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Paul Bäumer gehört zu einer Gruppe von Soldaten an der 

Westfront im Ersten Weltkrieg.[9] In der


Ruhestellung hinter der Front erinnert er sich zurück an seine Schulzeit. Die patriotischen Reden
seines Lehrers Kantorek hatten die ganze Klasse dazu gebracht, sich freiwillig zum Kriegsdienst zu
melden. Unter dem Drill ihres Ausbilders Unteroffizier Himmelstoß lernen sie bereits in der
Grundausbildung, dass alle ihnen bislang in der Schule vermittelten Werte auf dem Kasernenhof
ihre Gültigkeit verlieren. Sie werden an die Westfront verlegt, wo sie von dem erfahrenen
Frontkämpfer Stanislaus Katczinsky auf die Gefahren des Schlachtfeldes vorbereitet werden.
Katczinsky ist den Soldaten und Freunden um Paul Bäumer ein Vorbild und hat autoritären Einfluss
auf selbige. Er wird damit zum inoffiziellen Anführer. Paul lernt zu überleben, die verschiedenen
Geschosse schon am Klang zu unterscheiden, auch unter widrigsten Bedingungen noch etwas zu
essen zu finden und sich gegen den wahren Feind, den Tod, zu wappnen.
Bei einem kurzen Heimataufenthalt stellt Bäumer fest, wie sehr ihn die Erlebnisse an der Front
inzwischen verändert haben. Es ist ihm unmöglich, seiner Familie und anderen Zivilisten die
grausamen Erfahrungen aus dem Schützengraben mitzuteilen. Enttäuscht kehrt er zu denjenigen
Menschen zurück, die ihm nun die nächsten geworden sind, zu seinen Kameraden an der Front. Bei
einem Angriff wird er verwundet und verbringt ein paar Wochen im Lazarett, bevor er an die Front
zurückkehrt. In den nächsten Monaten wird Bäumers Gruppe nach und nach zerrieben. Einer nach
dem anderen stirbt bei den Gas- und Granatenangriffen, im Trommelfeuer oder im Kampf Mann
gegen Mann. Schließlich wird auch Bäumer kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen, „an einem
Tag, der so ruhig und so still war, daß der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen
sei nichts Neues zu melden.“

Kapitelübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kapitel 1[]
Die Kompanie nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass es nahezu doppelte Essensrationen gibt, da von
150 nur 80 Mann von der Front zurückgekehrt sind. Der 19-jährige Erzähler Paul Bäumer
beschreibt, wie er und seine Mitschüler von ihrem Lehrer Kantorek überredet wurden, sich zur
Armee zu melden. Im Rückblick erkennt er, dass die von dem Erzieher vermittelte Weltanschauung
nicht mit der an der Front erlebten Realität zu vereinen ist.
Die Kameraden besuchen im Lazarett den schwer verwundeten Franz Kemmerich, der zu diesem
Zeitpunkt selbst noch gar nicht weiß, dass man ihm ein Bein amputieren musste. Die Kameraden
sorgen dafür, dass der sterbende Kemmerich vom Sanitäter Morphium erhält; gleichzeitig versucht
einer von ihnen, an die guten Stiefel des Verletzten zu gelangen, um sie selbst tragen zu können.
Kapitel 2
Paul macht sich Gedanken darüber, wie ihn das harte Kasernenleben auf den Krieg vorbereitet und
wie ihn sein Vorgesetzter Himmelstoß während der Grundausbildung tyrannisiert hat, und fragt sich,
wie sein Leben nach dem Krieg aussehen wird. Er glaubt, ohne militärische Ausbildung wäre er im
Schützengraben verrückt geworden und trauert um seinen inzwischen im Lazarett verstorbenen
Freund Kemmerich.
Kapitel 3
Katczinsky (von allen nur Kat genannt), der das Soldatenleben immer wieder mit den „wichtigsten“
Dingen verschönert und erleichtert, wird als unentbehrliche Identifikationsfigur für die jungen
Soldaten beschrieben. Es folgt ein Gespräch über das Militär, den Krieg und die Quelle von Macht. –
Tjaden hat eine Hauptwut auf Himmelstoß, da er besonders unter den Erziehungsmethoden des
Unteroffiziers zu leiden hatte. Erinnerungen werden wach an eine zurückliegende Aktion, bei der die
Kameraden Himmelstoß auf seinem Weg abfingen und ihm eine ordentliche Tracht Prügel
verabreichten.
Kapitel 4
Pauls Kompanie wird mit jungen Rekruten aufgefüllt und muss zum Schanzen an die Front. In der
Ferne hören sie die durch Mark und Bein gehenden Schreie verwundeter Pferde. Bei der Rückkehr
wird die Kompanie überraschend mit Artilleriefeuer und Giftgas angegriffen und versteckt sich
zwischen Gräberhügeln auf einem Friedhof, es fallen mehrere Soldaten.
Kapitel 5
Paul und seine Freunde stellen Überlegungen darüber an, was sie nach Kriegsende unternehmen
werden. Unterbrochen werden sie von Himmelstoß, der während der Grundausbildung ihr
verhasster Ausbilder war; Tjaden und Kropp widersetzen sich ihm und werden dafür milde bestraft.
Später beschert ihnen eine Aktion Kats und Paul Bäumers einen Gänsebraten, den alle hungrig und
dankbar verschlingen.
Kapitel 6
Wieder geht es an die Front. Drei Tage lang muss die Kompanie unter starkem Artilleriefeuer im
Graben ausharren. Dabei setzen knappe Essensrationen, eine Rattenplage und der psychische
Druck den Soldaten stark zu, bis endlich der befürchtete Angriff der Franzosen erfolgt. Als ob der
Tod hinter ihnen her wäre, sehen sie in den Gegnern keine Menschen mehr, sondern versuchen, zu
gefährlichen Tieren geworden, jeden zu töten, der ihnen entgegenkommt. Am nächsten Tag erfolgt
ein erneuter massiver feindlicher Angriff, der besonders unter den unerfahrenen Rekruten viele
Opfer fordert, darunter Pauls Freund Haie Westhus. Von 150 Mann kehren nur 32 ins Lager wieder
zurück.
Kapitel 7
Nach dem Fronteinsatz wird die Kompanie ins Feldrekrutendepot zurückverlegt. Paul und seine
Freunde lernen drei Frauen kennen, die sie des Nachts heimlich besuchen. Später geht Paul für
zwei Wochen auf Heimaturlaub und besucht seine kranke Mutter. Er hat jedoch Probleme, sich in
der Heimat, wo ein völlig verklärtes Bild von der Frontsituation vorherrscht, wieder zurechtzufinden;
denn der Schrecken der Fronterfahrungen lässt den Alltag befremdlich erscheinen. Er besucht den
ehemaligen Klassenkameraden Mittelstaedt, der in der Kaserne ihren inzwischen eingezogenen
Lehrer Kantorek, welcher sie schikaniert und zum freiwilligen Dienst an der Front bewegt hat, schleift
und lächerlich macht. Am Ende des Urlaubs berichtet er Kemmerichs Mutter vom Tod ihres Sohnes.
Er denkt über sein Leben und sein Verhältnis zu seiner Mutter nach.
Kapitel 8
Nach dem Urlaub wird Paul für einige Wochen ins Heidelager abkommandiert, wo er russische
Gefangene kennenlernt, die dort ein jämmerliches Leben unter elenden Umständen fristen müssen.
Er teilt mit ihnen seine Zigaretten. Am Ende seines Aufenthalts wird er von seinem Vater und seiner
Schwester besucht und empfängt Kartoffelpuffer, die ihm seine krebskranke Mutter zubereitet hat
(sie scheint sich nicht davon zu erholen – es wird zwar nicht erwähnt, wann sie stirbt, aber sicher
nachdem sie die Nachricht von Pauls Tod am Ende gehört hat); zwei davon gibt er den Russen.
Kapitel 9
Paul fährt zurück zu seiner Kompanie. Nach einem kurzen Inspektionsbesuch des Kaisers und einer
Unterredung über Ursache und Sinn des Krieges geht es wieder an die Front. Bei einem
Patrouillengang werden die Soldaten von einem gegnerischen Angriff überrascht. Paul rettet sich in
einen Bombentrichter und stellt sich tot. Als ein Franzose ebenfalls in diesen Trichter springt, stößt
Paul diesem aus Todesangst seinen Dolch in den Bauch. Aus schweren Schuldgefühlen heraus
verspricht er dem Verstorbenen, dass er sich um dessen Familie kümmern werde, obwohl er weiß,
dass er diese Zusage nicht einhalten kann. Wegen andauernder Gefahr muss Paul einen ganzen
Tag lang neben dem Toten ausharren, bis er zurück in den deutschen Graben kriechen kann.
Aufgewühlt erzählt er seinen Freunden von der persönlichen Konfrontation mit dem Feind und
seinen Gewissensbissen. Kat und Albert sind bemüht, ihn zu beruhigen.
Kapitel 10
Zunächst bewachen die Soldaten ein verlassenes Dorf, wo sie es sich gut gehen lassen. Doch bei
einer gegnerischen Offensive werden Paul und Albert verwundet und kommen zunächst ins
Lazarett, wo Paul operiert und anschließend in ein katholisches Hospital verlegt wird. Dort wird
Albert das Bein amputiert. Nach einigen Wochen im Hospital erhält Paul Erholungsurlaub und muss
sich schweren Herzens von Albert verabschieden, von dessen weiterem Schicksal der Leser in dem
Roman nichts erfährt. Paul wird wieder vom Regiment angefordert und fährt zurück an die Front. –
Paul ist inzwischen 20 Jahre alt, also seit zwei Jahren Soldat; er ist rund ein Jahr älter als zu Beginn
des erzählten Geschehens.
Kapitel 11
Paul erlebt viele weitere Fronteinsätze. Seine Freunde Berger, Müller, Leer, ihr tapferer
Kompanieführer Bertinck sterben und schließlich auch Katczinsky – trotz eines verzweifelten
Rettungsversuchs Pauls. Detering desertiert, wird aber wieder aufgegriffen und vermutlich
erschossen. Einige junge Soldaten leiden unter Front-Anfällen. Sie sind ihren schrecklichen
Erlebnissen nicht gewachsen. Paul beschreibt, wie miserabel die Lage der Deutschen ist und wie
sehr die Alliierten überlegen sind; mehrfach beschwört er den Sommer 1918 mit all seinen Qualen.
Auch Paul kann die Grausamkeit des Krieges kaum noch ertragen: "Warum? Warum macht man
kein Ende?". Obwohl die Soldaten über den Waffenstillstand im Osten informiert sind und obwohl
der Erzähler die Begriffe „meutern“ und „Revolution“ in seine Erzählung einführt, kommen weder
Paul noch die anderen überlebenden Soldaten auf die Idee, dass sie selbst etwas aktiv zu dem
erhofften Kriegsende beitragen könnten.
Kapitel 12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Paul hat Ruhe, weil er Gas geschluckt hat. Alle seine Freunde sind bereits gefallen, er ist der letzte
von sieben Mann aus seiner Klasse; er erwartet den baldigen Waffenstillstand. Er macht sich
Gedanken darüber, ob seine Generation sich nach dem Krieg noch zurechtfinden kann; er ist ruhig
und gefasst.
Im Oktober 1918, kurz vor Kriegsende, fällt Paul, wie ein anonymer Erzähler berichtet. Sein Gesicht
wirkt beinahe friedlich. An der Front ist es an diesem Tage so ruhig, dass der Heeresbericht sich auf
den Satz beschränkt, „im Westen sei nichts Neues zu melden“.

KAMERADSCHAFFT
n der gedruckten Endfassung des Romans wird die Kameradschaft zwischen den Soldaten als „das
Wichtigste“ bewertet: „Das Wichtigste aber war, daß in uns ein festes, praktisches
Zusammengehörigkeitgefühl erwachte, das sich im Felde dann zum Besten steigerte, was der Krieg
hervorbrachte: zur Kameradschaft!“ (S. 29). Insbesondere Katczinski „ist nicht zu entbehren“ (S. 37).
Es ist nur folgerichtig, dass die Kameraden Paul über seine schlimmste Krise hinweghelfen, nämlich
das Erlebnis, mit einem von ihm selbst schwer verletzten, zunächst sterbenden und später toten
Franzosen zusammen lange Zeit in einem Trichter verbringen zu müssen (S. 185–202).

Der Topos der „verlorenen Generation“[Bearbeiten | Quelltext


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Im Vorwort oder Motto des Buchs wird als Thema vorgegeben, „über eine Generation zu berichten,
die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam“. Es geht um die
Generation, die von der Schulbank weg in den Krieg geschickt wurde. Den von Gertrude
Stein geprägten Begriff "Lost Generation" hat Remarque einem in den USA entstandenen Diskurs
entnommen.
Anlässlich eines Briefes Kantoreks erinnert sich Paul, wie jener die ganze Klasse für den
Kriegsdienst begeistert hat (S. 15–18). Kantorek und die anderen Lehrer „sollten uns
Achtzehnjährigen Vermittler und Führer zur Welt des Erwachsenseins werden“; doch der erste Tote
zerstörte die von ihnen vermittelte Weltanschauung und die Annahme, sie besäßen größere Einsicht
als die Schüler. „Wir waren plötzlich auf furchtbare Weise allein; – und wir mußten allein damit fertig
werden.“ Zu Beginn des 2. Kapitels (S. 23) denkt Paul über die besondere Lage seiner Generation
nach: „Die älteren Leute sind alle fest mit dem Früheren verbunden, sie haben Grund, sie haben
Frauen, Kinder, Beruf und Interessen. […] Wir waren noch nicht eingewurzelt. Der Krieg hat uns
weggeschwemmt.“ Im 6. Kapitel (S. 111) wird berichtet, wie Paul nach einem Nahkampf der
Kompanie allein in der Nacht auf Posten ist und sich an die Landschaften seiner Jugend erinnert, die
ihm vielleicht für immer fremd bleiben werden: „Wir sind verlassen wie Kinder und erfahren wie alte
Leute, wir sind roh und traurig und oberflächlich – ich glaube, wir sind verloren.“

Traumatisierung durch die Schrecken des Krieges[


Der Roman stellt eindringlich die Schrecken des Krieges dar. Im Westen nichts Neues zeichnet das
weitestgehend realistische Bild eines durch die Erfindung chemischer Waffen (Giftgas) und den
Einsatz moderner Artillerie und Maschinengewehre gekennzeichneten Stellungskrieges.
Eindrucksvoll beschreibt Remarque den grausamen Kampf an der Front, die leichenbedeckten
Schlachtfelder, das elende Leben in den Schützengräben und den blutigen Alltag im Lazarett.
Diese Schrecken wirken sich desillusionierend auf die Psyche der Soldaten aus: Ständige Angriffe
und Gegenangriffe reiben ihre Nerven auf, nie verlässt sie ihre Angst. Ständig von Hunger und Durst
gequält, vegetieren sie unter unmenschlichen Bedingungen dahin, verlieren alle ihre Ideale und
verwandeln sich zusehends in panische Tiere, nur noch darauf aus, ihre primitivsten Bedürfnisse zu
befriedigen.