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ZIFFER 15

UNSCHEINBAR,
ABER WICHTIG.
Ärzte, die die Ziffer 15 gewiss häufig
erbringen und abrechnen, befürchten
einen hohen Aufwand durch Rückfra-
gen der Kostenträger. Was Sie beachten
sollten, um die GOÄ-Ziffer 15 zweifels-
frei abrechnen zu können, erfahren Sie
in diesem Artikel.

Dieter Jentzsch
ZIFFER 15
ZWEIFELSFREI ABRECHNEN

In der GOÄ im Abschnitt B I ist die Ziffer 15 mit einem Einfachsatz von 17,49 € ausge-
stattet. Bei Privatpatienten sind für diese Leistung schon 40,22 € , zum 2,3-fachen Satz,
üblich. Ärzte, die Ziffer 15 gewiss häufig erbringen und abrechnen, befürchten einen
hohen Aufwand durch Rückfragen der Kostenträger. Was muss beachtet werden, um
die GOÄ-Ziffer 15 zweifelsfrei abrechnen zu können?

Die Ziffer 15 ist, obwohl sie im Abschnitt B I umfasst das Nachbereiten von stationären
der GOÄ unter „Allgemeine Beratungen und Aufenthalten eines Patienten, Gespräche
Untersuchungen“ eingeordnet ist, keine ty- mit anderen Ärzten, die Kontakte zu Pflege-
pische Beratung. Um sie korrekt anzusetzen, diensten und sozialen Einrichtungen oder die
muss es sich zum einen um eine kontinuier- Unterhaltungen mit Versicherungsträgern,
liche ambulante Betreuung eines chronisch die mit der chronischen Erkrankung des Pa-
Kranken handeln. Zum anderen sind flankie- tienten zusammenhängen. Die Ziffer 15 kann
rende therapeutische und soziale Maßnah- als „Gesamtgebühr“ betrachtet werden, da
men einzuleiten und zu koordinieren. sie Leistungen subsumiert, die über ein gan-
zes Kalenderjahr hinweg, durch viele einzel-
Die Ziffer 15 kann für einen Patienten ein- ne Handlungen des Arztes, erbracht werden.
mal im Kalenderjahr berechnet werden. Sie

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Ärzte haben während der kontinuierlichen Betreuung chronisch kranker Patienten häufig Kontakte zu den
verschiedensten Einrichtungen und natürlich mit den Patienten selbst. Neben der Ziffer 15 können Ärzte alle
beim Patienten durchgeführten Beratungen, Untersuchungen, Besuche u. ä., wie üblich abrechnen. Auch
das Konsil nach der Ziffer 60 oder die „Führung der Bezugsperson“ nach der Ziffer 4 kommen oft vor. Bei der
Ziffer 4 ist darauf zu achten, dass diese nicht im selben Behandlungsfall neben der Ziffer 15 abgerechnet
werden darf. DIe Ziffer 4 darf einmal pro Behandlungsfall berechnet werden, die Ziffer 15 ohne direktes „Er-
bringdatum“ einmal im Jahr, empfehlenswert gegen Jahresende.

Es müssen sowohl soziale als auch therapeuti- nisch gemeint. Gemäß des Leistungstextes müs-
sche Maßnahmen eingeleitet, koordiniert und sen die ständig koordinierten, therapeutischen
überwacht werden um die Ziffer 15 abrechnen und sozialen Maßnahmen medizinisch, für eben
zu können. Zum Beispiel reicht es nicht aus, bei diesen Patienten, erforderlich sein. Ärzte sollten
einem Schlaganfallpatienten ausschließlich die auf Rückfragen seitens der Kostenträger einge-
Physio- oder Ergotherapie einzuleiten und zu richtet sein und in ihren Notizen therapeutische
überwachen. Wenn hier soziale Maßnahmen und soziale Maßnahmen, die verschiedenen
hinzukommen und sich Ärzte zum Beispiel mit Gesprächspartner sowie die Kontinuität dieser
Pflegeheimen, Kostenträgern oder Sozialarbei- speziellen Patientenbetreuung dokumentieren.
tern beraten müssen, darf die Ziffer abgerech- Da die Ziffer 15 als „Ärztliche Leistung“ einge-
net werden. ordnet ist, kann sie, soweit die bekannten Krite-
rien für eine Höherbewertung zutreffen, bis zum
Der Begriff einer chronischen Krankheit ist bei
3,5-fachen GOÄ-Satz berechnet werden.
der Ziffer 15 mehr organisatorisch als medizi-

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men.

Dieter Jentzsch ist Mitarbeiter der Ärztlichen Unterneh-


mensgruppe Büdingen seit 1975. Mehr als 16 Jahre lei-
tete er die Geschäftsstelle in Mainz und Frankfurt.

Parallel dazu hält und entwickelt er für Büdingen Med


seit 1996 Themen- und zielgruppenspezifische Seminare
zur GOÄ. Sein besonderes Augenmerk gilt dem ärztli-
chen Honorarwesen und der Konzeption von Semina-
ren und Workshops.

www.buedingen-med.de Dieter Jentzsch