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Sitzung des gemeinnützigen Vereins 'Tanz ohne Grenzen'

gehalten bei Professor Eckart Bruchner am 26.11 2019

Anwesende: Karl Walter, Pfr. Eckart Bruchner, Dr. Rudolf von Mosch, Petra Bezdek und Carola
von Herder
Abwesende: Tatjana Lukina, Renate Zunke und Manfred Frey. Die ersten beiden waren
entschuldigt. Von Manfred haben wir lange nichts gehört, was uns sehr leid tut. Wir hoffen, dass er
nicht krank ist.

Die Hauptpunkte unserer Agenda waren


1. Rückblick auf die Aktivitäten seit Vereinsgründung 2008
2. Ausblick auf zukünftige Aktivitäten (Probleme und Lösungen)
3. Kooperation zwischen unserem Verein und Pfr. Eckart Bruchner, 'Interfilm Academy
Munich'

zu Agenda Punkt 1.
A. Die realisierten Projekte waren:
a) Tanzprojekt 'Brot' an der Fromundschule (Grundschule mit 90%  Migrationshintergrund)
gesponsert von der Liz Mohnstiftung, die bei einem Ausschreiben von 214 Antragstellern 12
Antragstellern die Finanzierung gewährleistet hatte. Petra Bezdek war darin als Partnerin ebenso
involviert. (Film Doku in Website unter Rubrik Tanz ohne Grenzen www.carola-von-herder.com ).
b) 'getanzte Bilder' 40 minütiger Tanz in der Orangerie im Englischen Garten vor den Bildern
zweier Malerinnen, einer davon Karola Wittman, mit deren Sohn als Interview Partner ein Film
produziert wurde. (Film Doku siehe unten.)
c) 'München tanzt mit Odessa': Ein Austauschprogramm mit 10 Deutschen, davon waren die
meisten Nichttänzer (Altersunterschied 15 – 72 Jahre). Sie fuhren für 10 Tage nach Odessa, um dort
in Odessaer Familien zu wohnen und mit etwa 10 Odessitern eine gemeinsame Aufführung
herzustellen. In der Odessaer Gruppe wirkten auch drei Rollstuhlfahrer aus der Ostukraine mit, die
in Odessa in den Sanatorien während des Krieges stationiert waren .
d) 'Odessa tanzt mit München': Die Reise der Odessiter aus dem vorherigen Projekt nach
München mit einer Aufführung in der evangelischen Kirche Stockdorf und der Mitwirkung der
Würmtaler VHS und ebenso einer Beherbergung der Odessaer Gäste in den Familien der Gautinger.
Alle vier Projekte einsehbar als separate  Filmdoku in der Rubrik 'Tanz ohne Grenzen' www.carola-
von-herder.com ) 

B. Die konzipierten, vorbereiteten, aber noch nicht realisierten Projekte waren:


drei relativ große Projekte, die sich trotz langem Vorlauf nicht realiseren ließen. Vielleicht gelingt
eine spätere Verwirklichung.
Tanzprojekt mit Flüchtlingen 'Unterhaching tanzt mit Unterhaching' Kooperation zwischen
lokalen Bürgern – dem Unterhachinger Gymnasium – und lokalen Flüchtlingen und der dortigen
VHS.
Gefängnisprojekt: in zwei Anläufen 2008 und 2017 korrespondierte Carola ausführlich mit der
Gefängnisleitung Augsburg und Gefängnissen aus München und Umkreis bezüglich eines
Tanzprojektes. Beim zweiten Anlauf wäre das in einer Zusammenarbeit mit der Bildungsreferentin
der Stadt München für ein Projekt in Stadelheim gewesen, das am Ende wegen logistischer
Einwände abgewiesen wurde. Carola hofft, ein Gefängnisprojekt in Odessa durchsetzen zu können.
Das wäre der vierte Anlauf, da der Auftakt zur Vereinsgründung 2008 ein Antrag für ein
Gefängnisprojekt in Odessa gewesen war! Damals vom Auswärtigen Amt initiiert als AIDS
Prophelaxe – Odessa wurde aber kurz vor Auftakt des Projekts aus der Förderung genommen.

Zu Agenda Punkt 2
Es ist unser Plan, die Aktivitäten von 'Tanz ohne Grenzen' wieder mehr nach Odessa zu verlagern.
Wir denken an die Gründung einer Akademie, mit einem Standpunkt in Odessa, deren Weltbild auf
europäischen Wertevortellungen basiert. Selbstverständlich würde eines der Grundprinzipien dieser
Akademie sein, mit ihren Aktivitäten auch in Austauschprogrammen nach Deutschland und
eventuell nach Europa auszustrahlen. Es soll eine Institution sein, in der die kollektiven kreativen
Prozesse auf demokratischen Prinzipien basieren – eine Art Schmiede für zivil-bürgerliches
Wachstum mit einem effektiven Ost-West Dialog. In diesem Kontext hat Carola auch begonnen, in
diesem Sommer einen Film, ('Die Versammlung der wilden Vögel') in Odessa zu drehen, der von
dem Internationalen Fünf Seen Filmfestival für Sommer 2020 eingeladen wurde (näheres über Film
siehe unten).

Die Realisierung dieser Akademie, ihre Finanzierung waren der Kernpunkt des Abends.
Karl stellte die Fragen mit Hinblick auf die Finanzierung
Wer ist die genaue Zielgruppe?
Wie verwirklicht man ihre Interessen?
Wie stellen wir Wertschöpfung her?
Wie demonstrieren wir unsere Gemeinnützigkeit?
Wie erwerben wir neue Mitglieder?
Wie binden wir Odessa als Partner ein?

Die Vision, durch Kunst, also durch die Förderung der kreativen Selbstverwirklichung aller TN,
politisches Bewusstsein und demokratisches Verhalten zu fördern, wurde in dieser Form als kritisch
angesehen. In den Ostblockstaaten sind Begriffe wie 'Demokratie' fast ausschließlich negativ
besetzt. Petras Vorschlag daher, in der Selbstdarstellung der Akademie, die Selbstverwirklichung
der Teilnehmer in den Mittelpunkt zustellen und politische Begriffe außen vor zu lassen. Dies war
eine wichtige Weichenstellung an diesem Abend, was die Odessa bezogene Selbstdarstellung der
Akademie anbelangt. Wir waren uns alle einig: die Basis für Demokratie ist
Persönlichkeitsentfaltung.

Natürlich werden in Texten für westliche Sponsoren die politischen Konzepte auch thematisiert
werden. Denn, egal wie vorsichtig wir mit Formulierungen sein müssen, demokratische Prozesse
GIBT es in der Ukraine. (Karl Walter: gemäß Bertelsmanns Transformationsindikator bezgl.
Entwicklung der Zivilgesellschaft seit 2012 ist Ukraine auf Platz 35 gestiegen – Russland auf Platz
105). Ebenso erwähnte Karl Walter die Odessaer Gruppe ''Förderer für Demokratie', sowie die
Initiative 'Odessaer Seminar Jungend für Gemeinwohl' (siehe Internet).

Dr. Rudolf von Mosch und Karl Walter stellten daraufhin die Frage, ob es tatsächlich zu diesem
Zeitpunkt der Gründung einer Akademie mit all dem legalen Aufwand bedarf, um unsere Ideen zu
verwirklichen. Wir kamen alle zu der Überzeugung, dass eine derartige Gründung erst dann
wirklich stattfinden sollte, wenn das einen Zusammenschluss mehrer schon existierender Verbände
wie TOG darstellt. Zu diesem Zeitpunkt soll sich TOG auf die eigenen bestehenden Strukturen
konzentrieren, Projekte initiieren, eventuell auch 'Dienstleistungen anbieten' (obwohl es wohl keine
finanziellen Zuwendungen in der Ukraine generieren kann), denn abgesehen von der physischen
Größe (kein Gebäude, keine administrative Infrastruktur etc.) verkörpert TOG alle für die Akademie
angedachten Werte und Ziele.

Zu Agenda Punkt 3

Pfr. Eckart Bruchner wird 2020 aus der internationalen Vereinigung INTERFILM die Interfim-
Akademie, die er seit 1980 leitete, in eine neue Rechtsform überführen. In der Folge wird sie als
INTERFILM ACADEMY MUNICH in der Funktion eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins
tätig werden. Eine Kooperation mit TOG ist vorgesehen.
Ein Dialog zwischen Pfr. Eckart Bruchner und Karl Walter ist ebenso beabsichtigt, da beide gute
Verbindungen zur Ev. - Luth. Landeskirche in Bayern sowie zu Ministerien haben. Sie werden sich
mit der Frage befassen, wie eine Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und staatlichen
Institutionen für TOG zu verbessern ist.
Pfr. Eckart Bruchner will sich ebenfalls mit Carola von Herder treffen, um unmittelbar die
finanzielle Situation von TOG im Kontext von INTERFILM ACADEMY MUNICH zu verbessern.
Vor allem geht es darum, das in Odessa entstehende Filmprojekt 'Die Versammlung der wilden
Vögel' konkret zu fördern.

Gauting 27. November 2019

Carola von Herder