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Von der lokalen zur globalen Ökonomie

Eric von Wangenheim

1. Einführung

1.1 Von der lokalen zur globalen Ökonomie Zusammenfassung der

Informationsmaterialien

2. Der Wandel

2.1 Von der Kleinstaaterei zur Volkswirtschaft

2.2 Von der Volkswirtschaft zur globalen Ökonomie

2.2.1 Was bedeutet eigentlich ‚Globalisierung‘?

2.3 Chancen, Risiken und Folgen der immerwährenden Globalisierung der

Wirtschaft

3. Fazit / Eigene Beurteilung

4. Quellenangaben

1.

Einführung

Im folgendem soll die Entwicklung der Wirtschaft von der lokalen Ökonomie über das Zwischenstadium der Volkswirtschaft zur letztendlichen globalen Ökonomie am Beispiel Deutschlands erläutert werden. Desweitern soll nach Beleuchtung des Verlaufes der ökonomischen Entwicklung in Deutschland ein Urteil über die Chancen und Risiken der globalisierten (Welt-)Wirtschaft gefällt werden. Grundlage zu dieser Abhandlung bildet der gleichnamige Artikel ‚Von der lokalen zur globalen Ökonomie‘ der Bundeszentrale für politische Bildung.

1.1 Von der lokalen zur globalen Ökonomie

Nach dem vorliegenden Infomaterial fährt der Wirtschaftszug in Deutschland in den Jahren zwischen 1871 und 1990 eine starke Kurve von der Kleinstaaterei zur globalen Ökonomie mit einem Zwischenhalt in der Volkswirtschaft. Das System der globalen Wirtschaft wird am Beispiel der immer noch aktuellen Liebig-Suppe erläutert, desweitern wird ein kurzes Blitzlicht auf die heutige Situation Deutschlands in Sachen Export geworfen.

2. Der Wandel

2.1 Von der Kleinstaaterei zur Volkswirtschaft

Mit der Neubildung des Kaiserreichs 1871 unter Wilhelm I. erlebte die bisherige Ökonomie in Deutschland eine krasse Wendung. Die bisher hohen Zollgebühren an den Grenzen jedes kleinen Einzelstaates in Deutschland existierten nicht mehr, da sich alle Kurfürstentümer, Königreiche und Herzogtümer zu einem Kaiserreich vereint hatten. So war es zum ersten Mal möglich die bisher nur sehr lokal angebotenen Waren im gesamten Reich ohne wuchernde Zölle vergleichsweise preisgünstig anzubieten. Die lokale Ökonomie hatte sich zur Volkswirtschaft weiterentwickelt, die durch den Zusammenschluss kleinerer Fabriken zu Aktiengesellschaften und der Gründung der Deutschen, Dresdner und Commerzbank noch weiter voranschritt. Diese Entwicklungen lieferten noch einen zusätzlichen Schub für die Exportwirtschaft, da Kredite unbedingt nötig waren. Das Wirtschaftssystem näherte sich immer mehr dem industriell führenden Englands an. Die industrielle Revolution verstärkte dies mit der zunehmenden Modernisierung der Fabriken und dem damit verbundenem rasantem Produktionsanstieg und erzeugte damit eine vergleichsweise sehr hohe Dynamik der Wirtschaft. So konnte beispielsweise Hamburg 1900 eine 279 Staaten umfassende maritime Logistikindustrie betreiben die man getrost als Welthandel bezeichnen kann. Desweitern stieg der Anteil des Außenhandels am Bruttosozialprodukt in den führenden Industrienationen, zu denen Deutschland eindeutig gehört, auf ein Drittel an.

Doch dieser rasante Wachstum brachte auch Nachteile mit sich, durch die fortgeschrittenen Technologien verloren viele Menschen ihre Arbeit und somit ihre Lebensgrundlage. Sie waren gezwungen neue Hoffnung in größeren Städten oder gar Kontinenten zu suchen.

2.2 Von der Volkswirtschaft zur globalen Ökonomie

Nach der kurzzeitigen Flaute während der Weltkriege und dem danach aufgehendem Wirtschaftswunder um 1950 begann dann die letztendlich noch andauernde Globalisierung der deutschen Wirtschaft. Deutschland war 2004 weltweiter Exportmeister mit einem Gesamtwert von knapp 730 Milliarden Euro. Doch auch der Import stieg heftig an, ebenso wie das Interesse der Unternehmen an Investitionen im internationalen Bereich , wie beispielsweise die deutsche Firma Siemens mittlerweile knapp doppelt so viele Arbeiter im Ausland anstellt. "Der Standort Deutschland ist nicht abgeschrieben, aber in einem globalen Unternehmen muss die Wertschöpfung global verteilt werden", kommentiert Heinrich von Pierer, Aufsichtsrat von Siemens diesen Umschlag zur Globalisierung.

Die Dynamik der Wirtschaft stieg rasant mit der Optimierung der bereits existierenden Kommunikationssysteme wie dem Verlegen von Überseekabeln und der Möglichkeiten zur schnellen Nachrichtenübermittlung via Telegraphen. Diese schnelle Informationsweitergabe beschleunigte auch den Wirtschaftsfluss rasant und ebenso wie die Informationen einfach von A nach B gelangen wurde die Logistik immer weiter ausgebaut und die Transportkosten auf ein Minimum reduziert was weiterhin zu einer Steigerung der Dynamik führte. So gelangen wichtige Nachrichten oder Finanzströme in Sekundenschnelle zu ihrem Bestimmungsort.

So sind zum Beispiel die nach dem Überschwemmungsunglück der Produktionsstätten in Thailand aktuellen rasanten Preiserhöhungen um bis zu 150% bei Festplatten innerhalb von 24 Stunden zu erklären.

2.2.1 Was bedeutet eigentlich ‚Globalisierung‘?

Der Begriff Globalisierung beschreibt nach dem ‚Wirtschaftslexikon‘ aus dem Dietz Verlag die ‚allgemeine stärker werdende Verknüpfung und Verflechtung […] von Ökonomie, Politik, Kultur und Umwelt‘. Im Grunde beschreibt er also nur die daraus folgende zunehmende globale Arbeitsteilung; die Transportkosten sind so gering, das produziert werden kann wo es am billigsten ist; wie Heinrich von Pierers ebenfalls äußert: „Für den Lohn eines deutschen Ingenieurs bekomme ich sechs chinesische Ingenieure. Aber während die deutschen insgesamt 600 Stunden im Jahr arbeiten, arbeiten die Chinesen 2000 Stunden.“

So wirkt sich die wirtschaftliche Globalisierung auf den Wettbewerb und auf die Produktionsfaktoren Arbeit sowie Kapital sehr stark aus, während die Dienstleistungen weniger beeinflusst wird, wie Andreas Popp, Landesinnungsminister des bayrischen Friseurhandwerks schon festgestellt hat: „Wir können die Köpfe unserer Kunden nicht nach China schicken.“

Die allgemeine globale Produktionsauslagerung soll hier an dem Beispiel einer Jeans näher erläutert werden; So reist die allseits beliebte Hose ca. 60.000 km bevor wir sie in unseren Schränken liegen haben.

Die Baumwolle wird in Kasachstan angebaut und geerntet, in der Türkei zu Garn gesponnen, dass dann in Taiwan zu Stoff verwebt wird. Mit der Farbe aus Polen wird in Tunesien das

Garn aus der Türkei und der Stoff aus Tunesien gefärbt und in Bulgarien veredelt, bevor in China Knöpfe, Nieten und Reißverschlüsse aus Italien und Futter aus der Schweiz vernäht werden und in Frankreich die Hose mit Bimsstein aus Griechenland gewaschen wird. In Deutschland wird lediglich das Firmen Label aufgenäht und ein Etikett mit der Aufschrift „Made in Germany“.

2.3 Chancen, Risiken und Folgen der immerwährenden Globalisierung der Wirtschaft

Die Preise für Dienstleistungen gleicher Qualität sind im Ausland meist billiger als beispielsweise in Deutschland. So kostete 2002 in Litauen eine Stunde 2,30€ und in Tschechien 4,17€.

Hier liegen die Risiken der Globalisierung für die deutsche Wirtschaft, da der Produktionsfaktor Kapital dorthin wandert, wo sich der höchste Gewinn erzielen lässt, wandern nicht nur große Unternehmen in Niedriglohnländer ab, sondern auch der Mittelstand. Das bedeutet für uns eine sinkende Sicherheit der Arbeitsplatzsicherung beziehungsweise auch schon große Einsparungen in manchen Bereichen. Es wird geschätzt, dass knapp 25% aller deutschen Industriearbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren in Niedriglohnländer ausgelagert werden. Und von fünf Arbeitsplätzen, die bei uns durch Auslagerung wegfallen, entstehen grade mal vier neue. In den USA sind es dagegen zehn neue Arbeitsplätze, die für neun Weggefallene entstehen, was wiederum eine Chance der Globalisierung darstellt, die jedoch nur ortsbezogen auftritt. Durch die beschriebenen Entwicklungen entsteht in Deutschland und den anderen Industrienationen ein großer Druck auf die Löhne, vor allem im Niedriglohnbereich. In vielen Branchen sind die Stundenlöhne bereits deutlich gesunken. Und dies gilt nicht nur für den Niedriglohnbereich, sondern auch für besser qualifizierte Arbeitskräfte.

Zu den Chancen der Globalisierung für die deutsche Wirtschaft zählt vor allem das große und reichhaltige Angebot billiger Handelswaren. Zum Beispiel sind die Preise für importierte Textilien und elektronische Konsumartikel einschließlich Computern und Festplatten in den letzten Jahren stark gesunken. Jedoch hat der durchschnittliche deutsche Haushalt immer mehr Geld zur Verfügung.

3. Fazit

Die Globalisierung ist vergleichbar mit der Industrialisierung ein andauernder Prozess der nicht aufzuhalten ist, der allerdings asymmetrisch verläuft und nicht immer gerecht. So spreizt die Globalisierung die Schere zwischen arm und reich immer weiter, da die Produktionen immer mehr ausgelagert werden, da in den Niedriglohnländern der billige Lohn angeboten wird. Insgesamt stellen die Chancen und Risiken der Globalisierung eine ernstzunehmende Herausforderung jedoch auch zahlreiche neue Möglichkeiten für die deutsche Wirtschaft dar, die denen von damals entsprechen uns jedoch schneller treffen und es sie schneller zu bewältigen gilt.

Quellen:

http://p8-management.de/uploads/media/Vortrag_Boll.pdf

http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/wirtschaftspolitik/64222/volkswirtschaft-und-

globalisierung

Das Wirtschaftslexikon, Dietz Verlag

Kleines Lexikon der Politik, becksche Reihe

http://de.wikipedia.org/wiki/Volkswirtschaft

Geschichte der Wirtschaft, Nikolas Piper

http://www.globalisierung-online.de