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Nachrichten > Ge sundheit > Diagnose & Therapie > Medikam ente > Digitale Pille: Pillen senden aus dem Magen ein Signal
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Digitale Pille: Funksignal aus dem Magen
Von Christian Heinrich

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Digitale Pillen, Pflaster, Handy: In drei Schritten vom Patienten zum Arzt Proteus Digital Health Technologie

Digitale Pillen, Pflaster, Handy: In drei Schritten vom Patienten zum Arzt

Proteus Digital Health

Technologie zum Schlucken: Die US-Arzneimittelbehörde hat eine digitale Pille zugelassen, die Funksignale aus dem Magen aufs Smartphone schickt. Ärzte können so besser kontrollieren, ob man seine Medikamente wirklich nimmt. Kritiker fürchten eine Entmündigung des Patienten.

Datum: Montag 20.08.2012 | 06:38 Uhr Artikel drucken Artikel versenden Artikel merken Feedback Kommentieren |
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Kommentieren | 16 Kommentare Twittern 78 Empfehlen 63 Wer seinem Arzt die Wahrheit verschweigt und behauptet,

Wer seinem Arzt die Wahrheit verschweigt und behauptet, seine

Medikamente immer genommen zu haben, könnte damit in Zukunft nicht mehr durchkommen. Denn der Arzt wird es in manchen Fällen einfach

besser wissen - dank einer neuen digitalen Pille, die nun in den USA von

der Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) zugelassen wurde. Bislang ist das digitale Kontrollsystem nur für den Einsatz in Placebos erlaubt - bald soll aber die Zulassung für verschiedene Medikamente folgen.

Bei dem Medizinprodukt handelt es sich um einen

sandkorngroßen Chip, der

auf der einen Seite mit Magnesium, auf der anderen

mit Kupfer beschichtet ist.

Sobald

der Chip auf

M

ä

iff

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ZUM AUTOR

Medikamente Ärzte Alle Themenseiten ZUM AUTOR Christian Heinrich Dr. Christian Heinrich ging nach seinem Medizinstudium

Christian Heinrich

Dr. Christian Heinrich ging nach seinem Medizinstudium in Mainz nach München auf die Deutsche Journalistenschule. Seit 2010 arbeitet er als freier Journalist in Hamburg. Dabei schöpft er die Vielseitigkeit

seines Berufes voll aus:

Neben Gesundheits- und Wissenschaftsthemen schreibt er unter Anderem auch über Wirtschaft und Gesellschaft, Reise und Bildung.

SPRECHSTUNDE

Wirtschaft und Gesellschaft, Reise und Bildung. SPRECHSTUNDE Corbis Medikamente: Alles zum Thema ANZEIGE t, erzeugt er

Corbis

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SPRECHSTUNDE Corbis Medikamente: Alles zum Thema ANZEIGE t, erzeugt er eine kleine Spannung - und damit

t, erzeugt er

eine kleine Spannung - und damit ein elektrisches Signal. Das wird von einem zweiten Hilfsmittel, einem Pflaster auf der Haut des Patienten, empfangen und von dort

weitergegeben an das Mobiltelefon, das die

Information wiederum an Pfleger und Ärzte weitergibt: In drei Schritten vom Magen des Patienten zum Mobiltelefon des Mediziners.

agens ure tr

des Patienten zum Mobiltelefon des Mediziners. agens ure tr Die neue digitale Pille ermöglicht eine direkte

Die neue digitale Pille ermöglicht eine direkte und engmaschige Kontrolle, ob die Medikamente tatsächlich eingenommen wurden. Die Entwicklung zielt auf ein riesiges Problem ab, das bisher nur schwer greif- und lösbar ist: Etwa 50 Prozent der Patienten nehmen ihre Medikamente gar nicht oder nur unregelmäßig, schätzen Ärzte. Mithilfe der Pille ließe sich auf den ersten Blick verlässlich feststellen, wer seine Arzneien nimmt und wer nicht. In Deutschland ist ein solches Produkt noch nicht zugelassen.

Anruf von der Pillenbox

Der Schweizer Pharmakologe Peter Meier-Abt, Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaft, hält die Entwicklung erst einmal für sinnvoll: "Dass die Patienten die Behandlungsempfehlungen nicht immer einhalten, ist ein großes Problem. Mit der Pille hätten wir vielleicht endlich ein Mittel in der Hand, um das zuverlässig zu kontrollieren." Natürlich dürfe es nur das ultimative Mittel sein. Vorher müsste alles versucht werden, um die Patienten dazu zu bewegen, die verschriebenen Medikamente aus eigener Motivation zu nehmen - und nicht nur deshalb, weil der Arzt sonst merkt, dass sie sie nicht genommen haben.

Zwar gibt es bereits andere Kontrollmechanismen, doch die sind nicht immer zuverlässig. "Man kann einen Farbstoff in Medikamente mischen, der den Urin verfärbt", sagt Meier-Abt. "Das hat sich aber nicht bewährt." Zu eklig, zu befremdlich. Eher verwendet werden heute intelligente Tablettenboxen, die ähnlich wie die digitale Pille funktionieren, nur eine Stufe früher angreifen: Wurde der Deckel geöffnet und eine Tablette entnommen, sendet die Pillenbox ein Signal ab, das ebenfalls über das Mobiltelefon beim Arzt ankommt. "Dabei weiß allerdings niemand, ob der

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE Blutverdünner: Aspirin kann vor Krebstod schützen (15.08.2012) Neulich im OP: Reale

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

(15.08.2012)

Patient die Tablette wirklich geschluckt hat", sagt Meier-Abt.

Dieses Problem könnte es aber auch bei der digitalen Pille geben: "Der Patient könnte seinem Hund das Pflaster aufkleben und ihn danach die Tablette schlucken lassen", sagt Daniel Grandt, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Saarbrücken und im Vorstand der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft. "Man könnte auch einfach versuchen, die Pille in einem Glas Cola aufzulösen."

U-Boote in der Blutbahn

Aber darum geht es laut Grandt gar nicht. "Dieses Hilfsmittel setzt falsch und viel zu spät an", sagt er. Denn wenn Patienten ihre Medikamente nicht nehmen, liegt das Problem seiner Auffassung zufolge bereits einen Schritt vorher: "Der Arzneimittelhersteller sagt heute über sein Medikament:

Wirkt doch. Und der Arzt:

Ich habe das richtige Medikament verordnet", sagt Grandt. "Aber das reicht noch nicht, der Patient muss

die Arznei auch nehmen wollen." Und dazu müsse der Arzt ihm erklären, wofür sie gut ist. "Der Mediziner muss gegebenenfalls auf Ängste eingehen", so Grandt. Eine Überwachungsmethode wie die digitale Pille sei hingegen der falsche Weg - und mit dem Prinzip vom mündigen Patienten nur schlecht vereinbar. "Die moderne Medizin geht von einem autonomen Patienten aus, der das Recht hat, frei zu entscheiden", meint Grandt.

Der Hersteller, das US-Unternehmen Proteus Digital Health, will sich besonders auf Arzneimittel konzentrieren, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen, Tuberkulosemedikamente etwa, oder Pillen zur Behandlung von Diabetes.

Wissenschaftler wie Eric Topol, Direktor des Scripps Translationals Science Institute in Kalifornien, sehen die digitale Pille indes als Vorboten

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einer ganz neuen Medizin. Ihm zufolge arbeiten in Pharma- und Medizintechnikunternehmen weltweit Forscher längst an implantierbaren Chips, die die elektrischen Erregungsbahnen des menschlichen Herzens messen und je nach Bedarf automatisch Medikamente verabreichen sollen. Und an noch leistungsstärkeren, mobilen Gebilden, die in den Blutbahnen des Menschen Informationen sammeln oder gar Bilder machen könnten - wie winzige U-Boote.

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Beiträge   Alle Kommentare öffnen Seite 1 von 4 1. Vorteil fuer Krankenkassen? Otoshi 20.08.2012 Nur

Otoshi 20.08.2012 Otoshi 20.08.2012

Nur dann bezahlen, wenn der Patient das Medikament wirklich nimmt, ansonsten muss der Patient das slbst bezahlen. Klingt verlockend und wuerde die Gesundheitskosten sicherlich signifikant senken. Nachteil: totale Kontrolle oder [ ]

signifikant senken. Nachteil: totale Kontrolle oder [ ] 2. mr.nicegay 20.08.2012 vor allem wenn wir auf

2.

mr.nicegay 20.08.2012 mr.nicegay 20.08.2012

vor allem wenn wir auf der Erde zu viele werden kann man uns schneller ausknipsen als mit AIDS oder Vogelgrippe

malanda 20.08.2012 malanda 20.08.2012

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der Wunschtraum jeder Diktatur. Jeder Mensch muss für sich selber entscheiden können, wofür oder wogegen er sich behandeln lassen will. Es ist nicht zu fassen. Vergleiche übrigens auch das Urteil vom Bundesgerichtshof [

]

er sich behandeln lassen will. Es ist nicht zu fassen. Vergleiche übrigens auch das Urteil vom
4. Pharmakratie auf dem Vormarsch spiegelhannes 20.08.2012
 

Man muss heute schon weit weg von der "Zivilisation" ziehen, um noch als über sich selbst bestimmender Mensch leben zu können. Schon heute werden

 

ungezählte Menschen gezwungen, in der ambulanten Psychiatrie [

]

ungezählte Menschen gezwungen, in der ambulanten Psychiatrie [ ]

5.

Bin_der_Neue 20.08.2012

Bin_der_Neue 20.08.2012

Richtig. Jeder soll für sich entscheiden. Aber dann auch ganz oder gar nicht. Wenn ich zum Arzt gehe, damit Kosten im Gesundheitssystem verursache, dann aber die verordneten Medikamente nicht nehme, dann darf ich mich auch [ ]

Kosten im Gesundheitssystem verursache, dann aber die verordneten Medikamente nicht nehme, dann darf ich mich auch
 
 
 
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