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Neue Herausforderungen an die

Wirtschafts- und Unternehmensethik

Georges Enderle
John T. Ryan, Jr. Professor
of International Business Ethics
Mendoza College of Business
University of Notre Dame
Notre Dame, IN 46556
Űbersicht

1. Aus der Krise lernen


2. “Selbstverständlichkeiten” oder alte Heraus-
forderungen
3. Institutionalisierungen der Ethik
4. Neues Verständnis der Schaffung von Reichtum
5. Sicherstellung der Menschenrechte
6. Bedeutung der Religionen für Wirtschafts- und
Unternehmensethik
1. Aus der Krise lernen

 Bankrott der individualistischen Wirtschaftsphilosophie:


Engagement für “öffentliche Interessen”, “öffentliche
Güter” und “öffentlichen Dienst”
 Versagen des ethischen Relativismus und Skeptizismus:
Integrität praktizieren und Verantwortung übernehmen
 Blindheit der Kurzfristigkeit:
Sicherstellen der langfristigen Perspektive
2. “Selbstverständlichkeiten”oder
alte Herausforderungen
 Notwendigkeit und Dringlichkeit der Wirtschafts- und
Unternehmensethik
 Drei-Ebenen-Konzeption der Wirtschaftsethik
 Integration von “Menschengerechtem “und
“Sachgemässem”
 Freiheit und Verantwortung gehören zusammen
 Geschlechtergerechtigkeit
 Begriffliche Klärung von “Business Ethics” und “CSR”
(Corporate Social Responsibility)
Erweiterte Drei-Ebenen-Konzeption der
Wirtschaftsethik

MIKRO – EBENE

Forei gn country Type

Inter connection Type

Globalization Type
Empi re Type
MESO – EBENE

MAKRO – EBENE

NATIONAL INTERNATIONAL
 Es kann nicht wirklich menschengerecht sein,
was nicht sachgemäss ist;
 Und es kann nicht wirklich sachgemäss sein,
was dem Menschengerechten widerstreitet.

Arthur Rich, Wirtschaftsethik, Band I, S. 81


Handlungsfreiraum und Verantwortung
Entscheidung INNERHALB der Handlungsbedingungen: grüne Fläche

Handlungs
-freiraum

Entscheidung ÜBER DIE Handlungsbedingungen: dicke Linien


Partnerschaft von Mann und Frau

 In allen Bereichen der Wirtschaft


 Auf der Ebene individueller Beziehungen
 Auf der Ebene wirtschaftlicher Organisationen
 Auf der Ebene des Wirtschaftssystems:
national und international
Begriffliche Klärung von “Business Ethics” und “CSR”

Lexika, Handbücher etc.:


 Lexikon der Wirtschaftsethik (1993; in Portugiesisch 1997; in
Chinesisch 2001)
 Encyclopedia of Ethics (2 Bände 1992; 3 Bände 2001)
 Encyclopedia of Business Ethics (1997 und 2005)
 Handbuch der Wirtschaftsethik (4 Bände 1999)
 A Companion to Business Ethics (1999)
 The A to Z of Corporate Social Responsibility (2007)
Kürzlich erschienene Werke:
 Oxford Handbook of Business Ethics (2010)
 Oxford Handbook of Corporate Social Responsibility (2008)
 Encyclopedia of Business Ethics and Society (2008)
Kurze Űbersicht der drei neuesten Werke

Die Bereiche (“fields”) von “business ethics” (BE),


“corporate social responsibility” (CSR) und “business &
society” (B&S) sind nicht deckungsgleich und setzen
verschiedene Schwerpunkte. Sie ergänzen sich zum
Teil, aber lassen einige wichtige Problembereiche ausser
Acht.
BE Handbook:
“Business ethics” ist:
= (Westliche) philosophische Analyse moralischer Probleme
von “business” (meistens Unternehmen)
= Verständnis der “business community”: praktische Aus-
richtung auf meist interne Beziehungen in Unternehmen
Drei-Ebenen vorhanden.
26 US-Autoren (+1 nicht-US)
“Typisch amerikanischer Ansatz” der Wirtschaftsethik
CSR Handbook: CSR ist:
= verwendet sozialwissenschaftliche Analyse (nicht
Philosophie)
= betrachtet Unternehmen vorwiegend von aussen
(gesellschaftliche Verantwortung)
Wirtschaftsunternehmen sind auf Gesellschaft bezogen und von der
Gesellschaft herausgefordert.
Normative Forderungen werden postuliert, aber nicht philosophisch
gerechtfertigt.
Kaum behandelt: Individualethik und Bedeutung des Wirtschafts-
systems
Begriff von CSR (Carroll) verwischt Problematik mehr als dass er sie
klärt.
22 US-Autoren und 22 Nicht-US-Autoren

BE > CSR oder BE < CSR?


Business Ethics & Society:
Bereich BE und Bereich B&S sind verschieden und gehören
innerlich zusammen:
 BE gibt Grundsätze für Unternehmen
 B&S diskutiert ganzes Spektrum der Interaktionen zwischen
Wirtschaftseinheiten und Gesellschaft

Verwendet die Instrumente der sozialwissenschaftlichen Analyse.


“Commerce” (wirtschaften) ist von Natur aus normativ.
Beides: Wertfragen und Kenntnisse der Wirtschaft und Gesellschaft sind
unerlässlich und voneinander abhängig.
Hohe Ansprüche, aber selten erfüllt (siehe z. B. BE, CSR Artikel)
Wenig über Ethik der Wirtschaftssysteme und Individualethik
28 US- (+ 1 Nicht-US) Herausgeber
290 US- (+40 Nicht-US) Autoren
Fazit:
1. Die Bereiche BE, CSR und B&S brauchen noch viel
begriffliche Klärung und Konsistenz.
2. Einschluss von Wissenschaftern und Praktikern
ausserhalb der USA ist wünschenswert.
3. Mehr Versuche, “auf zwei Beinen zu gehen” (Philosophie
und Sozial-wissenschaften), sollten unternommen
werden.
4. Alle drei Werke enthalten praktisch nichts über religiöse
Aspekte zur Wirtschafts- und Unternehmensethik. Aus
globaler Perspektive müssen die Religionen als
Triebkräfte und Hindernisse der Wirtschafts- und
Unternehmensethik ernst genommen werden.
3. Institutionalisierung der Ethik

in der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre:


 Arbeitsstellen, Zentren, Institute, Lehrstühle,
Stiftungslehrstühle (“endowed chairs”):
Nicht nur in Nordamerika, auch in den andern Kontinenten

 Grundsätze für eine verantwortungsvolle Management-


ausbildung (Principles for Responsible Management
Education) des UN Global Compact:
Weltweite Relevanz
Institutionalisierung der Ethik

im Unternehmen:
 Unternehmensleitbild (“mission”)
 Ethik-Kodex (“code of ethics”)
 Menschenrechtspolitik (“human rights policy”)
 Ethik-Verantwortliche (“ethics / compliance officer”, “ombudsman”)
 Ethik-Weiterbildung (“ethics training”)
 Ethik-Evaluation (“ethics assessment / auditing”)
 Ethik-Berichterstattung (“ethics / sustainability reporting”)

 UN Global Compact / Global Reporting Initiative / Rahmenordnung für Menschenrechte

 Die zehn Grundsätze des UN Global Compact enthalten die wesentlichen ethischen
Forderungen für die internationale Wirtschaft.
Institutionalisierung der Ethik

in Berufsverbänden:
 Society of Corporate Compliance and Ethics
 Certified Public Accountants (CPA)
 Certified Financial Analysts (CFA)
 (Ethics for Marketing Professionals)
 (Professional Economic Ethics)
Institutionalisierung der Ethik
globale Grundsätze und Standards:
 UN Global Compact
 Global Reporting Initiative
 UN Rahmenordnung zur Sicherstellung der Menschen-rechte (J.
Ruggie)
 ISO 26000: Soziale Verantwortung von Organisationen
 UN Grundsätze für verantwortliches Investieren (“Principles for
Responsible Investment”)
 OECD Grundsätze der Unternehmensleitung
 “Equator Principles”
 “Extractive Industries Transparency Initiative”
 Etc.
4. Ein neues Verständnis der Schaffung
von Reichtum (“wealth creation”)
Warum nötig?
 Zielfrage des Wirtschaftens und der Unternehmen
 Irreführende Ideologien der Maximierung der
Aktienwerte und Gewinne
 Falsch plazierte Konzentration auf Nebenschauplatz der
CSR
 Vages Verständnis von “Wertschöpfen” (“adding value”)
 Gewinner und Verlierer der Globalisierung
Was heisst Reichtum schaffen
(“wealth creation”)?
1. Reichtum muss “nachhaltig” für heutige und zukünftige
Generationen sein.
“Nachhaltigkeit” der
Schaffung von
Reichtum

Das heisst:

“die Bedürfnisse der


gegenwärtigen Generation
zu befriedigen, ohne die
Fähigkeiten zukünftiger
Generationen zu gefährden,
ihre eigenen Bedürfnisse zu
befriedigen.”

(Weltkommission für Umwelt


und Entwicklung 1987)
Reichtum schaffen (“wealth creation”):

1. Reichtum muss “nachhaltig” für heutige und zukünftige


Generationen sein.
2. Reichtum umfasst nicht nur Finanzkapital, sondern auch
physisches (natürliches und produziertes), humanes und
“soziales” Kapital.
hätzung der Komponenten des Reichtums Immate-
nes Landes (Weltbank 2006) rielles
Kapital

Geschützte
MFB: Methode der Ge-biete
fortwährenden gemessen:
Waldressourc
Opport.kosten
Bestandesaufnahme en
NGW: Netto-Gegenwartswert gemessen Totaler Natür-
mit:
Untergrundwe
NGW
Reichtum liches
rte
gemessen gemessen Kapital
mit: mit: NGW
Landw.
NGWBoden
gemessen
mit:
NGW
Städt. Boden
indirekt
gemessen
Strukturen Produ-
gemessen Produziertes
mit:
Strukturen,
Kapital ziertes
Ausrüstung
MFB
Ausrüstung Kapital
+
gemessen
mit: Maschinen
MFB
Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4 Schritt 5
Ausrüstung Städtischer Natürlich Totaler Immaterielles
und Strukturen Boden es Reichtum Kapital
Schätzungen des Reichtums von ausgewählten
Ländern in 2000, in US$ pro Person (Weltbank 2006)

Land Bevölkerung Natürl. Produzier- Immate- Totales


Kapital tes Kapital rielles Kapital
Kapital
Äthiopien 64,298,000 796 177 992 1,965

Indien 1,015,923,008 1,928 1,154 3,738 6,820

China 1,262,644,992 2,223 2,956 4,208 9,387

USA 282,224,000 14,752 79,851 418,009 512,612

Schweiz 7,180,000 5,943 99,904 542,394 648,241


Reichtum schaffen (“wealth creation”):

1. Reichtum muss “nachhaltig” für heutige und zukünftige


Generationen sein.
2. Reichtum umfasst nicht nur Finanzkapital, sondern auch
physisches (natürliches und produziertes), humanes und
”soziales” Kapital.
3. Der Reichtum eines Landes ist eine Kombination von
privatem und öffentlichem Reichtum, erzeugt durch
Märkte und öffentliche Politik (Regierung) und
angetrieben von selbst-bezogenen und auf-andere-
bezogenen Motivationen.
Der Reichtum eines
Landes:
Eine Kombination von
privatem Reichtum
und öffentlichem
Reichtum.
Welche Motivationen für die Schaffung von
Reichtum?

 Selbstinteresse, Gier, Űberlebenswille, Verlangen nach


Macht, Geniessen des Reichtums, Ruhm, Ehre, Wohl
des Landes, etc.
 Wenn echtes Schaffen von Reichtum angezielt wird,
werden andere Motivationen wichtiger:
unternehmerischer Geist, Verlangen andern Menschen
zu dienen, “la joie de trouver” und anderes mehr.
 Weil die Schaffung des Reichtums eines Landes eine
Kombination von privatem und öffentlichem Reichtum ist,
muss die Motivation dazu sowohl selbstbezogen wie
auch auf andere bezogen sein.
Reichtum schaffen (“wealth creation”):

Es geht nicht darum, Reichtum zu besitzen oder (mit


legalen oder illegalen Mitteln) zu erwerben. Vielmehr
heisst das Schaffen von Reichtum etwas Neues und
Besseres machen.
Der Prozess des Schaffens von Reichtum ist nicht einfach
ein Produzieren von Reichtum, der nachher verteilt
werden muss. Vielmehr schliesst er eine produktive und
eine distributive Dimension ein, die sich gegenseitig
beeinflussen.
Verteilungs-
dimension der
Schaffung von
Reichtum

Sie prägt alle Stufen


des Prozesses :
Anfangsausstattung,
Prozess, Ergebnis und
Gebrauch für die
Allokation in Verbrauch
und Investition.
Reichtum schaffen heisst:
 Technologische (oder andersartige) Innovation,
die wirtschaftlich und finanziell realisierbar und
erfolgreich gemacht wird.

 Sie zielt auf materielle Verbesserung zum


Nutzen von menschlichem Leben und schliesst
sowohl eine materielle wie auch eine spirituelle
Seite ein. Sie ist viel mehr als eine blosse
Erwerbung und Anhäufung von Reichtum.
Rohner Textil: Umwelt-Pionier
Grameen Bank

Alleviating pain, restoring health,


expanding life

Medtronic, Inc.
5. Sicherstellung der Menschenrechte

Annahmen (die der interkulturellen und interreligiösen Diskussion


bedürfen)

1. Menschenrechte sind allgemein gültige moralische Normen,


die heute weltweite (wenn auch nicht unangefochtene)
Anerkennung gefunden haben.
2. Menschenrechte umfassen alle Menschenrechte: zivile,
politische, wirtschaftliche, soziale, und kulturelle Rechte,
einschliesslich das Recht auf Entwicklung.
3. Menschenrechte sind minimale moralische Normen und
umfassen nicht alle relevanten moralischen Normen und
Werte.
4. Die Rechtfertigung der Menschenrechte wird hier offen
gelassen.
Alle Menschenrechte sind relevant
Arbeitsrechte:

• Recht auf Gewerkschaften • Recht auf gleichen Lohn für


• gleiche Arbeit
Recht, kollektive
Verhandlungen zu • Recht auf Gleichbehandlung
organisieren und darin • Recht auf gerechte und
teilzunehmen befriedigende Entlohnung
• Recht auf • Recht auf sichere
Nichtdiskriminierung Arbeitsbedingungen
• Abschaffung der Sklaverei • Recht auf Erholung und
und Zwangsarbeit Freizeit
• Abschaffung der Kinderarbeit • Recht auf ein Familienleben
• Recht auf Arbeit
Alle Menschenrechte sind relevant

Andere Rechte:
• Recht auf Leben, Freiheit und • Recht, zu heiraten und eine
Sicherheit der Person Familie zu gründen
• Freiheit von Folter oder • Recht auf Gedanken-,
grausamer, unmenschlicher Gewissens- und
oder erniedrigender Religionsfreiheit
Behandlung • Recht auf Meinungsfreiheit
• Gleiche Anerkennung und und freie Meinungsäusserung
Schutz unter dem Gesetz • Recht, an der Gestaltung der
• Recht auf fairen Prozess öffentlichen Angelegenheiten
• Recht auf Selbstbestimmung mitzuwirken
• Bewegungsfreiheit • Recht auf Privatheit
• Recht auf friedliche
Versammlung
Alle Menschenrechte sind relevant

Andere Rechte (Fortsetzung):

 Recht auf adäquaten Lebensstandard (einschliesslich Nahrung,


Kleidung und Wohnung)
 Recht auf körperliche und geistige Gesundheit
 Recht auf Bildung
 Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft teilzunehmen, am
wissenschaftlichen Fortschritt teilzuhaben und den Schutz von
Autoreninteressen zu geniessen
 Recht auf soziale Sicherheit
Zusammenfassung der
Menschenrechtsproblematik

1. Alle Menschenrechte müssen, als minimale Norm,


vollständig sichergestellt werden.

2. Jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft


müssen dazu beitragen, soweit sie dazu fähig sind.
Träger und Arten der Pflichten zur Sicherstellung der Menschenrechte

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


(„respect“) vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine („protect“) („remedy“) („promote“)
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
Kriterien für die Zuordnung der
Pflichten
1. Strikte Trennung von privaten und öffentlichen Interessen („private
and public interests“): Der Staat ist für die öffentlichen Interessen
zuständig; die andern Akteure für die privaten Interessen.

2. Ursächliche Einwirkung („impact“) des Akteurs auf die Opfer von


Menschenrechtsverletzungen.

3. Mittäterschaft („complicity“): direkte, indirekte, nutzenbringende,


schweigende und strukturelle.

4. Einflussbereich („sphere of influence“) des Akteurs auf die Opfer


und Täter von Menschenrechtsverletzungen.

5. Fähigkeit („capability“) des Akteurs, die Menschenrechte


sicherzustellen, auch wenn der Akteur Menschenrechtsverletzungen
weder direkt noch indirekt verursacht hat.
Kriterium #1: Strikte Trennung von privaten und öffentlichen Interessen

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
Kriterium #2 and #3: Direkte und indirekte ursächliche Einwirkungen

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
Kriterium #4: Einflussbereich des Akteurs auf Opfer und Täter

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
Kriterium #5: Fähigkeit des Akteurs

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
Rahmenordnung für alle Rechte (John Ruggie 2008)

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
Herausgeforderte Akteure ausserhalb Ruggies Rahmenordnung

Respektieren Schützen Wieder- Fördern


vor Dritten herstellen
Direkt: Indirekt (keine
Mittäterschaft):

Staaten

Transnationale
und andere
Wirtschafts-
unternehmen

Andere Organe
der Gesellschaft

Individuen
6. Religionen als Triebkräfte und Hindernisse
der Wirtschafts- und Unternehmensethik

Bezüglich der Schaffung von Reichtum:


1. Nachhaltigkeit: Wie können die Religionen dazu beitragen,
unter ihren Anhängern das Bewusstsein für Gerechtigkeit
zwischen den Generationen zu stärken und nachhaltiges
Verhalten zu fördern?
2. Was können die Religionen zu einem umfassenden
Verständnis von Reichtum beitragen, das physisches,
finanzielles, humanes und soziales Kapital einschliesst und
nicht nur eine materielle, sondern auch eine spirituelle
Dimension hat?
Bezüglich der Schaffung von Reichtum:
3. Sensibel für Verteilungsgerechtigkeit und die Not der Armen
und Machtlosen,
wie können die Religionen mithelfen, aus der Globalisie-rung
einen positiven Prozess bezüglich Produktion und Verteilung
zu machen?

4. Was die Kombination von privatem und öffentlichem


Reichtum und die dazu nötigen Motivationen betrifft:
Wie können die Religionen ein ausgewogenes Verhältnis
von Selbstliebe und Nächstenliebe fördern, das zur
Schaffung von sowohl öffentlichem wie auch privatem
Reichtum motiviert?
Bezüglich der Schaffung von Reichtum:

5. Schliesslich was Sinn und Ziel des Wirtschaftens und die


Berufung der Führungskräfte in der Wirtschaft angeht:
Wie können die Religionen ein echtes Verständnis der
Schaffung des Reichtums verbreiten, das viel kritisches
Potential gegen heutige Geschäftsgebaren enthält?
Und wie können sie helfen, aus dem Wirtschaften eine
noble Tätigkeit zu machen und den Führungskräften
ethische und spirituelle Orientierung anbieten?
Bezüglich der Sicherstellung der Menschenrechte

1. Für welche Menschenrechte ist eine spezifische Religion


besonders sensibel?
Für welche Menschenrechtsverletzungen ist sie
unempfindlich?

2. Welche Traditionen innerhalb der spezifischen Religion


unterstützen welche Menschenrechte?
Welche Traditionen machen es schwierig, für die Sicher-
stellung der Menschenrechte einzutreten?
Bezüglich der Sicherstellung der Menschenrechte

3. Welche Motivationen kann die spezifische Religion


anbieten, um die Menschenrechte zu respektieren, vor
Dritten zu schützen, wiederherzustellen und zu fördern?
4. Inwieweit kann die spezifische Religion die allgemein
gültige Norm der Menschenrechte rechtfertigen? Wie
werden verschiedene Arten von Menschenrechten
gerechtfertigt?
5. In welchen gemeinsamen Anliegen können sich die
verschiedenen Religionen finden, um die Menschen-
rechte zu fördern?
Neue Herausforderungen für die
Wirtschafts- und Unternehmensethik:

 Neues Verständnis der Schaffung von


Reichtum
 Sicherstellung der Menschenrechte
 Bedeutung der Religionen für Wirtschafts-
und Unternehmensethik
Ziele des Wirtschaftens / der Unternehmen

 Maximieren der Aktienwerte


 Maximieren der Gewinne
 Versorgen mit Gütern und Dienstleistungen
 Schaffen von Reichtum
 Sich engagieren für Gerechtigkeit
 Beitragen zu Konfliktlösung und Friedensstiftung
 Eintreten für Nachhaltigkeit