Sie sind auf Seite 1von 294

„Wunderschöne Beine, seidenes Haar. Ihr Gesicht gleicht dem eines Engels. Die Lippen sind voll und schimmern leicht rosa. Eine Figur um die sie jeder beneidet. Ein Style- würdig einer Trendsetterin! Sunny,ja auch diese Woche blieb sie ihrem Namen treu. Sie ist wahrhaftig die perfekte, strahlende Queenka der Schule!“

Ich seufzte leicht, während ich die Schülerzeitung achtlos auf den Boden warf. Wieso machten alle so einen Wind um mich? Ja, ich mochte die ,Königin‘ der Schule sein und ja, ich sah gut aus.

Ich will jetzt nicht überheblich wirken, aber mein Aussehen ist der Grund meines Ruhmes. Als ich vor einigen Jahren nach Korea gezogen war, hatte ich nie davon geträumt das Leben einer Königin, oder wie sie es an dieser Schule nannten,Queenka zu führen. Immerhin war ich doch ein ganz normales Mädchen, gesegnet mit einem

anbetungswürdigen Aussehen-na ja, Arbeit steckte da auch hinter

auch nicht, ganz im Gegenteil. Allerdings musste ich zugeben, von allen beneidet zu werden war gar nicht so schlecht. Weswegen sonst hatte ich mir all diese Mühen gemacht? Jungs machten mir Liebesgeständnisse und ich hatte sogar einige verrückte Fans, welche mir zu jedem erdenklichen Anlass teure Geschenke machten. Selbst wenn mir das teilweise etwas unangenehm war. Meine Noten waren durchschnittlich bis gut, bei dem Großteil an jungen, männlichen Lehrern war das nicht verwunderlich. Ich musste ihnen nur einmal zuzwinkern, oder

meinen Rock ein kleines Stück kürzer tragen als sonst und schon verbesserten sich meine Noten. Aber das beste an meinem Leben war „Babe! Da bist du ja!“,zwei starke Arme schlangen sich um mich und ehe ich mich versah wurde ich in die Luft gehoben. „Hey! Ich bin doch viel zu schwer für so was!“,quietschte ich, während ich mich aus dem Griff zu befreien versuchte. „Sag doch so was nicht! Du weißt genau wie leicht du bist! Auch heute siehst du wieder abgöttisch gut aus, mein Schatz!“ „Danke.“hauchte ich und biss dann spielerisch in sein Ohrläppchen. “

„Heute bist du aber ganz schön Ein lautes Knallen unterbrach unsere Albereien.

„Ich halte es nicht auf so engem Raum mit euch Beiden aus! Ist ja schön und gut das ihr

ein Paar seid, aber bevor ihr noch hier auf dem Tisch zur Sache kommt

mal jemand darum kümmern das wir einen größeren Raum für uns bekommen?! Ich

meine

nicht angebracht?!“,ein Junge mit sehr weichen Gesichtszügen, großen Hundeaugen und bräunlichen Haaren funkelte alle im Raum wütend an.

„Taemin

zerbersten eines Glases, welches direkt neben mir gegen die Wand geschleudert wurde, unterbrochen.

„Hast heute aber besonders schlechte Laune. Einer von uns wird sich heute schon darum kümmern. Jetzt entschuldige dich brav bei Sunny und räum die Scherben weg.“,ein groß gewachsener Junge mit schwarzen Haaren und einem ruhigem Lächeln schaute den Kleineren etwas tadelnd an.

„Danke Minho,aber ist schon in Ordnung

Arme meines Freundes schmiegte. „Kann jemand jetzt den Dreck beseitigen?!“,fragte Tiffany,welche ihre Basecap tief ins Gesicht gezogen hatte, genervt. Ehe wir uns versahen, wurde die Türe aufgerissen und ein kleines, sehr kräftiges Mädchen mit Hornbrille raste auf uns zu und sammelte die Scherben auf.

1

Und gesegnet war ich

könnte sich nicht

immerhin

beruhig

sind wir die wichtigsten Personen dieser Schule! Wäre so etwas dann

dich

früher

oder später kriegen wir scho-“,ich wurde durch das

“,sagte

ich leise, während ich mich sanft in die

Ich hörte ein kleines Zischen und sah die Schnittwunde an ihrer Hand, welche stark zu bluten anfing. Schnell griff ich in meine Hosentasche und zog ein Taschentuch hervor, och bevor ich es ihr geben konnte hielt mein Freund mich auf.

„Das ist sie nicht wert.“,sagte er leise und dabei war ich mir sicher, dass das Mädchen ihn hören konnte. Ich seufzte und steckte es weg. Zugegeben, als Queenka konnte ich nicht immer das machen, was ich wollte. Es gab Rangordnungen zu beachten. Alle die wir in diesem Raum waren, außer diesem fremden Mädchen, standen ganz oben auf der Liste. Dann gab es lange gar nichts und als nächstes folgte die Mittelschicht. Die untere Schicht, die „Abstoßenden“,gab es leider auch. Es waren meist die etwas merkwürdigen Leute. Sie hatten gewöhnungsbedürftige Hobbys, rochen streng, trugen keine Markenklamotten oder waren einfach unglaublich hässlich. Oder wenn sie besonders viel Pech hatten, alles zusammen. Zu denen wurde mir, seitdem ich zur Königin dieser Schule geworden bin, jeglicher Kontakt verboten. Ich würde gerne mit allen gut auskommen, aber mein Stand war mir doch wichtiger. Trotzdem wurde es auch mir manchmal zu viel und ich brauchte Abstand. Wie jetzt. „ich kümmere mich um den neuen Raum.“,entschied ich und alle Augen waren auf mich gerichtet.

„Das heißt

dann

gehst du jetzt wirklich zu diesen

“,fragte

mich Taemin mit großen

Augen.

Ich nickte schnell und ging durch die Türe.

„Jonghi

während ich mich umdrehte und in die besorgten Augen meines Freundes blickte. Bevor er jedoch seinen Mund aufmachen konnte, ging ich weiter. Es dauerte nicht lang und ich stand vor einem Raum, aus dem laute Musik ertönte. Schien wohl Hip-Hop zu sein. Zaghaft klopfte ich, aber natürlich machte keiner auf. Ich atmete tief ein und betrat das Zimmer. So hatte ich mir das allerdings nicht vorgestellt

Überall standen Tische auf denen Müll lag, oder Schüler saßen. Sie unterhielten sich laut, einige spielten Gitarre oder ließen laute Musik aus ihren Lautsprechern dröhnen. Andere

wiederum spielten mit diesen elektronischen

Was mich allerdings mehr überraschte war, dass der Raum fast nur mit Jungs gefüllt war. Es brauchte seine Zeit, bis ich einige Mädchen in der hinteren Ecke des Raumes entdeckte. Da mich noch keiner bemerkt hatte, ging ich zum Tisch und tippte einem der Mädchen auf die Schulter. Diese allerdings erschrak sich dermaßen, dass sie wild mit den Armen wedelte, wodurch

ich selbst das Gleichgewicht verlor und hinfiel. Das war aber noch nicht alles

linken Fuß riss ich noch einen leeren Stuhl mit, welcher mit lautem Getöse auf den Boden fiel. Innerhalb von Sekunden ging die Musik aus und die volle Aufmerksamkeit war auf mich gerichtet. „Was machst du hier für einen Lärm?!“,ich zuckte zusammen und strich mir langsam die Strähnen aus dem Gesicht. Über mir rankte ein Junge mit unglaublich dunklen Augen. Sein Gesicht war reglos und er machte einen sehr abweisenden Eindruck. Das er mir seine Hand hinhielt, bemerkte ich erst einige Sekunden später. Ich wollte sie gerade ergreifen, als ein weitere, sehr groß gewachsener Junge mit Elfenohren wie aus dem Nichts auftauchte.

mit meinem

auch immer die Dinger heißen mochten.

du

musst mir nicht folgen. Ich kriege das schon auf die Reihe.“,seufzte ich,

wie

2

Er trug eine dicke Hornbrille und seine Haare fielen ihm leicht ins Gesicht, während er fröhlich grinste. Zumindest er schien etwas freundlicher zu sein. „Tao,du machst ihr Angst! Guck doch nicht immer so böse!“,meine Augen weiteten sich, als ich die unpassende Stimme des Jungen hörte. Sie war unglaublich tief und

männlich

Was mich jedoch mehr stutzen ließ, war der Name Tao

Freund gehabt,welcher mir sehr am Herzen lag und denselben Namen trug

passte

gar nicht zu seinem Gesicht.

in

meiner Kindheit hatte ich einen

na

ja

Ich versuchte krampfhaft mich an sein Gesicht zu erinnern und nach und nach klärten sich meine Gedanken. Ohne die Hand dieses Jungen zu greifen, war ich aufgestanden, hatte mir den Dreck von der Kleidung geklopft und meine Haare zurückgestrichen.

Einige begannen zu tuscheln- fein! Anscheinend hatten sie jetzt erst bemerkt wer ich war.

„Sunny

DICH SOFORT FÜR DEIN VERHALTEN!“,ich war reglos. Ein Junge mit großen,

rehartigen Augen stand neben mir und verbeugte sich tief. Ich war perplex und ohne einen Ton dreht ich mich zu dem Jungen mit den dunklen Augen um.

„Du heißt Zitao

Er nickte. „Kennst du mich noch

Ja, natürlich kannte er mich wer hier kannte mich nicht

„Ich formuliere meine Frage anders

mein

mich werden“,bist du mein Kung-Fu Panda Tao

Ich hörte einige kichern und mir stieg die Schamesröte ins Gesicht. Oh Gott

„Nein

Mein Herz schien sich vor Freude zu überschlagen und ein Gefühl von Glück breitete sich

in mir aus. Er war es. Mein alter Freund aus Kindertagen! Es machte mir sogar nichts aus, dass er mich bei meinem richtigen Namen genannt hatte. „TAO!!! DU BIST ES WIRKLICH!!!!“,rief ich und fiel dem mir eigentlich trotzdem fremden Jungen um den Hals. Aber er tat dasselbe und umarmte mich herzlich.

eigentlich

Zitao. Huang Zitao.

Wieso

ist die Queenka hier bei uns?! HUANG ZITAO! DU ENTSCHULDIGST

?“

?“,fragte

wir

ich hoffnungsvoll, während er mich irritiert ansah. gingen immerhin zur selben Schule und ehrlich gesagt,

kennst

du mich noch von früher? Bist du zufällig

“,

du

wenn ich mich irren sollte, dann würde diese Aktion jetzt unglaublich peinlich für

das

“,stammelte

?“

er perplex, ich blickte auf,“Eona

?“

!!

„Die kennen sich „Tao kennt Sunny

„Die kennen sich „Tao kennt Sunny

?“

?!“

Erneut wurde es still, doch bevor ich irgendwas bemerken konnte, hatte Tao mich schon zur Seite geschubst und ich fiel wieder zu Boden. Was zur ! Da hörte ich auch schon ein dumpfes Geräusch.

„Jonghyun

“,flüsterte

ich mich weit aufgerissenen Augen.

3

„Jonghyun

Hatte er etwa gerade diesem Jungen eine verpasst

Ich rappelte mich schnell auf und sah, dass Tao den Schlag abgefangen hatte.

Die Spannung ließ die Luft dicker, ja fast zum schneiden werden

nicht Einmals zu atmen. „Was erlaubst du dir da? Abschaum wie du“,zischte Jonghyun während seine Schläfe sichtlich hervortrat,“hat kein Recht meine Freundin auch nur anzufassen!“ Er spuckte dem Größeren ins Gesicht und ich zog geschockt die Luft ein. Tao ließ die Hand meines Freundes los und mit einem unlesbaren Ausdruck, wischte er sich mit seinem Handrücken über sein Gesicht.

„Als Warnung. Solltest du Sunny auch nur ansehen, bist du fällig.“,sagte Jonghyun und es knallte, erneut. „Stopp!!“,rief ich panisch und hielt seine Faust fest, an der jetzt Blut klebte.

„Ich

Aber ich hatte Tao noch schnell mein Taschentuch reichen können.

“,flüsterte

ich mich weit aufgerissenen Augen.

?

Ich

traute mich noch

es

tut mir leid

“,flüsterte

ich, während ich Jongyhun am Arm aus dem Raum zog.

„Was sollte das?!“,schrie ich aufgebracht, während Jongyhun sich seine blutige Hand am Waschbecken säuberte. „Er hat dich umarmt.“ „Ja und?! Außerdem habe ich ihn zuerst umarmt!“ „UND WIESO?!“,ich zuckte aufgrund der Wut, die in seiner Stimme mitklang, zusammen.

Ich

„Er ist ein Freund von mir! Oder eher war

Kindergartentagen!!“,verteidigte ich mich nun etwas kleinlauter. Er seufzte und sah mir in die Augen. „Babe, wie würdest du denn reagieren wenn ich andere Weiber einfach so umarmen würde, hm?“ „Ich weiß nicht

„Brauchst dir keine Sorgen zu machen, würde ich nie tun. Immerhin bist du die Einzige für

mich,“ bei seinen Worten war ich glücklich,“Aber denk dran, ich will auch der Einzige für dich bleiben.“ Ich hatte ihn schon oft beim flirten erwischt, aber das erschien mir doch recht normal bei

Jungs. Und umarmt hatte er auch schon genügende

jedoch war er an meiner Seite und das musste doch etwas zu bedeuten haben.Aber das sagte ich ihm jetzt natürlich nicht. Er war schon aufgebracht genug. Stattdessen seufzte ich, schmiegte mich an ihn und sagte:“Tut mir leid, das wird nicht mehr vorkommen.Ich liebe dich.“

kannte ihn noch aus meinen

Das

was er sagte war gelogen,

In den nächsten Tagen blieb alles beim Alten. Na ja, bis auf diese eine Sache. Seitdem Jonghyun Tao gesehen hatte, hatte er einen abgrundtiefen Hass ihm gegenüber entwickelt. Er hatte ihn also kurzfristig zu seinem nächsten Opfer erklärt. Was das hieß? Alle die Angst hatten in der Rangliste abzurutschen mieden den dunkelhaarigen Jungen. Und die, die sich alles erlauben konnten, also alle die direkt unter mir und Jongyhun standen, sprich alle unter der Queen-und dem Kingka,machten sich einen Spaß daraus Streiche auszuhecken. Sie stellten Tao ein Bein, warfen sein Essen vom Tisch, zerstörten seinen Spind, lauter dumme Kleinigkeiten eben. Es tat mir Leid ihn so zu sehen, denn immerhin war ich die Auslöserin dafür.

4

Alle Schüler, bis auf drei Jungs mieden ihn. Ob es ihn störte, wusste ich allerdings nicht, denn sein Gesicht war noch immer so ausdruckslos und kalt wie damals. Die Streiche wurden jedoch meines Erachtens wirklich zu extrem. Eines Tages, es war der Letzte vor den Sommerferien, hörte ich einen ächzenden Schrei einige Tische weiter und sah wie Tao etwas Blut spuckte. Kurze Zeit später landeten zwei Reiszwecken auf seinem Teller.

Vor dem Schulende belauschte ich zwei Jungs welche davon sprachen wie dieses neue , Opfer‘ von 5 Jungs zusammengeschlagen worden sei. Ich konnte meinen Ohren kaum glauben.

„Hey! Wo ist der, von dem ihr gerade gesprochen habt?!“,schrie ich laut und sorgte dafür, dass die Aufmerksamkeit der Beiden auf mich gerichtet war. „Wer?“,sie stellten sich offensichtlich dumm, aber das war kein Hindernis für mich. Ich ging langsam auf sie zu und hauchte beiden leise ins Ohr. „Ihr zwei Süßen könnt mir doch bestimmt sagen, wo dieses Opfer ist, oder? Wenn

nicht

werde ich dafür sorgen, dass es euch Beiden genauso ergeht.“

Ich merkte wie sich ihre Nackenhaare aufstellten. Geschafft. Ich hasste es mich so zu benehmen, doch es war das Mittel zum Zweck.

„Er ist in der Sporthalle eingesperrt laufen.

Sobald sie nicht mehr zu sehen waren, machte ich auf dem Absatz kehrt und rannte so schnell ich konnte los. Ich sah die Umkleiden und in einer brannte tatsächlich noch Licht. Ich drehte den Türknauf, doch es war abgeschlossen.

Diese hirnrissigen

„Hallo?! Ist da jemand? Kannst du mich hören?“,rief ich laut, aber es kam keine Antwort.

Ich wusste, dass er dort drin war.Mein Gefühl täuschte mich nur selten. Ich holte tief Luft, ging ein paar Schritte zurück und rannte gegen die Tür. Sie knackte leicht. Ich war auf dem richtigen Weg. Ich wiederholte dies zwei weitere Male und merkte langsam, wie meine Seite taub wurde, was mir allerdings egal war. Immer und immer wieder rammte ich die Türe, bis ich etwas hörte.

„Lass es

Wusste ich es doch

Aufgeben tat ich natürlich nicht, sondern holte noch einmal tief Luft und rannte mit all meiner verbliebenen Kraft gegen das Holz, welches nun endlich nachgab und mit mir zusammen auf den Boden knallte.

„Verdammt

dämmerigen Raum schweifen ließ.

Da lag er auch schon. Sein Gesicht war blutverschmiert und seine Lippe war aufgeplatzt und verkrustet. Schon beim bloßen Anblick drehte sich alles

„E-es

schmerzten. „Geh besser. Wenn dich jemand sieht, dann schadet das deinem Ruf.“,sagte er ruhig. „Ich kümmere mich gerade, ehrlich gesagt, einen Scheiß darum was Andere von mir denken!“,schrie ich und zum ersten Mal konnte ich eine leichte Regung in seinem Gesicht wahrnehmen. Ich stützte mich an der Wand ab und zog mich langsam hoch. Dann zog ich meine Bluse aus und ging langsam zum Waschbecken. Ich drehte den Wasserhahn auf und tränkte

5

“,ich

ließ meinen Finger langsam am Hals des Kleineren hinuntergleiten,“Dann

“,sagte

einer von ihnen zaghaft. Dann ließ ich sie

hatten

sie ihn dort etwa eingesperrt

?!

ich

brauche deine Hilfe nicht!“

!

das

tat weh

“,jammerte

ich, während ich meinen Blick suchend durch den

es

tut mir Leid

“,stotterte

ich und robbte auf ihn zu. Meine Beine waren taub und

den Stoff mit Wasser.Da ich nur noch in einem Top dastand,fröstelte ich etwas. Ich drehte mich um und ging zurück zu dem Jungen,dessen Haare leicht auf seiner Stirn klebten,obwohl sie so unglaublich kurz waren.

„Das ist alles meine Schuld

Er schloss seine Augen und atmete ruhig. Ob er die Schmerzen überhaupt noch spüren konnte ? „Kannst du gehen?“,fragte ich vorsichtig und sah ihn besorgt an. „Ich bin keine zwölf Jahre mehr alt. Natürlich kann ich gehen.“sagte er etwas schroff. Wir standen beide auf, woraufhin er kurz schwankte und mit dem Gesicht auf meine Schulter schlug.

„Siehst du! Du kannst doch nicht gehen! Komm her,ich stütze dich.“,sagte ich bestimmend. Er legte seinen Arm um meine Schulter und hievte sein ganzes Gewicht auf mich,welches mich straucheln ließ. Er lachte leise.“Selbst wenn ich nicht gehen könnte,könntest du mir nicht helfen. Du Fliegengewicht!“ „Hey!“,ich stieß ihm vorsichtig in die Seite und schob beleidigt die Unterlippe vor.

„Du hast dich wirklich verändert

Topfschnitt mal das beliebteste Mädchen der Schule werden würde?“,sagte er und schaute starr nach vorne. „Na ja,wer hätte gedacht das aus einem Kung-Fu Panda wie dir mal so ein

komischer

„Ja? Was denn?“,er sah mich herausfordernd an,auch wenn er genau wusste, was ich da beinahe gesagt hätte.

„Entschuldige

Zuletzt,in diesem Raum meine ich. Aber wenn ich gewusst hätte welche Folgen das mit sich bringen würde “

„Ist schon in Ordnung. Sprich nicht mehr davon,ich bin stärker als ich aussehe.“,er lachte wieder und mir wurde ganz warm ums Herz. Ich erinnerte mich wieder daran wie wir immer zusammen gespielt hatten,damals,in Amerika. „Das sagst du jetzt. Lass uns langsam von hier verschwinden.“,sagte ich,während ich begann zu gehen. Leider begann mein Bein ausgerechnet jetzt erneut unglaublich zu schmerzen. Die Türe einzurennen war wohl doch so keine gute Idee. Ich verlor das Gleichgewicht und fiel hin. Nein,es war nicht so wie in den ganzen Geschichten, wo das Mädchen vom Jungen kurz vor dem Aufprall aufgefangen wird und die beiden sich lange in die Augen schauen Wie gesagt,ich fiel der Länge nach hin,was mir starkes Nasenbluten verursachte.

„Verdammte scheiße

„Bist du in Ordnung? Ich wusste gar nicht das eine Queenka fluchen darf.“,Tao richtete mich wieder auf und überreichte mir ein Taschentuch. Mein Taschentuch. Er hatte es gewaschen und es roch nach frischer Seife.

„Danke

hört.“,ich nahm das Tuch dankend entgegen und hielt es gegen meine Nase. „Ich habs aber klar und deutlich gehört.“ „Hast du denn Beweise?“ „Leider nein~“,er grinste mich an und trat vor mich. Dann ging er in die Hocke.

„Steig auf. Wenn du noch einmal hinfällst und du dir dein perfektes Näschen brichst,dann kannst du dein Leben als Queenka vergessen.“

“,sagte

ich leise,während ich vorsichtig das Blut abwusch.

Wer

hätte gedacht das aus dem kleinen Mädchen mit

“,ich

stockte.

Aber

weißt du

?

Ich habe mich wirklich gefreut als ich dich gesehen habe.

!“,fluchte ich.

Und

ja,eine Königin wie ich darf auch mal Fluchen,aber nur wenn es niemand

„Blödmann

“,sagte

ich leise und stieg auf,denn er hatte leider Recht,“Tao?“

„Hm?“

„Danke.“

6

„Kein Grund sich zu bedanken. Ich sollte eher dir danken. Wenn du nicht gekommen wärst

und die Türe aufgebrochen hättest

immerhin fangen ab heute die Sommerferien an.“ Dann herrschte Stille zwischen uns. Ich wusste nicht was ich sagen sollte und er anscheinend auch nicht. So ging er,mit mir auf dem Rücken,über die Straße während die Leute uns verwundert hinterher sahen. So was erblickte man ja auch nicht jeden Tag. Ein großer,chinesicher Junge mit aufgeplatzter Lippe,mit einem Mädchen,welchem Blut aus der Nase lief,auf dem Rücken.Welch ein ulkiges Bild. „Du hast also einen Freund?“,sprach Tao endlich. Ich nickte.“Ja. Er heißt Jonghyun. Und ich möchte mich für ihn entschuldigen. Das hört sich jetzt zwar merkwürdig an,aber er liebt mich über alles. Deswegen hasst er es wenn mich auch schon nur ein Junge ansieht. An sich finde ich das ja ganz süß,aber bei dir ist er diesmal zu weit gegangen. Aber er ist kein schlechter Mensch. Ich bin so froh jemanden gefunden zu haben,der mir seine Gefühle so entgegenbringen kann. Er ist so aufrichtig und gutaussehend und weißt du was? Bei ihm habe ich keine Angst, dass er mich jemals

weiß wie lange ich noch hier gesessen hätte. Und

wer

betrügen würde. Dafür ist er einfach zu ehrlich. Einen wie ihn zu finden ist nicht so einfach. Jonghyun ist unglaublich beliebt und sooooo viele Mädchen sind hinter ihm her. Aber ich vertraue ihm und liebe ihn von ganzem Herzen. Und-“ Tao stoppte und ich versuchte über seine Schulter zu schauen,doch er drehte sich ruckartig um. Irgendwas in mir sagte,dass etwas nicht stimmte. „Würdest du dich bitte noch mal umdrehen?“,fragte ich neugierig. „Nein.“ „Wieso nicht?“

„Das

„Warum?“ „Da ist gerade

„Oh! Wirklich?! Dann müssen wir ihm helfen!“,rief ich und mit viel Anstrengung schaffte ich es von seinem Rücken zu springen. Ich drehte meinen Kopf als Tao rief:

„Eona

Doch es war schon zu spät.

Ich stand dort wie versteinert,während sich in mir alles zusammen krampfte. Dort,an einem Eiswagen stand Jongyhun. Hand in Hand mit einem Mädchen. Tiffany.

Die Beiden lachten vergnügt und dann

Jonghyhun,der den ich so liebte,küsste eine Andere. Jongyhun,der Junge dem ich so vertraut hatte,hinterging mich. Jonghyun,mein erster Freund liebte mich nicht „Tao “ „Ja ?“ „Geh bitte. Ich will das alleine regeln.“ „Aber-“ „Ich bitte dich!“,flehte ich ihn an,während ich Tränen in den Augen hatte. Er verstummte und blickte zu Boden. Dann,ohne ein weiteres Wort zu sagen, drehte er sich um und ging. Ich holte tief Luft und humpelte auf die Beiden zu. Je näher ich ihnen kam,desto schneller begann mein Herz zu rasen.

Das

würde nicht gut sein.“

ein

ein

Eichhörnchen vom Baum gefallen!“

bitte

!“

!

Das willst du wirklich nicht sehen

küssten sie sich.

7

Ich schloss für einen kurzen Moment meine Augen und dann,mit all meiner Kraft schrie ich so laut ich konnte:

„JONGHYUN!“ Erschrocken drehte sich dieser um und als er mich sah,konnte ich sein Entsetzen erkennen. „Es ist nicht so-“

„Es ist nicht so wie du denkst?“,unterbrach ich ihn,“Erzähl mir nichts vom Pferd. Du und

Tiffany

Es ist aus. Und

„Babe

„Nenn mich nicht so

„Du kannst mir eine verpassen,aber bitte,bitte verlass mich nicht. Ich werde dir auch nie

wieder fremdgehen

„Nein. Vergiss es. Ich werde dir nicht verzeihen. Und ich werde dich nicht auch nicht schlagen. Ich will nicht auf dein Niveau herabsinken. Habt Spaß zusammen.“,ich drehte mich um.“Ach ja,Tiffany? Pass auf ihn,oder eher gesagt, auf dich auf. Ich bin mir sicher wird auch dir nicht treu bleiben.“ Dann ging ich erhobenen Hauptes davon und stieg in das nächstbeste Taxi.

wie

“,er

lange geht das schon,huh?! Ach, egal

“,meine

Stimme begann zu zittern.

das

tut jetzt nichts mehr zur Sache.

nahm meine Hand,woraufhin ich ihn abschüttelte.

!“

“,er

sah mich flehend an.

er

„Eona

wegfahrenden Auto nachsah.

bleib

stark

“sagte

Tao gen Himmel,nachdem er aus sicherer Entfernung dem

8

Ich bin in Amerika,Baltimore,aufgewachsen. Geboren bin ich allerdings in Korea,Busan,und erst mit zwei Jahren sind meine brasilianische Mutter,mein koreanischer Vater und ich nach Amerika gezogen. Ich wurde dreisprachig erzogen und brabbelte immer ein Gemisch aus koreanisch,englisch und portugiesisch vor mich her. Na ja,es war eher englisch und koreanisch. Als ich dann mit 3 Jahren in den Kindergarten kam,gab es erstmal ein paar winzige Verständigungsprobleme,doch wie Kinder halt sind,hatte sich dies schnell erledigt. Es hat nicht lange gedauert bis ich Anschluss fand. Während dieser Zeit war ich weder alleine,noch hatte ich Langeweile. Ob es jetzt Mädchen waren,oder aber auch Jungs,ich kam mit beiden gleichermaßen klar. Meine besten Freunde damals waren Lizzy,Tom,Sophie,Mason und David. Wir waren immer in einer Gruppe unterwegs und erkundeten unseren großen Hof,spielten Versteck- Fangen und dergleichen. Eines Tages,ich erinnere mich sogar jetzt noch daran,versteckte ich mich zum ersten Mal in einem kleinen Raum,in dem normalerweise die alten Spielzeuge gelagert wurden. Es war gruselig die ausrangierten Puppen,oder eher Puppenköpfe zu sehen.

Allerdings wollte ich das Spiel nicht verlieren,also schloss ich meine Augen und tappste mutig voran. Irgendwas streifte meinen Fuß-hart,dann viel ich der Länge nach auf den Boden. „Aua!“,jammerte ich und es begannen sich Tränen in meinen Augen zu bilden. Plötzlich spürte ich etwas an meiner Schulter und sah geschockt nach oben. Direkt vor mir saß ein kleiner,schmächtiger Junge,welcher mich mit seinen schwarzen Augen neugierig betrachtete. Etwas sprachlos drehte ich mich um und fragte:

„Bist du ein

Ich bereitete mich auf seine Antwort vor,doch was er dann von sich gab,verstand ich nicht. Es war weder englisch,noch koreanisch. „Eona! Was machst du denn hier?“,meine Kindergartenlehrerin hatte sich von hinten genähert und beugte sich zu uns hinunter. „Wer ist das?“,fragte ich mit großen Augen und zeigte auf den Jungen,welchen ich zum ersten Mal gesehen hatte. „Er heißt Zitao. Seine Eltern kommen aus China und er spricht leider nicht viel Englisch. “

Weißt du, der Kleine hier ist sehr introvertiert „Introwehriert?“,ich verstand nicht.

„Ah,entschuldige! Sagen wir so,er kommt nicht so gut mit den Anderen hier klar,da sie ihn nicht verstehen können. Und er sie nicht. Wir haben schon alles erdenkliche versucht ihn in die Anderen Gruppen zu integrieren,aber es will einfach nicht klappen. Außerdem zieht

er sich immer hier hin zurück

Ich drehte mich wieder zu dem kleinen Jungen und er nickte. „Was haben sie ihm gesagt?“,fragte ich neugierig.

„Ich wollte nur wissen ob er in Ordnung ist

brauchte ihre Bitte gar nicht zu Ende bringen. Ehe sie sich versah hatte ich den Jungen bei der Hand genommen und ihn hinter mir hergezogen. „Komm,ich stell dich meinen Freunden vor!“,ich lachte ihn fröhlich an,“Lizzy,Tom!!! Schnell!!“ Schon damals hatte ich eine recht kräftige Stimme und es dauerte nicht lange bis all meine Freunde um uns versammelt waren. „Das hier“,ich machte eine große Geste und zeigte auf den Neuen in unserer Mitte,“Ist Zitao. Er war-“ „Der ist komisch!“,sagte Tom.

ein

Geist?“

Zitao,ni mei shi ma?“

Könntest

du vielleicht

“,meine

Lehrerin

9

„Ich habe schon versucht mit ihm zu sprechen,aber der antwortet mir nicht.“,schmollte Lizzy. „Ich mag keine Chinesen!“,rief Sophie und rannte davon. „Komm,lassen wir den Doofen hier!“,entschied Tom,nahm meine Hand und zog mich davon. Überfordert von der Situation drehte ich mich um und sah den nun wieder alleine dastehenden Jungen an. Er hatte bereits den Kopf gesenkt und schlich davon. Etwas in mir sagte,das was gerade vor sich ging war ganz und gar nicht in Ordnung und ich stampfte mit dem Fuß auf den Boden. „HALT!“,schrie ich und riss mich von Tom los. „Ihr seid gemein! Wenn ihr Zitao nicht mitspielen lasst,dann will ich auch nicht mehr mit euch spielen!“,beleidigt streckte ich meine Zunge heraus und machte kehrt.

Von diesem Tag an suchte ich immer wieder die Nähe des neuen Jungen. Warum ich das tat? Vielleicht war es Neugierde. Ja,das war es mit Sicherheit. Jedenfalls,es war gar nicht so einfach sich mit ihm zu unterhalten. Ich konnte es auf englisch oder koreanisch versuchen,eine Antwort die auch ich verstand,erhielt ich nie.

Irgendwann war ich so frustriert,dass ich den Jungen leicht schüttelt und kurz davor war zu weinen. Aber als ich den Schrecken in seinen Augen sah,beruhigte ich mich langsam wieder.

„Also nochmal

Nasenspitze,“heiße Eona. E.O.N.A.“

„E-Eona?“,fragte er zaghaft und beim Klang meines Namens begann ich zu strahlen und wie wild zu nicken. „Ja! Ich heiße EONA. Du bist ZITAO,oder?“,er nickte,“Wie alt bist du?“ „ “

„Hmm

Er schien zu überlegen,dann hielt er die gleiche Anzahl an Fingern hoch wie ich. „Oh! Du bist also auch vier?“ Unsere Unterhaltungen ließen uns Stück für Stück mehr übereinander erfahren. Auch wenn ich nicht so mit ihm Reden konnte wie mit meinen Anderen Freunden,so fühlte ich mich doch mehr mit ihm verbunden. Wir malten jeden Tag zusammen,wobei seine Bilder selbst für einen 4 jährigen Jungen grottenschlecht waren und ich versuchte ihm einige englische, sowie koreanische Wörter beizubringen. Er wiederum brachte mir bei, mich auf chinesisch vorzustellen und ich musste ihm jeden Tag aufs Neue beweisen,dass ich nichts verlernt hatte. „Hallo Zitao!“ „Mei-Mei!“,ich wusste zwar nicht genau was das bedeutete,aber über seinen herzlichen Ton freute ich mich jeden Morgen. „Nihao!Wo shi Eona!“,sagte ich stolz. „Niaho!Wo shi Huang Zitao!“,erwiderte er grinsend. Die Zeit die ich mit ihm verbracht hatte, war unglaublich schön und nach ca. einem halben Jahr begannen wir uns sogar gegenseitig zu besuchen. Als ich dann irgendwann mal mit ihm vor dem Fernseher saß und wir eine chinesische Zeichentrickserie schauten,tauchte plötzlich ein fluffiger,kleiner Panda auf. Immer wieder hörte ich das Wort Tao und schloss daraus,dass dies der Name des Pandas sein musste. Schnell drehte ich mich um und sah zu Zitao herüber und begann zu überlegen. Seine Augen waren pechschwarz,außerdem hatte er darunter leichte, dunkle Ränder,was ihn wie einen Panda erscheinen ließ. Das passte doch! „Tao-Tao!“,rief ich irgendwann ausgelassen.

10

Ich“,mit

meinem Zeigefinger zeigte ich auf meine eigene

Ich,4

Jahre“,dazu hielt ich meine Finger hoch,“du?“

Ich hatte das ja ohne Zusammenhang gesagt und erschreckte somit den Jungen neben mir. „Du“ich zeigte stolz auf ihn,“Tao-Tao! Du bist ein Panda. Mein Panda!“ „Mei-Mei,ich nicht Panda!“,sagte er etwas beleidigt. „Doch,du bist ein Panda!“ „Nein! Dann du bist Laoshu!“,rief er. „Was ist ein Laoshu?“ „Piep-Piep!“,machte er und begann zu kichern. „Ein Vogel?“,ich legte meinen Kopf schief und überlegte. „Nein,Laoshu ist klein. Maus! Du Maus,Laoshu!“,erklärte er mir angestrengt. „Eine Maus? Ich?“,wir sahen uns einen Moment lang an und dann begannen wir lauthals zu lachen. Von diesem Tag an nannten wir uns immer Laoshu und Tao-Tao.

„Mama,Tao hat morgen Geburtstag!“,ich klammerte mich an das Handtuch,welches meine Mutter festhielt um Geschirr zu spülen. „Hat er das? Hast du denn schon ein Geschenk?“,fragte sie mich mit ihren weiten,aufgeweckten Augen. „Ja, ich habe einen Panda für ihn gebastelt!“ „Wirklich? Dann zeig mal her!“ Stolz präsentierte ich ihr dann den Panda,den ich selbst aus einer leeren Toilettenpapierrolle gebastelt hatte. „Toll mein Schatz! Darüber wird sich Tao bestimmt freuen!“,sie drückte mir einen Kuss auf die Stirn,“aber jetzt musst du ins Bett,sonst verpasst du morgen noch den Geburtstag von dem Kleinen!“ Ich nickte schnell und ging artig auf mein Zimmer. Damals schon war ich überrascht, wie schnell die Zeit verstrichen war. Anderthalbjahre war es nun schon her,dass ich Tao kennengelernt hatte.

„Mrs. Smith? Wo ist denn Tao-Tao?“,fragte ich die Lehrerin aus der anderen Kindergartengruppe,denn ich konnte meinen liebsten Freund einfach nicht finden. „Meinst du den kleinen, chinesischen Jungen mit dem du immer gespielt hast?“ Ich nickte fröhlich.

„Weißt du Kleines,er ist weggezogen. Seine Eltern haben eine neue Arbeit gefunden

war gerade eben hier um sich zu verabschieden

„Wie? Tao-Tao ist wieder weg? Wann kommt er denn wieder?“,meine Augen wurden immer größer. „Er kommt nicht mehr.“ Es dauerte den ganzen Tag bis ich langsam begriff, was geschehen war. Ich begann

hemmungslos zu weinen und hielt mit eisernen Hand das Geschenk fest,welches ich mit so viel Mühe und Hingabe für Zitao gebastelt hatte. Als meine Mutter mich am Ende des Tages abholte,wusste sie schon bescheid.

„Eona,weißt du was? Taos Familie war heute Morgen bei uns

verabschiedet. Tao hat dir auch ein Geschenk gemacht und dagelassen.“,sie griff in ihre Tasche und hielt eine Kette hoch. Daran waren,man konnte es sehr gut erkennen,zwei selbstgebastelte,kleine Tonfiguren. Das eine war ein Panda,das Andere eine Maus. Dazu gab es noch einen Brief,für den ich ziemlich lange brauchte um ihn zu lesen. „Mei-Mei,ich hab dich lieb. Ich tue dich vermissen. Du bist meine Freundin. Ich glücklich das wir Freunde sind geworden. Danke für alles, meine fröhliche Laoshu.“

er

habt

ihr euch etwa verpasst

?“

sie haben sich

11

Das hatte er in einer sehr schiefen und krakeligen Schrift geschrieben,doch man merkte,wie sehr er sich dafür angestrengt hatte. Immerhin waren wir noch sehr jung und ich musste zugeben,ich hatte noch immer nicht richtig gelernt zu schreiben. Ich weinte jeden Tag und das Verlangen Tao sehen zu wollen,aber es nicht zu können, war

sehr schwer für mich. Ich vermisste ihn unglaublich und selbst im Kindergarten hatte ich keine Lust mehr mit jemandem zu spielen oder zu reden. Mir fehlte einfach etwas. Die anderen Kinder waren nicht so wie mein Panda-Freund. Sie

waren so normal und

Meine Trauer verwandelte sich langsam in eine Leere,welche ich zu akzeptieren lernte. Natürlich vermisste ich Tao noch immer,aber ich hatte mir Tag für Tag eingeredet,dass ich ihn irgendwann wieder sehen würde. Immerhin waren wir ein Team,zwei Freunde. Tao-Tao und ich,Laoshu, die Maus.

und

nicht mehr aufregend.

Als Kind gibt es glücklicherweise viele Dinge die einen noch ablenken können. Seien es Ausflüge, kleine Geschenke, Filme oder eine lustige und bunte Serie im Fernsehen. Doch was mich ablenkte, war der neue Junge im Kindergarten. Er war etwas größer und außerdem älter als ich. Darüber hinaus war er Koreaner,was mich neugierig machte.

Es war wirklich selten,dass „ausländische“ Kinder hier waren. Zitao war schon einer der wenigen Ausnahmen gewesen. Natürlich war ich wieder fasziniert von dem Neuankömmling. Er war,so wie ich gehört hatte, 5 Jahre alt. Sein Gesicht war rund,wie der Mond und abstehende Ohren hatte er auch noch. Seine Schwarzen Haare flogen immer wild umher,wenn er sich aus dem Staub machte. Was aber unterschied ihn so von den anderen Kindern? Es waren nicht sie,die sich von ihm entfernten,sondern er. Außerdem hatte ich ihn noch nie lächeln sehen,oder seine Stimme gehört. Immer saß er unter einem großen Baum und spielte alleine. „Hallo!“,rief ich fröhlich,während ich auf ihn zulief,“Kann ich mit dir spielen?“ Aus seinen Augen heraus funkelte er mich böse an und schüttelte den Kopf. Etwas irritiert blieb ich stehen und sah den Jungen fragend an. „Warum nicht?“

„Ich kann mich doch auch nur dazusetzen “

„In Ordnung

?“,zaghaft

ließ ich mich etwas weiter von ihm entfernt auf den Boden nieder

und beobachtete den Jungen verwundert. Warum wohl möchte er nicht mit mir spielen? Vielleicht wenn ich etwas näher Kurzerhand beschloss ich an ihn heran zu rücken. Anfangs verringerte sich die Distanz zwischen uns,doch plötzlich stand er auf und lief davon. Ich versuchte ihn einzuholen,scheiterte aber kläglich und fiel hin. Aus purem Frust begann ich laut zu weinen. Wieso wollte er nicht mit mir spielen?! Ich hatte ihm doch nichts getan !

„Eona! Bist du in Ordnung?!“,eine der Lehrerinnen kam auf mich zu und half mir wieder auf die Beine. Zusammen gingen wir dann nach drinnen. „Ach,du meinst den neuen Kleinen?“, Mrs. Smith schien durch mich durch zu sehen.

„Ja,wieso spielt er nicht mit mir? Und er antwortet mir nie blöd!“,empörte ich mich.

„Um ehrlich zu sein

ein Wort gesagt,auch nicht zu seinen Eltern.

12

das finde ich total

es

kann sein,dass er gar nicht reden kann

Bis jetzt hat er noch nie

Und er scheint lieber für sich zu sein,was in seinem Alter etwas sehr ungewöhnliches ist. Gib ihm einfach etwas Zeit und vielleicht wird er sich ja dir,oder irgend einem anderen Kind öffnen.“,erklärte sie mir mit einem viel sagenden Blick. „Wie heißt er eigentlich?“,fragte ich neugierig. „Bang Yong Guk,aber-“,bevor sie ihren Satz beenden konnte,war ich auch schon davon gelaufen. Ich hatte mir ein neues Ziel gesetzt. Ich würde mich mit diesem Jungen anfreunden. Ob er mit mir sprach oder nicht. Und eine Wahl hatte er auch nicht.

Von da an suchte ich jeden Tag seine Nähe,versuchte mit ihm zu sprechen oder ihn dazu zu bewegen mit mir etwas herumzutoben. Natürlich brachte das alles nichts. Irgendwann ist dann auch mal die Geduld eines Kindes strapaziert und ich entschied mich dafür, die nette Tour zu stoppen. Stattdessen begann ich den Jungen zu ärgern. Ich klaute ihm sein Essen,störte ihm beim Mittagsschlaf,malte über seine Bilder und letzten Endes schubste ich ihn sogar. Allerdings zog das eine schwere Folge nach sich.

Yongguk stand an der Treppe und ich stieß ihn leicht,natürlich hatte ich nicht gewollt ihn zu verletzen,doch er verlor sein Gleichgewicht und stürzte herunter. Innerhalb von Sekunden herrschte große Panik im Raum. Yongguk hatte Schmerzen,das konnte man sehen,doch noch nicht Einmals einen Schrei hatte er von sich gegeben. Ein Teil seiner Augenbraue war blutverschmiert und auch an Armen und Beinen hatte er mehrere Blessuren. Natürlich sah man mir an,dass ich die Schuldige war,immerhin weinte ich bitterlich. Ich rannte zu ihm,hielt seine Hand und entschuldigte mich wieder und wieder. Jedoch schüttelte er mich ab,drehte sich um und ignorierte mich von da an. Meine Mutter wurde informiert und sie schimpfte unglaublich doll mit mir.

Als wenn ich mich nicht schon schuldig genug fühlen würde Familie des kleinen Jungens zu fahren.

Sie

beschloss mit mir zu der

„Guten Tag, ich bin Leticia Peres. Und das ist meine Tochter Eona Peres.“,stellte sich meine Mutter vor.

„Ah! Kommen sie rein.“,eine hübsche,junge Asiatin öffnete uns die Tür und führte uns ins Innere des Hauses. Wir setzten uns an einen runden Tisch und es herrschte vorerst eiserne Stille.

„Es tut mir wirklich Leid! Ich wollte Yongguk nicht wehtun! Ich wusste nicht

nur

hervor,während die Tränen meine Wangen herunter kullerten. „Eona,ich finde es toll das du dich mit Yongguk anfreunden möchtest,aber das was du gemacht hast, war nicht gut. Er hat eine Verletzung im Gesicht und es wird sehr wahrscheinlich eine Narbe bestehen bleiben. Aber er scheint dir nicht sonderlich böse zu sein. Geh einfach mal zu ihm. Du musst nur die Treppe rauf und dann solltest du ihm über den Weg laufen.“,die Frau lächelte mich sanft an und ich nahm meine Beine in die Hand. Als ich die vielen Stufen erklommen hatte,stand ich auch schon dem Jungen mit dem dunklen Haar gegenüber. „Es tut mir Leid! Ich wollte dir nicht weh tun! Du kannst mich ruhig hauen,wenn du dann nicht mehr böse auf mich bist!“,rief ich verzweifelt,während ich meine Arme fest um ihn geschlungen hielt. „Was?“,meine Augen weiteten sich,als ich seine Stimme zum ersten Mal hörte.

ich wollte doch

wollte

doch nur seine Freundin werden und

“,brach

es plötzlich aus mir

13

„Du hast gesprochen!“,begeistert sprang ich durch die Gegend. „Ja, natürlich habe ich das! Warum auch nicht? Du sprichst doch auch! Aber “

„Yongguk, bitte lass uns spielen!“,ausgelassen lief ich um den Jungen herum,doch sein Gesicht zeigte pure Verwirrung.

„Yongguk? Aber ich bin doch gar nicht Yongguk

„Natürlich bist du das! Ich erkenne dich doch!“,sagte ich. „Bin ich aber nicht!“ „Wohl!“ „Nein!“ „Natürlich bist du das!“ „Ich heiße aber Yongnam!“

„Huh

„Das ist mein Zwillingsbruder“,erklärte er mir schließlich und führte mich zu ihm. Als ich ihn so auf dem Boden sitzen sah,mit einem Verband um seinen Kopf,während er konzentriert zeichnete,fühlte ich mich erneut unglaublich schlecht. Er hatte also einen Klon.

Ich hörte hinter mir die Türe ins Schloss fallen und langsam bewegte ich mich auf ihn zu. „Yongguk ?“ Er sah langsam hoch und als er mich erblickte,stoppte er all seine Bewegungen.

„Es tut mir leid

Bein traf. Ich zog kurz die Luft ein,setzte mich dann aber langsam gegenüber von ihm auf den Boden. Vorsichtig nahm ich mir ein Blatt und einen Stift und begann zu zeichnen,er tat daraufhin das Gleiche und im Raum herrschte Stille. Nur das Rascheln der Stifte war zu hören. Anscheinend war etwas Zeit vergangen,denn als die Frau Bang die Tür öffnete,war draußen schon die Sonne untergegangen. „Eona,deine Mutter möchte gehen.“,sie sah unsere Bilder auf dem Boden und lächelte, fast nicht erkennbar. Ich stand auf und taumelte kurz,aufgrund meiner eingeschlafenen Beine. „Tschüss Yongguk!“,rief ich und winkte ihm zu,als ich an seiner Mutter vorbei, die Treppe herunterlief und mich am Shirt meiner Mama festhielt. „Auf Wiedersehen Frau Bang!“,krakeelte ich schließlich,bevor wir uns auf den nach Hause weg machten.

“,stammelte er.

?“,

ich sah ihn entgeistert an,“aber ich dachte du heißt Yongguk

Ich

wollte dir nicht-“,er schmiss seinen Stift nach mir,welcher mich am

14

„Yongie? Bist du sauer auf die Kleine?“,ich sah auf und schüttelte leicht den Kopf. Meine Mutter machte sich umsonst Gedanken. Eona hatte sich immerhin entschuldigt. Außerdem war sie die Einzige,die ständig an meiner Seite blieb,auch wenn ich nicht sprach oder wirklich mit ihr spielte. Jemanden zu haben der Interesse an einem zeigte war schön Langsam sah ich mich in meinem Zimmer um und betrachtete neugierig die Bilder, die das Mädchen gemalt hatte. Es waren Blumen,Einhörner und Prinzessinnen. Doch einige Zeichnungen erregten mein Interesse. Da waren Bilder von Fußbällen und Superman. Ich hielt die Luft an. Sogar Tigger hatte sie gemalt! Seitdem ich das erste Mal Winnie Puuh gesehen hatte,war Tigger mein Liebling gewesen. Er war so fröhlich und sorglos. Mit seiner unbeschwerten Art konnte er in null Komma nichts Freunde finden und brachte Leute zum Lachen. Ich wollte auch so sein wie er. Schnell lief ich zum Schrank und zog mein liebstes Malbuch heraus,indem ich unzählige Male den braun-orangenen Tiger gemalt hatte. Das Bild von Eona packte ich dazu und legte es neben mein Kopfkissen.

Heute saß ich zum ersten Mal gelangweilt in einer Ecke und träumte vor mich hin. Am liebsten wäre ich wieder zu Yongguk gegangen,doch ich traute mich nicht. Er war mit Sicherheit ganz böse auf mich. Ich seufzte leise. Dann fiel vor mir plötzlich ein buntes Heft auf den Boden und ich zuckte zusammen. Als ich aufsah, blickte ich in das Gesicht des Jungen,welches ich am wenigsten zu sehen erwartet hatte. „Yongguk?“ Er zeigte mit seinen kleinen Fingern auf das Buch vor mir. „Soll ich das aufmachen?“ Er nickte heftig.

Ich blätterte die Seiten durch und sah die unzähligen Bilder der Zeichentrickfigur, die ich so sehr liebte. „Du magst Tigger auch?“,fragte ich überrascht,woraufhin er erneut wild nickte.

„Das ist ja toll! Möchtest du

und er nickte wieder. Meine Freude stieg ins unermessliche. So begannen wir Tag für Tag zu malen und auch wenn er nicht mit mir redete,so fühlte es sich doch so an,als würde ich mich ordentlich mit ihm unterhalten. Eines Tages fragte ich ihn schließlich,was mich schon lange interessiert hatte. „Kannst du eigentlich nicht sprechen?“ Er sah zu Boden und zuckte leicht mit den Schultern. „Hast du es denn schonmal versucht?“ Er schüttelte den Kopf und sah mir fest in die Augen. „Dann lass uns üben! Mach den Mund auf und sag mal ,oh‘ “ Meinen Ratschlag befolgte er, aber kein Ton war zu hören. Immer und immer wieder versuchte ich ihm andere Töne zu entlocken doch es half nichts. Doch dann kam ich schließlich auf eine grandiose Idee. Ich steckte meinen Finger unter die Achseln des Jungen und begann ihn wild zu bewegen.

Seine Augen weiteten sich,genau wie sein Mund. Sein Gesicht lief rot an und er schnappte nach Luft. „Na komm schon! Ich krieg dich noch dazu ein Geräusch zu ma-“ „HA!“,entfloh ihm dann plötzlich und wir starrten uns beide erschrocken an.

„Hä

sollen

wir zusammen was malen?“,fragte ich hoffnungsvoll

?

M-Mach das nochmal

“,bat

ich ihn.

15

Es dauerte einen kurzen Moment und dann hörte ich es wieder,zwar ganz leise,aber es wurde immer lauter.

„Ha

Wortschwall aus seinem Mund schoss. Es war etwas schwierig zu verstehen,immerhin sprach er zum ersten Mal,doch nach ein paar Minuten wurde es klarer. Und das Erste was er mir glücklich und deutlich ins Gesicht sagte, war:

“Eona,ich bin dir nicht böse!“ Seitdem waren 2 Jahre vergangen und wir gingen zur gleichen Grundschule,aber in verschiedene Klassen. Ich hatte viele neue Freunde gefunden und das Lernen machte mir viel Spaß. An jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken und so schien es auch Yongguk zu gehen. Nachdem er damals endlich angefangen hatte zu sprechen,war er offener geworden und ging auf die Leute zu. Na ja,ich hatte ihm eher dazu geraten,aber es schien Wirkung zu zeigen. Immerhin war er andauernd von vielen Leuten umgeben. Da wir beide neue Freunde gefunden hatten, war es schwer mich mit ihm zu unterhalten,also blieben wir in der Schule voneinander getrennt,trafen uns aber oftmals nach dem Unterricht um zusammen zu spielen oder Hausaufgaben zu machen. Dabei erzählten wir uns gegenseitig von unseren neuesten Erlebnissen. „Kris hat heute zum ersten Mal mit mir gesprochen!“,rief der dunkelhaarige Junge aufgeregt und ich konnte es kaum glauben. „Kris?! Der Kris?!“ „Ja! Er kam einfach auf mich zu,zusammen mit ein paar meiner Freunde und hat sich einfach so mit mir unterhalten! Später hat er gefragt ob ich ihm etwas Geld leihen könnte und ich habe zugestimmt. Außerdem meinte er auch noch ich sei ein cooler Typ!“,sein Grinsen reichte förmlich von einem Ohr zum anderen. Mit dieser guten Laune unterhielten wir uns weiterhin angeregt und beendeten unsere Hausaufgaben.

ha

ha

ha

HA!“,er

lächelte mich breit an und es dauerte nicht lange,bis ein

„Hast du schon gehört? Yongguk wurde von Kris angesprochen!“ Das schien das Gesprächsthema der Schule zu sein und am liebsten hätte ich herausposaunt, dass mein Freund sogar von Kris gelobt worden war. Ich freute mich so sehr für ihn. Wenn ich ihn nicht schon vor 2 Jahren kennen gelernt hätte,wäre mir nie in den Sinn gekommen das er Menschen gemieden hat und nie ein Wort sagte. Der scheue Junge von damals war wie ausgewechselt. Fröhlich summend ging ich über den Flur und sah eine Gruppe am Fenster stehen. Viele davon hingen immer mit Yongguk ab und in der Mitte von ihnen stand Kris. Kurzerhand beschloss ich zu ihm zu gehen und ihn einfach anzusprechen. Mut wurde doch oftmals belohnt,oder? „Kri-“,ich hielt inne.

„Dieser dumme Reisfresser hat mir doch tatsächlich 50 Dollar geliehen. Na ja,wohl eher

geschenkt!“, der blonde Junge lachte laut,“Jetzt wo ich das Geld habe

wir diesen Ching oder wie der heißt mal etwas-“ „Du Blödmann!!“,ich war auf ihn zugestürmt und schubste ihn heftig. Zusammen taumelten wir und fielen zu Boden. Ich allerdings erholte mich schnell vom Sturz und begann zu schreien und diesen bescheuerten Jungen zu beschimpfen. Wie konnte er nur so etwas über Yongguk sagen?! Was gab ihm das Recht dazu?! Allerdings hatte ich nicht bedacht,das all die Leute um mich herum auf Kris Seite waren und ehe ich mich versah hatten sie mich gepackt und zogen mich auf den Schulhof. Es regnete heftig.

wie wäre es wenn

16

Ich versuchte mich aus ihren Griffen zu befreien, doch gegen so viele kam ich nicht an. Plötzlich landete ich in einer großen Pfütze und wurde mit Dreck überschüttet. Ich war starr vor Schreck und sah alle mit großen Augen an,doch diese lachten nur. Es dauerte nicht lange,bis mir die heißen,salzigen Tränen über die Wange liefen. Wieso waren die alle so fies? Ich dachte sie wären alle Freunde von Yongg „Was macht ihr da?“,ich blickte auf und sah meinen Kindergartenfreund vor uns stehen. Er schien verwirrt. „Du kannst dieser dummen Gans gerne Gesellschaft leisten.“,flötete einer der vielen Jungs und Yongguk landete ebenfalls neben mir im Dreck. „Ach übrigens,danke für das Geld,Schlitzauge“,fügte Kris hinzu und sie alle verschwanden wieder nach drinnen.

„Gukkie

Lage alles zu verarbeiten, was gerade passiert war. „Eona,das brauchst du nicht. Anscheinend wäre es besser gewesen,wenn ich für immer alleine gespielt hätte,wenn ich nie mit jemandem geredet hätte. Ich wollte Freunde finden,aber wenn sie mich so behandeln,dann brauche ich das nicht.“,seine Stimme war

monoton und er stand langsam auf. Mit zitterigen Beinen und Haaren, die mir nass in die Stirn fielen, wankte ich ihm hinterher,zurück ins Schulgebäude. Als wir uns im Inneren befanden,wurden wir von lautem Gelächter begrüßt,vorne vor stand Kris. Ich schaute starr zu Boden,denn ich hatte Angst vor dem, was als nächstes passieren könnte. Das war auch berechtigt- auch wenn ich nicht mit einem Wutausbruch ausgerechnet von Yongguk gerechnet hätte. Langsam ging er auf den Jungen zu,bis sie sich direkt gegenüber standen und dann holte er aus. Innerhalb von einem Bruchteil einer Sekunde, hatte er dem blonden Jungen einen kräftigen Schlag auf die Nase verpasst,der ihn zu Boden brachte. Damit aber nicht genug,der schwarzhaarige Junge beugte sich runter und schlug immer wieder zu.

„Du

begleitet,während seine dunklen Haare wild über seine Augen hingen,“und viel wichtiger ist fass nie wieder die Person an die mir wichtig !“ „Yongguk!“,schrie ich aus Leibeskräften und versuchte seinen Arm zu schnappen,“Hör auf!“

Doch er reagierte zu spät und ich bekam seinen Ellenbogen genau in der Magengrube zu spüren und sank langsam auf die Knie.

„Eona

Kris nutze den Moment und rannte mit einer blutigen Nase davon. Ich allerdings bewegte mich nicht und war wie angewurzelt.

„Eona? Bist du „Du hast mich

„Ich

„Es tut mir Leid

Freunde geworden sind.“,antwortete ich ihm mit geschlossenen Augen,während ich krampfhaft meine Tränen zurückhielt. Das war meine letzte Erinnerung an den doch eigentlich so schweigsamen Jungen.

ich

ich

wollte ihnen nur eine Lektion erteilen

“,stammelte

ich,noch nicht in der

bist

nicht

mein

Freund

!“,jedes

Wort wurde von einem weiteren Schlag

?“,endlich

hatte er aufgehört seine Faust einzusetzen.

in

geschlagen

Ordnung?“,stammelte Yongguk und sah in mein blasses Gesicht.

hasst mich auch “

du

ich

wollte nur

oder

?“,fragte

ich ihn leise.

du

verstehst das falsch

scheint

als wäre es eine falsche Entscheidung gewesen, dass wir

17

Als ich die Grundschule beendet hatte,ging es daran eine neue Schule für mich zu

suchen,doch genau zu diesem Zeitpunkt wurde ich vor eine interessante Wahl gestellt. „Schatz? Kommst du mal?“,flötete meine Mutter. Ich dachte es gäbe Essen,also rannte ich so schnell ich konnte die Treppe runter und stolperte fast über den, ach so hässlichen, Flokatiteppich. Ich fing mich allerdings noch und sprintete in die Küche. „Papa? Was machst du denn schon hier?“,fragte ich bei dem ungewohnten Anblick der sich mir bot. Eigentlich kam mein Vater höchstens spät Abends, oder am Wochenende nach Hause. Doch es war mitten in der Woche und erst 15 Uhr. „Ich habe ein neues Jobangebot erhalten.“,sagte er fröhlich.

„Toll! Aber

„Ich muss für meine neue Arbeit nach Korea und habe mich gefragt

mitkommen möchtest? Ich hätte auch schon eine Schule für dich gefunden. Außerdem wird es doch mal Zeit die Heimat deines Vaters kennen zu lernen,oder?“

„B-Bitte was

angeboten wurde.

was

hat das mit mir zu tun?“

ob du vielleicht

?“,meine

Augen wurden größer als mir klar wurde,was mir gerade

All zu lange musste ich nicht überlegen,denn vieles was mich am Gehen hinderte, gab es nicht. Ich hatte keine Freunde die mir nachweinen würden,keine Verpflichtungen und meine Mutter würde ich trotz allem, regelmäßig sehen können. So sagte ich meinem Vater zu und am darauf folgenden Wochenende begann ich meine Sachen zu packen. Es würde ein neues Leben für mich beginnen und sich darauf vorzubereiten war gar nicht so einfach. Außerdem durfte ich nur zwei Koffer mitnehmen,die insgesamt nur 40kg wiegen durften. Das klang nach mehr, als es eigentlich war. Besonders wenn man sein ganzes Hab und Gut dort hineinkriegen musste. Ich brauchte meine Kuscheltiere, Hosen und T-Shirts,sowie einige Erinnerungsstücke. Unter anderem ein Bild von Tao und mir,kurz nachdem wir uns angefreundet hatten und auch eins mit Yongguk,zur Einschulung. Sein unschuldiges Lächeln ließ mich mit einem Kloß im Hals zurück. Hätte ich ihn nicht dazu gedrängt offener zu werden,dann wäre er bestimmt nicht so verletzt worden. Ich würde zwar morgen schon fliegen,aber ich hatte ihm noch nicht bescheid gegeben. In die Augen schauen konnte und wollte ich ihm nicht mehr,dazu fühlte ich mich viel zu schuldig. Seufzend verstaute ich das Bild von uns trotzdem in den Untiefen meiner Habseligkeiten.

„Schatz,wir müssen los!“,rief meine Mutter am darauffolgenden Tag,während ich schon den Weg zur Haustüre angetreten hatte.

Zu dritt hievten wir meine Koffer und die meines Vaters in das große Taxi und machten uns auf den Weg zum Flughafen. „Bist du schon nervös?“,fragte mich mein Vater mit erwartungsvollem Blick,doch zu seiner Enttäuschung schüttelte ich den Kopf.

„Weißt du Papa,mir erscheint dieser Schritt als ganz normal und joa

leise,während ich die ganzen Leute um uns herum beobachtete. Von da an ging alles schneller als gedacht. Wir gaben unser Gepäck auf,verabschiedeten uns von meiner Mutter,dazu muss ich sagen,das alles fiel sehr tränenreich aus. Und letztendlich gingen wir durch den Schalter,sowie nach kurzer Wartezeit durch den Korridor ins innere des Flugzeuges. Am Sitzplatz angekommen staunte ich nicht schlecht.

18

“,sagte ich

„Ist es normal ein eigenes Bett im Flugzeug zu haben?“,meine Augen wurden groß.

„Das ist die erste Klasse und da sind Betten normal. Ich wünsche ihnen eine angenehme Zeit an Bord.“,erklärte mir die freundlich lächelnde Frau in Uniform. „Papa?“ „Ja,mein Schatz?“ „Wie lange fliegen wir eigentlich?“

„So um die 12 Stunden leichten Bartstoppeln.

„Das halte ich ja nie aus! Was soll ich denn die ganze Zeit machen? Und wann gibt es

Essen? Hier ist ja niemand in meinem Alter

Stunden meines Lebens

Doch nachdem das Flugzeug abgehoben hatte,und meine Hände sich vom großen Fenster lösten,überkam mich eine starke Müdigkeit. Ich schlief den ganzen Flug lang durch. Es schien doch alles aufregender für mich zu sein,als ich gedacht hatte. Nach vielen Stunden kamen wir endlich am Incheon Flughafen,in Süd-Korea,an. Alles war so beeindruckend und neu. Überall waren nur Koreaner und koreanische Schriftzeichen. Koreanische Durchsagen und koreanische Flughafengeschäfte. Ich wäre bestimmt überall hingelaufen,wenn ich nicht noch immer leicht schläfrig gewesen wäre. Dementsprechend erinnere ich mich schlecht an meinen ersten Tag in der neuen ,Heimat‘. Mein Vater und ich waren schnell draußen,weil unsere Koffer sofort ankamen und ein Taxifahrer brachte uns in die Innenstadt. Überall waren Neonschilder und Menschenmassen zu sehen. Nach einer langen Fahrt kamen wir schließlich vor einem riesigen Gebäude an,indem anscheinend mehrere Leute lebten. Für einen kurzen Moment war ich besorgt, mir mit einer fremden Person das Zimmer teilen zu müssen,aber als wir aus dem großen Aufzug stiegen,der uns in die 42. Etage gebracht hatte,waren meine Sorgen wie weggeblasen. Zu Zweit standen wir nun in einer riesigen Wohnung,mit jedem erdenklichen Schnickschnack den man sich nur vorstellen konnte. Ich hatte sogar ein Zimmer für mich alleine-das Beste,es war um ein vielfaches größer als meine Altes in Baltimore! Ich öffnete meinen Koffer und schnappte mir eins meiner Stofftiere,sowie die Bilder,welche ich auf meinen großen Schreibtisch stellte. Dann sprang ich in mein großes Doppelbett und driftete wieder schnell ins Reich der Träume. „Eona? Kommst du essen?“,mein Vater betrat mein Zimmer und sah mich mit einem friedlichen Gesichtsausdruck in meinem neuen Bett schlafen,“Kleines,ich hoffe du findest hier dein Glück.“ Er gab mir ganz vorsichtig einen Kuss auf die Stirn und verließ meinen Raum so leise,wie er ihn betreten hatte.

denke

ich.“,mein Vater strich sich nachdenklich über seine

Das

werden bestimmt die längsten 12

ich die ersten 10 Minuten unentwegt.

“,jammerte

Die nächste Woche verbrachte ich damit,mit meinem Vater wieder etwas koreanisch zu üben,Lebensmittel zu kaufen,sowie mehrere Einrichtungsgegenstände zu besorgen. Freitags holten wir dann meine Schuluniformen ab,welche ich,sobald wir wieder zu Hause waren, aufgeregt anprobierte. Ich trug nun schwarze Kniestrümpfe,schwarze,schlichte Schuhe,einen blau-weiß karierten Rock,welcher bis zu den Knien reichte,eine weiße Bluse sowie eine blau-weiß gestreifte Schleife,sowie zu guter Letzt einen schwarzen Blazer mit dem Schulloge. Noch nie musste ich eine Uniform tragen,doch diese war unglaublich süß und bequem,ganz anders wie ich sie mir vorgestellt hatte.

19

Der Unterricht konnte von mir aus sofort beginnen! Das Wochenende verging unglaublich langsam und als Montagmorgen endlich der Wecker klingelte,war ich schon vorher putzmunter,sprang auf und machte mich fertig. Mit meinen perfekt gekämmten Haaren saß ich dann seelenruhig am Tisch und aß mein Frühstück. Mein Vater hatte schon früher das Haus verlassen,aufgrund seiner Arbeit. Mit genügend Zeit verließ ich dann entspannt das Haus und betrat die Schule pünktlich wie alle Anderen- Nicht.

Ich hatte verschlafen. Und mir blieben noch 10 Minuten um rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn zu kommen. Unmöglich! Ich sprang also aus meinem Bett, fiel hin und fluchte leise. Dann zog ich mir meine Uniform an und knöpfte den Blazer gehetzt zu. Ich schnappte mir ein wabbeliges Toast und rannte zum Aufzug,welcher sich natürlich besonders viel Zeit ließ. Den Bus hatte ich natürlich auch verpasst,als musste ich den ganzen Weg rennen. Mit vierzig Minuten Verspätung stand ich dann endlich vor dem Tor meiner neuen Schule. Mit kleinen Schritten betrat ich dann endlich das Gebäude und fand mit viel Glück mein neues Klassenzimmer,aus dem natürlich schon die Stimme des Lehrers zu vernehmen war.

Nicht lange nachdenken,einfach handeln! Das dachte ich mir, als ich die Türe aufriss und laut rief:

„Entschuldigung! Ich habe verschlafen! Ich heiße Eona Peres und komme aus Amerika! Ich freue mich euch alle kennenzulernen!“,ich verbeugte mich tief während ich die Blicke aller Schüler auf mir spüren konnte.

„Eona?Soso

Regeln sind Regeln. Stell dich bitte für zehn Minuten vor die Tür und dann kannst du wieder reinkommen. Mit hochrotem Kopf nickte ich und tat wie mir gehießen.

Jetzt stand ich also auf dem Flur und wartete. Was musste ich wohl für einen Eindruck gemacht haben? Frustriert griff ich mir in die Haare und stockte.

Oh Gott

Vogelscheuche! Hastig versuchte ich mit meinen Fingern zu richten was zu richten war,bis ich plötzlich merkwürdige Geräusche neben mir hörte.

„Wieso musste ich ausgerechnet heute zu spät kommen

Etwas irritiert drehte ich mich zur Seite und entdeckte einen Jungen, der einen halben Kopf größer war als ich, direkt am anderen Ende der Tür stehen. Unsere Blicke trafen sich und wir lächelten uns automatisch mitleidig an. „Auch zu spät,was?“,fragte ich, ohne eine Antwort zu erwarten. Er nickte. „Wie heißt du?“ „Ich? Kim Sung Gyu. Kurz, Sunggyu. Und du?“,er blickte mich neugierig an. Oder eher gesagt,er schien einfach nur in meine Richtung gedreht zu sein,denn wo genau er hinsah,konnte ich nicht ganz erkennen. Seine Augen waren unglaublich schmal. Aber ansonsten hatte er ein sehr hübsches Gesicht. Es war fast V-förmig und seine Nase war schmal und gerade. Seine Lippen waren genau so breit wie seine Nasenlöcher,was sich komisch anhörte,aber insgesamt sehr stimmig aussah. Seine Haare standen auch wild in alle Richtungen ab,wie bei mir im Moment. „Ich heiße Eona Peres.“,antwortete ich mit einem bitteren Lächeln. „Schön dich kennen zu lernen. Sag mal,bist du nicht von hier?“,fragte er neugierig.

direkt

am ersten Tag zu spät zu kommen. Es tut mir zwar leid für dich,aber

ich

hatte sie mir heute Morgen nicht gekämmt und ich musste aussehen wie eine

?“

20

„Nein,ich bin zuletzt erst nach Korea gezogen. Eigentlich bin ich in Amerika geboren worden.Ist mein Akzent denn so stark?“,fragte ich. „Echt?! Wie cool ist das denn?! Ich wollte schon immer mal nach Amerika! Und nein,nicht so sehr.“,er grinste breit und hielt mir seine Hand hin,welche ich fragend ansah,“Lass uns Freunde werden!“ Dann begann auch ich zu grinsen,ergriff seine Hand und schüttelte sie fröhlich. „Gerne! Auf ein gutes Schulleben!“,rief ich. In diesem Moment öffnete der Lehrer die Türe und holte uns rein. Mir wurde der Platz ganz hinten am Fenster zugewiesen und dem Jungen,den ich gerade getroffen hatte,in der Mitte,zwischen zwei Mädchen. Er machte einen wirklich netten Eindruck auf mich und wenn es so einfach war,so nette Leute zu treffen,dann freute ich mich schon auf die nächsten Jahre hier.

Nachdem uns unser Lehrer mit viel Mühe und Not alle Regeln dieser Schule erklärt hatte,klingelte auch schon die Schulglocke und kündigte das Ende der ersten beiden Stunden an. Ich atmete erst einmal aus und sah neugierig aus dem Fenster und beobachtete das bunte Treiben auf dem Schulhof. „Eona?“,ich drehte mich etwas erschrocken um und sah in das freundlich lächelnde Gesicht von Sunggyu. „Ja,bitte?“ „Hast du Lust mit uns rauszukommen?“

„Uns?“,fragend beugte ich mich zur Seite und sah sechs weitere Jungs hinter ihm stehen. Jeder von ihnen beäugte mich neugierig.

„Ähm

Sunggyu ergriff sofort meine Hand und zog mich hinter sich her auf den vollen Flur,eine große Treppe herunter und dann durch die große Tür zum Hof. Nachdem wir uns etwas umgeblickt hatten,entdeckten wir einen großen,noch freien Tisch,an welchen wir uns setzten. Für einen kurzen Moment kam es mir so vor,als würden die etwas älteren Schüler uns kritisch beäugen,aber das war wahrscheinlich nur Einbildung.

„So

„Mich kennst du ja schon.“,antwortete Sunggyu.

Der Junge neben ihm räusperte sich. Er hatte volle Lippen und es schien fast so,als würde er eine Zahnspange tragen. Seine Haare waren kurz,fast abrasiert und seine Augenbrauen waren sehr dunkel und ausgeprägt. Ich musste zugeben,er machte mir ein bisschen Angst.

„My name is Dongwoo. People call me

you!“,ratterte er auf englisch runter und sah mich erwartungsvoll an. „Du brauchst dir nicht die Mühe machen und auf Englisch mit mir reden. Aber ich bin auch froh dich zu treffen Dongwoo.“,erklärte ich ihm lächelnd,woraufhin er mich geschockt ansah. „Du kannst ja wirklich koreanisch!“,rief er erstaunt und hielt sich peinlich berührt die Hand vor sein Gesicht. Er schien doch nicht so gruselig zu sein. „Ich heiße Nam Woo Hyun. Kurz,Woohyun. Ich freue mich auch sehr deine Bekanntschaft zu machen, hübsche Dame.“,säuselte ein Anderer mit dunkel braunen Haaren und einer Nase die aussah,als wäre sie von Künstlerhand erschaffen worden.Ein kleiner Schleimer,huh?Doch bei seinen Worten musste ich leicht kichern und wurde rot. „Du Schmierlappen! Fang nicht schon wieder mit deinen Sprüchen an!“,tadelte Sunggyu ihn und verpasste dem anderen einen Schlag auf den Hinterkopf. Dieser schmunzelte allerdings nur und zwinkerte mir zu.

wenn

es euch allen keine Probleme bereitet

“,stammelte

ich.

und

ihr alle heißt

?“,fragte

ich gespannt in die Runde um die Stille zu durchbrechen.

WooDong

or monkey boy. Happy to meet

21

„Ich heiße

Eona.“ Er reichte mir seine Hand rüber und ich schüttelte sie fröhlich. „Wieso sagst du ihr denn nicht deinen richtigen Namen?“,fragte Dongwoo plötzlich. „Na,ich bin mir sicher,das wenn mich jemand mit meinem Spitznamen anredet,dass wir uns direkt näher stehen. Ohne irgendwelche Hürden.“,erläuterte der Junge mit den dunklen Augen,welche ihn aussehen ließen wie einen etwas frechen,aber liebenswürdigen Hund. „Ich heiße Sungyeol. Hihihi!“,kicherte ein Weiterer, der aussah wie ein

Kindergartenkind.Wir waren zwar alle erst zwischen 10-12 Jahren alt,aber er sah wirklich aus wie ein kleiner Junge. Sein Lächeln war so unschuldig,dass ich ihm am liebsten in seine runden Wangen gekniffen hätte. „Mein Name ist Kim Myungsoo. Nenn mich wie immer du willst.“,sagte der Nächste mit monotoner Stimme,während er ein Sandwich verspeiste. Er erschien mir nun von allen am abweisendsten. Allerdings könnte er mit seinem Gesicht ein junges Model sein. Es schien alles perfekt aufeinander abgestimmt zu sein. Seine

Haare,seine Augen,seine Nase,seine Lippen

Ohne Zweifel-ein wahrer Schönling. Wie gut würde er wohl aussehen,wenn er erst einmal fünf Jahre älter war?

„Mach dir nix aus Myungsoo. Er scheint gemein zu sein,aber er ist ganz lieb,wie ein kleiner Welpe.“,erklärte mir ein Anderer,dessen Gesicht sehr weiblich erschien. Er hatte seine Haare über der Stirn mit einem Haargummi hochgebunden,was sehr süß aussah,wie ich zugeben musste.“Ich heiße übrigens Lee Sung Jong. Kurz,Sungjong. Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zeit.“,er machte mit seiner Hand das Peace Zeichen und lachte fröhlich. „Ich mich auch!“,rief ich erleichtert,denn alle von ihnen erschienen mir sehr sympathisch,“Kennt ihr euch eigentlich schon was länger?“ „Ja,wir kennen uns schon seit unserer Kindergartenzeit.“,erklärte mir Sunggyu,“Unser Woohyun hier hat schon damals versucht mit den Mädchen zu flirten,wurde aber immer ignoriert.“ Alle begannen laut zu lachen,bis auf den eben genannten,er funkelte die Anderen nur spielerisch an. Wir unterhielten uns dann über Gott und die Welt,über unsere Hobbys und ganz besonders über mein Leben in Amerika. Sie hörten mir alle sehr interessiert zu und baten mich oftmals darum etwas auf englisch zu sagen. Bei jedem Wort klatschten sie begeistert in die Hände, oder versuchten es nachzusprechen. Währenddessen hatte ich meine langen Haare zu einem losen Dutt zusammengebunden, um besser essen zu können. Mit großen Bissen verschlang ich gierig die Gerichte,bemerkte die Blicke die mir von die Sieben zugeworfen wurden aber erst später.

„Woah

„Und du bist voller Mayonnaise!“,rief Dongwoo und lachte zum ersten Mal laut,während er mir mit einer Serviette über den Mund wischte. „Du bist ganz anders als die Mädchen hier.“,ergänzte Myungsoo kalt. Ich schluckte:“Warum ?“ „Die Mädchen hier achten sehr darauf wie sie aussehen,was sie essen,wie viel sie essen und wie sie essen. Deswegen mal jemanden wie dich zu sehen ist sehr erfrischend.“,erklärte mir Woohyun. „Ach s-“ „Was machen denn Leute wie ihr an unserem Tisch?!“,ich schrak hoch und sah eine Gruppe Schüler mit anderen Uniformen vor uns stehen.

“,begann

der Nächste und überlegte kurz,“Hoya. Schön dich kennen zu lernen

alles

passte wie die Faust aufs Auge.

du

isst aber ganz schön viel

“,Sungyeol

sah mich mit großen Augen an.

22

Aber was besonders an ihnen auffiel,sie waren alle unglaublich hübsch. Die Mädchen sahen vom Gesicht her aus wie Puppen. Perfekt geschminkt,lange,wunderschöne Haare sowie dichte, schwarze Wimpern. Die Jungs erschienen mir wie Stars,die ich schon oft hier in Sendungen gesehen hatte.

Noch nicht einmals Woohyun konnte mit ihnen mithalten. Nicht im geringsten. Er war zwar viel jünger als sie,aber trotzdem Ich wollte gerade etwas sagen,als Woohyun mich hochriss und sich mit einer tiefen Verbeugung vom Tisch entfernte. „Was ist denn hier los?! Warum müssen wir aufstehen?! Immerhin waren wir zuerst hier!

Auch wenn die vielleicht älter sind als wir

lautstark und vernahm nur das zischen der Jungs. „Hey du! Komm mal her!“,reif ein Mädchen mit pechschwarzen Haaren und Augen. Nun, etwas eingeschüchtert, ging ich auf sie zu. „Pass auf“,sie nahm mein Gesicht in beide Hände,“du bist noch jung,aber wenn du

weiterhin so aussiehst wie jetzt,dann stehst du in ein paar Jahren ganz unten. Und das

wird die Hölle,sage ich dir. Also mach was und seh‘ nicht mehr so aus wie Penner!“,sie schob mich weg und wie erstarrt verweilte ich auf der Stelle. „Eona,komm jetzt!“,riefen die Jungs hinter mir.

Das

ist doch unfair!“,beschwerte ich mich

wie der letzte

„Wer waren die alle?“,fragte ich,noch immer leicht geschockt. „Das waren die Queenka und ihre Gefolgsleute“,sagte Sunggyu,während er seine Augen noch mehr zusammenkniff und sie aussahen wie ein gerader Strich. „Queenka? Was ist das?“,ratlos neigte ich meinen Kopf zur Seite. „Die Queenka ist die Königin der Schule. Sie ist aufgrund ihres makellosen Aussehens eine angesehenes Werbemittel für unsere Schule. Wie du gesehen hast,sie alle müssen sich nicht an die normalen Schulregeln halten. Sie dürfen anziehen was sie wollen,kommen und gehen wann sie wollen und sie hat,nach dem Direktor, das indirekte Sagen an dieser Schule. Das Gleiche gilt für den Kingka. Er ist das männliche Gegenstück zur Queenka. Du weißt es wahrscheinlich noch nicht,aber hier an den Schulen ist es ganz normal Ranglisten zu haben.“ „Ranglisten?“ „Ja. Die Queenka und der Kingka stehen beide an erster Stelle. Die nächsten 15 auf der Jungen und MädchenRangliste sind ihre Gefolgsleute und haben auch das Sagen. Danach kommt die Mittelschicht. Sie sind ganz normale Schüler,schreiben

durchschnittliche Noten und fallen nicht sonderlich auf. Allerdings gibt es dann auch noch die untere Schicht. Alle die dort reingeraten,haben an dieser Schule nichts zu sagen. Oftmals sind es die

Streber. Sie sind merkwürdig,sind nicht sonderlich hygienisch und sehen auch

mal so,oft sehr schlecht aus. Sie führen ein Dasein im Untergrund. Alle können mit ihnen machen was sie wollen. Und das Schuleben derjenigen,die zur unteren Schicht gehören ,wird oft zur Qual für sie.“,ergänzte Dongwoo mit einem schweren Seufzer. „Das ist ja schrecklich!“,flüsterte ich fassungslos.

ich sage

In den nächsten Tagen begannen alle zu flüstern wenn sie mich sahen.

Ich wurde bekannt als der Neuling,der von Mina,der Queenka,angesprochen worden ist. Und dann,ganz plötzlich begannen meine Sachen zu verschwinden. Mal waren es Stifte oder Radierer. Dann Hefte oder gar Schulbücher.

„Eona? Was ist los? Du siehst so blass aus

Sunggyu, am meisten zu tun hatte, setzte sich mir besorgt gegenüber.

Ich erzählte ihm alles und er biss sich nervös auf seiner Faust herum.

„Ich glaube

Rangliste geworfen

“,Dongwoo,mit

aber

dem ich, zusammen mit

ich

würde es dir nicht wünschen

?“,fragte er leise.

hast du mal einen Blick auf die

23

Ich schüttelte leicht den Kopf. Aber auch mir erschien sein Verdacht als plausibel. Immerhin trafen viele der Dinge,die man den Leuten der unteren Rangschicht zusprach,auf mich zu. Meine Haare waren immer zauselig,meine Schuluniform knitterig und ich hatte in den letzten Wochen einiges an Süßigkeiten gegessen,die mein Gesicht so aussehen ließen wie einen Pustekuchen. Trotzdem hoffte ich,dass die Vermutungen von Dongwoo falsch waren. „Eona! Dongwoo! Kommt mal ganz schnell!“,Sunggyu stand wild mit seinen Armen

rudernd an der Klassentüre. Wir sprangen auf und als wir bei ihm ankamen, zeigte er uns ein Blatt Papier mit der Aufschrift. ,Rangliste‘ Wie sollte es auch anders sein? Ich gehörte zur wenigsten angesehenen Schicht. Sunggyu,sowie Dongwoo und all die anderen Jungs mit denen ich zu tun hatte,waren im mittleren Rang. Ich seufzte verzweifelt.

„Hey

Das

wird schon wieder

“,versuchte

Sunggyu mich zu trösten.

Aber so war es nicht,es wurde ehrlich gesagt nur noch schlimmer. Mir wurden böse Spitznamen gegeben,meine Sachen wurden weiterhin gestohlen oder verunstaltet und hinter meinem Rücken wurde über mich gelästert. Sobald ich zu Hause war,machte ich einen auf fröhliches Schulmädchen,damit mein Vater sich keine Sorgen machen musste. Meine Misere setzte sich allerdings noch lange fort. So wurde mir einmal ein Bein gestellt,als ich einmal ein volles Tablett zum Tisch balancierte. Natürlich fiel ich mit viel Getöse zu Boden und alle lachten hämisch. Dongwoo und Sunggyu eilten immer sofort an meine Seite und halfen mir auf,unterstützen mich und waren für mich da. Dafür war ich den Beiden sehr dankbar. Einmal musste mich Sunggyu sogar aus der Mädchentoilette befreien,da sich irgendwer

einen tollen Scherz erlaubt hatte und einen Besen vor der Tür platziert hatte,welcher es mir unmöglich machte,das Schloss zu öffnen. Ein anderes Mal wurde mir ganz „aus Versehen“ ein Eimer Wasser über den Kopf geschüttet. Und das im Winter. Natürlich erkältete mich heftig,aber zu Hause bleiben konnte ich nicht,denn es kamen einige wichtige Arbeiten auf mich zu. So lief ich mit triefender Nase und tränenden Augen zur Schule.

„Eona

„Nein,nein

Mir war klar geworden,wenn ich weiterhin mit meinen Freunden zusammen bleiben würde,dann würden sie wegen mir vielleicht auch abrutschen. Das wollte ich ihnen nicht antun. Ich würde alleine mit diesen ganzen Idioten klarkommen. So entfernte ich mich immer mehr von allen und wurde eins mit meiner Umgebung. Ich schlängelte mich unauffällig durch die Massen,ließ meinen Kopf gesenkt und aß oft klammheimlich in der Bibliothek. Es war stressig mit den kleinen Vorfällen zurecht zu kommen und gleichzeitig zu lernen,aber irgendwie schaffte ich es immer wieder. Oft paukte ich bis spät in die Nacht und es zahlte sich aus. Meine Noten verbesserten sich schlagartig,aber ansonsten nichts. Es führte nur dazu,dass sich Leute meine Hausaufgaben schnappten,sie abschrieben und dann sagten,ich hätte sie nicht selbst gemacht. Die Lehrer ermahnten mich oft,aber ich wehrte mich nicht. Wenn ich weiterhin negativ auffiel,dann würde alles noch schlimmer werden. Eines Tages ging es mir wirklich furchtbar schlecht. Alles vor meinen Augen war schummerig und mir war unglaublich heiß.

Du

bist doch krank! Bleib einfach mal zu Hause!“,bemutterte mich Dongwoo.

ich

bin

in

Ordnung

“,versicherte

ich ihm, drehte mich um und ging.

24

Ich wankte also zur Bibliothek und fiel dort in einen tiefen Schlaf. Ich hatte die ersten 6 Stunden durchgeschlafen und als mir das klar wurde,sprang ich auf und fiel direkt wieder hin. In meinem Kopf hämmerte es und meine Beine fühlten sich an wie Pudding. Vorsichtig stützte ich mich an den Wänden ab und stieg langsam die Treppe runter. Ein Schüler,welcher sich nur einen Spaß daraus machen wollte mich anzurempeln,rannte an mir vorbei. Bei unserem Zusammenstoß verlor ich das Gleichgewicht und stürzte die Treppe herunter. Mit einem dumpfen Geräusch landete ich auf dem Boden und stöhnte schmerzerfüllt. Ich merkte wie sich etwas warmes,feuchtes an meiner Stirn bildete. Mit letzter Kraft sah ich auf und blickte in die Augen des Jungen der an meinem Sturz Schuld hatte. Man konnte ihm ansehen,dass er mit diesem Ergebnis nicht gerechnet hatte.

„Warte

Er allerdings schien mit sich selbst zu kämpfen. Dann strich er sich die langen Haare ins Gesicht,drehte sich um und rannte davon.

So schnell würde mich wohl keiner finden

gewählt,den so gut wie niemand mehr nahm. Er führte durch einen Flur,auf dem sich nur alte,kaputte Bälle und Geräte befanden. Ansonsten nichts. Ich wollte doch nur keinem begegnen,aber das war wohl die falsche Entscheidung. Dann wurde alles schwarz.

hilf

mi-“,flüsterte ich kraftlos und streckte langsam meine Hand nach ihm aus.

immerhin

hatte ich ausgerechnet den Weg

Hand nach ihm aus. immerhin hatte ich ausgerechnet den Weg „Hey Dongwoo! Hast du Eona gesehen?“,fragte

„Hey Dongwoo! Hast du Eona gesehen?“,fragte ich und strich mir verwirrt die Haare aus dem Gesicht.

„Nur heute Morgen

was sie dort immer macht. Aber Lust hat sie anscheinend keine mehr auf uns. Immerhin meidet sie uns schon seit ein paar Wochen.“,sagte mein Freund und blickte aus dem Fenster. Er hatte schon Recht,aber irgendwas stimmte hier nicht.

„Ich habe sie seit heute Morgen auch nicht mehr gesehen und krank gemeldet ist sie auch nicht.Außerdem würde Eona niemals so gehen. Ich werde sie suchen.“,entschied ich und sah meinen Freund erwartungsvoll an. Aber er machte keine Anstalten mit mir zu kommen. Frustriert drehte ich mich um und machte mich alleine auf den Weg zur Bibliothek. Dort angekommen, war es still. Niemand war hier. Wo könnte sie sonst sein? Ich ging durch die Gänge und blieb vor einer der

Toilettenräume stehen

„Eona

jemand drin war. Lass es Eona sein, lass es Eona sein, lass es Eona sein, lass es Eona sein, lass es Eona sein,betete ich still in meinem Kopf,als ich den Waschraum betrat. Dann drangen schrille Schreie in mein Ohr und meine Augen weiteten sich. Zwei Mädchen standen dort und sahen mich geschockt,sowie angeekelt an. „Du Perverser! Raus hier!“,schrieen sie und ich machte,dass ich verschwand. Eona war allerdings nicht da,denn alle Türen dort drinnen standen offen. Das hatte ich zumindest gesehen. Ich war kurz davor aufzugeben sie zu suchen,als ich mein Hände nahm und Gedanken verstohlen ihre Handynummer wählte. Es kam ein Freizeichen und ich hörte Musik. Sie war hier! Ich lauschte und folgte den leisen Tönen. Ich ging zu einer Treppe und horchte erneut. Das Geräusch kam von unten. Schnell lief ich die Stufen runter und sah mich um. Ein leerer Gang. Aber dann sah ich etwas,was mein Herz kurz aussetzen ließ.

sie

ist bestimmt wieder in die Bibliothek gegangen

Ich

frage mich

Wurde

sie wieder

?

?“rief

ich vorsichtig,aber keine Antwort. Allerdings war ich mir sicher,dass dort

25

Da lag jemand auf dem Boden. Der Kopf der Person war von einer kleinen Blutlache umgeben. Ich rannte so schnell ich konnte und traute meinen Augen nicht. Das war Eona. Vorsichtig nahm ich sie hoch und blickte ihr ins blasse Gesicht. Ihre Stirn war blutverschmiert und ihre Wangen glühten förmlich. Sie jetzt anzusprechen würde nichts bringen,also nahm ich sie vorsichtig hoch und brachte sie so schnell ich konnte ins Krankenzimmer. Die Schwester dort sah uns geschockt an und bat mich,leicht panisch,das Mädchen auf das Nächstgelegene,freie Bett zu legen. In der Zwischenzeit holte sie Wasser, Bandagen und Desinfektionsmittel.

An diesem Punkt hatte ich Dongwoo angerufen,ihm erzählt was gerade passiert war und wartete vor dem Krankenzimmer. Es dauerte nicht lange,da stand mein Freund schwer keuchend vor mir und fragte atemlos:“Wo ist sie?!“

keuchend vor mir und fragte atemlos:“Wo ist sie?!“ Als ich aufwachte, zuckte ich bei dem stechenden

Als ich aufwachte, zuckte ich bei dem stechenden Schmerz in meiner Stirn, leicht zusammen. Es dauerte bis ich mich an alles erinnern konnte.

„Aua

„Eona!“,riefen dann plötzlich zwei mir bekannte Stimmen. Links von mir saßen Sunggyu und Dongwoo,welche mich besorgt ansahen. „Alles in Ordnung?!“,Sunggyu nahm mich in den Arm.

„Ja

„Du hast dich bestimmt wieder überarbeitet,oder? Nicht das dir das noch einmal

“,fluchte

ich leise und richtete mich auf.

“stammelte

ich.

passiert

“,Dongwoo

sah mir mit mütterlicher Besorgnis in die Augen.

„Vielleicht

aber

da

war noch jemand

“,sobald

ich die Worte ausgesprochen

hatte,bereute ich sie schon wieder.

„WAS?! Da war jemand?! Wer?! Was ist genau passiert?!“

„Da war ein Junge

ich,denn mir war klar das die Beiden so lange nachgefragt hätten,bis ich ihnen alles erzählt hatte. „Du bist also nicht von selbst gefallen?“,fragte Dongwoo ungläubig. „Nein “

„Welcher beschissene Arsch war das?!“,Sunggyu hatte seine Hand zu einer Faust geballt und knirschte mit den Zähnen,“Den werde ich finden und zur Sau machen!“ Er stand auf und wollte gehen,als ich seine Hand festhielt.

er

hat mich angerempelt und dann ist er

weggelaufen

“,sagte

„Bitte geh nicht

ich

denke nicht,dass das das Ganze besser machen würde

!“

„Aber den können wir doch nicht so ungeschoren davonkommen lassen

Man

kann einen

Menschen doch nicht behandeln wie bescheuerten Rangliste !“

„Ich weiß

euch

Überzeugungskraft fordern würde.

wie

Abfall

Und

das ist alles nur die Schuld dieser

aber“,ich

bin doch Abfall,dachte ich im Stillen,“aber ich habe eine Bitte an

“,ich

seufzte und wusste,dass das, was ich jetzt versuchte,ein ganzes Stück meiner

26

Die nächsten Wochen waren genau so furchtbar wie sonst. Irgendwer hatte ein Bild gemacht,während Sunggyu mich in seinen Armen getragen hatte. Das sorgte für Trubel und nun wurde er deswegen fertig gemacht. Alle fragten ihn wie er überhaupt etwas mit einer aus der Unterschicht zu tun haben könnte und wie er sich so tief hätte sinken lassen können. Von weitem beobachtete ich ihn und erkannte genau wie sehr er sich zusammenreißen musste, um nicht wütend zu werden. Das Gleiche galt für Dongwoo. Die Beide hielten sich von mir fern,egal was passierte. Wenn mir Sachen weggenommen

oder ich geschubst wurde,ja selbst wenn man sich über mich lustig machte, sie setzten sich nicht für mich ein. „Eona? Mit der habe ich nichts zu tun. Wieso auch?“,Sunggyu deutete abschätzig in meine Richtung. Es tat weh die Worte aus seinem Mund zu hören,aber ich konnte nichts dagegen tun. Wieder ein paar Tage später ging es weiter. Dongwoo und Sunggyu,sie Beide begannen auch mich fertig zu machen. Doch oft schickten sie mir danach Nachrichten wie:

„Es tut mir wirklich Leid wie ich die behandelt habe

sind doch Freunde oder?! Dein Plan

Aber ich war fest entschlossen. Und ich war wirklich dankbar,dass sich Dongwoo und Sunggyu von mir abgekapselt hatten. Genau aus diesem Grund antwortete ich ihnen auch nicht. Eigentlich hatten wir vor einigen Monaten beschlossen meinen 17. Geburtstag zusammen zu feiern,aber daraus würde jetzt nichts mehr werden. Jetzt zählten für mich erstmal die Ferien,die bald beginnen würden. Nur noch ein paar Tage,dann war ich ganz für mich alleine,für die nächsten 6 Wochen. Genug Zeit, das hoffte ich zumindest. Mein Plan musste einfach ein Erfolg werden!

warum

muss ich dir das antun?! Wir

bist

du dir sicher das du das schaffst?“

27

Ich wachte mit schweren Augen und schmerzenden Knochen auf. Ein perfekter Tag um mich gegen mich selbst durchzusetzen. Mein Magen knurrte laut und ich stand langsam auf. Mein Vater war nicht da,perfekt um heute mit den ersten Vorbereitungen zu beginnen. Ich schnappte mir einen Apfel und biss herzhaft hinein,es schmeckte mir sogar fast noch besser als mein tägliches Brot mit Honig. Fast. Also eher gesagt,gar nicht. Aber ich konnte jetzt noch nicht aufgeben. Nachdem ich den Apfel gegessen hatte, lief ich aus dem Haus. Während ich entspannt die Sommerluft einatmete,ging ich nochmal meine Ziele durch:

-10 Kilo abnehmen -keine Süßigkeiten mehr essen -Haut verbessern -Haare schneiden und neu stylen lassen -lernen mich zu schminken -Verhalten ändern

Das Einzige was schwierig klang, war das abnehmen,nicht wahr? Aber da hatte ich mich schon vorher drauf vorbereitet. Ich musste einfach nur die Unmengen an Süßigkeiten weglassen und so wenig essen wie möglich. Außerdem würde ich jeden Tag ins Fitnessstudio gehen. Mir war klar,dass das alles sehr ungesund war,aber das war mir lieber als weiterhin so behandelt zu werden wie zuvor. Die 6 Wochen würden mir so einiges abverlangen,aber ein ,Ich schaffe das nicht‘ gab es diesmal für mich nicht. Es war an der Zeit zu zeigen,was ich aus mir machen konnte.

So begann ich also meinem strikten Plan durchzuführen. Morgens aß ich einen Apfel,dann ging ich 3 Stunden trainieren. Danach gönnte ich mir einen Proteinshake und eine Banane. Ich ging oft in die Stadt um Hautpflegeprodukte zu kaufen und widmete mich zu Hause meinem Gesicht. Ich verwendete viele Cremes,Peeling und Feuchtigkeitsmasken. Außerdem ging ich jeden Abend um 21 oder 22 Uhr schlafen. Die ersten 2 Wochen waren wirklich frustrierend,denn es zeigte sich kein besonderes Ergebnisse. Ich hatte nur 3 Kilo abgenommen,was mich trotzdem sehr stolz machte. Mein Vater war immer nur Abends zu Hause und er wollte oftmals mit mir Essen gehen oder Chips öffnen,aber ich machte ihm immer klar,dass ich schon gegessen hatte. Er glaubte mir,perfekt! Die darauffolgenden Wochen gingen vorbei wie im Flug und meine Arbeit begann sich auszuzahlen. Ich nahm weiterhin ab und meine Haut verbesserte sich zunehmend. Jetzt waren es noch 14 Tage die mir blieben, um mein Verhalten zu üben und ein Umstyling zu machen. Das würde die kleinste Hürde von alledem werden. Ich stand nun oft vor meinem Badezimmerspiegel und übte die typischen Augenaufschläge,Lächeln und lachen,niedliche Blicke und die richtige Sprechweise. Ich kam mir unglaublich lächerlich vor,aber das ignorierte ich einfach. Irgendwann war ich selbst von mir erstaunt und zufrieden mit dem,was ich im Spiegel sah. Nun hatte ich noch 5 Tage bevor die Schule wieder anfangen würde. Ich kratzte meine gesamten Ersparnisse zusammen und kaufte Make-Up und die entsprechenden Utensilien. Natürlich von einer der beliebtesten Marke die es in Korea gab,Etude House.

28

Ich war begeistert als ich den Laden das erste Mal betrat. Alles war so bunt und weiblich gestaltet,die hierzulande sehr beliebten Popgruppen gaben ihre Lieder über die Lautsprecher zum Besten und die Mädchen wurden behandelt wie Prinzessinnen. Daran könnte ich mich gewöhnen.

Wieder zu Hause angekommen, setzte ich mich direkt wieder vor den Spiegel und übte die verschiedenen Anwendungen der Kosmetik Produkte. Natürlich passierten mir einige Missgeschicke Als ich zum Beispiel Mascara auftrug musste ich niesen und hatte danach ein Augenlid voller Streifen. Beim zweiten Mal stach ich mir das Bürstchen ins Auge und fluchte laut. Make-Up,oder die sogenannte BB Cream, trug ich oft zu stark auf und von meinem Eyeliner und Lidschatten wollte ich erst gar nicht anfangen. Doch glücklicherweise wurde ich von Mal zu Mal besser und geschickter und irgendwann sah ich so aus wie die Models in den Magazinen. Na ja,noch nicht ganz. Mit dem Vogelnest auf meinem Kopf musste noch irgendwas getan werden,also machte ich mich daran einen Termin bei einem nahe gelegenen Friseur fest zu machen.

„Pretty and Classy“ stand ich geschwungenen Buchstaben auf dem Eingang und etwas nervös betrat ich den Laden. Sofort wurde ich von einem jungen Mann begrüßt,welcher aussah wie die weibliche Version von Lady Gaga. Geschminkt,seine Haare waren lang und fielen ihm perfekt gestylt in die Stirn.

„Was kann ich für sie tu-“,er stockte als er mich sah,“Ja was haben wir denn da? Bist du mit einem Speedboot gefahren und hast dir dann Honig in die Haare geschmiert? Das da auf deinem Kopf sieht ja furchtbar aus meine Liebe.“ Er schnalzte mit der Zunge und betrachtete mich erneut von oben bis unten.

„Ich uhm

Hosentasche, auf der ein Name geschrieben stand,“Kim Heechul? Ja,also bei ihm habe ich einen Termin und-“ „Natürlich muss ich mich immer um die Katastrophen-Fälle kümmern“,säuselte er und beförderte mich auf einen der gemütlichen Sessel,direkt vor einem großen,beleuchteten

Spiegel,“Hör zu,ich mach dich jetzt hübsch. Also fall nicht in Ohnmacht wenn du gleich das Ergebnis siehst,ja? Und ich werde dir auch etwas von deinen Haaren abschneiden “

müssen,denn du hast Spliss

Ich nickte beschämt und schloss meine Augen. Hoffentlich war ich in guten Händen.

habe

einen Termin hier

“,stammelte

ich und kramte einen Zettel aus meiner

extrem

Mr. Kim unterhielt sich angeregt mit mir über Mode und seine offene,leicht tuntige Art, brachte mich sehr zum schmunzeln. Es schien zu stimmen was man sich über Friseure erzählte. Man konnte einfach nichts vor ihnen Geheim halten. Letztlich erzählte ich ihm

fast meine ganze Lebensgeschichte in Kurzform und was ich mir für ein neues Ziel gesetzt hatte. „Du willst also verändern? Liebes,da hast du dir ja ganz schön was vorgenommen. Aber weißt du was,du hast ein wirklich hübsches Gesicht und schöne Augen. Ich werde das Beste aus dir rausholen,verlass dich auf mich. Bald wird die kleine Raupe zum schönen Schmetterling!“,sagte er nur dazu und arbeitete konzentriert weiter. Ab und zu begann er laut zu singen und leicht seine Hüften im Takt der Musik zu bewegen.

„Weißt du? Das ist mein Lieblingsied. Und die Sänger

runter,“Sehen alle so verdammt gut aus.“ Mr. Kim begann zu kichern wie ein 11-jähriges Schulmädchen und ich lachte einfach mit. Er war ein ulkiger Kerl,mit seinem immer wieder erscheinenden Grinsen,seinen perfekt gezupften Augenbrauen und den rosigen,fein geschwungen Lippen.

29

“,er

beugte sich zu mir

„So Kleines

Ich war sprachlos. Selbst jetzt wo ich kein Make-up trug sah ich völlig anders aus. Da ich mein Ziel erreicht hatte und 10 Kilo weniger auf den Rippen hatte,war mein Gesicht schmaler und feiner geworden. Meine Wimpern waren durch die mehreren Besuche beim Kosmetiker dunkler und etwas länger geworden und meine Augenbrauen sahen nicht mehr aus wie die von einem Kerl.

Und was so eine Frisur alles ändern konnte

das dunkle Vogelnest, welches ich so oft auf meinem Kopf trug. Meine Haare waren jrtzt hellbraun und gingen bis kurz über die Schulter. Ich hatte nun einen leichten Pony,der einen kleinen Teil meiner Stirn bedeckte. Heechul war also nicht der Einzige, der begeistert war. Ich stand auf und verbeugte mich tief um ihn meine Dankbarkeit zu zeigen.

du

bist fertig.“,er sah zufrieden in den Spiegel,“Gefällt es dir?“

Mein

Dutt war nun Vergangenheit,genau wie

Als ich den Laden verließ rief mir Mr. Kim noch etwas nach:“Selbstvertrauen,das ist das A und O! Du hast dein Ziel eigentlich schon erreicht! Also kämpf nicht zu hart!“ Dann grinste er mich an und begann wild mit seinen Armen zu rudern. Etwas peinlich,aber ich hatte ihn schon etwas ins Herz geschlossen,also winkte ich zurück.

Während ich die Straßen entlang lief, konnte ich schon die Blicke vieler Leute auf mir spüren,aber sie waren anders als die,die ich in der Schule immer zu sehen bekommen hatte. Normalerweise würde ich meinen Kopf senken und schleunigst das Weite suchen,aber die Zeiten waren vorbei. Kurz entschlossen blieb ich stehen und stemmte meine Hände in die Hüfte. „Ich werde es euch allen zeigen!“,rief ich voller Enthusiasmus und drehte mich um. Mein Haar wehte dabei leicht im Wind und ich ertappte einige Jungs dabei,wie sie mich mit offenen Mündern anstarrten. Ein gutes Zeichen.

Na wartet

hier

kommt eure nächste Queenka,Eona Peres!

30

Es war Montag,Ende der Ferien,Beginn der Schule. Zeit für mich in die 1. Klasse der Oberstufe zu kommen und allen zu zeigen wen sie vor den Ferien die ganzen Jahre lang fertig gemacht hatten! Mein Wecker klingelte pünktlich und ich hörte ihn dieses Mal sogar.

Ich stand also auf und machte mich fertig. Zufrieden betrachtete ich mich zum ersten Mal komplett umgestylt im Spiegel. Das sollte Veränderung genug sein! Am Frühstückstisch saß mir dann, überraschenderweise, mein Vater gegenüber,welcher mich erschrocken ansah. „Was ist denn mit dir passiert?“,seine runden,großen Kulleraugen verschmolzen fast mit seinem ebenso runden Gesicht.

„Wieso? Sieht es komisch aus

„Das nicht

„Dann bin ich aber beruhigt. Ich gehe jetzt mal los. Hab einen schönen Tag!“,rief ich und verließ den Raum. Ich hatte genug Zeit eingeplant um in Ruhe zur Schule gehen zu können. Weshalb? Damit ich nicht gehetzt und verschwitzt dort ankommen würde. Deswegen natürlich! Es dauerte nicht lange bis ich die ersten Schüler in Uniformen sah. Einige Gesichter kamen mir bekannt vor,Andere erschienen mir völlig fremd. Was mich aber mehr beschäftigte, waren die Blicke der Leute. Sie sahen mich an. Sie flüsterten und sie waren sprachlos. Meine Arbeit schien sich auszuzahlen. „Liebe Schüler und Schülerinnen. Auch dieses Jahr hoffe ich auf ihre Kooperation! Möge das neue Schuljahr genau so erfolgreich werden wie das Letzte!“,der etwas beleibte Schulleiter verbeugte sich leicht und verließ unter Applaus die Bühne. Ein Zeichen für uns in unsere Klassen zu gehen. Ich war für die 11-B zugeteilt. Sobald ich den Klassenraum betrat, herrschte Schweigen. Alle starrten mich an als ob ich ein Alien wäre. Ob sie mich wohl erkannten? Ich setzte mein charmantes Lächeln auf und blickte durch die Reihen, um ein eventuell bekanntes Gesicht zu finden. Und tatsächlich. in der hintersten Reihe,direkt am Fenster saßen Sunggyu und Myungsoo,sowie Dongwoo. Überglücklich jemanden hier zu kennen,ging ich geradewegs auf sie zu und setzte mich gegenüber von ihnen. Die drei sahen mich verwirrt an. Stille.

„Brauchst

kurzen Moment die Kontrolle über meine Gesichtszüge. Wollten sie mich nicht mehr in ihrer Anwesenheit haben

Fall,aber ich konnte darüber jetzt nicht stundenlang grübeln,also antwortete ich:

„Ja, ich brauche Hilfe.“,dann holte ich Luft und sprach weiter,“Ich dachte wir wären Freunde. Und Freunde helfen sich doch gegenseitig,oder?“ Dann zwinkerte ich ihnen zu und ich hörte förmlich wie es zumindest in Sunggyus Kopf ,klick‘ machte. „Eon-!“,ich hielt ihm schnell die Hand vor den Mund,nickte aber vielsagend.

„Ja,genau. Ich bin‘s. Aber keinen Grund das an die große Glocke zu hängen einfach beim Spitznamen.“

„D-Dann

„Genau. Das ist besser. Aber jetzt mal ganz ehrlich,ihr habt euch über die Ferien ja ziemlich verändert!“,staunte ich. Alle drei waren ein ganzes Stück gewachsen und es kam mir so vor,als wären ihre Stimmen auch erneut etwas tiefer geworden.

Myungsoos Haare waren nun um einiges kürzer und hingen wellig über seine Stirn. Er sah

etwas offener und

ja schon vorher gut aus,aber seine Ausstrahlung war irgendwie anders nicht mehr so kalt wie vorher.

?“,fragte

ich nun doch etwas verunsichert.

aber-“,ich

lächelte ihn kess an,was ihn sofort zum schweigen brachte.

Brauchst

du Hilfe

?“,fragte

Dongwoo etwas unsicher und ich verlor für einen

?

Vielleicht war das ja der

nennt mich

Sunny?“,Myungsoo

hatte seine Sprache wiedergefunden und starrte mich an.

31

Dongwoos Haare waren länger geworden und nun eine Mischung aus hellbraun und blond,was ihm überraschenderweise gut stand. Sein breites Grinsen hatte er allerdings beibehalten,zum Glück! Sunggyu allerdings hatte sich am Meisten verändert. Seine Haare waren pechschwarz,etwas kürzer und waren leicht verwuschelt,so als wäre er gerade aus dem Bett aufgestanden. Seine Lippen waren leicht rosa und seine Augen waren plötzlich besser zu sehen,was ihn irgendwie etwas vorwitziger erscheinen ließ. Er trug einen schwarzen Ohrring und ein schmales Lederband an seiner rechten Hand,dazu noch einen Ring. Neugierig betrachtete ich ihn und fragte:“Was ist denn mit dir passiert? Du kommst mir so vor wie ein leibhaftiger Charmebolzen!“ Ich kicherte leise und Myungsoo räusperte sich kurz. „Unser kleiner Sunggyu hat eine Freundin!“,ich hielt inne und sah alle drei verblüfft an. „Wirklich?“ Sunggyu lief rot an und nickte mit einem Lächeln,was er nicht unterdrücken konnte. Dann unterhielt ich mich mit den Dreien über alles mögliche,immerhin galt es einiges aufzuholen. Natürlich stellten sie auch mir viele Fragen,da ich mich grundlegend verändert hatte. Gerne erzählte ich ihnen auch alles ausführlich,was mir anerkennendes Raunen und Komplimente einbrachte. „Wenn ich keine Freundin hätte,dann würde ich glatt um dich kämpfen!“,Sunggyu lachte charmant und ließ mich leicht erröten,“Aber ich liebe meine Freundin viel zu sehr. Du findest bestimmt trotzdem ganz schnell den Richtigen.“ „Auswahl hast du mit Sicherheit viel,brauchst dich nur mal umzuschauen.“,Myungsoo deutete zu einer großen Menge Jungs,welche mich unentwegt anstarrten. „Du könntest,um ehrlich zu sein,ohne Probleme die nächste Queenka werden!“,sagte Dongwoo ungeniert. Ich freute mich tierisch über die ganzen positiven Zusprüche und Komplimente. Nun galt es nur noch sich hier mit den richtigen Leuten zusammen zu tun und mehr an Bekanntheit zu gewinnen. Das sollte nicht all zu schwer werden.

Wenn man Queenka werden wollte,dann musste ich einem süßen Jungen das Herzen brechen. Klingt brutal? Habe ich auch gedacht! Aber in all den Serien die ich gesehen habe,hatet genau diese Aktion der weiblichen Protagonistin immer viel Ruhm eingebracht,warum auch immer.

„Hey,Hey!“,ich stubste Myungsoo leicht an,welcher in der Sonne vor sich hindöste,“Weißt du ob hier irgendwelche süßen Jungs sind?“

„Hä

Ich lachte und schnippte ihm leicht gegen die Stirn.“Ganz ernsthaft jetzt. Welcher Junge hat bis jetzt für den meisten Aufruhr gesorgt?“

„Das ist gemein

irgendeinem Grund sind mehrere neue Schüler von weit entfernten Schulen zu uns gekommen. Die Meisten von ihnen sahen echt gut aus. Zumindest was die Mädels angeht,aber da wird bei den Jungs bestimmt auch was für dich dabei sein. Hast es aber eilig,was?“ „Spinner!“,ich streckte ihm die Zunge raus und ging. Neue Schüler also. Hoffentlich war da keine echte Schönheit dabei

?“,er

gähnte laut,“hier sitzt doch einer direkt vor dir!“

Aber

ich versteh schon“,er blickte mir schmollend in die Augen,“Aus

32

Nach einiger Zeit hörte ich viele Stimmen und sah eine große Gruppe Mädchen,die regelrecht dabei waren auszuflippen. Neugierig gesellte ich mich zu ihnen, um bessere Sicht zu kriegen.

Dort standen vier extrem hübsche Jungs,die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich musste

schlucken

etwas überfordert. Oh! Einer von ihnen sah mich an! Schnell lächeln und- „Hey du! Führ uns doch bitte weiterhin rum,ja? Wir haben auf dich gewartet!“,einer von ihnen stürmte plötzlich auf mich zu,nahm meine Hand und zog mich schnell hinter sich her. Seine Freunde folgten uns und als wir endlich die Horde Mädchen abgehängt hatten, ließ er von mir ab. „Sorry,aber ich wusste gerade keine andere Lösung.“,ich blickte auf und sah ein Paar hellbraune Augen und fluffige,schwarze Haare. Der Junge hatte etwas katzenartiges an sich,aber es war sehr,wie soll ich sagen,anziehend. Für einen kurzen Moment konzentrierte ich mich und setzte mein Lächeln auf,welches ich so oft vor dem Spiegel geübt hatte. „Kein Problem. Ihr seid bestimmt neu hier,oder? Ich heiße übrigens Sunny,sehr erfreut eure Bekanntschaft zu machen.“,ich zwinkerte ihnen zu.

„Nochmal vielen dank für deine Hilfe! Ich heiße Jinyoung.“,der katzenartige Junge vor mir verbeugte sich spielerisch. „Danke wegen gerade. Ich heiße Dongwoon.“,ein etwas breiterer,bzw. muskulöser gebaute Junge mit sehr ausgeprägten Gesichtszügen und dunkelblonden Haaren schaute mich an. Ob er wohl aus dem Ausland kam? Er sah aus wie ein typisches junges Unterwäschemodel,was man in den ganzen Katalogen bestaunen konnte. „Ich heiße Lee Taemin. Sehr erfreut.“,er war ziemlich klein,sah aber sehr süß und zerbrechlich aus. Wie ein kleiner Schuljunge. Und passend in diesem Moment,steckte er sich einen orangenen Lolly in den Mund und aß ihn vergnügt. Niedlicher Knirps. Ich drehte mich zum Letzten der Vier. Er war genau wie dieser Taemin, sehr niedlich,hatte aber einen etwas erwachseneren Ausstrahlung. Allerdings würde ich ihm am liebsten in seine Wange kneifen und mein Blick wanderte wie automatisch auf seine entblößten Schlüsselbeine. Nicht schlecht. Seine milchweiße Haut ließ mich vor Neid erblassen. „Luhan.“,er lächelte nicht,ja noch nicht einmals seine Lippen hatten sich sonderlich bewegt! Er erschien mir etwas,na ja,ungesellig. Ich hätte ihn zwar ganz anders eingeschätzt,aber der erste Eindruck kann ja auch mich mal täuschen. Wir alle unterhielten uns etwas weiter und währenddessen überlegte ich mir insgeheim wer von ihnen mir zum Opfer fallen sollte. Eigentlich sahen sie alle verdammt gut aus,“Fans“ hatten sie anscheinend auch schon,also ein guter Start für mich.

Vielleicht ja Jinyoung

antun. Luhan? Er war nicht sonderlich sympathisch,also sollte ich auch keine Gewissensbisse haben,oder?

Aber-

„Jonghyun! Da bist du ja!“,rief Taemin plötzlich und rannte davon. Wir alle folgten ihm mit unseren Blicken und ich erstarrte. Vor mir stand das umwerfendste,männliche Wesen, das ich in meinem ganzen Leben je gesehen hatte. Seine Haare waren dunkelbraun und fielen ihm schief in die Stirn. Sie waren relativ kurz,aber sie glänzten wie Seide und lagen perfekt an. Er benutze anscheinend noch nicht eimals Gel um sie so makellos zu stylen.

Seine Wangenknochen waren hoch und seine Lippen

zu lachen als er sich mit den Anderen unterhielt und ich schmolz mehr und mehr dahin. So schöne weiße Zähne,so eine schöne Stimme! Seine Augen glänzten während er sprach

33

Jetzt

wo ich so bildschöne Exemplare auf einem Haufen sah,war ich doch

?Aber

er schien so nett zu sein,da konnte ich ihm sowas nicht

Wow! Dann fing er auch noch an

und

Da fiel mir auch noch sein Nacken auf und er war so ich könnte,würde ich ihn anknabbern.

Ich schien mich wohl wirklich auf den ersten Blick verliebt zu haben. Wenn sich Liebe auf den ersten Blick so anfühlte,natürlich. „Hey. Hab dich noch gar nicht gesehen,bei einer solchen Schönheit wie dir wundert mich das allerdings.“,ich wachte aus meinem Trancezustand auf und blickte diesem Gott von einem Mann in die Augen. Meine Knie wurden weich und ich war kurz davor meine Gleichgewicht zu verlieren.Ruhig bleibe,Eona! „Danke sehr. Ich heiße Sunny.“,sagte ich so gelassen wie möglich,was ihn seine Augenbraue hochheben ließ. „Wenn ich einem Mädchen solche Komplimente mache,fängt es meistens an zu kreischen. Merkwürdig.“,er sah mich noch intensiver an und näherte sich Stück für Stück meinem Gesicht. Nicht rot werden! Ich merkte wie mir langsam heiß wurde und ich musste mich

mit etwas ablenken

„Rot wirst du auch nicht

signalisierte das Ende der Pause. Wir verabschiedeten uns voneinander und Jonghyun drehte sich noch einmal kurz um,biss sich leicht auf die Unterlippe und zwinkerte mir zu. Mein Herz schien sich gar nicht mehr beruhigen zu wollen.

ich

konnte das Gefühl nicht beschreiben. Er war in meinen Augen mehr als perfekt!

ugh

mir

fehlten die Worte. Wenn

Genau!

Dicke Männer in Badehosen! Das war kein schöner Anblick.

diesem Moment läutete die Glocke und

Interessant.“,in

„Und? Bei der Suche erfolgreich gewesen?“,fragten mich Myungsoo und Dongwoo.

„Da könnt ihr drauf wetten. Ich habe meine Zielperson bereits ausgewählt und werde es schaffen,dass er sich in mich verliebt!“,rief ich aufgeregt.

„Das ging ja flott

Nase,“Ein x-beliebiger sollte es aber nicht sein. Such dir jemanden aus der nett ist.“ „Ist er!“,ich streckte ihm spielerisch die Zunge raus. „Das sehen wir ja dann.“,sagten die Drei unisono.

“,Sunggyu

gesellte sich zu uns und stupste leicht gegen meine

Zwei Tage später hatte ich beschlossen mich mit Sunggyu in der Innenstadt zu treffen. Er hatte mich relativ kurzfristig kontaktiert und mich gebeten, ihm bei der Suche nach einem passenden Geschenk für seine Freundin, zu beraten. Natürlich willigte ich ein.

Da ich aber keine Lust hatte eine Stunde auf den Bus zu warten,lief ich die paar Meter bis zur U-Bahn Station und stieg ein. Auch wenn es bereits Samstag war,so waren heute nicht sonderlich viele Leute anwesend. Dementsprechend waren auch mehrere Plätze frei. Ich ließ meinen Blick schweifen und blieb an einer bestimmten Person hängen. Er saß ganz entspannt in einen der bequemen Sitze und ich konnte nicht anders, als ihn unentwegt anzustarren. Auch wenn ich versuchte mich zusammenzureißen,war es unmöglich nicht zu schauen. Das war das erste Mal das ich ihn außerhalb der Schule sah. Ich nahm all meinen Mut zusammen und setzte mich anmutig auf den Sitz neben ihn und schaute aus dem Fenster,selbst wenn nicht viel zu sehen war. „Oh? Wen haben wir denn da? Sunny?“,er sah mich freudig an und lächelte. „Wer warst du noch gleich?“,fragte ich unschuldig. Völlig baff starrte er mich mit leicht geöffnetem Mund an,räusperte sich kurz und strich sich durch die Haare. Seine Aftershave roch göttlich,das musste ich hierbei jetzt mal anmerken.

„Ich scheinen ja keinen bleibenden Eindruck bei dir hinterlassen zu haben

Jonghyun. Hoffentlich merkst du dir meinen Namen diesmal.“,er zwinkerte kurz,doch ich wendete den Blick von ihm ab,ohne zu reagieren. Ob das so was werden konnte? Es herrschte eine angespannte Stille,die er erneut unterbrach. „Was machst du denn hier? Triffst du dich etwa mit-“,ich lächelte ihn charmant an und spielte mit meinen Haaren,während ich antwortete:“Ich treffe mich mit meinem Freund.“

34

Ich heiße

„W-Wirklich?“,ungläubig sah er mich an,“Du hast einen Freund? Wen?“ Perfektes Timing! Wir kamen an meiner Station an und ich stieg auf. „Schön dich getroffen zu haben,ich muss dann mal los. Man sieht sich.“,mit diesen Worten ließ ich den verdatterten Jungen zurück.

Oh man

verkrampft

Meine Schauspielkünste waren noch nicht sehr ausgereift,deswegen war ich etwas besorgt.

Mein

Ob

Herz schien zu explodieren! Hoffentlich war ich gerade nicht allzu meine etwas uninteressierte Art ihn neugierig gemacht hatte?

„Eona! Da bist du ja!“,Sunggyus Stimme riss mich aus meinen Gedanken und als er vor mir stand,boxte ich ihm spielerisch gegen den Arm. „Nenn mich nicht so! Ich heiße doch jetzt Sunny,das hab ich dir schon oft gesagt.“,ich schmollte leicht. „Ist ja gut! In der Schule nenne ich dich Sunny. Aber hier kennt dich doch keiner,da kann ich dich ja wohl bei deinem Namen nennen! Jetzt müssen wir allerdings los! Ich brauche irgendwas,was Mädchenherzen höher schlagen lässt.Und deine Hilfe ist dabei unerlässlich!“ „Ich strenge mich an. Auf geht‘s!“

35

Endlich war der Matheunterricht beendet! Ich streckte mich erschöpft und schnappte mir meine Sachen. Dann verließ ich das Klassenzimmer und schlenderte über den langen Gang,welcher sich mehr und mehr mit Schülern füllte. Ich spürte die vielen Blicke auf mir,ein gutes Zeichen. Wenn ich jetzt meine Sachen fallen lassen würde“Upps!“,ich stolperte etwas unbeholfen und meine Bücher fielen zu Boden. Einige Jungs machten sich schon auf um mir zu helfen,doch einer war schneller. Die Hitze stieg in meine Wangen und er schien es bemerkt zu haben,denn seine Lippen verzogen sich langsam in ein Grinsen,welches mich schwach machte. Meine Finger zitterten leicht,als ich mir meine Bücher aus seinen Händen nahm. „Danke“,sagte ich etwas zu leise,nicht ganz sicher ob er mich gehört hatte. Ich wollte gerade gehen,als ich merkte wie er mir durch die Haare fuhr und eine meiner Strähnen vorsichtig hinter mein Ohr strich. Jetzt konnte ich erst recht spüren wie mein Herz gegen meinen Brustkorb hämmerte und mir das Atmen schwerer fiel. Das Ganze wurde nicht besser,als sein Gesicht immer näher kam und seine Lippen mein Ohr fast berührten. Dann flüsterte er mit rauer Stimme:“Du bist süß.“ Das reichte aus. Ich konnte nicht mehr klar denken und war völlig überrumpelt. Eine Welle an Stimmen drang zu mir durch und die Schüler auf dem Gang beobachteten uns neugierig. Einige Mädchen sahen eifersüchtig zu mir rüber,verständlich bei dem Anblick den wir ihnen gerade bieten mussten. Jonghyun war diesmal derjenige,der mir sein umwerfendes Lächeln zeigte und mich dann einfach stehen ließ,während er in der Menge verschwand. Anscheinend konnten Zwei dieses Spiel spielen.

„Sunny!“,ich schreckte hoch und schaute in Dongwoos Gesicht. „Oh Gott!“ „Und? Wer war der Typ?“,neugierig betrachtete er mich. „Das war Jonghyun.“ „Der ist neu hier,oder? Sag mir nicht er ist

„Doch.Meine Zielperson.“,ich seufzte,während mein Herz sich langsam beruhigte. „Auf so Typen stehst du?“,Dongwoo sah nicht sonderlich zufrieden aus,doch ich war noch zu abgelenkt um seine Reaktion zu bemerken oder zu deuten. „Ja,anscheinend schon. Er ist perfekt.“ In diesem Moment fiel mir erst ein, das diesmal Jongyhun es war,der mich hatte stehen lassen. Ich musste doch SEIN Interesse wecken,nicht er meins!

Erneut waren ein paar Tage vergangen und ich hielt mich so gut wie möglich von Jongyhun fern,was schwer war,denn ich hatte angefangen öfters mit Taemin,Dongwoon,Jinyoung und Luhan etwas zu unternehmen. Und da er mit ihnen

befreundet war,na ja,bezeichnen wir es mal als kompliziert. Aber ich ignorierte ihn einfach

so gut ich konnte. Ob ich es wohl übertrieb

?

Ich stand auf und begab mich zur Bibliothek,denn ich musste noch ein wichtiges Projekt fertig stellen,an dem ich zusammen mit Myungsoo gearbeitet hatte. Stunden vergingen und ich war vertieft in meine Arbeit,als ich die leisen Regentropfen am Fenster hörte. Spitze! Ausgerechnet heute hatte ich meinen Regenschirm vergessen! Ich zückte mein Handy und rief Sunggyu an,welcher eigentlich noch AG haben müsste. Besetzt. Klasse. Ich wählte Dongwoos Nummer und dann die von Myungsoo. Beide hatten ihr Handy ausgeschaltet. Ich fluchte leise und erntete dafür einen tadelnden Blick der

36

Bibliothekarin. Ich verbeugte mich peinlich berührt und packte hastig meine Sachen zusammen. Bevor der Regen schlimmer werden würde,musste ich mich beeilen und so schnell wie möglich die Schule verlassen.

Ich rannte also über den Flur,als ich einige Stimmen hörte. Neugierig wie ich war,linste ich hinter einem Spind hervor und entdeckte Jongyhun,welcher von einer Gruppe seiner ,Fans‘ umgeben war. „Sag,wie wäre es mit uns?“,sprach ein Mädchen,während sie ihn mit großen Augen von unten ansah,“Hast du heute etwas vor? Du kannst auch gerne mit zu mir nach Hause kommen.“ Sie zwinkerte und die anderen Mädchen kicherten und flirteten hier und da mit ihm,ohne jegliches Anzeichen von Scham. Sie warfen ihre Haare nach hinten, klimperten mit ihren Wimpern und zwinkerten ihm zu,nur um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich kicherte bei dieser etwas lächerlichen Situation und unsere Blicke trafen sich. Ich erstarrte,drehte mich um und rannte davon. Auch nicht die perfekte Lösung,aber mein Körper hatte fast automatisch reagiert. Ich war kurz davor durch den Ausgang zu rennen,als ich seine Stimme laut und deutlich hinter mir hörte. Ich stoppte und drehte mich langsam um. Da stand er, Jonghyun,welcher mich voller Neugier betrachtete. Langsam kam er näher. Verdammt,sogar wie er ging war attraktiv! „Sunny? Hast du mir etwa nachspioniert?“ „Eh? Nein!“, rief ich stürmisch ,während ich meine Arme etwas zu wild bewegte,“Ich hab

nur Stimmen gehört und also

mal.“ Konnte ich mich noch peinlicher machen?! Er hob leicht seine Augenbraue und seine Lippen verzogen sich zu einem sanften Lächeln.

Das

war nicht meine Absicht

Also

ich

gehe dann jetzt

Ich stand nun unter einem großen Baum,welcher mich vor dem Regen schützte. Innerlich

kämpfte ich mit mir selbst. Sollte ich einfach nach Hause laufen? Oder vielleicht doch warten bis der Regen nachlassen würde? Ich streckte meine Hand aus und spürte die kalten Tropfen auf meinen Fingerspitzen. „Ich dachte du wolltest gehen?“,fragte Jongyhun,als er plötzlich neben mir stand.

„Hä? Will ich auch

„Das habe ich auch gar nicht vorgehabt.“,antwortete er trocken. Ich drehte mich weg und schmollte. Ernsthaft,was war er nur für ein Typ? Kurz bevor ich einen Fuß auf die Straße machen konnte,spürte ich etwas über meinem Kopf. Jonghyun hatte sich seinen Blazer ausgezogen und hielt ihn über uns Beide. „Aber ich habe geplant dich nach Hause zu bringen“,er lächelte mich schüchtern an,“Wenn das für dich in Ordnung ist.“ Ich nickte und wir begannen den Weg entlang zu gehen. Für eine Weile sprach keiner von uns,bis wir plötzlich eine lautes Hupen hinter uns hörten. Bevor ich nur in irgendeiner Weise reagieren konnte,spürte ich Jonghyuns Arme um meine Hüfte,während er mich zur Seite drehte,mit meinem Gesicht direkt gegen seinen Oberkörper gedrückt. Ich schloss meine Augen und hörte wie das Auto sich mit rasender Geschwindigkeit von uns entfernte. „Verdammt! Bist du in Ordnung?“,fragte Jongyhun, also er zu mir runtersah. Ich blickte ihm in die Augen und nickte leicht. Während ich mich aus seinem Griff löste sah ich ihn geschockt an. „Du bist ja ganz nass

jetzt

gleich. Aber du brauchst nicht mit mir zu warten.“,stammelte ich.

!“

37

Er lachte.“Ja,scheint zu stimmen.“ Er kniete sich nieder um seine Tasche aufzuheben,als ich seine starken,gut gebauten Rückenmuskeln durch sein weißes,nasses Oberteil sah. Ich stand da,wie vom Blitz getroffen,während meine Wangen heiß wurden. Ich versuchte

mich zu beruhigen und hielt mir die Hände vor meine Gesicht. Ich bin so pervers

mich endlich wieder zusammen und richtete mich gerade auf. „Das hättest du nicht tun müssen!“,sagte ich mit schlechtem Gewissen. „Ich wollte aber.“ „Warum?“ „Einfach so.“,er lächelte,während er erneut seine Jacke über uns Beide hielt. Bevor wir jedoch weitergehen konnten,sah ich einen grellen Blitz vor meinen Augen. Dieser wurde mit einem lauten donnern begleitet,welcher mich so erschreckte,dass ich zur Seite,genau gegen Jonghyun sprang.

Er lachte laut und ich hielt mir beschämt die Hände vor mein Gesicht. Ich hatte es bisher

doch ganz gut geschafft mich vor ihm nicht peinlich zu machen

zu viel

„Ich glaube,da hat jemand Angst vor Gewittern“,ärgerte er mich. Ich trat beiseite und vor lauter Scham ließ ich meinen Kopf hängen. Der Regen war stärker geworden und er beschloss,das wir uns doch besser irgendwo unterstellen sollten. Jedoch waren in unserer Nähe keinerlei Unterstände,sondern nur freistehende Bänke und Telefonzellen. Wir zwängten uns also zusammen in eine und Schlossen die Tür. Ich atmete aus und lehnte meinen Kopf gegen die kalte Scheibe,welche mich frösteln ließ. Ich nutze außerdem jeden Zentimeter um so weit wie möglich von Jongyhun wegzurücken und Blickkontakt zu vermeiden. Allerdings bemerkte er meinen Plan schnell und lachte innerlich,während er seine Finger durch seine nassen Haare gleiten ließ. Nach ein paar Minuten konnte ich nicht anders und sah zu ihm rüber. Erst dann fiel mir auf,wie klatschnass er eigentlich war. Ich bemerkte die kleinen,durchsichtigen Wassertropfen,die seinen Nacken herunterglitten und dann über sein Schlüsselbein. „Bist du fertig mit dem Anstarren?“,fragte er plötzlich,was mich hochschrecken ließ,“Bist du immer so ängstlich? Oder ist heute ein besonderer Anlass?“ „Nein!“,ich schmollte,während ich meine Arme um meinen Körper schlang und auf die Straße sah. Auch wenn wir vor dem Regen geschützt waren, so spürte ich doch die kalten Windzüge,welche durch die kleinen Spalte der Telefonzelle drangen und mich schaudern ließen. Ich schloss meine Augen,als ich plötzlich ein paar Arme spürte,die sich um meine Schultern legten. Verwundert sah ich auf und blickte in Jonghyuns dunkle Augen. „Besser?“,fragte er leise. „Hmm,“antwortete ich. Seine Berührung fühlte sich so wohlig warm an,dass ich mich ehrlich gesagt nicht von ihm lösen wollte. Wie er seine Finger durch mein Haar gleiten ließ war so beruhigend,das ich hätte einschlafen können. Während er mich fest in seinen Armen hielt, atmete ich den betörend Duft seines Parfüms ein. Wenn dieser Moment doch nur für ewig währen könnte,würde es dem Wort ,Perfektion‘ eine neue Bedeutung geben. „Sunny“,sagte er sanft,“Kann ich dir was sagen?“ „Mmm.“ „Ich mag dich sehr.“ Ich blickte hoch,etwas geschockt,doch anstatt das wir uns voneinander entfernten,brachte er mich noch näher an sich heran. Seine Finger glitten sanft über meine Wangen und dann,über meine Lippen. Er hielt inne und küsste vorsichtig meine Wange,ich wehrte mich nicht. Konnte es nicht,auch wenn ich doch eigentlich mit ihm spielen wollte. Denn auch wenn ich etwas Angst hatte es zuzugeben,ich schien mehr zu fühlen. Ich konnte ihn nicht abweisen.

38

! Ich riss

Aber

heute war es echt

!

Und was würden die anderen wohl denken?

„Jonghyun

„Mir ist egal was die Anderen denken. Ich möchte nur wissen ob du genau so fühlst wie ich. Das ist das Einzige was ich momentan wirklich möchte.“ Ich sah die Aufrichtigkeit in seinen Augen und nickte schüchtern. Seine Lippen verzogen sich zu einem leichten Grinsen. „Dann stört es dich nicht wenn ich das mache?“ Ich sah ihn verwirrt an,als er mein Gesicht in beide Hände nahm. Während er seinen Kopf leicht neigte,berührten sich unsere Lippen sanft und er küsste mich. Ich schloss meine Augen und schmolz dahin,meine Beine begannen leicht nachzugeben und ich hatte Angst, hinzufallen. Doch das verflog schnell,nachdem ich seine Arme um meine Hüften spürte und er mich leicht hochhob. Jetzt wo wir auf Augenhöhe waren,lächelten wir Beide glücklich. „Du hast keine Ahnung wie lange ich darauf schon gewartet habe.“

Ist

das für dich in Ordnung? Die Anderen-“

39

Jonghyun und ich waren nun ein Paar. Er war mein erster Freund und auch ich war seine

erste Freundin,wie er mir gebeichtet hatte. In unserer Schule wurden wir von den Anderen gefeiert und bekamen viele Glückwünsche. Die Mädchen waren eifersüchtig und sie wären am liebsten an meiner Stelle. „Sunny ist so hübsch. Wenn ich doch nur so sein könnte wie sie. Aber die Zwei geben ein wirklich perfektes Pärchen ab.“ Die Jungs beneideten Jonghyun und starrten uns traurig hinterher,sobald wir Hand in Hand an ihnen vorbei gingen.

„Verdammt

zu Füßen liegen. Ich hätte auch gerne so eine hübsche Freundin

Wir Beide wurden schnell das Gespräch der Schule und gewannen immer mehr an Beliebtheit. Das führte dazu,dass wir nach ein paar Wochen als das Königspaar bekannt wurden. Ich hatte mein Ziel erreicht und war Queenka geworden. Auch ohne diesem tollen Jungen das Herz brechen zu müssen. Jonghyuns Freunde hatten auch schon einen großen Fanclub aufgebaut und mittlerweile waren auch einige Mädchen dazu gekommen,welche mehr als gut aussahen. Da waren zum Beispiel Amber,Tiffany und Hyorin. Amber hatte kurze,blonde Haare und ihr Stil war etwas,wie soll ich sagen? Lockerer. Sie trug oft zu weite Uniformen und kombinierte sie mit ausgefallenen Accessoires und Schuhen. Ihr Gesicht allerdings war sehr fein definiert. Ihre Lippen waren schmal,schimmerten aber immer leicht rosa und ließen sie so etwas ausgeprägter aussehen. Ihre Nase war gerade,schmal und ihre Augen waren braun. Sie schminkte sich nicht,benutzte nur etwas Mascara und Eyeshadow. Insgesamt war sie von ihrem Verhalten her etwas jungenhafter,hatte aber Fans von beiden Seiten. Jungs und Mädchen standen gleichermaßen auf sie,was wahrscheinlich an ihrer sehr coolen Art lag. Tiffany und Hyorin waren das Gegenteil zu ihr. Beide waren sehr weiblich. Hyorin war meiner Meinung nach der Inbegriff von Weiblichkeit. Sie war kurvig und ihre

Haut war leicht gebräunt. Ihre Beine waren unglaublich lang,fest,sowie schön geformt. Mit ihren Kurven war auch nicht zu spaßen. Für eine Koreanerin hatte sie eine ziemlich große,aber sehr schöne Oberweite. Ihr Gesicht war V-Förmig und ihre Wangen schimmerten immer leicht rosa. Ihr dunkelbraunen,dicken und seidigen Haare fielen leicht gelockt über ihre Schulter. Wenn sie lächelte,sah sie aus wie ein Zahnmodel. Sie waren so weiß und perfekt angeordnet,dass jeder eifersüchtig wurde. Tiffany war ein etwas schweigsameres Mädchen,mit dem Aussehen einer Prinzessin. Sie hatte von Natur aus braune Korkenzieherlocken,welche immer leicht auf und ab wippten,wenn sie lief. Sie hatte ein sehr schmales,kleines,aber sehr hübsches porzellanfarbenes Gesicht,was sie aussehen ließ wie ein zerbrechliches Püppchen.

Nun, warum war ich Queenka und nicht eine von ihnen? Ganz einfach

einfach zu ,cool‘,Hyorin wurde ihr Akzent und ihre sehr verspielte Art zum Verhängnis und Tiffany Sie war einfach nur zu schüchtern und zurückhaltend. Aber natürlich hatten alle trotzdem so viele Verehrer, wie Sand am Meer vorhanden war.

Wenn

ich so gebaut wäre wie er,mit so einem Gesicht

Dann

würden mir alle

Amber war

40

Jetzt wo ich mein Ziel erreicht hatte,was war da anders? Ich hatte mehr Rechte und durfte sogar teilweise den Unterricht früher verlassen als gewöhnlich,repräsentierte zusammen mit Jongyhun auf Festen die Schule und bekam alles nachgetragen. Jungs übernahmen oftmals die Kosten für mein Essen, oder für

Getränke,welches ich ihnen mit einem Zwinkern dankte. Sie wurden oft rot und kratzten sich verlegen am Kopf und zogen von dannen. Um es kurz zu fassen, mein Schulleben war um einiges angenehmer und lockerer geworden. Heute zum Beispiel war ich mit all meinen neuen Freunden,also dem oberen Teil der Rangliste, im Park. Die Sonne schien und wir hatten beschlossen ein ausgiebiges Sonnenbad zu nehmen. Wir vier Mädchen lagen entspannt auf dem weichen,warmen Gras und die Jungs spielten Fußball, oder rannten einfach nur durch die Gegend. Das wir als Mädchen Zeit für uns hatten war ziemlich selten,also unterhielten wir uns angeregt. „Sag mal Amber?“,fragte ich. „Hm?“ „Ist da jemand den du magst?“ „Warum fragst du?“,sie drehte sich zu mir und grinste. „Neugierde natürlich! Sag schon!“ „Ich habe einen Freund.“ „Was?!“,ich sah sie geschockt an. „So merkwürdig?“

„Nein,aber ich hätte nicht gedacht

„Warum denn auch? Keiner hat mich bisher gefragt. Zumindest keine von euch.“ „Kennen wir ihn?“ „Nein,er besucht eine andere Schule.“ So unterhielten wir uns erstmal über Ambers Liebesleben. Es war interessant ihr zuzuhören,denn jedes Mal wenn sie von ihrem Freund sprach, wurden ihre Gesichtszüge weicher und gütiger.Außerdem lächelte sie durchgehend. Es schien wirklich wahr zu sein. Liebe macht schön. Natürlich hörten wir nach diesem Thema nicht auf. Tiffany hatte auch jemanden den sie mochte,aber sie könnte es ihm niemals sagen. „Warum nicht?“,fragte Hyorin.

„Er hat eine Freundin. Und ich will ihnen keine Probleme machen.“,sie blickte traurig zu Boden und rupfte etwas Gras aus. „Och Süße,du wirst schon jemand anderes finden.“,munterte Amber sie auf. „Oder du schnappst ihn dir einfach!“,rief ich,was mir ein paar schiefe Blicke bescherte.

„Das geht doch nicht

und drehte sich um. Das Thema für sie war beendet. Ich schmollte leicht und stützte mich auf meinen Ellenbogen und blickte Hyorin grinsend an. „Was ist mit dir? Hast du jemanden?“ Sie nickte fröhlich. „Echt? Wer ist es? Jinyoung? Ihr scheint immer viel Spaß miteinander zu haben“,ich blickte hinüber zu dem schwarzhaarigen Jungen,welcher gerade an seinem Wasser trank. „Nein.“

„Nicht? Dann

würde ich zumindest ihr sehr wehtun.“,nuschelte Tiffany leise

und

dann so

Wieso

hast du nichts gesagt?“

Damit

ich

hab‘s!“,rief ich laut.

„Es ist Luhan,oder?“,mischte sich Amber ein und grinste Hyorin an. „Warum denkst du das?“,Tiffany sah uns alle fragend an. „Luhan steht eindeutig auf dich Hyorin! Und du bist auch ziemlich oft bei ihm. Dieser Giftzwerg ist eigentlich nur zu dir nett!“,erläuterte ich und starrte böse in seine Richtung. Ok,er war wirklich nicht sonderlich gesprächig in unserer Anwesenheit und ärgerte uns hier und da,aber ein Zwerg war er nicht. Immerhin war er größer als jede von uns

41

„Ich glaube nicht das er mich auf diese Weise mag“,Hyorin sah nachdenklich zu ihm rüber,“Aber Sunny,du wirst ihn kennen.“ „Ich?“,verwirrt sah ich Hyorin an,welche den Anhänger an ihrer Kette zum Vorschein brachte. Bis jetzt hatte ich zwar immer das dunkle Lederband gesehen,aber nicht das,was daran hing. Ich stockte,als sie mir das Symbol zeigte. Es war ein kleines,silbernes Herz,indessen Mitte ein Schlüssel eingraviert war.

„Du bist der Schlüssel zu meinem Herzen“,sagten wir gleichzeitig und ich starrte sie mit offenem Mund an. „Du meinst doch nicht „Doch! Danke das du ihm beim Aussuchen unterstützt hast. Ich liebe diese Kette einfach. Auch wenn ich Sunggyu noch mehr liebe.“,sie lächelte mit leicht rötlichen Wangen. Sunggyus Freundin war also Hyorin?! Wieso hatte er mir das verschwiegen? Dann habe ich damals also wirklich zusammen mit

ihm

gefasst hatte. „G-Glückwunsch! Ich wusste gar nicht das du und-“ „Sunggyu? Dieser Typ aus der Mittelschicht?“,fragte Amber etwas ungläubig. „Wo die Liebe hinfällt.“,Tiffany lächelte sanft. „Was hat das denn damit zu tun? Egal wo er und er Rangliste steht,er ist noch immer ein Mensch wie wir! Manchmal glaube ich,ihr vergesst das!“,rief ich etwas wütend. Ich hasste es wenn Leute wie Objekte behandelt wurden und nur danach geurteilt wurde, an welcher Stelle sie standen. Hyorin sah mich dankbar an und nickte leicht. „Hey Mädels! Liegt nicht nur auf der faulen Haut! Spielt doch mal mit!“,Taemin kam grinsen auf uns zu und hüpfte fröhlich auf und ab. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und wir sprangen auf. Fußball war allerdings nicht so ganz unser Sport,nur Amber schlug sich wacker. Sie schaffte es sogar ein Tor zu schießen,was dazu führte, dass Dongwoon frustriert das Feld verließ. Wir alle mussten deswegen ziemlich laut lachen. Er war ein wirklich schlechter Verlierer. „Hey Kleines!“,ich drehte mich freudestrahlend um und wurde plötzlich hochgehoben und durch die Luft gewirbelt. „Yah! Jonghyun! So klein bin ich gar nicht! Und du weißt selbst,das du nicht sooo viel größer als ich bist!“,ich küsste ihn schnell und streckte ihm dann frech die Zunge raus. „Hey! Das ist gemein! Ich mag zwar nicht so viel größer sein,aber dafür bin ich um einiges stärker als du!“ Er hob mich kurzerhand erneut hoch und rannte mit mir umher,während ich spielerisch mit den Beinen strampelte. Nach einigen Minuten fielen wir erschöpft auf den Boden und schnappten nach Luft. „Hey Baby?“ „Hmm?“ „Kannst du mir einen Gefallen tun?“ „Was denn?“ „Könntest du mir vielleicht etwas zu trinken holen?“ Ich brummte,stand dann aber auf und schlenderte durch den Park,zum Getränkeautomaten. Es dauerte etwas länger als geplant,denn auf dem Rückweg traf ich eine Frau mit einem kleinen,unglaublich süßen Welpen,welchen ich unbedingt streicheln musste. Nachdem wir Beide zufrieden zu sein schienen, stand ich auf und verabschiedete mich höflich von der Frau und ging zurück zu den Anderen. Jonghyun konnte ich allerdings nicht entdecken,also ging ich noch ein Stück weiter. Ich hielt an und sah ihn,wie er seine Hand über Tiffanys Haar gleiten ließ.

diese

Kette alleine für Hyorin ausgesucht?! Es dauerte etwas,bis ich mich wieder

42

Ihr Wangen waren rot und sie blickte schüchtern zu Boden. Jetzt fiel mir ein

Beiden noch nie wirklich zusammen gesehen. Wahrscheinlich versuchte er gerade sich etwas mehr mit ihr anzufreunden. Er war so ein netter und gutherziger Mensch. Ich lächelte innerlich und ging auf die Beiden zu.

„Hier,deine Cola“,grinste ich und überreichte Jonghyun,welcher leicht zusammenzuckte als er mich sah,das Getränk. “

„Uhm

„Habt ihr euch endlich angefreundet?“,fragte ich die Zwei lächelnd. Es dauerte etwas,bis einer von ihnen endlich antwortete. „Ja-Ja genau! Wir haben uns endlich mal ausgesprochen und sind

jetzt

Oberteil spielte und erneut zu Boden blickte.

ich hatte die

danke

sehr

befreundet

genau

“,stammelte

Jonghyun nervös,während Tiffany mit ihrem

Merkwürdig

den Anderen zurück.

Aber

ich fragte nicht weiter nach und zog die Beiden kurzerhand wieder zu

Zwei Wochen waren seitdem vergangen. Es schien fast unmöglich,aber mein Herz schlug jedes Mal noch schneller,sobald ich Jonghyun auch nur von Weitem sah. Er war einfach so perfekt und jetzt,wo er eine neue Frisur hatte,sah er noch besser aus. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit! Gott musste es wirklich gut mit ihm gemeint haben. Vorsichtig stupste ich seine hochgegelten,etwas kürzeren Haare an und grinste frech. Ich wusste genau das er das nicht mochte. Er verzog seinen Mund etwas und stupste mir leicht gegen die Nase. „Sag mal Babe?“,begann er,“Hast du heute nach der Schule Zeit?Wir könnten zu mir “

gehen,meine Eltern sind nicht da und

„Klar! Wird bestimmt lustig!“,sagte ich gut gelaunt und rannte davon,als die Schulglocke läutete. Er grinste breit und leckte sich über die Lippen.

Während des Unterrichts war ich noch hibbeliger als sonst und beschloss Dongwoo abzulenken. Ich flüsterte seinen Namen,aber er reagierte nicht. Dann knüllte ich Papier zusammen und beschmiss ihn damit,keine Reaktion. Ich sah mich auf meinem Platz um

und beschloss mich für den orangenen Radierer und schmiss ihn so fest ich konnte gegen seinen Kopf.

Er regte sich und grummelte. Upps „Eon-“ „Sunny!“,zischte ich leise.

„Sorry

„Ich gehe heute zum ersten Mal zu Jonghyun nach Hause! Seine Eltern sind nicht da.“,flötete ich aufgeregt. „WAS?!“,seine Augen weiteten sich während er aufgesprungen war. Alle drehten sich zu uns um und der Lehrer tadelte ihn.

„Du gehst mit ihm nach Hause

„Ja. Ist das schlimm?“,fragte ich etwas verwirrt.

„Aber ihr seid doch erst seit knapp 1-2 Monaten zusammen

schnell

„Warum denn? Wir spielen bestimmt nur Playstation. Ich habe ja selbst keine.“,ich seufzte bei dem Gedanken,denn irgendwie hätte ich schon gern eine Eigene. Vielleicht könnte mein Vater mir ja etwas bei derFinanzierung unter die Arme greifen

„Ihr wollte nur Playstation spielen

„Was denn sonst? Vielleicht essen wir ja noch was zusammen oder so“

!

Er hatte geschlafen.

was

ist denn?“

?“

geht dir das nicht zu

?

Also

“,er

stammelte und sah mich hin und wieder besorgt an.

?“,Dongwoo

sah mich schief an.

43

„Wenn das alles ist,dann bin ich beruhigt.“,er setze sein mütterliches Lächeln auf und drehte sich um. Was sollte denn sonst passieren? Ratlos sah ich aus dem Fenster. Erst als der Unterricht endlich beendet war,begann ich langsam zu begreifen.

Jonghyun und ich gingen Hand in Hand die Straße entlang und zogen die Blicke von vielen Umstehenden auf uns. „Wir sehen bestimmt aus wie Idole die gerade ein Date haben.“,grinste er und sah zu mir rüber. Plötzlich blieb er stehen und drückte mir einen Kuss auf die Stirn,was mich erröten ließ. „Du bist so unglaublich hübsch,weißt du das?“,er drückte meine Hand und wir gingen weiter. Er war so lieb und aufmerksam,da musste ich mir doch keine Gedanken machen,oder?

„Hier wohne ich.“ Nun standen wir in seiner hübschen,beschaulichen Wohnung,welche sehr hell in Cremefarben eingerichtet war. Wir gingen direkt in sein Zimmer und setzten uns auf seine schwarze Couch und hörten Musik. Er summte oft mit und ich schloss entspannt die Augen. Ich schien kurz eingedöst zu sein. Plötzlich spürte ich etwas und als ich meine Augen öffnete türmte Jonghyun über mir.

Seine Armen fanden halt auf der Kopfstütze und er drückte mir erst einen sanften Kuss auf die Stirn,auf die Nase und dann auf den Mund. Wir wechselten die Position,so das ich auf seinem Schoß saß. Ich kuschelte mich an ihn und inhalierte seinen betörenden Duft. Er legte seine Arme um mich und küsste mich weiter. Irgendwie war er heute forscher als sonst und versuchte leicht meinen Mund zu öffnen. Ich war perplex,aber es war doch ganz natürlich oder? Ich lächelte schüchtern und öffnete meine Lippen einen Spalt breit und unsere Zungen berührten sich leicht. Ich spürte wie er zufrieden lächelte und auch ich entspannte mich immer mehr. Dann ließ er seine Hände über meinen Rücken gleiten und ich bekam Gänsehaut. Langsam legte er mich hin und zog mir mein Oberteil aus,sodass ich nur in meinem Bh und der Hose unter ihm lag. Erst da wurde mir bewusst was gleich passieren würde. Ich unterbrach unseren Kuss und wurde feuerrot. „Kein Grund Angst zu haben Babe“,sagte er mit rauchiger Stimme und biss mir leicht in mein Schlüsselbein.

Völlig überrumpelt stieß ich ihn weg und stammelte:“J-Jonghyun “

nicht

„Zu früh wären zwei Tage Schatz. Nach ein bis zwei Wochen ist normal. Und wir haben noch nichts getan. Wir sind allerdings schon knapp zwei Monate zusammen. Ich habe auch meine Bedürfnisse.“,er sah mich intensiv an und ich drehte mich beschämt weg.

„Tut mir Leid,ich kann das noch nicht

es über. Dann stand ich auf und lief aus der Wohnung. „Wo willst du denn hin?“,hörte ich ihn hinter mir.

„Nach Hause

mich umzudrehen.

Ich

Ich kann das noch

ich

weiß nicht

das

ist doch noch zu früh dafür

“,schnell

schnappte ich mir mein Oberteil und zog

“,rief

ich und rannte weiter ohne

Ich

Ich

muss noch ein Projekt machen

Als ich endlich auf meinem Bett lag dachte ich über den heutigen Tag nach. Das alles Wieso?

Dongwoo schien gewusst zu haben was Jonghyun geplant hatte

Wahrscheinlich fühlt er sich jetzt ganz schlecht Gewissen hat

Wieso ich nicht?

ich

möchte nicht das er ein schlechtes

44

Schnell zückte ich mein Handy hervor und tippe eine Nachricht ein.

Jonghyun,tut mir Leid das ich so reagiert habe. Ich war einfach nur ziemlich überrumpelt. Gib mir bitte noch die Zeit,die ich brauche. Ich liebe dich. Sunny

Es war wie verhext. Als ich am nächsten Tag in die Schule ging und Jonghyuns Nähe

suchte,hatte er immer wieder etwas zu tun,musste weg oder ich bekam ihn einfach nicht zu fassen. War es wegen der Sache von gestern? Wahrscheinlich Doch was sollte ich jetzt nur tun? Mein Herz zog sich zusammen wenn ich nur daran dachte,dass er mich nicht mehr so gern haben könnte wie vorher. Hatte ich ihn wirklich zu lange warten lassen? Ich brauchte jemanden zum

reden

gar keinen Fall um Rat fragen. Jonghyun und sie verstanden sich in letzter Zeit so gut und vielleicht würde ihr ja was rausrutschen,wenn ich ihr etwas anvertrauen sollte Wer kam denn dann noch in Frage?

vielleicht

Amber? Oder Hyorin? Vielleicht aber auch Tiffan-Nein,sie konnte ich auf

Zwei Tage später saß ich draußen am Tisch und zerbrach mir weiterhin den Kopf.

„Dongwoo,du hattest Recht zusammen.

Mein mütterlicher Freund verschluckte sich an seiner Milch und hustete heftig,bis ihm die Tränen kamen.

„I-Ich hab‘s doch gewusst

seinen Mundwinkeln,“Hast du denn

„Nein,eben nicht. Ich habe mich dabei nicht wohlgefühlt und habe ihn gebeten noch etwas zu warten.“ „Das war auch richtig so! Man sollte niemanden zu etwas zwingen“,er nickte zu sich selbst und sah mich wieder an.

„Aber jetzt geht Jonghyun mir aus dem Weg. Was soll ich denn jetzt tun?“,verzweifelt griff ich nach den weichen Händen von Dongwoo,welcher mir dann sanft über den Kopf streichelte. „Tu nichts. Er muss derjenige sein,der auf dich zukommt. Du hast nichts falsch gemacht. Merk dir das,ok?“, sein Blick war fest und überzeugend. „Was ist denn hier los?“,Sunggyu tauchte plötzlich hinter mir auf und schnappte sich mein Sandwich,welches er dann genüsslich verschlang. „Nichts.“,sagte ich kurzerhand und stand ruckartig auf,was dazu führte,das ich das Gleichgewicht verlor und mit einem lauten rumms auf dem Boden landete. Um uns herum war alles still geworden,bis die ersten Jungs auf mich zugelaufen kamen und mir panisch aufhalfen. „Bist du in Ordnung?“

„Oh Gott

So wurde ich also kurzerhand ins Krankenzimmer geschafft und saß auf dem Bett,mit einem Tuch an meiner Nase. Keiner durfte zu mir rein und es herrschte unangenehme Stille. Ob Jonghyun das Interesse an mir verloren hatte? Was sollte ich denn dann tun? Ich brauchte ihn doch un- „Sunny!“,ich blickte hoch und sah ein paar dunkler Augen,welche mich panisch anstarrten.

Er

wollte mit mir schlafen

“,seufzte

ich und sank in mir

“,keuchte

er etwas später und wischte sich etwas Milch aus “

Also

du weißt schon

Unsere

Queenka hat Nasenbluten! Sie muss verarztet werden!“

45

„Jonghyun

Träne über meine Wangen kullerte.

„Babe

mich. Ich drückte meinen Kopf an seine Schulter und weinte weiter.

„Es tut weh

„Was? Wieso?!“,er schien besorgt. „Ich dachte,nach der Sache von letztens würdest du mich nicht mehr

leise. Er küsste sanft meine Stirn und versicherte mir:“Es war meine Schuld. Ich hätte dich nicht so drängen sollen. Und mein Verhalten war kindisch. Alles wieder gut zwischen uns? Ich brauch dich doch.“ Ich drückte mich noch fester an ihn und für eine Weile blieben wir so sitzen.

“,ich

war fertig mit meinen Nerven und es dauerte nicht lang,bis mir die erste

Tut

es so weh?“,er setzte sich vorsichtig zu mir aufs Bett und legte seinen Arm um

So

doll

genau

hier

“,ich

zeigte mit zitternden Fingern auf meine Brust.

lieben

“,sagte ich

Der Vorfall von damals war schon fast vergessen. Jonghyun und ich waren nun vier Monate zusammen und er drängte mich noch immer zu nichts. Es gefiel mir einfach besser nur bei ihm zu sein, ihn küssen zu können und Händchen zu halten. Anscheinend war ich eine Spätsünderin. Wenn wir zusammen waren,sah ich noch immer alles durch eine rosarote Brille und gestritten hatten wir uns auch noch nicht wirklich,was mich noch glücklicher mache. Er schien wirklich der Richtige für mich zu sein. Jedoch hatte er sich etwas verändert,das musste ich zugeben.

Er lächelte nun öfters Mädchen an,doch vielleicht wollte er nur höflich sein. Dann trug er seine Schuluniform so gut wie gar nicht mehr und lief stattdessen mit engen, schwarzen Oberteilen durch die Gegend,in denen jeder seine Muskeln bestaunen konnte. Nicht das mich DAS sonderlich störte. Aber da war eine Sache,die ich einfach nicht fair fand. Er schnappte sich hier und da ein paar Leute aus der unteren Schicht und ließ sie Drecksarbeit erledigen. Wie unseren Versammlungsraum zu putzen, Hausaufgaben für ihn zu erledigen und dergleichen.

Das war allerdings noch nicht das Schlimmste

Spaß daraus, die schüchternen Mädchen und auch Jungs fertig zu machen. Er lachte über die Figur,Frisur oder sonstiges der Mädchen und bezeichnete sie als“Schweinchen oder Fettwalzen“. Bei den Jungs ging er sogar noch radikaler vor und schubste sie zu Boden,oder warf ihre Bücher durch die Gegend,welche ich dann unbemerkt aufhob und seinen Opfern wieder übergab und mich schnell entschuldigte. Ich wusste nicht warum er sich so verhielt,aber es gefiel mir ganz und gar nicht. Doch dieses Benehmen schien für die Obere Schicht normal zu werden. Ja sogar Tiffany begann öffentlich über Andere zu Lästern.Es schien als sei ich die Einzige,die diesen Trend nicht mitmachte und immer öfters das Weite suchte. Heute war wieder einer dieser Tage und ich schlenderte durch die Gänge und entdeckte ein weinendes Mädchen vor ihrem Spind. „Was ist los?“,fragte ich sie.

Ihre Augen waren verquollen und rot,dann,als sie mich sah,wischte sie sich schnell die Tränen weg und ich entdeckte den großen,lilafarbenenFleck auf ihrer Hand. „Was ist mit dir passiert?“

„Ähm

konnte,hielt ich sie fest.

„Erzähl es mir bitte. Vielleicht kann ich dir ja helfen. Keine Sorge,ich werde dir nichts tun oder Schwierigkeiten bereiten!“,versicherte ich ihr und sie nickte zögerlich. „Er war sauer,weil ich seine Hausaufgaben nicht korrekt gemacht habe und hat mir seinen

Stift

Jonghyun

machte sich immer mehr einen

n-nichts

“,stammelte

sie und drehte sich um,doch bevor sie verschwinden

auf

die Hand gerammt

es

war aber meine Schuld und-“

46

„Wer? Wer hat das getan?!“,ich packte sie an den Schulter und erschreckte sie anscheinend sehr.

„Es tut mir Leid!“,schrie sie panisch und ich entschuldigte mich schnell bei ihr. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich sie wieder dazu bekam zu sprechen.

„T-T-Taemin

„Taemin war das?! Du sagst auch ganz sicher die Wahrheit?“,ihr Kopf bewegte sich leicht auf und ab,als ihr wieder Tränen in die Augen stiegen. So konnte das wirklich nicht weitergehen! Meine eigentlichen Freunde wurden alle zu Tyrannen!

“,sagte

sie schließlich und ich sah sie ungläubig an.

„Taemin! Was fällt dir eigentlich ein?!“,ich hatte mich vor dem eigentlich sehr süßen Jungen aufgebaut und brüllte ihn wütend an.

„Was ist denn jetzt wieder los?“,er funkelte mich von seinem Sitz aus an und ich schrak kurz zurück. Ich hatte diesen bösen Blick noch nie von ihm gesehen. „Wieso hast du jemanden so verletzt?“,fragte ich. „Hab ich nicht.“ „Lüg mich nicht an. Ich hab‘s doch selbst gesehen!“ „Wo sind die Beweise?!“,er war aufgestanden und kam mir bedrohlich nahe. „Ihr zwei,beruhigt euch!“,Jinyoung trat zwischen uns und redete auf uns ein. „Was ist denn hier los?“,Jonghyun umarmte mich von hinten und ich schilderte was passiert war. Er seufzte kurz und kratzte sich am Hinterkopf.

„Das war meine Idee

Doch bevor ich meinen Mund öffnen konnte,hatte er meine Lippen schon mit seinen versiegelt. „Tut mir Leid. Das war wirklich zu viel des Guten

„Mach das nie wieder,ok? Nur weil sie zur unteren Schicht gehören heißt das nicht,dass ihr alle sie behandeln könnt wie eure Sklaven.“,ich blickte besonders Taemin und Luhan durchdringend an.

“,sagte

er laut und ich sah ihn geschockt an.

Ich setzte mich zusammen mit meinem Freund nach draußen und blickte in den blauen Himmel. „Jonghyun?“ „Hmm?“

„Hast du dieses Wochenende „Denke schon. Wofür denn?“

„Mein Vater ist auf Geschäftsreise und du könntest zu mir kommen

alleine und

„Warte

nickte ich.

„Babe, du kannst dir gar nicht vorstellen wie glücklich mich das macht! Endlich wirst du voll und ganz mir gehören sobald ich-“

„Stopp

„Hach,mein kleines Unschuldslamm. Du bist so süß!“,flötete er und drückte mir einen Kuss auf die Stirn.

Zeit

?“,fragte

ich etwas schüchtern.

wir

wären dann ganz

“,stammelte

meinst

du

ich.

du

willst

“,er

drehte sich perplex zu mir um und mit hochrotem Kopf

!

Wenn du das aussprichst,ist mir das peinlich

47

Am nächsten Tag kam ich gut gelaunt in die Schule. Während ich über den Gang schlenderte wurde mir eine Zeitschrift in die Hand gedrückt.

„Wunderschöne Beine,seidenes Haar. Ihr Gesicht gleicht dem eines Engels. Die Lippen sind voll und schimmern leicht rosa. Eine Figur um die sie jeder beneidet. Ein Style-würdig einer Trendsetterin! Sunny,ja auch diese Woche blieb sie ihrem Namen treu. Sie ist wahrhaftig die perfekte,strahlende Queenka der Schule!“ Ich seufzte leicht während ich die Schülerzeitung achtlos auf den Boden warf. Wieso machten alle so einen Wind um mich?

Kommt euch bekannt vor? Ja,jetzt befinden wir uns fast in der Gegenwart. Es waren die Tage an denen sich die Ereignisse nur so überschlugen. Das Zusammentreffen mit Zitao,meinem Freund aus Kindertagen, der Schlag den mein Freund ihm verpasst hatte, mein Sturz und der darauf folgende Weg den Zitao und ich gingen. Wäre dies nicht geschehen hätte ich wahrscheinlich nicht mitbekommen,dass mein Freund mich betrogen hatte. Mit Tiffany,meiner eigentlichen Freundin. Na ja,Freund war jetzt etwas zu viel gesagt,denn ich hatte ja mit ihm Schluss gemacht. Ich hatte genug von ihm,von Tiffany und eigentlich von allen Anderen aus der oberen Schicht. Ich würde zwar auch weiterhin meinen Platz als Queenka verteidigen,aber ohne auf das Niveau der oberen Schicht herabzusinken. So einfach würde ich nicht aufgeben und die Hoffnung verlieren.

Glücklicherweise musste ich die nächsten zwei Tage nicht zur Schule,denn es war Wochenende. Ich war deprimiert und am Boden zerstört. Das war doch ganz natürlich,oder? Immerhin wurde ich hintergangen. Das Jonghyun mir immer wieder SMS schickte und versuchte mich zu erreichen,machte das alles nicht einfacher. Er wollte sich mit mir versöhnen und am Sonntagabend stand er sogar vor meiner Haustüre,mit einem Strauß Rosen. Seine Augen waren rot und er hatte tiefe,dunkle Ränder. Es schien ihm ganz und gar nicht gut zu gehen. Dann nahm er mich in seine warmen,starken Arme und ich wäre beinahe schwach geworden. Beinahe.

Ich stieß ihn weg und rief:“Denkst du ich verzeihe dir so einfach?! Nach dieser Aktion?!“ Dann schlug ich ihm vor die Nase die Türe zu und sank auf den Boden.

Mein Herz tat so weh gehen !

ich

vermisste Jonghyun,aber sollte er doch zu seiner Tiffany

Als ich am nächsten Tag in die Schule ging,hatte sich schon alles rumgesprochen. Die Leute drehten sich zu mir um und flüsterten aufgeregt. Ich ignorierte sie allerdings und begab mich zum Unterricht. Ausgerechnet heute war Sunggyu krank und Dongwoo,sowie Myungsoo waren auf einem Ausflug mit ihrem Sportklub. Ich hatte also keine Person an die ich mich wenden konnte. Zwischendurch kamen immer wieder Mädchen und auch Jungs zu mir und fragten mich nach meinem Wohlbefinden. Ich war gerührt von ihrer Aufmerksamkeit und Fürsorge. Jonghyun z.B. schien einige seiner Fans verloren zu haben. Die Jungs schauten ihn abschätzig an,genau wie viele seiner weiblichen Verehrerinnen. Es lag vielleicht auch daran, wie er sich allen gegenüber verhalten hatte. Die nächste Stunde war um und es war Zeit für das Mittagessen. Etwas abwesend bewegte ich mich in den Speisesaal und besorgte mir einen kleinen Salat,viel Appetit hatte ich nämlich nicht. Jetzt fiel mir aber erst auf ,dass ich in einer Zwickmühle steckte. Ich konnte nicht an meinen üblichen Tisch gehen und meine anderen Freunde waren wie gesagt nicht da.

48

Ich blickte mich um und es war alles besetzt. Nur der Tisch für die obere Schicht war noch frei,aber dort würden mich keine Zehn Pferde hinkriegen. „Sunny!“,ich drehte mich um und blickte in Jonghyuns Gesicht. Er lächelte zaghaft und nahm meine Hand. Einige Schaulustige blieben stehen und beobachteten uns gespannt. „Was willst du?“,fragte ich kühl,auch wenn mein Herz fast zu zerbersten schien. „Komm zu mir. Iss mit uns allen. Sie vermissen dich. Ich vermisse dich.“ „Ich komme nicht zurück. Das habe ich dir gesagt.“,antwortete ich bissig. Er seufzte und sein Blick wurde durchdringender. „Stell dich nicht so an. Also Queenka solltest du nicht alleine essen. Das schickt sich nicht.“ Dann drehte er sich um und war im Inbegriff mich hinter sich herzuziehen. „Sie ist nicht alleine.“ Wir Beide drehten uns um und ich blickte verdutzt den mir gegenüberstehenden Jungen an. „Du?! Was willst du jetzt schon wieder?! Sunny will nichts mit einem wie dir zu tun habe-“,Jonghyun baute sich bedrohend vor dem Jungen auf. „Das hat sie zu entscheiden.“,der Dunkelhaarige blickte gelassen durch den Raum,“Sunny? Deine Wahl.“ Mehr musste er nicht sagen. Ich riss mich von Jonghyun los und lief zu seinem entsetzen rüber.

Er atmete kurz ein und brüllte dann:“Willst du das ich dir wieder eine verpasse du Spast?!“ Ich zuckte bei der Lautstärke seiner Stimme zusammen.

„T-Tao

mich vorsichtig zurück. „Versuch‘s doch. Ich habe keinen Grund mehr mich zurückzuhalten. Du hast eine ganz schön große Klappe, für so einen Zwerg.“ Ich starrte Tao an, als sei er verrückt geworden. Jonghyun hasste es mehr als alles andere, wenn sich jemand über seine Größe lustig machte.

Zitao war zwar um einiges größer als er,das stimmte schon,doch ich bezweifelte das er Jonghyuns Muskelkraft standhalten konnte

„Du verdammter

Ich hörte das japsen einiger Schüler um mich herum und auch ich schloss meine Augen,nicht imstande zu reagieren. Ich spürte nur einen leichten Luftzug und hörte ein lautes Scheppern. Nach ein paar Sekunden sah ich das Spektakel vor mir. Jonghyun lag auf dem Boden und Tao stand mit einem leeren Gesichtsausdruck über ihm. „Geschieht dir Recht.“,sagte er nur und drehte sich zu mir um. Wie hatte er das angestellt? Bis jetzt war niemand in der Lage gewesen Jonghyun auch nur ein Haar zu krümmen. Er nahm mich bei der Hand und führte mich zum Ende des Raumes. Dort stand ein demolierter Tisch,an dem schon einige Schüler saßen.

„Setz dich doch.“,Tao zeigte auf einen freien Platz,auf welchen ich mich etwas zögerlich setzte. „D-Die Queenka?! Was macht sie denn hier?!“,ein etwas kleines,schmächtiges Mädchen sah mich durch ihre dicke Hornbrille verschreckt an. „Sie isst heute mit uns.“,Tao begann seelenruhig sein Sandwich auszupacken. Ich verbeugte mich leicht und bewegte mich etwas unsicher auf meinem Platz hin und her. „Was is‘? Ist es dir hier zu dreckig?“,ein kräftiger Junge mit Akne sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Nein,das ist es nicht „Was? Wofür?“

lass

uns lieber gehen

“,flüsterte

ich und zog an seinem Oberteil,er jedoch schob

“,er

ließ die Finger knacken und schlug zu.

Ich

wollte mich nur entschuldigen

49

„Mein Freund-Nein,mein Ex-Freund hat sich euch gegenüber nicht gut verhalten. Dafür “

wollte ich euch um Vergebung bitten

„Das ist aber doch nicht deine Schuld.“,meinte Tao und seufzte. Die Bank wurde zurückgezogen und ich zuckte leicht zusammen,als sich zwei weitere Jungs an den Tisch setzten. „Hey.“,einer der Beiden hatte lange Haare,die ihm bis zur Schulter reichten und fast sein gesamtes Gesicht verdeckten. Er schien meine Präsenz gar nicht bemerkt zu haben. „Sunny?! DIE Sunny?! Warum sitzt sie an unserem Tisch?!“,an diese unglaublich tiefe Stimme erinnerte mich. Es war der Junge,der Tao damals dazu gezwungen hatte, sich für sein Verhalten zu entschuldigen. Seine hellbraunen Haare hatte er mit einem blauen Haargummi über seiner Stirn zu einem hochstehenden Zopf gebunden. Sah aus wie eine Palme. Ich kicherte leise und bemerkte den schiefen Blick,welchen er mir zuwarf. Ich räusperte mich schnell und verbeugte mich erneut.

„Ich frage mal ganz direkt. Ist das ein schlechter Streich? Oder planst du wirklich hier zu bleiben?“,der Junge mit den langen Haaren schien in meine Richtung zu blicken. „Ich habe sie hierhin gebracht.“,mischte sich Tao nun ein. „Dafür bin ich dir auch sehr dankbar.“,erwiderte ich. Stille herrschte am Tisch und jeder kümmerte sich um sich selbst und aß. Es dauerte etwas,bis sich Gespräche unter den Anderen entwickelten. Das Mädchen unterhielt sich angeregt mit Tao über ein Projekt und der Palmenjunge las einen bunten Comic und lachte immer wieder laut auf. Der Andere spielte mit seiner Konsole und war durchgehend still,bis ihm diese von Tao weggeschnappt wurde. Panisch stand er auf und versuchte sich sein Eigentum zurück zu holen. Dabei flogen seine Haare kurz hoch und ich erhaschte einen kurzen Blick auf sein Gesicht. Irgendwas an ihm war anders. Doch in diesem Moment konnte ich nicht erkennen, was es genau war. Jedenfalls herrschte nun reges Treiben am Tisch und alle lachten fröhlich und ungezwungen. Ich wurde nach einiger Zeit sogar in die Gespräche mit einbezogen und wurde nicht behandelt wie eine Fremde. Sie schienen sich nicht sonderlich etwas daraus zu machen wer, oder eher was, ich war. Es war neuartig,fühlte sich aber sehr gut und erfrischend an.

„Darf ich

mit euch essen?“ Alle hielten in ihren Bewegungen inne und blickten mich an als wäre ich ein Alien. „Du?“,fragte das Mädchen. „Willst mit uns essen?“,fragte Tao. „Obwohl wir die letzten fünf auf der Rangliste sind? Bist du dir da sicher?“,der Junge mit der unglaublich tiefen Stimme sah mich verwirrt an.

„Wo ihr auf der Liste steht hat nichts damit zu tun. Ihr scheint unglaublich nett zu sein und

ich würde euch gerne alle näher kennenlernen. Also

„Sunny,du weißt das du damit deine Stelle als Queenka gefährdest,oder?“,Tao sah mich mit leeren Augen an und ich nickte. Aber um ehrlich zu sein gab es in diesem Moment nichts, was mich weniger interessierte als diese Tatsache. „Dann ist es abgemacht. Du kannst jeder Zeit zu uns kommen.“,nun sah ich Tao zum ersten Mal seit langer,langer Zeit lächeln. „Wir werden bestimmt gut miteinander klarkommen!“,rief der Junge mit der Palme,“Wir sollten uns dann mal vorstellen,oder? Ich heiße Chanyeol.“ Sein Lachen war breit und seine Zähne glänzten dabei so,wie in einer Werbung für Colgate. „Ich heiße Jieun.“,sagte das Mädchen mit der Brille.

50

“,begann

ich etwas nervös und spielte mit meinen Haaren,“von jetzt an öfters

wäre

es ok für euch?“

„Seunghyun.“,der Junge mit Akne drehte sich leicht zur Seite,beschämt. „Und du?“,fragte ich vorsichtig und sah den Langhaarigen an. „Kim Jongin.“,seine Antwort war kurz und knapp,wie die von Seunghyun. „Mich kennst du ja schon.“,Tao strich sich durch seine kurzen Haare und nickte zu sich selbst. Ich lächelte sie an und rief erfreut:“Ja,aber schön euch kennen zu lernen!“ Von da an verbachte ich viele Pausen mit den Fünf. Sie waren alle unglaublich nett und von Tag zu Tag hatten sie weniger Hemmungen und öffneten sich mir. Ich lachte mit ihnen,wie ich es mit Leuten wie Taemin oder so nie gekonnt hätte. Ich fühlte mich irgendwie erfüllter,auch wenn da immer noch diese Leere in meinem Herzen war. Anscheinend war es doch nicht so einfach, über Jonghyun hinweg zu kommen. Das mochte vielleicht auch daran liegen,dass er noch immer nicht aufgehört hatte mir Nachrichten zu schreiben und er oftmals sogar vor meinem Klassenzimmer stand. Einmal wartete er sogar nach Schulschluss auf mich und entschuldigte sich erneut,doch ich ging einfach an ihm vorbei,ohne auch nur ein Wort zu verlieren.

„Eona,kleines?“,mein Vater sah mich an. „Was denn?“,brachte ich hervor,während ich eine große Portion Nudeln verspeiste. „Ich muss nach Amerika zurück.“ „W-Warum?!“,geschockt blickte ich ihn an. „Ich wurde wieder dorthin zurück versetzt. Das heißt,“er holte tief Luft,“Ich muss die Wohnung verkaufen und wir müssen unsere Sachen packen. Nächste Woche wird unser Hab und Gut dann abgeholt. Du musst wieder mit nach Hause. Eigentlich-“

„Nein! Aber das geht doch nicht! Ich bin mit der Schule doch noch gar nicht fertig und ich möchte das hier nicht alles so schnell aufgeben müssen. Ich fühle mich hier zu Hause

und

Glas vom Tisch,welches dabei in mehrere Teile zerbrach. Wir sprangen gleichzeitig auf und hoben die Porzellanstücke auf. „Eona,ich habe gesagt eigentlich.“,begann mein Vater erneut und ich sah ihn fragend an. „Ein Kollege von mir verkauft eine kleine Wohnung, nicht weit von hier. Aber du kannst sie nicht mit dem vergleichen, was du hier hast. Aber ich wollte dir wenigstens die Chance geben, auszuwählen. Wenn du möchtest,kann ich meinen Kollegen bitten uns die Wohnung zu verkaufen. Ich werde dich auch finanziell unterstützen,aber du musst dir gut überlegen ob du wirklich alleine leben möchtest. Mama wird sich bestimmt auch freuen,wenn du wieder mit nach Amerika kommst. Sie sieht dich ja sonst immer nur in den Ferien.“ „Papa? Ich möchte noch nicht aus Korea weg. Lass mich bitte noch hierbleiben,zumindest bis ich die Schule beendet habe.“,ich dachte nicht nach während ich redete,doch irgendwas in mir sagte mir,ich musste hierbleiben. Deswegen war ich fest entschlossen. „Bist du dir sicher Schatz?“ Ich nickte. Damit war es beschlossene Sache, jetzt musste ich also bald mein Leben ganz alleine bestreiten. Aber es war ja meine eigene Entscheidung und ich war gespannt ob und was für neue Erlebnisse auf mich warten würden.

und

“,ich

wedelte verzweifelt mit meinen Armen und warf dabei unabsichtlich ein

51

Es war soweit. Zusammen mit meinem Vater und seinem Kollegen stand ich vor einem großen Haus,welches aus vielen Wohnungen bestand. „Bist du dir sicher, dass das der beste Ort für deine Tochter ist?“,der Kollege von meinem Vater mit der wilden Frisur sah uns etwas besorgt an. „Ich denke,sie wird es hier gut aushalten.“,er drückte meine Hand und ich lächelte ihn entschieden an. „Na wenn ihr meint,dann lasst uns mal reingehen.“ Wir fuhren mit dem Aufzug in den dritten Stock und gingen bis zum Ende des Ganges. ,318‘ stand groß auf der Türe,welche gerade aufgeschlossen wurde. Wir traten ein und fanden uns in einem winzigen Flur wieder,in welchen wir so gerade zusammen reinpassten. Traditionsgemäß zogen wir unsere Schuhe aus und inspizierten die Wohnung,welche insgesamt aus vier Zimmern bestand. Küche, Wohnzimmer,Bad und Schlafzimmer. Die Räumlichkeiten waren nicht groß,aber ich würde damit klarkommen. Erstmal musste ich aber die ganzen Kisten mit meinen Sachen ausräumen. „Einen kleinen Balkon hast du auch.“,sagte Herr Choi und zeigte mir stolz den

sogenannten Balkon. Hier würde ich allerdings mit Sicherheit nicht so viel Zeit verbringen. Wenn ich mich anstrengte, konnte ich eventuell einen einzelnen Stuhl finden um ihn dort zu platzieren. Doch etwas Anderes störte mich viel mehr. Direkt gegenüber war ein weiterer Balkon zu finden,so um die zwei Meter entfernt. Ich, oder die Person die dort lebte, konnte mit viel Mut also einfach rüberspringen. Das gefiel mir ganz und gar nicht. Aber egal. Wer würde schon so etwas tun? Und das bei der Höhe. Nach der kurzen Führung begleitete ich die zwei Männer wieder mit nach unten und verabschiedete mich von ihnen. Von meinem Vater natürlich ganz besonders. Er vergoss sogar ein, zwei Tränen und ich drückte ihn fest.

„Du bist schon so erwachsen Eona

lass mir ja keinen Jungen von gegenüber rein. Wer weiß was das für welche sind.“ „Wie?“,ich legte den Kopf leicht schief. „Das ist ein Jungenwohnheim.“,sagte mein Vater trocken und ich sah ihn mit großen Augen an. „Bitte?! Das da-“,ich zeigte auf das große Gebäude gegenüber,“Ist voll mit Jungs?!“

„Ja. Hab ich dir das nicht gesagt?“,mein Vater kratzte sich etwas nervös am Kinn und sein rundes Gesicht bekam ein paar rote Flecken. „Nein!“,ich stemmte meine Hände in die Hüften. Wie sollte ich denn jetzt unbeschwert leben, wenn ich fürchten musste, dass mich etliche, männliche Wesen bespannen konnten?! „Hab keine Angst. Wenn du deinen Freund mitbringst,dann wird sich bestimmt keiner an dich herantrauen.“,mein Vater gluckste vergnügt. „Mein Freund?“

„Ja,dieser

„Woher kennst du ihn?“,ich hatte meinem Vater bis zum heutigen Tag verschwiegen das ich einen Freund hatte.

hübscher Kerl,aber er sah ein

„Er war bei uns, als du zum Supermarkt gegangen bist

bisschen aus wie ein Aufreißer. Lass ihn ja nichts dummes anstellen,ok? Aber dazu hat er ja gar keinen Grund,bei so einer hübschen Freundin.“,er strich mir liebevoll über die

Ich

werde dich vermissen. Pass gut auf dich auf und

wie

hieß er noch gleich? Kim Jonghyun

?“

Ein

Haare,während ich schluckte. Genau meinen Schwachpunkt getroffen

Ich setzte mein falsches Lächeln auf und antwortete:“Stimmt,er ist ein toller Junge. Mit ihm an meiner Seite passiert mir schon nichts. Danke Papa.“ Nach ein paar weiteren Minuten verabschiedeten wir uns voneinander und mein Vater,sowie sein Kollege fuhren davon.

Super

!

mir

würden jetzt sicher noch mehr Hürden in den Weg gestellt werden als vorher.

52

Es dauerte bis spät in die Nacht meine Sachen auszupacken und notdürftig unter zu bringen. Völlig erschöpft und verschwitzt setzte ich Wasser auf und ließ es kochen,während ich schnell eine Dusche nahm. Das Fenster verschloss ich fest und hing 2 Handtücher davor. Vorhänge hatte ich leider noch nicht. Dann machte ich mir meine geliebten Instantnudeln warm und aß sie genüsslich,während ich eine Sendungen auf dem PC ansah. Konzentrieren konnte ich mich allerdings nicht,denn von draußen drang höllisch laute Musik herein. Damit musste ich leben,aber es war schon nervig. Ich schnappte mir meine Kopfhörer und stellte das Volumen auf volle Lautstärke. Das half zumindest etwas. Nach einer weiteren Stunde stand ich auf und machte mich bettfertig,immerhin hatte ich morgen Schule. Natürlich könnte ich mich krankschreiben lassen,aber mir war nicht danach. In zwei Wochen schrieb ich einen wichtigen Test und da konnte ich nichts vom Unterricht verpassen. Erschöpft legte ich mich also ins Bett und versuchte einzuschlafen,doch die laute Musik von nebenan hielt mich die ganze Nacht wach. Ich war kurz davor verrückt zu werden,schlief dann letztendlich doch so gegen vier Uhr ein.

Der darauf folgende Tag war eine wirkliche Qual. Ich schlief sogar im Unterricht ein und verpennte die ersten fünf Stunden. Wenn ich nicht Queenka wäre,hätten die Lehrer mir schon einige saftige Strafen auf‘s Auge gedrückt In der Mittagspause saß ich dann wieder bei Tao,Jongin und Chanyeol am Tisch. Jieun und Seunghyun waren heute nicht da. Stattdessen unterhielt ich mich mit Kyungsoo,welchen ich auch damals in dem Raum getroffen hatte. Unterhalten war eigentlich schon zu viel gesagt. Er war derjenige mit den großen,runden Augen. Außerdem sah er aus wie ein verschrecktes Reh im Scheinwerferlicht. Es war wirklich amüsant ihn zu beobachten,denn egal was er tat,er schien immer nervös zu sein. Aber er war ein netter Kerl und erinnerte mich mit seiner mütterlichen Art an Dongwoo. Kyungsoo war fast wie eine Hausfrau. Er lebte mit ein paar anderen Jungs zusammen und hielt immer alles sauber,kochte und sorgte auch noch für einen immer vollen Kühlschrank. „K-Komm doch irgendwann mal zu mir,d-dann k-kochen wir was zusammen!“,stotterte er

und sah mich erwartungsvoll an und ich nickte freudig,woraufhin er erleichtert in die Hände klatschte. „Was? Sunny kommt zu dir?“,Chanyeol mischte sich ein und sah zwischen uns Beiden hin und her,“Dann komme ich auch rüber! Du musst wissen,Kyungsoo kann wirklich klasse kochen,aber sein wahres Können zeigt er nur selten.“ „Hey! Was meinst du damit?“,der Kleinere schmollte leicht und brachte Chanyeol und mich zum grinsen. „Jongin und Tao kommen dann natürlich auch mit. Ist doch in Ordnung,oder Reh?“,Chanyeol sah gespannt in die Richtung des Kleineren,welcher seufzte,aber dann schließlich ergeben nickte. „Abgemacht. Dann, diesen Samstag?“,fragte er und wir nickten. Ich war schon ewig nicht mehr bei einem Jungen zu Hause,außer damals bei Jonghy- Ich verwarf die Erinnerung schnell wieder und gähnte leise. „Nicht gut geschlafen?“,fragte mich Tao,während er sich gegenüber von mir auf der Bank niederließ.

„Ja

laufen

„Du wohnst alleine?!“,fragte Chanyeol erstaunt und ich nickte. Dann erzählte ich ihnen ein bisschen von meinem Vater und der neuen Wohnung in der ich lebte,verschwieg aber das Jungenwohnheim nebenan. Es erschien mir, um ehrlich zu sein, unwichtig.

ich

bin umgezogen und mein Nachbar lässt die ganze Nacht lang die Musik so laut

“,erklärte

ich erschöpft.

53

„Wie geht es eigentlich deiner Familie?“,fragte Tao neugierig und wir begannen uns über alte Zeiten zu unterhalten. Außerdem erfuhr ich, wo er die ganzen Jahre über gesteckt hatte. Zusammen mit seinen Eltern war er wieder nach China gezogen. Jahre später hatte

er sich dann entschieden hier in Korea zur Schule zu gehen, um koreanisch zu lernen. Er wollte später als Übersetzer in der Firma seiner Mutter arbeiten. Die Anderen am Tisch hörten uns aufmerksam zu,bis ich eine Präsenz hinter mir spürte. Jedoch reagierte ich nicht schnell genug und ein Schwall Wasser ergoss sich über mir. Chanyeol und Tao sprangen auf und drehten sich um. Wie ich. Dort stand Tiffany,welche sich abschätzig umschaute. „Sunny,du hast dich ja auf ein ganz schön tiefes Niveau herabgelassen. Das passt ja mal gar nicht zu einer Queenka.“,sie sah die Anderen am Tisch an. „Auf ein tiefes Niveau herabgelassen? Das sagst ausgerechnet du? Du,meine eigentliche Freundin, die mit meinem Freund rumgemacht hat?!“,zischte ich und sah sie wütend an. Sie verdrehte die Augen und ging. Mit der Wasserflasche noch in ihrer Hand. „Wie kann sie nur so verdammt bösartig sein?! Und wieso hat sie dir das Wasser-“

„Ist gut Chanyeol

mir nichts aus. Ich bin eher wütend darüber, wie sie euch behandelt.“ „Warum? Das ist ganz normal für uns. Das braucht dir nicht leicht zu tun.“,er grinste ehrlich,was mich traurig machte. Ich wusste wie es war so behandelt zu werden nur allzu gut. Aber ich war nie in der Lage gewesen so ehrlich zu lachen wie sie alle. „Wieso lasst ihr euch das gefallen?“,fragte ich schließlich. „Es ist nichts ungewöhnliches. Und ändern lässt sich daran auch nichts. Ich meine,schau uns doch nur mal an.“,Tao lächelte milde und ich seufzte. Wenn die Leute doch nicht nur auf das Aussehen achten würden. Wenn sie nur wüssten wie unglaublich toll sie alle waren,dann könnten sie ohne Probleme mehr akzeptiert und integriert werden. Ich wünschte,ich könnte etwas für sie tun

“,stoppte

ich den Jungen und sah ihn schwach lächelnd an,“Das macht

Die nächsten Tage waren relativ ereignislos. Bis auf die kurze Unterhaltung mit Sunggyu,Dongwoo und Myungsoo. „Wer sind denn deine ganzen neuen Freunde?“,fragte mich Sunggyu interessiert.

„Ich kenne einen von ihnen noch aus dem Kindergarten und das mit den Anderen hat sich dann einfach so ergeben.“,erklärte ich.

„Du bist aber nur noch bei denen

„So süß!“,quietschte ich und kniff leicht in seine weichen Wangen. Er errötete leicht und blickte mich an. „Ist da jemand eifersüchtig?“,foppte Dongwoo ihn und erhielt dafür einen Schlag gegen die Schulter. Ich lachte laut und wir alberten noch weiter etwas zusammen herum.

“,zum

ersten Mal sah ich,wie Myungsoo schmollte.

Endlich war Freitag und ich packte nach Schulende schnell meine Sachen zusammen. Ich rannte eilig raus und wartete ungeduldig auf den Bus. Morgen würde ich zu Kyungsoo gehen und ich musste doch wenigstens eine Kleinigkeit mitbringen,oder? Ich beschloss also zu einem kleinen Geschäft in der Innenstadt zu fahren. Es lag ziemlich versteckt in einer Seitenstraße,wo ich es mal durch puren Zufall entdeckt hatte. Der Laden war sehr niedlich und bot viele verschiedene Kochutensilien an. Ich überlegte lange und entschied mich dann für eine Himmelblaue Schürze mit der Aufschrift ,Meisterkoch‘. Mit der Tüte, in der das Geschenk war, stieg ich wieder zufrieden in den Bus und blickte aus dem Fenster. Ich hörte zwei laute Stimmen und blickte neugierig umher um herauszufinden wo sie herkamen. „Jetzt vergiss sie doch endlich!“

54

Als ich sah wer da auf mich zukam,sank ich in meinem Sitz zusammen. Jonghyun und Tiffany betraten den Bus und setzten sich auch noch schräg gegenüber von mir auf die Sitze. Sie schienen mich nicht bemerkt zu haben. Etwas erleichtert atmete ich aus und begann sie vorsichtig zu beobachten. Tiffany hatte ihren Arm um ihn geschlungen und redete wild auf ihn ein. Sie klimperte mit den Wimpern,verzog ihren Mund und versuchte seine Aufmerksamkeit zu erregen. „Jonghyun komm schon! Sunny will dich anscheinend nicht zurück! Ich allerdings möchte auch weiterhin mit dir zusammen sein. Bereust du es etwa mit mir etwas angefangen zu haben? Sag schon. Das kann doch unmöglich sein,oder? Wenn du mich nicht lieben würdest,dann hättest du das alles nicht gemacht und außerd-!“ „Halt deinen Mund! Ich liebe dich nicht! Das alles war ein großer Fehler von mir.“,Jonghyun ballte leicht seine Faust,“ich möchte Sunny wieder zurück,egal was kommt.“ „Sie scheint aber diese hässlichen Typen mit denen sie neuerdings rumhängt lieber zu mögen als dich.“ Ich musste aussteigen und als ich vor von Tiffany und Jonghyun stand, drehte ich mich zu ihnen. „Ihr lebt in einer so kleinen Welt. Ist es nicht traurig wenn man nur Vorurteile hat und Andere nur auf ihr Aussehen beschränkt? Und Jonghyun,mit ihr bist du sicher besser dran. Ich hasse es wenn jemand mit meinen Gefühlen spielt. Mach mit ihr rum so viel du willst,das interessiert mich nicht mehr.“ Dann stieg ich aus und rannte den ganzen Weg bis zu meiner Wohnungstüre. Drinnen zog ich meine Schuhe aus und riss mir die Klamotten vom Leib um in die Dusche zu steigen. Das heiße Wasser lief über mein Gesicht und langsam entspannte ich mich. Ich wünschte, ich würde ihn vergessen. Aber ich hing noch immer zu sehr an ihm Ich verteilte Creme auf meinem Gesicht,band meine Haare zu einem wilden Dutt und aß frustriert ein paar Chips. Mit irgendwas musste ich mich abreagieren und die laute Musik von nebenan machte mir heute sogar gar nichts aus. Sie war eher das Mittel zum Zweck. Vielleicht war es jetzt mal an der Zeit etwas zu trinken? Ich war zwar noch Minderjährig hier in Korea,doch irgendwie war ich an etwas Alkohol gekommen. Es war nichts starkes,aber es sollte reichen um mich etwas entspannter werden zu lassen. Ich schnappte mir die Flasche Soju,ein beliebter Branntwein,und ließ ihn mir ordentlich schmecken.

Je mehr ich trank, desto befreiter fühlte ich mich. Die Musik wirkte dabei fast wie eine Art Hypnose auf mich und langsam,mit wackeligen Beinen begann ich zu tanzen. Alles in meinem Körper fühlte sich so leicht und warm an. Wie lange ich wohl durch die Wohnung getaumelt war? Plötzlich wurde ich durch einen frustrierten Schrei aus meinen Gedanken gerissen. War da etwas schlimmes passiert? Alles um mich herum drehte sich und mit Mühe und Not schaffte ich es auf den Balkon. Gegenüber brannte das Licht und ich sah durch die Vorhänge eine Person auf dem Boden liegen.

„Oh mein Gott

immer panischer,bis der Körper sich endlich zu bewegen begann.Die Person richtete sich auf und kam langsam auf den Vorhang zu. Dabei rechnete ich mit dem Schlimmsten. „Entschuldigung,ich war wohl etwas zu laut. Ich habe geprobt und-“,ich sah mit sperrangelweitem Mund den mir gegenüber stehenden Jungen an.

„S-Sunny

Dort stand jemand mit langen Haaren,die er mit einem Mütze hinten hielt. Sein Gesicht war leicht gebräunt und seine Lippen waren voll und rot. Schweißtropfen liefen seinen

55

!

Ist alles in Ordnung mit ihnen?! HALLO?! HÖREN SIE MICH?!“,lallte ich

?!“,das

konnte nicht sein

Nacken entlang,während sich sein Adamsapfel leicht auf und ab bewegte. Ein paar dunkle,ausdrucksstarke Augen sahen mich geschockt an.

„Bist du das etwa, Jongin

nicht,bis ich plötzlich weitere Rufe hörte.

„Hey Kai,alles in Ordnung? Bist du wieder gestolpert? Was machst du denn da am- Sunny!“ „Chanyeol?!“,verdutzt sah ich den großen Jungen am Balkon stehen.

„Was machst du da?Wohnst du etwa

Er begann zu grinsen und klatschte erfreut in die Hände,wie ein kleines Kind. „Komm rüber! Wir essen gleich noch was!“,rief er und kam näher an den Balkon.

Es mochte der Rest Alkohol in meinem Blut gewesen sein,aber ich stellte mich mit zittrigen Beinen auf den Rand und sprang. Jonging fing mich kurzerhand auf bzw. ab,und krachte zusammen mir mir zu Boden. Chanyeol war dann derjenige,der mir hoch half. Er nahm mich bei der Hand und zog mich durch den extrem warmen und stickigen Raum. „Ich glaube Kyungsoo übt gerade ein neues Rezept! Er gibt uns bestimmt was ab wenn er dich sieht.“,aus irgendeinem Grund begann ich zu kichern und folgte dem fast zwei Köpfe größeren Riesen. „D.O! Mach auf!!!“,Chanyeol klopfte ununterbrochen,bis ein sichtlicher gestresster Kyungsoo die Tür öffnete. „WAS?!“,er sah neben den Größeren und bemerkte mich.

„Wo kommst sie denn her? Und

„Hä? Erkennst du sie nicht? Das ist Sunny. Unsere allseits beliebte Queenka. Auch wenn sie gerade etwas ulkig aussieht.“,Chanyeol stupste spielerisch gegen meinem Dutt,aus den sich schon mehrere Strähnen gelöst hatten. Nach einigem hin und her saßen wir dann drinnen am Tisch und beobachteten Kyungsoo aufmerksam,wie er mit den Töpfen und Messern hantierte. Es roch wirklich himmlisch und ich fragte mich was er da gerade genau anfertigte. „Hast du Soju?“,brabbelte ich und er zeigte gestresst auf den Kühlschrank. Ich stand auf und stolperte leicht. „Was hast du vor?“,fragte Chanyeol und sah mir hinterher. Ich öffnete die silberne Türe und inspizierte den Inhalt. Und da war auch schon der leckere Soju. Ich schnappte ihn mir,löste den Deckel und begann zu trinken. „Woah! Kyungsoo! Schau! Sunny trinkt alles aus!“,der Braunhaarige war aufgesprungen,rannte zu mir und entriss mir die Flasche,nach der ich zu greifen versuchte. Er war aber um einiges größer als ich und ich kam natürlich nicht ran. „Gib‘s mir zurück!“,flehte ich und begann immer heftiger zu kichern. Es war so, als hätte man einen Schalter in mir umgelegt und ich sah nur noch durch eine rosa farbene Brille. Alles war schön und so lustig! Mir war warm und es gab überhaupt keine Probleme mehr auf dieser Welt.

„Yeollie!“,rief ich fröhlich und umarmte ihn,“Du bist ein großer,großer Turm. Ein sanfter

Riese. Und DU Kyungsoo

zögerte, während ich den Namen aussprach. Er reagierte

?“,ich

Wieso

Warte,warte

das ist ja klasse!“

wer

sind sie überhaupt?“

das

reimt sich,hehe

Du

bist eine Mami!“

Ich sprang umher und fühlte mich fast so wie ein Vogel.

„S-sunny

an. „Wisst ihr was?!“ „Ich kann fliegen!“ „A-Ach ja?“ „Ja,schaut!“,ich lachte und rannte auf das offene Fenster zu.Ich hatte schon einen Fuß auf dem Fensterbrett,als ich von jemandem brutal zurück gezogen wurde. Ich sah hoch und blickte in die Tellergroßen Augen von Kyungsoo. Er atmete heftig und hielt mich so fest er konnte.

Beiden waren sichtlich überfordert mit der Situation und sahen sich ratlos

?“,die

56

„Hast du mich so lieb?“,fragte ich fröhlich und gluckste leicht. „Du scheinst Alkohol ja mal so gar nicht zu vertragen “

„Wo ist Sunny?!“,hörte ich und es dauerte nicht lange,bis Tao in seinem Schlafanzug im Raum stand,mit einer dicken Brille auf der Nase.

„Oh man

mich bei der Hand. Keuchend ließ Kyungsoo von mir ab und ich hörte wie er sich beschwerte,das ich für ein Mädchen viel zu stark sei. Tao platzierte mich auf einem Stuhl und gab mir Brot,auf welchem ich genüsslich kaute,wie ein Kamel. Ab und zu wollte ich zwar wieder aufspringen,aber mein Panda Freund hielt mich davon ab.

Je mehr Zeit verging,desto mehr klärten sich meine Gedanken auf und die Scham trat vor. Nach ungefähr eineinhalb Stunden. War ich soweit, wieder komplett normal zu denken und ich hielt mir peinlich berührt die Hand vor mein Gesicht.

„Oh mein Gott

gegenüber,während Kyungsoo wieder dabei war zu kochen. „Ich habe mich jetzt total zum Affen gemacht,oder?“ „Wieso?“ „Hab mich wie die letzte Idiotin verhalten und ich sehe aus wie

meinen Kopf und merkte das mein Dutt fast nicht mehr vorhanden war. Mein Gesicht war noch immer heiß und dementsprechend feuerrot und mein rosa Pyjama mit den Häschen trug nicht gerade zu meinem Image als Queenka bei. „Mach dir nichts draus. Unser Kyungsoo hier fängt immer an zu weinen wenn er etwas über den Durst getrunken hat.“,sagte Chanyeol lässig,“Das ist peinlich.“ „Außerdem ist es erfrischend dich mal nicht völlig aufgestylt zu sehen.“,Tao lächelte mich an,während er seinen Kopf auf die Hand gestützt hatte. Ich war zwar skeptisch,doch trotzdem versuchte ich ihnen zu glauben. Es schien sie anscheinend wirklich nicht zu stören,denn sie unterhielten sich ganz normal weiter und wir aßen zusammen. „Du bist ein wirklicher Meisterkoch Kyungsoo!“,ich hob meinen Daumen und lächelte ihn an. „D-Danke. Und du kannst ganz schön was v-verdrücken für so ein schmales Mädchen!“ „Danke ?“ „Sag mal,du wohnst also wirklich direkt gegenüber von meiner Wohnung?“,fragte Chanyeol nun und ich nickte. Dann erzählte ich ihnen erneut die Kurzfassung, wie es dazu gekommen war. Wir schwiegen etwas und dann begann ich mit Kyungsoo zusammen aufzuräumen,während die anderen Beiden begannen Fernsehen zu schauen. „Du sag mal?Chanyeol lebt mit Jongin zusammen,oder?“ „J-Ja,warum?“ „Kannst du ihn irgendwie rüber holen?“,fragte ich. Er nickte und schickte Chanyeol los. Kyungsoo scheuchte ich zur Couch und bat ihn dort zu warten bis die anderen Beiden zurückkehren würde. Beim abwaschen war mir eine Idee gekommen um ihnen das Leben vielleicht ein bisschen leichter zu machen. Aber ich musste erst noch einmal sicher gehen,ob das überhaupt was werden konnte.

scheinst

nicht übertrieben zu haben Chanyeol

“,er

kam auf mich zu und nahm

“,war

das Einzige was ich rausbrachte. Chanyeol und Tao saßen mir

wie

AH!“,ich fasste an

57

Nachdem sich alle im Raum versammelt hatten,stellte ich mich vor sie.

Jongin sah genau so aus wie in der Schule,vielleicht hatte ich mir das Ganze von vor ein paar Stunden ja nur eingebildet. Jedenfalls atmete ich tief ein und rief dann:

„Ich möchte euch zu Kingkas machen!“ Erwartungsvoll sah ich in die Runde und wartete geduldig auf irgendwelche Reaktionen,aber es kamen keine. Sie lachten nur so,als hätte ich einen guten Witz gemacht.

„Das ist nicht lustig! Jetzt mal ganz ehrlich

aus euch machen! Du Kyungsoo,“ich ging auf ihn zu und berührte sanft seine Wange,“bist richtig süß und erinnerst mich an ein knuffiges Reh. Außerdem kannst du toll kochen und

deine Haut ist so schön glatt. Chanyeol du bist riesengroß,hast ein schönes Gesicht und

ein tolles Lächeln. Tao

und du wirkst so düster,obwohl du das ja gar nicht bist. Im Kindergarten hast du auch

schon so einen Eindruck gemacht. Nun zu dir Jongin

Ich beugte mich zu ihm runter und strich ihm die Haare nach hinten. Für einen kurzen Moment verweilte ich in dieser Haltung und bestaunte sein Gesicht. Er war wirklich gutaussehend. Sehr sogar. Ich ließ von ihm ab,während er seinen Blick zur Seite gedreht hatte. “Glaubt mir,mit ein klein wenig Mühe könnt ihr Kingkas werden! Lasst mich versuchen euch zu helfen!“

Haare sind etwas zu kurz

ihr

seid alle unglaublich nett und könnt was

bei

dir wird es etwas schwieriger

deine

Darf ich mal kurz?“

Es waren einige Stunden vergangen,seit Eona angekündigt hat,sie würde uns zu Kingkas machen.

„War sie schon immer so

Flusen durch die Gegend. „Ja,schon. Im Kindergarten war das nicht anders. Sie hat mir damals wirklich geholfen.

Selbst wenn ich glaube, dass das Ganze eine Schnapsidee ist,lasst uns einfach so tun als würden wir mitmachen.“,ich sah an die Decke. “

„Warum? Ich meine „Sie muss sich irgendwie ablenken. Sie hat mit eigenen Augen gesehen wie ihr Freund sie betrogen hat und ich habe sie deswegen noch nicht einmals weinen gesehen. Eona ist

kein Mädchen,welches ihre Gefühle einfach so unter Verschluss hält. Es muss sie wirklich

beschäftigen. Auch wenn ich das nicht verstehe. Ich meine

Arsch. Aber jedenfalls hat sie sich für uns eingesetzt und hat ihren Ruf als Queenka für uns freiwillig gefährdet.Also lass uns wenigstens versuchen sie abzulenken und aufzumuntern.“

„Wenn du meinst.“,Chanyeol reckte sich und gähnte gelangweilt,dann lehnte er sich zu mir rüber und grinste breit,“Du magst sie,oder Tao?“ „Kommt drauf an wie du mögen definieren würdest. Aber ja,das tue ich. Sie hat sogar

damals schon für mich ihre Freunde aufgegeben

„Laoshu?“,mein Freund neigte den Kopf fragend zur Seite,doch ich lächelte ihn nur an. Tao-Tao und Laoshu. Dieses Mal werde ich derjenige sein,der sie wieder zum Lächeln bringt!

forsch?“,Chanyeol

saß auf der Couch und schnippste ein paar

dieser

Jonghyun ist der letzte

Und

sie ist meine kleine Laoshu.“

58

Am nächsten Tag wachte ich mit einem brummenden Schädel auf. Was gestern genau passiert war,wusste ich nicht mehr. Nur, dass ich Soju getrunken hatten und dann war alles übrige verschwunden. Na ja,erstmal sollte ich mich fertig machen,immerhin musste ich in 2 Stunden los. Wo Kyungsoo wohl wohnte? Und mit wem? Ich dachte über alles mögliche nach, während ich mich anzog,meine Haare stylte und

mich schminkte. Schlussendlich sah ich zufrieden in den Spiegel und verließ das Haus mit dem Geschenk.

So

das?

Ich kramte mein Handy aus meiner kleinen,hellblauen Handtasche und wählte die Nummer meines Kindergartenfreundes. Nach ein paar Freizeichen hob er auch schon ab. „Eona?“,seine Stimme klang etwas kratzig. „Bist du gerade erst wach geworden?“

„Ja

„Ich wollte nur sichergehen,dass die Adresse die ich habe, richtig ist. Also die von

Kyungsoo

„Warum stellst du dich denn so an? Du weißt doch jetzt nur zu gut wo unser Tofu wohnt.“ „Tofu? Meinst du Kyungsoo? Und nein,weiß ich nicht. Woher auch? Du bist komisch Zita-“ „Tao. Nenn mich einfach nur Tao.“,unterbrach er mich.

„Ist ja gut. Ich mach mich dann mal auf den Weg

zögerlich das Jungenwohnheim,in welchem diesen Samstag reges Treiben herrschte. Viele von ihnen sahen mich an und ich fühlte mich etwas,sagen wir unwohl. „Entschuldigung?“,ein Junge mit Haut so weiß wie Schnee,großen, runden Augen und runden Wangen sah mich interessiert an,„Suchst du jemanden?“

„Ja,das tue ich allerdings.“,ich lächelte ihn freundlich an und zeigte ihm die Adresse. Ungläubig sah er von mir zum Zettel und wieder zurück.

„Ok

stehen blieben, verbeugte er sich kurz und rannte mit aufgeblasenen Wangen davon. Kauziger Kerl Ich klopfte laut und es dauerte nicht mal fünf Sekunden bis die Tür aufgerissen wurde und Kyungsoo vor mir stand. Ich war etwas perplex als ich seinen Aufzug sah,denn er trug einen Anzug und seine Haare waren ordentlich gekämmt. „K-Komm doch bitte herein.“,er nahm meine Hand und führte mich in einen Raum,welcher mir etwas bekannt vorkam. An einem kleinen,hellen Tisch saß Tao,welcher mich erwartungsvoll ansah. Auch er war zurecht gemacht. Der Stuhl auf dem er saß knarzte,nachdem er aufgestanden war und mich zu meinem Platz führte und den Sitz extra für mich zurecht schob. „Danke?“,verwirrt setzte ich mich und beobachtete die Zwei irritiert. Aus dem Zimmer nebenan hörte ich ein lautes Scheppern und zuckte leicht zusammen. Schreie und ein sehr wildes Stimmengewirr,was wie ein Streitklang, war zu hören,welches immer lauter wurde. Dann,ganz plötzlich stand Chanyeol im Zimmer,bekleidet mit einem weißen Hemd und schwarzer Hose. Seine Haare waren nach hinten gegelt,von der üblichen Palme war nichts zu sehen. Ein Junge stand allerdings noch hinter ihm und es dauerte etwas bis ich ihn erkannte. Er versuchte sein Gesicht hinter seinen Händen zu verstecken. Die Krawatte die er trug war völlig falsch gebunden,die langen Haare mit einem dunklen Band nach hinten gehalten. „J-Jongin?“,fragte ich fassungslos,woraufhin er mit hochrotem Kopf zu Boden sah. „Und? Wie findest du uns?“,Kyungsoo sah mich gespannt an. Auch wenn es mir furchtbar leid tat,aber ich konnte nicht anders als laut zu lachen.

der

Adresse nach zu urteilen musste ich

nur

in das Gebäude gegenüber? Stimmte

Was

ist denn?“

“,ich

gab ihm die Informationen und er versicherte mir,sie würden stimmen.

“,etwas

verwirrt legte ich auf und betrat

na

dann komm mal mit

“,er

ging vor und zeigte mir den Weg. Als wir vor einer Tür

59

„W-Was genau soll das hier werden? Ihr seid ja

aus!“,ich hielt mir den Bauch und wischte mir die aufsteigenden Tränen mit meinem Zeigefinger weg.

„Aber wir dachten

immer leicht lachend, von meinem Platz erhob und zu jedem von ihnen ging. Ich betrachtete sie amüsiert von oben nach unten und wartete auf eine Erklärung,welche ich dann von Chanyeol bekam. „Du wolltest etwas aus uns machen und da haben wir gedacht,wir zeigen dir erstmal was “

wir aus uns rausholen können

„Gestern? Das müsst ihr geträumt haben. Ich war zu Hause,welches lustigerweise direkt nebenan ist.“,todernst blickte ich jedem von ihnen in die Augen. „Wie m-meinst du das? Du w-warst aber g-gestern hier!“,Kyungsoo gestikulierte etwas hilflos mit seinen Händen,“Erinnerst du dich e-etwa nicht?“ Ich schüttelte den Kopf. Er bat uns alle zu Tisch und servierte Kaffee und Kuchen,während die Vier mir erzählten was am letzten Abend vorgefallen war.

hehe

oh Gott

ihr

seht wirklich ulkig

du

hast doch

“,Tao

sah mich entgeistert an,während ich mich, noch

Gestern meintest du ja

„Also ihr wollt sagen

„Ja!“,riefen sie einstimmig,woraufhin ich nur grinsend den Kopf schüttelte. „Echt lustig. Fast hätte ich euch geglaubt. Tofu,der Kuchen ist übrigens echt super!“,lobte ich den Koch. „Woher hast du den Namen denn wieder?“,seine großen Augen funkelten. „Zita-“,Tao funkelte mich warnend an und ich räusperte mich,“Hab ich so aufgeschnappt.“

das

ich das alles gestern gesagt hätte?“

Der Rest des Tages verlief sehr entspannt,mit vielen Lachern. Und als ich dann letzten Endes Kyungsoo mein Geschenk überreichte,freute er sich wie ein Schneekönig. „So süß!“,quiekte ich ganz angetan und wuschelte ihm durch die noch immer ordentlich anliegenden Haare.

„Ich muss dann mal los

„Wo will er denn jetzt plötzlich hin?“,fragte ich und erfuhr,dass er seit Monaten endlich wieder einen Termin beim Friseur hatte. Wurde aber auch Zeit! „Denkt ihr, ich kann mitgehen?“,fragte ich aus Spaß und ehe ich mich versah wurde auch ich aus der Tür geschoben. „Gute Idee! Bring ihn dazu sich endlich mal die Haare kürzer schneiden zu lassen! Ich halte das so nicht mehr aus!“,beschwerte sich Chanyeol. So stand ich also auf dem Flur und hatte anscheinend keine Wahl, außer nach Hause zu gehen,oder Jongin zu folgen. Ich eilte also die Treppen runter und entdeckte ihn an der Bushaltestelle. Aus einigem Abstand beobachtete ich ihn und stieg auch erst viel später in das Fahrzeug ein. Interessiert beobachtete ich ihn. Jongin hatte sich das Haarband entfernt und von seinem Gesicht war wieder nichts zu sehen. Schade eigentlich. Mir fielen die Blicke auf die ihm zugeworfen wurden und die jungen Mädchen,die über ihn lachten. Ob das immer passierte? Ich schaute wieder zu ihm und beobachtete wie er sich große Kopfhörer aufzog und scheinbar alles andere ausblendete. Nach knapp zwanzig Minuten Fahrt stand er auf und ich folgte ihm vorsichtig. Auch

hier,mitten in der Stadt, fiel er auf wie ein bunter Hund. Mit seiner schiefen Krawatte,den

langen Haaren,der gekrümmten und unsicheren Körperhaltung

Er tat mir Leid,ja sogar sehr. Jongin lief in eine dunkle Seitenstraße und ehe ich mich versah stoppte er abrupt und sein Kopf hing nun noch tiefer als zuvor.

“,sagte

Jongin leise und ging in Richtung Türe.

wie

eine graue Maus.

60

Interessiert sah ich an ihm vorbei und entdeckte ein paar weitere Jungs in Schuluniformen auf der Straße sitzen. Ausgesprochen nett sahen sie nicht aus. Eher wie diese typischen Schläger aus den Serien, die ich nun schon all zu oft gesehen hatte. Leichte Panik stieg in mir hoch als sich Drei von ihnen aufrappelten und auf Jongin zusteuerten. Es würde doch nichts passieren,oder? Ich war wahrscheinlich einfach nur etwas paranoid

„Hey Kleiner! Du siehst aus wie ein armseliges Muttersöhnchen. Musst du deiner Mami Sachen holen gehen? Gemüse kaufen?“,der Kleinste von ihnen lachte über seine schlechten Sprüche.

„Halt die Klappe Kwon! Ey du! Du hast bestimmt Geld oder? Weißt du

eine Zigarette an,“Wir wollten noch was saufen gehen,haben aber nix Bares dabei. Kannst uns sicher was leihen oder?“ Jongin bewegte sich kein Stück,woraufhin der andere Junge ihn ungeduldig schubste. „Kannste nicht reden? Hä, Looser? Haste Angst? Ist niemand bei dir um dich zu beschützen? Gib uns dein Geld und dir passiert nichts du Pisser“,drohte er und drängte Jongin gegen eine Wand.

Was nun

Kyungsoo vergessen?! Ausgerechnet jetzt

Ich blickte mich Hilfesuchend um,aber keine Menschenseele war zu sehen. War hier denn

nichts womit ich mich verteidigen konnte

“,er steckte sich

?!

Ich suchte meine Handy,konnte es aber nicht finden. Hatte ich es etwas bei

Was jetzt?

?

„Abschaum wie euch“,ich strich mir meine, mittlerweile zu langen, Haare aus dem Gesicht,“würde ich nie Geld geben. Selbst wenn ihr mich auf Knien darum beten würdet.“ Ich hasste so Typen. Sie dachten,nur weil sie immer in Gruppen unterwegs waren, könnten sie sich alles erlauben. Viel zu oft hatte ich schon Menschen wie ihnen ,ausgeholfen‘ und hatte danach immer noch mehr Ärger am Hals als vorher. Warum sollte ich also diesmal nachgiebig werden?

„Du Pisser!“,der Größte spuckte auf den Boden und knackte mit seinen Fäusten. Ein paar Schläge würde ich schon einstecken können. Keine große Sache. „STOPP!“,erschrocken drehte ich mich in die Richtung. aus der die Stimme gekommen war.

Nur ein paar Meter weiter stand

uns zu. Keine gute Idee,sie sollte schleunigst von hier verschwinden

Eona!

Sie hielt einen Besen in der Hand und rannte auf

!

„Was denkt ihr wer ihr seid?!“,fragte ich wütend und stellte mich schützend vor Jongin.

„Bist du seine Freundin? Guter Fang!“,pfiff einer der Jungs und betrachtete mich von oben bis unten. Sein Blick blieb auf meinen entblößten Beinen hängen. Widerlich. „Wie wäre es? Du kannst gerne mit uns Spaß haben und den Spast hier links liegen lassen. Das werden wir dann auch tun. Hast nichts dagegen,oder?“,einer der Jungs,mit einer großen Narbe am Kinn,leckte sich über die Lippen und streckte seine Hand nach mir aus. „Träum weiter!“,schrie ich und schlug mit dem Besen um mich,dabei traf ich auch einen von ihnen. Er fluchte und funkelte mich böse an.

„Du Schlampe

Oh oh

Faust. Voller Angst schloss ich meine Augen,doch einen Schlag bekam ich nicht ab. „Man vergreift sich nicht an Frauen.“,ich blickte hoch und sah Jongin,welcher vor mir stand. Es ging alles so schnell. Er trat einen der Jungs,welcher zu Boden fiel und griff

!“

!

Ehe ich mich versah, landete ich auf dem Boden und sah die herabsausende

61

nach meiner Hand. Dann zog er mich hoch und rannte. Ich brauchte einen Moment um das Gleichgewicht zu finden,doch dann sprinteten wir was das Zeug hielt. Nachdem es um uns herum von Menschen wimmelte,blieben wir atemlos stehen.

„Jongin

„Ich habe noch einen Termin. Geh besser wieder zurück.“,völlig ruhig drehte er sich um und ging, als wäre nichts geschehen

Als wenn ich jetzt einfach so verschwinden könnte seinem Besitzer.

“,ich

sah ihn noch etwas ängstlich an,als er mich unterbrach.

!

Ich folgte ihm, wie ein treuer Hund

Nun saßen wir also beim Friseur und ich wartete brav auf einem der Stühle.

„Bitte nur die Spitzen schneide.“,hörte ich Jongin sagen,woraufhin ich aufstand und auf die Frau zuging,welche für ihn zuständig war. „Machen sie ihm eine ordentliche Frisur. Ich stehe auch für alles gerade.“,dann ging ich weiter zur Toilette und betrachtete mich erschöpft im Spiegel. Meine Haare waren nun alles andere als ordentlich und meine Klamotten waren ruiniert. Seufzend verließ ich den Raum wieder und hörte auch schon einen sich beschwerenden,nun nicht mehr langhaarigen Jungen. Die Friseuse hatte ihm gerade einfach so die Haare bis kurz hinter den Ohren abgeschnitten. Erfolg! Er konnte jetzt gar nicht anders, als sie weitermachen lassen. Es dauerte fast eine geschlagene Stunde bis er mit allem durch war und das fertige Ergebnis wurde von allen Leuten im Raum bestaunt. „Der hat ja ein Gesicht wie ein

Model

Pah! Menschen sind viel zu oberflächlich.

“,hörte

ich zwei Mädchen flüstern und ich grinste. Und das fällt euch erst jetzt auf.

„Geh doch mal mit etwas mehr Selbstvertrauen!“,tadelte ich den neben mir laufenden Jungen,welcher noch immer den Kopf tief senkte und sich vor all den Blicken zu verstecken schien. „Das war dein Werk,oder?“,zischte er wütend.

„Japp!“,antwortete ich fröhlich,während wir gemeinsam in den Bus stiegen. Dieses Mal setzten wir uns nebeneinander und ich ließ meinen Kopf gegen das Fenster sinken.

„Danke

“,flüsterte

ich.

„Wofür?“

„Du hast mich verteidigt

„Ach das

Immerhin hast du mich zuerst verteidigt. Auch wenn das etwas unangenehm war. Ich bin ja hier der Kerl. Dachte ich zumindest.“,er lachte müde. Ich dachte kurz nach und drehte mich zu ihm,um dann seine nun kürzeren Haare aus der Stirn zu streichen. Er zuckte leicht und ich hielt in meiner Bewegung inne.

„Du bist ja verletzt

gebildet,um die herum Schürfwunden zu sehen waren. „Ich hab leider nicht die besten Reflexe.“,erneut lachte er,bis ich mich über ihn beugte und leicht auf seine Wunde pustete. „Meine Mutter hat das immer gemacht und danach ging es mir auch direkt besser.“,erklärte ich und knuffte ihm leicht gegen die Schulter,bevor ich mich wieder gegen die Scheibe lehnte.

Ich

hatte eben wirklich Angst

“,gab

ich zu und seufzte.

kein

Problem. Aber eigentlich bin ich derjenige der sich bedanken sollte.

“,tatsächlich,auf

seiner Stirn hatte sich eine dicke,blaue Beule

62

Mein Gesicht brannte wie Feuer. Eona war schon merkwürdig

versucht mich dann auch noch zu beschützen. Und das als Mädchen mit keiner besonders einschüchternden Größe. Aber sie ist wirklich forsch,wie Chanyeol es mir gesagt hatte Und warmherzig,wie Tao es gesagt hatte Mein Blick fiel auf ihre noch immer entblößten Beine,an denen ein paar Schrammen zu sehen waren. Ich seufzte,zog meine Jacke aus und legte sie über sie. Anscheinend war

Eona eingenickt,denn ihr Kopf schaukelte immer wieder leicht hin und her,oft kurz davor gegen den Sitz vor ihr zu schlagen.

Sollte ich

Ich bewegte vorsichtig ihren Kopf nach hinten und rückte näher an sie heran. Sie schaukelte leicht von links nach rechts und es dauerte nicht lange bis ihr Kopf, wie von selbst, auf meiner Schulter landete. Mein Blick landete auf ihrem schlafenden Gesicht und ich grinste. Auch wenn sie normalerweise aussah wie ein Model,immerhin war sie ja auch Queenka,so erschien sie

mir jetzt wie ein kleines Kind. Ihr Gesicht war aus irgendeinem Grund viel runder als sonst und ich konnte nicht anders, als ihr vorsichtig in die Wange zu piksen.

Haha

Irgendwie verstand ich Tao nun etwas mehr

aufmuntern wollte. Aber wofür solch einen Aufwand betreiben? Sie war auch nur wieder eins von vielen Mädchen. Das hatte ich bis vor ein paar Stunden gedacht. Aber jetzt sah ich sie in einem Anderen Licht. Zumindest ein winziges bisschen.

Erst

folgt sie mir und

Na

was war schon dabei.

So

weich!

Chanyeol

hatte mir erzählt,dass er sie

„Eona! Was ist denn mit dir passiert?“,ich stand schlaftrunken neben Jongin,den ich noch bis zu seinem Zimmer begleitet hatte. Vor mir standen Chanyeol und Tao,welche mit

großen Augen zu mir herabsahen. Diese blöden Riesen

klein sein?! „Nichts. Alles in Ordnung.“,flötete ich fröhlich und schlängelte mich an den Beiden Türstehern vorbei. Daraufhin sahen sie ihren ratlos achselzuckenden Freund an und folgten mir. Allerdings war ich schon über den Balkon geklettert und stand in meiner Wohnung. Ich winkte ihnen noch einmal zu und zog dann die Vorhänge so,dass man mich nicht mehr sehen konnte. Ich schaffte es gerade so mich abzuschminken,als ich völlig erschöpft,noch im Badezimmer, einschlief.

!

Wieso musste ich auch nur so

Am nächsten Morgen wachte ich mit einem unglaublich schmerzenden Rücken auf und stöhnte verächtlich,während ich mich an der Wand hochzog. Ich kam mir vor wie eine altersschwache Frau,welche ihren Krückstock hatte liegen lassen. Heute war Sonntag und mir war jetzt schon langweilig. Was könnte ich tun? Ich sah auf meine Nägel und erstarrte. Sie waren teilweise abgebrochen und der Nagellack blätterte ab. Zeit für eine Maniküre! In meinem kleinen Schrank,ganz hinten bei den Schuhen,stand eine Schachtel voller Utensilien für die Nägel. Erstmal den Lack entfernen,feilen und polieren. Der beißende Geruch des Nagellackentferners stieg in meine Nase und ließ mich die Luft anhalten. Widerlich! Ich entschied mich danach für ein einfaches rosa und fügte ein paar Swarovski Steine hinzu. Es sollte ja auch nicht allzu äff aussehen,oder? Trotzdem begutachtete ich das Ergebnis skeptisch,denn ich war es nicht gewöhnt die Nägel so kurz zu haben. Aber immerhin würden sie wieder wachsen. Dann ging ich in die Küche,schnappte mir ein Glas Orangensaft und setzte mich auf meinen kleinen Balkon und legte die Beine hoch,während ich die Augen schloss. Der

63

warme Wind strich durch meine Haare und ein Gefühl von Entspannung übermannte mich. Während ich ab und zu genüsslich an meinem Saft nippte,drifteten meine Gedanken davon.

„Kai,mir ist langweilig.“,Chanyeol jammerte unaufhörlich und lenkte mich durchgehend ab. Dabei hatte ich es noch immer nicht geschafft die Choreographie auch nur einmal richtig auszuführen. Seufzend ließ ich mich neben ihn auf den Boden fallen und betrachtete mich im gegenüber stehenden Spiegel. Es war so ungewohnt,mit kurzen Haaren. Irgendwie merkwürdig „Lass uns was machen!“,jammerte mein blond gefärbter Freund weiter und ich stieß ihm genervt in die Seite.

„Dann geh halt zu Tao oder Kyungsoo! Aber lenk mich nicht immer ab!“,rief ich aufgebracht und stand erneut auf.

„Die sind aber doch nicht da

Playstation spielen!“ „Nein!“ „Warum nicht?!“ „Du nervst! Such dir jemanden mit dem du im Sandkasten spielen kannst!“ „Hey! Ich bin kein kleines Kind mehr!“,schmollte er und ich grinste. „Benimmst dich aber wie eins.“ Er ließ den Kopf hängen und ging zum Balkon,öffnete die Schiebetür und grummelte vor sich hin. Endlich hatte ich wieder etwas Ruhe und drehte die Musik erneut lauter. Sekunden später hörte ich ein krachen und einen aufgebrachten Schrei. „WAS ZUR HÖLLE?!“,rief ein Mädchen,demnach war es wahrscheinlich Eona. Ich warf meine Kappe verärgert auf den Boden und folgte den Geräuschen. Chanyeol war anscheinend auf den gegenüberliegenden Balkon geklettert und etwas war schief gelaufen

“,beschwerte

er sich und stand auf,“Lass uns eine Runde

„Du

geradewegs in mein Zimmer gefallen war. Ich hatte noch gerade so gesehen wie er grinsend auf meinem Geländer stand und dann ausgerutscht war.

Nun hatte er meine große Tüte Chips,sowie das große Glas Orangensaft umgerissen. In meinem Zimmer sah es aus, wie in einer dreckigen Kindertagesstätte.

„Sorry

„Entschuldige dich nicht,hilf mir lieber beim aufräumen!“,ich stampfte wütend davon,während Chanyeol mir bedröppelt hinterherlief. Mit einem feuchten Lappen und einem Kehrblech bewaffnet, machte ich mich daran alles wieder ordentlich herzurichten,bis ein weiterer Junge vor mir auftauchte und mir das Tuch aus der Hand nahm. „Jongin? Was machst du denn hier?“,fragte ich verwirrt. „Helfen.“,antwortete er schlicht und putzte für mich weiter. Lächelnd betrachtete ich ihn und sah mich nach Chanyeol um,aber er war nirgendwo zu sehen. Ich stand also auf und tigerte durch die Wohnung,nur um ihn auf meinem Bett liegen zu sehen. Arme und Beine weit ausgestreckt,sodass sie von den Seiten hingen und fast den Boden berührten. „YAH! WAS MACHST DU DA?!“,empört versuchte ich ihn herunter zu stoßen,was mir allerdings nicht gelang,also schmiss ich ihn mit all den Kissen ab,die ich nur erwischen konnte. Trotzdem bewegte er sich keinen Millimeter.

Wegen

dir kann ich alles aufräumen!“,wütend stand ich über dem Riesen,welcher

“,stammelte

er und richtete sich auf.

64

Ich wurde immer wütender und begann nun mit all meinen Magazinen nach ihm zu werfen und bald darauf mit allem was ich fassen konnte. Socken,Haarbänder,Kopfhörer und dann vergriff ich mich. Ich sah nur noch einen BH und mein Höschen langsam durch die Luft segeln und auf seinem Bauch landen. Geschockt sah ich Chanyeol an,aber dieser schien noch nichts bemerkt zu haben.

Panisch stürzte ich also auf ihn zu,um meine Privaten Sachen vor ihm zu verstecken. Mit zwei schnellen Griffen hatten ich mein Hab und Gut im Arm und hielt es diskret hinter meinem Rücken versteckt. Jetzt musste ich es nur noch unauffällig loswerden. Langsam ging ich also rückwärts und stieß gegen etwas festes. Ich drehte meinen Kopf nach hinten und schrie. „OH GOTT! WAS IST DENN JETZT?!“,Jongin blickte mich entsetzt an,während ich panisch meine Arme in die Luft riss. Er folgte meinen Bewegungen und seine Miene

versteinerte sich. Nein

„Raus

eine Tomate. Der leicht braun gebrannte Junge räusperte sich,zog Chanyeol aus dem Bett und verließ meine Wohnung so plötzlich, wie er aufgetaucht war. Jongin verschwand als erster in ihrem Zimmer und der Riese streckte sich noch ausgiebig,bis er sich grinsend zu mir umdrehte und rief:

„Hübsche Bärchen!“

Fassungslos starrte ich ihm nach und Ohrfeigte mich innerlich selbst. Wie peinlich war das

bitte nicht

“,mein

Kopf war hochrot und es brauchte nicht viel,bis ich so aussehen würde wie

jetzt bitte gewesen

mussten die Zwei

auch ohne Vorwarnung bei mir auftauchen?! Verdammt nochmal,wie sollte ich ihnen denn jetzt gegenübertreten? Am nächsten Tag in der Schule hatte ich den gestrigen Schock noch immer nicht gänzlich

verdaut. Jetzt hatte ich nur ein Problem,zu wem sollte ich mich jetzt setzen? Es mochte zwar etwas verquer klingen,doch ich konnte nicht einfach das weglächeln,was gestern

passiert war. Ich wurde erniedrigt

Ich könnte einfach in die Bibliothek gehen,aber dort war es verboten zu essen und mein Magen gab schon Töne von sich,die sich so anhörten wie Geräusche aus dem Schlund Satans. Nun stand ich also hier,inmitten der Leute und suchte nach einem Platz an dem ich mich niederlassen konnte. Von Weitem sah ich Tao,welcher mir auffordern zuwinkte,doch dieses Mal konnte ich seinem Angebot nicht nachgehen. Seufzend ging ich einige Schritte zurück und wurde am Arm festgehalten,umgedreht und Blickte in die dunklen Augen von Jonghyun. „Sunny,bitte lass uns reden.“,er flehte mich förmlich an und diesen Ton hatte ich in seiner Stimme noch nie gehört. Trotzdem tat es schon weh, ihn nur ansehen zu müssen. Ich wollte nicht mit ihm reden,ich wusste,wenn ich das tat,würde ich mich bestimmt umstimmen lassen.Zur Hölle mit diesen unnötigen Gefühlen! Mein Körper allerdings bewegte sich von selbst und so nickte ich und folgte ihm. Selbst mein Essen hatte ich einfach irgendwo abgestellt.

? Ich könnte heulen

Und dann ausgerechnet noch meine Wäsche mit den lila Bären

Wieso

!

„Sunny,verzeih mir

„Nein,so einfach geht das nicht. Du hast mich betrogen. Mit meiner Freundin. Zumindest war sie das mal.“ „Ich weiß. Und es war der größte Fehler den ich in meinem bisherigen Leben jemals gemacht habe. Bitte,lass es mich wieder gut machen. Ich weiß genau,ich liebe dich und dich ganz alleine. Mein Verlangen war zu dem Zeitpunkt stärker als mein Verstand,aber

“,begann

er und ich schüttelte theatralisch den Kopf.

65

weißt du,ich werde dich zu nichts zwingen oder irgendwas von dir fordern,was du mir nicht geben willst. Gib mir noch eine Chance.“ „Du hast mich verletzt und ich will nicht-“,mein Herz hämmerte laut gegen meinen Brustkorb. „Das werde ich nie wieder. Ich verspreche es dir. Und ich weiß,dass ich dir auch noch was bedeute.“ Mit seinem Finger hob er mein Kinn leicht an und küsste mich. Jeder Wille mich zu widersetzen verschwand und wisch dem Gefühl von Glück. „Immerhin trägst du noch die Kette,die ich dir Geschenkt habe. Du gehörst nur mir und ich gehöre nur dir,mein Schatz. Ich liebe dich.“ Das war es für mich. Diese Worte ließen jeglichen Zweifel dahinschmelzen. Erneut war ich ihm verfallen.

Wieso? Wieso ausgerechnet dieser Typ?! Du wirst nur wieder verletzt werden. Am liebsten würde ich ihm eine verpassen und ihm sagen,er solle sich von dir fern halten. Für immer. Aber ich konnte es in deinen Augen erkennen. Du liebst und brauchst ihn. Doch ich brauche dich. Das war mir von Anfang an klar. Das Einzige was ich für dich tun kann,ist dich zu unterstützen und dir Halt zu geben. Auch wenn ich mehr tun will,mehr für dich sein will.Aber der Abstand zwischen uns ist noch immer zu groß. Wütend schlug ich gegen die Wand,wendete den Blick von euch und ging.

„Hey Jonghyun! Wie läufts? Alles f-“,Taemin stockte,nachdem er mich hinter seinem Freund hervortreten sah.

„Sunny

wieder ?“ Jonghyun grinste und ich lächelte schüchtern. Jetzt würde alles wieder so werden wie es vorher war. Neugierig blickte ich mich um und was mir direkt auffiel war,die Gruppe war kleiner geworden. Im Raum waren nun nur noch Amber,Luhan,Jinyoung,Taemin, Jonghyun und ich. „Wo sind denn die Anderen?“ Luhan trat hervor und warf sein etwas länger gewordenes Haar zurück:“Nicht mitbekommen? Sie wurden fast alle von der Straße weggecastet.“ „Wie meinst du das?“ „Ist doch klar! Eine Gruppe von hübschen Leuten wird schneller entdeckt als man Fischkuchen sagen kann. Sie alle werden nun ausgebildet um, was weiß ich was, in der Welt der Medien zu werden. Nichts wirklich seltenes hier in Korea.“ Mein Mund war einen Spalt breit geöffnet und erstaunt blickte ich Jonghyun an,welcher wohlwissend nickte. „Wir sind jetzt also nur noch zu sechst. Wieder zu sechst. Ich habe dich so vermisst.“,er gab mir einen sanften Kuss auf die Stirn und ich errötete leicht. „Was ist mit Tiffany?“,betreten sah ich zu Boden und er seufzte. „Sie kommt fast nicht mehr zur Schule. Immerhin hat auch sie jetzt viel zu tun.“ Am liebsten hätte ich noch weiter nachgefragt,doch ich war mir sicher,das würde nichts bringen. Wir alle setzten uns um einen runden Tisch und unterhielten uns seit langer Zeit wieder. Bei dem Anblick meiner lachenden Freunde fühlte ich mich heimisch. Trotzdem war es anders als zuvor. Gesprächsthemen waren Mode,Events und dergleichen. Alle achteten

?“,er

ging langsam auf mich zu und betrachtete uns Beide fragend,“Seid ihr etwa

66

darauf wie sie saßen,sprachen und lächelten. Erst jetzt fiel mir auf wie gezwungen das alles war. Aber genau das war damals mein Traum gewesen,ich wollte perfekt sein. Und hier,zusammen mit ihnen,hatte ich die Möglichkeit dazu.

Es gab viel Arbeit für mich,die ich vernachlässigt hatte. In den Wochen,in denen ich nicht an Jonghyuns Seite war,hatte ich all meine Pflichten schleifen lassen. Nun war es für mich wieder Zeit die Alte zu werden. Ich warb für unsere Schule auf Sportfesten,schoss Fotos für die Schülerzeitung und lächelte Jungs von anderen Schulen an,um somit etwas weiter zu werben. Es war merkwürdig und ich fühlte mich irgendwie so leer. Auch wenn es mich glücklich machte wieder an Jonghyuns Seite zu sein. Er hatte sich wirklich verändert. Er war liebevoller geworden und behandelte niemanden mehr so schlecht wie früher. Immer wieder küsste er mich zärtlich und sagte mir wie sehr er mich doch lieben würde. Seine Worten schienen ehrlich,doch etwas störte mich noch immer. Zweifeln wollte ich aber nun nicht mehr. Ich wollte glücklich und unbeschwert sein,während ich mit ihm zusammen war. Doch langsam merkte auch ich,wie ich mich veränderte. Wir,die Leute aus der oberen Rangliste,waren immer zusammen. Ich hatte nichts mehr mit Sunggyu oder Dongwoo zu tun,auch wenn wir noch immer in derselben Klasse waren. Und Tao,Jongin,Chanyeol oder auch Kyungsoo. Es schien fast so, als würden sie nicht mehr für mich existieren. Ich ging nicht mehr zu ihnen rüber und wenn einer von ihnen in der Schule auf mich zukam,nahm Jonghyun mich zur Seite oder küsste mich,bevor ich auch nur ein Zeichen von Freude meinerseits zeigen konnte. Tage vergingen,Wochen,Monate und ehe ich mich versah, war mein erstes Jahr in der Oberstufe vorbei. Meine Eltern hatten mich besucht und ich hatten ihnen endlich, sowie offiziell,Jonghyun vorgestellt,welcher sich wie der Vorzeigefreund verhielt. Er war höflich,zuvorkommend und mit seinem guten Aussehen überzeugte er dann schließlich auch meine Mutter. „Du hast dir aber einen echt tollen Jungen ausgesucht.“,meine Mutter,deren Haare nun etwas kürzer waren,strich mir anerkennend über die Hand,“Halt ihn ja fest,ok? Lass ihn nicht entwischen. Außer er behandelt meine Kleine nicht mehr wie eine Prinzessin,verstanden?“ Sie zwinkerte mir zu und schnappte sich meinen Vater. Die Zwei wollten noch etwas das Nachtleben von Seoul unsicher machen. Meine Eltern waren jung geblieben. Nun waren Jonghyun und ich also alleine. Er grinste mich an und lehnte seine Stirn gegen meine. „Sie sind wirklich nett.“ Ich lächelte und er begann meine Stirn zu küssen. Dann meine Nase,meine Augenlider,meine Wangen und schließlich meine Lippen. Ich kicherte leise,während er mich hochhob und zum Bett trug. Wir lagen Arm in Arm und kuschelten,bis ich mich auf ihn

setzte und begann ihn zu kitzeln. Er lachte laut und es dauerte nicht lang bis Tränen seine Wangen herunterliefen.

„Nicht

So blieben wir liegen,bis ich schließlich einschlief.

kitzeln

aufhören

“,brachte

er keuchend hervor und ich ließ mich auf ihn fallen.

67

Was war das? Ich schaute auf die Uhr- 4 Uhr morgens. Die ganze Nachte hatte jemand nebenan laut Musik abgespielt und es ging mir auf die Nerven. Wie konnte Sunny nur so

schlafen?! Ich drehte mich leicht und sah in ihr schlafendes,nun sehr kindliches Gesicht.

Vorsichtig stand ich auf und ging ins Badezimmer. Alles war so klein und

Sunny immer nur die schönsten Kleider anhatte. Wieso lebte sie hier? Aber das wir mir momentan egal. Ich ließ etwas Wasser über meine Hände laufen und sah in den Spiegel und grinste. Gut sah ich aus. Zufrieden ging ich wieder ins Schlafzimmer,doch aus meinen Augenwinkeln heraus sah ich einen Schatten auf ihrem Balkon. Was zur Hölle war das? Oder eher gesagt wer?! Ich sah mich nach einer Waffe um,entdeckte aber nur einen kleinen Handfeger. Da konnte ich auch einfach nur meine Muskelkraft einsetzen. Ich holte tief Luft und drehte mich wieder um,doch es war keiner mehr zu sehen. Hatte ich mir das nur eingebildet? Nur um sicher zu gehen öffnete ich die Balkontüre und inspizierte alles. Es war wirklich keiner mehr hier Ich ging ein paar Schritte nach vorne und trat gegen irgendwas. Neugierig beugte ich mich herunter und sah eine kleine Dose,versehen mit einem beschrifteten Zettel.

ärmlich

obwohl

Iss etwas. Sonst wirst du noch krank.

Als ich den Deckel öffnete, stieg der Geruch von Teig in meine Nase. Frisch gebackene,noch warme Kekse,welche so aussahen wie ein Bär, quollen bis oben hervor. Welches kranke Wesen brachte fremden Leuten Backwaren?! Hatte jemand Sunny beobachtet?! Etwa ein Stalker? Ich ging wieder nach drinnen und verschloss die Türe. Dann warf ich die Dose kurzerhand in den Müll und rümpfte die Nase. Kurz darauf legte ich mich wieder ins Bett und Sunny schmiegte sich direkt an mich.

Ich ging den mit Blumen bestreuten Weg entlang,während die Schleppe meines schneeweißen Kleides von zwei süßen Kindern gehalten wurde,damit ich nicht darüber fiel. In der Hand hielt ich dieselben Blumen,welche Blüten auch den Weg vor mir schmückten. Rote Rosen. Endlich erreichte ich das Ende und erblickte den Bräutigam,welcher bald mein Mann sein würde. Derjenige der mir bald in die Augen sehen würde und mir liebevoll sagte,er hätte schon viel zu lange auf diesen Moment gewartet. Doch nichts geschah. Ich öffnete meine Augen und fragte mich wo ich nun war. Etwas weiter entfernt standen Gestalten,deren Gesichter ich nicht erkennen konnte. Sie alle hielten verschiedene Gegenstände in ihren Händen,doch sie waren zu weit entfernt. Wer waren sie?

Ich schreckte leicht hoch und fand mich in meinem Bett wieder,in den Armen von meinem noch friedlich schlafenden Freundes. Vielleicht könnte ich ja auch wieder ins Land der Träume abdriften Meine müden Augen schlossen sich. Funktioniert nicht. Noch immer nicht. Hmmmmm

?

68

Es schien zu spät zu sein,um wieder einzuschlummern.

Ich grummelte leise und stand vorsichtig auf. Dann ging ich in die Küche und bereitete ein kleines Frühstück vor. Bevor ich allerdings Jonghyun bescheid sagen konnte,stand er plötzlich hinter mir und schlang seine starken Arme um mich.

„Guten Morgen Baby

„Morgen.“,sagte ich,drehte mich um und stellte mich leicht auf meine Zehenspitzen um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Aber anstrengen musste ich nicht,denn der Größenunterschied zwischen uns war minimal. Nachdem ich alles auf dem Tisch platziert hatte,begannen wir zu essen und es herrschte Stille. Einige Minuten später räusperte sich mein Freund und fragte:

„Wie viel wiegst du eigentlich?“

Meine Augen weiteten sich leicht und ich legte mein Brot zur Seite. Ob ihm aufgefallen war das ich etwas abgenommen hatte? Er wird bestimmt stolz auf mich sein,immerhin war es wichtig als Queenka rank und schlank zu sein. „46 Kilo!“,rief ich stolz und lächelte ihn erwartungsvoll an.

„Oh

abnehmen ?“ „W-Wieso?“,meinte er das ernst? „Es gibt viele Mädchen die genau so groß sind und weniger wiegen als du. Aber deine tolle Figur solltest du nicht ruinieren,also sollten zwei Kilo weniger reichen ?“ „Meinst du?“,vielleicht hatte er ja Recht. Ach was,das hatte er ganz sicher! Es war meine Aufgabe hübsch zu sein,also sollte ich auch alles dafür geben,“Dann mache ich ab jetzt eine Diät!“ Er lächelte mich an,während ich vorzeitig meinen Teller abräumte. Zeit für mich,mich etwas in Zurückhaltung zu üben! Jonghyun war wieder nach Hause gegangen und ich beschloss meinen Kühlschrank auszumisten. Stehen ließ ich nur das Wasser und meine Äpfel. Den Rest packte ich in eine Tüte und versah sie mit einem Zettel.

“,seine

Stimme war tief und verschlafen.

“,er

sah mich an,etwas enttäuscht,“Willst du vielleicht noch

noch

etwas

Kyungsoo,die Sachen brauche ich nicht mehr. Aber du kannst damit bestimmt tolle Sachen zaubern. Du bist ja,was das Kochen angeht,sehr begabt. Fighting!

Ich sprang schnell auf den Balkon von Chanyeol und Jongin,klopfte dreimal laut gegen die Scheibe und verschwand wieder nach drinnen. Neugierig versteckte ich mich hinter meinem Vorhang und lugte heraus. Es dauerte etwas,doch schließlich öffnete Jongin,mit nassen Haaren,die Türe und entdeckte die Lebensmittel. Verwirrt sah er sich um und ging wieder nach drinnen. Ich hörte das er nach jemandem rief und es dauerte nicht lange,bis all seine Freunde,sprich Zitao,Chanyeol und Kyungsoo zusammen mit ihm die Lebensmittel betrachteten,als würden sie von Außerirdischen stammen. Ich musste leise lachen. Kyungsoo war dann auch derjenige, der den Zettel entdeckte und laut vorlas. Die Miene der vier Jungs versteinerte sich und sie sahen zu meinem Balkon rüber. Upps! Hatten sie mich gesehen?! Chanyeol sprang kurzerhand über das Geländer und klopfte gegen die Scheibe,doch ich war noch gerade so in der Lage, mich hinter meiner Kommode zu verstecken,sodass es unmöglich für ihn war mich zu entdecken. „Eona!! Mach auf!! Warum gibst du uns dein ganzes Essen?! DU bist diejenige die mehr zu sich nehmen sollte,nicht wir!!“,seine Stimme war tief und er schien irgendwie aufgebracht. Warum? Sein Klopfen wurde immer lauter und bevor er noch die Türe einschlug stand ich auf und öffnete sie. Er blickte etwas überrascht in mein Gesicht.

„Eona

“,seine

Stimme war schien weicher zu werden,als er mich ansah.

69

„Ich brauche das wirklich nicht mehr. Ich mache nämlich eine Diät!“,rief ich fröhlich und blickte in die Gesichter aller. Doch es war kein Anzeichen von Begeisterung zu sehen. Ganz im Gegenteil. „Bist du völlig bescheuert?! Schau dich doch mal an du-!“,Tao war der Erste der begann mich anzukeifen. „Ich bin nicht bescheuert! Ich bin die Queenka! Und als Queenka ist es mein Job schl-“ „Dich tot zu hungern?!“,ich stockte. Es war das erste Mal,dass ich Jongin so wütend sah. „Ich hungere mich doch nicht tot! Ihr seid diejenigen die bescheuert sind! Schaut mich doch mal an! Ich MUSS abnehmen! Alles an mir schlabbert herum und ich sehe aus wie eine Planschkuh!! Ich werde es euch zeigen! Ich werde euch allen beweisen wie toll ich in ein paar Wochen aussehen kann,nachdem ich abgenommen habe!“,mit zitternder Stimme drehte ich mich um,wurde allerdings von Chanyeol zurückgehalten. Mit einer schnellen Bewegung befreite ich mich aus seinem Griff und schloss die Türe von innen ab. Sie würden schon noch sehen Ich nehme nicht nur zwei Kilo ab,sondern vier! Zu Tode hungern?! Das ich nicht lache! Ich bemerke schon selbst wann ich an meine Grenzen stoße!

!!

So begann ich also mehr Sport zu machen und den Großteil des Tages nur noch Wasser zu trinken. Wenn der Hunger dann doch die Oberhand gewann,aß ich einen Apfel. Es dauerte nicht lange,bis sich die ersten hundert Gramm verabschiedeten und es wurde ein tägliches Ritual für mich, mich jeden Tag auf die Wage zu stellen. Jonghyun war auf meiner Seite und feuerte mich ununterbrochen an und lobte mich für mein Durchhaltevermögen. Nach zwei Wochen hatte ich mein vorheriges Ziel,zwei Kilo abzunehmen,bereits erreicht,doch ich war nicht zufrieden. Noch nicht. Allerdings fühlte ich mich immer müder und träge. Doch ich wollte schön sein. Für mich. Oder doch eher für die Anderen und vor allen Dingen, für Jonghyun. Er sollte nur mich ansehen. Ich wollte,dass er mich von allen am schönsten fand. Allerdings begann er sich von Tag zu Tag merkwürdiger zu verhalten. Ich übernachtete zwar oft bei ihm,aber etwas war anders. Als ich Abends nach Hause kam,stellte ich mich direkt auf die Wage und meine Augen weiteten sich. Ich hatte abgenommen. Mit meinen 160 Centimentern wog ich jetzt noch 40 Kilo. Ich rannte ins Wohnzimmer und schnappte mir mein Handy um Jonghyuns Nummer einzuwählen. „Sunny?“,seine Stimme war leise.

„Hast du Zeit? Ich möchte dir was tolles erzählen!“,ich war aufgeregt und wartete gespannt auf seine Antwort.

„Sorry

meinen Freunden. Kannst du mir das auch morgen erzählen?“ Etwas enttäuscht antwortete ich:“Ist schon in Ordnung. Dann noch viel Erfolg. Bis morgen. Ich liebe dich.“ „Ich dich“,eine kleine Pause,“auch.“ Dann hatte er aufgelegt. Ich fühlte mich schwindelig und schnappte mir meinen Mantel um frische Luft zu schnappen. Ich ging zu einem kleinen Park,welchen ich vor langer Zeit durch einen Zufall entdeckt hatte. Er war ruhig und es war so gut wie nie jemand dort. Jonghyun hatte ich diesen Platz auch gezeigt und wir hatten in letzter Zeit viel Zeit hier verbracht. Ich musste lachen,als ich mich an ein paar Moment erinnerte. Wie er ausgerutscht war,ein Hund ihn verfolgt hatte,oder aber auch wie er sich mit mir auf die Schaukel gesetzt hatte und wir über Gott

70

ich

ich

habe gerade keine Zeit. Ich bin gerade in der Bibliothek und lerne mit

und die Welt gesprochen hatten. Er hatte mir immer wieder gesagt wie sehr er mich lieben würde und wie glücklich er war,dass er jemanden wie mich gefunden hatte. „Du bist einzigartig. Zwischen diesen Milliarden Menschen habe ich dich gefunden. Du bist mein ein und alles“,hatte er gesagt und meine Nasenspitze geküsst. Ich lächelte leicht und wünschte mir,er wäre jetzt an meiner Seite. Es war kalt,doch meine Gedanken ließen mich die Temperaturen vergessen und fröhlich summen. Ich ging in Richtung Schaukel,an den Büschen vorbei, die wie ein kleines Labyrinth platziert waren. Dann erblickte ich eine mir bekannte Silhouette.

Die Person ging weiter und ich folgte ihr,bis sie vor einer weiteren Person stehen blieb. Ich kniff leicht meine Augen zusammen und erkannte im fahlen Licht der Laternen,dass es Tiffany war. Mein Herz begann zu rasen. Sie und die andere Person sprachen leise miteinander und blickten sich dabei tief in die Augen. Dann umarmten sie sich innig und küssten sich lange. Es kam mir vor wie Stunden,während die Gedanken in meinem Kopf sich überschlugen. Als sie sich voneinander lösten hörte ich wie sie zueinander sagten. „Tiffany,ich kann einfach nicht ohne dich. Verrate es keinem. Ich liebe dich.“ „Ich dich auch. Aber was ist mit Sunny? Hast du sie nun endlich abgeschossen?“ Es schien als würde mein Herz stehen bleiben. „Ja,schon vor einigen Wochen. Du weißt doch,du bist die Einzige für mich.“ Zu diesem Moment liefen mir die Tränen schon über mein Gesicht und dadurch das ich mich hinter den Sträuchern versteckt hatte,waren meine Haare nun auch mehr als durcheinander und ich hatte ein paar Kratzer an meinen Beinen und im Gesicht. Ich konnte das nicht mehr mit ansehen. Mit wackeligen Knien stand ich auf,doch fiel direkt danach hin. „Was war das?!“,hörte ich Tiffanys ängstliche Stimme. „Warte,ich gehe mal nachsehen.“ Als ich das hörte,richtete ich mich mit aller Kraft auf,doch da war es schon zu spät. Ich vergrub mein Gesicht in meiner Hand und versuchte meine Tränen zu verstecken. „Sunny, du?“,flüsterte Jonghyun. Als ich seine Stimme nun klar und deutlich hörte, weinte ich noch mehr und schluchzte,während mein ganzer Körper begann zu zittern wie Espenlaub. Er sah mich an und ihm schien anhand seines Gesichtsausdruck klar zu werden wie schrecklich er sich mir gegenüber verhalten hatte. Vorsichtig beugte er sich zu mir runter. „Jonghyun! Wer ist da?“,hörte ich Tiffanys Stimme,welche nun auch näher zu kommen schien. Er legte seinen Arm um mich um mich zu trösten,doch ich stieß ihn weg. „Du bist widerlich! Wag es dich ja nicht mich anzufassen!“

„Sunny

ungleichmäßigen Schritten in die entgegengesetzte Richtung. Ich wollte nur weg von ihm,weg von allem und jedem.

Ehe ich mich versah, fand ich mich in einer kleinen,belebten Straße wieder. Mit glasigen Augen sah ich mich um und ging auf einen Eiswagen zu. Was hatte mir diese dumme Diät

gebracht?! Nichts

eigenen Füße und ein paar Sekunden später spürte ich etwas kaltes an meinem Rücken. Als ich meine Augen öffnete,sah ich in das überraschte Gesicht von „Zitao ?“ „Eona,du “ Ich rappelte mich auf und verbeugte mich.

„Es tut mir Leid ich

Er atmete langsam aus und dann spürte ich seine Körperwärme. „Du brauchst nichts zu sagen. Lass uns einfach gehen.“,sagte er,während ich mein Gesicht kurz in sein Oberteil drückte,um mich zumindest etwas zu beruhigen.

Stimme begann erneut zu zittern und ich war den Tränen nah.

“,sagte

er,als wäre er verletzt und verzweifelt. Ich sprang auf und rannte mit

es

war alles umsonst gewesen. Plötzlich stolperte ich über meine

“,meine

71

Dann löste er sich von mir,zog seine Jacke aus und legte sie mir über die Schultern. Dankbar lächelte ich ihn an und dann gingen wir langsam los. Keiner von uns Beiden sagte etwas und mir wurde erneut schwindelig. Dann strauchelte ich,doch Tao hielt mich fest und lief einfach wortlos weiter. Nach ein paar Minuten saßen wir in einem Bus,welcher durch die dunkle Nacht fuhr. Ich wusste nicht genau wie und wann wir eingestiegen waren,oder wo wir hinfuhren. Aber mir war auch egal egal. Erschöpft schloss ich meine Augen und alles wurde schwarz.

„Sie hat starkes Untergewicht und ist sehr geschwächt. Allerdings ist es nicht so schwerwiegend,dass sie lange hierbehalten werden muss. Eine Nacht reicht.“,ein Mann mit leicht grauen Haaren und einer Brille sah sich Eonas Bericht an,“Allerdings werde wir ihr einen Ernährungsplan erstellen,der viele nährstoffreiche Mahlzeiten enthält.“ „Ich werde mich dann um sie kümmern. Wann kann ich sie abholen?“,fragte ich müde. „Sobald sie aufwacht werden wir sie informieren.“,bestätigte mir der Arzt. „Vielen Dank.“,ich verbeugte mich tief und mit den Händen tief in meinen Hosentaschen, machte ich mich auf den Weg zurück nach Hause.

„Ich wusste das geht nicht gut

Krankenhaus bleiben?! Sie stirbt aber nicht,oder?! Oh Gott

„Ist ja gut! Sie wird schon wieder! Außerdem kann ich sie morgen schon wieder

abholen!“,erklärte ich dem panischen Kyungsoo ruhig,auch wenn ich mir selbst Sorgen und Vorwürfe machte.

„Wir hätten uns besser um sie kümmern müssen trat gegen den Stuhl.

„Verdammt,hätte ich doch damals nur ihre Türe eingeschlagen

alles anders gelaufen

„Ist es nicht. Keiner von uns hätte etwas tun können.“,sagte ich,während ich aus dem Fenster sah. „Lasst uns sie morgen fröhlich empfangen und einfach so tun als wäre nichts gewesen. Das wird am Besten sein. Wenn sie mit uns über alles sprechen möchte,wird sie das tun. Solange müssen wir ihr Zeit geben.“ „Du hast Recht.“

Was

ist denn jetzt mit Eona? Wie lange muss sie im

Wenn-“

“,Jongin

sah zu Boden und Chanyeol

!

Dann wäre vielleicht

Es

ist meine Schuld

“,er

ballte wütend seine Hände zu Fäusten.

In meinem Kopf hämmerte es und als ich meine Augen öffnete,blendete mich das grelle Licht. Es dauerte etwas bis ich mich an die Strahlen gewöhnte und etwas erkennen konnte.

Allerdings

Wände waren weiß und alles schien so steril. An meinem Arm war eine Kanüle

angeschlossen,durch welche durchsichtige Flüssigkeit lief. Ein Krankenhaus ich hierhin gekommen?

Gestern-

„Eona! Du bist ja schon wach!“,ehe ich mich versah, klammerten sich zwei große,lange Arme um meinen Kopf und schnürten mir die Luft ab. „Ungf “ „Lass sie los!“,hörte ich eine weitere, bekannte Stimme. Als ich endlich wieder etwas sehen konnte,sah ich Chanyeol,Zitao,Kyungsoo und Jongin,welche vor mir standen. Sie alle grinsten mich breit an,bis hinter ihnen eine Krankenschwester heraustrat und die Kanüle an meinem Arm entfernte. „Sie können jetzt gehen.“,sie zwinkerte mir freundlich zu.

wo

genau war ich hier?! Panisch richtete ich mich auf und sah mich um. Die

? Wie war

72

„Warum seid ihr alle hier?“,fragte ich schließlich etwas verwirrt,während wir an der Bushaltestelle warteten. „Die Frage ist“,begann Chanyeol,“warum hast du noch immer nicht meinen Ballon angenommen?“ Ich sah ihn fragend an und erst jetzt fiel mir der große,rosa Ballon auf,welchen er in der Hand hielt. „Für mich?“,fragte ich noch etwas benommen.

„Ja,für wen denn sonst? Denkst du ich laufe mit einem pinken,mit Helium aufgeblasenen etwas durch die Gegend?!“,er sah mich entgeistert an. Plötzlich begann ich laut zu lachen und Tränen liefen über meine Wangen,während ich mich fast auf den Boden warf. Die Jungs sahen mich verständnislos an,bis ich endlich wieder nach Luft geschnappt hatte.

„D-Danke

Tao,Yeollie,Jongin und mein Reh. Vielen,vielen dank!“ Dann umarmte ich sie alle ,auch wenn das gar nicht so einfach war. Zumindest nicht bei Tao,Chanyeol und Jongin,da sie alle mehr als einen Kopf größer waren als ich. Besonders bei Chanyeol hatte ich Probleme,denn immerhin war er so um die 190 Zentimeter groß. Stören tat ich mich daran allerdings nicht. „Wofür war das denn?“,fragte mich Kyungsoo mit seinen großen,runden Kulleraugen. Ich lächelte einfach nur und zuckte mit den Schultern. „Mir fällt erst jetzt auf wie dürr du-“,Chanyeol bekam einen Tritt gegen sein Schienbein und Jongin funkelte ihn wütend an. Ich senkte kurz meinen Blick,räusperte mich dann allerdings und rief fröhlich:

„Wer hat Lust sich mal richtig den Bauch voll zuschlagen?“ Sie schauten sich irritiert an,verfielen dann aber schließlich in lautes Gejohle,welches dazu führte,dass die umstehenden Passanten uns etwas genervt ansahen. Aber das interessierte niemanden von uns. Ich wollte jetzt alles vergessen und von vorne Anfangen. Keiner konnte mich jetzt davon abbringen. Und es schien fast so,als würden diese Jungs mir auf meinem Weg Gesellschaft leisten.

“,begann

ich immer noch leicht lachend,“Ihr seid alle echt Klasse! Tao-

„Für so eine kleine und schmächtige Person isst du aber ganz schön viel!“,Chanyeol

beobachtete mich fasziniert,während ich mir den vierten Teller voll mit Sushi in den Mund schaufelte. Jeder Bissen fühlte sich an wie der Himmel auf Erden. Wie konnte ich nur

abnehmen wollen? Und dann auch noch für ihn

schlecht wurde,so hörte ich aus purem Frust nicht auf. „Wenn du mehr isst als wir,dann ist das sehr beschämend! Als Mann werde ich mich nicht von dir besiegen lassen!“,der Riese mit den hellen,leicht lockigen Haaren, begann nun auch sein Tempo zu steigern. Eine Herausforderung? Kein Problem für mich! Ich funkelte ihn an und aß so schnell ich konnte. Die Anderen beobachteten uns skeptisch,begannen aber nach dem siebten Teller uns anzufeuern. Auch wenn mir zu Beginn schlecht war,so fühlte es sich an als würde ich einen Hauch von Nichts runterschlucken. Chanyeol allerdings tat sich immer schwerer und drosselte sein

Tempo. Beim zehnten Teller gab er auf und ich aß noch eine weitere Portion,woraufhin ich ihn triumphierend ansah.

„Jaja,schon gut

aufzustoßen. „Rechnung geht also auf dich.“,sagte ich fröhlich,stand auf und verließ das Restaurant. „Was?!“,er wollte mir nachlaufen,wurde aber von Kyungsoo zurückgehalten. „So ist das halt wenn man verliert. Übrigens,danke für die Einladung.“

!

Auch wenn mir langsam aber sicher

Hast

gewonnen

“,seufzte

er und schien sein Bestes zu geben nicht

73

„Alle bereit?“,fragte ich erwartungsvoll und Blickte in einen Haufen fragender Gesichter. „Wofür?Wo willst du denn hin?“,Jongin legte den Kopf schief. Ich sah jeden von ihnen von oben bis unten an und nickte leicht.

„Das Wichtigste zuerst

hörbar,“So,wie kommen wir jetzt nach Dongdaemun?“ Etwas ratlos sah ich auf den Stadtplan,welchen ich immer in meiner Tasche dabeihatte. Die Jungs allerdings schienen voller guter Dinge zu sein und waren laut und ausgelassen,die Leute drehten sich zu uns um und starrten. Doch es schien wirklich keinen von uns zu interessieren. „Gut,wir müssen also diesen Bus nehmen und dann die U-Bahn. Es müsste ungefähr eine halbe Stunde dauern,aber lohnen wird es sich ganz sicher.“ Der Bus kam und zusammen drückten sie sich in die hinterste Reihe ohne auf mich zu warten. „Fünf Personen.“,sagte ich dem Fahrer,der schlecht gelaunt nickte. Ich begab mich zu ihnen,doch es war kein Platz mehr da. Also blieb ich einfach stehen und sah mich um. Einige Ältere Damen,welche auch standen,blickten immer wieder auf die Sitze,die die Jungs einnahmen. Diese schienen davon noch nicht einmals etwas zu bemerken. Also rief ich sie zu mir und es dauerte meines Erachtens zu lange,bis sie widerwillig aufstanden. Der Bus wurde immer voller und unsere Körper wurden aneinander gepresst. Die nun sitzenden älteren Frauen rollten ihre Augen und die jungen Mädchen beobachteten uns argwöhnisch. Wie ich diese Blicke hasste Ich hielt mich an den Griffen über mir fest,bis das Fahrzeug zum stehen kam. Einige Leuten standen auf und Plätze wurden frei. Die Jungs stürmten natürlich direkt zu ihnen,allerdings war nun noch ein einziger Sitz zu haben. Tao und ich waren die Einzigen,die noch standen. „Setz dich.“,sagte ich. „Ich stehe aber lieber.“,seine Schultern zuckten. Ich rollte mit den Augen und lächelte ihn an,“Mach hier keinen auf Gentleman. Das wird eine lange Fahrt. Möchtest du dich da nicht setzen?“ Er fasste meine Arme und platzierte mich auf dem Sitz direkt neben Chanyeol. „Aber-“,wehrte ich mich,während er sich runter beugte und mir in die Augen sah,“Wie ich gesagt habe. Ich mag es zu stehen.“ Ich zwinkerte einige Male mit den Augen. Er lächelte fast unerkennbar,richtete sich auf

und ließ meine Arme los. Er hielt sich noch nicht einmals an den Griffen fest und behielt trotzdem eine perfekte Balance. Angeber. Ich drehte mich zu Chanyeol,welcher mich zu beobachten schien. Unsere Blicke trafen sich.

Wow

haselnussbraun. Nachdem wir uns einige Sekunden angesehen hatten,drehte er sich schnell um. Merkwürdiger Typ. Endlich kamen wir an und stiegen aus. Dann gingen wir einige Treppen hinunter und warteten auf die U-Bahn. Unglücklicherweise waren dort keinerlei Plätze frei,also hatten wir alle keine andere Wahl als zu stehen. Jongin lehnte an der Tür und hielt seine Augen geschlossen.

Lasst

uns neue Klamotten für euch holen!“,rief ich kaum

er

hatte so schöne Augen. Wenn die Sonne schien,waren sie hellbraun,ja fast

74

Irgendwas stimmt hier nicht. Ich öffnete langsam meine Augen,blickte mich um und entdeckte einen merkwürdigen Jungen mit einer Mütze und großen Ohrringen,welcher in Eonas Richtung sah. Was starrt er sie so an

Er schien ihre Beine zu betrachten und dann landete sein Blick auf ihrer Tasche. Er räusperte sich,blickte umher und kam näher. Eona schien nichts zu bemerken,denn sie lehnte mit einem entspannten Ausdruck an der Wand. Der Junge war nun fast neben ihr. Seine Augen wanderten immerzu zwischen ihren Beinen und ihrer Tasche hin und her. Bevor er allerdings seine Hand ausstrecken konnte und auch nur eins von Beidem berührte,drückte ich mich einfach zwischen die Beiden und räusperte mich leicht. Er sah mich irritiert und ertappt an.

?

Jongin zog seine dünne Jacke aus und entblößte seine überraschenderweise gut gebauten Arme,die aus dem schwarzen Tank Top hervorragten. Ich spürte plötzlich seine Hände und sah überrascht an mir herunter. „Was zur-“ Ich blickte wieder hoch und sah wie er seine Jacke um meine Hüfte band. Irritiert sah ich ihn bei dieser plötzlichen Aktion an. Seine Strähne fiel über seine Augen und genau dann sah er zu mir auf. Ich erstarrte,während sich unsere Blicke trafen. „Was machst du da?“,rief ich plötzlich. Er zuckte mit den Schultern und griff nach einer Stange. „Ich dachte du könntest eventuell angegriffen oder beraubt werden.“ „Von wem? Du bist merkwürdig.“,ich rollte mit den Augen und blickte wieder starr geradeaus.

„Na ja,man kann nie vorsichtig genug sein. Egal wo man ist.“,ich warf einen erneuten Blick auf den Jungen und funkelte ihn böse an. Er sah auf meine Arme und dann in mein Gesicht und hielt inne. Schnell drehte er sich um und bahnte sich einen Weg zur anderen Seite der Bahn. Ich grinste und entspannte mich wieder.

Die Bahn kam endlich in Dongdaemun zum Halt und wir stiegen aus. Meine Augen weiteten sich bei dem Anblick der belebten Straßen. Geschäftsmänner in teuren Anzügen eilten an uns vorbei. Mädchen,deren Röcke so kurz waren wie ein Gürtel,lachten laut,während sie in die umliegenden Cafes schlenderten. „Wir müssen alle zusammen bleiben,ok? Sonst verlieren wir uns noch.“ „Ja, Mam!“,sie salutierten gleichzeitig und ich konnte nicht anders als ein bisschen zu kichern. Jongin stand dort mit den Händen in seinen Hosentaschen. Heute war es ziemlich windig und ich war mir sicher,dass ihm in diesem Tank Top ziemlich kalt sein musste. Ich nahm seine Jacke ab und hielt sie ihm hin,“Hier.“,er sah mich an,“Du kannst sie wiederhaben.“ „Du brauchst sie mehr als ich.“,antwortete er mir. Ich schüttelte den Kopf. „Nein,Ich brauche sie wirklich nich-“,ich bemerkte einige Mädchen,die Jongin anscheinend interessiert zu beobachten schienen. „In Ordnung,aber sag mir dann später nicht,ich hätte nie etwas für dich getan.“,er zog sich die Jacke über und verschloss den Reißverschluss. Ich streckte ihm frech die Zunge raus. „Auf geht‘s! Hier entlang zur Mall.“

75

Endlich erreichten wir das vierte Stockwerk und die Verkäufer betrachteten uns interessiert. „Hier ist die Männer Abteilung. Sucht euch was aus und informiert mich dann,damit ich dafür bezahlen kann.“ „Du? D-Dafür bezahlen? Niemals!“,Kyungsoo schüttelte heftig seinen Kopf,ganz und gar nicht mit dem von mir gesagten einverstanden. „Es war meine Idee einzukaufen,also zahle ich auch. Keine Widerrede!“ Ich setzte meinen oft geprobten,bösen Blick auf und sie alle seufzten und teilten sich auf wie Billiardkugeln. Auch ich schlenderte umher und betrachtete interessiert die verschiedenen Accessoires. „Hab meins gefunden!“,Chanyeol stand plötzlich hinter mir. Ich drehte mich um und war gespannt auf die Sachen,die er sich ausgesucht hatte. Dann stockte ich. „Chanyeol,das “ Er hielt alle möglichen Ketten in der Hand,welcher er fröhlich betrachtete. „Ich mag sie. Die glänzen so schön “ Innerlich hielt ich mir die Hand vor mein Gesicht. „Ich mag deine Ketten!“,bemerkte plötzlich Kyungsoo,welcher leicht grinste. „Geh dir Klamotten aussuchen.“,sagte ich seufzend. Der lebende Turm schmollte,ging dann aber wieder seines Weges. „Aber normale Sachen! Nichts glitzerndes!“,rief ich ihm noch schnell hinterher. Seine Schulter begannen leicht zu hängen und seine Schritte wurden schleppender. Ich kicherte. Ich ging rüber zu Kyungsoo,welcher ratlos vor Oberteilen stand.

„Was ist los? Findest du nichts was dir gefällt?“,fragte ich ihn. Er sah mich wortlos an. Ich durchsuchte die Regale,“Was ist mit diesem weißen Jackett? Oder doch lieber das blaue Shirt?“,ich spürte seinen Blick auf mir. Ich stoppte meine Suche und sah ihm in die Augen. „Was ist denn?“ Er legte seinen Kopf leicht zur Seite und fragte:“Wie willst du dafür bezahlen?“ Etwas überrascht von der Frage blickte ich in erstmal ratlos an. „Mit Geld natürlich.“ „Das ist schon klar,aber es scheint nicht so als hättest du viel davon.“ Meine Wangen röteten sich bei seiner Erkenntnis. „W-Warum denkst du das? Ich könnte ja auch extrem reich sein und ihr wisst es nur nicht!“ „Genau. Deswegen trägst du deine Kleidung nur von verjährten Kollektionen und lebst in dieser kleinen Wohnung.“ Er mochte Recht haben. Nein,er hatte ja wirklich Recht.

„Das

„Kein Grund direkt in die Defensive zu gehen. Ich habe mir nur Sorgen um dich gemacht.“,sagte er ehrlich. Mein Gesicht entspannte sich.

Er machte sich Sorgen um

„Ich meine ja nur. Wenn du Geld brauchst kannst du immer zu mir,oder zu einem der Anderen gehen. Wir unterstützen dich wo wir nur können.“,er lächelte sanft. „Danke. Aber jetzt geh dich mal umziehen.“,ich schob ihn in eine der Umkleidekabinen und wartete gespannt. Wieso nur? Wieso waren sie so nett zu mir? Ein paar Minuten später hörte ich die Rufe von Kyungsoo. „Kannst du dich mir denn auch präsentieren?“,fragte ich. Er kam raus und mein Mund öffnete sich vor erstaunen etwas. Er sah unglaublich aus. Unglaublich gut. Der Pullover hing an seinem Körper,als wäre er nur für ihn gemacht worden.

76

Das

geht dich nichts an! Das Geld reicht schon aus!“,rief ich.

mich?

„Sieht das komisch aus?“,er blickte an sich herunter und zupfte hier und da.

Anscheinend hatte er keine Ahnung wie sexy er gerade aussah.Seine Ahnungslosigkeit ließ ihn noch attraktiver wirken. Ich schüttelte den Kopf.

„Du siehst

Paar Jeans Ausschau halten.“

uhm

wirklich

gut aus

“,stammelte

ich,“Jetzt solltest du noch nach einem

Danach half ich Tao und Chanyeol,welche sich auch in die Umkleiden begaben. „Soll ich die hier mal anprobieren?“,Jongin stand fragend vor mir. „Ja,geh einfach in die Umkleidekabine dort.“,ich zeigte ihm den Weg. Dann betrat er den Raum und als ich Tür schließen wollte,stoppte er mich. „Kommst du nicht rein?“ Was ?! „I-Ich? Mit dir reingehen?!“ Während er sich umzog?! „Du musst doch schauen ob es passt,oder nicht?“ „Ja, aber erst NACHDEM du dich umgezogen hast!“,rief ich und schlug die Tür vor seiner Nase zu. „Ich brauche Hilfe!“hörte ich Chanyeol von der Anderen Seite quängeln. Ich eilte zu ihm und öffnete die Türe. Beim sich mir bietenden Anblick wurden meine Augen größer und ich brach fast in lautes Gelächter aus. Durch sein Shirt hörte ich ihn gedämpft:“Was ist so lustig?!“ Der Fakt das du deinen Kopf nicht durch das Oberteil kriegst !! Ich konnte nicht anders,als doch etwas zu kichern. „Lass mich dir helfen.“ Ich schnappte mir das Ende des Stoffes und zog daran. Sein Kopf ragte nun aus dem Loch heraus und er schüttelte seine Haare,während er wild zwinkerte. „Zieh dir deine Jacke an.“,befahl ich ihm.

Er gehorchte und ich schloss seinen Reißverschluss. Dann trat ich zurück und betrachtete

glaube,das funktioniert. Magst du es?“

ihn von oben bis unten und nickte langsam,“Ja

Ich drehte ihn in Richtung Spiegel und ein breites Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab. „Das nehme ich mal als ja.“ Ich zupfte die Kapuze an seinem Rücken zurecht. Kyungsoo und jetzt auch Chanyeol. Jetzt fehlten noch die letzten Zwei.

Eine Türe öffnete sich und Jongin trat in seinem neuen Outfit heraus. Er betrachtete sich und dann blickte er mir in die Augen. Auch ihn sah ich von oben bis unten an. „Also? Was hältst du davon?“,fragte er. Ich überlegte kurz und zeigte ihm einen erhobenen Daumen. „Du bist fertig.“ Jongin grinste. „Sehr erfreut ihre Zustimmung zu erhalten.“ Ich lachte, drehte mich um und kniff auf der Suche nach Tao meine Augen zusammen. Plötzlich öffnete sich direkt hinter mir eine Türe und während sich meine Augen weiteten,trat der dunkelhaarige Junge vor mich. Er trug Converse,Jeans und eine einfaches,graues Sweatshirt. Unschuldig sah er mich an.

„Was? Warum schaust du so komisch? Seh ich

Oh Gott,nein! Ganz weit gefehlt! Du siehst eigentlich ziemlich heiß aus

innerlich. Alle von ihnen sahen wirklich vorzüglich aus und mit ein klein wenig Hilfe,konnten sie alle fast so aussehen wie Models! „Überhaupt nicht. So,ich denke wir sind hier fertig. Auf zur Kasse!“,rief ich. Doch bei dem Gedanken an das große Loch, welches dieser Einkauf verursachen würden,musste ich heftig schlucken.

ich

merkwürdig aus?“

Ich grinste

77

„Diese Klamotten bitte.“,sagte ich der Kassiererin in zeigte auf die Jungs hinter mir.

Sie schien verwirrt und fragte sich wahrscheinlich wieso zur Hölle eine Schülerin so vieles für diese Jungs kaufte. Trotzdem rechnete sie alles zusammen und zeigte mir die dreistellige Summe. Ich überreichte ihr meine Kreditkarte. Einige Sekunden soäter übergab sie mir die Quittung,welche ich unterschrieb. „Werden sie diese Kleidung sofort tragen? Oder soll ich Tüten holen?“,fragte sie mich nun freundlich. „Ja,das wäre sehr nett von ihnen. Sie können dort ihre alten Sachen verstauen. Danke.“ Ich steckte die Quittung in meine Tasche und wir verließen den Laden. „Danke für die neuen Klamotten!“,strahlte Chanyeol. „Ja,vielen Dank! Wir werden uns irgendwie revanchieren!“,sagte Jongin und zwinkerte mir zu.

„Kein Problem. Aber ihr dürft nicht so laut sein uns schon wieder neugierig.

„Pleite,was?“,Kyungsoo ging neben mir und es gab nun keinen Grund mehr ihn deswegen anzulügen. Ich seufzte.

„Ja

Gedanken“,ich zuckte mit den Schultern und beschleunigte mit einem Grinsen, meine Schritte.

“,die

Leute um uns herum beobachteten

wie

immer

aber

es war schonmal schlimmer,also mach ich mir deswegen keine

Ich sah ihr mit überrascht hinterher. Ob wohl alle Mädchen so optimistisch waren wie sie?

Weil ich heute sowieso fast meine gesamten Ersparnisse für diesen Monat ausgegeben hatte,beschloss ich zu guter Letzt noch ein Eis für jeden von uns zu kaufen. Jongin und ich nahmen Erdbeere,Kyungsoo nahm Schokolade,Tao Vanille und Chanyeol Pfefferminz. Ich zahlte bar und bekam all unsere Eiswaffeln überreicht. Ich beobachtete alle amüsiert,während sie fröhlich an den bunten Kugeln leckten. Hach, auf Eis würde ich einfach niemals verzichten können! Plötzlich wurde mir meines aus der Hand gerissen und wütend rief ich:

„YAH! Gib‘s mir zurück!“ Chanyeol leckte an meinem Erdbeereis. Er blickte zur Decke und schien etwas nachdenklich,bis er mir schließlich seins in die Hand drückte. „Das schmeckt mir besser. Pfefferminz ist fies.“

Mit diesen Worten ging er mit meinem Essen einfach so davon. Überrumpelt von seiner plötzlichen Dreistigkeit,blickte ich ihm mit offenem Mund hinterher.

Nach alldem

mir die klebrige Flüssigkeit an der Hand herunterlief und war kurz davor es mir angeekelt abzuwischen,als jemand das Eis aus meiner Hand nahm. Jetzt reicht es mir! Wer klaute mir diesmal etwas?! Ich sah hoch und blickte in Taos dunkle Augen,während er mir sein Vanilleeis in die Hand drückte. „Magst du lieber das hier essen?“,es schien eine rhetorische Frage zu sein,denn er ging wieder seines Weges. „Das ist ja ein indirekter Kuss, wenn du daran leckst.“,bemerkte Jongin,welcher plötzlich neben mir stand und frech grinste. Ich riss mich zusammen,um ihm nicht die kalte Süßspeise in sein doch ziemlich hübsches Gesicht zu drücken. War er schon immer so frech gewesen?

wie

konnte er?! Und Pfefferminz mochte ich auch nicht! Ich bemerkte wie

78

Ich biss auf meine Unterlippe und ging davon. Jongin lachte nur leise und folgte mir. Fragend sah ich mich um und suchte nach den anderen Drei. Wo waren sie jetzt wieder hingelaufen? Da entdeckte ich Chanyeol vor einem Schaufenster voller Dessous! Meine Augen weiteten sich,während er seinen Kopf leicht schief legte und weiter an seinem Eis leckte. Die Verkäuferinnen schienen ihn auch bemerkt zu haben und beobachteten ihn interessiert. „Chanyeol,was machst du denn da?!“,fragte ich ihn,während ich seinen Arm packte und versuchte ihn wegzuziehen. „Das ist “ „Ja,genau. Unterwäsche für Frauen.“,flüsterte ich leise. „Das weiß ich auch. Ich habe mich nur gefragt,ob du auch so etwas trägst.“ Ich stockte und sah ihn etwas überrumpelt an. „Wie “ „Deine Bärchenwäsche stammt ja wohl eher aus dem Kinderparadies,oder?“

Dieser Idiot

„Du bist ja wohl auch eine Frau. Also müsstest du das doch auch tragen,nicht wahr? Oder fühlst du dich in kindlichen Sachen wohler?“ „Als ob dich das was angeht!“,zischte ich,“Jetzt komm,lass uns weitergehen.“ Er grinste mich breit an und folgte mir,ohne einen weiteren Blick zur Wäsche zu richten.

!

Wie konnte er jetzt

!

Ein paar Stunden später saßen wir alle erschöpft auf der Couch in Kyungsoos Wohnung. Dieser hatte die Schürze angezogen,welche ich ihm geschenkt hatte und war gerade dabei, eine Kleinigkeit zu kochen. Auch wenn wir heute alle soviel gegessen hatten,sodass es eigentlich für eine Woche problemlos reichen sollte. Aber um meinen noch immer vorhandenen Frust zu tilgen,schienen der Verzehr von etwas Leckerem und Gesellschaft,genau das Richtige zu sein.

Eine weitere Woche war verstrichen,in der ich noch mehr mit den vier Jungs zusammen gewachsen war. Es war fast so,als würde ich sie schon seit einer Ewigkeit kennen. Allerdings wusste ich fast immer noch nichts über jeden Einzelnen von ihnen,was merkwürdig war.

Trotz alledem

Nur bei ihnen zu sein machte mich fröhlich und ließ mich meinen Kummer vergessen.

sie

waren etwas merkwürdig und verrückt, auf ihre eigene,liebenswerte Art.

79

Ich schloss mein Geschichtsbuch und eine Welle von Erleichterung schwappte über mich. Nachdem ich mich ausgiebig gestreckt hatte,sah ich auf die Uhr. Es war Zeit für das Mittagessen und ich hatte versprochen, für die Jungs zu kochen. Auch wenn ich darin mehr als schlecht war,aber was soll‘s. Ich hatte allerdings so gut wie nichts in meinem Kühlschrank,also musste ich wohl oder übel zum Supermarkt. Ich band meine Haare kurz in einem lockeren Zopf zusammen,schnappte mir meine Tasche und rannte einmal durch meine Wohnung um den Schlüssel und meinen Mantel zu finden. Von nebenan hörte ich ohrenbetäubenden Krach, schaute daraufhin interessiert rüber und blickte direkt in Chanyeols Gesicht. „Gehst du irgendwo hin?“,fragte er mich durch die Scheibe. „Einkaufen! Ich hab nichts mehr zu Essen hier!“ „Warte,ich komme mit!“,rief er und sprang über den Balkon zurück ins Zimmer.

Ich seufzte und tippte mir leicht überfordert gegen meine Stirn. Na ja,alleine einkaufen machte sowieso keinen Spaß. Ich schloss die Tür auf und rannte durch das Treppenhaus und wartete unten am Eingang auf Chanyeol. Er war schon da,wie auch immer er so schnell hier runtergekommen war. Doch er war nicht alleine, neben ihm standen Jongin und Tao.

„Wollt ihr etwa

„Ja,sie kommen mit. Auf zum Supermarkt!“,Chanyeol hob seinen Arm und ging voran. Nun doch etwas besorgt,folgte ich den drei Jungs vor mir. Vor dem Geschäft angekommen, schnappte ich mir einen Einkaufswagen und zusammen betraten wir den hell erleuchteten Raum voller Regale und Kühltheken. Wie schon so oft drehten sich viele Leute um. „Ist sie ein Model?!“ „Oder ein Idol?!“

„Wer sind die ganzen Jungs hinter ihr? Ihre Brüder,oder ist einer davon ihr Freund?!“

„Aber sie sehen eigentlich ganz passabel aus

Ich hasste diese Tuscheleien regelrecht,doch immerhin hatten die Jungs jetzt auch endlich mal etwas Aufmerksamkeit bekommen. Positive Aufmerksamkeit. Ihnen Tipps zu geben wie man sich kleidete und wie man Gesichtsprodukte zu verwenden hatte,schient langsam Auswirkungen zu haben. „Lasst uns hier lang gehen.“,rief ich und die Drei folgten mir wie brave Hunde. „Ich wünschte ich wäre noch ein Kind.“,sagte Jongin plötzlich und beobachtete die kleinen Kinder,welche von ihren Eltern fröhlich in den Einkaufswagen umhergeschoben wurden. „Setzt dich doch einfach hier rein!“,sagte ich ironisch und kicherte vor mich hin,während ich Äpfel im vorderen Fach verstaute. Dann sah ich,wie Chanyeol mit seinen langen Beinen in den Wagen stieg und die gesamte Fläche ausfüllte. „Was zur-! Chanyeol!! Ist das jetzt dein ernst?!“ „Ja. Ich möchte gefahren werden! Wird bestimmt lustig.“,er grinste mich mit einem Hundeblick an und ich seufzte ergiebig. „Jetzt schieb mich schon.“,befahl er. Geschlagen sah ich zur Decke und fragte mich,wieso ihm ihm erzählt hatte,das ich einkaufen ging

„Ich warte

ich auf ihn warf,er fing sie jedoch geschickt und legte sie auf seinen Schoß. Mit all meiner Kraft stemmte ich mich gegen den Wagen,doch bei meiner Körpergröße hatte ich nicht all zuviel Kraft um ihn zu bewegen. Dieser doofe Palmen-Riese!! Dann wurde ich leicht zur Seite gedrückt und blickte zu Tao. „Ich melde mich freiwillig.“,er zwinkerte mir zu und dann grinste er böse,während er begann den Wagen mit einer enormen Geschwindigkeit zu schieben.

„Verdammt! Du bist ja unmenschlich stark Eona-“,Chanyeol drehte sich um und er schien

nun etwas panisch,“T-Tao

?“

!“

“,bemerkte

er ungeduldig. Etwas wütend schnappte ich mir Bananen,welche

?!“

80

Dieser lachte laut und rief:“Du willst eine Fahrt?! Ich zeig dir jetzt mal was eine richtige Fahrt ist!“ „Bitte nicht!“,der braunhaarige Riese war kurz davor aus dem Wagen zu springen,als Tao in gegen eine Wand krachen ließ. Ich hielt mir geschockt die Hände vor mein Gesicht. Jetzt würde ich bestimmt aus diesem Supermarkt verbannt werden Ich rannte zu den Beiden und funkelte Chanyeol wütend an. „Raus da. Sofort.“ Er gehorchte und wankte ein paar Schritte,bis er plötzlich gegen mich rannte und wir Beide zu Boden fielen.

„Aua

Blöder,wandelnder Turm

Ich öffnete meine Augen und sah wie Chanyeol leicht seinen Kopf schüttelte. Als er bemerkte wie nah unsere Gesichter waren, schnappte er kurz nach Luft und sah mich geschockt an. Wenn ich mich auch nur einen Zentimeter bewegen würde,würden sich unsere Lippen garantiert treffen. Sein Gesicht gewann einiges an Farbe und glich nun eher einer Tomate. „E-Eona “ „Ja,bitte?“,ich sah ihn ruhig und etwas fragend an.

„Ich

Ich kicherte sanft und er rollte von mir runter.

“,sagte

ich leise.

!

Ich

sehe drei von dir

“,antwortete

er schließlich.

„Ah

laut und sah meinen Kindergartenfreund an,welcher sich vor lauter Lachen seinen Bauch

hielt. Chanyeol sprintete auf ihn zu und die Beiden verschwanden irgendwo in den vielen Gängen. Kindsköpfe. „Alles in Ordnung?“,Jongin half mir hoch und wir sahen uns leicht lächelnd an. „Jongin?“ „Ja?“

„Falls uns jemand fragen sollte

„Geht klar.“ Er grinste mich an und schnappte sich den Einkaufswagen.

„Jetzt bin ich dran mit schieben.“,sagte er fröhlich und ich warf ihm einen skeptischen Blick zu.

„Danke

So setzten wir erstmal zu Zweit den Einkauf fort,bis Chanyeol und Tao schließlich wieder etwas atemlos auf uns zukamen. „Und? Fertig?“,brachte der fröhliche Riese gerade so hervor. Wir nickten und begaben uns schließlich zur Kasse. Doch vorher schnappten wir uns alle noch ein Eis aus der Kühltruhe. Das lief allerdings auch nicht reibungslos ab,denn Chanyeol und Tao wollten dieselbe Sorte haben,allerdings war nur noch eine da. So begannen sie sich wieder in die Haare zu kriegen und ich seufzte erschöpft. Ein kleines Mädchen starrte die beiden größeren irritiert an. „Beeilt euch bitte!“,rief ich nun,vorne an der Kasse angekommen und schon standen alle von hinter mir. Ich bezahlte für alles und wir verließen das Geschäft,während wir genüsslich begannen zu essen. Tao und Chanyeol mussten zusätzlich, zur Strafe, die Tüten tragen. „Das war spaßig.“,bemerkte Jongin. „Ja,allerdings! Wusste gar nicht das Einkaufen so amüsant sein kann.“,antwortete Chanyeol. „Genau! Das war der Höhepunkt meines bisherigen Lebens.“,sagte ich sarkastisch und seufzte.

mein

Kopf

Tao,das

wirst du noch bereuen! Ich werde mich rächen!“,rief er plötzlich

“,begann

ich,“die Beiden gehören nicht zu uns.“

Aber

renn damit nicht rum,ja? Und auch nicht reinklettern bitte.“

81

Müde leckte ich an meinem Erdbeereis und wie damals,wurde es mir aus der Hand geschnappt. „Chanyeol,ernsthaft jetzt?! Bist du süchtig danach mir Sachen zu klauen?!“,ich stampfte wütend mit dem Fuß auf und beobachtete den Dieb,welcher nun grinsend seine Schritte beschleunigt hatte. So ein dreister Kerl. „So ist er halt,unser Happy Virus.“,bemerkte Jongin und ging rechts von mir. „Mach dir nichts draus,er meint es nicht böse.“,Tao lief nun an meiner linken Seite. Das wusste ich auch. Dieser große,etwas unbeholfene Junge war mit Sicherheit ein wirklich liebenswerter Kerl.

Im Gegensatz zum Einkauf verlief das Essen relativ entspannt. Auch wenn mir fast die halbe Küche abgebrannt war und wir letztendlich doch Instantnudeln gegessen hatten.

Zeit für die Pause! Glücklich schlenderte ich durch die Gänge der Schule und spürte die vielen Blicke auf mir. Nichts neues,aber diesmal war es nicht nur wegen mir,der Queenka. Jonghyun stand heute Morgen vor meinem Klassenzimmer und hatet sich mit Tränen in den Augen entschuldigt. Er hatte sogar einen Strauß Rosen mitgebracht. Ich war aufgestanden und auf ihn zugegangen. Dann lächelte ich sanft und legte meine Hände auf seine Schultern und sah ihn an. Er schien erleichtert und kam näher,doch zu diesem Zeitpunkt wisch ich einen Schritt zurück und sagte laut und deutlich,so das alles es hören konnten:

„Es ist aus,Kim Jonghyun. Komm nie wieder auch nur in meine Nähe.“ Dann lächelte ich ihn freundlich an und ging zurück zu meinem Platz,ohne mich auch nur noch einmal umzudrehen. Diese Geschehnisse hatten sich natürlich schnell rumgesprochen und sogar die Schülerzeitung hatte davon schon berichtet.

So traf ich mich also mit meinen Nachbarn am Eingang zur Cafeteria und wir holten uns unser Mittagessen. Danach gingen wir zum Ende des Raumes und setzten uns an den

üblichen,demolierten Tisch. Ich schnappte mir meine Essstäbchen,als ich erneut Blicke auf mir spürte. Ich drehte mich langsam um und bemerkte das mindestens die Hälfte der Schüler zu uns rübersah. „Isst du nichts?“,fragte Tao. „Ich übernehme gerne deine Portion,wenn du keinen Hunger hast.“,bot mir Chanyeol an. Tao schlug ihm leicht auf den Hinterkopf und flüsterte ihm etwas zu.

„Sorry,hast ja recht

Ich räusperte mich und begann zu essen. Aber ich fühlte noch immer die Blicke. Und das was mich daran besonders störte war,dass sie nicht mir galten,sondern den Jungs vor und neben mir. Jongin begann langsamer zu kauen und sah mich neugierig an. Dann blickte er sich um und sah mehrere flüsternde Mädchen und böse Blicke die auf ihm und den Anderen lagen. Auch Kyungsoo bemerkte die angespannte Atmosphäre. „Entschuldige bitte.“,ein wirklich gut aussehender Junge aus der Oberstufe kam herüber und rempelte mein Reh an,was dazu führte,dass sein geliebter Pudding auf den Boden fiel. Seine Augen waren noch runder als sonst und so traurig,wie die eines kleinen Kindes,welches kein schönes Weihnachtsgeschenk bekommen hatte. Der Typ blickte die vier Jungs abschätzig an und richtete dann wieder seine Aufmerksamkeit auf mich. Charmant lächelte er und sagte:“An unserem Tisch dort ist noch ein Platz frei.“,er deute an einen runden,hellen Tisch am Fenster,an dem mehrere Oberstufenschüler uns interessiert beobachteten.

82

Ich

wollte halt nur aufmerksam sein

“,zuckte

er ratlos.