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Λυδία: Ein Toponym zwischen Orient und Okzident

Author(s): Paul Widmer


Source: Historische Sprachforschung / Historical Linguistics, 117. Bd., 2. H. (2004), pp. 197-
203
Published by: Vandenhoeck & Ruprecht (GmbH & Co. KG)
Stable URL: https://www.jstor.org/stable/40849223
Accessed: 04-02-2020 22:37 UTC

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AüSía: Ein Toponym zwischen Orient und Okzident

Das griechische Ethnonym Aoôóç 'Lyder' wird als Entlehnung aus einer lydischen
Form *lüd- (oder *lüuid-) gedeutet. Das Lydische hat dies seinerseits bei der Besiedlung
des historischen Lydien von der ansässigen luwischen Bevölkerung in der Form *lüja-
(oder *lüu{í)¡a-) Íuwisch(es Land)' übernommen.1

Zur Erklärung der griechischen Bezeichnung Lydiens AüSía (ab


Herodot) und der Lyder AöSoi (Alk. etc.) hat Gusmani 1995: 13, die
Herleitung aus der idg. Wurzel *hjleudh- (IEW 684f., vgl. ahd. Hut
'Volk', gr. éÀ,£Ívôspoç 'frei' etc.) wieder aufgegriffen, die auf Toma-
schek 1894: 962 zurückgeht. Carruba 2002: 160, hat dies weiter aus-
geführt, und für Aûô- phrygische Vermittlung vorgeschlagen, da in den
anatolischen Sprachen ein Stamm *l(e)udh-o-, bzw. ein Fortsetzer der
Wurzel *hjleudh sonst nicht vorhanden ist. Nach Carruba haben die
Phryger bei ihrer Landnahme die Eigenbezeichnung der lokalen Bevöl-
kerung einer Stadt Arawanna/Araunna 'Villefranche, Fribourg',3 des
ersten oder eines der ersten Völker, mit denen die Phryger in Kontakt
gekommen seien, ins Phrygische übersetzt und dann an die Griechen
vermittelt.
Das Szenario von Carruba ist durchaus bedenkenswert. Typischer-
weise werden Eigenbezeichnungen von Nachbarvölkern zwar nicht
übersetzt, sondern entlehnt und phonetisch adaptiert, falls nicht über-
haupt eine neue Bezeichnung geprägt wird. Aber ausschliessen lässt
sich eine Lehnübersetzung nicht, zumal {^arawa- 'adelig, unabhängig,
frei (von Steuern, Abgaben)' und seine Ableitungen politisch und sozial
wichtige Konzepte beinhaltet haben.4 Gerade in diesem wichtigen
semantischen Feld zeugt die griechische Übersetzung 'EXeuOépa des
lykischen Ortsnamens 'Epeúa (s. Laroche 1960: 125, Zgusta 1984: 172),
das gut an lyk. *ereue- 'frei' < (*orouo-) angeschlossen werden kann,

1 Nach Abschluss des Manuskripts habe ich erfahren, dass R. Beekes (Leiden) in
einem Artikel, der in Kadmos erscheinen wird, die hier vorgeschlagene Herleitung von
AuÔía in nuce auch vertritt. Ich danke I. Hajnal (Innsbruck), C. Melchert (Chapel Hill)
und E. Rieken (Marburg) für Diskussion und Kommentare - verbliebene Mängel sind
natürlich mir anzulasten -, sowie R. Beekes (Leiden) für seine freundliche Auskunft.
"Die maionischen Auôoí als 'Freie' zu fassen?"
3 So Laroche 1960: 124; Del Monte - Tischler 1978: 29f. , Del Monte 1992: 9; vgl.
heth. arawa(nni)- 'frei, adelie', hluw. arawan(a)-.
4 Vgl. auch lyk. arawä N320.21 ~ àTietaúfopoi.

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davon, dass synchron genügen


Übersetzungen vorhanden war.
Beeinträchtigt wird Carrubas Sz
Lokalisierung von Arawanna/Arau
hervorgeht. Und da wie im Anatol
keine Fortsetzer eines *hileudho- u
nachgewiesen worden sind, verb
jeden Fall eine grosse Unbekannt
halb Anschluss an vorhandenes ono
Eine Bezeichnung der Lyder un
1997: 383f. in hluw. mu-sá-za (K
1917: 579, mit dem Namen der
Region Muoia verbunden hatte. D
für Starke aus der Kombination dieser Form mit der Information von
Strabon, der sich auf Xanthos den Lyder beruft, dass die
Sprachsituation in Mysien |iií;oM8iov yáp ttcoç eivai Kai (ii^ocppóyiov.
Daraus schliesst weiter Neumann plausibel, dass das lydischsprachige
Gebiet im Norden und Osten des historischen Lydiens nach Mysien
hinein gereicht habe (Neumann 1999: 19; auch Beekes 2002: 214).
Damit im wesentlichen übereinstimmend sieht Oettinger 2002: 51 f. die
Wohnsitze der Lyder um 1600a tentativ etwas weiter im Norden, wo sie
auch von Melchert 2003: 9, im späten dritten Jahrtausend lokalisiert
werden.
Es ist demnach durchaus plausibel, dass einerseits einige lydisch-
sprachige Gruppen sich beim Vordringen der Phryger aus dem Nord-
westen langsam an die Phryger assimiliert haben, und dass andererseits
einige Gruppen nach Süden hin in die historischen Wohnsitze der Lyder
ausgewichen sind. Berücksichtigt man diese Tatsache, so kann es als
plausibel angesehen werden, dass der Name der historischen Landschaft
Au8ia von den einwandernden Lydern geprägt worden ist. Die ein-
fachste Annahme besteht darin, dass die Lyder onomastisches Material
aus der zu diesem Zeitpunkt dort ansässigen Bevölkerung übernommen
haben. Da das Gebiet des historischen Lydien mit grosser Wahrschein-
lichkeit als luwisch(-sprachig) anzusehen ist, (s. Melchert 2003: 1 Iff.,
Starke 1997: 457), liegt es nahe, als Gebersprache für die lydische Be-
nennung der neu erschlossenen Region ein luwisches Idiom in Betracht
zu ziehen. Ich schlage deshalb vor, dass die Lyder eine Form *lüja- oder
*Iüui¡a- (zu diesen beiden Ansätzen s. sofort) der Bedeutung 'luwi-

5 Starke sieht in mu-sá-za ein Adjektiv /musazza-/ 'mysisch', doch s. Hawkins bei
Neumann 1999: 19, Fn. 1 1, Hawkins 2000: 126 (Dat/Lok. PL 'bei den Mysern').

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sch(es Land)' aus dem Luwischen übernommen haben. Im Lydischen


wurden *lüia-l*lüuiia- zu *lüda-l*lüida- und konnten so in das Grie-
chische übernommen werden (zum Lautlichen s.u.).
Der Name der Luwier wurde i.w. ausgehend von der Länder-
bezeichnung Luwiya- (Del Monte-Tischler 1978: 252f., Del Monte
1992: 97) einer althethitischen Quelle (KBo VI.2) und einer jung-
hethitischen Abschrift (KBo VI.3) geprägt. Es finden sich hier drei
Gruppen von Schreibungen:

1. Schreibungen mit lu-ú-i-ya-:


ah./ah.: lu-ú-i-ya KBo VI.2 1 4, 37, 40, 51 (lu-^ú-f-ya)
KUR lu-ú-f-[ya KBo VI.2 I 37
ah./jh.: lu-ú-i-ya KBo VI.3 I 1 1, 59 (nur ergänzt: l[u-ú-i-ya)
lu-ú-i-ya-as KBo VI.3 1 45
lu-ú-i-ya-az KBo VI.3 I 50, 53
lu-ú-i-ya-an KBo VI.3 I 48.

2. Schreibungen mit lu-ú-ya-:


ah./ah.: lu-ú-ya-az KBo VI.2 1 42, 45 (lu-ú-¡ya-az]).

3. Schreibungen mit lu-(ú-)i-i/u-


ah./ah. lu-i-in KBo VI.2 I 39
lu-ú-i-u-ma-na-as KBo VI.2 I 45
ah./jh. Hu-i-um-na^-as KBo VI.3 I 53

Diese Schreibungen lassen folgende phonologische Deutungen zu:


• ah. und jh. lu-ú-i-ya{-) können sowohl als llüu(i)ia-l als auch als
llüia-l interpretiert werden.
• ah. lu-ú-ya- kann man als llüia-l oder als llüuia-l deuten. Der
Akkusativ Sg. ah./ah. lu-i-in KBo VI.2 I 39 passt an sich besser zu dem
Ansatz llüia-l. In der jh. Abschrift steht für lu-i-in normalisiertes lu-ú-i-
ya-an KBo VI.3 I 48. Ganz entsprechend wird der ah. Ablativ lu-ú-ya-
az KBo VI.2 I 42, 45 in der jh. Abschrift jeweils durch lu-ú-i-ya-az
(KBo VI.3 I 50, 53) wiedergegeben. Freilich kann ah. <lu-i-in>, falls es
sich dabei um eine direkt aus dem Luwischen entlehnte Form handelt,
einfach ein luwischer Akkusativ mit /-Motion sein, d.h. llu(u)înl <
lluuiiinl (s. Melchert 1990: 200f), und das jh. <lu-ú-i-ya-an> die spä-
tere Behandlung der luwischen Form als heth. -(/)ya-Stamm, worauf
mich C. Melchert aufmerksam macht.
Nach Melchert 1984: 47f., ist <-i-ya-> die typische Graphie fur
jüngere Texte. Man wird deshalb vorerst annehmen, dass ah. lu-ú-ya-

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die Graphie von sprachwirklichem


huwäi- 'laufen' dem althethitisc
/hüia-/ im regel Junghethitischen
bei huya-, für das im Althethitisc
vorkommen (Melchert 1984: 48), w
lichen *lüia- bzw. *lüu(i)ia- schon
phie <-i-ya-> gebraucht (s.o.).
Das Ethnikon ah. lu-ú-i-u-ma-na-as KBo VI.2 I 45 lässt auch keine
definitive Entscheidung zwischen llüiul und llüu(i)iul zu. In der jh.
Abschrift steht dafür Hu-i-um-na]-as KBo VI.3 I 53, was aus luuiiu
synkopiert sein könnte. Die konstante althethitische Schreibung mit
<lu-ú-> kann auch auf lluu-l deuten. In diesem Fall wird man die
Schreibung <lu-ú-ya-> lluuia-l einfach mit Synkope aus *luuiia- her
leiten. Andererseits wird im Junghethitischen neben lu{-ü)-i-li 'auf Lu
wisch' in einem Text auch lu-u-i-li geschrieben (KUB XXXII.8 III 9f
24f), so dass diese Frage vorerst offen bleibt.
Der graphische Befund lässt also keinen unzweideutigen Schluss au
die Lautung zu, und llüia-l kann auch mit llüu(i)ia-l koexistiert haben.
Beide Möglichkeiten werden deshalb im folgenden als Ausgangsformen
in Betracht gezogen.
Geht man davon aus, dass dieser aus den althethitischen Quellen be-
kannte Ländername llüja-l ~ llüu{i)ia-l ein genuin luwisches Wort ist
und dass weiter die hethitische Lautung der luwischen Quelle ent
spricht, so musste llüia-l ~ llüuiia-l nach der Entlehnung in das Lydi
sche mit dem spezifisch lydischen Wandel ViV > VdV (s. Melchert
1994a) zu *lüda- bzw. *lüuida- werden. Voraussetzung ist allein, das
der Lautwandel zur Zeit der Entlehnung noch nicht abgeschlossen war
oder zumindest als Substitutionsregel noch existierte, wogegen nichts
spricht.
Sowohl lyd. *lüda- als auch *lüuida- sind mögliche Ausgangsformen
für gr. Aö8-. Die Länge des õ im Griechischen bietet für beide Formen
ein mögliches Szenario für die Entlehnung und die darauffolgende Wei-
terentwicklung im Griechischen:

(1) Lyd. *Iüuida- -* gr. lüuicT > *lüid° > Aûô0


Das lydische Adjektiv/Toponym wird in der Form *lüuidc-
'luwisch(es Land) ' ins Griechische entlehnt. *lüuid° wird nach der
Entlehnung durch *-w-Schwund im Griechischen6 zu *lüid° (zur

6 Als Dialekt, der an der Entlehnung direkt beteiligt war, kommt am ehesten das
Kleinasiatisch-Äolische (vgl. die Erstbezeugung bei den lesb. Lyrikern, sowie Eichner

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Stammform s.u.). Die dadurch entstandene inlautende Gruppe *-üi-


wird zu *-w- kontrahiert,7 was die bezeugte Form *lüd- ergibt.

(2) Lyd. *lüda- -* gr. lud > ^öS°


Das lydische Adjektiv/Toponym ist in der Form *lüda- 'luwisch(es
Land)' ins Griechische gelangt, wo bis auf die Stammgestalt keine
Veränderungen mehr stattgefunden haben.

Die Stammgestaltung im Griechischen entspricht gängigen Mustern:


Das Ethnikon AúSóç 'Lyder' (Sapph., Alk., Pi. etc.) verhält sich zu lyd.
*lü(ui)da- wie Muoóç 'Myser' zu hluw. musa- 'Région Musa'. Zu
Aõôóç wird dann das Adjektiv ^óôioç 'lydisch' (Pi. etc.; vgl. |iúoioç
'mysisch') sowie das später ab Herodot bezeugte Auôia 'Lydien' (vgl.
Muoia 'Mysien') gebildet.
Eine engültige Entscheidung zwischen (1) oder (2) kann nicht getrof-
fen werden. Die Formen der neuassyrischen Überlieferung, die die äl-
testen Belege liefert (KUR lu-ud-di, in Assurbanipals Regierungszeit,
668-627, Parpóla 1970, 227) und die neubabylonischen Formen (UR%-
ú-du, LUGAL Sá KVRlu-ú-da, s. Zadok 1985, 213), sprechen für (2)
/lud-/. Diese Quellen können aber auch den im Griechischen erreichten
Lautstand wiedergeben.
(2) hat den Vorzug, ökonomischer zu sein als (1), und die hethitischen
Schreibungen lassen die Deutung llüia-l zumindest zu. Auch wenn diese
Deutung für das Hethitische nicht als sicher gelten kann, muss bedacht
werden, dass das Luwische sicher auch in lokale Dialekte aufgeteilt
war. Das Lydische und das Hethitische könnten folglich eine jeweils
unterschiedliche dialektale Form aus dem Luwischen übernommen
haben.
Es besteht an sich auch die Möglichkeit, dass lyd. *lüda-l*lüuida- die
Eigenbezeichnung der Lyder war, die sich demnach selbst als Luwier
betrachtet haben. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass die hethitische
und lydische Bezeichnung der Luwier auch tatsächlich deren Eigen-
bezeichnung gewesen ist - oder zumindest eine unter Nachbarvöl-
kerschaften verbreitete Benennung.

1993: 193f, zu deren möglichen literarischen Kontakten zu Lydien) oder das Ost-
ionische in Frage. Zu inlautendem *-VuV- s. Lejeune 1982: 174ff., speziell zum Klein-
asiatisch-Äolischen Hodot 1990: 67, zum lydischen Ionischen Kearns 1992: 154ff.
Vgl. die Behandlung von *-uj- in den Deminutiva (att. ixOúôiov etc.) und in den
Optativen Horn. ôaivOxo, aivOxo etc., att. 7trryvOTO, Lejeune 228f, Schwyzer 1953: 199f.,
wo auch zum Akzent; im Auslaut 3.Sg. lesb. Ceuyvü, Hes. ôeíicvõ (op. 526) < *-mi-j¡
(Peters 1991: 554f.), gebildet wie lesb. 3.Sg. yetax-i, oie<pávo-i.

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Wenn man, wie es sich aufdrängt,


*lüu-iia-), bietet es sich an, auch d
/luka-/ 'Luka' (Del Monte - Tischle
hluw. Lu-ka(-) (Belege u. Lit. bei S
von */w-8 mit dem Suffix *-ka- zu i
der kleinasiatischen Onomastik versc
Hethitischen und Luwischen sicher k
vität war.9 Die lautliche Nähe von Lu
ist in diesem Fall so zufällig wie sug
Für die hier angesetzte Entlehnu
l*lüuida- < *lúia-l*lüui¡a~ <- luw. *l
lich ohne Belang.

Literaturverzeichnis

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8 Hierher dann auch heth. KUR Lu-u-sa (D


*lu- ist vielleicht mit heth. lu-(u-)li- 'leich, See, aequor {< "bDene, ^îacne; etc., s.
HED 5, 128, zu verbinden, die eigentliche Bedeutung von Luía-, Luka- wäre dann
'Flachland, Unterland'. Falls man Anschluss an die Wurzel *leuH 'abtrennen, abschnei-
den' bevorzugt, kommt auch 'das Abgetrennte' = 'das Freie' in Frage. Oder ursprüng-
liches Adjektiv/Ethnonym *lu-ja 'die Berühmten o.a.' < *Bou-jo-(? Alle Anschlüsse sind
nat. fraglich.
Es ist sicher nicht abwegig, zwischen Musa- und Mu-sà-ka- IMus(a)ka-/ ein Ablei-
tungsverhältnis zu vermuten, vgl. auch Macuca in Phrygien. Weiter etwa Kaoco-Ka
neben Kaaco-^aßa, Kaoco-oooç in Karien (Zgusta 1984: 240), MáÇa-Ka (Kappadokien)
neben heth. HUR.SAG maza-wanta- (Zgusta 1984: 356f., Del Monte-Tischler 1978:
267).

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