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Kurzreader CD Rhetorik

Kurz – READER zum Erfolgsprogramm „Hörwissen auf CD“

Gelungene Rhetorik für Ausstrahlung und Redegewandtheit

Dieser Kurzreader ist der Inhalt des Trainingsprogramms in schriftlicher Form und soll Sie in Ihren Trainingsbemühungen unterstützen. Das beste Ergebnis erzielen Sie zusammen mit der Hörwissen-CD und der Checkliste, die Sie kostenlos im Internet downloaden können. Es ist ein ideales Selbsttrainingsprogramm für „Einsteiger“ in das Thema und Menschen mit Grundkenntnissen zu Rhetorik.

1. Der erste Abschnitt soll Sie über grundsätzliche Dinge der Erfolgsprogramme aus dem ac- tivecoach - Weiterbildungsverlag informieren. Denn es ist nicht nur ein einfaches Hörpro- gramm auf CD, sondern ein Trainingsprogramm für Ihren Erfolg.

Der Autor der Erfolgsprogramme „Hörwissen auf CD“ ist Dieter Ückermann, der seit 20 Jah- ren als Personalentwickler, Trainer und Coach in der Erwachsenenbildung tätig ist und zu allen veröffentlichten Themen schon viele Seminare durchgeführt hat. Er arbeitet mit seinem Trainingsteam überwiegend firmenintern in nationalen und internationalen Konzernen.

Die Trainingsschwerpunkte von Dieter Ückermann sind die Bereiche Persönlichkeitsentwick- lung, Kommunikation und Motivation, Führung und Verkauf sowie Rhetorik und Zeitmana- gement. Er ist Autor von Fachbüchern und der Serie AS-Audio-Hörkassetten für Führung und Verkauf.

Der Autor gibt Ihnen seine langjährige Erfahrung weiter, die er mit Tausenden von Seminar- teilnehmern und im Einzeltraining gesammelt hat.

Sie kennen vielleicht die Aussage: „Ohne Fleiß keinen Preis.“ Wie stehen Sie dazu?

Wollen Sie Ihren persönlichen oder beruflichen Erfolg wie im Schlaf erreichen, also bequem und ohne Mühe oder sind Sie bereit, sich dafür zu engagieren und etwas dafür zu tun?

Wie viele Menschen kennen Sie, die ohne persönlichen Einsatz erfolgreich wurden und auch blieben? Richtig – es sind sehr wenige und meistens war der Erfolg auch nicht von langer Dauer. Deshalb nutzen Sie die Erfolgsprogramme als Ratgeber für Ihre persönliche und be- rufliche Weiterbildung. Unsere Erfolgsprogramme sind Express – Ratgeber, da Ihnen in sechzig Minuten wertvolle Tipps und Anregungen für Ihren Erfolg geben. Wiederholen Sie die wichtigen Abschnitte ruhig mehrmals, dadurch prägt es sich besser in Ihr Gedächtnis ein. Sie können jeden Abschnitt wie auf einer Musik-CD gezielt ansteuern, so wird jedes Pro- gramm zu einem echten Trainingsprogramm für Sie.

Ein weiterer Vorteil der Erfolgsprogramme ist, dass Sie am Ende der einzelnen Trainingsab- schnitte Praxistipps hören, die Ihnen als Wegweiser zur praktischen Umsetzung dienen sol- len.

Das wichtigste ist allerdings:

„Sie müssen den Willen zum Erfolg haben und dürfen dabei Ihre Ziele nie aus den Augen verlieren. Sie selbst bestimmen Ihren Erfolg durch Ihren Einsatz, Ihren Willen und Ihren Er- geiz.“

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2. Lassen Sie uns mit unserem Fitnessprogramm zur gelungenen Rhetorik beginnen.

Denn eine gute Rhetorik ist das Fundament, auf dem Sie aufbauen können für Ihre zu- künftigen Erfolge, egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Der zweite Abschnitt behandelt grundsätzliche Dinge zum Thema der Rhetorik.

Wir möchten mit einer Frage beginnen, damit Sie sich Ihrer Ausgangslage wieder bewusst werden: „Warum haben Sie sich gerade das Rhetorik – Programm gekauft?“

Ist es der Glaube daran, dass eine gute Rhetorik alle anderen Schwächen verdecken

kann? Oder ist es ein Erlebnis aus jüngster Vergangenheit, das Sie zum Rhetorik-Training

motiviert hat? Oder ist es eine Aufgabe, die Sie in absehbarer Zeit erfüllen müssen?

Oder glauben Sie, dass die Rhetorik generell immer zu verbessern ist und ein Trai- ning zu diesem Thema nie schaden kann?

Wie auch immer Ihre Antwort ausfällt, Sie haben ein Ziel und das sollten Sie immer vor Au- gen haben, wenn Sie das Hörprogramm oder den Reader zur Hand nehmen.

Egal ob Sie eine Rede zur Hochzeit, zum Geburtstag oder zum Jubiläum halten müssen – ob Sie Ihre Ausdrucksfähigkeit im Gespräch mit anderen Menschen verbessern wollen - o- der ob Sie sich für Referate und Vorträge fit machen wollen – mit diesem Erfolgsprogramm kommen Sie allen Zielen ein Stück näher.

Eine gute Rhetorik hilft Ihnen in vielen Situationen des täglichen Lebens und im Beruf: Bei Diskussionen, Gruppengesprächen, Vorträgen, Streitgesprächen und Präsentationen. Nut- zen Sie jede Gelegenheit, sich in Ihrer Rhetorik zu verbessern.

Unser erster Praxistipp an dieser Stelle: Der Misserfolg steckt nicht darin, dass Sie es nicht schaffen werden, sondern der Misserfolg ist vorprogrammiert, wenn Sie es gar nicht erst ausprobieren und versuchen. Also arbeiten Sie ständig daran, Ihre Aus- drucksfähigkeit zu verbessern. Denken Sie immer daran: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

3. Im dritten Abschnitt beschäftigen wir uns mit den Voraussetzungen für erfolgreiche

Gespräche.

Die Kernfrage, die Sie sich einmal beantworten sollten, lautet: „Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Rhetoriker?“ Ein guter Rhetoriker ist sicher nicht

der Alleinunterhalter, der sich für die Meinung seiner Zuhörer nicht interessiert und

sich selbst gerne reden hört. Es ist auch nicht der Egoist, der alle in Grund und Boden redet und nur seine Mei-

nung gelten lässt. Es ist sicher nicht der Blender, der sich geschickt auszudrücken versteht, aber bei

Nachfragen keine Antwort weiß. Und es ist auch nicht der Mensch, dem die Fachkompetenz fehlt und der mit Fremd- wörtern um sich schmeißt, um das zu vertuschen.

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Lassen Sie sich nicht von Äußerlichkeiten und antrainierten Verhaltensweisen blenden oder einschüchtern. Finden Sie Ihren eigenen Stil und bleiben Sie sich selbst treu. Dann wirken Sie am überzeugendsten.

Kommen wir jetzt zu den positiven Voraussetzungen für erfolgreiche Gespräche, denn deshalb haben Sie dieses Programm ja gekauft.

Die erste Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche ist: Seien Sie ein guter Zuhörer! Bei einer guten Rhetorik geht es nicht nur darum, dass Sie sich gut und geschliffen ausdrü- cken können, sondern Ihre Zuhörer müssen Ihnen auch gerne zuhören wollen.

Deshalb ist ein guter Rhetoriker meistens auch ein guter Zuhörer. Durch aktives Zuhören erkennen Sie, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich zu Wort zu melden und sich Gehör zu verschaffen. So hat Ihre Stimme mehr Gewicht, als wenn jeder versucht, den an- deren mit Lautstärke zu übertönen und letztlich doch niemand zuhört.

Hören Sie deshalb bei Gesprächen, Diskussionen und Meetings sehr genau zu, wer welche Meinung vertritt und mit welchem Nachdruck etwas gesagt wird. Bei einem sachlichen The- ma würden Sie Ihre Meinung klar und deutlich vertreten, wenn der Vorredner geendet hat. Hier findet ein offener Austausch von Meinungen und Erfahrungen statt, ohne dass ein Be- teiligter sein Gesicht verliert oder es zu hitzigen Diskussionen kommt.

Bei einem Streitgespräch würden Sie geschickter Weise mit einer Frage beginnen, um Ihre Chancen zu prüfen, ob Sie mit Ihrer Meinung ankommen. Denn was nützt es, eine kontro- verse Meinung zu vertreten, die keine Mehrheit findet. Sie fühlen sich vielleicht gut – aber der Eindruck, den Sie hinterlassen haben, ist negativ. Daher halten Sie sich in Streitge- sprächen zurück!

Die zweite Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche ist: Sprechen Sie nur dann, wenn Sie etwas zum Thema beizutragen haben!

Sie haben es vielleicht selbst schon erlebt: Die Achtung und Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer oder Gesprächspartner erreichen Sie nicht, indem Sie viel sprechen, sondern

indem Ihre Aussagen für andere interessant sind

Sie etwas zum Thema beitragen können

Sie einen neuen Gesichtspunkt einbringen und

jeder Ihre Fachkompetenz spürt.

So profitiert jeder Teilnehmer von dem Gespräch und man geht mit einem guten Gefühl auseinander. Sie hinterlassen bei den anderen den Eindruck: Der hat etwas zu sagen, der ist kompetent, den laden wir wieder ein. Also reden Sie nur dann, wenn Sie etwas zu sagen haben. Hören Sie allen Beteiligen genau zu und bringen Sie sich in das Gespräch ein, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Voraussetzung für den richtigen Zeitpunkt ist, dass Sie sich innerlich nicht mit Ihren Gegen- aussagen oder Antworten beschäftigen, während der andere spricht. Denn so verpassen Sie Ihren Einsatz, weil Sie nicht zugehört haben und Ihre Aussagen beziehen sich vielleicht nicht auf das gerade Gesagte vom Vorredner.

Wir nennen das: Sie reden am Thema vorbei und damit verschwenden Sie die Zeit Ihrer Zu- hörer. Die Situation kann für Sie auch peinlich enden, denn Sie zeigen Ihre Unaufmerksam- keit.

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Die dritte Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche ist: Beteiligen Sie sich mit Fra- gen, wenn Sie ein Thema nicht beherrschen!

Wenn Sie das angesprochene Thema nicht beherrschen oder Ihnen Informationen fehlen, können Sie trotzdem mitdiskutieren. Denken Sie zum Beispiel an politische Themen oder Fachbereiche, mit denen Sie bisher nichts zu tun hatten.

Eine Methode funktioniert immer: Sie wenden die Fragetechnik an, um von den anderen mehr zu erfahren.

Seien Sie neugierig!

Hinterfragen Sie Aussagen!

Geben Sie offen zu, dass Sie nicht so tief im Thema stecken.

Denn wie wollen Sie etwas lernen oder in Erfahrung bringen, wenn Sie keine Fragen stellen. Es ist doch keine Schande, wenn Sie zu einem bestimmten Thema nichts beizutragen ha- ben. Durch Ihre Fragen zeigen Sie aber ehrliches Interesse am Thema und an der Person. Und Interesse ist eine Form der persönlichen Wertschätzung, die jeder sofort spürt und die immer positiv ankommt.

Sie werden jetzt vielleicht denken, dass der Autor gut reden hat, aber wie schafft man es, dass einem im richtigen Moment die richtige Frage einfällt? Das ist gar nicht so schwer! Denn die beste Frage ist immer noch die offene Frage oder wir sagen auch „W-Frage“ dazu. Sie beginnt mit einem W-Fragewort, deshalb W-Frage.

Hier ein paar Beispiele dazu, wie man W-Fragen formulieren kann:

Wie haben Sie das Problem gelöst?

Was würden Sie an meiner Stelle tun?

Wie sind Sie zu Ihrem Hobby gekommen?

Wie kam es zu dieser Situation?

Die Liste der Fragen wäre beliebig fortzusetzen. Versuchen Sie jetzt einmal selbst, W- Fragen zu formulieren. Denken Sie an eine Situation, die Sie in den letzten 24 Stunden er- lebt haben.

Welche Fragen hätten Sie Ihrem Gegenüber stellen können? Überlegen Sie einmal in Ruhe. Haben Sie einige W-Fragen gefunden? Sind Sie mit Ihrem Ergebnis zufrieden?

Wenn ja – dann weiter so. Wenn Sie nicht zufrieden sind, dann denken Sie bitte an folgende Regel:

Überlegen Sie passende Fragen in einem Gespräch, während der andere spricht.

Denken Sie in Fragen und nicht in Gegenantworten.

Die vierte Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche ist: Sprechen Sie erst dann, wenn Ihr Gegenüber seine Gesprächsbereitschaft signalisiert!

Gute Rhetoriker sprechen erst dann, wenn der andere gesprächsbereit ist. Natürlich hat das auch etwas mit Höflichkeit zu tun. Die Grenze ist fließend. Die Gesprächsbereitschaft wird häufig durch die Körperhaltung signalisiert:

die Arbeit wird unterbrochen

Ihr Gesprächspartner blickt Sie an

er lehnt sich zurück oder

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er fordert Sie auf, Platz zu nehmen

Wenn Sie auf diese Signale nicht achten und zu früh sprechen, wird der erste Teil Ihrer Aus- sage möglicherweise überhört und es kann zu Missverständnissen kommen.

Gerade zu Beginn eines Gespräches, einer Rede oder eines Vortrages ist es besonders wichtig, Ruhe und Geduld auszustrahlen, denn das ist ein Zeichen Ihrer Selbstsicherheit. Warten Sie, bis Sie die volle Aufmerksamkeit des anderen haben. Denken Sie daran, dass der andere Ihnen nicht zuhören kann, wenn er sich körperlich oder gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt.

Im persönlichen Gespräch signalisieren Sie Ruhe und Geduld durch die Aussage: „Machen Sie Ihre Arbeit ruhig erst zu Ende. Ich warte so lange.“

Bei einer Rede signalisieren Sie das durch:

aufstehen

Blickkontakt zum Publikum aufnehmen und

abwarten, bis Ruhe eingekehrt ist

Auf Meetings und Konferenzen gilt meistens die Regel, dass man sich mit Handzeichen meldet, wenn man etwas zu sagen hat. Der Leiter der Gruppe erteilt dann das Wort.

Unser Praxistipp: Lassen Sie uns zum Schluss des Abschnittes das Gesagte kurz zu- sammenfassen: Sie schaffen die Voraussetzungen für gute und erfolgreiche Gesprä- che, wenn Sie

1. ein guter Zuhörer sind,

2. nur sprechen, wenn Sie etwas zum Thema beitragen können,

3. sich mit Fragen beteiligen, wenn Sie das Thema nicht beherrschen und

4. erst sprechen, wenn der Zuhörer gesprächsbereit ist.

4. Haben Sie schon einmal bewusst darauf geachtet, was Ihnen auffällt, wenn Sie ei- nem Menschen das erste Mal begegnen? Richtig – es sind die äußerlichen Merkmale und deshalb beschäftigen wir uns im vierten Abschnitt mit den Äußerlichkeiten eines Menschen, die zu beeinflussen sind. Denn für den 1. Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Sie kennen vielleicht die nachfolgenden Sprüche und Zitate:

„Der erste Eindruck ist entscheidend“

„Kleider machen Leute“

„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance."

oder

oder

Egal wo Sie sind, ob in der Firma, im Privatbereich, bei Festen, Feiern oder Versammlun- gen. Immer hinterlassen Sie einen ersten Eindruck, wenn man Sie nicht kennt. Auch wenn Sie überhaupt nichts gesagt haben, hinterlassen Sie trotzdem einen Eindruck.

Sie sprechen mit

Ihrem Körper

durch Ihre Kleidung und

durch Ihr Verhalten

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Wir nennen dies auch die nonverbale Kommunikation. Der erste Eindruck mündet meistens in der Aussage: „Der ist sympathisch oder der ist unsympathisch“. Dieses - wir sagen auch - Vorurteil beeinflusst allerdings den weiteren Kontakt und das Verhalten der anderen.

Deshalb sollten Sie den ersten Eindruck positiv beeinflussen. Wie das geht, erläutern wir Ih- nen jetzt.

Ihre Kleidung darf keinen Anlass geben, von Ihrer Person abzulenken. Wenn Sie als

Frau z. B. ein hochgeschlitztes Kleid tragen, wird man mehr auf Ihre Beine als auf Ih- re Worte achten. Wenn die Krawatte des Mannes einen Fleck hat, wird sie nicht nur ablenken, sondern sie vermittelt auch das Gefühl, ungepflegt zu sein.

Wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch für einen Job in der Verwaltung gehen und Sie sind unrasiert, die Haare sind struppig und die Schuhe verstaubt, dann wird der Personalchef möglicherweise von Ihrem Äußeren auf andere Dinge schließen, die am Arbeitsplatz wichtig sind. Wenn Sie in eine wichtige Verhandlung gehen und mit Jeans erscheinen, kann allein dadurch Ihre Akzeptanz sinken. Denn Ihr Gesprächspartner erwartet Sie in einem Anzug oder Kombination, eine Frau wird im Hosenanzug oder Kostüm erwartet. Oder würden Sie zu Ihrer Bank in T-Shirt und kurzer Hose gehen, wenn Sie einen Kredit für Ihr neues Haus beantragen wollen? Sicher nicht, denn noch immer wird bei uns sehr viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt.

Unser Praxistipp dazu: Passen Sie Ihr Äußeres und Ihre Erscheinung der Situation, Ih- ren Zielen und den Erwartungen Ihrer Gesprächspartner an. So vermeiden Sie Vorur- teile. Wenn Sie in Fragen der Kleiderordnung unsicher sind, sprechen Sie vorher mit den richtigen Leuten über die Erwartungshaltung. Oder nehmen Sie an einer profes- sionellen Farb- und Stilberatung teil. Die Adressen finden Sie im Branchenbuch.

5. Im fünften Abschnitt beschäftigen wir uns mit der Körpersprache – also der non- verbalen Kommunikation

Jeder Mensch kommuniziert ständig mit anderen Menschen , der eine intensiver als der an- dere. Dabei ist es egal, welchen Beruf Sie ausüben, ob Sie mit Freunden zusammen kom- men oder ob Sie privat in Vereinen oder Institutionen engagiert sind. Sie kommunizieren durch Ihre Sprache, aber auch durch Körpersignale und Verhalten.

Mit Ihrer Sprache, mit Worten drücken Sie Ihre Meinung aus, indem Sie zum Beispiel Ihrem Gegenüber laut zustimmen. In der Fachsprache nennen wir das die verbale Zustimmung.

Mit Ihrer Körpersprache können Sie aber auch Zustimmung ausdrücken, indem Sie zum Beispiel mit dem Kopf nicken. Dies nennen wir die Non-verbale Sprache, also die Körper- sprache.

Uns muss immer bewusst sein, dass wir immer und zu jeder Zeit kommunizieren, auch wenn wir nicht sprechen. Insbesondere die Körpersprache führt häufig zu ungewollten Reaktionen, denn unser Körper spiegelt unsere Gedanken und unsere innere Haltung wider.

So erhält der Zuhörer Signale, die er aufnimmt und für sich interpretiert. Wenn die Signale des Körpers zu den Aussagen passen und in Einklang sind, dann sind es positive Verstär-

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ker. Wenn die Körpersignale im Widerspruch zu den wörtlichen Aussagen stehen, ist der Zuhörer zuerst irritiert und wird dann vielleicht verunsichert.

Dazu drei Beispiele:

Der Redner sagt: „Ich meine das ganz ehrlich!“ und kann Sie dabei nicht anschauen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass die Aussage nicht stimmt. oder Der Redner sagt: „Du bist mir sympathisch!“ und hat dabei die Arme vor der Brust ver- schränkt. Hier stimmen Körpersignal und Aussage nicht überein. oder Ihr Gegenüber sagt: „Das was Du sagst, interessiert mich. Ich höre Dir zu!“ und sein Blick schweift dabei in ganz andere Richtungen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass Ihr Gegenüber mit seinen Gedanken nicht bei der Sache ist.

Mit ganz wenigen Ausnahmen gilt immer: Ihre Körpersignale lügen nicht. Wenn Sie einen Widerspruch zwischen Aussage und Körpersignale spüren, achten Sie mehr auf die Körper- signale.

Zur Körpersprache zählen wir,

die Gestik

die Mimik

die Körperhaltung und

den Blickkontakt

Zum Blickkontakt kommen wir im nächsten Abschnitt, denn er ist von besonderer Bedeutung für eine wirkungsvolle Rhetorik.

Ohne Gestik mit Arm und Hand wirkt ein Vortrag oder ein Gespräch leblos. Wenn Sie Ihre Hände auf dem Rücken verschränken oder in der Hosentasche verstecken, fehlt das un- terstreichende Signal für Ihre Worte. Ihre eigene Begeisterung kommt dann nicht rüber.

Setzen Sie also Ihre Arme ein, um Aussagen zu verstärken. Unterstreichen Sie mit offener Handhaltung. Der Weg zur Gestik ist leichter, wenn Sie Ihre Arme leicht angewinkelt haben. Wenn es Ihnen hilft und es Ihnen Sicherheit gibt, nehmen Sie einen Gegenstand in die Hand.

Im Privatgespräch dürfen Sie als Mann auch eine Hand in der Hosentasche haben – aber nie beide Hände. Das wirkt unhöflich und zu leger.

Mit der Mimik meinen wir das Spiel der Gesichtszüge. Wenn Ihre Miene immer ernst, starr und verschlossen ist, wirkt es häufig nicht passend zu Ihren Worten und der Wirkung, die Sie erzielen wollen. Manchmal ist die Mimik sogar abweisend und Sie wundern sich dann über die Frage: „Geht es Dir nicht gut“. Die Vermutung machen Ihre Mitmenschen an Ihrer Mimik fest.

Oder haben Sie schon einmal einen Komiker erlebt, der über seine eigenen Witze nicht la- chen kann? Wenn er lacht, dann lacht sein ganzes Gesicht und auch seine Augen.

Um festzustellen, wie Sie selbst wirken, müssen Sie sich beobachten:

Schauen Sie einmal in den Spiegel und beobachten Sie Ihre Mimik und Ihre Ge- sichtszüge, ohne bewusst den Ausdruck zu verändern. ACHTUNG: Sollten Sie Ihr Auto gerade steuern, machen Sie diese Übung bitte zu einem späteren Zeitpunkt.

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Strahlen Sie eher Ernsthaftigkeit aus oder mehr Freude und Spaß? Jetzt lächeln Sie einmal ganz bewusst.

Verändert sich Ihre Mimik oder ist das Ihr natürlicher Ausdruck? Wenn Sie in der Mehrheit der Fälle eher ernsthaft wirken, dann sollten Sie bewusst lächeln und sich freuen.

Sie werden ganz schnell merken, dass der Ausdruck Ihres Gesichtes sich auf Ihre innere Stimmung auswirkt. Sie haben mehr Freude. Natürlich ist die Mimik auch stimmungsabhän- gig.

Wir reden hier aber von dem bewussten Einsatz der rhetorischen Wirkungsmittel und nicht davon, sich gehen zu lassen. Wenn Sie über ein ernstes Thema reden, dann machen Sie sicher auch ein ernstes Gesicht. Denn das ist passend.

Wenn es eine lustige Geschichte ist, dann sollten Sie dabei lächeln. So vermitteln Sie die Komik und den Witz der Geschichte. Gerade wenn Sie Freude ausdrücken wollen, sollten Sie lächeln. Denn ein Mensch, der sich freut, drückt das auch mit seiner Mimik aus.

Unterstreichen Sie deshalb Ihre Aussagen durch passende Gesten mit Armen und Händen. Lächeln Sie, wenn Sie etwas Lustiges erzählen. Mimik und Gestik passen sich normalerwei- se dem Inhalt Ihrer Aussage oder Rede an. So erreichen Sie ein hohes Maß an Glaubwür- digkeit.

Am Beispiel von Zorn, Trauer oder Freude wird deutlich: Wer diese Gefühle hat, spricht deutlich und ungehemmt. Dann passen Stimmlage, Gestik und Mimik überein. Dann sind Sie ungehemmt und natürlich.

Unser Praxistipp: Für den normalen Redner reicht es also aus, wenn er sich an frühe- re Zeiten zurückerinnert. Er braucht Haltung, Mimik und Gestik nicht zu lernen. Den- ken Sie nicht an Effekte, sondern drücken Sie das aus, was Sie gerade fühlen. Schau- en Sie den Angesprochenen direkt an und unterstreichen Sie Ihre Aussagen mit Ihren Händen. Wenn Sie mehr über Körpersprache lernen wollen, empfehlen wir Ihnen die Bücher von Sammy Molcho, der als Pantomime eine anerkannte Kapazität für Körpersprache ist.

6. Im sechsten Abschnitt erfahren Sie, welche Bedeutung dem Blickkontakt beizumes- sen ist. Dieser Bereich gehört mit zur Körpersprache.

Das Problem vieler Menschen ist, dass sie beim Sprechen den anderen nicht anschauen können. Das kann natürlich mehrere Gründe haben, wie Unsicherheit, Konzentriertheit, in Gedanken sein, oder sich der Bedeutung nicht bewusst sein.

Wichtig ist allerdings, welches Gefühl der fehlende Blickkontakt beim Zuhörer auslöst, denn wenn der Zuhörer den Eindruck bekommt, dass der Sprecher unsicher ist, leidet die Akzep- tanz der Person und die Akzeptanz der gesagten Inhalte. Und das wollen Sie doch nicht – oder?

Deshalb hat der Augenkontakt eine große Signalwirkung für den Zuhörer

Er erkennt in Ihren Augen die Begeisterung für die Sache.

Er erkennt, dass Sie es so meinen, wie Sie es sagen.

Er spürt Ihre Selbstsicherheit.

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Sie erzeugen ein gutes Gefühl, wenn Sie dem anderen offen in die Augen schauen können. Sie vermitteln Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Ihre Aussagen gewinnen an Bedeutung. Der Zuhörer akzeptiert Ihre Aussagen und Haltungen viel eher. Mit Ihrem Blickkontakt schaf- fen Sie Vertrauen.

Denken Sie doch nur daran, wie Sie Kontakt zum anderen Geschlecht aufnehmen.

Häufig ist es zuerst der Blickkontakt.

Der Blick signalisiert Interesse oder Desinteresse.

Er ermutigt Sie oder sagt: „Lass mich in Ruhe.“

Diese Form der Körpersprache verstehen die meisten Menschen auf Anhieb.

Unser Praxistipp dazu: Denken Sie daran, Ihre Gesprächspartner und Zuhörer immer anzuschauen und den Blickkontakt zu allen Gesprächsteilnehmern aufrecht zu erhal- ten. Denn so signalisieren Sie Selbstsicherheit und Souveränität. Mit dem Blickkon- takt überspielen Sie auch eine kurzfristige Unsicherheit.

Lassen Sie uns zum Ende der vorangegangenen Abschnitte "Körpersprache und Blickkontakt" die wichtigsten Aussagen noch einmal zusammenfassen:

Zur Körpersprache zählen wir die Gestik, die Mimik, die Körperhaltung und den

Blickkontakt. Mit der Gestik unterstreichen und verstärken Sie Ihre Worte.

Die Mimik ist das Spiegelbild Ihrer Gefühle zu dem Thema.

Eine aufrechte Körperhaltung signalisiert Selbstbewusstsein

und ein guter Blickkontakt drückt Ihre Selbstsicherheit aus.

7. Lassen Sie uns im siebten Abschnitt über die Wirkungsweise der Stimme sprechen. Denn die Stimme ist sicher das am häufigsten gebrauchte Wirkungsmittel der persön- lichen Kommunikation.

Stimme und Stimmung sind verwandte Worte. Was wollen wir damit sagen: Die Stimme drückt neben dem Inhalt Ihrer Aussage auch Ihre eigene innere Stimmung aus.

Es ist die Melodie Ihrer Stimme, die die Menschen beeinflusst. Ihre Stimme wirkt unmittelbar auf die Gefühlsfunktionen Ihrer Zuhörer – das muss Ihnen jederzeit bewusst sein. Mit Ihrer Stimme können Sie Freude oder Trauer, Interesse oder Desinteresse, Sicherheit oder Unsi- cherheit ausdrücken.

Ihre Stimmmelodie erweckt beim Zuhörer Sympathie oder Antipathie, also auch wieder Ge- fühle. Entweder kennen Sie die Gründe für die Wirkung Ihrer Stimme oder wir machen es Ihnen jetzt bewusst:

Sie können laut oder leise sprechen. Das sind Ihre Wirkungsmittel zum Ausdruck von Selbstsicherheit und des Nachdrucks.

Sie können durch die Modulation Ihrer Stimme hoch oder niedrig, betont oder mono- ton sprechen. Das sind Ihre Wirkungsmittel zur Hervorhebung und Abwechslung im Gespräch.

Sie können schnell oder langsam sprechen. Das Wirkungsmittel der Sprechge- schwindigkeit fördert oder verhindert die Verständlichkeit. Außerdem ist es ein Aus- druck der Dynamik des Sprechers.

Sie können auch Wirkungspausen einlegen oder ohne Punkt und Komma sprechen. Pausen an der richtigen Stelle erhöhen die Dramaturgie Ihres Vortrages.

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Sicher ist Ihnen jetzt klar, warum wir Sie aufgefordert haben, jede Gelegenheit zu nutzen, um Ihre rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern. Denn alleine das Stimmtraining braucht häufiges Wiederholen. Damit verstärken Sie Ihre persönliche Ausstrahlung und Ihre eigene Selbstsicherheit.

Unsichere Menschen sprechen häufig leise, sie sprechen langsam und ohne Betonung, also monoton. Wenn dann noch der fehlende Blickkontakt hinzukommt, ist die negative Gesamt- wirkung perfekt. Diese Stimme ist nicht geeignet, anderen Menschen zu widersprechen, sich durchzusetzen oder andere zu begeistern.

Eine kraftvolle Stimme braucht Luft. Mit Ihrem Luftvolumen bestimmen Sie die Länge Ihrer Aussagen und können an den richtigen Stellen Pausen machen. Ihr Luftvolumen wird be- stimmt durch die Atmung, wobei wir die Hochatmung und die Tiefatmung unterscheiden.

Hochatmung ist die Einatmung fast ausschließlich über die Brust. Der Arzt nennt es auch die Flachatmung. Dies geschieht meistens unbewusst. Die Folge für den Redner ist eine kurz- atmige Stimme. Der Redner muss an unpassenden Stellen Pausen zum Luft holen machen, und das Luftvolumen reicht für eine druckvolle Stimme nicht aus.

Tiefatmung ist die Bauchatmung, die Ihnen mehr Luftvolumen bringt und dem Körper mehr Sauerstoff zuführt. Sie haben ein hohes Luftvolumen und bringen Ihre Sätze zu Ende, ohne eine Pause zum Luftholen machen zu müssen. Sie können Ihrer Aussage durch die richtige Betonung Nachdruck verleihen.

Lassen Sie uns an dieser Stelle gleich eine kleine Praxisübung durchführen, um den Unter- schied zu verdeutlichen: Atmen Sie jetzt fünf mal bewusst tief über den Bauch ein. Nehmen Sie sich dafür Zeit.

Spüren Sie, wie Sie mehr Luft und mehr Sauerstoff bekommen?

Spüren Sie, wie Ihr Puls ruhiger wird?

Spüren Sie, dass Sie mehr Volumen in den Lungen haben?

Na ja – wir wollen nicht übertreiben.

Denken Sie an einen Unterwassertaucher ohne Sauerstoffgerät, der sicher lange dafür trai- niert hat, mehr als 60 Sekunden unter Wasser zu bleiben. Bleiben Sie am Ball und wiederholen Sie die Übung regelmäßig.

Tiefes Atmen mit dem Bauch gibt Ihnen Ruhe und Sicherheit beim Sprechen und Verhan- deln. Sie fühlen sich wohler, entwickeln mehr Energie und Ihre Konzentration bleibt länger erhalten. Wenn Sie kurz vor einer Rede die Atemübung machen, werden Sie innerlich ruhi- ger, die Nervosität schwindet und Sie beginnen Ihre Ansprache mit kraftvoller Stimme.

Lassen Sie uns jetzt die wichtigsten Punkte zusammenfassen, wie ein guter Redner seine Stimme richtig einsetzt!

Ein guter Redner hat eine abwechslungsreiche Stimme, wir nennen es auch eine gute Stimmmelodie. Sie erreichen eine melodische Stimme durch Modulation der Stimme, durch unterschiedliche Lautstärke, durch das Sprechtempo und durch Wirkungspausen.

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Durch ein angepasstes Sprechtempo werden Ihre Aussagen deutlich, Endsilben und Satz- endungen werden nicht mehr verschluckt und Sie versprechen sich nicht. Ein guter Redner wechselt das Sprechtempo im Gespräch. Mal etwas schneller – mal etwas langsamer und betonter. Wichtige Aussagen werden eher langsamer und betonter gesprochen.

Bei einer melodischen Stimme wechselt sich die Lautstärke ab, mal laut und mal leise. Dabei werden wichtige Aussagen etwas lauter gesprochen. Auch wenn Sie am Anfang einer Rede nervös sind, sollten Sie etwas lauter als normal beginnen.

Wenn Sie in einem Streitgespräch leiser werden, interpretiert es Ihr Gesprächspartner viel- leicht als Zeichen der Unsicherheit. Deshalb sollten Sie bewusst etwas lauter antworten. Auch wenn Sie sich unsicher fühlen, sollten Sie lauter als normal sprechen, um Ihre Unsi- cherheit zu überspielen.

Selbstsichere Menschen sprechen natürlich und ungezwungen, also so wie ihnen die Worte in den Sinn kommen. Wir nennen das auch Sprechdenken.

Wenn Ihnen die Tipps und Anregungen für das Training Ihrer Stimme nicht reichen, besu- chen Sie dafür ein Rhetorikseminar bei der Volkshochschule, der Industrie- und Handels- kammer oder anderen Seminaranbietern. In guten Seminaren bekommen Sie persönliche Rückmeldungen vom Trainer über Ihre Rhetorik.

Für Ihr persönliches Rhetorik-Training empfehlen wir Ihnen: Trainieren Sie Ihre Stimme selbst mit Sprachaufnahmen auf einem Kassettenrecorder.

Eine Möglichkeit dafür ist, Texte aus der Zeitung laut zu lesen und dabei langsam und ak- zentuiert zu sprechen.

Beim ersten Mal trainieren Sie die Veränderung der Lautstärke.

Beim nächsten Mal verändern Sie das Sprechtempo.

Beim dritten Mal achten Sie auf die Betonung.

Beim vierten Mal trainieren Sie die Pausentechnik.

Unser Praxistipp: Fassen wir die wichtigsten Punkte des Stimmtrainings noch einmal zusammen:

1. Durch die Variation der Lautstärke erreichen Sie Aufmerksamkeit.

2. Durch die Modulation der Stimme von hoch und tief erzeugen Sie Span- nung und Konzentration.

3. Durch das Sprechtempo setzen Sie Schwerpunkte.

4. Durch richtige Pausentechnik erzeugen Sie Spannung.

8. Die Stimme allein ist nicht entscheidend, sondern es kommt auch auf den Inhalt Ih- rer Aussagen an. Deshalb beschäftigen wir uns im achten Abschnitt mit der richtigen Wortwahl.

Mit Ihren Worten und der Art und Weise des Sprechens zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner Ihre Selbstsicherheit, Ihre Stärke und Energie, Ihren Optimismus und Ihre innere Überzeu-

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gung. Es geht nicht darum, aggressiv zu sprechen oder sich mit Lautstärke durchzusetzen, sondern wohlüberlegt und taktvoll mitzureden.

Welchen Eindruck vermitteln Sie zum Beispiel, wenn Sie sagen müssen: „Nun lassen Sie mich auch mal etwas dazu sagen.“ Viel überzeugender und souveräner wirken Sie doch mit der Aussage:

„Was halten Sie davon, wenn wir zuerst alle Standpunkte anhören, bevor wir zu einer abschließenden Bewertung kommen?“

Sie merken an diesem Beispiel schon, dass es auf die Wortwahl ankommt und nicht auf die Wortmenge. Also sprechen Sie nicht, weil Sie unbedingt reden wollen, sondern konzentrie- ren Sie sich darauf, mit wenigen Worten viel zu sagen. Dabei kommt es auf die Auswahl der passenden Worte an.

Vielleicht haben Sie es auch schon einmal erlebt, dass in einer Gruppe über eine halbe Stunde hitzig diskutiert wird. Jeder stellt seine Meinung in den Raum. Es geht nicht voran, weil keiner auf die Aussage des anderen Bezug nimmt. Jeder versucht, seine Meinung durchzusetzen.

Dann meldet sich jemand zu Wort, der bisher nichts gesagt hat und nur aufmerksam gefolgt ist. In wenigen Worten beschreibt er ruhig und sachlich die Situation, fasst die Meinungen der Anwesenden zusammen und macht einen Vorschlag, dem die Mehrheit ohne langes Zö- gern folgt.

Und wenn Sie am Ende dieser Veranstaltung überlegen, wer auf Sie den nachhaltigsten Eindruck gemacht hat, dann ist es die Person, die sich lösungsorientiert verhalten hat.

Es geht aber nicht nur um Aussagen als Ganzes, sondern es geht manchmal auch nur um einzelne Worte. Denn Worte sind wie Pfeile, die einen verletzen können. Ein einziges Wort kann verletzen, verhindern und hemmen. Es kann aber auch helfen, unterstützen und ge- winnen.

Nachfolgend ein paar Beispiele von negativen und positiven Redewendungen, damit Sie wissen, was wir meinen:

Beispiel 1:

Negativ: Das stimmt nicht! Positiv: Sind Sie sicher, dass es stimmt?

Beispiel 2:

Negativ: Da haben Sie mich falsch verstanden. Positiv: Da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt.

Beispiel 3:

Negativ: Das ist unmöglich. Positiv: Wenn das nur möglich wäre?

Diese Beispiele sollen Ihnen verdeutlichen, wie einzelne Worte oder Formulierungen verlet- zen können oder auf der anderen Seite die Bereitschaft zum Gespräch signalisieren.

Unser Praxistipp: Wählen Sie immer Worte, die Ihnen geläufig sind und verwenden Sie möglichst keine Fremdwörter. Wenn Fremdwörter nicht zu vermeiden sind, sollten

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Sie die Sprechweise und Bedeutung kennen. Denn im Zweifelsfall müssen Sie in der Lage sein, das Fremdwort zu erklären.

9. Wir haben uns bisher mit der Stimme beschäftigt und mit der Wortwahl. Als weite- res Mosaiksteinchen fehlt nun noch der Satzbau, den ein guter Redner beachten soll- te. Und damit beschäftigen wir uns jetzt im neunten Abschnitt.

Schlechte Rhetoriker verwenden Schachtelsätze. Es sind meistens sehr lange Sätze, die Sie in der Regel an den eingeschobenen Nebensätzen erkennen. Es sind Aussagen, wo Sie am Ende nicht mehr wissen, was der Redner am Anfang gesagt hat. Der Sinnzusammenhang geht verloren.

Der Redner spricht häufig langatmig und umständlich. Es werden auch keine Pausen einge- legt, damit der Zuhörer die Worte auf sich wirken lassen kann.

Und jetzt „Hand aufs Herz!“ Überlegen Sie einmal für sich selbst: „Wie ist Ihr Satzbau?“

Wenn Sie merken, dass Sie Ihre Aussagen durch Zusatzinformationen erklären müssen, stimmt Ihr Satzbau und die Klarheit Ihrer Aussage nicht. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Ge- sprächspartner häufiger mal fragt:

Wie haben Sie das gemeint?

„Können Sie Ihre Aussage noch einmal wiederholen?“

oder

dann drücken Sie sich unklar aus! Gerade im Überzeugungsprozess, in Diskussionen oder Fachvorträgen kommt es darauf an:

dass Sie sich eindeutig ausdrücken,

dass Ihre Aussagen auf den Punkt gebracht sind,

dass jeder Sie auf Anhieb versteht und

dass Sie bei den Zuhörern ein Sicherheitsgefühl aufbauen.

Sie wollen doch überzeugen und nicht überreden. Deshalb sollten Sie nur kurze Sätze ver- wenden.

Das sind in der Regel Haupt- und Nebensatz. Danach wird ein hörbarer Punkt gemacht und Sie beginnen einen neuen Satz.

Als Faustregel gilt: Pro Satz nicht mehr als 15 Worte verwenden.

Keine Sorge - die anderen werden Sie nicht unterbrechen, wenn Sie eine Wirkungspause machen. Denn jeder spürt, dass Sie noch etwas zu sagen haben. Wenn Sie jemand unter- brechen will, weil Sie eine kurze Pause gemacht haben, können Sie immer noch sagen: „Ich bin noch nicht fertig !“

Unser Praxistipp: Fassen wir an dieser Stelle die Aussagen zum Satzbau zusammen:

1. Kurze Sätze haben ca. 15 Worte.

2. Kurze Sätze sind einprägsam, präzise und dynamisch.

3. Sie sind für den Zuhörer leicht verständlich und ermüden nicht.

4. Für den Redner erhöhen kurze Sätze die Rede-Sicherheit und verwirren nicht.

5. Durch kurze Sätze bleibt die Konzentration bei allen erhalten.

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10. Was jetzt noch fehlt, sind die Anregungen zum Aufbau von Referaten, Ansprachen und Reden. Dazu kommen wir nun im zehnten Abschnitt.

Jeder Mensch steht irgendwann im Leben vor der Situation, einen Vortrag, eine Rede, ein Referat oder eine Ansprache zu halten. Für viele ist die Hochzeit des Kindes die Feuertaufe. Andere sind in Vereinen engagiert oder müssen auch beruflich immer wieder vor Gruppen sprechen.

Wenn wir mit erfahrenen Rednern sprechen, wird uns immer wieder bestätigt, dass auch Profis feuchte Hände haben, das Herz klopft, und das Lampenfieber für den Sprecher spür- bar ist. Es ist normal, dass man zu Beginn einer Rede nervös ist.

Also warum soll es Ihnen dann anders gehen? Unterdrücken Sie nicht Ihr Lampenfieber, sondern lernen Sie, damit umzugehen. Wir wiederholen uns zwar an dieser Stelle, aber es sei noch einmal gesagt: „Sprechen Sie nur dann, wenn Sie etwas zu sagen haben.“

Sicherheit gibt Ihnen Ihre umfassende Vorbereitung, über die wir jetzt sprechen werden.

Wir wollen Ihnen jetzt erläutern, wie Sie in acht Schritten eine Rede oder einen Vor- trag professionell aufbauen.

Im ersten Schritt legen Sie das Thema fest und das Ziel Ihres Vortrages. Entscheidend ist die Beantwortung der Frage, was Ihre Zuhörer am Ende des Vortrages wissen oder können sollen.

Der zweite Schritt ist die Stoffsammlung zum Thema selbst. Berücksichtigen Sie dabei auch Randbereiche, wie es zum Thema gekommen ist und welche Probleme bzw. Situatio- nen anzusprechen sind.

Im dritten Schritt wird die Stoffsammlung sortiert und der Vortrag grob vorstrukturiert. Sie bilden Oberthemen, legen die Reihenfolge fest, überlegen anschauliche Beispiele, die Sie ansprechen können und machen sich Gedanken dazu, wie Sie bei den Zuhörern Interesse und Neugier für das Thema schaffen.

Der vierte Schritt ist die Feinplanung des Vortrages, indem Sie die Einteilung des Stoffes auf die Einleitung, den Hauptteil und den Abschluss des Vortrages vornehmen. Dabei über- legen Sie auch, aus welchen Bereichen die Zuhörer kommen und welche Erwartungen Ihr Publikum hat. Besonders wichtig ist allerdings die genaue Planung des Höhepunktes Ihres Vortrages und ein effektvoller Abschluss.

Der fünfte Schritt ist die Ausformulierung des gesamten Vortrages in der Form, wie Sie ihn vortragen wollen. Sie schreiben Ihren Vortrag wörtlich auf. Bedenken Sie an dieser Stelle bit- te auch, wie Sie möglicherweise mit Fragen das Publikum gedanklich aktivieren können.

Die Rede steht. Häufig sind jedoch Rahmenbedingungen einzuhalten.

Deshalb ist der sechste Schritt der Abgleich von Redezeit und Stoff mit eventuellen Kür- zungen. Jetzt ist der Vortrag fertig und Sie haben ein gutes Gefühl.

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Der siebte Schritt ist das Schreiben des Stichwortmanuskriptes in großer lesbarer Schrift auf kleinen Kärtchen. Wenn Sie vorher wissen, dass ein Rednerpult aufgestellt ist, kann der Stichwortzettel auch das Format DIN A 4 haben.

Der achte Schritt passiert kurz vor dem Vortrag selbst. Denn es gibt keine bessere Vor- tragseröffnung, als eine mit dem Bezug auf aktuelle Anlässe oder auf Aussagen des Vor- redners. Damit ist Ihnen die Aufmerksamkeit des Publikums sofort gewiss.

Unser Praxistipp fasst noch einmal die acht Schritte für die Vorbereitung auf einen Vortrag zusammen:

1. Thema und Ziel des Vortrages festlegen.

2. Stoffsammlung zum Thema.

3. Sortierung und Grobstruktur erstellen.

4. Einleitung, Hauptteil und Abschluss planen

5. Wörtliche Ausformulierung des Vortrages

6. Redezeit und Stoffumfang prüfen

7. Erstellung eines Stichwortmanuskriptes

8. Gedanken zur situativen Vortragseröffnung

Wenn Sie die Punkte eins bis acht genau beachten und sich rhetorisch fit gemacht haben, dann können wir Ihnen nur noch viel Erfolg bei Ihrem Vortrag wünschen. Oder haben wir vielleicht noch etwas vergessen?

11. Ja – es fehlt noch etwas. Im elften Abschnitt erhalten Sie Tipps und Anregungen, was Sie bei einem Vortrag oder einer Rede beachten sollten, also um den letzten Schliff und um ihre persönliche Wirkung beim Vortrag.

Ein Manuskript kann noch so gut sein. Die Wirkung und der Erfolg des Vortrages hängt ganz wesentlich vom Vortragenden selbst ab. Aus diesem Grunde sind die nachfolgenden Anre- gungen sehr wichtig. Ihr Stichwortmanuskript muss auch im Stehen gut lesbar sein

Legen Sie es vor sich hin.

Lassen Sie immer Platz für nachträgliche Notizen.

Alternativ haben Sie kleine Kärtchen, die Sie in einer Hand halten.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an Thomas Gottschalk oder Günther Jauch, die nach dieser Methode ihre Fernsehsendungen moderieren. Treten Sie ganz ruhig nach vorne, wenn Ihre Zeit gekommen ist. Nehmen Sie Blickkontakt mit den Zuhörern auf und schweigen Sie da- bei. Das strahlt Ruhe und Selbstsicherheit aus.

Beginnen Sie erst zu sprechen, wenn Ruhe eingekehrt ist und Sie das Gefühl haben, alle schauen Sie an. In der Einleitung können Sie mit einer netten Anekdote oder einem persön- lichen Erlebnis beginnen. Das fesselt die Zuhörer.

Dann stellen Sie Ihr Thema kurz vor. So weiß jeder sofort, um was es geht. Erklären Sie, warum Sie über das Thema sprechen und was die Zuhörer von dem Thema für einen Nut- zen haben.

Erläutern Sie das Ziel Ihres Vortrages. So schaffen Sie die Identifikation der Zuhörer mit dem Thema von Anfang an. Sprechen Sie dann in einfachen und verständlichen Worten.

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Vermeiden Sie Fremdworte oder wenn es sich nicht vermeiden lässt, übersetzen Sie die Fremdworte. Das Niveau Ihres Vortrages muss dem Zuhörerkreis angemessen sein, denn jeder neigt dazu, in seiner Fachsprache zu sprechen.

Ein Ingenieur spricht anders als ein Arzt oder Marketingfachmann. Bringen Sie lebhafte Bei- spiele, um Ihre Aussagen zu verstärken. Die Beispiele müssen aus dem Erlebensbereich der Zuhörer kommen. Der Abschluss sollte immer der Höhepunkt Ihres Vortrages sein

Fassen Sie die wichtigsten Fakten zusammen,

ziehen Sie ein Fazit,

enden Sie mit einem Appell oder einer Aufforderung,

oder geben Sie einen Ausblick auf die Zukunft.

Es bleibt danach nicht mehr viel für Sie zu sagen. Sie bestimmen das Ende, indem Sie sich für die Aufmerksamkeit bedanken und sich hinsetzen.

Unser Praxistipp: Beginnen Sie Ihre rhetorische Karriere im Privatkreis. Bereiten Sie sich auf Vorträge zum Anlass eines Geburtstages oder Jubiläums genauso intensiv vor, wie auf einen Vortrag in der Firma. Die Erfolgserlebnisse im Privatbereich können Sie dann auf den beruflichen Bereich leicht übertragen.

Wir sind am Ende unseres Erfolgsprogramms angekommen. An dieser Stelle bedanken wir uns für Ihre Aufmerksamkeit. Es liegt jetzt an Ihnen, was Sie aus Ihrem Wissen machen.

Hören Sie sich das Erfolgsprogramm auf CD ruhig öfters an oder lesen Sie diese Unterlage, denn durch Wiederholungen prägt sich das Erlernte besser ein. Wir erleichtern Ihnen die Wiederholungsmöglichkeit auf CD durch das gezielte Ansteuern jedes einzelnen Trainings- abschnittes.

Alles braucht seine Zeit. Es ist ein Märchen zu glauben, dass Erfolg, Veränderungen oder Ergebnisse im Handumdrehen geschehen. Viele Menschen erwarten, dass ihre Bedürfnisse sich augenblicklich erfüllen, dass sich ihre Erfolge sofort einstellen, dass alle ihre Aktivitäten sofort die gewünschten Resultate erzielen.

Sobald sich jedoch herausstellt, dass Schwierigkeiten, Probleme oder Hindernisse auftre- ten, die sie nicht erwartet haben oder wenn etwas nicht sofort zum gewünschten Ergebnis führt, werden sie frustriert und geben auf. Geduld ist eine Fähigkeit, die nur wenige Men- schen besitzen und die es zu lernen lohnt. Geduld zu haben bedeutet: Warten, glauben, ver- trauen und in der Zwischenzeit das Beste tun und geben.

Wenn Ihnen das Erfolgsprogramm gefallen hat, empfehlen Sie uns bitte weiter. Vielleicht wollen Sie ja auch jemandem eine Freude mit unseren Erfolgsprogrammen bereiten. Sie eignen sich hervorragend zum Verschenken.

Denken Sie immer daran "Wissen ist Macht" – aber nur, wenn Sie etwas daraus machen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung. Freuen Sie sich über das, was Sie mit diesem Erfolgsprogramm erreichen. Seien Sie stolz auf sich, denn es bringt Sie Ihrem Ziel näher, nämlich erfolgreich zu sein. Genießen Sie Ihren Erfolg!

Ein letzter Tipp an dieser Stelle: Über unsere Homepage im Internet unter www.hoerwissen.de haben Sie die Möglichkeit, zu diesem Erfolgsprogramm eine Check- liste auszudrucken.

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Ihr activecoach - Weiterbildungsverlag