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IG 4 Internationale Gewerkschaftsbewegung Karl-Heinz Nachtnebel (Adaptierung: Thomas Philipp, Stefan Vater) Der

IG

4

Internationale

Gewerkschaftsbewegung

Karl-Heinz Nachtnebel

(Adaptierung: Thomas Philipp, Stefan Vater)

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB)

INHALT

3

Die Rolle des ÖGB in der internationalen Gewerkschaftsbewegung 4 Geschichte der ArbeiterInnenbewegungen und der Gewerkschaftsgründungen Der Europäische Gewerkschaftsbund Aus den Entschließungen des

9. EGB-Kongresses Die Politik des EGB und die politisch- wirtschaftlichen Zusammenschlüsse Westeuropas Strategien zur Durchsetzung gewerk- schaftlicher Interessen in Europa Gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa Die Institute und Einrichtungen des EGB Beantwortung der Fragen

5

6

Vorwort

19

27

34

37

40

43

EGB Beantwortung der Fragen 5 6 Vorwort 19 27 34 37 40 43 Didaktische Gestaltung: Michael

Didaktische Gestaltung:

Michael Niedermair Inhaltliche Koordination der Skriptenreihe:

Karl-Heinz Nachtnebel

Stand: Februar 2002

Dieses Skriptum ist für die Verwendung im Rahmen der Bildungsarbeit des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, der Gewerkschaften und der Kammern für Arbeiter und Angestellte bestimmt.

Anmerkungen

2

Wie soll mit diesem Skriptum gearbeitet werden?

Zeichenerklärung

mit diesem Skriptum gearbeitet werden? Zeichenerklärung Frage zum Lernstoff im vorigen Abschnitt. (Vergleichen Sie

Frage zum Lernstoff im vorigen Abschnitt. (Vergleichen Sie Ihre eigene Antwort mit der am Ende des Skriptums ange- gebenen.)

Weiter gehende Literaturhinweise

Zur Vertiefung des gerade durchgearbeiteten Kapitels können Sie die angegebenen Literaturquellen verwenden.

Anmerkungen: Die rechte/linke Spalte jeder Seite dient zur Eintragung persönlicher Anmerkungen zum Lernstoff. Diese eigenen Notizen sollen, gemeinsam mit den bereits vorgegebenen, dem Verständnis und der Wiederholung dienen. Schreibweise: Wenn im folgenden Text personenbezogene Begriffe wie „Arbeitnehmer“ und „Arbeitgeber“ oder andere männ- liche Schreibweisen verwendet werden, so ist bei Ent- sprechung auch die weibliche Form inkludiert. Auf eine durchgehend geschlechtsneutrale Schreibweise wird zu- gunsten der Lesbarkeit des Textes verzichtet. Keinesfalls soll damit über diese keineswegs zufällige Unkorrektheit der deutschen Sprache hinweggetäuscht werden.

Arbeitsanleitung

– Lesen Sie zunächst den Text eines Abschnitts aufmerksam durch.

– Wiederholen Sie den Inhalt des jeweiligen Abschnitts mit Hilfe der gedruckten und der eigenen Randbemerkungen.

– Beantworten Sie die am Ende des Abschnitts gestellten Fragen (möglichst ohne nachzusehen).

– Die Antworten auf die jeweiligen Fragen finden Sie am Ende des Skrip- tums.

– Ist Ihnen die Beantwortung der Fragen noch nicht möglich, ohne im Text nachzusehen, arbeiten Sie den Abschnitt noch einmal durch.

– Gehen Sie erst dann zum Studium des nächsten Abschnitts über.

– Überprüfen Sie am Ende des Skriptums, ob Sie die hier angeführten Lernziele erreicht haben.

Lernziele

Nachdem Sie dieses Skriptum durchgearbeitet haben, sollen Sie

– wissen, wie der Europäische Gewerkschaftsbund entstanden ist und wie seine Arbeit organisiert wird;

– darüber informiert sein, welche Gewerkschaftsorganisationen aus wel- chen Ländern und welche sonstigen Gewerkschaftszusammenschlüsse dem EGB angehören;

– über die regionalen und berufsspezifischen europäischen Gewerk- schaftsorganisationen informiert sein;

– die Zielsetzungen und Aufgaben kennen, die für die gewerkschaft- liche Zusammenarbeit in Europa maßgeblich sind;

– einen Überblick zur Tätigkeit des EGB im Rahmen der europäischen Zusammenschlüsse bekommen haben;

– die Hintergründe und Entwicklungen des sozialen Dialogs in Europa nachvollziehen können;

– die Bedeutung der einzelnen Institutionen des EGB kennen.

Viel Erfolg beim Lernen!

Vorwort

Die Globalisierungstendenzen der Weltwirtschaft beeinflussen wesent- lich die Rahmenbedingungen gewerkschaftlicher Arbeit. Im Speziellen die Europäische Integration, vor allem aber die jüngsten Entwicklungen der Europäischen Union (Binnenmarkt, Wirtschafts- und Währungsunion) ver- ändern somit ganz erheblich den Wirkungskreis, dem sich die europäischen Gewerkschaften stellen müssen. Die traditionellen, nationalstaatlich be- schränkten Aktionsformen der Gewerkschaften verlieren zunehmend ihre Schlagkraft, wenn sie – angesichts international agierender Großkon- zerne – nicht um eine Globalisierung gewerkschaftlicher, solidarischer Formen ergänzt werden.

Der Europäische Gewerkschaftsbund ist ein Schritt in diese Richtung. Es geht darum, den wirtschaftlichen Zusammenschluss Europas durch ein soziales Europa zu ergänzen. Nur so können die ArbeitnehmerInnenrechte garantiert und ausgebaut werden. Dies verlangt von den Gewerkschaften Europas, ihre Politik und ihre Aktionen aufeinander abzustimmen und in Europa mit einer Stimme zu sprechen und gemeinsam zu handeln. Das sind die Aufgaben, denen sich der Europäische Gewerkschaftsbund stellt.

3

Anmerkungen

Anmerkungen
Anmerkungen
Anmerkungen ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch 4 Die Rolle des ÖGB in der internationalen Gewerkschaftsbewegung Der ÖGB

ÖGB-Präsident

Fritz Verzetnitsch

4

Die Rolle des ÖGB in der internationalen Gewerkschaftsbewegung

Der ÖGB organisiert intern seine internationalen Aktivitäten über die vom Bundesvorstand eingesetzte Projektgruppe „lnternatio- nale Politik des ÖGB“ und „Europäische Integration“.

Darüber hinaus sind die Beziehungen der österreichischen Gewerkschaf- ten auf internationaler Ebene von vielfältiger und vielschichtiger Art:

Der ÖGB ist im Vorstand des „Internationalen Bundes Freier Gewerk- schaften“ (IBFG), der weltweit in 148 Ländern 157 Millionen Mitglieder umfasst, vertreten;

gleichfalls ist der ÖGB durch seinen Präsidenten Fritz Verzetnitsch als Präsident des „Europäischen Gewerkschaftsbundes“ (EGB), der 74 Gewerkschaftsbünde mit insgesamt über 60 Millionen Mitgliedern reprä- sentiert, an maßgeblicher Stelle im Rahmen der europäischen Gewerk- schaftsbewegung präsent;

durch die „Fraktion Christlicher GewerkschafterInnen“ (FCG) ist der ÖGB in leitender Funktion auch im „Weltverband der ArbeitnehmerIn- nen“ (WVA), der zur Zeit 26 Millionen Mitglieder aus 116 Ländern vereint, vertreten;

in den berufsspezifischen Organen dieser internationalen Gewerk- schaftsvereinigungen, namentlich den 11 internationalen Berufssekreta- riaten des IBFG, den 11 dem EGB als integrierter Teil zugehörenden europäischen Branchengewerkschaftsverbänden sowie den 9 mit dem WVA verbundenen Fachinternationalen sind die österreichischen Ge- werkschaften durch führende FunktionärInnen in leitenden Gremien vertreten.

Es ist ein bemerkenswerter Umstand, dass ein kleines Land wie Österreich in solcher Breite – zum Teil in führenden Positionen – in internationalen Gewerkschaftsverbänden vertreten ist. Dies stellt auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der gewerkschaftlichen Interessenvertretung in Österreich dar. Zahlreiche Ideen, Initiativen und politische Aktivitäten fließen darüber in die nationale Gewerkschaftsarbeit ein, ohne speziell als international gekennzeichnet zu sein.

Über die internationalen Aktivitäten des ÖGB seit seiner Gründung 1945 finden Sie genauere Informationen in den Skripten Gewerkschaftskunde 3A („Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung 1945–1955“), Gewerkschaftskunde 3B („Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung 1956–1982“) und Ge- werkschaftskunde 5 („Geschichte und aktuelle Politik des ÖGB seit 1982“).

Geschichte der ArbeiterInnen- bewegungen und der Gewerkschaftsgründungen

Das Aufkommen der Industrialisierung im Europa des 19. Jahrhunderts führte zur Auflösung der überkommenen Gesellschaftsordnungen; es ent- stand eine Klassengesellschaft, die vom Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit beherrscht wurde. Die soziale Frage, die das rasante Wirtschafts- wachstum überschattete, berührte vor allem die breite Masse der Arbeite- rInnen, des Proletariats. Der offene Widerspruch zwischen dem BürgerIn- nentum und der ArbeiterInnenschaft und das immer offenere Zutagetreten der Ungerechtigkeit der gesellschaftlichen Verhältnisse bildete eine wesent- liche Voraussetzung für das Entstehen eines politischen Klassenbewusst- seins innerhalb der Masse der ArbeiterInnen.

Konnte die neu entstandene Klasse der ArbeiterInnen im Zuge revolutionä- rer Kämpfe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwar einige Verbesse- rungen ihrer Lage erreichen, so verlor sie doch immer wieder aufgrund der wechselnden politischen Verhältnisse und aufgrund des fehlenden ideolo- gischen Überbaus, also einer kritischen Analyse, an politischem Einfluss. Erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts schufen Karl Marx und Friedrich Engels ein grundlegendes politisches Programm, das, von einer Analyse der gesell- schaftlichen Verhältnisse ausgehend, zum Klassenkampf aufforderte und den Grundstein für die politische Formierung der internationalen Arbeite- rInnenklasse legte.

Zeitgleich und teils in einer Einheit mit den Vorläufern der Parteien bildeten sich in dieser Zeit auch erste Gewerkschaften, ArbeiterInnenorganisatio- nen, in denen wirtschaftliche und soziale Interessen am Arbeitsort durchge- setzt werden sollten. Die Klasse der KapitalistInnen und die Regierungen brachten den ArbeiterInnenparteien und Gewerkschaften jedoch heftigen Widerstand, beispielsweise in Form von Verboten oder Entlassungen entgegen. Zudem war ein Großteil der fortschrittlichen Kräfte, insbesonde- re die Gewerkschaften, eher sozialreformatorisch als sozialrevolutionär, konzentrierten sich also ganz auf Verbesserungen innerhalb der bestehen- den Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung und nahmen sich dadurch selbst die Perspektive einer grundlegenderen Veränderung der gesell- schaftlichen Verhältnisse.

Auch auf internationaler, vor allem europäischer Ebene wurden diese Span- nungen zwischen sozialreformatorischen und sozialrevolutionären Kräften sichtbar. 1889 hatten einige nationale Druckergewerkschaften das erste der internationalen Gewerkschaftssekretariate gegründet und bereits im Jahr 1901 organisierten sich mehrere nationale Gewerkschaften im späteren „Internationalen Gewerkschaftsbund“ (IGB). Schon zu Beginn des 20. Jahr- hunderts schwelende Differenzen führten jedoch letztlich mit Beginn des 1. Weltkriegs zur Spaltung der nationalen und internationalen sozialisti- schen ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung. Während sich der gro- ße Teil der ArbeiterInnenbewegung und die Gewerkschaften patriotisch zeigten, trat ein Teil des linken Flügels zur sowjetisch dominierten „Kom- munistischen Internationale“ (Komintern) über.

Konnte in Russland im Zuge der Revolutionen 1905 und 1917 ein Umsturz zugunsten der ArbeiterInnenklasse erreicht werden, so behielten in anderen Teilen Europas die sozialreformatorischen Kräfte innerhalb der ArbeiterIn- nen- und Gewerkschaftsbewegung die Oberhand. Die Gewerkschaften in Deutschland etwa standen der Novemberrevolution 1918 ablehnend gegen- über und konnten sich auch später bei der Machtübernahme des National- sozialismus nicht zu Kampfmaßnahmen durchringen. In der Folge vom

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Anmerkungen

Industrialisierung und soziale Frage

Analysen von Marx und Engels

Bildung von Arbeiterparteien und Gewerkschaften

Internationaler

Gewerkschaftsbund

Anmerkungen

Anmerkungen 6 nationalsozialistischen Staat verboten und durch die „Deutsche Arbeits- front“ ersetzt, konnte die

6

nationalsozialistischen Staat verboten und durch die „Deutsche Arbeits- front“ ersetzt, konnte die ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung ihrer organisatorischen Strukturen beraubt zwar insgesamt bedeutsamen Widerstand gegen die Nationalsozialisten leisten, der aber bezogen auf die organisatorische Stärke und den gesellschaftlichen Einfluss der 30er Jahre doch die Frage offen lässt, wie es zu dieser Zerschlagung der ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung als einer der stärksten gesellschaftlichen Kräfte kommen konnte.

Der Europäische Gewerkschaftsbund

Der Europäische Gewerkschaftsbund ist die Dachorganisation von 74 nationalen, freien und unabhängigen Gewerkschaftsbünden aus 34 Staaten Europas. Länder, die keine einheitliche Gewerk- schaftsorganisation aufweisen, können mit zwei oder mehreren Bünden vertreten sein. Insgesamt fassen die im EGB zusammenge- schlossenen Vereinigungen über 60 Millionen gewerkschaftlich organisierte unselbständig Erwerbstätige zusammen.

Nach der „politischen Geografie“ verteilen sich die Mitgliedsorganisatio- nen des EGB auf Länder

der Europäischen Union (EU);

der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA): Schweiz, Norwegen, Island;

des ehemaligen Ostblocks: Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowe- nien, Tschechien, Ungarn;

im übrigen Europa: Malta, San Marino, Türkei, Zypern.

Nach der unterschiedlichen Organisationsstruktur der nationalen Ge-

werkschaftsbewegungen in den einzelnen Ländern sind im EGB vertreten:

Einheitsgewerkschaftsbünde, die Industriegruppengewerkschaften, Fachgewerkschaften, ArbeiterInnengewerkschaften, Angestelltenge- werkschaften und/oder Gewerkschaften mit unterschiedlicher weltan- schaulicher Ausrichtung auf nationaler Ebene zusammenfassen. Bei- spiele hierfür sind der „Trades Union Congress“ (TUC) aus Großbritan- nien, der „Deutsche Gewerkschaftsbund“ (DGB) oder auch der ÖGB.

Gewerkschaftsbünde, die ArbeiterInnengewerkschaften oder Ange- stelltengewerkschaften eines Landes vertreten, wie etwa in Schweden die „Landsorganisationen i Sverige“ (LO-S) als nationale Gewerkschafts- vertretung der ArbeiterInnen und die „Tjänstemännens Centralorga- nisation“ (TCO) als jene der Angestellten.

Mehrere nationale Richtungsgewerkschaften oder aus solchen hervor- gegangene Gewerkschaftsbünde eines Landes, wie der sozialdemokra- tisch orientierte „Algemeen Belgisch Vakverbond/Fédération Générale du Travail de Belgique“ (ABVV/FGTB) und der christliche Gewerk- schaftsverband „Algemeen Christelijk Vakverbond/Confédération des Syndicats Chrétiens“ (ACV/CSC) aus Belgien oder die drei italienischen Gewerkschaftsbünde „Confederazione Italiana Sindicati Lavoratori“ (CISL), „Unione Italiana del Lavoro“ (UIL) und „Confederazione Ge- nerale Italiana del Lavoro“ (CGIL), die aus christlichen, sozialdemokra- tischen und kommunistischen Richtungsgewerkschaften hervorgegan- gen sind, heute aber ArbeitnehmerInnen unabhängig von ihrer politi- schen Einstellung vertreten.

Die dem EGB angeschlossenen Gewerkschaftsbünde

Staat

Gewerkschaftsverband

Mitglieder

Sitze im

 

Kongress

Belgien

Algemeen Belgisch Vakverbond/ Fédération Générale du Travail de Belgique (ABVV/FGTB) Algemeen Christelijk Vakverbond/ Confédération des Syndicats Chrétiens (ACV/CSC)

 

1.008.481

9

1.255.554

9

Bulgarien

Confederation of Independent Trade Unions of Bulgaria (CITUB) Confederation of Labour (PODKREPA)

 

601.071

7

154.894

4

Dänemark

Landsorganisationen i Danmark (LO-DK) Funktionærernes og Tjenestemændenes Fællesråd (FTF) Akademikernes Centralorganisation (AC)

 

1.304.000

9

344.360

5

143.420

4

Deutschland

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG)

8.100.000

22

489.266

6

Finnland

Suomen Ammattiliittojen Keskusjärjesto (SAK) Suomen Teknisten Toimihenkilöjärjestöjen Keskusliitto (STTK) Akateemisten Valtuuskunta (AKAVA)

 

1.010.000

9

459.000

6

237.017

5

Frankreich

Confédération Française Démocratique du Travail – Union National des Syndicatés Autonomés (CFDT-UNSA) Confédération Française des Travailleurs Chrétiens (CFTC) Confédération Générale du Travail – Force Ouvriére (CGT-FO) Confédération Générale du Travail (CGT)

 

1.025.500

8

250.000

5

1.015.000

9

643.000

7

Griechenland

Anotati Diikisis Enoseon Dimosion Ypallilon (ADEDY) Geniki Synomospondia Ergaton Ellados (GSEE)

 

100.000

3

350.000

5

Großbritannien

Trades Union Congress (TUC)

6.636.077

19

Irland

Irish Congress of Trade Unions (ICTU)

600.000

7

Island

Althydusamband Islands (ASI) Badalag Starfsmanna Rikis of Baeja (BSRB)

61.447

3

17.270

2

Italien

Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori (CISL) Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) Unione Italiana del Lavoro (UIL)

 

2.640.929

12

4.100.000

14

1.001.000

9

Luxemburg

Lëtzebuerger Chrëschtleche Gewerkschafts-Bond (LCGB) Confédération Générale du Travail de Luxembourg (CGT-L)

 

30.407

2

52.070

3

Malta

General Workers Union (GWU) Confederation of Malta Trade Unions (CMTU)

46.075

3

30.351

2

Niederlande

Vakcentrale voor Middelbaar en Hoger Personeel (MHP) Christelijk Nationaal Vakverbond (CNV) Federatie Nederlandse Vakbeweging (FNV)

 

154.419

4

352.398

6

1.227.044

9

Norwegen

Akademikernes Fellesorganisasjon (AF) Landsorganisasjonen i Norge (LO-N)

135.000

4

822.434

8

Österreich

Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)

1.497.584

10

Polen

Niezalezny Samorzadny Zwiazek Zawodowy „Solidarnosc“ (NSZZ Solidarnosc) 1.300.000

9

7

Anmerkungen

Anmerkungen

8

Staat

Gewerkschaftsverband

Mitglieder

Sitze im

 

Kongress

Portugal

Confederação Geral dos Trabalhadores

Portugueses – Intersindical Nacional (CGTP-IN) 652.000

7

União Geral de Trabalhadores (UGT-P)

355.000

6

Rumänien

Confederatia Sindicatelor Democratice Din Romania (CSDR) Blocul National Sindical (BNS) Confédération Nationale des Syndicats Libres de Roumania-Fratia (CNSLR-Fratia) Confederatia Nationalã Sindicalã (CARTEL ALFA)

 

429.000

6

325.000

5

250.000

5

506.000

7

San Marino

Confederazione Democracia dei Lavoratori Sammarinesi (CDLS) Confederazione Sammarineze del Lavoro (CSdL)

 

3.652

2

3.080

2

Schweden

Sveriges Akademikers Centralorganisation (SACO) Landsorganisationen i Sverige (LO-S) Tjänstemännens Centralorganisation (TCO)

 

320.000

5

1.855.066

11

1.048.679

9

Schweiz

Vereinigung Schweizerischer Angestelltenverbände (VSA) Schweizerischer Gewerkschaftsbund/ Union Syndicale Suisse/Unione Syndacale Svizzera (SGB/USS) Christlichnationaler Gewerkschaftsbund der Schweiz/Confédération des Syndicats Chrétiens (CNG/CSC)

 

120.150

4

395.000

6

93.115

3

Slowakei

Konfederácia Odborových Zvázov Slovenskej Republiky (KOZ SR)

830.542

8

Slowenien

Zveza Svobodnih Sindikatov Slovenije (ZSSS)

300.000

5

Spanien

Unión General de Trabajadores de Espana (UGT-E) Euzko Langilleen Alkartasuna – Solidaridad de Trabajadores Vascos (ELA-STV) Confederación Sindical de Comisiones Obreras (CC.OO)

 

600.000

7

110.000

4

600.000

7

Tschechien

Cesko-moravská komora odborvých svaz (CMKOS)

900.000

8

Türkei

Türkiye Devrimci Isçi Sendikalari Konfederasyonu (DISK) Türkiye Hak Isçi Sendikalari Konfederasyonu (HAK-IS) Türkiye Isçi Sendikalari Konfederasyonu (TÜRK IS) Kamu Emekçileri Sendikalari Konfederasyonu Servants (KESK)

 

100.000

3

60.000

3

250.000

5

110.000

4

Ungarn

Szakszervezetek Demokratikus Ligája (LIGA) Magyar Szakszeruezetek Országos Szövetsège (MSzOSz) Munkástanácsok Országos Szövetsège (MOSz) Autonomous Trade Union Confederation (ASZSZ/ATUC) Szakszervezetek Együttmüködesi Fóruma (SZEF)

98.000

3

465.000

6

78.000

3

128.000

5

128.000

4

Zypern

Kibris Türk Isçi Sendikalari Federasyonu (TÜRK-SEN) Synomospondia Ergaton Kyprou (SEK)

 

5.011

2

62.389

3

GESAMTANZAHL DER MITGLIEDER UND SITZE

50.375.752

416

Stand: September 1999

 

Zusätzlich stehen derzeit sechs Gewerkschaftsbünde aus Estland, Lettland, Litauen und Kroatien, die derzeit noch den BeobachterInnenstatus besitzen, vor der Aufnahme in den EGB.

1. Wie viele unselbständig Erwerbstätige in Westeuropa wer- den von den Gewerkschaftsbünden vertreten, die Mitglie- der des EGB sind?2. Geben Sie 10 Adressen von Internetseiten an, die als Homepage von im EGB vertretenen

2. Geben Sie 10 Adressen von Internetseiten an, die als Homepage von im EGB vertretenen Gewerkschaftsbünden dienen (wie z. B. „www.oegb.at“ für den Österreichischen Gewerkschaftsbund)! Surfen Sie eine Weile auf diesen Ho- mepages!in Westeuropa wer- den von den Gewerkschaftsbünden vertreten, die Mitglie- der des EGB sind? 9 Anmerkungen

9

Anmerkungen

Anmerkungen

Anmerkungen Robert Schuman 10 Zur westeuropäischen Gewerkschaftsbewegung nach 1945 Die Anfänge des Europäischen

Robert Schuman

10

Zur westeuropäischen Gewerkschaftsbewegung nach 1945

Die Anfänge des Europäischen Gewerkschaftsbundes gehen be- reits auf den Beginn der fünfziger Jahre zurück. Die Gewerk- schaftsbewegung Westeuropas versuchte seither, ihre Zusammen- arbeit im Rahmen gesamteuropäischer Organisationen zu koordi- nieren. Die wirtschaftspolitische Zweiteilung Westeuropas, die mit der Gründung der Montanunion begann, und die unterschiedli- chen politischen Ausrichtungen verschiedener nationaler Gewerk- schaftsbünde verhinderten allerdings bis zu Beginn der siebziger Jahre das Entstehen eines einheitlichen gemeinsamen Dachverban- des.

Die Entstehung der „Europäischen Regionalorganisation“ (ERO)

1950 entstand als erste Regionalorganisation des „Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften“ (IBFG) die „Europäische Regionalorganisation“ (ERO). Die Gründungskonferenz beschloss die Einrichtung eines IBFG- Regionalsekretariats für Europa und die Bildung eines „Europäischen Re- gionalrats“ in Brüssel. Der schon seit 1948 bestehende „Gewerkschaftliche Beratungsausschuss für den Wiederaufbau Europas“ (ERP-TUAC) wurde dem Regionalsekretariat unterstellt.

Der ERO gehörten alle europäischen Gewerkschaftsbünde, die Mitglieder des IBFG waren, an – unabhängig von der wirtschaftlich-politischen Aus- richtung ihrer Herkunftsländer: der ÖGB aus dem damals noch von den alliierten Befreiern besetzten und später neutralen Österreich oder der DGB aus der ebenfalls besetzten, außenpolitisch auf das westliche Bündnis- system hin orientierten Bundesrepublik Deutschland ebenso wie die Ge- werkschaftsbünde des neutralen Schweden, der Benelux-Staaten oder Frankreichs.

Der „Schuman-Plan“ und die Gründung der Montanunion

Der „Schuman-Plan“ ist nach dem damaligen französischen Außenminister Robert Schuman (1886–1963) benannt. An eine Idee des BRD-Bundeskanzlers Konrad Adenauer (1876–1967) anknüp- fend, schlug er 1950 der französischen Nationalversammlung vor, „die Gesamtheit der französisch-deutschen Kohle- und Stahlpro- duktion unter eine gemeinsame ,Hohe Behörde’ zu stellen, in einer Organisation, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offensteht“. Die Schaffung einer mächtigen Produktionsgemein- schaft sollte allen teilnehmenden Ländern „die notwendigen Grundstoffe für ihre industrielle Produktion zu gleichen Bedin- gungen liefern und die Zusammenfassung der Interessen verwirk- lichen, die für die Schaffung einer Wirtschaftsgemeinschaft uner- lässlich ist“.

Im Juni 1950 beschlossen die Regierungen Belgiens, der BRD, Italiens, Luxemburgs und der Niederlande, den Vorschlag Frankreichs anzuneh- men. Die daraufhin beginnenden Verhandlungen (bei denen es um die Übertragung von Hoheitsrechten an die neue „Hohe Behörde“ und damit um grundlegende politische Entscheidungen ging) dauerten fast ein Jahr. Sie wurden mit der Unterzeichnung des Vertrages über die Gründung der

„Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (EGKS), auch Mon- tanunion genannt, am 18. April 1951 in Paris beendet. Nach der Ratifikation durch die Parlamente der Mitgliedstaaten trat der Vertrag am 23. Juni 1952 in Kraft.

Mit der Verwirklichung des Schuman-Plans zur Gründung der EGKS und der damit einhergehenden wirtschaftspolitischen Zweiteilung Westeuro- pas erhielt die noch junge gemeinsame Dachorganisation ERO bereits die ersten Risse. Die Gewerkschaftsbewegungen in den betroffenen sechs Ländern standen nun vor dem Problem, eine Organisation zu schaffen, die von den Behörden der Montanunion als Gesprächs- und Verhandlungs- partner anerkannt wurde und aus der deshalb auch die IBFG-Gewerk- schaften ausgeschlossen sein sollten, deren Staaten nicht der EGKS ange- hörten.

Die Entstehung des Montanausschusses und der „Europäischen Gemeinschaften“ (EG)

So entstand 1952 als erste gewerkschaftliche Dachorganisation der EGKS- Länder der „21er-Ausschuss“ (auch als „Montanausschuss“ bezeichnet). Neben den nationalen Gewerkschaftsbünden, die Mitglied des IBFG waren, gehörten ihm auch die Industriegewerkschaften der Montanindustrie aus den sechs Staaten an.

Die Montanunion war von ihren Gründern als erste Stufe eines umfassenden – auch politischen – Zusammenschlusses Westeuro- pas angesehen worden. Das Projekt einer „Europäischen Verteidi- gungsgemeinschaft“ scheiterte jedoch. Deshalb beschritt man den Weg einer „funktionalen Integration“, durch den zunächst ein immer größerer Bereich der Wirtschaft in einen „Gemeinsamen Markt“ einbezogen werden sollte: 1957 kam es zur Unterzeich- nung der „Römischen Verträge“ durch die Mitgliedstaaten der Montanunion, womit die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG) und die „Europäische Atomgemeinschaft“ (EURATOM) gegründet wurden; 1958 traten die Vertragsbestimmungen in Kraft.

Mit der Gründung der EWG und der EURATOM trat der Integra- tionsprozess im Wirtschaftsraum der EGKS-Staaten in eine neue Phase. Die „Europäischen Gemeinschaften“ (EG) waren geschaf- fen, die als gemeinsame Organe das „Europäische Parlament“ in Strassburg und einen gemeinsamen Gerichtshof besaßen. Jede der drei Teilgemeinschaften hatte aber noch einen eigenen Minis- terrat und eine eigene Kommission als Exekutivorgan. Erst ab 1967 wurden sie zur „Europäischen Gemeinschaft“ mit einem ge- meinsamen Ministerrat und einer gemeinsamen „EG-Kommis- sion“.

Die Gründung des Europäischen Bundes Freier Gewerkschaften (EBFG)

Die Gewerkschaften der EG-Länder schufen sich nun eine eigene Regional- organisation außerhalb der ERO:

Im Jänner 1958 fand in Düsseldorf die konstituierende „Generalversamm- lung der freien Gewerkschaften (IBFG) der Mitgliedstaaten der Europäi- schen Gemeinschaft“ statt. Sie beschloss die Errichtung eines eigenen „Eu- ropäischen Gewerkschaftssekretariats“ (EGS) und bestellte einen „Exeku- tivausschuss“, dem auch ein Vertreter der ERO als Verbindungsmann angehören sollte. Der „21er-Ausschuss“ blieb zwar formal weiter bestehen,

11

Anmerkungen

Anmerkungen

12

verschmolz aber in der Praxis mit der neuen EWG-Regionalorganisation. 1969 gründeten die IBFG-Gewerkschaften der EG in Den Haag als Nachfol- georganisation des EGS den „Europäischen Bund Freier Gewerkschaften“ (EBFG).

Seit Ende der fünfziger Jahre war die ERO also nur mehr eine „Rumpforga- nisation“. Bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1969 erfüllte sie aber doch noch eine wichtige Funktion als Verbindungsstelle zwischen dem „Europäischen Gewerkschaftssekretariat“ der EG-Länder, den EFTA-Gewerkschaften und dem IBFG.

Die Gewerkschaftsorganisationen in den EFTA-Staaten

Die „Europäische Freihandelsassoziation“ (EFTA) entstand nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen der EWG und den übrigen elf westeuropäischen Ländern bezüglich eines großen europäischen Wirt- schaftszusammenschlusses. Sie wurde von sieben der elf Staaten (Großbri- tannien, Portugal, Dänemark, Norwegen und die neutralen Länder Schwe- den, Schweiz und Österreich) mit dem Abschluss des „Stockholmer Vertrages“ gegründet, der 1960 in Kraft trat. Später traten noch Finnland, Irland und Island der EFTA bei. Großbritannien, Irland und Dänemark schieden 1973 aus und wurden Vollmitglieder der EWG, dann auch Portugal.

Die IBFG-Gewerkschaften der EFTA-Länder organisierten sich zunächst in einer „Sonderabteilung der Gewerkschaften der Frei- handelszone“. 1968 bildeten sie den „Gewerkschaftsausschuss für die Europäische Freihandelszone“ (EFTA-TUC) mit einem eigenen Sekretariat.

Nach der Auflösung der ERO wurde ein „Verbindungsausschuss“ einge- richtet, um die Kontakte zwischen den IBFG-Gewerkschaften der EG-Län- der und der EFTA-Länder aufrechtzuerhalten. Aber die Spaltung schien endgültig vollzogen zu sein. Neben den beiden Dachorganisationen der IBFG-Gewerkschaften waren mittlerweile zwei weitere europäische Gewerkschaftsverbindungen entstanden:

1966 gründeten die beiden großen westeuropäischen Gewerkschaften, die dem kommunistisch dominierten „Weltgewerkschaftsbund“ (WGB) angehörten, einen „Ständigen Ausschuss“ in Brüssel. Dies waren die französische „Confédération Générale du Travail“ (CGT) und die „Confederazione Generale Italiana del Lavoro“ (CGIL), die heute beide Mitglied des EGB sind. 1958 gründete der „Internationale Bund der christlichen Gewerkschaf- ten“ (IBCG) eine europäische Organisation. 1969 eröffnete der „Weltver- band der ArbeitnehmerInnen“ (WVA) – wie sich der IBCG seit 1968 nannte – ein eigenes europäisches Büro in Brüssel.

Damit gab es Anfang der siebziger Jahre folgende vier übernatio- nale europäische Gewerkschaftszusammenschlüsse:

den „Europäischen Bund Freier Gewerkschaften“ (EBFG) der IBFG-Gewerkschaften der Europäischen Gemeinschaft;

den „Gewerkschaftsausschuss für die Europäische Freihandels-

zone“ (EFTA-TUC) der IBFG-Gewerkschaften der EFTA-Län- der; den „Ständigen Ausschuss“ von CGT und CGIL; das „Europäische Büro“ des Weltverbands der Arbeitneh-

merInnen. Dazu kam noch das Zentralbüro des IBFG in Brüssel, das den „Verbindungsausschuss“ zwischen EBFG und EFTA-TUC be- treute.

3. Wie hieß der erste westeuropäische Gewerkschaftsdach- verband, der Gewerkschaften aus Ländern mit unter- schiedlicher politischer Lage vereinigte? Und wie lange bestand diese Organisation?4. Welche westeuropäischen Gewerkschaftsverbindungen gab es Anfang der siebziger Jahre? Und welchen politisch-

4. Welche westeuropäischen Gewerkschaftsverbindungen gab es Anfang der siebziger Jahre? Und welchen politisch- wirtschaftlichen Zusammenschlüssen bzw. ideologischen Ausrichtungen gehörten diese an?aus Ländern mit unter- schiedlicher politischer Lage vereinigte? Und wie lange bestand diese Organisation? 13 Anmerkungen

13

Anmerkungen

Anmerkungen

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Die Gründung des EGB

Zu Beginn der siebziger Jahre löste die Aussicht auf Erweiterung der „Europäischen Gemeinschaft“ durch den Beitritt Dänemarks, Irlands und Großbritanniens eine verstärkte Diskussion innerhalb der europäischen Gewerkschaftsbewegung der EG- und EFTA-Länder aus.

Als wichtigstes Ergebnis einer Reihe von Konferenzen war der Beschluss zur Gründung einer neuen europäischen Gewerkschaftsorganisation ge- fasst worden, welche die Mitgliedstaaten der EG und der EFTA gleicher- maßen umspannen sollte. Ausgehend davon, dass neutrale Länder wie Schweden, Finnland, Österreich und die Schweiz nicht gewillt beziehungs- weise in der Lage waren, der EWG beizutreten, und sich ihre Gewerkschaf- ten daher auch nicht dem EBFG anschließen würden, musste ein anderer Weg gefunden werden, um den Beschluss zur Schaffung eines einheitlichen westeuropäischen Dachverbandes zu realisieren. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Beratungen war das Einvernehmen zwischen WVA und EBFG über die Notwendigkeit der Gründung einer einzigen gewerkschaft- lichen Dachorganisation auf europäischer Ebene, der die Mitglieder beider Organisationen angehören sollten.

Am 8./9. Februar 1973 kam es in Brüssel zur Gründungsversamm- lung des „Europäischen Gewerkschaftsbundes“ (EGB), an der 17 Gewerkschaftsbünde aus 15 westeuropäischen Staaten beteiligt waren. Eines der Motive für die Gründung des Europäischen Gewerk- schaftsbundes war, die lnteressen der ArbeitnehmerInnen in den westeuropäischen Wirtschaftsvereinigungen (EG und EFTA) wirk- sam zu vertreten. Zugleich wurde damit die Grundlage gelegt, politisch verschieden orientierte Richtungsgewerkschaften in eini- gen Ländern unter ein gemeinsames europäisches Dach zu ver- einigen.

Somit gehörten dem neuen Bund Gewerkschaftsbünde aus den EG- und EFTA-Ländern sowie zusätzlich Einzelorganisationen aus Finnland, Island und Spanien an. Seit 1974 haben sich dem EGB weitere europäische Ge- werkschaftszentralen angeschlossen.

Die Existenz des EGB, der Mitglieder aller politischen Überzeugungen vereint, wird von vielen als Sieg einer regionalen Gewerkschaftsorganisa- tion über die ideologischen Differenzen gewertet, die bislang die europäi- sche Gewerkschaftsbewegung entzweit hatten.

die europäi- sche Gewerkschaftsbewegung entzweit hatten. 5. Wann wurde der Europäische Gewerkschaftsbund ge-

5. Wann wurde der Europäische Gewerkschaftsbund ge- gründet, und worin unterscheidet er sich von früheren westeuropäischen gewerkschaftlichen Dachorganisa- tionen?

Struktur und Organisation des EGB

Der EGB versteht sich selbst als eine unabhängige „Einheitsge- werkschaft mit pluralistischem Charakter“. Seine Politik wird vom Kongress und dem Exekutivausschuss bestimmt.

Die Organe des Europäischen Gewerkschaftsbundes sind:

der EGB-Kongress

der Exekutivausschuss des EGB

das Präsidium des EGB

das Sekretariat des EGB

Der EGB-Kongress

Der Kongress ist die oberste Instanz des Europäischen Gewerk- schaftsbundes und wird mindestens alle vier Jahre einberufen (1991 in Luxemburg, 1995 in Brüssel, 1999 in Helsinki). Er setzt sich zusammen aus den Delegierten der angeschlossenen nationalen Gewerkschaftsbünde, der angeschlossenen europäischen Bran- chengewerkschaftsverbände und des EGB-Frauenausschusses. Der ÖGB entsendet auf Basis seiner Mitgliederzahl 9 ordentliche Dele- gierte.

Sein Aufgabenbereich sieht folgendermaßen aus:

die Strategie und allgemeine Politik des Bundes zu bestimmen;

die von den anderen satzungsgemäßen Organen und den Mitgliedorga- nisationen vorgelegten Entschließungen und anderen politischen Vor- schläge zu billigen;

die Tätigkeit der anderen satzungsgemäßen Organe durch Diskussion und Verabschiedung der Tätigkeits- und Finanzberichte zu kontrol- lieren;

die Mitglieder des Exekutivausschusses, die PräsidentIn bzw. die Gene- ralsekretärIn, die stellvertretenden GeneralsekretärInnen und die Rech- nungsprüferInnen zu wählen;

die Beschlüsse des Exekutivausschusses im Zusammenhang mit den Aufnahmeanträgen und der Erteilung eines Beobachtungsstatus für na- tionale Gewerkschaftsbünde und europäische Branchengewerkschafts- verbände zu ratifizieren;

die Satzung abzuändern.

Der Exekutivausschuss des EGB

Der Exekutivausschuss ist die oberste Instanz des Europäischen Gewerkschaftsbundes zwischen den Kongressen und tritt minde- stens viermal jährlich zusammen. Zur Vorbereitung und Unter- stützung seiner Arbeiten setzt der Exekutivausschuss ständige Ausschüsse ein, deren Zusammensetzung, Mandat und Arbeits- weise er festlegt. Der Österreichische Gewerkschaftsbund ent- sendet zur Zeit zwei ordentliche Delegierte in den Exekutivaus- schuss.

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Anmerkungen

Anmerkungen

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Der Exekutivausschuss des EGB

beschließt die politischen Strategien, die für die Verwirklichung der vom Kongress verabschiedeten allgemeinen Strategie erforderlich sind;

entscheidet die Standpunkte, die gegenüber den europäischen ArbeitgeberInnenorganisationen und den europäischen Institutionen vertreten werden;

beschließt die gewerkschaftlichen Aktionen, die für die Unterstützung der gemeinsamen gewerkschaftlichen Forderungen und Positionen er- forderlich sind;

sorgt für die Konvergenz der Forderungs- und Tarifvertragspolitiken der Mitgliedsorganisationen auf europäischer Ebene;

bewertet die Aktivitäten des Präsidiums und des Sekretariats; diese erstatten bei jeder Sitzung Bericht über ihre Tätigkeiten;

stellt die internen Verfahrensregeln auf;

legt die Höhe der Beiträge fest und genehmigt den Haushalt sowie die außer-etatmäßigen Mittel.

Das Präsidium des EGB

Das Präsidium hat die Aufgabe, über dringende Aktionen zu ent- scheiden, die zur Durchführung der vom Exekutivausschuss fest- gelegten politischen Strategien unternommen werden müssen. Dabei handelt es im Rahmen des vom Exekutivausschuss erteilten Mandats. Es besteht aus der PräsidentIn, der GeneralsekretärIn, den beiden stellvertretenden GeneralsekretärInnen und 15 zusätzlichen Mit- gliedern, die vom Exekutivausschuss gewählt werden (wovon min- destens drei den Branchengewerkschaftsverbänden und eines dem Frauenausschuss angehören müssen).

Zu seinen Aufgaben zählen weiters

die Behandlung finanzieller und organisatorischer Angelegenheiten;

die Vorbereitung der Tagesordnung des Exekutivausschusses sowie die Unterbreitung von Empfehlungen;

die Beobachtung der Verhandlungen mit den ArbeitgeberInnenorganisa- tionen und der Vertretung bei den europäischen Institutionen.

Im Juli 1999 wurde Fritz Verzetnitsch, Präsident des ÖGB, am 9. Kongress in Helsinki ein zweites Mal nach 1995 zum Präsidenten des Europäischen Gewerkschaftsbundes gewählt.

Das EGB-Sekretariat

Das Sekretariat besteht aus der GeneralsekretärIn, den beiden stellvertretenden GeneralsekretärInnen und den Bundessekre- tärInnen, deren Zahl vom Exekutivausschuss festgesetzt wird.

Die GeneralsekretärIn ist SprecherIn und/oder KoordinatorIn des Bundes und zuständig für die Organisation der fortlaufenden Arbeit und der Bezie- hungen mit den europäischen Institutionen und den ArbeitgeberInnenver- bänden. Die stellvertretenden GeneralsekretärInnen unterstützen die Gene-

ralsekretärIn bei dieser Aufgabe und übernehmen bei ihrer Abwesenheit ihre Funktionen. Derzeitiger Generalsekretär ist der italienische Gewerk- schafter Emilio Gabaglio.

Die Finanzierung

Die Aktivitäten des Europäischen Gewerkschaftsbundes werden durch die Beiträge der angeschlossenen nationalen Gewerkschafts- bünde finanziert.

Der Beitragssatz betrug 1999 pro Mitglied und pro Jahr ungefähr 4,50 belgische Francs (BEF), was in etwa 0,10 Euro (oder 1,50 öS) entspricht.

(BEF), was in etwa 0,10 Euro (oder 1,50 öS) entspricht. 6. Wie heißen die vier Organe

6. Wie heißen die vier Organe des EGB? Nennen Sie zu jedem Organ zusätzlich dessen wichtigste Aufgaben!

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Anmerkungen

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Aufgaben und Ziele des EGB

Der EGB, der sich aus freien, unabhängigen und demokratischen Gewerkschaftsbünden und europäischen Branchengewerkschafts- verbänden zusammensetzt, hat den Anspruch, als einheitliche und pluralistische Organisation die gesamte Arbeitswelt auf europäi- scher Ebene zu vertreten. Der EGB unterstützt und fördert die praktische internationale Zu- sammenarbeit und gemeinsame Aktionen, um die Rechte und Inte- ressen der ArbeitnehmerInnen auf europäischer Ebene zu schützen und voranzubringen.

Der EGB setzt sich insbesondere ein:

für die Ausweitung und Festigung der politischen Freiheiten und Demo- kratie;

für die Einhaltung der Menschen- und Gewerkschaftsrechte;

für die Abschaffung aller Formen von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, des Alters, der Hautfarbe, der Rasse, der sexuellen Veranla- gung, der Nationalität oder der politischen oder religiösen Meinungen oder Überzeugungen;

für die Förderung der Chancengleichheit und der Gleichbehandlung von Frauen und Männern;

für eine geografisch ausgewogene und umweltverträgliche Wirtschafts- entwicklung;

für eine frei gewählte und produktive Beschäftigung für alle;

für die Weiterentwicklung, Verbesserung und Aufwertung der Bildung und Ausbildung;

für die Demokratisierung der Wirtschaft;

für eine ständige Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen;

für eine auf Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität beruhende Gesell- schaft ohne Ausgrenzung.

Der EGB erkennt, unterstützt und fordert die Notwendigkeit, dass die europäischen Institutionen und Regierungen eine aktive Rolle bei der Siche- rung des Friedens für alle Völker und der Vermeidung kriegerischer Inter- ventionen einnehmen und die Entwicklungsländer durch eine verstärkte Hilfe und faire Handelsbeziehungen unterstützt werden.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung des Kapitals und der Internationalisierung von Produktion und Dienstleistung sowie insbesondere der wachsenden wirtschaftlichen und politischen Integra- tion in Europa übernimmt der Europäische Gewerkschaftsbund die Auf- gabe, die notwendige Politik und die Aktionen festzulegen und durchzu- führen, die zur Durchsetzung seiner Ziele erforderlich sind. Diese Aufgabe erfüllt er autonom, mit dem höchstmöglichen Maß an Einheit und Ge- schlossenheit.

Der Europäische Gewerkschaftsbund richtet seine Aktivitäten auf:

die Europäische Union, deren Verstärkung auf sozialer, politischer und demokratischer Ebene sowie auch im wirtschaftlichen und monetären Bereich er fordert und deren Erweiterung auf andere europäische Länder und aktive Rolle bei den Bemühungen um Frieden, Entwicklung und soziale Gerechtigkeit in der Welt er unterstützt;

den Europarat, die EFTA und andere Einrichtungen der europäischen Zusammenarbeit, die für die Interessen der Arbeitswelt bedeutsam sind;

die europäischen ArbeitgeberInnenorganisationen, um über den sozialen Dialog und Verhandlungen dauerhafte soziale Beziehungen auf europä- ischer Ebene herzustellen.

Aus den Entschließungen des 9. EGB-Kongresses

Durch die europäische Integration, die Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie durch die politischen Umwälzungen in Mittel- und Osteuropa hat sich der Arbeitsbereich des EGB und seiner Einrichtungen wesentlich erweitert. Dem hat bereits der 7. Kongress des EGB im Mai 1991 in Luxemburg Rechnung getragen und im Interesse einer größeren Durchsetzungskraft den Ausbau der organisatorischen Strukturen des EGB beschlossen. Der 8. Kongress des EGB im Mai 1995 in Brüssel setzte diese Entwicklung mit einer umfangreichen Statutenänderung und programmatischen Beschlüs- sen fort. Im Juli 1999 fand der 9. Kongress in Helsinki statt, der folgende Hauptresolutionen zu Beschluss brachte:

Auf dem Weg zu einem europäischen System der Arbeitsbeziehungen

Der 9. Kongress beauftragt den EGB:

auch weiterhin durch Unterstützung der Mitgliedsorganisationen bei ihren nationalen Tarifverhandlungen auf europäischer Ebene auf eine sozialpolitische Regulierung und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen hinzuarbeiten und dabei die Möglichkeiten des ergänzenden europäischen Sozialdialogs und von europäischen Rah- menvereinbarungen zu nutzen;

die Kommission nachdrücklich an ihre Verantwortung für die Einleitung des sozialpolitischen Legislativprozesses zu gemahnen;

regelmäßig die Umsetzung der Rahmenvereinbarungen, insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Verbesserung der Arbeitsbe- dingungen auf allen Ebenen und in allen Branchen, zu bewerten;

die europäischen Gewerkschaftsverbände darin zu unterstützen, den Sozialdialog auf alle Tätigkeitsbereiche des privatwirtschaftlichen und öffentlichen Sektors auszudehnen und die Weiterführung und Konsoli- dierung des sozialen Dialogs innerhalb der Sektoren zu unterstützen, die vor dem 1. 1. 1999 feststehende Ausschüsse hatten;

an die Adresse der Arbeitgeberorganisationen UNICE und CEEP den Vorschlag für ein neues Abkommen zwischen den Sozialpartnern zu richten, das den Rahmen für autonome Verhandlungen auf europäischer Ebene festlegt und so ein europäisches System von Arbeitsbeziehungen schafft, das auf der Unabhängigkeit der Sozialpartner beruht;

auf die Anerkennung der gewerkschaftlichen Grundrechte durch die EU und die Schaffung eines rechtlichen Rahmens für die Arbeitsbeziehungen auf europäischer Ebene zu drängen;

auf einen europäischen Pakt für Beschäftigung hinzuarbeiten, der alle betroffenen Akteure einschließt und dessen Grundlage eine echte soziale Konzertierung ist;

eine Strategie für koordinierte europäische Tarifverhandlungen auf sektorspezifischer und sektorenübergreifender Ebene zu fördern und durch Abstimmung innerhalb des EGB dafür zu sorgen, dass es eine Übereinstimmung in der Vorgehensweise gibt;

die Instrumente und Prozeduren für diese Koordinierung zu schaffen. Dazu gehören auch die Einsetzung eines ständigen Ausschusses für die

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Anmerkungen

diese Koordinierung zu schaffen. Dazu gehören auch die Einsetzung eines ständigen Ausschusses für die 19 Anmerkungen

Anmerkungen

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Koordinierung der Tarifpolitik und eine Neuorientierung der Arbeit des EGB-Sekretariats und der Aktivitäten von EGI und EGA auf ihren jewei- ligen Tätigkeitsfeldern.

Druck auf die Arbeitgeber im öffentlichen Sektor, insbesondere auf kom- munaler und regionaler/teilstaatlicher Ebene auszuüben, damit der so- ziale Dialog im öffentlichen Dienst allgemeine Praxis wird, und dafür zu sorgen, dass EU-Verordnungen und Vereinbarungen ohne Diskriminie- rungen auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor gelten;

die europäischen Gewerkschaftsverbände darin zu unterstützen, Euro- päische Betriebsräte in allen in Frage kommenden Unternehmen einzu- richten und die Arbeit schon existierender EBR zu unterstützen;

eine Charta zur gegenseitigen Anerkennung der gewerkschaftlichen Mit- gliedschaft vorzubereiten.

Resolutionen des 9. Kongresses

I. Das europäische Sozialmodell

die Grundwerte und Institutionen des europäischen Sozialmodells auf allen Ebenen zu fördern und zu verteidigen;

sich darum zu bemühen, dass der Grundsatz des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts in den Politiken der Union beachtet und in sie eingebunden wird;

darauf hinzuwirken, dass die wesentlichen Elemente des europäischen Sozialmodells in den EU-Vertrag aufgenommen werden und Eingang in die relevante Gesetzgebung und Politik finden;

sicherzustellen, dass die Anpassung und Modernisierung des europä- ischen Sozialmodells auf der Grundlage eines Gleichgewichts zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und den sozialen Grundrechten der arbeitenden Bevölkerung geschieht. Das Mo- dell sollte insbesondere die veränderten Rollen von Frauen und Männern widerspiegeln;

sich auf allen Ebenen aus einer europäischen Perspektive heraus für eine Stärkung von Tarifverhandlungen und soziale Konzertierung als bestem Mittel zur Verwirklichung der notwendigen gesellschaftlichen Reformen einzusetzen;

an die Kommission zu appellieren, in Zusammenarbeit mit dem Europä- ischen Parlament Maßnahmen zur Schaffung sozialer Mindeststandards in ungeschützten Bereichen der sozialen Dimension zu ergreifen;

den öffentlichen Dienst auf der Grundlage der EGB-Charta zu fördern und zu verteidigen;

II. Europa und die Globalisierung

auf die EU und die europäischen Regierungen dahingehend einzuwir- ken, dass diese international führend werden bei der Erstellung eines Regulierungsrahmens und der Schaffung günstiger politischer Rahmen- bedingungen, durch die negative soziale Auswirkungen des Globalisie- rungsprozesses vermieden werden und die wirtschaftliche Ent- wicklungsmöglichkeiten für alle Menschen ermöglichen;

in Erwägung, dass Frauen die Mehrheit der billigen Arbeitskräfte in der neuen globalen Arbeitsteilung stellen, ist es unbedingt erforderlich, si- cherzustellen, dass Globalisierung nicht zu größeren Ungleichheiten zwi- schen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt führt;

dazu beizutragen, dass die EU in internationalen Wirtschafts- und Fi- nanzinstitutionen mit einer Stimme spricht, um ihren Einfluss bei der Förderung eines solchen Rahmens zu stärken;

mit den internationalen Gewerkschaftsbünden zusammenzuarbeiten, um die Reform der Institutionen von Bretton Woods im Sinne der Einbin- dung der sozialen Dimension der Entwicklung und der verstärkten Zu- sammenarbeit mit der IAO voranzutreiben, Maßnahmen gegen spekula- tive Kapitalströme einschließlich einer Tobin-Steuer zu unterstützen so- wie internationale Direktinvestitionen und die Aktivitäten multinationa- ler Unternehmen und Banken durch bindende multilaterale Bestimmun- gen zu regulieren;

weiterhin mit den internationalen Gewerkschaftsbünden durch Kampagnen in der IAO, der WTO und allen anderen internationalen Organisationen auf die Aufnahme von Umwelt- und Sozialklauseln (ein- schließlich der Rechte von Kindern, Jugendlichen und Frauen) in alle internationalen Wirtschafts- und Handelsverträge auf der Basis der grundlegenden IAO-Übereinkommen zu drängen und in Zusammenar- beit mit NRO und Verbraucherverbänden Gewerkschaftsaktionen zu entwickeln, die Verhandlungen mit multinationalen Unternehmen über Verhaltenskodizes zur Einhaltung sozialer Bestimmungen und der Ge- werkschaftsrechte sowie zur Schaffung von „Labeln“ zum Ziel haben, die Sozial-, Umwelt- und Gesundheitsschutzprobleme lösen helfen;

weiter dahin gehend auf die EU einzuwirken, dass die Sozialklauseln in den APS-Verordnungen bezüglich Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Nicht- diskriminierung und Gewerkschaftsfreiheit in vollem Umfang umge- setzt werden;

sicherzustellen, dass eine starke soziale Dimension in allen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungs- und Zusammenarbeitspoli- tiken der EU im Hinblick auf andere Teile der Welt verwirklicht wird. Dies ist besonders im Rahmen der EU-Mittelmeer-Partnerschaft, der Zusammenarbeit zwischen EU und Lateinamerika und der Erneuerung des Lomé-Abkommens zwischen der EU und den AKP-Ländern erfor- derlich;

zu verlangen, dass für alle Beziehungen zwischen der EU und Drittstaa- ten die Vorbehaltsklausel gilt, dass die Menschenrechte, die demokrati- schen Grundfreiheiten und die grundlegenden Bestimmungen der IAO unverzüglich umgesetzt und respektiert werden;

III. Währungsunion, europäische Wirtschaftsregierung, Zusammenhalt

die Errichtung einer „europäischen Wirtschaftsregierung“ zu unterstüt- zen, so dass die EU als wirtschaftliche Einheit und als politisches Gegen- gewicht zur EZB handeln und ein Policy-Mix verfolgen kann, das gleich- zeitig Stabilität garantiert und nachhaltiges Wachstum und Beschäfti- gung fördert;

auf die Koordinierung der Haushaltspolitik auf europäischer Ebene hin- zuwirken;

eine europaweite Strategie für öffentliche Investitionen in die Infrastruk- tur, in Innovationen und Forschung und zur Bestimmung innovativer Finanzierungsweisen dieser Investitionen, etwa durch europäische An- leihen, zu fordern;

sich für eine verstärkte Koordinierung und Harmonisierung in den Berei- chen Körperschaftsteuer, Besteuerung von Kapitalerträgen und Ökosteu- ern mit qualifizierter Mehrheit einzusetzen;

auf eine Verlagerung der Steuerlast von der Arbeit auf Kapital (Wert- schöpfung) und Sparguthaben zu drängen, damit ihre Beschäftigungs- freundlichkeit gefördert und neue Mittel zur Stillung neuer Bedürfnisse

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Anmerkungen

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freigesetzt werden, und sich für Energie- und Umweltsteuern sowie für eine sozial angemessene MwSt. einzusetzen. Um die Entwicklung der letzten 15 Jahre umzukehren, sollte die Verlagerung der Steuerlast in den kommenden 5 Jahren 2% betragen, womit ein Drittel der Entwicklung der Vergangenheit ausgeglichen wäre;

die EU angesichts der Notwendigkeit, regionalen Zusammenhalt und Beschäftigung zu fördern, zu einer wirksameren Strukturpolitik zu drän- gen und sich für die umfassende Beteiligung der Sozialpartner bei der Definition, Durchführung und Bewertung der Strukturfondsinterventio- nen einzusetzen;

zu gewährleisten, dass Investitionen in neue Kapazitäten und Qualifika- tionen der Erwerbsbevölkerung gleichermaßen auf Frauen und Männer angewendet werden können;

IV. Beschäftigung hat oberste Priorität

die Massenarbeitslosigkeit weiterhin zu bekämpfen und die Wiederher- stellung der Vollbeschäftigung durch einen koordinierten Ansatz, ein- schließlich eines makroökonomischen Policy-Mix für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung, zukunftsgerichtete Strukturpolitiken und aktive Arbeitsmarktpolitiken, zu verfolgen;

das Ziel der Rückkehr zur Vollbeschäftigung durch eine Programmpla- nung zur Schaffung von Arbeitsplätzen für 5 Jahre, die eine schrittweise Verringerung der Arbeitslosenquote auf 7% und der Beschäftigungsrate auf 70% vorsieht, zu verwirklichen;

die europäische Beschäftigungsstrategie zu unterstützen und gleichzeitig auf ihre Weiterentwicklung über den jetzigen arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkt hinaus zu drängen, an deren Ende ein Europäischer Pakt für Beschäftigung steht, der eine wachstumsorientierte makroökonomi- sche Politik und die Beteiligung aller Akteure beinhaltet;

eine zukunftsgerichtete Strategie zur Bewältigung des industriellen Strukturwandels zu fördern, einschließlich einer europäischen Beobach- tungsstelle zur Überwachung dieses Prozesses unter Mitwirkung der Sozialpartner;

die vorhandenen europäischen Instrumente in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Umweltpolitik, Strukturpolitik und Innovationsförde- rung neu auszurichten, um den industriellen Wandel gestalten zu kön- nen;

nachdrücklich für die Gleichstellung und gleichen Lohn für Frauen und Männern zu kämpfen. In diesem Zusammenhang sollten konkrete Maß- nahmen in die Tarifverhandlungsprozesse aufgenommen werden;

Druck auszuüben, damit von den Mitgliedstaaten erschwingliche und qualitativ hochwertige Kinder- und Altenbetreuungseinrichtungen mit budgetären Vorgaben und Zeitplänen für die Umsetzung zur Verfügung gestellt werden;

sicherzustellen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anderer Hautfarbe und ethnischer Minderheiten sowie behinderte Menschen in den vollen Genuss aller Aspekte der EU-Beschäftigungspolitik kommen;

sich weiterhin für die 35-Stunden-Woche und alle anderen Formen der Verkürzung und Neuorganisation der Arbeitszeit durch Tarifverhand- lungen einzusetzen, wobei die Gesetzgebung eine antreibende und un- terstützende Rolle zu spielen hat;

Initiativen zur Förderung des lebenslangen Lernens für alle einschließ- lich des Rechts auf den Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen nach Kräften zu unterstützen;

lokale Beschäftigungsinitiativen und besonders regionale Beschäfti- gungspakte und sozialwirtschaftliche Initiativen zu fördern;

die Schaffung eines Arbeitsmarktes in den Grenzregionen durch die grenzübergreifenden EURES zu unterstützen und die Beteiligung der IGR an den Programmen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Beschäftigungs- und Berufsbildungsbereich zu gewährleisten;

V. Die Zukunft des Sozialschutzes

die gesetzlichen Sozialschutzsysteme weiterzuentwickeln mit dem Ziel, ihre Finanzierung beschäftigungsfreundlicher zu gestalten und sie bes- ser an sich wandelnde Familienstrukturen anzupassen (individuelle Rechte);

die Einbeziehung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, insbeson- dere junger Menschen, derer, die atypisch oder geringfügig beschäftigt sind, und der Scheinselbständigen, in die Sozialschutzsysteme zu for- dern;

die Ausarbeitung von Leitlinien zur sozialen Konvergenz zu verlangen;

sich für die Ausweitung der finanziellen Basis der Sozialschutzsysteme und für ergänzende und diversifizierte (alternative) Finanzierungsmög- lichkeiten einzusetzen;

einen EU-weiten Gesetzesrahmen für die Schaffung komplementärer Rentenfonds auf der Grundlage von Tarifverträgen zu verlangen, der die Beteiligung der Sozialpartner an der Verwaltung und die Übertragbar- keit der Rechte von Wanderarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern ga- rantiert;

gegen den systematischen Ausschluss älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Arbeitswelt zu kämpfen und ergänzend zu den übergangslosen Vorruhestandsregelungen Möglichkeiten für den glei- tenden Übergang in den Altersruhestand zu fordern;

eine europäische Initiative, nach der das Recht auf Sozialschutz während des Elternurlaubs beibehalten wird, und eine Revision der geltenden europäischen Rechtsvorschriften zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Hinblick auf eine Individualisierung der Rechte und zum Mutterschutz zu verlangen;

die Übereinstimmung zwischen Steuer- und Sozialversicherungskoordi- nation, insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in- nerhalb der EU zu- und abwandern, zu fordern; das schließt die systema- tische Überprüfung der Auswirkungen entsprechender neuer Maßnah- men auf diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein;

VI. Eine Erweiterung der Europäischen Union für Frieden, Rechte und Solidarität

weiterhin die derzeitigen Verhandlungen mit den Beitrittskandidaten zu begleiten, um sicherzustellen, dass der soziale Besitzstand der Union vollständig in den Erweiterungsprozess einbezogen wird;

die Mitgliedsorganisationen in den betroffenen Ländern über das vor- handene Netzwerk der Integrationskommissionen darin zu unterstüt- zen, sich an dem Prozess zu beteiligen und eine angemessene Konsultati- on durch die Regierungen sicherzustellen;

sich für die Errichtung von Strukturen für den sozialen Dialog und Systeme der Arbeitsbeziehungen in den Bewerberländern einzusetzen, die den EU-Standards entsprechen;

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sicherzustellen, dass die Heranführungsstrategie auch auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die soziale Sicherheit in den Bewerberländern ausgerichtet ist;

die Möglichkeiten auszuloten, die die Sozialcharta des Europarats für die Förderung der Achtung der Sozial- und Gewerkschaftsrechte in allen Ländern Europas bietet;

die neue Nordeuropadimension der EU und die gewerkschaftliche Zu- sammenarbeit in der Ostseeregion zu begrüßen;

das Mittelmeer-Gewerkschaftsforum als Instrument zur Einflussnahme auf die Europa-Mittelmeer-Partnerschaft im Hinblick auf die sozialen Ziele und die demokratische Entwicklung zu unterstützen;

die EU aufzufordern, durch einen Partnerschaftsrahmen für alle betroffe- nen Länder Maßnahmen zur Sicherung der Demokratisierung, der politi- schen Stabilität und des wirtschaftlichen Wiederaufbaus im ehemaligen Jugoslawien und auf dem Balkan zu ergreifen;

VII. Für eine effizientere und demokratischere Europäische Union

auf die frühzeitige Einberufung einer neuen Regierungskonferenz zur Revision des Vertrags zu drängen, um über die institutionellen Reformen zu entscheiden, die auch angesichts der geplanten EU-Erweiterung erfor- derlich sind;

verstärkt eine größere Transparenz und den freien Zugang zu Informati- on und Dokumentation in den EU-Institutionen zu fördern, die durch Rechtsvorschriften geregelt werden, in denen Transparenz garantiert und Ausnahmen angegeben sind;

zu fordern, dass sich die EU eine wirkliche gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik gibt, mit der sie ihre Verantwortung in Europa und auf der Welt voll übernehmen kann;

einen strukturierten Dialog mit der „Europäischen Zentralbank“ (EZB) zu verlangen, der sie in die Verantwortung für die Förderung der Wirt- schaft und der Beschäftigung einbindet;

sich für die vollständige Anerkennung der Bürger- und Sozialrechte und der Gewerkschaftsrechte einschließlich des länderübergreifenden Rechts auf gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen einzusetzen, damit diese bei der nächsten Revision in den Vertrag aufgenommen werden;

sich unbeirrt für die Gleichberechtigung von Erwerbstätigen anderer Hautfarbe und ethnischer Minderheiten sowie von Wanderarbeitnehme- rinnen und -arbeitnehmern einzusetzen;

eine faire und offene Einwanderungs- und Asylrechtsgesetzgebung zu verlangen;

VIII. Neue Rechte am Arbeitsplatz

die notwendige Regulierung der atypischen Arbeit und neuer Arbeitsfor- men (Zeitarbeit, Heimarbeit, Telearbeit …) durch Rahmenvereinbarungen oder europäische Rechtsvorschriften zu verfolgen;

weiterhin den Gesundheitsschutz und die Sicherheit am Arbeitsplatz durch strikte Anwendung der vorhandenen Bestimmungen und Instru- mente zu fördern, um neuen Gefahren am Arbeitsplatz entgegenzu- wirken;

die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen der Arbeitsbeziehungen und -bedingungen zu fördern;

zu fordern, dass Daten über die Löhne von Frauen und Männern nach Wirtschaftssektoren gesammelt und Schlichtungsmechanismen zur Handhabung von Beschwerden über Lohndiskriminierung eingeführt werden;

eine Richtlinie zum Schutz der Würde am Arbeitsplatz zu fordern;

sich gegen jede Form der Diskriminierung einzusetzen, wobei die neuen Instrumente (Artikel 13) des Amsterdamer Vertrags genutzt werden müssen;

durch europäische Gesetzgebung die Anerkennung der Rechte auf Infor- mation und Konsultation auf Unternehmensebene zu fördern;

eine Revision der EBR-Richtlinie zu fordern, die den Konsultationspro- zess stärkt, Sanktionen bei der Verletzung der Richtlinie und der mit ihr verbundenen Rechtsvorschriften vorsieht und die Stellung der gewerk- schaftlichen Sachverständigen verbessert;

sich weiterhin für das Recht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Unterrichtung, Anhörung und Mitbestimmung im Zusammenhang mit der Europäischen Aktiengesellschaft in Ergänzung des einzelstaatli- chen Rechts einzusetzen;

sich für Sozial- und Arbeitnehmerstandards wie auch für eine Vertretung der Gewerkschaften in den kleinen und mittleren Unternehmen zu enga- gieren;

IX. Die neuen Herausforderungen annehmen

weiterhin für ein soziales Europa zu kämpfen, und zwar mit Hilfe des sozialen Dialogs, von europäischen Verhandlungen und von Gesetzge- bung;

die Entwicklung einer „sozialen Konzertierung“ auf europäischer Ebene, auch durch den reformierten Ständigen Ausschuss für Beschäftigungs- fragen, sicherzustellen;

den sozialen Dialog auf branchenübergreifender und sektoraler Ebene weiterzuentwickeln und dabei die Möglichkeiten des Abkommens über die Sozialpolitik voll auszuschöpfen und an der Entwicklung eigenstän- diger Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern auf europäischer Ebene zu arbeiten;

durch Einrichtung eines Ad-hoc-Ausschusses die Instrumente und Ver- fahren zu schaffen, die zur Unterstützung von koordinierten Tarifver- handlungen unter EWU-Bedingungen erforderlich sind;

seine Handlungs- und Mobilisierungsfähigkeit zur Verfolgung gemein- samer Ziele weiterzuentwickeln, seine Repräsentativität durch eine bes- sere Einbeziehung aller Gruppen der Arbeitswelt zu verbessern und der Gewinnung und Einbindung junger Gewerkschafterinnen und Gewerk- schafter besondere Anstrengungen zu widmen;

weiterhin die Teilnahme von Frauen an der Gewerkschaftsbewegung, einschließlich der Entscheidungsgremien und Tarifverhandlungen, zu fördern; die Gleichheitsfaktoren (durchgehendes Geschlechtsprinzip, gender mainstreaming) in alle seine Politiken einzubeziehen und Mecha- nismen einzuführen, die zu dieser Integration ermutigen;

die Europäisierung der Gewerkschaftsarbeit voranzutreiben und dabei Initiativen und Aktionen auf allen Ebenen wirksam miteinander zu verbinden;

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Anmerkungen

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Die wichtigsten Fragen in der Zukunft

Der 9. Kongress verpflichtet den EGB, folgenden Fragen in den kommenden vier Jahren Priorität einzuräumen:

Bildung einer Wirtschaftsregierung und Einleitung eines strukturierten Dialogs mit der EZB;

Beschäftigung, um die Arbeitslosenquote auf 7 % zu senken;

35-Stunden-Woche;

Harmonisierung und Koordinierung des Steuerwesens (Mehrheitsab- stimmung);

aufwärtsgerichtete soziale Konvergenz durch bezifferte und konkrete Leitlinien;

Koordinierung und Beobachtung der Tarifverhandlungen in Europa;

Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen;

Vorbereitung der Erweiterung mit den betroffenen Gewerkschaften aus den Kandidatenstaaten.

Diese Prioritäten erfordern „eine größere Handlungs- und Mobilisierungs- fähigkeit des EGB auf europäischer Ebene.“ (CSC-FGTB)

fähigkeit des EGB auf europäischer Ebene.“ (CSC-FGTB) 7. Stellen Sie, eventuell zusammen mit Ihren KollegInnen,

7. Stellen Sie, eventuell zusammen mit Ihren KollegInnen, einige Überlegungen zu möglichen auftretenden Proble- men an, die dem EGB bei der Lösung der wichtigsten Fragen in der Zukunft entgegentreten könnten!

Die Politik des EGB und die politisch-wirtschaftlichen Zusammenschlüsse Westeuropas

Der EGB setzt sich zum Ziel, die europäische Politik im Sinne der Interessen der ArbeitnehmerInnen zu beeinflussen. Daher ver- sucht er, die Kontakte zu den europäischen Institutionen auszu- bauen und zu intensivieren. Das gilt sowohl für den Bereich der Europäischen Union als auch für den Bereich der EFTA (soweit diese noch Einfluss hat), aber ebenso für die Tätigkeit des Europa- rats und der OECD. Die Erfolge sind allerdings wesentlich von der jeweiligen politischen Haltung der Regierungen abhängig, die die- se Institutionen bilden.

Der EGB und die Europäische Union (EU)

Der EGB ist bestrebt, seine Ziele und Forderungen auf verschiedenen Ebe- nen der Europäischen Union zur Geltung zu bringen. Dazu unterhält er regelmäßige Kontakte zu den verschiedenen Organen der EU beziehungs- weise arbeitet in diesen mit.

Der EGB und die EU-Kommission

Die EU-Kommission ist hauptsächlich zuständig für die Ausarbei- tung von Vorschlägen für die gemeinschaftliche Politik und für Rechtsvorschriften, die sie dem EU-Ministerrat vorlegt. Sie sorgt dafür, dass die Mitgliedstaaten die Verträge einhalten und über- wacht die Verwaltung der gemeinschaftlichen Finanzinstrumente wie des Sozialfonds und des Agrarfonds.

Der EGB und sein MitarbeiterInnenstab unterhalten mit der EU-Kommissi- on sowohl formelle als auch informelle Beziehungen. Zu den formellen Zusammenkünften gehören politische Erörterungen, vorbereitende Sit- zungen und Beratungs- und Informationssitzungen, während informelle Zusammenkünfte mit KommissionsvertreterInnen je nach Bedarf auf allen Ebenen stattfinden.

Die Europäischen Branchengewerkschaftsverbände unterhalten für be- stimmte Bereiche, wie beispielsweise die Textil-, Nahrungsmittel- oder Metall verarbeitende Industrie, direkte Kontakte zur EU-Kommission.

Der EGB und das Europäische Parlament

Das Europäische Parlament besteht aus den VertreterInnen der Völker* der in der Union zusammengeschlossenen Staaten. Die Abgeordneten der Völker* der in der Union vereinigten Staaten im Europäischen Parlament werden in allgemeiner, unmittelbarer Wahl gewählt.

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Anmerkungen

* Der Begriff Völker wird so in den Satzungen der EU verankert. Das unterstellte Staatsver- ständnis ist nicht unproblematisch.

Anmerkungen

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Die hauptsächliche Aufgabe des Europäischen Parlamentes besteht in der Wahrnehmung gewisser Kontrollrechte. Die beiden wichtigsten Befugnisse des EU-Parlaments sind:

die öffentliche Debatte aller Gemeinschaftsangelegenheiten und Stel- lungnahme zu Gesetzesprojekten; die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen und das Misstrauensvo- tum an die EU-Kommission.

Dennoch mangeln dieser Institution noch immer viele Befugnisse eines nationalen Parlaments: sie hat weder die volle Gesetzgebungsgewalt noch die Kontrolle über die gemeinsame „Regierung“, den EU-Ministerrat; die- ser ist dem EU-Parlament nicht in der gleichen Weise wie auf nationalen Ebenen verantwortlich.

Die Befugnisse des Europäischen Parlaments blieben trotz massiver Auf- wertung in letzter Zeit begrenzt, dennoch fällt ihm durch seinen politi- schen Einfluss eine entscheidende Rolle innerhalb der Union zu; es ist damit auch ein wichtiges Forum für die Vertretung der gewerkschaftlichen Interessen. Der EGB steht sowohl mit den Mitgliedern des EU-Parlaments als auch mit den politischen Fraktionen in Verbindung. Im Hinblick auf eine effiziente Vertretung der gewerkschaftlichen Interessen im EU-Parla- ment und in seinen Ausschüssen sind die Abgeordneten, die selbst in einem der EGB-Mitgliederbünde organisiert sind, für den EGB von besonderem Interesse.

Der EGB und der Rat der Europäischen Union (EU-Ministerrat)

Zur Verwirklichung der Ziele und nach Maßgabe des Vertrages:

sorgt der Rat für die Abstimmung der Wirtschaftspolitik der

Mitgliedstaaten; besitzt der Rat eine Entscheidungsbefugnis; überträgt der Rat der EU-Kommission in den von ihm angenom- menen Rechtsakten die Befugnis zur Durchführung der Vor- schriften, die er erlässt. Der Rat kann bestimmte Modalitäten für die Ausübung dieser Befugnisse festlegen. Er kann sich in spe- zifischen Fällen außerdem vorbehalten, Durchführungsbefug- nisse selbst auszuüben. Die oben genannten Modalitäten müs- sen den Grundsätzen und Regeln entsprechen, die der Rat auf Vorschlag der EU-Kommission und nach Stellungnahme des EU-Parlaments vorher einstimmig festgelegt hat.

die der Rat auf Vorschlag der EU-Kommission und nach Stellungnahme des EU-Parlaments vorher einstimmig festgelegt hat.

Der Rat besteht aus je einer VertreterIn jedes Mitgliedstaates auf MinisterIn- nenebene, die befugt ist, für die Regierung des Mitgliedstaates verbindlich zu handeln. Der Vorsitz im Rat wird von den Mitgliedstaaten nacheinander für je sechs Monate wahrgenommen; die Reihenfolge wird vom Rat einstim- mig beschlossen.

Der Rat der Europäischen Union zählt mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu den wichtigsten Organen der EU. Im Rat vertreten die einzelnen Mit- gliedstaaten ihre nationalen Anliegen, hier muss der Ausgleich zwischen den „europäischen“ Zielen von EU-Kommission und EU-Parlament und den unterschiedlichen Interessen und Pflichten der 15 EU-Mitglieder gefun- den werden.

Dass die Europäische Union im Laufe der Zeit auch einen inneren Entwick- lungsprozess durchlaufen hat, zeigt sich an der Verschiebung der Machtbe- fugnis des Rates in den vergangenen Jahrzehnten: Hatte er in den Grün- dungsjahren noch allein die höchste Machtbefugnis, also die gesetzgebende

Gewalt, muss der Rat heute bei seinen Entscheidungen über Rechtsakte in vielen Politikbereichen (bei Beschlüssen mit qualifizierter Mehrheit) eng mit dem Europäischen Parlament zusammenarbeiten, in den meisten kann er ohne Zustimmung des EU-Parlaments überhaupt nicht entscheiden (z. B. bei Assoziationsabkommen mit Drittstaaten, bei Abkommen mit erhebli- chen finanziellen Auswirkungen für die Union, bei einheitlichen Wahlver- fahren zum Europäischen Parlament, bei Veränderungen zum Aufenthalts- gesetz, bei der Koordination des Strukturfonds und bei der Errichtung des Kohäsionsfonds).

Wegen der Bedeutung des EU-Ministerrats liegt es nahe, dass der EGB dessen Arbeit beeinflussen möchte. Der EGB ist zwar nicht offiziell an den laufenden Arbeiten des EU-Ministerrats beteiligt, er bestärkt aber seine Mitgliederbünde darin, auf ihre jeweiligen Regierungen Einfluss zu neh- men.

Der EGB und der Europäische Rat

Der Europäische Rat ist die Versammlung der Staats- und Regie- rungschefInnen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Rechtsgrundlage ist der Artikel 4 des EU-Vertrags (Maastricht), der lautet:

Der Europäische Rat gibt der Union die für ihre Entwicklung er- forderlichen Impulse und legt die allgemeinen politischen Zielvor- stellungen für diese Entwicklung fest. Im Europäischen Rat kommen die Staats- und RegierungschefIn- nen der Mitgliedstaaten sowie die PräsidentIn der Kommission zusammen. Sie werden von den MinisterInnen für auswärtige An- gelegenheiten der Mitgliedstaaten und einem Mitglied der Kom- mission unterstützt. Der Europäische Rat tritt mindestens zweimal jährlich unter dem Vorsitz der Staats- oder RegierungschefIn des Mitgliedstaates zusammen, der im Rat den Vorsitz innehat. Der Europäische Rat erstattet dem Europäischen Parlament nach jeder Tagung Bericht und legt ihm alljährlich einen schriftlichen Bericht über die Fortschritte der Union vor. Im Artikel 13 Abs 2 desselben Vertrags wird bestimmt:

(1) Der Europäische Rat bestimmt die Grundsätze und die allge- meinen Leitlinien der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspoli- tik.

Außer in Verfahrensfragen und außer im Fall des Artikels 13

Abs 2 beschließt der Rat einstimmig.

(2)

Eine EGB-Delegation nimmt regelmäßig an den Gesprächen mit der amtie- renden PräsidentIn teil, die vor jeder Tagung stattfinden. Die EGB-Delega- tion besteht in der Regel aus der PräsidentIn, der GeneralsekretärIn und den Mitgliedern des Exekutivausschusses des Mitgliedsbundes beziehungswei- se der Mitgliederbünde des Landes, in dem die Tagung des Europäischen Rats abgehalten wird.

Der EGB und der Ausschuss der Ständigen VertreterInnen (AStV)

Der Ausschuss der Ständigen VertreterInnen (AStV) ist das gemeinsame Organ der bei der EU akkreditierten diplomatischen VertreterInnen. Die Vertretungen der Mitgliedstaaten in Brüssel werden jeweils von einer Stän- digen VertreterIn (der dem Ministerrat angehörenden MinisterIn) geleitet. Jede Ständige VertreterIn hat einen MitarbeiterInnenstab, der aus BeamtIn- nen besteht, die von ihrem Land auf bestimmte Zeit nach Brüssel abgeord- net werden.

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Anmerkungen

Anmerkungen

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Ein Ausschuss, der sich aus den Ständigen VertreterInnen der Mitgliedstaaten zusammensetzt, hat die Aufgabe, die Arbeiten des EU-Ministerrates vorzubereiten und die ihm vom EU-Ministerrat übertragenen Aufträge auszuführen.

Trotz aller Bemühungen um eine Ausdehnung des gewerkschaftlichen Einflusses innerhalb dieses Organs sind die Kontakte zwischen EGB und AStV relativ begrenzt. In einer Vielzahl von Unterausschüssen und Arbeits- gruppen werden die Rechtsakte des EU-Ministerrates vorbereitet und Kom- missionsvorschläge begutachtet, die dem EU-Ministerrat dann zur Ent- scheidung vorgelegt werden.

Der EGB und die EU-Ausschüsse

Die Ausschüsse haben vornehmlich die Aufgabe, Kommission und Ministerrat der EU über die Entwicklung in den verschiedenen Sektoren des wirtschaftlichen und sozialen Lebens zu informieren und diesen Organen bei der Ausarbeitung von Beschlüssen und Maßnahmen beratend zur Seite zu stehen. Sie sind im Regelfall drittelparitätisch besetzt, das heißt, ein Drittel ihrer Mitglieder sind VertreterInnen der für den jeweiligen Problemkreis zuständi- gen EU-Organe, ein Drittel VertreterInnen der ArbeitgeberInnen und ein Drittel GewerkschaftsvertreterInnen.

In dem Bestreben, seinen Einfluss in den verschiedenen Bereichen der Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU im Interesse der ArbeitnehmerInnen zu erhöhen, hat sich der EGB von Anfang an für die Bildung solcher Ausschüsse und eine Verstärkung des Gewichts ihrer Stellungnahmen eingesetzt.

Für die gewerkschaftliche Interessenvertretung ist die Tätigkeit folgender Ausschüsse von Bedeutung:

Ausschuss des Europäischen Sozialfonds;

Beratender Ausschuss für Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesundheits- schutz am Arbeitsplatz;

Beratender Ausschuss für die soziale Sicherheit der WanderarbeiterIn- nen;

Ausschuss für Wirtschaftspolitik;

Wirtschafts- und Sozialausschuss (mit seinen Unterausschüssen);

Ständiger Ausschuss für Beschäftigungsfragen;

Besonderen Stellenwert für die Gewerkschaften hat die Vertretung in fol- genden Ausschüssen:

Durch die Vertretung im Wirtschafts- und Sozialausschuss (WSA) er- halten die Gewerkschaften die Möglichkeit, Vorschläge der EU- Kommission abzuändem und Vorschläge, die der Ausschuss aus eigener Initiative vorlegt, mitzuformulieren. Der EGB hat sich bemüht, den Aus- schuss zu reformieren und besser auf die Gewerkschaftsinteressen abzu- stimmen. Auf jeden Fall hat der Umstand, dass ihm Gewerkschaftsfunk- tionärInnen der EGB-Mitgliederbünde angehören, dazu beigetragen, dass der EGB mit der Entwicklung der Gemeinschaft im politischen wie im legislativen Bereich Schritt halten konnte.

Im Ständigen Ausschuss für Beschäftigungsfragen, der im Jahr 1971 eingerichtet wurde, erörtern die Regierungen der Mitgliedstaaten, die EU-Kommission, die Gewerkschaften und die ArbeitgeberInnen beschäf- tigungspolitische Fragen. Obwohl die Arbeit des Ausschusses den Er- wartungen der Gewerkschaft nicht gerecht geworden ist, hat der EGB sich darum bemüht, dessen Arbeitsweise zu verbessern.

Die gemeinsame Erklärung der Sozialpartner zum Gipfel von Laeken

Im Vorfeld des Europäischen Ratstreffens von Laeken im Dezember 2001 veröffentlichten die Europäischen Sozialpartner eine gemeinsame Erklä- rung. Darin schlagen sie die Einrichtung eines triparitätisch (d. s. die Sozial- partner und die öffentlichen Stellen) besetzten Komitees für Wachstum und Beschäftigung vor. Weiters möchte man ein Arbeitsprogramm entwickeln, um den Sozialen Dialog autonomer zu gestalten. Dafür wären regelmäßige (Gipfel-)Treffen im Rahmen des Dialogs notwendig.

Der EGB und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Die OECD ist 1961 aus dem Europäischen Wirtschaftsrat hervorge- gangen, der 1948 von 17 europäischen Staaten als Gemeinschaftsor- ganisation zur Durchführung des von den USA finanzierten Mar- shall-Plans (Europäisches Wiederaufbauprogramm) geschaffen wurde. Zum Unterschied vom Wirtschaftsrat gehören der OECD neben europäischen Staaten auch die USA, Kanada und Japan an. Aufgabe ist die Koordinierung der Wirtschaftspolitik der Mitglied- staaten und der Tätigkeit auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe.

Die Organe der OECD sind der Rat (mit VertreterInnen aller Mitgliedstaa- ten), der die Richtlinien der Politik bestimmt, ein vom Rat berufener Exeku- tivausschuss, Fachausschüsse und ein Sekretariat.

Die Gewerkschaften des EGB sind großteils Mitgliedsorganisationen des Trade Union Advisory Committee (TUAC). Dieser ist ein gewerkschaftli- ches Beratungskomitee im Rahmen der OECD.

Der soziale Dialog und die Zusammen- arbeit mit der EU-Kommission

Als sozialer Dialog wird das informelle und freiwillige Gespräch der europäischen Sozialpartner verstanden. Er ist aber erst eine Vorstufe einer künftigen europäischen Sozialpartnerschaft, da es noch keinen Abschluss von Kollektivverträgen auf Unionsebene gibt. Im so genannten Ausschuss für den sozialen Dialog beraten gesamteuropäische Unternehmens- und GewerkschaftsvertreterInnen (derzeit insgesamt 45 Personen) unter Betei- ligung der EU-Kommission.

Ansätze zum sozialen Dialog gehen auf die fünfziger Jahre zurück, als paritätische Ausschüsse, beispielsweise für den Kohle- und Stahlsektor oder etwa im Verkehrsbereich eingerichtet wurden. Als eigentlicher Start

31

Anmerkungen

für den Kohle- und Stahlsektor oder etwa im Verkehrsbereich eingerichtet wurden. Als eigentlicher Start 31 Anmerkungen

Anmerkungen

gilt jedoch der „Soziale Dialog von Val Duchesse“, der 1985 auf Initiative des damaligen EU-Präsidenten Jacques Delors im Brüsseler Schloss statt- fand. Die nun eröffnete Perspektive einer Europäisierung der Arbeitsbezie- hungen erhielt durch die Europäische Akte 1986 zusätzliches Gewicht. Seitdem ist die europäische Kommission verpflichtet, den sozialen Dialog zu entwickeln und das Zustandekommen deren vertraglicher Beziehungen zu fördern.

Vertrag

Im Vertrag von Amsterdam finden sich folgende Artikel zum sozialen Dialog:

von Amsterdam

Art 138:

Die Kommission hat die Aufgabe, die Anhörung der Sozialpartner auf Gemeinschaftsebene zu fördern, und erlässt alle zweckdienli- chen Maßnahmen, um den Dialog zwischen den Sozialpartnern zu erleichtern, wobei sie für Ausgewogenheit bei der Unterstützung der Parteien sorgt. Zu diesem Zweck hört die Kommission vor Unterbreitung von Vorschlägen im Bereich der Sozialpolitik die Sozialpartner zu der Frage, wie eine Gemeinschaftsaktion gegebe- nenfalls ausgerichtet werden sollte. Hält die Kommission nach dieser Anhörung eine Gemeinschafts- maßnahme für zweckmäßig, so hört sie die Sozialpartner zum Inhalt des in Aussicht genommenen Vorschlags. Die Sozialpartner übermitteln der Kommission eine Stellungnahme oder gegebenen- falls eine Empfehlung. Bei dieser Anhörung können die Sozialpart- ner der Kommission mitteilen, dass sie den Prozess nach Artikel 139 in Gang setzen wollen. Die Dauer des Verfahrens darf höchstens neun Monate betragen, sofern die betroffenen Sozial- partner und die Kommission nicht gemeinsam eine Verlängerung beschließen.

Art 139:

Der Dialog zwischen den Sozialpartnern auf Gemeinschaftsebene kann, falls sie es wünschen, zur Herstellung vertraglicher Bezie- hungen einschließlich des Abschlusses von Vereinbarungen führen. Die Durchführung der auf Gemeinschaftsebene geschlossenen Vereinbarungen erfolgt entweder nach den jeweiligen Verfahren und Gepflogenheiten der Sozialpartner und der Mitgliedstaaten oder – in den durch Artikel 137 erfassten Bereichen – auf gemeinsa- men Antrag der Unterzeichnungsparteien durch einen Beschluss des Rates auf Vorschlag der Kommission. ( )

Im Vertrag von Amsterdam wurde also ein Anhörungs- und Verhand- lungsrecht mit der Europäischen Kommission festgeschrieben. Mittler- weile einigten sich der EGB und die beiden ArbeitgeberInnen- organisationen (UNICE und CEEP) auf etliche gemeinsame Stellungnah- men und Vereinbarungen. Dazu zählen die allgemeine Wirtschaftslage, die Arbeitsorganisation, Aus- und Weiterbildung und andere Themen. Bis jetzt wurden drei Richtlinien auf Basis des ESD beschlossen: Elternurlaub, Teil- zeitarbeit, befristete Arbeitsverträge.

Seit dem Jahr 2000 nimmt auch die VEAPME, die Europäische Union für Handwerk und kleine und mittlere Unternehmen, in einer Kooperation mit UNICE an den Verhandlungen teil.

Dies ist für Österreich deshalb von Bedeutung, da damit auch der Wirt- schaftskammer Österreich (WKO) eine volle Teilnahme ermöglicht wurde.

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Der EGB steht für eine Stärkung der sozialen Dimension der europäischen Union und betont die Notwendigkeit sozialer Regulation auf europäischer Ebene (vgl. Spezifische Entschließung, IX. Kongress, Helsinki 1999).

Für eine weitergehende Vertiefung der rechtlichen Rahmenbedingungen der Euro- päischen Union: siehe Europa-Recht (Beck-Texte im dtv), München 1998.

siehe Europa-Recht (Beck-Texte im dtv), München 1998. 8. Zu welchen europäischen Gremien hat der EGB institutio-

8. Zu welchen europäischen Gremien hat der EGB institutio- nalisierte Kontakte?

Gremien hat der EGB institutio- nalisierte Kontakte? 9. Was versteht man unter dem sozialen Dialog? Was

9. Was versteht man unter dem sozialen Dialog? Was konnte der EGB im Zuge dieses sozialen Dialogs bereits erreichen?

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Anmerkungen

Anmerkungen

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Strategien zur Durchsetzung gewerkschaftlicher Interessen in Europa

Zur besseren Durchsetzung der gewerkschaftlichen Interessen in Europa will der EGB mit Hilfe laufender Kontakte zu den politisch und wirtschaftlich bestimmenden Kräften ein sozialpolitisches Rahmenabkommen erreichen, das grundlegende Zielvorgaben enthält. Aktionsmittel sind alle traditionellen gewerkschaftlichen Kampf- und Druckmaßnahmen, dazu Einzelaktionen zur Unter- stützung spezieller Forderungen. Voraussetzung für eine europa- weite einheitliche Gewerkschaftspolitik ist dabei die Verstärkung der internationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit auf allen Ebenen.

Kontakte zu den politisch und wirtschaftlich bestimmenden Kräften

Die Kontakte zu den europäischen Institutionen, den Regierungen und den ArbeitgeberInnenvertretungen sollen im sozialen Dialog weiter ausgebaut werden. Auf diesem Weg soll der Abschluss von Rahmenabkommen erreicht werden, die eine sozialpolitische Ziel- vorgabe beinhalten.

Perspektiven für europäische Tarifverhandlungen

Mit dem Rahmenabkommen über den Elternurlaub ist der EGB dem Ziel nähergekommen, mit den ArbeitgeberInnen über den sozialen Dialog und Verhandlungen dauerhafte soziale Beziehungen auf europäischer Ebene zu etablieren.

Ein Ziel des EGB ist es, diese Entwicklung letztlich in Tarifbeziehungen auf europäischer Ebene zu fixieren. Eine offensive Auseinandersetzung hat im EGB spätestens mit dem 1993 verabschiedeten Strategiepapier „Europä- ische Tarifverhandlungen“ begonnen. Dabei geht es nicht darum, die natio- nalen Tarifverhandlungssysteme zu ersetzen, sondern um die Koordination und Vernetzung auf (vorerst) europäischer Ebene in Hinblick auf nationale Tarifverhandlungen und um Ergänzung durch übernationale Verhand- lungen.

Europarechtliche Grundlagen für Tarifverhandlungen bilden das Sozial- protokoll des Maastrichter Vertrages und die Artikel über den sozialen Dialog des Amsterdamer Vertrages.

Europäische Betriebsräte

Nach mehr als 20 Jahren Verhandlungen verabschiedeten die Sozialministe- rInnen der Europäischen Union 1994 die Richtlinien zur Einsetzung Euro- päischer Betriebsräte. Lediglich Portugal enthielt sich der Stimme.

Ziel ist eine verbesserte Anhörung und Unterrichtung der Arbeitnehme- rInnenvertreterInnen über grenzüberschreitende Entscheidungen und Ent-

wicklungen eines Unternehmens. Ein Euro-Betriebsrat wird dann instal- liert, wenn ein Unternehmen über mindestens 1000 Beschäftigte in den Mitgliedstaaten verfügt und an mindestens zwei Standorten jeweils mehr als 150 ArbeitnehmerInnen beschäftigt sind. Bereits 1994 schätzte die Europäische Kommission, dass rund 4,5 Millionen ArbeitnehmerInnen von der Richtlinie profitieren werden, die in den damals rund 1200 EU- weit operierenden Betrieben arbeiteten. Denn gerade durch einen Prozess von immer mehr Fusionen, Übernahmen und in der Folge einer Verlage- rung wirtschaftlicher Konzernentscheidungen auf eine übernationale Ebe- ne werden neue Verfahren zur Anhörung und Unterrichtung der Beschäf- tigten nötig.

Genauere Informationen über Europäische Betriebsräte und Erfahrungsberichte fin- den sich in der Broschüre: Europäischer Betriebsrat, ÖGB Rednerdienst, Folge 4/ Oktober 1994.

Aktionsmittel

Zu den Aktionsmitteln gehören Kampf- und Druckmaßnahmen, einschließlich Streikbewegungen, die durch die dem EGB ange- schlossenen Bünde organisiert und koordiniert werden, um die Politik der Regierungen und der ArbeitgeberInnen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zu beeinflussen. Die Mitglieder sollen verstärkt an Aktionen beteiligt werden, zum Beispiel an Aktionen im Zusammenhang mit der Arbeitszeitver- kürzung. Unter anderem ist die Veranstaltung von Aktionstagen vorgesehen.

Die übernationale Einsetzung solcher Aktionsmittel verdeutlichen folgende zwei Beispiele:

Demonstration „Europa braucht Arbeit“ – Beschäftigungsgipfel in Luxemburg 1997 Um in Europa wieder zu mehr Beschäftigung zu kommen, ist nach Ansicht des EGB eine Kombination allgemeiner wirtschafts- und wäh- rungspolitischer Maßnahmen unter Einbindung der europäischen Sozi- alpartner Grundvoraussetzung. Unter dieser allgemeinen Forderung de- monstrierten Delegationen der nationalen Gewerkschaften Europas für Bildung, Weiterbildung, Elternurlaub und andere arbeitnehmerInnen- orientierte, flexible Beschäftigungsformen. Eine wesentliche Forderung war die einer generellen Reduktion der Arbeitszeit auf 35 Stunden. Mehr als 30.000 für Beschäftigung in Europa demonstrierende Arbeitnehme- rInnen zeigten, dass auch die klassischen Formen gewerkschaftlicher Aktionsformen mehr als aktuell bleiben.

Schließung des Renault-Werks in Vilvoorde/Belgien 1997 Ein profitabler Konzern in Vilvoorde/Belgien sollte 1997 der Konzern- strategie Renaults geopfert werden. Ohne die (Euro-)Betriebsräte und Gewerkschaften zu informieren, sollte das Werk geschlossen werden. Die belgischen ArbeiterInnen traten in Streik, ihre Arbeitsniederlegung wur- de international (in Frankreich und Spanien) mit Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen unterstützt. Die Streikbewegung war zumindest vorläufig erfolgreich, die Schließung des Werkes wurde zuerst aufgeho- ben, schließlich aber doch, durch einen Sozialplan abgefedert, durchge- führt. Dennoch kann die belgische Streikbewegung Wege europäischer (gewerkschaftlicher) Solidarität weisen, die der Taktik des Gegeneinan- der-Ausspielens der ArbeitnehmerInnen einen Riegel vorschieben.

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Anmerkungen

Anmerkungen

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Anmerkungen 36 10. Worin besteht die Bedeutung des europäischen Rahmen- abkommens, um dessen Durchsetzung der EGB

10. Worin besteht die Bedeutung des europäischen Rahmen- abkommens, um dessen Durchsetzung der EGB bemüht ist?

abkommens, um dessen Durchsetzung der EGB bemüht ist? 11. Welche Aktionsmittel können zur Durchsetzung gewerk-

11. Welche Aktionsmittel können zur Durchsetzung gewerk- schaftlicher Interessen angewandt werden? Diskutieren Sie, eventuell zusammen mit Ihren KollegInnen, Pros und Contras bei der Anwendung von Aktionsmitteln!

Gewerkschaftliche Zusammenarbeit in Europa

Die Kontakte des EGB zu den internationalen und regionalen Gewerkschaftsbünden

Auf internationaler gewerkschaftlicher Ebene unterhält der EGB Beziehun- gen zu zwei Gewerkschaftsbünden:

zum „Internationalen Bund Freier Gewerkschaften“ (IBFG) und

zum „Weltverband der ArbeitnehmerInnen“ (WVA).

Neben den Beziehungen zu IBFG und WVA hat der EGB auch Kontakte zu

zwei weiteren Zusammenschlüssen von Gewerkschaftsbünden, die für be- sondere Ziele innerhalb bestimmter Ländergruppen geschaffen worden sind:

zum schon erwähnten „Gewerkschaftlichen Beratungskomitee bei der OECD“ (TUAC). Ihm gehören WirtschaftsexpertInnen, die von den Ge- werkschaften entsendet werden, an.

zum „Nordischen Gewerkschaftsrat“ (NFS). Dieser koordiniert die ge- werkschaftliche Interessenvertretung der Länder des Nordischen Rats (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden). Der Nordische Rat dient vor allem der Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Skandinavien.

Der EGB und die Europäischen Branchengewerkschaftsverbände

Der Europäische Gewerkschaftsbund repräsentiert vor allem einen Bund nationaler Gewerkschaften. Von Anfang an hatten jedoch auch die Europäischen Branchengewerkschaftsverbände (früher Gewerkschaftsausschüsse) statutenmäßig einen festen Platz im EGB. Ihre Bedeutung nahm wie in der europäischen Gewerk- schaftsbewegung allgemein, so auch im EGB ständig zu. Seit 1991 sind die Branchengewerkschaftsverbände integrierter Bestandteil des EGB. In der Gestaltung und Verwaltung ihrer branchenspezifi- schen Politik agieren sie allerdings autonom.

Folgende 15 Europäischen Branchengewerkschaftsverbände sind Bestand- teil des EGB:

Europäischer Metallgewerkschaftsbund European Metalworkers’ Foundation (EMF)

Europäische Föderation der Agrarischen Gewerkschaften in der Ge- meinschaft European Federation of Agricultural Workers’ Union (EFA)

Europäische Regionalorganisation des Internationalen Bundes der Privatangestellten European Regional Organisation of the International Federation of Com- mercial, Clerical, Professional and Technical Employees (EURO-FIET)

Europaausschuss der Internationale des Personals der Post-, Telegra- fen- und Telefonbetriebe Communications International – European Committee (CI)

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Anmerkungen

Anmerkungen

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Europäischer Gewerkschaftsausschuss für Kunst, Medien und Unter- haltung European Entertainment Alliance (EEA – EURO – MEI)

Europäischer Ausschuss der Lebens-, Genussmittel- und Gastgewerbe- gewerkschaften European Committee of Food, Catering and Allied Workers’ Union within the IUF (ECF–IUF)

Europäischer Gewerkschaftsausschuss für den öffentlichen Dienst European Federation of Public Service Unions (EPSU)

Gewerkschaftlicher Verkehrsausschuss in der Europäischen Gemein- schaft Federation of Transport Workers’ Union in the European Union (FST)

Europäischer Gewerkschaftsausschuss für Bildung und Wissenschaft European Trade Union Committee for Education (ETUCE)

Europäische Föderation der Bau- und HolzarbeiterInnen European Federation of Building and Woodworkers (EFBWW)

Europäische Graphische Föderation European Graphical Federation (EGF)

Europäische Journalistengruppe European Federation of Journalists (EFJ)

Europäischer Gewerkschaftsausschuss Textil, Bekleidung und Leder European Trade Union Federation – Textiles, Clothing and Leather (ETUF-TCL)

Europäische Föderation der Berg-, Chemie- und EnergiearbeiterInnen European Mine, Chemical and Energy Workers’ Federation (EMCEF).

Mittels der Europäischen Branchengewerkschaftsverbände kann der EGB in den 1994 durch eine EU-Richtlinie eingerichteten Europäischen Betriebs- räten an der wirtschaftlichen Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen in transnationalen Unternehmen mitwirken.

Im Zuge der Reformierungsbemühungen der gewerkschaftlichen Struktu- ren in den meisten europäischen Ländern kam es in den letzten Jahren auch zu ersten Fusionen zwischen Branchengewerkschaftsverbänden. Diese dürften sich auch zukünftig fortsetzen (geplant ist derzeit beispielsweise der Zusammenschluss von EFA mit ECF-IUF im Jahre 2001).

Die Interregionalen Gewerkschaftsräte (IGR)

Zwischen mehreren Regionen europäischer Länder, die an einer gemeinsa- men Staatsgrenze liegen, haben sich seit geraumer Zeit vielfältige Formen der Kontakte und der teilweisen Zusammenarbeit entwickelt. Diese Ent- wicklung ist darauf zurückzuführen, dass sich die Gewerkschaften mit grenzübergreifenden sozialen und ökonomischen Problemen konfrontiert sahen und sehen.

Die Interregionalen Gewerkschaftsräte (IGR) sind Zusammen- schlüsse der Gewerkschaften benachbarter Staaten, die sich die Lösung gemeinsamer sozialer und wirtschaftlicher Probleme der Grenzregionen zur Aufgabe gemacht haben. Beim Aufbau der in Europa bestehenden IGR hat der Europäische Gewerkschaftsbund entscheidende Hilfestellung geleistet.

Derzeit gibt es 38 Interregionale Gewerkschaftsräte, die innerhalb des EGB ihre informellen Kontakte ausgebaut haben. Die wichtigsten Problem- bereiche, mit denen sie sich beschäftigen, sind:

Arbeitslosigkeit der Gesamtregion und grenzübergreifende Beschäfti- gungspolitik;

vielfältige Probleme der GrenzarbeitnehmerInnen (zum Beispiel soziale Sicherheit, Besteuerung usw.);

Förderung der Europäischen Betriebsräte;

Informations- und Erfahrungsaustausch von gewerkschaftlichen Ver- trauensleuten und FunktionärInnen;

berufliche Bildung, insbesondere von Jugendlichen und Frauen;

Raumordnung (zum Beispiel grenzüberschreitende Infrastruktur im Verkehrsbereich) und Umweltplanung (zum Beispiel grenznahe Stand- orte von Kraftwerken);

Ausbau der sozio-kulturellen Beziehungen im Grenzraum.

Die Form der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Gewerkschaf- ten kann unterschiedlich sein; in dieser Hinsicht legt der EGB keine Richt- linien fest. Hingegen muss die Arbeit der Interregionalen Gewerkschaftsrä- te mit seinen Prinzipien und Zielen vereinbar sein.

Die Mitgliedschaft in den IGR steht grundsätzlich allen interessierten bezie- hungsweise betroffenen EGB-Mitgliedsbünden offen. Der ÖGB ist derzeit an folgenden Interregionalen Gewerkschaftsräten beteiligt:

Friuli/Venezia-Giulia/Kärnten, gegründet 1995;

Bayern/Tirol/Vorarlberg/Salzburg, gegründet 1995;

Alpes Centrales (Österreich – Italien), gegründet 1996.

Die Anzahl und Bedeutung der IGR nimmt beständig zu. Der ÖGB setzt dabei vor allem Initiativen in Blickrichtung der osteuropäischen Nachbarn, um die durch die Transformationsprozesse entstandenen Probleme über- regional lösen zu können. Dies betrifft derzeit die Regionen Burgenland – westliche ungarische Komitate und Niederösterreich – Südböhmen.

12. Zu welchen internationalen beziehungsweise regionalen Gewerkschaftsbünden unterhält der EGB multilaterale Beziehungen?ungarische Komitate und Niederösterreich – Südböhmen. 13. Was ist die Aufgabe der 38 Interregionalen Gewerk-

13. Was ist die Aufgabe der 38 Interregionalen Gewerk- schaftsräte und bei welchen ist der ÖGB beteiligt?beziehungsweise regionalen Gewerkschaftsbünden unterhält der EGB multilaterale Beziehungen? 39 Anmerkungen

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Anmerkungen

Anmerkungen 40 Die Institute und Einrichtungen des EGB Für die Bereiche Forschung, gewerkschaftliche Bildung, Arbeits-
Anmerkungen 40 Die Institute und Einrichtungen des EGB Für die Bereiche Forschung, gewerkschaftliche Bildung, Arbeits-

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Die Institute und Einrichtungen des EGB

Für die Bereiche Forschung, gewerkschaftliche Bildung, Arbeits- sicherheit und Gesundheitsschutz sowie neue Technologien hat der EGB spezielle Institute aufgebaut, die von Verwaltungsräten begleitet werden. Darüber hinaus existieren Einrichtungen zur Vertretung der Interessen spezifischer Gruppen (Frauen, Jugend, ältere Menschen und leitende Angestellte).

Das Europäische Gewerkschaftsinstitut (EGI)

Das im Jahr 1978 gegründete Europäische Gewerkschaftsinstitut hat sich als Forschungseinrichtung der europäischen Gewerk- schaftsbewegung mit allen Gesichtspunkten der europäischen Ent- wicklung zu befassen, die für die ArbeitnehmerInnen und ihre Interessenvertretungen von Bedeutung sind, und die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit für die Gewerkschaftspraxis nutzbar zu machen. Sein Sitz ist in Brüssel.

Die Hauptaufgaben des EGI:

Forschung: die Durchführung von Untersuchungen und deren Veröf- fentlichung;

Information/Dokumentation: die Förderung des Informationsaustau- sches auf allen Ebenen der europäischen Gewerkschaftsbewegung; das EGI gibt verschiedenartige Veröffentlichungen in mehreren europä- ischen Sprachen heraus: Forschungsberichte, Informationsschriften, Nachrichten und Tätigkeitsberichte;

Bildungsarbeit: die Analysen und Schlussfolgerungen der Untersuchun- gen des EGI dienen zur Unterstützung der gewerkschaftlichen Bildungs- arbeit in den Ländern;

Unterstützung des EGB und seiner Mitgliedorganisationen: Unterstüt- zung des EGB-Sekretariats bei der inhaltlichen Vorbereitung, der Durch- führung und der Auswertung von Tagungen; Unterstützungen bei der Vorbereitung von Stellungnahmen für den EGB-Exekutivausschuss; Be- ratungsdienste für die Mitgliedorganisationen.

Die Forschungsschwerpunkte des EGI teilen sich auf folgende drei Bereiche auf:

Europäisierung der industriellen Beziehungen;

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik – Perspektiven des europäischen Sozial- modells;

Gewerkschaften und sozialökonomische Transformationen in Mittel- und Osteuropa.

Die Europäische Gewerkschaftsakademie (EGA)

Mit der Gründung der Europäischen Gewerkschaftsakademie im Jahr 1990 haben sich die im EGB zusammengeschlossenen Gewerkschaftsbünde und Europäischen Branchengewerkschaftsverbände erstmalig eine organisato- rische Struktur zur länderübergreifenden Bildungsarbeit gegeben. Der EGB unterstreicht durch den Aufbau der Akademie die grundlegende Bedeu- tung, die er der gemeinsamen Bildungsarbeit zumisst.

Über die EGA sollen GewerkschafterInnen auf die zukünftigen Aufgaben in Europa vorbereitet und mit den gegenseitigen Proble- men und Strategien bekannt gemacht werden. Die Teilnahme an den mehrmals jährlich stattfindenden übernationalen Kursen und Seminaren ergibt sich über ein von den Mitgliedsbünden des EGB durchgeführtes Auswahlverfahren.

Das Europäische Technikbüro der Gewerkschaften (TBG)

Das Europäische Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicherheit (TBG) soll die Beteiligung von GewerkschafterIn- nen an den Normungsarbeiten der Europäischen Union sicherstel- len. Seit 1989 wird ein Netz gewerkschaftlicher Sachverständiger in Europa aufgebaut.

Das TBG

erstellt für den EGB und die Branchengewerkschaftsverbände Gutachten über die Arbeitsplatzumgebung;

koordiniert die Gewerkschaftsbeteiligung bei Europäischen Normungs- arbeiten;

überwacht die Europäischen Verfahren bei Bewertung, Einordnung und Gebrauch von Gefahrenstoffen;

unterstützt die Gewerkschaften im Umgang mit den Europäischen Be- triebsräten;

erstellt Studien und Forschungsarbeiten, bietet Schulungen an und baut ein Informationssysem über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz auf.

Die Assoziation zur Europäischen ArbeitnehmerInnenbildung im Bereich der neuen Technologien (AFETT)

Die AFETT betreibt seit 1986 eine spezifische Ausbildung im Zu- sammenhang mit den sozialen und organisatorischen Auswirkun- gen neuer Technologien.

Zielgruppe der AFETT-Seminare sind GewerkschafterInnen, die auf be- trieblicher, überbetrieblicher und nationaler Ebene mit der Einführung und den Auswirkungen neuer Technologien auf die ArbeitnehmerInnen befasst sind.

Der Frauenausschuss

Der seit 1973 existierende Frauenausschuss des EGB setzt sich vor allem für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Er tagt mindes- tens zweimal pro Jahr und Vertreterinnen gehören sowohl dem Kongress und dem Exekutivausschuss als auch dem Präsidium an.

Ein zentraler Bestandteil der Forderungen des Frauenausschusses nimmt Bezug auf die Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen für die aktive Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens – und dies auch innerhalb des EGB, da auch in dessen Gremien und Bünden Frauen stark unterreprä-

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Anmerkungen

Lebens – und dies auch innerhalb des EGB, da auch in dessen Gremien und Bünden Frauen
Lebens – und dies auch innerhalb des EGB, da auch in dessen Gremien und Bünden Frauen

Anmerkungen

Anmerkungen 42 sentiert sind. Im „Aktionsplan für Europäische Gewerkschafterinnen“ (1995) verlangt der

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sentiert sind. Im „Aktionsplan für Europäische Gewerkschafterinnen“ (1995) verlangt der Frauenausschuss daher die proportionale Vertretung in allen Gewerkschaftsbewegungen sowie die Entwicklung geschlechtsspezi- fischer Perspektiven bei allen Gewerkschaftsaktivitäten und hier vor allem die stärkere Einbeziehung von Frauen in Tarifverhandlungen.

Die EGB-Jugend

Die ebenfalls 1973 gegründete EGB-Jugend nimmt die Interessen von jugendlichen ArbeitnehmerInnen im EGB wahr. Sie verfügt über eine eigene Satzung und Struktur und entsendet mittels des Lenkungsausschusses Mitglieder in das Jugendforum der EU und den beratenden Jugendausschuss des Europarates.

Die Aktivitäten der EGB-Jugend umfassen europaweite Kampagnen zu Jugendthemen, Forderungen im Zusammenhang mit der ständig steigen- den Jugendarbeitslosigkeit und dem Schutz Jugendlicher am Arbeitsplatz sowie die Publikation von Zeitschriften und Informationsschriften.

Der Europäische Verband der RentnerInnen und alten Menschen (FERPA)

Die „Federation Europeenne des Retraites et des Personnes Agees“ (FERPA) ist die repräsentative Organisation der ArbeitnehmerIn- nen im Ruhestand und der älteren Menschen. Sie ist vor allem im Bereich der sozialen Sicherheit und des sozialen Schutzes tätig, insbesondere bei der Renten- und der Gesundheitsversorgung so- wie der Mindestsicherung der alten Menschen – dies alles auf der Grundlage der Solidarität zwischen den Generationen der aktiven ArbeitnehmerInnen und der ArbeitnehmerInnen im Ruhestand.

Der Europäische Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen (EUROCADRES)

EUROCADRES wurde 1993 gegründet, um die Präsenz leitender Angestellter in den EGB-Mitgliedsbünden deutlicher darzustellen und fasst die in sehr unterschiedlich strukturierten Gewerkschaf- ten organisierten Fach- und Führungskräfte in Europa zusammen.

organisierten Fach- und Führungskräfte in Europa zusammen. 14. Welche Institutionen und Einrichtungen existieren inner-

14. Welche Institutionen und Einrichtungen existieren inner- halb des EGB und was sind deren zentrale Aufgaben?

Beantwortung der Fragen

F

1:

Über die im EGB vertretenen Gewerkschaftsbünde werden über 60 Millionen unselbständig Erwerbstätige in Europa vertreten.

F

2:

Am einfachsten erreichen Sie Homepages von Gewerkschaftsbün- den über Verweise (Links) von zentralen Internetseiten wie „www.labourstart.org“ (einer Internetseite, die Informationen über weltweite Gewerkschaftsbewegungen und deren Aktionen enthält) oder „www.etuc.org“ (der Homepage des EGB).

F

3:

Der erste westeuropäische Gewerkschaftsdachverband, der Gewerk-

 

schaften aus Ländern mit unterschiedlicher politischer Lage vereinig- te, war die „Europäische Regionalorganisation“ (ERO) des Interna- tionalen Bundes Freier Gewerkschaften. Sie bestand von 1950 bis

1969.

F

4:

Anfang der siebziger Jahre gab es folgende westeuropäische Ge- werkschaftsverbindungen: den „Europäischen Bund Freier Gewerk- schaften“ (EBFG) der IBFG-Gewerkschaften der Europäischen Ge- meinschaft, den „Gewerkschaftsausschuss für die Europäische Frei- handelszone“ (EFTA-TUC) der IBFG-Gewerkschaften der EFTA- Länder, das „Europäische Büro“ des Weltverbandes der Arbeitneh- merInnen, der Dachorganisation der christlichen Gewerkschaften, und den „Ständigen Ausschuss“ der beiden dem „Weltgewerk- schaftsbund“ (WGB) angehörenden westeuropäischen Ge- werkschaften CGT (Frankreich) und CGIL (Italien), die kommuni- stisch organisiert waren.

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5:

Der Europäische Gewerkschaftsbund wurde im Februar 1973 ge- gründet. Er unterscheidet sich von früheren westeuropäischen ge- werkschaftlichen Dachorganisationen dadurch, dass er Gewerk- schaften aus den EG-Ländem, aus den EFTA-Ländern und aus Län- dem, die weder der EG noch der EFTA angehören, vereinigt und gleichzeitig auch Gewerkschaften mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung verbündet.

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6:

Die vier Organe des EGB sind: der EGB-Kongress, der Exekutivaus- schuss, das Präsidium und das Sekretariat. Der EGB-Kongress ändert die Satzung des EGB ab und legt in seinen Resolutionen die allgemei- ne Strategie des EGB fest. Darüber hinaus ist er für die Billigung von Anträgen und die Kontrolle der Tätigkeit anderer satzungsgemäßer Organe zuständig. Der Exekutivausschuss ist das taktische Organ des EGB zur Umsetzung der allgemeinen Strategie. Er entscheidet die Vorgangsweise für die Kontakte zu den europäischen Institutionen und ArbeitgeberInnenorganisationen und für die Durchführung von Aktionsmitteln. Außerdem ist der Exekutivausschuss für die Finan- zen des EGB zuständig. Die wichtigste Aufgabe des Präsidiums besteht darin, über dringende Aktionen, die zur Durchführung der vom Exekutivausschuss festgelegten politischen Strategie notwendig sind, zu entscheiden. Das Sekretariat ist für die Organisation der laufenden Arbeit und der Beziehungen mit den europäischen Institu- tionen und den ArbeitgeberInnenverbänden zuständig. Die General- sekretärIn ist außerdem SprecherIn und/oder KoordinatorIn des EGB.

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7:

„Frage“ dient zur Diskussion.

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8:

Der EGB hat institutionalisierte Kontakte zur EU-Kommission, zum Ministerrat (Europäischen Rat der EU), zu den Ausschüssen der EU, denen zu einem Drittel GewerkschaftsvertreterInnen angehören, so- wie zur OECD über das gewerkschaftliche Beratungskomitee TUAC.

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Anmerkungen

Anmerkungen

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9: Unter dem sozialen Dialog versteht man die informellen und frei- willigen Gespräche der europäischen Sozialpartner. Im so genannten Ausschuss für den sozialen Dialog beraten gesamteuropäische Unter- nehmens- und GewerkschaftsvertreterInnen unter Beteiligung der EU-Kommission. Neben zahlreichen gemeinsamen Stellungnahmen etwa über die allgemeine Wirtschaftslage, die Arbeitsorganisation oder die Aus- und Weiterbildung wurden mittlerweile tatsächliche europäische Mindeststandards durch getroffene Rahmenvereinba- rungen geschaffen, z. B. Regelungen über den Elternurlaub und über die Teilzeitarbeit.

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10:

Das europäische Rahmenabkommen, das der EGB durchsetzen will, soll eine sozialpolitische Zielvorgabe beinhalten, die von den euro- päischen Institutionen ebenso wie von den Regierungen und von den ArbeitgeberInnenorganisationen anerkannt wird.

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11: Aktionsmittel, die als Kampf- und Druckmaßnahmen für Gewerk- schaften dienen, sind beispielsweise Streikbewegungen wie Sympa- thiestreiks, Warnstreiks oder Schwerpunktstreiks (vor allem auf übernationaler Ebene), Solidaritätskundgebungen, Demonstrationen oder öffentlichkeitswirksame Aktionen.

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12:

Der EGB unterhält multilaterale Beziehungen zum „Internationalen Bund Freier Gewerkschaften“ (IBFG), zum „Weltverband der Arbeit- nehmerInnen“ (WVA), zum „Gewerkschaftlichen Beratungskomitee bei der OECD“ (TUAC) und zum „Nordischen Gewerkschaftsrat“ (NFS).

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13: Die Aufgabe der 38 Interregionalen Gewerkschaftsräte (IGR) ist es, bei der Bewältigung grenzübergreifender sozialer und ökonomischer Probleme, die die ArbeitnehmerInnen mehrerer Staaten mit gemein- samer Grenze betreffen, zusammenzuarbeiten. Der ÖGB ist bei drei IGR beteiligt: Friuli/Venezia-Giulia/Kärnten, Bayern/Tirol/Vorarl- berg/Salzburg und Alpes Centrales (Italien – Österreich).

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14:

Innerhalb des EGB existieren folgende Einrichtungen: das Europäi- sche Gewerkschaftsinstitut (EGI), zuständig für die Forschung über die europäische Gewerkschaftsbewegung und die Publikation seiner Ergebnisse; die Europäische Gewerkschaftsakademie (EGA), das Bil- dungsinstitut des EGB, über das GewerkschafterInnen auf die zu- künftigen Aufgaben in Europa vorbereitet werden sollen; das Euro- päische Technikbüro der Gewerkschaften für Gesundheit und Sicher- heit (TBG), das für die Beteiligung von GewerkschafterInnen an den Normungsarbeiten der Europäischen Union zuständig ist; die Asso- ziation zur Europäischen ArbeitnehmerInnenbildung im Bereich der neuen Technologien (AFETT), die sich mit der Ausbildung im Zu- sammenhang mit sozialen und organisatorischen Auswirkungen neuer Technologien beschäftigt; weitere Einrichtungen des EGB sind darüber hinaus der Frauenausschuss, die EGB-Jugend, der Europäi- sche Verband der RentnerInnen und alten Menschen (FERPA) und der Europäische Rat der Angestellten in Leitungsfunktionen (EURO- CADRES), die sich jeweils mit den Problemen der Frauen, Jugendli- chen, alten bzw. älteren Menschen sowie leitenden Angestellten im Erwerbsleben beschäftigen.

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Mitgliedsverbände des EGB:

National Trade Union Confederations (66) Confédérations Syndicales Nationales (66)

AUSTRIA

OGB Österreichischer Gewerkschaftsbund

BELGIUM

ABVV / FGTB Algemeen Belgisch Vakverbond / Fédération Générale du Travail de Belgique ACV / CSC Algemeen Christelijk Vakverbond / Confédération des Syndicats Chrétiens

BULGARIA

CITUB Confederation of Independent Trade Unions of Bulgaria PODKREPA Confederation of Labour

CYPRUS

SEK Synomospondia Ergaton Kyprou TURK-SEN Kibris Türk Isci Sendikalari Federasyonu

CZECH REPUBLIC

CMK OS Czech Moravian Confederation of Trade Unions

DENMARK

AC Akademikernes Centralorganisation FTF Funktionærernes og Tjenestemændenes Fællesråd LO-D Landesorganisationen i Danmark

FINLAND

AKAVA Confederation of Unions for Academic Professionals in Finland SAK Suomen Ammattiliittojen Keskusjärjestö STTK Toimihenkilökeskusjärjestö STTK ry

FRANCE

CFDT Confédération Française Démocratique du Travail CFTC Confédération Française des Travailleurs Chrétiens CGT Confédération Générale du Travail CGT-FO Confédération Générale du Travail – Force Ouvrière UNSA Union Nationale des Syndicats Autonomes

GERMANY

DGB Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand

GREECE

ADEDY Anotati Diikisis Enoseon Dimosion Ypallilon GSEE Geniki Synomospondia Ergaton Ellados

HUNGARY

ASzSz Autonomous Trade Union Confederation LIGA Democratic League of Independent Trade Unions MOSz National Federation of Workers’ Councils MSzOSz National Confederation of Hungarian Trade Unions SZEF Szakszervezetek Egyuttmukodesi Foruma ÉSZT

ICELAND

ASI Althydusamband Islands BSRB Bandalag Starfsmanna Rikis of Baeja

IRELAND

ICTU Irish Congress of Trade Unions

ITALY

CGIL Confederazione Generale Italiana del Lavoro CISL Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori UIL Unione Italiana del Lavoro

LUXEMBURG

CGT-L Confédération Générale du Travail de Luxembourg LCGB Lëtzebuerger Chrëschtleche Gewerkschafts-Bond

MALTA

CMTU Confederation of Malta Trade Unions GWU General Workers’ Union

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Anmerkungen

Anmerkungen

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NETHERLANDS

CNV Christelijk Nationaal Vakverbond FNV Federatie Nederlandse Vakbeweging UNIE-MHP Vakcentrale voor middengroepen en hoger personeel

NORWAY

LO-N Landsorganisasjonen i Norge

POLAND

NSZZ Solidarnosc Niezalezny Samorzadny Zwiazek Zawodowy „Solidarnosc“ / Independent and Self-Governing Trade Union „Solidarnosc“

PORTUGAL

CGTP-IN Confederação Geral dos Trabalhadores Portugueses UGT-P União Geral de Trabalhadores

ROMANIA

BNS The National Trade Unions Block CARTEL ALFA Confederatia Nationalã Sindicalã CNSLR-Fratia National Confederation of Free Trade Unions of Romania – FRATIA CSDR Democratic Trade Union Confederation of Romania

SAN MARINO

CDLS Confederazione Democratica dei Lavora- tori Sammarinesi CSdL Confederazione Sammarinese del Lavoro

SLOVAKIA

KOZ SR Confederation of Trade Unions of the Slovak Republic

SLOVENIA

ZSSS Zveza Svobodnih Sindikatov Slovenije

SPAIN

CC.OO Confederación Sindical de Comisiones Obreras STV-ELA Eusko Langileen Alkartasuna / Solidaridad de Trabajadores Vascos UGT-E Union General de Trabajadores

SWEDEN

LO-S Landsorganisationen i Sverige SACO Sveriges Akademikers Central- organisation TCO Tjänstemännens Centralorganisation

SWITZERLAND

CNG Christlichnationaler Gewerkschaftsbund der Schweiz/Confédération des Syndicats Chrétiens de Suisse SGB Schweizerischer Gewerkschaftsbund/ Union Syndicale Suisse/Unione Sindacale Svizzera

TURKEY

DISK Türkiye Devrimci Isci Senikalari Konfederasyonu HAK-IS Türkiye Hak Isçi Sendikalari Konfederasyounu KESK Kamu Emekçileri Sendikalari Konfederasyonu Servants TURK-IS Türkiye Isci Sendikalari Konfederasyonu

UNITED KINGDOM

TUC Trades Union Congress

Observer Organisations / Observateurs (8)

CROATIA

SSSH / UATUC Saveza Samotalnih Sindicata Hrvatske / Union of Autonomous Trade Unions of Croatia

ESTONIA

EAKL Eesti Ametiühingute Kesk Liit / Association of Estonian Trade Unions TALO Estonian Employee’s Unions’ Association

LATVIA

LBAS Latvijas Brivo Arodbiedrìbu Savieníba / Union of Independent Trade Unions of Latvia

LITHUANIA

LDS Lietuvos Darbiniku Sajunga LPSS Lithuanian Trade Union Unification

MACEDONIA

SSM Federation of Trade Unions of Macedonia

SWITZERLAND

VSA Vereinigung Schweizerischer Angestelltenverbände

Name und Adresse:

Fragen zur Internationalen Gewerkschaftsbewegung 4

Wir ersuchen Sie, die folgenden Fragen zu beantworten: *

1. Fassen Sie die Zielsetzungen des Europäischen Gewerkschaftsbundes zusammen!

2. Beschreiben Sie, wie es zur Gründung des Europäischen Gewerk- schaftsbundes kam!

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Anmerkungen

Anmerkungen

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3. Auf welche Weise vertritt der EGB die Interessen der ArbeitnehmerInnen bei den europäischen Institutionen?

4. Welche Formen internationaler gewerkschaftlicher Zusammenarbeit gibt es in Europa?

5. Welche Bedeutung haben das Europäische Gewerkschaftsinstitut (EGI), die Europäische Gewerkschaftsakademie (EGA) und der Frauenaus- schuss für die Gewerkschaftsbewegung in Europa?

* BriefschulteilnehmerInnen bitten wir, nach Abschluss der Fragenbeant- wortung die Seite(n) mit den Fragen abzutrennen und an folgende Adresse zu senden:

Briefschule des Österreichischen Gewerkschaftsbundes 1010 Wien, Wipplingerstraße 35.