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ERFAHRUNGSBERICHT

VON
TULIO ANDRADE LIMA DE ALBUQUERQUE

HEIMATHOCHSCHULE:

UNIVERSIDADE FEDERAL DE PERNAMBUCO

GASTHOCHSCHULE:

EBERHARD KARL UNIVERSITÄT TÜBINGEN


Das ist mein zweites Mal in Deutschland. Im Jahr 2006 war ich drei Monate
lang in Düsseldorf, wo ein Freund von meiner Familie wohnt. Ich fand das Land
sehr interessant und habe angefangen Deutsch zu lernen. Vor dieser Reise
habe ich zwei Monate gelernt, damit ich hier etwas sprechen konnte. Alltägliche
Sätze wie: „Ich habe hunger“ und „Ich bin Tulio“.

Ende 2006 habe ich mein Juristisches Studium angefangen. In der Vorlesung
„Einführung in die Allgemeine Rechtstheorie“ habe ich viel über Kant und Hegel
gelesen. Dann habe ich gedacht: Warum nicht wieder nach Deutschland, um
mehr über die deutsche Rechtsphilosophie kennenzulernen und noch die
Sprachkenntnisse zu verbessern?

Meine Heimats-Universität, Universidade Federal de Pernambuco, ist Partner


von ungefähr acht deutschen Universitäten. Deshalb musste ich wählen in
welcher deutschen Universität ich studieren möchte. Ich habe mit deutschen
Austauschstudenten, die in meiner Universität studiert haben, gesprochen. Ich
habe viel im Internet über die Städte gelesen und habe auch mit den Lehrern
vom Deutschkurs gesprochen. Von allen Städten hat mir Tübingen am besten
gefallen. Die studentische Atmosphäre in dieser kleinen Stadt erschien mir
faszinierend. Jetzt kann ich dies wirklich bestätigen.
Das Studium an der Universitat Tübingen hat mir wirklich gefallen. Ich habe vor
Anfang des Studium einen Deutschkurs, genannt „Start Kurs“, besucht. Das
war eine gute Vorbereitung für das Studium. Ich zusätzlich habe ich noch einen
Grammatikkurs und den Kurs „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ belegt.
Außerdem besuche ich folgende Vorlesungen:

• Propädeutische Vorlesung: Einführung in die Rechtsphilosophie


• Internationales Privatrecht
• Einführung in die spanische Rechtssprache und die spanische juristische
Terminologie
Ebenfalls relevant ist die Möglichkeit mit einem Mentor und Tandem-Partner zu
lernen. Ein Mentor ist ein Student, der dir bei deinem Studium hilft.
Ein Tandem-Partner ist eine Person, die deine Muttersprache lernen will und du
dessen, mit der du dich regelmäßig triffst um beide Sprachen zu verbessern
beziehungsweise zu erlernen. Ich habe keinen offiziellen Tandem-Partner, denn
„Tandem“ ist ein Programm von der Uni. Aber auch ohne mich zu dem
Programm angemeldet zu haben, habe ich zwei Personen, die Portugiesisch
lernen wollen, kennen gelernt. Daraufhin haben wir unser privates „Tandem“,
mit dem gleichen Prinzip, gemacht.

Jeder Kurs, Vorlesung, Tandempartner oder Mentorenprogramm hat eine


besondere Funktion:

• Der Grammatikkurs ist ganz wichtig um die Sprachkenntnisse zu


verbessern. Dort lernt man Vokabel und auch die Grammatikregeln.
• Die Sprachpartner helfen beim Praktizieren der Sprache. Normalerweise
treffen sich die internationalen Austauschschüler immer untereinander,
anstatt mit Einheimischen. Deshalb ist ein deutscher Sprachpartner sehr
wichtig.
• Der Kurs „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ ist ganz relevant um die
Geschichte, Politik und Kultur von Deutschland kennenzulernen. Damit
versteht mann besser die deutsche Gesellschaft und ihre Mentalität.
• Wenn man ein Auslandsemester macht, hat mann viele Schwierigkeiten.
Das Mentorenprogramm macht alles einfacher. Der Mentor hilft dir bei
deinen Fragen über das Studium, „Wie funktioniert die Universität? Welches
Buch soll ich lesen? Wo finde ich dieses Buch? Wie sind die Klausuren?“
Gemeinsam mit dem Mentor lernen ist auch möglich. Wenn man Jura
studiert, wie ich, hat man große Schwierigkeiten die Rechtsprache
(juristische Terminologie) und die juristischen Begriffe in einer
Fremdsprache zu verstehen. Deshalb hat mir das gemeinsame Lernen sehr
viel geholfen um die sprachlichen Barrieren allmählich zu überwinden.
• Wie bereits erwähnt, interessiere ich mich sehr für die deutschen
Philosophen. Deshalb war die Vorlesung „Propädeutische Vorlesung:
Einführung in die Rechtsphilosophie” meine erste Wahl. Die Themen
behandelten nicht ausschließlich deutsche Philosophen, aber Kant und
Hegel waren ein großer Teil der Vorlesung. Über sie zu lernen war ein
Grund für die Wahl meines Auslandsemesters in Deutschland.
• Mit internationalem Privatrecht konnte ich besser die Beziehung und die
Funktion des deutschen Rechtsystems, wenn ein Normkonflikt zwischen
Normen von verschieden Ländern entsteht, verstehen. Und in einer
globalisierten Welt, so wie wir sie heute haben, ist das ein wichtiger Punkt
für einen Juristen.
• „Einführung in die spanische Rechtssprache und die spanische juristische
Terminologie“ gab mir die Möglichkeit mehr über die spanischen und
deutschen Gesetzte zu erfahren und auch die deutschen juristischen
Begriffe zu verstehen. Mit der Ähnlichkeit zwischen Portugiesisch und
Spanisch konnte ich das spanische Gesetzt verstehen und damit die
deutschen Begriffe lernen. Die besonderen juristischen Begriffe wurden auf
Deutsch übersetzt und wurden mit dem deutschen juristischen System
verglichen, damit alle das spanische Gesetzt verstehen konnten.

Ohne die Landesstiftung Baden-Württenberg wäre Alles, was ich gerade


geschrieben habe, nicht möglich gewesen. Das Baden-Württenberg Stipendium
finanzierte mein Studium und ermöglichte es mir in dem Wohnheim „Prinz Karl“
zu wohnen. „Prinz Karl“ ist ein gut strukturiertes Wohnheim mitten in der
Altstadt. Die Deutsche-Post, Apotheke, Bank und Supermarkt befinden sich
gleich um die Ecke. Die „Neue Aula“ , in der die meisten Vorlesungen
stattfinden die ich besuche, ist nur fünf Gehminuten vom Wohnheim entfernt.
Es gibt also keine bessere Alternative, die Lage ist perfekt!