Liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe findet ihr eine Stellungnahme unsererseits zu den Ereignissen in Norwegen und

der Reaktion der Medien und Politik darauf. Zudem wollen wir euch einen Überblick über die aktuelle Situation in Nordafrika geben. In einem weiteren Artikel beschäftigen wir uns mit den anhaltenden Repressionen gegen verschiedene Protesbewegungen in Deutschland und der Funktion dieser für den bürgerlichen Staatsapparat. Wir wünschen alle viel Spaß beim lesen!

Zu den faschistischen Morden in Norwegen
Mindestens 76 Menschen wurden am vergangenen Freitag in Norwegen durch einen Sprengstoff-Anschlag und durch gezieltes Erschießen ermordet. Der Täter: Ein 32-jähriger Faschist. Wie gegenüber allen Opfern rassistischer oder faschistischer Gewalt empfinden wir Trauer und Wut, wir werden weiter gegen solche Gewalt kämpfen. Die Gedankenwelt des Mörders Mittlerweile ist klar: Der Mörder war Antikommunist und ausländerfeindlich, er verstand sich selbst als eine Art „Vorkämpfer“ gegen den Islam und den Marxismus. Um mit seiner Tat einen möglichst hohen Gewinn für die Faschisten in aller Welt zu erzielen, inszenierte er sich im Vorfeld der Tat selbst. Erst kurz vor dem ersten Anschlag im Osloer Regierungsviertel stellte er sein über 1 500-seitiges „politisches Programm“ ins Internet. Es ist ein Flickwerk aus verschiedenen faschistischen und rassistischen Theorien und Theorie-Bruchstücken. Er orientierte sich nach eigener Aussage auch an Henryk M. Broder, einem deutschen Journalisten, der seit Jahren einer der

engagiertesten Verteidiger der israelischen Unterdrückungspolitik gegenüber Palästina ist. Broder ist übrigens auch bei den sogenannten „Antideutschen“ sehr beliebt. A. B. Breivik inszenierte sich selbst aber nicht nur als Antikommunist, sondern auch als überzeugter Christ. In seiner Hetzschrift lehnte er sich auch

die Thesen aus verschiedenen faschistischen Kreisen stammende These an, dass sich die europäischen Regierungen längst an die „arabische Welt“ verkauft hätten und mit einer riesigen Verschwörung nur noch auf den richtigen Moment warten würden, um die USA zu stürzen (Bsp. Bat Ye'or). Es ist offensichtlich, dass diese Argumentation die der vieler „traditioneller“ Neonazis in Deutschland sehr ähnlich ist, die von einer Verschwörung zwi-

schen Juden/Israel und den Kommunisten fa- schen Medien wie im Wettkampf damit, seln. In der Gedankenwelt des Mörders wurde möglichst schnell Spekulationen in Richtung daraus der Begriff „Kulturmarxismus“. Al-Qaida zu verbreiten. Warum sind die Medien so sehr auf Al-Qaida oder „Islamisten“ im Islamistische Terroristen werden vorschnell be- Allgemeinen eingeschossen? schuldigt So klar, wie jetzt die ganze Sache in den Medi- Panik vor dem Terror zur Rechtfertigung von en dargestellt wird, war sie aber am Tag der deutscher Politik Morde nicht. Die großen Zeitungen in Deutsch- Diese ständige Panikmache vor Anschlägen land gingen im Einvernehmen mit den Polizei- erfüllt vor allem zwei Funktionen für die deutbehörden in Norwegen von den ersten sche Regierung. Erstens soll so eine AtmoMomenten an von einem Anschlag Al-Qaidas sphäre der Angst vor Muslimen aller Art oder anderer islamistischer Organisationen hergestellt werden, der Islam soll als „besonaus. Der Spiegel, eine der größten deutschen ders agressive“ Religion dargestellt werden, in dem immer und immer wieder vor dem „jihad“ durch Terroranschläge gewarnt wird. Hand in Hand mit Rassisten wie Sarrazin trägt das dazu bei, dass die Kriegseinsätze der Bundeswehr in aller Welt von der deutschen Bevölkerung geduldet werden. Diese Angst brauchZeitungen, spekulierte von Anfang an auf Al- te Peter Struck als er als VerteidigungsminisQaida als Organisatoren des Terrors. Der Spie- ter sagte:„Unsere Sicherheit wird nicht nur, gel schrieb noch am Tag der Morde: „Ein aber auch am Hindukusch verteidigt.“ Grund für diese Einschätzung ist das Engage- Zweitens soll mit dieser Verbreitung von Panik ment des norwegischen Militärs in Afghanis- auch erreicht werden, dass sich die deutsche tan, dazu kommt aber ein zweiter: Al-Qaida Bevölkerung darauf einlässt, dass ihre persönmacht in seiner Propaganda keinen großen lichen Freiheiten zerstört werden und die deutUnterschied zwischen den einzelnen skandina- schen Behörden ihren Überwachungsapparat vischen Staaten - seit der Veröffentlichung der mehr und mehr ausbauen. Obwohl sich der Mohammed-Karrikaturen in einer dänischen Täter aus Norwegen mittlerweile als Faschist Tageszeitung vor über fünf Jahren will al-Qai- herausgestellt hat, nutzen auch die deutschen da in einem dieser Staaten einen Rachean- Politiker die Wut aller Menschen über diese schlag durchführen.“ (Spiegel-Online, 22.7.11 ) Morde fleißig aus, um Werbung für solche Ganz ähnliche Spekulationen konnte man in al- Maßnahmen zu machen. Beate Merk von der len möglichen Online-Redaktionen und Nach- CSU sagte: „Nur wenn über mehrere Monate richtensendern finden (ARD - Tagesschau, hinweg nachvollziehbar ist, wer mit wem teleZDF - Heute Journal, Bildzeitung, Süddeut- foniert, wer wem eine E-Mail oder SMS gesche Zeitung etc.). schickt hat, haben die Ermittler eine Chance, Es ist also klar: Obwohl die Situation vollkom- auch möglichen Mittätern, Gleichgesinnten men ungeklärt war, beeilten sich die europäi- oder Hintermännern auf die Spur zu kommen.“

Wir von der Roten Antifa sind gegen solche Überwachung. Angeblich gerechtfertigt mit dem Schutz gegen Terror sollen aktive KommunistInnen und AntifaschistInnen überwacht und mit diesem Material vor Gericht gestellt werden. Die deutsche Justiz ist keine gerechte oder neutrale Justiz, sondern darauf ausgelegt, die Herrschaft der UnternehmerInnen über die Gesellschaft zu erhalten. Aktionen unter falscher Flagge - inszeniert von den europäischen Geheimdiensten Solche Anschläge sind für die Regierungen der verschiedenen Staaten so wichtig, um Krieg und Überwachung zu rechtfertigen, dass sie sogar selbst Terror gegen die eigene Bevölkerung organisieren. Nach wie vor gibt es verschiedene Theorien zu den Anschlägen auf das World Trade Center in New York, das ausgenutzt wurde, um den Afghanistan-Krieg zu rechtfertigen. Einige dieser Theorien sprechen von einem durch die amerikanischen Geheimdienste inszenierten Terror. Klar ist aber, dass die NATO über Jahrzehnte hinweg während des Kalten Kriegs in verschiedenen europäischen Ländern mit dem „Gladio-Netzwerk“ antikommunistische Kommandoeinheiten ausbildete. Zahlreiche Terroranschläge gegen die europäische Bevölkerung gehen auf das Konto dieser Gruppen, oft stellten sie sich dabei als „Linke“ dar, um die Propaganda gegen den Kommunismus zu verstärken und gleichzeitig Überwachung zu rechtfertigen. Wir sind uns sicher, dass auch heute die Regierung nicht vor solchen Mitteln zurück schrecken würde.

gelmäßig – alle paar Monate – eine Erklärung, der Geheimdienste von „akuter Terrorgefahr“. Immer wird behauptet, es gäbe Hinweise auf einen geplanten Anschlag von Islamisten in Deutschland. Es stimmt: Ein „islamistischer Anschlag“ in Deutschland wird kommen – vom deutschen Staat inszeniert oder nicht. Trotzdem müssen wir festhalten, dass die gefährlichsten Anschläge für die Menschen in Deutschland von Neofaschisten organisiert wurden und werden. Aber die Polizei weigert sich oft überhaupt anzuerkennen, dass die Gewalt rassistische oder faschistische Hintergründe hat. Die Mordanschläge von Mölln, Solingen und Lübeck sind nur einige Beispiele, bei denen

besonders viele Menschen von Neonazis ermordet wurden, seit 1 990 haben faschistische Kräfte in Deutschland 1 50 bis 200 Menschen umgebracht. Erst vor einigen Tagen kam es auch in Leverkusen zu einem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus, in dem sehr viele Roma MigrantInnen aus Bulgarien und Rumänien lebten. Die Täter waren nach Zeugenaussagen schwarz gekleidet und glatzköpfig. Dem müssen wir Organisation und SelbstausRassistische und faschistische Gewalt wird bildung entgegensetzen, um der faschistiignoriert – Panik vor Al-Qaida schen Gewalt nicht wehrlos gegenüber zu Mittlerweile erleben wir in Deutschland ganz re- stehen.

Gegen alle Formen rassistischer und faschisti- Gegen die Überwachung durch den deutscher Gewalt! schen Staat!

Der arabische Frühling ist noch nicht vorbei!

Massenstreiks in den Industriezentren wie beispielsweise in Suez begleitet. Neu hingegen ist die Radikalität der Proteste, sowohl in ihren Auch wenn Ägypten und Co. in letzter Zeit we- Aktionen als auch in ihren Forderungen. Der nig bis gar keine Erwähnung mehr in den Medi- Staatsapparat hatte sich in den letzten Monaen fanden, heißt dies noch lange nicht, dass ten immer weiter entblößt und den Massen gezeigt, dass es mit der Beseitigung einzelner Marionetten nicht getan ist. Nun richten sich die Proteste immer stärker gegen das unterdrückende System und die Institutionen der Gewalt selbst, allen voran gegen den vorübergehend regierenden Militärrat (SCAF), das Innenministerium und die Polizei. es nichts zu berichten gebe. Bot zur Zeit des Mubarak-Sturzes so ungefähr jedes OnlineMagazin einen eigenen Ägypten-Liveticker, bekommt man von den aktuellen Kämpfen über die Mainstream Presse nur sehr spärliche Informationen. Hatten die Herrschenden vor einem Monat noch gehofft, dass die Aufstände des arabischen Frühlings gemeinsam mit der Jahreszeit enden, so wurden sie in den letzten Wochen eines besseren belehrt. Seit Ende Juni etwa befindet sich Ägypten in einer neuen Welle von Aufständen. Die DemonstrantInnen sprechen bereits von der zweiten Revolution. Wieder werden die zentralen Plätze der Großstädte wie Kairo und Alexandria belagert, wieder demonstrieren Millionen auf den Straßen und wieder werden die Proteste von wilden In der Revolution stand das Militär und die Bewegung eng zusammen. Die Massen sympathisierten mit den Soldaten und diese mit den Massen. Dies hat sich nun, nachdem das Militär die Macht übernommen hat schlagartig geändert. Zwar war der Militärrat gezwungen den Forderungen der Revolution entgegenzukommen, musste den Massen Zugeständnisse machen und ihren Verpflichtungen, wie etwa die Verfolgung der ehemaligen Machtclique, nachkommen, doch tat sie dies in den Augen von vielen nur ungenügend. Die demokratischen Ansätze im Umbau des Staates dauern den meisten zu lange und sind ihrer Auffassung nach nicht umfassend genug. Die verurteilten Ex-Minister und Polizeibeamte sind nur „kleine Fische“, während die Großen

entweder gar nicht verhaftet, zu milde verurteilt oder freigesprochen werden. Spätestens seit dem 27. Mai, als die Bewegung offen gegen die SCAF auf den Tahirplatz mobilisierte, war die Spaltung zwischen den einstigen Verbündeten vollendet. Der Militärrat selbst inszenierte sich hierbei als Beschützer der Revolution und diffamiert die neuen Proteste als revolutionsfeindlich und vom Ausland gesteuert, während er dem Mubarak-Regime ähnlich brutal gegen die DemonstrantInnen vorgeht. Zum genannten Zeitpunkt wirkte diese Propaganda sogar, war es nämlich nur der harte Kern der demonstrierte, während große Teile der Bevölkerung noch immer Hoffnungen ins Militär hatten. Das änderte sich jedoch im darauffolgenden Monat zunehmend. Am 28. Juni schließlich eskalierte die Lage und die größten Straßenschlachten seit dem Sturz Mubaraks entbrannten. Familienangehörige der Demonstranten, die in der Revolution getötet worden waren hielten an diesem Abend eine Gedenkveranstaltung ab, als sie von bewaffneten Schlägerbanden brutal angegriffen wurden. Die Demonstration zog daraufhin zum Gebäude des Staatsfernsehens und des Innenministeriums, wo sie direkt von Sicherheitskräften empfangen und angegriffen wurden. Die ca. 5000 DemonstrantInnen wurden auf den Tahirplatz gescheucht und mit Unmengen Tränengas beschossen, woraufhin Barrikaden errichtet wurden und mit Steinen und Molotowcocktails zurückgeworfen wurde.

Die Straßenschlachten dauerten zwei Tage lang an. An die 600 Verletzte brachten diese blutigen Tage hervor, an denen nicht nur die vom Staat bezahlten Schlägerbanden, son-

dern auch die im Volk verhasste Bereitschaftspolizei mitwirkten. Einige Tage später eskalierte die Lage auch in Suez, wo es schon Tage lang zu anwachsenden Protesten und Streiks kam. Hier lieferten sich die DemonstrantInnen heftige Straßenschlachten mit Militärs und Polizei. Zu den Auseinandersetzungen kam es, nachdem 1 0 Polizeibeamte, welche während der Revolution mehrere Menschen ermordet hatten, gegen Kaution frei gelassen wurden. Die Polizeistation wurde in Brand gesetzt, Regierungsgebäude gestürmt und die Hauptverkehrsstraße nach Kairo blockiert. Zu ähnlichen Situationen kam es auch in vielen anderen Teilen des Landes. In kurzer Zeit wuchs die Bewegung wieder zur alten Größe und von Tag zu Tag schließen sich mehr Leute an. Der Tahirplatz wurde wieder besetzt und der Militärrat gerät immer weiter unter Druck, doch bis auf ein ständiges Hin und Her bei der Besetzung von Beamtenposten konnte die SCAF bisher nichts bieten. Stattdessen werden immer häufiger Methoden

des Mubarak-Regimes übernommen. Auch das Töten und Foltern von DemonstrantInnen steht wieder auf der Tagesordnung. Es bleibt abzuwarten wie lange sich die Übergangsregierung noch halten kann. Die Bewegung jedenfalls ist fest entschlossen diese zu stürzen und ihr kollektives Gedächtnis sagt ihr, dass sie das kann. Der Februar war eine harte aber effektive Schule. Die Masse kann auf viele ge-

sammelte Erfahrungen zurückgreifen und hat mittlerweile begonnen neue zu sammeln, indem sie ihren Aktionsradius erweitert hat. Ein Abflauen der Protestwelle ist auf jeden Fall nicht zu erwarten, denn am 03. August beginnt der Prozess gegen Ex-Diktator Mubarak. Hier kann sich der Kampf erneut zuspitzen.

Das Staatsapparat schlägt zu!
Wo immer sich in Deutschland antikapitalistische oder auch demokratische bewegungen "breitmachen", um auf breiter Basis etwas an den jetztigenVerhältnissen zu ändern, schlägt der Staat mit ungewohnter Härte zu. Er versucht alles, was vom System abweicht, zu kriminalisieren.

Während des 1 9. Februars gelang es der Polizei in Dresden nicht, die GegendemonstrantInnen daran zu hindern, den sogenannten Trauermarsch der Rechten zu stoppen. Und dass, obwohl die Polizei zuvor versichert hatte, dass dem Trauermarsch dieses Jahr nichts

im Weg stünde. Am Abend stümrte darauf hin dann ein Sondereinsatzkommando des LKA das Pressezentrum des Bündnis "Dresden Nazifrei“. In voller Kampfmontur stürmten die Polizisten in das sogenannte "Haus der Begegnung" in Dresden. Dabei wurden alle Räume durchsucht sowie einige Computer beschlagnahmt. Man warf dem Bündnis die Vorbereitung und Verabredung einer Straftat vor. Nach Aussage des Bündnisses konnten die Beamten keinen schriftlichen Durchsuchungsbefehl vorzeigen, sondern hatten nur eine mündliche Order eines Staatsanwaltes. Neben der Linkspartei haben auch mehrere, kulturelle Initiativen ihren Sitz in dem Haus, sowie eine Rechtsanwaltskanzlei. Ihre Räume wurden ebenfalls durchsucht. Obwohl die Türen nich abgeschlossen waren, verschafften sich die Einsatzkräfte gewaltsam Zutritt. Die Betroffenen, welche zur Zeit des Einsatzes nicht in ihren Büros waren, wurden nicht hereingelassen, als sie eintrafen. Ein Sprecher des Bündnisses "Dresden Nazifrei“, äußerte hierzu, dass das nichts weiter als ein Rache-

akt der Polizei sei. Ins Augenmerk fällt dabei, dass der Zugriff des LKA erst dann erfolgte, nachdem die Tausenden von GegendemonstrantInnen Dresden längst verlassen hatten. Dabei ist das Bündnis "Dresden Nazifrei“ natürlich nicht als Einziges von den Repressionen des Staates betroffen. So legt der Staat nun auch beim umstrittenen Projekt Stuttgart 21 eine härtere Gangart ein. Nachdem am sogenannten „Schwarzen Donnerstag“, am 30. September 201 0, in Stuttgart Hunderte Demonstranten z.T. schwerverletzt wurden, da die Polizei meinte, auf Kastanien werfende Kinder mit dem Wasserwerfer antworten zu müssen, brach der Protest gegen „S 21 “ dennoch nicht ab. Der Thron der CDU wurde in BadenWürttemberg – zum erstenmal nach 54 Jahren – abgesägt, und die Grünen konnten ihren Ministerpräsidenten stellen. Doch es kam wie es kommen musste: Geändert hat sich natürlich nichts. Der Bau des überteuerten und völlig sinnlosen, neuen Bahnhofs geht unvermindert weiter. Der Widerstand auch. Am 1 8. Juni 2011 konnten einige Aktivisten die Baustelle kurzzeitig besetzen, und somit erfolgreich Widerstand gegen das Bauvorhaben leisten. Stuttgarts Oberbürgermeister forderte kurz darauf, dass das Bündnis gegen Stuttgart 21 sich von angeblichen, gewalttätigen Radalierern distanziere müsse. Dabei beschuldigte er weiterhin, dass das Bündnis es überhaupt erst ermöglicht habe, dass ein „Klima der Gewalt“ entstehen konnte. Etwa die Hälfte der 3.000

DemonstrantInnen, die am Montag vor Ort waren, stürmten auf die Baustelle und rissen den Bauzaun nieder. Dabei ließen die Polizisten die Gelegenheit nicht verstreichen, sich Auseinandersetzungen mit den DemonstrantInnen zu liefern. Ein Polizist, welcher sich als „Agent Provocateur“ in der Menge der DemonstrantInnen befand, wurde enttarnt. Es gab eine kleinere Rangelei, bei welcher er angeblich an Kopf und Hals verletzt wurde. Die Staatsan-

waltschaft reagierte darauf mit einer Anzeige wegen versuchten Totschlags. Während der weiteren Ausschreitungen gaben acht Polizisten später an, ebenfalls verletzt worden zu sein. Und zwar durch einen Sprengkörper, welcher auf sie abgeworfen wurde. Dadurch hätten sie angeblich ein Knalltrauma erlitten. Ein Youtube-Video zeigte später jedoch, dass der Knaller deutlich näher an den DemonstrantInnen hochging, von denen sich jedoch keiner über Hörschäden beschwerte. Das Aktionsbündnis sieht die Schuld an den Ausschreitungen ganz klar bei der Deutschen Bahn, da diese auf die Belange des Bürgers so garnicht reagieren würde. Eine Sprecherin

verspricht der Deutschen Bahn sogar einen der Herrschenden richtet. „heißen Sommer“. Wir müssen dem staatlichen Gewaltapparat unsere Organisiertheit und Entschlossenheit Unversöhnlich ist der Staat auch in Hinblick ebenso entegegensetzen wie revolutionäre auf die „Castor Schottern“-AktivistInnen, wel- Militanz. che im November 201 0 im Wendland aktiv waren, um den Castor daran zu hindern, den radioaktiven Atommüll nach Gorleben zu bringen. Bis heute schickt die Lüneburger Polizei Strafanzeigen an alle UnterstützerInnen heraus, welche – auch nur im Internet – die Akti- Te rm i n e on unterstützten. Zugleich ist mit weiteren 01 .09.2011 | Internationaler Repressionen zu rechnen, wenn der nächste Antikriegstag Castor im November 2011 durch´s Wendland rollt, und sich wieder genug AktivistInnen dage- 02.09.2011 | Vorabendemo: Gemeinsam gegen Faschismus, gen auflehnen.

Imperialismus und Krieg!

Wir sehen also, dass der Staatsapparat gegen jeglichen Protest von unten, von der Straße, mit massiver Gewalt und Repressionen reagiert. Dabei sind die Themenfelder der Proteste wie oben aufgezeigt vollkommen egal, wenn sich der Protest gegen die Interessen

03.09.2011 | Dortmund stellt sich Quer! Nationalen Antikriegstag blockieren!

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