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Wasser 1

WASSER-BAUPHYSIK
1. Wassertransport:
Erklären Sie den Effekt der kapillaren Wasserwanderung anhand von Skizzen und beschreiben
Sie die Auswirkungen auf den Hochbau.
Wo tritt dieser Effekt im Baugrund auf und welche Möglichkeiten gibt es aus hochbautechnischer
Sicht diesen Wassertransport zu verhindern?
Skizzieren Sie einen dementsprechenden Aufbau.

Kapillare Wasserwanderung, Saugwasser


+ wegen der Oberflächenspannungen bewegen sich
kleine Wasseteilchen nach oben
→ werden durch porige Strukturen d. Bodens
gesaugt
→ sammeln sich unter dem Sockel
• können Druck auf Bauteil ausüben

Lösung
Kapillarbrechende Schicht
+ Rollierung: 15cm dick,
aus 16/32 Geröll unter dem
Sockel

Rollierung:
kapillarbrechende
Schüttung unter
Bodenplatten bestehend
aus Kies oder
Bruchsteinen
WASSER-BAUPHYSIK
2. Wasser in verschiedenen Aggregatzuständen:

Eis - Wasser - Dampf

Warum und in welcher Weise ist Frost, speziell im Baugrund, für die Fundierung relevant?
Welche hochbautechnischen Konsequenzen ergeben sich dadurch bei der Bauausführung?

Durch den Wechsel des des Aggregatzustandes von Wasser von flüssig zu fest kommt es zu einer
Volumenveränderung. Dadurch kann es im Baugrund zum Grundbruch kommen.

Folgen:
• Frostsprengungen
• gelöste Salze verursachen Ausblühungen & greifen chemisch an
• Verrottung, Fäulnis
• Korrosion der Bauteile
• Schimmel- und Pilzbefall
• Abhebung der Bodenplatte

Lösung
1. Fundierung unter Frostgrenze (Wien: ca 80 cm)
2. Frostschürze

WASSER-BAUPHYSIK
3.In welcher Beziehung stehen Temperatur und relative Luftfeuchtigekeit?

• Luft kann nur begrenzte Menge an Wasserdampf aufnehmen (Sättigungsdampfdruck)


• wenn Luft übersättigt ist an Wassermoleküle = Kondensation
• Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, wenn die Temperatur hoch ist

Kann Wasserdampf auch im Bauteil vorkommen?

Ja.
• Raumfeuchte dringt in Konstruktion ein
• Punkt an dem das Wasser kondensiert (Dampf zu Wasser) = Taupunkt
• Wasser in der Konstruktion, wenn Taupunkt in dieser
Daher: Wände müssen komplett dicht sein o. Komplett austrocknen können
Welche hochbautechnischen Konsequenzen ergeben sich daraus?

1. Feuchte Dämmung dämmt schlecht


2. Schimmelbildung
3. Frost: kann zu Frostsprengungen und Auftrieb führen

WASSER
4. Definieren Sie den Begriff Korrosion.
Korrosion = Metalle haben das Bestreben in ihren ursprünlichen Zustand zurückzukehren.
Daher:
Korrosion ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffs mit seiner
Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffs bewirkt und zu
einer Beeinträchtigung der Funktion eines mechanischen Bauteiles oder
eines ganzen Systems führen kann. In den meisten Fällen ist diese Reaktion
elektrochemischer Natur, in einigen Fällen kann sie jedoch auch chemischer
oder metallphysikalischer Natur sein.

Welche Einflussfaktoren gibt es dafür?


Einflussfaktoren:
• Wasser
• schwefelhaltige Verbrennungsgase
• Chloride im Erdreich
• galvanische Vorgänge bei sich berührenden Metallen

Wann sind Korrosionsschutzmaßnahmen für Bauteile zu ergreifen?


Erläutern sie aktive und passive Maßnahmen. → siehe Frage „Korrosionsschutzmaßnahmen im
Stahlbau“
Massnahmen
• Patinabildung als Schutzschicht
• Legierung
• Überzüge
• Anstriche

ABDICHTUNG
5. Welche grundsätzlichen Möglichkeiten gibt es bei der Materialwahl zur Abdichtung von
erdberührten Bauteilen.
ABDICHTUNG V. ERDBERÜHRENDEN BAUTEILEN – 3 ARTEN

1. Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit


▪ Bitumen-Abdichtungsbahnen
▪ Kunststoff-Abdichtungsbahnen
▪ Spachtelmassen aus kunststoffmodifizierten Bitumenemulsionen
▪ mineralische Dichtungsschlämme
2. Abdichtung gegen Nicht-Drückendes Wasser
▪ Bitumen- Abdichtungsbahnen
▪ Kunststoff-Abdichtungsbahnen
▪ Kunststoff-Abdichtungsbahn zw. zwei Lagen Bitumen- Abdichtungsbahnen
▪ Spachtelmassen aus kunststoffmodifizierten Bitumenemulsionen

3. Abdichtung gegen Drückendes Wasser


▪ Schwarze Wanne
▪ Weiße Wanne
▪ Braune Wanne

Treffen Sie eine Unterscheidung hinsichtlich der Abdichtungsbaustoffe und nennen Sie Vor-und
Nachteile der jeweiligen Systeme.

1. Kunststoffvergütete Abdichtungsbaustoffe

2. Rein Bituminöse Abdichtungsbaustoffe

+ durchwurzelungsfest - verwittertes Bitumen versprödet


+ Verklebung mehrerer Schichten - Brandschutz: als Deckung nur mit
+ flämmbar Kieselauflage zulässig
- UV-empfindlich
- keine scharfen Kanten möglich

3. Mineralische Abdichtungsbaustoffe

+ einfache Handhabung - spröde, daher nur wo keine


+ bei drückendem Wasser einsetzbar Rissbildung
(Braune Wanne) - nicht 100% dicht, daher hohe
Mindestdicke

4. Kunststoffe

+ hohe Wärmedehnung (?) - geringe Härte


+ kaum wärme- u. Elektrisch-leitfähig - organisch schwer abbaubar
+ Säure/ Lauge widerstandsfähig

ABWASSER
6. Planung der Abwasserführung:
Erläutern Sie die Begriffe Trennsystem und Mischsystem?

Trennsystem
Getrennte Ableitung von Schmutz- und Regenwasser in Grund und Fallleitung;
Versickerung v. Regenwasser erlaubt

Mischsystem
Gemeinsame Ableitung von Schmutz- und Regenwasser

Benennen Sie die einzelnen Teile und erläutern Sie die


Abkürzungen?

SOCKEL ***
7. Skizzieren Sie im Sockelbereich den Übergang von Perimeterdämmung zu einer Außenwand.
Beschreiben Sie die einzelnen Bestandteile.
Anwendung Perimeterdämmung
• an das Erdreich angrenzende Aufenthaltsräume
• beheizte Kellerräume
• Außendämmung unter Platten & Fundamenten
• Bsp.: Schaumglasplatten
XPS- Platten

Zusammenfassung
seite 24
WASSER-FUNDAMENT
8. Erlären Sie worauf beim Verdichten von Beton zu achten ist. Benennen und Beschreiben
Sie Ihnen bekannte Methoden zur Beton-Verdichtung.

Nicht in den Vorlesungsfolien:

Beton ist schnellstmöglich nach dem Mischen bzw. der Anlieferung einzubauen und mit
geeigneten Geräten zu verdichten. Durch das Verdichten werden die Lufteinschlüsse
ausgetrieben, damit ein dichtes Betongefüge mit wenigen Luftporen entsteht. Rütteln,
Schleudern, Stampfen, Stochern, Spritzen und Walzen sind je nach Betonkonsistenz und
Einbaumethode geeignete Verdichtungsverfahren.
Als Verdichtungsgerät kommt auf Baustellen des Hochbaus heutzutage in der Regel der
Innenrüttler (auch „Flaschen-“ oder „Tauchrüttler“ genannt) zum Einsatz. Bei der
Herstellung hoher Bauteile oder bei sehr enger Bewehrung können auch Außenrüttler
(„Schalungsrüttler“) verwendet werden. Beim Einbau von Beton für Straßen oder
Hallenböden ist eine Verdichtung mit Hilfe von Rüttelbohlen üblich. Rütteltische werden
im Fertigteilwerk benutzt.

WASSER-FUNDAMENT
9. Erklären Sie die Begriffe schwarze Wanne/ weiße Wanne/ braune Wanne.
Skizzieren Sie die Systeme maßstäblich und nennen Sie die Vor- und Nachteile.

Schwarze Wanne
Abdichtung mittels Bitumen-
Abdichtungsbahnen
• Schichtstärke
→ bis 4m Tiefe: 2-lagig
→ ab 4m Tiefe: 3-lagig
• staubbindender Voranstrich
• aufgeflämmt o. Selbstklebend
• Bahnübergriffe min. 10cm
• nie kreuzförmig verlegt
• scharfe Kanten unzulässig
Konstruktive Lösung gegen drückendes Wasser

+ mit Bitumen-Abdichtungsbahnen eingepackte - benötigt Sorgfalt bei der Ausführung


Kellerwand - muss vor Verschmutzung oder Beschädigung
= gute Außendämmung geschützt werden
+ lässt sich problemlos mit wärmedämmenden
Ziegeln und Porenbeton errichten

Weiße Wanne
Abdichtender WU-Beton
• gute & sichere Lösung
• benötigt gute Ausführung
• Dichtbeton ist nicht 100% dicht
• Mindestdicke 30 cm
Fugenabdichtung--> WU-Fugenband !!!

+ einfache Konstruktion - höherer Bewehrungsgehalt


+ geringe Witterungsabhängigkeit - Arbeitsfugene müssen exakt abgedichtet
+ kurze Bauzeit werden
+ eventuelle Undichtigkeiten leichter zu orten
und zu beheben

Braune Wanne
Abdichtungswirkung aus Zusammenwirkung
von Stahlbetonkonstruktion & wasserseitig
liegender Dichtschicht aus Bentonit

+ „Selbstheilung“ durch Quellfähigkeit - nicht produktneutral


+ keine Hinterläufigkeit - gewisses Restrisiko d. Feuchte
+ witterungsunabhängiger Einbau
+ einfache Handhabung

WASSER-FUNDAMENT

10. Ist eine Weiße-Wannen-Konstruktion zu 100% wasserdicht?


Erklären sie dies skizzenhaft.
Erläutern Sie den Begriff Anforderungsklassen in diesem Zusammenhang.

NEIN.
Kleine Mengen an Wasser gehen durch die wand & verdunsten an der Oberfläche.

Anforderungsklassen
as Vollständig trocken
a1 Weitgehend trocken
a2 Leicht feucht
a3 Feucht
a4 Nass

Hülle 1 – Gebäudehülle+Wärmedämmung
DÄMMUNG
11. Stellen Sie die Veränderung des Lüftungsverhältnis im Kontext von Dichtheit und Dämmung
von früher zu heute gegenüber.
Früher Heute
• Geringe Dichtigkeit • Hohe Dichtigkeit
• hohe Fugenlüftung • keine Fugenlüftung
• kühle Wände • hohe Wärmedämmung
• Kondensat vor allem an den • Kondensat an gering gedämmten
Fensterflächen Bauteilen
• trockene Luft • Hohe Luftfeuchtigekeit ohne Lüftung
In der Vergangenheit sind die Räume durch die Bei modern Fenstern ist Tägliches Lüften
nicht komplette Dichtheit der Fenster gelüftet notwendig oder eine mehanische oder eine
worden. Nur an Spitzen oder nach Bedarf kontrollierte Be- und Entlüftung notwendig um
musste gelüftet werden. Im Winter einen Luftaustausch zu gewährleisten und
kondensierte der Dampf zu Wasser an der schäden wie schimmelbildung zu verhindern.
Scheibe, weil sie der kälteste Teil des Raumes
war.

DÄMMUNG
12. Beschreibung Sie die Herstellung, Eigenschaften und Anwendungsbereiche von Schaumglas.

Herstellung
+ Galspulver mit Kohlentstoff → dann aufgeschäumt
Eigenschaften
• hochdruckfest
• feuchtigkeitsunempfindlich
• wasser- u. dampfdicht
• frostbeständig
• schädlingssicher
• verrottungsbeständig
• fäulnisresistent
• alterungsbeständig
• nicht brennbar
• chemikalienbeständig
• teuer
Anwendungsbereiche
+ Dächer
+ Terrassen
+ erdberührende Bauteile
+ Innendämmung
DÄMMUNG
13. Beschreiben Sie die Herstellung, Eigenschaften und Anwendungsbereiche von Dämmstoffe
die auf Polysterol basieren

→ EPS, XPS
Herstellung
+ Asugangsstoff: Erdölraffiniertes Produkt
Eigenschaften
• nicht UV-beständig
• wenig elastisch
• verrottungsfest
• EPS nimmt nur geringe Mengen an Feuchtigkeit auf
• nur bedingt recyclebar
Anwendungsbereiche
+ Dämmung d. Gesamten Hülle
+ Dachdämmung flach und geneigt geeignet
+ als Trittschalldämmung

Hülle 2 – Wärmedämmung + Glassfassade

WÄRMEDÄMMUNG
14. Welche Dämmstoffe werden bei erdberührten Bauteilen eingesetzt.
Nennen Sie mindestens zwei und erklären Sie die spezifischen Eigenschaften dieser Dämmstoffe.

1. Extrudiertes Polysterol (XPS)


Eigenschaften
• geschlossenzellig, nimmt nur geringe Mengen an Feuchtigkeit auf
• nicht UV-beständig
• wenig elastisch
• verrottungsfest
• nut beding recyclebar

2. Schaumglas
Eigenschaften
• hochdruckfest
• feuchtigkeitsunempfindlich
• wasser- u. dampfdicht
• frostbeständig
• schädlingssicher
• verrottungsbeständig
• fäulnisresistent
• alterungsbeständig
• nicht brennbar
• chemikalienbeständig
• teuer

3. Perimeterdämmung

4. Expandiertes Polysterol (EPS)

WÄRMEDÄMMUNG
15. Welche Befestigungsarten einer WDVS gibt es? Was ist bei der Montage zu beachten?

Befestigungsarten
• geklebt
• PU-WDVS-Kleber
• Klebemörtel
• gedübelt
• geklebt & gedübelt
• Profilbefestigung

Zu Beachten:
➢ eventuel Ausgleichputz o. Glattstrich auf Untergrund notwendig
➢ Klebemasse muss mit dem Untergrund verträglich sein
➢ Druchdringungen müssen verlängert o. Vorgesetzt werden

Licht & Luft 1 – Fenter + Sonnenschutz


LICHT
16. Beschreiben Sie die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Belichtung eines
Aufenthaltsraumes. In welchem Regelwerk sind diese definiert ?

Laut OIB-Richtlinien 3
1. Gewährleistung: ausreichender freier
Lichteinfall
2. Gewährleistung: freie Sichtverbindung nach
Außen
3. freier Lichteinfallswinkel: 45°, seitlich: 30°
4. bei Aufenhaltsräumen:
• Fenstergröße Nettoglasfläche: mind.
12% der Fußbodenfläche
• ab 5m Raumtiefe: + 1% je
angefangenen zusätzlichen Meter
Raumtiefe
5. vorspringende Bauteile:
• > 50cm: Fenstergröße Nettoglasfläche
→ +2% je angefangenen Meter
• max. 3m vorspringend
FENSTER
17. Skizzieren Sie die Einbaumaße an Fenster (Lichten/ Maße).
FENSTER
18. Skizzieren und beschreiben Sie die sicherheitstechnischen Aspekte, die an ein
Fensterparapet gestellt werden.
Fensterparapet nach OIB-RICHTLINIEN 4

① HÖHE
• Parapethöhe ≥ 100cm
(ab 12m ≥ 11cm)
• Wohnungstreppen 90 cm
② TIEFE
• bei Parapettiefe ≥ 20cm darf
h= tp/2,
wobei Mindesthöhe 85cm

③ SICHERHEITSGLAS 1
• Parapethöhe ≥ 60cm
• Kämpfer oder Geländerhöhe
≥ 100cm
• Fensterscheiben h ≤ 85cm aus
Sicherheitsglas, nicht öffenbar

④ SICHERHEITSGLAS 2
• Parapethöhe ≤ 60cm
• Kämpfer oder Geländerhöhe
≥ 100cm, von Oberkante
Parapet gemessen
(Verhinderung Ausstiegshilfe)
FENSTER
19. Skizzieren Sie die Öffnungsarten eines Fensters und beschreiben Sie die charakteristischen
Eigenheiten jeder Öffnungsart.

1. Drehflügelfenster
• klassische Fensterkonstruktion
• ein- oder mehrteilig
• nach Innen aufgehend = gut zu reinigen
• nach Außen aufgehend = bessere
Dichtwirkung gegen Winddruck

2. Dreh-Kipp-Fenster
• Kombination von Kipp- & Drehfenster
• Flügel kippt 15° in den Raum, Drehachse
unten
• weit verbreitet Mitteleuropa
• Kippstellung zur Lüftung → veraltete
Methode

Dreh-Klapp-Fenster

• Flügel kippt 15° aus dem Raum,


Drehachse oben
3. Stulpenfenster
• Steh- & Gehflügel
• kein Mittelpfosten, dadurch geringere
Ansichtsfläche des Übergriffs

4. Schwing-Flügel-Fenster
• Drehung um horizontale Achse, mittig
angeordnet
• geringe Bedienkräfte notwendig
• leichte Reinigung
• häufig: Dachfenster

Wende-Fenster
• Drehung um vertikale Achse, mittig
angeordnet, selten

5. Schiebe Fenster
• Einfache Konstruktion
• Verbreitung:
UK – vertikal
Asien – hotrizontal
• Schiebefuge & Stoßstelle potentielle
Schwachpunkte

FENSTER
20. Beschreiben Sie die Arbeitsschritte bei der Montage eines Fensters.
Illustrieren Sie die textliche Beschreibung der einzelnen Schritte mittels Skizzen.
❶ ANFORDERUNGEN
• Lasten (Eigenlast, Windlast, Flügellast) müssen auf Baukörper
übertragen werden können

❷ EINSETZEN UND JUSTIEREN


• Distanzklötze halten Abstand zw. Fenster & Maueröffnung

❸ BEFESTIGUNG
• mit Rahmendübel o. Laschen

❹ AUSSCHÄUMEN
• dient d. Wärmedämmung

❺ FERTIGSTELLEN
• Keile entfernen
• Saumreste abschneiden
FENSTER
21. Skizzieren Sie den unteren Rahmen- und Flügelprofil eines Holzfensters inklusive
Anschluss ans aufgehendes Mauerwerk.***Priebernig 05.3
Beschreiben Sie die drei Funktionsebenen sowohl im Rahmenbereich als auch im
Anschlussbereich.

1. Winddichte Ebene
• außenliegende, winddichte, dampfdiffusionsoffene Folie
2. Wärmedämmebene
• ausgeschäumte Bauanschlussfuge
3. Dampfdichte Ebene
• innenliegende Dampfsperre verhindert Kondensat im Bauteil

FENSTER
22. Skizzieren Sie maßstäblich im Schnitt den Anschluss eines öffenbaren Fensterelements in
einer Pfosten-Riegel-Fassade.***
FENSTER
23. Welche Arten von Sicherheitsgläser gibt es gibt es, was sind ihre spezifischen Eigenheiten
und wo kommen Sie zum Einsatz?

① ESG – Einscheibensicherheitsglas

Eigenschaften
• thermisch vorgspanntes Floatglas durch Erhitzung und schlagartiges Abkühlen
• Innere Spannungen:
Kern = Zug
Oberfläche = Druck
• Biegezugfest
• Bearbeitung nach Vorspannung nur mehr schwer möglich
• Vorspannungen führt zu leicht uneben Oberflächenbild
• bei Bruch:
zerspringt in kleine Stücke
kleine stumpfkantige Bruckstücke
Anwendung
• Glastüren u. -fenster
• geschoßhohe Verglasung bei geringem Nutzungsaufkommen
• Autoseitenscheiben
• Alarmgläser

② TVG – Teilvorgespanntes Glas

Eigenschaften
• Thermisch vorgespanntes Floatglas durch Erhitzung und langsames Abkühlen
Anwendung
• bei Verbundsicherheitsgläsern

③ VSG - Verbundsicherheitsglas

Eigenschaften
• mind. 2 Flachglasscheiben mit elastisch, reißfester Folien verbunden
• Resttragverhalten druch Verzahnung d. Bruchstücke
Anwendung
• Geländer
• Überkopfverglasung

FENSTER
24. Skizzieren Sie Stockrahmen und Flügelrahmen und benennen Sie die potentiell
vorkommenden Elemente an diesen Bauteil.
LÜFTUNG
25. Welche Arten der mechanischen Lüftung gibt es?
Beschreiben Sie Einsatzgebiete sowie Vor- und Nachteile.

Einsatzräume: Bad, WC, Küche

Zenrale Mechanische Lüftung


• durch zentrale Haustechnikanlagen
• nur Entlüftung oder Be- und Entlüftung
Vorteil Nachteil
+ einfachere Installation von energetisch - höherer Platzaufwand
günstige Vorrichtungen wie die
Wärmerückgewinnung
+ kann mehrere Räume versorgen

Dezentrale Mechanische Lüftung


• durch dach- oder fassadenintegrierte Lüftungsgeräte
• nur Entlüftung oder Be- und Entlüftung
Vorteile Nachteile
+ verringerter Platzaufwand für - hoher Wartungsaufwand bei den
Verteilerschächte und Kanäle fassadenintegrierten Systemen
- kann nur jeweils einen einzigen Raum
versorgen

LÜFTUNG
26. Beschreiben Sie verschiedene Arten der freien Lüftung.
Skizzieren Sie deren Funktionsprinzipien und Einflussfaktoren.
Fugenlüftung
– schwer kontrollierbar
– eher im Altbau (natürliche Gegebenheit durch undichte Fenster)
– heute: berücksichtigt durch eingebaute Fensterlüfter und spezielle Aufsatzelemente

Fensterlüftung

• hohe schmale Fenster sind günstiger als breite, niedrige


• Spaltlüftung der 70er Jahre mittels Kippfenster ist im Winter
unökonomisch...Wand kühlt aus, braucht lange bis Raum
wieder aufheizt

Schachtlüftung

Einzellüftung Einzellüftung Einzellüftung Sammellüftung


- historisch - historisch - historisch - historisch
- kein Zuluftschacht - Zuluft- u. Abluftschacht in - Zuluftschacht im - zusammengefasste Be-
(→ Tür- u. Fensterfugen) einem Raum seperaten Raum und Entlüftung
- bei dichten Fenstern kann - Winter: Zugerscheinung - kalte Luft wird im - Lärm & Gerüche können
Lütung unzureichend - viele Schächte = Vorzimmer vortemperiert mitgetragen werden
funkrionieren unökonomisch - geringe Luftleistung
Dachaufsatzlüftung

LÜFTUNG
27. Welche lüftungsbezogene Faktoren sind für die menschliche Behaglichkeit relevant?
Beschreiben Sie.

① Feuchtigkeit (Behaglichkeit)

② Temperatur

③ Zufuhr O2 (Hygiene)

④ Abfuhr CO2 (Hygiene)

→ beeinflusst besonders bei Räumen mit starker Geruchs- und Wasserdampfbildung


Bsp. durch: Atmung, Kochen, Baden, Waschen

Konstruktion 1 – Baugrund/ Baugrube/ Gründungskonstruktionen


BODEN/BAUGRUND
28. Beschreiben Sie den Begriff „Boden“ im Hinblick auf seine Verwendung als Baugrund.
Beschreiben Sie die Charakteristika von nichtbindigen Böden und nennen Sie die Bodenarten,
die zu den nichtbindigen Böden gehören. Wie sind die Bodenarten nach der ÖNORM definiert?

Boden=
Lockergesteinsschichten aus den oberen Bereichen (=Verwitterungsrinde) der Erdkruste

Granulares Material, dass aus mineralischen & organischen Substanzen, sowie aus
Porenflüssigkeit und Porengas im Porenraum, besteht.

Es wird unterschieden zwischen organischen (nicht tragfähig), bindigen (bedingt


tragfähig) und nichtbindigen (tragfähig) Böden.

Nichtbindiger Boden
• körnige Bodenstruktur
• guter Baugrund
◦ bei ausreichender Schichtdicke
◦ nur geringe Setzung unter statischer Belastung

• Bodenarten: Kies & Sand


◦ hohe mechanische Kornfestigkeit
◦ gut belastbar
◦ lassen sich gut nachverdichten
◦ lassen sich gut entwässern
Bodenarten nach ÖNORM
grobkörnige Böden
– Gemische mit Feinkornanteil weniger als 5% der Masse

feinkörnige Böden
– Gemische mit Feinkornanteil weniger als 40% der Masse

gemischtkörnige Böden
– Gemsiche mit Feinkornanteil 5% bis 40% der Masse

BAUGRUND
29. Welche Vorarbeiten/ Untersuchungen sind für die Beurteilung des Baugrundes/ des Bodens
und gegebenfalls von Baubeginn durchzuführen?
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Planer?

Bodengutachten = „Geotechnischer Bericht“

Inhalt/ Ziel
 Untergrundverhältnisse-Bodenschichten
 bodenphysikalische & bodenchemische Eigenschaften
 Grundwasserverhältniss
 Beurteilung im Hinblick auf die Lösung bautechn. Aufgaben
 Angabe v. Beschaffenheit d. Bodens
 Tragfähigkeit d. Bodens

Methoden
① Baggerschürfe
② Rammsondierung
③ Aufschlussbohrung
④ Bohr- u. Rammkernsondierungen

Konsequenzen
➔ Erstellung eines Fondierungskonzeptes mit Statiker, sowie Abdichtungssystem &
Wahl d. Art d. Wasserhaltung in d. Baugrube

BAUGRUND
30. Beschreiben Sie mögliche Gründe und Ziele zu einer Baugrundverbesserung und erläutern Sie
Maßnahmen zur Bodenverbesserung.

Gründe & Ziele


1) Erhöhung d. Tragfähigkeit
2) Erzielen/ Verbesserung d. Gebrauchstauglichkeit
3) Verringerung/ Vorwegnahme v. Setzungen
4) Homogenisierung & Vergleichsmäßigung d. Setzungsverhaltens
5) Beschleunigung d. Konsolidation
6) Verringerung/ Erhöhung d. Durchlässigkeit
7) Erhöhung d. Erdbebensicherheit

Maßnahmen
a) Bodenersatz → Austausch, Aushub
b) Bodenverdichtung → machanisch
c) Bodenverdichtung → hydraulisch
d) Bodenentwässerung → Drainage
e) Bodenbewehrung

BAUGRUND
31. Was versteht man unter dem Setzungsverhalten von Boden und was können Setzungen im
Boden bewirken?
Welches Setzungsverhalten ist charakteristisch für bindige und welches für nichtbindige Böden?

Setzungsverhalten von Böden =


Durch die Lasteinwirkung (Gebäudelast+tragender Baukörper) wird der
Untergrund zusammengedrückt;
das Korn rutscht in eine andere, stabilere Lage.
Der Hohlraumgehalt d. Bodens wird verringert.

Setzungsarten
A) Anfangssetzung – entstehen gleich nach d. Belastung
B) Konsolidierungssetzung – entstehen durch Anpressen v. Wasser aus Porenhohlräume
bindiger Böden
C) Kriechsetzung – entstehen durch plastische Verformungen d. Bodens

starke Setzungsarten
a) seitliches Ausweichen d. Bodens (Grundbruch)
b) Verdichten d. Bodenstruktur
c) Heben u. Senken durch Frost
d) Rutschungen

Folgen
• Grundbruch
• Auftrieb
• Gleiten
• Schäden (Risse, etc)

Setzungsverhalten
Bindige Böden Nicht-Bindige Böden
← stark gering →
- Anfangssetzungen, abhängig vom - nur Anfangssetzung
Wassergehalt
- Konsolidierungssetzung, kann lange andauern
- Kriechsetzung

GRÜNDUNG
32. Benennen und beschreiben Sie die Einflussfaktoren auf die Gründung/ Fundierung eines
Bauwerks.

① Art & Gestalt d. Bauwerks

② Größe & Verteilung d. Belastung

③ Geometrie d. Baugrunds

④ Beschaffenheit d. Baugrunds

⑤ Grundwasserverhältnisse

⑥ Frosttiefe

Je nach Beschaffenheit des Baugrundes muss die richtige Gründung gewählt werden.
Flachgründungen sind am wirtschaftlichen. Dabei werden die Last des Bauwerks berechnet und
die Last, welche der Boden nach der Einstufung in die Bodenklassen aufnehmen kann. Liegt die
Tagend Schicht tief, muss eine Tiefgründung angewendet werden.
GRÜNDUNG
33. Beschreiben Sie mögliche Ursachen für einen Grundbruch, beschreiben Sie was bei einem
Grundbruch passiert und erläutern Sie Maßnahmen zur Vermeidung eines Grundbruchs.

→ starke Setzung auf Grund d. Seitlichen Ausweichen d. Bodens

Mögliche Ursachen
• Austrocknung
• Ausspülung
• Wasserentzug
• unterschiedliche Bodentypen
• Ausgrabungen in direkter Nähe
• Vibration durch Verkehr
• Grundwasserspiegelanstieg (Niederschlag)
• fehlende Drainage
• kein Erosionsschutz
• nicht frostfreies gründen

Maßnahmen
● Tieferlegung d. Gründungssohle
● Anwendung v. Bodenverbesserung
● Tiefgründung
● gleiche Gründungsart bei gleichen Boden
● Anordnung v. Setzungsfugen zur Trennung v. großen Baukörpern
unterschiedlicher Masse

BAUGRUBE
34. Skizziern, beschreiben und begründen Sie die Anwendung der Verfahren zur Herstellung
folgender Verbauarten – Schlitzwand; Bohrpfahlwand.

BOHRPFAHLWAND
– weniger Setzungen
– Staffelungen d. Tiefe einzelner Bohrpfähle möglich
– genaueres Arbeiten möglich
SCHLITZWAND

Vorteile:
• unabhängig v. Bodenart anwendbar
• in unbegrenzte Tiefe ausführbar
• direkt neben bstehendem Gebäude ausführbar
• keine Störungen d. Vorhandenen Bodengefüges

FUNDAMENT
35. Wann bietet sich die Planung eines Plattenfundamentes an? Nennen Sie die wirtschaftlichen
und herstellungstechnischen Gründe.

Einsatz:
– bei schlechtem Baugrund
– bei bestehender Gefahr v. Ungleichmäßiger Setzung
– beim Einbau v. Grundwasserwannen

Wirtschaftliche- u. Herstellungtstechnische Vorteile


+ schnelle Bauabwicklung & Kostenersparnis da geringer Schalungsaufwand
FUNDAMENT
36. Zeichnen und beschreiben Sie ein Köcherfundament, bezeichnen Sie die Bauteile und
erklären Sie die Verwendung eines solchen Fundaments.