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AUF

DIE

EINFLÜSSE

DER

DAS

TECHNOLOGISCHE

HOLZEXTRAKTSTOFFE

VERHALTEN

VON

HOLZ,

INSBESONDERE

IN

BEZUG

AUF

DIE

VERLEIMUNG

Rudolf

Popper

1

Institut für Mikrotechnologische Holzforschung der ETH-Zürich

1. Einleitung

Aus der Praxis ist bekannt, dass sich das Splintholz mit bestimmten Binde-

mitteln meistens besserverleimen lässt als

Beispiele bekannt, bei denen man gerade das Gegenteil feststellen musste.

Diese und auch andere technologische Verschiedenheiten zwischen dem

Splint- und dem Kernholz

immer mehr in den Vordergrund

feld liegt zurzeit nicht nur bei der direkten Verwertung der Holzinhalt- stoffe, sondern auch in der Beeinflussung der technologischen Eigenschaften

des Holzes, die für die Verarbeitung und Nutzbarmachung bestimmter

Hölzer massgebendsind. Die Vielzahl und die Mannigfaltigkeit der Holz- inhaltstoffe, die Verschiedenheit je nach Holzart sowie die unregelmässige verteilung der Extraktstoffe im stamm erschweren die Studien erheblich. Meistens ist von einem Einfluss der Gesamtextraktstoffe auf eine techno- logische Eigenschaft die Rede, im günstigeren Fall werden die Einwirkungen der Extraktstoffe je nach dem verwendeten Extraktionsmittel klassifiziert, und neuerdings findet man in der Literatur Arbeiten, in denen der Einfluss einer einzigen Stoffklasse oder sogar eines einzigen Extraktstoffes auf irgendeine technologischeEigenschaft desHolzes behandelt wird.

Vom

als Holzinhaltstoffe, die mit neutralen Lösungsmitteln (2. B. \flasser, Alko- hole, Benzol, Aether) usw. aus dem Holz extrahiert werden können, ol.rne

dass man eine Veränderung in der Mikrostruktur des Holzes feststellen kann. Diese Holzextraktstoffe, die manchmal auch akzessorischeBestand- teile des Holzes genannt worden sind' gehören den verschiedensten Ver- bindungsgruppen an. Zu den Holzinhaltstoffen gehören die aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffe, Terpene, Chinone, Gerbstoffe, \7achse, Fette, Oele, Glycide, Glykoside, Eiweiss, Farbstoffe, Mineral- stoffe usw. Der Anteil der Begleitstoffe wird zwischen 2 und 10 Prozent der Trockensubstanz des Flolzes angegeben,wobei auch Fälle bekannt sind, in denen ihre Menge bis auf 30 Prozent ansteigt (\7. SeNornuaNN, 1966). Die Verteilung der Holzinhaltstoffe variiert im Baum über den Stamm- querschnitt und die Stammhöhe. Im allgemeinen ist die Konzentration der Extraktstoffe im Kernholz bedeutend höher als im Splintholz, obwohl Ausnahmen auch bekannt sind (Buche und Esche haben einen extrakt- reicheren Splint). Die verteilung der Inhaltstoffe im Kernholz weist aber auch Unterschiedeauf. Es sind sowohl Fälle bekannt, in denen eine regel-

das Kernholz.

Es sind aber auch

gabeneinenAnstossdazu, dassdie Holzinhaltstoffe

der Interessen getretensind. Das Interessen-

chemischen Standpunkt

aus bezeichnet man diejenigen Verbindungen

1

Vortrag,

in Holztechnologie.

gehalten am 22. Februat

7974

an der ETH

im

Rahmen des Seminars

mässige Verteilung der verschiedenen Extraktstoffe im Kernholz bekannt isr, als auch eine Anhäufung der Kernholzinhaltstoffe entweder an der Kern-Splint-Grenze oder um die Markröhre. Die Konzentrationsschwankungen der Extraktstoffe wirken sich in gleicher Veise auf eine der wichtigsten Eigenschaften des Holzes, nämlich auf das \Tasseraufnahmevermögen des Holzes aus (F. W.'WaaNceno, 1967). Die Wirkung der Holzinhaltstoffe zeigt sich allgemein in einer Herabsetzung der Hygroskopizitär des Holzes. Diese Herabset^)ng der Sorptionskapazi- tät des Holzes ist auf den sogenanntennbulking effect, zurückzuführen, bei dem die Extraktstoffe in der Zellwand das Vasser daran hindern, den gleichenRaum einzunehmen. Die Tatsache,dassdie Holzinhaltstoffe das Sorptionsvermögendes Holzes herabsetzen, har zttr Folge, dass die extraktreichen Holzarten im \Tasser weniger quellen und schwinden und sich deshalb formstabiler verhalten als das extraktarme Holz (D. Nanelerqeuunrr, 1957). Die Anlagerung der Extraktstoffe in der Zellwand und die damit ver- bundene Verdichtung des Holzes wirkt sich auch auf die Festigkeitseigen-

schaften aus. Im allgemeinen wurde ein Anstieg der Festigkeit mit der Erhöhung des Extraktstoffinhaltes und eine Festigkeitsabnahmedurch Extraktion der Holzinhaltstoffe beobachtet. Die Extraktstoffe spielen eine wichtige Rolle auch in der Rheologie des Holzes. Es hat sich gezeigt,dassnur das Kernholz mit erhöhter Temperatur die .Fliessgrenze, erreicht, d. h. dass sich das Kernholz plastisch verhält (F. Korrrr,raNN,1955).Ein Unterschied zwischen dem Kern- und dem Splint- holz hat sich auch beim Zurückspringenvon verdichtetemHolz gezeigt.Das Rückfederungsvermögen des extraktstoffreichen Kernholzes während der Entlastung hat sich im Vergleich zu dem extraktstoffarmen Splintholz als gering erwiesen (D. N.,tnave.Narr.lunrr,1957).

Die Anwesenheit von Inhaltstoffen im Holz

Sinne sowohl als Vor- wie auch als Nachteil angesehenwerden, je nach der

Zweckbestimmung der betreffenden Hölzer. Der schon erwähnte

effect', der sich positiv auf die Dimensionsstabilitätdes Holzes auswirkt, wirkt sich negativ dort aus, wo das Holz durch Gase oder Flüssigkeiten getränkt werden soll. Die wohlbekannte Tatsache,dasssich das an Inhalt- stoffen arme Splintholz viel bessermit verschiedenenSchutzmitteln imprä- gnieren lässt als das an Begleitstoffen reiche Kernholz, bestätigt diese

Behauptung. Auch die Dauerhaftigkeit des Holzes ist durch Anwesenheit von Extrakt- stoffen beeinflusst.Die \Tiderstandsfähigkeit des Holzes gegenüber dem Pilz- und Insektenbefallist weniger durch die physikalischenEigenschaften (wie z. B. durch die Dichte oder Härte des Holzes), sondern viel mehr

kann

im

technologischen

nbulking

durch die chemischeZusammensetzungdesHolzesbedingt.Welchevon den Holzinhaltstoffen für die natürliche Dauerhaftigkeit des Holzes verant- worrlich sind,ist noch nicht vollständiggeklärt.Viel besserbekanntsind die Stoffe, die den Schädlingsbefallstimulieren.Zu den Ietztgenannten Stoffen gehörenvor allem Stärke,Zucker,Fetteund Eiweiss.Als fungizid wirkende Stoffe sind in der Literatur einigeChinon-Derivateund Stilbene angegeben,wobei als schädlingsbefallhemmendeStoffe meistensAlkaloide,

Glycosideund Kieselsäuregenanntwerden(\f.

E. HInrs ' 1962).

2, Einllussaul die Verlcimung

Der Einfluss der Holzinhaltstoffe auf die Verleimung des Holzes ist wegender heterogenenchemischenund strukturellenZusammensetzungdes Holzes sowie der Vielfalt der verwendetenBindemittel ein recht kompli- ziertes Problem. Die Leimfestigkeit ist auf die sogenanntesPezifische Adhäsion zurückzuführen.Dieseist die Folge der gegenseitigenl7irkung intermolekularerKräfte des Holzes und des Bindemittels.Die Affinität zwischenHolz und Bindemittelist durch die chemischeKonstitutionder beiden bedingt. Die Polarität der lt4olekülgruppendes Holzes und des Klebstoffesist für die Bindungskräfteverantwortlich. Die vollkommene

BenetzungderHolzoberflächeist eineVoraussetzung,damit einespezifische Adhäsion stattfindet. Die Benetzungsfähigkeitdes Holzes ist, ausservon den Eigenschaftendes verwendetenBindemittels,von dem pH-IVert, der Temperaturund Viskosität,auchvom Charakterder Holzoberflächebeein- flusst. Ist die OberflächedesHolzes durch Fremdstoffbelägeverunreinigt, kann das Haften des Leimesgestörtwerden. Einige Holzarten enthalten Substanzen,die dasHaften desLeimesstören.Dies wurde bestätigt,indem

durch eine Extraktion die

eine Applikation von Extraktstoffen wieder vresentlich verschlechtert wurde (Cure-MrNcCurN, 1970). Der Mechanismusder Verleimbehinderungdurch Holzinhaltstoffe ist nicht immer bekanntund variiert sehrstark, ie nach dem verwendetenBinde- mittel und der Art und MengedesHolzinhaltstoffes.Allgemeinkann man

sagen,dass die hydropbobenSvbsranzen (wie z. B. Oele, \üachse)an der OberflächedesHolzesZonenbilden,die die richtigeBenetzungdesHolzes

mit

die gleichenStörunger.rhervorrufen, wenn sie in höherer Konzentration auf äe. Holzoberflächevorhandensind. Die Tanninekönnenzusätzlich

eineAenderungdespH-'Wertesbewirken,die einenEinflussauf die Ver- leimbarkeitdesHolzesausübt.

Verleimbarkeit deutlich verbessertund durch

dem Bindemittel behindernkönnen' Die Harze und Tannine können

Die Holzinhaltstoffe können auch einenchemischenEinlluss auf die Ver- leimungausüben.Es sind Beispielebekannt,in denendie Extraktstoffe die rheologischenEigenschaftendesLeimesbeeinflussen,oder in denendie Vernetzungdes Leimesdurch die Inhaltstoffeentwederbehindertoder auchinhibitiertwird. '$7ie aus den Untersuchungendes rheologischenVerhaltensvon Binde- rnitteln hervorgeht,vermögendie Holzextraktstoffe die Adsorption der Dispersionsphase,die Adsorption der Bindemittelmoleküleund deren Orientierungzu beeinflussen.Der Einflussist vom Bindemittelund von der Art des Inhaltstoffesabhängig.Es sind nicht nur die schonerwähnten physikalischenAdsorptionskräfte,sondernauchdie chemischenKräfte für die AenderungdesrheologischenVerhaltensvon Bindemittelnverantwort- lich. Meistensnimmt die ViskositätdesBindemittelsmit steigenderHolz- extraktkonzentrationab, was sich z. B. auch in der Verlängerungder Gelierzeitwiderspiegelt(D. NeuvaNauunrr, 1958). Eingehenderwurde der Einflussvon Tanninenauf die Verleimbarkeitdes Holzesuntersuchr(K. F, Prorr,nnr,7973).Man unterscheidetgrundsätzlich zwischenzwei Gruppen von Tanninen - nämlich den hyd.rolisierbaren Tanninen - die chemischEster aus Phenolsäurenund Zuckem sind - und den bondensiertenTanninen, die durch Kondensationvon Catechin oderLeucoanthocyanidinmit Säurenentstehen. Die konder.rsiertenTannine und Formaldehyd vermögen miteinander chemischeBindungen einzugehen,so dass die Leimbindefestigkeitder Formaldehydharzeerhöht und die Gelierzeitverkürzt wird. Die Tarsache, dasskondensierteTannineund Formaldehydmiteinanderchemischreagie- ren, wurde auchfür die VergütungdesHolzes ausgenützt.Das von Natur ausim KernholzbefindlicheTanninwurdeder Auswirkungvon Formalde- hyd ausgesetztund soeineVergütungdesKernholzesin Form von erhöhter DimensionsstabilitätdesHolzeserreicht(A. Bununsrr*.,1977). Von der Kenntnisder chemischenReaktionzwischenTanninenund For- maldehydwurde für die VerleimungdesHolzes auch auf eineandereArt und 'Weise Gebrauchgemacht.Es wurde versucht,kondensierteTannine aus dem Holz ztt extrahierenund diesedann anstellevon Phenolharzen als Bindemittelkomponenteeinzusetzen.Als günstigerfür diesenZwecl< habensichdie Rindenextrakteerwiesen.Aus einigenNadelholzarten(2.B. ausPinusradiata)lassensich durch einealkalischeExtraktion bis zu 40 Gew.-ProzentExtraktstoffe(bezogenauf Darrgewichtder Rinde) gewinnen

(R.G.Srer.rrrv,1969).DieseExtrakteenthaltenvorwiegendPhenole,dieeine

phlobaphenähnlicheStruktur aufweisen(H. L. HrncEnr, 1965).Lösungen von diesenExtraktenbildenschonbei Raumtemperaturmit Formaldehyd feste,gelartigeSubstanzen.Die kurzen Gelierzeitenz-eigen,dassdie Re-

Der

aktivität der Rindenextrakte gegenüberFormaldehydrelativ grossist.

charakteristischeVerlauf der Gelierzeit/Temperaturkurve deutetdarauf hin,

dasseinePolymerisationstattfindet.

Die Rindenextraktewurden zuerst als ztsatz zu den herkömmlichen

phenol- oder Resorzinol-Formaldehydharzen verwendet,wobei die hohe

ReaktivitätdieserExtraktstoffedazu beigetragenhat, dasswasserbestäu-

dige,kalthärtendeBindemittelhergesrelltwerdenkonnten (F.'\ü7.Hrnntcr,

tl"st). Spaterwurden

die Rindenextrakteohne

zusarzvon Phenol-oder

-Resorzinälharzen direkt als Bindekomponente eingesetzt(F.'!7.Hrnntcr,

1960;R. B. Herr, 1960;M. SnoLIecK,1972).Det besteBeweis,dasssich die Rindenextraktstoffe alsBindemittelkomponente bewährthaben,ist die Tatsache,dassgegenwärtigschonzwei Spanplattenwerke ir.rBetriebsind, in denen,ron der Tanninharz-Verleimung Gebrauchgemachtwird (A' M' sTasHEvsrr,1973).Die aus der Rinde extrahierbarenTanninharzeweisen wesenrlicheökonomischeund verfahrensrechnische vorteile den Phenol-

harzengegenüberauf. "Püettolharz. Tanninharz ist zurzeit um erwa 25 Prozent billiger

als das

sind auf die relativ hohe Reaktivität ur.rd gute

Tanninextrakteszurückzuführen.Die wasserlöslicherenTanninharzeer-

laubenim vergleichzu

Die Reaktivitätder Tanninharzewirkt sichin einerum etwa 15 Prozent

schnellerenHärtung demPhenolharzgegenüberaus'

Die bydrolisierbarenTannine bilden im Gegensatzzu den kondensierten kein Harz mit Formaldehyd.Die Auswirkungdieserauf die verleimung

den Phenolharzeneine einfachereverarbeitung.

Die verfahrenstechnischenvorteile

des Tanninharzes

'wasserlöslichkeit des

Bei niedriger-Tanniu-

konzentrationi,"t -"tt

können.Bei höherenKonzentrationenbildet sich zwischendem Holz und Bindemitteleine wasserlöslicheschicht,wodurch die Bindefestigkeither-

abgesetztwird.

mit Formaldehydharzen

ist konzentrationsabhängig.

keinen Einfluss auf die Bindefestigkeitfeststellen

De"rpH-Vert

harz von grosserBedeutung.Es ist bekannt,dassBuche,welchepH=5,9

aufweist,ohneHärterzusatzwesentlichlangsamerabbindetals

desHolzes ist für die verleimung besondersmit_Harnstoff-

Kiefer mit

bekannt,auf denensich

pH=4,9.

Es sind auchTropenhölzermit p}i)7

äer Harnstoffharznicht härtenlässt,und zwar wegender Adsorptionder aus dem Härter (NHrCl) freigesetztenSalzsäure.Man mussalso sowohl eineueber-wie aucheineunterhärtungdesFlarzesin Kauf nehmen.Nur beimpH=3 ist eineausreichendevernetzungdesHarr.rstoffharzesgewähr- leistet(H. Nrussrn, 1962). Die TannineübeneinenEinflussauf den pH-\rert aus,dessenAuswirkung von der Tanninkonzenrrarionund der Leimarrabhängigist. Eine zugabe von 30 bis 70 ProzentTannin zu dem RF-Leim verursachteineHerab-

Der

aktivität der Rindenextrakte gegenüberFormaldehydrelativ grossist.

charakteristischeVerlauf der Gelierzeit/Temperaturkurve deutetdarauf hin,

dasseinePolymerisationstattfindet.

Die Rindenextraktewurden zuerst als ztsatz zu den herkömmlichen

phenol- oder Resorzinol-Formaldehydharzen verwendet,wobei die hohe

ReaktivitätdieserExtraktstoffedazu beigetragenhat, dasswasserbestäu-

dige,kalthärtendeBindemittelhergesrelltwerdenkonnten (F.'\ü7.Hrnntcr,

tl"st). Spaterwurden

die Rindenextrakteohne

zusarzvon Phenol-oder

-Resorzinälharzen direkt als Bindekomponente eingesetzt(F.'!7.Hrnntcr,

1960;R. B. Herr, 1960;M. SnoLIecK,1972).Det besteBeweis,dasssich die Rindenextraktstoffe alsBindemittelkomponente bewährthaben,ist die Tatsache,dassgegenwärtigschonzwei Spanplattenwerke ir.rBetriebsind, in denen,ron der Tanninharz-Verleimung Gebrauchgemachtwird (A' M' sTasHEvsrr,1973).Die aus der Rinde extrahierbarenTanninharzeweisen wesenrlicheökonomischeund verfahrensrechnische vorteile den Phenol-

harzengegenüberauf. "Püettolharz. Tanninharz ist zurzeit um erwa 25 Prozent billiger

als das

sind auf die relativ hohe Reaktivität ur.rd gute

Tanninextrakteszurückzuführen.Die wasserlöslicherenTanninharzeer-

laubenim vergleichzu

Die Reaktivitätder Tanninharzewirkt sichin einerum etwa 15 Prozent

schnellerenHärtung demPhenolharzgegenüberaus'

Die bydrolisierbarenTannine bilden im Gegensatzzu den kondensierten kein Harz mit Formaldehyd.Die Auswirkungdieserauf die verleimung

den Phenolharzeneine einfachereverarbeitung.

Die verfahrenstechnischenvorteile

des Tanninharzes

'wasserlöslichkeit des

Bei niedriger-Tanniu-

konzentrationi,"t -"tt

können.Bei höherenKonzentrationenbildet sich zwischendem Holz und Bindemitteleine wasserlöslicheschicht,wodurch die Bindefestigkeither-

abgesetztwird.

mit Formaldehydharzen

ist konzentrationsabhängig.

keinen Einfluss auf die Bindefestigkeitfeststellen

De"rpH-Vert

harz von grosserBedeutung.Es ist bekannt,dassBuche,welchepH=5,9

aufweist,ohneHärterzusatzwesentlichlangsamerabbindetals

desHolzes ist für die verleimung besondersmit_Harnstoff-

Kiefer mit

bekannt,auf denensich

pH=4,9.

Es sind auchTropenhölzermit p}i)7

äer Harnstoffharznicht härtenlässt,und zwar wegender Adsorptionder aus dem Härter (NHrCl) freigesetztenSalzsäure.Man mussalso sowohl eineueber-wie aucheineunterhärtungdesFlarzesin Kauf nehmen.Nur beimpH=3 ist eineausreichendevernetzungdesHarr.rstoffharzesgewähr- leistet(H. Nrussrn, 1962). Die TannineübeneinenEinflussauf den pH-\rert aus,dessenAuswirkung von der Tanninkonzenrrarionund der Leimarrabhängigist. Eine zugabe von 30 bis 70 ProzentTannin zu dem RF-Leim verursachteineHerab-

setzungdespH-Vertes von 7,8 bis aul 6,3 bzw. 4,5.Die Gelierzeitwird dadurchstarkverlängert(bisum einenFaktorvon 2), und die Bindefestig- keit wird gering. Der EinflussdespH-\üertes auf die Verleimungvon Holz wirkt sichbeim RF-Leimviel stärkerausalsbeimPF-Leim.Der Grund dafür liegt darin, dasserstensder PF-LeimeinehöhereAlkalikonzentrationals der RF-Leim aufweist,zweitensaber auch deswegen,weil die GelierzeitdesPF-Leimes mit sinkendempH-\Wert immer kürzer wird, im Gegensatzzu dem RF- Leim,bei demsichdie Gelierzeitmit sinkendempH-\fert verlängert. Der EinflussverschiedenerTannine auf die BindefestigkeitdesPF-Leimes ist ausBild 1 ersichtlich.Auf der X-Achse ist die Konzentrationdesver- wendetenExtraktstoffesangegeben.Die Y-Achse gibt die relative Scher- Zugfestigkeit - bezogenauf das unbehandelteHolz - an. Aus dieser Darstellunggeht hervor, dassdie kondensiertenTannine einen positiven

Einflussauf die Bindefestigkeitaufweisen,hingegenwird die Bindefestig- keit durch eineZugabevon hydrolisierbarenTanninengesenkt'Vie sichdie

verschiedenenHolzarten in bezugauf

Tannin-Gehaltverhalten,ist von dem Verhältniszwischenkondensierten und hydrolisierbarenTanninenabhängig.DieseDarstellungstütztsichauf

die Arbeitenvon Plomley,Hillis und Hirst (K. F. Prournx, 7973),die für ihre LeimversucheeinerseitsNaturtannine aus verschiedenenTropenholz- arten, andererseitsModellkomponentender kondensiertenTannine (2,8. Querzetin) und hydrolisierbarenTannine(wie z.B' Gallussäure,Ellagsäure und Pyrogallol)verwendethaben. Der Einflussder Tannineauf die Abbindungvon RF-Leimstimmt grund- sätzlich mit den schondiskutiertenResultatenfür den PF-Leim überein. Der IJnterschiedliegt nur darin, dass der RF-Leim auf die durch die TannineverursachtenpH-Schwankungenanfälligerist alsder PF-Leim. Der Einflussder Holzinhaltstoffeauf das Abbinden mit verschiedenen

die Verleimungmit PF-Leim und

Bindemittelnwurde in allen Versuchenso durchgeführt,dassdie

qualität nachder Extraktion der Begleitstoffeund ihrer untersuchtwurde,wobeiunbehandeltesHolz als Kontrollprobeverwendet wurde.So wurde die Leimfestigkeitdesmit tierischemLeim und Harnstoff- harz verbundenenHolzes untersucht.Das Bild 2 zetgt den Einfluss der Extraktstoffe auf die Scherfestigkeitund Gelierzeit des mit Harnstoff- harzen verleimten Akazienholzes(D. NanavANAMURTI,1962). Auf der X-Achse ist die Konzentration des Extraktstoffesaufgetragen,wobei die Y-Achse links die Scherfestigkeitund rechts die Gelierzeit angibt. Die ausgezogenenLinien stellenden Einfluss der Extraktstoffe auf die Scher- festigkeitund die gestricheltenLinien auf die Gelierzeitdar. Aus diesem Bild gehthervor, dassdie Leimfestigkeitmit steigenderInhaltsstoffkonzen-

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ExtraRstoffkonzentrationt glm2)

Bild 1: Einflussder Tannineauf die BindefestigkeitdesPF- Lcimcs.

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Bild 2: Einfluss der Inhaltstoffe auf die Scherfestigkeit und Gelierzeit des mit Harnstoffharzen verleimten Akazienholzes (D. Narayanamvti' 1962).

rrationsinkt und die Gelierzeitsteigt.DieseTendenzist für alle Extrakte bezeichnend,wobei die steigendeAuswirkungder ReiheAethylätherauszug, Alkohol-Benzol-Auszug,'w'asserauszug folgt. Die grössteverminderungder Verleimungsqualität wurde durch die Behandlungmit Heisswasserextrakt erreichr.Der-Heisswasserextraktenthält einfacheZttcker, Polysaccharide, salze, pektine und hauptsächlichhydrolisierbareTannine,im Gegensatzzum Alkohol-Benzol-Extrakt, der ausserOelen,Vachsen,Fettenund Tanninen nochwasserunlöslichePhlobapheneenthält.Es ist bekannt,dassdie Ztcket keinen negativen Einfluss auf die verleimbarkeit des Holzes ausüben. Auch die im Aethyläther löslichenBegleitstoffe,wie Fette, Oele, Sterole

undHarze, zergen -

auf die Leimqualität.Im Hinblick auf das,was schonüber denEinflussder Tannine auf die PF-Leime gesagtwurde, kann man mit grössterVahr- scheinlichkeitdie hydrolisierbarenTannineauchfür dieverleimbehinderung desmit Harnstoffharz verbundenenHolzes verantwortlich machen.Dass sich der Alkohol-Benzol-Extraktauf die Leimqualitätpositiverauswirkt

als die wasserlöslichenInhaltstoffe,liegt sehrwahrscheinlichdarin' dass der negativeEinflussder hydrolisierbarenTannine durch die Phlobaphene teilweisewiederwettgemachtwird. DieserUeberblicküber die Einflüsseder Holzextraktstoffeauf dastechno-

wie ausdemBild hervorgeht -

keinengrossenEinfluss

logischeverhalten

von Holz, insbesondereauf die verleimung, sollte der

Oiientierungüber

die wichtigstenArbeiten,die auf diesemGebietbis jetzt

gemachtwurden,dienen. Bisher fehlen leider Arbeiten, die sich systematiscbmit der Beziehung

zwischender Benetzungsfähigkeitder Holzoberfläche,dem Charakter und

dem Gehalt an Begleitstoffenim Holz

neuestenArbeiten von Plomley zeigenden \Veg' der angestrebtwerden soll. Auf dem Gebiet der Klärung von Beziehungenzwischender chemi- schenZusammenserzungdesHolzes und der Verleimungsqualitätbestehen beträchtliche Aussichten. Aufgrund der chemischenKonstitution der Extraktstoffe und ihrer charakteristischenMolekülgruppenwäre es von Nutzen, ihre Affinität zu den verwendetenBindemittelnzu beurteilenund demnachdie Eigenschaftenentwederder Holzoberflächeoder desBinde- mittelsdenaugenblicklichenBedürfnissenanzuPassen'

und der Adhäsion befassen.Die

3. Zusammenfassung

Der Einflussder Holzinhaltstoffeauf das technologischeVerhaltendes Holzesvariiert stark, je nach der Zweckbestimmungdesselbenund der Art der Begleitstoffe.Es wurde kurz auf die Auswirkung der Extraktstoffe auf

das Holzl\üi/asser-sysrem, auf die Festigkeitseigenschaften und auf die Dauerhaftigkeit desHolzeseingegangen'

Die Verleiäbarkeit des HolzÄ ist

dem verwendetenBindemittel abhängig. Bei der

n

piyrif.rfirJ."r,

äei

Adhäsiondurch die Extraktstoffesind nicht nur die

weitgehendvon der Anwesenheit der

Inhaltstoffe und vor]

lnfturrung

der

sondernauchdie chemischenKräfte im Spiel.Der Einfluss

verschiedenen Tannineauf die VerleimungdesHolzeswurde eingehen-

der diskutiert.Die Auswirkungder

i."igf i,

t"r"i f""nine hingegenals

,Ji.d.n

des

Im Hinblick auf die verwertung der Inhaltstoffe wurde auf die verwen-

chemismus der verleimbehinderung Hypothesen aufgestelltwurden'

kondensiertenTannineauf die Binde- durchaus positiv, die der hydrolisier-

negativ bezeichnen.Einige.Resultate.ver- anr.hli.rs"nd diskutiert, wobei hinsichtlich

kann man de-nach als

Forscher iurden

dungder Rindenextrakte alsBindemittelkomponente hingewiesen'

Rösumö

L'influencedes substancesenrranr dans la comportement technolo;;iouc du bois varie

de ce de

f.odoii,

'-äniqrr.,

compositiondu bois sur le en fonction de I'affectation

l'espöcede cessubstances.Il estquestion.deI'effet des

,ieret de

d'extractionäu boir sur le systömebois/eau,sur les propridtds

et sur la durabilit€ du bois. L'aptitude au collage du bois

Jap*a

.o-positiorräu

rion sur I'adhdsionestd'ordrephysiqueet chimique.L'influencedestanins

estplusamplementdiscutde.Ainsi, I'actiondestaninscondensdspeut ätre

poritiu., cefiedestanins hydrolisds,parcontre,ndgative' Quelques.-rdsultaa

äe diff6re,rt,chercheurssontdiscutdspar

tion d'hypothöses sur le

l'6corcecommecomPosante

de la"rdsine.rt -",ltionnd en tant

collage.f,emploi desproduitsd'extractionde

en grandepartie

de la prdsence.des substancesentrant dans la

boiset de la rdsineemploy6e.,L'action desproduits_d'extrac-

la suite,ce qui abouti ä I'ilabora-

m6canismechimiquemenant ä I'empöchementdu

qu'exemplepour I'utilisation des subs-

tancesentrantdansla compositiondu bois'

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