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Alina Fixl:

Der glcklichste Bettler


Es war einmal ein junger Bettler, der sa jeden Tag in seine Decke gewickelt auf der Strae und bettelte um Geld. Schon frh war er von seinen Eltern verstoen worden und so blieb ihm keine andere Wahl. Jeden Tag, jede Stunde sa er auf dem gleichen Fleck in einer bekannten Einkaufsstrae in London. Doch trotz all der Beschwerlichkeit und der Trauer, die in ihm herrschten, freute er sich jedes Jahr auf Weihnachten. Er freute sich auf die lachenden Gesichter der Kinder, die an ihm vorbeiliefen, auf den Keksgeruch, der aus der Bckerei gegenber kam, und auf den weihnachtlichen Schmuck, der jedes Jahr aufgehngt wurde. Zur Weihnachtszeit waren die Menschen auch viel grozgiger, und so kam es, dass der junge Bettler fter ein paar Kekse geschenkt bekam. Doch was dieses Jahr passieren sollte, davon hatte er noch keine Ahnung. Wie jeden Tag setzte er sich an den Gehsteigrand, eingewickelt in seine Decke. Es war der erste Weihnachtstag. Gespannt beobachtete er die Gesichter der Menschen, die an ihm vorbeigingen. Einige kamen ihm bekannt vor und andere kannte er sogar. So wie die Familie McDonnell. Dies war eine sehr nette, grozgige Familie. Schon fters hatte er Geld oder etwas zu essen von ihnen bekommen. Und diesmal waren sie sogar noch grozgiger. Der Bettler sah, wie das jngste der drei McDonnell-Kinder auf ihn zugelaufen kam. Charlie, Charlie! , rief es, Meine Eltern meinen, du knntest dieses Jahr mit uns Weihnachten feiern! Na, was sagst du dazu? Der Bettler erstarrte vor Freude, ein wenig auch aufgrund der Klte, und antwortete: Ja. Ja! Nichts lieber als das! So lange hatte er auf diesen Moment gewartet. Er nahm sein wenig Hab und Gut und begleitete die Familie nach Hause. Sie feierten das schnste Weihnachtsfest der Welt, zumindest empfand es der Bettler als solches. Und wer wei, vielleicht lebt der Bettler inzwischen sogar als viertes Kind bei den McDonnells?