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Chemie Ingenieur Technik 2003, 75, No. 10


1460 F e s t / F l ü s s i g - Tr e n n u n g  2003 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
DOI: 10.1002/cite. 200303283

Mechanische Fest/Flüssig-Trennung
im Wandel der Zeit
HARALD ANLAUF*

Querschnittstechnologie von A bis Z wasser, Wein und anderer Flüssigkeiten bedienten sich
schon die alten ¾gypter. Mehrere tausend Jahre alte bron-
Kaum ein Gebiet der mechanischen Verfahrenstechnik
zene Kolatorien wurden bei Theben gefunden, in die als
durchdringt in einer solchen Vielfalt und Selbstverständlich-
Filtermittel Binsen- oder Ginsterschichten eingelegt waren.
keit die unterschiedlichsten Bereiche unserer Lebens- und
Diese Technik kultivierten die Römer zur Filtration von
Produktionsumgebung, wie die Abtrennung von festen Par-
Wein u. a. Etwa 100 n. Chr. beschreibt der in der Han-Dyna-
tikeln aus Flüssigkeiten. Bei der Reinigung von Abwässern
stie lebende Chinese T S A I - L U N ein Verfahren zur Herstellung
und der Gewinnung von Trinkwasser zum Beispiel erfüllt die
von Filterpapier. Die mittelalterlichen Alchimisten bedien-
Fest/Flüssig-Trennung Grundbedürfnisse unserer Existenz.
ten sich bereits der Holzkohle als Filter- und Entfärbungs-
Oft als unspektakulär am Ende eines Produkti-
mittel. Aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind die ersten Ex-
onsprozesses angeordnete Notwendigkeit, wird die Bedeu-
perimente mit natürlichen Membranen, wie Schweins- und
tung der Trenntechnik mitunter auch verkannt. Wer denkt
Fischblasen, dokumentiert. 1748 wurden Experimente des
beispielsweise bei biotechnologisch mit hochspezialisier-
französichen A B B É J . A . N O L L E T zur Osmose veröffentlicht.
ten Mikroorganismen erzeugten Wirkstoffen daran, dass
Ein stürmischer Aufschwung auch in der Trenntechnik
ca. 50 ± 90 % der Herstellkosten durch die Aufbereitungs-
setzte mit der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahr-
schritte im sogenannten Down-stream Processing und damit
hunderts ein. Die jetzt schnell wachsende Zahl zu lösender
im Wesentlichen durch Trenntechnik bestimmt werden?
Trennprobleme und höhere Anforderungen an die Trenner-
Als typische Querschnittstechnologie ist die me-
gebnisse erforderten neue Technologien. Der allgemeine
chanische Fest/Flüssig-Trennung von A, wie Abwasser-
technische Fortschritt erschloss den Trennverfahren über
reinigung über B, wie Bioproduktgewinnung quer durch das
die Nutzung von Schwerkraft und mechanischen Press-
ganze Alphabet bis Z, wie Zuckerraffinierung zu finden.
kräften hinaus die Anwendung von Vakuum, Druckluft,
Partikeldurchmesser von mehreren Zentimetern
hydraulischem Flüssigkeitsdruck und Zentrifugalkräften.
bis hinab zu wenigen Nanometern, Konzentrationen von
Zwischen 1850 und 1860 wurde in England die Filterpresse
wenigen Teilchen in der Flüssigkeit bis hin zum nicht mehr
in der auch heute noch prinzipiell gültigen Konstruktions-
flieûfähigen Schlamm, abrasive Mineralteilchen und emp-
weise entwickelt. Bereits 1932 existierten auf diesem Gebiet
findliche Zellkulturen, in weiten Bereichen variierende pH-
1500 Patente. 1891 kam Kieselgur als Hilfsmittel zur
Werte, Viskositäten und andere physiko-chemische Eigen-
Klärfiltration zum Einsatz. 1907 wurde von E R N S T J A H N
schaften der Suspensionsflüssigkeiten, Mengenströme von
mit der ¹Trennschleuderª die erste konische Gegenstrom-
wenigen Millilitern bis hin zu tausenden von Kubikmetern
Dekantierzentrifuge patentiert, mit der zunächst die indu-
pro Stunde sowie unterschiedlichste Anforderungen an das
strielle Gewinnung von Stärke entscheidend verbessert und
Trennergebnis haben im Laufe der Geschichte zu einer fast
beschleunigt werden konnte (s. Abb. 1).
nicht mehr zu überblickenden Vielfalt an Trennverfahren
und Trenngeräten geführt.
Abbildung 1.
Dekanter mit vollkonischer Trommel (Bauart Jahn).
Historische Entwicklung

Schon früh bedienten sich die Menschen den beiden durch


die Natur vorgegebenen trenntechnischen Grundprinzipien
der Sedimentation und der Filtration, die sich unter dem
Einfluss der Schwerkraft bei jedem Absetzvorgang von in
Wasser aufgewirbelten Teilchen oder bei der Klärung von
Wasser mittels Drainage durch poröse Sand- oder Kieû-
schichten beobachten lassen.
Den als ¹Sihrª bezeichneten und auch heute noch
bekannten porösen Tongefäûen zur Filtration von Trink-

.......................................................................................
* Dr.-Ing. H . A N L A U F (E-mail:
harald.anlauf@mvm.uni-karlsruhe.de)
Universität Karlsruhe (TH), Institut für
Mechanische Verfahrenstechnik und
Mechanik, D-76128 Karlsruhe.
EVA-STAR (Elektronisches Volltextarchiv – Scientific Articles Repository)
http://digbib.ubka.uni-karlsruhe.de/volltexte/1000000673
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1915 entstehen die ersten Tiefenfilterschichten Abbildung 2.


aus faserförmigen Stoffen zur Entkeimungsfiltration. Zwi- Hyperbar-Scheibenfilter (Bauart Andritz).
schen 1914 und 1918 legten Z S I G M O N D Y und B A C H M A N N in
Göttingen den Grundstein für die industrielle Produktion
von definierten mikroporösen Membranen aus Cellulosedri-
vaten. Ihren industriellen Durchbruch und die Entwicklung
zu einer der Schlüsseltechnologien für die Abtrennung fein-
ster Teilchen vollzog die Membranfiltrationstechnik aber
erst in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts
mit neuen Verfahren zur Herstellung aus diversen Polymer-
werkstoffen, Keramika u. a.

Entwicklungsmechanismen

In Analogie zur belebten Natur könnte man, wie es Prof.


T R A W I N S K I aus Hirschau vor etwa 10 Jahren einmal formu-
lierte, die Trennverfahren als einem ständigen evolutionä-
ren Entwicklungsprozess unterworfen sehen, der durch
Mutation und Selektion vorangetrieben wird. Ausgelöst wird
die Entwicklung durch den Druck von Erfordernissen in
einem sich verändernden Umfeld, wie etwa der Energie-
kriese vor 30 Jahren, neuen Umweltschutzbestimmungen
oder neuen Anforderungen an die Qualität von Produkten.
Die durch eine ¹zündende Ideeª ausgelöste apparative
Mutation führt zu einem modifizierten oder ganz neuen Entwicklung durch kontinuierliche
Apparat. Dieser muss sich dann am Markt als besser oder Verbesserung eines Grundprinzipes
schlechter an die Verhältnisse angepasste Spezies erweisen,
Als Beispiel soll hier die schon erwähnte Filterpresse als
setzt sich durch oder verschwindet wieder. Um sich erfolg-
typische Vertreterin der weitverzweigten Familie der Druck-
reich entwickeln und bestehen zu können, benötigt ein
und Pressfilterapparate dienen. In den ersten Ausführun-
Trennverfahren allerdings neben dem Bedarf auch das
gen als Rahmenfilterpresse besaûen diese Apparate guss-
geeignete werkstofftechnische Umfeld. Viele der schon im
eiserne Gestelle, einen Spindelverschluss und hölzerne
ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts geborenen Ideen
Rahmen und Platten, die mit Baumwolltüchern als Filter-
verschwanden daher wieder im Archiv und konnten erst in
medium bespannt waren. Bereits 1918 erwähnte die Fa.
jüngerer oder jüngster Zeit realisiert und in die Praxis ein-
Dehne aus Halle an der Saale in ihrem Filterpressenkatalog
geführt werden.
22000 ausgelieferte Apparate. Durch die Entwicklung
neuer Trenngeräte, wie Vakuum- und Druckdrehfilter,
Entwicklung durch Sprung auf ein neues
Anschwemmfilter, Dekantierzentrifugen u. a. wurden die
Prinzip
Filterpressen im Laufe der Zeit in einigen Industrieberei-
So boten beispielsweise erst die erwähnte Energiekrise und chen zurückgedrängt. Dennoch und insbesondere durch
die zu dieser Zeit verfügbaren modernen Werkstoffe das ihre kontinuierliche Verbesserung und Automatisierung
Umfeld, in dem sich die mit dem Namen S T A H L verbundene können auch heute noch viele Trennprobleme am besten
¹zündende Ideeª der Hyperbarfiltrationstechnik erfolgreich mit einer Filterpresse gelöst werden. Meilensteine des Fort-
in Karlsruhe entwickeln und weltweit einführen konnte schrittes bei den Filterpressen lagen insbesondere in der
(s. Abb. 2). Verbesserung des Kuchenaustrages und der immer weiter-
Die Begrenzung der Druckdifferenz herkömm- gehenden Automatisierung (s. Abb. 3).
licher Vakuumtrommel- und -scheibenfilter konnte durch
die Einhausung dieser konstruktiv ausgereiften Filtertypen Abbildung 3.
erfolgreich aufgehoben und der Überdruckfiltration bis Entwicklung der Filterpresse.
ca. 8 MPa zugänglich gemacht werden. Insbesondere in der
Rohstoffaufbereitung mit groûen Mengenströmen konnten
damit hohe thermische Trocknungskosten drastisch redu-
ziert oder ganz vermieden werden. In jüngster Zeit ist durch
die zusätzliche Anwendung von überhitztem Wasserdampf
im Druckbehälter die inzwischen klassische Hyperbarfiltra-
tion zur Dampfdruckfiltration weiterentwickelt worden.
Dieses mechanisch/thermische Verfahren nutzt Synergien
aus der Kombination von mechanischer Entfeuchtung und
thermischer Trocknung des Filterkuchens.
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So brachte der Übergang von der Rahmenpresse, erweitert werden. So gibt es spezielle Dekanter für grob-
bei welcher der Filterkuchen mühsam aus Rahmen entfernt körnige Produkte, wie etwa PVC und Bauarten für extrem
werden musste zur Kammerfilterpresse eine erhebliche feinkörnige Suspensionen, wie Abwasserschlämme. Es wer-
Erleichterung des Kuchenaustrages. Die Einführung des den Eindickdekanter zur Aufkonzentrierung von Suspen-
hydraulischen Pressenverschlusses, die Möglichkeit zur sionen und Dekanter für das weitgehende Auspressen
Herstellung der Filterplatten aus Polymerwerkstoffen, der kompressibler Schlämme gebaut. Mit Dekantern kann man
Einsatz oberflächenbehandelter Kunststofffiltergewebe und Partikelverteilungen klassieren oder unterschiedliche Stoffe
die Verbesserung der Filtrationseigenschaften schwer sortieren. Es ist möglich, mit Dekantern Dreiphasensysteme
filtrierbarer Suspensionen durch polymere Flockungshilfs- zu trennen oder Fest/Flüssig- bzw. Flüssig/Flüssig-Extrak-
mittel ermöglichten den Bau groûer Filtereinheiten bis tionen zu realisieren. Vertikale Dekanter für hohe Tempera-
ca. 1000 m2 Filterfläche bei bis zu 150 Platten und Platten- turen und hohe Drücke sowie Dekanter mit Siebteil zur
formaten bis zu 4 m2. Immer neue Vorrichtungen zur Nachentfeuchtung körniger Stoffe durch Filtration werden
mechanisierten Unterstützung des Kuchenaustrages kamen gebaut.
hinzu. Einen weiteren Entwicklungssprung erfuhr die
Filterpresse durch die Einführung der Membranfilterplat-
ten, welche das mechanische Auspressen des Filterkuchens Trends und Zukunft
mit einer Pressmembran ermöglichten. Dies erlaubte gerin-
Durch verschärfte Vorschriften werden immer kleinere
ge Speisedrücke, vollständige Restvolumenfiltration und be-
sonders gleichmäûiges Auspressen bzw. Verdichten des Ku- Feststoffmengen und kleinere Teilchen aus groûen Flüssig-
chens, was nicht nur für niedrige Restfeuchten sondern keitsströmen abgetrennt werden müssen. Allein der
auch für ein Auswaschen des Feststoffes sehr vorteilhaft ist. europäische Markt im Bereich Wasser und Abwasser wird
Die Turmfilter-pressen der neuesten Generation mit hori- nach einer Prognose von Frost und Sullivan bis 2007 auf
zontal angeordneten Membranfilterplatten und Kuchenaus- eine Summe von ca. 4 Mrd. Euro wachsen. Über die Hälfte
wurf durch Verfahren des Filtertuches verbindet schlieûlich der Umsätze in der Prozesswasseraufbereitung soll durch
die Vorteile der horizontalen Filtration auf einem Bandfilter die stark wachsende Membrantechnik erzielt werden.
mit dem hohen Filtrationsdruck der Filterpresse. Neben die- Weitere neue Herausforderungen an die Trenntechnik erge-
sen kontinuierlichen Verbesserungen haben sich auf der ben sich durch die vermehrte Produktion nanoskaliger Fest-
Basis des Grundprinzipes auch einige ¹Derivateª der Filter- stoffe für die unterschiedlichsten Anwendungen. Die Erzeu-
presse, wie ein Schichtenfilter zur Tiefenfiltration, ein gung sehr spezifischer Produkteigenschaften in Hinblick
Rückspülfilter, die Filterpresse mit überlagerter Elektro- auf Stoffreinheit, Unversehrtheit der Partikeln, Selektivität
filtration oder die ¹heiûe Filterpresseª als mechanisch/ther- der Abscheidung u. a. erfordert spezifisch angepasste appa-
mischer Kombinationsapparat entwickelt. rative Lösungen. Die Weiterentwicklung von mechanisch/
thermischen, mechanisch/elektrischen und mechanisch/
magnetischen Kombinationsverfahren wird hierzu Beiträge
Entwicklung durch Anpassung eines liefern. Die Verwendung neuer Materialien aus dem Bereich
Grundprinzipes an neue Aufgaben der Keramika und der verstärkten Kunststoffe sowie die
Entwicklung von selbstreinigenden Oberflächen wird die
Die Dekantier- oder Vollmantelschneckenzentrifuge als Apparatetechnik verbessern. Durch weitere Fortschritte in
Repräsentantin der Dichtetrennverfahren ist eines der in der Inline-Messtechnik wird die Effizienz von Trennappara-
seinen verschiedenen Modifikationen am universellsten ten durch verbesserte Prozesssteuerung erhöht werden.
eingesetzten Fest/Flüssig-Trenngeräte (s. Abb.4). Verwirklicht werden können diese Entwicklungen auf
längere Sicht allerdings nur, wenn es durch weitere gezielte
Abbildung 4. Förderung gelingt, die Erhaltung und Fortentwicklung der
Gegenstrom-Dekantierzentrifuge (Bauart aALFA LAVAL). Expertise auf diesem traditionellen Gebiet der Verfahrens-
technik durch Ingenieursausbildung und Forschung zu
gewährleisten.

Literatur
[1] R. Bott, T. Langeloh, Solid/Liquid Separation
Lexicon, Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2002.
[2] H. Gasper, D. Oechsle, E. Pongratz, Handbuch der
In der ursprünglichen Gegenstrombauweise mit
industriellen Fest/Flüssig-Filtration, Wiley-VCH-
zylindrisch-konischer Vollmanteltrommel stellt der Dekan-
Verlag, Weinheim 2000.
ter mit bis ca. 5000facher Erdbeschleunigung, Trommel-
[3] S. Ripperger, Mikrofiltration mit Membranen,
durchmessern bis zu 1,8 m und Suspensionsdurchsätzen bis VCH-Verlag, Weinheim 1992.
hin zu ca. 250 m3/h ein auûerordentlich vielseitig einsetzba- [4] A. Rushton, A. S Ward, R. G. Holdich, Solid-Liquid
res Trenngerät dar. Durch konstruktive Modifizierung Filtration and Separation Technology, VCH-Verlag,
konnte der Einsatzbereich dieses Maschinenprinzipes stark Weinheim 1996.
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Der Autor

Harald Anlauf

HARALD ANLAUF wurde am 3.7.1954 in Berlin geboren. Nach feld für Forschung und Lehre bereitzustellen. Ein weiterer
einer klassisch humanistischen Schulausbildung mit Latein Schwerpunkt liegt in der aktiven Mitarbeit in Forschung und
und Altgriechisch in Berlin verlieû ich 1973 nach dem Lehre des Institutes bzw. der Fakultät für Chemieingenieur-
Abitur schweren Herzens aber neugierig auf die Welt das wesen und Verfahrenstechnik in Karlsruhe.
Elternhaus. Nach einem Betriebspraktikum bei der Siemens Ein darüber hinaus seit vielen Jahren an der
AG begann ich 1974 Chemieingenieurwesen in Karlsruhe zu École SupØrieure de Biotechnologie in Straûburg bestehen-
studieren. Mein Chemielehrer hatte es in auûergewöhn- der Lehrauftrag, der Aufbau einer langjährigen Kooperation
licher Weise verstanden, Begeisterung für sein Fach zu mit der Universidad Central de Venezuela in Caracas und
wecken. Die Verbindung der Chemie mit dem Ingenieur- viele internationale Projekte in China, Indien, Russland,
wesen schien mir etwas Handfestes zu sein. Als ambitio- Chile u. a. sind eine wertvolle Bereicherung insbesondere in
nierter Bastler und Sohn eines Bildhauers versprach ich mir Hinblick auf das Verstehen von Kultur und Lebensumstän-
auch viel vom kreativen Element des InGENIEurberufes. den der Menschen in anderen Teilen unserer Welt. Seit dem
Beide Erwartungen haben sich für mich erfüllt. Jahr 2000 leite ich den VDI/GVC-Fachausschuss ¹Mechani-
Die Wahl des Hauptfaches Mechanische Verfah- sche Flüssigkeitsabtrennungª als wichtiges Bindeglied zwi-
renstechnik führte mich an das Institut von Prof. H A N S schen Hochschulforschung und industrieller Praxis. Durch
R U M P F, wo ich meine Diplomarbeit beim gerade neu auf den die Organisation und die Mitwirkung an Fachveranstaltun-
Lehrstuhl berufenen Prof. W E R N E R S T A H L mit einem Thema gen, Kongressen und Weiterbildungskursen für schon im
zur Schälzentrifuge anfertigte. Als erster Doktorand hatte Beruf stehende Ingenieure möchte ich einen Beitrag für
ich dann das Privileg, unter S T A H L der Karlsruher Schule der eine lebendige Gestaltung des Austausches zwischen Theo-
Fest/Flüssig-Trennung vom Beginn angehören zu dürfen. In rie und Praxis leisten. Besonders wichtig ist mir hierbei die
der Arbeitsgruppe Druckfiltration führten meine Grundla- Förderung der Facharbeit auf europäischer und internatio-
genarbeiten 1985 zur Promotion. Fast zeitgleich ging die naler Ebene.
erste groûindustrielle Hyperbarfiltrationsanlage in der Neben dem Beruf gibt es natürlich auch ein Pri-
deutschen Kohleindustrie in Betrieb. Ein Traum jedes Inge- vatleben. Aus der während meiner Promotionszeit gegrün-
nieurs, den Weg einer innovativen Technologie mit allen deten Familie sind zwei Töchter hervorgegangen, die jetzt
Windungen und Wendungen von der zündenden Idee bis gerade ihr Studium aufnehmen. Ich bin begeisterter Mara-
zur erfolgreichen Einführung in die industrielle Praxis thonläufer, liebe Fahrradtouren und schätze den Karate-
begleitet zu haben, wurde für mich wahr. Die Vielseitigkeit sport. Ich koche sehr gern und kann bei einem guten Buch
der Tätigkeit, der Spaû an der Lehre und das besondere die Welt um mich herum vergessen. Für die berufliche Zu-
Arbeitsumfeld lieûen mich das Angebot, an der Hochschule kunft wünsche ich mir wieder bessere materielle Randbe-
zu bleiben, annehmen und dem Institut für MVM bis heute dingungen für die vielen spannenden und wichtigen For-
die Treue halten. Durch meine Dienststellung kümmere ich schungsaufgaben, die noch vor uns liegen und ich wünsche
mich um vielfältige administrative und organisatorische mir noch mehr junge Menschen, die sich von der Verfah-
Aufgaben mit dem Ziel, ein gutes und effizientes Arbeitsum- renstechnik begeistern lassen.