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Ziele des Bodenschutzes

 schädliche Stoffeinträge zu minimieren


 Bodenverdichtungen und Erosionsprozesse zu vermeiden
 die Versiegelung von Flächen zu vermindern
 den Gebrauch von Freiflächen zu vermindern ("grüne Wiese")
 Reaktivierung von Industrie- und Gewerbebrachen
 Altlasten systematisch zu erfassen und zu beseitigen

Johann Mesch
So nutzen wir unseren Boden

2% 2%
13%

53%

30%

Landwirtschaftsfläche Waldfläche Siedlungs- und Verkehrsfläche Wasserfläche sonstige Nutzung

Quelle: Statistisches Bundesamt Stand 2004/2007

Johann Mesch
Quelle: Google Images
Nutzung der 46.789 km² großen Siedlungs- und Verkehrsfläche

355 781
3.644

24.294
17.715

Friedhöfe Betriebsfläche Erholung Verkehr Gebäude und zugehörige Freilächen

Quelle: Statistisches Bundesamt Stand 2004/2007

Johann Mesch
Quelle: Google Images
Inhaltsübersicht BBodSchV:

 Teil 1: Allgemeine Vorschriften


 Teil 2: Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von
Verdachtsflächen und altlastverdächtigen Flächen
 Teil 3: Anforderungen an die Sanierung von schädlichen Boden-
veränderungen und Altlasten
 Teil 4: Ergänzende Vorschriften für Altlasten
 Teil 5: Ausnahmen
 Teil 6: Ergänzende Vorschriften für die Gefahrenabwehr von sBV
aufgrund von Bodenerosion durch Wasser
 Teil 7: Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen
 Teil 8: Schlussbestimmungen

Johann Mesch
Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

1: Untersuchungsumfang und erforderlicher Kenntnisstand

Untersuchungen in Bezug auf die Wirkungspfade


Wirkungspfad Boden - Mensch
Kinderspielflächen
Wohngebiete
Park- und Freizeitanlagen
Industrie- und Gewerbegrundstücke

Wirkungspfad Boden - Pflanze


Acker, Gartenbau, Nutzgarten
Grünland

Wirkungspfad Boden - Grundwasser (nutzungsunabhängig)

Orientierende Untersuchung, Detailuntersuchung

Johann Mesch
Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

2: Probenahme

abhängig von:

 Wirkungspfaden
 Flächengröße
 Erfassungsergebnisse
 Art und Menge der eingesetzten Schadstoffe
 gegenwärtige, planungsrechtliche Nutzung
 Auffälligkeiten

Johann Mesch
Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

2.1: Probenahme für Bodenuntersuchungen - Festlegung der


Probenahmestellen und Beprobungstiefen
Beprobung: rasterförmig - gezielt - horizont-/lagenweise
Bodenkundliche Kartieranleitung der geologischen Landesämter

2.1.1 Wirkungspfad Boden - Mensch

K in d e r s p ie lf lä c h e n , W o h n g e b ie t 0 - 10 cm
10 - 35 cm
P a r k - u n d F r e iz e it a n la g e n 0 - 10 cm
In d u s t r ie - u n d G e w e r b e g r u n d s tü c k e 0 – 10 cm

Nutzung - Versiegelung - Zugänglichkeit - inhalative Aufnahme


i. d. R. eine Mischprobe je 1.000 m2 bestehend aus 15 - 25 Einzelproben
je Horizont

Johann Mesch
Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

2.1: Probenahme für Bodenuntersuchungen - Festlegung der


Probenahmestellen und Beprobungstiefen

2.1.2 Wirkungspfad Boden - Pflanze

Acker, Nutzgarten 0 - 30 cm
30 - 60 cm
Grünland 0 - 10 cm
10 - 30 cm
i. d. R. eine Mischprobe je Hektar bestehend aus 15 - 25 Einzelproben je Horizont

2.1.3 Wirkungspfad Boden - Grundwasser


Beprobung bis unterhalb der Schadstoffanreicherung, horizont-, schicht-
spezifisch; Tiefenintervalle max. 1 Meter

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Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

2.2: Probenahmeplanung Bodenluft


gemäß VDI-Richtlinie 3865

2.3: Probenahmeplanung bei abgeschobenem und


ausgehobenem Boden
Gemäß DIN 52 101 bzw. LfU-Richtlinie für Beprobung von Haufwerken

2.4: Probengewinnung
 Probenmenge richtet sich nach Größtkorn
 untersucht wird Fraktion < 2mm; Fraktion > 2mm nur bei Bedarf
 Massenanteil < 2 mm ist zu ermitteln

2.5: Probenkonservierung, -transport und -lagerung

Johann Mesch
Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

3: Untersuchungsverfahren
3.1.1: Probenauswahl- und -vorbehandlung
 Probenahmestrategie
 Probenvorbehandlung (Homogenisierung, Teilung, Trocknung)
 Fraktionierte Untersuchung
 Rückstellproben
3.1.2: Extraktion, Elution
 Anorganik: Königswasserextraktion
(Boden-Mensch, Boden-Grundwasser)
 Anorganik: Ammoniumnitratextraktion (Boden-Pflanze)
 Organik: verschiedene Extraktionsverfahren
(Soxlet-Extrakt, Wasser etc.)
 Eluat (S4, ph-stat, Säulenversuch)
3.1.3: Analysenverfahren

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Anhang 1: Anforderungen an die Probenahme, Analytik
und Qualitätssicherung bei der Untersuchung

4: Qualitätssicherung
4.1: Probenahme und -lagerung
 qualifiziertes Personal
 keine Querkontaminationen
 Dokumentation
4.2 Probenvorbehandlung und Analytik
Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen:
 Mehrfachbestimmungen
 Kalibrierung von Prüf- und Messmitteln
 Referenzmaterialien
 Plausibilitätskontrolle

Externe Qualitätssicherungsmaßnahmen:
 Teilnahme an Ringversuchen
 Akkreditierung

Johann Mesch
Bewertungsmaßstäbe „Risikobereiche“

in der Regel Vorliegen einer Gefahr


 Sanierungsmaßnahmen
Gefahrenbereich  Maßnahmen zur Gefahrenabwehr
Maßnahmewert
hinreichender Verdacht einer Gefährdung
 Einzelfallbezogene Detailuntersuchung zur
Prüfbereich abschließenden Gefährdungsabschätzung

Prüfwert
Besorgnis einer schädlichen Boden-
Vorsorgebereich veränderung
 Vorsorgemaßnahmen
Vorsorgewert
Unerheblichkeits-
bereich

Johann Mesch
Anhang 2: Maßnahmen-, Prüf- und Vorsorgewerte

1: Wirkungspfad Boden - Mensch


 Maßnahmenwerte für Dioxine, Furane
 Prüf- und Maßnahmewerte für As, Pb, Cd, CN, Cr, Ni, Hg, Aldrin,
Benz(a)pyren, Hexachlorcyclohexan, PCP, PCB
2: Wirkungspfad Boden - Pflanze
 Prüf- und Maßnahmewerte für As, Pb, Cd, Th, Hg, Benz(a)pyren, PCB

3: Wirkungspfad Boden - Grundwasser


 Prüfwerte für Sb, As, Pb, Cd, Cr, Chromat, Co, Cu, Mb, Ni, Hg, Se,
Zn, Sn, CN, Fl, MKW, BTEX, Benzol, LHKW, Aldrin, DDT, Phenole,
PCB, PAK, Naphthalin
 gelten für Ort der Beurteilung
 bei Altablagerungen Rückrechnung von Abstrombelastungen auf
Prüfwerte a. O. d. B.
 im Grundwasserbereich: Beurteilung nach wasserrechtlichen
Vorschriften
Johann Mesch
Anhang 3: Anforderungen an Sanierungsuntersuchungen und den
Sanierungsplan

Sanierungsuntersuchungen (1)

Mit Sanierungsuntersuchungen bei Altlasten sind die zur


Erfüllung der Pflichten nach § 4 Abs. 3 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes geeigneten, erforderlichen und
angemessenen Maßnahmen zu ermitteln. Die hierfür in Betracht
kommenden Maßnahmen sind unter Berücksichtigung von
Maßnahmenkombinationen und von erforderlichen
Begleitmaßnahmen darzustellen.

Fundstelle: BGBl.I1999, 1580-1581

Johann Mesch: Sanierungsuntersuchungen


Sanierungsuntersuchungen (2)
Die Prüfung muss insbesondere
- die schadstoff-, boden-, material- und standortspezifische Eignung der
Verfahren,
- die technische Durchführbarkeit,
- den erforderlichen Zeitaufwand,
- die Wirksamkeit im Hinblick auf das Sanierungsziel,
- eine Kostenschätzung sowie das Verhältnis von Kosten und Wirksamkeit,
- die Auswirkungen auf die Betroffenen im Sinne von § 12 Satz 1 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes und auf die Umwelt,
- das Erfordernis von Zulassungen,
- die Entstehung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen,
- den Arbeitsschutz,
- die Wirkungsdauer der Maßnahmen und deren Überwachungsmöglichkeiten,
- die Erfordernisse der Nachsorge und
- die Nachbesserungsmöglichkeiten
umfassen.

Johann Mesch: Sanierungsuntersuchungen


Sanierungsuntersuchungen (3)

Die Prüfung soll unter Verwendung vorhandener Daten,


insbesondere aus Untersuchungen nach § 3 dieser Verordnung,
sowie auf Grund sonstiger gesicherter Erkenntnisse durchgeführt
werden. Soweit solche Informationen insbesondere zur gesicherten
Abgrenzung belasteter Bereiche oder zur Beurteilung der Eignung
von Sanierungsverfahren im Einzelfall nicht ausreichen, sind
ergänzende Untersuchungen zur Prüfung der Eignung eines
Verfahrens durchzuführen.
Die Ergebnisse der Prüfung und das danach vorzugswürdige
Maßnahmenkonzept sind darzustellen.

Johann Mesch: Sanierungsuntersuchungen


Sanierungsplan
Ein Sanierungsplan soll die unter den Nummern 1 bis 5
genannten Angaben sowie die für eine Verbindlichkeitserklärung
nach § 13 Abs. 6 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
erforderlichen Angaben und Unterlagen enthalten.
1. Darstellung der Ausgangslage, insbesondere hinsichtlich Q
2. Textliche und zeichnerische Darstellung der
durchzuführenden Maßnahmen und Nachweis ihrer Eignung,
insbesondere hinsichtlich Q
3. Darstellung der Eigenkontrollmaßnahmen zur Überprüfung
der sachgerechten Ausführung und Wirksamkeit der
vorgesehenen Maßnahmen, insbesondereQ
4. Darstellung der Eigenkontrollmaßnahmen im Rahmen der
Nachsorge einschließlich der Überwachung, insbesondere
hinsichtlich Q
5. Darstellung des Zeitplans und der Kosten
Johann Mesch: Sanierungsplan