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POSTULAT

der Grossräte Eric Jacquod, UDC, und Franz Ruppen, SVPO / Freie Wähler,
betreffend: Hände weg von meinem Kruzifix! (19.11.2010) 3.103

Obwohl er sich über die Folgen durchaus im Klaren war, entfernte ein Oberwalliser
Lehrer, der übrigens auch Präsident der Walliser Sektion der Freidenker-Vereinigung der
Schweiz ist, das Kruzifix in seinem Klassenzimmer.
Die dadurch heraufbeschworene Polemik hat eine grundlegende Frage aufgeworfen:
Haben wir in einem christlichen Land überhaupt noch das Recht, uns offen zu unserer
christlichen Tradition zu bekennen?
Diese Frage muss insbesondere all jene Abgeordneten im Grossen Rat beschäftigen,
die anlässlich ihrer Vereidigung feierlich geschworen haben, nach allen ihren Kräften alles zu
vermeiden und zu verhindern, was die Religion unserer Väter beeinträchtigen könnte (Art. 66
Abs. 1 des Reglements des Grossen Rates). Im Übrigen ist diese Frage eng mit der
allgemeinen Aufgabe der Walliser Schule verbunden, welche gemäss Artikel 3 des Gesetzes
über das öffentliche Unterrichtswesen darin besteht, die Familie bei der Erziehung und
Ausbildung der Jugend zu unterstützen und zu diesem Zweck die Zusammenarbeit mit den
öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen anzustreben und den Schüler auf seine Aufgabe als
Mensch und Christ vorzubereiten.
Angesichts des Imperialismus eines immer stärker werdenden Islams und eines
zunehmend intoleranten und religionsfeindlichen Laizismus ist es höchste Zeit, dass wir in
diesem christlichen oder zumindest christlich geprägten Land den Mut haben, unsere Identität
zu verteidigen – eine Identität, die wesentlich durch die Religion unserer Väter geprägt ist und
durch das Kruzifix in den Klassenzimmern symbolisiert wird. Das Kruzifix ist ein Symbol
unserer Einheit und Ausdruck unserer Verbundenheit mit der Religion unserer Väter, die
jedoch nicht als Missbilligung jener, denen es natürlich freigestellt ist, nicht daran zu glauben,
verstanden werden darf.
Wir müssen den Mut haben, zu unserem christlichen Glauben zu stehen und uns dafür
einsetzen, dass dessen Symbole auch in öffentlichen Räumen, also auch in den
Klassenzimmern, angebracht werden können.
Wir fordern den Staatsrat deshalb auf, die nötigen Massnahmen zu ergreifen und
gegebenenfalls die nötigen Gesetzesgrundlagen zu schaffen oder die Bestehenden zu
verstärken, damit die Schüler in jedem Klassenzimmer einer öffentlichen Walliser Schule
durch ein Kruzifix an den Glauben unserer Väter erinnert werden.

Sitten, den 19. November 2010 UDC-Fraktion, durch


(09.10 Uhr) Eric Jacquod, Grossrat, UDC
Franz Ruppen, Grossrat, SVPO / Freie Wähler