog mit dem Unternehmen auszuräumen. Wir arbeiten dabei eng mit den Nachhaltigkeitsexperten des spezialisierten Research-Instituts Imug zusammen. Wir sind überzeugt, dass wir als Aktionär, und damit als Eigentümer der Unternehmen, eine gesellschaftliche Verantwortung tra- gen. Diese übernehmen wir, indem wir aktiv zur Verbes- serung des Nachhaltigkeitsmanagements beitragen. Und nicht zuletzt kann eine solche kontinuierliche Verbesse- rung auch für einen langfristigen Mehrertrag für uns als Eigentümer sorgen.

Die Fragen stellte Nils Dietrich

uns als Eigentümer sorgen. Die Fragen stellte Nils Dietrich BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 25

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Sonderpublikation Nachhaltigkeit – Die Wünsche der N eitzel & Cie. ist ein unabhängiges Emissions- und

– Die Wünsche der

N eitzel & Cie. ist ein unabhängiges Emissions- und Beratungshaus mit Sitz in Hamburg. Bernd Neitzel gründete das Unternehmen im Jahr 2007 und leitet

es als Geschäftsführender Gesellschafter. Als Beratungshaus konzipiert und gestaltet Neitzel & Cie. Anlagemöglichkeiten in den Marktsegmenten Container, Immobilien, Photovoltaik und Schifffahrt für Vermögensverwalter, Family Offices und Banken. Dabei wird besonders der individuellen Finanz- und Steuerkonstellation des Investors Rechnung getragen. Neitzel & Cie. entwickelt, vertreibt und empfiehlt Beteiligungsange- bote für unterschiedliche Kundengruppen. „Die Konzeptionen des Hauses zeichnen sich durch eine Trennung von kaufmän- nischer und technischer Verantwortung aus“, erläutert Bernd Neitzel und führt weiter aus, „Die Kapitalanlageprodukte müs- sen strengen Qualitätskriterien entsprechen. Neitzel & Cie. legt größten Wert auf Produkte mit langfristig sicheren Erträgen“. Gemeinsam mit erfahrenen Partnern werden ausgewählte Pro- jekte konzipiert, finanziert und realisiert, die dauerhafte Erfol-

ge versprechen. Konzeptionen von Neitzel & Cie. basieren auf dem Prinzip der kaufmännischen Vorsicht. Dementsprechend folgen sie konservativen Grundsätzen in der jeweiligen Fonds- kalkulationundsinddabeigleichermaßenrenditeorientiert.Für den Kunden zeigt sich das unter anderem in zeitigen Tilgungen und angemessenen Auszahlungen. „Ein eingespieltes Team von branchenerfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewährleistet die professionelle und erfolgreiche Entwicklung sowieUmsetzungdieserProjekteundderenManagement“,lobt Neitzel sein Team. „Unser Haus betrachtet sich in erster Linie als Dienstleister für Anleger, Investoren, Banken, Vermögens- verwalter und Vertriebe. So werden deren Wünsche bewusst aufgenommen, reflektiert und mit den fundierten Marktkennt- nissen sowie den sich daraus ergebenden Möglichkeiten kom- biniert. Dieser Prozess mündet in marktgerechte Produkte mit stabilem Cash Flow“, beschreibt Neitzel die Unternehmensphi- losophie.

Erfolgreiche Emissionshistorie: Neitzel & Cie. hat bisher drei Beteiligungsangebote in den Anlageklassen maritime Sachwerte und Photovoltaik erfolgreich vollplatziert. Im Jahr 2008 wurde der Handysize Bulker MS “CORNELIA“ mit einem Kommanditkapital von 9.240.000 Euro durch die Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG am Kapitalmarkt platziert. Die Beteiligungsge- sellschaft des Handysize Bulkers MS “CORNELIA“ hat 5 % des Kommanditkapitals für das Geschäftsjahr 2010 an ihre Gesellschafter ausgezahlt. Im Jahr 2009 wurde der Einluken- Mehrzweckfrachter MS “BENTE“ durch die Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG konzipiert und im Jahr 2010 mit einem eingeworbenen Kommanditkapital von 3.115.000 Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Beteiligungs- gesellschaft des Einluken-Mehrzweckfrachters MS “BENTE“ hat 5 % des Kommanditkapitals für das Geschäftsjahr 2009 (Vorabgewinn) an ihre Gesellschafter ausgezahlt. Im Februar 2010 erfolgte der Vertriebsstart von Solarenergie Nord. Dieses Beteiligungsangebot, welches ausschließlich in Photovolta- ik-Anlagen in Norddeutschland investiert, konnte vorzeitig mit einem eingeworbenen Kommanditkapital in Höhe von 12.000.000 Euro vollplatziert werden.

Emissionszukunft: Neitzel & Cie. blickt auf einen erfreuli- chen Verlauf des Geschäftsjahres 2010 zurück. „Die positive und solide Geschäftsentwicklung unseres Hauses im Jahr 2010 wird im Jahr 2011 nachhaltig vorangetrieben“, blickt Bernd Neitzel optimistisch in die Zukunft. „Mit Solarenergie 3 ist ein weiteresBeteiligungsangebotinPlanung,dessenVertriebsstart im Laufe des Sommers 2011 erfolgen wird.“ Um die positiven Erfahrungen im Bereich der maritimen Sachwertbeteiligungen fortzusetzen, sollen weitere geschlossene Beteiligungen in die- ser Anlageklasse für das laufende Jahr konzipiert werden. Dem

WachstumvonNeitzel&Cie.wurdeseitBeginndesJahres2011

auch durch personelle Verstärkung Rechnung getragen: Seit

Solarpark Königsbrück (Teilansicht), © vis solis GmbH

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Solarpark Königsbrück (Teilansicht), © vis solis GmbH 26 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 Anleger

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

Anleger umsetzen

diesem Zeitpunkt ist das Team von Neitzel & Cie. in den Berei- chen Fondsmanagement, Treuhand und Vertrieb verstärkt wor- den. „So können wir auch zukünftig unsere dienstleistungsge- triebene Unternehmensphilosophie sicherstellen bzw. ausbau- en – und das zum Vorteil aller unserer Marktteilnehmer“, freut sich Neitzel.

In Kürze und mit Sicherheit – Investition in Photovoltaik-Anlagen in Deutschland

„Durch den Klimawandel und die aktuellen energiepolitischen Diskussionen rücken Investitionsmöglichkeiten in Erneuer- bare Energien, welche neben wirtschaftlichen Chancen auch einen Beitrag zu Nachhaltigkeit, Klima und Umweltschutz lei- sten, verstärkt in den Vordergrund“, weiß Bernd Neitzel. Unter allen Erneuerbaren Energien hat die Solarenergie das größte und langfristigste Potenzial. Deutschland verfügt über ein hohes Potenzial an unverschatteten sowie sonnenscheinintensi- ven Flächen und bietet mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) langfristige und stabile rechtliche Rahmenbedingungen. Rückwirkende Änderungen der Einspeisevergütungen – wie zum Beispiel in Spanien – gibt es nicht. Diese Standortvortei- le schaffen optimale Bedingungen für die Installation und die effiziente Solarstromzeugung durch Photovoltaik-Module – ideale Voraussetzungen, um in Photovoltaik-Anlagen an diver- sifizierten sonnenscheinreichen Standorten in Deutschland zu investieren.

Sicherheit am Solarstandort Deutschland – Strenge Investi- tionskriterien: Nach der vorzeitigen Vollplatzierung von Solar- energie Nord setzt Neitzel & Cie. die erfolgreiche Produktlinie der Photovoltaik-Beteiligungen fort: Solarenergie 2 Deutsch- land investiert in schlüsselfertige Freiflächen- und Dachflä- chenanlagen im sonnigen Herzen von Sachsen und Thüringen.

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

© veer / Juice Images Photography

Investitionsobjekte, die alle die höheren Einspeisevergütungen des Jahres 2010 über die gesamte Beteiligungslaufzeit erhalten und bereits mit einer Gesamtleistung von ca. 7.700 Kilowatt- peak in das öffentliche Stromnetz einspeisen, stehen bereits fest bzw. befinden sich in Verhandlung. Strenge Investitions- kriterien sichern die Qualität der Photovoltaik-Anlagen und damit des Beteiligungsangebotes. „Auf Basis des langfristigen Rahmenvertrages werden die technische Gesamtberatung und die fortlaufende technische Überwachung aller Investitions- objekte von Solarenergie 2 Deutschland durch unsere erfahre- nen und spezialisierten Sachverständigen vorgenommen. Das bedeutet eine zusätzliche Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-Anlagen zu erhalten“, bestätigt Dietmar Obst, Partner der renommierten 8.2 Ingenieurpartnerschaft Obst & Ziehmann, die alle Investitionsobjekte von Solarenergie 2 Deutschland betreut.

Positive Analystenbewertungen: Die unabhängigen renom- mierten Analysten vom ECOanlagecheck (ECOreporter), Invest-Report und vom Fachmedium Kapitalgewinn bewerten Solarenergie 2 durchweg positiv und das aus gutem Grund:

Eingebettet in eine konservative Kalkulation mit hohen jähr- lichen Liquiditätsrücklagen sowie Rückbau-Rückstellungen in denBetriebsgesellschaftenwurdevorallemdermarktadäquate Wunsch einer kurzen Laufzeit und gleichzeitig hohen Auszah- lungenerfüllt.BeieinerLaufzeitvonnurca.zehnJahrenbeträgt der prognostizierte Gesamtmittelrückfluss 194 % inklusive Anrechnung der Gewerbesteuer. Halbjährlich geplante Aus-

zahlungen und ein attraktiver Frühzeichnerbonus bis Ende Juli

2011 für das volle Jahr 2011 (nicht zeitanteilig!) sowie ein hoher

Investitionsgrad von 95 Prozent auf Basis der Gesamtinvestiti-

on runden dieses Beteiligungsangebot ab.

Versprochen und gehalten: Auf die Sonne Deutschlands ist

Verlass! So lagen zum Beispiel die Ertragswerte des Zielinvesti- tionsobjektes Solarpark Königsbrück bereits im ersten Quartal

2011 ca. 25 Prozent über den Werten des unabhängigen Ertrags-

2011 ca. 25 Prozent über den Werten des unabhängigen Ertrags- BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 27

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

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Sonderpublikation Nachhaltigkeit

gutachtens und der konservativen Fondsprognose. „Dieses kommt Solarenergie 2 Deutschland und somit den Investo- ren zugute“, bestätigt Bernd Neitzel und führt weiter aus, „In diesem Zusammenhang freuen wir uns, dass die planmäßige Anteilsübernahme für das Zielinvestitionsobjekt Solarpark Königsbrück aufgrund des erfreulichen Platzierungsverlaufes von Solarenergie 2 Deutschland bereits vorzeitiger als geplant und sogar rückwirkend zum 31. März 2011 erfolgte“. Diese Photovoltaik-Freiflächenanlage hat eine Gesamtnennleistung

von ca. 2.930 Kilowattpeak und erhält die höhere Einspeise- vergütung von 0,2843 Euro des Jahres 2010 über die gesamte Beteiligungslaufzeit.

Fazit: Gute Sachverständige, gesunde Kalkulation, bedachte Rückbau-Rückstellungen, marktadäquate Lauf- zeiten und eingehaltene Zusagen machen Neitzel & Cie. zu einem seriösen Anbieter, den Mein Geld dem interessier- ten Anleger für Photovoltaik-Anlagen empfehlen kann.

Mein Geld im Interview mit Bernd Neitzel und Wolfgang Drews

Sie sagen, Sie sind ein Emissions- und Beratungshaus. In wie fern unterscheidet sich die Beratung bei Ihnen im Vergleich zu anderen Emissionshäusern aus dem gleichen Segment? Wolfgang Drews, Leiter Vertrieb: Wir setzen den Fokus klar auf eine individuelle und sehr persönliche Beratung. Neitzel & Cie. kommuniziert offen und frühzeitig mit Vertriebs- und Geschäftspartnern, Anlegern, Analysten und Netzwerkpart- nern über aktuelle Ereignisse. Wir nehmen deren Wünsche und Anregungen bewusst auf und konzipieren Beteiligungs- angebote mit persönlicher Note, die deutsche Anleger heute auch wirklich wollen. Das direkte Gespräch – gern auch vor Ort – regelmäßige und verständlich formulierte Anleger- und Geschäftspartnerkommunikation, Newsletter, Online- Schulungen, individuelle Materialien, Fonds-Road-Shows und Roundtable-Fachveranstaltungen für Geschäftspartner etc. runden unseren umfassenden stets serviceorientierten Ansatz ab.

Welchen konservativen Grundsätzen folgen Sie in der Fondskalkulation? Können Sie uns ein konkretes Beispiel geben? Bernd Neitzel, Geschäftsführender Gesellschafter: Konzep- tionen von Neitzel & Cie. basieren auf dem Prinzip der kauf- männischen Vorsicht. Dementsprechend folgen sie konser- vativen Grundsätzen in der jeweiligen Fondskalkulation und sind dabei gleichermaßen renditeorientiert. Für den Kunden zeigt sich das unter anderem in zeitigen Tilgungen und ange- messenen Auszahlungen. Bei unserem aktuellen Beteili- gungsangebot Solarenergie 2 Deutschland sind zum Beispiel die Ertragswerte der Fondskalkulation bewusst unterhalb der Werte der unabhängigen Ertragsgutachten angesetzt worden. Des Weiteren haben wir neben einer sicheren und hohen Pro- jektreserve für Reparatur- und Wartungskosten zusätzlich nochmal eine Position für Reparaturen kalkuliert, damit wir im Sinne der deutschen sicherheitsorientierten Anleger wirk- lich „auf der sicheren Seite“ stehen – also das Prinzip „Gürtel

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sicheren Seite“ stehen – also das Prinzip „Gürtel 28 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 und

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

und Hosenträger“, denn Sicherheit für die Anleger geht für uns absolut vor.

Gehen Sie davon aus, dass der Solarenergie 2 bis Ende des Sommers platziert ist und Sie dann im Herbst mit Solaren- ergie 3 starten können? Wolfgang Drews: Der bisherige Platzierungsverlauf von Solarenergie 2 Deutschland ist so positiv, dass bereits vor- zeitig das benötigte Kommanditkapital eingeworben werden konnte, um die geplante Anteilsübernahme am ersten Zielin- vestitionsobjekt, dem Solarpark Königsbrück nahe der säch- sischen Landeshauptstadt Dresden, schon Mitte Mai 2011 vorzunehmen. Wenn der erfreuliche Verlauf der Einwerbung weiter anhält, ist es denkbar, dass das Beteiligungsangebot bereits zum Ende des Sommers 2011 platziert ist und der Ver- triebsstartschuss für Solarenergie 3 nahtlos fällt. Deshalb bereiten wir auch mit Hochdruck unsere nächste Solarbetei- ligung vor.

Deutschland steht durch die (EEG) Förderung, was der Solarbranche eine Konjunktur sondergleichen beschert hat, mittlerweile an der Weltspitze im Bereich Solar. Glau- benSie,dassweitereStreichungendieserFördermitteleine Gefahr für die Branche und somit Ihr Geschäft bedeuten könnten? Bernd Neitzel: Dank der umsichtigen Konzeption sind unse- re Beteiligungsangebote Solarenergie Nord und Solarenergie 2 Deutschland nicht von der aktuell diskutierten Degression der Einspeisevergütungen betroffen. Generell sind die Preise für Module und Wechselrichter in den letzten Monaten stark gefallen und das hat sich auch auf die Kaufpreise für ferti- ge Parks ausgewirkt. Aufgrund der niedrigen Kaufpreise im Vergleich zur Einspeisevergütung lohnen sich bis auf Weite- res auch Solarparks in Deutschland. Somit sehen wir mittel- fristig keine Gefährdungen für die Photovoltaik-Branche in Deutschland und unser Geschäft.

die Photovoltaik-Branche in Deutschland und unser Geschäft. Bernd Neitzel Wollen Sie in diesem Jahr auch wieder

Bernd Neitzel

Wollen Sie in diesem Jahr auch wieder in die Anlageklasse maritime Sachwerte einsteigen oder glauben Sie, dass die- se Branche sich erst mal noch weiter erholen muss? Bernd Neitzel: Innerhalb der Schifffahrtsmärkte setzt eine Beruhigung und zuweilen bereits auch großer Optimismus ein. Von den Boomjahren sind die Märkte jedoch bis auf Wei- teres entfernt. Wenn wir uns der Anlageklasse der maritimen Sachwerte im Jahr 2011 nähern, werden wir dieses im Seg- ment der Container umsetzen.

Die Solarfonds sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Glauben Sie, dass der Markt für alle Mitbewerber groß genug ist? Bernd Neitzel: Solarbeteiligung ist nicht gleich Solarbeteili- gung, wie die aktuellen Marktbedingungen bereits jetzt zei- gen. Noch bietet der Markt Platz für Angebote. Jedoch ist davon auszugehen, dass es auch hier in einigen Jahren eine ganz normale Phase sinkender Nachfrage geben wird, weil dann möglicherweise andere Themen „in“ sind. Aber Ange- bote und Mitbewerber sind das eine – unerlässlich für einen nachhaltigen Platzierungserfolg auf der anderen Seite sind vor allem aber noch immer eine exzellente Marktkenntnis, ein sehr gutes Netzwerk für attraktive Objektbeschaffungen – denn im Einkauf macht der Kaufmann den Gewinn, eine gewisse Bescheidenheit bei den Nebenkosten und eine wirk- lich konservative Kalkulation. Diese Punkte sind uns wichtig und können wir gewährleisten.

Solarbeteiligungen gibt es erst seit weniger als 10 Jahren. Ist es nicht schwierig, Gewinnprognosen für die nächsten 10 Jahre zu erstellen? Bernd Neitzel: Die Zahlungsströme für Solarbeteiligungen am Standort Deutschland sind langfristig planbar. Dieses ist vor allem dadurch begründet, dass es langjährige Einstrah- lungswerte aus renommierten zuverlässigen Quellen für

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

die jeweiligen Standorte der Photovoltaik-Anlagen gibt und dementsprechend die möglichen Ertragswerte hinreichend genau bestimmt werden können. Des Weiteren ist in den letzten Jahren zu beobachten, dass die Globalstrahlung in Deutschland im Vergleich zum langjährigen Mittel zunimmt. Hinzu kommt außerdem die Rechtssicherheit am Solarstand- ort Deutschland: Eine rückwirkende Änderung der Einspei- severgütungen – wie zum Beispiel in Spanien – findet in Deutschland nicht statt.

Wie beurteilen Sie den internationalen Solarbeteiligungs- markt und glauben Sie, dass Solarbeteiligungen im Aus- land sich lohnen? Wolfgang Drews: Der internationale Solarbeteiligungs- markt bietet, wie auch Deutschland, noch großes Potenzial an Fläche und Akzeptanz für Photovoltaik-Freiflächen- und -Dachflächenanlagen. Im Einzelfall ist detailliert zu prüfen, ob sich mit Sicherheit Investitionen in ausländische Märkte in ein attraktives und marktadäquates Beteiligungsangebot umsetzen lassen. Hinzu kommen die unterschiedlichen nicht immer einfachen Rechtsgrundlagen, die genau und vor allem auf ihren langfristigen Bestand geprüft werden müssen – sie- he das Beispiel Spanien. Insofern muss ein ausländisches Engagement vor allem auch auf seine Eignung für deutsche Anlegerinteressen betrachtet werden, die „Sicherheit“ sinn- vollerweise vor „maximales Renditestreben“ stellen.

Herr Neitzel, was ist Ihr Ziel bis Ende des Jahres und für die nächsten 2 Jahre? Bernd Neitzel: Nach dem erfolgreichen Geschäftsverlauf des Jahres 2010 ist das klare Ziel unser solides Wachstum auch im Jahr 2011 nachhaltig fortzusetzen. Des Weiteren werden wir bis Ende 2011, aber auch innerhalb der nächsten zwei Jah- re, weitere attraktive Beteiligungsangebote – auch mit neu- en Anlageklassen – emittieren, die unsere hohen Qualitäts- ansprüche für deutsche Privatanleger und deren Interessen erfüllen.

Wolfgang Drews

Privatanleger und deren Interessen erfüllen. Wolfgang Drews BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 29
Privatanleger und deren Interessen erfüllen. Wolfgang Drews BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 29

BörseGo AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 29

Sonderpublikation Nachhaltigkeit

Aktien haben eine nicht zu unterschätzende Lenkkraft

Von Michaela Sprenger

W er nachhaltig investieren will, trägt eine große Ver- antwortung. Vorausgesetzt, er investiert in Aktien und macht sich die Mühe, seine Karten richtig aus-

zuspielen. Königsdisziplin: Er muss seine Stimmrechte aus- üben und den Hauptversammlungen teilnehmen. Wie Domi- nique F. Biedermann, Direktor der Schweizer Ethos-Stifung sagt, sollte ein nachhaltig orientierter Anleger den Dialog mit dem Management suchen. Ziel sei dabei, die Unterneh- men für Good Corporate Governance sowie Umwelt- und Sozialverantwortung zu sensibilisieren. Dadurch soll auf lange Frist etwas verbessert werden, damit der Unterneh- menswert langfristig steigt. Revoluzzern ist nicht das erste Mittel der Wahl. Das Motto lautet eher: Steter Tropfen höhlt den Stein. Um sich einzubringen, müsse man kein Großin- vestor sein, betont er und nennt ein Beispiel. Am Anfang habe die Ethos-Stiftung lediglich 0,1 Prozent in Form von Aktien an einem Unternehmen gehalten. Jedes Jahr sei die Zahl der Mitglieder und der Aktienanteil jedoch gestiegen.

Zu Beginn hätten die Unternehmen die Stiftung belächelt – eben wegen des geringen Anteils. Doch sie hätten schnell erkannt, dass nachhaltige Anleger auch langfristige Investo- ren seien. Ein Umstand, der auch auf der Unternehmensseite Sicherheit gibt. Denn die renditeorientierten Aktionäre las- sen ihre Anteile nicht unbedingt liegen, sondern verkaufen, wenn ein netter Gewinn winkt. Dieses Hin und Her nimmt einem Unternehmen Planungssicherheit. Schließlich gibt es Aktien aus, verkauft also Unternehmensanteile, um an mehr Kapital zu kommen. Und das sollte ja eigentlich in Inno- vationen und Neuinvestitionen fließen. Wenn das Kapital durch Spekulationen an den Märkten schwankt, kann ein Unternehmen auch nicht sonderlich weit über den Tellerrand schauen. Nachhaltige Aktienstrategien sind auf lange Sicht eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Rechte und Pflichten ernst nehmen Jeder Aktionär hat Rechte, mit denen er etwas bewegen kann. Zum einen kann er die Aufsichtsratsanträge unter-

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kann. Zum einen kann er die Aufsichtsratsanträge unter- 30 BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011 stützen

BörseGO AG: Sonderpublikation Nachhaltigkeit 2011

stützen oder abschmettern – je nach Stimmanteil. Bieder- mann rät, den Vorschlägen des Aufsichtsrate zuzustimmen. Es sei denn, sie seien nicht mit den langfristigen Interessen der Aktionäre und der Mehrheit anderer Anspruchsgrup- pen vereinbar. Im vergangenen Jahr hat Ethos in 13 Prozent der Fälle gegen einen Antrag des Aufsichtsrats gestimmt und in 87 Prozent dafür. Stimmenthaltungen gab es gar nicht – eine klare Position ist eben auch gefordert. Ganz ein- fach ist das Ausüben der eigenen Rechte nicht, denn dafür muss sich der Aktionär stark mit den Unternehmen und den Wirtschaftszahlen auseinandersetzen. Sprich: er muss rich- tig fit sein. Wer seine Rechte und Pflichten ernst nehmen will, dem besteht ein ordentliches Stück Arbeit bevor. Die Anträge des Aufsichtsrates umfassen unter anderem Jah- resrechnungen, Jahresberichte, Dividendenausschüttun- gen, Kapitalstrukturen, Fusionen, Akquisitionen und vieles mehr. Was jeder Aktionär machen kann, ist selbst Anträge einzubringen. Und wer will, dass ein Unternehmen Schritt für Schritt nachhaltiger wird, stellt eben Anträge zu Themen wie Corporate Governance oder den Bereichen Umwelt und Soziales. Wenn er beim ersten Mal nicht durchkommt, dann eben beim nächsten Mal. Eine Hauptversammlung gibt es schließlich jedes Jahr. Nicht nur die Aktieninvestments sind nachhaltig, der Aktionär auch. Sprich, er muss gegebenen- falls schon mal einen langen Atem haben. „Wir haben einmal zum ersten Mal 2005 einen Antrag bei Nestlé eingereicht und es hat drei Jahre gedauert, bis er angenommen wurde“, sagt Biedermann.

Ethos hat einen eigenen Katalog für das Ausüben von Aktio- närsrechten – 25 Seiten bestehen dabei aus Richtlinien und 75 Seiten aus Grundsätzen. Mitglieder bei Ethos sind mitt- lerweile 66 Schweizer Pensionskassen mit einem Vermögen von 75 Milliarden Euro. Die Stiftung berät auch die Schwei- zer Privatbank Pictet bei der Gestaltung der Portfolios für nachhaltige Fonds.

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