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Grundzüge des Hinduismus

Der Hinduismus ist die Religion Indiens und hat ca. 512 Millionen Anhänger (ca. 12% aller
Religionsanhänger in der Welt). Der Hinduismus ist nicht von einer Person gestiftet worden,
sondern wuchs im Laufe von vielen Jahrhunderten zu einer großen Religion. Seine Anfänge
reichen bis etwa 2000 v. Chr. zurück.
Der Hinduismus ist keine einheitliche Religion, sondern besteht aus vielen Gruppen mit
jeweils eigenen Glaubens- und Lebensformen. Das Kernland des Hinduismus ist Indien. Dort
ist man Hindu von Geburt an. Das ganze Leben eines Hindu ist von der Religion
durchdrungen. Eine Trennung von Arbeitsalltag und religiösem Feiertag kennt der Hindu
nicht.
Auf dem Weg zur Erlösung
Der Hindu glaubt, dass alle Lebewesen auf der Erde und auch die
Götter in einen ewigen Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt
eingebunden sind. Diesen Kreislauf nennen sie: Samsara. Das Rad ist
das Symbol für diesen Kreislauf. Die Mitte des Kreises bildet die Silbe
„OM“. Mit diesem geheimnisvollen Wort beginnen und enden die
Lesungen aus den Veden, den heiligen Schriften der Hindus. Das
Aussprechen des Wortes soll den Betenden in eine andere Welt
versetzen.
Wiedergeburt bedeutet für den Hindu immer auch eine Rückkehr zum Leid. Daher ist sein
größter Wunsch, diesen Kreislauf zu beenden. Wenn dies gelingt, dann ist die wahre
Befreiung – die Erleuchtung – erreicht. Ein Weg zur Erleuchtung führt über die Entsagung.
Aber es gibt noch einen anderen Weg: Der Hindu vertraut auf den Erfolg von guten
(verdienstvollen) Taten. Er sucht – wie die Hindus sagen – sein gutes Karma. Mit einem guten
Karma kann man seine Seele reinigen und sich mit Gott vereinigen. Diese Vereinigung nennt
der Hindu „Moksha“. Wenn ein Hindu schlechte Dinge tut, dann sammelt er automatisch
schlechtes Karma und verhindert damit seine Erlösung.
Das im jetzigen Leben gesammelte Karma hat ganz entscheidende
Bedeutung bei der nächsten Wiedergeburt: Die Taten des Menschen
entscheiden darüber, in welchem Körper man wiedergeboren wird, bzw.
in welcher Familie, in welchem Beruf ...

Aufgaben:
1. Vergleiche die „kreisförmige Zeit“ der Hindus mit unserer „linienförmigen Zeit“! Welche
Konsequenzen ergeben sich daraus?
2. Vergleiche die Folgen eines schlechten Karmas mit der christlichen Vorstellung von der

 Beispiele für schlechtes Karma


Der Mörder eines Priesters wird entweder als Hund, als Schwein, als Esel, als Kamel oder als
Ziege wiedergeboren. Ein Priester, der Alkohol trinkt, geht in den Leib eines Wurmes, eines
Insektes oder einer Motte ein. Ein Priester, der einen Diebstahl begeht, wird tausendmal
wiedergeboren als Spinne, Schlange oder Eidechse. Boshafte Menschen werden
fleischfressende Tiere.
Hölle.