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Journal of Semitic Studies LIV/1 Spring 2009

© The author. DIE Published BEISPIELE by Oxford DES AKKADISCHEN University Press on UND behalf HEBRÄISCHEN of the University of Manchester. All rights reserved.

doi:10.1093/jss/fgn038

WECHSELWIRKUNG VON VOKALEN UND GUTTURALEN IM SEMITISCHEN UNTER DEM EINFLUSS ANDERER SPRACHEN:

DIE BEISPIELE DES AKKADISCHEN UND HEBRÄISCHEN

JAN KEETMAN

ISTANBUL

Abstract

In this article it is argued that the sound shifts (*ai >) e > i and pharyngeal + a > e > e (both long and short) from Imperial Akkadian to Old Babylonian prove the existence of two vowel qualities of e in Imperial Akkadian. This may well be explained if we regard the sec- ond sound shift as the shift of the pressing of the pharynx from a consonant to a vowel, probably under Sumerian influence, resulting in a vowel near a, like German ä, which may have existed in Sumerian. While in Akkadian some consonants where lost but left an imprint on the vowels, in Hebrew auxiliary vowels evolved which sus- tained the pronunciation of nearly the same consonants. While Akkadian made a compromise, Hebrew resisted when its daily use faded or was even reconstructed in some communities in antiquity.

a) Akkadisch

Zu den Verdiensten des Buches von Rebecca Hasselbach über die syllabischen Texte des sargonischen Akkadischen 1 gehört die nahezu lückenlose Beweisführung dafür, dass das Sargonic Akkadian (hier hinfort „Reichsakkadisch“) ein Vorläufer des Altbabylonischen (und mithin auch des Ur III-Akkadischen) ist. 2 Übereinstimmungen mit

1 Hasselbach 2005.

2 Neben Stärken hat diese Arbeit leider auch zwei grundsätzliche Schwächen. Die erste ist die Vernachlässigung der Personennamen. Zwar hat Hasselbach Recht damit, dass das Material der Personennamen vom übrigen sprachlichen Material zu trennen ist, doch sollte auch es möglichst vollständig gesammelt und für sich er- schlossen werden. Manche Probleme und auch Missverständnisse kommen daher, dass diese Arbeit nicht unternommen wurde. Die andere Schwäche ist die zum Teil ungenügende Rezeption ihrer Vorgänger. Man lese sich dazu z. B. die zum Teil

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dem Assyrischen erklärt Hasselbach als Archaismen, die im späteren Babylonischen ausgefallen sind. 3 L. Kogan und K. Markina haben eine Reihe berechtigter Einwände gegen diesen Standpunkt formu- liert. Unserer Meinung nach wird Hasselbachs These dadurch aber insgesamt nicht widerlegt. Da dieser Artikel eigentlich schon abge- schlossen war, kann ich auf Kogan und Markina nur knapp eingehen und empfehle ihre Rezension zu Hasselbach 2005 auf jeden Fall zur Lektüre. 4 Mit Hasselbach und Sommerfeld ist der Autor der Meinung, dass bei den Verba II inf. reichsakkadisch juken nur mit altbabylonisch (aB) ukin zu verbinden ist. Eine Angleichung von (j)uken an das star- ke Verbum als uka’’ in wie altassyrisch (aA) wäre zwar denkbar, ist aber wegen des Schwundes des Stimmabsatzes im Akkadischen un- wahrscheinlich. Also ist die Nähe zur babylonischen Form, anders als Kogan und Markina meinen, für die Dialektgeschichte relevant. Der pleonastische Gebrauch der „Subjunktivendungen„ u + ni > -uni wie im Assyrischen ist zwar innovativ, doch das Argument wird dadurch geschwächt, dass –uni auch aA selten ist, reichsakkadisch auch nur –u belegt ist und –ni aB auch nach Vokal fast vollständig ausgefallen ist. Die „assyrische“ Form des Verbaladjektivs Gt pitarsum statt pitrus- um stammt aus der Liebesbeschwörung MAD 5, 8, die obwohl in Kis gefunden, von den anderen reichsakkadischen Texten ebenso wie von der babylonischen und assyrischen Tradition des Akkadischen stark abweicht. 5 Daher ist der Text aus der Betrachtung auszuscheiden.

massive Kritik an Sommerfeld auf den Seiten 59–60 (betrifft die Zeichen DU und GU) durch und das was Sommerfeld 1999, 21 zu dem Thema geschrieben hat (zu den Belegen vgl. auch noch aus Hasselbachs Index pataqum und sadadum). Nicht erkennbar ist auch, warum Hasselbach auf S. 87 betont, dass in ihrer Arbeit (im Ge- gensatz zu Gelb, 1961) I = /yi/ gebraucht wird. Vgl. dazu GAG 3 §22c*, §75e* u. a. Wie es bei diesem Thema kaum anders sein kann, vertritt der gegenwärtige Autor an vielen Stellen von Hasselbach abweichende Auffassungen. Doch solche Differen- zen schmälern nicht den Wert der von Hasselbach vorgelegten Arbeit.

3 Vgl. die Zusammenstellung bei Sommerfeld 2003: 572–3. Der dort genannte Plural m. cas. obl. Reichsakkadisch und Assyrisch –e, babyl. –i geht wohl ebenfalls auf –ai zurück. Vgl. Hasselbach 2005: 179–80 Anm.100; Cross 2003: 355–6. Noch offensichtlicher ist dies beim Stativ der Verbaladjektive der Verben II inf. Vgl. paris zu ken (assyr. Reichsakkad.), kin babyl.

4 Siehe Kogan und Markina 2006.

5 Eben deshalb ist die Interpretation schwierig. Als Abweichungen kann man sehen: 1) Verbalpräfix ti- statt ta- (sonst nur Ebla und Mâri). Einzige Darstellung von etymologischem *g durch GA: ru-GA-tim „des Geifers“ (rgw) MAD 5, 8, 12, cf. Kogan und Markina 2006, 567. 3) Akkadisch sonst nicht belegte Wurzeln a) Òawarum „Hals“ MAD 5, 35; 36, cf. AHw 1087; b) duarum „um jemanden herum- laufen“ (arab. dur) MAD 5, 8, 21; 22.

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Mit der Einführung von Dativsuffixen sind beide Dialekte inno- vativ. Die assyrischen Formen in einigen Königsinschriften und Ei- gennamen sind also echte Assyriasmen und keine Archaismen. Es sind aber auch Suffixe nach babylonischem Muster belegt. 6 Gegenüber diesen spärlichen und nie ohne babylonische Variante auftretenden Assyriasmen verbinden die Formen der Imperative, sowie Infinitive und Verbaladjektive von D- und S-Stamm, purris, supris, purrus und suprus das Reichsakkadische mit dem babyloni- schen Dialekt. 7 Ebenso der beginnende Schwund von –ni und die Morphologie der Verba II inf. Nähe zum Altbabylonischen ist auch aus anderen Gründen zu er- warten, schließlich ist das durch Textfunde zugängliche Verbrei- tungsgebiet des Reichsakkadischen weitgehend identisch mit der spä- teren Verbreitung des Altbabylonischen. Bezüglich des bereits im Reichsakkadischen eingetretenen Lautwan- dels ai > e führt Hasselbach aus, dass er nicht notwendig eine Isoglosse zum Assyrischen darstelle. Der Lautwandel könnte im Babylonischen in zwei Schritten vollzogen worden sein, nämlich ai > e > i. 8 Der zweite Schritt setzt aber im Babylonischen offenbar den ersten voraus, denn sonst bleibt e erhalten. Ein Lautwandel kann aber kaum auf eine Form Rücksicht nehmen, die längst nicht mehr gesprochen wurde. Hier liegt das größte Problem, das Hasselbachs Ansatz aufwirft. Nun gibt es für e im Babylonischen außer ai im wesentlichen nur zwei Quellen, die in das Reichsakkadische zurückreichen: 1) a > e in Nachbarschaft zu den alten Pharyngalen Ì, ¨ain und vielleicht von g 9 und Längung. 2) Fernwirkung eines Pharyngals (oder von g) mittels der babylonischen Vokalharmonie. 10

6 Cf. Kogan und Markina 2006, 578–80.

7 Siehe Hasselbach 2005, Abschnitt 4. 5. 8 auf S. 210 und 4. 5. 10 mit Anm. 178 auf S. 211. Beim Imperativ des S-Stammes der Verben I-w ist im Reichsakkadischen nur su- belegt, nicht se- wie im Assyrischen normal. Bei den übrigen Formen ergibt sich je- doch ein anderes Bild. Im Süden wird mit –su- gebildet, in einem Text aus Kis wie im Altbabylonischen überwiegend mit –sa-, ansonsten von Kis an nach Norden, wie im Assyrischen mit –se-. Doch ist die Bildung des Vokals nach dem s des S-Stammes bei den Verben I-w im Akkadischen durchweg durch konkurrierende Formen und Unstetigkeiten geprägt. Z. B. gehört wabalum altbabyl. zur a-Klasse, mittelbabyl. zur e-Klasse. Vgl. Belege und Diskussion bei Hasselbach 2005: 224–6.

8 S. 91 Anm. 186.

9 Vgl. Kogan 2001. Trotz der Einwände bei Keetman 2004, 7 Anm. 7 ist Kogan sicher darin zuzustimmen, dass die auslösende Wirkung von g auf a > e ungenü- gend belegt ist. 10 Wohl noch nicht reichsakkadisch (Hasselbach 2005: 121), aber auf dem un- ter 1) genannten Prozess fußend. Bei der historischen Betrachtung solcher Prozesse

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Die mögliche Entwicklung a > e in Gegenwart von r und l ist alt- babylonisch, aber nicht altassyrisch und reichsakkadisch belegt und kann hier übergangen werden. Dass die unterschiedlichen Prozesse nicht in einem Schritt zur gleichen Vokalqualität führen, ist durchaus Einsichtig. Die Ver- schmelzung von ai liefert am ehesten einen langen Vokal in der Mitte zwischen a und i, den wir e schreiben wollen und der vermutlich auch späterem e im Akkadischen entsprach. Pharyngale bedeuten per definitionem eine Engebildung im Ra- chen, die auch mit der hinteren Zunge möglich ist. Diese Position der Zunge kommt einem der beiden Merkmale des Kardinalvokals a nahe, nämlich der zurückgezogenen Zunge, die damit hinten eine Enge bildet. Es fehlt das zweite Merkmal, die maximale Mund- öffnung. Dies führt zu einer Annäherung an die Stellung von ä. Man kann dies auch von der akustischen Wirkung her betrachten. Eine Engebildung im hinteren Teil des Ansatzrohres führt zu einer Anhebung der ersten beiden Formanten. Die für a charakteristische Öffnung vorne hebt ebenfalls den ersten Formanten, senkt aber den zweiten. D. h. der erste Formant erreicht nicht ganz sein Maximum, wie bei a, der zweite ist etwas höher, wie bei den vor a artikulierten Vokalen. Denkt man sich also einen Übergang zwischen einem kon- sonantischen Pharyngal und dem Vokal a, so mag ein etwas nach vorne verlagerter Vokal ä herauskommen. 11 Weiter vorne ist der Grund für die hintere Enge, die zurückgezo- gene Zunge nicht mehr gegeben. Daher dürfte ä der Startpunkt des Lautwandels im Akkadischen gewesen sein. Der Lautwandel wurde wahrscheinlich durch einen entsprechenden Vokal im Sumerischen begünstigt. 12

entsprechenden Vokal im Sumerischen begünstigt. 1 2 muss auch ber u cksichtigt werden, dass zwischen S

muss auch berucksichtigt werden, dass zwischen Sarkalisarri von Akkad und der zweiten Halfte der Regierungszeit Sulgis von Ur eine Spanne von 100 oder 150 Jah- ren liegt, fur die das Akkadische nur außerst sparlich dokumentiert ist.

11 Dazu ausführlich und mit Erörterung der akustischen Wirkung, Keetman 2004.

12 Vgl. den Exkurs am Ende dieses Artikels.

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Zur leichteren Orientierung ist das Verhalten der beiden unteren Formanten F 1 und F 2 in der obigen Graphik angegeben, die nur die Tendenz aufzeigen soll, die Formanten, ebenso wie die Vokale sind ja ohnehin als Mittelwerte zu verstehen. Für das Hebräische wäre Segol zwischen a und e anzunehmen und PataÌ entweder bei a oder zwischen a und Segol. Bei einer Verschmelzung eines Pharyngales mit a könnte also ä herauskommen, während ein Vokal mit mittlerer Mundöffnung eine hintere Enge erschwert 13 und außerdem weiter von der Mund- haltung bei a entfernt ist. 14 Nehmen wir als Ergebnis dieser Prozesse zunächst ä bzw. langes ä (hier behelfsmäßig ä+ geschrieben) an und für ai > e ein mehr geschlossenes e, so können wir die weitere Entwicklung zum Alt- babylonischen als parallele Erhöhung und Vorverlagerung der beiden langen Vokale beschreiben: ä+ > e, e > i. Da ein kurzes e nicht auf ai zurückgehen kann, gab es nur ein kurzes ä und folglich nur ä > e, aber keinen e > i parallelen Lautwandel e > i. Als Motivation für die letzten Schritte kann man den Versuch sehen, bei den kurzen Vokalen gleiche Abstände zwischen a, e, i her- zustellen. Die Bereinigung bei den langen Vokalen wäre dann dieser Entwicklung gefolgt. Man kann sich dies noch in zwei Schritte auf- geteilt denken. Zunächst e in der Mitte zwischen a und i, sowie ä+ nahe an a. Dann ein Ausgleich, der gleiche Abstände zwischen den vier Vokalen herstellt. Schließlich in Analogie zu den kurzen Vokalen die Bereinigung des Systems zu 3 Positionen. Dadurch wird das Aus- weichen von älterem e vor e aus ä+ etwas plausibler. Die babylonische Vokalharmonie wäre dann zunächst eine Anglei- chung von a an ä gewesen, vermutlich unter dem Einfluss der Wurzelharmonie des Sumerischen. 15 Im Assyrischen, wo es diese An- gleichung nicht gab und ä+ folglich schwächer vertreten war, wäre dann ä+ einfach an e angeglichen worden und die Anhebung und Vorverlagerung von e aus ai zu i ist unterblieben. Wenn wir annehmen, dass semitische Pharyngale unter sumeri- schem Einfluss durch einen pharyngalisierten Vokal kurz vor a er-

13 Diese könnte, statt mit dem hinteren Teil der Zunge auch mit den Pharynx- muskeln erzeugt werden. Doch wir gehen von nicht absichtlich herbeigeführten Effekten bei der Bildung der Vokale aus und betrachten deshalb nur die Bewegung der Zunge.

14 Die zentralisierende Wirkung der Pharyngale auf Vokale belegt auch das Patach Furtivum im Hebräischen (s. u.).

15 Zur Vokalharmonie innerhalb sumerischer Wortwurzeln vgl. Keetman 2005:

11–12.

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setzt wurden, so lässt sich auch die Fernwirkung von Pharyngalen im Babylonischen erklären. Wir nehmen an, in dem Wort *qamÌum „Mehl“, sei das nicht in Nachbarschaft eines Vokales stehende Ì durch ein kurzes ä ersetzt worden. Durch die babylonische Vokal- harmonie habe dieses auf das a der ersten Silbe gewirkt. Später fiel es wie der Stimmabsatz aus, 16 wodurch die erste Silbe zur Erhaltung ihrer Quantität gelängt wurde. Also: *qamÌum > *qam ä um > *qäm ä um > qemum. Wie zu erwarten tritt dieser Effekt im Assyrischen nicht ein, weil es keine Angleichung von a an e gibt (bzw. ursprünglich a an ä). 17 Obwohl babylonisch auch r und l den Lautwandel a > e verursachen können, haben sie nicht die gleiche silbenübergreifende Wirkung wie die Pharyngale. Z. B. qeberum „beerdigen“ aber qabrum „Grab“. 18 Auch dies ist nach unserem Modell zu erwarten, weil an ihrer Stelle kein Vokal gebildet wird. Unsere Vermutung, der Lautwechsel a > e in Gegenwart eines ety- mologisch anzunehmenden Pharyngals sei durch sumerischen Einfluss zu erklären, muss aber erst noch in Einklang mit der ge- schichtlichen Entwicklung des Lautwandels gebracht werden. Hasselbach schreibt: „(…) the change of /a/ and /i/ to /e/ in any environment was more advanced in the northern periphery, that is in the Diyala region, than in northern and southern Babylonia. The sound change probably originated in the North and then gradually spread further South.“ 19 Das steht im offenen Widerspruch zu der Untersuchung von Piotr Steinkeller zu der Wurzel b¨l „Herr“ in Personennamen der Fara-Zeit und prasargonischen Zeit, mit Belegen insbesondere aus Fara und Isin, also Sudbabylonien. 20 Die Träger dieser Namen scheinen zum guten Teil längere Zeit in dem Gebiet ansässig gewesen zu sein. Bei der Wurzel sm¨ „hören“ ergibt sich sogar, dass die älteren Namen aus Babylonien bereits e haben, während es in der sargonischen Zeit einen Rückgriff auf a in den nun verfügbaren Textbelegen gibt.

16 Vor diesem kurzen ä ist natürlich ein Stimmabsatz zu denken, der hier der Übersichtlichkeit wegen ausgelassen wurde.

17 Tropper 1999 schlägt eine andere Erklärung, nämlich Metathese des Pharyngals vor. Eine Metathese gerade dieser Konsonanten kurz vor ihrem Ausfall, die im wesentlichen auf das Babylonische beschränkt bliebe, ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Vgl. auch Keetman 2004: 11 mit Anm. 14.

18 GAG 3 §9b.

19 Hasselbach 2005: 120.

20 Steinkeller 2004: 12–14.

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In Lagas arbeitete unter Lugalanda und Irikagina ein in den Ur- kunden häufig genannter Brauer mit Namen ì-lí-be 6 (PI)-. 21 Vgl. auch das Lehnwort be 6 -lu 5 -da < belutum „Herrschaft“. 22 In einer Fara-Zeitlichen oder wenig jungeren Kaufurkunde wird mehrfach ein „Bauer“ (engar) is-me-ì-lum erwähnt, 23 der beim Ver- kauf dabeisitzt. Vermutlich ein Nachbar, 24 der mit seiner Anwesen- heit bekräftigt, dass er keine Ansprüche erhebt. Jedenfalls jemand, der nicht auf der Durchreise ist. Im gleichen Text kommt der Name bé-li-li vor. 25 Der Träger ist Zeuge des Feldverkaufs und mithin mit Sicherheit ortsansässig. Die- ser meist BE-lí-lí geschriebene Name steht fast sicher für bel-ili oder beli-ili „Mein Gott ist der/mein Herr“ 26 Das Zeichen BI = ist so- wohl im Sumerischen als auch im Reichsakkadischen das normale Zeichen für be. 27 Der Name begegnet auch in Fara selbst als Bé-li-li 28 in einer Rationenliste(?), die Leute mit verschiedenen Berufsbezeichnungen wie „Schreiner“, „Baumeister“, „Schreiber“ auffuhrt. Soweit erkenn- bar sind die ubrigen Namen fast alle sumerisch und mehrere haben als theophores Element die Stadtgottheit von Fara/Suruppak d sùd. Die Alternative, in Bé-li-li einen „banana name“ zu sehen, ist un-

21 VS 25, 41 v 10; AWL 43 iii 8; 64 ii 4; Nik I 22 vii 2 passim.

22 Ukg. 4 vii 26 = 5 vii 9. Vgl. Selz 1998: 324 mit Anm. 195 und Literatur dort.

23 ELTS 15 i 24; ii 23; iii 21 passim.

24 Gelb, Steinkeller und Whiting 1991: 237–8 stellen fest, dass ENGAR hier für ENGAR.US steht und dass ihnen und dem „(field) scribe“ bei Hausverkäufen der „master house surveyor“ und der „street herold“ gegenüberstehen. Daraus schließen sie, der ENGAR(.US) müsse „a high administrative official in charge with agricultural activities“ sein. Andererseits ist die Bedeutung US = ús „angrenzen, be- nachbart sein“ altsumerisch gut bezeugt (Behrens und Steible 1983: 361–2). Neh- men wir nun eine Parallele zwischen dem „master house surveyor“ (um-mi-a lú-é-és- ar) und dem „(field)scribe“ (dub-sar(-gána)) an, so steht der „street herald“ (niir- sila) dem engar (-ús) gegenüber. Während die ersten beiden Berufe mit Vermessung, bzw. Niederschrift zu tun haben, dient der niir-sila wohl der Bekanntmachung der neuen Verhältnisse im Viertel. Auf dem Land gibt es weniger Nachbarn und es reicht vielleicht, wenn man sie einfach bittet, doch beim Kauf anwesend zu sein.

25 ELTS 15 xii 20; xiii 4.

26 Vgl. Di Vito 1993: 94, mit Hinweis u. a. auf sargonisch EN-ì-lí, be-lí- DINGIR und Ur III EN.DINGIR.MU. Als ältere Form zum präsargonisch in Lagas belegten ì-lí-be 6 -lí ist beli-ili (bzw. ba‘li-ili) wegen der Veränderung der Wort- stellung zu erwarten. Siehe Di Vito 1993: 289–90. Die einzige reale Möglichkeit für einen Irrtum wäre, dass uns ein „banana name“ einen Streich spielt. Zwar gibt es in ELTS 15 einen ähnlichen „banana name“ Ki-lí-lí, doch findet sich bé/be 6 -li-li auch in Fara, wo diese Namensbildung ziemlich unublich ist.

27 Cf. Sommerfeld 2003: 572.

28 NTSS 569 Rs.(?) iii 6’.

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wahrscheinlich, weil „banana names“ in Fara sehr selten sind. 29 Aus Fara gibt es dann noch die Schreibung des Namens als be 6 -li-li. 30 In den syllabischen Texten der Akkad-Zeit gibt es hingegen in Südbabylonien nur einen Beleg für a > e in Gegenwart von Ÿ. Der

Zu-

Verfasser des betreffenden Briefes ist ein Mann namens Me-zi.

gleich ist Me-zi auch der einzige Absender, der Briefe in Akkadisch

und Sumerisch schreibt. Einen Brief fängt er mit akkadischer Ein- leitungsformel an, schreibt den eigentlichen Brief aber auf Sume- risch. 32 Es ist daher möglich, dass Mezi aus einer an Zweisprachigkeit gewöhnten Gegend stammte und folglich auch sein Akkadisch eher dem Akkadischen des Südens entsprach. Zugegeben, die Belege für den Vollzug des Lautwechsels a > e in

Ÿ in Namen von sicher ortsansässigen Personen aus

Gegenwart von

Süd- und Mittelbabylonien vor dem Reich von Akkad sind spärlich. Die Träger von sargonischen Namen, die a > e dokumentieren, etwa aus Nippur und Umma, könnten mit den Sargoniden gekommen sein, auch wenn ihre Namen nicht den Dialekt der Königsinschriften dokumentieren. Doch zwei Faktoren werten unsere Beispiele auf: Sie stammen aus einem eher konservativen sprachlichen Material und so weit der Autor sieht stehen ihnen keine Belege für den Erhalt von a in Gegenwart von Ÿ in präsargonischen Personennamen aus dem Sü- den gegenüber. Die Beobachtungen passen ferner zu Walter Sommerfelds „vorläu- figem Ergebnis“ , dass das geschriebene Akkadisch der Akkad-Zeit, „konsequent als offizielle Sprache eingeführt wurde“. 33 Das Akkadisch, welches wir in Babylonien, vor allem im Süden finden, scheint das Akkadisch einer mit den Sargoniden gekommenen, even- tuell nur dünnen Schicht zu sein, das dem ebenfalls mehr archai- schen Akkadisch der Königsinschriften nahe stand. 34

31

29 Der im gleichen Text Rs.(?) i 3’ genannten Namen ha-li-li ist wegen ha-lí- lum, WF 22 ix, vermutlich als hal-ili „Mein Gott ist ein Onkel (mütterlicherseits)“ zu deuten. Für ähnliche Namen vgl. AHw 314b oben.

30 RTC 12 iii 2.

31 Ad 3, 17–19: BE-lí É-wa-a-ti [l]i-/is-me\ „Mein Herr möge mein Wort hö- ren!“ Das letzte Wort ist stark beschädigt, aber nach der Kopie hinreichend sicher.

32 Kienast undVolk 1995: 43; cf. Michalowski 1993: 28–30.

33 Sommerfeld 2003: 585; ähnlich Westenholz 1999: 33. Allerdings spielt bei beiden Autoren auch noch der Ubergang aj > e statt i wie im Altbabylonischen eine Rolle bei der Trennung des Reichsakkadischen vom lokalen Akkadisch Babyloniens.

34 Eine ähnliche Analyse erwägt auch Hasselbach 2005: 232, zieht aber nicht den Schluss, dass mithin die angenommene Vorreiterrolle der Diyala-Region, nicht zu beweisen ist.

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b) Eine alternative Erklärung für a > e im Akkadischen?

In einem kürzlich 35 erschienen Artikel behandelt N.J.C. Kouwenberg die Veränderung protosemitischer Gutturale im Altassyrischen. 36 Da dieser Artikel, wenn auch eher beiläufig, eine alternative Erklärung für den Lautwandel a > e (bzw. ä) nennt, müssen wir auf ihn kurz eingehen. Kouwenberg kommt, insbesondere durch Beobachtungen an schwachen Verben, zu dem Ergebnis, dass alter Stimmabsatz und ¨ain einen Stimmabsatz im Altassyrischen ergeben. Zu den gutturalen Frikativen stellt Kouwenberg fest: „h, Ì have been dropped and replaced by a long vowel or a glide, depending on their position in the word“. 37 Diese Resultate werden überzeugend begründet. 38 Im Zusammen- hang mit den hier vertretenen Thesen muss aber ein Zwischenschritt in Kouwenbergs Argumentation erörtert werden. Unter Hinweis auf Blake 39 führt Kouwenberg zu Ì aus: „the fact that it causes E- colouring suggests that before being lost it underwent palatalization, at least after a vowel“. 40 Wenn E-Färbung von a nur durch Palatalisierung des Konsonan- ten zu erklären wäre, dann müsste dies auch für ¨ain gelten. Dies ist mit der von Kouwenberg festgestellten Entwicklung dieses Konso- nanten zu einem laryngalen Verschlusslaut nicht vereinbar und wird von ihm auch nicht behauptet. Eine Palatalisierung vor und hinter a ist außerdem nicht gerade eine wahrscheinliche Entwicklung. Schließlich sollte *aj im Altbabylonischen am ehesten wie *ai zu i und nicht wie *aÌ zu e führen. 41

35 Das Manuskript zu diesem Artikel wurde bis auf kleine Änderungen im Januar 2007 abgeschlossen.

36 Kouwenberg 2006.

37 Kouwenberg 2006: 175.

38 Man könnte nur einwenden, dass sich von Beobachtungen an schwachen Verben nicht in jedem Fall allgemeine Lautgesetze ableiten lassen. Doch ein Gegen- satz zwischen *, *¨ und h, Ì im Altassyrischen ist hinreichend klar und kann kaum als Sonderentwicklung bei schwachen Verben erklärt werden.

39 Blake 1945.

40 Kouwenberg 2006: 151. Kouwenberg scheint auf Blakes Argument selbst nicht allzu sehr zu vertrauen, jedenfalls diskutiert und gebraucht er es kaum. Kurz nach der zitierten Stelle schreibt Kouwenberg überdies: „In intervocalic position E-colouring doubtless created a palatal glide“ (Kouwenberg 2006: 151). Gemeint ist E-Färbung vor Ì, obwohl Blake Ursache und Wirkung gerade umgekehrt sieht.

41 Vgl. *baitum > bitum „Haus“, *¨ainum > inum „Auge“ etc. Hingegen *raÌmum > remum „Erbarmen“. Ferner *jadum > jidum (reichsakkadisch) > idum „Seite“ und *Ìamum > emum „Schwiegervater“ etc.

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Die E-Färbung ist daher besser von dem Ort her zu erklären, an dem die beiden Pharyngale ursprünglich artikuliert wurden, als durch eine hypothetische und zugleich weite Verschiebung eines die- ser Laute. Ein Gleitlaut mag dabei als Folge der Vokalfärbung an manchen Stellen hinterher entstanden sein. Außerdem kann man, ausgehend von Kouwenbergs Beobachtung, dass ¨ain mit dem Stimmabsatz zusammenfiel, argumentieren dass deshalb Verben, die ursprünglich h oder Ì enthielten, einem anderen Paradigma angeglichen wurden. Das wäre eine Verteilung auf ein be- reits vorgegebenes System entsprechend dem Kriterium: Unterbre- chung des Luftstromes oder keine Unterbrechung. Die Palatalisierung von Ì steht auch im Widerspruch zum ortho- graphischen Befund der reichsakkadischen Texte. Wegen des bereits beginnenden Übergangs a > E (ä) wäre hier j für Ì insbesondere in Gegenwart von a zu erwarten. Die anschließende Tabelle gibt einen Überblick über den Zeichen- gebrauch: 42

’V

A

E

Ì

Ù, Ú

¨V

A, Á

E

Ì

Ú

hV

A, Á, É

-

-

-

Ì

 

E

E

-

jV

Ì + A

E

I, E?

U (Ú)

Das Fragezeichen nach E für [ji] stammt von Hasselbach. Ú für [ju] wurde vom Autor eingeklammert, da er es für wahrscheinlich hält, dass die wenigen Texte, die das Präfix ju- als ú- schreiben, den begin- nenden Lautwandel [ju-] > [u-] dokumentieren, der schon in der Ur III-Zeit ganz vollzogen ist. 43 Da dieser Wandel offenbar auch die Le- sung des Zeichens I von ji zu i verändert, ist es möglich, dass der be- ginnende Abfall von j zuerst beim Präfix [ju-] zu beobachten ist. 44

42 Cf. Hasselbach 2005: 34. E für *hi wurde als unsicher ausgelassen. Vgl. ibid. 79. Nach ibid. 81 wurde E für *Ìe ergänzt (bei Hasselbach wohl ausgelassen, weil Ì hier reichsakkadisch wahrscheinlich bereits ausgefallen ist).

43 In Ur III-Texten gibt es keine für [ji], [ju] reservierte Zeichen mehr. Dazu Hilgert 2002: 120–1, cf. GAG 3 §22c*.

44 Die spätere Festlegung von I auf [i] beruht natürlich auch auf der Beobach- tung, dass I nicht nur beim Präfix, sondern auch an anderen Stellen für [i] gebraucht wird und älteres ì hier weitgehend verdrängt. Doch das mag mit Verzögerung gesche- hen sein oder es ist bei den wenigen Texten, bei denen der Abfall von anlautendem j eintritt, nur zufällig nicht bezeugt, was gut möglich ist, da i am Silbenanfang weit

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Unsicher ist U für *Ìu weil der einzige Beleg li-ip-te-u-ma (ptÌ) sehr wahrscheinlich als liptajuma „sie sollen öffnen“ mit einem nach dem Abfall von Ì und Färbung des Vokals entstandenen Gleitlaut zu in- terpretieren ist. 45 Die Tabelle zeigt, dass das Reichsakkadische j relativ klar von allen übrigen Zeilen trennt. Die einzige Ausnahme ist das zugleich am wenigsten spezifische Zeichen E. Man könnte einwenden, dass Kouwenberg die Palatalisierung nur nach Vokal zwingend verlangt hat- te. Doch dann brauchen wir einen anderen sprachlichen Mechanismus, um Ìa > E (ä) zu erklären und wenn ein solcher existiert, gibt es keinen Grund mehr, die Palatalisierung nach einem Vokal anzunehmen. Das etwas ältere Syllabar der Ebla-Texte ist weniger systematisch aufgebaut als das reichsakkadische Syllabar. Davon heben sich die le- xikalischen Texte mit ihrer mehr einheitlichen Schreibweise ab. Au- ßerdem ist die Interpretation in den lexikalischen Listen zuverlässiger als bei einsprachigen Texten oder gar in den Eigennamen. Daher scheint es geraten das Syllabar der lexikalischen Texte zum Vergleich heranzuziehen. 46

’V

A, Ì

-

Ì

Ù

‘V

A

-

Ì

Ù

hV

É, A

-

I

U 9

ÌV

É, Ì

-

I, Ì

U 9

jV

A

-

I

U 9 , U 4

Insgesamt zeigt die Tabelle die von Kouwenberg genannte Über- einstimmung in den letzten beiden Spalten. Doch die erste Spalte

seltener ist als das Verbalpräfix ji- bzw. i-. Dazu kommen orthographische Besonder- heiten, wie die noch lange übliche Schreibung von ili „mein Gott“ als NI.NI = ì-lí.

45 Cf. Hasselbach 2005: 81 und Kouwenberg 2006: 151 mit der gleichen Inter- pretation.

46 Die Tabelle folgt der Zusammenstellung bei Rubio 2006: 115–16. Auf einige unsichere Lesungen wurde verzichtet. Der Lautwert ji für I ist auch lexikalisch belegt und zwar in dem Wort jidum, das in Ebla offenbar nicht wie sonst im Akkadischen für „Arm“, „Seite“ steht, sondern (noch) wie westsemitisch jad, „Hand“ bedeutet. Vgl. die Belege bei Pettinato 1982 unter VE 515, VE 531, VE 557, VE 012 und kontrastierend ì-sa-tù (isatum) „Feuer“, VE 783. Für die interessante Gleichung VE 802: d en-líl = i-li-lu (besser: ji-li-lu) vgl. den möglichen Gebrauch von EN zur Schreibung von [je/in], cf. Sommerfeld 1999: 20 Anm. 29. Auf die strittige Etymo- logie dieses Namens kann hier nicht eingegangen werden. Siehe zuletzt Sommerfeld 2006: 74. Cf. auch VE 799a/b d EN.ZI/ZU sú-i-nu (= sú-ji-nu) für den semitischen Namen des Mondgottes (ganz genau: [ t sujin] oder [ t sujain] > [ t sujin]?).

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ergibt das umgekehrte Ergebnis. Insbesondere das Zeichen, welches h und Ì mit der größten Sicherheit anzeigt, É wird weder in Ebla noch reichsakkadisch auch für jV gebraucht. Wenn die Schreibung von *Ìi und *Ìu eine Palatalisierung anzeigen sollte, so würde die Orthographie dies für h sogar noch besser belegen. Dies steht im Widerspruch dazu, dass h den Lautwandel a > E normalerweise nicht auslöst. Kouwenbergs Untersuchung zeigt, dass wir insbesondere den Ge- gensatz zwischen hartem und weichem Ansatz auch bei der Wahl der Zeichen im Eblaitischen und älteren Akkadischen als einen Aspekt unter mehreren berücksichtigen müssen. Tendenzen bei der Zeichen- wahl können anzeigen, dass für semitische Muttersprachler eine Ähnlichkeit in der Aussprache bestand. Da aber kein System mit ei- ner eindeutigen Zuordnung von Phonem und Graphem geschaffen wurde, sind Schlüsse nur in einer Richtung einigermaßen zuverläs- sig: Wenn die Grapheme zwei aus der Etymologie erschlossene Pho- neme eindeutig trennen, dann ist auch eine phonetische Unterschei- dung sehr wahrscheinlich. Unsere Kritik betrifft Kouwenbergs Feststellungen nur in einem für seine eigene Analyse unwichtigen Nebenpunkt, den er selbst nicht weiter ausdiskutiert. Dass den Assyriologen bisher nichts besseres als die leicht angreifbare Idee von Blake eingefallen ist, zeigt nebenbei auch, wie schwierig es ist, den plötzlichen Verlust zahlreiches semiti- scher Phoneme als innersprachliche Entwicklung zu deuten. Das Akkadische erfährt einen Kahlschlag seiner Phoneme außerdem nicht nur bei den Gutturalen. Reichsakkadisch beginnt auch der Verlust des im Arabischen als À erscheinenden Phonems 47 und des Gleitlautes j außer zwischen Vokalen. 48 Dass so viele, in unterschiedlicher Weise und an verschiedenen Stellen artikulierte Phoneme fast gleichzeitig verschwinden, ist am besten durch äußeren Einfluss zu erklären.

c) Hebräisch

Wie im Akkadischen geraten die hinteren Konsonanten ebenfalls un- ter Druck. Dies lässt sich u. a. an der Regel ablesen, dass sie nicht verdoppelt werden dürfen und an zahlreichen Verwechslungen, ins- besondere in den Qumran-Texten. Doch hat das Hebräische diesem Druck bis zu einem gewissen Grad widerstanden. Dabei tritt eine ei- genartige Erscheinung auf, das PataÌ furtivum und die Îatef-Vokale.

47 Hasselbach 2005: 143.

48 Siehe oben.

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Beschränken wir uns der Einfachheit halber zunächst auf das PataÌ furtivum. Schließen die Pharyngale ע, ח oder der Laryngal ה eine Silbe, die einen Vokal anders als a, a enthält, so wird ein kurzes a eingeschoben. Also *ruÌ > ru a Ì „Geist“ etc. Erklärt wird diese Erscheinung als phonetischer Zwang oder als Versuch einer deutlicheren Aussprache. 49 Aber warum kommen diese Vokale dann im Arabischen nicht vor und warum scheinen die Pharyngale im Hebräischen a zu stärken, während sie im Akkadischen meist a > e herbeiführen? Letzteres wird besonders of- fensichtlich, wenn man bedenkt, dass bei der Aufspaltung von Doppelkonsonanz am Wortende (Segolierung) vor ע und ח und auch häufig nach diesen Pharyngalen im Hebräischen statt üblichem Segol (æ) PataÌ (a) eintritt, während im Akkadischen die gleichen Pharyngale in einer Silbe normalerweise a > e bewirken. Rekapitulieren wir zunächst die Bildung des Vokals a. Dieser Vo- kal ist einerseits durch eine maximale Öffnung des Mundes gekenn- zeichnet, andererseits durch einen Rückzug der Zunge, die damit hinten eine Enge bildet. Diese Enge hat der Vokal a mit den pharyngalen Konsonanten gemeinsam. Bei ע ist es ein stimmhafter Verschluss, bei ח eine stimmlose Friktion. Stellen wir uns nun einen Sprecher vor, der an die Aussprache von Pharyngalen nicht gewöhnt ist und folglich auch die Pharynx- muskeln bis auf die Hilfestellung des am Zungenbein ansetzenden Constrictor pharyngis medius beim Zurückziehen der Zunge zum Sprechen nicht einsetzt. Will dieser einen Pharyngal bilden, so wird er dies vor allem oder ausschließlich mit der Rückverlagerung der Zunge tun. Dabei ist anzunehmen, dass er dies im Zusammenspiel der Muskeln tut, wie er es für die Rückverlagerung der Zunge ge- wohnt ist, d. h. bei der Bildung des Vokals a. Bei der Bildung des Pharyngals durchläuft er also die Mundstellung für a. Vergleichen lässt sich die Übernahme von ungewohnten Lauten aus einer fremden Sprache. Sehr häufig wird versucht, den Laut mit Hilfe des gewohnten Inventars irgendwie nachzustellen. Z. B. wird langes französisches ü im Englischen häufig zu [iu] oder [yu]. Viele Sprecher des Deutschen geben französisches balcon [balkõ] durch [balko] wieder. D. h. obwohl das Schriftbild im Deutschen eine Aussprache [balkon] nahe legt und im Deutschen nur als sekundä- rer Laut aus ng existiert, wird versucht, den hinteren Nasalvokal õ durch den entsprechenden nichtnasalen Vokal und einen hinteren Nasal nachzubilden.

49 Z. B.: „ein willkürlicher Gleitlaut (…) vgl. in deutschen Mundarten i a ch für ich, Bu e ch für Buch.“ Jenni 1977: 36.

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Schließt der Pharyngal direkt an einen Vokal an, so sind ein Luft- strom von der Lunge und schwingende Stimmbänder vorhanden, weswegen tatsächlich kurz a hörbar wird. Steht der Pharyngal hinge- gen am Silbenanfang, so ist die Bildungsphase nicht hörbar. Das Lö- sen der hinteren Enge mag leichter fallen als die Bildung der Enge, weswegen vor Vokal kein PataÌ furtivum zu hören ist. Sieht man in PataÌ und dann auch in PataÌ furtivum kein a, son- dern eher ein ä, so lässt sich dies durch Abschwächung der für die Bildung einer hinteren Enge nicht gebrauchten, aber für a wichtigen vorderen Öffnung erklären. 50 Wir wären dann in einer Situation ähn- lich dem Akkadischen, nur dass die im Akkadischen anzunehmende weitere Vorverlagerung zu einem in der Mitte zwischen a und i ste- henden e durch Segol blockiert war. Segol selbst wird von ere am weiteren Ausweichen nach vorne gehindert. Bei der Segolierung, bei der es keinen Grund gibt, den Vokal an- ders als passend zu wählen, kann man im Prinzip den gleichen Effekt wie beim PataÌ furtivum beobachten, wobei auch hier die Wirkung vor dem Pharyngal größer ist. Einwenden könnte man, dass ה eigentlich kein Pharyngal ist. Doch es ist möglich, dass ה leicht pharyngalisiert gesprochen wurde, insbe- sondere in einem sprachlichen Umfeld, in dem dieser Konsonant nicht üblich war, was die Tendenz zu einer Art Betonung gefördert haben mag. Vielleicht erklären sich so auch einige der gelegentlichen Unregelmäßigkeiten beim Landwandel a > e im Akkadischen. 51 Weil bei den Îatef-Vokalen nicht sogleich ein Vokal folgt, der praktisch ein Loslassen der Zungenstellung bewirkt, tritt hier die Be- günstigung eines Vokals nahe a bei den Pharyngalen und h wohl ebenfalls ein. Wohl weil es mit Schwa praktisch kaum noch wahr- nehmbar wäre, wurde auch א einbezogen. Um das Auftreten von QameÒ Ìauf unter den Îaef-Vokalen in un- serem Modell zu erklären, muss man annehmen, dass es aus Redukti- on von u (oder o) entstanden ist. Von u nach a steigen beide Formanten kontinuierlich an. Eine hintere Enge hebt beide Formanten und ver- schiebt einen hinteren Vokal also in Richtung a. Kommt hinzu, dass durch die Flüchtigkeit des Lautes und den angenommenen Gebrauch der Zunge zur Bildung der hinteren Enge, die Mundstellung von u wohl auch insgesamt nicht mehr ganz eingenommen werden kann. Ein kurzes å könnte sehr wohl das Ergebnis dieser Veränderung sein.

50 Ich lasse die Frage offen, denn die Nichtverwendung von QameÒ lässt sich auch damit erklären, dass QameÒ in unbetonten, geschlossenen Silben å und nicht a vertrat.

51 Für solche Unregelmäßigkeiten vgl. Kogan 2001.

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Fassen wir unsere Betrachtung noch einmal etwas anders zusam- men. Wir haben die Effekte im Akkadischen grob gesprochen vom Konsonanten her zum Vokal betrachtet und im Hebräischen vom Vokal her zum Konsonanten. Beide Betrachtungsweisen passen zu den jeweiligen Ergebnissen. Im Akkadischen fallen die Pharyngale aus, hinterlassen aber einen Abdruck im Vokalismus, nämlich den Lautwandel a > e. Im Hebräischen dient eine Veränderung im Voka- lismus offenbar dazu, die betreffenden Konsonanten zu erhalten.

d) Exkurs zu den Silbenzeichen

Das System der akkadischen Silbenzeichen beruhte fast ausschließ- lich auf aus dem Sumerischen geborgten Lesungen. Diese mögen beim Gebrauch in akkadischen Worten gegenüber der rein sumeri- schen Aussprache modifiziert worden sein. Doch auf diesem Wege wurde keine phonologisch oder gar phonetisch eindeutige Darstel- lung des Akkadischen erreicht. Daher können wir nicht sicher erwar- ten, dass die oben angenommenen Verschiebungen der Vokale auch durch eine Veränderung in der Schrift eindeutig angezeigt wurden. Z.B. mag das Zeichen E altbabylonisch ein zwischen a und i liegen- des [e] bezeichnen. Es könnte aber reichsakkadisch noch durchaus ein nahe an a liegendes [ä] bezeichnet haben. Aufgrund der Präfixharmonie des Sumerischen hat Arno Poebel für das Altsumerische 6 Vokale postuliert, darunter ein geschlossenes e „similar to the (first) e in German sehen, reden, mehr“ 52 , sowie ein offenes e entsprechend deutschem ä. Poebels Ansatz ist nicht ohne Alternative aber auch nicht unwahrscheinlich. 53 Wegen der Statistik der Vokale würde der Autor einige von Poebels Vokalen eher etwas verschieben, was uns hier aber nicht zu interessieren braucht. 54 Nicht betroffen hiervon wäre Poebels offenes e (ä). Eric Smith 55 hat mitt- lerweile vorgeschlagen, die Präfixharmonie als [-ATR] mit 7 Vokalen zu beschreiben, d. h. auf Pharyngalisierung zurückzuführen, was zu unserem Ansatz, den Ersatz von Pharyngalen durch eine Verände- rung der Vokale im Akkadischen auf sumerische Sprechgewohn- heiten zurückzuführen, ebenfalls passen würde.

52 Poebel 1931: 3.

53 Dazu ausführlich Keetman 2005.

54 Vorläufig Keetman 2005. Zwei weitere Artikel des Autors hierzu sind in Vor-

bereitung, einer in WdO.

55 Smith 2007.

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Was die Silbenzeichen betrifft, so lässt sich vermuten, dass zu- nächst das Zeichen É (sum. „Haus“), weil es als [ä] gesprochen wur- de, 56 aber im Sumerischen nicht als Silbenzeichen benutzt wurde, ausgesondert wurde, um Pharyngale im Semitischen zu schreiben. Zu vergleichen wäre PI = be 6 zur Schreibung von wa, wi, wu. Wie Walter Sommerfeld herausgefunden hat, unterscheidet die reichsakkadische Orthographie die Vokale e und i deutlicher als die Keilschrift späterer Epochen. 57 Von den entsprechenden Zeichen- paaren finden einige, nämlich e/ì, bé/bí, me/mi, sè/si auch in der su- merischen Präfixharmonie Verwendung und bezeichnen dort den Unterschied zwischen offenem e ( = [ä]) und sumerischem i. 58 Man- gels anderer Alternativen müssen diese Zeichen im Akkadischen auch e < ai übernehmen. 59 Später werden die Kä-Zeichen entweder ganz aufgegeben, zu Ke-Zeichen verschoben oder genutzt, um eine genauere Abgrenzung der Konsonanten zu erreichen. Vermutlich wegen der Stellung von sumerischem i hinter akkadischem i aber über späterem akkadischem e werden nun sumerische i-Zeichen verstärkt auch für akkadisches e verwandt, wodurch die bekannte Ungenauigkeit bei der Wiedergabe von e und i in der Keilschrift entstanden ist.

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56 Trotz der von sumerisch é-gal „Palast“ abgeleiteten westsemitischen Wörter mit h kannte das Sumerische sehr wahrscheinlich kein h oder einen ähnlichen Laut. Cf. Keetman 2006.

57 Sommerfeld 1999: 18–19; 2003: 572.

58 So Poebel 1931, Keetman 2005 und etwas anders formuliert auch Smith 2007.

59 Jedenfalls beim Plural m. im casus obliquus. Beispiele bei Sommerfeld 1999: 19.

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