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„Schöpferisch träumen“

H II-Vortrag, München, Sept. 03

Seid gegrüßt, liebste Freunde, in dieser außergewöhnlichen Runde.

Die Welt, in der ihr lebt, ist nicht festgefügt, so wie ihr glaubt. Alles in dieser Welt ist
in Bewegung, verändert sich ständig, ist im Fluss, im Austausch. Aber das, was sich
festhält oder festzuhalten scheint, ist eure Wahrnehmung. Vergleichbar, wie wenn ihr
einen Film anschaut und irgendein Bild auf diesem Film anhaltet und als Standbild erlebt.
Die Wirklichkeit ist aber noch etwas komplizierter, weil verschiedene Standbilder
übereinandergelagert sind und sich in einem Austausch zueinander befinden.
Grundsätzlich ist es aber trotzdem so, dass ihr durch eure eingefrorene Wahrnehmung die
Standbilder erzeugt, so dass der eigentlich fließende Effekt eurer Wirklichkeit für euch
nicht mehr wahrnehmbar ist. Und indem eure Wahrnehmung eingefroren ist und
Standbilder erzeugt, ist es auch so, dass ihr nicht mehr wisst, dass diese Wirklichkeit
beliebig verändert werden kann und ihr wisst auch nicht mehr, wie dies geschieht.

Nichts in eurer Wirklichkeit ist festgefügt, nichts!! Da ihr aber eine persönliche
Geschichte habt, die eure Wahrnehmung prägte, versucht diese Wahrnehmung nur solche
Bilder als Standbilder in eure Wahrnehmung zu bringen, die in irgendeiner Form
geschichtlich herleitbar sind. Und zwar nicht geschichtlich mit Beginn der Zeugung,
sondern geschichtlich mit Beginn kurz vor der Geburt und kurz nach der Geburt. Dort
nämlich begann sich eure Wahrnehmung einzufrieren durch den Bezug auf das Außen, das
von den Menschen geschaffen wurde, ebenfalls in Form von Standbildern, die euch als
Vorbilder dienten. Durch diese Standbilder entstand euer Wertesystem, der festgefügte
Körper in seinem Erscheinungsbild. Alles, was ihr als Basis benutztet, von da an in eurem
Leben, ist aus dieser Zeit, ist ein Relikt eurer Vergangenheit, aber nur eurer Perspektive
nach und es ist darüber hinaus nicht wirklich relevant.

Es ist möglich - durch verschiedenste Übungen - dieses Standbild-Verhalten als


Automatismus in euch wieder zu lockern und euch für eine natürliche Wahrnehmung zu
öffnen, die auch in der Lage ist, Dinge wahrzunehmen, zu sehen, zu hören, zu riechen, zu
schmecken, die in eurer Geschichte niemals vorkamen und für die es in eurer Geschichte
nicht einmal eine Erklärung gibt. Nur ist dies ein sehr lang andauernder Prozess. Und wer
diesen Prozess gehen möchte, muss im Grunde genommen die ganze Zeit, jeden Tag, in
jeder Minute, in jedem Moment gewissermaßen sich ständig gewahr werden, dass das, was
er sieht, nur ein Standbild ist und dass dahinter viel mehr Möglichkeiten vorbeilaufen, auf
die er nur anspringen müsste.

Dieses ständige Betrachten in dieser Form wird ganz allmählich zu einer veränderten
Wahrnehmung führen, nicht gleich, aber ganz allmählich. Da dies ein langsamer Weg ist,
möchten wir heute Abend noch einen viel schnelleren Weg vorschlagen, der zwar nicht
direkt die Wahrnehmung verändert, zumindest nicht gleich, der aber auf jeden Fall einen
Einfluss auf die Wirklichkeit zulässt. Alles, was ihr in der Wirklichkeit erleben könnt, ist

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im Traum gestaltbar. Eure Wirklichkeit ist träumbar, wenn man so will. Träume
können in dem Moment wahr werden, wo ihr sie als solche Träume träumt. Gewöhnliche
Träume nicht. Besondere Träume, die die Wirklichkeit schaffen, sind Träume, die wie
ein neues Netz der Wirklichkeit ausgeworfen werden.

Stellt euch vor, ihr schwebt über dieser Welt und seht unter euch die Wirklichkeit, die ihr
kennt, eine Summe von Standbildern. Jetzt träumt ihr ein neues Netz, und dieses
Netz aus einer anderen Dimension wird in diese Dimension hineingeworfen
und beginnt die Komposition der Standbilder zu verändern. Ihr wisst nicht wie,
ihr versteht vielleicht auch nicht, warum dies überhaupt möglich ist, eure
Wahrnehmung wird sich auch nicht daran gewöhnen, diesen Unterschied feststellen
zu können, aber es wird so sein, dass mit der Zeit das ausgeworfene Netz des
Traumes eine deutliche Wirkung in der Welt, in der ihr lebt, zeigen wird. Und eure
Welt wird sich verändern, entsprechend dem, was ihr erträumt. Solche
schöpferischen Träume in sich zu bewegen, ist ein Akt, der sehr bewusst erfolgen
muss und der die Klarheit darüber braucht, dass der Traum eine bestimmte
Methodik darstellt, nicht nur in andere Räume des Seins einzudringen, sondern auch
in einem bestehenden Raum andere Seinsformen zu erzeugen. Ihr tut dies die ganze
Zeit, nur unglücklicherweise in der Regel so, dass die schöpferischen Träume, die
ihr träumt, eurem Standbild-Verhalten, eurer Standbild-Wahrnehmung in dieser
Wirklichkeit entsprechen. Das heißt also, der schöpferische Traum folgt der
Wirklichkeit, wie ihr sie wahrnehmt.

Das Geheimnis besteht nun darin, dass ihr versucht, anders zu träumen, und den
schöpferischen Traum in eine Richtung zu bringen, die unabhängig von der Wirklichkeit
läuft, die ihr bis jetzt geschaffen habt und das funktioniert folgendermaßen:
Übung:
Bevor ihr schlafen geht, setzt ihr euch einige Minuten ganz alleine still hin und schreibt
einen ganz bestimmten Aspekt auf, der sich in eurem Leben verändern soll. Das kann ein
praktischer Aspekt sein, dass ihr zum Beispiel ein neues Auto kaufen wollt. Es kann ein
eher psychologischer Aspekt sein, dass ihr bestimmte Fähigkeiten entwickeln wollt. Es
kann ein Aspekt sein, der die Partnerschaft oder den Beruf betrifft. Oder der irgendetwas
betrifft, was euch in eurem Leben nicht so gefällt und berührt, wie ihr es gerne hättet.

Wenn ihr dies aufgeschrieben habt, legt euch ins Bett, aber so, dass ihr nicht sofort
einschlaft. Lasst vielleicht das Licht an oder legt den Kopf hoch und nun beginnt ihr, eine
Fantasie zu dem, was ihr aufgeschrieben habt, zu entwickeln. Und zwar eine Fantasie, die
den Punkt, den ihr aufgeschrieben habt, in eine neue Form überführt. Das heißt also, ihr
stellt euch beispielsweise vor, wenn ihr ein neues Auto wollt, wie ihr in diesem neuen
Auto fahrt, ihr spürt dieses Auto, ihr seht dieses Auto von allen Seiten, ihr riecht es. Ihr
benutzt es zum Beispiel in eurer Fantasie, um euer Liebchen auszufahren. Ihr freundet
euch also mit diesem Auto an, indem ihr Gefühle über Bilder erzeugt.

Wenn dieser Anfreundungsprozess in der Fantasie stattgefunden hat, versucht ihr, das, was
ihr in der Fantasie entwickelt habt, in ganz einfache Sprache zu fassen. Indem ihr zum

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Beispiel sagt: „Es ist so und so.“ Und dann ganz laut sagt ihr es hinaus in die Nacht, zum
Beispiel: „Ich erlebe das und das.“ Ihr beschreibt also die Fantasie in ganz einfacher
Sprache. Dann löscht ihr das Licht, werdet still und wiederholt dann diesen Satz in
Verbindung mit den Bildern in euren Gedanken und versucht, darüber einzuschlafen.

Diese laut gesprochenen Worte in Verbindung mit der Fantasie, mit der ihr euch
angefreundet habt - zur Zeit des Einschlafens - beginnt, euer Traum-Ich zu prägen. Und
alles, wozu ihr euch laut entschieden habt, womit ihr euch angefreundet habt, beginnt nun
die Basis für den schöpferischen Traum zu bilden. Das Traum-Ich, das magische Ich in
euch benutzt diese Basis und schafft einen magischen Traum. In der Nacht noch, während
ihr schlaft, wird dieses Netz ausgeworfen, und zwar auf die Wirklichkeit, zu der ihr
normalerweise einen festgefügten Bezug habt. Und wenn das Netz ausgeworfen ist,
beginnen sich die Standbilder zu verändern. Für euch zunächst nicht wahrnehmbar, aber
das ist auch nicht wichtig. Das Verändern der Standbilder braucht eine gewisse Zeit. Nicht
tatsächlich, aber in eurem Fall schon, weil ihr nicht bereit seid, eine Veränderung in
plötzlicher Form einfach so hinzunehmen. Das heißt, die Veränderung muss sich in eure
Wahrnehmung hineinschleichen, solange sie noch starr ist. Später, wenn eure
Wahrnehmung beweglich geworden ist, braucht es das nicht mehr. Die Zeit für eine
Manifestation von schöpferischen Träumen wird kürzer und kürzer, bis sie im Optimalfall
sofort geschieht.

Ihr könnt in dieser Fantasie, in der ihr euch mit einer neuen Situation, mit einem neuen
Standbild anfreundet, im Prinzip alles erzeugen, was ihr möchtet. Nur ist es so, da ihr es
laut aussprechen müsst, werdet ihr spüren, dass nur das beim Einschlafen laut, mit
Inbrunst und vollem Gefühl gesagt werden kann, wozu ihr auch steht und was ihr im
allergünstigsten Fall auch für möglich haltet. Das laute Sprechen ist auf der einen Seite ein
magischer Prozess, der das Traum-Ich, das magische Ich ruft, auf der anderen Seite ist es
aber auch ein Test, ob ihr wirklich zu dem steht, was ihr in der Fantasie entwickelt habt.

Die Wirklichkeit lässt sich im Traum verändern. Aber nicht in einem gewöhnlichen
Traum, der sich zufällig ergibt und dann das widerspiegelt, was ihr normalerweise in eurer
Psyche tagsüber erlebt, aber nicht ins Bewusstsein ruft. Wir sprechen hier von dem
schöpferischen Traum, der nur diese Aufgabe verfolgt, nämlich zu schaffen.

Versucht heute Nacht dies zu tun und macht dies bis zu eurem nächsten Treffen.
Entscheidet euch dafür, dies jede Nacht für irgendeinen konkreten Punkt in eurem Leben
durchzuführen. Und dann beobachtet, wie sich dieser Punkt lösen wird. Jetzt besteht die
Möglichkeit zu fragen:

Kannst du den schöpferischen Traum im Unterschied zu anderen Träumen noch mal


genauer erklären?

Der Mensch hat ein magisches Wesen in einer anderen Dimension. Das ist der größere
Teil des geistigen Menschen. Der kleinere Teil ist der Teil, den ihr kennt, hier in der Welt.
Der magische Teil durchforscht verschiedene Dimensionen, er ist frei von den Grenzen
von Raum und Zeit und er versucht, euer gesamtes Sein zu nähren und Erfahrungen zu
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sammeln, die weit über das hinausgehen, was hier möglich ist. Das magische Selbst ist wie
ein großer Bruder, wie wir an anderer Stelle sagten. Es sammelt Erfahrungen für sich,
unabhängig von dem kleinen Selbst, das ihr darstellt, aber es arbeitet auch mit euch und
für euch. Der normale Traum ist ein Traum, der vom kleinen Ich ausgesendet wird, und
dazu dient, Dinge zu verarbeiten, zu klären, Antworten zu finden, aber auch den Kontakt
zum magischen Ich herzustellen. Der normale Traum, der ohne den Kontakt zum
magischen Ich funktioniert, hat keine magische Kraft, er klärt nur eurer Bewusstsein, eure
Gefühle und eure Gedanken. Der magische Traum ist der Traum, in dem ihr die
Kompetenz über diese Wirklichkeit dem magischen Ich übertragt. Und das magische
Ich versucht nun, für euch und mit euch gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Nicht nur
für es selbst, sondern praktisch für die Summe von euch.

Der schöpferische Traum ist ein Traum, in dem das magische Ich versucht, für euch eure
Wirklichkeit in eurem Sinne zu ändern, weil ihr ihm eben bewusst und absichtlich die
Kompetenz übertragt. Der magische Teil des Menschen steht immer in Verbindung mit
dem kleinen Teil des Menschen, und zwar über verschiedene Energietore, die man die
Chakren nennt. Und je mehr die Chakren in Aktivität gebracht werden, durch das, was ihr
hier tut, denkt und fühlt, desto intensiver und enger ist der Kontakt zum magischen Selbst.
Aber im Traum, wenn ihr Abstand von dieser Welt nehmt, ist der Kontakt immer da und er
ist auch vollkommen. Nur müsst ihr durch eure Absicht das magische Selbst auch dazu
bringen, nicht nur in seinem Sinne alleine, sondern auch im Sinne des kleinen Ichs in
dieser Wirklichkeit zu wirken. Und genau das ist der magische schöpferische Traum.

Ich habe eine Frage, kann man das mit Reiki verstärken?

Reiki ist dabei völlig überflüssig. Reiki ist eine relativ starre Methode, die versucht,
geistige Energien zu bündeln, in eine Form zu bringen und zu etwas ganz Bestimmtem zu
bewegen. Das magische Ich steht weit darüber. Es hat Fähigkeiten, an die ihr nicht einmal
zu denken wagt.

Funktioniert das auch ohne Vertrauen?

Vertrauen ist eine merkwürdige Sache. Vertrauen ohne Wissen ist Spekulation und
deshalb leer. Vertrauen mit Wissen ist überflüssig, weil du es ja weißt. Um aber zu wissen,
musst du Dinge tun, ausprobieren und beobachten. Also wird dein Versuch, Vertrauen
aufzubauen, völlig überflüssig und nichtig sein. Was aber nicht „nichtig“ ist, ist der
hartnäckige Versuch, dem zu folgen, was wir heute vorgeschlagen haben. Und zwar mit
der einfachen Haltung: „Falls es klappen sollte, ist es Wert genug, es zu tun. Und falls es
nicht klappen sollte, habe ich zumindest alles versucht.“

Macht es dann überhaupt Sinn, sich Träume aus seiner Vergangenheit zu wünschen oder
sollte man nur seine Zukunft verändern wollen?

Was wir beschrieben haben, dient ausschließlich der Veränderung und der Entfaltung
neuer Visionen. Das Wiederholen alter Erlebnisse schafft alte Energien. Und alte Energien
binden dich an das, was war und verhindern das Vorwärtskommen. Es gibt verschiedene
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Bewusstseinszustände, die dich vom magischen Ich und seinen Fähigkeiten trennen, und
dazu gehören all diejenigen Bewusstseinszustände, die dich in die Gegenwart und
Vergangenheit verwickeln, die deine Gefühle lähmen, deine Entscheidungskraft
schwächen und die Motivation reduzieren. Wir wollen nicht näher auf all diese
Möglichkeiten eingehen, du weißt selbst, wovon wir sprechen. Vielleicht ein paar
Beispiele: Nichts ist schlimmer als Selbstmitleid, als Angst, als Wut, weil es dich kolossal
in der Gegenwart in deine Geschichte verwickelt. Und es verhindert einen Kontakt zum
magischen Ich.

Was ist die Funktion unserer Eltern?

Wenn ein Mensch geboren wird, bringt er eine Absicht in diese Welt mit. Aber er weiß
nicht, wie diese Absicht so ohne weiteres umzusetzen ist. Also braucht er Vorbilder. Und
jedes Vorbild immer einseitig. Du wusstest, welche Art von Vorbildern du angezogen
hast, vielleicht bist du ein Gegenwindstyp, der versucht, sich gegen den Wind zu stellen
und damit Kraft zu sammeln, vielleicht bist du ein Rückenwinds-Typ, dessen Stil es ist, in
großer Anlaufgeschwindigkeit aktiv zu werden. Das alles spielt aber keine Rolle. Eine
Rolle spielt nur, wenn neues Leben in diese Wirklichkeit eintaucht, dass es in irgendeiner
Form begleitet werden muss, um zu lernen, das, was es an Absichten mitgebracht hat,
auch zu manifestieren. Das Problem dabei ist, dass man sich an diese Vorbilder so
gewöhnt, dass man glaubt, sie sind die Wahrheit. Und diese Wahrheit erzeugt dann
Standbilder, die man für die einzige Wirklichkeit hält. Und nur das ist das Problem. Das
Ich, das sich aus deiner Geschichte bildet, ist nicht das Problem. Das starre Ich, das sich
immerzu in seinen Gedanken und Gefühlen wiederholt, ist das Problem.

Was kann ich tun, außer den magischen Traum zu träumen, um schneller vom starren Ich
loszukommen?

Das ist der schnellste Weg!!!

Wie geht denn ein freundschaftlicher Austausch unter Menschen?

Der Mensch ist ein ewiges Wesen. Wir kommen aus der Ewigkeit, aus dem ewigen
göttlichen Meer und kehren dorthin in irgendeiner Form zurück. Der Mensch weiß, dass er
nicht alleine ist, sondern eigentlich nur ein winziges Tröpfchen in einem riesigen Meer
von göttlichem Bewusstsein ist. Und all diese Tröpfchen stehen miteinander in
Verbindung. Wenn ein Mensch nun gezeugt wird, gewissermaßen in seiner Wahrnehmung
aus diesem göttlichen Meer austritt und in eine scheinbar individuelle Welt eintritt, fühlt er
einen Verlust zum Urgrund. Er fühlt einen Verlust an Geborgenheit, an unendlicher Liebe,
an Kontakt zur Schöpferkraft. Und diesen Verlust versucht er auszugleichen, indem er nun
all dies im Außen sucht. Er sucht Nähe zu Menschen, er sucht dort Geborgenheit, er sucht
Liebe und Rückhalt. Nur ist dies alles wenig perfekt und er hat immer Angst, es zu
verlieren, weil er spürt, dass es nur eine Illusion ist. Und diese Illusion wird nie von Dauer
sein. Deshalb bringt ihn das in Panik und er macht sich mehr und mehr davon abhängig.
Freundschaft an sich entsteht aus dem Wunsch heraus, die Nähe zum Ursprung wieder zu
fühlen. Und da der Ursprung direkt nicht mehr greifbar scheint, nimmt man dann
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irgendetwas im nahen Umfeld, was dem nahe kommt und redet sich ein, dass damit die
Liebe entsteht. Wirkliche Liebe hat nichts mit Freundschaft zu tun, sondern mit einem
tiefen Verständnis, dass das göttliche Prinzip in allem wirksam ist. Und dieses
Verständnis bringt Freude und Glücksgefühle und extreme Geborgenheit und
Entspannung. Freundschaft kann auf Liebe basieren. Freundschaft, die nicht auf Liebe
basiert, ist ein Haben-Wollen von etwas, was einem Sicherheit geben soll und macht
abhängig und erzeugt Verstrickung und Verwicklung.

Hast du noch Impulse für uns, was den Weg zur Liebe betrifft?

Liebe und Freude gehören eng zusammen, das bedeutet, wenn dir daran liegt, mehr Liebe
in dich einkehren zu lassen, dann ist es wichtig, dich ständig zu fragen: „Wo kann ich
wahrnehmen, wie aus dem göttlichen Urgrund Leben genährt wird?“ Leben wird überall
genährt, weil nichts von dem, was in eurer Wirklichkeit existiert, könnte ungenährt durch
die geistige Kraft, die Schöpfungskraft Gottes existieren. Diese Schöpfungskraft nährt alle
Ideen, ob dies ein Auto ist, ob dies ein Baum ist, der wächst und rechtzeitig seine Blätter
abwirft. Ob dies ein kleines Baby ist, das verzweifelt versucht, groß, stark und heftig zu
werden und alles unter Kontrolle zu bekommen. Oder eine kleine Ameise, die schwer
bepackt dahinschlendert. Überall ist die göttliche Energie zu spüren. Für euch ist es zum
Beispiel wunderbar zu ahnen, wie der Atem euch nährt. Wie der Atem rein- und rausfließt.
Es ist nicht der Sauerstoff alleine, der euch nährt, es ist die göttliche Energie, die
hineinfließt und alles erhält. Wo immer du bist, versuche die Schönheit zu empfinden und
dich zu fragen: „Was für ein genialer Geist steckt hinter diesen Dingen, damit so etwas
möglich ist?“

Freue dich darüber, dass die Dinge sind, wie sie sind. Freue dich über das Wunder
des Lebens. Freue dich über Kleinigkeiten. So einfach ist das!!

Was bedeutet es, in dieser Gruppe zu üben?

Immer, wenn sich eine Gruppe zusammenfindet, findet sie sich zusammen, weil sie zu
einer bestimmten Zeiteinheit in eine ähnliche Richtung strebt. Und genau das ist der
Effekt der Gruppe, der so wirksam ist, indem gemeinsam eine ähnliche Problematik
ausgelebt, überdacht, neu geordnet und neu gelebt wird, hilft jeder jedem, der in der
gleichen Problematik steht und zur gleichen Zeitqualität in die gleiche Richtung geht.

Kann ich mir jeden Abend mit der Fantasie-Übung eine neue Richtung vornehmen?

Du solltest erst einmal über viele Nächte lang das gleiche Thema nehmen.

Ich habe das schon einmal versucht und es gelang mir nicht so gut.

Diese Übung hast du noch nie so gemacht, wie wir sie vorgeschlagen haben. Mache es
genauso, wie wir sagten. Schreibe es auf, lösche das Licht, entwickle die Fantasien,
formuliere die Fantasien mit Gefühl, freunde dich damit an, dann spreche die Fantasien
aus und gehe damit schlafen, indem du sie weiter leise in Gedanken formulierst.
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Schlusszeile:
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