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Digitale Innovationen

Neue Dimensionen von Bildung und Wissenschaft erschließen


1

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 2

Einleitung: Die Digitalisierung wird Deutschland nachhaltig verändern 4

Arbeitsgruppe „Digitale Bildungsplattformen: Innovationen


im Bildungsbereich“ 6

Arbeitsgruppe „Digitale Bildungsstrategien für die berufliche Bildung


von morgen“ 9

Arbeitsgruppe „Nachwuchsgewinnung im IKT-Bereich stärken“ 13

Arbeitsgruppe „Intelligente und effiziente Nutzung von Open Data


in Wissenschaft/Forschung und Wirtschaft“ 17

Ausblick: Laufende Projekte zum Erfolg führen – Neue Themen


erschließen 21

Akteure der Plattform 24

Impressum 25
2

Vorwort
Die Digitalisierung eröffnet große Potenziale für die Bildung und die Wis-
senschaft im 21. Jahrhundert. Zeit- und ortsunabhängiges Lernen gehört
dazu genauso wie das schnelle Teilen von Forschungsergebnissen zwischen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt oder die
Analyse von immensen Datenmengen für präzisere Krankheitstherapien.
Wie diese Potenziale zum Wohl der Menschen umfassend erschlossen wer-
den können und welche Herausforderungen wir noch gemeinsam meistern
müssen, steht im Mittelpunkt des Arbeitsprozesses der Plattform „Digi-
talisierung in Bildung und Wissenschaft“. Innovative Praxisprojekte und
nachhaltige Initiativen stehen dabei an erster Stelle, da wir den Menschen
schon heute zeigen wollen, wie die Digitalisierung das Lernen, das Lehren
und die Suche nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bereichern kann.

Den 10. Nationalen IT-Gipfel 2016 in Saarbrücken haben wir gemeinsam zu


einem „digitalen Bildungsgipfel“ gemacht. Die von der Plattform zum IT-
Gipfel 2016 initiierten Projekte werden über die Jahre 2016 und 2017 hinaus
nachhaltige Impulse für die Digitalisierung in der deutschen Bildungs- und
Wissenschaftslandschaft setzen. Digitale Bildung in all ihren Facetten ist
heute ein fester Bestandteil des Digital-Gipfel-Prozesses der Bundesregierung.

Wir halten mit dem hohen Tempo des digitalen Wandels Schritt und
realisieren greifbare Erfolge in kurzer Zeit. So verging von der Idee für eine
Schul-Cloud bis zum Start der Pilotphase an den ersten Schulen weniger
als ein Jahr. Erfahren Sie in dieser Broschüre mehr über den bisher erreich-
ten Stand dieser und weiterer Initiativen der Plattform „Digitalisierung in
Bildung und Wissenschaft“.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre

Prof. Dr. Johanna Wanka Prof. Dr. Dr. h.c. mult.


Bundesministerin für Bildung August-Wilhelm Scheer
und Forschung
3
4

Einleitung: Die Digitalisierung wird Deutschland


nachhaltig verändern

Digitalisierung – Eine Revolution mit Aus­ drängende gesellschaftliche Fragen im Zusammenhang


wirkungen auf die gesamte Gesellschaft mit dem digitalen Wandel in Deutschland zu geben.
Die digitale Revolution betrifft mittlerweile viele
Bereiche des privaten und gesellschaftlichen Lebens Digital­Gipfel­Prozess: Inkubator für die
der Menschen. Neue Formen der Kommunikation Umsetzung digitaler Lösungen
zählen dazu genauso wie Onlineshopping, mobi- Der Digital-Gipfel-Prozess bringt gesellschaftliche
les Bezahlen oder die Nutzung von Smart-Home- Akteure zusammen, sei es aus Politik, Wirtschaft, Wis-
Lösungen. Die digitale Transformation ist also ein senschaft oder vonseiten der Sozialpartner. In einem
gesamtgesellschaftlicher Veränderungsprozess. Da strukturierten unterjährigen Arbeitsprozess realisieren
die Digitalisierung so umfassende Auswirkungen auf folgende Arbeitsgruppen der Plattform „Digitalisierung
unsere Gesellschaft hat, gilt es, die damit verbundenen in Bildung und Wissenschaft“ innovative Projekte für
Chancen gemeinsam zu nutzen und die auftretenden die aktive Gestaltung des digitalen Wandels im Bil-
Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Nur so dungs- und Wissenschaftsbereich:
kann der digitale Wandel in unserem Land erfolgreich
zum Wohl aller Menschen gestaltet werden. • Arbeitsgruppe „Digitale Bildungsplattformen: Inno-
vationen im Bildungsbereich“
Bildung und Wissenschaft als Schlüssel • Arbeitsgruppe „Digitale Bildungsstrategien für die
für die Gestaltung des digitalen Wandels berufliche Bildung von morgen“
Die Plattform „Digitalisierung in Bildung und Wissen- • Arbeitsgruppe „Nachwuchsgewinnung im IKT-Be-
schaft“ hat es sich im Rahmen des Digital-Gipfel-Pro- reich stärken“
zesses der Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, die • Arbeitsgruppe „Intelligente und effiziente Nutzung
Potenziale der Digitalisierung für Bildung und Wissen- von Open Data in Wissenschaft/Forschung und
schaft zu erschließen und damit auch Antworten auf Wirtschaft“
EINLEITUNG: DIE DIGITALISIERUNG WIRD DEUTSCHLAND NACHHALTIG VERÄNDERN 5

Übergeordnetes Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Digital­Gipfel 2017: Digitalisierung in Bildung und
Entwicklung von praxistauglichen und nachhaltigen Wissenschaft hat sich als Schwerpunkt etabliert
Projekten. Das Schul-Cloud-Projekt der AG „Digitale Das Themenfeld Digitalisierung in Bildung und Wis-
Bildungsplattformen: Innovationen im Bildungsbe- senschaft ist seit dem erfolgreichen IT-Gipfel 2016 ein
reich“ und das Smart-School-Projekt der AG „Nach- fester Bestandteil des Digital-Gipfel-Prozesses. Der
wuchsgewinnung im IKT-Bereich stärken“ stehen für erste Digital-Gipfel 2017 – ehemals IT-Gipfel – fand
solche Initiativen. bereits im Juni 2017 statt. Im Fokus der Plattform „Digi-
talisierung in Bildung und Wissenschaft“ stand deshalb
IT­Gipfel 2016: Digitale Bildung im Zentrum die Weiterentwicklung der auf dem IT-Gipfel 2016
der Aufmerksamkeit vorgestellten Projekte, wie der Start der Pilotphase des
Die in der Plattform vereinigten Partner machten den Schul-Cloud-Projektes.
IT-Gipfel 2016 zu einem „digitalen Bildungsgipfel“ und
setzen das Thema „digitale Bildung“ ganz oben auf die Zwischen­ und Abschlussbericht der Plattform
politische Agenda. Die Fachbesucher aus Wirtschaft Dieser Bericht gibt einen Überblick über die Aktivi-
und Politik sowie die interessierten Bürgerinnen und täten, Projekte und Initiativen der Plattform „Digi-
Bürger konnten hautnah – z. B. im „Lernpark“ in der talisierung in Bildung und Wissenschaft“ seit ihrer
Congresshalle Saarbrücken oder an der Universität des Gründung im September 2015. Der Abschlussbericht
Saarlandes – erleben, welche Potenziale die Digitali- ist im Zusammenhang mit dem Zwischenbericht der
sierung für den Bildungs- und Wissenschaftsbereich Plattform und den zusätzlichen Informationen auf
beinhaltet. www.bildung-forschung.digital zu sehen.

Rahmenbedingungen schaffen für den Sprung


nach vorn in der digitalen Bildung
Um die Potenziale von digitalen Lösungen in Bildung
und Wissenschaft erschließen zu können, müssen von
politischer Seite die passenden Rahmenbedingungen
geschaffen werden. Dazu stellte das Bundesministeri-
um für Bildung und Forschung (BMBF) zum IT-Gipfel
2016 u. a. das Vorhaben des DigitalPakt#D vor.

Der DigitalPakt#D stellt das Angebot des BMBF an die


Länder dar, die rund 40.000 Grundschulen, weiterfüh-
rende allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen
in Deutschland mit digitaler Ausstattung wie Breit-
bandanbindung, WLAN und stationären Endgeräten
zu versorgen. Für einen Zeitraum von fünf Jahren
sind dabei Investitionen in Milliardenhöhe vorgese-
hen. Im Gegenzug sollen sich die Länder verpflichten,
die entsprechenden pädagogischen Konzepte, die
Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern
sowie gemeinsame technische Standards umzusetzen.
Bund und Länder haben vorläufige Eckpunkte für die
geplante Bund-Länder-Vereinbarung ausgearbeitet.
6

Arbeitsgruppe „Digitale Bildungsplattformen:


Innovationen im Bildungsbereich“

Bildungseinrichtungen stehen im digitalen In der Konsequenz erschweren diese Bedingungen,


Zeitalter vor großen Herausforderungen dass z. B. Kinder und junge Erwachsene im Rahmen
Das private, gesellschaftliche und berufliche Leben der ihrer schulischen Laufbahn umfassend auf die An-
Menschen ist heute untrennbar mit digitalen Geräten forderungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft
wie Smartphones, Tablets oder Notebooks verbun- vorbereitet werden.
den. Aufgrund kürzer werdender Produktzyklen und
einer steigenden Zahl von IT-Endgeräten ist es vielen IT­Gipfel 2016: Schul­Cloud als vielversprechende
Bildungseinrichtungen heute nicht immer möglich, Lösung
den Lernenden eine moderne, digitale Lerninfrastruk- Im Laufe des unterjährigen Arbeitsprozesses in Vorbe-
tur anzubieten. Hohe Lizenz- und Personalkosten sind reitung des IT-Gipfels 2016 zum Schwerpunkt „digitale
weitere Gründe, warum Bildungseinrichtungen den Bildung“ wurde von der AG „Digitale Bildungsplattfor-
Ausstattungsansprüchen der Lernenden nur bedingt men: Innovationen im Bildungsbereich“ auf Initiative
nachkommen können. des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) die Idee für eine
Schul-Cloud entwickelt und auf dem 10. Nationalen IT-
ARBEITSGRUPPE „DIGITALE BILDUNGSPLATTFORMEN: INNOVATIONEN IM BILDUNGSBEREICH“ 7

Gipfel 2016 in Saarbrücken erstmals der Öffentlichkeit Digital­Gipfel 2017: Die Schul­Cloud geht „online“
vorgestellt. Anspruch der vom HPI geleiteten AG war Am ersten Tag des Digital-Gipfels 2017 wurde die vom
es, eine Cloud-Lösung zu entwickeln, die den Lernenden HPI entwickelte Schul-Cloud am Leininger-Gymna-
und Lehrenden den Zugang zu neuesten und professio- sium im rheinlandpfälzischen Grünstadt „online
nell gewarteten Lehr-/Lernsystemen eröffnet. geschaltet“. Das Gauß-Gymnasium in Worms – eine
weitere Pilotschule des MINT-EC-Netzwerkes für die
Die folgenden Ziele wurden in der Konzeptionsphase Erprobung der Schul-Cloud – wurde für die Präsenta-
des vom BMBF geförderten Schul-Cloud-Projektes in tion einzelner Elemente der Schul-Cloud-Infrastruktur
Zusammenarbeit mit Schulen des MINT-EC-Netzwer- live zugeschaltet.
kes definiert:
Präsentation der Anwendungsmöglichkeiten
• Einfachen Zugang zu digitalen Lehr- und Lernange- der Schul­Cloud im Schulalltag
boten schaffen Die konkreten Anwendungsmöglichkeiten der Schul-
• Lernbegleitung von Schülerinnen und Schülern Cloud standen im Mittelpunkt der Präsentation am
ermöglichen ersten Gipfeltag im Leininger-Gymnasium:
• Grundlagen für ein reichhaltiges Angebot an digita-
len Inhalten sowie Anwendungen schaffen 1. Administrative Funktionen für Schülerinnen
• Zusammenarbeit von Schülergruppen über die Fä- und Schüler, Lehrkräfte und Schulverwaltung
cher, Klassen und Schulen hinaus unterstützen Die verschiedenen Funktionalitäten der Schul-
• Stundenvorbereitung von Lehrkräften erleichtern Cloud-Umgebung wurden gezeigt: unterschiedliche
• Lehrkräfte von der IT-Administration entlasten Log-in-Modi für Lehrkräfte, Schülerinnen und
• Neueste und professionell gewartete Anwendungen Schüler sowie die Kalender-, Ablage-, Share- und
bereitstellen Recherchefunktion.

Wie funktioniert eine Schul­Cloud?


Die Idee der Schul-Cloud besteht darin, webbasierte
Lern- und Lehrinhalte sowie administrative Anwen-
dungen aus der Schul-Cloud zu beziehen. Digitale Bil-
dungsinhalte sind dann nicht mehr isoliert auf eigenen
Rechnern platziert, sondern aus der Schul-Cloud von
überall her und zu jeder Zeit abrufbar. Für die Nutzung
der Schul-Cloud werden lediglich ein Internetzugang,
ein webfähiges Anzeige- und Eingabegerät sowie die
erforderlichen Berechtigungen benötigt.

Von der Konzeptions­ in die Pilotphase


Anfang 2017 wurden im technischen Bericht des HPI
die IT-Architektur und die technische Funktionsweise
der Schul-Cloud beschrieben und der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Es entstand darüber hinaus
ein Managementkonzept zur Implementierung der
Schul-Cloud an den Pilotschulen des Digital-MINT-
EC-Netzwerkes. Es ist das nationale Excellence-Netz-
werk von Schulen mit hervorragendem mathematisch-
naturwissenschaftlich-technischen Schulprofil. In die
Weiterentwicklung des Schul-Cloud-Projektes flossen
u. a. die Empfehlungen der Expertinnen und Experten
des Schul-Cloud-Fachbeirates sowie die Ergebnisse des
ersten Schul-Cloud-Forums vom April 2017 ein.
8 DIGITALE INNOVATIONEN

„Digitale Souveränität leben!“ – 2. Neue Perspektive im Mathematikunterricht


Veröffentlichung der AG „Digitale Bildungsplatt­ Anhand des Mathematikprogramms Geogebra
formen: Innovationen im Bildungsbereich“ zum wurde gezeigt, wie Schülerinnen und Schüler
Digital­Gipfel 2017 mithilfe einer modernen Lernanwendung in der
Schul-Cloud Inhalte des Mathematik-Unterrichts
Zwar steigen die Nutzung und der Konsum digitaler Me- besser und damit auch verständlicher darstellen
dien und Geräte ungebrochen, aber die meisten Menschen können.
verstehen die Funktionsweise digitaler Geräte und die Art
des digitalen Wandels noch zu wenig. Die hohe Nutzer- 3. Schul­ und klassenübergreifende Zusammen­
freundlichkeit digitaler Geräte trägt dazu bei, dass viele arbeit in Echtzeit ist keine Utopie
einen niedrigschwelligen Einstieg in die Gebrauchsweise Möglichkeiten zur schulübergreifenden Zusam-
digitaler Medien erhalten, aber zugleich entbindet die menarbeit wurden vorgestellt. Die Schülerinnen
Leichtigkeit der Nutzung scheinbar von einer vertieften und Schüler des Leininger-Gymnasiums arbeiteten
Auseinandersetzung mit der technischen Funktionsweise. dabei in der Schul-Cloud mit den Schülerinnen
Ein Grundverständnis dessen, was passiert, wenn man ein und Schülern am Gauß-Gymnasium zusammen.
Smartphone bedient oder E-Mails versendet, ist uner- Im konkreten Fall tauschten sich die „Ruanda-AGs“
lässlich. Nur so kann jeder Mensch ein aktiver Gestalter beider Schulen über ihre Erfahrungen mit dem
der digitalen Transformation werden. Es braucht eine afrikanischen Land aus und planten gemeinsa-
strukturelle und vielschichtige Auseinandersetzung mit me Projekte, um ihre Partnerschulen in Afrika zu
dem Thema Digitalisierung auf allen gesellschaftlichen unterstützen.
Ebenen. Es braucht eine neue Welle der Aufklärung, die
sich explizit dem Thema der digitalen Mündigkeit widmet Leistungsfähige Breitband­Infrastruktur und
und allen Bürgerinnen und Bürgern eine solide digitale Schul­Cloud als zentrale Elemente einer modernen
Allgemeinbildung vermittelt. Schule
Um digitale Allgemeinbildung nachhaltig in die Breite der Das Leininger-Gymnasium wurde auch deshalb für die
Gesellschaft zu tragen, ist es notwendig, dass Bildungs- Pilotphase ausgewählt, weil die Schule noch nicht über
inhalte und Bildungsprozesse neu organisiert werden. eine ausreichende Breitband- und WLAN-Infrastruktur
Bildungsinstitutionen werden die Bürger nicht mehr nur in verfügte. Ziel war es zu zeigen, dass auch Schulen im
zeitlich begrenzten Lebensphasen, sondern künftig durch ländlichen Raum, sofern in einen leistungsstarken Breit-
das ganze Leben begleiten. Dazu ist es erforderlich, dass band-Internetzugang investiert wird, durch den dann
sich die Stakeholder im deutschen Bildungswesen digita- möglichen Zugang zur Schul-Cloud leicht zu digitalen
len Lehr- und Lernprozessen öffnen und diese systema- Vorzeigeschulen werden können.
tisch weiterentwickeln.
Die nächste Phase des Schul­Cloud­Projektes
Um an der Digitalisierung zu partizipieren und von ihr zu Das Schul-Cloud-Projekt ist zu Beginn des neuen
profitieren, muss bereits in der Schule der praktische Um- Schuljahres Anfang August 2017 zunächst an 26 MINT-
gang mit digitalen Medien vermittelt werden. Nur wenn EC-Schulen in die erste Pilotphase gestartet. Im Früh-
Schülerinnen und Schüler bereits frühzeitig den Umgang jahr 2018 beginnt die zweite Projektphase des Schul-
und die Funktionsweise digitaler Medien und Geräte Cloud-Piloten mit einer schrittweisen Ausweitung auf
verstehen, werden sie in die Lage versetzt, auch später im alle 266 MINT-EC-Schulen.
Studium sowie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung die
entsprechenden Medien nutzen zu können, um sich neues Weiterführende Informationen zum Schul-Cloud-Pro-
und kontextspezifisches Wissen anzueignen. Weiterhin jekt finden Sie auf www.bildung-forschung.digital und
werden alle Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzt auf https://hpi.de/schul-cloud/.
werden müssen, sich sicher im Internet zu bewegen und
Risiken und Chancen digitaler Kommunikation richtig
einzuschätzen.
Die gesamte Publikation finden Sie auf
www.bildung­forschung.digital.
9

Arbeitsgruppe „Digitale Bildungsstrategien


für die berufliche Bildung von morgen“

Digitalisierung erfordert neue Ansätze damit wettbewerbsfähigen Berufsbildung zu gehen.


im Berufsbildungssystem Deshalb müssen Ausbildungsordnungen bestehender
IT-induzierte Entwicklungen führen zu hochflexib- Berufe kontinuierlich aktualisiert und – bei nachge-
len betrieblichen Fertigungs-, Instandhaltungs- und wiesenem Bedarf – neue Ausbildungsberufe geschaffen
Dienstleistungsprozessen. Für die Beschäftigten wird werden.
lebensbegleitendes Lernen zur unabdingbaren Voraus-
setzung für die produktive Gestaltung dieser Prozesse Der Stellenwert von qualifizierter
im Arbeitsalltag. Facharbeit steigt
Arbeitsprozesse, Vertriebsstrategien und individuali-
Heterogener werdende Gruppen von Auszubildenden, siert auf den Kundenwunsch ausgerichtete Dienstleis-
die demografische Entwicklung, der Trend zur akade- tungen sind in hohem Maße nur noch auf Grundlage
mischen Ausbildung und nicht zuletzt die umfassende einer netzgestützten Infrastruktur zu bewältigen. Der
Digitalisierung der Arbeitswelt stellen ein Bündel von Stellenwert qualifizierter beruflicher Facharbeit steigt
Faktoren dar, die das duale Berufsbildungssystem her- in diesem Kontext. Automatisierung, Fertigungsprozes-
ausfordern, gezielt neue Wege bei der Gestaltung einer se mit digitalen Assistenzsystemen und schnelle Zyklen
zeitgemäßen, nachfrageorientierten, attraktiven und der Produktinnovation erfordern von den Fachkräften
10 DIGITALE INNOVATIONEN

Wissensvermittlung durch Gamification Kenntnisse zur permanenten Überwachung, Instand-


haltung und Steuerung in der Leistungserstellung. Da-
Ein gutes Beispiel, wie Wissen zum Umgang mit Com-
mit gehen sich verändernde berufliche Qualifikationen
puteranwendungen interessant vermittelt werden kann,
einher, die sich dem technologischen Wandel anpassen
war das Onlinespiel „Bist Du sicher?“ zum IT-Gipfel 2016
müssen.
und das Wissensquiz „keep IT safe!“ zum Digital-Gipfel
2017.
Informations­ und Kommunikationstechnologien
Mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler von 100 Schulen gehören zum beruflichen Alltag
aus ganz Deutschland haben im Vorfeld des 10. Natio- Der Informations- und Wissensaustausch, Analyse- und
nalen IT-Gipfels 2016 in Saarbrücken Wissensfragen zu Interpretationsfähigkeiten komplexer Prozesse, Koope-
Datenschutz und -sicherheit beantwortet. Auch viele rations- und Kollaborationsszenarien sind schon heute
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des IT-Gipfels 2016 untrennbar mit betrieblicher Facharbeit verbunden.
stellten sich dieser spielerischen wie inhaltlichen Heraus- Mobile Informations- und Kommunikationstechno-
forderung. logien als Informations- und Wissensträger kommen
Mit dem Gipfelspiel „keep IT safe!“ konnten Schüle- zu diesem Zweck inzwischen branchen- und berufs-
rinnen und Schüler aus Gesundheits- und Pflegeberufen übergreifend zum Einsatz. Sowohl in gewerblich-tech-
im Vorfeld des Digital-Gipfels 2017 das eigene Wissen nischen Berufen, kaufmännischen und verwaltenden
zu den Themen Patientendatenschutz und Gesundheits- Berufen wie auch in der Dienstleistungswirtschaft sind
Informations-Systeme (GIS) spielerisch im Rahmen sie als Bestandteil der Aus- und Weiterbildung sowie in
eines Onlinewissensquiz verbessern. Über 20 Schulen der Facharbeit nicht mehr wegzudenken.
aus dem Berufsfeld der Gesundheitsberufe nahmen an
dem Wettbewerb teil. Diese Entwicklungen lassen sich auf die steigende
„Intelligenz“ und Komplexität von Maschinen, Ma-
schinenkommunikation und vernetzten technischen
Systemen mit ihren leistungsstarken Softwarekompo-
nenten zurückführen.

IT­Gipfel 2016: Proaktive Konzepte für die Berufs­


bildung von morgen
Die Digitalisierung aller Wirtschafts- und Gesellschafts-
bereiche fordert von den für das Berufsbildungssystem
verantwortlichen Institutionen und Personen proaktive
konzeptionelle Ansätze zur Entwicklung und Sicherung
seiner Zukunftsfähigkeit. Einen damit korrespondie-
renden Themenkatalog hat die AG „Digitale Bildungs-
strategien für die berufliche Bildung von morgen“ in
ihrem Impulspapier für den IT-Gipfel 2016 unter drei
Fragestellungen operationalisiert und der Öffentlichkeit
vorgestellt: „Prozesse gestalten“ (systemische Ebene),
„Lernende/Lehrende – Kompetenzen gestalten“ (be-
triebliche Ebene) und „Rahmenbedingungen gestalten“
(technologische Infrastruktur).
11

Tutorials als Brücke in die Berufsausbildung „Digitaler Ausbildungsmix“ als Lösung


Der Wandel von Lehr- und Lernangeboten, der sich Der Transformationsprozess, den die Digitalisierung
inzwischen sehr deutlich an den vielfältig verfügbaren der Arbeits- und Berufswelt für die Betriebe und die
und intensiv von Jugendlichen genutzten „Erklär- Berufsschulen mit sich bringt, ist nur mithilfe eines
videos“ oder „Tutorials“ festmachen lässt, war Gegen- bisher nicht gekannten anspruchsvollen „digitalen
stand einer weiteren Veranstaltung auf dem IT-Gipfel Ausbildungsmixes“ zu gestalten, der oftmals den ein-
2016. Unter dem Titel „Nur ein Klick“ entstand live zelnen Lernort überfordert.
u. a. ein Erklärvideo im Rahmen einer Diskussionsrun-
de zum Themenfeld. Im Ergebnis konnte festgestellt Wie sich die Berufsschulen in dieser Hinsicht aufstellen
werden, dass man diesen damit verbundenen „neu- müssen, diskutierten Expertinnen und Experten aus den
en Bildungsraum der Erklärvideos“ nicht YouTube, Berufsschulen mit Vertreterinnen und Vertretern von
Facebook & Co überlassen sollte, sondern ihn gezielt als Bund und Ländern sowie vonseiten der Wissenschaft im
„IT-Brücke in die Berufsausbildung“ für die Integration Rahmen einer von der AG „Digitale Bildungsstrategien
von Jugendlichen nutzen könnte. für die berufliche Bildung von morgen“ ausgerichteten
Round-Table-Diskussion mit dem Titel „Qualifizierung
Digital­Gipfel 2017: Der Lernort Berufsschule First – Wie Berufsschulen den digitalen Wandel gestal-
im Fokus ten“ auf dem Digital-Gipfel 2017. Die auf originären Er-
Darüber hinaus thematisierte die Arbeitsgruppe 2017 fahrungen beruhenden Beiträge des Round Table lassen
angesichts des digitalen Wandels in der beruflichen sich zu drei Aktionsfeldern verdichten:
Bildung die Rolle der Lernorte Ausbildungsbetrieb und
Berufsschule. 1. Personalqualifizierung und Unterrichtsgestaltung
Das Vorhandensein von digitalen Medien an einer
Betriebe müssen sich individuell und schnell auf die Schule allein führt nicht zum Erfolg. Die Lehrkraft
aus der Digitalisierung erwachsenen Anforderungen im und ihre Medienkompetenz sind der wesentliche
Rahmen eigenständiger wirtschaftlicher Überlegungen Erfolgsfaktor für guten, mediengestützten Unter-
und Möglichkeiten einstellen. Der Lernort und duale richt. Digitale Lehr-/Lernumgebungen mit den
Partner Berufsschule als Teil des dualen Berufsbildungs- spezifischen Unterrichtsangeboten entfalten nicht
systems kann die mit der Digitalisierung verbundenen die mit ihnen intendierten Wirkungen, wenn das
beruflichen und betrieblichen Fragestellungen auf- Bildungspersonal nicht über eine zeitgemäße Me-
greifen und im Unterricht systematisch reflektieren. dienkompetenz verfügt, um einen reflektierten und
Dafür muss sich der Lernort Berufsschule angemessen ergebnisorientierten Unterricht gestalten zu können.
aufstellen können. Daher müssen für die Lehrkräfte an Berufsschulen
regelmäßige Weiterbildungen für den Aufbau von
digitalen Kompetenzen – zugeschnitten auf den
Unterricht an Berufsschulen – angeboten werden.
12 DIGITALE INNOVATIONEN

Zukunftsfähigkeit: Digitale Medien unterstützen 2. Technologische Infrastruktur und Service


die betriebliche Aus­ und Weiterbildung Korrespondierend zur Vermittlung der erforderli-
chen Medienkompetenz des Lehrpersonals an den
Mit seinem Förderprogramm „Digitale Medien in der
Berufsschulen ist die zweite Säule einer digitalen
beruflichen Bildung“ (www.qualifizierungdigital.de)
Strategie eine stabile und sichere technologische
unterstützt das Bundesministerium für Bildung und For-
Infrastruktur. Eine Berufsschule „digital“ sollte als
schung (BMBF) gezielt den Einsatz und die Verbreitung
teilautonome Einrichtung über die notwendigen
digitaler Medien zur Unterstützung und Optimierung der
Supportstrukturen und IT-Ressourcen verfügen.
Berufsbildung.
Um den Anschluss an die betriebliche Praxis zu ge-
Erfolgreich erprobte Konzepte werden im Rahmen der währleisten, muss in den Berufsschulen Hardware
bundesweiten Roadshow „Digitale Medien im Ausbil­ und Anwendungssoftware auf dem neusten Stand
dungsalltag“ Ausbilderinnen und Ausbildern demons- vorhanden sein. Die Wartung und Instandhaltung
triert, um das erforderliche Know-how zum Einsatz dieser Systeme muss durch einen professionellen
digitaler Medien im Ausbildungsalltag an diese zentrale Support gewährleitet werden.
Zielgruppe zu vermitteln. Dazu gehört beispielsweise
der „Kompetenz-Check“, ein digitales Werkzeug, mit 3. Organisationsentwicklung und Vernetzung
dem das Ausbildungspersonal den Kompetenzstand und Zeitpläne, curriculare Vorgaben, Klassenverbände
die -entwicklung von Auszubildenden in verschiedenen und auch die moderierende Unterrichtsgestaltung
Phasen des Ausbildungsprozesses einfach überprüfen und sind aus ihren eher statischen Strukturen heraus-
dokumentieren kann. zulösen und im Rahmen eines Organisationsent-
Die mit dem Einsatz von „Virtual Reality/Augmented wicklungsprozesses in ein flexibles, IT-gestütztes
Reality“ verbundenen Erweiterungsmöglichkeiten be- Informations- und Wissensmanagementkonzept
trieblicher Ausbildung sind in diesem Kontext ebenfalls zu transferieren. Die inzwischen vorliegenden
Gegenstand von Pilotprojekten, die zu ersten konkreten Erfahrungswerte einzelner Berufsschulen und auch
Anwendungskonzepten geführt haben. Beispielsweise das Länderinitiativen sollten Gegenstand einer proaktiv
SVL-Projekt (Social Virtual Learning) bei dem das Aus- betriebenen Vernetzungsstrategie zur Informati-
bildungspersonal bei der Roadshow mit Datenbrille und onsverbreitung sein. Mithilfe der dafür notwendi-
Controllern ausgestattet wird und in eine virtuelle Welt gen Koordinierungs- und Vernetzungsaktivitäten
eintaucht, die das Arbeiten, Lernen und Lehren an einer sollte ein regelmäßig stattfindender Informations-
virtuellen Druckmaschine ermöglicht. und Erfahrungsaustausch zum digitalen Wandel in
bzw. an den Berufsschulen sowohl auf kommuna-
Mit seiner neuen Förderbekanntmachung „Inklusion“
ler/regionaler als auch auf Länder- und auf Bundes-
und dem damit verbundenen Förderschwerpunkt will das
ebene etabliert werden.
BMBF dabei helfen, Barrieren für Menschen mit Behinde-
rungen in der beruflichen Bildung abzubauen. Der Einsatz
digitaler Medien soll es Menschen mit Behinderungen
erleichtern, Angebote der Aus-, Fort- und Weiterbildung
in Anspruch zu nehmen. Wer beispielsweise aufgrund von
Behinderungen oder anderen Beeinträchtigungen an eini-
gen Tagen das Haus nicht verlassen kann, soll so gleicher-
maßen aktiv in das Unterrichtsgeschehen eingebunden
werden. Selbst gedrehte Lernvideos, Podcasts oder der
Einsatz neuer Technik wie Virtual-Reality-Brillen sollen
dies möglich machen.
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Arbeitsgruppe „Nachwuchsgewinnung
im IKT-Bereich stärken“

Digitale Kompetenzen werden zu Kern­ talen Spaltung in unserer Gesellschaft – im beruflichen


kompetenzen wie auch im privaten Bereich – entgegenzuwirken.
Der digitale Wandel hat schon heute große Auswirkun-
gen auf den privaten und beruflichen Alltag der Men- Der Grundstein für digitale Kompetenzen
schen. In den kommenden Jahren wird die Bedeutung muss in der Schule gelegt werden
von digitalen Technologien gerade in der Arbeitswelt Digitale Kompetenz – im Sinne eines kompetenten
rasant zunehmen. Um die Menschen auf die damit Umgangs mit digitalen Medien und des Aufbaus einer
verbundenen Veränderungsprozesse vorzubereiten, ist grundständigen IT-Kompetenz – muss integraler
die Stärkung der digitalen Kompetenzen eines jeden Bestandteil heutiger Bildungsziele werden und bildet
Einzelnen unerlässlich. damit das Fundament für den weiteren Bildungs- und
Berufsweg. Die berufliche Bildung muss auf diesen
Digitale Kompetenz wird sich zur Kernkompetenz quer Grundlagen aufbauen können, die bereits in der
durch alle Berufe entwickeln und ist der Schlüssel für Schule vermittelt werden. Viele Schulen stehen bei der
eine erfolgreiche Gestaltung der digitalen Transfor- Umsetzung digitaler Bildung jedoch noch am Anfang.
mation in Deutschland. Eine breit angelegte digitale In einer zunehmend „digitalen Welt“ muss die Schule
Grundbildung ist aber auch notwendig, um einer digi- eine aktive Rolle übernehmen. Gerade um digitale
14 DIGITALE INNOVATIONEN

Initiative „Digitaler Bildungspakt“ IT­Gipfel 2016: Die ersten beiden Smart Schools
gehen im Saarland „online“
In der Initiative „Digitaler Bildungspakt“ haben sich
Die ersten beiden „Smart Schools“ wurden passend
einige Mitglieder der Plattform „Digitalisierung in
zum Veranstaltungsort des IT-Gipfels 2016 im Saarland
Bildung und Wissenschaft – wie Microsoft Deutschland,
vorgestellt. Es handelt sich um die Gemeinschafts-
die Gesellschaft für Informatik oder der Bundesverband
schule Bellevue in Saarbrücken und das Gymnasium
mittelständische Wirtschaft – sowie weitere Vertreter
Wendalinum in St. Wendel.
aus Wirtschaft, Wissenschaft, Öffentlichem Sektor und
Non-Profit-Sektor zusammengeschlossen, um den poli-
Smart Schools zeichnen sich dadurch aus, dass sie die
tischen Dialogprozess zu digitaler Bildung konstruktiv
Säulen Infrastruktur, Inhalte/Konzepte und Qualifizie-
zu begleiten. Die Partner des „Digitalen Bildungspakts“
rung der Lehrkräfte zusammendenken. Isolierte Infra-
sind davon überzeugt, dass digitale Kompetenzen die
strukturprojekte gehören damit der Vergangenheit an,
Voraussetzung für beruflichen Erfolg und die Teilhabe
es geht um umfassende und integrierte Ansätze. Die er-
am gesellschaftlichen Leben sind. Ziel der Initiative ist
folgreiche Umsetzung des Projektes erfolgte mit Unter-
es, digitale Bildung und Kompetenzen zu fördern, denn
stützung von zahlreichen Partnern aus der IT-Branche,
diese sichern Wettbewerbsfähigkeit und Chancengleich-
z. B. Deutsche Telekom AG, Fujitsu Technology Solu-
heit in einer digitalen Welt.
tions GmbH, Hewlett-Packard, Microsoft Deutschland
www.digitaler­bildungspakt.de und SAP SE. Koordiniert wurden die umfangreichen
Arbeiten vom Digitalverband Bitkom.

Bei der Realisierung des Smart-School-Ansatzes im


Kompetenzen für bildungsaffine und bildungsferne Saarland wurde schnell deutlich, dass für jede Schule
Schichten gleichermaßen zu vermitteln, bedarf es der individuelle Lösungen gefunden werden müssen, da
pädagogisch fundierten Vermittlung in den Schulen. sich die Ausgangslagen an beiden Schulen sehr unter-
schieden. Das Themenspektrum reichte dabei von der
Ziel der AG „Nachwuchsgewinnung im IKT-Bereich notwendigen Infrastruktur (Breitbandversorgung,
stärken“ ist es daher, den sicheren und kompetenten WLAN und Endgeräte) über die Einführung von digita-
Umgang mit digitalen Medien und Technologien – u. a. len Lerninhalten bis hin zur Fortbildung des Lehrper-
an Schulen in ganz Deutschland – zu befördern und die sonals. Die saarländische Landesregierung unterstützt
Notwendigkeit digitaler Kompetenz – nicht zuletzt mit das Projekt auch aktiv weiter und setzte darüber hinaus
Blick auf die zunehmend digital geprägte Arbeitswelt ein Förderprogramm für die technische Ausstattung
– in den Fokus des öffentlichen Interesses – z. B. durch saarländischer Schulen auf.
bundesweite Informationsveranstaltungen für Unter-
nehmen – zu rücken. Digital­Gipfel 2017: Start des Smart­School­
Wettbewerbs
Raum für digital gestützte Lehr­ und Lernszenarien Um in ganz Deutschland Schulen auf den Weg zur
schaffen digitalen Schule zu unterstützen und digitale Kompe-
Die Bildungsorte der Zukunft stehen vor der großen tenzen stärker zu fördern, startete der Digitalverband
Herausforderung, Raum für digital gestützte Lehr- und Bitkom zum Digital-Gipfel 2017 den Smart-School-
Lernszenarien zu schaffen und diesen Prozess aktiv Wettbewerb. Mit dem Label „Smart School“ sollen
mitzugestalten. Insbesondere die „Schule der Zukunft“ Schulen gewürdigt werden, die digitale Bildung ent-
benötigt sichere und verlässliche Lernumgebungen, die weder bereits praktisch realisieren oder überzeugende
orts- und zeitunabhängiges Lernen in Verbindung mit Konzepte zur Digitalisierung von Schule und Unter-
guten didaktischen Konzepten ermöglichen. richt vorlegen.
ARBEITSGRUPPE „NACHWUCHSGEWINNUNG IM IKT-BEREICH STÄRKEN“ 15

Im Zuge des Digital-Gipfels 2017 in der Metropol- spielen gerade Kooperationen zwischen und mit
region Rhein-Neckar wurden die Ernst-Reuter-Schule Bildungseinrichtungen eine wichtige Rolle, wenn es
in Karlsruhe (Baden-Württemberg), die Elisabethen- darum geht, Ansätze digitaler Bildung sowie Good-
schule in Frankfurt am Main (Hessen) und das Lei- Practice-Beispiele auszutauschen, auszubauen oder gar
ninger-Gymnasium in Grünstadt (Rheinland-Pfalz) gemeinsam zu realisieren.
als „Smart Schools“ und somit als digitale Vorreiter
ausgezeichnet. Auch deshalb sollen die ersten Erfahrungen aus dem
Modellprojekt „Smart School“ öffentlich in einem
Leuchtkraft entwickeln: Vorbild „Smart School“ „Wegweiser Smart School“ zugänglich gemacht wer-
Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und den. So können auch andere Schulen von den Erfah-
der Wirtschaft sowie der Austausch der Bildungs- rungen auf dem Weg zur digitalen Schule profitieren.
einrichtungen untereinander werden bisher noch zu Die Veröffentlichung des Wegweisers ist Ende 2017
wenig als Treiber digitaler Bildung anerkannt. Dabei geplant.
16 DIGITALE INNOVATIONEN

Auszeichnung MINT­freundliche digitale Schulen Skalierung des Smart­School­Ansatzes


Die Skalierung der Smart-School-Idee erfolgt auf drei
Im Vorfeld des Digital-Gipfels 2017 haben die Initiative Ebenen:
MINT Zukunft schaffen, die Gesellschaft für Informatik
und weitere Partner in Berlin die ersten zwölf MINT- • Durch die Ausstattung und Unterstützung weiterer
freundlichen „digitalen Schulen“ in Deutschland ausge- Schulen in den kommenden Jahren im Rahmen des
zeichnet. Das Gymnasium Würselen hat insbesondere Smart-School-Wettbewerbs,
Konzepte zur informatischen Bildung implementiert, • durch den „Wegweiser Smart School“ und
Digitalisierung als Schwerpunkt im Schulprogramm fest- • durch die fallweise Kooperation mit dem Schul-
geschrieben und verfügt über verantwortliche Lehrkräfte Cloud-Projekt der AG „Digitale Bildungsplattformen:
für die Qualifizierung des Kollegiums. Die Gesamtschule Innovationen im Bildungsbereich“.
Marienheide hat in allen 20 Kriterien gut bis sehr gut
abgeschnitten und adressiert damit die digitale Bildung Weiterführende Informationen zum Smart-School-Wett-
sehr umfassend. Beide Schulen stehen beispielhaft für bewerb finden Sie auf www.bitkom.org.
insgesamt zwölf Schulen, die in dieser ersten Pilotphase
ausgezeichnet wurden. Austausch zu digitaler Bildung befördern
Um den Austausch zur digitalen Bildung weiter voran-
http://www.mintzukunftschaffen.de/ zutreiben und ihrer Rolle als Multiplikator für digitale
mint­freundliche­schulen.html Bildung gerecht zu werden, führten die Mitglieder der
AG „Nachwuchsgewinnung im IKT-Bereich stärken“
im Umfeld des IT-Gipfels 2016 und des Digital-Gipfels
2017 folgende Aktivitäten durch:

• Konferenz Bildung 4.0 | Bitkom | Redner waren u. a.


Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka
und Bitkom-Präsident Thorsten Dirks
• Digitalkonferenz: Moderne Bildung im 21. Jahrhun-
dert | BVMW in Zusammenarbeit mit der Gesell-
schaft für Informatik, der Initiative Mittelstand-
Digital und der Botschaft der Republik Estland in
Berlin | Redner waren u. a. der KMK-Generalsekretär
Michallik, die HRK-Vizepräsidentin Gross, der estni-
sche Botschafter Laanemäae und BVMW-Präsident
Ohoven
• Bundesweite Veranstaltungen über das BVMW-Netz-
werk für Unternehmen und regionale Partner zum
Thema „digitale Kompetenzen“ und zu laufenden
Initiativen in diesem Bereich
• Stakeholderkonferenz der Initiative „Digitaler Bil-
dungspakt | Veröffentlichung eines Kompendiums
mit Handlungsempfehlungen zum IT-Gipfel 2016
(www.digitaler-bildungspakt.de)
17

Arbeitsgruppe „Intelligente und effiziente


Nutzung von Open Data in Wissenschaft/
Forschung und Wirtschaft“

Daten: „Rohstoffe“ des 21. Jahrhunderts Fokus 2016: Erarbeitung von vier Kernempfeh­
Daten werden immer mehr als wichtiger „Rohstoff“ lungen zum Umgang mit Forschungsdaten
nicht nur für die Erzeugung neuen Wissens oder die Bereits im Jahr 2016 erarbeitete die Arbeitsgruppe
Entwicklung innovativer Dienste, sondern auch krea- vier Kernempfehlungen, die sich auf die Etablierung
tiver industrieller Produkte angesehen. Der Zugang zu fachübergreifender Austauschforen zu Datenfragen, die
Daten, ihre langfristige Verfügbarkeit und insbeson- Befähigung zum professionellen Arbeiten mit For-
dere die zur tief gehenden Analyse und Interpretation schungsdaten, die Anforderungen aus einer nachhalti-
von Daten benötigten Fähigkeiten stehen daher im gen Kuration von Daten sowie die Pilotierung infra-
Fokus vieler Debatten in Wissenschaft, Wirtschaft und struktureller Projekte bezogen (vgl. Infobox auf S. 18).
Politik. Vor diesem Hintergrund befasst sich die AG
„Intelligente und effiziente Nutzung von Open Data in Arbeit im Jahr 2017: Kompetenzen zum Umgang
Wissenschaft/Forschung und Wirtschaft“ mit der Fra- mit Forschungsdaten stärken
ge, welche konkreten Maßnahmen erforderlich sind, Im Jahr 2017 konzentrierte sich die Arbeit der AG auf
um das volle Potenzial von Daten für diese Sektoren die zweite Empfehlung, also auf die Frage nach der
auszuschöpfen. Vermittlung einschlägiger Kompetenzen zum Umgang
mit Forschungsdaten.
18 DIGITALE INNOVATIONEN

IT­Gipfel 2016: Kernempfehlungen zum Umgang ein substanzieller Mangel an Fachkräften über einige
mit Forschungsdaten Jahre bestehen wird – selbst wenn viele neue Curricula
erfolgreich etabliert werden können. Dass somit ein
1. Etablierung fachübergreifender Austauschforen zu
hoher Bedarf an Schulungen sowie an professioneller
Datenfragen
Aus- und Weiterbildung zu Datenspezialisten besteht,
Es bedarf Maßnahmen, um offene fachübergreifende
zeigen nicht nur zahlreiche Studien, sondern auch die
Austauschforen zu Datenaspekten zu etablieren. Diese
Lage am Arbeitsmarkt. Dies betrifft unterschiedlichste
sollten Vertreterinnen und Vertretern der Wissen-
Teilgebiete von Wissenschaft und Wirtschaft.
schaft, aber auch der Wirtschaft offenstehen und z. B.
die vom Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII)
Ziel: Außercurriculare Bildungsangebote ausbauen
initiierten Diskussionen aufgreifen.
Um auf den bereits vorhandenen und absehbar wach-
2. Befähigung zum professionellen Arbeiten mit senden Bedarf an Datenspezialisten zu reagieren, ent-
Forschungsdaten wickelte die Arbeitsgruppe daher das Ziel, außercurricu-
Es bedarf Maßnahmen, um die Durchführung von lare Bildungsangebote über den Zeitraum der nächsten
Summer-Schools und ähnlichen Ausbildungsformen vier bis fünf Jahre gezielt auszubauen, sodass mit geeig-
mit Hands-on-Komponenten zu ermöglichen. Diese neten Formaten die Zeit überbrückt werden kann, bis
sollten auch für die Wirtschaft offenstehen. Wissen Absolventinnen und Absolventen flächendeckend aus
sollte in Modulen vermittelt werden, die eine weitere den Curricula am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Verwendung in verschiedenen Kontexten ermöglichen.
Darüber hinaus muss bedacht werden, wie bereits im
3. Anforderungen aus einer nachhaltigen Kuratierung
Berufsleben stehende Personen – bis hin zur Leitungs-
von Daten
ebene forschender Einrichtungen oder privatwirt-
Die Förderung von Projekten sollte mit der Vorgabe
schaftlicher Unternehmen – dabei unterstützt werden
verbunden sein, dass ein konkretes Szenario für die
können, informatische und datenbezogene Grund-
Kuratierung und Nachnutzung der erzeugten Daten
kompetenzen zu entwickeln. Damit dies gelingt, muss
in die Konzeption des Projektes einfließen muss.
zunächst identifiziert werden, an welchen Lehrinhalten
4. Pilotierung infrastruktureller Projekte der stärkste Bedarf besteht, und es soll analysiert wer-
Deutschland ist mit seinen Daten/Informations-Infra- den, welche Formen und Formate sich zur Vermittlung
strukturen momentan im internationalen Vergleich gut der benötigten Kompetenzen am besten eignen.
aufgestellt. Allerdings bedarf es gezielter Maßnahmen,
um diese Stellung zu behaupten. Pilotprojekte zu Digital­Gipfel 2017: Bedarfe ermitteln
folgenden Themen sollten gefördert werden: Ein Netz- Mit einem Workshop im Vorfeld des Digital-Gipfels
werk vertrauenswürdiger und gut nutzbarer Reposi- 2017 sowie mit einem anschließend initiierten Ideen-
torien und Registraturen schaffen, Synergiepotenziale wettbewerb schuf die AG „Intelligente und effiziente
durch das Definieren gemeinsamer Komponenten Nutzung von Open Data in Wissenschaft/Forschung
erschließen, Potenziale heben, die sich aus der Ver- und Wirtschaft“ wesentliche Voraussetzungen, um
bindung von Daten aus unterschiedlichen Domänen eine bedarfsgerechte Förderstrategie für datenbezo-
ergeben, und automatisierte Datenverarbeitung und gene Kompetenzen zu entwerfen und zu realisieren.
maschinelles Lernen effektiv einsetzen. Der Ideenwettbewerb wird im Rahmen des durch das
BMBF geförderten Forschungsprojekts „Dezidierte Un-
tersuchungen zur Wissenschaft im Digitalen Wandel“
Bedarf an Datenspezialisten nimmt rasant zu des Forschungszentrums Jülich durchgeführt.
Der Bedarf an Datenspezialisten nimmt rasant zu, wäh-
rend an den Hochschulen und Universitäten erst nach Workshop „Wissenschaft im digitalen Wandel“
und nach Studiengänge zur Data Science entstehen. Da bereits einige Curricula und Schulungen bestehen,
Die Situation ist insgesamt dadurch charakterisiert, die Kompetenzen für den qualifizierten Umgang mit
dass die benötigten Fertigkeiten und Kompetenzen Forschungsdaten vermitteln, versammelte die Arbeits-
noch überwiegend durch außercurriculare Aktivitäten gruppe in einem Workshop am 6. Juni 2017 erfahrene
– wie z. B. Sommerschulen – vermittelt werden und Dozenten solcher Angebote.
ARBEITSGRUPPE „INTELLIGENTE UND EFFIZIENTE NUTZUNG VON OPEN DATA“ 19

Ziel des Workshops war es zu erfahren, wodurch die statieren ist. Konkret sollen Konzepte dazu eingereicht
unterschiedlichen Angebote motiviert sind, was sie werden, wie solche Kompetenzen in außercurricularen
jeweils in besonderer Weise auszeichnet, welche Inhalte Formaten modellhaft entwickelt und eingesetzt wer-
von potenziellen Kursteilnehmerinnen und Kursteil- den können. In den Konzepten muss zudem beschrie-
nehmern am stärksten nachgefragt werden und welche ben werden, wie bewertet werden soll, ob die Fortbil-
Lehrmethoden sich zur Vermittlung der unterschiedli- dungen die jeweils adressierten Fähigkeiten erfolgreich
chen Kompetenzen besonders gut eignen. vermitteln konnten.

Konzeption des Ideenwettbewerbs Da die in den Formaten entwickelten Bausteine einer


Die Ergebnisse des Workshops dienten zugleich der Befähigung zur Datenwissenschaft mittelfristig in sich
abschließenden Konzeption eines Ideenwettbewerbs. entwickelnde Curricula für die Aus- und Weiterbildung
Dieser zielt auf eine Vermittlung von Kompetenzen integriert werden sollen, müssen die in Umsetzung der
insbesondere in denjenigen akademischen Berufsfel- Konzepte entwickelten Lehr- und Lerninhalte Dritten
dern ab, in denen großer Qualifizierungsbedarf zu kon- für eine Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden.
20 DIGITALE INNOVATIONEN

Digital­Gipfel 2017: Workshop „Wissenschaft Breite inhaltliche Ausrichtung des Wettbewerbs


im digitalen Wandel“ Inhaltlich ist der Ideenwettbewerb bewusst breit
angelegt, sodass die Formate dem Erwerb von Fer-
Der Workshop „Wissenschaft im digitalen Wandel“ fand
tigkeiten in der Analyse von Daten, im maschinellen
am 6. Juni 2017 im Vorfeld des Digital-Gipfels 2017 an
Lernen, im Text- und Data-Mining, im Bereich des
der Universität Mannheim statt.
Metadaten-Managements oder auch dem Erwerb von
Im Laufe des Workshops wurde besonders deutlich, dass Kompetenzen im Bereich rechtlicher oder ethischer
Datenwissenschaftler Kompetenzen aus unterschiedli- Fragestellungen des Forschungsdatenmanagements
chen Feldern kombinieren müssen: Insbesondere müs- dienen können.
sen Fähigkeiten in der Datenanalyse (wie die Anwendung
statistischer Methoden oder die Nutzung maschinellen Wesentlich für alle Formate ist, dass mit den geplanten
Lernens) und im Datenengineering (Software, Tools, Veranstaltungen inhaltlich sinnvoll abgrenzbare Lern-
Infrastruktur) mit einem ausreichenden Grad an Fach- einheiten adressiert, konkrete Lernziele definiert und
kenntnissen in einer wissenschaftlichen Disziplin einher- Kriterien formuliert werden, anhand derer der Lern-
gehen, da dies die grundlegende Voraussetzung dafür ist, erfolg bewertet werden kann.
erkenntnisleitende Fragestellungen anhand zeitgemäßer
Methoden sauber definieren und bearbeiten zu können. Erprobung der besten Konzepte im Jahr 2018
Darüber hinaus werden Kenntnisse im Bereich von Von allen Einreichungen zum Ideenwettbewerb sollen
Geschäftsmodellen zunehmend wichtiger, da diese maximal fünf Konzepte mit je 20.000 € unterstützt
Kenntnisse die Datenwissenschaftler oft erst befähigen werden, die zur Umsetzung der Ideen eingesetzt
zu erkennen, in welcher Weise auf Grundlage von Daten werden müssen. Die in den prämierten Konzepten
Wertschöpfung entstehen kann. Dies wäre ein Baustein, beschriebenen Formate sollen gemeinsam mit dem
um eine Brücke zwischen der (Daten-)Wissenschaft und Forschungszentrum Jülich im Rahmen des eingangs
der Wirtschaft zu etablieren. Hier besteht Nachhol- erwähnten Forschungsvorhabens im Lauf des Jahres
bedarf in Deutschland. So werden in die Vorstände US- 2018 erprobt werden.
amerikanischer Unternehmen zunehmend Chief Data
Officer (CDO) berufen, während diese Rolle in Deutsch- Ziel ist zu eruieren, inwieweit und in welchem zeitli-
land bislang kaum besetzt ist. chen Rahmen die Formate geeignet sind, Interessenten
zielgruppenorientiert zu Expertinnen und Experten
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde
im Umgang mit Forschungsdaten, in den Datenwis-
konstatiert, dass methodisch orientierte Elemente in
senschaften oder in der Entwicklung von datengetrie-
den Curricula ebenso benötigt werden wie anwendungs-
benen Geschäftsmodellen, Diensten und Produkten
bezogene. Zudem muss fachliche Expertise mit Spezial-
zu qualifizieren. Weiterführende Informationen zum
wissen über Daten kombiniert werden – z. B. durch die
Ideenwettbewerb finden Sie auf: www.wissenschaft-
geschickte Zusammensetzung von Teams. Betont wurde
im-digitalen-wandel.de.
des Weiteren, dass die Vermittlung datenbezogener
Kompetenzen einen wesentlichen Beitrag zur Integrität
wissenschaftlicher Praxis leisten kann. Angesichts der
grundlegenden Bedeutung von Daten sei es schließlich
erforderlich, den Erwerb einschlägigen Wissens durch
lebenslanges Lernen auch in Curricula zu verankern.
21

Ausblick: Laufende Projekte zum Erfolg führen –


Neue Themen erschließen

Digitale Agenda – Schlüssel zur Gestaltung Digital­Gipfel­Prozess – Digitale Innovationen


der Digitalisierung in Deutschland für Deutschland generieren
In der 18. Legislaturperiode hat die Bundesregierung Gerade die aus dem Digital-Gipfel-Prozess hervor-
die digitale Transformation in Deutschland mit der gehenden praktischen Impulse tragen entscheidend
Umsetzung der Digitalen Agenda 2014–2017 aktiv dazu bei, die Chancen von digitalen Lösungen für die
gestaltet. Mit der Ausrichtung des IT-Gipfel-Prozesses Menschen in Deutschland zu erschließen und die
auf die Handlungsfelder der Digitalen Agenda wurde Herausforderungen der digitalen Transformation für
das Themenspektrum dieses Dialogprozesses auf alle Gesellschaft und Wirtschaft gemeinsam zu meistern.
Bereiche der Digitalisierung ausgeweitet. Die Weiter- Nachhaltige Praxisprojekte stehen dabei im Mittel-
entwicklung der Digitalen Agenda 2014–2017 und des punkt der gemeinschaftlich getragenen Initiativen.
damit verbundenen Digital-Gipfel-Prozesses sind ent-
scheidende Kriterien für die erfolgreiche Gestaltung Solche Maßnahmen lassen sich im Bildungs- und Wis-
des digitalen Wandels in der kommenden Legislatur- senschaftsbereich nicht immer im jährlichen Turnus
periode. des Digital-Gipfels abschließend umsetzten. Hier ist ein
längerer Atem von den Projektbeteiligten gefragt.
22

Die Politik flankiert diese Maßnahmen z. B. durch den Neue Themen erschließen
vom BMBF zum IT-Gipfel 2016 vorgeschlagenen und Die aktive Gestaltung des digitalen Wandels in Bildung
mittlerweile mit den Ländern in Verhandlung befind- und Wissenschaft birgt auch in Zukunft noch zahl-
lichen DigitalPakt für Deutschlands Schulen. reiche Herausforderungen. Insbesondere folgende
Themen könnten in der nächsten Legislaturperiode
Erfolgreiche Projekte fortführen und weiter­ aufgegriffen werden:
entwickeln
Zum IT-Gipfel 2016 und zum Digital-Gipfel 2017 hat • Cloud-Technologien werden in der Bildung zu-
die Plattform „Digitalisierung in Bildung und Wissen- nehmend an Bedeutung gewinnen. Die Potenziale
schaft“ sowohl kurzfristig als auch mittel- und lang- von Cloud-Lösungen – z. B. für die berufliche Aus-,
fristig angelegte Initiativen zur Gestaltung des digitalen Fort- und Weiterbildung – könnten daher auch in
Wandels in Bildung und Wissenschaft auf den Weg den kommenden Jahren wieder von der Plattform
gebracht. Die mittel- und langfristig ausgelegten Pro- aufgegriffen werden.
jekte befinden sich zum Ende der 18. Legislaturperiode • Die benötigten digitalen Qualifikationen von Auszu-
in unterschiedlichen Umsetzungsphasen. Das Themen- bildenden und Lehrenden sind ein weiteres Themen-
spektrum reicht dabei von der Schul-Cloud über die feld, welches in den Fokus der unterjährigen Arbeit
„(digitale) Schule der Zukunft“ (Smart School) bis hin der Plattform rücken könnte. Ein Monitoring zum
zur Stärkung von datenbezogenen Kompetenzen in der Wandel der Qualifikationsanforderungen im Zuge
Wissenschaft. der Digitalisierung ist dabei genauso denkbar wie
die Entwicklung geeigneter Formate zur Qualifizie-
23

rung von Azubis und Lehrpersonal im Umgang mit • Die Digitalisierung der deutschen Hochschulen
digitalen Medien in Einrichtungen der beruflichen und der Hochschullehre stellt für die Plattform ein
Bildung – wie z. B. Berufsschulen oder Berufsbil- potenziell neues Themenfeld dar, das ab 2018 das
dungs- und Kompetenzzentren. inhaltliche Spektrum der Plattform sinnvoll erwei-
• Wie allgemeinbildende Schulen bei ihren Bemühun- tern könnte.
gen auf dem Weg zur „(digitalen) Schule der Zukunft“
unterstützt werden können, verliert auch in Zukunft Welche weiteren Themen zur Digitalisierung in Bil-
nicht an Relevanz. Konkrete Hilfestellungen auf dung und Wissenschaft künftig noch in den Vorder-
Basis von erfolgreichen Praxisbeispielen können ein grund rücken werden, hängt nicht zuletzt von der Wei-
Weg sein, Bildungseinrichtungen auf diesem Weg zu terentwicklung der Digitalen Agenda und des damit
unterstützen. verbundenen Digital-Gipfel-Prozesses in der nächsten
• Gute Konzepte zur außercurricularen Wissensver- Legislaturperiode ab.
mittlung von datenbezogenen Kompetenzen werden
bis Ende 2017 im Rahmen eines breit angelegten
Ideenwettbewerbs generiert. Die Realisierung eines
Informationsportals könnte maßgeblich dazu
beitragen, dass ein großer Personenkreis von den
im Ideenwettbewerb gewonnenen Erkenntnissen
profitieren kann.
24 DIGITALE INNOVATIONEN

Akteure der Plattform

Vorsitz: Prof. Dr. Johanna Wanka (Bundesministerin Prof. Dr.-Ing. Jürgen Leohold (Leiter Konzernforschung
für Bildung und Forschung) der Volkswagen AG und Mitglied im Kuratorium der
Volkswagenstiftung)
Co-Vorsitz: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. August-Wilhelm
Scheer (Scheer Group GmbH) Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer (Präsident der Gesell-
schaft für Informatik)
Prof. Dr. Katja Becker (Vizepräsidentin der Deutschen
Forschungsgemeinschaft) Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt (Vorstands-
vorsitzender des Forschungszentrums Jülich)
Achim Berg (Präsident des Bundesverbands Infor-
mationswirtschaft, Telekommunikation und neue Prof. Dr. Christoph Meinel (Direktor und Geschäfts-
Medien e.V.) führer des Hasso-Plattner-Instituts für Software-
systemtechnik GmbH)
Sabine Brünger-Weilandt (Direktorin und Geschäfts-
führerin, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Infor- Mario Ohoven (Präsident des Bundesverbands mittel-
mationsinfrastruktur GmbH) ständische Wirtschaft)

Dr. Joachim Bühler (Mitglied der Geschäftsleitung des Dr. Simone Rehm (Prorektorin für Informations-
Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommu- technologie [CIO], Universität Stuttgart)
nikation und neue Medien e.V.)
Prof. Dr. Otto Rienhoff (Vorsitzender des Rates für
Wilmar Diepgrond (Vorstandsvorsitzender des Informationsinfrastrukturen, Universitätsmedizin
Verbands Bildungsmedien e.V.) Göttingen – Institut für Medizinische Informatik)

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser (Präsident des Bundes- Dr. Eric Schweitzer (Präsident des Deutschen Industrie-
instituts für Berufsbildung) und Handelskammertages)

Prof. Anja Feldmann, PhD (Professorin an der Techni- Prof. Dr. Dorothea Wagner (Karlsruher Institut für
schen Universität Berlin – Institut für Telekommunika- Technologie – Institut für Theoretische Informatik,
tionssysteme, Internet Network Architectures) Mitglied im Wissenschaftsrat)

Dr. Elke Frank (Senior Vice President HR Development, Dr. Bernd Welz (Executive Vice President, SAP SE,
Deutsche Telekom AG) Global Head of Solution and Knowledge Packaging)

Elke Hannack (stellv. Vorsitzende des Deutschen Ge- Dr. h. c. Peter Wittenburg (Research Data Alliance,
werkschaftsbundes) Max-Planck-Gesellschaft)

Prof. Dr. Michael Jäckel (Präsident der Universität Trier) Hans Peter Wollseifer (Präsident des Zentralverbands
des Deutschen Handwerks)
Renate Radon (Senior Director Public Sector, Microsoft
Deutschland)
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Impressum
Herausgeber Diese Publikation wird als Fachinformation des Bundesminis-
Bundesministerium teriums für Bildung und Forschung kostenlos herausgegeben.
für Bildung und Forschung (BMBF) Sie ist nicht zum Verkauf bestimmt und darf nicht zur Wahl-
Referat Grundsatzfragen und Rahmenbedingungen werbung politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden.
des Digitalen Wandels
10117 Berlin

Stand
September 2017

Text
BMBF

Gestaltung
W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld; Christiane Zay

Bildnachweise
Titel, S. 3, 15, 16: fjs e. V./Christian Griebel
S. 2: links: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/
Steffen Kugler: Vorwort (Porträt Prof. Dr. Johanna Wanka)
S. 2 rechts: Scheer Group GmbH
S. 4: gettyimages/Westend61
S. 5, 6, 10: BMBF/Hans-Joachim Rickel
S. 7: gettyimages/FatCamera
S. 9: gettyimages/Caiaimage/Trevor Adeline
S. 11: gettyimages/Caiaimage/Tom Merton
S. 12: gettyimages/yoh4nn
S. 13: gettyimages/Hoxton/Tom Merton
S. 17: gettyimages/Ashley Cooper
S. 19: gettyimages/Javier Larrea
S. 21: gettyimages/Hero Images
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