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„Edelrot und -weiß“

Endlich ist es soweit! Nach monatelangen intensiven Vorbereitungen und langer


erwartungsvoller Vorfreude ist der große Tag gekommen. Der Tag, an dem wir als
österreichischer Singekreis „Edelrot und -weiß“ unsere Busreise nach Bayern antreten. Wir,
das sind österreichische Pfadfinder aus der KPE (Katholische Pfadfinderschaft Europas) im
Alter zwischen 7 und 50 Jahren aus der Wölflingsstufe, der Pfadfinderstufe bis hin zu den
Rangern. Wir haben uns dazu entschlossen, dieses Jahr am 23. Februar am Neu-Ulmer Singe-
und Instrumentalwettstreit teilzunehmen.

Unsere Luzia steht vor Aufregung um 5:00 Uhr Früh auf, weckt mich und verschafft mir
ungeplanterweise genügend Zeit die letzten Vorbereitungen in Ruhe zu erledigen. Nach einem
kleinen Schnellimbiss schlüpfen meine 3 älteren Töchter und ich in die Pfadfinderuniformen.
Schlafsäcke, Isomatten, Koffer und Instrumente werden ins Auto verstaut. Die Hunde
bekommen noch die Gelegenheit zu einem kurzen Spaziergang, unsere Jüngste (Patrizia) wird
noch zur Oma gebracht, die Tankstelle wird noch aufgesucht und dann geht es pünktlich auf
nach Asten. Dort steigen wir um 7:30 Uhr in den sehr komfortablen Reisebus ein, der uns
nach Neu-Ulm bringt. Nach zwei weiteren Zwischenstopps in Braunau und München werden
beinahe fast alle 50 Sitzplätze von Sängern aber auch Fanclub-Anhängern „okkupiert“. Schon
im Autobus merkt man den guten „Geist“, der uns begleitet. Im hinteren Teil des Busses
befindet sich die Jugend, die noch einen zweiten Beitrag für den Wettstreit in Neu-Ulm in der
Kategorie Sippen/Gilden einstudiert haben. Es wird noch fleißig geprobt und vor allem viel
gelacht. Man spürt die Verbundenheit und die Gemeinschaft förmlich. Es werden ernste
Glaubensdiskussionen geführt, persönliche Gedanken und Erlebnisse ausgetauscht. Wir beten
gemeinsam den Rosenkranz und wir bereiten uns mental auf unseren Auftritt vor. Dazu
singen wir „unseren“ Engel des Herrn, der aus Kärnten stammt und von unserem
australischen Chorleiter Jason Rushton wunderschön arrangiert wurde.

Um 12:45 Uhr kommen wir fast planmäßig vor dem Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm an und
verstauen unser Gepäck in unserem reservierten Proberaum. Dort wird noch ein bisschen
eingesungen, um dann auf der Bühne die Generalprobe abhalten zu können. Es gibt ein
freudiges Wiedersehen mit unserem Sohn Maximilian, der mit seinen Schul- und
Pfadfinderkollegen direkt aus dem Internat im Südschwarzwald zum Wettstreit angereist ist.
Er wird uns natürlich auch bei unserem Auftritt mit seiner gut trainierten Sopranstimme
unterstützen.

Um 16:00 Uhr beginnen die Sippen/Gilden, Runden und Stämme mit ihren Darbietungen.
Nach einer größeren Pause mit Ausspeisung nach Pfadfinderart für ca. 900 Pfadfinder, dessen
Familien und Fans wird es spannend. Zuerst treten die Instrumentalkreise an und um ca. 19:30
Uhr sind wir an der Reihe. Die Jüngeren unter uns sind schon dementsprechend müde, sind
aber aufgrund der steigenden Nervosität 100 % bei der Sache. Vor uns treten zwei Singekreise
auf, die sich als sehr starke und würdige Gegner erweisen. Schwer beeindruckt und etwas
demoralisiert von unseren Vorgängern, betreten wir verhalten zum ersten Mal vor Publikum
die Bühne des Edwin-Scharff-Hauses, das restlos ausverkauft ist. Schon die Ansage unserer
zwei Stücke durch Geschwister-Wölflinge (7 und 8 J.) aus dem Mühlviertel erobert die
Herzen der Zuhörer. Wir singen zuerst das Kärtnerlied „Der Engel begrüßte“ instrumental
begleitet und danach a-cappella das Pfadfinderlied „Und am Abend“ arrangiert für 6
Stimmen.

Der Singekreis „Edelrot und -weiß“ erringt als einziger ausländischer Chor punktegleich mit
dem „Münchner Singekreis“ den 1. Platz. Da jubelt das Herz eines jeden Österreichers!

Ob 1. Platz oder nicht: gemeinsam musizieren und singen fördert den Gemeinschaftsgeist,
Teamfähigkeit, Rücksichtnahme aufeinander und vor allem berührt es die Seele und das Herz.

Musik macht das Herz weich. Ganz still und ohne Gewalt macht sie die Tür zur Seele auf.
(Sophie Scholl)

Johanna Gelbmann
Akela der Mädchenmeute Asten