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Propädeutikum Mathematik

Sommersemester 2016

Carsten Krupp

BBA

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 1


Literaturhinweise
Cramer, E., Neslehova, J.: Vorkurs Mathematik, Springer,
2004
Piehler, Sippel, Pfeiffer: Mathematik zum Studieneinstieg,
Springer, 1995
Schäfer, W. et. Al.: Mathematikvorkurs, Teubner,
Wiesbaden, 2002
Kemnitz, A.: Mathematik zum Studienbeginn, Vieweg,
Wiesbaden, 2001
van de Craats, J. / Bosch, R.: Grundwissen Mathematik,
Springer, 2009

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 2


Literaturhinweise
Ein großer Teil der Übungsaufgaben ist dem Buch von
Karl Bosch: Brückenkurs Mathematik, Oldenbourg Verlag
München
entnommen. Dieses Buch deckt auch inhaltlich
weitgehend (aber nicht vollständig!) den im Propädeutikum
behandelten Stoff ab.

Hilfen findet man auch im Internet, z.B. unter


www.mathe-online.at
Hier gibt es auch Links zu weiteren Internetseiten.

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 3


Inhalt
1. Mengen
2. Zahlbereiche
3. Rechenregeln für reelle Zahlen
4. Bruchrechnen
5. Summen und Produkte
6. Binomische Formeln
7. Potenzen und Wurzeln

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Inhalt
8. Logarithmen
9. Gleichungen mit einer Unbekannten
10. Prozentrechnung, Dreisatz
11. Ungleichungen mit einer Unbekannten
12. Gleichungssysteme
13. Grundlagen der ebenen Geometrie
14. Trigonometrische Funktionen

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1. Mengen
Eine Menge ist eine Zusammenfassung von bestimmten
unterscheidbaren Objekten zu einem Ganzen.
Ein Objekt gehört entweder zu einer Menge oder nicht.
• Für jedes Objekt x gilt entweder x  A oder x  A.

Die Objekte einer Menge heißen Elemente dieser Menge.


• Falls x Element der Menge A ist schreibt man: xA
• Falls x nicht Element von A ist schreibt man: xA

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Zur Darstellung einer Menge A gibt es folgende Möglichkeiten:
1. Beschreibung der Elemente von A durch Angabe der
charakterisierenden Eigenschaften
A = {x | x ist eine Grundfarbe }

2. Aufzählung der Elemente von A


A = { rot, gelb, blau }
3. Zeichnen eines Mengendiagramms von A A rot
gelb
blau

Grundmenge: Menge aller zulässigen Objekte (Universum)


leere Menge: Menge, die kein Element enthält
• Schreibweisen für die leere Menge:  oder { }

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Zwei Mengen A und B sind gleich, in Zeichen A = B, wenn
sie die gleichen Elemente besitzen.
Eine Menge A heißt Teilmenge der Menge B, wenn jedes
Element von A auch Element von B ist.
Schreibweise: A  B B A
Mengenoperatoren: Schnittmenge , Vereinigungsmenge 

A  B = { x | x  A und x  B } A B

A  B = { x | x  A oder x  B } A B

Hierbei wird „oder“ im nichtausschließenden Sinn ver-


wendet, d.h. zu A  B gehören auch diejenigen Elemente,
die sowohl Element von A als auch Element von B sind.
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2. Zahlbereiche
Menge der natürlichen Zahlen IN
ℕ = { 1, 2, 3, ... }

Menge der ganzen Zahlen 


 = { ..., -3, -2, -1, 0, 1, 2, 3, ... }

Menge der rationalen Zahlen (Bruchzahlen) 


𝑥
={ x  , y  , y ≠ 0 }
𝑦
(Menge der periodischen Dezimalbrüche)
Menge der reellen Zahlen ℝ
(Menge der unendlichen Dezimalbrüche)
(Punkte auf der Zahlengeraden) ( und irrationale Zahlen)

Beispiele für irrationale Zahlen: 𝑒 = 2,718 … ; 𝜋 = 3,14 … ; 2 ; 3


Für die Zahlbereiche gilt: ℕ      ℝ
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3. Rechenregeln für reelle Zahlen

Für die Addition + und die Multiplikation ∙ von reellen


Zahlen a, b, c gelten die Regeln:
a + b = b + a; ab = ba; Kommutativgesetze
(a + b) + c = a + (b + c); (ab)c = a(bc); Assoziativgesetze
a + 0 = 0 + a = a; 0 ist neutrales Element der Addition
1 ∙ a = a ∙ 1 = a; 1 ist neutrales Element der Multiplikation
a + (-a) = a - a = 0; -a ist inverses Element der Addition
a∙(1/a) = 1, falls a≠0; 1/a ist inverses El. der Multiplikation
a(b + c) = ab + ac; (a+b)c = ac + bc; Distributivgesetze

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3. Rechenregeln für reelle Zahlen (Fortsetzung)
a∙0=0∙a=0
a ∙ b = 0 gilt genau dann, wenn a = 0 oder b = 0.

Terme sind sinnvolle Ausdrücke bestehend aus Konstanten


(Zahlen), Variablen, Rechenoperationen und Klammern.

Die Reihenfolge der Auswertung (Berechnung) eines Terms


wird durch Klammersetzung bzw. Vorrangregeln
verschiedener Rechenoperatoren bestimmt, z.B.
„Punktrechnung geht vor Strichrechnung“

Ü1
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4. Bruchrechnen
Erweitern und Kürzen von Zähler und Nenner eines
Bruches mit der gleichen Zahl c  0 ändert den Wert des
Bruches nicht:
𝒂 𝒂 ∙ 𝒄 𝒂: 𝒄
= =
𝒃 𝒃 ∙ 𝒄 𝒃: 𝒄
Zwei Brüche a/b und c/d sind gleich, wenn ad = bc gilt.
Um zwei Brüche zu addieren, müssen die Nenner der
Brüche gleich sein:
𝒂 𝒄 𝒂+𝒄
+ =
𝒃 𝒃 𝒃

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Um zwei Brüche zu multiplizieren, rechnet man „Zähler
mal Zähler und Nenner mal Nenner“:
𝒂 𝒄 𝒂∙𝒄
∙ =
𝒃 𝒅 𝒃∙𝒅

Dividieren durch einen Bruch bedeutet multiplizieren mit


dem Kehrwert des Bruches:

𝒂 𝒄 𝒂 𝒅 𝒂∙𝒅
: = ∙ =
𝒃 𝒅 𝒃 𝒄 𝒃∙𝒄

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5. Summen, Produkte, Binomialkoeffizienten
Falls viele Summanden addiert werden, verwendet man
oft folgende Schreibweise mit dem griechischen
Buchstaben Sigma als sogenanntem Summenzeichen:
𝒏

𝒂𝒌 = 𝒂𝒎 + 𝒂𝒎+𝟏 + 𝒂𝒎+𝟐 + … + 𝒂𝒏−𝟐 + 𝒂𝒏−𝟏 + 𝒂𝒏


𝒌=𝒎

Analog verwendet man für das Produkt mehrerer


Faktoren das Produktzeichen:
𝒏

𝒂𝒌 = 𝒂𝒎 ∙ 𝒂𝒎+𝟏 ∙ 𝒂𝒎+𝟐 ∙ … ∙ 𝒂𝒏−𝟐 ∙ 𝒂𝒏−𝟏 ∙ 𝒂𝒏


𝒌=𝒎

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Für eine natürliche Zahl n wird n! (sprich: n Fakultät)
definiert als das Produkt der ersten n natürlichen Zahlen:
n! = 1 · 2 · 3 · 4 ·...· (n-1) · n
Zusätzlich wird definiert 0! = 1.

Für zwei natürliche Zahlen n und k mit k  n wird der


𝒏
Binomialkoeffizient (sprich: n über k) definiert als:
𝒌
𝒏 𝒏!
=
𝒌 𝒌! 𝒏 − 𝒌 !

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6. Binomische Formeln

(𝒂 + 𝒃)𝟐 = 𝒂𝟐 + 𝟐𝒂𝒃 + 𝒃𝟐
(𝒂 – 𝒃)𝟐 = 𝒂𝟐 – 𝟐𝒂𝒃 + 𝒃𝟐
(𝒂 + 𝒃)(𝒂 – 𝒃) = 𝒂𝟐 – 𝒃𝟐

Allgemeiner Binomischer Lehrsatz für reelle Zahlen a


und b und natürliche Zahl n:
𝒌=𝒏
𝒏 𝒏−𝒌 𝒌
(𝒂 + 𝒃)𝒏 = 𝒂 𝒃
𝒌
𝒌=𝟎

Ü2
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7. Potenzen und Wurzeln
Für n  IN und a  IR ist an die n-te Potenz der Zahl a,
d.h. das n-fache Produkt der Zahl a mit sich selbst, also
𝒂𝒏 = 𝒂 · 𝒂 · ⋯ · 𝒂.
a heißt Basis und n Exponent.

Es gelten die Potenzgesetze:

𝒂𝒏 · 𝒂𝒎 = 𝒂𝒏+𝒎

(𝒂𝒏 )𝒎 = 𝒂𝒏∙𝒎
𝒂𝒏 · 𝒃𝒏 = (𝒂 · 𝒃)𝒏

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𝟏
Für 𝒂 ≠ 𝟎 definiert man 𝒂𝟎 = 𝟏 und 𝒂−𝟏 = .
𝒂𝒏

Damit gelten die Potenzgesetze 𝒂𝒏 · 𝒂𝒎 = 𝒂𝒏+𝒎


(𝒂𝒏 )𝒎 = 𝒂𝒏∙𝒎
𝒂𝒏 · 𝒃𝒏 = (𝒂 · 𝒃)𝒏
auch für beliebige ganzzahlige Exponenten und
außerdem gilt
𝒂𝒏 𝒏−𝒎
= 𝒂
𝒂𝒎
𝒏
𝒂 , die n-te Wurzel aus 𝒂 ist diejenige positive reelle
Zahl, deren n-te Potenz gleich 𝒂 ist.
Weitere Definitionen:
𝟏
𝒏
𝒎 𝒏
𝒎
−𝒏 𝟏 𝟏
𝒂𝒏 = 𝒂 ; 𝒂 =
𝒏 𝒂𝒎 ; 𝒂 = 𝒎 = 𝒏
𝒂𝒏 𝒂𝒎
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8. Logarithmen
Für 𝑎, 𝑏 ∈ 𝐼𝑅 mit 𝑎 ≠ 1 und 𝑏 > 0 heißt die Lösung der
Gleichung 𝒂𝒙 = 𝒃 der Logarithmus von 𝑏 zur Basis 𝑎,
geschrieben: 𝒙 = 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒃
logab ist diejenige Zahl, mit der man a potenzieren muss,
um b zu erhalten.
Rechenregeln: 𝒍𝒐𝒈𝒂(𝒙 · 𝒚) = 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒙 + 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒚
𝒍𝒐𝒈𝒂(𝒙/𝒚) = 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒙 − 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒚
𝒍𝒐𝒈𝒂(𝒙𝒄 ) = 𝒄 · 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒙
𝒍𝒐𝒈𝒂𝟏 = 𝟎; 𝒍𝒐𝒈𝒂𝒂 = 𝟏
Umformungsregel: 𝒍𝒐𝒈𝒃𝒙
𝒍𝒐𝒈𝒂𝒙 =
𝒍𝒐𝒈𝒃𝒂 Ü3
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9. Gleichungen mit einer Unbekannten

Für eine lineare Gleichung der Form 𝒂 · 𝒙 = 𝒃 gilt


1. Fall: falls 𝑎 ≠ 0, ist 𝑥 = 𝑏/𝑎 die einzige Lösung
2. Fall: falls 𝑎 = 0 und 𝑏 ≠ 0, gibt es keine Lösung
3. Fall: falls 𝑎 = 0 und 𝑏 = 0, ist jedes 𝑥 ∈ 𝐼𝑅 Lösung.

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Eine quadratische Gleichung der Form 𝒙𝟐 + 𝒑𝒙 + 𝒒 = 𝟎 hat,
falls 𝒑𝟐 − 𝟒𝒒 > 𝟎 ist, die Lösungen

𝒑 𝒑 𝟐 𝒑 𝒑 𝟐
𝒙𝟏 = − − −𝐪 ; 𝒙𝟐 = − + −𝐪
𝟐 𝟐 𝟐 𝟐

Falls 𝒑𝟐 − 𝟒𝒒 = 𝟎, gibt es die eindeutige Lösung – 𝒑/𝟐.


Falls 𝒑𝟐 − 𝟒𝒒 < 𝟎, hat die quadratische Gleichung keine
Lösung in der Grundmenge der reellen Zahlen.

Faktorisierung von quadratischen Termen 𝒙𝟐 + 𝒑𝒙 + 𝒒 :


Sind x1 und x2 die Lösungen der quadratischen Gleichung
𝒙𝟐 + 𝒑𝒙 + 𝒒 = 𝟎, so gilt
𝒙𝟐 + 𝒑𝒙 + 𝒒 = (𝒙 – 𝒙𝟏)(𝒙 – 𝒙𝟐)
Ü4
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10. Dreisatz und Prozentrechnung
Einfacher Dreisatz: Zwei Größen A und B stehen in konstantem
Verhältnis zueinander (sind proportional, „je mehr von A, umso mehr von
B“). Hat man a Einheiten von A und b Einheiten von B gegeben und
sucht die Anzahl x Einheiten von A, die in demselben Verhältnis zu d
Einheiten von B stehen, so gilt:
𝒙 𝒂
=
𝒅 𝒃
Umgekehrter Dreisatz: Zwei Größen A und B stehen in umgekehrt
proportionalem Verhältnis zueinander („je mehr von A, umso weniger
von B“). Hat man a Einheiten von A und b Einheiten von B gegeben und
sucht die Anzahl x Einheiten von A, die zu d Einheiten von B gehören,
so gilt:

𝒙∙𝒅=𝒂∙𝒃

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Prozent bedeutet „von Hundert“,
d.h. p % sind p Hundertstel, also p/100.
Hat man einen prozentualen Anteil p gegeben und sucht die
zugehörige absolute Zahl, so multipliziert man die absolute
Größe der Grundgesamtheit (den Grundwert) mit p/100
(entspricht dem einfachen Dreisatz).

Zinssätze werden üblicherweise in Prozent angegeben.


Bei der sogenannten Verzinsung mit Zinseszins lautet der
fundamentale Zusammenhang zwischen Anfangskapital K0,
𝒑
jährlichem Zinssatz 𝐢 = , Anlagezeitraum n in Jahren und
𝟏𝟎𝟎
Endkapital Kn :
𝒑 𝒏
𝑲𝒏 = 𝑲𝟎 ∙ 𝟏 + = 𝑲𝟎 ∙ 𝟏 + 𝒊 𝒏
𝟏𝟎𝟎
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11. Ungleichungen mit einer Unbekannten
Für zwei beliebige reelle Zahlen a und b gilt genau eine der
drei Beziehungen
a<b a ist kleiner als b, falls a auf dem Zahlenstrahl
links von b liegt

a b
a=b a ist gleich b, falls a und b denselben Punkt
auf dem Zahlenstrahl darstellen
a=b

a>b a ist größer als b, falls a auf dem Zahlenstrahl


rechts von b liegt.
b a

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 24


Lineare Ungleichungen mit einer Unbekannten
löst man analog linearen Gleichungen durch
Äquivalenzumformungen, wobei zu beachten ist, das bei
Multiplikation bzw. Division der Ungleichung mit einer
negativen Zahl das Ungleichheitszeichen umgekehrt wird.

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 25


Zur Lösung quadratischer Ungleichungen kann man
folgendermaßen vorgehen:
1. Schritt: Ungleichung in Normalform x2 + px + q > 0
(bzw. < 0) bringen
2. Schritt: Faktorisierung in (x – x1)(x – x2) > 0 (bzw. < 0)
(siehe Kapitel 9)
3. Schritt: Ermittlung der Lösungsmenge durch
Fallunterscheidung
Im 3. Schritt verwendet man:
Ein Produkt ist genau dann > 0, wenn beide Faktoren > 0
sind oder wenn beide Faktoren < 0 sind,
bzw. ein Produkt ist genau dann < 0, wenn ein Faktor > 0 ist
und ein Faktor < 0 ist.

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12. Gleichungssysteme
Lineare Gleichungssysteme mit zwei Unbekannten
kann man mit der Einsetzungsmethode
(Substitutionsmethode) oder mit der Additionsmethode
lösen.
Die Einsetzungsmethode lässt sich folgendermaßen
skizzieren:

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 27


1. Auflösen einer der beiden Gleichungen nach einer
Variablen.
2. Einsetzen des für diese Variable erhaltenen Ausdrucks in
die andere Gleichung.
3. Auflösung dieser Gleichung nach der (verbliebenen)
Variablen.
4. Einsetzen dieser Variablen in 1.
Falls in 3. ein Widerspruch entsteht, hat das System keine
Lösung.
Falls in 3. eine Identität entsteht hat das System unendlich
viele Lösungen, die durch die Gleichung in 1.
beschrieben werden können.

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13. Grundlagen der ebenen Geometrie
Jeder Punkt P in der Ebene lässt sich durch ein Paar
(xP | yP) reeller Zahlen beschreiben, wobei xP die x-Koordinate von P ist
und yP die y-Koordinate von P.
Die Punktmenge einer Geraden g in der Ebene lässt sich durch eine
lineare Gleichung y = mx + n beschreiben, 𝒚=𝒎∙𝒙+ 𝒏
g = { (x | y) | xIR, yIR, y = mx + n}.
Hierbei ist m die Steigung von g und
n der Schnittpunkt von g mit der
y-Achse des Koordinatensystems.
∆𝒚 𝒚𝟏 − 𝒚𝟎 𝒏
𝒎 = 𝒕𝒂𝒏(𝜶) = =
∆𝒙 𝒙𝟏 − 𝒙𝟎
𝒏 = 𝒚𝟏 − 𝒎 ∙ 𝒙 𝟏

Zwei Geraden g und h mit den Steigungen m1 bzw. m2 sind parallel,


falls m1 = m2. Die Geraden stehen senkrecht zueinander, falls 𝒎𝟏 ∙ 𝒎𝟐 =
−𝟏. Die Schnittpunkte der Geraden bestimmt man durch Lösen des
linearen Gleichungssystems (der Geradengleichungen).
Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 29
C
𝜸
𝒃

 𝒂
A

𝒄

B
Drei Punkte A, B und C, die nicht auf einer gemeinsamen Geraden liegen,
bilden ein Dreieck. Die den Punkten gegenüberliegenden Seiten (und ihre
Längen) werden mit a, b und c bezeichnet, die Winkel mit , , . Für die
Summe der Winkel im Dreieck gilt  +  +  = 𝟏𝟖𝟎𝒐. Für die
Seitenlängen gelten die Dreiecksungleichungen
𝒂 < 𝒃 + 𝒄; 𝒃 < 𝒂 + 𝒄; 𝒄 < 𝒂 + 𝒃.
Ist hc die zur Seite c gehörige Höhe des Dreiecks, so gilt für den
Flächeninhalt F des Dreiecks:
𝟏
𝑭 = ∙ 𝒄 ∙ 𝒉𝒄 .
𝟐

(Entsprechende Formeln gelten für die Seiten a und b).

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C


Gegenkathete zu  Gegenkathete zu 
Ankathete zu   = 𝟗𝟎° Ankathete zu 

𝒃 𝒂
hc

 
A B
Hypotenuse 𝒄

Sind a und b die Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks


mit Hypotenuse c (also  = 90o), so gilt der

Satz des Pythagoras: 𝒂𝟐 + 𝒃𝟐 = 𝒄𝟐 .

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Ein Viereck mit vier rechten Winkeln heißt Rechteck.
Gegenüberliegende Seiten sind gleichlang und parallel.
Sind a und b die Seitenlängen des Rechtecks, so berechnet
sich sein Flächeninhalt F nach der Formel
𝑭 = 𝒂 ∙ 𝒃.
Für den Umfang U gilt
𝑼 = 𝟐𝒂 + 𝟐𝒃.

Ein Rechteck mit vier gleichen Seitenlängen heißt Quadrat.

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M
d r

Die Menge aller Punkte der Ebene, die zu einem Punkt M


den gleichen Abstand r haben, bilden einen Kreis. Der
Punkt M ist dann der Mittelpunkt des Kreises, der Abstand r
ist der Radius des Kreises. Der doppelte Radius d heißt
Durchmesser des Kreises.
Für den Flächeninhalt F und den Umfang U eines Kreises
mit Radius r gelten folgende Formeln:

𝑭 = 𝝅 ∙ 𝒓𝟐 𝑼 = 𝟐𝝅 ∙ 𝒓

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14. Trigonometrische Funktionen C

Im rechtwinkligen Dreiecken ∙
Gegenkathete zu  Gegenkathete zu 
Ankathete zu   = 𝟗𝟎°
Ankathete zu 
mit  = 90o gilt: b a
hc
 
A B
Hypotenuse c

𝒂 𝑮𝒆𝒈𝒆𝒏𝒌𝒂𝒕𝒉𝒆𝒕𝒆 𝒃 𝑨𝒏𝒌𝒂𝒕𝒉𝒆𝒕𝒆 𝒂 𝑮𝒆𝒈𝒆𝒏𝒌𝒂𝒕𝒉𝒆𝒕𝒆


𝐬𝐢𝐧 𝜶 = = 𝐜𝐨𝒔 𝜶 = = 𝐭𝐚𝐧 𝜶 = =
𝒄 𝑯𝒚𝒑𝒐𝒕𝒉𝒆𝒏𝒖𝒔𝒆 𝒄 𝑯𝒚𝒑𝒐𝒕𝒉𝒆𝒏𝒖𝒔𝒆 𝒃 𝑨𝒏𝒌𝒂𝒕𝒉𝒆𝒕𝒆

Winkelmessungen lassen sich im Kreis in Grad (eine volle Umdrehung


entspricht 360o) oder in Bogenmaß (eine volle Umdrehung entspricht
dem Kreisumfang 2r) durchführen.
r b
Ein Winkel  entspricht der 

Kreisbogenlänge 𝜶
𝒃 = 𝟐𝝅𝒓 ∙
𝟑𝟔𝟎

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Der Einheitskreis hat Radius r = 1 und Mittelpunkt im
Nullpunkt des Koordinatensystems.

𝒔𝒊𝒏 𝒕

𝒄𝒐𝒔 𝒕

Ein Kreisbogen der Länge t definiert einen Punkt auf dem


Einheitskreis, dessen Koordinaten mit cos t und sin t
definiert werden. Dies erweitert die Definition der
trigonometrischen Funktionen sinus und cosinus im
rechtwinkligen Dreieck auf beliebige reelle Zahlen t.

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 35


Gemäß Definition sind diese Funktionen periodisch mit
Periode 2, d.h. es gilt:
𝒔𝒊𝒏(𝒙 + 𝟐) = 𝒔𝒊𝒏 𝒙 und 𝒄𝒐𝒔(𝒙 + 𝟐) = 𝒄𝒐𝒔 𝒙
für alle reellen Zahlen x.
Aus dem Satz des Pythagoras ergibt sich direkt die
Gleichung
𝒔𝒊𝒏𝟐 𝒙 + 𝒄𝒐𝒔𝟐 𝒙 = 𝟏 für alle reellen Zahlen x.
Weitere nützliche Beziehungen zwischen den
trigonometrischen Funktionen sind
𝒔𝒊𝒏 𝒙 𝝅
𝐭𝐚𝐧 𝒙 = und 𝒄𝒐𝒔 𝒙 = 𝒔𝒊𝒏 𝒙 +
𝒄𝒐𝒔 𝒙 𝟐

Vorkurs Mathematik - Sommersemester 2016 Seite 36