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Indische Wirtschaft

12 February, 2011 | created using fivefilters.org

Feb 9, 2011 08:59PM

Die Schweiz ist international, und umso mehr in Indien, bekannt für Käse und Schokolade, Luxus-Uhren, Geld & Banken und natürlich die Alpen. Zusätzlich gibt es noch eine beträchtliche Anzahl Schweizer Welt-Konzernen wie Nestle, Roche, Novartis, ABB oder Metro. Trotz ihrer „Größe“ ist die Schweiz also eine überproportional starke Marke – in Wert und Bekanntheit Österreich ein Vielfaches überlegen. Österreich liegt in Indien absolut unter der Wahrnehmungsgrenze und versucht sich höchstens durch Mozart, Schwarzenegger und „Sound of Music“ verlegen ins Gedächtnis zu rufen. Obwohl Swarovski und Red Bull sehr präsent sind, würde diese Produkte niemand mit der Alpenrepublik in Verbindung bringen.

Die Schweizer sind trotz ihrer sprichwörtlichen Bescheidenheit absolute Großmeister im Marketing, während die etwas (vor)lauteren Österreicher nicht die geringste Beachtung geschenkt bekommen. Daher fragen wir uns: Was können die Schweizer, was wir nicht können…?

Dass die Schweiz für Schokolade berühmt ist, ist durchaus berechtigt. Immerhin sind die Eidgenossen selbst ihre besten Kunden. Sie verzehren etwa 12 Kilogramm pro Jahr und Person. Aber auch andere Länder produzieren hervorragende Schokoladen, wie zum Beispiel Belgien, Deutschland oder eben auch Österreich.

In Indien gehen die Uhren anders, vor allem langsamer. Die IST („Indian Stretchable Time“) ist berüchtigt und auch unter Indern eine willkommene Ausrede bei Verspätungen. Warum die Inder trotzdem auf die Präzisionsgeräte der Eidgenossen stehen, ist mit ihrer Exklusivität zu erklären. Eine goldene Rolex befriedigt das indische Statusbedürfnis dann doch mehr als die österreichische Gemütlichkeit.

Nicht alles was glänzt ist Gold. Die Schweizer Banken sind auch in Indien für ihre Diskretion bekannt. Zwischen 500 bis 1.400 Milliarden US-Dollar sollen indische Staatsbürger illegal auf Konten bei Schweizer Banken lagern, allem voran Unternehmer, die ihre Gewinne nicht versteuern sowie korrupte Politiker. Das entspricht etwa dem indischen Bruttonationalprodukt! Damit sind die Inder wohl die besten Kunden der Schweizer Banken. Hätte Österreich das Bankgeheimnis nicht aufgeben müssen, hätten vielleicht wir das (Schwarz)Geld…

In den letzten zehn Jahren hat sich die Schweiz in einem neuen Segment als Qualitätsführer positioniert – als Tourismusdestination. Ein Milliarden-Publikum bewundert in den Kinos die Schönheit der Schweizer Berge. Mittlerweile weiß

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jeder Inder, dass schneebedeckte Berggipfel mit der „Schweiz“ gleichzusetzen sind. Das ist der Lohn von hunderten Shootings auf den Almen im Berner Oberland. Damit wurde Interlaken zu „Inderlaken“ und darf auf keiner Europareise mehr fehlen. Für einen Inder wäre es unvorstellbar die Schweiz links liegen zu lassen und das selbe Gebirge (Alpen) zum Beispiel aus Österreich zu betrachten. Daher besuchen heute etwa vier mal so viele indische Touristen die Schweiz wie Österreich, obwohl es dort keine Kultur-Metropole á la Wien gibt! Zürich, Bern oder Genf haben nicht annähernd die Geschichte oder das Flair Wiens, die als 950 Jahre Hauptstadt und internationales Zentrum für Wissenschaft, Kunst und Kultur war und ist. Wenn es aber der Österreich-Werbung gelingt folgendes zu verkaufen, rennen UNS die Inder die Türen ein und nicht den Schweizern:

In Österreich gibt es die gleichen Berge und Seen wie in der Schweiz sowie einzigartige imperiale und kulturelle Sehenswürdigkeiten in Wien, bei besserem Essen und alles noch um 30% günstiger! Chalo A U S T R I A!

(Kommentar von Wolfgang Bergthaler)

Feb 8, 2011 01:42PM

Feb 08

Die Aero India, organisiert vom indischen Verteidigungsministerium, ist die größte Luftshow Asiens und zählt auch weltweit zu den größten Ausstellungen rund um Militärflugzeuge. Erstmals 1996 ins Leben gerufen, startet morgen, am 9. Februar 2011, die achte Auflage des Events auf der Yelahanka Air Force Station in Bangalore.

Einer der Sponsoren ist Red Bull India. Auf der Homepage redbull.in heißt es, das tschechische Luft-Akrobatik-Team der “Flying Bulls” werde im Laufe des Events mehrmals in Form von Synchronflügen auftreten. Zudem verkündet das Unternehmen, auf dem Event würden zu 54 Prozent zivile Aussteller auftreten, im Gegensatz zu 46 Prozent militärischen Ausstellern – was dem Sponsoring den militärischen Touch zumindest teilweise nimmt.

Hoffnungslos überbucht

Die diesjährige Aero India soll die bisher größte werden; angeblich ist die Ausstellungsfläche komplett ausgebucht, weitere Buchungen können nicht mehr entgegen genommen werden. Und dass, obwohl die Ausstellungsfläche im Vergleich zum letzten Mal um 70 Prozent von 44.000 auf 75.000 Quadratmeter vergrößert wurde – die Zahl der Aussteller stieg zugleich um 16 Prozent auf 675 Unternehmen, davon 380 aus dem Ausland.

Interessanter als Meldungen über die erwarteten Teilnehmer sind aber die Meldungen darüber, wer nicht kommen wird: Laut einem Bericht der “Times of India” sind nämlich Pakistan, der

Iran und China explizit vom Event ausgeladen. Pakistan ist traditionellerweise auf der Veranstaltung nicht erwünscht und mit dem Iran unterhalte man keine militärischen Kooperationen, heißt es. Laut “Times of India” stehen die militärischen Kooperationen mit China still, seit einem Kommandanten der indischen Armee im vergangenen Juli ein Visum verweigert wurde. (Stefan Mey)

im vergangenen Juli ein Visum verweigert wurde. (Stefan Mey) Red Bull wird Bangalore auf den Kopf

Red Bull wird Bangalore auf den Kopf stellen (Quelle: Hemanth CS/DNA)

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Feb 7, 2011 11:24AM

Feb 07

Die Inder sind tendenziell ein kommunikationsfreudiges und neugieriges Volk. Sie interessieren sich besonders für Ausländer, die durch Indien reisen und möchten gerne mehr über deren Herkunft erfahren und ganz nebenbei noch an ihren Englisch-Kenntnissen feilen. Dem indischen Standard-Schema für Konversationen mit Ausländern entsprechend, kommt nach der ersten Frage „What’s your name?“ mit Six-Sigma-Wahrscheinlichkeit „What’s your country?“. Als Österreicher haben sie nun folgende Möglichkeiten zu antworten:

haben sie nun folgende Möglichkeiten zu antworten: Variante 1: Als absoluter Patriot artikulieren Sie mit ihrem

Variante 1: Als absoluter Patriot artikulieren Sie mit ihrem besten Englisch „Austria!“. Wiederholen sie nochmals laut und deutlich „A-u-s-t-r-i-a!“. Trotzdem wird zu 99% lediglich „Australia“ beim Gegenüber ankommen. Im besten Fall können sie ihn auf „Austraria“ herunter handeln. Die junge Konversation wird nun schnell mit der Frage nach ihrem Lieblingsspieler der australischen Cricket-Mannschaft abgleiten. Damit kann sich das Blatt blitzschnell zu ihren Ungunsten wenden und sie stehen genauso unwissend da, wie ihr Gesprächspartner zwanzig Sekunden zuvor.

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Variante 2: Als erfahrener Indien-Traveller wollen Sie sich weder mit ambitionierten indischen Kommunikationstalenten, noch mit Kängurus und Ricky Ponting (Kapitän der australischen Cricket-Mannschaft) auseinandersetzen und antworten mit etwas zögernder Stimme trotz ihrer Herkunft mit einer Notlüge: „Germany!“ . Damit gönnen sie dem Fragenden ein Erfolgserlebnis und schicken ihn geistig zumindest nicht „Germany!“. Damit gönnen sie dem Fragenden ein Erfolgserlebnis und schicken ihn geistig zumindest nicht ans andere Ende der Welt. Aber auch diese Strategie birgt ihre Risiken: Sie könnten es mit einem der Abermillionen Hitler-Anhänger zu tun haben. Der Führer gilt in Indien noch immer als großer Kämpfer für die arische Rasse, zu der sich die (Nord)Inder zählen, mit ausgeprägten „Leadership“–Qualitäten. Nun droht eine noch mühsamere Diskussion als jene um Runs & Wickets.

Variante 3: Sie antworten höflich aber distanziert „Switzerland“ und ihr Gesprächspartner wird sie verehren wie einen seiner Götter. Die Schweiz gilt in „Switzerland“ und ihr Gesprächspartner wird sie verehren wie einen seiner Götter. Die Schweiz gilt in Indien als exotisches Paradies in den Bergen, als Eldorado mit unberührte (=nicht verschmutzte) Natur und die Alpengipfel als Sitz der Götter. Wenn es schon nicht das Nirvana ist, dann wähnt sich der Inder zumindest in dessen Nähe. Abgesehen davon ist die Schweiz ein Synonym für Gold und Geld, Uhren und Luxusartikel sowie Schokolade – alles Dinge, die der Inder gerne hat. Vielleicht ist gerade deshalb die Schweiz eine echt starke Marke, sodass jeder (!) Inder damit etwas (positives) assoziiert. Im Gegensatz zu Österreich, das dort leider keiner kennt. Damit können wir unseren nationalen Minderwertigkeitskomplex in Indien leider nicht therapieren.

Warum die Schweiz in Indien einen derart guten Ruf besitzt (und Österreich eben nicht) lesen Sie morgen als Fortsetzung auf „Indische Wirtschaft“.

(Kommentar von Wolfgang Bergthaler)

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Jan 31, 2011 10:34AM

Ein junges Technologie-Unternehmen aus Wien ist ausgezogen um die „digital divide“ in Indien zu schließen und plant die Einführung spezieller „Content-Services“ für den indischen „Base of the Pyramid“-Markt.

Das österreichische Technologie-Unternehmen YASSSU hat mit www.YASSSU.com eines der weltweit größten Medienportale für personalisierte Informationen geschaffen: Nutzer können sich dort ihre persönliche Medienwelt aus ggw. über 5.000 aktuellen Quellen zusammenstellen und den gewünschten Inhalt in Form von Audio-Dokumenten – so genannten „podcasts“ – über jedes mobile Endgerät unabhängig von Hersteller, Alter oder Betriebssystem abrufen.

Mit einer geschützten Technologie („yasssuCALL“) bietet YASSSU die Möglichkeit, Audio-Inhalte auch on-demand über 100% aller konventionellen Telefone und Handys abrufbar zu machen – in Form von Sprachtelefonie, sodass keine internetfähigen Smartphones oder ähnliches notwendig wäre. Damit bietet YASSSU in Zukunft jedem der bald (im Jahre 2013) einen Milliarden Handy-Benutzer (insbesondere jenen in BoP Märkten) Zugang zu jener Information, die für seine/ihre Lebensverhältnisse relevant und nützlich sind.

Spezielle Wirkungen auf Bevölkerung und Zivilgesellschaft Mobiltelefonie überbrückt alle Arten von Unterschieden in einem Land, in dem das Straßen– und Brückennetz immer noch mangelhaft und primitiv ist. Entlegene Dörfer, die bisher kaum erreicht werden konnten, sind jetzt ans Kommunikationsnetz angeschlossen.

Eine Studie des Think-Tank ICRIER (Indian Council for Research on International Economic Relations) macht deutlich, dass die wirtschaftliche Wachstumsrate indischer Region proportional einhergeht mit der steigenden Mobilfunkpenetration – insbesondere in BoP Märkten. Mit jedem Wachstumssprung der Mobilfunkverbreitung um zehn Prozentpunkte nimmt das BIP-Wachstum zusätzlich um mehr als ein Prozent zu. Der riesige informelle Sektor der indischen Wirtschaft zählt dabei zu den Hauptnutznießern. Kleine Unternehmen und Tagelöhner kommen in den Genuss eines bescheidenen Wohlstands.

Neben der Sprachtelefonie geht es aber auch um Informations-Zugang, der einen Beitrag zu Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung bietet. YASSSU’s innovative Technologie ermöglicht den Medien-Zugang mit Low-End-Handys. Damit möchte YASSSU allen in Indien lebenden Menschen den Zugang zu Informationen ermöglichen, die bisher nur den Internet-Benutzern vorbehalten waren. Wie in anderen Entwicklungsländern auch, können sich viele Menschen in Indien den Zugang zum weltweiten Datennetz nicht leisten, da Computer und Smartphones zu kompliziert bzw. zu teuer sind. Außerdem ist oftmals die technische Infrastruktur noch nicht vorhanden. Wenn jeder Handy-Benutzer Zugang zu praktisch allen Informationsangeboten hat, können Informations-Ungleichgewichte zwischen den Bevölkerungsgruppen, Verkäufer-Mittelsmann und Käufer, unterschiedlichen Kasten und Communities ausgewogen werden. Das führt unabhängig von Geschlecht, Sprache, Religion oder Kaste zu sozialem Frieden, Stabilität, mehr Fairness, Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung über alle sozialen Schichten hinweg („Inclusive Growth).

Das Mobiltelefon ist das universelle Informations– & Kommunikationsmittel aller Inder und erreicht potentiell mehr Menschen in entlegenen Regionen als das öffentliche Verkehrs– oder Elektrizitätsnetz. Allem voran profitieren die Kunden/Benutzer vom Zugang zu relevanten Informationen, unabhängig von Zeit und Ort und verbessern damit ihre Lebensbedingungen. Die Verfügbarkeit von Informations-Diensten macht die Menschen zu mündigen und informierten Mitgliedern der Gesellschaft. Bildung durch Information (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheit) stärkt das Selbstvertrauen und die Unabhängig des Einzelnen. YASSSU bietet einen Mehrwert jeden Handy-Benutzer, insbesondere jenen, die bis jetzt vom Informationszugang ausgeschlossen

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waren.

(Wolfgang Bergthaler)