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Die ehemalige Raketenbasis der amerikanischen Streitkräfte liegt auf einer kleinen Anhöhe

nur wenige hundert Meter von der Ortsgrenze Neuheilenbachs entfernt.


Ortsbürgermeister Ralf Bales (42) besichtigt das Gelände zusammen mit drei Vertretern eines
holländischen Investorenkonsortiums. Sobald das Grundstück offiziell wieder der Gemeinde
Neuheilenbach übergeben worden ist, soll hier ein riesiger Freizeitpark entstehen. Der
Ortstermin wird jedoch durch einen unerwünschten Besucher empfindlich gestört: Während
Ralf Bales mit den Holländern das Gelände sondiert, taucht Helmut Johanns (45), ein Bauer
aus dem Dorf, mit seinem Traktor und einem Güllewagen auf. Er beansprucht den Grund und
Boden für sich und ist fest entschlossen, seine Ansprüche notfalls auch mit handfesten
Argumenten geltend zu machen. Als Ralf Bales damit droht, ihn mit Hilfe der Polizei von
dem Grundstück entfernen zu lassen, übergiesst Johanns den Bürgermeister und die
holländischen Geschäftsleute kurzerhand mit der mitgebrachten Jauche.
Gleichzeitig finden drei Waldarbeiter nur wenige hundert Meter entfernt im Wurzelwerk eines
gefällten Baumes eine skelettierte Leiche.
Aus der Bezirkshauptstadt treffen wenig später die Kommissare Horst Schofeld (45) und
Taner Yilmaz (28), sowie die Beamten der Spurensicherung ein. Schofeld selbst ist in
Neuheilenbach geboren und aufgewachsen. Er lebt zwar, seit seit dem Unfalltod seiner Frau
und seiner Tochter sechs Jahre zuvor, in der Stadt, ist aber mit den Gegebenheiten vorort noch
immer bestens vertraut.
Taner ist von der Landpartie nur schwer zu begeistern. Seine Geduld wird durch ein
landwirtschaftliches Nutzfahrzeug, welches mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von
25 km/h die enge Kreisstrasse blockiert, auf eine harte Probe gestellt. Schofeld sitzt hingegen
von allem unberührt auf der Beifahrerseite, gibt gelegentlich eine kurze Anweisung zur
Richtung und schaut ansonsten nur stumm aus dem Fenster.
Als Taner die Geduld verliert und den trödelnden Traktorfahrer kurzerhand überholt, fährt
Schofeld in barsch an. Taner ist über die seiner Absicht nach übertriebene Reaktion seines
Kollegen ziemlich verärgert und die beiden setzen die Fahrt in äusserst gereizter Stimmung
fort.

Am Fundort ereilt den immer smart gekleideten Taner ein weiteres Missgeschick, als er
dynamisch aus dem Wagen aussteigen will und dabei seinen Designerschuh knöcheltief im
aufgeweichten Boden versenkt. Fluchend zieht Taner den Schuh aus dem klebrigen Morast
und versucht mit einem Taschentuch zu retten, was noch zu retten ist. Schofeld hingegen
zieht, bevor er aus dem Wagen aussteigt, erst einmal die vorsorglich mitgebrachten
Gummistiefel über. Schofeld hat allerdings auch seinen Kollegen nicht vergessen. Er nimmt
ein zweites Paar Gummistiefel aus dem Koferraum und gibt sie Taner, der sie dankbar
überzieht.
Während Taner die Personalien derWaldarbeiter aufnimmt, welche die Leiche gefunden
haben, unterhält sich der ebenfalls am Fundort anwesende Ralf Bales mit Schofeld.
Bales ist sichtlich beunruhigt, da sein älterer Bruder seit zwanzig Jahren als verschollen gilt.
Im Dorf war man bisher immer der Ansicht gewesen, dass Stefan Bales über Nacht
Neuheilenbach fluchtartig verlassen habe. Der notorische Schürzenjäger hatte zu jener Zeit
eine Affäre mit der damaligen Verlobten und heutigen Ehefrau von Helmut Johanns, Silke
Johanns.
Der gehörnte Verlobte hatte, als er davon erfuhr, zusammen mit seinen beiden Schwagern den
Ehebrecher im ganzen Dorf gesucht, um ihm eine gehörige Abreibung zu verpassen. Seither
war Stefan Bales in Neuheilenbach nicht mehr gesehen worden. Horst Schofeld wurde in der
besagten Nacht von Silke Johanns um Hilfe gebeten, war jedoch letztlich nicht in der Lage
gewesen, den tobenden Helmut Johanns und seine Helfer aufzuhalten.
Wie alle anderen Dorfbewohner auch hatte er das rätselhafte Verschwinden von Stefan Bales
in den darauf folgenden Jahren schweigend hingenommen und keine weiteren Fragen gestellt.
Ralf Bales bedrängt den Kommissar nun, keine voreiligen Schlüsse hinsichtlich der Identität
des Toten zu ziehen. Es sei längst nicht erwiesen, dass es sich bei der Leiche um Stefan Bales
handele. In Anbetracht des baldigen Vertragsabschlusses mit den holländischen Investoren
stehe für das Dorf und die gesamte Region sehr viel auf dem Spiel. Schofeld ist selbst nicht
abgeneigt, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, zumal seine Kollegen, sehr bald zu
der Ansicht gelangen, bei dem Toten handele es sich um einen Soldaten des zweiten
Weltkrieges. Somit liesse sich die Affäre ohne grosses Aufsehen Aus der Welt schaffen.
Auf dem Rückweg lässt Schofeld Taner einen kleinen Umweg fahren. Er nimmt einen Strauss
Blumen von der Rückbank und bittet Taner beim Wagen zu warten. Taner fragt
augenzwinkert, ob der Kommissar etwa ein Rendevouz habe. Schofeld bejaht dies und macht
sich auf den Weg.
Auf dem Dorffriedhof besucht Schofeld das Grab seiner Familie.
Als er zum Wagen zurückkehrt, hat Taner dort die Zeitbereits sinnvoll genutzt und die
Bekanntschaft der hübschen Tochter des Bürgermeisters, Regina Bales (19), gemacht. Regina
begrüsst den Kommissar und macht sich anschliessend wieder auf den Weg. Taner sieht ihr
fasziniert hinterher und findet plötzlich, dass das Leben auf dem Land durchaus seine Reize
habe. Schofeld reisst ihn jedoch aus seinen Träumereien, deutet auf Taners Gummistiefel und
meint, dass er die nun eigentlich wieder ausziehen könne. Leicht beschämt entledigt sich
Taner der wenig kleidsamen Stiefel. Schofeld gibt ihm zu verstehen, dass er sich hinsichtlich
Reginas keinen Illusionen hingeben sollte. Ihre Heirat mit dem Sohn des leitenden
Oberstaatsanwaltes stehe unmittelbar bevor.
Nach einer unruhigen Nacht wird Schofeld im Präsidium zu seinem Dienststellenleiter,
Norbert Wessel (49) zitiert. Wessel hatte kurz zuvor Besuch vom leitenden Oberstaatsanwalt
und zukünftigen Schwiegervater Reginas Klaus Herkenrath (52) und versucht Schofeld nun
durch die Blume mitzuteilen, dass es möglicherweise besser sei, wenn eine anderer Kollege
diesen Fall übernehme.
Offensichtlich ist auch Wessel der Überzeugung, dass man die Angelegenheit nicht weiter
verfolgen müsse und in Schofeld wächst im Laufe der Unterhaltung immer mehr der
Verdacht, dass hier möglicherweise schon ein gewisser politischer Einfluss im Spiel sein
könne.
Immerhin bestärkt der etwas linkische Versuch seines Chefs Schofeld in dem Entschluss, die
Ermittlungen in dem Fall Stefan Bales aufzunehmen.

Die kriminaltechnische Auswertung der sterblichen Überreste lässt erste Rückschlüsse auf den
Tathergang zu. Da das Brustbein von dem Projektil glatt durchschlagen wurde, muss es sich
bei der Tatwaffe um ein grosskalibriges Gewehr mit hoher Mündungsgeschwindigkeit
gehandelt haben. Der tödliche Schuss muss aus unmittelbarer Nähe abgefeuert worden sein.
Diese Indizien legen noch einmal den Schluss nahe, dass es sich bei dem Toten tatsächlich um
einen Angehörigen der Wehrmacht handeln könnte. Während sich seine Kollegen mit diesem
Ermittlungsergebnis durchaus anfreunden könnten, ordnet Schofeld eine eingehendere
Untersuchung der Leiche, sowie eine DNA-Untersuchung an. Hierdurch soll die Identität des
Toten eindeutig geklärt werden.
Taner erhält die ehrenvolle Aufgabe zusammen mit der örtlichen Polizei und einigen
Freiwilligen aus dem Dorf die Umgebung des Fundorts abzusuchen. Die Suche verläuft
ergebnislos, allerdings lässt sich Taner dabei zur grossen Gaudi der Anwesenden, unter denen
sich auch Reginas Verlobter Karl Herkenrath (23) befindet, von einer Herde harmloser
Milchkühe in die Flucht schlagen.
Schofeld nimmt als ersten Verdächtigen Helmut Johanns ins Visier, der in der fraglichen
Nacht Jagd auf den ehebrecherischen Stefan Bales gemacht hatte. Auf Johanns´ Hof treffen
die Kommissare jedoch nur dessen Frau Silke (42) an, die mit dem verschwundenen Stefan zu
jener Zeit ein Verhältnis hatte. Silke beschwört Schofeld eindringlich ihr zu sagen, ob es sich
bei der gefundenen Leiche tatsächlich um Stefan Bales handele. Schofeld antwortet ihr
ausweichend und erfährt von Silke, dass sich ihr Mann zur Zeit auf der Weide befinde, um
dort Zäune auszubessern.
Au dem Weg zu Helmut Johanns kommen die Kommissare an einer Wiese vorbei, auf welcher
ein einsames Stück Vieh friedlich grast. Während Schofeld einen Umweg wählt sieht Taner
hier eine willkommene Gelegenheit, die kürzlich erlittene Scharte wieder auszuwetzen. Doch
das friedliche Rindvieh entpuppt sich als Johanns´ preisgekrönter Zuchtbulle Bruno (6) und
Taner entgeht nur um Haaresbreite seinem vorzeitigen Ende.
Als die Kommissare kurz darauf Johanns finden und zu den damaligen Ereignissen befragen,
spielt dieser den Ahnungslosen und behauptet, Stefan Bales in jener Nacht nicht gefunden zu
haben. Seine beiden damals ebenfalls anwesenden Schwager könnten diese Aussage jederzeit
bestätigen. Obwohl er ahnt, dass Johanns mehr weiss, als er zugibt, muss sich Schofeld mit
diesen Angaben zunächst einmal zurieden geben.
Auf einer ausserordentlichen Sitzung des Gemeinderates stellt Ralf Bales das geplante
Feriendorf-Projekt zur Diskussion. Das Dorf ist in dieser Frage tief gespalten und es folgt eine
hitzige Debatte. Einige Neuheilenbacher greifen den ebenfalls anwesenden Schofeld heftig an
und werfen ihm vor, das gesamte Dorf durch seine haltlosen Verdächtigungen in Verruf zu
bringen. Schofeld bleibt gelassen. Den Vorwurf, dass er schon seit Jahren nicht mehr im Dorf
lebe kontert er mit dem Hinweis, dass er in Neuheilenbach immer noch ein Haus besitze.
Helmut Johanns verfolgt die Debatte mit auffallender Ruhe. Als die Stimmung ihren
Siedepunkt erreicht, verlässt er das Gemeindehaus und fährt zum Hof des Bürgermeisters.
Dort konfrontiert er dessen Frau Gudrun Bales (43). Johanns erzählt ihr von seinem
Gespräch mit Schofeld. Für den Fall, dass ihr Ehemann das Feriendorf-Projekt nicht aufgebe,
droht er damit, der Polizei einige interessante Informationen zukommen zu lassen. Johanns
belässt es zunächst bei diesen vagen Andeutungen und verlässt siegessicher das Anwesen.
Unterdessen beschliesst Schofeld, zu Taners grosser Begeisterung, die bevorstehenden
Pfingsteiertage in Neuheilenbach zu verbringen. Die beiden quartieren sich kurzerhand bei
Schofelds im Ort lebender Tante ein. Von dieser erfährt Taner schliesslich auch, dass sein
Kollege seine Familie durch einen Verkehrsunfall verloren hat und seither keine einzige Nacht
mehr in seinem Haus verbracht habe.
Am nächsten Tag sucht Schofeld noch einmal den Fundort der Leiche auf und trifft dort
überraschend Anke Weiss (36), eine kriminaltechnische Mitarbeiterin des LKA. Sie war mit
der Untersuchung der Leiche befasst und machte hierbei eine auffällige Entdeckung. Die an
den Knochen haftengebliebenen Rückstände des Erdreichs können unmöglich alle von der
Fundstelle herrühren. Nun ist sie selbst hergekommen, um ihre Hypothese vorort zu
überprüfen.
Ganz abgesehen davon, dass sich Schofeld zu der etwas burschikosen Kriminaltechnikerin auf
rätselhafte Weise hingezogen fühlt, liefert ihm Anke Weiss einen ersten verwertbaren Hinweis
auf den möglichen Mörder: Die Leiche von Stefan Bales wurde ursprünglich an einem ganz
anderen Ort vergraben und erst zu einem späteren Zeitpunkt an den Fundort verbracht. Warum
aber sah sich der Mörder dann schliesslich genötigt, sein Opfer noch einmal umzubetten?
Schofeld weiss hierauf eine plausible Antwort. Regina, die älteste Tochter des Bürgermeisters
steht kurz vor ihrer Heirat mit dem Sohn des leitenden Oberstaatsanwaltes. Als Mitgift für das
Brautpaar hat Ralf Bales seiner Tochter ein schmuckes Einfamilienhaus gebaut, welches nun
auch kurz vor der Fertigstellung steht. Schofeld hegt den Verdacht, dass die sterblichen
Überreste von Stefan Bales zuerst auf dem späteren Baugrundstück vergraben wurden und
dann natürlich umgebettet werden mussten, als das Fundament ausgehoben wurde. Demnach
wäre der Mörder von Stefan Bales also im Kreis seiner eigenen Familie zu suchen. Um seinen
Verdacht zu überprüfen, sammelt Schofeld an der Baustelle Bodenproben, die er
anschliessend an Anke Weiss weiterleitet. Die Analyse bestätigt seine Vermutung, dass Stefan
´s Leiche ursprünglich hier gelegen haben muss.
Schofeld lässt, gegen den erbitterten Protest des Bürgermeisters, zuerst einmal dessen
Jagdwaffen sicherstellen und lässt von jedem Mitglied der Bales Familie eine Speichelprobe
zum späteren DNA-Vergleich entnehmen. Das Anwesen wird von der Polizei auf den Kopf
gestellt, ein Spektakel, dass sich kein Neuheilenbacher entgehen lässt. Regina Bales ist über
die öffentliche Demütigung ihres Vaters empört und lässt ihren Ärger an dem ebenfalls bei der
Durchsuchung anwesenden Taner aus. Der ist zwar sichtlich hin und hergerissen, muss aber
letztlich seiner dienstlichen Plicht nachkommen.
Helmut Johanns nimmt das Missgeschick des Bürgermeisters hingegen mit grosser
Genugtuung zur Kenntnis und glaubt bereits, sein Ziel erreicht zu haben. Doch nur wenig
später ereilt ihn selbst das Unheil in Gestalt seines heissgeliebten Preisbullen Bruno, der auf
rätselhafte Weise aus seiner Box entweicht und Johanns übel zurichtet.
Schofeld´s Anfangsverdacht wird durch die kriminaltechnische Auswertung der Jagdwaffen
jedoch nicht unterstützt. Unter den konfiszierten Waffen befindet sich nicht die Mordwaffe.
Dagegen liefert ein Versuch mit einem Wehrmachtskarabiner aus dem Arsenal des LKA eine
sehr hohe Übereinstimmung mit der Tatwaffe, und untermauert somit eher die anfängliche
These, wonach es sich bei der Leiche um einen Soldaten des zweiten Weltkrieges handele.
Laut Auskunft des LKA weist die Leiche am Hinterkopf und am Jochbein starke Prellungen
auf, zudem sei höchstwahrscheinlich das Nasenbein durch einen heftigen Schlag gebrochen
worden. Schofeld nimmt sich hierauf noch einmal den mittlerweile im Krankenhaus liegenden
Helmut Johanns vor und konfrontiert ihn mit den neuen Ermittlungsergebnissen. Johanns ist
nach seinem Missgeschick etwas zugänglicher und gibt schliesslich zu, Stefan Bales in jener
Nacht doch noch gefunden zu haben. Allerdings habe er ihm nur eine kräftige Abreibung
verpasst, bevor schliesslich Ralf Bales seinem Bruder zu Hilfe gekommen sei.
Im anschliessenden Verhör auf dem Polizeirevier gibt Ralf Bales schliesslich auch zu, seinen
Bruder nach der Schlägerei noch einmal gesehen zu haben. Er beteuert jedoch, dass ihm
Stefan in dieser Nacht seinen Entschluss mitgeteilt habe, dass Dorf sofort zu verlassen und er
anschliessend nie mehr etwas von ihm gehört habe. Schofeld hat gegen den Bürgermeister
nichts in der Hand und Ralf Bales bleibt vorerst auf freiem Fuss.
Das alljährlich zu Pfingsten stattfindende Schützenfest steht in diesem Jahr unter keinem
guten Stern. Im Festzelt kommt es zum Eklat, als Silke Johanns die Familie des
Bürgermeisters öffentlich angreift und Ralf Bales des Brudermordes bezichtigt. Ihr Auftritt
erntet zunächst betretenes Schweigen, bis schliesslich Gudrun Bales der Geduldsfaden reisst
und sie die Störenfriedin mit einer schallenden Ohrfeige zum Schweigen bringt.
Schofeld bringt die vollkommen aufgelöste Silke nach draussen und befragt sie über die
Ereignisse jener Nacht. Silke bestätigt die frühere Aussage des Bürgermeisters, wonach Stefan
fest entschlossen gewesen sei, das Dorf zu verlassen. Sie habe damals mit ihm fortgehen
wollen, jedoch sei Stefan am vereinbarten Treffpunkt, einer alten Scheune am Rande des
Dorfes, nicht erschienen.
Schofeld stattet der alten Scheune einen Besuch ab und findet hier zwei weitere mögliche
Indizien. Nach Auskunft des Gerichtsmediziners könnte die Prellung am Hinterkopf des Toten
durchaus auch durch den Aufprall auf einen harten Untergrund zurückzuführen sein. Unter
einer dünnen Heuschicht fördert Schofeld schliesslich den massiven Betonboden der Scheune
zu Tage. Im Gebälk macht er sich nun auf die Suche nach dem Projektil. Jedoch ist der
Kommissar in der Scheune nicht ganz alleine. Als Schofeld das in der Rückwand der Scheune
eingeschlagene Projektil endlich findet, erhält er einen ordentlichen Schlag auf den
Hinterkopf und sinkt bewusstlos zu Boden. Schofeld erlangt wenige Minuten später wieder
das Bewusstsein und kann sich gerade noch aus der lichterloh brennenden Scheune retten.
Der Indizienkette gegen Ralf Bales verdichtet sich immer mehr, zumal Schofeld dessen
jüngsten Sohn Dieter beim Spielen mit einem Wehrmachtsstahlhelm beobachtet, der, wie sich
herausstellt, seinem mittlerweile verstorbenen Grossvater gehört hatte. Damit wäre nach
Schofeld´s Ansicht auch die Herkunft der Tatwaffe geklärt. Bevor er die Schlinge jedoch
endgültig zuzuziehen gedenkt, möchte Schofeld noch das endgültige Ergebnis der DNA-
Analyse abwarten.
Unterdessen sinken die Aktien des Bürgermeisters immer weiter. Die holländischen
Investoren ziehen sich bis auf weiteres aus dem Feriendorf-Projekt zurück und seine Bank
kündigt Ralf Bales einen dringend benötigten Kredit. Als ihm das Wasser nun auch finanziell
bis zum Hals steht, erhält Ralf Bales jedoch unerwartet Besuch von einem weiteren verloren
geglaubten Sohn des Dorfes. Klaus Dieter Brill (44) taucht nach jahrelanger Abwesenheit
überraschend wieder in Neuheilenbach auf und behauptet, dem verschwundenen Stefan vor
garnicht allzu langer Zeit lebend und bei guter Gesundheit begegnet zu sein.
Dieser Hoffnungsfunke erlischt jedoch wieder, als Brill diese Aussage auf dem Polizeirevier
gegenüber Schofeld wiederholt. Der Kommissar überführt den Hochstapler nicht nur der
Lüge, sondern erfährt zudem noch, dass Brill für die Falschaussage vom Bürgermeister
bezahlt wurde. Dies reicht Schofeld, um einen Haftbefehl gegen Ralf Bales zu beantragen.
Der Leitende Oberstaatsanwalt und zukünftige Schwiegervater Reginas, der den Gang der
Ermittlungen bisher aufmerksam verfolgt hat, informiert Ralf Bales über die bevorstehende
Verhaftung und teilt ihm bei dieser Gelegenheit auch gleich mit, dass die geplante Hochzeit
unter diesen Umständen wohl vorerst doch nicht stattfinden könne.
Der am Boden zerstörte Bürgermeister sieht nun keinen Ausweg mehr. Er schreibt seiner
Familie einen Abschiedsbrief , nimmt sich aus dem Stall einen Strick und verlässt das
Anwesen.
Als Taner und Schofeld mit dem Haftbefehl eintreffen, werden sie schon von der
verzweifelten Regina erwartet. Sie hat den Abschiedsbrief gelesen und kann ihren Vater nicht
finden. Schofeld wird bei dieser Nachricht selbst ein wenig flau im Magen, aber immerhin hat
er eine Idee, wo der Bürgermeister zu suchen sein könnte.
Nach einer halsbrecherischen Fahrt erreichen die beiden Kommissare zusammen mit Regina
das ehemalige Militärgelände. Im allerletzten Moment finden sie den Bürgermeister und
Taner rettet ihm mit einem gekonnten Luftröhrenschnitt das Leben.
Regina dankt Taner überschwenglich für seine Rettungstat und begleitet ihren Vater auf der
Fahrt ins Krankenhaus. Auch Schofeld ist erleichtert doch als Taner resümiert, dass der Fall
damit wohl abgeschlossen sei, ist sich der Kommissar plötzlich nicht mehr so sicher.
Am gleichen Tag noch findet sich Schofeld auf dem Präsidium zum Rapport bei seinem
Dienststellenleiter ein. Wessel interpretiert den Selbstmordversuch desBürgermeisters als
Geständnis und beglückwünscht den Kommissar zur erfolgreichen Aufklärung des Falles.
Schofeld ist jedoch alles andere als überzeugt und teilt Wessel zu dessen grosser
Verwunderung mit, dass Ralf Bales seiner Meinung nach nicht der Mörder sei und er
beinahe einen verhängnisvollen Fehler begangen habe.
Auf Wessels berechtigte Frage, wer denn dann der Täter sei, weiss Schofeld keine Antwort.
Die Ermittlungen befinden sich in einer Sackgasse.

In seinem Büro wird Schofeld bereits von Anke Weiss erwartet, die das Ergebnis der DNA
Analyse mitgebracht hat. Das Resultat ist eindeutig, führt sie aus: Bei dem Toten handelt es
Sich definitiv um den verschwundenen Bruder des Bürgermeisters. Die DNA des Bruders
weise eine hohe Übereinstimmung auf, zudem werde das Ergebnis noch durch die
Vergleichsprobe der Tochter des Toten erhärtet. Kein Zweifel möglich. Nun wird Schofeld
hellhörig. Die Tochter? Der Tote hatte keine Tochter, Anke muss die Nichte gemeint haben?!
Anke Weiss verneint, sie habe zwar schon gehört, wie es so auf dem Dorf manchmal zuginge,
aber Regina Bales sei eindeutig Stefan´s Tochter, nicht die des Bürgermeisters.

Gudrun Bales befindet sich am Krankenbett ihres Mannes als Schofeld sie aufsucht um sie
mit dem Ergebnis der DNA-Analyse zu konfontieren. Sie hat Ralf bereits den Mord an seinem
Buder gestanden und ist nun auch bereit gegenüber der Polizei ein umfassendes Geständnis
abzulegen. Gefasst berichtet sie Schofeld, dass Stefan sie erst geschwängert und dann wegen
Silke fallengelassen habe. Aus Wut und Enttäuschung habe sie ihn dann in der Scheune zur
Rede gestellt und schliesslich erschossen.
Nachdem der Fall abgeschlossen ist, finden sich alle Beteiligten auf dem Dorffriedhof ein.
Nach der Beisetzung der sterblichen Überreste von Stefan Bales wird Gudrun von zwei
Polizeibeamten abgeführt. Taner verabschiedet sich von Regina.Schofeld versucht, seinen
melancholischen Kollegen ein wenig auzumuntern und bietet ihm an, ihn in Neuheilenbach zu
besuchen , er sei jederzeit willkommen.
Anschliessend verlassen die Kommissare das Dorf.