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Das Bild des Juden in Andorra

Der Antisemitismus ist die Abneigung oder Feindseligkeit gegen Juden. Entstanden ist er aus
den Vorwürfen gegen Juden zum Beispiel einseitige Intellektualität und hinterlistige
Wirtschaftspraktiken.

Judenverfolgung gab es schon im größeren Stil im Römischen Reich. Aber auch im


Mittelalter wurden die Juden bekämpft, weil sie das Neue Testament nicht anerkannten. Im
18. Und 19. Jahrhundert wurde der Antisemitismus hauptsächlich wirtschaftlich und politisch
begründet. Durch gefälschte Schriften wollte man dem Antisemitismus eine
scheinwissenschaftliche Stütze geben, um das Volk von der Ordentlichkeit der Verfolgung zu
überzeugen. Später trat immer mehr der Gedanke hervor, die Juden seien eine
minderwertige Rasse und müssten deshalb ausgerottet werden. Das wurde vor allem unter
Hitler deutlich, der ab 1933 eine systematische Ausrottung der europäischen Juden befahl.

Vorurteile sind eine nicht sachlich begründete Einstellung gegenüber Dingen oder Menschen,
besonders auch Menschengruppen.

In dem Buch ''Andorra'' von Max Frisch wird der Antisemitismus, Feigheit und die Identität
des Menschen behandelt.Es geht ganz speziell um Vorurteile,welche die Menschen gegen
Juden haben und diese auch in heutiger Zeit noch leben.Diese Vorurteile haben oftmals
keinen zusammenhang zur Realität.Sie wurden einfach übernommen, sei es von der Familie,
der Presse oder anderen Gruppen, welche Vorurteile leben.Niemand möchte für etwas
verurteilt werden, was er nicht begangen hat, da es nicht fair ist, doch in Andorra hat der
Junge Andri ein schlimmes Schicksal, da der Antisemitismus von den Bürgern Andorras frei
ausgelebt wird und er als ''Jude'' den Vorurteilen ausgesetzt ist.Andri ist nicht dumm und er
selbst beginnt sich viele Gedanken über sein Leben und seine Abstammung zu machen.Die
Vorurteile, die von den Menschen ausgesprochen werden gehen ihm ans Herz und er
versteht erst nicht warum die Menschen ihn so behandeln, da er doch seine bestes gibt und
nichts falsch zu machen scheint.
Als Andri in einer Tischlerei anfängt zu arbeiten und der Tischlermeister von ihm und einem
weiteren Auszubildenden will, dass sie ihm probeweise einen Stuhl herstellen, spürt Andri
das erste Mal, dass er als Jude die zweite Geige spielt.
Nachdem die beiden Jungen die Stühle fertig erstellt haben setzt sich der Tischlermeister
auf einen drauf und der geht kaputt.Natürlich war es nicht Andris Kreation, doch der
Tischermeister glaubt Andri kein Wort und spricht das Lob dem anderem Auszubildenden
aus, da der andere Stuhl perfekt gemacht worden ist.Der Meister will nicht glauben, dass
ein Jude den Stuhl so gut hinbekommen hat, da Juden nicht für Handwerksberufe geeignet
seien.Er sagt zu Andri das er doch lieber die Menschen anschnorren soll, da Juden doch so
gut mit Geld umgehen können und das Geschäft verstehen.Die nächste antisemitische
Äusserung wird vom Arzt Andorras ausgesprochen, welcher nicht wusste das Andri Jude ist.
(''Das schlimme am Jud ist sein Ehrgeiz''). Die Frage die sich hier stellt ist doch die, was an
Ehrgeiz schlimm sein soll ?! An diesem Beispiel kann man ganz genau erkennen, dass die
Menschen auch einfach nur eifersüchtig auf die Juden sind und auf das, was sie erreicht haben
und noch werden, da auch nach Jahrhunderten der Judenverfolgung es nicht gelungen ist, die
Juden zu stoppen ihre Macht zu erweitern.Andri ist ein junger intelligenter Mensch und das
wird ihm zum Verhängnis, da die Menschen Andorras es schaffen ihn zu brechen.Die ganzen
Vorurteile, das ungerechte Verhalten ihm gegenüber und die beschimpfungen schwächen
ihm seelisch. (''Jud verdammter!'') Er hat niemandem was gemacht oder was angetan.Er
sucht einfach nur seinen Platz in der Gesellschaft, doch dieser wird ihm nicht gegeben und
Andri, von Selbstzweifel geplagt, fängt an den Menschen zu glauben und stempelt sich
selber als ''der Jude'' ab und fängt an den Stereotypen, welche ihm auf dem Teller serviert
werden, zu glauben und seine Person mit diesen Stereotypen zu identifizieren.Er verbindet seine
Identität mit den Vorurteilen, welche durch seine Religionsangehörigkeit bestimmt sind.
Als Andri erfährt, dass er gar kein Jude ist, sondern das Kind einer Affäre, welche der Vater im
Land der Schwarzen mit einer Senora hatte, verändert sich nicht viel in seiner Welt, da die
Menschen sich schon ein Bild von Andri gemacht und ihn als Juden abgestempelt haben. (''Jetzt
ist es an Euch, Hochwürden, Euren Jud anzunehmen.'') Von Reue ist keine Spur.Doch es sind
nicht nur die Menschen, die ihren Fehler Andri gegenüber nicht eingestehen wollen, sondern
auch Andri selbst, der sich nicht ändert bzw nicht vor hat sich zu ändern. (''Seit ich höre, hat man
mir gesagt, ich sei anders'') (''Ich bin anders'') Man kann ganz genau sehen, dass Andri so lange
als Jude angesehen und behandelt wurde, dass er schon selbst anfängt sich als einer zu fühlen
und seine Persönlichkeit schon so weit gestärkt und aufgebaut wurde, dass es für ihn kein zurück
mehr gibt.Seine Identität wird durch das Judentum geprägt mit all seinen Vor- und Nachteilen!

Ich finde das die Problematik des Antisemitismus sehr gut dargestellt wird und es jedem
halbwegs intelligentem Menschen, der schon zum Teil dem Hass verfallen ist, die Augen öffnen
und ihn zurück auf den richtigen Weg bringen kann, wenn er denn offen für die Lektion ist!
Jeder kann eines Tages ''der Andri'' sein, sei es wenn das Arbeitsumfeld, sprich die Menschen
mit denen man tag für Tag arbeiten muss,die Schule oder sonstige Kostitutionen, in der man in
Gruppen zusammen ist und sich eingliedern muss, Vorurteile gegen einen aufbauen und an
diesen festhalten.Es ist Schade,dass die Menschen so viel Energie in Hass investieren, denn man
könnte soviel zusammen erreichen, wenn jeder seinem Nächsten mit Harmonie begegnen
würde.Warum dieser Hass die Menschen beherscht wissen wir leider nicht.Die Psychologie
beschäftigt sich mit dem Thema und versucht Erklärungen zu finden, warum wir Menschen
manchmal so reagieren und das schon teilweise recht erfolgreich.Bücher wie die Bibel und
heilige Schriften anderer Religionen bestehen grundsätzlich aus dem Thema der Nächstenliebe
und versuchen anhand Geschichten den Gläubigen das Gefühl und Wissen zu vermitteln, an
welchem es bedarf um die Nächstenliebe zu praktizieren.Leider werden Passagen gerne
überlesen oder fehlinterpretiert um seine eigenen Fehler zu rechtfertigen.Wir,die aufgeklärt sind,
können leider nichts gegen dieses Fehlverhalten der Menschen machen, ausser mit gutem
Beispiel voran gehen und vorallem der Jugend zeigen, dass es doch noch Hoffung gibt.

»Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.«

Mahatma Gandhi

Name: Felix Dyrek

Wörter: 1025