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Aus dem Inhalt

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 3
Naturkatastrophen
Hochwasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4 - 6
Lawinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 7
Erdbeben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8
Industriekatastrophen
Störfall im Atomkraftwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 9 - 12
Unfälle in der chemischen Industrie . . . . . . . . . . . . Seite 13
Unfälle beim Transport gefährlicher Güter . . . . . . . Seite 14
Wissen hilft
Bedeutung der Sirenensignale . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 15
Influenza-Pandemie - die Herausforderung . . . . . . Seite 16-17
Lebensrettende Sofortmaßnahmen . . . . . . . . . . . . Seite 18
Entstehungsbrandbekämpfung . . . . . . . . . . . . . . . Seite 19
Notruf-Nummern und richtige Unfallmeldung . . . . Seite 18-19
Der krisenfeste Haushalt
Krisenmanagement in der Familie . . . . . . . . . . . . . Seite 20
Persönliche Vorsorge-Checkliste . . . . . . . . . . . . . . Seite 21 - 22
Sicherheitstipps über . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 23 - 28
- Trinkwasser
- Lebensmittelvorrat
- Apotheke
- Weitere Vorräte
- Sicherheitsraum
- Notgepäck und Dokumentenmappe
Selbstschutz in der Landwirtschaft . . . . . . . . . . . . Seite 29 - 30
Info-Angebot des NÖ. Zivilschutzverbandes . . . . . Seite 31
Gerade in Zeiten des weltweiten Terrors oder der
Besorgnis erregenden Pannen in grenznahen Atom-
kraftwerken ist das Thema Selbstschutz wichtiger denn
je. Natürlich, es gibt den professionell organisierten
Katastrophenschutz der Österreichischen Behörden
und Einsatzorganisationen - und seien Sie vergewissert -
diese sind bestmöglich auf jeden nur erdenklichen
Gefahren- oder Ernstfall vorbereitet.
Doch: Persönliche Sicherheit ist weit mehr, als sich
auf offizielle Hilfe verlassen zu müssen. Umfassende Sicherheit gibt vor
allem auch die persönliche Vorbereitung auf den Ernstfall. Gleich, ob
Naturkatastrophen, Unglücke, Reaktorpannen oder gar Terroranschlä-
ge - erst das möglichst umfassende Wissen über die vielen Möglichkeiten
des wirksamen Selbstschutzes erlauben, vorbeugend Gefahren
abzuwenden oder die Zeit zu überbrücken, bis organisierte Hilfe erst
möglich ist.
Um es der Bevölkerung möglichst leicht zu machen sich das notwen-
dige Wissen über die Selbstschutzmaßnahmen aneignen zu können,
hat das Innenministerium die Selbstschutzinformationszentren in den
Gemeinden ins Leben gerufen.
Die Broschüre „Sicherheit für alle Fälle“ trägt dazu bei, das
Informationsangebot dieser Zentren zu erweitern.

Josef Plank
Landesrat für Zivil- und
Katastrophenschutz
L
Der NÖ. Zivilschutzverband versteht sich als eine Service-Einrichtung für
die Bevölkerung. Er bietet Information, Beratung und Schulung zu den
Belangen des Selbstschutzes. Als Partner der Sicherheitsinformations-
zentren haben wir die vorliegende Broschüre mit Fachinformationen,
Selbstschutztipps und Checklisten für all jene entwickelt, die ihre
Sicherheit und die ihrer Familie nicht dem Zufall überlassen, sondern
aktiv Selbstschutz betreiben wollen.
LAbg. a. D. Hans Klupper
Präsident des NÖ. Zivilschutzverbandes
SAFETY - Ratgeber Entfesselte Wasser

O Gibt es in der Nähe Teiche, die Erstes Ziel muss daher sein, das
übergehen könnten? Eindringen von Wasser in das Haus
O Überprüfung des Grundwasser- zu verhindern oder zumindest zu
spiegels vor Errichtung eines begrenzen.
Objektes (Anfrage im
Gemeindeamt).
O Kann der Kanal übergehen?
O Drohen Bäume unterspült zu
werden und umzustürzen? ‘ 
O Gibt es ausgetrocknete Fluss- 
läufe, Bachbette etc.? Ž
O Können bauliche Maßnahmen
die Hochwassergefahr verändern
x 
(z. B. Flussregulierung, Kanal-
bau, Kahlschläge, Forststraßen)?
x Grundwasser durch Kellerwände oder
Kellersohle.
Richtiges Bauen  Rückstauwasser durch Kanalisation.
Die wirksamsten baulichen Maß- Ž Grundwasser durch Undichtheiten bei
nahmen sind: Hausanschlüssen (Rohrwege, Kabel
O Bauen in erhöhter Lage. sind zumeist nicht druckwasserdicht
O Verzicht auf Kellergeschoße. in das Mauerwerk eingebettet) oder
durch undichte Fugen.
O Errichtung des Hauses auf Stützen;
bei ausreichender Vorwarnzeit  Oberflächenwasser durch Lichtschächte
und Kellerfenster.
kann der überbaute Raum für
 Oberflächenwasser infolge
untergeordnete Zwecke genützt Durchsickerung der Außenwand.
werden (z. B. als Parkplatz). ‘ Oberflächenwasser durch Tür-, Tor-
oder Fensteröffnungen.
Wassereintritt in ein Gebäude
Das Eindringen von Wasser in das Abdichtungen am Gebäude
Haus führt im Allgemeinen nicht zu Derartige Maßnahmen sind im Allge-
einer Gefährdung seiner Standsi- meinen einfacher und kostengünstiger
cherheit, aber doch zu nachhaltigen als Maßnahmen im Außenbereich.
Schäden am Gebäude (z. B. Türen, Voraussetzung ist die ausreichende
Fenster, Haustechnik, Putz, Tapeten, Standsicherheit, Wasserbeständigkeit
Bodenbeläge) und an der Innenein- und Wasserdichtheit (kein Durchsi-
richtung. ckern) der Außenwände.

Seite 5
SAFETY - Ratgeber Entfesselte Wasser

O Gibt es in der Nähe Teiche, die Erstes Ziel muss daher sein, das
übergehen könnten? Eindringen von Wasser in das Haus
O Überprüfung des Grundwasser- zu verhindern oder zumindest zu
spiegels vor Errichtung eines begrenzen.
Objektes (Anfrage im
Gemeindeamt).
O Kann der Kanal übergehen?
O Drohen Bäume unterspült zu
werden und umzustürzen? ‘ 
O Gibt es ausgetrocknete Fluss- 
läufe, Bachbette etc.? Ž
O Können bauliche Maßnahmen
die Hochwassergefahr verändern
x 
(z. B. Flussregulierung, Kanal-
bau, Kahlschläge, Forststraßen)?
x Grundwasser durch Kellerwände oder
Kellersohle.
Richtiges Bauen  Rückstauwasser durch Kanalisation.
Die wirksamsten baulichen Maß- Ž Grundwasser durch Undichtheiten bei
nahmen sind: Hausanschlüssen (Rohrwege, Kabel
O Bauen in erhöhter Lage. sind zumeist nicht druckwasserdicht
O Verzicht auf Kellergeschoße. in das Mauerwerk eingebettet) oder
durch undichte Fugen.
O Errichtung des Hauses auf Stützen;
bei ausreichender Vorwarnzeit  Oberflächenwasser durch Lichtschächte
und Kellerfenster.
kann der überbaute Raum für
 Oberflächenwasser infolge
untergeordnete Zwecke genützt Durchsickerung der Außenwand.
werden (z. B. als Parkplatz). ‘ Oberflächenwasser durch Tür-, Tor-
oder Fensteröffnungen.
Wassereintritt in ein Gebäude
Das Eindringen von Wasser in das Abdichtungen am Gebäude
Haus führt im Allgemeinen nicht zu Derartige Maßnahmen sind im Allge-
einer Gefährdung seiner Standsi- meinen einfacher und kostengünstiger
cherheit, aber doch zu nachhaltigen als Maßnahmen im Außenbereich.
Schäden am Gebäude (z. B. Türen, Voraussetzung ist die ausreichende
Fenster, Haustechnik, Putz, Tapeten, Standsicherheit, Wasserbeständigkeit
Bodenbeläge) und an der Innenein- und Wasserdichtheit (kein Durchsi-
richtung. ckern) der Außenwände.

Seite 5
Entfesselte Wasser SAFETY - Ratgeber

Diese Abdichtung kann mittels (Meterbereich). Ihr Einsatz setzt


Sperrputz (z. B. Zementputz), allerdings sowohl fixe Installationen
Steinzeugfliesen oder Kunststoffmate- (z. B. Befestigungsschienen) als
rialien erfolgen. Auf wasserdichte auch die Lagerung der Dammbalken
Fugenausbildung achten. voraus.
Die zum Verschluss der Gebäudeöff-
nungen verwendbaren Techniken
unterscheiden sich sowohl durch die
beherrschbaren Wasserdrücke als
auch die erforderlichen Installationen
und zu lagernden Materialien.

Sandsäcke können bei geringem


Wasserstand (einige Dezimeter) ein-
gesetzt werden. Sie sollen möglichst
unmittelbar am oder im zu schützen-
den Objekt gelagert sein.
Installationen und
Heizungsanlagen
Heizungsanlagen sollen ebenso wie
wichtige elektrische Installationen
(z. B. Stromverteilerkästen) in den
Obergeschoßen hochwassersicher
installiert werden. In von Hochwas-
ser betroffenen Bereichen (Keller,
Erdgeschoß) sollten darüber hinaus
auch untergeordnete elektrische
Installationen möglichst hoch über
dem Fußboden angebracht werden.
Da keine fixen Einbauten erforder- Die betreffenden Stromkreise müssen
lich sind, eignet sich ihr Einsatz auch getrennt abschaltbar bzw. gesichert
zum Schutz vor unvorhergesehenen sein. In hochwassergefährdeten
Gefahren. Gebieten sollte auf Ölheizungs-
anlagen grundsätzlich verzichtet
Dammbalkensysteme bieten einen werden.
höheren Schutz vor Überflutungen L

Seite 6
SAFETY - Ratgeber Lawinengefahr ist Lebensgefahr

Lawinen Europäische Lawinengefahrenskala


Gefahren- Auslösewahrscheinlichkeit Hinweis für Touren-
stufe geher und Variantenfahrer
1 Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung*)
Lawinengefahr ist an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich.
gering
Lebensgefahr. Allgemein sichere Tourenverhältnisse.

2 Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung*)


mäßig vor allem an den angegebenen Steilhängen
Überlebenschance wahrscheinlich. Unter Berücksichtigung lokaler
Gefahrenstellen**) günstige Tourenverhältnisse.
Die Chancen, in einer Lawine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbe-
3
zu überleben, sinken rapid. erheblich lastung*) vor allem an den angegebenen Steilhängen
wahrscheinlich. Fallweise sind spontan***) einige
Betragen sie nach 15 Minuten mittlere, vereinzelt auch große Lawinen möglich.
Skitouren erfordern lawinenkundliches Beurteilungsver-
noch 92%, sind es nach 35 mögen; Tourenmöglichkeiten eingeschränkt.
Minuten nur mehr 30% und 4 Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbe-
lastung*) an den meisten Steilhängen wahrscheinlich.
nach zwei Stunden nur noch 3%. groß
Fallweise sind spontan***) viele mittlere, mehrfach
Ob eine Lawine zur Bedrohung auch große Lawinen zu erwarten.
Skitouren erfordern großes, lawinenkundliches
wird, hängt weitgehend vom Beurteilungsvermögen; Tourenmöglichkeiten stark
eingeschränkt.
eigenen Verhalten ab. 5 Spontan***) sind zahlreiche Lawinen, auch in mäßig
sehr groß steilem Gelände, zu erwarten.
Skitouren sind allgemein nicht möglich.
Lawinengefahr
*) Zusatzbelastung: - groß: z.B. Schifahrergruppe, Pistenfahrzeug,
@ Ab einer Hangneigung von - gering: z.B. einzelner Schifahrer
**) Das lawinengefährliche Gelände ist im Lawinenlagebericht im
25 Grad sind Lawinenab- Allgemeinen näher beschrieben (z.B. Höhenlage, Exposition,
Geländeform, etc.)
gänge möglich; Steilhang = Hang, der steiler als rund 30 Grad abfällt.
@ ab einer Hangneigung von ***) Spontan = ohne menschliches Dazutun.

30 - 35 Grad passieren die @ Bei Tauwetter keine Touren unternehmen.


meisten Unfälle; @ Nach starkem Schneefall warten, bis
@ Windschattenhänge sind sich die Schneedecke gefestigt hat
immer gefährlich. (3 bis 5 Tage).
@ In Steilhänge einzeln einfahren
Grundregeln (Ausnahme tragende Firnhänge).
@ Gesicherte Pisten nicht @ Abseits der Piste im Tiefschnee
verlassen, Hinweise und nur mit Verschütteten-Suchgerät,
Warnungen der örtlichen Rucksackschaufel und
Einrichtungen beachten. Tourensonde.
@ Nachricht (im Quartier, @ Einen Notfall „planen“. Spielen Sie
daheim) über Weg, Ziel und gedanklich eine Notfallsituation durch
voraussichtliche Rückkehr (Wettersturz, Verirren, Verletzung).
hinterlassen. L

Seite 7
Wenn die Erde bebt SAFETY - Ratgeber

Erdbeben
Österreich zählt zu jenen Ländern, die nicht stark erdbebenge-
fährdet sind. Die Chronik sagt, dass in Niederösterreich
Erdbeben höchstens der Stufe 8 der 12-teiligen EMS-Skala
(nach Mercalli Sieberg) aufgetreten sind. Das bedeutet jedoch
nicht, dass man diese Gefahr unterschätzen darf. Von einer
großflächigen Zerstörung ist jedoch nicht auszugehen!

Was macht ein Erdbeben Als Sekundärschäden sind Feuer


zur Katastrophe? und Explosion als Folge des Bruchs
Die Bautechnik ist in diesem Zusam- von Gasleitungen anzuführen.
menhang an erster Stelle anzuführen. Jahreszeit und Wettersituation kön-
Die gesetzlichen Bestimmungen für nen die Probleme für Betroffene und
erdbebengerechtes Bauen und deren Rettungsmannschaften verstärken.
Einhaltung unterscheiden sich von
Land zu Land. Daher ist das Scha- Erdbeben - was tun?
densausmaß stark unterschiedlich.  Baunorm einhalten (ÖNORM B 4015),
Länder mit niedrigem Baustandard  Haus laufend instandhalten
haben höhere Opferzahlen und (insbesondere Schornsteine,
größere Schäden als Länder mit Balustraden und Dachrinnen),
guter Bausubstanz.  Warmwasserspeicher gut
Wie Bauten auszuführen sind, hängt befestigen,
davon ab, in welcher Erdbebenzone  schwere Möbel verankern,
sie errichtet werden.  Regale oder schwere Bilder nicht
Österreich ist in Erdbebenzonen von 0 über Betten aufhängen,
bis 4 eingeteilt. Die Ziffer 0 bezeichnet  Sichere Plätze im Gebäude
Zonen mit „geringer Erdbebengefahr“ festlegen (unter Türstöcken, bei tragen-
(z. B. die Stadt Salzburg). 4 steht für Zonen den Wände, unter einem stabilen Tisch).
mit „hoher Erdbebengefahr“, dazu
gehört die Region Seebenstein. Im Freien
Für Großprojekte, wie etwa für den Wer sich während eines Erdbebens im
Millenniums-Tower in Wien, werden Freien befindet, sollte dort verbleiben.
Erdbebenexperten als Gutachter her- Möglichst einen Sicherheitsabstand zu
angezogen. Gebäuden und Freileitungen einhalten
Für das Ausmaß eines Schadens ist bzw. in engen Straßen in einer Haus-
weiters die Beschaffenheit des Unter- einfahrt oder Hauseingang Schutz
grunds von Bedeutung. suchen. L

Seite 8
SAFETY - Ratgeber AKW-Unfall - was tun?

Störfall im Atomkraftwerk

Störfälle in Atomkraftwerken, vor


Ausbreitung einer radioaktiven Wolke
allem die Katastrophe von Tscher-
Verfrachtung durch den Wind
nobyl, haben gezeigt, dass durch die
freiwerdende Radioaktivität Gefahr
entsteht. radioaktive Wolke
Fallout

Radioaktivität
Radioaktivität ist eine Strahlung, die
den Organismus bedroht. Je nach
Höhe der Dosis treten gesundheitli-
che Schäden auf, die bis zum Tod Ablagerung
am Boden
führen können.
Radioaktive Strahlung kann mit den
Sinnesorganen nicht wahrgenom- Aufgrund der Schwerkraft sinken
men werden. Es bedarf technischer die Teilchen zu Boden, es entsteht
Geräte, um sie nachzuweisen und zu ein „Radioaktiver iederschlag“,
messen. auch „Fallout“ bezeichnet.
Je nach Jahreszeit und Witterung
Radioaktiver Niederschlag kann dieser Fallout als Staub,
Wird bei einem Atomunfall Radio- Regen, Hagel oder Schnee ausfallen.
aktivität frei, lagern sich diese klein-
sten radioaktiven Teilchen an den in Strahleneinwirkung
der Luft vorhandenen Staubpartikeln Externe Strahlung, nennt man
ab. Es entsteht eine „radioaktive jene, die von außen auf den Men-
Wolke“. Sie kann, wie das Beispiel schen einwirkt. Gefährdet ist jeder,
Tschernobyl zeigt, über tausende der sich ungeschützt im Freien
Kilometer vertragen werden. Wind- aufhält.
richtung und Windstärke sind aus- Von interner Strahlung spricht
schlaggebend, in welcher Zeit und man, wenn radioaktive Teilchen
in welche Richtung sich die radioak- durch Einatmen, Essen oder Trinken
tive Wolke ausbreitet. in den Organismus gelangen.

Seite 9
AKW-Unfall - was tun? SAFETY - Ratgeber

Die bisherigen Vorfälle haben Warnung und Alarmierung


gezeigt, dass mit der Nahrung am
meisten Radioaktivität aufgenom- In Österreich gibt es ein Strahlen-
men wird. Entweder direkt, z. B. mit frühwarnsystem. An 336 Messpunk-
Gemüse, Obst, Pilzen oder über den ten wird die Radioaktivität der Luft
Umweg von Pflanzen und Tieren. gemessen.
Bei Gefahr wird die Bevölkerung
alarmiert (mittels Sirenen, über den
Die Nahrungskette
ORF, mit Lautsprechern).

Schutzmaßnahmen VOR einem


Nahrung
radioaktiven Niederschlag
Wasser  Kenntnis der Warn- und
Boden Alarmsignale
 Lebensmittel- und Trinkwasser-
vorrat für zwei Wochen pro
Tiere Person anlegen
Pflanzen  Hausapotheke einrichten und
um die persönlichen Medika-
Jodprophylaxe mente erweitern
Bei einem Atomunfall kann radio-  Material für die Abdichtung der
aktives Jod, wenn es in den Körper Fenster besorgen
gelangt, zur Schädigung der Schild- (breite Klebestreifen, Folien)
drüse führen, da diese Jod speichert.  Batterieradio mit Reservebatterie
Zur Vorbeugung dienen Kaliumjo- bereitstellen
did-Tabletten, die von Kindern,  Kaliumjodid-Tabletten aus der
Jugendlichen und unter bestimmten Apotheke besorgen
Voraussetzungen von Erwachsenen (für Kinder und Jugendliche sowie für
- nach Anordnung der Behörde - Erwachsene bis zum 40. Lebensjahr)
einzunehmen sind. Dadurch soll  Haben Sie einen Schutzraum,
bewirkt werden, dass die Schilddrüse diesen bezugsfertig machen
angereichert ist und das radioaktive  Besitzen Sie Haustiere, entspre-
Jod nicht mehr aufnimmt. Es wird chende Tiernahrung bevorraten
rascher durch den Stoffwechselprozess  Verhaltensregeln mit den
aus dem Körper ausgeschieden. Familienmitgliedern besprechen

Seite 10
SAFETY - Ratgeber AKW-Unfall - was tun?

Schutzmaßnahmen WÄHREND Schutzmaßnahmen NACH einem


eines radioaktiven Niederschlages radioaktiven Niederschlag

 Gründliche Feuchtreinigung
der Wohnung bzw. des
gesamten Hauses
 Bei den Reinigungsarbeiten jede
Staubaufwirbelung vermeiden
(nur Staubsauger mit Feinfiltersystem
verwenden!)
 Haus und unmittelbare Umge-
bung mit Wasser abspritzen

 Nicht im Freien aufhalten


 Aufenthalt in Räumen mit
massivem Mauerwerk (z.B.
nicht in Veranda oder Wintergarten)
 Wenn ein Schutzraum vorhanden
ist, im Schutzraum verbleiben
 Radio oder TV eingeschaltet
lassen, um laufend Informationen
und Weisungen zu hören
 Klimaanlage ausschalten,  Kein frisches Obst essen
Ventilatoren abstellen  Kein Gemüse aus Freilandanbau
 Rollos oder Jalousien herunter-  Keine Eier von Hühnern aus
lassen, Fensterläden schließen der Freilandhaltung
 Nach Anordnung der Behörde  Kinder nicht im Sand spielen
Kalium-Jodidtabletten einnehmen lassen, ehe der Sand erneuert ist
 Waren Sie zu Beginn des  Schuhe vor dem Betreten der
Niederschlags im Freien, vor Wohnung/des Hauses ausziehen
Betreten der Wohnung Schuhe  Pfoten von Hunden und
und Oberbekleidung vor Katzen nach Aufenthalt im
der Tür ablegen Freien feucht reinigen

Seite 11
AKW-Unfall - was tun? SAFETY - Ratgeber

Zusätzliche Maßnahmen WÄHREND des radioaktiven


für den Landwirt Niederschlags:
Große Verantwortung im Falle einer Landwirte, die Tiere versorgen müs-
radioaktiven Verstrahlung tragen die sen, sind nach einigen Stunden
Bauern. Sie sollen nicht nur die gezwungen, das schützende Haus zu
Ernährung sicherstellen, sie müssen verlassen. Für den Weg ins Freie -
auch das Vieh bestmöglich versor- auch wenn es nur wenige Schritte
gen. über den Hof sind - ist unbedingt
schützende Kleidung anzulegen
VOR einem radioaktiven (Kopfbedeckung, Staubmaske, Regenman-
Niederschlag: tel aus Gummi oder Plastik, Gummistiefel,
 Tiere in den Stall Handschuhe).
 Ställe, Scheunen, Lagerhallen Bei Rückkehr ins Haus:
und Silos verschließen Überbekleidung und Stiefel im
 Futtervorräte mit Planen abdecken Vorraum ausziehen; gründliche Kör-
perreinigung unter der Dusche!

NACH dem radioaktiven


Niederschlag:
 Kein Frischfutter geben
 Tiere erst nach Entwarnung
auf die Weide
Tiere in den Stall  Hofflächen, Fahrzeuge und
Geräte, die nicht abgedeckt
Glashaus, Silo schließen waren, gründlich mit Wasser
abspritzen; ACHTUNG! Abwas-
ser sammeln, gezielt ableiten.
L

Gebäude von
oben nach
unten reinigen

 Brunnen mit Folie, Zeltplane


oder Brettern abdichten
 Maschinen und Geräte unter
Dach, oder abdecken

Seite 12
SAFETY - Ratgeber Chemieunfall - was tun?

Unfälle in der chemischen Industrie


Weltweit sind rund 10 Millionen verschiedene chemische
Verbindungen bekannt. 50.000 bis 70.000 davon werden
in großen Mengen erzeugt, gelagert, gehandelt, transpor-
tiert und verwendet. Kommt es zu einem Unfall, können
großräumige giftige, ätzende oder erstickende Giftwolken
entstehen.
Sicherheitsbestimmungen  älteren oder behinderten
Die Behörde hat den Betrieben viele Nachbarn behilflich sein
Auflagen erteilt: Von der Verpflich-  Straßenpassanten vorübergehend
tung der Störfallinformation bis zur aufnehmen.
Festlegung von Notfallplänen. Bei
einem Unfall müssen rasch Schutz- Wenn nicht über Lautsprecher oder
vorkehrungen für die Belegschaft ORF andere Anweisungen erfolgen:
und die Bevölkerung getroffen  obere Stockwerke aufsuchen,
werden können. möglichst einen innenliegenden
Raum wählen (Viele Gase sind schwe-
Ausbreitung rer als Luft, deshalb sind höher gelegene
Die Ausbreitung einer Giftwolke ist Räume im Allgemeinen sicherer.
Der Aufenthalt im Schutzraum ist daher
- ähnlich jener der radioaktiven
nicht anzuraten.)
Wolke - von mehreren Faktoren ab-
hängig. Der wesentliche Unterschied  Fenster und Türen evtl. mit
Klebebändern abdichten
ist, dass die Belastung durch chemi-
sche Schadstoffe eine kurzzeitige ist,  Klimaanlagen abschalten
während die erhöhte Radioaktivität  Nasse Tücher bereitlegen (vor
Mund und Nase gehalten, können sie
eine Bedrohung über einige Tage Beeinträchtigungen der Atmung
darstellen kann. verhindern; wenn vorhanden, Rettungs-
haube verwenden)
Persönliche Schutzmaßnahmen  Telefonleitungen nicht blockie-
Den besten Schutz findet man in ren, nur im Notfall bei den Ein-
einem festen Gebäude. Bei Warnung satzorganisationen anrufen
oder eigener Wahrnehmung von  Nach der Entwarnung alle
chemischen Gasen: Räume gut lüften
 Kinder sofort ins Haus rufen  Kein Obst und Gemüse aus dem
 Radio oder TV (ORF) einschalten Garten essen. L

Seite 13
Gefährliche Güter SAFETY - Ratgeber

Transport gefährlicher Güter

Täglich werden Tonnen von Chemi- gibt den Einsatzorganisationen die


kalien durch unser Land befördert. Möglichkeit, rasch und richtig zu agie-
Mit Tankwagen und LKW-Zügen ren und gegebenenfalls weitere
auf den Straßen, mit Kesselwaggons Dienststellen einzubeziehen.
auf der Schiene. Es sind „Rollende
Bomben“, die gefährliche Güter Richtiges Verhalten
verschiedenster Art transportieren. Ob als Beteiligter an einem Unfall
Immer wieder kommt es zu schweren mit einem Gefahrenguttransport, ob
Unfällen. Ausrinnender Treibstoff, als Zeuge oder nachkommender
frei gewordene giftige oder ätzende Kraftfahrer: Vorsicht ist geboten!
Stoffe bedrohen die Umwelt.

Kennzeichnung
Ab einer bestimmten Menge Trans-
portgut ist die Kennzeichnung mit Gefahrenzone
Warntafeln vorgeschrieben.
Gefahrennummer
X432 (Kemler-Nummer)
Stoffnummer
1428
(UN-Nummer)

Tafeln ohne Nummern g


trichtun ng
weisen auf Sammel- luch ri chtu
transporte verschiedener gefähr-
F
Wind
licher Güter hin. Zusätzlich gibt es
Gefahrenzettel, die durch Symbole und  Unfallort gegen oder seitlich zur
Beschriftung auf eine oder mehrere Windrichtung verlassen, (es können
besondere Gefahren hinweisen. giftige oder ätzende Dämpfe austreten)
 mindestens 60 m Abstand einhalten
Unfallmeldung  Keine Zündquellen, nicht Rauchen
Eine präzise Unfallmeldung, mit An- (Brand-, Explosionsgefahr)
gabe der Gefahren- und Stoffnummer,  Anrainer warnen. L

Seite 14
SAFETY - Ratgeber Warnung und Alarmierung

Um die Bevölkerung im Katastrophenfall


Sirenensignale vor einer herannahenden Gefahr warnen
zu können, wurden eigene Sirenen-
signale fixiert.

Signale für den Zivilschutz- und Katastrophenfall

3 Minuten
Warnung
gleichbleibender Dauerton

Herannahende Gefahr!
Radio oder Fernseher (ORF) einschalten,
Verhaltensmaßnahmen beachten.

Alarm 1 Minute
auf- und abschwellender Heulton

Akute Gefahr!
Schützende Räumlichkeiten (Bereiche) aufsuchen,
über Radio oder Fernsehen (ORF) durchgegebene
Verhaltensmaßnahmen befolgen.
1 Minute
Entwarnung gleichbleibender Dauerton

Ende der Gefahr!


Weitere Hinweise über Radio oder Fernsehen
(ORF) beachten.

Weitere Sirenensignale

Signal für die Feuerwehr Sirenenprobe

3 x 15 Sekunden 15 Sekunden
dazwischen jeweils 7 Sek. Pause jeden Samstag mittags

Seite 15
Influenza-Pandemie - die Herausforderung SAFETY - Ratgeber

Influenza - Pandemie
Seit Jahren warnt die Weltgesundheitsorganisation
vor dem Ausbruch einer weltweiten Seuche, einer
Influenzapandemie. Im Schnitt treten in jedem Jahr-
hundert drei bis vier Influenzapandemien auf, die
länderübergreifend oder sogar weltweit zu einer
Erkrankung großer Teile der Bevölkerung führen.
Die Ursache ist ein neuer Grippeerreger, mit einem derartig veränderten
Erbgut, dass unser Immunsystem keinen Schutz aufgrund früherer Infektio-
nen bietet. Seit mehr als 37 Jahren hat es keine Grippepandemie mehr
gegeben, also stehen wir wahrscheinlich kurz vor einer Neuen.

Das erwartete Virus muss sich zwar Infekt) ist eine seit Jahrzehnten
erst durch die Neuordnung seiner bekannte Infektionskrankheit des
Erbsubstanz bilden, es könnte dann Menschen. Das Gefährliche an der
aber sehr gefährlich sein, weil es Influenza sind oftmals nicht die
möglicherweise zu einer Verbin- Viren selbst, sondern die bakterielle
dung zwischen dem Vogelgrippe- Superinfektion, die auf eine Grip-
Virus (H5N1) und dem mensch- peerkrankung folgt. Da der Orga-
lichen Grippe-Virus kommt. nismus aufgrund der Bekämpfung
Bei so einer Verbindung kann ein der Influenza-Viren bereits
Virus entstehen, das sich bei Men- geschwächt ist, können Bakterien
schen sehr gut vermehren, sich auf- leichter in den Körper eindringen,
grund fehlender Immunität schran- sich vermehren und dort zu weiteren
kenlos innerhalb der Weltbevölke- Krankheiten führen.
rung ausbreiten und somit eine welt-
weite Seuche (Pandemie) auslösen Das jährliche Risiko
könnte. Eine Eingrenzung der Seu- Etwa 350.000 Menschen erkranken
che ist in Zeiten der grenzenlosen in Österreich während einer durch-
Mobilität ein praktisch unmögliches schnittlichen Influenzasaison. Jedes
Unterfangen. Jahr sterben an der echten Grippe
und ihren Folgen etwa 1000 bis
Influenza 6000 Personen in Österreich.
Die Influenza (echte Grippe - nicht Obwohl die Influenza somit zu den
zu verwechseln mit dem grippalen häufigsten und folgenschwersten

Seite 16
SAFETY - Ratgeber Influenza-Pandemie - die Herausforderung

Infektionskrankheiten gehört, Sicherheit und für die medizinische


besteht in der Bevölkerung kein ent- Versorgung notwendig sind, ihre
sprechendes Risikobewusstsein. Tätigkeit auch im Falle einer akuten
Die jährliche Grippeimpfung senkt Ansteckungsgefahr weiter durch-
dieses Risiko. führen können.

Zusätzliche Gefahren bei Auf- Ihre aktive Mitarbeit ist


treten eines neuen Grippevirus unbedingt notwendig
Die Experten rechnen bei der erwar- Die aktive Mitarbeit aller Niederös-
teten Grippepandemie mit einer terreicherinnen und Niederösterrei-
Erkrankungsrate von 20 bis 50 % cher bei der Krisenbewältigung ist
der Weltbevölkerung. aber eine wichtige Voraussetzung,
L Bei einer hohen Erkrankungsrate damit die erwarteten Schwierigkei-
sind Versorgungsengpässe kaum ten besser gelöst werden können.
zu vermeiden. Unvorbereitete Menschen könnten
L Die durch vorangegangene die Auswirkungen einer Grippepan-
Erkrankungen oder Grippeimp- demie in große Bedrängnis bringen.
fungen gebildeten Antikörper Wer für sich und seine Familie vor-
erkennen die neuen Grippeviren sorgt, hilft wesentlich bei der
nicht als Feinde und sind somit Lösung der erwarteten Probleme.
machtlos. Informationen dazu finden Sie auf
L Die Entwicklung und ausreichende unserer Homepage www.noezsv.at
Produktion eines wirksamen unter „Notfälle was tun? - Grippe-
Impfstoffs dauert etliche Monate. pandemie“ und in unserem Ratgeber
„Grippepandemie“.
Die Grundversorgung muss Diesen Ratge-
gewährleistet sein ber bekommen
Damit zumindest eine Grundversor- Sie kostenlos
gung für die niederösterreichische bei uns (Tel.:
Bevölkerung gewährleistet werden 02272/61820),
kann, hat das Krisenmanagement oder im Sicher-
des Landes Niederösterreich bereits heitsinforma-
wesentliche Vorarbeiten geleistet. tionszentrum
Es wurden zum Beispiel Vorsorgen Ihrer Gemeinde.
getroffen, dass Personen, die für das
Funktionieren der Infrastruktur, der L

Seite 17
Helfen will gelernt sein SAFETY - Ratgeber

Lebensrettende Sofortmaßnahmen
Oft hängt es von der unverzüglich einsetzenden ERSTEN HILFE ab, ob
ein Mensch in einer Notsituation eine zweite Lebenschance erhält.
Jedermann ist nach dem Gesetz verpflichtet, einem Verunglückten oder
akut lebensbedrohlich Erkrankten oder Vergifteten Hilfe zu leisten.

Es kommt auf jede Minute an!

Gefahrenzone ½ Bergung
Bewusstlosigkeit ½ Stabile Seitenlage
Atem-Kreislauf-Stillstand ½ Herzdruckmassage
und Beatmung.
Achtung! Neue Richtlinien des Europäischen
Wiederbelebungsrates beachten.

Starke Blutung ½ Blutstillung


Schock ½ Schockbekämpfung

Richtige Erste-Hilfeleistung kann man nicht durch Lesen erlernen.


Wer verantwortungsbewusst ist, besucht daher einen Erste-Hilfe-Kurs!

Eine Liste mit den wichtigsten Notruf-Nummern


Telefonnummern sollte stets
griffbereit sein. Dazu gehören:

Feuerwehr . . . . . . . . . . . 122 Ärztenotdienst . . . 141


Polizei. . . . . . . . . . . . . . . 133 Euro-Notruf . . . . . . 112
Rettung. . . . . . . . . . . . . . 144 Bergrettung . . . . . 140
Vergiftungsinformationszentrale . . . 01-406-43-43

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SAFETY - Ratgeber Helfen will gelernt sein

Entstehungsbrandbekämpfung
Jährlich brennt es in unseren Wohnungen rund 7.500 mal. Der Schaden
geht in die hunderte Millionen. Und leider gibt es auch Verletzte und Tote.
In einem Brandfall hängt viel vom richtigen Handeln ab, wobei es auf die jewei-
lige Situation ankommt, in welcher Reihenfolge vorzugehen ist.

Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung!

Feuerwehr verständigen

Bergung aus der Gefahrenzone

Gefährdeten Personen Hilfe leisten

Löschen von Sachwerten

Um einen Entstehungsbrand löschen zu können, muss mit geeigneten Geräten,


z. B. mit einer Löschdecke und einem tragbaren Feuerlöscher, vorgesorgt sein.

Unfallmeldung Ein Hilferuf soll möglichst


präzise formuliert sein.
Die W-Regel hilft dabei:

WO ist etwas passiert?


WAS ist passiert?
WIE viele Verletzte gibt es?
WER ruft an?

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Sicherheit für alle SAFETY - Ratgeber

Krisenmanagement
in der Familie

Selbstschutz Aufenthalt der Familienmitglieder


Darunter versteht man Maßnahmen Der Zeitpunkt eines Unfalls oder
für die persönliche Sicherheit einer Katastrophe ist nicht vorher-
 zur Vorbeugung bzw. Verhinde- sehbar. Es muss daher davon ausge-
rung von Unfällen gangen werden, dass sich die einzelnen
 um in einer Krisensituation jene Familienmitglieder an verschieden
Zeitspanne, in der jeder auf sich Orten aufhalten. (Die Kinder vielleicht
selbst gestellt ist, zu überbrücken, im Kindergarten oder in der Schule, die
ehe Hilfe von anderen kommt. Eltern am Arbeitsplatz).
Selbstschutz erfordert materielle Vor- Es gilt zu fixieren, wo ein Familien-
sorgen, ergänzt durch das Aneignen mitglied Zuflucht findet, wenn
von Kenntnissen verschiedenster Art. keine Möglichkeit gegeben ist,
In der Praxis wird Selbstschutz nur rechtzeitig die eigenen vier Wände
funktionieren, wenn darüber hinaus zu erreichen.
im Familienverband mögliche
Notsituationen besprochen und ein Treffpunkt fixieren
auf diese Situation abgestimmtes Beziehungsweise soll ein Treffpunkt
Vorgehen festgelegt wird. vereinbart werden, an dem alle
zusammentreffen, wenn das eigene
Bedrohungsbild Haus nicht aufgesucht werden kann.
Je nach Art eines Ereignisses ist
 der Verbleib im Haus mit dem Rollenverteilung vornehmen
Aufsuchen eines bestimmten Letztlich ist eine Rollenverteilung
Raumes sinnvoll, wie zum Bei- sinnvoll, wer welche Aufgabe im
spiel bei einem Chemieunfall Haus/in der Wohnung übernimmt.
(oberes Stockwerk) oder bei Gefahr Eine Bestandsaufnahme muss
von Radioaktivität (Schutzraum oder daher allen Überlegungen voran-
geschützten Bereich), oder gehen.
 das Verlassen des Hauses, etwa
wenn es brennt, bei Explosionsge-
fahr oder bei Hochwasser notwendig. L

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SAFETY - Ratgeber Sicherheit für alle

Vorsorge-Checkliste - Familie MUSTER


ACHTUNG nur ein BEISPIEL!
Verhalten im Fall einer Sirenenwarnung: (wochentags Vormittag)
Vati als Vertreter auf Tour, versucht nach Hause zu fahren. Mutti muss in der
Volksschule bleiben, bis alle Kinder abgeholt sind. Karli bei Entlassung aus dem
Gymnasium zu Tante Eva (wenn Bus nicht nach Hause fährt).
Bei Strahlengefahr soll Oma zu uns siedeln.

Personen, die bei Gefahr zu informieren sind: evtl. Oma


Aufenthaltsraum bei Strahlen- oder Explosionsgefahr: Schutzraum
Aufenthaltsraum bei Unfall mit Giftgas: Schlafzimmer Eltern (1. Stock)
Zu schließen: Alle Außentüren, alle Fenster, evtl. Rollos herunter,
4 Kellerfenster, Garagentor, Glashaus, Lüftungen zum Heizraum, Lüftung WC
Im Ernstfall abzudichten: Kamin Wohnzimmer, Dunstabzug Küche, Ventilator WC
Aufbewahrung Klebebänder u. Folien: Vorratsraum, braune Schachtel
Kaliumjodidtabletten: Medizinschrank
Staubmasken: sind bei den Klebebändern
Batterieradio u. Batterien: Radio von Karli, Batterien in der Küche
Schlüssel (Keller, Dachboden etc.): alle Schlüssel im Garderobeschrank
Dokumente: Schreibtisch, linke untere Lade, Aktenmappe
Im Freien abdecken: Sandkiste, Planschbecken, Frühbeet, Kompostkasten,
Regentonne, Kaminholz
Ins Haus bringen: (in den Keller) Spielsachen, Fahrräder, Gartensessel,
Sonnenschirm, leere Mülltonne
Absperrungen: Strom: Garderobe, E-Schrank Wasser: Keller, Waschraum
Gas: Keller neben Heizraum Sonstiges: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fluchtwege im Brandfall: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Löschmittel: Löschdecke unter Abwaschbecken, Feuerlöscher neben Heizraum
Notgepäck: Rucksack im Vorzimmerkasten, Inhaltsliste liegt im Telefonbuch
Sichere Plätze bei Erdbeben: Schutzraum oder unter Türstock
Notizen: Kater ins Haus holen, Wasserkanister auffüllen, Mistkübel ausleeren

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Sicherheit für alle SAFETY - Ratgeber

Persönliche Vorsorge-Checkliste
Verhalten im Fall einer Sirenenwarnung: (ungünstigste Annahme)
...........................................................
...........................................................
...........................................................
...........................................................
Personen, die bei Gefahr zu informieren sind: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufenthaltsraum bei Strahlen- oder Explosionsgefahr: . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufenthaltsraum bei Unfall mit Giftgas: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Zu schließen: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
...........................................................
Im Ernstfall abzudichten: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Aufbewahrung Klebebänder u. Folien: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Kaliumjodidtabletten: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Staubmasken: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Batterieradio u. Batterien: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schlüssel (Keller, Dachboden etc.): . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Dokumente: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Im Freien abdecken: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
...........................................................
Ins Haus bringen: (in den Keller) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
...........................................................
Absperrungen: Strom: . . . . . . . . . . . . . . . . . Wasser: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gas: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sonstiges: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fluchtwege im Brandfall: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Löschmittel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Notgepäck: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Sichere Plätze bei Erdbeben: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Notizen:

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SAFETY - Ratgeber Sicherheitstipps

KRISENSICHER FÜR ALLE FÄLLE

Kritische Situationen und Engpässe in der Versorgung können überall und jederzeit
auftreten. Erfahrungsgemäß vergehen mehrere Tage, bis Hilfsmaßnahmen „vor Ort“
wirksam werden. Für Vorsorgemaßnahmen lässt sich kein allgemein gültiger Terminplan
aufstellen. Allerdings sollten Sie nicht damit warten, bis eine Krisensituation bereits
da ist. Es kann dann zu spät sein, sich noch mit all jenen Sachen einzudecken, die
benötigt werden. Kontrollieren Sie, wie weit Sie für Notfälle gerüstet sind!

WARUM? WAS?
N Wenn man bei Erkrankung Lebensmittel, Wasser, Medikamente,
außerstande ist einzukaufen. Hygieneartikel, Ersatzbeleuchtung,
N Wenn es die Witterung nicht prov. Kochgelegenheit, Heizmaterial.
zulässt. WIE VIEL?
N Wenn durch Katastrophen das
Der Mindestvorrat sollte für eine
Einkaufen nicht möglich ist.
Person für zwei Wochen reichen.
N Weil Krisen nie auszuschließen
sind. (Hochwasser, Schneeverwehung, Mit den nachfolgenden Tipps
Streiks, Straßenblockaden u. a. können wird aufgezeigt, was alles dazuge-
die Zulieferung von Gütern des hört, um einen Haushalt gegen
täglichen Bedarfs verzögern). Krisen abzusichern.

FLÜSSIGES
TIPP 1
Der Mensch benötigt 2 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag. Ein Getränkevorrat
mit Mineralwasser, Obstsäfte (Sirup) darf daher nicht fehlen. In bestimmten
Fällen kann es notwendig sein, Wasser in geeigneten Behältern, zum
Kochen, sowie für die Zubereitung von Tee, Kaffee (Löskaffee), Fertig-
gerichte, zu bevorraten. Um es für längere Zeit genussfähig zu halten, muss
man es konservieren. Zur Entkeimung und Haltbarmachung gibt es chemi-
sche Präparate. Sie töten die, auch im klaren Wasser vorhandenen, Erreger
bakterieller Darmerkrankungen zuverlässig ab. Wasservorräte werden damit
bis zu sechs Monate vor Nachinfektion geschützt. Die Präparate selbst sind
bei richtiger Lagerung bis zu 10 Jahre haltbar.

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Sicherheitstipps SAFETY - Ratgeber

T I P P 2 LEBENSMITTEL
Bei der Auswahl sollten Sie auf hochwertige, leicht verdauliche und lang
haltbare Lebensmittel achten. Sie sollen reich an Kalorien sein und lebens-
wichtige Nährstoffe enthalten. Kleinkinder, kranke oder alte Menschen
brauchen meist eigene Kost (Baby- oder Diätnahrung etc.). Gehören Haus-
tiere zur Familie, soll auch diesbezüglich alles Notwendige vorrätig sein.
GRUNDVORRAT PRO PERSON FÜR 2 WOCHEN:
Mehl . . . . . . . . . . . . . .1 kg Dosenaufstrich . . . . . .2 Dosen
Reis . . . . . . . . . . . . . .1 kg Fischkonserven . . . . .2 Dosen
Teigwaren . . . . . . . . .1/2 kg Kartoffeln . . . . . . . . . .2 kg
Zucker . . . . . . . . . . . .1 kg Salate . . . . . . . . . . . . .2 Gläser
Brot (Vakuumverp.) . . . . .1 kg Haltbarmilch . . . . . . .2 Liter
Knäckebrot . . . . . . . . .1/2 kg Streichfett . . . . . . . . . .250 Gramm
Semmelwürfel . . . . . .1 Pkt. Speiseöl . . . . . . . . . . .1/2 Liter
Kartoffelpüree . . . . . .1 Pkt. Schmelzkäse . . . . . . .1 Pkt. (6 Stk.)
Packerl-Suppe . . . . . .2 Pkt. Eier . . . . . . . . . . . . . .10 Stk.
Dosensuppe . . . . . . . .2x1/2 kg Marmelade (Honig) . . .1 Glas
Gemüsekonserven . . .3x1/2 kg Fruchtsaftkonzentrat .1/2 Liter.
Hülsenfrüchte . . . . . . .1x1/2 kg Kaffee, Kakao . . . . . .nach Bedarf
Fleischkonserven . . . .10x1/2 kg Tee . . . . . . . . . . . . . . .nach Bedarf
Champignons . . . . . . .1 Dose Gewürze . . . . . . . . . .nach Bedarf

Die vorgeschlagenen Lebensmittel sind als Beispiel zu verstehen. Wie


immer der Vorrat aussieht, es sollte ein Speiseplan überlegt werden,
damit mit den einzelnen Produkten tatsächlich durch 2 Wochen
hindurch entsprechende Gerichte zubereitet werden können.

ALTERNATIV-VORSCHLAG für jene, die eher auf Vollwertkost setzen:


Getreide Milchprodukte
Hirse, Weizen, Haltbarmilch . . . . . . . .2 Liter
Reis . . . . . . . . . . . . . .insgesamt 1,5 kg Hartkäse . . . . . . . . . .0,3 kg
Getreideprodukte Sonstiges
Haferflocken . . . . . . . .0,5 kg Nüsse und Samen . . .0,5 kg
Knäckebrot . . . . . . . . .2,0 kg Kartoffeln . . . . . . . . . .1,5 kg
Vollkornbrot . . . . . . . .0,5 kg Trockenobst . . . . . . . .0,5 kg
Hülsenfrüchte Pflanzenöl . . . . . . . . .0,5 l
Bohnen, Erbsen, Honig, Salz, Germ,
Linsen, Sojabohnen . . . .insgesamt 1,5 kg Kräuter . . . . . . . . . . .nach Bedarf

Seite 24
SAFETY - Ratgeber Sicherheitstipps

Kontrollieren: Nahrungsmittel (auch Medikamente) haben eine begrenzte


Haltbarkeit. Die regelmäßige Kontrolle des Ablaufdatums ist erforderlich.
Verbrauchen: Vor Ablauf der Haltbarkeitsfrist sind Lebensmittel zu ver-
brauchen. Wenn dies laufend gemacht wird, passt sich der Vorratsverbrauch
leicht dem täglichen Speiseplan an.
Ergänzen: Verbrauchte Lebensmittel müssen ergänzt werden. Die Essge-
wohnheiten der Familie sollten beim Nachkauf berücksichtigt werden. Auch alle
anderen Artikel des täglichen Bedarfs sind laufend zu ergänzen.

T I P P 3 HAUSAPOTHEKE
Eine Hausapotheke mit wichtigen Medikamenten und Verbandsmaterial für
Erste Hilfe darf nicht fehlen. Dazu gehören: Schmerzstillende und ver-
dauungsregelnde Medikamente, Fiebermittel, Ohren- und Augentropfen,
Wunddesinfektionsmittel, Verbandmull, Mullbinden, Dreiecktuch, Pflaster.
Für die Zusammenstellung gibt es eine Empfehlung der Apothekerkammer,
auch Ihr Hausarzt kann Sie diesbezüglich beraten.

T I P P 4 WICHTIGES IM HAUSHALT
Dinge des täglichen Bedarfs sollten gleichfalls vorrätig sein,
wie WC-Papier, Taschentücher, Wasch- und Putzmittel.
Zur Ergänzung: Kerzen, Zündhölzer, Taschenlampe,
Batterieradio (als Informationsquelle bei Stromausfall) u. a.

T I P P 5 KÖRPERPFLEGE
Auf die eigene Pflege nicht vergessen: Seife, Zahnpasta, Haarshampoo,
Hautcreme etc. Für Körperpflege wird im Notfall ein Mindestbedarf von 2 Liter
Wasser täglich pro Person angenommen (um diese Menge wäre der Getränkevorrat
zu erhöhen).

T I P P 6 HEIZMATERIAL
Ein krisenfester Haushalt hat auch einen Vorrat an Brennmaterial
wie Öl, Kohle oder Holz. Auch eine alternative Heizmöglichkeit
sollte vorhanden sein.

Seite 25
Sicherheitstipps SAFETY - Ratgeber

CHECKLISTE - VORRAT IST KEIN LUXUS


vorhanden

Lebensmittel lt. TIPP 2 J Vollwaschmittel J


Entkeimungsmittel für Trinkwasser J Reinigungs- bzw. Scheuermittel J
Mineralwasser, Säfte J Seife J
Kanister für Trinkwasservorrat J Zahnbürste J
Hausapotheke J Zahnpasta J
Radio (netzunabhängig) J Rasierzeug J
Reservebatterien J Hautcreme J
Kerzen und Zünder J Binden oder Tampons J
Taschenlampe J WC-Papier J
Alternative Kochgelegenheit J Müllbeutel J
Brennstoff f. Kocher J Haushaltspapier oder Servietten J
Alternative Heizmöglichkeit J Mundschutzmasken; am besten FFP3 J
Brennstoff für mind. 14 Tage J Papiertaschentücher J

Sie haben die Checkliste durchgesehen.


Besorgen Sie jene Dinge, die fehlen.

T I P P 7 SICHERHEITSRAUM
Alle bisher angeführten Tipps dienen dazu, Ihren Haushalt soweit
auszustatten, dass Sie ohne Nachschub an Dingen des täglichen Bedarfs,
nötigenfalls bis zu zwei Wochen, auskommen.
Noch viel wichtiger als Flüssigkeit und Nahrungsmittel ist jedoch die Luft
zum Atmen. Die Gefahr eines Atomunfalls kann nicht ignoriert werden.
Zumindest ein Raum sollte daher abgedichtet werden können, um das
Eindringen von Schadstoffen zu verringern.
Den besten Schutz bietet zweifellos ein Grundschutzraum nach den
technischen Richtlinien. Nicht jeder hat die Möglichkeit, einen derartigen
Schutzraum einzurichten. Es gibt jedoch Alternativen, die durchaus
tauglich sind, z. B. den Sicherheitsraum.
I

Seite 26
SAFETY - Ratgeber Sicherheitsraum

Sicherheitsraum

Im Ernstfall müssen rund 96% der


Österreicher auf Behelfsschutzmaß-
nahmen zurückgreifen. Daher sollte
man zeitgerecht einen Raum (oder
Raumverband) als Sicherheitsraum Wird nicht mit einem geeigneten
auswählen und einige Dinge für den Filtergerät vorgesorgt, sollen Kle-
Ernstfall besorgen. bebänder (50 mm breit) und Folien
vorhanden sein, um im Ernstfall
Auswahl eines Raumes Türen, Fenster und Lüftungsöffnun-
L Zum Schutz vor chemischen gen abdichten zu können.
Schadstoffen (z.B. Chemieunfall):
Geeignet ist ein Raum in einem Im Ernstfall
Obergeschoß, auf der windabge- L Fenster schließen, notwendige
wandten Seite des Gebäudes. Der Abdichtmaßnahmen treffen.
Aufenthalt im Schutzraum bei L Ist ein geeignetes Filtergerät vor-
einem derartigen Unfall, ist falsch! handen, in Betrieb nehmen.
L Zum Schutz vor radioaktiven L Bad, Küche, WC können mitbe-
Schadstoffen und Strahlung: nutzt werden, sofern sie abge-
Raum in Gebäudemitte oder Keller dichtet sind.
mit massiven Außenwänden und L Türen ins Freie nur in notwendigen
wenigen bzw. kleinen Fenstern wäh- Fällen kurzzeitig öffnen.
len. (Dachgeschoße, Veranden, sind unge- L ach Entwarnung gründlich
eignet). Möglichst großen Abstand zu lüften.
Dach und Außenflächen einhalten, I
da sich dort radioaktive Teilchen
ablagern können. Schon durch Abdichten kann eine
Schadstoffreduktion um etwa 75%
Der Raum sollte an einem Tag mit
bei dichten Fenstern, bzw. etwa
stärkerem Wind auf Undichtheiten
50% bei undichten Fenstern gegenü-
überprüft werden, die zu beseitigen ber der Belastung im Freien erreicht
bzw. in der Vorsorge-Checkliste werden.
vorzumerken sind.

Seite 27
Der krisenfeste Haushalt SAFETY - Ratgeber

Notgepäck und
Dokumentenmappe
Brand, Explosion, Erdrutsch, Hochwasser, Erdbeben, Lawinen. Ereignisse, bei
denen es erforderlich sein kann, das Haus raschest zu verlassen. Es bleibt wenig
Zeit, Wertsachen, Dokumente, Kleidung usw. zusammenzusuchen. In der Aufregung
fällt einem auch gar nicht ein, was alles wichtig ist. Ein Notgepäck hilft, eine
derartige Situation - sei es für einen Aufenthalt von einigen Stunden im Freien, oder
einige Tage in einem Notquartier - bestmöglich zu überstehen.
Ein Rucksack soll mit folgenden Dokumentenmappe als wichtiger
Dingen gefüllt werden: Teil des Notgepäcks.

J Ausweis (Reisepass, Personalausweis) J Geburtsurkunde


J Geld (Sparbuch) J Staatsbürgerschaftsnachweis
J Wertsachen (Schmuck, Wertpapiere) J Heiratsurkunde
J Warme Kleidung (Windjacke, J Meldezettel
Pullover, Weste, Unterwäsche, Strümpfe, J Reisepass (Personalausweis)
Kopfbedeckung, Handschuhe) J Zeugnisse (Studiennachweis,
J Regenschutzkleidung Meisterbrief, Befähigungsnachweis etc.)
J Festes Schuhwerk J Versicherungspolizzen
J Wolldecke oder Schlafsack J Verzeichnis der Gegenstände mit
J Proviant speziellem Versicherungsschutz
J Trockenspiritus-Kocher (Pelze, Schmuck, Antiquitäten
J Zünder oder Feuerzeug Briefmarkensammlung, u. a.)
J Essgeschirr, Besteck, Trinkbecher J Sparbücher
J Dosenöffner J Zertifikate (z.B. über die Echtheit von
Antiquitäten, Bildern, Teppichen etc.)
J Thermos-/Feldflasche
J Sonstige wichtige Urkunden
J Hygieneartikel (Seife, Zahnbürste u. (Testament, Typenschein, wichtige
-pasta, Taschentücher, WC-Papier etc.) Kaufverträge, z.B. über Immobilien,
J Reiseapotheke Bescheide und Gerichtsurteile etc.)
(ergänzt um persönliche Medikamente)
J Taschenmesser Bei einer Evakuierung kann die Plünde-
rung verlassener Häuser und Wohnungen
J Taschenlampe nicht ausgeschlossen werden. Die Mit-
J Tragbares Radio nahme der Dokumentenmappe, als Teil
J Nähzeug des Notgepäcks, ist wichtig.
J Namensschild für Rucksack I

Seite 28
SAFETY - Ratgeber Landwirtschaft

Selbstschutz in der
Landwirtschaft
Jeder Landwirt ist gleichzeitig
Betriebsinhaber. Selbstschutz in
der Landwirtschaft bedeutet, Vor-
sorgen für einen Unglücks- oder
Katastrophenfall zu treffen, um Wichtige Betriebsdaten
L Leben und Gesundheit von Men- L Anzahl der zum Betrieb
schen und Nutztieren zu schützen gehörenden Personen
L Bestände an Nahrungs-, Futter- L Vieh (Art, Anzahl, Unterbringung)
und Betriebsmitteln zu sichern L Gebäudebestand (Bauart , Brand-
L Schäden an Gebäuden, sicherheit)
Einrichtungen und Anlagen zu L Versorgungsverbindungen
verhindern oder zu mindern. (Zufahrt, Wasser und Kanalisation,
Eine Bestandsaufnahme der betrieb- Strom, Gas, Telefon)
lichen, baulichen und sonstigen L Notversorgung mit Wasser (Trink-,
Situation dient als Planungsgrundlage Brauch-, Löschwasser)
L Notversorgung mit Strom
für Art und Umfang der erforder-
L Notversorgung der Tiere (insbe-
lichen Maßnahmen.
sondere bei Großviehbeständen).
Welche Gefahren sind möglich
Mittel für Selbstschutzmaßnahmen
L Unfälle am Arbeitsplatz (bei der
L Anzahl der Personen, die Hilfe
Stallarbeit, im Weinkeller, im Silo, bei
der Zubereitung der Produkte für Ab- leisten können
Hof Verkauf, bei der Holzarbeit u. a.) L Geeignete Geräte und Fahrzeuge
L Unfälle mit gefährlichen Stoffen L Nachbarschaftshilfe.
(Dünge- und Spritzmittel, Treibstoffe)
L Brand- und Explosionsgefahr Hilfe von außen
L Naturkatastrophen L Wann kann Hilfe von außen
L Technische Katastrophen erwartet werden (Zeitfaktor)
(Chemie-, AKW-Unfall, u.a.) L Zufahrtsmöglichkeit; Prüfung der
L Versorgungsengpass Erreichbarkeit zu verschiedenen
(Störung von Energieversorgung, Zulie- Jahreszeiten (auch nach starken
ferung, Abtransport und Entsorgung). Regen- oder Schneefällen). I

Seite 29
Checkliste für Landwirtschaft SAFETY - Ratgeber

Im bäuerlichen Haushalt sind zunächst alle jene


Checkliste Vorsorgen zu treffen, wie sie für jeden Einzelhaus-
halt empfohlen werden, um für Krisensituationen
gerüstet zu sein. Dazu kommen die Maßnahmen für
den Betrieb.

Vorsorgen für Tiere Abdeckplanen


Notwasserversorgung zum Schutz vor Schadstoffen in der Luft,
Brunnen, Wassertank, Teich, Bach u. a. J für Hausbrunnen, Erntegut, Futtervorräte,
Geräte und Maschinen J
Futtervorräte J
Abdichtmaterial
Unterbringungsmöglichkeit J
Klebebänder und Folien zum Abdichten
Vom Tierarzt empfohlene Mittel von Tür- und Fensteröffnungen, als
Stallapotheke J Schutz vor Schadstoffen J
Energieversorgung Geräte und Werkzeuge zur
Notstromversorgung für Selbstbefreiung und Bergung J
Fütterungs-, Melk-, Heizanlagen u.a. J Notbeleuchtung
Betriebsmittelvorrat für entweder mit Notstromaggregat oder
Bewässerungs- und Heizungsanlagen, netzunabhängig; jedenfalls ausreichend,
landw. Maschinen, u.a. J damit alle notwendigen Arbeiten
Brandschutzmaßnahmen durchgeführt werden können J
Löschgeräte Feuerlöscher, Für die Arbeitssicherheit
Einstellspritze, Feuerpatsche J Vieles für den Arbeitsschutz ist
Löschwasserreserve gesetzlich vorgeschrieben, vieles
Zisternen, Teich, Schwimmbecken J bleibt aber der Eigeninitiative über-
Rauch- bzw. Brandmeldeanlage J lassen. Es liegt im Interesse des
Landwirtes, seine betrieblichen Ein-
Blitzschutzanlage J
richtungen, den Viehbestand, die
Maßnahmen für die Erste Hilfe Produktionsgüter - je nach Art des
Erste-Hilfe-Ausstattung
Betriebes - bestens abzusichern.
(nach ÖNORM Z 1020) J
Vorsorgen für den Haushalt
Desinfektions-, Entkeimungsmittel
(Entkeimungsmittel zur Erhöhung der
Nicht vergessen werden darf, dass
Lagerfähigkeit von Trinkwasser, unabhängig von den Maßnahmen für
Desinfektionsmittel für Hausbrunnen und den Betrieb auch alle jene Vorsorgen
für Stallgebäude) J zu treffen sind, wie sie für jeden
Für den Selbstschutz Einzelhaushalt empfohlen werden,
Sandsäcke zum Schutz vor um für Krisen gerüstet zu sein.
Hochwasser und Radioaktivität J I

Seite 30
SAFETY - Ratgeber Wissen hilft

Info-Angebot des
NÖ. Zivilschutzverbandes
Mit den in dieser Broschüre vermittelten Informationen, den
Selbstschutztipps und Checklisten zeigt der NÖ. Zivilschutzverband
einen Weg auf, wie der Einzelne mit relativ geringem, zeitlichem und
finanziellem Aufwand Maßnahmen setzen kann, um Notfälle oder gar
Katastrophen besser zu meistern.

Sollte bei dem einen oder anderen Selbstschutztipp die Sinnhaftigkeit


nicht so zum Ausdruck kommen, wie es wünschenswert wäre, liegt es
daran, dass bei manchen Bereichen viel Hintergrundwissen erforderlich
ist. Erst durch die Kenntnis von fachlichen Details und Zusammenhängen,
wird diese Sinnhaftigkeit erkennbar.

Alles das, was der Argumentation und Beweisführung dient, hier anzuführen,
war aus Platzgründen nicht möglich. Trotzdem sollte es gelungen sein,
Schwerpunkte zu setzen und einige wesentliche Möglichkeiten des
Selbstschutzes aufzuzeigen.

Weitere Informationen und Hintergrundwissen über das richtige


Verhalten bei Unfällen oder Katastrophen finden sie auf unserer
umfangreichen Homepage (www.noezsv.at) oder auf der
SIZ-Homepage (www.sicherheitsinformationszentrum.at).

Für jene die lieber Gedrucktes lesen wollen, haben wir zu diversen
Themen Ratgeber aufliegen. Auch durch den Bezug unserer Vierteljahres-
schrift „Sicher ist sicher“ zum Jahrespreis von 12 € haben Sie die
Möglichkeit, Informationen über fachliche Details und Zusammenhänge
zu erhalten.

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IMPRESSUM:
Medieninhaber und Herausgeber:
Niederösterreichischer Zivilschutzverband
3430 Tulln, Langenlebarner Straße 106
Telefon: 02272/61820, Fax: 02272/61820-13
E-Mail: noezsv@noezsv.at
Internet: www.noezsv.at
Redaktionelle Leitung: Harry Engelmayer
Gestaltung, Grafik und Bildbearbeitung: Harry Engelmayer
Telefon 02272/61820-25 E-Mail-Adresse: edv@noezsv.at

2. Auflage/2007