Sie sind auf Seite 1von 2

Water 

ist ein kanadisches Filmdrama von Deepa Mehta aus dem Jahr 2005. Der Film spielt im


Jahr 1938 und beschreibt das Leben von Witwen in einem Ashram in Varanasi, Britisch-Indien.

Inhaltsverzeichnis

 1Handlung
 2Filmmusik
 3Hintergrund
 4Auszeichnungen
 5Weblinks
 6Einzelnachweise

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Water spielt im Jahr 1938, in dem Indien unter der Herrschaft der Briten stand. Die
damalige orthodoxe hinduistische Tradition beinhaltet, dass vielerorts junge Mädchen mit älteren
Männern verheiratet werden. Wenn ihr Mann stirbt, sind die teils sehr jungen Witwen
gezwungen, den Rest ihres Lebens verstoßen in einem Ashram zu verbringen. Zum Einen sollen
sie so für die Sünden ihres vorigen Lebens büßen, die für den Tod ihres Mannes
mitverantwortlich gemacht werden. Zum Anderen bedeutet ihr Fortgang eine finanzielle
Entlastung der Familie ihres Mannes.
Die erst siebenjährige Witwe Chuyia wird in einem Ashram untergebracht, in dem schon 14
andere Frauen sind. In dem heruntergekommenen Haus, das um einen Innenhof herum gebaut
ist, regiert die strenge Madhumati, eine alte, wohlgenährte Frau. Die Zuhälterin Gulabi ist ihre
einzige Vertraute und diese Hijra versorgt sie auch mit Cannabis. Gulabi hilft Madhumati dabei,
die jetzt zweitjüngste der Witwen, Kalyani, zur Prostitution zu zwingen, und bringt sie über den
Fluss zu ihrem Kunden. Kalyani ist hübsch und als einzige der Witwen ist ihr Haar nicht
geschoren. Seitdem sie als Kind im Ashram angekommen ist, wurde sie gezwungen, auf diese
Weise Geld für die Gemeinschaft zu verdienen.
Eine der anderen Witwen, die zurückgezogene Shakuntala, ist hin- und hergerissen zwischen
ihrer (vermeintlichen) Pflicht als Witwe und ihrer Unzufriedenheit mit ihrer Situation. Sie wird
wegen ihres Zorns von Madhumata in Ruhe gelassen und findet Rat bei Sadananda, einem
sanften Hindu-Priester, der ihr Selbstvertrauen stützt und ihr hilft, ihre miserable Situation zu
erfassen.
Chuyia rechnet damit, dass ihre Mutter kommen wird, um sie wieder nach Hause zu holen.
Dieser Gedanke verleiht ihr ausreichend Selbstsicherheit, um sich im Ashram zurechtzufinden,
ohne sich unterkriegen zu lassen. Die anderen Witwen beginnen, sie zu mögen. Eines Tages
lernt die schöne Kalyani über Chuyia einen Anhänger Mahatma Gandhis aus der Oberschicht,
Narayan, kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, doch die Tradition verbietet eine
Annäherung und Kalyani schickt ihn fort. Sie kann ihn jedoch nicht vergessen und beginnt, sich
Madhumati und ihrem Freier zu verweigern. Narayan wiederum versucht sie wiederzusehen, was
ihm mit Chuyias Hilfe gelingt. Er verspricht Kalyani heimlich sie zu heiraten und mit ihr nach
Kalkutta zu gehen.
Im Ashram teilt Kalyani das Geheimnis ihrer bevorstehenden Hochzeit mit Chuyia. Die aber
schafft es vor lauter Vorfreude auf das Hochzeitsfest nicht, es für sich zu behalten, und platzt
Madhumata gegenüber damit heraus. Jetzt ergibt die Weigerung Kalyanis für Madhumati einen
Sinn, getrieben vom Ärger und von ihrer Angst, was mit ihrem Karma passiere, falls Kalyani
wieder heiraten würde, stürzt sie in Kalyanis Hütte und schert ihr mit Gewalt die Haare. Dann
schließt sie Kalyani ein, damit sie wieder zur Vernunft kommt.
Shakuntala sucht Rat bei ihrem spirituellen Meister, der ihr von dem Erlass eines Gesetzes
erzählt, das Witwen die Wiederheirat erlaubt. Shakuntala darüber entsetzt, dass so eine
Veränderung ignoriert und geheim gehalten werden konnte, fordert den Schlüssel zu Kalyanis
Zimmer ein und lässt diese frei.
Die nun freie Kalyani verlässt den Ashram, ohne dass Madhumati sie aufhalten kann. Sie trifft
Narayan, der sie über den Fluss zu seinem Elternhaus bringen will. In Sichtweite erkennt Kalyani
das Haus jedoch wieder und fleht Narayan zunächst an, sie sofort zurückzubringen. Widerwillig
deutet sie es an, eher noch aber errät Narayan, dass die Frau, die er heiraten will, seinem Vater
zu Diensten gewesen ist. Narayan kehrt allein zurück zu seinem Elternhaus. Sein Vater, den er
bisher als liberalen, großherzigen Mann zum Vorbild hatte, spielt die Angelegenheit herunter und
rät seinem Sohn, die sündige Frau eben zur Geliebten zu behalten, weil man eine Hure ja nicht
heiraten könne. Narayan bricht mit seinem Vater und beschließt, tief enttäuscht von ihm, von nun
an Gandhi zu folgen. Als er aber im Ashram ankommt, um Kalyani mit sich zu nehmen, muss er
erfahren, dass sie sich in der Nacht zuvor ertränkt hat.
Madhumati beschließt, es sei an der Zeit, Chuyia Geld verdienen zu lassen, und schickt sie mit
Gulabi über den Fluss zu ihrem ersten Freier. Shakuntala erfährt davon und versucht, das zu
verhindern, kommt aber erst zu Chuyias Wiederkehr am Fluss an. Sie tröstet das traumatisierte
Kind die Nacht über, und irrt am nächsten Tag mit ihr durch die Stadt. Am Bahnhof steht der
abfahrbereite Zug mit Gandhi an Bord. Verzweifelt versucht Shakuntala, Chuyia jemandem im
abfahrenden Zug zu reichen, damit sich Gandhi um sie kümmert. Sie entdeckt Narayan und
übergibt ihm das Kind. Der Zug mit Narayan und Chuyia fährt fort, Shakuntala bleibt zurück im
Wissen, dass Chuyia ihrem Schicksal entkommen ist.